Elternguide Logo

Jugendschutz an der Spielekonsole? – XBox-Familieneinstellungen und Xbox-Family Safety App

Viele Jugendliche und Kinder spielen in ihrer Freizeit online Games. Die meisten Computerspiele sind unterhaltsam, bringen Menschen zusammen und einige Games haben sogar Lerneffekte. Doch es gibt auch Spiele, durch die Kinder und Jugendliche auf ungeeignete Inhalten oder unangenehme Kontakten stoßen können. Jugendschutzeinstellungen können dazu beitragen, dass solche Risiken beim Spielen an der Konsole reduziert werden. Microsoft bietet dafür die Xbox-Familieneinstellungen und die Xbox Family Safety App.

Kurz gefasst:

  • Jugendschutzeinstellungen für die Spielekonsolen Xbox Series X/S und Xbox One
  • direkt an der Konsole oder über die Webseite vorzunehmen
  • flexibles Anpassen und Ändern der Einstellungen über die App
  • kostenloses Angebot für Microsoft-User
  • App für iOS und Android-Geräte 

Sie funktionieren die XBox-Familieneinstellungen und die XBox-Family Safety App

Mit den Einstellungsmöglichkeiten können Sie festlegen, dass Ihr Kind nur auf altersgerechte Computerspiele zugreifen kann. Außerdem lässt sich einstellen, wie viel Zeit mit der XBox verbracht werden darf. Um Kommunikationsrisiken wie Cybergrooming entgegenzuwirken, können Sie festlegen, mit wem Ihr Kind kommunizieren darf, welche Daten Ihres Kindes zu sehen sind und ob es an Multiplayer-Spielen teilnehmen kann. Die Community- und Chat-Plattform Xbox Live lässt sich durch Chatfilter sicherer gestalten. Kraftausdrücke und Beleidigungen werden damit beispielsweise herausgefiltert. In Aktivitätsberichten wird festgehalten, was und wie viel an der Spielekonsole gespielt wurde.

Die Einstellungen können online über die Webseite, direkt an der Xbox oder über die App vorgenommen werden. Um die Xbox-Familieneinstellungen nutzen zu können, muss für jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto erstellt werden. Sobald alle Konten in einer Familiengruppe zusammengeführt wurden, lassen sich Einstellungen für einzelne (Kinder-)Konten vornehmen. Dafür haben bestimmte Konten Organisatoren-Rechte. Überschreitet ein Spiel oder eine Webseite die angegebene Altersbeschränkung oder ist die Bildschirmzeit abgelaufen, benötigt Ihr Kind die Freigabe durch Ihren Organisatoren-Account. Sie werden dazu per Nachricht oder über die Xbox Family Safety App informiert.

Das sollten Sie über das Angebot wissen

Da jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto braucht, werden automatisch Daten über jede nutzende Person gesammelt. Microsoft gibt an, die Daten weder an Dritte weiterzugeben, noch für eigene Werbezwecke zu nutzen. Das Risiko, dass Daten durch Datenlecks an Unbefugte weitergetragen werden können, besteht allerdings immer. Seien Sie sich als Eltern darüber bewusst und überlegen Sie genau, welche Ihrer Daten erhoben und gespeichert werden dürfen.

Das sollten Sie als Eltern beachten

Altersangaben bei Spielen sind sehr allgemein und müssen nicht unbedingt zu Ihrem Kind passen. Gleichaltrige Kinder können unterschiedlich mit Spannung, Gewaltdarstellungen und ähnlichem umgehen. Deshalb sollten Sie sich nicht allein auf Altersangaben verlassen und nicht einfach alle Spiele, die für das Alter Ihres Kindes freigegeben sind, in den Einstellungen zulassen. Informieren Sie sich über verschiedene Spiele, z. B. beim Spieleratgeber NRW, sehen Sie sich gewünschte Spiele, wenn möglich, selbst an und lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, warum es ein bestimmtes Spiel spielen möchte.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit verschiedenen Medien und Inhalten im Netz konfrontiert. Ein kompetenter und sicherer Umgang ist deshalb sehr wichtig und sollte in einem sicheren Rahmen unterstützt werden. Keine Kindersicherung oder Jugendschutzeinstellung bietet einen hundertprozentigen Schutz. Verbesserte Jugendschutzeinstellungen können dabei helfen, eine bewusste Mediennutzung zu fördern und den Schutz im Netz zu verbessern. Sie ersetzen jedoch nicht die mediale Begleitung der Kinder durch die Eltern. Nutzen Sie das Angebot als zusätzliche Hilfe, aber sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen und behalten Sie sein Medienverhalten im Blick.

Microsoft Family Safety – Jugendschutz für Android, Windows und die Xbox

Kinder, die ein eigenes Smartphone oder eine Spielekonsole haben, nutzen schon früh unabhängig Apps, Spiele und Webseiten. Eltern können schnell den Überblick verlieren, wie viel Zeit ihr Kind online verbringt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Mit verschiedenen Angeboten des digitalen Jugendschutzes sollen Eltern dabei unterstützt werden, die Internetnutzung ihrer Kinder sicherer zu gestalten – so bietet auch Microsoft eine Kindersicherung für verschiedene Geräte an.

