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Kinder auf YouTube

YouTube ist das meistgenutzte und umfangreichste Videoportal weltweit. Obwohl die Plattform offiziell erst ab 16 Jahren genutzt werden darf, ist sie besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Für Sie als Eltern gibt es verschiedene Möglichkeiten Ihr Kind auf YouTube zu schützen. 

Kurz gefasst:

  • Mindestalter 16 Jahre, mit Erlaubnis der Eltern ab 13 Jahre
  • YouTube Kids für jüngere User
  • kostenfreies Videoportal mit Videos von Privatpersonen und kommerziellen Kanälen
  • personalisierte Werbung
  • nicht ausschließlich kindgerechte Inhalte 

Was ist YouTube und was bietet es?

YouTube ist die weltweit größte Plattform für das Hochladen und Ansehen von Videos. Es bietet die Möglichkeit zahlreiche Videos über verschiedene Themen anzusehen, diese zu kommentieren und zu bewerten. Neben kommerziellen Kanälen haben auch Privatpersonen die Möglichkeit schnell und einfach Videos auf YouTube zu posten und so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an YouTube?

Das Angebot an Inhalten ist riesig und reicht von Makeup-Tutorials über Musikvideos bis hin zu Let’s Play-Videos. Es ist für alle Interessen und jedes Alter etwas dabei.

Besonders beliebt bei Jugendlichen sind Videos von bekannten YouTube-Stars, deren Kanälen oftmals mehrere Millionen Menschen folgen. Während es bei einigen um Beauty- und Modetipps geht, machen andere Comedy oder dokumentieren ihr Spielerlebnis eines bekannten Online-Games. Es sind keine Grenzen gesetzt. Kindern und Jugendlichen macht es Spaß bestimmte Videos zu schauen, am Leben ihrer Idole teilzuhaben und sich darüber auszutauschen. 

Einige Formate, wie beispielsweise Challenges animieren Nutzer und Nutzerinnen zum mitmachen. Auch der Ruhm und die Anerkennung die den YouTube-Stars zuteil werden, kann bei Kindern den Wunsch wecken, selbst aktiv zu werden und Videos auf YouTube hochzuladen. Die aktive Teilnahme von Kindern auf Social-Media-Plattformen ist eine Möglichkeit sich kreativ auszutesten und ihre Medienkompetenz zu stärken. Doch es gibt für Eltern einiges zu beachten, wenn ihr Kind auf Youtube aktiv ist oder es werden möchte. 

Jugendschutz auf Youtube 

Videos für Kinder müssen als solche gekennzeichnet werden. Vor diesen Videos wird dann keine personalisierte Werbung angezeigt. Außerdem sind andere Funktionen wie der Livechat oder die Kommentarfunktion eingeschränkt. Die Community-Richtlinien geben einen Umgang auf der Plattform vor, um Kinder zu schützen. So dürfen keine Inhalte geteilt werden, die Kinder bei sexuellen oder gefährlichen Handlungen zeigen oder das körperliche oder emotionale Wohlbefinden von jungen Nutzern und Nutzerinnen gefährden könnten. YouTube fordert seine Mitglieder dazu auf, Videos und Kanäle umgehend zu melden, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen.

Was Eltern wissen sollten und wie Sie Ihr Kind auf YouTube schützen können 

Sie haben die Möglichkeit im YouTube-Profil Ihres Kindes den eingeschränkten Modus einzustellen. Ihm werden dann nur Videos angezeigt, die als altersgerecht und ungefährlich eingestuft wurden – wenn sie beim Einstellen entsprechend gekennzeichnet und durch den YouTube-Algorithmus (also eine Programmierung, die im Hintergrund läuft) so eingeordnet wurden. Ungeeignete Inhalte werden gesperrt und sind im eingeschränkten Modus nicht verfügbar.

Problematisch ist, dass Algorithmen nicht fehlerfrei arbeiten und ein Video leicht “durchrutschen” kann. Sie sollten deshalb zusätzlich ein Auge darauf haben, welche Videos Ihr Kind ansieht und ob Sie diese als geeignet empfinden. Der eingeschränkte Modus lässt sich zudem leicht umgehen. Wird z. B. ein anderer Browser benutzt oder die Browserdaten gelöscht, ist die Kindersicherung aufgehoben. Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sind unabhängige Jugendschutzprogramme, die sich einfach und kostenlos auf dem PC installieren lassen. Hierbei ist zu beachten, dass einige Programme die ganze Website von YouTube sperren. 

Problematisch ist außerdem die von YouTube geschaltete Werbung. Diese ist oftmals subtil und für Kinder nur schwer zu durchschauen, vor allem wenn sie durch Influencerinnen und Influencer vermittelt wird. Sieht sich Ihr Kind Videos an, die nicht gekennzeichnet wurden, wird zusätzlich personalisierte Werbung geschaltet. 

Wenn Ihr Kind selbst Videos hochladen möchte, machen Sie gemeinsam aus, was und wie viel gezeigt werden darf, um die Privatsphäre Ihres Kindes zu schützen. Sprechen Sie außerdem über die Gefahren von Cybergrooming und Hate Speech und machen Sie deutlich, dass Ihr Kind mit Ihnen über solche Dinge reden kann und soll. Beim Hochladen gibt es außerdem die Möglichkeit Videos auf “ungelistet” oder “privat” einzustellen – so können Sie mit Ihrem Kind entscheiden, wer Zugang zu den Inhalten erhalten soll. Die Gefahr, dass Videos auf anderen Social-Media-Kanälen gepostet und weitergeleitet werden,  können Sie damit jedoch nicht völlig ausschließen.

