Elternguide Logo

Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

Herausforderungen der digitalen Kommunikation

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Kennen Sie fragFINN?

Über fragFINN surfen Kinder nur auf geprüften Internetseiten. Dadurch stoßen sie auf keine ungeeigneten Inhalte.

Kurz gefasst:

  • Suchmaschine für Kinder
  • geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren
  • zusätzliche Surftipps und Artikel
  • auch als App verfügbar
  • datensicher
  • basiert auf Open-Source-Software Elasticsearch

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=qFv6viliLuU_%_

Was ist fragFINN?

Die Suchmaschine für Kinder zeigt auf der Grundlage von geprüften Webseiten nur unbedenkliche Inhalte in den Ergebnissen an. Die Prüfung der Internetseiten wird von einem medienpädagogischen Team durchgeführt. Über die Kindersuchmaschine findet man Kinderseiten und unbedenkliche Erwachsenenseiten (z. B. Zooseiten, Vereinsseiten). Die Kinderseiten werden in den Suchergebnissen zuerst ausgespielt.

Auf der Startseite von fragFINN finden Kinder auch Surftipps zu vielen unterschiedlichen Themen. Kinder können sich als fragFINN-Kinderreporter engagieren und berühmte Persönlichkeiten treffen.

Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden Websites durch die Icons „Kinder“, „Wissen“ und „International“ gekennzeichnet. Dadurch sind die Suchergebnisse für Kinder leichter einzuordnen.

Bei der Nutzung der Suchfunktion auf der Website und in der App wird die Suchanfrage der Nutzenden direkt an den fragFINN-Server in Deutschland gesendet. Dabei werden keine Nutzer*innendaten gesammelt oder gespeichert.

Auf mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet lässt sich auch die fragFINN-App installieren.

Was sollten Eltern beachten?

Kindersuchmaschinen bieten einen sicheren Einstieg in die Welt des Internets. Sie können eine gute Vorbereitung auf die Nutzung von gängigen und bekannten Suchmaschinen sein. Durch die Vorprüfung aller Inhalte ist eine sehr hohe Sicherheit für Ihr Kind gegeben. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind gerade bei der erstmaligen Nutzung begleiten und gemeinsam die Suchmaschine erkunden. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären.

Sollte Ihr Kind eine Seite unter den Ergebnissen finden, die ihm Angst macht, kann es diese über den Button „Seite melden“ mitteilen. Die eingegangenen Alarme werden täglich überprüft. Ihr Kind hat auch die Möglichkeit, Internetseiten vorzuschlagen. Das medienpädagogische Team prüft die Seiten und kann sie gegebenenfalls für die Kindersuchmaschine freigeben. Außerdem ist die Suchmaschine besonders kompatibel mit zusätzlichen Kinderschutzlösungen wie z. B. JusProg.

Weitere Informationen für Eltern sind hier zu finden: eltern.fragFINN.de

Meinungsbildung im Netz – Safer Internet Day 2021

Der Safer Internet Day findet jedes Jahr im Februar statt und steht für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche. An diesem weltweiten Aktionstag finden online und offline Veranstaltungen statt, die dazu beitragen sollen, dass alle das Internet sicher nutzen können. In Deutschland werden die Angebote bei klicksafe gebündelt.

Im Jahr 2021 steht der SID unter dem Motto “Was glaube ich? – Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake“ – ein Thema, das auch auf dem Elternguide immer wieder eine Rolle spielt. Die wichtigsten Artikel haben wir für Sie zusammengefasst:

Meinungsmache im Netz – Was steckt dahinter?

Alles fake? Falschmeldungen erkennen

Nachrichten, die als echte Meldung getarnt sind, gibt es mittlerweile in Unmengen. Sie sollen unsere Meinung über bestimmte Dinge beeinflussen. Wichtig ist, erkennen zu können, was echt und was nur geschwindelt ist! Besonders bei sogenannten Deep Fakes ist das schwierig. Das sind Bilder oder Videos, die technisch so verändert werden, dass sie absolut echt wirken.

Hetze im Netz

[Dieser Beitrag ist auch als eingesprochene Audiofassung verfügbar.]

Hate bzw. Hetze wird ebenfalls zur Meinungsmache genutzt. Wenn diejenigen, die ihre Meinung äußern, in Kommentaren fertig gemacht werden, trauen sie sich bald nicht mehr, etwas zu sagen. Oder die heftigen Kommentare selbst führen dazu, dass Menschen in ihrer Meinung beeinflusst werden. Ganz bewusst machen das sogenannte Trolle, denen wir einen eigenen Artikel gewidmet haben: Trolle und Hater – Anonyme Angriffe im Netz.

Verschwörungsmythen

Eine besondere Form von Meinungsmache sind Verschwörungserzählungen. Wenn Dinge schwer zu begreifen sind, wie z. B. aktuell das Coronavirus, verbreiten sich solche Unwahrheiten oder Halbwahrheiten besonders schnell und können dazu führen, dass Fakten und damit verbundene Regeln nicht mehr ernst genommen werden.

Extremismus im Netz

Es gibt extreme politische Meinungen, die gegen unser Grundgesetz verstoßen. Sie richten sich oft gegen bestimmte Menschengruppen. Schon junge Menschen sollen über beliebte Social-Media-Kanäle beeinflusst werden, sich ihrer Meinung anzuschließen.

Dark Social

Solche Extremisten nutzen teilweise versteckte Kommunikationswege, um ihr Gedankengut zu verbreiten. Das kann gefährlich sein!

Gangsterrap

Besonders Jugendliche identifizieren sich mit Rappern und ihren Texten. Aber nicht alle sind harmlos. Einige Texte richten sich gegen bestimmte Menschengruppen oder vermitteln fragwürdige Werte. Man sollte also genau hinhören!

Wie können Kinder und Jugendliche unterstützt werden, Meinungsmache zu erkennen und ihr zu begegnen?

Medienkompetenz

Um Meinungsmache zu erkennen, ist Wissen und Know-How wichtig. Vieles davon lässt sich unter Medienkompetenz zusammenfassen. Hier erklären wir, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Fake News und andere Meinungsmache im Internet ist oft einfach formuliert und kann deshalb auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Wenn Sie mit Ihrem Kind altersgerechte Nachrichten schauen, weiß es über vieles Bescheid und kann Falschmeldungen besser von der Wahrheit unterscheiden.