Kurz gefasst: 

  • Angebot für digitale Jugendschutzeinstellungen 
  • kostenlose Basisversion (als Premium kostenpflichtig)
  • als App oder über die Webseite verfügbar
  • für Geräte mit Microsoft 10, Android und die Spielekonsole Xbox

Was bietet Microsoft Family Safety?

Microsoft Family Safety lässt sich nur über ein Microsoft-Konto aktivieren. Über das Administratoren-Konto können Sie als Elternteil unterschiedliche Jugendschutzeinstellungen auf dem Konto Ihres Kindes vornehmen, z. B. Bildschirmzeit und altersgerechter Zugang zu verschiedene Inhalten, Apps usw. Die Einstellungen gelten dann für alle Geräte, auf denen Ihr Kind mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist. Alle Einstellungen können flexibel geändert und an das Alter des Kindes angepasst werden.

Mit der Bildschirmzeit können feste Zeitpläne für ein ganzes Konto oder für bestimmte Anwendungen, Spiele und Seiten erstellt werden: Wenn Sie z. B. eine Stunde für YouTube freigeben, kann Ihr Kind insgesamt eine Stunde YouTube auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC nutzen. Oder Sie aktivieren eine Stunde Spielzeit für die Xbox und blockieren nicht jugendfreie Games und Inhalte. 

Sie haben die Möglichkeit selbst Seiten und Anwendungen zu sperren oder Filter zu aktivieren. Durch Filter werden Medieninhalte je nach eingestellter Altersgrenze freigegeben bzw. blockiert. Außerdem kann festgelegt werden, dass nur kinderfreundliche Webseiten besucht werden dürfen. Diese Einstellung funktioniert nur bei der Nutzung des Browsers Microsoft Edge. Um auf Seiten oder Apps zuzugreifen, braucht Ihr Kind erst Ihre Erlaubnis. Über die Funktion “Erziehungsberechtigte fragen” kann Ihr Kind Sie auch nach mehr Bildschirmzeit bitten. Sie werden per E-Mail darüber informiert und können reagieren. 

Sie können außerdem einstellen, dass Ihr Kind Ihre Freigabe auch bei Käufen z. B. von Spielen auf der Xbox benötigt. So haben Sie die Kontrolle über die Ausgaben Ihres Kindes im Microsoft Shop. 

Das sollten Sie über das Angebot wissen 

Jede Person braucht einen eigenen Microsoft-Account. Die Accounts der Eltern werden mit denen der Kinder verknüpft. Das ist notwendig für den Schutz über verschiedene Geräte wie Spielkonsolen oder PCs hinweg, die auch von mehreren Nutzern parallel verwendet werden können. Es könnte passieren, dass Ihr Kind Ihnen permanent Anfragen zur Freigabe verschiedener Inhalte schickt.

Einige Funktionen von Microsoft Family Safety setzen stark auf die Kontrolle des Kindes. Beispielsweise können Sie über regelmäßige Aktivitätsberichte verfolgen, wie viel Zeit Ihr Kind mit welchen Apps und Games verbringt. Die Standortermittlung erlaubt es Ihnen zu sehen, wo Ihr Kind sich gerade aufhält. Familienmitglieder können Standorte sogar miteinander teilen und Orte speichern, an denen sie sich oft aufhalten. Auch wenn die Funktionen zur Sicherheit beitragen sollen, greifen sie gleichzeitig in die Privatsphäre und Freiraum Ihres Kindes ein. Ihr Kind kann die Standortüberwachung sowie einzelne andere Kontrollfunktionen eigenständig am eigenen Gerät bei Family Safety aktivieren bzw. deaktivieren. Als Eltern werden Sie darüber jeweils per Nachricht informiert.

Der Anbieter betont, die Daten der Nutzenden nicht an Dritte weiterzuleiten. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, weil Daten etwa durch Datenlecks ungewollt in die falschen Hände gelangen können

Das sollten Eltern beachten

Mit Daten wie der Aufenthaltsort oder die genauen Aktivitäten Ihres Kindes sollten Sie daher sensibel umgehen. Achten Sie darauf, welche Daten gespeichert und wie verwendet werden. Um den Standort zu ermitteln, ist es notwendig die GPS-Funktion einzuschalten. So können gegebenenfalls andere Anwendungen ungewollt auf den Standort Ihres Kindes zugreifen. Überlegen Sie deshalb genau, ob es notwendig ist, diese Funktion zu aktivieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, damit es sich nicht kontrolliert fühlt.

Vertrauen Sie nicht blind auf die voreingestellten Altersgrenzen der Filter, sondern prüfen Sie diese. Es kann sehr unterschiedlich sein, was Eltern für ihr Kind als geeignet empfinden. Mehr zu Altersbeschränkungen bei Games können Sie hier nachlesen. 

