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(Medien-) Challenges in der Familie

Challenges sind ein Lieblingsformat von Kindern und Jugendlichen – online und offline. Wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, kann man sogenannte Medien-Challenges mit der ganzen Familie spielen.

Was genau hinter dem Internetphänomen Challenges steckt, können Sie in unserem Beitrag dazu nachlesen. Challenges müssen nicht unbedingt nur online stattfinden. Es macht auch Spaß, sie zu Hause zu spielen. Gerade, wenn durch Corona die ganze Familie viel daheim ist, können Challenges eine schöne Möglichkeit sein, zusammen Zeit zu verbringen.

Ideen für (Medien-)Challenges

Bei der Top-Foto-Challenge machen alle Familienmitglieder den ganzen Tag über mit ihren Smartphones und/oder Kameras Fotos. Am Abend sucht sich jeder seine Lieblingsbilder des Tages aus und alle schauen sie gemeinsam an. Die besten Bilder können dann z. B. in einer Fotocollage festgehalten werden. So bleibt neben schönen Fotos eine tolle Erinnerung an die gemeinsame Zeit.

Eine Challenge für alle Generationen ist die Nachstellen-Challenge. Hierbei werden Fotos nachgestellt, die z. B. die Eltern und Opa noch aus ihrer Kindheit haben. Die Kinder versuchen, die Fotos mit ihren Smartphones nachzuahmen. Dazu gehört es auch, passende Gegenstände und Kleidungsstücke zu finden. Umgekehrt können die Älteren Fotos der Jüngeren nachstellen. Wer schafft es ein Foto am besten nachzumachen?

Bei der Game-Challenge geht es um Video- oder Computerspiele: Jedes Familienmitglied sucht sich ein Spiel aus, das für sie oder ihn eine besondere Bedeutung hat. Sie oder erklärt den anderen Familienmitgliedern, warum das Spiel so toll ist. Anschließend können es alle gemeinsam ausprobieren. Diese Challenge kann sich über mehrere Tage oder Wochen ziehen, wenn jedes Mal ein anderes Spiel vorgestellt und gespielt wird. Natürlich kann man auch Brett- und Kartenspiele vorstellen.

In der Quiz-Challenge geht es um die Frage “Wer wird der neue Quizmaster in der Familie?“. Mit Hilfe von Apps wie Kahoot! oder Actionbound lässt sich auf dem Smartphone oder Tablet ganz einfach ein eigenes Quiz erstellen. Jeder kann eigene Quizfragen entwickeln. Man auch zusätzlich Aufgaben stellen. Da wird es garantiert nicht langweilig!

In der Clip-Challenge muss unter Zeitdruck ein Video gedreht werden. Jedes Familienmitglied hat eine Stunde Zeit, um einen spannenden 30-Sekunden-Clip zu erstellen. Im Clip kann es um ein bestimmtes Thema oder eine Nachricht gehen. Man kann damit auch Momente zu Hause einfangen, z. B. „Auf Spurensuche: Wer hat den Joghurt gegessen?“. Wie in einem Online-Bericht sollte der Clip schnell und aufregend geschnitten sein. Das geht z. B. mit iMovie für Apple- oder Power Director für Android-Geräte.

Natürlich haben nicht alle in der Familie ein eigenes Smartphone, Tablet oder Laptop.  Challenges machen aber auch ohne viel Technik Spaß und sind auch mit nur einem Gerät durchführbar. So kann sich z. B. mit einem Smartphone abgewechselt werden. Oder jedes Familienmitglied darf das Gerät an einem Tag nutzen und am Ende der Woche werden die Ergebnisse zusammengetragen. Viel Spaß beim Spielen!

Beliebte Spiele-Apps: Harry Potter: Wizards Unite

Harry-Potter-Fans aufgepasst: Mit diesem Handyspiel landet ihr mitten in der Welt des jungen Zauberers und seiner Freunde.