Sprechen Sie außerdem über das Recht am eigenen Bild, den Schutz der Intim- und Privatsphäre, sowie das Urheberrecht. Denn es kann leicht passieren, dass Ihr Kind unbewusst gegen solche Richtlinien verstößt – z. B. wenn Personen zu sehen sind, die nicht ihr Einverständnis gegeben haben oder Musik verwendet wird, die urheberrechtlich geschützt ist. 
YouTube ist schon lange im Alltag der Kinder angekommen und ein wichtiges Thema geworden. Bleiben Sie offen für den Wunsch Ihres Kindes Videos anzusehen oder selbst aktiv zu werden. Sprechen Sie mit ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahrenquellen und machen Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung von YouTube aus.

TVNOW

TVNOW ermöglicht es verpasste Sendungen und Filme verschiedener Fernsehkanäle sieben Tage lang auf der Webseite kostenlos anzusehen. Prime-Mitgliedern stellt der Video-on-Demand-Dienst darüber hinaus 500 weitere Formate im Archiv zur Verfügung. Eltern haben die Möglichkeit ein Profil für ihr Kind anzulegen, sodass es altersgerechte Serien und Filme werbefrei streamen kann. 

Kurz gefasst:

  • Streaming Angebot der Mediengruppe RTL
  • mit oder ohne Premium Mitgliedschaft nutzbar
  • Premium ab 4,99 € / Monat
  • Anlegen von Profilen mit Altersbeschränkung möglich
  • geeignet für Kinder ab 3 Jahren

Was kann das?

TVNOW ist das Video-on-Demand-Angebot der Mediengruppe RTL. Nach Anlegen eines Accounts können Sendungen bestimmter Kanäle live gestreamt oder nachträglich angeschaut werden. Während sich das kostenlose Angebot auf Sendungen der letzten sieben Tage beschränkt, stehen Premium-Mitgliedern weitere Formate dauerhaft im Archiv zur Verfügung. Eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft bietet außerdem die Möglichkeit ohne Werbeunterbrechungen zu streamen und über eine App auf das Angebot zuzugreifen. 

Alle registrierten User können bis zu drei Profile anlegen. Diese lassen sich in Erwachsenen- und Kinderprofile unterscheiden. Kinder haben über ihr eigenes Profil nur Zugang zu dem Bereich Family und Kids. So können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind nur Zugriff auf altersgerechte Inhalte hat. Die Formate im Family und Kids-Bereich können außerdem werbefrei gestreamt werden. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Das Angebot von TVNOW vereint das Fernsehprogramm mehrerer Sender miteinander. Vor allem die Kinderkanäle Super RTL und Toggo sind beim jüngeren Publikum beliebt. Neben neuen Produktionen werden auch Klassiker wie Pippi Langstrumpf, die Fünf Freunde oder Benjamin Blümchen ausgestrahlt. Es ist sowohl für kleine Kinder, als auch für Jugendliche etwas dabei. Durch TVNOW können Kinder die verpasste Sendung und Filme einfach nachschauen. Kinder haben mit TVNOW Kids ihren eigenen Bereich, in dem die Formate in verschiedene Kategorien und Genres sortiert sind. So ist es für Kinder leicht sich zurecht zu finden und selbstständig auszuwählen. 

Was müssen Eltern wissen?

Wenn Sie sich kostenfrei bei TVNOW registrieren, haben Sie die Möglichkeit Ihrem Kind ein eigenes Profil anzulegen, über das es nur altersgerechte Formate anschauen kann. Premium-Mitglieder können zudem einen Jugendschutz-PIN einrichten, die für alle Profile gültig ist. Ab welcher Altersbeschränkung der PIN benötigt wird, können Sie selbst festlegen. Registrierte Personen ohne Mitgliedschaft können keine PIN anlegen, haben aber die Möglichkeit das unabhängige und kostenlose Jugendschutzprogramm JusProg zu installieren. Ob Sendungen und Filme für das Alter Ihres Kindes geeignet sind und wie es die gezeigten Inhalte verarbeitet, können Sie über den Programmratgeber Flimmo erfahren. Neben den angeschauten Inhalten sollten Sie im Blick haben, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Bildschirm und mit Medien verbringt. Vereinbaren Sie deshalb feste Zeiten oder bestimmte Sendungen, die Ihr Kind anschauen darf. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit angemessen ist, können Sie in unserem Beitrag zu Medienzeit weitere Informationen finden.

Werbung auf YouTube, Instagram & Co.

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Vor nahezu jedem YouTube-Video kommt ein Werbeclip und auch zwischendrin werden viele Videos von Werbung unterbrochen. Beim Scrollen durch den Instagram-Feed kann man Posts von abonnierten Kanälen kaum von Werbung unterscheiden. Für Kinder und Jugendliche ist das noch schwieriger. 

Werbung gibt es im Internet schon lange und in den unterschiedlichsten Formen. Lesen Sie mehr dazu in unseren Beiträgen Klick, wisch, like, gekauft – Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen sowie Social Media, Influencer und das liebe Geld

Einige Social-Media-Portale schalten seit einiger Zeit besonders viel Werbung. Das macht  es schwer, kommerzielle Inhalte von anderen Postings und Clips zu unterscheiden.