Jugendschutz-Apps wie Microsoft Family Safety können unterstützen, die Sicherheit Ihres Kindes bei der selbstständigen Mediennutzung zu verbessern. Aber noch wichtiger ist eine persönliche Begleitung durch Sie als Eltern. Vor allem jüngere Kinder brauchen diese. Keine Kindersicherung bietet hundertprozentigen Schutz. Vor allem gegen Risiken wie digitale Gewalt können Kinder durch solche Sicherungen nicht ausreichend geschützt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind erklären, warum bestimmte Inhalte und Anwendungen nicht geeignet sind und was Ihnen Sorgen bereitet. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für der Mediennutzung. Hierbei kann auch ein Mediennutzungsvertrag helfen. 

Besonders bei älteren Kindern ist die Privatsphäre und digitale Selbstständigkeit wichtig und sollte von Ihnen als Eltern respektiert werden. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind das Gefühl zu vermitteln, es zu überwachen oder ihm nicht zu vertrauen. Eine offene Gesprächsatmosphäre und die Interesse der Eltern sind oftmals wirkungsvoller im Schutz vor bestimmten Risiken im Netz, als die bloße Kontrolle über technische Schutzmaßnahmen. 

JusProg – das digitale Jugendschutzprogramm

Viele Kinder surfen schon mit jungen Jahren selbstständig im Internet. Wenn Sie als Eltern daneben sitzen, bekommen Sie mit, welche Webseiten und Inhalte Ihr Kind sieht. Gerade ältere Kinder – etwa ab der weiterführenden Schule – sollten aber auch selbstbestimmt im Internet unterwegs sein dürfen. Oftmals ist es nur ein Klick und Kinder werden auf eine andere, vielleicht weniger kinderfreundliche Seite geleitet. Programme wie JusProg sollen dabei helfen, Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen

Kurz gefasst:

  • staatlich anerkanntes, digitales Jugendschutzprogramm 
  • kostenlos und ohne Registrierung
  • lässt sich auf verschiedenen Geräten installieren
  • datenschutzfreundlich und werbefrei
  • individuelle Einschränkungen für unterschiedliche Altersstufen

Was kann das?

Die Software filtert aufgerufene Webadressen und blockiert nicht-altersgerechte Seiten im Internet. JusProg läuft während des Surfens im Hintergrund: Ist eine Webseite als nicht altersgerecht im System verzeichnet, wird sie geblockt. Eltern geben das Alter des Kindes vorher an. 

JusProg kann auf den meisten Endgeräten von iOS und Android installiert werden. Neben den gelisteten Webadressen können weitere Seiten manuell gesperrt oder freigegeben werden. Auf einem Gerät lassen sich mehrere Nutzerprofile anlegen, sodass Eltern und Kinder an einem Computer surfen können und das Schutzniveau individuell an das Alter des Familienmitglieds angepasst ist. So sieht z. B. ein Kind Inhalte für unter 12-Jährige, während das ältere Geschwisterkind Webseiten ab 16 Jahren besuchen kann. Das Programm wurde von Stiftung Warentest mit „gut“ bewertet.

Was meint der Anbieter?

Das System von JusProg basiert auf Negativ- (Blocklist) und Positivlisten (Passlist), auf denen verschiedene Webseiten vermerkt sind. Die Anbieter garantieren selbst keine hundertprozentige Sicherheit, da das Internet zu groß ist und zu schnell wächst, als dass alle Seiten gelistet sein können. Vor allem nicht-deutsche Internetseiten und Inhalte auf Social-Media-Kanälen sind nicht ausreichend geschützt. Eltern sollten deshalb Webseiten, die sie als nicht altersgerecht empfinden, manuell sperren. Kindern von 0 bis 12 Jahren werden nur Webseiten angezeigt, die sich auf der Whitelist der Kindersuchmaschine fragFinn.de befinden. Nicht bekannte Webadressen werden automatisch geblockt. Bei Kindern ab 12 Jahren ist es etwas anders: Für sie werden alle Seiten, die nicht im System vermerkt sind, automatisch freigeschaltet.

Die Anbieter weisen darauf hin, dass freigegebene Seiten lediglich als kindertauglich und nicht entwicklungsschädigend eingestuft wurden. Anders als bei den Kindersuchmaschinen wie fragFinn handelt es sich nicht um Empfehlungen für das jeweilige Alter. Eltern müssen selbst einschätzen bzw. andere Empfehlungen recherchieren, ob die Inhalte für ihr Kind geeignet sind. Auf der Elternseite des Angebots erhalten Sie nähere Informationen.

Was sollten Eltern beachten?

JusProg ist ein gutes Angebot, das einen besseren Jugendschutz im Netz unterstützen kann. Es ist vor allem bei jüngeren Kindern sinnvoll. Ab 12 Jahren ist der Surfraum mit JusProg relativ ungeschützt. Internetseiten wie Google, Facebook, Twitter und Instagram sind für das System schwer zu filtern und müssen manuell eingestellt werden. Oftmals bieten die Seiten selbst Jugendschutzfilter an, die sich leicht aktivieren lassen.

