Elternguide Logo

Microsoft Family Safety – Jugendschutz für Android, Windows und die Xbox

Kinder, die ein eigenes Smartphone oder eine Spielekonsole haben, nutzen schon früh unabhängig Apps, Spiele und Webseiten. Eltern können schnell den Überblick verlieren, wie viel Zeit ihr Kind online verbringt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Mit verschiedenen Angeboten des digitalen Jugendschutzes sollen Eltern dabei unterstützt werden, die Internetnutzung ihrer Kinder sicherer zu gestalten – so bietet auch Microsoft eine Kindersicherung für verschiedene Geräte an.

Kurz gefasst: 

  • Angebot für digitale Jugendschutzeinstellungen 
  • kostenlose Basisversion (als Premium kostenpflichtig)
  • als App oder über die Webseite verfügbar
  • für Geräte mit Microsoft 10, Android und die Spielekonsole Xbox

Was bietet Microsoft Family Safety?

Microsoft Family Safety lässt sich nur über ein Microsoft-Konto aktivieren. Über das Administratoren-Konto können Sie als Elternteil unterschiedliche Jugendschutzeinstellungen auf dem Konto Ihres Kindes vornehmen, z. B. Bildschirmzeit und altersgerechter Zugang zu verschiedene Inhalten, Apps usw. Die Einstellungen gelten dann für alle Geräte, auf denen Ihr Kind mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist. Alle Einstellungen können flexibel geändert und an das Alter des Kindes angepasst werden.

Mit der Bildschirmzeit können feste Zeitpläne für ein ganzes Konto oder für bestimmte Anwendungen, Spiele und Seiten erstellt werden: Wenn Sie z. B. eine Stunde für YouTube freigeben, kann Ihr Kind insgesamt eine Stunde YouTube auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC nutzen. Oder Sie aktivieren eine Stunde Spielzeit für die Xbox und blockieren nicht jugendfreie Games und Inhalte. 

Sie haben die Möglichkeit selbst Seiten und Anwendungen zu sperren oder Filter zu aktivieren. Durch Filter werden Medieninhalte je nach eingestellter Altersgrenze freigegeben bzw. blockiert. Außerdem kann festgelegt werden, dass nur kinderfreundliche Webseiten besucht werden dürfen. Diese Einstellung funktioniert nur bei der Nutzung des Browsers Microsoft Edge. Um auf Seiten oder Apps zuzugreifen, braucht Ihr Kind erst Ihre Erlaubnis. Über die Funktion “Erziehungsberechtigte fragen” kann Ihr Kind Sie auch nach mehr Bildschirmzeit bitten. Sie werden per E-Mail darüber informiert und können reagieren. 

Sie können außerdem einstellen, dass Ihr Kind Ihre Freigabe auch bei Käufen z. B. von Spielen auf der Xbox benötigt. So haben Sie die Kontrolle über die Ausgaben Ihres Kindes im Microsoft Shop. 

Das sollten Sie über das Angebot wissen 

Jede Person braucht einen eigenen Microsoft-Account. Die Accounts der Eltern werden mit denen der Kinder verknüpft. Das ist notwendig für den Schutz über verschiedene Geräte wie Spielkonsolen oder PCs hinweg, die auch von mehreren Nutzern parallel verwendet werden können. Es könnte passieren, dass Ihr Kind Ihnen permanent Anfragen zur Freigabe verschiedener Inhalte schickt.

Einige Funktionen von Microsoft Family Safety setzen stark auf die Kontrolle des Kindes. Beispielsweise können Sie über regelmäßige Aktivitätsberichte verfolgen, wie viel Zeit Ihr Kind mit welchen Apps und Games verbringt. Die Standortermittlung erlaubt es Ihnen zu sehen, wo Ihr Kind sich gerade aufhält. Familienmitglieder können Standorte sogar miteinander teilen und Orte speichern, an denen sie sich oft aufhalten. Auch wenn die Funktionen zur Sicherheit beitragen sollen, greifen sie gleichzeitig in die Privatsphäre und Freiraum Ihres Kindes ein. Ihr Kind kann die Standortüberwachung sowie einzelne andere Kontrollfunktionen eigenständig am eigenen Gerät bei Family Safety aktivieren bzw. deaktivieren. Als Eltern werden Sie darüber jeweils per Nachricht informiert.

Der Anbieter betont, die Daten der Nutzenden nicht an Dritte weiterzuleiten. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, weil Daten etwa durch Datenlecks ungewollt in die falschen Hände gelangen können

Das sollten Eltern beachten

Mit Daten wie der Aufenthaltsort oder die genauen Aktivitäten Ihres Kindes sollten Sie daher sensibel umgehen. Achten Sie darauf, welche Daten gespeichert und wie verwendet werden. Um den Standort zu ermitteln, ist es notwendig die GPS-Funktion einzuschalten. So können gegebenenfalls andere Anwendungen ungewollt auf den Standort Ihres Kindes zugreifen. Überlegen Sie deshalb genau, ob es notwendig ist, diese Funktion zu aktivieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, damit es sich nicht kontrolliert fühlt.

Vertrauen Sie nicht blind auf die voreingestellten Altersgrenzen der Filter, sondern prüfen Sie diese. Es kann sehr unterschiedlich sein, was Eltern für ihr Kind als geeignet empfinden. Mehr zu Altersbeschränkungen bei Games können Sie hier nachlesen. 

Jugendschutz-Apps wie Microsoft Family Safety können unterstützen, die Sicherheit Ihres Kindes bei der selbstständigen Mediennutzung zu verbessern. Aber noch wichtiger ist eine persönliche Begleitung durch Sie als Eltern. Vor allem jüngere Kinder brauchen diese. Keine Kindersicherung bietet hundertprozentigen Schutz. Vor allem gegen Risiken wie digitale Gewalt können Kinder durch solche Sicherungen nicht ausreichend geschützt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind erklären, warum bestimmte Inhalte und Anwendungen nicht geeignet sind und was Ihnen Sorgen bereitet. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für der Mediennutzung. Hierbei kann auch ein Mediennutzungsvertrag helfen. 

