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Eltern fragen – wir antworten: Welche Gefahren können meinem Sohn bei der Nutzung von Whatsapp & Co. begegnen?

Mark fragt sich, welche Herausforderungen es bei der Nutzung von Messengerdiensten gibt und worauf er und sein Sohn (16) achten sollten? Medienpädagoge Björn Schreiber gibt ein paar Hinweise und Antworten.

Aufgepasst: Rechtliche Hinweise für die Social-Media-Nutzung

Instagram, WhatsApp, YouTube – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer Social Media nutzt, sollte sich einiger rechtlicher Bedingungen bewusst sein, die es beim Hochladen von Fotos, Teilen von Artikeln und dem Schutz der eigenen Daten zu beachten gibt. Sie als Eltern sollten Ihre Kinder frühzeitig mit den Regeln im Netz vertraut machen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Datenschutz – Meine eigenen Daten

Wenn Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet begleiten, können Sie es altersgerecht an einen richtigen Umgang mit personenbezogenen Daten heranführen. Beim Verstehen helfen anschauliche Vergleiche: Ihr Kind möchte nicht, dass sein Geheimnis in der Klasse ausgeplaudert wird. Dann sollte es so wenig Leuten wie möglich davon erzählen – auch nicht bei WhatsApp. Empfehlen Sie Ihrem Kind, so wenig wie möglich von sich im Netz preiszugeben und sich jedes Mal vorher zu fragen, ob es wirklich nötig ist, diese Information zu teilen. Das gilt für den vollständigen Namen, die Telefonnummer, Adresse oder das Geburtsdatum, aber auch für Bilder, Videos, Messenger-IDs, standortbezogene Daten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer Personen dürfen nicht einfach weitergegeben werden.

Erklären Sie Ihrem Kind, welche Berechtigungen es bestimmten Apps geben sollte und welche lieber nicht. Zum Beispiel braucht nicht jede App unbedingt die Standortinformation oder Zugriff auf das Mikrofon. Sehen Sie sich deshalb unbedingt zusammen die Voreinstellungen in jeder App an, die Sie oder Ihr Kind zum ersten Mal nutzen und deaktivieren Sie diese.

Urheberrecht – Die Rechte von anderen

Vor allem bei YouTube und TikTok finden sich zahlreiche Inhalte, die Personen zwar hochgeladen, aber nicht selbst erschaffen haben. Sie besitzen häufig nicht die Rechte an den Inhalten. Solche geschützten Werke sind im urheberrechtlichen Sinne z. B. Musikstücke, Filme, Texte, Fernsehsendungen, Computerprogramme oder Grafiken. Es kann problematisch sein, solche Inhalte öffentlich ins Netz zu stellen und Klagen mit sich bringen. Häufig ist die private Nutzung ohne Zustimmung erlaubt. Grundsätzlich gilt aber die Regel: Wer fremde Werke online stellen will, muss den Rechteinhaber fragen. Das gilt für das Lieblingslied, das Ihre Tochter in ihrem Tanzvideo auf YouTube stellen möchte ebenso wie für ein Bild vom Lieblingsfußballspieler, das Ihr Sohn für seinen Instagram-Account ausgesucht hat.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Kinder und Sie nichts mehr ins Netz stellen dürfen, was sie nicht selbst erschaffen haben. Es gibt zahlreiche Inhalte im Netz, die eine freie Lizenz haben und so von jedem genutzt und verbreitet werden dürfen. Häufig erkennt man diese auch am CC-Logo. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts, das jedem zusteht – auch minderjährigen Kindern. Es besagt, dass eine Abbildung, bspw. ein Foto, nur verbreitet oder veröffentlicht werden darf, wenn die Person, die darauf zu sehen ist, ihre Einwilligung gegeben hat. Das gilt auch für Fotos von Ihrem Kind. Das betrifft die Veröffentlichung eines Fotos in einem Sozialen Netzwerk ebenso wie das Verschicken per Messenger-App.

Vereinbaren Sie Regeln in der Familie und mit Freunden, was das Weiterleiten von Fotos angeht. Gehen Sie außerdem die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch, über die Sie Fotos verschicken oder sogar veröffentlichen. Prüfen Sie, wer Ihre Fotos, z. B. in Storys oder Ihrem Profilbild, sehen kann und nutzen Sie die Privatsphäre-Einstellungen.

Selbstgefährdung von Jugendlichen – Internetforen zu Essstörungen

Während der Pubertät macht der Körper von Heranwachsenden starke Veränderungen durch, mit denen sie erst einmal zurechtkommen müssen. Gleichzeitig suchen Jugendliche nach Bestätigung und Anerkennung. Dabei spielen auch soziale Medien wie Instagram und WhatsApp eine Rolle: Selfies werden verschickt oder gepostet und man erhofft sich positive Rückmeldungen dazu. Influencer zeigen sich in perfekten und schlanken Körpern, die Jugendlichen als Vorbild dienen.

Wenn Jugendliche keine Ansprechpartner im Familien- oder Freundeskreis finden oder aus Unsicherheit lieber mit Unbekannten sprechen möchten, bietet das Internet viele Möglichkeiten, sich zu informieren und anonym auszutauschen.

Vermeintliche Hilfe in Internetforen

Neben vielen hilfreichen Informationen findet man im Netz leider auch Angebote, die selbstgefährdendes Verhalten von – insbesondere jungen – Menschen verherrlichen. Pro-Ana- oder Pro-Mia-Blogs sind Foren, in denen sich Menschen, die an einer Essstörung wie Anorexie oder Bulimie leiden in Kontakt miteinander treten und austauschen können. Dort treffen sich vor allem junge Mädchen. Pro-Ana oder Pro-Mia sind dabei bewusst die gewählten Abkürzungen für Pro-Aneroxia Nervosa (Magersucht) und Pro-Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht). In den Blogs geht es nicht darum, sich gegenseitig darin zu unterstützen, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Stattdessen wird die Krankheit verherrlicht.

In WhatsApp-Gruppen, die oft über solche Blogs zustandekommen, spornen sich Jugendliche gegenseitig dazu an, möglichst wenig zu essen. Dabei nehmen sie an Hunger-Challenges teil oder müssen durch das wöchentliche Abfotografieren der Waage beweisen, dass sie abgenommen haben. Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt raus. Auf den Blogs gibt es außerdem verherrlichende Inhalte wie Glaubensbekenntnisse oder die zehn Pro-Ana-Gebote: „Wenn ich nicht dünn bin, dann kann ich nicht attraktiv sein“ lautet z. B. das erste Gebot.

Viele Pro-Ana Blogs wurden mittlerweile gesperrt oder werden nicht mehr betrieben. Auch Instagram, Pinterest oder andere Bild-Netzwerke sperren Inhalte mit den jeweiligen Hashtags und verweisen stattdessen auf Beratungsangebote. Durch Blogs, die noch nicht gesperrt sind, ist es allerdings weiterhin leicht, verherrlichende Bilder und Videos anzusehen oder den Zugang zu WhatsApp Gruppen zu finden.

Wie Sie als Eltern Ihr Kind davor schützen können

Zunächst ist es wichtig, dass Sie für Ihr Kind auch hinsichtlich seiner Internetnutzung stets Ansprechpartner sind. Sie können nur schwer verhindern, dass Ihr Kind auf ungeeignete Inhalte stößt. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass es im Internet auch problematische Seiten gibt und als Ansprechpartner zur Seite stehen. Wenn Sie selbst auf Webseiten landen, die Essstörungen gezielt verherrlichen, wenden Sie sich an den Support der Plattform oder lassen Sie diese von der Beschwerdestelle www.internetbeschwerdestelle.de oder durch www.jugendschutz.net  prüfen.