Ihnen als Elternteil sollte bewusst sein, dass ein Jugendschutzprogramm wie JusProg die Begleitung der Mediennutzung Ihres Kindes nicht ersetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über das eigene Medienverhalten und vereinbaren Sie Regeln für die Mediennutzung in der Familie. Wenn Sie die ersten Schritte im Netz gut begleitet und Ihrem Kind erklärt haben, worauf es dabei achten sollte, wird es sich später auch alleine einigermaßen sicher online bewegen können bzw. weiß besser mit Gefahren im Netz umzugehen. Beispielsweise wendet sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn an Sie oder andere Vertrauenspersonen, wenn es auf Probleme stößt.Wenn Sie sich für die Nutzung von JusProg entscheiden, geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass Sie ihm oder ihr nicht vertrauen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum JusProg bestimmte Seiten blockiert und entscheiden Sie gemeinsam, wann Ihr Kind für einen offeneren Internetzugang bereit ist.

Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

Sicher ist sicher: Passwörter im Netz

Konten bei Instagram, TikTok oder Amazon werden mit Passwörtern gesichert. So sollen Fremde keinen Zugriff auf sensible Daten wie Adresse, Kontonummer usw. erhalten oder im Namen anderer etwas posten oder Sachen bestellen. Manche Passwörter sind allerdings so einfach, dass sie mit technischer Hilfe von Kriminellen einfach “geknackt” werden können. Kinder sollten lernen, wie sichere Passwörter aussehen, sobald sie digitale Geräte nutzen oder im Netz unterwegs sind.

Kriterien für ein sicheres Passwort  

Ein sicheres Passwort hat mindestens 12 Zeichen und besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vermeiden Sie persönliche Passwörter wie die Geburtsdaten Ihrer Kinder, denn sie sind mit etwas Recherche leicht herauszufinden. Zahlenfolgen (zum Beispiel „12345“), alphabetische Buchstabenfolgen (wie „abcdefg“) oder eine Folge benachbarter Tasten auf der Tastatur (wie „qwertz“) sind ebenfalls nicht sicher. Am besten eignen sich Wörter, die in keinem Wörterbuch stehen und nichts mit Ihnen oder dem Dienst, bei dem Sie sich anmelden möchten, zu tun haben.

Bauen Sie sich eine Eselsbrücke  

Ein sicheres Passwort zu erstellen und sich auf Dauer daran zu erinnern, ist gar nicht so einfach. Dabei hilft eine Eselsbrücke. Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich gut merken können, beispielsweise „Elternguide.online informiert und unterstützt Eltern auch im Jahr 2020!“.  Wenn Sie nur die Anfangsbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen des Satzes herausnehmen, entsteht folgendes Passwort: „Eoi+uEaiJ2020!“ Diese Zeichenfolge ist sicher und Sie vergessen sie nicht so schnell. Wenn Ihnen kein eigener Satz einfällt, können Sie auch an ein Sprichwort denken, zum Beispiel: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“. Oder Sie nutzen den Passwort-Generator von Data-Kids, der Ihnen und Ihrem Kind beim Erstellen von solchen sicheren Passwörtern hilft!

Mit Passwortmanagern den Überblick behalten

Ein Passwort sollte regelmäßig geändert werden. Es wird empfohlen, für verschiedene Plattformen jeweils ein eigenes Passwort zu verwenden, da es immer mal zu Datenlecks und dem Diebstahl von Nutzerdaten kommen kann. Hacker könnten auf alle Accounts zugreifen, wenn immer das gleiche Passwort verwendet wurde.  

Wenn Sie sich nicht so viele verschiedene Passwörter merken können oder wollen, nutzen Sie am besten einen Passwortmanager. Damit lassen sich Passwörter verwalten und verschlüsselt speichern. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges Passwort für den Manager merken. Mit dem Passwort-Schlüssel-Automat können sich Eltern und Kinder Passwörter-Schlüssel ausdenken, die man nicht so schnell vergessen kann.

Auf der Internetseite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik können Sie mehr zu sicheren Themen nachlesen und anschauen.

Egoshooter und Gewalt

Bei der Frage, ob Mediennutzung gewalttätig machen kann, wird oft über Computerspiele diskutiert, vor allem über die sogenannten Egoshooter. Eltern, Lehrkräfte und auch einige Wissenschaftler befürchten eine direkte und negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Die größte Sorge: Die Inhalte könnten zu echten Gewalttaten inspirieren. Nachgewiesen werden konnte das bisher nicht. Ein Spiel allein macht nicht aggressiv oder gewalttätig.

Gewalthaltige Computerspiele aus der Ich-Perspektive

In Spielen, in denen es darum geht, andere Spielfiguren mit Gewalt auszuschalten, schauen Gamer aus der Perspektive ihrer Spielfigur auf die Spielwelt. Bei diesen Ego-Shootern sieht es also so aus, als würde man selbst mit einer Waffe durch eine 3D-Welt laufen und schießen. Berühmte Shooter sind Counter-Strike, Battlefield, Call of Duty oder Fortnite. Dieses Spielgenre ist enorm erfolgreich und aus der Szene nicht mehr weg zu denken. Fortnite gilt als besonders heikel, weil sich hier Elemente aus Ego-Shootern mit kindlichen und freundlichen Grafiken mischen und es deshalb schon junge Gamer anspricht.

