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23.12.2025

Medien selber machen: Trickfilme und Stop Motion

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3 Minuten Lesezeit
3-13 Jahre
Kreativität
Apps
Video
Anleitung
Photothek

Viele Kinder sind begeistert von Trickfilmen. Das Schöne ist: es braucht nicht viel, um zu Hause selbst welche zu machen! Smartphone oder Tablet, Bastelpapier und Stifte – und schon wird das Kinderzimmer zum Filmstudio.

Viele Trickfilme beruhen auf der Stop-Motion-Technik. Ähnlich wie beim Daumenkino werden viele Einzelbilder, die sich nur in Details unterscheiden, schnell hintereinander gezeigt. So geraten die Bilder in Bewegung. Der Vor- und Abspann vom Sandmännchen und die Geschichten von „Shaun das Schaf” sind zum Beispiel mit dieser Technik produziert.

Ihr Kind malt oder bastelt gern – oder spielt es lieber mit Duplo und Lego? Auch solche Dinge lassen sich wunderbar für die Produktion des ersten eigenen Films nutzen. Dann kann’s ja losgehen! Los geht’s!

Handlung des Films

Jeder Film braucht eine gute Geschichte mit einem Spannungsbogen. Denken Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind eine kurze Handlung aus. Die Geschichte sollte einfach und schnell zu erzählen sein und eine überschaubare Anzahl an Figuren haben. Schreiben Sie die Geschichte auf, damit Sie später beim Dreh den Überblick behalten.

Trickfilm-Apps

Für den Filmdreh können Sie ein Smartphone oder Tablet mit einer geeigneten App nutzen. Empfehlenswert sind Stop Motion Studio (Android und iOS; Grundversion kostenfrei), InShot (Android und iOS, Basisversion kostenfrei), oder iStop Motion (iOS; kostenfrei). Über die App lassen sich die Fotos nacheinander aufnehmen, und automatisch entsteht daraus der Film.

Trickfilm-Arten

Trickfilme können Sie auf verschiedene Arten gestalten:

  • Beim Legetrick malen Sie die Figuren auf Papier, schneiden sie aus und verschieben sie Schritt für Schritt. Damit die Bewegung später flüssig wirkt, sollten mehrere Bilder der Figuren ivorliegen, die sich jeweils nur wenig unterscheiden. Auch Alltagsgegenstände wie Knöpfe, Büro- oder Haarklammern können Sie im Legetrick verwenden. Die Motive werden auf einen Tisch oder den Boden gelegt und von oben fotografiert. Passende Hintergründe lassen sich auf Papier oder Pappe gestalten.
  • Beim Puppentrick kommen Puppen oder andere Figuren wie Kuscheltiere, Lego- oder Playmobilfiguren zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Figuren nach dem Umstellen von selbst stehen bleiben, damit keine Hände im Bild zu sehen sind. Die Figuren können Sie auch mit einem Nylonfaden bewegen, ähnlich wie beim Puppentheater.
  • Der Knettrick funktioniert ähnlich wie der Puppentrick, nur dass die Figuren aus Knete oder anderem modellierbaren Material bestehen. Dadurch lassen sich Bewegungen und sogar die Mimik besonders fein verändern.
  • Bei der Pixilation stehen Menschen vor der Kamera und werden ebenfalls in Stop-Motion fotografiert. So entstehen Tricks, bei denen Handlungen „unmöglich“ wirken, etwa wenn eine Person scheinbar auf einem Besen fliegt: Dafür wird bei jedem Sprung genau dann fotografiert, wenn die Füße in der Luft sind. Ein einfacher Spaziergang entsteht, indem Sie jede kleine Bewegung als Einzelbild aufnehmen und hintereinander abspielen.

Weitere Ideen und Anleitungen zu verschiedenen Trickfilm-Arten finden Sie in diesem Artikel der Filmothek NRW.

Drehort

Bereiten Sie den Drehort gut vor. Praktisch ist zum Beispiel eine Trickfilmbox. Eine Bauanleitung finden Sie unter jff.de/kinder. Für Legetrick wird von oben gefilmt, dafür braucht es einen passenden Untergrund – zum Beispiel eine gemalte Blumenwiese. Für Puppen- und Knettrickfilme wird eher schräg von oben bzw. seitlich gefilmt. Hier helfen kleine Kulissen aus Papier und Gegenständen oder vorhandene Spielwelten wie ein Puppenhaus. Verwenden Sie ein Stativ oder eine Tablethalterung, damit das Gerät stabil bleibt. Alternativ können Sie auch mit Büchern und anderen Gegenständen eine stabile Fixierung bauen. Wichtig ist, dass die Kamera genügend Abstand hat, damit alles ins Bild passt und die Figuren gut bewegt werden können. Achten Sie außerdem auf gleichmäßiges Licht, das sich während des Drehens nicht verändert.

…und Action!

Beim Filmdreh braucht es etwas Geduld, denn für einen kurzen Trickfilm sind viele Fotos nötig. Als Faustregel gelten etwa acht Bilder pro Sekunde Film. Zwischen den Fotos verändern Sie nur eine Kleinigkeit. Wenn zum Beispiel eine Legofigur winkt, bewegen Sie den Arm von Bild zu Bild ein kleines Stück weiter nach oben. Auch andere Figuren oder Gegenstände können Sie gleichzeitig in Bewegung bringen.

Am besten klappt es im Team: Ein Familienmitglied macht die Fotos, ein anderes bewegt die Figuren. Eine Person behält den Überblick: sie sagt an, was als Nächstes passiert, und achtet darauf, dass alles stimmt. Prüfen Sie die Aufnahmen regelmäßig direkt auf dem Display. Und tauschen Sie gerne auch mal die Rollen!

Schnitt und Ton

Nach dem Filmdreh folgt die Nachproduktion. Hier können Sie in der App Titel, Texte, Töne und Musik sowie Effekte ergänzen und den Film lebendig gestalten. Tipps zur Verwendung von lizenzfreier Musik finden Sie hier bei kindersache.de. Außerdem lassen sich Bilder löschen oder verschieben und die Anzeigedauer einzelner Bilder anpassen. Wenn die Figuren sprechen sollen, können Sie die Dialoge im Anschluss mit verteilten Rollen einsprechen.

Film ab!

Was ist ein Film ohne Premiere? Auch das können Sie mit Ihren Kindern zelebrieren – mit Limo und Popcorn in einem abgedunkelten Raum. Vielleicht werden Oma und Opa oder die Nachbarskinder dazu eingeladen. Zusätzlich ist eine Veröffentlichung auf einer Kinderplattform wie JUKI auf Kindersache denkbar, hierbei muss jedoch das

Und jetzt: viel Spaß beim Ausprobieren!

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