Besonders bei älteren Kindern ist die Privatsphäre und digitale Selbstständigkeit wichtig und sollte von Ihnen als Eltern respektiert werden. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind das Gefühl zu vermitteln, es zu überwachen oder ihm nicht zu vertrauen. Eine offene Gesprächsatmosphäre und die Interesse der Eltern sind oftmals wirkungsvoller im Schutz vor bestimmten Risiken im Netz, als die bloße Kontrolle über technische Schutzmaßnahmen. 

Kindersicherung Salfeld

Da Kinder schon früh Kontakt mit Medien haben, wünschen sich viele Eltern, dass es einen sicheren Zugang zum Netz gibt. Verschiedene sogenannte Jugendschutzprogramme möchten Eltern dabei unterstützen, die Mediennutzung ihres Kindes zu technisch abzusichern. Von der Stiftung Warentest als “gut“ bewertet wurde die Kindersicherung Salfeld.

Kurz gefasst: 

  • Software zur Kindersicherung für Android-Smartphones und Windows-PCs 
  • Testsieger bei Stiftung Warentest (2020: “gut”)
  • auf Englisch und Deutsch verfügbar
  • 30 Tage kostenlos, danach kostenpflichtig 
  • Zielgruppe des Angebots sind Eltern

Was bietet die Kindersicherung Salfeld? 

Durch die Kindersicherung Salfeld können Eltern bestimmte Zeitlimits und Einschränkungen auf dem Gerät ihres Kindes vornehmen. Diese können je nach App und Webseite individuell eingestellt werden. So können Sie als Elternteil z. B. einstellen, dass Ihr Kind mit Lern-Apps mehr Zeit verbringen darf als mit Social Media oder Spiele-Apps. Sie können außerdem eine Liste mit Webseiten anlegen, auf die Ihr Kind nicht zugreifen soll, weil es dort beispielsweise auf nicht-altersgerechte Inhalte stoßen kann. 

Die Kindersicherung Salfeld erlaubt Eltern außerdem, die Handy-Aktivitäten ihres Kindes einzusehen. Über eine Etern-App werden Protokolle der besuchten Webseiten und die genutzten Apps des Kindes zur Verfügung gestellt. Mit der App lassen sich Zeitlimits auch unterwegs ändern und Internetseiten sperren oder freischalten.

Durch sogenannte Zeitgutscheine können Kinder einen Zeitbonus bekommen, wenn sie z. B. selbstständig Lernangebote nutzen. Diese lassen sich ebenfalls flexibel einstellen und freigeben. 

Was Eltern beachten sollten

Die (deutschen) Anbieter der Kindersicherung Salfeld geben in ihrer aktuellen Datenschutzerklärung an, mit personenbezogenen Daten sensibel umzugehen und den Schutz der Privatsphäre ernst zu nehmen. Trotzdem müssen die Nutzungsdaten Ihres Kindes für die Funktionsfähigkeit der Anwendung an den Anbieter (anonymisiert) weitergeleitet werden. Dieser hat so theoretisch Zugriff darauf und könnte diese einsehen. Daten können durch Datenlecks an Dritte gelangen und so in falsche Hände geraten. Eltern sollten sich dieses Risikos bewusst sein. 

Der Schutz von Kindersicherungen ist außerdem eingeschränkt, wenn es um Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing oder Hassrede geht. Auch bei harmlosen Apps kann es zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Sie sollten deswegen mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen im Netz sprechen und ihm das Gefühl vermitteln bei Problemen verständnisvoll zu sein.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kindersicherungen können dazu beitragen, Kinder besser vor möglichen Gefahren im Netz zu schützen. Doch verlassen Sie sich nicht allein auf solche Apps. Keine Technik kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Außerdem können Sie Ihrem Kind das Gefühl vermitteln, dass Sie es kontrollieren und ihm nicht vertrauen. Der Grad zwischen Schutz und Überwachung ist schmal. Vermeiden Sie eine heimliche Kontrolle, sondern sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Ihre Ängste und die Möglichkeit, eine solche App zu nutzen. Vor allem sollten Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren im Netz sprechen und wie man diese vermeiden kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Groß und klein sollten sicher sein im Netz”.

JusProg – das digitale Jugendschutzprogramm

Viele Kinder surfen schon mit jungen Jahren selbstständig im Internet. Wenn Sie als Eltern daneben sitzen, bekommen Sie mit, welche Webseiten und Inhalte Ihr Kind sieht. Gerade ältere Kinder – etwa ab der weiterführenden Schule – sollten aber auch selbstbestimmt im Internet unterwegs sein dürfen. Oftmals ist es nur ein Klick und Kinder werden auf eine andere, vielleicht weniger kinderfreundliche Seite geleitet. Programme wie JusProg sollen dabei helfen, Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen

Kurz gefasst:

  • staatlich anerkanntes, digitales Jugendschutzprogramm 
  • kostenlos und ohne Registrierung
  • lässt sich auf verschiedenen Geräten installieren
  • datenschutzfreundlich und werbefrei
  • individuelle Einschränkungen für unterschiedliche Altersstufen

Was kann das?

Die Software filtert aufgerufene Webadressen und blockiert nicht-altersgerechte Seiten im Internet. JusProg läuft während des Surfens im Hintergrund: Ist eine Webseite als nicht altersgerecht im System verzeichnet, wird sie geblockt. Eltern geben das Alter des Kindes vorher an. 

JusProg kann auf den meisten Endgeräten von iOS und Android installiert werden. Neben den gelisteten Webadressen können weitere Seiten manuell gesperrt oder freigegeben werden. Auf einem Gerät lassen sich mehrere Nutzerprofile anlegen, sodass Eltern und Kinder an einem Computer surfen können und das Schutzniveau individuell an das Alter des Familienmitglieds angepasst ist. So sieht z. B. ein Kind Inhalte für unter 12-Jährige, während das ältere Geschwisterkind Webseiten ab 16 Jahren besuchen kann. Das Programm wurde von Stiftung Warentest mit „gut“ bewertet.