Werbung bei YouTube

Ein YouTube-Video anschauen, ohne dass einem Werbung begegnet, scheint fast nicht mehr möglich. Mit YouTube verdienen immer mehr Menschen Geld. Dafür können YouTuber Werbung schalten: Es gibt Werbeanzeigen im Browserfenster, innerhalb eines Videos oder als Verlinkungen in der Videobeschreibung. Werbeclips können vor und während eines Videos laufen und teilweise nicht übersprungen werden. Werbung wird oft personenbezogen angezeigt, also abhängig von Standort, Interessen und Vorlieben.

Vor allem verdient der Betreiber Google damit. Mehr Werbung macht das Angebot gleichzeitig unattraktiver. So lockt Google immer mehr User zu seinem kostenpflichtigen, aber werbefreien Premium-Angebot, auf das permanent hingewiesen wird.

Wer also weiterhin die Videos seines Lieblings-YouTubers sehen möchte, muss eventuell Werbung in Kauf nehmen oder für YouTube zahlen.

Videos, die sich an Kinder richten, dürfen keine personalisierte und nicht-altersgerechte Werbung enthalten. Trotzdem schalten Unternehmen auch bei diesen Videos Werbung. Deshalb wird vor allem für jüngere Kinder die werbefreie App YouTube Kids empfohlen.

Wenn man YouTube auf dem Smartphone nutzt, verhindern Apps wie NewPipe, dass Werbung angezeigt wird. 

Werbung bei Instagram und TikTok

In den beliebten Social-Media-Portalen gibt es nicht nur Werbung von Influencerinnen und Influencern. Bei Instagram schalten Unternehmen Anzeigen innerhalb des Feeds oder als Story. Stories von Unternehmen oder Marken werden automatisch angezeigt, wenn man sich die Stories von Freunden oder abonnierten Kanälen anschaut. Im Feed erkennt man Werbung daran, dass es sich um Postings von meistens nicht abonnierten Kanälen handelt, die mit “Gesponsert” gekennzeichnet sind. Auch bei TikTok gibt es gesponserte Clips. Außerdem werden die bei der Plattform beliebten Hashtags und Challenges auch von Firmen genutzt, um Trends rund um ihre Marken zu starten und so viele User mit Kurzvideos zu erreichen.

In den Instagram-Einstellungen lassen sich bestimmte Präferenzen für Werbeanzeigen (de)aktivieren, ganz ausschalten kann man sie nicht. Bei TikTok kann man gar keine Einstellungen zu Werbung machen. 

Was können Sie als Eltern sonst noch tun?

Wenn Ihr Kind noch jung ist oder wenig Medienerfahrung hat, sollten Sie es bei der Nutzung von Videoportalen wie YouTube begleiten. Erklären Sie ihm den Unterschied zwischen Werbung und anderen Inhalten und zeigen Sie ihm, wie das zu erkennen ist.

Bestimmte Browsereinstellungen, wie das Deaktivieren von Cookies beim Besuch einer Internetseite oder das Installieren von PlugIns, können helfen, weniger Werbung angezeigt zu bekommen.

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter anfängt, Instagram oder TikTok zu nutzen, gehen Sie gemeinsam die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es dort auch viele kommerzielle Inhalte gibt und regeln Sie den Umgang damit.

Wenn Ihr Kind weiß, wie Medien funktionieren und dass viele mit Social Media Geld verdienen, kann es einen bewussten und sicheren Umgang damit lernen.

Wer mit TikTok Geld verdient

Die Kurzvideo-App TikTok erreicht Millionen von Menschen: 2020 wird sie in Deutschland von über 10 Millionen vor allem jungen Menschen genutzt. Bei TikTok geht es um Spaß, Austausch und Kreativität. Für einige Nutzerinnen und Nutzer geht es vor allem darum, Geld mit der App zu verdienen.

Wie lässt sich mit TikTok Geld verdienen?

TikToker möchten mit ihren Videos auf die „Für Dich“-Seite (For You Page) kommen, damit möglichst viele Personen ihre Clips sehen. Dadurch können sie jede Menge neue Follower, also eine größere Reichweite bekommen. Viele TikTok-Stars sind so über Nacht berühmt geworden. Das macht sie für Unternehmen attraktiv, die sie als Influencer für Werbung einsetzen.

Bezahlte Werbung: Unternehmen bezahlen TikToker mit hoher Reichweite dafür, dass sie eine Marke oder ein Produkt bewerben. Diese Kooperationen müssen deutlich als Werbung gekennzeichnet werden. Dabei setzen Unternehmen immer mehr auf sogenannte Mikro-Influencer und so kann es passieren, dass auch Nutzer mit lediglich ein paar Hundert Followern Kooperationsanfragen bekommen.

Spenden während Livestreams: In Livestreams können die Zuschauenden Influencern Geschenke machen. Diese virtuellen Gegenstände, wie z. B. ein Panda-Emoji, müssen vorher gekauft werden: Nutzer kaufen mit realem Geld Coins, die gegen Geschenke eingetauscht werden können. Die Influencer wiederum können die erhaltenen Geschenke zurück in Geld tauschen und sich auszahlen lassen. Ein Teil bleibt immer auch bei TikTok hängen und sie verdienen mit. 

Warum die Unterstützung des Lieblingsinfluencers für die Fans richtig teuer werden kann und wie Sie Ihr Kind davor schützen, lesen Sie in unserem Artikel Social-Media-Influencer und das liebe Geld.