Unabhängig von der Online-Nutzung Ihres Kindes sollten Sie stets das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stärken und negative Bemerkungen über die Figur oder das Gewicht Ihres Kindes vermeiden. Vermuten Sie eine Essstörung, finden Sie Informationen und Hilfe bei Beratungsstellen, z. B. über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Was ist heute eigentlich noch privat?

Die Digitalisierung hat unser Verhältnis zur Privatsphäre verändert. Was früher als Andenken in persönlichen Fotoalben verwahrt wurde, wird heute in sozialen Netzwerken der Öffentlichkeit präsentiert. Ob Bikini-Selfie, eine Instagram-Story der letzten Geburtstagsparty oder der aktuelle Standort – soziale Netzwerke fördern die bereitwillige Preisgabe privater oder sogar intimer Momente. Ihr Kind wächst in einer digitalen Gesellschaft auf. Jungen Menschen fällt es besonders schwer einzuschätzen, was sorglos mit der Netz-Community geteilt werden kann oder was besser in der privaten Fotogalerie auf dem eigenen Smartphone bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Privatsphäre im Netz

Viele Momente im Leben werden per Smartphone-Kamera festgehalten. Nicht nur Kinder und Jugendliche können das Gefühl dafür verlieren, welche Fotos man posten sollte und welche eher ins private Fotoalbum gehören. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass die Fotos, die es postet, andere Menschen, Freunde oder sogar alle User des Netzwerks, sehen, speichern oder weiterverbreiten können. Das Posten eines Bildes sollte immer gut überlegt sein. Möglicherweise bereut man in wenigen Wochen schon, dass private Ereignisse im Internet geteilt wurden. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, ob es das Foto oder Video auch vor der gesamten Schulklasse präsentieren würde und verdeutlichen Sie so, wie real ein vermeintlich unsichtbares Publikum sein kann.

Wie Sie die Privatsphäre Ihres Kindes schützen können

Auf die eigenen Kinder ist man stolz und dieses Gefühl möchte man mit Freunden und Bekannten teilen. Das kann dazu verleiten, den eigenen Instagram-Kanal mit Fotos und Videos der Kinder als Baby, Bildern von der Einschulung, aus dem Urlaub oder von der Teilnahme an einem Sportturnier zu füttern. Doch auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre. Möglicherweise wird es später unter dem Post leiden, weil andere es mit den alten Fotos aufziehen. Spätestens ab dem Grundschulalter sollten Sie Ihr Kind nach und nach in die Entscheidung, ob ein Bild von ihm oder ihr ins Netz gestellt werden soll, aktiv mit einbeziehen. Vorher sollten Sie die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren und von dem Posten absehen oder Ihr Kind auf den Bildern zumindest unkenntlich machen. Denken Sie auch daran, dass Sie ein Vorbild für die Mediennutzung Ihres Kindes sind!

Persönliche Daten als Schlüssel zur Privatsphäre

Vor allem die persönlichen Daten – wie z. B. Name, Geburtsdatum und Fotos – von Kindern und Jugendlichen sollten besonders geschützt werden. Bei vielen Apps gibt es ein Mindestalter für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, sollten Sie gemeinsam genau überlegen, ob Ihr Kind schon verantwortungsbewusst damit umgehen kann. Stellen Sie sich auch folgende Fragen: Welche personenbezogenen Daten werden bei der Anmeldung abgefragt und werden diese wirklich vom Anbieter gebraucht? Wenn Sie sich dafür entscheiden, legen Sie gemeinsam einen Account an und nutzen dafür Ihre eigene E-Mail Adresse und Ihr Geburtsdatum. Generell gilt, geben Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preis!

Privatsphäre-Einstellungen anpassen

Nach der Installation der meisten Apps ist oft eine Standardeinstellung für die Privatsphäre eingerichtet – egal ob bei WhatsApp, Facebook oder Instagram. Das bedeutet oft maximale Öffentlichkeit. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einstellungen zur Privatsphäre durch. Mit wenigen Klicks können Sie zum Beispiel einstellen, dass Inhalte nur mit Freunden geteilt werden, das Profilbild bei Messengern nur Kontakte sehen können oder die App nicht auf den Standort zugreifen darf.

Respektieren Sie die Privatsphäre Ihres Kindes

Privatsphäre im Netz ist ein wichtiges Thema und vor allem Kinder können mögliche Folgen beim Posten von privaten Bildern im Netz noch nicht absehen. Um Ihr Kind vor möglichen Gefahren zu schützen, ist es wichtig, dass Sie mit ihm darüber sprechen, was personenbezogene Daten sind und was schützenswerte Inhalte sein können. Gleichzeitig müssen Sie auch selbst die Privatsphäre Ihres Kindes respektieren – das gilt für das Tagebuch ebenso wie für die Nutzung sozialer Netzwerken. Es ist ein schmaler Grad zwischen Schutz des Kindes und Einhaltung des Rechts auf Selbstbestimmung. Spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät möchte Ihr Kind vielleicht nicht mehr, dass Sie ihm auf Snapchat folgen und Sie bekommen nicht mit, was es dort postet. Akzeptieren Sie dies, bleiben Sie aber mit ihm im Gespräch und weisen auf die Wichtigkeit hin, seine Privatsphäre auch im Netz zu schützen.

TikTok

Die Social-Media-Stars und Zwillinge Lisa und Lena wären heute nicht so berühmt, wenn sie nicht über die App musical.ly mit ihren Playback-Videos so viele Menschen erreicht hätten. Der Nachfolger TikTok (seit 2018) bietet neben kurzen Playback- oder Lipsynch-Videos noch mehr: kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst:

  • kostenloses Social-Media-Videoportal
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • Verfügbar für Smartphones und Tablets (Android und iOS)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne einer Challenge weitergeführt.

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Aus der einstigen Playback-App ist eine bunte Videoplattform geworden, auf der sich Jugendliche ausprobieren, miteinander messen, vergleichen und darstellen können – mit Challenges, Video-Memes und vielem mehr.

Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Problemen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen können. Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es ist ein hohes Risiko von Cybergrooming und Cybermobbing vorhanden.
  • Die Nutzer haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, sollte man diese auch immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

TikTok ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst. Es gibt allerdings nur wenige Sicherheitseinstellungen, obwohl die App laut Anbieter für Kinder ab 13 Jahren geeignet ist. TikTok verweist nach der Registrierung mittels eines roten Punktes auf die Einstellungen. Eine Erklärung dazu liefert der Dienst aber nicht. Immerhin gibt es Tipps für Eltern im “Safety Center” der Webseite. So lassen sich z. B. Userkonten melden und/oder blockieren.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln stark in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzer sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Richten Sie gemeinsam einen Account ein und probieren Sie gemeinsam die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.

Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Jugendliche im digitalen Stress

Das Smartphone brummt in der Tasche und wenn Sie draufschauen, warten 15 neue Nachrichten in der Familiengruppe und eine Sprachnachricht der besten Freundin auf eine Antwort. Das kann schon mal nerven oder sogar stressig sein – auch für Kinder und Jugendliche, wenn sie ein eigenes Smartphone haben. In einer neuen Studie wurde herausgefunden, dass sich viele 11- bis 17-Jährigen von der Nutzung digitaler Geräte gestresst fühlen. Aber wie kommt das?