Was meint der Anbieter?

Das System von JusProg basiert auf Negativ- (Blocklist) und Positivlisten (Passlist), auf denen verschiedene Webseiten vermerkt sind. Die Anbieter garantieren selbst keine hundertprozentige Sicherheit, da das Internet zu groß ist und zu schnell wächst, als dass alle Seiten gelistet sein können. Vor allem nicht-deutsche Internetseiten und Inhalte auf Social-Media-Kanälen sind nicht ausreichend geschützt. Eltern sollten deshalb Webseiten, die sie als nicht altersgerecht empfinden, manuell sperren. Kindern von 0 bis 12 Jahren werden nur Webseiten angezeigt, die sich auf der Whitelist der Kindersuchmaschine fragFinn.de befinden. Nicht bekannte Webadressen werden automatisch geblockt. Bei Kindern ab 12 Jahren ist es etwas anders: Für sie werden alle Seiten, die nicht im System vermerkt sind, automatisch freigeschaltet.

Die Anbieter weisen darauf hin, dass freigegebene Seiten lediglich als kindertauglich und nicht entwicklungsschädigend eingestuft wurden. Anders als bei den Kindersuchmaschinen wie fragFinn handelt es sich nicht um Empfehlungen für das jeweilige Alter. Eltern müssen selbst einschätzen bzw. andere Empfehlungen recherchieren, ob die Inhalte für ihr Kind geeignet sind. Auf der Elternseite des Angebots erhalten Sie nähere Informationen.

Was sollten Eltern beachten?

JusProg ist ein gutes Angebot, das einen besseren Jugendschutz im Netz unterstützen kann. Es ist vor allem bei jüngeren Kindern sinnvoll. Ab 12 Jahren ist der Surfraum mit JusProg relativ ungeschützt. Internetseiten wie Google, Facebook, Twitter und Instagram sind für das System schwer zu filtern und müssen manuell eingestellt werden. Oftmals bieten die Seiten selbst Jugendschutzfilter an, die sich leicht aktivieren lassen.

Ihnen als Elternteil sollte bewusst sein, dass ein Jugendschutzprogramm wie JusProg die Begleitung der Mediennutzung Ihres Kindes nicht ersetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über das eigene Medienverhalten und vereinbaren Sie Regeln für die Mediennutzung in der Familie. Wenn Sie die ersten Schritte im Netz gut begleitet und Ihrem Kind erklärt haben, worauf es dabei achten sollte, wird es sich später auch alleine einigermaßen sicher online bewegen können bzw. weiß besser mit Gefahren im Netz umzugehen. Beispielsweise wendet sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn an Sie oder andere Vertrauenspersonen, wenn es auf Probleme stößt.Wenn Sie sich für die Nutzung von JusProg entscheiden, geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass Sie ihm oder ihr nicht vertrauen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum JusProg bestimmte Seiten blockiert und entscheiden Sie gemeinsam, wann Ihr Kind für einen offeneren Internetzugang bereit ist.

Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Es gibt Kinder und Jugendliche, die viel Zeit auf TikTok verbringen. Sie schauen sich Kurzvideos von anderen an oder produzieren eigene TikToks. Was genau dort angesehen oder veröffentlicht wird, wissen viele Eltern nicht und machen sich Sorgen – auch darum, dass ihr Kind mit Fremden in Kontakt kommen kann.

Nachdem es viel Kritik an der App gab, hat TikTok den “Begleiteten Modus” für die elterliche Kontrolle eingeführt. Damit können Sie als Erziehungsberechtigte steuern, wie lange die Anwendung genutzt werden kann, ob private Nachrichten verschickt und empfangen werden können und welche Inhalte auf der „Für dich“-Seite angezeigt werden. Hier kommen Sie zur ausführlichen Vorstellung der App.

Vertrauen und Begleitung sind besser als Kontrolle

Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich als Eltern Sorgen machen, wenn Ihr Kind auf Social Media-Plattformen unterwegs ist. Trotzdem sollten Sie sich genau überlegen, ob es nicht besser ist, vor der Nutzung solcher Apps in Ruhe mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, was es daran interessiert. Erklären Sie ihm Ihre Sorgen und machen Sie verständlich, welche Risiken es bei der Nutzung gibt. Wenn es für Sie in Ordnung ist, dass Ihr Kind TikTok nutzt, fragen Sie regelmäßig nach und bleiben Sie interessiert. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind dort macht. Sie müssen der Nutzung zustimmen, wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist. 

Die App ist für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet – so steht es auch in den Nutzungsbedingungen von TikTok. Trotzdem gibt es schon jüngere Kinder, die die App nutzen. Wenn Sie Ihrem Kind das trotz der Altersbeschränkung erlauben, überlegen Sie, ob es vielleicht auch erst mal ohne eigenen Account TikTok-Videos anschaut. Denn das ist möglich! 

Begleiteten Modus aktivieren

Wenn Ihr Kind mit Ihrer Erlaubnis einen TikTok-Account anlegen darf und Sie sich für die Nutzung des Begleiteten Modus‘ entscheiden, richten Sie diesen wie folgt ein:

TikTok muss auf dem Smartphone Ihres Kindes und auf Ihrem eigenen Gerät installiert sein. Sie finden den Begleiteten Modus in den „Digital Wellbeing“-Einstellungen unter „Privatsphäre und Einstellungen“. Auf dem Gerät des Elternteils öffnet sich mit Klick darauf ein QR-Code, der mit dem Smartphone Ihres Kindes gescannt wird. Damit willigt Ihr Kind ein, dass Sie als Eltern die Nutzung steuern dürfen. WICHTIG: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind über die Funktionen im Begleiteten Modus und überlegen Sie gemeinsam, was in welchem Umfang eingeschaltet werden soll:

  • Sie können eine tägliche Nutzungszeit von maximal 40 bis zu 120 Minuten einstellen. Nach Ablauf der Zeit muss ein Passwort eingegeben werden, um TikTok weiter nutzen zu können.
  • Wenn der eingeschränkte Modus aktiviert wird, sollen bestimmte Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind, herausgefiltert, d. h. nicht mehr auf der “For You-Page” angezeigt werden.
  • Sie können einstellen, dass nur Freundinnen und Freunde Ihrem Kind Nachrichten senden können. Es ist auch möglich, den Empfang von Nachrichten komplett zu deaktivieren.

