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TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was kann problematisch sein an TikTok?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

Herausforderungen der digitalen Kommunikation

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges, Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich zum Beispiel dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, welcher bekannten Person man ähnlich sieht.

Zuerst gab es Challenges vor allem auf YouTube und Facebook. Mittlerweile gibt es sie auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok.

Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice Bucket Challenge, bei der etliche Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice Bucket Challenge diente dem guten Zweck, Challenges können aber auch völlig andere Funktionen und Hintergründe haben.

Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den sozialen Netzwerken hoch. Von TikTok sind sie nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. So gehen Videos, in denen Menschen eine gewisse Aufgabe erfüllen oder einem bestimmten Trend folgen binnen Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt mitgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die solche Hashtag-Challenge anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen. 

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein, durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutz-Verein Wings of the ocean.

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen.

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil der TikTok-Community und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower ebenfalls mitzumachen.

Wenn Challenges gefährlich werden

Aber nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges, vor allem wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden. Die Pro Ana Challenge, die schon seit vielen Jahren im Netz kursiert, fordert vor allem junge Mädchen Schritt für Schritt dazu auf, abzunehmen.

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Bei der Tide Pod Challenge filmten sich Jugendliche dabei, wie sie Waschmittelkapseln aßen. Die Skullbreaker Challenge auf TikTok veranlasste junge Menschen dazu, sich absichtlich auf Kopf und Rücken fallen zu lassen, was wiederholt zu schweren Verletzungen führte.

TikTok reagierte auf die vermehrten Unglücke durch die Skullbreaker Challenge und löschte die Videos. Eine Maßnahme, solche Challenges zu vermeiden, gibt es allerdings nicht. YouTube hat seine Nutzungsbedingungen verschärft. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, auf der Plattform einzustellen. 

Man kann sich vorstellen, dass es manchmal lustig ist zu beobachten, wie jemand gegen eine Laterne läuft, aber einige bringen sich mit diesen Challenges ernsthaft in Gefahr. Challenges, ob harmlos oder nicht, stiften Jugendliche zum Nachahmen an. Diese sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Challenges nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen.

Cybergrooming – wenn Fremde übers Netz Kontakt zu Kindern suchen

Ganz klar, Sie kennen die Freunde Ihres Kindes aus der Schule oder dem Sportverein. Doch wie sieht es mit Bekannten aus, mit denen Ihr Kind nur über das Internet Kontakt hat? Überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben.

Was ist Cybergrooming?

Portale wie Instagram oder TikTok, auf denen sich Kinder und Jugendliche gern tummeln, ziehen auch Nutzer mit pädokriminellen Neigungen an. Das ist kriminelles Verhalten, das sich gegen Kinder richtet und macht vielen Eltern große Sorgen. Erwachsene bzw. Täter sprechen Kinder möglicherweise mit dem Ziel an, sie sexuell zu belästigen oder sogar zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache im Netz nennt man Cybergrooming.

Die Täter gehen dabei unterschiedlich vor: Sie fragen ganz konkret nach sexuellen Erfahrungen des Kindes oder Jugendlichen oder sie beschreiben öffentlich ihre sexuellen Vorlieben. Manche erschleichen sich Schritt für Schritt das Vertrauen des Kindes, indem sie sich als Gleichaltrige ausgeben oder in die Rolle eines Talentsuchers schlüpfen. Anschließend kann sich der Austausch von Nachrichten in private Räume verlagern, z. B. über Einzelnachrichten bei WhatsApp. Das ist besonders problematisch, weil andere diesen Privatchat nicht sehen können. Dort versuchen die Täter Vertrauen aufzubauen, das später ausgenutzt wird, beispielsweise indem sie nach Nacktbildern des Kindes fragen. Damit lässt sich das Kind später erpressen. Es wird damit gedroht, die Bilder zu veröffentlichen, wenn nicht noch mehr Fotos geschickt werden. Oder die Person versucht sogar, sich mit dem Kind oder Jugendlichen persönlich zu verabreden.

Wie schütze ich mein Kind vor Cybergrooming?

  • Machen Sie die ersten Schritte in Sozialen Netzwerken gemeinsam mit Ihrem Kind. Ihr Kind lernt auf diese Weise die verschiedenen Funktionen und Verhaltensregeln kennen.
  • Damit Ihr Kind früh über die Gefahren Bescheid weiß und sie rechtzeitig erkennen kann, sprechen Sie ganz offen und sachlich darüber. Wenn Ihr Kind weiß, dass es mit Ihnen über solche Themen sprechen kann, wendet es sich wahrscheinlich auch an Sie, wenn auf Probleme im Netz stößt.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar: Das Internet ist ein öffentlicher Raum, in dem man aber nicht immer erkennen kann, wen man vor sich hat. Deshalb ist ein gesundes Misstrauen unbedingt notwendig. Kontaktanfragen von Fremden sollten nicht bestätigt werden. Unbekannte Nutzer können außerdem blockiert oder gemeldet werden.
  • Private Informationen wie der volle Name, Geburtsdatum, Adresse oder gar private Bilder sollte Ihr Kind nie öffentlich stellen oder unbekannten Personen anvertrauen. Was einmal im Internet steht oder versendet wurde, kann nie oder nur sehr schwer gelöscht werden!
  • Gehen Sie gemeinsam und regelmäßig mit Ihrem Kind die Privatsphäre-Einstellungen der genutzten Plattformen und Apps durch und sprechen Sie darüber.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es seinem Bauchgefühl vertrauen kann. Kommen Ihrem Kind Chat-Inhalte oder Aufforderungen komisch oder beängstigend vor, sollte es den Kontakt abbrechen und sich an Sie oder einen anderen Erwachsenen wenden.
  • Wenn Jugendliche auf Flirt-und Dating-Apps aktiv sind, gilt besondere Vorsicht vor sexueller Belästigung, da es nicht überall eine Moderation des Anbieters und ausreichende Sicherheitseinstellungen gibt. Besonders wichtig ist, die Ortungsfunktion zu deaktivieren, damit Ihr Kind nicht getrackt werden kann.
  • Kinder und Jugendliche sind besonders neugierig. Deshalb vergessen sie schon mal alle Warnungen und können in eine Falle tappen. Machen Sie Ihrem Kind unbedingt klar, dass auch in solchen Fällen die Schuld ausschließlich beim Täter liegt.
  • Sollte Ihr Kind sexuell belästigt werden, seien Sie für Ihr Kind da und machen Sie ihm keine Vorwürfe. Melden Sie den Täter oder die Täterin auf der jeweiligen Plattform, sichern Sie Beweise z. B. durch Screenshots und erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei!