YouTube erklärt mir die Welt

Auch auf dem beliebten Videoportal gibt es viele informative Inhalte. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzen sie gerne zum Lernen. Doch nicht alle Videos sind gut recherchiert und sachlich richtig. Ihr Kind sollte wissen, wie es gute Videos erkennt.

Eltern fragen: Wie kann ich mein Kind vor Hate Speech schützen?

In diesem Video spricht unser Experte Fabian darüber, was Sie als Eltern tun können, wenn Ihr Kind im Netz mit Hate Speech konfrontiert wird.

Kinderbeteiligung im Netz

Auch Kinder haben schon eine eigene Meinung und sollten diese äußern können. Vor allem sollten sie wissen, wie sie das Netz sicher nutzen können, um sich zu informieren und zu beteiligen.

Von Likes bis zur Bewegung

Jugendliche können Meinungsmache mit einer eigenen starken Meinung entgegentreten. Der Artikel erklärt, welche Möglichkeiten es für junge Menschen gibt, sich einzumischen und zu engagieren.

Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges, Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich zum Beispiel dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, welcher bekannten Person man ähnlich sieht.

Zuerst gab es Challenges vor allem auf YouTube und Facebook. Mittlerweile gibt es sie auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok.

Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice Bucket Challenge, bei der etliche Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice Bucket Challenge diente dem guten Zweck, Challenges können aber auch völlig andere Funktionen und Hintergründe haben.

Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den sozialen Netzwerken hoch. Von TikTok sind sie nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. So gehen Videos, in denen Menschen eine gewisse Aufgabe erfüllen oder einem bestimmten Trend folgen binnen Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt mitgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die solche Hashtag-Challenge anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen. 

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein, durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutz-Verein Wings of the ocean.

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen.

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil der TikTok-Community und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower ebenfalls mitzumachen.

Wenn Challenges gefährlich werden

Aber nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges, vor allem wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden. Die Pro Ana Challenge, die schon seit vielen Jahren im Netz kursiert, fordert vor allem junge Mädchen Schritt für Schritt dazu auf, abzunehmen.

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Bei der Tide Pod Challenge filmten sich Jugendliche dabei, wie sie Waschmittelkapseln aßen. Die Skullbreaker Challenge auf TikTok veranlasste junge Menschen dazu, sich absichtlich auf Kopf und Rücken fallen zu lassen, was wiederholt zu schweren Verletzungen führte.

TikTok reagierte auf die vermehrten Unglücke durch die Skullbreaker Challenge und löschte die Videos. Eine Maßnahme, solche Challenges zu vermeiden, gibt es allerdings nicht. YouTube hat seine Nutzungsbedingungen verschärft. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, auf der Plattform einzustellen. 

Man kann sich vorstellen, dass es manchmal lustig ist zu beobachten, wie jemand gegen eine Laterne läuft, aber einige bringen sich mit diesen Challenges ernsthaft in Gefahr. Challenges, ob harmlos oder nicht, stiften Jugendliche zum Nachahmen an. Diese sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Challenges nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen.

Mein Kind will eine Spielkonsole – was nun?

Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten steht auf der Wunschliste von Kindern oft eines: eine neue Spielekonsole. Vielleicht fühlen Sie sich wie viele Eltern aufgrund des Überangebots überfordert und stehen vor der Frage, was man bei einer möglichen Anschaffung beachten sollte.

Was genau sind Spielekonsolen?

Als begeisterter Gamer ist die richtige Spielkonsole für bestimmte Spiele das A und O. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Spielekonsolen und es stellt sich die Frage, worin sie sich unterscheiden.

Eine stationäre Konsole (z.B. PlayStation 4, XBOX) besteht aus der Konsole selbst (zu vergleichen mit einem Minicomputer) und einem Steuerungsgerät (Controller). Die Konsole schließt man an einen Fernseher oder Monitor an und schon kann losgespielt werden. Stationäre Geräte sind unter anderem deshalb so beliebt, weil viele Spiele exklusiv für bestimmte Konsolen entwickelt werden. Außerdem bieten sie mehr Funktionen als das reine Spielvergnügen – mit aktuellen Geräten können Sie auch im Internet surfen, Musik hören oder Filme schauen.

Bei tragbaren Konsolen (z.B. Nintendo DS, Sony PlayStation Portable) steckt bereits alles in einem Gerät, so dass auch unterwegs gespielt werden kann. Auf Busfahrten, der Autofahrt zu den Großeltern aber natürlich auch auf längeren Reisen kann gespielt werden, so lange der Akku hält. Bei den Handheld-Konsolen, wie die tragbaren Konsolen häufig genannt werden, gibt es Modelle mit vorinstallierten Spielen, und solche, zu denen die Spiele separat dazugekauft werden müssen. Tragbare Konsolen haben meist eine schwächere Leistung, sind aber im Vergleich zu stationären Konsolen günstiger. Eine Konsole, welche die Vorteile von stationären Geräten mit denen von tragbaren zu verbinden versucht, ist die Nintendo Switch. Sie kann an einen Fernseher angeschlossen werden und hat zwei Controller mit denen gespielt werden kann. Gleichzeitig hat sie einen eigenen Bildschirm, so dass sie auch unterwegs voll einsatzfähig ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie sich zusammen mit Ihrem Kind für den Kauf einer Spielkonsole entscheiden, gibt es einige Dinge zu beachten.

Machen Sie sich mit den Jugendschutzeinstellungen der jeweiligen Konsole vertraut und nutzen Sie diese. Viele Konsolen bieten zudem ein “Parental Control”-System an, also eine Art Kindersicherung, mithilfe derer nur für das jeweilige Alter des Kindes geeignete Spiele gespielt und Filme angesehen werden können. Wenn Sie überlegen, ein Spiel für Ihr Kind zu kaufen, achten Sie unbedingt auf die Altersfreigabe des Spiels. Auf der Website der USK können Sie gezielt nach der Freigabe eines bestimmten Spiels suchen. Überlegen Sie sich auch, ob sie die Konsole mit dem Internet verbinden möchten. Manche Spiele lassen sich mittlerweile nur noch mit bestehender Internetverbindung spielen, so dass Sie zuvor überlegen sollten, ob ein Spiel sinnvoll ist. Da technische Lösungen jedoch keinen hunderprozentigen Schutz bieten, tauschen Sie sich auch stets mit Ihrem Kind über das Spielerlebnis aus. Lassen Sie sich Lieblingsspiele zeigen und spielen Sie doch auch mal eine Runde mit! Legen Sie auch zusammen mit Ihrem Kind Regeln wie Zeitbegrenzungen beim Spielen fest.