Beachten Sie, dass es weitere Einstellungsmöglichkeiten bei TikTok außerhalb des Begleiteten Modus’ gibt, die unbedingt aktiviert werden sollten. Schalten Sie z. B. das Konto auf privat, so dass die Videos Ihres Kindes nicht von Fremden gesehen werden können.

Als Eltern können Sie nicht nachverfolgen, welche Inhalte angesehen werden. Sie können auch keine Nachrichten oder Kommentare lesen, so dass die Privatsphäre Ihres Kindes weitestgehend gewahrt bleibt. Wenn Sie Ihrem Kind vertrauen und es Medien bereits bewusst und sicher nutzen kann, ist es sicherlich schöner, auf diese Kontrollmöglichkeit verzichten zu können.

Die Kindersicherungs-App Kids Zone

Um seine Kinder vor gefährlichen Inhalten oder Kostenfallen zu schützen, gibt es bereits einige Kindersicherungs-Apps. Eine dieser Apps nennt sich Kids Zone. Hier richten Sie ein Profil für Ihre Kinder auf dem Smartphone ein, mit kindersicheren Apps und einer eingeschränkten Bildschirmzeit.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Basisversion, Pro-Version kostenpflichtig
  • nur für Android-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkte Nutzung von Apps und Funktionen
  • eher für jüngere Kinder geeignet

Wie funktioniert Kids Zone?

Kids Zone lässt sich auf dem Gerät Ihres Kindes installieren und soll eine sichere Handynutzung ermöglichen. Da man mehrere Profile anlegen kann, können Sie die App auch auf Ihrem Smartphone einrichten, wenn Ihr Kind kein eigenes Gerät nutzt.

Nach dem Erstellen des Profils wählen Sie die Apps aus, die Sie für Ihr Kind freigeben möchten, z. B. Musik-Apps oder Kinderspiele. Einige Apps oder bestimmte Einstellungen können gesperrt werden. In der kostenlosen Basisversion können Sie bis zu sechs Apps sperren. Im Anschluss erstellen Sie eine PIN für das Profil,  um es jeweils aktivieren (Lock Device) oder deaktivieren (Unlock Device) zu können.

Es ist außerdem möglich, eine maximale Nutzungszeit für das Smartphone einzustellen. Nach deren Ablauf sperrt sich das Gerät automatisch und kann nicht mehr benutzt werden.

Anders als bei anderen Kindersicherungs-Apps werden keine Daten über die Nutzungsdauer und verwendeten Apps gespeichert und können im Nachhinein auch nicht eingesehen werden. Zudem werden keine Daten an den Hersteller der App weitergeleitet.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die Nutzbarkeit des Gerätes wird durch die App sehr stark eingeschränkt und die Zeitlimits müssen immer neu gestartet werden. Außerdem läuft die App etwas ruckelig und das Sperren des Gerätes passiert zeitverzögert.

Für Kinder, die die Funktionen des Smartphones näher kennenlernen wollen, ist die App nicht geeignet, da ein Zugriff auf die Einstellungen nicht möglich ist.

Was meint der Anbieter?

Der kanadische Entwickler der App, Ryan Park, möchte mit Kids Zone eine einfache, sichere und kontrollierte Nutzung des Smartphones ermöglichen. Ein Nutzungsalter ist nicht vorgegeben, die Altersfreigabe im App Store ist drei Jahre.

Dadurch, dass Kids Zone keine Überwachungsmöglichkeit bietet, werden auch keine Daten an den Hersteller weitergeleitet. Die App fordert den Zugriff auf Nutzungsdaten, wie jede App dieser Art, um sehen zu können, welche weiteren Apps genutzt werden. Die Datenschutzerklärung ist vollständig und gut verständlich – allerdings auf Englisch.

Was sollten Eltern beachten?

Kids Zone eignet sich vor allem, wenn Sie Ihrem jüngeren Kind gelegentlich das eigene Handy zum Spielen geben oder, wenn Ihr Kind schon früh ein eigenes Smartphone bekommt.

Kindersicherungs-Apps sind zum Schutz des Kindes gedacht, trotzdem sollten Sie prüfen, welche Apps (Spiele, Musik, usw.) auf dem Smartphone installiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Altersangaben. Testen Sie die Apps, die Sie für Ihr Kind freischalten möchten und entscheiden Sie gemeinsam, welche Apps Ihr Kind nutzen kann. Beziehen Sie Ihr Kind auch mit ein, wenn es um die Dauer der Handynutzung geht. Wenn Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung des Smartphones festlegen und Ihr Kind diese nachvollziehen kann, kann es sich besser daran halten. Je älter Ihr Kind wird, desto mehr möchte es selbständig ausprobieren. Passen Sie die Einstellungen mit der Zeit entsprechend an und geben Sie Ihrem Kind den nötigen Freiraum.

Smartphone-Inhalte mit der Familie teilen

Sie möchten in einem gemeinsamen Familien-Account auf verschiedenen Geräten Apps, Musik und Fotos miteinander teilen? Dafür können sie die Familienfreigabe von Apple oder die Familienmediathek von Google verwenden. So können Sie Kosten sparen und gleichzeitig mitbestimmen, welche Apps Ihre Kinder nutzen. Das klingt erst einmal praktisch, es gibt allerdings auch einiges zu bedenken.