Affiliate-Marketing: Das ist eine Vereinbarung zwischen einem TikToker oder einer TikTokerin und einem Unternehmen. Er oder sie verlinkt einen Online-Shop auf dem eigenen Profil und bekommt eine Provision für jeden Artikel, der über den Link verkauft wird. Das muss als Werbung erkennbar gemacht werden.

Eigene Produkte verkaufen: Viele Influencer verkaufen Artikel, die mit eigenem Design oder kreativen Sprüchen verziert sind. Dafür arbeiten sie mit Dienstleistern zusammen, die sich um Druck und Verkauf kümmern. Der Influencer bekommt einen vereinbarten Betrag pro verkauftem Artikel.

Möglichkeiten auf TikTok Geld zu verdienen, gibt es viele und der Einstieg ist oft unkompliziert. Gerade Kinder und Jugendliche sehen in den TikTok-Stars Vorbilder und wollen so sein wie sie. 

Worauf muss ich achten, wenn mein Kind mit TikTok Geld verdienen will?

Um für das Publikum und Unternehmen relevant zu bleiben, müssen TikTokerinnen und TikToker regelmäßig – möglichst mehrmals am Tag – interessante Bilder und Videos posten. Die Konkurrenz ist groß und die Trends auf TikTok sind schnelllebig. Das kann Leistungsdruck und Stress erzeugen, mit dem gerade Kinder und Jugendliche noch nicht gut umgehen können. Auch das Familienleben und die schulischen Leistungen können darunter leiden.

Besonders viel Aufmerksamkeit möchten TikToker mit Videos von gefährlichen Challenges erreichen oder indem sie sich auf provokante oder sexualisierte Weise darstellen. Um während eines Livestreams mehr Geschenke zu erhalten, die sich in Geld umwandeln lassen, werden oft Gegenleistungen angeboten. Das können namentliche Grüße aber auch die Handynummer oder ein privates Bild an Personen sein, die fremd sind. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie Ihr Kind vor Cybergrooming schützen. Besprechen Sie diese Risiken in Ruhe mit Ihrem Kind. Wenn es gern eigene Videos einstellen möchte und den Wunsch äußert, als TikToker Geld zu verdienen, überlegen Sie gemeinsam, ob und wie sich das mit Schule und anderen Hobbies verträgt und unter welchen Bedingungen es Ihre Erlaubnis bekommt. Außerdem ist Ihr Kind bis zur Volljährigkeit nur eingeschränkt geschäftsfähig und braucht auch für einen Account auf TikTok Ihr Einverständnis.
In unserem Beitrag Kinder-Influencer und Familien-Kanäle können Sie weitere Tipps dazu nachlesen.

Spieleseiten im Netz – Zwischen Spaß, Spiel und Werbung

Digitale Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird auch gern über das Internet gespielt. Es gibt verschiedene Spieleseiten im Netz, auf denen Kinder teils kostenlos, teils gegen Bezahlung spielen können. Beim Spiel allein oder im Team werden verschiedene Fähigkeiten gefördert, aber vor allem sogenannte Multiplayer-Spiele bergen auch Gefahren, wie z. B. Mobbing.

Kostenlose Seiten mit viel Werbung und fragwürdigem Datenschutz

Viele bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebte Spieleportale, wie z. B. spielaffe.de, finanzieren sich über Werbung. Nur so können sie die Spiele kostenlos anbieten. Dafür werden Kinder mit vielen Werbeanzeigen und Links zu externen Partnern konfrontiert. Nicht jedes Kind kann Werbung von den eigentlichen Inhalten der Website unterscheiden und gelangt so vielleicht unbeabsichtigt auf andere Seiten. 

Spielaffe ist nicht konkret für Kinder gemacht. Nicht alle Spiele sind für jedes Kindesalter geeignet, aber trotzdem erreichbar. Ein Problem dabei ist, dass Spiele, die online angeboten werden, bisher nicht mit einer Alterskennzeichnung versehen werden müssen.

Vor allem jüngere Kinder dürften mit dem großen Angebot und den vielen bunten Bildern und Schaltflächen auf spielaffe.de überfordert sein. Der Chat mit anderen Nutzern ist erst nach vorheriger Registrierung möglich – spielen kann man aber auch ohne Anmeldung. Der Bereich mit Informationen für Eltern und Kinder zum sicheren Umgang mit der Seite ist schwer zu finden – ganz unten links.

Auch wenn Spielaffe nicht direkt Daten erhebt, werden über die eingebundenen externen Seiten, wie z. B. Facebook, Daten erhoben und weitergegeben. Ähnlich sieht es bei spielzwerg.de und spielkarussell.de aus. Bei der Registrierung wird nicht abgefragt, ob die Eltern damit einverstanden sind, dass ihre noch nicht volljährigen Kinder hier spielen.

Viele der auf solchen Portalen angebotenen Spiele arbeiten auch mit überholten Geschlechterklischees. Es gibt häufig eine Kategorie „Mädchenspiele“, in denen man Spiele zu Haushalt oder Beauty findet. Keine der drei Websites wird bei einer Suche mit der Kindersuchmaschine fragFINN direkt angezeigt. Über fragFINN lassen sich sonst für Kinder unbedenkliche Websites finden.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Trotz aller Risiken nutzen Kinder und Jugendliche diese Seiten gerne – sicherlich auch wegen der großen Auswahl an Spielen. Versuchen Sie die Faszination Ihres Kindes an diesen Seiten zu verstehen und zeigen Sie Interesse, ohne die Gefahren zu ignorieren.  Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und vereinbaren Sie Regeln für die Nutzung solcher Seiten. Installieren Sie Werbeblocker und informieren Sie sich über die Angebote und das Urteil von Pädagoginnen und Pädagogen. Online-Angebote wie die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien  oder die Seitenstark-Community bieten hier Hilfe. Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie u. a. über fragFINN und die Blinde Kuh.