Was steckt hinter digitalem Stress?

Die meisten Jugendlichen – aber auch viele Erwachsene – gehen davon aus, dass sie auf Nachrichten bei WhatsApp, Instagram und Co. innerhalb weniger Minuten eine Antwort bekommen oder reagieren müssen. Diese Erwartung auf beiden Seiten kann zu Stress führen, weil man denkt, immer erreichbar sein zu müssen.

Für Kinder und Jugendliche gehört es dazu, sich ständig mit seinen Freundinnen und Freunden via Messenger-Apps oder über soziale Netzwerke auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Damit ist aber auch ein sozialer Druck verbunden. Wenn man sich z. B. in Gruppenchats nicht beteiligt, fürchten vor allem jüngere Jugendliche, auch auf dem Schulhof ausgeschlossen zu werden. Deshalb fällt es ihnen schwer, sich der Nachrichtenflut zu entziehen.

Schon morgens nach dem Aufwachen geht bei vielen Jugendlichen als Erstes die Hand ganz automatisch zum Smartphone. Das passiert auch zu anderen Zeiten – oft ganz unbewusst oder aus Langeweile.

Gleichzeitig sind viele Jugendliche genervt, dass ihre Freundinnen und Freunde ständig auf das Handy schauen, wenn sie gemeinsam unterwegs sind. Andersherum können sie selbst nur schwer den Blick vom Handy lösen und checken das Smartphone ständig auf eingegangene Nachrichten. Wenn eine rote Zahl am App-Symbol auf dem Display erscheint, ist man aufgeregt und neugierig. Es ist ein kleines Glücksgefühl, das man so oft wie möglich haben möchte und auch deshalb ständig aufs Handy schaut.

Digitaler Stress hängt vor allem mit ständiger Erreichbarkeit, Ablenkung und Kontrolle zusammen. Ältere Jugendliche sind sich dem Problem aber oft schon bewusst und versuchen, eigene Lösungen dafür zu finden.

Strategien gegen digitalen Stress

Im Zeitalter von Smartphones, mobilem Internet und Messengern kann wohl fast jede oder jeder etwas mit dem Begriff digitaler Stress anfangen. Viele Kinder und Jugendliche stört es, dass auch ihre Eltern zu oft auf das Smartphone gucken. Wenn Sie sich selbst von Ihrem Smartphone gestresst fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber, dass Sie nachvollziehen können, wenn es das Smartphone nicht aus der Hand legen kann.

Finden Sie zusammen mit der ganzen Familie Strategien, um den Stress zu verringern. Stellen Sie gemeinsam Regeln auf, um die Zeit am Handy zu reduzieren. An diese Regeln, wie zum Beispiel ein Handyverbot beim gemeinsamen Essen, müssen sich dann natürlich auch die Erwachsenen halten!

Es kann außerdem nützlich sein, regelmäßig für eine begrenzte Zeit den Flugmodus einzuschalten, um sich ganz bewusst der Nachrichtenflut zu entziehen. Oder Sie verabreden eine “digitale Diät”, bei der alle Familienmitglieder einige Zeit komplett auf digitale Medien und Internet verzichten. Wenn Sie stattdessen als Familie etwas Schönes zusammen unternehmen, fällt der Verzicht vielleicht nicht ganz so schwer!

Flirten und Dating im Netz

Freundschaften im Leben Ihres Kindes sind wichtig und werden mit der Zeit immer enger. Irgendwann kommt das Verliebtsein dazu und erste Beziehungen werden geführt. Welche Rolle das Smartphone und bestimmte Apps für das Kennenlernen und den regelmäßigen Kontakt spielen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Apps werden zum Flirten und Kontakthalten genutzt?

Beim Thema Flirten denkt man zuerst an spezielle Dating-Apps. Um Kontakt mit Gleichaltrigen zu halten, nutzen viele Jugendliche aber vor allem die vertrauten Plattformen wie WhatsApp oder Instagram: Man kennt sich aus der Schule oder vom Sportverein. Außerhalb von Schule und Training werden Messenger oder Social-Media-Dienste genutzt, um sich näher kennenzulernen. Man kann z. B. ganz unauffällig verfolgen, was der neue Schwarm bei Instagram postet. Man fühlt sich der ersten Freundin näher, wenn sie abends vor dem Schlafen noch einen lieben Gruß per WhatsApp verschickt.

Dating-Apps oder Online-Singlebörsen werden für Jugendliche nach und nach interessant – etwa ab 14 Jahren. Es gibt allerdings nur wenige Kontaktportale, die sich an Jugendliche richten oder für sie geeignet sind, da sich hier vor allem Personen ab Ende 20 tummeln. Die meisten Communities erlauben die Teilnahme auch erst ab 18 Jahren. Nur wenige Flirtseiten – wie Jappy oder Kwick – bieten ihren Service schon für jüngere Jugendliche an.

Mit Apps wie Tinder, Lovoo usw. soll man Menschen in der Nähe oder mit ähnlichen Interessen kennenlernen. Da sie oft spielerisch aufgemacht sind, sind sie auch für Jugendliche spannend: Man bekommt ein Bild von einer anderen bei der App registrierten Person angezeigt und entscheidet durch einen Wisch nach links oder rechts, ob man sie attraktiv findet. Bei Tinder darf man sich erst anmelden, wenn man mindestens 18 Jahre alt ist. Lovoo ist schon für 16-Jährige erlaubt. Eine Kontrolle, ob man wirklich so alt ist, findet bei diesen Apps allerdings nicht statt.

Welche Risiken gibt es?

Gerade beim Flirten über das Internet ist Vorsicht geboten, weil man sein Gegenüber nicht sieht. Man weiß nicht, ob stimmt, was eine Person über sich schreibt und welche Interessen wirklich dahinterstecken. Jede und jeder kann sich bei einem Portal oder einer Social-Media-Plattform anmelden – ob volljährig oder nicht. Wenn man Kontakt mit Fremden aufnimmt, besteht die Gefahr des Cybergroomings, also das Anbahnen von sexuellen Beziehungen mit Minderjährigen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag.

Wenn Jugendliche anfangen, sich zu verlieben und erste Beziehungen führen (wollen), besteht auch die Gefahr von Sexting und Cybermobbing: Einige Jugendliche lassen sich schnell dazu überreden, freizügige Bilder von sich zu verschicken, ohne sich den Konsequenzen und Gefahren bewusst zu sein.

Worauf sollten Sie und Ihre Kinder achten?

Auch wenn man die Person kennt, mit der man über einen solchen Dienst chattet, sollte man darauf achten, was man schreibt und welche Fotos man von sich verschickt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Inhalte im Netz auch ungewollt schnell weiterverbreitet werden können.

Egal, welche App Ihr Kind für die Kommunikation nutzt, weisen Sie es auf die Privatsphäre-Einstellungen hin. Am besten gehen Sie diese gemeinsam durch und überlegen, welche Einstellungen sinnvoll sind. Wenn Ihr Kind z. B. Instagram nutzt, sollte es ein privates Profil erstellen, so dass Inhalte nur von Bekannten gesehen werden und Fremde keine Nachrichten schreiben können.

Nutzt Ihr Kind Snapchat? Hier gibt es die spannende Funktion, Fotos zu verschicken, die nach dem Lesen anscheinend automatisch gelöscht und nicht lokal auf dem Gerät des Empfängers oder der Empfängerin gespeichert werden. Aber Vorsicht, denn z. B. ein leichtsinnig verschicktes Bild mit unvorteilhaften oder sexuellen Inhalten könnte vom Gegenüber per Screenshot abfotografiert und später missbraucht werden. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Sexting. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dieses Thema, bevor es eine solche App verwendet.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Standort-Funktion von Kommunikations- und Dating-Apps ausgeschaltet ist. Diese ist besonders gefährlich, da fremde (oder unerwünschte) Personen einen aufspüren können.