Mit der Familienfreigabe oder Familienmediathek können Sie:

Medien und Apps gemeinsam nutzen: Alle von Ihnen gekaufte Apps sind für alle Familienmitglieder verfügbar. Auch Fotos, Musik, Videos, Bücher sowie Filme und Serien können miteinander geteilt werden. Es ist außerdem möglich, den eigenen Standort für andere freizugeben.

der App-Nutzung Ihres Kindes zustimmen: Sie können sowohl mit einem Familienaccount Genehmigungen von Erwachsenen aktivieren. Wenn Ihr Kind eine App herunterladen möchte, werden Sie oder andere Erziehungsberechtigte um eine Bestätigung gebeten.

Beschränkungen für App- und In-App Käufe einrichten: In der Google-Familiengruppe können Sie In-App-Käufe für unter 18-Jährige einschränken. Mit der Apple-Bildschirmzeit können Sie weitere Beschränkungen für Ihre Kinder einrichten. Sie sollten die Einstellungen erneuern, wenn eine App neu heruntergeladen wird. Vergessen Sie dabei nicht mit Ihrem Kind zu besprechen, was sie oder er schon selbst entscheiden kann und was noch nicht und stellen Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung auf.

Eine Familie einrichten

Sowohl auf iOS-Geräten als auch auf Android-Geräten mit Google können sich Erziehungsberechtigte und ihre Kinder als Familie registrieren:

iOS: Auf dem iPhone, iPad oder MacBook können bis zu sechs Familienmitglieder hinzugefügt werden, wenn diese über eine Apple-ID verfügen. Das Mindestalter zur Erstellung einer eigenen Apple-ID ist 13 Jahre. Als Elternteil haben Sie aber die Möglichkeit, eine oder mehrere Kinder-IDs einzurichten. Außerdem können Sie als Organisator der Familiengruppe weitere Erziehungsberechtigte bestimmen.

Android: Auf Android-Geräten können Sie im Google Play Store unter “Konto” eine Familiengruppe mit bis zu fünf Mitgliedern erstellen und verwalten. Bei Kindern unter dem 13. Lebensjahr können nur Sie als Eltern ein Google-Konto für Ihr Kind anlegen. Alle Familienmitglieder müssen sich über den Play Store für die Familiengruppe registrieren. Sie können als Administrator Familienmitglieder einladen und diese verwalten.

Wie Sie die Familienfreigabe auf iOS und die Familienmediathek bei Android aktivieren und weitere Einstellungen vornehmen können, finden Sie auf DeinHandy-Magazin und auf den Hilfeseiten von Google und Apple.

Was ist zu beachten?

Die Familienmediathek von Google bzw. die Familienfreigabe von Apple ist kostenlos, Sie “zahlen” jedoch teilweise mit Ihren persönlichen Daten. Einige Daten sind sinnvoll und notwendig, um die Funktionen nutzen zu können, andere nicht. Nutzen Sie deshalb die möglichen Einstellungen zum Datenschutz. Laut Google werden die Daten der Kinder nicht für personalisierte Werbung genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Wenn Sie z. B. Ihren Standort innerhalb der Familie freigeben, sollte Ihnen bewusst sein, dass damit auch das Unternehmen Ihren Alltag und den Ihrer Kinder auf Schritt und Tritt mitverfolgen kann. Überlegen Sie gemeinsam, wann es sinnvoll ist, bestimmte Funktionen wie die Standortfreigabe zu nutzen und wann sie deaktiviert bleiben sollte, falls Sie einen gemeinsamen Familienaccount nutzen möchten.

Ohne die Hinterlegung einer Zahlungsmethode ist die Funktion der Familienfreigabe oder der Familienmediathek nicht möglich. Seien Sie sich bewusst, dass Apple und Google damit Zugriff auf ggf. Ihre Kreditkarte, Ihr Kaufverhalten und das Onlineverhalten aller Familienmitglieder hat.

Wenn Sie in Ihrer Familie Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwenden, ist das Verwenden die Familienfunktion schwieriger. Auf einem iPad und iPhone können Sie sich über den Internetbrowser in Ihrem Google Play-Konto einloggen und unter “Familiengruppe” Einstellungen vornehmen. Da Android-Geräte mit Google keine Apple-ID haben, kann die Apple Familienfreigabe mit dem Gerät nicht verbunden werden.

Die vorgestellten Funktionen können praktisch sein, greifen aber auch in die Privatsphäre von Ihnen und Ihren Kindern ein. Überlegen Sie genau, ob sie solche Hilfen benötigen, oder ob Sie über Gespräch und klare Regeln auch eine sichere Handynutzung Ihres Kindes erreichen können.

Bildschirmzeit auf Apple-Geräten

Eine Stunde im Internet fühlt sich manchmal wie wenige Minuten an. Dieses Gefühl kennen Erwachsene genauso wie Kinder. Eine neue Benachrichtigung, ein neuer Post, jetzt noch kurz das Level beenden und Facebook-Nachrichten checken – aber dann ist wirklich Schluss! Viele Apps sind so konzipiert, uns Nutzer mit ständig neuen Reizen am Bildschirm zu halten. Es wird dadurch immer schwieriger, das Gerät einfach aus der Hand zu legen. Spezielle Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit von Apple wollen helfen, Medien bewusster zu nutzen.

Was ist und kann Bildschirmzeit?

Bildschirmzeit gibt es auf dem iPhone, iPad und MacBook. Damit kann man sich anzeigen lassen, wie viel Zeit man täglich mit welchen Apps verbringt. Bestimmte Apps können für einen gewissen Zeitraum oder nach Ablauf einer vorher festgelegten Zeit gesperrt werden. Außerdem ist es möglich, bestimmte Inhalte (z. B. altersbeschränkte Filme oder Spiele) zu blockieren. Mit Hilfe der Familienfreigabe – einer weiteren Funktion bei Apple – lassen sich die entsprechenden Einstellungen auch auf anderen Geräten vornehmen.

