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(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen, als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

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