In den beiden Spiele-Apps The Unstoppables 1 und 2 begleiten Kinder eine Freundesgruppe auf gemeinsamer Mission. Dabei lösen sie Aufgaben, arbeiten zusammen und erleben, wie aus Unterschiedlichkeit gemeinsame Stärke wird. Für Kinder kann es dabei besonders aufregend sein, einmal Held*innen mit Behinderung selbst zu steuern – Figuren, die in Games sonst nur selten im Mittelpunkt stehen.
In The Unstoppables geht es um Melissa, Achim, Jan, Mai und den Hund Tofu. In beiden Spielen verschwindet Melissas Begleithund Tofu – und die Freund*innen müssen ihn gemeinsam wiederfinden. Dabei bringt jede Figur eigene Stärken mit: Mai kann gut springen, Achim ist im Rollstuhl schnell unterwegs, Jan ist stark und Melissa erreicht mit ihrem Blindenstock höher gelegene Dinge. Im zweiten Teil kommt mit Rina eine weitere Figur mit vielfältigen Talenten dazu. Nur wenn die Spieler*innen die Fähigkeiten kombinieren, können sie Hindernisse überwinden und Rätsel lösen. Beide Spiele sind als Adventure- und Point-and-Click-App angelegt und lassen sich einfach bedienen.
Das Spiel macht Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen sichtbar. So erleben Kinder zum Beispiel, was passiert, wenn Achim im Rollstuhl auf einen Schotterweg trifft und nicht weiterkommt. Die spielerischen Lösungen solcher Situationen regen zum Nachdenken an und fördern Verständnis sowie Empathie. Ampeln überqueren, Treppen überwinden, Hinweise entschlüsseln – außerdem lernen Kinder in The Unstoppables, wie Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktioniert. Sie knobeln gemeinsam mit der Freundesgruppe, lösen Aufgaben und überlegen, wer wie am besten helfen kann. Gerade das macht die Spiele spannend: Jede Figur kann etwas anderes und wird an bestimmten Stellen wichtig. Das kann Kinder ermutigen und aufzeigen: Verschiedenheit stört hier nicht, sondern trägt zum Erfolg bei!
Die Detektivgeschichte und das Tüfteln macht Kindern Spaß und fördert logisches und strategisches Denken. Der Comic-Stil, die leichte Steuerung und die spannende Atmosphäre kommen bei Kindern ab dem späten Grundschulalter gut an.
Trotz vieler Stärken lohnt sich auch ein kritischer Blick: Manche Behinderungen werden im Spiel stark mit besonderen Fähigkeiten verknüpft, was vereinfachend wirken kann. Auch Barrieren werden teils so gelöst, dass eher einzelne Personen helfen müssen, statt die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Für Eltern kann das ein guter Anlass sein, mit Kindern über realistische und inklusive Lösungen im Alltag zu sprechen.
Entwickelt wurden die Spiele von der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind im Rahmen des Lernangebots „Prinzip Vielfalt“. Ziel des Angebots ist es, Kinder und Jugendliche für Themen wie Gleichsein, Anderssein, Vielfalt, Stärken, Schwächen und Barrieren im Alltag zu sensibilisieren. Die Spiele sind ausdrücklich nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts, das Inklusion kindgerecht und spielerisch vermitteln möchte.
Beide Apps setzen Lesekenntnisse voraus. Begleiten Sie Ihr Kind gerade am Anfang ein Stück beim Spielen. Unterstützen Sie es bei Fragen zur Steuerung oder zur Geschichte.
Beim Lösen der kniffeligen Aufgaben kann Ihr Kind leicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Absprachen, wie etwa eine feste Bildschirmzeit.
The Unstoppables bietet viele Anlässe für Gespräche: über Behinderung, über Hindernisse im Alltag und darüber, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Bleiben Sie offen für Fragen Ihres Kindes. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie es zusammen recherchieren. So werden die Spiele-Apps zu einem guten Gesprächseinstieg über Inklusion, Vielfalt und Rücksichtnahme.