Elternguide Logo
05.03.2018

Threema – die datenarme Messenger-Alternative

☕️
2 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kommunikation
Sicherheit
Apps
Social Media
Toolbeschreibung
Foto: photothek.net

Der Schutz der persönlichen Daten in der Online-Welt ist wichtig. Deshalb wurde der Messenger-Dienst Threema entwickelt. Vielleicht ist das auch eine Alternative für die digitale Kommunikation in Ihrer Familie?

Kurz gefasst:

  • Messenger-App aus der Schweiz für Android, iOS und als Desktop-Version
  • Einmalige Kosten bei Installation ca. 5,- € (Stand: August 2022)
  • Registrierung via Handynummer optional, Anonymität möglich
  • Funktionen: Chats, Gruppenchats und Verteilerlisten, Sprach- und Videoanrufe sowie Abstimmungen
  • Individuelle Privatsphäre-Einstellungen und verschlüsselte Kommunikation
  • Für Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen

Was ist Threema?

Der kostenpflichtige Messenger ähnelt WhatsApp, legt aber besonderen Wert auf Datensparsamkeit. Bei der Registrierung wird eine zufällige Threema-ID zugeordnet. Diese kann an Personen, mit denen kommuniziert werden soll, weitergegeben werden. Die Verknüpfung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse ist auch möglich, aber nicht verpflichtend. Ohne Handynummer oder Mailadresse kann der Messengerdienst anonym, also ohne Angaben von persönlichen Daten, genutzt werden.

Nachrichten und Anrufe werden Ende-zu-Ende-verschlüsselt versendet, d. h. sie können nur vom Empfänger entschlüsselt werden. Außerdem werden Nachrichten nach der Zustellung vom Server gelöscht. Kontakte und sogenannte Meta-Daten werden nur auf dem eigenen Gerät gesichert. Neben den üblichen Funktionen gibt es die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen. Mit Threema Web kann der Messenger auch via PC genutzt werden. Zusätzlich gibt es Threema-Anwendungen für Schulen und Unternehmen.

Ist Threema für Jugendliche ein gutes Angebot?

Threema hat weit geringere Nutzerzahlen als WhatsApp – obwohl die App ähnliche Funktionen bietet und der Schutz der Daten und der Privatsphäre besser geregelt sind. Aber sie muss eben auch einmal gekauft werden. Da fast jeder WhatsApp nutzt, erscheint es Jugendlichen nicht notwendig, sich nach Alternativen umzusehen. Alternative und datensichere Messenger werden von Jugendlichen am ehesten als Zweit- oder Dritt-App installiert.

Was kann problematisch sein an Threema?

Da Threema die Datenschutzgesetze (wie die DSGVO) einhält, ist die App schon für Kinder und Jugendliche freigegeben. Die mit der Nutzung eines Messenger verbundenen Kommunikationsrisiken wie z. B. Cybermobbing und Sexting lassen sich mit einem guten Datenschutz nicht verhindern, da sie meistens von den Nutzenden selbst ausgehen.

Was meint der Anbieter?

Threema ist ein Schweizer Unternehmen, das besonderen Wert auf Unabhängigkeit legt. Es hat eigene Server für seinen Dienst und entwickelt alles selbst.
Auf der Website wirbt Threema mit einer garantierten Privatsphäre und der besten Verschlüsselung. Wie die Verschlüsselung funktioniert, hat Threema dort ebenfalls dokumentiert.

Was sollten Eltern beachten?

Theoretisch bietet Threema einen hohen Datenschutz. Nutzende können selbst entscheiden, wie stark sie diesen umsetzen – über die Privatsphäre-Einstellungen in der App.

Wie bei anderen Messengern auch sollten Sie als Eltern für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie Ihr Kind auf die oben beschriebenen Gefahren von Messenger-Diensten aufmerksam. Machen Sie sich und Ihr Kind mit den Sicherheitseinstellungen im Messenger vertraut, wie z. B. dem Blockieren von unbekannten Kontakten.

Thematisieren Sie die Vorteile von Threema und anderen, datenarmen Messengern gegenüber WhatsApp. Eine kostenlose Alternative ist Signal.

Verknüpfte Themen

Projektpartner
Unterstützer