Bevor sich Ihr Kind mit einer noch unbekannten Person trifft, kann man sich bei einem Telefonat kennenlernen. Um sicherzugehen, dass niemand Böses hinter einem Online-Flirtversuch steckt, sollte man sicherheitshalber mit unterdrückter Nummer anrufen.

Wenn es zu einem Treffen kommen soll, sollte immer eine erwachsene Person Bescheid wissen. Diese kann dann z. B. mit zu dem Treffen kommen und sich im Hintergrund aufhalten. Als Treffpunkt wählt man zur Sicherheit einen öffentlichen Ort, wo sich viele andere Personen aufhalten. Außerdem sollte das Treffen tagsüber stattfinden, wenn es draußen noch hell ist.

Sprechen Sie vor der Nutzung mit Ihren Kindern über die Gefahren und erfragen Sie regelmäßig, welche Portale und Apps Ihr Kind nutzt, was es dort macht oder mit wem es spricht. Generell gilt: Think before you post – Denk nach, bevor du postest! Denn was einmal im Netz ist, bleibt im Netz. Achten Sie als Eltern darauf, was Ihr Kind im Netz veröffentlicht.

Und wenn Ihr Kind nicht mit Ihnen über solche Dinge sprechen möchte, gefällt ihr oder ihm vielleicht die Seite handysektor.de, die viele Themen rund um digitale Medien jugendgerecht behandelt.

 

Hilfe, mein Kind schaut Pornos!

Viele Kinder und Jugendliche kommen im Netz schon früh in Kontakt mit pornografischen Inhalten, zufällig und ohne Absicht genauso wie aus Neugierde und Interesse. Für Eltern kann das erschreckend sein, wenn sie irgendwann mitbekommen, dass ihr Kind Pornos schaut. Warum das nichts Unnormales ist, welche pornografischen Inhalte problematisch sein können und wie Sie damit umgehen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Während Pornos früher vor allem in speziellen Geschäften oder Videotheken zu finden waren, kommt man heute dank Internet ganz leicht dran. Außerdem wird man nicht gesehen und es kostet nicht unbedingt etwas. Das gilt nicht nur für Erwachsene. Kinder und Jugendliche entwickeln spätestens in der Pubertät eine eigene Sexualität. Dafür suchen sie Orientierung und Vorbilder. Da Sex häufig immer noch ein Tabuthema ist, wird gern die Anonymität des Netzes gesucht. Hier können sie sich unbeobachtet schlau machen, bevor die Sexualität mit anderen ausgelebt wird. Doch es ploppen auch ganz unabsichtlich plötzlich aufreizende Nacktbilder von Männern und Frauen auf dem Handydisplay auf, wenn man eigentlich nur eine Serie gucken möchte oder für die Schule im Netz recherchiert. So können Kinder schon früh damit in Kontakt kommen, obwohl das eigentlich gar nicht passieren dürfte.

Schutz vor Pornografie

In Deutschland gibt es den Jugendmedienschutz mit seinem Auftrag, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor Inhalten im Internet zu schützen, die sie gefährden oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Zu diesen Inhalten gehört auch Pornografie. Dabei wird zwischen einfacher und harter Pornografie unterschieden. Von harter Pornografie wird gesprochen, wenn die gezeigten sexuellen Handlungen z. B. in Verbindung mit Gewalt stehen oder wenn es sich um Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen handelt. Diese sind grundsätzlich verboten! Einfache pornografische Inhalte, bei denen der Sex detailliert dargestellt wird, sind in Deutschland erlaubt, wenn der Zugang dazu klar beschränkt ist. Das bedeutet, dass eine Anmeldung zu diesen Seiten nur über ein geregeltes Verfahren möglich ist; z. B. über das Post-Ident-Verfahren, bei dem der Personalausweis bei einer offiziellen Stelle wie einem Postamt vorgelegt werden muss.

Unter 18-Jährige können also nicht so einfach auf Pornoseiten kommen, wenn diese aus Deutschland kommen. Anders sieht es bei Anbietern aus anderen Ländern aus, deren Seiten teilweise frei zugänglich sind. Hinzu kommt, dass sich auf beliebten Plattformen wie YouTube und Instagram auch Fotos und Videos finden, auf denen Menschen mit wenig Kleidung und in erotischen Posen dargestellt sind. Solche Inhalte sind keine Pornografie und deshalb für alle einsehbar. Sie können aber für manche – vor allem jüngere – Kinder trotzdem unangenehm oder sogar verstörend sein.

Warum Pornos problematisch sein können

Gerade für Jugendliche in der Pubertät sind Pornos reizvoll – auch weil sie verboten sind. Sie sind für solche Reize besonders anfällig und begeben sich auf die Suche nach pornografischen Inhalten oder klicken neugierig auf die Seiten, die ihnen zufällig begegnen. Besonders wenn das Thema Sexualität zu Hause ein Tabu ist und sie nicht mit ihren Eltern darüber sprechen möchten, greifen sie auf das zurück, was sie im Netz finden. Und das ist nicht unbedingt altersgerecht.

Die schnelle Verfügbarkeit solcher Inhalte kann besonders anziehend wirken, wenn man z. B. gerade Ablenkung sucht oder vor seinen Alltagsproblemen fliehen möchte. Aus einer Gewohnheit kann bei manchen Jugendlichen Abhängigkeit werden. Außerdem können sich beim regelmäßigen Anschauen von Pornos Vorstellungen von Sex entwickeln, die nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben. Sex und Pornografie werden mit Liebe und Beziehung gleichgesetzt. Einige Jugendliche bekommen Erwartungen, dass ihr eigenes Liebesleben genauso aussehen muss. Dazu gehört auch die Entwicklung des eigenes Körpers. Das kann Jugendliche stressen, wenn sie selbst sexuell aktiv werden wollen. Oder die Freundin oder der Freund wird unter Druck gesetzt, sich ebenso darzustellen, dabei zu filmen und das Video zu verschicken. Wodurch sie sich dem Risiko des Cybermobbings aussetzen. Mehr zum Thema Sexting erfahren Sie in unserem Beitrag dazu.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Sex gehört zu unserem Leben dazu. Tabuisieren Sie das Thema nicht und seien Sie immer offen und gesprächsbereit. Sorgen Sie für eine altersgerechte Aufklärung, wenn Ihr Kind Fragen rund um Liebe und Sexualität stellt.

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet und erklären Sie ihm, dass man auf Inhalte stoßen kann, die unangenehm sind. Sollten bestimmte Seiten unabsichtlich erscheinen, sollte Ihr Kind mit Ihnen darüber reden können. Vor allem jüngere Kinder dürfen mit solchen Erfahrungen nicht allein gelassen werden. Ihre Fantasie spielt verrückt und das Gesehene lässt sich nicht richtig einordnen, weil es nichts mit ihrem eigenen Erfahrungsspektrum zu tun hat.