Erkundigen Sie sich nach den Preisen für verschiedene Konsolen. Je nach Art und Ausstattung der Konsole gibt es große Unterschiede bei den Preisen. Je nachdem, was und wie Ihr Kind spielt, können Sie oft auch auf günstige oder gebrauchte Modelle zurückgreifen. Tragbare Konsolen sind zumeist nicht aktualisierbar, was heißt, dass die Veröffentlichung einer neueren Version bei Ihrem Kind den Wunsch auslösen kann, diese auch zu besitzen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Kind und denken Sie darüber nach Ihr Kind an den Kosten zu beteiligen (zum Beispiel mit einem kleinen symbolischen Betrag der vom Taschengeld abgeht).

Am besten ist es, wenn Sie für die Konsole Ihres Kindes das heimische WLAN verwenden. So vermeiden Sie unnötige Kosten beim Surfen über das Handynetz und haben mehr Möglichkeiten, Einfluss auf die Nutzungszeiten zu nehmen (dies sollte jedoch immer in Absprache mit Ihrem Kind passieren und kann niemals die Begleitung der Mediennutzung ersetzen).

Mehr Informationen über die einzelnen Spielekonsolen und das Aktivieren der Jugendschutzeinstellungen finden Sie hier:

Worauf Sie grundsätzlich achten sollten, wenn Sie Ihrem Kind ein Mediengeschenk machen möchten, erfahren Sie bei webhelm.

Umgang mit Fotos von Schulkindern im Netz

Es ist aufregend und schön zu verfolgen, wie das eigene Kind wächst und sich entwickelt. Dank Smartphone lässt sich das Großwerden permanent dokumentieren und mit anderen teilen. Dabei sollten Sie aber im Sinne Ihres Kindes einiges beachten. Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft Ihnen zu entscheiden, wie Sie mit Fotos von Ihrem Kind im Schulalter umgehen. 

Wie soll mein Kind in der Öffentlichkeit dargestellt werden?

Ihr Kind ist es wahrscheinlich von klein auf gewohnt, fotografiert zu werden. Vielleicht mag es das, vielleicht aber auch nicht immer und nicht in jeder Situation. Achten Sie darauf, wann und wie Sie Ihr Kind fotografieren, vor allem, wenn Sie das Foto mit anderen teilen möchten. Wenn es darum geht, ein Fotos weiterzuleiten, sollte auch Ihr Kind damit einverstanden sein. Überlegen Sie, ob Sie gewollt hätten, dass bestimmte Kinderfotos von Ihnen im Netz kursieren.

Kinder sollten auf Fotos immer bekleidet und nicht in einer lächerlichen oder gar peinlichen Situation zu sehen sein. Sind noch andere Kinder auf dem Foto zu erkennen, müssen Sie das Einverständnis der Eltern einholen. 

Überlegen Sie, ob es immer nötig ist, dass man das Gesicht Ihres Kindes sieht. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie man kreative Kinderfotos machen kann, ohne dass das Kind ganz genau zu erkennen ist.

Darf ich allein entscheiden, wie mein Kind im Netz dargestellt wird?

Auch Kinder haben Rechte. Sie können und sollen mitentscheiden, wenn es um sie selbst und ihr Wohlergehen geht. Fotos im Netz können die Privatsphäre von Kindern verletzen. Als Schulkind ist Ihr Sohn oder Ihre Tochter alt genug zu verstehen, was es heißt, wenn Fotos im Internet verbreitet werden. Sprechen Sie mit ihm oder ihr darüber und entscheiden Sie nicht über seinen oder ihren Kopf hinweg. Ohne das Einverständnis Ihres Kindes sollten Sie kein Foto von ihm veröffentlichen!

Wenn Ihr Kind später Fotos über das eigene Smartphone macht und teilt, sollte es Bescheid wissen, welche Konsequenzen das haben kann. Klären Sie Ihr Kind rechtzeitig auf und gehen Sie als Vorbild selbst sensibel mit der Verbreitung von Fotos um.

Wie können Fotos meines Kindes verbreitet werden?

Es geht einerseits um die Frage des Kanals, über den Kinderfotos geteilt werden können und welche Berechtigungen andere Menschen haben, diese Fotos zu sehen. Es gibt Plattformen, auf denen Kinderfotos z. B. von Facebook-Profilen gesammelt und anderen zur Verfügung gestellt werden. Fremde Menschen können diese Fotos dann für ihre Zwecke nutzen – im schlimmsten Fall handelt es sich um Pädophile.

Je mehr Menschen die Fotos Ihres Kindes sehen können, z. B. über die Status-Funktion bei WhatsApp, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie einfach kopiert und weitergeleitet werden und so in falsche Hände geraten können. Nutzen Sie deshalb die Privatsphäre-Einstellungen auf dem Smartphone und in der jeweiligen App, so dass nur ein eingeschränkter Kreis die Fotos sehen kann.

Achten Sie andererseits unbedingt darauf, dass Kinderfotos nicht in Kombination mit weiteren Informationen wie dem vollen Namen, Wohnort usw. veröffentlicht werden. Mit dem ersten Foto im Netz bekommt Ihr Kind eine digitale Identität, die im Laufe der Jahre immer ausgeprägter wird. Ihr Kind kann das später nicht mehr rückgängig machen.

Wie möchte ich, dass andere mit Fotos meines Kindes umgehen?

Wenn Oma und Opa nicht in der Nähe wohnen, ist es schön, wenn sie trotzdem mitbekommen, wie ihr Enkelkind groß wird. Das geht per Foto über WhatsApp und Co. ganz einfach. Trotzdem sollten Sie Regeln mit Familie und Freunden vereinbaren, wenn Sie Fotos über das Smartphone teilen. Sie können überlegen, sich auf einen Messenger wie Signal zu einigen, bei dem Fotos nicht automatisch in der Fotogalerie des Empfänger-Handys gespeichert werden. Möglicherweise verständigen Sie sich auch darauf, Fotos, auf denen das Gesicht Ihres Kindes zu sehen ist, gar nicht zu teilen, sondern nur persönlich zu zeigen.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Alles unter Kontrolle? Wie Parental Control Apps für mehr Sicherheit sorgen wollen

Als Eltern wollen Sie Ihre Kinder vor allen möglichen Gefahren und Risiken schützen – ob auf dem Weg zur Schule, im Straßenverkehr oder im Internet. Sogenannte Parental Control Apps möchten Sie dabei unterstützen: Mit unterschiedlichen Funktionen wollen sie für höhere Sicherheit für Ihr Kind sorgen. Aber: Was ist dran an den Versprechen dieser Apps, welche Funktionen sind sinnvoll und welche Risiken bergen die Apps selbst?

