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Zwischen Fame, Verantwortung und Vorbild: Influencer*innen im Portrait

Ob Mode, Fitness, Gaming, Wissen oder Lifestyle – Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit auf Social Media und treffen dort auf digitale Vorbilder. Influencer*innen präsentieren Inhalte, die unterhalten, inspirieren oder informieren. Dieser Überblick zeigt Eltern, welche Arten von Influencer*innen es gibt, welche Themen sie bedienen, worauf Jugendliche besonders achten und welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben.

Fashion-Influencer*innen

Sie wissen, was auf den Laufstegen, bei den Modelabels und in den Läden gerade los ist: Fashion-Influencer*innen zeigen aktuelle Trends, geben Stylingtipps und kombinieren Kleidung oft mit Beauty-, Sport- oder Lifestyle-Themen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen diese Profile als Inspiration für den eigenen Stil, Outfits und Selbstdarstellung.

Potenziell problematisch: unrealistische Schönheits- und Körperideale, hoher Konsumdruck, Werbung für Produkte.

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Fitness-Influencer*innen

Fitness-Influencer*innen zeigen Workouts, Ernährungstipps und Motivation für einen aktiven Lebensstil. Manche orientieren sich dabei bewusst am Alltag ihrer Follower*innen und geben Anregungen, wie sich Bewegung und gesunde Ernährung in den Tagesablauf integrieren lassen. Sie sprechen sowohl sportlich ambitionierte Jugendliche als auch Einsteiger*innen an.

Potenziell problematisch: übertriebene Körperideale, unrealistische Trainingsziele, Werbung für Produkte oder Nahrungsergänzung.

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Finanz-Influencer*innen (Finfluencer*innen)

Vom Sparbuch zum Krypto-Depot: Finfluencer*innen erklären Sparen, Geldanlage, Trading und Kryptowährungen. Sie verbinden Tipps oft mit persönlichen Erfolgsgeschichten und glamourösen Lifestyle-Darstellungen. Ältere Jugendliche stoßen auf diese Kanäle, wenn Taschengeld, Nebenjobs oder erste größere Anschaffungen relevant werden.

Potenziell problematisch: fehlende Qualifikation, unrealistische Gewinnversprechen, Monetarisierung, mögliche finanzielle Verluste.

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Wissens-Influencer*innen

Politik, Naturwissenschaft, Psychologie oder Geschichte – Wissens-Influencer*innen vermitteln komplexe Themen anschaulich und verständlich. Sie erklären Inhalte kurzweilig, nahbar und oft mit einem Augenzwinkern. Viele Jugendliche nehmen sie nicht nur als Informationsquelle wahr, sondern auch als Vorbilder, die Sprache, Argumentationsweisen oder schulische Interessen beeinflussen.

Potenziell problematisch: begrenzte Tiefe, Fehleranfälligkeit, Monetarisierung, vereinfachte Darstellungen.

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Gaming-Influencer*innen & Let’s Player*innen

Chips und Popcorn raus – Let’s Player*innen spielen Videospiele und kommentieren Strategien, Tipps und Geschichten. Die Gaming-Szene ist männlich geprägt, doch weibliche und queere Let’s Player*innen gewinnen zunehmend an Bedeutung und dienen Kindern und Jugendlichen als Vorbilder.

Potenziell problematisch: Suchtpotenzial, übermäßige Bildschirmzeit, Monetarisierung, Interaktion mit Fremden.

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DIY-Influencer*innen

Ob Basteln, Backen oder das eigene Zimmer gestalten – DIY-Influencer*innen zeigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für kreative Projekte. Kinder und Jugendliche können ihre eigenen Fähigkeiten ausprobieren und Ideen nachmachen.

Potenziell problematisch: Nachahmungsrisiko bei gefährlichen Arbeiten, Werbung für Produkte, Monetarisierung.

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Lifestyle-Influencer*innen

Sie lassen ihre Follower*innen am scheinbaren Alltag teilhaben: Frühstück zubereiten, shoppen, dekorieren oder Sport treiben – Lifestyle-Influencer*innen zeigen Alltagsinhalte und Unterhaltung. Jugendliche nehmen hier Vorbilder wahr, orientieren sich an Vorlieben und Alltagsritualen.

Potenziell problematisch: unrealistische Alltagserwartungen, Konsumdruck, Werbung, Privatsphäre.

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Unterhaltungs-Influencer*innen

Tanzen, Comedy, Pranks – Unterhaltungs-Influencer*innen bieten kurze, witzige Inhalte. Sie sind Stars auf Peer-Group-Ebene und liefern Unterhaltung, selten aber tiefere Informationen.

Potenziell problematisch: Gewalt- oder Scherzinhalte, Monetarisierung, unkontrollierte Kommentare.

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Sinn-Influencer*innen (Sinfluencer*innen)

Sie setzen sich für Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Toleranz oder psychische Gesundheit ein. Sinnfluencer*innen motivieren Kinder und Jugendliche, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Potenziell problematisch: einseitige Darstellungen, Ideologisierung, mögliche Werbung oder Sponsoring.

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Beauty-Influencer*innen

Sie filmen Beauty-Tutorials, stellen Produkte vor oder geben Tipps zur Hautpflege. Oft bewerben sie dabei auch eigene Produkte. Für Jugendliche können solche Inhalte hilfreich sein. Gleichzeitig können sie aber auch das Gefühl verstärken, am eigenen Körper ständig etwas verändern zu müssen.

Potenziell problematisch: unrealistische Schönheitsideale, problematische Körperbilder, Werbung, Produktplatzierungen.

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Food-Influencer*innen

Food-Influencer*innen zeigen Rezepte, Food-Trends und Tipps rund ums Essen. Ihre Inhalte sind oft kreativ, unterhaltsam und nah an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Das macht Lust, Neues auszuprobieren und Essen auch als Teil von Lifestyle und Selbstausdruck zu erleben.

Potenziell problematisch: ungesunde Sport- und Ernährungspläne, falsche Gesundheitsversprechen, unrealistische Schönheitsideale, Werbung, Konsumdruck.

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Queere Influencer*innen

Queere Influencer*innen sind in allen Feldern der zuvor genannten Bereiche aktiv und geben Kindern und Jugendlichen Einblicke in unterschiedliche queere Lebensrealitäten. Sie eröffnen neue Perspektiven, können Mut machen, für Diskriminierung sensibilisieren und das Gefühl vermitteln, mit Fragen zu Identität, Liebe oder Zugehörigkeit nicht allein zu sein.

