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16.06.2026

Social-Media-Trends – Was ist angesagt im Netz?

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kommunikation
Kreativität
Unterhaltung
Social Media
Artikel
Shutterstock/MPH Photos

Ob Kleidung, Bücher, Hautpflege oder Kurzvideos: Kinder und Jugendliche möchten wissen, was gerade angesagt ist. Dahinter steckt oft der Wunsch, sich auszudrücken und dazuzugehören. Die meisten Trends verbreiten sich über soziale Netzwerke. Doch nicht alles, was dort viral geht, ist harmlos oder entsteht zufällig.

Worum geht’s?

Social-Media-Trends sind Themen, Produkte oder Verhaltensweisen, die plötzlich überall auftauchen und von vielen Menschen aufgegriffen werden. Sie verbreiten sich meist über mehrere Plattformen wie TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts oder Snapchat. Zu den derzeit besonders sichtbaren Trends gehören Buchempfehlungen auf BookTok, Get-Ready-With-Me-Videos (GRWM), Hautpflege- und Beauty-Trends sowie ästhetische Stilrichtungen wie Clean Girl oder Coquette. Auch bestimmte Rollenbilder und Jugendkulturen werden über Social Media verbreitet und diskutiert, etwa rund um Tradwives, Talahons oder ähnliche Online-Phänomene. Daneben verbreiten sich regelmäßig neue Sounds, Memes, Tanzvideos oder virale Produkte.

Welche Inhalte besonders sichtbar werden, entscheiden nicht allein die Nutzer*innen. Auch die Plattformen selbst spielen dabei eine wichtige Rolle. Algorithmen sorgen dafür, dass beliebte Inhalte immer mehr Menschen vorgeschlagen werden. So können Trends innerhalb kurzer Zeit Millionen Menschen erreichen. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass ‚alle‘ bei einem Trend mitmachen. Tatsächlich beteiligt sich oft nur ein kleiner Teil der Nutzer*innen. Viele Trends verschwinden außerdem schon nach wenigen Tagen wieder.

Auch Künstliche Intelligenz beeinflusst zunehmend die Trendkultur. KI-generierte Bilder, Filter oder virtuelle Influencer*innen werden selbst zum Trend. Für Kinder und Jugendliche ist oft schwer zu erkennen, ob ein Inhalt echt ist oder mit KI erstellt wurde.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Trends sind für viele Kinder und Jugendliche mehr als nur Unterhaltung. Wer dieselben Inhalte kennt wie Freund*innen oder Mitschüler*innen, fühlt sich zugehörig und kann mitreden. Sie helfen außerdem dabei, den eigenen Geschmack zu entdecken und herauszufinden, was zu einem passt. Viele Trends laden dazu ein, selbst kreativ zu werden. Kinder und Jugendliche teilen eigene Videos oder Empfehlungen und sehen, wie andere darauf reagieren. Hinzu kommt die besondere Dynamik sozialer Netzwerke: Ständig erscheinen neue Inhalte und erzeugen das Gefühl, nichts verpassen zu dürfen. Dieses Gefühl wird auch FOMO genannt.

Was kann problematisch sein?

Die meisten Trends sind harmlos. Dennoch sollten Eltern einige Risiken kennen. Nicht jeder Trend entsteht spontan. Viele Unternehmen arbeiten gezielt mit Influencer*innen und Werbepartner*innen zusammen, um Produkte bekannt zu machen. Für Kinder und Jugendliche ist oft schwer zu erkennen, wann hinter einem Trend wirtschaftliche Interessen stehen. Problematisch wird es, wenn daraus Konsumdruck entsteht. Virale Produkte werden häufig als unverzichtbar dargestellt. Wer nicht mitmacht, kann sich ausgeschlossen fühlen.

Auf Social Media sehen Kinder und Jugendliche ständig Bilder von scheinbar perfekten Menschen. Filter, Bildbearbeitungsprogramme und KI-generierte Inhalte lassen Menschen oft perfekter erscheinen als sie tatsächlich sind. Der ständige Vergleich mit scheinbar perfekten Vorbildern kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Hinzu kommen problematische Fitness– oder Ernährungstrends. Manche Empfehlungen werden zwar millionenfach geteilt, basieren aber auf Falschinformationen oder bergen sogar gesundheitliche Risiken.

Künstliche Intelligenz birgt darüber hinaus neue Risiken. Manche Videos zeigen Prominente oder andere Personen, die scheinbar etwas sagen oder tun. Tatsächlich wurden Bild oder Stimme mithilfe von KI verändert. Solche Fälschungen werden als Deepfakes bezeichnet. Sie können täuschend echt wirken, obwohl sie es nicht sind.

Wie bei Challenges können auch einzelne Trends gefährlich werden, wenn riskante Handlungen nachgeahmt oder Grenzen überschritten werden. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, bevor ein Trend mitgemacht wird.

Was sollten Eltern beachten?

Versuchen Sie zunächst, die Begeisterung Ihres Kindes für Trends ernst zu nehmen. Meist geht es ihm dabei darum, dazuzugehören und den eigenen Platz zu finden.

Lassen Sie sich aktuelle Trends erklären und zeigen. Nutzen Sie solche Gespräche, um gemeinsam darüber nachzudenken, warum bestimmte Inhalte so erfolgreich werden.

Sprechen Sie auch über Algorithmen. Ihr Kind sollte verstehen, dass ihm bestimmte Inhalte nicht zufällig angezeigt werden. Plattformen sind darauf ausgelegt, Nutzer*innen möglichst lange auf der App zu halten.

Ebenso wichtig ist ein kritischer Blick auf KI-generierte Inhalte. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Bilder, Videos oder Stimmen heute künstlich erzeugt werden können und nicht immer zeigen, was tatsächlich passiert ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, Quellen zu prüfen und Inhalte nicht ungefragt weiterzuleiten.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, Fragen wie diese zu stellen: Wer hat diesen Trend gestartet? Wird hier etwas verkauft? Hilft mir dieser Trend oder setzt er mich unter Druck? Würde ich das auch machen, wenn niemand zuschauen würde?

Trends müssen keineswegs immer problematisch sein. Oft ist es sinnvoll, Chancen und Risiken gemeinsam abzuwägen. Manche Trends führen zu neuen Büchern, kreativen Projekten oder Gesprächen über Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen.

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