Was können solche Apps?

Einige dieser Apps setzen vor allem darauf, den Standort Ihres Kindes über GPS-Tracking ermitteln zu können. Diese müssen  auf dem Elterngerät und auf dem Smartphone des Kindes installiert, GPS und “Mobile Daten” aktiviert sein. Einige Apps bieten auch die Möglichkeit, virtuelle Grenzen und Zonen festzulegen: Verlässt Ihr Kind eine dieser Zonen, wie z. B. den Schulhof, ertönt bei Ihrem Smartphone ein Signal.

Mit anderen Apps kann man zusätzlich die eingehenden und ausgehenden Telefonate, SMS sowie Bild-, Video und Tonmaterial einsehen. Auch die Social-Media-Aktivitäten und den kompletten Browserverlauf kann man bei bestimmten Anwendungen kontrollieren. Bestimmte Funktionen können außerdem aus der Ferne gesperrt und Inhalte blockiert werden.

Andere Apps, wie z. B. JoLo Kindersicherung, setzen auf den Schutz Ihres Kindes anstatt auf Überwachung. Diese werden auf dem Smartphone des Kindes installiert. Mit dem Setzen eines Passworts können Sie diejenigen Apps auswählen, die Ihr Kind gar nicht nutzen darf oder nur für eine bestimmte Zeit an bestimmten Wochentagen. Auch Inhalte können durch Filter gesperrt werden. Dafür eignet sich z. B. die iPhone-App JusProg. Auch Google Family Link bringt viele dieser Funktionen mit. Die App haben wir in diesem Beitrag genauer unter die Lupe genommen.

Was kann problematisch sein an diesen Apps?

Solche Apps versprechen Ihnen als Eltern mehr Sicherheit für Ihr Kind. Doch die vermeintliche Sicherheit hat teilweise ihren Preis und die Kontroll-Apps geraten nicht umsonst immer wieder in die Kritik. In einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts wurden viele Apps getestet. Das Institut hat vor allem hinsichtlich der Datensicherheit große Bedenken. Die Daten Ihres Kindes werden meist unverschlüsselt auf unbekannten Servern gespeichert – Standort, Tonaufnahmen, aber auch Bilder und Videos können so schnell in die falschen Hände geraten.

Außerdem bedeuten viele dieser Apps einen massiven Eingriff in die Privatsphäre Ihres Kindes. Auch Ihr Kind hat ein Recht darauf und braucht seine Freiheiten und Geheimnisse. Das gehört zu einer kindgerechten Entwicklung dazu. Hätten Sie gewollt, dass Ihre Eltern alles wissen, was Sie mit Ihren Freundinnen oder Freunden austauschen?

Die App vermittelt für Sie vielleicht ein Sicherheitsgefühl, für Ihr Kind kann die ständige Kontrolle aber sehr unangenehm sein. Es sollte nicht das Gefühl bekommen, Überwachung sei etwas Normales. Zudem ist die Frage, ob die Tatsache, dass Sie einsehen können, was Ihr Kind mit dem Smartphone macht, wirklich zu mehr Sicherheit führt.

Was können Sie als Eltern für den Schutz Ihres Kindes tun?

Suchen Sie deshalb regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Kind und sensibilisieren es für mögliche Risiken. Fragen Sie nach und lassen Sie sich zeigen, welche sozialen Netzwerke Ihr Kind nutzt und welche Fotos es zum Beispiel teilt.

Seien Sie dabei offen und lassen Sie sich die Begeisterung für bestimmte Netzwerke und Apps erklären. Geben Sie Ihrem Kind aber auch die Freiheit, Dinge für sich zu behalten.

Wenn Sie solche Apps ausprobieren wollen, sehen Sie sich den Funktionsumfang genau an. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und entscheiden Sie, welche App auch ihm oder ihr ein sicheres Gefühl geben würde.

Möchten Sie Ihr Kind vor gefährlichen Inhalten schützen oder die Zeit am Smartphone begrenzen, bringen oft Smartphones selbst Einstellungsmöglichkeiten wie Filter oder Bildschirmzeit mit. Oder nutzen Sie ausgewiesene Kinder- und Jugendschutzprogramme.

Den Live-Standort Ihres Kindes sehen Sie mit diesen Apps nicht. Statt Überwachung sollten Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen. Besprechen Sie morgens, wann es wo ist. Ihr Kind kann Sie benachrichtigen, wenn sich die Pläne für den Nachmittag kurzfristig ändern – schließlich ist es auch ohne GPS-Tracking über das eigene Smartphone fast immer erreichbar. Ein langer Schulweg kann vielleicht gemeinsam mit einem Nachbarskind bestritten werden. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie sich Sorgen machen, wenn Sie nicht wissen, wo es sich aufhält.

Google Family Link – die Smartphonenutzung von Kindern kontrollieren?

Haben Sie Sorge, dass Ihr Kind, sobald es ein eigenes Smartphone hat, zu viel Zeit damit verbringt und auf Inhalte zugreift, die nicht altersgemäß sind?  Die App Google Family Link für Eltern und für Kinder möchte Abhilfe schaffen und bietet einige Möglichkeiten, die Handynutzung des Kindes gemeinsam zu regulieren.

Kurz gefasst:

  • Kinderkontos für Google-Dienste erstellen und verwalten
  • Die App ist kostenlos für iOS und Android
  • Zielgruppe der App sind Eltern
  • Einrichtung verschiedener Accounts je nach Alter, aber auch Kontrolle und “Überwachung” der kindlichen Handynutzung

Was ist Google Family Link für Eltern?

Mit Google Family Link können Eltern für Kinder unter 16 Jahren einen eingeschränkten Google-Account einrichten und die Smartphone-Nutzung Ihres Kindes im Blick behalten, wenn es sich um ein Android-Gerät handelt. Dafür muss Google Family Link für Kinder zunächst auf dem Smartphone Ihres Kindes eingerichtet werden. Auf Ihrem Gerät können Sie über die App Google Family Link für Eltern Einstellungen für das Gerät Ihres Kindes vornehmen.

