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Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist

Mit anderen sprechen, mit Freunden und der Familie telefonieren, schreiben oder sich ansehen und anlächeln – Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis! Jugendliche tauschen sich am liebsten über Apps und soziale Netzwerke auf dem Smartphone aus. Sie teilen Erfahrungen und Erlebnisse und verarbeiten sie so. Sie lernen Konflikte ohne elterliche Unterstützung zu lösen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Freundschaften werden gepflegt, indem man ständig in Kontakt miteinander steht. 

Kommunikation über Messenger

Am beliebtesten bei der Kommunikation sind Messenger-Apps. Am häufigsten wird WhatsApp genutzt, aber auch Alternativen wie den Facebook Messenger, Telegram, Signal oder Threema haben viele installiert.

Die Kommunikation über Smartphones ist für Jugendliche selbstverständlich und nimmt einen großen Teil ihres Alltags ein. Das Smartphone ist immer griffbereit und stellt eine Art sozialen Treffpunkt dar. Sowohl im Zweierchat als auch in Gruppenchats werden Meinungen, Bilder und Videos ausgetauscht, gestritten und Späße gemacht.

Über einen Messenger mit Freunden verbunden zu sein, schafft bei Jugendlichen ein Gefühl der Zugehörigkeit.Die Kommunikation darüber erscheint privat. Oft sind die Gruppen allerdings so groß, dass von Privatsphäre keine Rede mehr sein kann. Je anonymer die Gruppenchats werden, desto größer ist die Gefahr, dass diese missbraucht werden, um Falschmeldungen zu streuen und Meinungen zu manipulieren. Eine weitere Gefahr: Fotos können unbemerkt auf fremden Geräten abgespeichert und versendet werden. So praktisch Messenger sind, bergen sie auch Risiken – vor allem weil Jugendliche täglich sehr viele Nachrichten verschicken. Es kann zu Stress führen, wenn Ihr Kind das Gefühl hat, sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen oder Angst hat, etwas zu verpassen, wenn es nicht aufs Handy schaut. 

Jugendliche handeln aber nicht immer sozial, wenn sie in Messenger-Gruppen miteinander kommunizieren. Da man die Reaktion seines Gegenübers nicht direkt sieht und man anderen imponieren möchte, sind Beleidigungen keine Seltenheit. Das kann unter Umständen bis zu Cybermobbing führen.

Kommunikation über Instagram & Co.

Auch über Social-Media-Apps wie Instagram, Snapchat oder TikTok wird kommuniziert. Häufig beschränkt sich diese Art des Austauschs auf Bilder und Videos und das Liken oder Kommentieren. Diese Kommunikation ist besonders wichtig, wenn es um Selbstdarstellung und Anerkennung geht. Selfies werden verschickt und man erwartet von seinen Followern, die meistens Freunde und Bekannte sind, eine positive Reaktion darauf. Allerdings kann es auch hier zu Stress oder Beleidigungen kommen.

Auch unter Gamern ist es üblich, dass man sich beim Zocken untereinander austauscht – etwa über Kanäle wie Discord und Teamspeak.

Gerade über Plattformen können auch Fremde Jugendliche  anschreiben, um näheren Kontakt zu ihnen zu bekommen. Das kann harmlos sein, aber es können auch kriminelle, z. B. pädophile Absichten, dahinterstecken.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

So praktisch die Kommunikation über das Internet ist, sollten mögliche Risiken bekannt sein. Fragen Sie Ihr Kind, welche Kanäle es nutzt und mit wem es chattet. Achten Sie dabei aber auf seine Privatsphäre und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Vereinbaren Sie Sicherheitsregeln, z. B. welche Bilder und Videos über welchen Weg verschickt werden dürfen. Empfehlen Sie Ihrem Kind, bestimmte Fotos nur in privaten Kanälen oder Gruppen zu posten. Seien Sie bei Unsicherheiten und Problemen ansprechbar. 