Hilfe, Beratung und Informationen finden Sie auch hier:

Für Kinder und Jugendliche bei…

Für Eltern bei…

Betrug im Netz

“Sie haben gewonnen!” – Bestimmt haben Sie diesen Satz schon in einer E-Mail oder anderswo im Netz gelesen. Meistens verbirgt sich hinter einer solchen Nachricht kein Gewinn sondern ein Betrüger, der an Ihre persönlichen Daten oder Geld kommen will. 

Betrug ist im Netz mindestens genauso verbreitet wie anderswo. Oft haben es Betrüger auf Erwachsene abgesehen, aber auch Kinder und Jugendliche können zur Zielscheibe werden. Unsere Beispiele und Tipps sollen Ihnen helfen, Ihr Kind vor Betrügern zu schützen.

Fake-Gewinnspiele 

Mit gefälschten Gewinnspielen, z. B. bei Facebook, versuchen Betrüger an sensible Daten zu gelangen, die sie dann verkaufen. Datenhändler kaufen Daten, um beispielsweise Spam-Mails oder gezielte Werbung zu verschicken.

Fake-Gewinnspiele werden oft von einem anscheinend seriösen Unternehmen verbreitet. Der Fake-Account wirkt dabei sehr echt. Bei vermeintlichen Gewinnspielen von Ikea oder McDonalds kann man angeblich wertvolle Preise gewinnen. Manchmal geht es den Betrügern darum, persönliche Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Bankverbindungen abzugreifen. In vielen Fällen wird auch der Gewinn eines Preises angekündigt, der gar nicht existiert. Dafür muss man sich auf einer Webseite registrieren und Daten eingeben, um den Preis zu erhalten. Vor der Teilnahme an einem Gewinnspiel ist es deshalb sinnvoll, z. B. über eine Suchmaschine zu recherchieren, wer dahinter steckt und ob das Gewinnspiel echt sein kann. Eine Liste mit Fake-Gewinnspielen gibt es bei mimikama. Mehr zu Gewinnspielen bei YouTube & Co. können Sie in unserem Beitrag nachlesen.

Phishing-Mails

Auch hinter E-Mails, in denen ein Gewinn versprochen wird, können Betrüger stecken. Man nennt das “Phishing”. Oft ist es gar nicht schwer, solche Betrügereien zu entlarven. Es genügt in der Regel, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist es ein offizieller Anbieter mit einem Impressum? Handelt es sich um einen verifizierten Account (bei Facebook durch einen blauen Haken zu erkennen)? In jedem Fall ist es ratsam, auf verdächtige E-Mails gar nicht erst einzugehen oder etwas zu zahlen. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach, ob auch andere eine solche Mail bekommen haben oder was sie davon halten und recherchieren Sie selbst im Internet.

Betrügerische Online-Shops

Gefälschte Online-Shops lassen sich auf den ersten Blick kaum von echten unterscheiden. Allerdings gibt es hier meistens besonders günstige Preise. Häufig existieren die Produkte gar nicht, die angeboten werden. Bestellt man etwas, wird entweder billige Ware verschickt oder aber gar nichts. Es werden Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht oder man hört einfach nie wieder etwas von dem Anbieter, ist aber sein Geld los.

Um Fake-Shops zu enttarnen, hilft es, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist die Internetadresse verdächtig? Muss man per Überweisung bezahlen, bevor man die Ware erhält oder gibt es mehr Zahlungsmöglichkeiten, z. B. auf Rechnung nach Warenlieferung? Wenn Ihnen oder Ihrem Kind etwas komisch vorkommt, seien Sie lieber vorsichtig und verzichten auf den Kauf über diesen Shop.

Abo-Fallen

Im Internet gibt es viele kostenlose Angebote: Beispielsweise werden Gutscheine, Vorlagen oder Apps frei zur Verfügung gestellt. Doch in manchen Fällen versuchen auch hier Betrüger ihr Glück. Bei anscheinend kostenlosen Leistungen wird man um die Angabe von persönlichen Daten gebeten und soll die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) akzeptieren. Im Kleingedruckten können Kostenfallen stecken. Setzt man hier vorschnell ein Häkchen, kann es es passieren, dass unbewusst ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird.

Um nicht in Abo-Fallen zu tappen, ist es sinnvoll, sich vorher zu fragen, warum bei einer kostenlosen Leistung Daten abgefragt werden. Ist es bereits zu spät, können bei der  Verbraucherzentrale Vordrucke für Rücktritt von Online-Käufen heruntergeladen werden. Browsererweiterungen, die Sie z. B. bei  Web of Trust herunterladen können, erkennen betrügerische Seiten und warnen Sie.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren des Online-Betrugs aufmerksam. Sprechen Sie darüber, dass im Netz, gerade wenn persönliche Daten eingegeben werden sollen, womöglich jemand diese Daten mit schlechten Absichten nutzen möchte. Weitere Informationen, wie Sie die Daten Ihres Kindes schützen können, finden Sie hier. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind Sie fragen muss, wenn es etwas im Internet herunterladen, kaufen oder bei einem Gewinnspiel mitmachen möchte. Ihr Kind sollte immer zu Ihnen kommen können, wenn es in eine Betrugsfalle getappt ist. Machen Sie ihm klar, dass es sich in einem solchen Fall nicht schämen muss und Sie eine Lösung finden. Zusätzlich können Sie sich beispielsweise bei der Verbraucherzentrale informieren und beraten lassen. Wenden Sie sich in schweren Betrugsfällen an die Polizei. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

Spieleseiten im Netz – Zwischen Spaß, Spiel und Werbung

Digitale Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird auch gern über das Internet gespielt. Es gibt verschiedene Spieleseiten im Netz, auf denen Kinder teils kostenlos, teils gegen Bezahlung spielen können. Beim Spiel allein oder im Team werden verschiedene Fähigkeiten gefördert, aber vor allem sogenannte Multiplayer-Spiele bergen auch Gefahren, wie z. B. Mobbing.

Kostenlose Seiten mit viel Werbung und fragwürdigem Datenschutz

Viele bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebte Spieleportale, wie z. B. spielaffe.de, finanzieren sich über Werbung. Nur so können sie die Spiele kostenlos anbieten. Dafür werden Kinder mit vielen Werbeanzeigen und Links zu externen Partnern konfrontiert. Nicht jedes Kind kann Werbung von den eigentlichen Inhalten der Website unterscheiden und gelangt so vielleicht unbeabsichtigt auf andere Seiten. 

