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Fitness-Wahn und Abnehm-Challenges in Sozialen Netzwerken

Ein DIN-A4 Blatt ist 21 cm breit bzw. schmal. Auf Instagram streben junge Menschen danach, so dünn zu sein, dass ihre Taille hinter einem Blatt Papier verschwindet. Als Beweis posten sie das entsprechende Foto. Die A4-Waist-Challenge ist nur einer der absurden Abnehm-Wettbewerbe in sozialen Netzwerken. Solche Challenges vermitteln nicht nur ein vollkommen unrealistisches Schönheitsideal, sondern bringen Jugendliche auch dazu, den eigenen Körper als zu dick wahrzunehmen und schlimmstenfalls riskanten Abnehmtrends zu folgen.

Schönheitsideale auf YouTube

Groß, dünn, sportlich: Dieses Ideal wird Jugendlichen vor allem durch Medien als erstrebenswert vermittelt. Videos zu gesunder Ernährung und Fitness kommen auf YouTube sehr gut an. Mit gesund ist hier aber oft auch gemeint, dünn und damit  vermeintlich attraktiv zu sein. Die Grenze zwischen gesunder Ernährung und ungesunder Diät ist schmal. Den Unterschied zu erkennen, ist für Jugendliche nicht immer leicht. Einige YouTuber, die Fitnessvideos machen, beschäftigen sich auch mit Fashion und Beauty. Es geht also bei manchen eher darum, ein bestimmtes Bild von Schönheit zu zeigen, als eine gesunde Lebensweise darzustellen. Unter dem Hashtag #WhatIEatInADay zeigen YouTuber z. B., was sie alles an einem Tag gegessen haben und zählen die Kalorien. Diese bleiben in der Regel deutlich unter der notwendigen und von Ärzten empfohlenen Zahlen.

Wer ist am dünnsten? Challenges auf Instagram und Co.

Bei Instagram können Jugendliche selbst aktiv werden und sich zeigen, indem sie an Challenges teilnehmen. Neben der #A4Waist-Challenge kursieren schon seit Jahren immer wieder verschiedene Abnehmtrends auf Instagram. Bei der #thighgap-Challenge geht es darum, wer die größte Lücke zwischen den Oberschenkeln hat. Je dünner, desto „schöner“ ist man angeblich.

Challenges gehören zu den beliebtesten Inhalten, die Jugendliche in sozialen Netzwerken verfolgen. Es gibt regelmäßig neue Herausforderungen, die teilweise große Aufmerksamkeit auf sich ziehen und viele Menschen animieren, mitzumachen. Bei den Abnehm-Challenges auf Instagram handelt es sich aber nicht um einen lustigen Gag, sondern hier messen sich junge Menschen mit anderen um die dünnsten Beine oder die schmalste Taille. So wird ein vollkommen unrealistisches und teilweise ungesundes Schönheitsideal vermittelt. Jugendliche können sich dadurch unter Druck gesetzt werden, genauso aussehen zu müssen, um attraktiv und beliebt zu sein. Instagram geht einen ersten Schritt zum Schutz vor problematischen Schönheitsidealen: Minderjährigen soll künftig keine Werbung für Gewichtsreduzierung oder kosmetische Eingriffe mehr angezeigt werden.

Attraktivität bedeutet nicht unbedingt Schlanksein

Nicht alle Fitness-Videos oder Challenges stellen ein Problem dar. Bewegung und gesundes Essen sind eine gute Sache. Wenn Jugendliche mit Hilfe von Influencern motiviert werden, sich regelmäßig zu bewegen, ist das eine gute Sache!
Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind dabei unterstützen, unterscheiden zu können, welche Inhalte realistisch und welche problematisch sind. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und lassen Sie sich zeigen, was sie oder ihn an bestimmten Social-Media-Kanälen gefällt.

Auch unabhängig von Medien sollten Sie mit Ihrem Kind über die Veränderungen seines Körpers – besonders in der Pubertät – sprechen. Sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, ist eine wichtige Voraussetzung, sich nicht durch andere beeinflussen zu lassen. Attraktivität hat meistens wenig mit einem bestimmten Aussehen zu tun. Wer sich wohl im eigenen Körper fühlt und Freude am Leben hat, strahlt das auch aus – und das wirkt anziehender und interessanter als ein perfekter Körper allein!

Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.

