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Von Algorithmus über Cookie bis Filterblase

Solche Begriffe begegnen uns ständig, wenn es um digitale Medien und Internet geht. Doch was sind eigentlich Cookies und was bedeuten Algorithmus und Filterblase? Beeinflussen sie, was wir im Netz sehen und lesen?

Ich möchte keine Kekse!

Wenn Sie im Netz unterwegs sind, werden Sie gefühlt ständig aufgefordert, Cookies zu akzeptieren oder einzurichten. Vorher kommen Sie gar nicht auf die eigentlichen Inhalte, die Sie sich ansehen möchte. Das kann ziemlich nerven. Dabei dient diese Abfrage dem Schutz unserer Daten.

Cookie kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Keks“ oder „Plätzchen“. Wenn im Internet von Cookies die Rede ist, sind damit kleine Datenmengen gemeint. Der Server speichert sie beim Lesen von Internetseiten dauerhaft oder für eine bestimmte Zeit. Es wird z. B. gespeichert, wie lange eine Person auf der Seite war oder ob etwas gekauft wurde. Wenn die Person erneut auf die Seite kommt, erkennt der Server, dass sie schon einmal da war. Seitenbetreiber können so das Verhalten aufzeichnen und ihre Seite danach gestalten. Cookies werden häufig genutzt, um Werbung gezielt einzusetzen. 

Wenn bei Cookies personenbezogene Daten gesammelt werden, müssen Nutzende dem erst zustimmen oder es eben ablehnen. Deshalb kommt beim Besuch einer Webseite die Abfrage. Auch wenn es ein wenig nervt, ist es sinnvoll, die Cookies individuell einzustellen bzw. nur “essentielle Cookies” zu akzeptieren, damit so wenig personenbezogene Daten wie möglich von Ihnen und Ihrem Kind gespeichert und eventuell an Dritte weitergegeben werden können.

Durch Algorithmen in der persönlichen Filterblase 

Durch Cookies, bestimmte Suchbegriffe und unser Klickverhalten können Algorithmen ein digitales Profil einer Person erstellen. 

Ein Algorithmus dient bei einer Computeranwendung dazu, ein bestimmtes Problem zu lösen. Dabei wird eine Folge von mathematischen Anweisungen ausgeführt. Zum Beispiel sucht sich ein Navi mit Hilfe eines Algorithmus‘ den schnellsten Weg zum Ziel. Ein anderes Beispiel ist der Page-Rank-Algorithmus von Google, der festlegt, welche Webseiten an erster Stelle der Trefferliste der Suchmaschine angezeigt werden.

Sobald im Netz nach einem bestimmten Thema recherchiert wird, greifen Algorithmen – auch auf Grundlage von Cookiedaten. Es erscheinen vorrangig Beiträge, die der eigenen Meinung und dem eigenen Interesse entsprechen. Das ist zwar praktisch, weil es im Netz so viele Informationen gibt, dass wir ohne solche Software gar nicht so schnell und einfach das Passende auswählen könnten. Durch die vielen über uns gesammelten Daten, können wir allerdings auch in eine sogenannte Filterbubble geraten. 

Mit Filterbubble oder Blase sind Inhalte und andere Personen gemeint, die unserer Meinung und unseren Interessen entsprechen. Im Internet bekommen wir aufgrund unseres Nutzungsverhalten vermehrt solche Inhalte angezeigt, die dem entsprechen.

Das kann dazu führen, dass wir uns nur noch einseitig informieren, ohne es zu wollen. Im Extremfall spricht man von einer sogenannten Echokammer: Beiträge und Aussagen, die unserer Meinung widersprechen, werden ausgeblendet und wir bekommen stattdessen immer wieder unsere Meinung bestätigt. Das kann dazu führen, dass nur die eigene Meinung und Weltsicht als richtig wahrgenommen werden. Personen extremer Meinungen können dadurch anfälliger für Fake News, Manipulation und bestimmte Ideologien werden. 