Spielaffe ist nicht konkret für Kinder gemacht. Nicht alle Spiele sind für jedes Kindesalter geeignet, aber trotzdem erreichbar. Ein Problem dabei ist, dass Spiele, die online angeboten werden, bisher nicht mit einer Alterskennzeichnung versehen werden müssen.

Vor allem jüngere Kinder dürften mit dem großen Angebot und den vielen bunten Bildern und Schaltflächen auf spielaffe.de überfordert sein. Der Chat mit anderen Nutzern ist erst nach vorheriger Registrierung möglich – spielen kann man aber auch ohne Anmeldung. Der Bereich mit Informationen für Eltern und Kinder zum sicheren Umgang mit der Seite ist schwer zu finden – ganz unten links.

Auch wenn Spielaffe nicht direkt Daten erhebt, werden über die eingebundenen externen Seiten, wie z. B. Facebook, Daten erhoben und weitergegeben. Ähnlich sieht es bei spielzwerg.de und spielkarussell.de aus. Bei der Registrierung wird nicht abgefragt, ob die Eltern damit einverstanden sind, dass ihre noch nicht volljährigen Kinder hier spielen.

Viele der auf solchen Portalen angebotenen Spiele arbeiten auch mit überholten Geschlechterklischees. Es gibt häufig eine Kategorie „Mädchenspiele“, in denen man Spiele zu Haushalt oder Beauty findet. Keine der drei Websites wird bei einer Suche mit der Kindersuchmaschine fragFINN direkt angezeigt. Über fragFINN lassen sich sonst für Kinder unbedenkliche Websites finden.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Trotz aller Risiken nutzen Kinder und Jugendliche diese Seiten gerne – sicherlich auch wegen der großen Auswahl an Spielen. Versuchen Sie die Faszination Ihres Kindes an diesen Seiten zu verstehen und zeigen Sie Interesse, ohne die Gefahren zu ignorieren.  Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und vereinbaren Sie Regeln für die Nutzung solcher Seiten. Installieren Sie Werbeblocker und informieren Sie sich über die Angebote und das Urteil von Pädagoginnen und Pädagogen. Online-Angebote wie die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien  oder die Seitenstark-Community bieten hier Hilfe. Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie u. a. über fragFINN und die Blinde Kuh.

Konflikte im Netz

Unter YouTube-Videos oder in sozialen Netzwerken findet man oft Kommentare von Leuten, die sich aufregen, beleidigen oder einfach nur rumpöbeln. Viele Nutzer haben schon Kontakt mit Mobbing gehabt – bei sich oder bei anderen. Nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden von anderen Internetnutzern fertiggemacht. Gehört das einfach zum Leben dazu?

Hinter Konflikten stecken immer Menschen – auch online

Das Internet kann nichts dafür, dass Menschen aneinander geraten oder sich schaden wollen. Im Netz ist es aber für einige Menschen besonders verlockend, zu betrügen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Es fällt ihnen leichter, Konflikte anzuzetteln, wenn sie nicht direkt merken, dass die andere Person leidet. Dabei sind Gemeinheiten nicht weniger schlimm, nur weil sie online stattfinden.

Das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum und niemand sollte Angst haben müssen, ins Netz zu gehen. Es gelten die gleichen Regeln und Gesetze wie sonst auch, und es ist wichtig, dass alle diese kennen und einhalten.

Konflikte gibt es überall

Zwischen Menschen kommt es immer mal zu Konflikten, auch Kinder und Jugendliche streiten sich. Das ist ganz normal und so lernen sie, mit Konflikten umzugehen – offline wie online. Allerdings ist es für sie oft schwieriger einzuschätzen, wie weit man gehen kann und ab wann Grenzen überschritten sind. Besonders bei Hassnachrichten und Mobbing sind Kinder und Jugendliche manchmal sehr gemein, ohne dass sie es selbst merken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr ist es online unterwegs und kann dort auch mit Erwachsenen in Konflikte geraten. Im Teeniealter nutzen Kinder mehr und mehr Plattformen oder Apps, auf denen sie auf Nachrichten, Kommentare und Inhalte stoßen können, die Hass, Hetze und Unwahrheiten verbreiten. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei nicht allein lassen und rechtzeitig darauf vorbereiten, wie es damit umgehen kann.

Der Umgang mit Konflikten

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, dass Sie ansprechbar sind und bei Problemen und Konflikten unterstützen. Kinder und Jugendliche lernen erst nach und nach, Risiken und Gefahren gut einzuschätzen und mit Konflikten umzugehen. Dabei können verschiedene Strategien hilfreich sein:

  • Gewaltfrei kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man selbst stets höflich bleiben und den Konflikt damit nicht weiter anheizen.
  • Lieber face-to-face. Online kommt es schnell zu Missverständnissen. Außerdem ist die Hemmschwelle zu Gemeinheiten niedriger. Besser ist, man klärt einen Konflikt in einem direkten Gespräch.
  • Problem benennen.     Es ist wichtig, dass man ein Problem auch als solches bezeichnet, wenn man Beleidigungen, Bedrohungen oder Hass entdeckt.
  • Grenzen setzen. Man muss dem Gegenüber deutlich machen, wann eine Grenze erreicht ist. Manchmal hilft das schon, einen Konflikt einzudämmen.
  • Hilfe holen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Man kann sich Freunde, Familie, Lehrkräfte oder auch andere Leute im Netz suchen, die einen unterstützen.
  • Unterstützen. Manchmal bekommt man einen Konflikt mit, ist aber selbst nicht beteiligt. Dann ist es wichtig, Hilfe anzubieten und die betroffene Person zu unterstützen.
  • Widersprechen. Wenn man sich traut, kann man auch diskutieren und widersprechen. Hier bietet sich an, erstmal nur klare Grenzen zu setzen und Probleme zu benennen.
  • Melden. Alle Plattformen im Netz bieten an, dass Inhalte gemeldet werden. Wenn man also Beleidigungen, Hassinhalte, Fake News oder ähnliches sieht, kümmern sich meistens auch die Plattformen darum, wenn man ihnen Bescheid gibt.

Mehr zum Thema “Konflikte im Netz” gibt es bei folgenden Anlaufstellen:
– Umgang mit Hass in Social Media bei der Amadeu-Antonio-Stiftung.
– Mobbing bei Juuuport.
– Umgang mit Betrug und Falschinformationen bei Mimikama.