Sie richten die Bildschirmzeit entweder direkt auf einem Gerät ein, z. B. Ihrem oder dem Ihres Kindes, oder Sie stellen über die Familienfreigabe die Bildschirmzeit über Ihr Gerät für jedes Familienmitglied individuell ein. Auf den Support-Seiten von Apple gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der Bildschirmzeit. Sie können die Bildschirmzeit auch für mehrere Geräte Ihres Haushalts einstellen, indem Sie auf “Geräteübergreifend teilen” tippen. Damit können Sie Ihre festgelegten Einstellungen auch auf das iPad und andere Apple-Geräten übertragen.

Worauf sollten Eltern achten?

Bildschirmzeit bietet auch die Möglichkeit einer sogenannten Kindersicherung. Damit können Sie die Handynutzung Ihres Kindes regulieren. Eine genaue Anleitung gibt es bei mobilsicher. Sie sollten grundsätzlich bedenken, dass Ihr Kind sich dadurch von Ihnen kontrolliert fühlen könnte. Sprechen Sie deshalb ganz offen mit Ihrem Kind über die Einstellungsmöglichkeiten und überlegen Sie gemeinsam, welche sinnvoll sind. Da Ihr Kind mit der Zeit immer selbstständiger wird, sollten die Einstellungen regelmäßig überdacht werden. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr weiß es natürlich auch, wie bestimmte Einstellungen zu umgehen sind. Wenn Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen, gibt es dazu in der Regel keinen Grund. Überlegen Sie auch gemeinsam, wie sie die Medienzeit und medienfreie Zeit in der Familie gestalten wollen.

Kindermodus und Kids Home – Die Kindersicherung von Samsung

Um vor allem jüngeren Kindern die sichere und eigenständige Nutzung eines Smartphones oder Tablets von Samsung zu ermöglichen, gibt es die App “Kindermodus” bzw. “Kids Home”.

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für Samsung-Geräte
  • ermöglicht eingeschränkten Zugriff auf Apps und Funktionen
  • keine Altersempfehlung vom Hersteller
  • beinhaltet eigenen Kinder-App-Store, teilweise kostenpflichtig

Was ist der Kindermodus bei Samsung?

Kindermodus ist eine sogenannte Parental Control App und soll Ihrem Kind eine sichere Smartphone-Umgebung bieten. (Der Nachfolger heißt Kids Home). Man kann sie aus dem Galaxy App Store kostenlos herunterladen. Sie läuft auf allen mobilen Samsung-Geräten (ab 2014).

Beim Installieren der App wird eine PIN angelegt, mit der man den Kindermodus aktivieren oder beenden kann. Ist die App auf dem Handy aktiv, nutzt man es automatisch mit Kindersicherung.

Man kann eine eigene und kindgerechte Benutzeroberfläche konfigurieren. Diese ist bunt und mit lustigen Figuren gestaltet, die Ihr Kind bei der Nutzung “begleiten”. Je nach Einstellung kann Ihr Kind auf verschiedene Inhalte wie Musik, Videos und Spiele zugreifen, aber auch auf einen App Store mit kostenlosen und kostenpflichtigen Kinder-Apps. Auch der Galaxy Store bietet eine Reihe von Kinder-Apps, die im Kindermodus laufen.

Ihnen als Elternteil stehen eine Vielzahl von Kontrollfunktionen zur Verfügung. Sie können auswählen, auf welche Inhalte Ihr Kind Zugriff hat. Dies können Apps sein, aber z. B. auch Musik, Bilder und ausgewählte Kontakte aus dem Adressbuch. Außerdem lässt sich ein Zeitlimit festlegen, also wie lange am Tag Smartphone oder Tablet genutzt werden dürfen. Um einen Überblick darüber zu haben, wie sich Ihr Kind mit dem Smartphone verhält, gibt es die “Aktivitätsinformationen”. Wie lange Apps genutzt wurden, mit wem Ihr Kind Kontakt hatte oder welche Videos und Fotos gemacht wurden – all das können Sie hier einsehen.

Was ist problematisch an der App?

Beim Download benötigt die App Zugriff auf Kamera, Telefon und SMS – die Gründe hierfür sind nicht nachvollziehbar.

Es gibt keine Information darüber, für welches Alter die App eigentlich gedacht oder geeignet ist. Aus unserer Sicht eignet sich die App eher für jüngere Kinder. Allerdings sollten Sie beachten, dass Ihr Kind darüber schon früh mit versteckter Werbung in Kontakt kommt. Denn im vorinstallierten Kinder-App-Store in der Kindermodus-Oberfläche befinden sich u. a. Apps von Spielzeugherstellern. Das Herunterladen von Spielen ist für die Kleinsten verlockend und nur einen Klick entfernt, jedoch zum Teil auch kostenpflichtig.

Apps von anderen Anbietern wie z. B. Google Maps lassen sich im Kindermodus nicht nutzen.

Was sagt der Anbieter?

Samsung möchte mit dem Kindermodus die “kindgerechte Nutzung Ihres Smartphone oder Tablet” ermöglichen. Die Bedienung der App erklärt Samsung ausführlich, macht aber keine Alters- oder Einstellungsempfehlungen.

Was sollten Eltern beachten?

Handyhersteller und App-Entwickler bringen immer mehr Möglichkeiten auf den Markt, Eltern zu helfen, die Handynutzung ihrer Kinder zu kontrollieren. Im Idealfall geht es nur darum, Kinder vor Inhalten zu schützen, die nicht altersgemäß sind und sie in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können. Man sollte daher aufpassen, dass gut gemeinte Kontrolle nicht zur Überwachung führt. Denn Kinder brauchen auch Freiräume, in denen sie selbstständig Dinge ausprobieren, lernen und sich entwickeln können.

Vor allem jüngere Kinder (bis ins Grundschulalter hinein) sollten bei der Mediennutzung eng begleitet werden und idealerweise Geräte nicht alleine nutzen. Wenn es nicht anders geht, sind solche Apps eventuell eine Option. Bevor Sie den Kindermodus für Ihr Kind installieren, sollten Sie sich auch über Alternativen schlau machen, um die für Sie und Ihr Kind praktikabelste und sicherste Anwendung zu finden.