Wenn Sie sich über die Sicherheit der Daten Ihres Kindes Gedanken machen, vergleichen Sie einfach mal die Bedingungen einzelner Messenger. Was passiert dort mit den Daten? Ist die Kommunikation verschlüsselt? Welche Messenger gelten als sicher? In den Nutzungsbedingungen vieler dieser Apps ist ein Alter von 13 oder sogar 16 Jahren Voraussetzung für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Vielleicht besprechen Sie sich mit anderen Eltern und überlegen, ob Sie gemeinsam eine datenschutzfreundliche Alternative zu WhatsApp installieren können.

Mit jüngeren Kindern können Sie gemeinsam die Einstellungen des Messengers durchgehen. Das Deaktivieren der Lesebestätigung entlastet, so dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter nicht das Gefühl haben muss, gleich auf eine Nachrichten reagieren zu müssen. Achten Sie darauf, mit wem Ihr Kind chatten kann und zeigen Sie ihm die Funktion, Kontakte zu blockieren.

Für die Kommunikation mit Ihrem Kind können Sie Regeln vereinbaren und so einen guten Maßstab für den Austausch Ihres Kindes mit Freunden setzen.

Das Internetphänomen Lisa und Lena

Wenn Sie glauben bei den Namen Lisa und Lena handelt es sich um Mitschülerinnen Ihres Kindes, hören Sie lieber nochmal genauer hin. Denn es kann gut sein, dass eigentlich von Deutschlands bekanntesten Influencerinnen die Rede ist. Die beiden Schwestern Lisa und Lena wurden durch ihre Videos auf der App TikTok – früher musical.ly – berühmt. Millionen junger Menschen folgen ihnen in den sozialen Netzwerken. Doch was genau finden vor allem Teenager so toll an den Zwillingen?

Wer sind Lisa und Lena?

Im Jahr 2016 sind die damals 15-jährigen Zwillinge aus der Nähe von Stuttgart durch ihre Musikvideos auf musical.ly quasi über Nacht bekannt geworden. 2019 verließen Lisa und Lena TikTok und entschieden sich nur noch auf anderen Social-Media-Kanälen aktiv zu sein. Sie begründeten diesen Schritt damit, dass sie neue Wege gehen möchten und langsam aus TikTok herausgewachsen sind. Auch Sicherheitsbedenken und die Kritik rund um TikTok spielten offenbar eine Rolle. Seit Mai 2020 sind sie allerdings zurück auf TikTok.

Auf Plattformen wie Instagram und YouTube setzen sich die Zwillinge auf Bildern im perfekten Licht in Szene und geben in Storys Einblicke in ihren Alltag. Ihre Fans nennen sie auch kurz Leli. Sie haben mittlerweile eine eigene Modemarke und einen Online-Shop für Leli-Fanartikel, für die sie auf ihrem Instagram-Profil werben.

Welche Rolle spielen die TikTok-Stars für Teenager?

Wie sie so schnell so bekannt geworden sind, können sich Lisa und Lena selbst kaum erklären. Innerhalb sehr kurzer Zeit haben sie mit ihren 15-sekündigen Tanzvideos viel Sympathie und Aufmerksamkeit im Internet auf sich gezogen. Vor allem weibliche Teenager sehen in ihnen Vorbilder, weil sie in einem ähnlichen Alter sind. Einige streben ebenfalls danach, Bestätigung durch Likes und Follower zu bekommen. Außerdem sind die Videos unterhaltsam. Sie verbinden Musik und Bewegung. Sich auf diese Weise ausdrücken und einen eigenen Geschmack, ist für Jugendliche attraktiv. Lisa und Lena bieten mit ihren Videos Orientierung und Unterhaltung für Heranwachsende. Dabei erscheinen ihnen die Zwillinge authentisch. Außerdem sind sie schon seit vielen Jahren dabei und bieten verlässliche und vertraute Begleiterinnen – wenn nicht sogar so etwas wie Freundinnen.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Vielleicht haben Sie das Gefühl gar nicht mehr hinterher zu kommen, wenn Ihr Kind von dem neuen angesagten Influencer auf YouTube oder Instagram spricht. Sie müssen auch nicht alles verstehen. Schauen Sie aber nicht weg, sondern sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Vorbilder. Nur so bleiben Sie auf den Laufenden und können Ansprechpartner für Ihren Sohn oder Ihre Tochter sein, wenn er oder sie z. B. unangenehme Erfahrungen im Netz macht. Sprechen Sie auch darüber, inwiefern das, was in Social Media veröffentlicht wird, tatsächlich authentisch ist. Da Influencing ein Geschäftsmodell ist, geht es bei vielen darum, möglichst viele Menschen zu erreichen und damit Geld zu verdienen. Werbung und inszenierte Inhalte sind keine Seltenheit.