Über die App lassen sich unter anderem Nutzungszeiten für das Smartphone festlegen, der Zugriff auf bestimmte Apps beschränken oder In-App-Käufe sperren. Man kann damit nachvollziehen, welche Apps das Kind wie oft verwendet. Auch die Nutzung des Handys selbst lässt sich einschränken und das Handy des Kindes kann mit der App geortet werden. Die Einstellungen lassen sich auch online – ohne Smartphone – über ein Google-Konto der Eltern vornehmen.

Seit dem Update im September 2019 hat die App noch weitere Funktionen: Nun können Eltern die maximale Nutzungsdauer für jede App einzeln bestimmen. Außerdem ist es möglich, nach Ablauf der festgelegten maximalen Nutzungsdauer eine Bonuszeit draufzulegen (in Schritten von 5 Minuten).

Was kann problematisch an Google Family Link sein?

Aus Elternsicht sind die angebotenen Funktionen sinnvoll, weil verhindert werden kann, dass Kinder zu viel Zeit mit ihrem Smartphone verbringen oder dass ungeeignete Apps genutzt werden. Kritisch zu sehen ist die App, wenn sie nicht zum Schutz der Kinder eingesetzt wird, sondern um sie zu kontrollieren oder gar zu überwachen. Deshalb sollte die Nutzung der App vorher unbedingt mit dem Kind besprochen und mit ihm gemeinsam eingerichtet werden!

Da es eine Google-App ist, kann sie vorrangig für Google-Dienste und Android-Geräte genutzt werden. Andere Apps lassen sich darüber nicht steuern. Hinzu kommt, dass Google Family Link selbst keine unangemessenen oder jugendgefährdenden Inhalte blockiert, sondern ganze Angebote zulässt oder freigibt – je nach Einstellung, die Sie als Eltern getroffen haben. Es kann z. B. sein, dass Ihr Kind trotz App bei YouTube Videos vorgeschlagen bekommt, die Gewalt beinhalten. Um Inhalte bei YouTube einzuschränken, müssen Sie in der YouTube-App selbst Filtereinstellungen vornehmen. Auch Werbung innerhalb der Google-Apps kann mit der Google Family Link nicht ausgeschaltet werden.

Das Unternehmen Google erhält durch die Einrichtung eines Kinderkontos Zugang zu den Daten und dem gesamten Nutzungsverhalten Ihres Kindes.

Was sagt der Anbieter?

Für Google stellt Family Link eine Unterstützung der Medienerziehung in der Familie dar, da gemeinsame Nutzungsregeln vereinbart und über die App kontrolliert werden können. Es soll ermöglicht werden, Kinder bei der Handynutzung zu beaufsichtigen.

Auch wenn keine unangemessenen Inhalte mit der App gefiltert werden können, werden Eltern gezielt auf Filtermöglichkeiten bestimmter Dienste, wie die SafeSearch-Funktion in der Google-Suche, den Jugendschutzfilter im Google-Browser Chrome oder den eingeschränkten Modus von YouTube, hingewiesen. Mehr dazu in der Hilfe von Google.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie genau, ob die Nutzung einer solchen App für Ihre Familie das Richtige ist. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, ein gewisses Maß an Kontrolle auszuüben. Egal, wofür Sie sich entscheiden, ist dies ein guter Anlass, sich gemeinsam Nutzungsregeln für Smartphone & Co. zu überlegen.

Die Verwendung von Google Family Link erfordert immer, dass das Handy Ihres Kindes Internetzugang hat. Möglicherweise ist das nicht gegeben oder Ihr Kind soll nicht ständig online sein.
Wenn Sie sich für die Nutzung entscheiden, sollten Sie die App zusammen mit Ihrem Kind installieren und einrichten. Sprechen Sie  darüber, welche Funktionen sinnvoll sind, um die Nutzungsregeln einzuhalten. Welche Einstellungen sind nicht notwendig, weil Ihr Kind schon reif genug ist, selbst darauf zu achten? Besprechen Sie sich in regelmäßigen Abständen, ob die App und ihre Einstellungen noch sinnvoll sind oder sie deaktiviert werden können. Wenn Sie die App für mehrere Handys nutzen wollen, können Sie verschiedene Unterkonten je nach Alter des Kindes einrichten.

Auch was die Datennutzung durch Google angeht, sollten Sie die Einstellungen genau prüfen. Bei der Datenspeicherung sind automatisch bestimmte Funktionen aktiviert, die Sie ausschalten können. Lesen Sie mehr zu Installation und Einrichtung der App bei mobilsicher.de.

Hilfe, mein Kind schaut Pornos!

Viele Kinder und Jugendliche kommen im Netz schon früh in Kontakt mit pornografischen Inhalten, zufällig und ohne Absicht genauso wie aus Neugierde und Interesse. Für Eltern kann das erschreckend sein, wenn sie irgendwann mitbekommen, dass ihr Kind Pornos schaut. Warum das nichts Unnormales ist, welche pornografischen Inhalte problematisch sein können und wie Sie damit umgehen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Während Pornos früher vor allem in speziellen Geschäften oder Videotheken zu finden waren, kommt man heute dank Internet ganz leicht dran. Außerdem wird man nicht gesehen und es kostet nicht unbedingt etwas. Das gilt nicht nur für Erwachsene. Kinder und Jugendliche entwickeln spätestens in der Pubertät eine eigene Sexualität. Dafür suchen sie Orientierung und Vorbilder. Da Sex häufig immer noch ein Tabuthema ist, wird gern die Anonymität des Netzes gesucht. Hier können sie sich unbeobachtet schlau machen, bevor die Sexualität mit anderen ausgelebt wird. Doch es ploppen auch ganz unabsichtlich plötzlich aufreizende Nacktbilder von Männern und Frauen auf dem Handydisplay auf, wenn man eigentlich nur eine Serie gucken möchte oder für die Schule im Netz recherchiert. So können Kinder schon früh damit in Kontakt kommen, obwohl das eigentlich gar nicht passieren dürfte.

Schutz vor Pornografie

In Deutschland gibt es den Jugendmedienschutz mit seinem Auftrag, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor Inhalten im Internet zu schützen, die sie gefährden oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Zu diesen Inhalten gehört auch Pornografie. Dabei wird zwischen einfacher und harter Pornografie unterschieden. Von harter Pornografie wird gesprochen, wenn die gezeigten sexuellen Handlungen z. B. in Verbindung mit Gewalt stehen oder wenn es sich um Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen handelt. Diese sind grundsätzlich verboten! Einfache pornografische Inhalte, bei denen der Sex detailliert dargestellt wird, sind in Deutschland erlaubt, wenn der Zugang dazu klar beschränkt ist. Das bedeutet, dass eine Anmeldung zu diesen Seiten nur über ein geregeltes Verfahren möglich ist; z. B. über das Post-Ident-Verfahren, bei dem der Personalausweis bei einer offiziellen Stelle wie einem Postamt vorgelegt werden muss.