Potenziell problematisch: Werbung, fehlende Einordnung sensibler Themen, einseitige Orientierung an Vorbildern aus sozialen Medien.

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Was Eltern beachten sollten

KI-Influencer*innen – wenn hinter Profilen keine echten Menschen stecken

Das neue Lieblingsprofil wirkt freundlich, antwortet auf Kommentare und teilt ständig neue Fotos aus dem Alltag. Für viele Kinder sieht der Account aus wie andere Influencer*innen auf Instagram oder TikTok. Doch hinter manchen Profilen steckt gar kein echter Mensch. Immer mehr Influencer*innen auf Social Media werden mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

Was steckt hinter KI-Influencer*innen?

KI-Influencer*innen sind erfundene Figuren auf Social Media. Bilder, Videos, Stimmen und Texte werden mit Hilfe von KI erstellt oder bearbeitet. Hinter den Profilen stehen meist Unternehmen oder Agenturen. Die Figuren präsentieren sich als Mode-Influencer*innen, Gamer*innen, Musiker*innen oder Lifestyle-Stars und erzählen aus ihrem angeblichen Alltag.

Besonders bekannt ist Lil Miquela aus den USA. Die virtuelle Influencerin veröffentlicht Modefotos, Musik und politische Botschaften und hat Millionen Follower*innen. Auch die deutsche KI-Figur Noonoouri arbeitet mit großen Modemarken zusammen und setzt sich öffentlich für nachhaltige Mode ein.

Mit KI können heute sehr schnell Bilder, Videos oder Texte für Social Media erstellt werden. Trotzdem handeln diese Figuren nicht eigenständig. Inhalte, Texte und Kooperationen werden von Menschen geplant und gesteuert. Für Unternehmen sind solche Figuren attraktiv, weil sie die Inhalte vollständig kontrollieren können. Viele dieser Figuren werden so gestaltet, dass sie auf Social Media besonders viel Aufmerksamkeit bekommen.

Auch rechtspopulistische und extremistische Gruppierungen nutzen KI-Influencer*innen. Die Profile zeigen oft junge, attraktive Personen. Sie verbinden harmlose Lifestyle-Inhalte mit radikalen oder diskriminierenden Botschaften, sie zeigen zum Beispiel Deutschlandflaggen, klassische Familienbilder oder treffen Aussagen gegen Migration. Andere Accounts erfinden eigene Wirklichkeiten und zeigen skurrile Zukunftsbilder. So sollen rechte Weltbilder moderner wirken und sich schrittweise verbreiten.

Es gibt auch Projekte mit positiven Zielen. Manche virtuelle Figuren sollen auf gesellschaftliche Themen aufmerksam machen oder zeigen, was mit KI kreativ möglich ist. Der Account Itskamisworld wurde zum Beispiel entwickelt, um Menschen mit Down-Syndrom sichtbarer zu machen. Trotzdem bleibt wichtig, Inhalte aufmerksam einzuordnen und Werbung erkennen zu können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche nutzen Social Media zum Abschalten, Austauschen und Dazugehören. Influencer*innen spielen dabei oft eine wichtige Rolle. Virtuelle Influencer*innen wirken oft besonders perfekt und professionell, reagieren schnell auf Trends und scheinen ständig erreichbar zu sein. Genau das macht sie für viele junge Nutzer*innen interessant.

Vor allem jüngere Kinder hinterfragen oft nicht, wer hinter einem Profil steckt. Wenn ein Account regelmäßig kommentiert, aus dem Alltag erzählt und freundlich auf Nachrichten reagiert, entsteht schnell das Gefühl von Nähe.

Viele Jugendliche merken zwar eher, dass Inhalte künstlich erstellt wurden, stehen dafür aber stärker unter Druck durch Schönheitsideale und Vergleiche auf Social Media. Hohe Follower*innenzahlen, Likes und positive Kommentare verstärken den Eindruck, dass die Figur beliebt und glaubwürdig ist.

Für manche Nutzer*innen ist dabei gar nicht entscheidend, ob eine Figur real ist. Wichtig ist vor allem, ob die Inhalte unterhaltsam, kreativ oder spannend wirken.

Was kann problematisch sein?

Besonders schwierig ist, dass KI-Influencer*innen oft kaum von echten Menschen zu unterscheiden sind.

Mögliche Probleme:

Außerdem sind KI-Inhalte bisher oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Es bleibt für Nutzer*innen häufig unklar, ob Bilder, Videos oder Figuren künstlich erstellt wurden.

Was sollten Eltern beachten?

Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung von Social Media und interessieren Sie sich dafür, welchen Profilen es folgt. Schauen Sie sich gemeinsam Profile an und sprechen Sie darüber, wie Inhalte auf Social Media entstehen. Viele KI-generierte Bilder wirken auf den ersten Blick perfekt oder besonders professionell. Manche Inhalte zeigen jedoch kleine Auffälligkeiten:

  • Hände, Zähne oder Schmuck sehen merkwürdig aus
  • Hintergründe verändern sich plötzlich oder wirken „verschoben“
  • Gesichter wirken „zu perfekt“, ohne Poren oder Falten
  • Licht und Schatten passen nicht richtig zusammen
  • Spontane Fotos mit anderen Menschen fehlen oft

Kinder müssen nicht jede KI-Fälschung sofort erkennen. Wichtiger ist, nicht alles sofort zu glauben, was auf Social Media echt aussieht.

Sprechen Sie auch darüber, dass viele Influencer*innen mit ihren Inhalten Geld verdienen. Virtuelle Figuren wirken oft wie gute Freund*innen oder geben scheinbar ehrliche Empfehlungen. Dahinter stecken jedoch häufig Werbung und Unternehmen.

Hilfreich können Fragen sein wie:

  • Wer steckt hinter dem Profil?
  • Warum sieht dort alles so perfekt aus?
  • Was soll der Beitrag bei mir auslösen?
  • Wird hier vielleicht Werbung gemacht?

Gerade jüngere Kinder können virtuelle Figuren schnell für echte Freund*innen halten. Wichtig ist, dass Kinder mit Fragen oder Unsicherheiten offen zu ihren Eltern kommen können.

Meta – der Konzern hinter WhatsApp, Instagram und Facebook

Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.

Was ist Meta?

Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.