Klick, Wisch, Like – Gekauft? Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen

Ob im Fernsehen, an der Bushaltestelle oder im Internet – Werbung gehört zu unserem Alltag dazu. Schon kleine Kinder sehen Werbespots im Fernsehen oder begegnen ihr im Supermarkt, wo es viele Produkte rund um kindliche Medienhelden wie Elsa, Sandmann & Co. zu kaufen gibt. Auf Websites und Videoplattformen kommen vor allem ältere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Formen von Werbung in Berührung: Influencer tragen in ihren Videos die neuesten Turnschuhe, stellen ein Kosmetikprodukt ihrer Lieblingsmarke vor oder packen die eben gekaufte Spielekonsole in einem Unboxing-Video vor der Kamera aus. Auch in vielen Spiele-Apps gibt es Werbung, die man wegklicken muss, um weiterspielen zu können.

Welche Werbung ist erlaubt?

Medieninhalte für Kinder müssen so gestaltet sein, dass sie Werbung erkennen können und ihre kindliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Dazu gehört z. B. die klare Trennung von Inhalt und Werbung. Im Fernsehen gibt es einen optischen und akustischen Hinweis zu Beginn und am Ende der Werbung. Eine Kindersendung darf nicht von Werbung unterbrochen werden. Auf Kinderseiten im Netz müssen Werbebanner gekennzeichnet sein und dürfen die Inhalte nicht überlappen oder Kinder in der Nutzung der Seiten behindern. Es darf auch nicht für alle Produkte (wie z. B. für Alkohol) geworben werden, um Kinder zu schützen. 

Anregungen und Tipps

Unterstützen Sie Ihr Kind, Werbung zu erkennen und zu durchschauen. Mit dem Alter steigt auch das Verständnis von Werbung. Ab ungefähr 8 Jahren verstehen Kinder, dass Werbung nicht neutral informiert, sondern zum Kaufen anregen soll.

Vor allem bei Onlinewerbung müssen jüngere Kinder erst lernen, dass Werbung gleichzeitig neben den eigentlichen Inhalten auf einer Internetseite angezeigt wird. 

Werbung innerhalb von Spiele-Apps taucht oft überraschend auf, weshalb Kinder aus Versehen auf Werbeinhalte klicken können. Achten Sie beim Download von kostenfreien Kinderapps darauf, ob diese sogenannte In-Game-Werbung enthalten. Entscheiden Sie, ob das für Ihr Kind problematisch ist. Aufpassen sollten Sie besonders, wenn Werbeinhalte im Spiel dazu verleiten, schneller voranzukommen, wenn die Werbung nicht gekennzeichnet oder vom Spielinhalt getrennt ist oder wenn Kinder beim Spielen behindert werden.

Ältere Kinder und Jugendliche stehen vor der Herausforderung, zu erkennen, ob ihre Idole nur ein Produkt präsentieren oder ob es ihnen um echte Inhalte geht. Denn nicht immer sind Videos von Influencern als Werbung gekennzeichnet, obwohl das vorgeschrieben ist, wenn sie von Unternehmen Geld dafür bekommen. Schauen Sie sich gemeinsam Videos und Instagram-Stories an und achten Sie zusammen auf Hinweise für Werbung und Sponsoring in den geteilten Inhalten.

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die verschiedenen Formen von Werbung in Medien. Nur dann kann es einen bewussten und kritischen Umgang mit Werbung und den Kaufentscheidungen im Alltag lernen. Denken Sie dabei auch an Ihre Vorbildfunktion.

Werbung kindgerecht? Hier gibt es Informationen!

  • Ratgeber Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de
  • Media Smart, Bildungsinitiative für die Förderung von Werbekompetenz: www.mediasmart.de
  • Kindersuchmaschine www.fragfinn.de: kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten, viele davon sind werbefrei oder erfüllen strenge Kriterien, u. a. bezüglich Werbung und kommerziellen Inhalten

YouTube Premium – Konkurrenz für Streaminganbieter?

YouTube ist die mit Abstand beliebteste Online-Plattform für Videos. Sie ist kostenlos und wird vor allem über Werbung finanziert, die vor oder während der Clips abgespielt wird. Mit YouTube Premium kann man YouTube-Inhalte gegen Gebühr ohne Werbeunterbrechung und mit weiteren Vorteilen nutzen. Die Premium-Variante sieht ganz ähnlich aus wie das kostenlose YouTube, aber kann jedoch einiges mehr. 

Kurz gefasst:

  • monatliches Abo (ca. 12,- €) als Einzelperson oder als Familie (ab 13 Jahre)
  • umfassendes Angebot an Videos, Musik und exklusiven Inhalten
  • Kinderschutz über das integrierte YouTube Kids möglich
  • als App und über einen Browser nutzbar

Was kann YouTube Premium?

Um das Angebot nutzen zu können, müssen Sie sich registrieren und entscheiden, ob Sie den Dienst allein oder gemeinsam mit Ihrer Familie nutzen möchten. Inhalte können heruntergeladen und offline abgespielt werden – allerdings nur in der App. Man kann Musikinhalte auch im Hintergrund anhören, während man gleichzeitig eine andere App nutzt. Das Ausschalten von Werbeanzeigen muss in den Einstellungen aktiviert werden.