Kurz gefasst:

  • Augmented Reality-Spiele-App, in der Spielewelt und echte Umgebung verschmelzen
  • kostenlos, aber In-App-Käufe vorhanden
  • verfügbar für Android und iOS
  • Altersempfehlung der USK: geeignet ab 6 Jahren, Altersempfehlung im Apple PlayStore: ab 9 Jahren

Was ist Harry Potter: Wizards Unite?

Wie der Name bereits verrät, begibt man sich mit der Spiele-App auf eine Reise in die Harry Potter-Welt. Durch einen Unfall befinden sich überall in der realen Welt magische Zauberwesen und verzauberte Gegenstände. Diese müssen die Spieler finden und von der menschlichen Muggel-Welt zurück in die Zauberwelt bringen. Wie bei der App Pokémon GO werden auch hier Spiel und Realität eins, wenn man den erweiterten Modus mit Augmented-Reality nutzt. Die verzauberten Personen und Gegenstände werden dabei virtuell in das Kamerabild eingefügt. Um Zaubertrankzutaten und andere magische Dinge zu finden, muss man sich also draußen auf Entdeckungstour begeben und mit anderen Spielern zusammentun. Es wird in sogenannten Arenen gegen- und miteinander gekämpft und gezaubert.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Harry-Potter-Fans ist es eine tolle Vorstellung, selbst in das Universum von Hogwarts und Co. einzutauchen. Die App macht das quasi möglich. Man entdeckt ständig bekannte Figuren und Gegenstände aus den Geschichten des Zauberers.

Das Augmented-Reality-Prinzip macht den Spaß noch größer. Das Spiel ist mit einer modernen, digitalen Schnitzeljagd vergleichbar. Alleine oder gemeinsam mit Freunden kann man bei einem Spaziergang oder auf dem Weg zu den Großeltern oder zum Sportverein das Handy jederzeit hervorholen und mit eingeschalteter Kamera vor sich halten, um die magischen Dinge zu finden. Außerdem kann man sich immer weiterentwickeln und seinen Zaubergrad erhöhen, so wie Harry Potter auch.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Atmosphäre im Spiel ist sehr düster. Die Spieler kämpfen zum Teil gegen gruselige magische Kreaturen wie Hexen und Vampire. Das kann vor allem jüngeren Kindern Angst machen.

Es kann vorkommen, dass beim Spielen der Straßenverkehr nicht richtig beachtet wird, da der Blick immer auf das Handydisplay gerichtet ist. Es könnten sich ja überall verzauberte Wesen verstecken! Das Spiel kann außerdem dazu verleiten, unbekannte Orte alleine aufzusuchen oder bei Nacht loszulaufen. Da das Spiel ständig um neue Inhalte weiterentwickelt wird, endet es quasi nie. Deshalb verleitet die App dazu, immer weiterspielen zu wollen.

Nach einiger Zeit wird die Versuchung groß, durch In-App-Käufe im Spiel schneller weiter zu kommen. Außerdem hat die App einen sehr hohen Datenverbrauch.

Was meint der Anbieter?

Auf der offiziellen Webseite des Herstellers finden sich lediglich Verlinkungen zum Datenschutz und den Hinweisen zur Nutzung. Man gelangt auf die jeweiligen Seiten von https://policies.warnerbros.com, auf denen die Informationen auf Englisch nachzulesen sind. Mit der Nutzung der App räumen Sie den Anbietern viele Rechte ein.

Was sollten Eltern beachten?

Ihr Kind ist mitten im Harry Potter-Fieber und möchte die App unbedingt spielen? Hier stehen Sie vor der Aufgabe, einzuschätzen, ob Ihr Kind sich der angesprochenen Risiken und Problematiken bewusst und alt genug ist, mit der düsteren Atmosphäre umzugehen. Neben Datenschutzfragen (insbesondere die ständige Standortbestimmung) gehört dazu, ob Ihr Kind das Prinzip der “Erweiterten Realität” (Augmented Reality) bereits versteht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über all dies, bevor Sie das Spiel zusammen erkunden.