Unter 18-Jährige können also nicht so einfach auf Pornoseiten kommen, wenn diese aus Deutschland kommen. Anders sieht es bei Anbietern aus anderen Ländern aus, deren Seiten teilweise frei zugänglich sind. Hinzu kommt, dass sich auf beliebten Plattformen wie YouTube und Instagram auch Fotos und Videos finden, auf denen Menschen mit wenig Kleidung und in erotischen Posen dargestellt sind. Solche Inhalte sind keine Pornografie und deshalb für alle einsehbar. Sie können aber für manche – vor allem jüngere – Kinder trotzdem unangenehm oder sogar verstörend sein.

Warum Pornos problematisch sein können

Gerade für Jugendliche in der Pubertät sind Pornos reizvoll – auch weil sie verboten sind. Sie sind für solche Reize besonders anfällig und begeben sich auf die Suche nach pornografischen Inhalten oder klicken neugierig auf die Seiten, die ihnen zufällig begegnen. Besonders wenn das Thema Sexualität zu Hause ein Tabu ist und sie nicht mit ihren Eltern darüber sprechen möchten, greifen sie auf das zurück, was sie im Netz finden. Und das ist nicht unbedingt altersgerecht.

Die schnelle Verfügbarkeit solcher Inhalte kann besonders anziehend wirken, wenn man z. B. gerade Ablenkung sucht oder vor seinen Alltagsproblemen fliehen möchte. Aus einer Gewohnheit kann bei manchen Jugendlichen Abhängigkeit werden. Außerdem können sich beim regelmäßigen Anschauen von Pornos Vorstellungen von Sex entwickeln, die nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben. Sex und Pornografie werden mit Liebe und Beziehung gleichgesetzt. Einige Jugendliche bekommen Erwartungen, dass ihr eigenes Liebesleben genauso aussehen muss. Dazu gehört auch die Entwicklung des eigenes Körpers. Das kann Jugendliche stressen, wenn sie selbst sexuell aktiv werden wollen. Oder die Freundin oder der Freund wird unter Druck gesetzt, sich ebenso darzustellen, dabei zu filmen und das Video zu verschicken. Wodurch sie sich dem Risiko des Cybermobbings aussetzen. Mehr zum Thema Sexting erfahren Sie in unserem Beitrag dazu.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Sex gehört zu unserem Leben dazu. Tabuisieren Sie das Thema nicht und seien Sie immer offen und gesprächsbereit. Sorgen Sie für eine altersgerechte Aufklärung, wenn Ihr Kind Fragen rund um Liebe und Sexualität stellt.

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet und erklären Sie ihm, dass man auf Inhalte stoßen kann, die unangenehm sind. Sollten bestimmte Seiten unabsichtlich erscheinen, sollte Ihr Kind mit Ihnen darüber reden können. Vor allem jüngere Kinder dürfen mit solchen Erfahrungen nicht allein gelassen werden. Ihre Fantasie spielt verrückt und das Gesehene lässt sich nicht richtig einordnen, weil es nichts mit ihrem eigenen Erfahrungsspektrum zu tun hat.

Nutzen Sie Jugendschutzprogramme und Filtermöglichkeiten Ihres Browsers, Smartphones oder Tablets, so dass jugendgefährdende Inhalte erst gar nicht angezeigt werden. Solche technischen Einstellungen können aber immer nur unterstützen, da sie keinen hundertprozentigen Schutz vor solchen Inhalten bieten. Viel wichtiger ist, dass Ihr Kind weiß, dass es im Netz auch solche Inhalte gibt und es Wege kennt, damit umzugehen. Deshalb sollten Sie immer wieder mit ihm darüber sprechen.

Wenn Kinder älter werden und in die Pubertät kommen, brauchen sie aber auch ihren Freiraum und möchten nicht unbedingt mit den Eltern über die Veränderung ihres Körpers sprechen. Ältere Geschwister können gute Gesprächspartner sein. Außerdem gibt es jugendgerechte Aufklärungsseiten im Netz, wie z. B. Loveline.

Wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter Pornos schaut, sprechen Sie ihn oder sie darauf an, aber verurteilen Sie Ihr Kind nicht. Machen Sie ihm klar, dass Pornografie nicht realistisch ist, sondern sich jemand die “Geschichten” ausgedacht hat. Reine Verbote und Filtermaßnahmen werden vor allem bei Jugendlichen nicht helfen. Sie suchen sich ihre Wege, Pornos zu schauen. Verbote wirken eher noch reizvoller. Deshalb ist ein offener Umgang mit dem Thema Sex wirksamer.

Das Internetphänomen Pranks: Von witzig und harmlos bis übermütig und riskant

Jemandem einen Streich spielen, zum Beispiel an der Haustür klingeln und dann einfach weglaufen, das hat wahrscheinlich jeder als Kind gemacht und Spaß daran gehabt. Ähnlich wie das Phänomen Challenges, in dem es darum geht, sich dabei zu filmen, wie man eine Herausforderung meistert und den Clip ins Netz zu stellen, sind Pranks die moderne Variante des Kinderstreichs: Videos von Streichen, die anderen gespielt werden, kann man in großer Anzahl bei YouTube & Co. anschauen. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Text.

Was begeistert Jugendliche an Pranks?

Wenn Kinder älter werden und sie anfangen vorausschauend zu denken, das heißt, sich vorstellen können, was als nächstes geschieht, begeistern sie sich für Streiche und Filme, in denen Menschen Missgeschicke passieren.

Prank ist der englische Begriff für Streich. Viele YouTuberinnen und YouTuber filmen ihre Streiche, die sie Freundinnen oder Freunden, anderen Stars aus sozialen Netzwerken oder auch unbeteiligten Passanten spielen. Viele davon sind meist harmlos und witzig, wie zum Beispiel Telefonstreiche oder das Erschrecken der Freundin oder des Freundes im Schlaf.