Zum Unternehmen gehören unter anderem:

Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.

Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.

Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.

Was kann problematisch sein?

Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:

Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.

Was meint der Anbieter?

Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.

Was sollten Eltern beachten?

Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.

Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.

Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.

Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.

KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.

Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.

Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.

Checkliste: Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?

Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.

Die Checkliste zum Abhaken:

Mein Kind …

… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt

… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen

  • richtet eine PIN oder ein Passwort ein
  • nutzt eine Bildschirmsperre
  • schaltet WLAN, Bluetooth oder GPS gezielt ein und aus
  • versteht, wann diese Funktionen sinnvoll sind (z. B. GPS zur Navigation)
  • kann Datenroaming bei Bedarf ein- oder ausschalten

… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung

… wählt Apps und Inhalte bewusst aus

  • schaut vor der Installation, ob eine App zum Alter passt
  • installiert Apps nicht ungeprüft (liest z.B. App-Beschreibungen und Bewertungen)

… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um

… verhält sich respektvoll im Netz

… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen

… hält Regeln ein

… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen

Wie Sie die Checkliste nutzen können

Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.

Was Eltern beachten sollten

Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:

Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.

Instagram sicher nutzen

Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.

Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig? 

Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.

Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto

Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:

  • Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
  • Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
  • Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
  • Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.

Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.

Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram

Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:

  • Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
  • Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
  • Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
  • Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:

  • Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
  • Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
  • Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
  • Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
  • Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
  • Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.

Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.

Werbung in Apps, Games und Streaming

Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.

Werbung ist Teil fast aller digitalen Angebote

Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.

Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.

Werbung beim Videoschauen

Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.

Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.

Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.

Werbung beim Streamen

Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.

Werbung in Games und Apps

Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.

Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.

Werbung auf Plattformen und im Feed

Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.

Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.

Warum Kinder Werbung schwer erkennen

Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.

Was problematisch sein kann

Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.

Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.

Was Eltern beachten sollten

Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.

Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.

Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.

Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.

Draw Your Game Infinite – eigene Jump ’n’ Run-Spiele gestalten

Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.

Kurz gefasst

  • Eigene Jump ’n‘ Run-Level entwickeln
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, In-App-Käufe
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 6 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Kostenfrei mit Werbung und In-App-Käufen
  • Für Smartphone und Tablet (iOS und Android), PC mit Webcam

Das eigene Jump-And-Run-Spiel zeichnen

Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:

  • Ihr Kind zeichnet auf einem weißen Blatt Papier mithilfe von vier Farben ein Spiel-Level aus Spielflächen, Hindernissen und interaktiven Elementen. Die Farben haben dabei bestimmte Funktionen:
    • Schwarz steht für feste Elemente
    • Blau für bewegliche ElementeGrün für Sprungelemente
    • Rot für Gegner*innen bzw. gefährliche Objekte.
  • Diese Zeichnung fotografiert Ihr Kind mit dem Smartphone oder Tablet ab. Die App verwandelt das Foto dann in ein spielbares Level.
  • Mithilfe verschiedener Werkzeuge kann Ihr Kind die Elemente anpassen, einen Hintergrund hinzufügen und das Level kreativ gestalten.
  • Wenn Ihr Kind zufrieden ist, kann es das Level speichern und spielen.

In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.

Was kann problematisch sein an der App?

Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:

  • Abo-Modell: Mit dem sogenannten „Infinite Pass“ bietet die App ein kostenpflichtiges Monatsabo, das zusätzliche Funktionen und kreative Werkzeuge freischaltet. Damit können Nutzer*innen mehr Elemente gestalten, ihre Spielfigur erweitern und eigene Level mit anderen teilen. Das Abo kostet monatlich einen festen Betrag und verlängert sich automatisch
  • In-Game-Käufe: Die App enthält einen In-Game-Shop mit zwei virtuellen Währungen. Mit ihnen lassen sich zusätzliche Welten, weitere Speicherstände oder besondere Gegenstände freischalten. Die Währung Goldmünzen können Spieler*innen entweder freispielen, über den Infinite Pass erwerben oder direkt mit echtem Geld kaufen.
  • Datenschutz: Beim Anlegen eines Profils werden personenbezogene Daten verarbeitet. Beim Teilen der eigenen Levels können Nutzerinformationen für andere sichtbar werden.
  • Werbung: In der kostenfreien Version treten Werbeeinblendungen auf und es wird zum Abschluss eines Abonnements animiert. Beides kann weggeklickt bzw. umgangen werden.
  • Community-Funktion: Unter der Funktion „Post“ locken mehrere Kommunikationswege aus der App heraus, z. B. führt ein Button zum Discord-Profil des Anbieters Zero-One.

Was meint der Anbieter?

Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.

Was sollten Eltern beachten?

  • Gemeinsam starten: Richten Sie die App datensparsam ein, indem Sie z. B. die App-Berechtigungen überprüfen. Probieren Sie die App zusammen mit Ihrem Kind aus und unterstützen Sie es bei den ersten Schritten. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und damit umzugehen.
  • Kosten im Blick behalten: Während die Basisversion von Draw Your Game Infinite kostenlos spielbar ist, kann der Infinite Pass oder die Nutzung der In-Game-Währung zwar den Spielspaß erhöhen, aber auch Kosten auslösen. Prüfen Sie die Einstellungen für In-App-Käufe auf dem Gerät und deaktivieren Sie diese gegebenenfalls oder sichern Sie sie mit einem Passwort.
  • Über Privatsphäre sprechen: Sollte Ihr Kind ein Profil anlegen wollen, sprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Inhalte es teilen darf und welche persönlichen Informationen nicht veröffentlicht werden sollten.
  • Medienregeln vereinbaren: Kreative Apps sind wertvoll, doch in der App lässt sich auch viel spielen und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. Treffen Sie gemeinsam verbindliche Absprachen, zum Beispiel zur Bildschirmzeit.

Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!

Spotify – mehr als Musik

Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • beliebter Audio-Streaming-Dienst für Android, iOS und Web
  • nutzbar per Smartphone, Tablet, PC, Spielekonsole, Smart TV und Smart Speakern
  • kostenfrei mit Werbung und eingeschränkten Funktionen; kostenpflichtige Abos (z. B. Premium, Family) mit zusätzlichen Möglichkeiten
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chatfunktion
  • laut Nutzungsbedingungen des Anbieters ab 18 Jahren erlaubt, mit Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren

Was ist Spotify?

Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.

In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.

Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.

Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.

Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.

Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.

Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.

Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.

Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.

