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Beliebte Spiele: Call of Duty

Call of Duty ist eines der weltweit erfolgreichsten Ego-Shooter-Spiele, das es auch als kostenlose Mobilversion für das Handy gibt. In rasanter Geschwindigkeit kämpft man darin als Soldat gegen andere oder in einem virtuellen Krieg gegen Aliens. Ziel ist es, die Feinde durch Waffengewalt zu vernichten, also zu erschießen (engl. = shoot).

Kurz gefasst:

  • kostenlose Spiele-App für Android und iOS
  • kostenpflichtiges Spiel für Computer und Konsolen – in verschiedenen Versionen
  • Altersbeschränkung: ab 18 Jahren/keine Jugendfreigabe
  • Einzel- oder Mehrspielermodus möglich
  • für Minderjährige problematisch ist die starke Darstellung von Krieg und Gewalt

Worum geht es in Call of Duty?

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Soldaten und  befindet sich an unterschiedlichen, historischen oder ausgedachten Kriegsschauplätzen. Dort liefert er sich ständige Schusswechsel mit Gegnern, von denen möglichst viele getötet werden müssen. Im Mehrspieler-Modus wird im Netzwerk gegen und mit anderen Menschen gespielt.
Seit 2003 gibt es fast jedes Jahr einen neuen Teil der Spielereihe. Es gibt mit der Zeit immer mehr Funktionen oder andere Welten. Die Spiele bauen allerdings nicht aufeinander auf. Zu den beliebtesten Games der Reihe zählen “Black Ops”, “Ghosts” und “Modern Warfare”.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die Faszination – egal ob jugendlicher oder erwachsener Gamer – ist vergleichbar mit dem Anschauen eines Actionfilms, nur dass die Spielenden selbst in die Rolle eines Soldaten schlüpfen und gegen andere kämpfen. Dabei wirkt das Spiel sehr realitätsnah und gleichzeitig ist es eine Simulation. Diese Art zu kämpfen ist für die meisten Gamer in der Realität nicht vorstellbar.

Besonders spannend sind die Herausforderungen im Kampf gegen andere.

Auf Jugendliche – besonders auf Jungen – üben Spiele, die noch nicht für ihr Alter gedacht sind, einen besonderen Reiz aus. Sie wollen sich austesten und ausprobieren oder sich gegenüber Gleichaltrigen beweisen, indem sie solche Spiele spielen oder vorgeben, das zu tun. Nicht immer entspricht das der Wahrheit!

Was ist problematisch an dem Spiel?

Waffengewalt, Giftgas- und Drohnenangriffe, deutlich sichtbares Töten und Blutbäder sind Teil des Spiels. Aufgrund seiner gewalthaltigen Handlung und Atmosphäre ist das Spiel nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. Gespielt wird es trotzdem auch von unter 18-Jährigen. Immer wieder werden die Auswirkungen von Computerspielen wie Call of Duty diskutiert. Problematisch ist die Ego-Shooter-Perspektive, wodurch die Ereignisse aus der Sicht der Spielfigur gezeigt werden. Ob dies zu einem höheren Maß an Aggressionen aufgrund einer stärkeren Identifikation mit der Figur auslöst, konnte wissenschaftlich bisher nicht bestätigt werden.

Die Opferperspektive oder die Folgen für die Gesellschaft eines Krieges werden im Spiel an keiner Stelle thematisiert. Es handelt sich dennoch um keine realistische Kriegssimulation.

Was meint der Anbieter?

Das Spiel richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Herausgeber ist Activision, einer der weltweit größten Spielehersteller mit Hauptsitz in den USA. Laut seinen Nutzungsbedingungen können Erziehungsberechtigte einem Activision-Konto zustimmen, wenn ihr Kind über 13 Jahre und unter 18 Jahre alt ist. Dabei findet die in Deutschland geltende Alterseinordnung der USK allerdings keine Berücksichtigung.

Was sollten Eltern beachten?

