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Homeschooling – wenn die Technik fehlt

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Lernen auf Distanz und über das Internet für einige Kinder schwieriger ist als für andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Manche Schülerinnen und Schüler lassen sich zu Hause schneller ablenken oder ihnen fehlt die Anleitung durch den Lehrer oder die Lehrerin. In einigen Familien gibt es keinen ruhigen Platz zum Lernen. Oder es fehlt an der nötigen technischen Ausstattung. In Teil 1 unserer Artikelreihe haben wir Tipps für Sie, wo es Geräte gibt, damit Ihr Kind gut auch von zu Hause lernen kann.

Lernen am Smartphone?

Viele Kinder und fast alle Jugendliche ab 13 Jahren haben ein eigenes Smartphone. Auch wenn das kleine Gerät ziemlich viel kann, ist es schwierig über den kleinen Bildschirm an Videokonferenzen mit der Klasse teilzunehmen und Aufgaben zu lösen. Da es aber nicht in jeder Familie genügend Laptops oder PCs gibt, geht das manchmal nicht anders. 

Außerdem hat nicht jede Familie eine festen Internetanschluss und stabiles WLAN zu Hause. Ohne Internet funktioniert Homeschooling eigentlich gar nicht! 

Wo bekommen wir einen Computer oder Laptop her?

Viele Schulen haben Geld vom Staat bekommen, um digitale Geräte anzuschaffen. Dazu gehören oft auch Tablets. Die haben ein größeres Display als Handys. Schülerinnen und Schüler, die keinen eigenen Rechner zum Lernen haben, können sich bei ihrer Schule ein Gerät für längere Zeit ausleihen. Fragen Sie einfach mal nach, ob das an der Schule Ihres Kindes auch möglich ist? Nicht jeder weiß das und Tablets liegen teilweise ungenutzt in den Schulen.

Wenn das an Ihrer Schule nicht geht, gibt es noch eine andere Lösung: Über die Bundesagentur für Arbeit können Familien, die nicht genug Geld für mehrere Laptops haben, Zuschüsse beantragen, die extra dafür gedacht sind, Geräte für das Distanzlernen in Pandemiezeiten anzuschaffen. Lesen Sie mehr dazu direkt bei der Arbeitsagentur.

Hilfe kommt auch von Vereinen, die Computerspenden einsammeln, Rechner herrichten und an Menschen weitergeben, die sich kein eigenes Gerät leisten können. Verschiedene Projekte machen das möglich: “Hey, Alter!” gibt es in mehr als 20 Städten und Regionen in ganz Deutschland. Kinder und Jugendliche können dort Laptops und Rechner bekommen. Das Projekt re:pc:pb aus Paderborn gibt ebenfalls Rechner an Kinder und Jugendliche. Dazu bekommen sie eine Medienkompetenzschulung – auch online. Der Bayerische Rundfunk listet Computer-Retter-Projekte in Bayern (und darüber hinaus) auf seiner Internetseite auf.

Jetzt fehlt noch der Internetzugang

In einigen Städten und Gemeinden gibt es Sozialfonds, bei denen Sie Unterstützung bekommen können. Fragen Sie am besten in Ihrem Rathaus nach. Oft wissen die Mitarbeitenden Bescheid, an wen Sie sich wenden können. Vielleicht können Sie auch mit Ihren Nachbarn sprechen und überlegen, ob Sie sich einen Internetzugang teilen können. 

Nach Hilfe zu fragen, fällt nicht jedem leicht. Dabei gibt es viele Menschen, die gerne helfen und unterstützen, damit Ihre Kinder gut lernen  können.

Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

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