Um eine hohe Aufmerksamkeit bei der Community zu erzielen und möglichst viele Klicks zu bekommen, werden Pranks aber teilweise immer gefährlicher und riskanter. Der YouTuber ApoRed ließ bei seinem „Bomben Prank“ eine Tasche in einer Sparkasse fallen und hat gerufen „30 Sekunden habt ihr alle Zeit, lauft lieber, wenn euch euer Leben etwas wert ist!“. Einige Passanten hatten große Angst und nachträglich noch Schlafstörungen. ApoRed wurde zu einer Bewährungsstrafe und zu 200 Sozialstunden verurteilt. Der Prozess sollte deutlich machen, dass YouTube auch vom Staat zur Kenntnis genommen wird und dort begangene Straftaten nicht geduldet werden.

Bei diesem Beispiel handelt es sich natürlich um einen extremen Einzelfall, der nicht die Regel darstellt. YouTube hat mittlerweile seine Nutzungsbedingungen verschärft, da immer mehr solcher Videos schwerwiegende Folgen hatten. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, bei YouTube einzustellen.

Worauf man achten sollte

Tatsächlich ist es so, dass sich Jugendliche eher Prank-Videos anschauen, als sie selbst zu drehen. YouTuber und YouTuberinnen animieren aber gerne dazu, die Inhalte nachzumachen, ob mit Kamera oder nicht, ob harmlos oder nicht. Jugendliche sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst. Andere können zu Schaden kommen oder finden es vielleicht gar nicht lustig, dass sie in einem Video vorgeführt werden. Wahrscheinlich wurden sie auch nicht gefragt, ob ein Video von ihnen im Netz veröffentlicht werden darf, so dass Persönlichkeitsrechte missachtet wurden.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Pranks nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele YouTube-Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges oder Pranks der YouTuberinnen und YouTuber Ihres Kindes.

Mehr zum Phänomen Challenges erfahren Sie hier.

Groß und Klein sollten sicher sein im Netz

Egal ob groß oder klein, jung oder alt – jeder sollte sich sicher im Netz bewegen können. Auch wenn es Gesetze wie z. B. die Datenschutzgrundverordnung gibt, muss man auch selbst auf die Sicherheit seiner persönlichen Daten und von sich selbst achten.

Um mit einem besseren Gefühl im Netz unterwegs zu sein, haben wir eine Menge Tipps für Sie zusammengestellt:

Wie viel Medienzeit ist gut für mich und wie kann ich besser darauf achten? Die Frage beantwortet dieser Artikel.

Welche Gefahren es in der Medienwelt gibt, können Sie hier nachlesen.

Geklaute Daten aus dem Netz sind gerade wieder ein großes Thema. Wie Sie Ihre und die Daten Ihres Kindes im Netz besser schützen können, erläutert dieser Beitrag.

Es gibt Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche bei der Mediennutzung schützen möchten. Dazu zählt z. B. die Altersfreigabe von Filmen und Computerspielen. Alles Wichtige dazu können Sie hier nachlesen.

Die ersten Erfahrungen im Netz sind für Kinder sicherer, wenn man Jugendschutzprogramme nutzt. Schauen Sie sich hier an, wie das funktioniert.

Das eigene Smartphone oder das Ihres Kinder können Sie durch bestimmte Einstellungen ebenfalls sicherer machen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Gute Internetseiten für Kinder erkennen, ist gar nicht so schwer. Lesen Sie dazu unsere Tipps. Kindgerecht im Netz recherchieren kann man über fragFINN.

Wenn Kinder ihr erstes Smartphone bekommen, schicken sie sich viele Nachrichten. Darunter können lustige aber auch angsteinflößende Kettenbriefe sein.

Nicht jeder meint es gut, der im Internet unterwegs ist. Es gibt z. B. Leute, die extreme Meinungen vertreten und gerade Kinder und Jugendliche beeinflussen möchten. In diesem Beitrag geht es um Extremismus im Netz und hier um Falschmeldungen.

Andere möchten Menschen fertig machen, durch Hate Speech oder durch Cybermobbing.

Oder sie versuchen, Kontakt zu Kindern aufzunehmen, beim sogenannten Cybergrooming.

Bei Jugendlichen untereinander kann auch Sexting zum Problem werden. Worauf man dabei achten sollte, erfahren Sie hier. Unerwartet auf Gewalt oder pornografische Inhalte zu stoßen, kann für Kinder sehr unangenehm sein. In unserem Beitrag dazu erfahren Sie mehr.

Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist, kann es sich auch selbst über Sicherheit im Netz informieren, auf der Seite Jugend Support.

Falls Sie mehr Unterstützung brauchen, können Sie sich an verschiedene Einrichtungen des Jugendmedienschutzes wenden.

Gesichtserkennung im Internet – Praktischer Nutzen vs. Privatsphäre

Man kennt es in Deutschland vor allem aus Kriminalfilmen im Fernsehen: Der Zeuge eines Verbrechens schaut sich eine Kartei mit Fotos möglicher Täter durch, um eine Person anhand ihres Gesichts zu identifizieren. In einer solchen Kartei sind die Gesichter von Menschen gespeichert, die schon einmal straffällig wurden. In den USA ist das bereits Realität: Das Gesicht jedes zweiten Erwachsenen ist in staatlichen Datenbanken gespeichert. Und auch in Deutschland breitet sich die Technik immer mehr auf den Alltag vieler Menschen aus. Um in Zukunft Gefährder und Terroristen im öffentlichen Raum identifizieren zu können, wurden z. B. am Berliner Bahnhof Südkreuz zu Testzwecken für einen festgelegten Zeitraum Kameras mit Gesichtserkennungssoftware installiert.

Doch nicht nur staatliche Stellen oder Behörden nutzen die Möglichkeiten der Gesichtserkennung. In immer mehr Bereichen des Alltags findet die Technologie Einzug. So wirbt das Technologieunternehmen Apple bei den neuesten iPhones mit dem Slogan: “Face ID – Dein Gesicht ist dein Passwort”. Per Gesichtsscan können Sie Ihr iPhone entsperren und auch beim Herunterladen von Apps reicht es, sein Gesicht vor das Smartphone zu halten. Dies soll technisch auch funktionieren, wenn man z. B. einen Hut oder eine Sonnenbrille trägt. Das ist praktisch und klingt erstmal auch sehr sicher. Kein lästiges Eintippen von Passcodes oder -mustern mehr. Außerdem ist das eigene Gesicht einzigartig, wie soll also eine fremde Person das Smartphone entsperren können? Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Technologie durchaus noch verbesserungswürdig ist. Teilweise konnten andere Familienmitglieder das iPhone aufgrund ähnlicher Merkmale ihrer Gesichter problemlos entsperren.