Zu YouTube Premium gehört die werbefreie Variante des Musik-Streamingdiensts YouTube Music. (Diesen gibt es auch als kostenlose App mit Werbung.) Außerdem gehören noch die YouTube Gaming App dazu und man erhält Zugriff auf YouTube Original – exklusive Inhalte, die nur auf YouTube zu sehen sind. 

Für wen kann das Angebot interessant sein?

Kinder und Jugendliche nutzen YouTube für verschiedene Dinge im Alltag. Sie folgen YouTubern, informieren sich und lassen sich unterhalten. Für diejenigen, die viel Musik, Filme und Videos nutzen, könnte ein Premium-Account attraktiv sein. Vor allem weil man sich Videos ohne Werbeunterbrechung anschauen kann. 

Wenn Sie als Familie gern YouTube nutzen, ist das Angebot im Vergleich zu anderen Streamingangeboten etwas günstiger. YouTube ist ein Allrounder mit einem sehr breiten Angebot. Wenn Sie ganz gezielt nur Serien oder nur Musik nutzen möchten, sind andere Angebote besser geeignet. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Hinter allen Angeboten von YouTube steckt Google. Das amerikanische Unternehmen verdient sein Geld unter anderem mit der Sammlung und Auswertung von Nutzerdaten. Auch wenn die vielen zusammenhängenden Dienste einige Vorteile haben, sind Bedenken bezüglich des Datenschutzes angebracht. 

YouTube weist darauf hin, dass nur von ihnen eingestellte Werbung ausgeschaltet werden kann. Wenn in Videos der Nutzer Werbung auftaucht (z. B. als Produktplatzierung), sieht man diese auch in Videos über YouTube Premium.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Achten Sie darauf, welche Daten Sie von sich bei der Registrierung angeben und ob alle Angaben notwendig sind. Lesen Sie die Datenschutzbestimmungen und machen Sie sich mit den Möglichkeiten der App z. B. bei mobilsicher.de vertraut.

Das große Angebot von YouTube kann dazu verführen, dass man immer weiterschaut und die Zeit vergisst. Gemeinsam vereinbarte Regeln helfen, dass das nicht so schnell passiert.  Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich außerdem die App YouTube Kids, damit Ihr Kind nur altersgerechte Inhalte angezeigt bekommt. Mit einem Familien-Account von YouTube Premium können Sie je nach Altersgruppe verschiedene Funktionen aktivieren oder ausblenden. Beachten Sie aber, dass trotzdem unangemessene Inhalte auftauchen können, da diese teilweise gut versteckt sind. Wenn Sie Ihr Kind bei der Nutzung von YouTube und anderen Medien begleiten, können Sie sich darüber austauschen und für Fragen da sein.

Vorsicht In-App-Käufe!

Was sind In-App-Käufe?

Nicht nur beim Installieren einer App können Kosten anfallen. Viele Apps kosten sogar auf den ersten Blick kein Geld. Aber wenn man bestimmte Funktionen nutzen möchte, muss man für sie bezahlen. Das passiert über sogenannte In-App-Käufe. Kinder und Jugendliche kommen damit vor allem bei Spiele-Apps wie z. B. Coin Master in Berührung. Das Herunterladen des Spiels ist kostenlos, um möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Um dann aber im Spiel voranzukommen, müssen beispielsweise Münzen, Spielfigur-Ausstattung (auch in Form sogenannter Lootboxen) oder die Freischaltung von weiteren Levels für echtes Geld erworben werden. Kinder sind besonders anfällig für In-App-Käufe, weil sie im Spiel schnell vorankommen möchten und sich dabei vielleicht auch mit Freunden vergleichen. Oder sie finden es schön, ihre Spielfigur individuell zu gestalten, obwohl es für den Spielverlauf nicht wichtig ist.

Durch ein paar Klicks können so Kosten entstehen, die spätestens auf der nächsten Handy- oder Kreditkartenabrechnung entdeckt werden. Meist handelt es sich dabei eher um kleine Beträge von wenigen Euro. Aber man bekommt keinen Überblick darüber, wie viel man für welche Funktionen ausgegeben hat und so wird es unbemerkt immer mehr. Ein anderer Trick der Anbieter: Auf den ersten Blick muss kein echtes Geld für die Zusatzfunktionen gezahlt werden muss, sondern stattdessen gibt es eine virtuelle Währung.

Checkliste: Worauf sollten Sie achten?