Als Eltern können Sie zwar entscheiden, ob Sie Ihr Kind Spiele spielen lassen, die für ihr Alter laut USK nicht angemessen sind. Sie können am ehesten einschätzen, ob es virtuelle Gewalt von realer Gewalt unterscheiden kann und ob die Kriegsdarstellungen beängstigend auf Ihr Kind wirken können. Dennoch sollten Sie bedenken, dass die Alterseinschränkungen nicht ohne Grund erfolgen. Ein Spiel, das für Minderjährige nicht geeignet ist, sollte nicht von deutlich jüngeren Kindern gespielt werden. Auf Seiten wie spielbar.de oder NRW-Spieleratgeber können Sie auch pädagogische Beurteilungen zu unterschiedlichen Spielen auf deutsch lesen.
Bleiben Sie immer im Gespräch mit Ihrem Kind, so dass Sie wissen, was es spielt und wie es mit Spielen umgeht. Fragen Sie auch nach, was sich Ihr Kind auf YouTube anschaut. Möglicherweise sind Videos über Computerspiele – sogenannte Let’s Plays – dabei, die keine USK-Jugendfreigabe haben.

Nicht immer stimmt es, wenn Kinder von Freunden erzählen, denen es angeblich erlaubt ist, Ego-Shooter wie Call of Duty zu spielen. Tauschen Sie sich dazu mit anderen Eltern aus. Sie müssen für sich und Ihre Familie entscheiden, was das Beste für sie ist.

Sie können Call of Duty übrigens auch über die Familienfreigabe-Funktion oder direkt in den Einstellungen auf dem Smartphones Ihres Kindes sperren, z. B. über die Bildschirmzeit auf Apple-Geräten.

Beliebte Spiele: Fortnite

Fortnite gehört seit einiger Zeit zu den beliebtesten Spielen unter Jugendlichen. Dass das Spiel erst ab 12 Jahren freigegeben ist, interessiert die jüngeren Spieler wohl kaum.

Kurz gefasst:

  • Videospiel von EPIC Games
  • Mindestalter laut Anbieter und nach USK: 12 Jahre
  • kostenlose App für Android und iOS oder kostenpflichtige Spielversion für Computer und Konsolen
  • enthält In-App-Käufe

Was ist Fortnite?

Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt aktuell drei Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save The World“ muss man mit anderen Spielern eine Festung aufbauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspieler zu töten, um selbst zu überleben. Es gibt auch einen Kreativmodus, der in unserem Beitrag Kreativ mit Fortnite und Minecraft vorgestellt wird.

Auch wenn Waffengewalt die einzige Handlungsoption ist, enthält Fortnite keine detaillierten Gewaltszenen. Im Spiel selbst fließt kein Blut und es gibt keine Leichen zu sehen. Sobald man stirbt, wird man aus der Welt teleportiert und kann erst in der nächsten Runde von vorne starten. Auch die Cartoon-Optik des Spiels verharmlost die Gewaltszenen.

Fortnite können Jugendliche alleine oder mit bis zu drei Mitspielern spielen. Dabei unterhalten sie sich über Headsets. Fortnite Battle Royale gibt es als kostenlose App für mobile Geräte.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an diesem Angebot?

Vor allem Kinder und Jugendliche sind von Fortnite fasziniert. Selten hat ein Spiel einen so großen Hype ausgelöst, sicherlich auch weil es kostenlos und über verschiedene Plattformen spielbar ist. Besonders für Anfänger ist es leicht, in das Spiel einzusteigen, da keine Vorkenntnisse nötig sind. Wenn mit Freunden gemeinsam gespielt wird, kommt die Absprache und Interaktion innerhalb eines Teams dazu. Diese Faktoren erzeugen eine Mischung aus Sucht und Emotionalität, wenn eine Runde beispielsweise kurz vor dem Ende verloren wird. Die witzigen Details wie die Freudentänze der Spielfiguren erweitern den Spielspaß.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wegen der Altersfreigabe ab 12 Jahren ist Fortnite stark in der Kritik. Die Gewaltszenen werden zwar comichaft und verharmlost dargestellt, dennoch ist es Ziel des Spiel, sich gegenseitig umzubringen. Besonders Kinder und Jugendliche könnten dieses Bewusstsein sehr schnell verlieren.