Dass Samsung Inhalte von Geschäftspartnern im kindersicheren Modus anzeigt, lässt sich durch einen Klick in den Einstellungen abschalten. Beachten Sie aber, dass bei der Installation auch vieles mitgeliefert wird, was sich nicht mehr abwählen lässt. Prüfen Sie Apps oder Spiele, die im Kindermodus genutzt werden können, bevor Sie Ihr Kind damit spielen lassen.

Eltern fragen – wir antworten: Soll ich den Wunsch meines Kindes nach einem sprechenden Teddybären erfüllen?

Leon (5 Jahre) wünscht sich einen sprechenden Teddy. Sein Vater Yannick fragt sich, ob so ein Teddy das richtige Spielzeug für seinen Sohn ist. Unsere Expertin Carolin Maier klärt über Smart Toys im Kinderzimmer auf.

Smartwatches in der Schule

An immer mehr Armen von Erwachsenen, aber auch von Kindern sieht man sie: Smartwatches. Hat Ihr Kind so eine schlaue Armbanduhr? Wenn es die Uhr auch in der Schule trägt, sollten Sie wissen, was es dabei zu beachten gibt.

Smartwatch kann Schwierigkeiten im Schulalltag machen

Gerade speziell für Kinder entwickelte Smartwatches können Probleme mit sich bringen. Einige Geräte ermöglichen es nämlich, mit dem eingebauten Mikrofon Geräusche aufzunehmen. Kinder oder sogar Eltern können aus der Ferne unbemerkt Gespräche abhören und aufzeichnen. Man darf aber nicht einfach heimlich Aufnahmen von anderen machen! Smartwatches mit einer solchen Funktion sind sogar verboten. Wenn Sie bzw. Ihr Kind eine Smartwatch hat, auf der Apps sind, die „Voice Monitoring“, „Babyphonefunktion“ oder „One-way Conversation“ ermöglichen, muss diese Uhr vernichtet werden. Wer sich nicht daran hält, dem drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe.

Aber auch Uhren, die diese Funktion nicht haben, können zu Konflikten führen. Sie laden z. B. zum Schummeln ein oder es werden heimlich Fotos von anderen im Unterricht gemacht. Denn man kann sie nicht immer eindeutig von “normalen” Armbanduhren unterscheiden. Das erhöht auch das Risiko von Cybermobbing, wenn z. B. unvorteilhafte Fotos von anderen in Umlauf gebracht werden.

Um Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Lehrkräfte zu schützen, sind Smartwatches teilweise an Schulen verboten. Lehrer dürfen sie einsammeln und müssen sie erst nach dem Unterricht zurückgeben.

Darauf sollten Sie als Eltern achten

Nicht alle Uhren mit integriertem Handy oder Kamera sind verboten, sondern nur solche, mit denen man unbemerkt Tonaufnahmen machen und diese anderen zeigen kann. Falls Sie überlegen, eine Smartwatch anzuschaffen, sollten Sie ebenfalls darauf achten – auch wenn Uhren mit Abhörmöglichkeit eigentlich gar nicht mehr verkauft werden dürfen!

Auch wenn Ihr Kind eine erlaubte Smartwatch hat, ist es wichtig, vorher mit ihm über die Nutzung zu sprechen. Erklären Sie ihm, dass man z. B. nicht einfach Fotos von anderen machen darf, ohne sie vorher um Erlaubnis zu bitten. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Beitrag: Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?.

Google Family Link – die Handynutzung eines Teenagers kontrollieren?

Sie haben Sorge, dass Ihr 14-jähriger Sohn zu viel Zeit mit seinem Smartphone verbringt und Apps nutzt, die eigentlich nicht für sein Alter geeignet sind? Mit der App Family Link möchte Google einen Beitrag für die Medienerziehung in Familien sein. Aber inwieweit ist das auch für Teenager sinnvoll?

In unserem Beitrag Google Family Link für Kinder haben wir zusammengefasst, was die App alles kann, die Nutzungsmöglichkeiten für Kinder erklärt, aber auch Risiken der App erläutert. Für Jugendliche, die mindestens 16 Jahre alt sind, sind nicht alle Funktionen sinnvoll. Denn ab diesem Alter darf man laut Google in Deutschland ein eigenes Konto haben, um verschiedene Google-Dienste, vor allem auf Android-Geräten, vollständig nutzen zu können. Aber auch für Jugendliche unter 16 Jahren müssen nicht mehr alle Kontrollfunktionen aktiv sein. Entscheiden sollte Sie dies nach dem Grad der Selbstständigkeit Ihres Kindes im Umgang mit Medien.

Ist ein Kinderkonto weiterhin sinnvoll?

Wenn Sie für das Smartphones Ihres Kindes ein Kinderkonto eingerichtet haben, kann dieses ab dem 16. Lebensjahr in ein reguläres Konto umgewandelt werden, das Ihr Kind dann vollständig alleine verwaltet. Sie werden per Mail darüber informiert. Ihr Kind kann dann entscheiden, ob es selbst die Installation und Einschränkung von Apps vornimmt oder es weiterhin Ihnen als Eltern überlässt. Überlegen Sie gemeinsam, inwieweit das sinnvoll ist. Fühlt sich Ihr Kind reif genug, einschätzen zu können, welche App altersgerecht ist und wieviel Zeit es mit dem Handy verbringt?

Je älter Ihr Kind wird, desto selbstständiger wird es. Sie können z. B. die Elternaufsicht – also die Kontrolle, wie viel Zeit es mit bestimmten Apps verbringt – anfangs aktiviert lassen, aber die Verwaltung des eigenen Handys Ihrem Kind überlassen. Beachten Sie aber, dass das einen Eingriff in die Privatsphäre darstellen kann, falls Ihr Kind darüber nicht Bescheid weiß. Außerdem kann Ihr Kind die Elternaufsicht mit einem eigenen Google-Konto jederzeit deaktivieren.