Jugendliche sollen vor negativen Einflüssen geschützt werden

Man geht davon aus, dass gewalthaltige Spiele eine negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben können. Deshalb prüft die USK als Teil des Jugendmedienschutzes alle Spiele legt und Altersgrenzen fest. Je älter ein Kind ist, desto besser kann es zwischen Spiel und Realität unterscheiden. 

Beim Thema Gewaltdarstellung prüft die USK unter anderem, ob das Spiel düster und bedrohlich oder eher hell und positiv wirkt, ob die Spielfiguren wie Menschen aussehen und man rotes Blut sieht, ob sich die Gamer mit der Figur identifizieren können und ob kriegerische Handlungen verherrlicht oder auch kritisiert werden. Je nachdem, wie viele Kriterien zusammenkommen, wird entschieden, ab welchem Alter Kindern und Jugendlichen das Spiel zugänglich gemacht werden darf. Allerdings sind Spiele mit einer höheren Alterseinstufung teilweise besonders reizvoll für Jugendliche, weil sie ihre Grenzen austesten möchten.

Computerspiele allein machen nicht gewalttätig

Computerspiele können, wie andere Medien auch, in Extremfällen negative Auswirkungen haben, wenn sie z. B. zu viel genutzt werden und es keinen Ausgleich zur Mediennutzung gibt. 

Die Kommunikation in Gamer-Foren und Chats ist teilweise ziemlich hart und gemein und kann Ihr Kind ängstigen. Das heißt aber nicht, dass das bei Ihrem Kind dazu kommen muss. Denn solche Wirkungen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, weil sich jeder Mensch anders in bestimmten Situationen verhält. Kinder und Jugendliche, die auch sonst zu Gewalt neigen, oft allein sind und keine anderen Interessen haben, sind gefährdeter als andere. Niemand wird wegen eines Spiels mit Gewaltinhalten aggressiv oder gewalttätig.

Was Eltern beachten sollten

Die Jugendfreigabe sollte eingehalten werden. Je älter Ihr Kind ist und je weniger Einblick Sie in seine Mediennutzung haben, desto schwieriger ist das für Sie. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Kind im Gespräch bleiben. Fragen Sie nach, was faszinierend daran ist, und hinterfragen Sie Gewaltdarstellungen. Vielleicht erklärt Ihnen Ihr Kind, dass es in dem Spiel auch um Geschicklichkeit, sportliche Ziele, Rätsel oder gemeinsames Lösen von Problemen geht. Meistens geht es nicht nur um Gewalt allein, sonst würde es auch schnell langweilig werden. Lassen Sie sich das Spiel erzählen oder zeigen. Auch Sie sollten Ihrem Kind erklären, warum Sie darauf bestehen, dass es nur altersgemäße Spiele spielen darf.

Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, wenn Ihr Kind vorgibt, dass die anderen ein Spiel trotz Altersbeschränkung schon spielen dürfen. Vielleicht können Sie gemeinsam Regeln vereinbaren, die auch für den besten Freund gelten.

Mehr Informationen gibt es beim Elternratgeber der USK.

Kreative Kinderfotos

Jeden Tag erleben wir unvergessliche Momente mit unseren Kindern: die ersten Schritte, die Kostümparty mit den besten Freunden oder der erste Ausflug in den Zoo. Selbstverständlich wollen wir diese festhalten und mit anderen teilen.

Dabei sollten wir beachten, in welcher Art und Weise Fotos von unseren Kindern im Internet kursieren – egal ob bei WhatsApp, Instagram oder anderso im Netz. Denn auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und sollten altersgemäß mitentscheiden können, was und wie viel von ihnen im Internet zu sehen ist.

Wer gerne Fotos von seinen Lieben posten möchte, sollte darauf achten, dass Gesicht, Umgebung und Namen nicht klar erkennbar sind. Wir haben ein paar kreative Ideen gesammelt, um trotzdem schöne und eindrucksvolle Fotos zu erhalten:

Den Blickwinkel ändern

Copyright: Thomas Trutschel/photothek.net

Seien Sie kreativ, was den Blickwinkel der Kamera angeht. Auch ein Kinderfoto von hinten, oben oder unten kann bezaubernd sein!

Wenn Sie die Perspektive wechseln, kann das die Bildwirkung unterstreichen. Oft reicht es schon aus, sich auf eine Treppenstufe oder einen Küchenstuhl zu stellen. Achten Sie aber darauf, dass das Gesicht Ihres Kindes nicht erkennbar ist.

Wenn man auf Augenhöhe des Kindes begibt, wirkt der Hintergrund viel spannender und der Betrachter bekommt das Gefühl, die Welt aus Sicht des Kindes zu sehen.