Tipps zum Umgang mit der Filterblase 

Dabei ist die Vielfalt an objektiven Informationen wichtig, um sich eine eigene Meinung bilden und diese an neue Erkenntnisse anpassen zu können. Leider lässt sich die Filterblase aufgrund der Algorithmen im Netz aber nicht komplett vermeiden. Doch es gibt einige Vorgehensweisen, diese so offen wie möglich zu halten:

  • Sie und Ihr Kind sollten wissen, dass Algorithmen und Filterblasen existieren. Wer sich seiner eigenen Filterblase bewusst ist, kann besser damit umgehen und sich zusätzlich durch andere Quellen und Medien informieren. 
  • In verschiedenen Internetbrowsern lässt sich der Inkognito-Modus aktivieren oder “privat” surfen, so dass keine Suchverläufe oder Daten gespeichert werden. Bestimmte Browser und Suchmaschinen, wie Onion Browser oder startpage.com, speichern von sich aus weniger Daten. Achten Sie bei der Verwendung einer Suchmaschine wie Google darauf, dass Sie, während Sie im Netz surfen, nicht automatisch dort angemeldet sind. Außerdem kann einer personalisierte Suche bei Google widersprochen werden. 
  • Löschen Sie regelmäßig die Browserdaten und Cookies auf PC und Smartphone. Auch eine Deaktivierung von bestimmten Ad-Trackings und Standortdiensten auf dem Smartphone, kann verhindern, dass unnötige Daten gespeichert werden. Der Standort verrät ebenso wie das Klickverhalten oder bestimmte Suchanfragen viel über die Gewohnheiten und Interessen einer Person. 
  • Um sich der eigenen Filterblase bewusst zu werden, können Sie außerdem Ihre Suchergebnisse, z. B. zu politischen Themen, mit denen von anderen Personen vergleichen. 

Bereits Kinder befinden sich in einer Filterblase, sobald sie im Netz aktiv sind. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind über solche Mechanismen im Netz und fördern Sie eine umfassende Informations- und Medienkompetenz. Dazu gehört auch das Wissen über und den Umgang mit Fake News.

Was ist eigentlich… GPS-Tracking?

Das englische Wort “tracking” bedeutet im Deutschen so viel wie “verfolgen”. Durch GPS-Tracking ist es möglich, nachzuverfolgen, wo sich ein Gerät gerade befindet. Mit der GPS-Technik kann die Position, an der sich ein Objekt befindet, durch Satellitentechnik bestimmt werden. GPS steht für „Global Positioning System“. Auch die Position, an der sich eine Person befindet, kann auf diese Weise ermittelt werden, da die meisten Smartphones mit dieser Technik ausgestattet sind und über Apps wie z. B. Google Maps GPS-Daten gesammelt werden. So kann nachverfolgt werden, wo sich die Person gerade befindet, aber auch wo sie sich in der Vergangenheit aufgehalten hat.

Die GPS-Funktion in Smartphones ist praktisch, weil man sich so z. B. Supermärkte in der Nähe anzeigen lassen und das Handy als Navigationssystemen nutzen kann. Dabei werden aber auch immer die Standortdaten an den Anbieter der jeweiligen App weitergegeben. Was mit diesen Daten passiert, ist jedoch schwer nachzuvollziehen. Sie können dem Anbieter Aufschluss darüber geben, wo jemand wohnt und arbeitet. Auch in der Kriminaltechnik werden GPS-Daten verwendet.

Zum Schutz der Daten: Standort deaktivieren

Die GPS-Dienste lassen sich meistens in den Einstellungen des Geräts deaktivieren. Wenn ein Handy ausgeschaltet ist, kann der Standort nicht mehr über GPS ermittelt werden. Um sicher zu sehen, dass keine unnötigen Daten über Sie und Ihre Familie gesammelt werden, sollten Sie die Standortdaten für diejenigen Apps deaktivieren, die auch ohne GPS funktionieren. Sie können das GPS auch standardmäßig ausschalten und nur aktivieren, wenn sie Sie z. B. Google Maps nutzen.

Der Standort kann übrigens auch über die Handydaten ermittelt werden. Apps können erkennen, in welche Zelle des mobilen Netzes man sich mit seinem Gerät “eingewählt” hat.

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