Nutzen Sie Jugendschutzprogramme und Filtermöglichkeiten Ihres Browsers, Smartphones oder Tablets, so dass jugendgefährdende Inhalte erst gar nicht angezeigt werden. Solche technischen Einstellungen können aber immer nur unterstützen, da sie keinen hundertprozentigen Schutz vor solchen Inhalten bieten. Viel wichtiger ist, dass Ihr Kind weiß, dass es im Netz auch solche Inhalte gibt und es Wege kennt, damit umzugehen. Deshalb sollten Sie immer wieder mit ihm darüber sprechen.

Wenn Kinder älter werden und in die Pubertät kommen, brauchen sie aber auch ihren Freiraum und möchten nicht unbedingt mit den Eltern über die Veränderung ihres Körpers sprechen. Ältere Geschwister können gute Gesprächspartner sein. Außerdem gibt es jugendgerechte Aufklärungsseiten im Netz, wie z. B. Loveline.

Wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter Pornos schaut, sprechen Sie ihn oder sie darauf an, aber verurteilen Sie Ihr Kind nicht. Machen Sie ihm klar, dass Pornografie nicht realistisch ist, sondern sich jemand die “Geschichten” ausgedacht hat. Reine Verbote und Filtermaßnahmen werden vor allem bei Jugendlichen nicht helfen. Sie suchen sich ihre Wege, Pornos zu schauen. Verbote wirken eher noch reizvoller. Deshalb ist ein offener Umgang mit dem Thema Sex wirksamer.

Gehören Smartphones in die Schule?

Die Smartphone-Nutzung ist nicht nur in der Familie ein wichtiges Thema. Auch bei der Frage, ob das Handy in die Schule gehört oder nicht, wird heiß diskutiert. Einerseits geht es darum, ob Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones mitbringen und zu welchen Zeiten sie diese privat nutzen dürfen. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Geräte im Unterricht sinnvoll genutzt werden können und sollen. Dabei muss auch die rechtliche Lage betrachtet werden.

Worüber wird diskutiert?

Jeder Schüler über 12 Jahre hat heute ein eigenes Smartphone. Bei den Jüngeren ist es mindestens jedes zweite Schulkind. Das Handy ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Kommunikations- und Unterhaltungsmedium, mit dem sie auch für ihre Eltern jederzeit erreichbar sind. Auch Smartwatches, die in vielerlei Hinsicht die gleichen Funktionen erfüllen wie Smartphones, werden immer populärer. Doch mit den mobilen Geräten sind auch Risiken verbunden.

Es gibt berechtigte Sorgen, vor allem von solchen Eltern und Lehrkräften, die ein Handyverbot an Schulen befürworten: Wenn Handys genutzt werden können, wird in den Pausen gedaddelt, anstatt sich zu bewegen und miteinander zu quatschen, so die Befürchtung. Außerdem könnte Cybermobbing befördert werden, weil z. B. Fotos und Videos von Mitschülerinnen oder Mitschülern gemacht und diese direkt untereinander verschickt werden können. Und im Unterricht können die Schüler abgelenkt werden, wenn das Handy greifbar nah ist.

Die Möglichkeit, ihre Kinder immer erreichen zu können, spricht für Sie als Eltern vielleicht eher dafür, das Handy in der Schule zu erlauben. Aus Sicht der Lehrkräfte kann es aber schwierig sein, wenn Eltern ihre Kinder z. B. mitten im Unterricht anrufen.

Dabei lässt sich das Handy auch für Lehrer positiv in den Unterricht einbringen. Viele Schulen haben nicht genügend Geld für eine moderne technische Ausstattung. Da ist es doch eigentlich praktisch, dass jedes Kind einen eigenen “Taschencomputer” besitzt, mit dessen Bedienung es sich auch noch gut auskennt. Neben der schnellen Internetrecherche können Smartphones kreativ für die Präsentation eines Themas und andere sinnvolle Zwecke genutzt werden. Die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen und damit verbundene Chancen und Risiken können zum Thema gemacht und diskutiert werden. Smartphones bieten also viele kreative, didaktische und pädagogische Möglichkeiten, die in der Schule gefördert werden sollten.

Wie ist die Gesetzeslage?

Unabhängig von den Chancen und Risiken, die das Smartphone im Unterricht und an der Schule mit sich bringt, gibt es einen gesetzlichen Rahmen, der den Umgang mit Smartphones im Schulkontext regelt. Da Schulpolitik Ländersache ist, legt jedes Bundesland einzeln fest, wie der Umgang mit Handys in den eigenen Schulen laufen soll. Zusätzlich werden an den Schulen selbst oder bei einzelnen Schulträgern eigene Regeln getroffen, die mit dem Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes vereinbar sein müssen. Informieren Sie sich, welche Regeln in Ihrem Bundesland und an der Schule Ihres Kindes konkret gelten. Sprechen Sie die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer Ihres Kindes darauf an. Auf der Seite von Handysektor gibt es einen Überblick zu den Regelungen der einzelnen Bundesländer (Stand September 2016).

Wenn Smartphones in der Schule, dann nur so

Sollten Smartphones auch während des Schulalltags an der Schule Ihres Kindes erlaubt sein, ist es für Sie als Eltern wichtig, den Umgang mit personenbezogenen Daten zu hinterfragen. Dies stellt Schulen nämlich vor eine große Herausforderung. Wenn Ihr Kind im Rahmen des Unterrichts mit dem Smartphone ein Videoprojekt erstellt, stellen sich verschiedene Fragen: Wer ist auf den Bildern zu sehen? Ist es nur Ihr Kind oder sind auch andere Kinder zu sehen? Sind die Kinder damit einverstanden, dass sich diese Dateien auf dem Gerät Ihres Kindes befinden? Liegen die Einverständniserklärungen der anderen Eltern vor? Was passiert mit dem Video? und so weiter. Weitere Informationen dazu finden Sie z. B. in unserem Beitrag zu Smartphonesicherheit und auf klicksafe.de.

Ein anderes Problem, das eng mit der Nutzung von Smartphones an Schulen verbunden ist, ist der ständige Vergleich der Schüler untereinander. Nicht alle Smartphones sind gleich. Einige Kinder haben vielleicht ein teureres Modell oder bekommen regelmäßig ein neues, während andere das alte Gerät von Mama nutzen. Darin steckt viel Potential für Streitigkeiten untereinander, z. B. für den Missbrauch des Smartphones als Statussymbol. Darüber sollten Sie mit Ihrem Kind und auch mit anderen Eltern sprechen.

Eine einfache Antwort auf die Frage, ob Smartphones in der Schule sinnvoll sind oder nicht, kann es also nicht geben. Schulen, Lehrkräfte, Sie als Eltern, und Ihre Kinder stehen hier vor Herausforderungen, die Sie nur gemeinsam lösen können. Wenn Sie mehr dazu nachlesen möchten, empfehlen wir den Faktencheck zur Sendung “Hart aber fair” vom September 2018.

Online-Casinos – ein Risiko für Jugendliche?

Der Zutritt zu Casinos und die Teilnahme an Glücksspielen sind für Minderjährige in Deutschland nicht gestattet und quasi nicht möglich. Anders sieht es allerdings bei Online-Glücksspielen aus. Der leichte Zugang zum Internet für Kinder und Jugendliche ermöglicht auch den Zugriff auf Tausende von Online-Glücksspielen. Zudem werben beliebte Plattformen wie Twitch für solche Seiten.

Das Online-Glücksspiel ist in Deutschland nur lizenzierten Betrieben, z. B. Lottogesellschaften, gestattet. Online-Casinos erhalten in Deutschland dagegen keine Lizenz – und sind demnach illegal. Da es im Internet allerdings keine wirklichen Ländergrenzen gibt und sich die Anbieter auf das EU-Recht berufen, gibt es solche Angebote trotzdem. Jugendschützer sehen das sehr kritisch, da Jugendliche so dem Risiko der Spielsucht ausgesetzt werden – auch weil bei ihnen beliebte Internetangebote wie Twitch Teil des Systems sind.