Auch bei der Google Fotos App kann man theoretisch Bilder nach Personen durchsuchen lassen. Diese Option ist jedoch nicht in allen Ländern möglich. Die Google Bildersuche ermöglicht es zudem, ein Foto dort hochzuladen und die Datenbank nach ähnlichen Fotos zu durchsuchen. Wer die Personen auf den Bildern sind, erfährt man von Google nicht. Diese Informationen kann man aber u. a. auf den Seiten finden, auf denen das Bild eingebunden ist.

Auch beim sozialen Netzwerk Facebook gibt es ein solches Feature, das bei der Veröffentlichung heiß diskutiert wurde. Vielleicht haben Sie einmal die Meldung erhalten, dass Sie auf dem Foto eines anderen Nutzers erkannt wurden? Dann ist die Gesichtserkennung der Plattform bei Ihnen aktiv. Beim Hochladen eines Fotos scannt Facebook das Bild und möchte vom Nutzer wissen, ob es sich um die richtige Person handelt. Auf diese Weise kann man leichter auf Bildern erkannt und markiert werden. Das ist praktisch, jedoch müssen sie für die Nutzung der Funktion auch der Verarbeitung der notwendigen Daten zustimmen. Falls Sie nicht möchten, dass ihre Fotos und Videos zu diesen Zwecken automatisch analysiert und ausgewertet werden, können sie die Gesichtserkennung deaktivieren.

Die Gesichtserkennung kann einen großen Eingriff in die Privatsphäre darstellen. Auf Bildern im Internet erkannt werden zu können bedeutet, dass z. B. auch völlig fremde Personen Ihre Kontaktdaten erhalten, weil Sie unter Umständen im Hintergrund eines fremden Fotos zu sehen sind. Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie durch das Nutzen dieses Features ähnlich wie durch Fingerabdrücke Informationen von sich preisgeben, die für jeden Menschen einzigartig sind. Sie können auch nicht verändert werden.

Überlegen Sie sich deshalb gut, an welchen Stellen Sie die Gesichtserkennung verwenden wollen und welche Daten Sie lieber für sich behalten.

Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?

Steht auf dem Wunschzettel Ihres Kindes für den Geburtstag oder Weihnachten eine Smartwatch? Vielleicht ist der Wunsch schon in Erfüllung gegangen, denn in immer mehr Familien gibt es die schlauen Armbanduhren. Das Angebot an Smartwatches wächst und ihr Funktionsumfang auch.

Was ist eine Smartwatch?

Sie sieht aus wie eine digitale Armbanduhr, hat jedoch sehr viel mehr zu bieten. Die Uhr ist eigentlich ein kleiner Computer, der mit dem eigenen Smartphone verbunden wird. Es gibt aber auch Smartwatches, die ohne Smartphone funktionieren. Man kann darauf Textnachrichten lesen, ohne erst nach dem Smartphone in der Tasche kramen zu müssen. Man lässt sich damit zum nächsten Kino navigieren, kann mit der Uhr seine Schritte zählen lassen und vieles mehr. Außerdem verfügt die Uhr über einen Lautsprecher und ein Mikrofon, sodass man auch ohne Smartphone über das Handgelenk telefonieren kann.

Für Kinder gibt es spezielle Smartwatches mit eingeschränktem Funktionsumfang (Textnachrichten senden und empfangen, GPS-Tracking, Lernspiele, Fotofunktion usw.) – mit oder ohne Verbindung zum Internet (über eine integrierte SIM-Karte). Hersteller bewerben diese Uhren als Einstieg in das digitale Leben und als gutes Kommunikationsmittel zwischen Eltern und Kind.

Was macht den Reiz der Smartwatch aus?

Gerade für jüngere Kinder können sie eine praktische Alternative zum Smartphone sein. Die schlauen Uhren sind in der Regel einfach zu bedienen und bieten die wichtigsten Funktionen. Für Kinder steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund: sie können mit der Uhr spielen oder mit Freunden chatten (sofern es eine SIM-Karte hat und die Eltern die Telefonnummern der Freunde vorab dafür freigegeben haben).

Nicht zu missachten, ist jedoch die mögliche Kontrolle durch die Eltern. Durch die Ortungsfunktion wissen Mama und Papa, wo sich ihr Kind gerade aufhält, es ist jederzeit erreichbar und sie können kontrollieren, mit welchen Personen das Kind kommuniziert. Im Internet surfen ist nicht mit allen Kinder-Smartwatches möglich, da sie nicht zwingend über eine Internetverbindung verfügen. Dies gibt Eltern die Sicherheit, dass ihr Kind auf keine bedenklichen Inhalte stoßen kann.

Was sollte man bei Smartwatches beachten?

Einerseits können die Uhren einen guten Einstieg in die Welt der digitalen Geräte bieten, da sie nicht unbedingt eine Verbindung zum Internet haben müssen, aber für Kinder viele attraktive Funktionen wie Spiele und Kamera mitbringen. Ihr Kind lernt mit einem eigenen Gerät umzugehen, ohne dass es schon ein teures Smartphone sein muss.

Andererseits gibt es Funktionen, die in die Privatsphäre des Kindes eindringen. Die Funktion des GPS-Trackings erscheint auf den ersten Blick sinnvoll. Denn so wissen Sie jederzeit, wo sich Ihr Kind gerade aufhält. Aber Sie sollten sich klarmachen, dass auch Ihr Kind ein Recht auf freie Entfaltung hat – wenn auch in einem geschützten Rahmen. Sich mit dem Älterwerden zunehmend frei zu bewegen und eigene Erfahrungen zu machen, ist wichtig für Ihr Kind. Das Aktivieren der Ortungsfunktion kann einen Übergriff in die Freiheit Ihres Kindes darstellen und zu einem Vertrauensbruch führen. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit zurück und schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen.

Sollten Sie sich zusammen für die Anschaffung einer Kinder-Smartwatch entscheiden, dann lernen Sie die Uhr gemeinsam mit Ihrem Kind kennen und nehmen Sie die Einstellungen zusammen vor. Die Kontrollfunktionen sollten nur in Notfällen und mit Wissen Ihres Kindes aktiviert werden. Machen Sie sich außerdem zur Datenschutzerklärung, den AGB und den Nutzungsbedingungen schlau! Smartwatches gelten immer mehr als Datenräuber. Hacker können möglicherweise auf einfache Weise Zugriff auf die Uhren erlangen.

Projektpartner
Unterstützer