Was meint der Anbieter?

Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.

Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.

Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.

Was sollten Eltern beachten?

Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Kostenfreie Version: Beachten Sie, dass die kostenfreie Nutzung für Ihr Kind eher unpraktisch sein könnte. Sie verbraucht viel Datenvolumen, enthält Werbung und bietet weniger Funktionen und Kontrolle. Kostenfreien Hörspaß bieten zum Beispiel Kinderradiosender oder Kinderbuchseiten wie Amira.
  • Family- oder Kids-Angebote prüfen: Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen oder Ihr Kind noch jünger ist.
  • Jugendschutzeinstellungen nutzen: Deaktivieren Sie in den Einstellungen die Wiedergabe von als „Explicit” bzw. „E” gekennzeichneten Inhalten. Diese Möglichkeit gibt es nur in kostenpflichtigen Abos. Achtung: dieser Filter bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Weitere Einstellungen vornehmen: Prüfen Sie Einstellungen wie Datenschutz und Zugriffsrechte zusammen mit Ihrem Kind. Zeigen Sie, wie es die Nachrichtenfunktion deaktivieren, Anfragen von (fremden) Personen ablehnen und einzelne Kontakte blockieren kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter medien-kindersicher.de
  • Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsinhalte und medialen Vorbilder, aber auch über problematische Themen wie Fake News, Verschwörungsmythen und Kommunikationsrisiken.
  • Regeln vereinbaren: Treffen Sie gemeinsam Vereinbarungen zum Beispiel zur Nutzungsdauer, zu Downloads oder zur Chatfunktion.
  • Kritisches Denken stärken: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Inhalte einzuordnen, Quellen zu hinterfragen und unangemessene Aussagen zu erkennen. Melden Sie problematische Inhalte direkt bei Spotify oder einer Online-Meldestelle.

Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.

Social Media, Influencer*innen und das liebe Geld

In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.

Wie verdienen Influencer*innen Geld?

Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.

Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:

  • Direkte Geschenke und Zahlungen von Fans: Wenn Influencer*innen auf Plattformen wie TikTok oder Twitch live sind, interagieren sie über Chat oder Reaktionen mit ihrem Publikum. Fans wiederum können virtuelle Geschenke kaufen, etwa Coins oder Emotes, die sie während eines Streams vergeben. Manche Creator*innen bieten auch exklusive, kostenpflichtige Inhalte über Plattformen wie Patreon an.
  • Werbung und Sponsoring: Es ist kein Zufall, dass Influencer*innen ihrem Publikum häufig Produkte präsentieren und anpreisen, die sie – angeblich oder tatsächlich – begeistern. Oft stehen dahinter Werbeverträge. Je mehr Reichweite, desto lukrativer die Verträge. Solche mit weniger Follower*innen bekommen für ihre Werbung manchmal ‚nur‘ kostenlose Produkte, bei großen Accounts können die Verträge ziemlich ertragreich sein.
  • Affiliate-Links: Nicht selten zeigen die Internet-Stars nicht nur Produkte, sondern verlinken sie auch direkt in Stories oder ihrem Profil. Was oft wie ein praktischer Service wirkt, ist meist eine weitere Einnahmequelle: Wird ein Produkt über diesen Affiliate-Link gekauft, bekommen Influencer*innen eine Provision. Der kommerzielle Charakter dieser Links ist nicht immer erkennbar.
  • Eigene Produkte und Marken: Mit wachsender Bekanntheit entstehen oft eigene Mode-, Beauty-, Schmuck- oder Lifestyle-Produkte. Fans kaufen diese gern, um ihre Lieblings-Creator*innen zu unterstützen oder sich mit ihnen verbunden(er) zu fühlen.

Warum funktionieren diese Vermarktungsstrategien gerade bei Kindern und Jugendlichen gut?

Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.

Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.

Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.

Was kann problematisch sein?

Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.

Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.

Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.

Was Eltern beachten sollten

Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.

Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.

Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.

Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.

Der Streamingdienst Joyn

Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

Kurz gefasst:

  • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
  • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
  • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
  • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
  • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
  • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

Worum geht’s?

Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

Was kann problematisch sein?

  • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
  • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
  • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
  • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

Was sagt der Anbieter?

Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

Was Eltern beachten sollten

Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

Vorsicht In-App-Käufe!

Viele Apps kosten auf den ersten Blick nichts. Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich oft, dass man bezahlen muss, um sie richtig und mit Spaß nutzen zu können. Gerade Kinder und Jugendliche geraten hier leicht in Kostenfallen, besonders bei Spiele-Apps. Wir erklären, worauf Eltern achten sollten, welche Risiken bestehen und wie sich In-App-Käufe mit Blick auf Schutz und Teilhabe von Kindern kontrollieren lassen.

Was sind In-App-Käufe?

Nicht nur beim Herunterladen einer App können Kosten entstehen. Viele Apps erscheinen zunächst kostenlos, doch bestimmte Funktionen, Levels, virtuelle Gegenstände oder besondere Vorteile sind nur gegen Bezahlung freischaltbar, beispielsweise Accessoires für Avatare. Oft wird auch eine virtuelle Währung angeboten, die erst über Kreditkarte, PayPal oder Guthabenkarten gekauft werden muss, um im Spiel voranzukommen oder Extras freizuschalten. Wer nicht aufpasst, sieht erst auf der nächsten Abrechnung des Mobilfunkvertrags oder der Kreditkarte, wie teuer das Spiel wirklich geworden ist.

Oft werben Anbieter innerhalb der kostenlosen App für eine sogenannte Premium-Version. Diese bietet zusätzliche Funktionen oder Spielinhalte und kann als kostenpflichtige Vollversion verstanden werden. Für Kinder wirkt die kostenfreie App wie ein Test – und die Hemmschwelle, Geld auszugeben, ist niedrig.

Was kann problematisch sein?

Kinder und Jugendliche reagieren sensibel auf Belohnungen und Fortschritte im Spiel. Apps wie Roblox, Minecraft, Fortnite oder Brawl Stars nutzen das gezielt: Mit wenigen Klicks lassen sich Spielfiguren verschönern, Levels schneller freischalten oder virtuelle Münzen sammeln. Virtuelle Währungen wirken dabei abstrakt und sind schwer mit echtem Geld zu verknüpfen, sodass Kinder oft gar nicht merken, dass sie echtes Geld ausgeben – für Dinge, die keinen realen Gegenwert haben.