Twitch – Die neue Werbeplattform für Online-Glücksspiel?

Auf Twitch übertragen sogenannte Streamer live, wie sie Computerspiele zocken. Einige von ihnen haben über eine Million Follower. Immer mehr Unternehmen nutzen die Spieleplattform, um Werbung zu schalten, da sie hier viele junge Menschen erreichen. Das haben auch die Betreiber von Online-Casinos erkannt. Sie arbeiten mit Streamern zusammen, die auf ihren Seiten Spiele spielen und dies auf Twitch live übertragen. Dabei gewinnen sie unverhältnismäßig oft und erwecken den Eindruck, dass es ganz leicht ist, viel Geld auf diesen Seiten zu gewinnen. Diese Werbung ist allerdings nicht gekennzeichnet – es handelt sich also um Schleichwerbung.

Zu den bekanntesten Streamern von Online-Glücksspielen zählt der YouTuber Montana Black. Er erhielt vom Casino Spielgeld, mit dem er hohe Summen echtes Geld und das Online-Casino neue Kunden gewann. Ein solcher Werbedeal ist für die vor allem minderjährigen Zuschauerinnen und Zuschauer nur schwer zu durchschauen.

Auch wenn das nicht ganz legal ist, kann Twitch das bisher ohne rechtliche Einschränkungen so praktizieren. Die Streaming-Plattform selbst hat ihre Richtlinien trotzdem angepasst:  Das Streaming von Online-Glücksspielen ist auf dreißig Minuten begrenzt und nur nach Mitternacht erlaubt. So möchte Twitch verhindern, zu einer reinen Werbeplattform für sogenannte Gambling Sites (Glücksspiel-Seiten) zu werden. Da Online-Glücksspiele aber eine Spielekomponente haben, will der Anbieter das Übertragen solcher Spiele nicht vollständig verbieten.

Worin besteht für Jugendliche das Risiko?

Das Spielen von Glücksspielen ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren generell verboten. Jugendliche sind oft risikobereiter als Erwachsene, können Folgen und Konsequenzen nicht richtig abschätzen. Sie sind besonders gefährdet, glücksspielsüchtig zu werden, auch weil es ihnen schwerfällt, ein Ende beim Spielen zu finden.

Die Live-Übertragung etlicher Online-Glücksspiele auf Twitch macht nicht nur auf die Möglichkeit, im Netz an Glücksspielen teilzunehmen, aufmerksam, sondern führt auch zu einer Verharmlosung des Risikos und einer verzerrten Darstellung der Realität. Twitch wird vor allem von Jugendlichen genutzt, die die Streamer als authentisch wahrnehmen. Auch die Form der dort betriebenen Werbung stellt ein Risiko dar. Ob gekennzeichnet oder nicht, ist sie für Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Unerfahrenheit schwer als solche zu erkennen.

Der Zugang zu Glücksspiel-Plattformen ist für Jugendliche einfacher als zu einer Spielhalle, da man sich bei vielen Online-Casinos mit falschen Angaben registrieren kann. Immerhin ist eine Aktivierung des Kontos in der Regel nur mit einer hinterlegten Kreditkarte und einem Bankkonto möglich. Problematisch wird es aber, wenn Jugendliche Zugriff auf eine Kreditkarte z. B. über ältere Freunde oder Geschwister haben.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verschiedenen Arten von Spieleseiten und woran man diese erkennt. Machen Sie deutlich, dass Online-Glücksspiele nicht für Kinder und Jugendliche geeignet und welche Gefahren damit verbunden sind. Sollten Sie selbst solche Seiten nutzen, tun Sie dies nicht im Beisein Ihres Kindes.Darüber hinaus ist es ratsam, Filter einzusetzen, damit Ihr Kind Seiten von Online-Glücksspielen nicht besuchen kann. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind keinen Zugriff auf Ihre Kreditkartendaten hat.

Wenn Ihr Kind Twitch nutzt, kennt es möglicherweise auch die Streams von Online-Glücksspielen. Bei Twitch gibt es keine Filter oder Altersbeschränkungen von Streams. Ihr Kind hat also Zugriff auf alle Inhalte. Hinterfragen Sie gemeinsam die Videos der bei ihm oder ihr beliebten Streamer auf Twitch. Wie realistisch ist das mehrmalige Gewinnen von hohen Geldsummen tatsächlich? Wer profitiert schließlich von den Streams?

Das Internetphänomen Pranks: Von witzig und harmlos bis übermütig und riskant

Jemandem einen Streich spielen, zum Beispiel an der Haustür klingeln und dann einfach weglaufen, das hat wahrscheinlich jeder als Kind gemacht und Spaß daran gehabt. Ähnlich wie das Phänomen Challenges, in dem es darum geht, sich dabei zu filmen, wie man eine Herausforderung meistert und den Clip ins Netz zu stellen, sind Pranks die moderne Variante des Kinderstreichs: Videos von Streichen, die anderen gespielt werden, kann man in großer Anzahl bei YouTube & Co. anschauen. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Text.

Was begeistert Jugendliche an Pranks?

Wenn Kinder älter werden und sie anfangen vorausschauend zu denken, das heißt, sich vorstellen können, was als nächstes geschieht, begeistern sie sich für Streiche und Filme, in denen Menschen Missgeschicke passieren.

Prank ist der englische Begriff für Streich. Viele YouTuberinnen und YouTuber filmen ihre Streiche, die sie Freundinnen oder Freunden, anderen Stars aus sozialen Netzwerken oder auch unbeteiligten Passanten spielen. Viele davon sind meist harmlos und witzig, wie zum Beispiel Telefonstreiche oder das Erschrecken der Freundin oder des Freundes im Schlaf.

Um eine hohe Aufmerksamkeit bei der Community zu erzielen und möglichst viele Klicks zu bekommen, werden Pranks aber teilweise immer gefährlicher und riskanter. Der YouTuber ApoRed ließ bei seinem „Bomben Prank“ eine Tasche in einer Sparkasse fallen und hat gerufen „30 Sekunden habt ihr alle Zeit, lauft lieber, wenn euch euer Leben etwas wert ist!“ Einige Passanten hatten große Angst und nachträglich noch Schlafstörungen. ApoRed wurde zu einer Bewährungsstrafe und zu 200 Sozialstunden verurteilt. Der Prozess sollte deutlich machen, dass YouTube auch vom Staat zur Kenntnis genommen wird und dort begangene Straftaten nicht geduldet werden.

Bei diesem Beispiel handelt es sich natürlich um einen extremen Einzelfall, der nicht die Regel darstellt. YouTube hat mittlerweile seine Nutzungsbedingungen verschärft, da immer mehr solcher Videos schwerwiegende Folgen hatten. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, bei YouTube einzustellen.

Worauf man achten sollte

Tatsächlich ist es so, dass sich Jugendliche eher Prank-Videos anschauen, als sie selbst zu drehen. YouTuber und YouTuberinnen animieren aber gerne dazu, die Inhalte nachzumachen, ob mit Kamera oder nicht, ob harmlos oder nicht. Jugendliche sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst. Andere können zu Schaden kommen oder finden es vielleicht gar nicht lustig, dass sie in einem Video vorgeführt werden. Wahrscheinlich wurden sie auch nicht gefragt, ob ein Video von ihnen im Netz veröffentlicht werden darf, so dass Persönlichkeitsrechte missachtet wurden.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Pranks nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele YouTube-Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges oder Pranks der YouTuberInnen und YouTuber Ihres Kindes.