Regeln für die Mediennutzung in der Familie

„Nur noch eine Runde!“ oder „Leon darf viel länger fernsehen!“ Das kennen fast alle Eltern. Welche Medien sind für mein Kind okay? Wie viel Medienzeit ist nicht schädlich? Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll? Für solche Fragen können feste Regeln eine große Hilfe für Eltern und Kinder sein. Aber sie führen auch immer wieder zu Konflikten in Familien. Wir haben einige Tipps und Hintergründe für Sie zusammengetragen.

Regeln müssen sinnvoll sein

Regeln sind nicht einfach dafür da, dass Erwachsene etwas bestimmen, sondern sie bringen Struktur in das Familienleben. Mit Mediennutzungsregeln lässt sich die Medienkompetenz von Kindern fördern. Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung, Spaß und Nutzen in Verbindung mit Medien, aber auch Risiken und Gefahren im Blick zu haben. Beides können Sie eine ganze Zeit lang besser einschätzen als Ihr Kind. Wichtig ist, dass Ihr Kind die Regeln versteht. Deshalb sollten Sie für sich selbst und auch gegenüber Ihrem Kind begründen können, warum bestimmte Regeln gelten und warum es wichtig ist, diese einzuhalten. Wenn Regeln nicht klar formuliert sind oder unterschiedlich ausgelegt werden, wird es Ihrem Kind schwerfallen, sie einzuhalten. Dazu gehört aber, dass bestimmte Regeln für Sie als Eltern genauso gelten und Sie Ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Regeln können unterschiedlich aussehen

Welche Regeln sinnvoll sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie Sie und Ihr Kind grundsätzlich mit Medien umgehen. Das ist nicht in jeder Familie gleich.

Je jünger Ihr Kind ist, desto mehr sollten Sie seine Mediennutzung im Blick behalten. Kleinkinder brauchen eine enge Begleitung und sollten nicht zu viel Zeit mit Medien verbringen. Entscheiden Sie als Eltern über altersgerechte Inhalte, Nutzungsdauer und geeignete Geräte. Ab dem Grundschulalter bekommt Ihr Kind viele neue Eindrücke und Einflüsse. Es braucht dabei noch viel Orientierung, deshalb sind klare Regeln sehr wichtig. Sie können mit Ihrem Kind nun besser über Inhalte sprechen und es mitbestimmen lassen. Spätestens ab der weiterführenden Schule und im Jugendalter sollten Sie Ihrem Kind dann mehr Selbstständigkeit zutrauen und zunehmend Kontrolle abgeben. Jugendliche gehen meist offen auf digitale Medien zu, aber sie können oft Sicherheitsrisiken noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sind Sie als Orientierung und Ansprechpartner nach wie vor wichtig!

Regeln gemeinsam gestalten

Verabreden Sie Regeln zum Medienumgang, je nach Alter Ihres Kindes, gemeinsam – z. B. über einen sogenannten Mediennutzungsvertrag. Dann kann Ihr Kind sie besser verstehen und einhalten. Schreiben Sie Regeln auf und platzieren Sie diese sichtbar. Auch Ausnahmen können formuliert werden. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Regeln noch sinnvoll sind oder geändert werden können und müssen. Stellen Sie auch Regeln auf, die für alle gelten, z. B. dass bei einem Gespräch das Smartphone nicht herausgeholt wird.

Zeit mit und ohne Medien

Ein großer Streitpunkt ist die Frage danach, wie viel Zeit mit Medien gut ist. Das hängt neben dem Alter auch ganz individuell von Ihrem Kind und seinem Umgang mit Medien ab. Verliert es sich schnell in Serien oder Computerspielen oder kann es ohne Probleme, das Tablet am Ende einer Folge zur Seite legen? Es gilt die Faustregel: Je jünger, desto weniger! Mediengutscheine sind eine Möglichkeit für Kinder ab dem Grundschulalter, um z. B. ein Wochenbudget für ein Mediengerät festzulegen. Manchmal ist das einfacher und Ihr Kind kann sich die Zeit selbstständig einteilen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind einen abwechslungsreichen Alltag hat, Medien auf unterschiedliche Weise nutzt, es aber auch medienfreie Erlebnisse hat.

Auswahl von Medieninhalten und Zugang zu Geräten

Haben Sie das gesamte Medienensemble im Blick? Auch Hörspiele und Bücher sind Teil des Medienkonsums und können im Regelwerk auftauchen.

Berücksichtigen Sie, dass die Inhalte der Mediennutzung sehr unterschiedlich sind, genauso wie die Motive und Bedürfnisse der Nutzung. Ein Spiel zur bloßen Zerstreuung oder Unterhaltung ist eventuell anders zu gewichten als das Lernen mit Medien. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind qualitative Unterschiede. Achten Sie auch auf altersgerechte Inhalte.

Die Frage nach dem richtigen Alter für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Sprechen Sie sich eventuell mit den Eltern von Freunden Ihres Kindes ab und überlegen Sie, ob bestimmte Regeln für alle gelten können.

Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps

Wenn es um das erste eigene Handy oder die Nutzung von Mamas Tablet geht, können auch Einstellungsmöglichkeiten den Zugriff auf verschiedene Inhalte und Apps beschränken. Diese sollten aber gemeinsam besprochen werden. Solche Einstellungen oder bestimmte Apps können helfen, Regeln durchzusetzen. Aber diese Tools ersetzen nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Erklärungen von Ihnen und Gespräche über Medien tragen wesentlich dazu bei, dass Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien erlernt.

Regeln dürfen je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes variieren. Bleiben Sie einerseits konsequent, denn sonst erfüllen sie nicht ihren Zweck. Gleichzeitig sollten Sie die Regeln möglichst nicht als Strafe oder Belohnung einsetzen.

Medienkompetenz – was heißt das eigentlich?

Digitale Medien sind nützlich und vielseitig. Mit ihren Funktionen können wir jede Menge organisieren, lernen, gestalten und nicht zuletzt Spaß haben. Kein Wunder, dass sie unseren Alltag erobert haben. Weil Medien unser Leben in vielen Bereichen beeinflussen, gilt der sichere Umgang mit ihnen genauso wie lesen, schreiben und rechnen können als eine zentrale Fähigkeit, um in der Welt zurechtzukommen. Dazu gehört z. B., dass wir Risiken wie Fake News, Stress im Netz oder Datenklau einschätzen und vermeiden können, Chancen wie etwa Lernen mit Tutorials erkennen und nutzen und möglichst schöne Erlebnisse mit Medien haben können. All das ist Teil von Medienkompetenz. Medienkompetenz bedeutet also nicht nur, dass man technische Geräte bedienen kann, sondern auch ein Verständnis zu entwickeln, wie Medien gemacht werden und wer dafür sorgt, dass z. B. bestimmte Nachrichten gesendet werden. Wer medienkompetent ist, weiß wie und warum er oder sie welche Medien nutzt. Man kann negative Auswirkungen einschätzen und abwenden, aber auch positiv auf Medien und ihre Chancen zugehen.

