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Beliebte Spiele: “Die Sims” – Das Leben anderer gestalten

Die Sims gehören schon lange zu einem der beliebtesten Computerspiele. Die Reihe begeistert seit etwa 20 Jahren Gamer weltweit – auch Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • Simulationsspiel für Computer und Konsole
  • Altersempfehlung laut USK: Sims 4 ab 6 Jahren und Sims Mobile ab 12 Jahren
  • PC-Spiel kostenpflichtig, aber als App kostenlos erhältlich (mit In-App-Käufen und Werbung)

Was ist Die Sims?

Im PC- und Konsolenspiel kann man das Leben von den sogenannten Sims gestalten. Als Einzelspieler kreiert man verschiedene Charaktere, bestimmt ihr Aussehen, ihre Eigenschaften und ihr soziales Miteinander. Man baut Städte und Häuser für die Sims und entscheidet, welchen Beruf ein Sim wählt, ob er oder sie Karriere macht und eine Familie gründet. Vieles ist so wie in der realen Welt, nur dass man selbst mehr beeinflussen kann. Es handelt sich um die Simulation des Lebens ohne konkretes Spielziel wie bei vielen anderen Games. Der Antrieb des Spielers ist es, den Sims ein “gutes Leben” zu ermöglichen. Man kann also nicht verlieren oder gewinnen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Sims sind ein Rollenspiel, in dem man verschiedene Charaktere kreieren kann. Viele Kinder schlüpfen gern in andere Rollen, um verschiedene Persönlichkeiten auszutesten. Sie können Dinge ausprobieren, die im realen Leben (noch) nicht möglich sind, weil sie z. B. den Erwachsenen vorbehalten sind. Gleichzeitig wirkt das Spiel sehr realistisch, so dass sie Bekanntes entdecken und sich gut in verschiedene Rollen hineinversetzen können.

Die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten lassen keine Langeweile aufkommen und Kinder können ihre Kreativität ausleben. Erfreulich ist, dass man in der neuesten Sims-Version Personen sehr frei kreieren kann, ohne Vorurteile zu bedienen. Es wird z. B. kein Unterschied zwischen weiblich und männlich gemacht. Weibliche Sims können muskulös sein und das gleiche Gehalt in den gleichen Berufen wie Männer verdienen und männliche Sims können sogar schwanger werden.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Das Spielen mit den Sims hat kein klares Ende. Dadurch fällt es Ihrem Kind vielleicht schwer, das Spiel zu unterbrechen. In andere Welten und verschiedene Rollen einzutauchen, ist verlockend. Aber es birgt auch die Gefahr, dass man sich darin verliert – gerade weil der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Ihr Kind kann entscheiden, mit wem die Sims Freundschaften knüpfen, Zeit verbringen und vieles mehr. Im wirklichen Leben ist das nicht immer so einfach.

Die Spielerinnen und Spieler werden auch damit konfrontiert, dass Menschen sterben – denn das passiert auch in der Sims-Welt. Die Art und Weise, wie ein Sim sterben kann, könnte gerade für jüngere Kinder sehr bedrückend sein: Er oder sie kann ertrinken, verbrennen, verhungern oder sogar von einer fleischfressenden Pflanze gegessen werden.

Die mobile Freeplay-Version des Spiels, die man über die bekannten App-Stores kostenfrei installieren kann, enthält In-App-Käufe und Werbung. Nicht jedes Kind weiß damit umzugehen. Es kann verführerisch sein, bestimmte Paket zu kaufen, um schneller bestimmte Dinge zu erreichen.

Was meint der Anbieter?

Eine offizielle Webseite des Spiels mit konkreten Nutzungsbedingungen und Hinweisen zum Datenschutz gibt es nicht. Informationen zu Spielversionen, Ankündigungen, Kaufoptionen und Foren für Fans gibt es auf der Webseite des Spielvertriebs EA (Electronic Arts).

Was sollten Eltern beachten?

Beachten Sie die Altersempfehlungen und lernen Sie das Spiel am besten erst selbst kennen, um einschätzen zu können, ob es für Ihre Tochter oder Ihren Sohn das Richtige ist. Unternehmen Sie dann gemeinsam die ersten Schritte bei der Einrichtung des Spiels. Vielleicht haben Sie Lust, zusammen einige Sims zu erstellen?

Bei Lebenssimulationsspielen sind Werte wie Gemeinschaft, Vertrauen und Toleranz von besonderer Bedeutung. Gerade Die Sims bieten die Möglichkeit, dass Sie mit Ihrem Kind über Rollenbilder, Werte und Vorstellungen sprechen und überlegen, ob es zu Ihren Vorstellungen und denen Ihres Kindes passen.