Perfekte Haut, glänzende Haare, Modelfigur – das ist ein für viele Jugendliche vertrautes Bild aus der schillernden Instagram-Welt. Vor allem junge Mädchen nehmen den dort vorgelebten Lifestyle oder das Aussehen als Vorbild und empfinden es als Ideal. Was das für ihre Selbstwahrnehmung bedeutet und wie Sie Ihr Kind darin unterstützen können, sich wohl im eigenen Körper zu fühlen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Scheinwelt Instagram

Viele der bei Instagram geposteten Fotos entsprechen nicht der Realität. Ob Mitschülerin oder Beauty-Bloggerin – jeder möchte den eigenen Followern möglichst beneidenswerte Fotos präsentieren. Dafür werden die von Instagram bereitgestellten Filter genutzt, mit denen die Haut glatter, die Sonne strahlender und die Haare glänzender wirken. Mit speziellen Apps können sogar die Nase kleiner oder die Taille schmaler gemacht werden

Vor allem Influencer präsentieren sich und ihr Leben in sozialen Netzwerken als nahezu makellos und perfekt. Ihre Follower nehmen diese Darstellung als authentisch wahr und eifern ihnen nach. Das kann sich durch den Wunsch nach den neuesten Sneakern äußern oder durch Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Denn die Instagram-Welt hat nur wenig mit der Realität zu tun, da „normale“ Körper kaum präsent und daher für Jugendliche nicht erstrebenswert sind. Teenager werden dem Druck ausgesetzt, dieser schiefen Wirklichkeit nahezukommen.

Um Teil der Community zu sein, entsteht zudem der Druck, eigene Fotos auf Instagram zu posten. Die Anzahl an Likes und Kommentaren gilt für viele junge Menschen als Bestätigung ihrer Person. Die Selbstzweifel steigen, wenn das gepostete Foto nur wenige oder gar keine Likes erhält.

Einfluss auf Jugendliche und ihr Selbstbewusstsein

Verschiedene Studien haben ergeben, dass sich Jugendliche, die Instagram nutzen, in ihrem Körper besonders häufig unwohl fühlen. Auch Snapchat wird deshalb kritisiert. Jugendliche werden nicht nur in sozialen Netzwerken mit perfekten Fremdbildern konfrontiert, sondern auch durch Fernsehformate wie “Germany’s Next Topmodel” oder durch Werbung. Zu ihren Vorbildern in sozialen Netzwerken fühlen sich Jugendliche allerdings besonders stark persönlich verbunden.

Die verzerrten Körperbilder in den sozialen Netzwerken werden viel kritisiert. Es gibt starke Bemühungen, Körper in den Medien in all ihren Formen zu präsentieren, z. B. indem sich Menschen auf Instagram und Co. unter Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram oder #teambodylove ungeschminkt und natürlich zeigen. Die Bilder sind nicht bearbeitet. So wird versucht, vor allem jungen Menschen ein realistisches Körperbild zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, den eigenen Körper zu akzeptieren.

Darüber hinaus gibt es Forderungen, bearbeitete Bilder in Zukunft als solche markieren zu müssen, um deutlich zu machen, dass diese eben nicht der Realität entsprechen.

Wie Sie als Eltern Ihr Kind unterstützen können

Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Vorbilder im Gespräch. Schauen Sie sich gemeinsam Bilder auf Instagram an und fragen Sie nach, was genau es an den Bildern toll findet. Machen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn auf bearbeitete Bilder aufmerksam und hinterfragen Sie, inwiefern diese realistisch sein können. Zeigen Sie vielleicht auch Kanäle, die gezielt versuchen, realistische Fotos hochzuladen. Suchen Sie gemeinsam nach Kanälen oder Hastags, die weniger Stereotypen entsprechen, sondern die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. Das gibt Ihrem Kind unterschiedliche Anreize für die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Nutzen Sie gemeinsam aus Spaß eine Fotobearbeitungsapp und verändern Sie ein Foto von sich oder Ihrem Kind mit Hilfe von Filtern. So realisiert Ihr Kind auch, wie einfach es ist, ein Bild zu verändern oder gar zu manipulieren. Ganz unabhängig von Medien können Sie Ihr Kind täglich darin unterstützen, den eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben und so das Selbstwertgefühl stärken.

Storys bei Instagram, WhatsApp und Co.

Instagram, Snapchat und WhatsApp werden von vielen Jugendlichen genutzt. Alle diese Dienste bieten eine besonders beliebte Funktion: das Erstellen sogenannter Storys. Snapchat hatte sie zuerst, aber seit Instagram kennt sie eigentlich jeder Teenie.

Was ist eine Story?

Die „Story“ ist dafür da, aktuelle Erlebnisse mit anderen zu teilen. Man postet kein einzelnes Fotos im Chat oder in seinem Kanal, sondern lädt Fotos oder Videos in einer Story hoch, die in einer automatisch ablaufenden Folge angezeigt werden. Abonnenten oder Kontakte können sie meistens nur für 24 Stunden sehen.

Man kann seine Story mit allerlei Mitteln verzieren – je nach Talent und Geschmack.  Die oben genannten Apps bieten hierbei ähnliche Möglichkeiten, wie Beschriftung, Emojis, Ortsmarkierungen, Verlinkung von Personen, Filter, lustige Sticker oder sogar Umfragen.

Was ist daran so spannend?

Storys wirken oft sehr realitätsnah bzw. nah dran am Leben anderer. Es kann besonders spannend sein zu sehen, was beim Lieblingsinfluencer und Freunden gerade los ist. Wenn man gerade etwas Spannendes oder Schönes erlebt, das man gerne mit seinen Freunden oder Followern teilen möchte, ist die Story ein beliebtes Mittel. Denn mit Bildern und Videos kann eine kleine Geschichte erzählt werden.