  1. Im Google Play Store oder App Store von Apple wird bei jeder App angegeben, ob sie In-App-Käufe enthält. Achten Sie darauf und weisen Sie auch Ihr Kind darauf hin. Lesen Sie vor dem Download einer App immer die Bewertungen. Denn hier finden Sie bereits Hinweise auf mögliche Erfahrungen mit Kostenfallen innerhalb des Spiels.
  2. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, sich vorher zeigen zu lassen, was es sich kaufen möchte. Achten Sie darauf, ob es sich um einen einmaligen Kauf oder um ein Abonnement handelt. Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich alle Informationen zur App genau durchzulesen und nicht einfach schnell auf “weiter” zu klicken.
  3. Mit bestimmten Einstellungen auf dem Handy können In-App-Käufe eingeschränkt werden. Auf dem iPhone oder iPad ist dies über die Funktion Bildschirmzeit möglich. Bei Android-Geräten gehen Sie dazu im Play Store auf “Einstellungen” und aktivieren die Funktion “Authentifizierung für Käufe erforderlich“. Sie können auch die Familienmediathek bei Android-Geräten oder die Familienfreigabe bei Apple-Geräten nutzen, um Käufe Ihres Kindes prinzipiell vorher bestätigen zu müssen und um Käufe innerhalb der Familie zu teilen.
  4. Um einen Überblick über die Ausgaben Ihres Kindes zu haben, können Sie eine Liste führen. So sehen Sie gemeinsam, wie viel Taschengeld im Monat für Apps ausgegeben wird. Eine andere Möglichkeit ist, erst gar keine Zahlungsdaten in den App-Stores zu hinterlegen. So hat Ihr Kind nur Zugriff auf kostenlose Apps. Gerade bei jüngeren Kindern ist  dies eine gute Vorsichtsmaßnahme, allerdings können diese Werbung beinhalten.
    Wichtig ist, dass Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst nehmen. Wenn Ihr Kind Taschengeld bekommt, darf es mitreden, wofür es ausgegeben werden soll. Beraten Sie sich gemeinsam, welche Kosten sinnvoll sind und wie Sie zu hohe Kosten am besten vermeiden können. Eine weitere Möglichkeit, die Kosten zu kontrollieren, ist der Kauf einer Guthabenkarte für den App-Store.

Es sind bereits hohe Kosten entstanden. Was nun?

Manchmal lassen sich bereits getätigte Käufe innerhalb einer Frist zurückrufen, z. B. im iTunes-Account unter der “Kaufübersicht”. Es kann sich auch lohnen, sich an die Hersteller zu wenden, sollte beispielsweise der Kauf eines Abos nicht gut gekennzeichnet worden sein. Was Sie weiterhin tun können, wenn Sie oder Ihr Kind versehentlich in eine Abo-Falle geraten sind, erfahren Sie auf mobilsicher.

Influencer ist nicht gleich Influencer

Besonders 12- bis 17-Jährige verbringen oft mehrere Stunden am Tag auf Social Media-Plattformen wie YouTube, Snapchat, TikTok oder Instagram. Dabei sehen sie sich Inhalte von Menschen an, die sie zwar nicht persönlich kennen, aber trotzdem eine Menge über sie wissen. Auch wenn der Begriff Influencer nach starkem Einfluss klingt, entscheidet sich Ihr Kind aus bestimmten Gründen und aktiv dafür, jemandem zu folgen und seine Videos anzuschauen. Bestimmte Influencer sind dabei unterschiedlich wichtig oder von dauerhaftem Interesse.

Influencer berichten in Bildern oder Videos von ihrem vermeintlichen Alltagsleben oder beschäftigen sich mit Themen wie Mode, Beauty oder Gaming. Influencer bieten Orientierung, wenn es z. B. um die eigene Identitätssuche geht, aber auch so etwas wie Freundschaft. Man kann zwischen verschiedenen Influencer-Typen unterscheiden:

Influencer-Typen nach Followerzahlen

Die einfachste Einteilung ist die nach der Anzahl der Follower, die sagt, wie groß die Reichweite eines Influencers ist. Auch Influencer mit geringer Reichweite sind für Unternehmen bedeutsam, um mit ihnen zu werben. Die gängigsten Begriffe sind folgende:

Mega-Influencer, Super-Influencer oder Hero-Influencer
Diese Influencer haben Millionen­-Reichweiten und bekommen die höchste Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken. Sie sind die Stars der Szene, so z. B. Bibi oder Lisa und Lena.

Star-Influencer oder Promi-Influencer
So nennt man Influencer, die als Sportler, Film- oder Popstar prominent geworden sind und auch außerhalb von Social Media eine große Fan-Community haben.

Makro-Influencer oder Everyday-Influencer
Sie haben eine geringere, aber immer noch große Reichweite mit ca. 50.000 Follower. Sie gelten als Vorbilder in ihrer Szene und setzen oft neue Trends.

Aber auch Mikro- oder Nano-Influencer haben starken Einfluss. Sie sind bei bestimmten Themen Experten, z. B. Blogger oder Youtuber mit Kanälen zu speziellen Themen. Sie gelten auf ihrem Gebiet als sehr glaubwürdig und haben eine treue Anhängerschaft. Aufstrebende bzw. Rising-Influencer gelten als die kommenden Talente, mit einer noch geringen Reichweite.

Influencer-Typen nach Art ihres Auftretens

Influencer lassen sich auch nach den Themen und der Art und Weise, wie sie auftreten, unterscheiden:

Stil-Inspiratoren
Sie zelebrieren Lifestyle im Bereich Beauty, Autos, Fashion, Essen und Reisen. Dem Nutzer ermöglichen sie Tagträumerei, bleiben aber gleichzeitig durch ihre Interaktion nahbar.

Coaches
Sie sind Mentoren, d. h. nehmen den Follower an die Hand, bieten Orientierung und konkrete Ratschläge. Themen können von Do-it-yourself über Lifehacks und Lebensberatung bis hin zu jedem Hobby und Nischeninteresse reichen.

Experten
Zwar bedienen sie oft nur eine kleine Nische als Mikro-Influencer, sind darin aber eine große Autorität. Sie bieten durch ihre große Kompetenz den Followern wertvolle Orientierung zu einem bestimmten Thema.

Erklärer
Ihnen geht es darum, Alltags-, Politik- und Wissenschaftsthemen verständlich zu machen und anderen nahe zu bringen. Außerdem haben ihre Follower die Möglichkeit, sich dank ihnen eine eigene Meinung zu bilden. Ihre Glaubwürdigkeit ziehen sie aus ihrer Überzeugung.