Wenn Ihr Kind durch Vorbilder wie Lisa und Lena selbst einen Social-Media-Kanal hat oder eröffnen möchten, sollten Sie mit ihm auch darüber sprechen, was es postet.

Hilfe, ich verstehe mein Kind nicht mehr! – Wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Sprachen sprechen

Welche Wörter haben Sie benutzt, als Sie jünger waren und wie fanden das Ihre Eltern? Überlegen Sie mal! Denn es ist vollkommen normal, dass Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen, weil es Wörter benutzt, die Sie nicht kennen oder verstehen.

Abgrenzung von der Erwachsenenwelt

Unsere Sprache ist geprägt von der Welt der Erwachsenen. Jugendliche haben das starke Bedürfnis, eine eigene Identität auszubilden, selbstständig zu werden und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Das kommt auch in der sogenannten Jugendsprache zum Ausdruck, mit der sie eine eigene Welt erschaffen. Mit einer eigener Sprache, oder zumindest eigenen Begriffen, schaffen sie etwas Eigenes und Jugendtypisches. Das verbindet und schafft Selbstvertrauen. Den veralteten Slang der Eltern zu verwenden, würde altmodisch und uncool klingen.

Jugendslang ist geprägt von der Sprache im Netz

In jeder neuen Generation, in bestimmten Jugendszenen und sogar an unterschiedlichen Orten verändert sich Jugendsprache und es gibt andere Wörter und Ausdrücke. Typisch ist, dass Jugendliche einfacher sprechen als Erwachsene. Dabei benutzen sie manchmal auch ungewöhnliche oder ungewohnte Begriffe. Die Sprache ist weniger “richtig”, weil Jugendlicher spontaner sprechen. Dafür transportiert sie wesentlich mehr Gefühle und Stimmungen.

Auch die Kommunikation übers Netz hat einen starken Einfluss darauf, wie Jugendliche sprechen oder schreiben. Im Messenger-Chat zum Beispiel werden Emojis verwendet, die Sprache wird deutlich verkürzt und ist oft fehlerhaft. Begriffe aus der Gamer- und Rapper-Szene, von Influencerinnen und vor allem aus dem im Netz dominierenden Englisch werden übernommen.

Kennen Sie diese Begriffe?

Checken Sie doch mal Ihr Wissen rund um die Sprache Ihres Kindes aus. Folgende Wörter wurden im Jahr 2019 besonders gern benutzt. Am Ende des Beitrags finden Sie die Auflösung.

  • Cornern
  • Gönnjamin
  • Kek
  • Lindnern
  • Alman
  • Cringe
  • Habibi

Umgang mit der Sprache Jugendlicher

Es gibt also keinen ernsthaften Grund, sich Sorgen zu machen, wenn Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen. Respektieren Sie den Wunsch nach Abgrenzung und haben Sie grundsätzlich Verständnis dafür, wenn Ihr Kind andere Wörter benutzt als Sie. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich alles von ihm sagen lassen müssen. Gerade wenn die Sprache unanständig, verletzend oder beleidigend ist. Sagen Sie das Ihrem Kind. Verdeutlichen Sie ihm, warum er auch mit anderen nicht so sprechen soll und vereinbaren Sie, wenn nötig, Regeln zum Umgang miteinander.

Sie sind und bleiben der Erwachsene, von dem sich Ihr Kind unterscheiden möchte. Versuchen Sie sich deshalb nicht, sich sprachlich anzunähern. Das wird Ihr Kind eher als Eindringen in seine Intimsphäre empfinden. Sprechen Sie so, wie Sie es immer tun. Trotzdem können Sie sich gelegentlich über die phantasievollen Wortschöpfungen Ihres Kindes freuen und nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen!

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