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für die Spieldauer, den erlaubten Spielradius und In-App-Käufe. Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine losziehen. Vielleicht unternehmen Sie auch gemeinsam mit befreundeten Familien einen Spaziergang, um sich auf die Suche nach magischen Wesen zu machen?

Und zu guter Letzt: Laden Sie immer nur die Original-App (von Niantic) herunter. Apps von Drittanbietern sind oft mit Schadsoftware infiziert.

Das Leben zum Spiel machen mit Gamification

Kämpft Ihr Sohn lieber stundenlang gegen die Monster aus Fortnite, als Vokabeln zu lernen? Oder baut Ihre Tochter intensiv an einer Stadt in Minecraft und vergisst dabei die Mathehausaufgaben? Natürlich macht Spielen oft mehr Spaß als Lernen. Um die Motivation zu steigern, wird deshalb in der Bildung immer mehr Lernstoff spielerisch und digital vermittelt.

Gamification – Bedeutung und Hintergründe

Bei Gamification werden Prinzipien – wie z. B. Wettbewerb und Belohnung – aus Spielen in andere Kontexte übertragen, die eigentlich nichts mit Spielen zu tun haben – wie etwa Bildung. Auch das Verknüpfen von Lernstoff mit einer Geschichte wird als spielerisches Lernen bezeichnet.

Wenn Ihr Kind also beim Lernen von Vokabeln Level fünf erreicht hat oder beim Kopfrechnen den Klassen-Highscore knackt und dafür einen Sticker als Gewinn erhält, sind das typische Beispiele für Gamification.

Mehr Motivation und Kreativität

Durch Gamification kann Lernen effektiver werden. Denn Schüler lernen mit weniger Druck und Angst, gleichzeitig werden kreative Fähigkeiten freigesetzt. Darüber hinaus können sie sich Lernstoff besser merken, da dieser oft viel anschaulicher vermittelt wird.

Beim spielerischen Lernen mit digitalen Medien kommt hinzu, dass die Motivation bei Schülern steigt, wenn mit Computer und Tablet gelernt wird und die Lernsoftware mehr an ein animiertes Computerspiel erinnert als an öde Physikhausaufgaben.

Spielerisches Lernen in der Schule

Viele Schulen setzen deshalb im Unterricht immer mehr digitaler Spiele und Apps ein. Ob Städtebau mit Minecraft im Geografieunterricht, das Spielen digitaler Schnitzeljagden mit dem Actionbound in Geschichte oder das Erstellen eines Erklärfilms im Deutschunterricht. Allerdings fehlen in vielen Schulen geeignete Geräte, Software und Begleitung. Digitales, spielerisches Lernen kann deshalb auch von zu Hause aus stattfinden.

Gamification zu Hause

Scoyo ist eine Lernplattform, bei der Lernen eher nebenbei stattfindet: Ihr Kind kann auf dem Matheplaneten gemeinsam mit den Mathepiraten rechnen üben und auf der Vokabelinsel mit einer Fußballmannschaft Wörter und Sätze übersetzen, um den Ball ins Tor zu kicken. Für die richtige Lösung gibt es Punkte, die dann gegen ein Fahrrad oder neue Sportschuhe für den Avatar eingelöst werden können. Der Stoff ist angepasst an Klassenstufe, Schulform und Bundesland. Ein alternatives Angebot gibt es unter sofatutor.com. Beide sind auch als App erhältlich. Auch viele Apps für jüngere Kinder funktionieren nach dem Prinzip, so dass Buchstaben oder Zahlen in Form eines Spiels gelernt werden.

Digitales Lernen – Lösung für alles?

Man könnte meinen, dass Lehrbücher und Vokabelkarten schon bald keine Bedeutungmehr haben werden. Doch analoges Lernen bleibt wichtig und sollte nicht vollständig ersetzt werden: Auf Papier liest man beispielsweise ganz anders als auf einem Bildschirm. Und das handschriftliche Schreiben von Vokabeln ist wahrscheinlich weiterhin der beste Weg, sich die richtige Rechtschreibung einzuprägen.

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