Selbstdarsteller und Unterhalter
Sie sind lustig und kurzweilig. Beim Anschauen ihrer Videos kann man kurz dem Alltag entfliehen. Mit Einfallsreichtum und viel Charakter bieten sie gute Unterhaltung.

Missionare
Diese Vorbilder vertreten bestimmte Ideale aus dem Alltag, der Politik oder der Lebensführung, die sie befolgen.

Fragen Sie Ihr Kind danach, was es an der einen oder anderen Person begeistert und interessiert. Vielleicht finden auch Sie Inspiration bei einem Influencer!

Unboxing – Unterhaltung, Information oder Produktwerbung?

An Weihnachten packen wir nicht nur selbst Geschenke aus, sondern schauen auch immer wieder anderen dabei zu. Das kann richtig Spaß machen. Was befindet sich in der Geschenkverpackung und wie reagiert die Person darauf? Etwas ähnliches passiert in sogenannten Unboxing-Videos das ganze Jahr über. In den Videos zeigen Menschen, wie sie etwas auspacken. Meistens Produkte, die sie zuvor bestellt haben. Auf Videoportalen wie YouTube sind solche Videos besonders beliebt und werden von Millionen von Menschen angeschaut. Doch wer ein Unboxing-Video einmal gesehen hat, wird schnell feststellen, dass die Unterscheidung zwischen Werbung und Unterhaltung dabei nicht immer leicht fällt.

Was ist ein Unboxing-Video?

Unboxing-Videos (to unbox = Auspacken) sind Online-Videos, in denen eine Person ein Produkt aus seinem Originalkarton enthüllt. Dabei zeigt das Video hautnah, wie das bestimmte Produkt der Verpackung entnommen und anschließend bis ins kleinste Detail den Zuschauern vorgestellt, dabei kommentiert und meist ausprobiert wird.

Unboxing-Videos erscheinen häufig im sogenannten Vlogging-Stil und haben Merkmale eines Erklärvideos. Ausgepackt werden in den Videos häufig technische Geräte wie Smartphones, Konsolen oder Tablets, aber auch Spielzeuge, Lebensmittel oder Kleidungsstücke finden in ihnen einen Ort der Präsentation.

Warum faszinieren Unboxing-Videos?

Die Gründe für die Faszination der Unboxing-Videos sind sehr unterschiedlich. Einer der Gründe dürfte sein, dass die Zuschauer von dem Gefühl etwas auspacken zu dürfen nicht genug bekommen und das sogar so sehr, dass sie anderen Menschen dabei zusehen – das spart nebenbei sogar Zeit und Geld. Es geht aber auch darum, einen ersten Eindruck von einem neuen Produkt zu erhalten, für welches die Zuschauer sich interessieren. Aber anders als Werbung des Herstellers, kommentieren und bewerten die „Unboxing-Producer“ auf scheinbar offene und ehrliche Weise. Ein weiteres Motiv ist die Möglichkeit zur Interaktion in einer Community, in der Rückfragen zum Produkt, Kommentare sowie Meinungen geteilt werden können. Dies hilft auch dabei, sich mit einem Produkt zu identifizieren oder sich klar davon abzugrenzen.

Worauf sollten Sie achten, wenn Ihr Kind Unboxing-Videos selbst erstellen will?

Es gibt nicht viel, worauf Sie als Elternteil bei einem Unboxing-Video achten müssen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass ihr Kind ein Original-Produkt und nicht etwa eine Fälschung präsentiert, da der Markeninhaber ein begründetes Interesse daran hat, dass ihm nicht fremde bzw. gefälschte Produkte zugeschrieben werden und somit der Marke schaden könnten. Sollte sich Ihr Kind dafür interessieren, ein Video zu erstellen, dann begleiten Sie es dabei, präsentieren Sie bspw. ein Spiel, von dem Sie überzeugt sind und erfahren Sie die Welt der Spiele mal auf eine ganz andere Weise.

Fazit

Unboxing-Videos bieten viele Möglichkeiten. Von der Faszination des Auspackens, über ein reines Informieren bis hin zur Interaktion können dabei verschiedene Interessen bedient werden. Dennoch sollte stets ein wachsames Auge dabei sein, wenn Kinder sich solcher Videos bedienen oder sie selbst erstellen. Denn Unboxing-Videos sind auch Werbung und Konsumabsichten können schnell ungefiltert an ihr Kind gelangen. Besprechen Sie also das Gesehene und sensibilisieren Sie Ihr Kind für etwaige Werbeabsichten. Viele Influencerinnen und Influencer bezeichnen das Erstellen von ihren Videos auch als Beruf, da sie für das Zeigen und Ausprobieren der Produkte von Unternehmen bezahlt werden. Wie auch bei vielen weiteren Aktivitäten im Netz, sollten Sie Ihr Kind beim Schauen der Videos begleiten. Wenn Sie das beachten, steht dem Spaß beim Zuschauen nichts im Weg. Packen -äh- probieren Sie es doch auch mal aus!

Ganz nebenbei…

  • Die Informationswebsite Yahoo Tech brachte bereits im Jahr 2006 das erste richtige Unboxing-Video auf den Markt und präsentierte in diesem das Handy Nokia E61.
  • Das Interesse für Unboxing scheint mittlerweile so groß, dass bereits ein privater Fernsehsender darauf aufmerksam wurde und dem ganzen Thema eine eigene Unboxing-Show für Kinder widmet.
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