Wer braucht Medienkompetenz?

Oft bezieht sich die Forderung nach „mehr Medienkompetenz“ auf Kinder und Jugendliche, weil sie auf die Welt von morgen vorbereitet werden sollen. Diese Welt kennen wir zwar noch nicht, aber wir können sicher sein, dass Medien – vor allem das Internet – eine große Rolle spielen werden.

Stellen Sie sich vor, das Internet ist wie eine Stadt: Es gibt Spielplätze, schöne Geschäfte, aber auch Verkehr und unbekannte Menschen. Sie schicken Ihr kleines Kind nicht einfach los, sondern gehen die ersten Schritte gemeinsam, zeigen ihm alles, z. B. worauf zu achten ist, wenn man eine Straße überquert, wie man eine Rutsche benutzt, dass beim Bäcker bezahlt werden muss und man nicht einfach mit Fremden mitgeht. Genauso sollte es im Internet sein. Nehmen Sie Ihr Kind an die Hand und begleiten Sie es bei der Erkundung der digitalen Welt.

Medienkompetenz zu entwickeln ist von Anfang eine gemeinsame Familienaufgabe – auch die Geschwister spielen dabei eine Rolle. Je jünger Ihr Kind, desto mehr müssen Sie als Eltern die Verantwortung für die Mediennutzung übernehmen und Vorbild sein. Mit höherem Alter können und sollten Kinder und Jugendliche zunehmend ihre eigenen Erfahrungen und Entdeckungen machen dürfen. Bleiben Sie dabei interessiert und im Gespräch mit Ihrem Kind. Für Sie und Ihre Kinder sind gemeinsame Regeln im Umgang mit Medien hilfreich.

Medienkompetenz – nur wichtig für Kinder?

Damit Sie Ihr Kind begleiten können, müssen auch Sie medienkompetent sein. Als Eltern sollten Sie versuchen, sich Medienkompetenz anzueignen, zusammen mit Ihrem Kind, anderen Eltern oder durch Angebote der Schulen und anderen Bildungsträgern. Für Lehrkräfte gilt das Gleiche, da sie Kinder und Jugendliche unterrichten und ihre Medienkompetenz fördern sollen. Bei der ARD finden Sie viele Informationen, Videoclips usw. online unter „Gemeinsam Medienkompetenz stärken„.

Auch aus anderen Gründen ist es wichtig, dass alle Menschen Medienkompetenz entwickeln. Viele Berufstätige bilden sich weiter, weil Arbeitsprozesse digital organisiert sind. Ältere Menschen haben viele Chancen und Möglichkeiten, Medien im Alltag zu ihren Zwecken zu nutzen, so können Oma und Opa z. B. mit dem Enkel per Videochat in Kontakt bleiben. Wenn Sie herausfinden möchten, wie kompetent Sie im Umgang mit Medien sind, probieren Sie doch mal diesen Selbsttest aus.

Social Media, Influencer und das liebe Geld

In Zeiten von Social Media ist es einfach, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen. Fans können per Livestream oder Direktnachricht mit Instagram– und YouTube-Stars kommunizieren. In der App TikTok können Follower Influencern sogar live Geschenke machen. Die kosten allerdings richtiges Geld. Ähnliches gibt es auf der Plattform Twitch.tv. Hier überweisen die Zuschauer Geldbeträge an Videospieler und -spielerinnen während sie live streamen. Doch was haben eigentlich die Fans davon? Und wie teuer kann die Zuneigung zu den Lieblingsinfluencern werden?

Kauft man virtuelle Geschenke nur mit Spielgeld?

Die witzigen, virtuellen Geschenke, z. B. ein Panda-Emoji, die man seinen Stars auf TikTok machen kann, kosten umgerechnet nur wenige Cents. Die Influencer versprechen den Spendern und Spenderinnen im Gegenzug einen Like, einen Kommentar oder sogar die private Handynummer. Das teuerste Geschenk gibt es für 1000 virtuelle Münzen, was ca. 17 Euro entspricht. Bis zu 6000 Münzen auf einmal können User für knapp 110 Euro kaufen. Die Influencer erhalten für das Geschenk von TikTok als Belohnung Diamanten, die sie gegen echtes Geld umtauschen können. Davon behält TikTok ungefähr die Hälfte selbst.

Auf Twitch.tv erhalten Personen, die live zeigen, wie sie ein bestimmtes Videospiel spielen, Geldspenden als Motivation oder als Belohnung für ihre Gaming-Tipps von den Zuschauern. Als Dank lesen die Streamer die Namen oder den Text des Spenders oder der Spenderin vor. Auf diesem Weg können schon weniger bekannte Spieler und Spielerinnen auf Twitch bis zu mehreren hundert Euro im Monat verdienen.

Das Geschäft mit Social Media

Gerade für sehr bekannte Influencer ist Social Media kein reines Hobby mehr, sondern sie verdienen damit ihr Geld. Berühmte Influencer haben sogar ein ganzes Team hinter sich. Ihr Job ist es, sich zu überlegen, wie sie die Follower weiter an sich binden und noch mehr Menschen erreichen können. Social Media-Apps wie Instagram, TikTok und YouTube sind wichtige Instrumente für die Werbeindustrie geworden. Viele Influencer verdienen Geld durch Unternehmen, die ihnen Geld geben, damit sie für ihre Produkte Werbung machen oder indem sie Werbeclips in ihre Beiträge einbinden.

Durch die Geschenke der Fans können Influencer Geld verdienen, ohne Werbung machen zu müssen. Deshalb fordern sie ihre Follower dazu auf, zu spenden:”‘Wenn ihr mögt, was ich hier mache, dann unterstützt mich finanziell. Dafür bekommt ihr mehr Infos über mich oder ich erwähne euren Namen.” Für Jugendliche sind Livestreams auch eine Form sozialer Interaktion und eine Möglichkeit ein Teil von etwas zu sein. Damit das so bleibt, möchten sie ihrem Influencer gern etwas Gutes tun und machen ihr oder ihm Geschenke.

Doch diese Art, Geld zu verdienen, nutzen nicht alle: Influencer ist nicht gleich Influencer. Viele von ihnen wollen die Geschenke und Spenden ihrer Fans nicht.