Besonders kritisch sind sogenannte Lootboxen: Sie enthalten zufällige Belohnungen, die Kinder wie kleine Überraschungsgeschenke empfinden. Der Zufallseffekt kann dazu führen, dass sie wiederholt Geld investieren, um die „richtige“ Belohnung zu erhalten. In Spielen wie EA Sports FC (früher FIFA) können Kinder in sogenannten Packs Fußballstars ziehen, ob ein*e Lieblingsspieler*in dabei ist, entscheidet allein der Zufall. Auch in Brawl Stars öffnen Kinder Boxen, die zufällige Power-Ups oder neue Spielfiguren enthalten. Solche Mechanismen ähneln Glücksspiel und sind für junge Spieler*innen besonders problematisch und verlockend.

Hinzu kommt sozialer Druck: Wer schneller vorankommt oder seltener scheitert, hat im Spiel einen Vorteil und kann sich vor Freund*innen besser behaupten. Diese psychologischen Mechanismen machen In-App-Käufe besonders reizvoll.

Was Eltern beachten sollten

Eltern können viel tun, um ihr Kind vor Kostenfallen zu schützen. Wichtig ist, dass Sie gemeinsam mit ihrem Kind über das Thema sprechen und klare Absprachen treffen. Neben technischen Einstellungen sollten Sie Ihr Kind für Kostenfallen sensibilisieren und ihm Schritt für Schritt Verantwortung im Umgang mit Geld im digitalen Raum zu geben.

Seit 2023 enthalten die USK-Alterskennzeichen zusätzliche Hinweise zu Online-Risiken wie In-App-Käufen, Lootboxen oder Chats. Diese Angaben finden sich auf Spieleverpackungen, in App-Stores und in der USK-Titeldatenbank zu finden. So können Eltern leichter erkennen, welche Spiele altersgerecht sind und wo besondere Vorsicht geboten ist.

Praktische Tipps

  • Information einholen: Lesen Sie vor dem Download die App-Beschreibung und Bewertungen im Store. Dort finden sich oft Hinweise auf Kostenfallen.
  • Käufe besprechen: Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es vor jeder Zahlung mit Ihnen spricht. Erklären Sie den Unterschied zwischen einmaligen Käufen und Abos.
  • Technische Sperren nutzen: Auf iPhone und iPad über „Bildschirmzeit“, bei Android über „Authentifizierung für Käufe erforderlich“. Über Familienfreigaben lassen sich Käufe zusätzlich genehmigen.
  • USK-Hinweise beachten: Prüfen Sie Altersempfehlungen und Zusatzinfos, um die Mediennutzung Ihres Kindes passend zu steuern.
  • Ausgaben im Blick behalten: Eine Liste der App-Ausgaben oder Guthabenkarten hilft, den Überblick zu behalten und Budgets festzulegen.
  • Drittanbietersperre einrichten: Wer sehr konsequent schützen will, kann In-App-Käufe beim Mobilfunkanbieter komplett sperren lassen.

Schon passiert? Was tun bei unerwarteten Kosten

Wenn Ihr Kind bereits In-App-Käufe getätigt hat, sollten Sie zunächst prüfen, ob Rückerstattungen im App-Store möglich sind. Auch lohnt es sich, unklare Abbuchungen sorgfältig zu dokumentieren und Screenshots anzufertigen. Anschließend empfiehlt es sich, den Anbieter direkt zu kontaktieren – insbesondere dann, wenn Abos oder Käufe nicht eindeutig gekennzeichnet waren. Sollten die Probleme bestehen bleiben oder wiederholt auftreten, bieten Verbraucherzentralen zusätzliche Unterstützung und rechtliche Beratung, um Familien vor weiteren Kostenfallen zu schützen.

Das Fediverse: Die bessere Alternative zu Meta, TikTok & Co.?

Facebook, Instagram, TikTok, YouTube: Die bekanntesten sozialen Netzwerke gehören meist zu wenigen großen Konzernen, oft US-amerikanischen Firmen wie Meta, Google oder das chinesische Unternehmen ByteDance. Dort bestimmen Algorithmen, Werbung und Datensammlung, was wir sehen. Doch es gibt Alternativen: das Fediverse, ein Zusammenschluss dezentraler Netzwerke, die meist datenschutzfreundlicher, werbefrei und teilweise sogar gemeinnützig organisiert sind.

Was ist das Fediverse?

Der Begriff „Fediverse“ ist ein Kunstwort aus „federated“ (vernetzt) und „universe“ (Universum). Gemeint ist ein Netzwerk unabhängiger Plattformen, die trotzdem miteinander verbunden sind. Möglich macht das ein gemeinsamer technischer Standard namens ActivityPub.

Das Fediverse funktioniert ein bisschen wie E-Mail: Es gibt viele Anbieter, aber man kann trotzdem untereinander kommunizieren – ganz ohne zentrale Kontrolle. Das sorgt für mehr Vielfalt, Datenschutz und digitale Selbstbestimmung. Zum Beispiel: Wer ein Konto bei Mastodon (Twitter-Alternative) hat, kann auch mit Nutzer*innen auf Pixelfed (Instagram-Alternative) oder PeerTube (YouTube-Alternative) interagieren.

Die wichtigsten Plattformen im Überblick

Mastodon – wie Twitter, aber unabhängig

Mastodon ist die bekannteste Plattform im Fediverse. Sie erinnert an X (früher Twitter): Man schreibt kurze Beiträge, folgt anderen und kommentiert. Anders als bei X gibt es hier aber keine zentrale Firma, sondern viele einzelne Server, betrieben von Vereinen, Initiativen oder Privatpersonen.
Es gibt keine Werbung, keine Algorithmen und der Datenschutz steht im Vordergrund. Anfangs ist die Bedienung etwas ungewohnt, weil Inhalte nicht automatisch vorgeschlagen werden. Man baut sich sein Netzwerk Schritt für Schritt selbst auf.

Pixelfed – wie Instagram, aber ohne Meta

Pixelfed sieht aus wie Instagram – nur ohne Werbung, Tracking oder Konzern im Hintergrund. Fotos posten, Storys teilen, Profile liken: All das geht auch hier. Viele nutzen Pixelfed, um Reisen, kreative Projekte oder Alltagserlebnisse zu zeigen – datenschutzfreundlich und ohne Like-Druck.