Da das Spiel ständig weitergespielt werden könnte, sollten Sie zusammen Regeln für die Spieldauer vereinbaren. Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch, wie es mit möglichen Kosten und In-App-Käufen umgehen soll. Die mobile Version des Spiels erfordert permanenten Internetzugang und bietet eine Chatfunktion, über die die Kommunikation mit anderen Spielern möglich ist. Weisen Sie Ihr Kind auf Risiken des Kontakts mit Fremden hin oder deaktivieren Sie die Chatfunktion.

Beliebte Spiele: FIFA

FIFA ist die bekannteste und beliebteste Reihe von Fußball-Videospielen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften der realen Fußballligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden.

Kurz gefasst:

  • beliebtestes Fußballsimulationsspiel für PC und alle gängigen Spielekonsolen
  • neueste Version FIFA 20 (veröffentlicht am 27.09.2019)
  • nutzt die Bekanntheit von beliebten Fußballern, Mannschaften und Ligen
  • keine Altersbeschränkung, empfohlen ab 8 Jahren
  • kostet in der Vollversion ca. 60,- €

Was ist FIFA?

FIFA gehört für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu den bekanntesten Spielen. Dabei wird die Beliebtheit von bekannten Mannschaften und Fußballspielern genutzt. Jugendliche können in die Rolle ihres Lieblingsspielers schlüpfen und alleine oder gemeinsam mit anderen im Online-Modus gegen andere Mannschaften antreten.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

FIFA ist besonders interessant für Jugendliche, die sich ohnehin für Fußball interessieren und so ihren Lieblingssport noch auf eine ganz andere Art und Weise erleben können. Das Spiel stellt eine Verbindung zu den realen Mannschaften und Spielern her, die für viele Fußballfans Idole sind. Auch das gemeinsame Spielen mit anderen bietet einen besonderen Spaß. Spannend sind die klaren Regeln, die vom Fußballplatz übernommen werden und in der Spielumgebung umgesetzt werden müssen: Ein Foul ist auch bei FIFA ein Foul.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wie beim Fußballspiel auf dem Sportplatz oder im Stadion gibt es natürlich auch Konflikte im Spiel. Bei FIFA kann es im Mehrspieler- oder Onlinemodus auch mal Konflikte bis hin zu Beleidigungen geben.

Die Kritik, dass es im Profifußball um viel Geld geht und der Sport an Bedeutung verliert, wird bei FIFA ausgeblendet. Die Idole und Lieblingsmannschaften werden durchweg positiv dargestellt und sind Vorbilder. Die Kommerzialisierung zeigt sich auch im Online-Modus: Mit dem nötigen Geld kann man seine Traummannschaft zusammenstellen. Zudem können die Spieler die umstrittenen Lootboxen (“Beutekisten”) erwerben, die als eine Art von Glücksspiel gesehen werden können und somit für Minderjährige verboten sein müssten. Bei FIFA enthalten solche Boxen besonders viele Nieten und selten den erhofften besten oder beliebtesten Spieler. Dies animiert natürlich dazu, weitere Packs zu kaufen in der Hoffnung, endlich den einen Spieler zu bekommen.

Das Spiel ist aus Sicht des Jugendmedienschutzes unbedenklich und hat keine Altersbeschränkung. Diese Einschätzung bezieht sich aber nur auf den Inhalt. Die Praxis der Lootboxen und die verschiedenen Möglichkeiten, Geld auszugeben, werden hierbei nicht bewertet.

Was sagt der Anbieter?

Der Anbieter EA Sports stellt den sportlichen und spielerischen Charakter des Spiels in den Vordergrund. EA Sports bezeichnet die Lootboxen als „Virtuelle Überraschungseier“ und sieht keinen Änderungsbedarf. Jedoch haben im August 2019 mehrere Spielekonsolenbetreiber angekündigt, schärfere Regeln für Lootboxen zu erlassen.

Was sollten Eltern beachten?

Eltern sollten erkennen, dass vor allem der Spaß am gemeinsamen Spiel im Vordergrund steht. Gleichzeitig sollten Sie jedoch sensibel für die möglichen Konflikte innerhalb des Spiels sein. Geben Sie Tipps und vereinbaren Sie Regeln, wie es sich bei der Kommunikation in Online-Spielen am besten verhalten sollte. Besonders aufmerksam sollten Sie als Eltern bei In-Game-Käufen sein. Besprechen Sie mit Ihrem Kind besprechen, ob dies notwendig ist und legen Sie – falls gewünscht – eine Obergrenze fest. Die gängigen Spielekonsolen bieten zudem detaillierte Schutzeinstellungen, in denen Käufe innerhalb eines Spiels verboten werden können.

Spielen Sie einmal gemeinsam mit Ihrem Kind und versuchen Sie die Faszination nachzuvollziehen. Dies verbindet und bietet gleichzeitig die Gelegenheit, sich über die kritischen Aspekte des Fußballs auszutauschen. Vor allem macht das gemeinsame Spielen einfach eine Menge Spaß!

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