Da sich die Figuren in Fortnite schnell „umbringen“ lassen, kann schon in kurzer Zeit Frust entstehen, wenn es den eigenen Helden trifft. Fortnite ist zudem sehr stressig, da man ständig auf der Hut sein und seine Umgebung nach Bedrohungen abscannen muss. Manche Kinder sind sehr anfällig für solchen Stress und könnten sich dadurch schnell überfordert fühlen.

Um Fortnite spielen zu können, musst man einen Account bei EPIC Games anlegen. Dafür ist die Angabe einer E-Mail-Adresse und notwendig. Das Alter wird nicht abgefragt.
Bei Fortnite spielt man weltweit gegen andere Spielerinnen und Spieler jedes Alters. Der Spielechat lässt sich nicht ausschalten und man kann nicht auswählen, gegen wen man spielt.

Das Spiel ermöglicht den Kauf von virtueller Währung, sogenannten V-Bucks. Damit können virtuelle Gegenstände wie Outfits, Siegestänze oder auch ein Zugang zu wöchentlichen Herausforderungen gekauft werden. Diese Gegenstände und Funktionen sind für das Spiel zwar nicht notwendig, aber gerade für Kinder und Jugendliche spannend. Die Zusatzpakete kosten aktuell zwischen 9,99 und 99,99 €.

Stiftung Warentest nahm Fortnite 2019 unter die Lupe und bewertete das Spiel mit „Inakzeptabel“. Grund dafür ist, dass beim Spielen andere Mitspieler erschossen werden, sodass es sich nicht um kindgerechte Inhalte handelt. Zudem fanden sich rechtsextreme Nutzernamen und sehr teure In-App-Käufe. Werbung findet sich jedoch keine.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter informiert über die USK-Einordnung des Spiels und gibt Eltern Hinweise zum Umgang mit Fortnite. Zum Problem der In-App-Käufe äußert sich EPIC Games nicht.

Was sollten Eltern beachten?

Kinder unter 12 Jahren sollten das Spiel auf keinen Fall spielen. Wenn Ihr Kind älter ist und den Wunsch hat, Fortnite zu spielen, sehen Sie sich das Spiel selbst vorher an und entscheiden Sie, ob es reif genug dafür ist. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es Fortnite spielen möchte. Spielen Sie gemeinsam und lassen sich erklären, worum es geht.

Versuchen Sie auch Ihrem Kind bewusst zu machen, dass es in Fortnite um Gewalt geht und sie diese nicht unterschätzen dürfen. Das heißt aber nicht, dass Computerspiele unbedingt gewalttätig machen.

Seien Sie als Ansprechpartner da, wenn Ihr Kind auf unangemessene Inhalte oder unangenehme Mitspieler stößt. Spieler, die sich unangebracht verhalten, können über das Spielmenü gemeldet werden.

Vereinbaren Sie Regeln und Spielzeiten. Da es keine Pause-Funktion bei Fortnite gibt, würden Sie Ihrem Kind mit der Ansage „Nur noch 5 Minuten“ keinen Gefallen tun. Vereinbaren Sie deshalb eine Rundenanzahl. Einzelne Runden in Fortnite dauern im Schnitt 10 bis 25 Minuten.

Problematisch ist die Kommunikation mit Fremden via Headset. Um mitzubekommen, wer auf welche Weise mit Ihrem Kind kommuniziert, sollten Sie die alternative Tonausgabe über den Fernseher aktivieren. Diese Einstellungsmöglichkeit finden Sie in den Settings der jeweiligen Konsole.

In einem Artikel, der auf ZEITonline erschienen ist, erklärt ein Vater, wie Fortnite funktioniert und was ihn und seine Kinder daran begeistert.

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