Detailaufnahmen oder Ausschnitte

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Manchmal sind wir so damit beschäftigt, alles auf einmal auf ein Bild zu bekommen, dass wir die kleinen Dinge ganz übersehen. Dabei können auch Details etwas erzählen und emotional wirken.

Besondere Blickwinkel

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Interessante und kreative Fotos können auch entstehen, wenn man durch andere Objekte hindurch fotografiert (z. B. Blätter, Stoffe usw.) oder mit Wasserspiegelung arbeitet, dabei können tolle Pfützenfotos entstehen und die Kleinen haben auch ihren Spaß!

Schattenspiel

Copyright: Thomas Koehler/photothek.net

Wenn man mit Licht und Schatten arbeitet, wirken manche Fotos rätselhaft und spannend und andere sehr kunstvoll. Ihr Vorteil ist, dass nur Silhouetten und keine Gesichter zu erkennen sind.

Gesicht verdecken

Bild: photothek.de

Vielleicht kennen Sie Fotos von Kindern, auf denen die Gesichter im Nachhinein mit Emojis verdeckt wurden. Wenn man schon beim Foto machen daran denkt, dass Kindergesichter nicht zu sehen sein sollen, kann man sie auch auf eine andere Art verdecken. Manchmal sind solche Fotos gar nicht beabsichtigt und wirken natürlich, wenn das Kind z. B. gerade die Hände oder einen Gegenstand vors Gesicht hält – wie in unserem Beispiel.

Gegenstände statt Personen

Copyright: Thomas Trutschel/photothek.net

Auch Dinge können Geschichten erzählen, vor allem wenn man erkennt, dass sie einen Bezug zu einem Menschen haben – wie die Schuhe auf unserem Beispielfoto.

Fotobearbeitung

Einige der genannten Effekte lassen sich auch durch eine nachträgliche Fotobearbeitung erreichen. Man kann z. B. mit hohen Kontrasten und starkem Gegenlicht arbeiten oder mit der Tiefenschärfe spielen. Bei der Erstellung einer Fotocollage werden Bilder manchmal so klein dargestellt, dass die Gesichter nicht mehr zu erkennen sind.

Immer Rücksprache mit dem Kind halten

Beziehen Sie Ihr Kind so früh wie möglich ein. Viele Kinder sind es gewohnt, fotografiert zu werden. Und das gemeinsame Fotos anschauen auf dem Smartphone gehört bei vielen zum Familienalltag. Es bietet sich also an, frühzeitig auch kindgerecht über die Veröffentlichung von Fotos im Netz zu sprechen. Bereits ab dem Grundschulalter kann mit Kindern besprechen, was das Internet ist und was es bedeutet, wenn Fotos im Netz veröffentlicht werden.

Ob und wie viel Sie oder Ihr Kind von sich im Internet preisgeben, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist vor allem die Auseinandersetzung mit dem Thema. Sowohl Eltern als auch Kinder sollten sich bewusst sein, welche Konsequenzen es haben kann, Bilder von sich und anderen im Internet zu veröffentlichen. Als Anregung für ein gemeinsames Gespräch kann unser Beitrag Kinderfotos im Netz dienen.

Kommunikationsrisiken im Netz

Wenn man miteinander spricht, erscheint uns das erst einmal nicht gefährlich. Kommunikation findet heute auch digital statt und das birgt verschiedene Risiken. Anlässlich des Safer Internet Day 2020 möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie und Ihre Familie trotz Kommunikationsrisiken digitale Medien sicher nutzen können.

In Bildern sprechen: Wenn wir Nachrichten per Messenger schreiben, verwenden wir nicht nur Buchstaben, sondern sehr gern auch sogenannte Emojis. Man sollte allerdings darauf achten, dass es dabei nicht zu Missverständnissen kommt. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag Kommunikations mit Emojis.

Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir tauschen uns in den verschiedenen Situationen miteinander aus – auch beim Gaming. Computerspielen geschieht oft gemeinsam, auch wenn man dabei an unterschiedlichen Orten sitzt. Kommuniziert wird über ein Headset oder die Chatfunktion innerhalb eines Spiels. Nicht immer weiß man, wer da am anderen Ende mit einem spricht. Wenn möglich, sollte man fremde Kontakte blockieren. Was es sonst noch zu beachten gibt, können Sie in unserem Beitrag Kommunikation in Online-Games nachlesen.

Die Kontaktaufnahme durch Fremde ist deshalb riskant, weil man die Absichten der Person nicht kennt und nicht weiß, wer da eigentlich mit uns kommuniziert. Ist es wirklich der gleichaltrige Spielerfreund? Wenn fremde Erwachsene über verschiedene Social-Media-Dienste Kinder oder Jugendliche anschreiben, um sexuelle Kontakte anzubahnen, spricht man von Cybergrooming. Ein ernst zu nehmendes Risiko, das Sie minimieren können, wenn Sie wissen, was Ihr Kind online macht. Sprechen Sie mit ihm über mögliche Risiken, klären Sie es über Privatsphäre-Einstellungen und Blockierungsmöglichkeiten innerhalb von Apps auf und seien Sie vor allem immer ansprechbar!