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Influencer spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie nach, wofür die Influencerin oder der Influencer, den Ihr Kind mag, bekannt ist? Was macht sie oder er für Videos und was gefällt Ihrem Kind daran?

Für Kinder und Jugendliche spielt es auch eine große Rolle, welche Apps Gleichaltrige nutzen. Sie möchten dazugehören und sich ein Stück weit von den Erwachsenen abgrenzen. Das ist ganz normal und wichtig für die Entwicklung. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und helfen Sie ihm beim Installieren und Einrichten eines Social Media-Accounts. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre-Einstellungen.

Gerade bei jüngeren Teenagern sind Plattformen wie TikTok und Twitch beliebt. Bleiben Sie informiert, achten Sie auf die Altersbeschränkungen und halten Sie diese ein. Bei TikTok kann man erst Münzen und somit Geschenke kaufen, wenn man älter als 18 ist. Auch über Twitch laufen die Geldspenden meist über das Paypal-Konto, für das man volljährig sein muss. Denn Minderjährige sind nur eingeschränkt geschäftsfähig. Der sogenannte Taschengeldparagraph regelt, dass Kinder nur Dinge ohne Zustimmung der Eltern kaufen dürfen, wenn sie preislich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Taschengeldes liegen.

Damit es dennoch zu keinen bösen Überraschungen auf der Handyrechnung kommt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Skills – Nützliche Zusatzfunktionen für Sprachassistenten

„Alexa, schalte das Licht an!“ Digitale Sprachassistenten helfen vielen Familien in der Organisation ihres Alltags. Sie tragen Namen wie Alexa, Echo, Siri oder Cortana und werden über sogenannte intelligente Lautsprecher oder Smartphones genutzt.

Um die Nutzung der Sprachassistenten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können sogenannte „Skills“ aktiviert werden. Skills sind, ähnlich wie Apps auf Smartphones, kleine Hilfsprogramme von Drittanbietern. Je nach Gerät werden sie auch als „Actions“ (Google) oder „Zusatzbefehle“ (Apple) bezeichnet. Genutzt werden Skills ebenfalls über Sprachbefehle.

Mit ihnen erhalten die Sprachassistenten zusätzliche Funktionen und können somit individuell genutzt werden. Smart-Home Skills sorgen z. B. dafür, dass man Lampen, Thermostate oder den Fernseher mithilfe der Sprachassistenten steuern kann. Mit Service-Skills können Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. So kann man sich eine passende Zugverbindung suchen, eine Pizza beim Lieferdienst bestellen oder die Tagesnachrichten anhören. So ein Sprachbefehl lautet z. B.: „Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von Berlin nach München morgen um 12 Uhr”

Inhalte für Kinder

Die Auswahl an Skills ist groß. Nicht nur für Erwachsene sind Skills praktische Unterstützer für den Alltag. Auch für Heranwachsende gibt es ein vielfältiges Angebot. Kinder können z. B. über Lern-Skills spielerisch etwas über die Länder der Erde lernen oder interaktive Hörgeschichten ihrer Lieblingscharaktere anhören. Viele Unternehmen, aber auch öffentlich-rechtliche Sender, stellen ihr Angebot in Form von Skills zur Verfügung, wie z. B. die Kindernachrichten von KiRaKa oder Mikado. Die Vielfalt an kindgerechten Skills eröffnet auch für Familien viele Anwendungsmöglichkeiten. Stundenplan-Skills informieren Eltern und Kinder schnell und unkompliziert. Mit dem Zähneputzen-Skill wird die tägliche Routine erleichtert. Auch gemeinsame Spiele über Skills mit digitalen Würfelbechern oder imaginären Memory-Karten können den Familienalltag bereichern. So besteht beispielsweise beim Memory ein Paar immer aus zwei gleichen Geräuschen und ist nummeriert, damit eine Zuordnung mündlich erfolgen kann.

Datenschutz, Privatsphäre und Kosten

Bei der Nutzung von Sprachassistenten und Skills sollte man sich bewusst sein, dass diese im eingeschalteten Zustand immer mithören. Somit werden sehr viele persönliche Daten und Informationen gesammelt. Wie diese gespeichert und verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab und wird nicht immer transparent kommuniziert. Bei einigen Anbietern können die Verläufe der Sprachaufnahmen gelöscht werden. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?.

Die Datenverarbeitung der einzelnen Skills sollte ebenfalls beim jeweiligen externen Anbieter vor der Installation geprüft werden. Denn mit Nutzung der Skills stimmt man der Übermittlung der Nutzungsdaten an den Drittanbieter zu. Bei der Auswahl sollte sich daher gut informiert werden.

Skills sind zum großen Teil kostenlos erhältlich. Inzwischen gibt es aber vereinzelt sogenannte In-Skill-Käufe. Das sind, ähnlich wie bei Apps, erweiterte Funktionen, die kostenpflichtig sind. Bei der Suche nach Skills für Kinder sollten Sie darauf achten.

Was Eltern beachten sollten

So hilfreich die digitalen Helfer auch sind, sollte man sich trotzdem vor jeder Aktivierung genau informieren. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen. Manche Skills erscheinen auf den ersten Blick in Ordnung, mit ihnen können aber Inhalte abgerufen werden, die nicht für Heranwachsende geeignet sind. Deshalb empfiehlt sich auch eine Absicherung nicht-jugendfreier Inhalte und Bestellungen über einen Code. Weiterhin sollten die Sprachassistenten über Nacht ausgeschaltet werden, mindestens aber dann, wenn Sie oder Ihre Familie nicht zu Hause ist. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, wie Sprachassistenten und Skills funktionieren und welche Nachteile sie mit sich bringen.

Gewalt in den Medien

Zeichentrickfilme, in denen die Hauptfigur eine andere verprügelt oder Computerspiele, in denen die Spielfigur seine Gegner aus dem Weg schießt, um ans Ziel zu kommen – das sind gewalthaltige Inhalte in Medien, die nicht ungewöhnlich sind und schon jüngeren Kindern bei der Mediennutzung begegnen können. Nicht nur in ausgedachten Geschichten kommt Gewalt vor, Kinder und Jugendliche begegnen ihr auch in Fernsehnachrichten, Werbeclips, YouTube-Videos und anderswo im Netz.

Gewaltdarstellungen sollten altersgemäß sein

Viele Inhalte aus Filmen, Videos oder Spielen, die für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene leicht zu verarbeiten sind, können junge Kinder verängstigen. Sie lernen erst mit der Zeit richtig einzuordnen, was sie auf einem Bildschirm sehen und als Medienerlebnis zu verstehen ist. Kinder müssen mit der Zeit lernen, damit umzugehen und Strategien entwickeln, um die Darstellungen zu verarbeiten.