Was sollte man unbedingt beachten?

Da Storys sich nach 24 Stunden selbst löschen, ist die Hemmschwelle niedriger, auch mal eher unvorteilhafte, peinliche und private Bilder oder Videos von sich zu veröffentlichen. Hier gilt die Regel: Erst denken, dann posten! Es sollten nur Bilder und Clips veröffentlicht werden, die auch problemlos in der Zeitung oder im Fernsehen zu sehen sein könnten.

Aber auch die Möglichkeiten der Story-Funktion können die Privatsphäre gefährden: Mit der Ortsmarkierung lässt sich nachverfolgen, wo man sich gerade befindet. So können schnell unangenehme oder gefährliche Situationen entstehen, wenn z. B.  jemand zu dem verlinkten Ort kommt und Ihre Tochter oder Ihren Sohn aufsucht.

Hier hilft es, Regeln zu vereinbaren. Klare Regeln, was und wann gepostet wird, schaffen Orientierung. Es muss nicht immer im selben Moment sein, in dem ein Foto entsteht! Überlegen Sie, ob Sie mit der Familie handyfreie Zonen einrichten, in denen man das Familienleben ungestört und privat verbringt.

Um die Privatsphäre zu schützen, sollten Sie darauf achten, dass das Konto Ihres (minderjährigen) Kindes auf privat gestellt ist, so dass seine Storys nur von den eigenen Followern gesehen werden können. Am besten legen Sie als Eltern gemeinsam mit Ihrem Kind das Benutzerkonto an, richten die Privatsphäre-Einstellungen ein und prüfen die Sicherheitseinstellungen.

Sprechen Sie ganz offen über die möglichen Gefahren durch unüberlegtes Posten, damit Ihr Kind Verhaltensregeln nachvollziehen kann. Ihre Tochter oder Ihr Sohn weiß dann, dass Sie als Eltern im Falle von Cybermobbing, Belästigung oder verstörenden Inhalten die ersten Ansprechpartner sind.

Auch die Inhalte aus den Storys der Lieblingsinfluencer und Freunde Ihres Kindes sollten kritisch hinterfragt werden. Sprechen Sie mit ihm darüber und überlegen Sie gemeinsam, wie kalkuliert ein Schnappschuss bei Stars und Influencern wohl entsteht.

Instagram

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Hier werden Erlebnisse als Story geteilt oder man verfolgt den Alltag seines Lieblingsinfluencers.

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https://www.youtube.com/watch?v=zvLSkQ-yMCo_%_

Kurz gefasst:

  • Soziales Netzwerk, das über die kostenlose App genutzt wird
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Storys
  • Mindestalter: 13 Jahre
  • Gehört zu Facebook
  • Vorsicht: Inhalte können teilweise für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein. Account-Informationen und geteilte Inhalte sind standardmäßig für alle sichtbar

Was ist Instagram?

Instagram ist eine Social-Media-Plattform zur Veröffentlichung von Fotos und kurzen Videos. Mit Filtern, Emoticons, Schriftarten usw. lassen sich Fotos und Videos bearbeiten. In Bildunterschriften werden die eigenen Fotos mit einem Hashtag Themen zugeordnet.

Benutzer finden hier eine große Vielfalt an Inhalten. Von Profilen von Stars und Sternchen, über Marken und Produkte bis zu persönlichen Profilen von Freunden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Eigene Bilder lassen sich mit den vielen Filtern kinderleicht verändern. Überbelichtete Aufnahmen, Polaroid-Optik, quadratisches Format und viele andere Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken. Es gilt für sie oft, ihre Wirkung auf andere zu testen.

Außerdem finden Kinder und Jugendliche auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta – wie Jugendliche sagen – lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wenn man sich bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse registriert hat, sind erstmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. Name, Profilbild und Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Stellt man seinen Account auf privat, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass man ein Foto auch auf anderen Netzwerken wie Facebook via Instagram teilen kann. Das kann schnell auch unbeabsichtigt passieren.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzern bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern dies, zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Auch bestimte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder, deren Inahlte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch keine wirksame Alterskontrolle statt. Es finden sich umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise.

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder Nutzer bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen sollte. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freunden über das Internet geteilt werden!

Erwägen Sie, das Profil Ihres Kindes gleich nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann können nur vorab bestätigte Follower das Profil Ihres Kindes einsehen. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, dann sollten dort auch die Privatssphäreeinstellungen angepasst werden.

Zeigen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, andere Nutzer zu blockieren oder zu melden. Es sollte wissen, wann es diese Funktionen einsetzen kann und sollte, z. B. wenn Fremde es via Instagram anschreiben oder jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt.

Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass dies Risiken mit sich bringt, z. B. dass man von Fremden aufgefunden werden kann.

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