Mehr zum Phänomen Challenges erfahren Sie hier.

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten YouTube-Genres bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges, Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich zum Beispiel dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Die Videos landen auf YouTube und manche bekommen mehr als eine Million Klicks. Die Fortnite Dance Challenge war im Sommer 2018 ein echter Internet-Hype und alle wurden aufgefordert, an der Herausforderung teilzunehmen.

Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, solche Pranks oder Challenges nachzuahmen. Erfahren Sie mehr zu Challenges in diesem Beitrag.

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice Bucket Challenge vor einigen Jahren, bei welcher etliche Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice Bucket Challenge diente dem guten Zweck, Challenges können aber auch völlig andere Funktionen und Hintergründe haben.

Man kennt sie aus den sozialen Netzwerken. Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann bei Facebook, Instagram oder YouTube hoch. In der Beschreibung des Posts werden in der Regel weitere Personen nominiert, an der Challenge teilzunehmen. Dadurch gibt es quasi eine Kettenreaktion, so dass man immer mehr Videos einer Challenge im Netz sieht.

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen.

Challenges gehören auch zum Repertoire vieler bekannter YouTuberinnen und YouTuber. Diese Videos dienen der Unterhaltung ihrer Community. In der 24h Instagram Challenge ließ der YouTuber Julien Bam einen ganzen Tag lang seine Follower via Instagram über seinen Tagesverlauf abstimmen. Sie konnten zum Beispiel darüber entscheiden, welche Schuhe er anziehen soll oder ob er sich ein neues Tattoo stechen lassen sollte. Der komplette Tag wurde gefilmt und anschließend auf YouTube hochgeladen.

Challenges haben sich als YouTube-Genre mittlerweile etabliert und bezeichnen eine Reihe von unterschiedlichen Herausforderungen: Ob Zungenbrecher-Challenge, Ekel-Smoothie- Challenge oder die Nicht-Lachen-Challenge, sie sind fester Bestandteil etlicher YouTube-Kanäle.

Wenn Challenges gefährlich werden

Aber nicht jede Challenge ist harmlos oder will auf relevante Themen aufmerksam machen. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges, vor allem wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden. Die Pro Ana Challenge, die schon seit vielen Jahren im Netz kursiert, fordert vor allem junge Mädchen Schritt für Schritt dazu auf, abzunehmen.

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind mögliche Motive, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Bei der Tide Pod Challenge filmten sich Jugendliche dabei, wie sie Waschmittelkapseln aßen. Nachdem Personen den Film Bird Box gesehen hatten, versuchten sie mit verbundenen Augen alltägliche Dinge zu meistern. Bei einem Versuch in den USA, diese Challenge zu meistern, kam es zu einem schweren Autounfall einer 17-Jährigen.

Man kann sich vorstellen, dass es manchmal lustig ist zu beobachten, wie jemand gegen eine Laterne läuft, aber einige bringen sich mit diesen Challenges ernsthaft in Gefahr.

YouTube hat deswegen seine Nutzungsbedingungen verschärft. Es ist nun verboten, solche Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, auf der Plattform einzustellen. Die Videos der Tide Pod Challenge wurden im Nachhinein bei YouTube gelöscht, Instagram sperrte außerdem den Hashtag #tidepods.

Challenges, ob harmlos oder nicht, stiften Jugendliche zum Nachahmen an. Diese sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Challenges nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele YouTube-Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges oder Pranks der YouTuberinnen und YouTuber Ihres Kindes.

Kinder-Influencer und Familienkanäle – versteckte Kinderarbeit im Netz?

Eine der bedeutendsten YouTuberinnen in Deutschland ist erst neun Jahre alt (Februar 2019) und heißt Miley. In ihren Videos geht es um Spielsachen, das alltägliche Familienleben und vieles mehr. Mehr als 600.000 Menschen haben den Kanal abonniert, auf dem jede Woche neue Videos veröffentlicht werden.

Außer Miley gibt es noch andere ähnlich erfolgreiche junge Influencerinnen, die sich auch auf Plattformen wie Instagram oder TikTok vermarkten. Ihre Kanäle heißen “Alles Ava”, “Die Spielzeugtester” oder “Ilias Welt”. Sie haben gemeinsam, dass die ganze Familie daran beteiligt ist. Wie bei anderen Influencerinnen und Influencern auch werden häufig Produkte vorgestellt und es wird damit Geld verdient. Mileys Eltern haben sogar ihre Arbeit aufgegeben, um sich den gemeinsamen YouTube-Kanälen widmen zu können. Denn damit ist eine Menge Arbeit verbunden.

Wie man an den Klickzahlen und den Kommentaren unter den Videos sieht, gibt es viele Menschen, die sich gern die Videos der sogenannten Mini-Influencerinnen und Mini-Influencer anschauen. Da es um Spielzeug und das Leben in der Familie geht, fühlen sich besonders Kinder und ihre Eltern angesprochen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen die Kommentarfunktion, um mit den YouTubern in Kontakt zu treten.

Nur ein Hobby oder schon Arbeit?

Was erstmal harmlos klingt, ist insbesondere dann kritisch zu bewerten, wenn es um den Schutz der beteiligten Kinder und ihre Rechte geht.

In diesen Familienkanälen werden häufig Produkte ausprobiert oder die Kinder dabei gefilmt, wie sie das neueste Spielzeug auspacken. Die Tragweite von dem, was sie in den Videos machen, kann von ihnen noch gar nicht eingeschätzt werden. Die Kinder werden zu Werbeträgern. Meistens sind es die Eltern, die mit den Videos angefangen haben und ihre Kinder einbeziehen. Aus pädagogischer Sicht ist davon auszugehen, dass Kinder daran oft sogar Gefallen finden, weil sie dadurch viel Aufmerksamkeit bekommen und ihre Eltern stolz auf sie sind.

Die jungen YouTuberinnen verbringen ihre Freizeit zu großen Teilen damit, neue Videos zu drehen, um weiterhin angesagt zu bleiben und Geld zu verdienen. Da teilweise die ganze Familie davon lebt, stehen sie deshalb auch unter dem emotionalen Druck, dass das so bleibt. Wahrscheinlich bleibt solchen Kindern wenig Zeit für Gleichaltrige. Dazu kommt, dass alles, was in der Familie passiert, öffentlich wird. Das wird dann bedenklich, wenn die Kinder kaum die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen und Privatheit zu erleben.

Kinder haben aber ein Recht auf Privatsphäre und Freizeit. Da sie sehr jung sind, können sie noch nicht einschätzen, was da mit ihnen passiert. Ab einem sehr frühen Alter wird ihr Leben öffentlich gemacht, was ihnen möglicherweise nicht mehr gefällt, wenn sie älter werden. Deshalb sind auch die Persönlichkeitsrechte, die jedes Kind hat, von Verletzungen betroffen.

Besonders problematisch ist das Phänomen der Kinder-Influencer, wenn die Kanäle die Schwelle zur Kinderarbeit überschreiten.