Deshalb gibt es für Gewaltdarstellungen in den Medien Altersbeschränkungen, die durch den Jugendmedienschutz geregelt sind. Filme oder auch Computerspiele erhalten ein sogenanntes Alterskennzeichen (FSK und USK), um deutlich zu machen, dass die dargestellten Inhalte erst für Kinder ab einem bestimmten Alter geeignet sind.

Einfluss von Gewalt auf die Entwicklung

Gleichzeitig führt Gewalt in den Medien nicht automatisch dazu, dass Kinder und Jugendliche auffällig, aggressiv, verängstigt oder gewalttätig werden. Wir müssen genauer hinsehen: Ist die Gewaltdarstellung sinnvoll für die Geschichte oder geht es nur um die Freude am Blutvergießen? Findet sie in einem heiteren oder bedrohlich-düsteren Umfeld statt? Sind die Gewalthandlungen verharmlost dargestellt wie in manchen Comics oder Computerspielen wie z. B. bei Clash of Clans? Wird gewalttätiges Handeln im Film, Comic oder Spiel bestraft oder belohnt? Außerdem muss nicht jede Gewalt körperlich sein. Auch psychische Gewalt kann sehr angsteinflößend wirken. Vor allem jüngere Kinder können schon durch bedrohliche Stimmen, düsteres Licht oder dramatische Musik Angst bekommen. In Horrorfilmen wird mehr mit der Emotion Angst “gespielt”, als dass es übermäßig viele und bedrohliche Gewaltdarstellungen gibt. Das müssen auch Jugendliche erst verstehen.

Umgang mit Gewalt

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie eine Distanz zu dem Wahrgenommenen herstellen können und verstehen, dass es sich nicht um die Realität handelt. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind über Gesehenes und beobachten Sie, wie es mit bestimmten Medieninhalten zurechtkommt. Wenn Ihr Kind noch jünger ist, begleiten Sie es bei der Mediennutzung. Gehen Sie auf die Fragen Ihres Kindes ein, bieten Sie Schutz und Erklärungen an. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur auf altersgemäße Medien zugreifen kann.

 

Kommunikationsrisiken im Netz

Wenn man miteinander spricht, erscheint uns das erst einmal nicht gefährlich. Kommunikation findet heute auch digital statt und das birgt verschiedene Risiken. Anlässlich des Safer Internet Day 2020 möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie und Ihre Familie trotz Kommunikationsrisiken digitale Medien sicher nutzen können.

In Bildern sprechen: Wenn wir Nachrichten per Messenger schreiben, verwenden wir nicht nur Buchstaben, sondern sehr gern auch sogenannte Emojis. Man sollte allerdings darauf achten, dass es dabei nicht zu Missverständnissen kommt. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag Kommunikations mit Emojis.

Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir tauschen uns in den verschiedenen Situationen miteinander aus – auch beim Gaming. Computerspielen geschieht oft gemeinsam, auch wenn man dabei an unterschiedlichen Orten sitzt. Kommuniziert wird über ein Headset oder die Chatfunktion innerhalb eines Spiels. Nicht immer weiß man, wer da am anderen Ende mit einem spricht. Wenn möglich, sollte man fremde Kontakte blockieren. Was es sonst noch zu beachten gibt, können Sie in unserem Beitrag Kommunikation in Online-Games nachlesen.

Die Kontaktaufnahme durch Fremde ist deshalb riskant, weil man die Absichten der Person nicht kennt und nicht weiß, wer da eigentlich mit uns kommuniziert. Ist es wirklich der gleichaltrige Spielerfreund? Wenn fremde Erwachsene über verschiedene Social-Media-Dienste Kinder oder Jugendliche anschreiben, um sexuelle Kontakte anzubahnen, spricht man von Cybergrooming. Ein ernst zu nehmendes Risiko, das Sie minimieren können, wenn Sie wissen, was Ihr Kind online macht. Sprechen Sie mit ihm über mögliche Risiken, klären Sie es über Privatsphäre-Einstellungen und Blockierungsmöglichkeiten innerhalb von Apps auf und seien Sie vor allem immer ansprechbar!

Manchmal kann auch die Kommunikation mit Freunden und Bekannten problematisch werden. Unter Jugendlichen besteht z. B. über Chatgruppen die Gefahr von Cybermobbing. Hilfreich ist es, wenn Regeln zum Umgang in Messenger-Chats vereinbart werden. Tauschen Sie sich dazu mit anderen Eltern und den Lehrern Ihres Kindes aus. Sprechen Sie ebenso mit Ihrem Kind darüber, wie es mit Beleidigungen und fiesen Kommentaren umgehen sollte. Auch Hetze im Netz kann den Spaß verderben, Videos und Fotos ins Netz zu stellen. Sich genau zu überlegen, was man postet oder teilt, ist der erste Schritt zu einem sicheren Surfvergnügen.

Noch mehr zu Kommunikationsrisiken und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie in diesen Beiträgen:

Beliebte Spiele-Apps: Coin Master

Niedliche Tiere und eine bunte Abenteuerwelt machen das Spiel für Kinder interessant, allerdings kommt es auch als virtueller Glückspielautomat daher und ist deshalb nicht für Kinder geeignet.

Kurz gefasst:

  • Spiele-App, in der man Dörfer bauen und diese gegen andere verteidigen muss
  • kostenlos für Android und iOS, aber enthält In-App-Käufe
  • Altersfreigabe nach USK: ab 16 Jahre
  • birgt die Gefahr, Kinder an Glücksspiel heranzuführen

Was ist Coin Master?

In diesem interaktiven Spiel werden für virtuelles Spielgeld (Coins) eigene Dörfer aufgebaut, andere Dörfer geplündert und erobert. Außerdem geht es darum, einen Coin Master, also den Meister der Münzen, anzugreifen und selbst zum Coin Master zu werden. Coins kann man durch die Betätigung eines virtuellen Glücksrads sammeln. Das Glücksrad kann aber nur einige Male pro Stunde gedreht werden. Über In-App-Käufe kann man mehr Coins kaufen. Generell erscheinen in der App ständig Fenster mit Angeboten zum Kauf von Spielelementen. Je weiter man kommt, desto schwieriger wird es ohne In-App-Käufe ins nächste Level aufzusteigen.

Man kann die App mit dem eigenen Facebook-Konto und seinen Facebook-Kontakten verknüpfen, um mit bzw. gegen die eigenen Freunde zu spielen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Coin Master?