PeerTube – wie YouTube, aber gemeinschaftlich

PeerTube ist eine dezentrale Video-Plattform. Nutzer*innen laden ihre Videos auf verschiedene Server hoch, etwa von Bildungseinrichtungen, Medienprojekten oder Aktivistinnen. Statt Klickjagd und Werbeanzeigen stehen hier die Inhalte im Mittelpunkt – ganz ohne Tracking.

Funkwhale – Musik teilen in der Community

Funkwhale ist eine Plattform zum Teilen und Streamen von Musik. Sie richtet sich vor allem an unabhängige Künstler*innen, kleine Labels oder Menschen, die Podcasts oder eigene Musik fair und gemeinschaftlich verbreiten möchten. Auch hier gibt es keine Werbung und kein Tracking der Nutzer*innen.

Bluesky – spannend, aber (noch) kein Teil des Fediverse

Bluesky wurde ursprünglich von Twitter mitentwickelt und will ebenfalls ein dezentrales Netzwerk sein. Es basiert allerdings auf einem eigenen technischen System (AT-Protokoll) und ist nicht direkt mit Mastodon oder Pixelfed verbunden. Dennoch gilt es als spannende Alternative – vor allem für frühere X-Nutzer*innen.

Was man beachten sollte

Das Fediverse zeigt: Es geht auch anders. Ohne personalisierte Werbung, Like-Druck oder die ständige Angst, etwas zu verpassen. Stattdessen bietet es mehr Selbstbestimmung, Vielfalt und Datenschutz.

Allerdings: Die Plattformen sind oft kleiner. Manche Funktionen wie automatische Empfehlungen oder eine große Reichweite fehlen und viele Freund*innen sind dort noch nicht aktiv. Für viele Kinder und Jugendliche ist das (noch) wenig attraktiv. Gerade für Eltern, Pädagog*innen oder medieninteressierte Menschen lohnt sich aber ein Blick. Das Fediverse fördert digitale Mündigkeit – und ein bewussteres, sozialeres Miteinander im Netz.

Wer reinschnuppern will, kann sich z. B. unter joinmastodon.org, pixelfed.org oder joinpeertube.org umsehen. Einige deutsche Instanzen wie mastodon.social, chaos.social oder pixelfed.de bieten einen schnellen Einstieg und Orientierungshilfe.

TikTok Shop: Einkaufen direkt in der App

Tanzvideos, Schminktipps, politische Meinungen – und jede Menge Produktempfehlungen. Auf TikTok bieten vor allem Influencer*innen neben allerlei Unterhaltung auch viele Produkte an. Nun hat TikTok einen eigenen Shop integriert, in dem diese Produkte direkt gekauft werden können. Das verkürzt den Weg zum Wunschobjekt und bringt Risiken mit sich.

Kurz gefasst:

  • TikTok hat seit März 2025 einen integrierten Shop in Deutschland
  • Käufe sind laut TikTok erst ab 18 Jahren erlaubt, Bankdaten müssen hinterlegt sein
  • Der Shop ist Teil der App und wird stark über den Algorithmus beworben
  • Risiken: Impulskäufe, versteckte Werbung, unklare Rückgaberechte

Was ist der TikTok Shop?

Soziale Netzwerke wie TikTok haben sich mit der Zeit zu riesigen Werbeplattformen für Produkte entwickelt. Besonders junge Menschen entdecken dort Dinge – sei es über Influencer*innen, Markenprofile oder durch gezielte Suche. Durch den Algorithmus werden ihnen Produkte angezeigt, die ihren Vorlieben sehr genau entsprechen. So entsteht eine hohe Kaufbereitschaft.

Früher mussten Nutzer*innen TikTok verlassen, um ein Produkt extern zu kaufen. Seit März 2025 hat TikTok den eigenen Shop nun auch in Deutschland gestartet. In den USA, Großbritannien, Irland und Spanien war dieser bereits zuvor aktiv.

Wie funktioniert das?

  • In Videos oder Livestreams können direkte Kauflinks eingeblendet werden
  • Es gibt sogenannte „Showcases“, in denen Produkte in Kacheln präsentiert werden
  • Nutzer*innen gelangen über die Navigationsleiste direkt zum Shop
  • Zusätzlich werden gezielte Werbeanzeigen mit direkter Verlinkung ausgespielt

Um etwas kaufen zu können, müssen Nutzer*innen laut TikTok mindestens 18 Jahre alt sein und ihre Bankdaten im Profil hinterlegt haben. Der gesamte Kaufprozess läuft direkt über TikTok – von der Auswahl bis zur Bezahlung.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Der TikTok Shop macht das Einkaufen deutlich einfacher: Wenn in einem Video ein Produkt auftaucht, das man interessant findet, genügt oft ein Klick, und es ist bestellt. Kein Appwechsel, kein Suchen im Internet, keine Hürde.

Das spricht besonders junge Menschen an, die TikTok ohnehin zur Unterhaltung nutzen. Auch die gezielten Empfehlungen des Algorithmus, basierend auf bisherigen Likes und Suchen, steigern die Verlockung. Die Inhalte im Shop sind zudem auffällig, bunt und speziell auf Trends und Interessen junger Zielgruppen zugeschnitten.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Gerade weil alles so schnell und einfach funktioniert, steigt auch die Gefahr von Impulskäufen. Das kann zu unnötigen Ausgaben, unseriösen Käufen (z. B. bei gefälschten oder qualitativ schlechten Produkten) und dem Gefühl führen, ständig etwas zu „verpassen“.

Zudem können Kinder und Jugendliche oft nicht gut einschätzen, ob ein Video Werbung enthält oder nicht. Viele Influencer*innen kennzeichnen ihre Inhalte nicht ausreichend. Auch künstlicher Zeitdruck („Nur noch 2 Minuten“) oder Verknappung („fast ausverkauft“ oder „limitierte Edition“) sind Verkaufsstrategien, die bei jungen Nutzer*innen besonders gut wirken.

Die Rückgabe- oder Reklamationsbedingungen im TikTok Shop sind außerdem teilweise unklar und schwer auffindbar.

Was meint der Anbieter?

TikTok betont, dass nur volljährige Nutzer*innen mit registrierten Zahlungsdaten den Shop verwenden dürfen. Die Plattform gibt an, aktiv gegen betrügerische Anbieter vorzugehen und Influencer*innen zur Werbekennzeichnung zu verpflichten. Es gibt jedoch Kritik, dass diese Kontrollen in der Praxis nicht hinreichend umgesetzt werden.