Manchmal kann auch die Kommunikation mit Freunden und Bekannten problematisch werden. Unter Jugendlichen besteht z. B. über Chatgruppen die Gefahr von Cybermobbing. Hilfreich ist es, wenn Regeln zum Umgang in Messenger-Chats vereinbart werden. Tauschen Sie sich dazu mit anderen Eltern und den Lehrern Ihres Kindes aus. Sprechen Sie ebenso mit Ihrem Kind darüber, wie es mit Beleidigungen und fiesen Kommentaren umgehen sollte. Auch Hetze im Netz kann den Spaß verderben, Videos und Fotos ins Netz zu stellen. Sich genau zu überlegen, was man postet oder teilt, ist der erste Schritt zu einem sicheren Surfvergnügen.

Noch mehr zu Kommunikationsrisiken und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie in diesen Beiträgen:

Smartphone-Inhalte mit der Familie teilen

Sie möchten in einem gemeinsamen Familien-Account auf verschiedenen Geräten Apps, Musik und Fotos miteinander teilen? Dafür können sie die Familienfreigabe von Apple oder die Familienmediathek von Google verwenden. So können Sie Kosten sparen und gleichzeitig mitbestimmen, welche Apps Ihre Kinder nutzen. Das klingt erst einmal praktisch, es gibt allerdings auch einiges zu bedenken.

Mit der Familienfreigabe oder Familienmediathek können Sie:

Medien und Apps gemeinsam nutzen: Alle von Ihnen gekaufte Apps sind für alle Familienmitglieder verfügbar. Auch Fotos, Musik, Videos, Bücher sowie Filme und Serien können miteinander geteilt werden. Es ist außerdem möglich, den eigenen Standort für andere freizugeben.

der App-Nutzung Ihres Kindes zustimmen: Sie können sowohl mit einem Familienaccount Genehmigungen von Erwachsenen aktivieren. Wenn Ihr Kind eine App herunterladen möchte, werden Sie oder andere Erziehungsberechtigte um eine Bestätigung gebeten.

Beschränkungen für App- und In-App Käufe einrichten: In der Google-Familiengruppe können Sie In-App-Käufe für unter 18-Jährige einschränken. Mit der Apple-Bildschirmzeit können Sie weitere Beschränkungen für Ihre Kinder einrichten. Sie sollten die Einstellungen erneuern, wenn eine App neu heruntergeladen wird. Vergessen Sie dabei nicht mit Ihrem Kind zu besprechen, was sie oder er schon selbst entscheiden kann und was noch nicht und stellen Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung auf.

Eine Familie einrichten

Sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Android-Geräten mit Google können sich Erziehungsberechtigte und ihre Kinder als Familie registrieren:

iOS: Auf dem iPhone, iPad oder MacBook können bis zu sechs Familienmitglieder hinzugefügt werden, wenn diese über eine Apple-ID verfügen. Das Mindestalter zur Erstellung einer eigenen Apple-ID ist 13 Jahre. Als Elternteil haben Sie aber die Möglichkeit, eine oder mehrere Kinder-IDs einzurichten. Außerdem können Sie als Organisator der Familiengruppe weitere Erziehungsberechtigte bestimmen.

Android: Auf Android-Geräten können Sie im Google Play Store unter “Konto” eine Familiengruppe mit bis zu fünf Mitgliedern erstellen und verwalten. Bei Kindern unter dem 13. Lebensjahr können nur Sie als Eltern ein Google-Konto für Ihr Kind anlegen. Alle Familienmitglieder müssen sich über den Play Store für die Familiengruppe registrieren. Sie können als Administrator Familienmitglieder einladen und diese verwalten.

Wie Sie die Familienfreigabe auf iOS und die Familienmediathek bei Android aktivieren und weitere Einstellungen vornehmen können, finden Sie auf DeinHandy-Magazin und auf den Hilfeseiten von Google und Apple.

Was ist zu beachten?

Die Familienmediathek von Google bzw. die Familienfreigabe von Apple ist kostenlos, Sie “zahlen” jedoch teilweise mit Ihren persönlichen Daten. Einige Daten sind sinnvoll und notwendig, um die Funktionen nutzen zu können, andere nicht. Nutzen Sie deshalb die möglichen Einstellungen zum Datenschutz. Laut Google werden die Daten der Kinder nicht für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie z. B. Ihren Standort innerhalb der Familie freigeben, sollte Ihnen bewusst sein, dass damit auch das Unternehmen Ihren Alltag und den Ihrer Kinder auf Schritt und Tritt mitverfolgen kann. Überlegen Sie gemeinsam, wann es sinnvoll ist, bestimmte Funktionen wie die Standortfreigabe zu nutzen und wann sie deaktiviert bleiben sollte, falls Sie einen gemeinsamen Familienaccount nutzen möchten.