Die Spiele-App ist bei Kindern und Jugendlichen vor allem bekannt, weil einige der bekanntesten Youtuber Deutschlands Werbung dafür gemacht haben. Das Spielprinzip, sein Dorf gegen Freunde zu schützen und selbst fremde Dörfer zu erobern, stellt einen großen Spielanreiz dar. Obwohl die Altersempfehlung laut USK bei über 16 Jahren liegt, ist die bunte Welt mit niedlichen Tieren und bunten Grafiken für Jüngere sehr ansprechend. Kinder spielen gerne und das Drehen an einem Glücksrad fasziniert Kinder besonders.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Gerade Jüngere, für die das Spiel nicht geeignet ist, lassen sich schneller von der Werbung beeinflussen und sich zu In-App-Käufen verleiten. Obwohl alle Funktionen des Spiels nur durch die Betätigung eines virtuellen Spielautomaten zu erreichen sind, deklariert der Anbieter die App nicht als Glücksspiel. Er wird deshalb dafür kritisiert, Kinder an Glücksspiel heranzuführen, ohne dies offensichtlich zu machen. Die Verleitung zu In-App-Käufen ist groß, da ständig Fenster mit Angeboten auf dem Bildschirm erscheinen.

Der Zugang zu Glücksspiel ist laut Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt, da damit eine Suchtgefahr verbunden ist. Weil bei Coin Master kein echtes Geld gewonnen werden kann, fallen Onlinespiele dieser Art derzeit nicht in die Zuständigkeit des Jugendschutzgesetzes. Trotzdem kann es nicht nur Minderjährige an Glücksspiel heranführen. Nachdem die App in die Kritik geraten ist, hat Apple die Altersfreigabe in seinem App Store auf 17+ geändert und mit dem Hinweis “Stark ausgeprägt: simuliertes Glücksspiel” versehen.

Problematisch ist auch der Datenschutz in der App. Man kann seinen Spiel-Account und die damit verbundenen personenbezogenen Daten beim Anbieter nicht ohne weiteres löschen. Man muss erst den Anbieter direkt kontaktieren.

Was sagt der Anbieter?

Der Anbieter Moon Active weist in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hin, ist das Spiel nicht für Personen unter 16 Jahren erhältlich ist. Allerdings gibt es keine Altersprüfung. Der Anbieter steht dafür in der Kritik von Glücksspiel-Betreibern finanziert zu werden und somit Minderjährige heranführen zu wollen.

Was sollten Eltern beachten?

Es handelt sich bei der App um simuliertes Glücksspiel, dass für Minderjährige ungeeignet ist. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es darum geht, echtes Geld zu bezahlen, ohne dafür echtes Geld gewinnen zu können.

Seien Sie sich bewusst, dass eine Altersbeschränkung im App Store bzw. im Google Play Store den Zugang für jüngere Kinder nicht verhindert. Mit einem Klick kann das Spiel ohne Altersprüfung frei heruntergeladen werden. Das lässt sich nur auf dem Smartphone selbst bzw. über entsprechende Kindersicherungseinstellungen verhindern. Achten Sie gerade bei jüngeren Kindern darauf, die Möglichkeit von In-App-Käufen für dieses Spiel auf dem Smartphone zu deaktivieren.

Dark Social – die dunkle Seite des Internets?

Ein besonderer Vorteil des Internets ist die schnelle und einfache Kommunikation. Meistens nutzen wir dafür Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste. Allerdings wissen normalerweise nur diejenigen, die miteinander schreiben und chatten, worum es geht. Nach außen bleiben die Inhalte verborgen. Das ist auch gut so, denn schließlich möchte man manche Dinge nur mit dem besten Freund oder mit Mama besprechen.

Was bedeutet Dark Social?

Allerdings nutzen auch Menschen diese Kommunikationswege, die andere Absichten haben, als persönliche Dinge für sich zu behalten. Sie wollen Falschmeldungen streuen und Meinungen manipulieren. Was wir als Fake News von Nachrichtenportalen oder Twitter kennen, findet vermehrt auch in versteckten also dunklen Netzwerken statt. Man spricht dabei von Dark Social, weil man keinen Einblick in die Kommunikation hat. Niemand kann kontrollieren, ob das Internet in dieser Weise missbraucht wird. Radikale oder Menschen mit extremen politischen Ansichten nutzen Chatgruppen, um Personen anzusprechen und Vertrauen aufzubauen. Sie schleichen sich über andere in solche Chats ein, verbreiten Nachrichten, die andere unbedacht weiterleiten.

Risiken von Dark Social

Nicht nur für Kinder und Jugendliche stellt das eine Gefahr dar, denn es fühlt sich an, als würde man mit Freunden oder der Familie über das Smartphone quatschen. Nachrichten, die man in einer eigentlich privaten Chatgruppe bekommt, wirken glaubwürdig, weil man die Person kennt, die sie geteilt hat. Man geht ganz unbedacht davon aus, dass die Meldung tatsächlich stimmt und hinterfragt sie nicht. So können sich Falschmeldungen schnell verbreiten und Meinungen manipuliert werden.

Darauf sollten Sie und Ihre Kinder achten

Egal woher man Informationen bekommt, sollte man sie kritisch hinterfragen und nicht alles glauben. Das ist sicherlich leicht gesagt. Ein Tipp: Gerade Meldungen, die Sie emotional besonders mitreißen oder aufregen, sollten Sie mit Vorsicht genießen und besser prüfen. Finden sich an anderer Stelle auch Hinweise darauf? Recherchieren Sie die Meldung im Internet und schauen Sie sich verschiedene Quellen an. Überlegen Sie, woher die Information kommt und wer sie verbreitet hat. Selbst wenn ein Freund, enger Vertrauter oder Verwandter schreibt, lohnt es sich in vielen Fällen, einfach mal nachzufragen. Besonders kritisch sollten Sie und Ihr Kind sein, wenn flüchtige Bekannte oder Kontakte Informationen verbreiten. Auch in Messenger-Gruppen sollte man sensibel für Fake News, Hate Speech und Beleidigungen einzelner Gruppen sein.

Wenn Ihr Kind erkennt, dass Sie als Eltern kritisch mit Informationen umgehen, fördern Sie ein solches Verhalten auch bei Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, warum manche Menschen Informationen manipulieren und wie man mit Informationen umgehen sollte.

Gerade Jugendliche suchen permanent nach Vorbildern und möchten sich zugehörig fühlen. Sie bauen sich eigene Werte und Ideale auf, die durch Dritte negativ beeinflusst werden können.

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