Was sollten Eltern beachten?

  • Profil überprüfen: Stellen Sie sicher, dass das Alter im TikTok-Profil Ihres Kindes korrekt eingetragen ist. Nur dann wird der Shop nicht angezeigt.
  • Gemeinsam über Werbung sprechen: Klären Sie mit Ihrem Kind, wie Werbung auf TikTok aussieht und warum viele Influencer*innen Produkte zeigen. Meist stecken finanzielle Gründe dahinter.
  • Verkaufstricks erkennen lernen: Zeigen Sie, wie Zeitdruck und hohe Rabatte gezielt eingesetzt werden, um zum Kauf zu verleiten. Sprechen Sie darüber, wie man seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden kann.
  • Kritisch nachfragen: Brauche ich das Produkt wirklich? Ist der Preis gerechtfertigt? Gibt es Alternativen? Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, diese Fragen zu stellen.
  • Datenschutz beachten: TikTok darf Daten von Nutzer*innen auch für personalisierte Werbung nutzen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, wie es in den Einstellungen Einschränkungen vornehmen kann.

OnlyFans – Alles Porno?

Erotische Medieninhalte oder sogar Pornos sind eigentlich nichts für Kinder und Jugendliche. Aber weil sie neugierig sind und ihre Grenzen austesten möchten, können Internetangebote für Erwachsene wie z. B. OnlyFans ab dem Jugendalter spannend sein.

Auf der Website OnlyFans können Nutzer*innen Fotos und Videos von anderen User*innen ansehen. Darunter sind auch erotische und pornografische Inhalte, die allerdings nur nach Bezahlung gezeigt werden.

Kurz gefasst

  • Social-Media-Plattform nur über Webseite
  • Mindestalter: Laut AGB ist die Webseite ab 18 Jahren erlaubt
  • Registrierung erforderlich, aber ohne Altersüberprüfung
  • kostenfreie Anmeldung, kostenpflichtige Abonnements ab 4,99 Dollar (nur über Kreditkarte)
  • viele Inhalte für Kinder und Jugendliche ungeeignet

Was gibt es auf OnlyFans?

Im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram finanziert sich OnlyFans nicht über Werbung. Die Nutzer*innen zahlen stattdessen eine monatliche Abogebühr oder einmalig als „Pay-per-View“ für die Inhalte von einzelnen Anbieter*innen (sogenannte Creator*innen) – das können Videos, Fotos oder Musik sein. Es geht darum, dass Creator*innen auf die Wünsche ihrer Fans eingehen und auch persönliche Dinge preisgeben. Sexuelle Inhalte verstoßen auf der Seite nicht gegen die Nutzungsbedingungen und so kann mit freizügigen Auftritten Geld verdient werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an OnlyFans?

Von Lifestyle über Mode bis zu Unterhaltung – auf der Plattform gibt es Inhalte aller Art. Auch deutsche Prominente haben OnlyFans als Einnahmequelle entdeckt. So bieten immer wieder Stars wie der Sänger Bill Kaulitz, der Rapper Fler oder die Schauspielerin Anne Wünsche kostenpflichtige Abonnements auf der Plattform an. Stars und Influencer*innen machen über ihre Kanälen auf YouTube oder Instagram für ihre kostenpflichtigen OnlyFans-Inhalte Werbung. Bei jungen Fans kann das zum Wunsch führen, auch auf der Plattform aktiv zu werden, um nichts zu verpassen.

Was kann problematisch sein an OnlyFans?

Obwohl die Seite offiziell erst ab 18 Jahren genutzt werden darf, ist eine Registrierung ohne Altersüberprüfung möglich. Erst, wer selbst Inhalte teilen will, muss die Volljährigkeit nachweisen. Kinder und Jugendliche können sich also auf OnlyFans anmelden, anderen Nutzer*innen folgen und sogar private Nachrichten schreiben. Nur wenn sie Zugriff auf eine Kreditkarte haben, können sie den kostenpflichtigen Bereich nutzen.

OnlyFans dient der Erwachsenenunterhaltung. Es gibt dort zwar auch harmlose Inhalte. Aber die Nähe zu erotischen und pornografischen Inhalten macht es möglich, dass Kinder und Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Kontakt kommen. Im Internet kursieren außerdem Seiten, über die man die kostenpflichtigen Inhalte von OnlyFans angeblich auch ohne Bezahlung und Kreditkarte nutzen kann.

Auf Plattformen wie OnlyFans wird digitale Sexarbeit oft als normal oder sogar erstrebenswert gezeigt. Dadurch kann bei Kindern und Jugendlichen der Eindruck entstehen, dass es kein Problem ist, sich im Internet sexy oder nackt zu zeigen. Das kann gefährlich sein: Wenn die Hemmschwelle sinkt, erkennen junge Menschen sexuelle Übergriffe oft nicht mehr als solche. Täter*innen können das ausnutzen und versuchen, Minderjährige sexuell zu belästigen. Außerdem zeigen viele dieser Inhalte ein einseitiges und stereotypes Rollenbild: Frauen sollen oft nur schön sein und Männern gefallen – das prägt das Denken von jungen Menschen.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, auf welchen Social-Media-Plattformen es unterwegs ist und was es dort macht. Es kann auf Inhalte stoßen, die noch nicht für sein Alter geeignet sind, wie z. B. OnlyFans. Sprechen Sie die Gefahren und Risiken an und erklären Sie sachlich, warum solchen Seiten ungeeignet sind.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Themen wie Sexualität, Selbstbilder im Internet und den Umgang mit der Kontaktaufnahme von Fremden. Bestärken Sie Ihr Kind, bei unangenehmen Nachrichten oder Kontaktversuchen sofort Hilfe zu holen. Hinterfragen Sie gemeinsam Inhalte in den Medien: Warum wird ein bestimmtes Bild von Frauen oder Männern gezeigt – und wem nützt das eigentlich?

Gerade ältere Jugendliche möchten ihre Sexualität kennenlernen und nutzen dazu erotische Inhalte aus dem Netz. Das ist ganz natürlich, kann aber auch zu Problemen führen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag “Hilfe, mein Kind schaut Pornos!”. Ist Ihr Kind bereits mit erotischen oder pornografischen Inhalten auf der Seite in Kontakt gekommen, sollten Sie auch dies gemeinsam besprechen. Ermöglichen Sie Ihrem Kind Fragen zu stellen oder mitzuteilen, wenn es überfordert ist.