Ohne die Hinterlegung einer Zahlungsmethode ist die Funktion der Familienfreigabe oder der Familienmediathek nicht möglich. Seien Sie sich bewusst, dass Apple und Google damit Zugriff auf ggf. Ihre Kreditkarte, Ihr Kaufverhalten und das Onlineverhalten aller Familienmitglieder hat.

Wenn Sie in Ihrer Familie Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwenden, ist das Verwenden die Familienfunktion schwieriger. Auf einem iPad und iPhone können Sie sich über den Internetbrowser in Ihrem Google Play-Konto einloggen und unter “Familiengruppe” Einstellungen vornehmen. Da Android-Geräte mit Google keine Apple-ID haben, kann die Apple Familienfreigabe mit dem Gerät nicht verbunden werden.

Die vorgestellten Funktionen können praktisch sein, greifen aber auch in die Privatsphäre von Ihnen und Ihren Kindern ein. Überlegen Sie genau, ob sie solche Hilfen benötigen, oder ob Sie über Gespräch und klare Regeln auch eine sichere Handynutzung Ihres Kindes erreichen können.

Aufgepasst: Rechtliche Hinweise für die Social-Media-Nutzung

Instagram, WhatsApp, YouTube – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer Social Media nutzt, sollte sich einiger rechtlicher Bedingungen bewusst sein, die es beim Hochladen von Fotos, Teilen von Artikeln und dem Schutz der eigenen Daten zu beachten gibt. Sie als Eltern sollten Ihre Kinder frühzeitig mit den Regeln im Netz vertraut machen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Datenschutz – Meine eigenen Daten

Wenn Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet begleiten, können Sie es altersgerecht an einen richtigen Umgang mit personenbezogenen Daten heranführen. Beim Verstehen helfen anschauliche Vergleiche: Ihr Kind möchte nicht, dass sein Geheimnis in der Klasse ausgeplaudert wird. Dann sollte es so wenig Leuten wie möglich davon erzählen – auch nicht bei WhatsApp. Empfehlen Sie Ihrem Kind, so wenig wie möglich von sich im Netz preiszugeben und sich jedes Mal vorher zu fragen, ob es wirklich nötig ist, diese Information zu teilen. Das gilt für den vollständigen Namen, die Telefonnummer, Adresse oder das Geburtsdatum, aber auch für Bilder, Videos, Messenger-IDs, standortbezogene Daten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer Personen dürfen nicht einfach weitergegeben werden.

Erklären Sie Ihrem Kind, welche Berechtigungen es bestimmten Apps geben sollte und welche lieber nicht. Zum Beispiel braucht nicht jede App unbedingt die Standortinformation oder Zugriff auf das Mikrofon. Sehen Sie sich deshalb unbedingt zusammen die Voreinstellungen in jeder App an, die Sie oder Ihr Kind zum ersten Mal nutzen und deaktivieren Sie diese.

Urheberrecht – Die Rechte von anderen

Vor allem bei YouTube und TikTok finden sich zahlreiche Inhalte, die Personen zwar hochgeladen, aber nicht selbst erschaffen haben. Sie besitzen häufig nicht die Rechte an den Inhalten. Solche geschützten Werke sind im urheberrechtlichen Sinne z. B. Musikstücke, Filme, Texte, Fernsehsendungen, Computerprogramme oder Grafiken. Es kann problematisch sein, solche Inhalte öffentlich ins Netz zu stellen und Klagen mit sich bringen. Häufig ist die private Nutzung ohne Zustimmung erlaubt. Grundsätzlich gilt aber die Regel: Wer fremde Werke online stellen will, muss den Rechteinhaber fragen. Das gilt für das Lieblingslied, das Ihre Tochter in ihrem Tanzvideo auf YouTube stellen möchte ebenso wie für ein Bild vom Lieblingsfußballspieler, das Ihr Sohn für seinen Instagram-Account ausgesucht hat.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Kinder und Sie nichts mehr ins Netz stellen dürfen, was sie nicht selbst erschaffen haben. Es gibt zahlreiche Inhalte im Netz, die eine freie Lizenz haben und so von jedem genutzt und verbreitet werden dürfen. Häufig erkennt man diese auch am CC-Logo. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts, das jedem zusteht – auch minderjährigen Kindern. Es besagt, dass eine Abbildung, bspw. ein Foto, nur verbreitet oder veröffentlicht werden darf, wenn die Person, die darauf zu sehen ist, ihre Einwilligung gegeben hat. Das gilt auch für Fotos von Ihrem Kind. Das betrifft die Veröffentlichung eines Fotos in einem Sozialen Netzwerk ebenso wie das Verschicken per Messenger-App.

Vereinbaren Sie Regeln in der Familie und mit Freunden, was das Weiterleiten von Fotos angeht. Gehen Sie außerdem die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch, über die Sie Fotos verschicken oder sogar veröffentlichen. Prüfen Sie, wer Ihre Fotos, z. B. in Storys oder Ihrem Profilbild, sehen kann und nutzen Sie die Privatsphäre-Einstellungen.

Projektpartner
Unterstützer