Bestimmte Funktionen wie z. B. die Ortung über den Standort sind gerade für Teenager nicht mehr altersgemäß. Bringen Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegen und reden Sie offen darüber, wenn Sie Angst haben, dass ihm etwas passieren kann.

Vereinbaren Sie Mediennutzungsregeln, die regelmäßig neu besprochen werden sollten. Dazu gehört auch, ob die Nutzung von Google Family Link weiterhin sinnvoll ist.

Alles unter Kontrolle? Wie Parental Control Apps für mehr Sicherheit sorgen wollen

Als Eltern wollen Sie Ihre Kinder vor allen möglichen Gefahren und Risiken schützen – ob auf dem Weg zur Schule, im Straßenverkehr oder im Internet. Sogenannte Parental Control Apps möchten Sie dabei unterstützen: Mit unterschiedlichen Funktionen wollen sie für höhere Sicherheit für Ihr Kind sorgen. Aber: Was ist dran an den Versprechen dieser Apps, welche Funktionen sind sinnvoll und welche Risiken bergen die Apps selbst?

Was können solche Apps?

Einige dieser Apps setzen vor allem darauf, den Standort Ihres Kindes über GPS-Tracking ermitteln zu können. Diese müssen  auf dem Elterngerät und auf dem Smartphone des Kindes installiert, GPS und “Mobile Daten” aktiviert sein. Einige Apps bieten auch die Möglichkeit, virtuelle Grenzen und Zonen festzulegen: Verlässt Ihr Kind eine dieser Zonen, wie z. B. den Schulhof, ertönt bei Ihrem Smartphone ein Signal.

Mit anderen Apps kann man zusätzlich die eingehenden und ausgehenden Telefonate, SMS sowie Bild-, Video und Tonmaterial einsehen. Auch die Social-Media-Aktivitäten und den kompletten Browserverlauf kann man bei bestimmten Anwendungen kontrollieren. Bestimmte Funktionen können außerdem aus der Ferne gesperrt und Inhalte blockiert werden.

Andere Apps, wie z. B. JoLo Kindersicherung, setzen auf den Schutz Ihres Kindes anstatt auf Überwachung. Diese werden auf dem Smartphone des Kindes installiert. Mit dem Setzen eines Passworts können Sie diejenigen Apps auswählen, die Ihr Kind gar nicht nutzen darf oder nur für eine bestimmte Zeit an bestimmten Wochentagen. Auch Inhalte können durch Filter gesperrt werden. Dafür eignet sich z. B. die iPhone-App JusProg. Auch Google Family Link bringt viele dieser Funktionen mit. Die App haben wir in diesem Beitrag genauer unter die Lupe genommen.

Was kann problematisch sein an diesen Apps?

Solche Apps versprechen Ihnen als Eltern mehr Sicherheit für Ihr Kind. Doch die vermeintliche Sicherheit hat teilweise ihren Preis und die Kontroll-Apps geraten nicht umsonst immer wieder in die Kritik. In einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts wurden viele Apps getestet. Das Institut hat vor allem hinsichtlich der Datensicherheit große Bedenken. Die Daten Ihres Kindes werden meist unverschlüsselt auf unbekannten Servern gespeichert – Standort, Tonaufnahmen, aber auch Bilder und Videos können so schnell in die falschen Hände geraten.

Außerdem bedeuten viele dieser Apps einen massiven Eingriff in die Privatsphäre Ihres Kindes. Auch Ihr Kind hat ein Recht darauf und braucht seine Freiheiten und Geheimnisse. Das gehört zu einer kindgerechten Entwicklung dazu. Hätten Sie gewollt, dass Ihre Eltern alles wissen, was Sie mit Ihren Freundinnen oder Freunden austauschen?

Die App vermittelt für Sie vielleicht ein Sicherheitsgefühl, für Ihr Kind kann die ständige Kontrolle aber sehr unangenehm sein. Es sollte nicht das Gefühl bekommen, Überwachung sei etwas Normales. Zudem ist die Frage, ob die Tatsache, dass Sie einsehen können, was Ihr Kind mit dem Smartphone macht, wirklich zu mehr Sicherheit führt.

Was können Sie als Eltern für den Schutz Ihres Kindes tun?

Suchen Sie deshalb regelmäßig das Gespräch mit Ihrem Kind und sensibilisieren es für mögliche Risiken. Fragen Sie nach und lassen Sie sich zeigen, welche sozialen Netzwerke Ihr Kind nutzt und welche Fotos es zum Beispiel teilt.

Seien Sie dabei offen und lassen Sie sich die Begeisterung für bestimmte Netzwerke und Apps erklären. Geben Sie Ihrem Kind aber auch die Freiheit, Dinge für sich zu behalten.

Wenn Sie solche Apps ausprobieren wollen, sehen Sie sich den Funktionsumfang genau an. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und entscheiden Sie, welche App auch ihm oder ihr ein sicheres Gefühl geben würde.

Möchten Sie Ihr Kind vor gefährlichen Inhalten schützen oder die Zeit am Smartphone begrenzen, bringen oft Smartphones selbst Einstellungsmöglichkeiten wie Filter oder Bildschirmzeit mit. Oder nutzen Sie ausgewiesene Kinder- und Jugendschutzprogramme.

Den Live-Standort Ihres Kindes sehen Sie mit diesen Apps nicht. Statt Überwachung sollten Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen. Besprechen Sie morgens, wann es wo ist. Ihr Kind kann Sie benachrichtigen, wenn sich die Pläne für den Nachmittag kurzfristig ändern – schließlich ist es auch ohne GPS-Tracking über das eigene Smartphone fast immer erreichbar. Ein langer Schulweg kann vielleicht gemeinsam mit einem Nachbarskind bestritten werden. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie sich Sorgen machen, wenn Sie nicht wissen, wo es sich aufhält.

Projektpartner
Unterstützer