Wenn Sie das Gefühl haben, zu Hause Ihrem Kind nicht helfen zu können, scheuen Sie sich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel über digitale Beratungsangebote. Ein Anlaufpunkt können Schulpsycholog*innen sein. Ein breites Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern bietet außerdem die Nummer-gegen-Kummer.

Onlineshopping bei Shein, Temu & Co. – mit Vorsicht zu genießen

Kleidung, Freizeitbedarf, Schulsachen … Einkaufen findet heute oft online statt. Vor allem junge Menschen nutzen dazu gerne beispielweise Shein und Temu. Die Shops locken mit sehr niedrigen Preisen, hohen Rabatten und gezielter Werbung – besonders auf Social Media. Doch dabei ist Vorsicht ratsam.

Temu und Shein – was steckt hinter den Onlineshops?

Lange Zeit war Amazon unangefochten der größte Onlinehändler. Doch seit einigen Jahren werden andere Plattformen immer präsenter. Sie heißen Temu, Shein, AliExpress oder Wish, haben ihren Sitz oft in asiatischen Ländern und kombinieren extrem günstige Preise mit einer auffallend aggressiven Werbestrategie. Die zwei größten und bekanntesten Anbieter sind Shein und Temu:

  • Temu ist ein Online-Marktplatz aus China mit Hauptsitz in Dublin, auf dem Unternehmen Dinge aller Kategorien verkaufen – von Kleidung über Einrichtung bis Elektronik. In Deutschland ist Temu seit 2023 aktiv. Über das Portal können Nutzer*innen nicht nur einkaufen, sondern auch Spiele spielen. Dadurch sollen sie angeregt werden, häufig wiederzukommen.
  • Shein ist ein Onlineshop aus Singapur, der vor allem „Fast Fashion“ (also sehr günstige und oft kurzlebige Kleidung) anbietet. Die Plattform ist seit 2015 in Deutschland verfügbar. Das Unternehmen wirbt vor allem auf sozialen Netzwerken um eine junge Zielgruppe und arbeitet dabei auch mit Influencer*innen zusammen.

Auch bei AliExpress oder Wish finden sich ähnliche Angebote und Strategien – mit vergleichbaren Risiken.

Warum sprechen diese Shops Kinder und Jugendliche so stark an?

Die Plattformen arbeiten mit Superlativen: Sie haben extrem große Produktpaletten, die sich rasant verändern. Sie bieten sehr niedrige Preise und sehr hohe Rabatte – und sie werben lauter, aggressiver und zugespitzter als alle anderen Anbieter.

Kinder und Jugendliche kommen um die Plattformen kaum herum: Auf sozialen Medien werden ihnen individualisierte Anzeigen ausgespielt, aber auch Influencer*innen werben häufig für die Online-Marktplätze. So machen sich die Plattformen selbst zu Online-Trends und werden damit attraktiv für junge Käufer*innen.

Was sollten Nutzer*innen wissen?

Die scheinbar unglaublichen Angebote haben ihren Preis:

  • Schlechte Qualität: Weil die Schnäppchen-Plattformen vor allem schnell und viel Ware zum kleinen Preis verkaufen, hat diese oft keine gute Qualität. Sowohl Nutzer*innen als auch Testkäufer beklagen, dass die billigen Produkte minderwertig hergestellt sind und häufig nicht ihren Anforderungen entsprechen.
  • Keine Nachhaltigkeit: Durch den Fokus auf schnelle Verkäufe bleibt die Nachhaltigkeit auf der Strecke: Die Herstellungs- und Verkaufswege sind undurchsichtig, Herstellungsbedingungen, Arbeitsbedingungen und Inhaltsstoffe der Produkte sind oft unklar und lange Flugwege belasten die Umwelt.
  • Rechtliche Grauzonen: Auch juristisch bewegen sich die Anbieter häufig in einem Graubereich. Sie umgehen Steuer- und Zoll-Vorgaben der EU und haben mit vielen EU-Staaten juristische Auseinandersetzungen wegen fehlendem Verbraucherschutz.
  • Datenschutzprobleme: Und schließlich nehmen es die Shops auch mit dem Datenschutz häufig nicht so genau – sie sammeln Daten und werten diese für ihre Werbestrategien aus. Auch der Vorwurf, dass Daten verkauft werden, wurde bereits laut.

Was Eltern beachten sollten

Wenn Ihr Kind auf diesen Plattformen einkauft, ist es wichtig, dass Sie vorher gemeinsam genau hinzusehen: Besprechen Sie die Vor- und Nachteile solcher Plattformen. Überlegen Sie gemeinsam, in welchem Maß und für welche Produkte eine Nutzung sinnvoll ist. Und besprechen Sie, wie Sie den Einkauf möglichst sicher gestalten: Viele Plattformen verlangen Zahlungen per Vorkasse – das Risiko lässt sich aber verringern, indem Sie auf sichere Zahlungsarten wie Käuferschutz achten (z. B. bei PayPal oder Kreditkarten). Schauen Sie auch in die Handy-Einstellungen: Geben Sie der App nur die nötigsten Berechtigungen. Den Standort müssen Shopping-Anbieter zum Beispiel nicht kennen, und Push-Nachrichten lassen sich deaktivieren.

Hinterfragen Sie außerdem gemeinsam Werbung auf Social Media: Was ist eine echte Empfehlung und was ist bezahlte Werbung (Sponsoring)? Wenn Ihr Kind Interesse an einem Produkt zeigt, achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern vergleichen Sie die Qualität auch bei anderen Anbietern. So vermeiden Sie Enttäuschungen oder doppelte Käufe.

Noch besser: Suchen Sie gemeinsam nachhaltige, vertrauenswürdige und günstige Alternativen zu den Marktplätzen. Second-Hand-Anbieter haben beispielsweise häufig auch eine große Auswahl an Produkten zu günstigen Preisen – und das mit viel weniger Haken.

Tipp: Nutzen Sie das Thema, um mit Ihrem Kind über Werte beim Einkaufen zu sprechen: Muss Kleidung immer neu sein? Was ist mir wichtig – Preis, Stil, Qualität, Umwelt? Wie viel brauche ich wirklich? Solche Gespräche helfen Jugendlichen, Konsum kritisch zu hinterfragen und gute Entscheidungen zu treffen.

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