Man spricht von Kinderarbeit, wenn Kinder für die jeweilige Arbeit zu jung sind, oder wenn die Arbeit gefährlich oder ausbeuterisch ist. Arbeit darf Kinder außerdem nicht davon abhalten, zur Schule zu gehen, oder sie in ihrer Entwicklung schädigen. Mehr zum Thema Kinderarbeit erfahren Sie bei UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Die Grenzen für Kinderarbeit gelten auch im Internet, auch wenn ihre Umsetzung in der Praxis eine neue Herausforderung für die Behörden ist. Einige Kanäle arbeiten mittlerweile z. B. mit Jugendämtern zusammen und müssen genaue Vorgaben einhalten.

Worauf sollten Sie achten?

Wenn Sie sich als Familie gern solche Videos anschauen, sollte Ihnen bewusst sein, dass dahinter meistens Werbeinteressen stecken. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber und lassen Sie vor allem Ihre jüngeren Kinder diese Videos nicht alleine anschauen.

Wenn Ihre Kinder den Wunsch haben, selbst solche Videos zu drehen, sollten Sie ihnen vermitteln, dass dahinter viel Arbeit steckt.

Natürlich haben Kinder das Recht, sich mitzuteilen und gehört zu werden. Sie dürfen ihr Recht auf Mitbestimmung auch kreativ auf Online-Plattformen umsetzen. Selbst Medien zu gestalten, ermöglicht es Kindern, die eigenen Interessen, Themen und Sichtweisen einzubringen und so aktiv an der Medienwelt teilzuhaben. Wenn Ihr Kind YouTube gerne aktiv nutzen möchte, finden Sie in folgendem Artikel ein paar Hinweise, die Ihnen dabei behilflich sein können: Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

Als Eltern sollten Sie beides im Blick haben. Machen Sie ein Familienprojekt daraus, indem sie gemeinsam an einem Wochenende ein Video drehen – so lassen sich solche Aktivitäten mit einem kindgerechten Leben vereinbaren. In unserer Reihe Medien selber machen haben wir jede Menge Anregungen dafür und erklären, wie man dabei sogar etwas lernen kann.

eSport-Events: Nischen-Wettbewerbe oder schon Großveranstaltungen?

Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch immer mehr Gamer sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten eSport-Events.

Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. eSport (“elektronischer Sport”) meint Computer-oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Wenn Sie mehr über den “digitalen Sport” erfahren möchten, können Sie das hier im Elternguide nachlesen.

Öffentliche eSport-Wettbewerbe haben bereits die Profiliga erreicht. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale fand im World-Cup-Stadion in Seoul (Südkorea) statt. Im selben Stadion spielte auch die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale bei der Fußball-WM 2002 gegen Südkorea.

Jugendschutz bei E-Sport-Events

Kinder und Jugendliche sind beim Online-Spielen zu Hause verschiedenen Gefahren ausgesetzt, die nur schwer zu kontrollieren sind – wie der Kontaktaufnahme durch Fremde, den Zugang zu nicht altersgemäßen Spielen u. ä. Auf größeren eSport-Veranstaltungen wird der Jugendschutz in der Regel ernst genommen. Aber es gibt keine verbindlichen Regeln, wie das Jugendschutzgesetz bei eSport-Events mit USK-Altersbeschränkungen genau greift. Die Entscheidung liegt jeweils bei der Genehmigungsbehörde vor Ort, soweit eine Genehmigung erforderlich ist. Um mögliche Probleme von vornherein zu umgehen, schließen viele Veranstalter Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zumeist von Wettbewerben aus. Möchten Jugendliche Veranstaltungen besuchen, die jünger sind als die Altersfreigabe der dort gespielten Games erlaubt, müssen sie von einer erziehungsberechtigten Person begleitet werden. Andere Veranstalter, wie z. B. die ESL (Electronic Sports League – einem europäischen Dachverband für den organisierten Spielbetrieb und Veranstalter verschiedener Turniere und Ligen) schließen sich mit der USK zusammen, so dass auch jüngere Teilnehmende zugelassen sind. Bei diesen Events finden jeweils strikte Alterskontrollen statt.

Was tun, wenn das eigene Kind zum E-Sport-Event möchte?

Ihr Kind möchte auch gerne ein eSport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Dann machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort schlau und recherchieren Sie die Spiele, die dort gespielt werden inklusive ihrer Altersklassifizierungen. Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und fragen Sie nach, welche Spiele gespielt und welche Personen anwesend sind. Wie auch bei anderen Veranstaltungen sollten Sie zudem abschätzen, ob Ihr Kind schon verantwortungsvoll genug ist, ohne erwachsene Begleitperson mit Freunden eine solche Veranstaltung zu besuchen. Begleiten Sie Ihr Kind am besten zum Event oder sprechen Sie sich mit anderen Elternteilen des Freundeskreises Ihres Kindes ab, sodass eine erwachsene Vertrauensperson vor Ort ist, wenn z. B. beängstigende Inhalte in Spielen gezeigt werden.

Groß und Klein sollten sicher sein im Netz

Egal ob groß oder klein, jung oder alt – jeder sollte sich sicher im Netz bewegen können. Auch wenn es Gesetze wie z. B. die Datenschutzgrundverordnung gibt, muss man auch selbst auf die Sicherheit seiner persönlichen Daten und von sich selbst achten.

Um mit einem besseren Gefühl im Netz unterwegs zu sein, haben wir eine Menge Tipps für Sie zusammengestellt:

Wie viel Medienzeit ist gut für mich und wie kann ich besser darauf achten? Die Frage beantwortet dieser Artikel.

Welche Gefahren es in der Medienwelt gibt, können Sie hier nachlesen.

Geklaute Daten aus dem Netz sind gerade wieder ein großes Thema. Wie Sie Ihre und die Daten Ihres Kindes im Netz besser schützen können, erläutert dieser Beitrag.

Es gibt Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche bei der Mediennutzung schützen möchten. Dazu zählt z. B. die Altersfreigabe von Filmen und Computerspielen. Alles Wichtige dazu können Sie hier nachlesen.

Die ersten Erfahrungen im Netz sind für Kinder sicherer, wenn man Jugendschutzprogramme nutzt. Schauen Sie sich hier an, wie das funktioniert.

Das eigene Smartphone oder das Ihres Kinder können Sie durch bestimmte Einstellungen ebenfalls sicherer machen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Gute Internetseiten für Kinder erkennen, ist gar nicht so schwer. Lesen Sie dazu unsere Tipps. Kindgerecht im Netz recherchieren kann man über fragFINN.

Wenn Kinder ihr erstes Smartphone bekommen, schicken sie sich viele Nachrichten. Darunter können lustige aber auch angsteinflößende Kettenbriefe sein.

Nicht jeder meint es gut, der im Internet unterwegs ist. Es gibt z. B. Leute, die extreme Meinungen vertreten und gerade Kinder und Jugendliche beeinflussen möchten. In diesem Beitrag geht es um Extremismus im Netz und hier um Falschmeldungen.

Andere möchten Menschen fertig machen, durch Hate Speech oder durch Cybermobbing.

Oder sie versuchen, Kontakt zu Kindern aufzunehmen, beim sogenannten Cybergrooming.

Bei Jugendlichen untereinander kann auch Sexting zum Problem werden. Worauf man dabei achten sollte, erfahren Sie hier. Unerwartet auf Gewalt oder pornografische Inhalte zu stoßen, kann für Kinder sehr unangenehm sein. In unserem Beitrag dazu erfahren Sie mehr.

Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist, kann es sich auch selbst über Sicherheit im Netz informieren, auf der Seite Jugend Support.

Falls Sie mehr Unterstützung brauchen, können Sie sich an verschiedene Einrichtungen des Jugendmedienschutzes wenden.

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