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12.12.2025

Social Media, Influencer*innen und das liebe Geld

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Sicherheit
Unterhaltung
Social Media
Artikel
Photothek

In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.

Wie verdienen Influencer*innen Geld?

Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.

Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:

  • Direkte Geschenke und Zahlungen von Fans: Wenn Influencer*innen auf Plattformen wie TikTok oder Twitch live sind, interagieren sie über Chat oder Reaktionen mit ihrem Publikum. Fans wiederum können virtuelle Geschenke kaufen, etwa Coins oder Emotes, die sie während eines Streams vergeben. Manche Creator*innen bieten auch exklusive, kostenpflichtige Inhalte über Plattformen wie Patreon an.
  • Werbung und Sponsoring: Es ist kein Zufall, dass Influencer*innen ihrem Publikum häufig Produkte präsentieren und anpreisen, die sie – angeblich oder tatsächlich – begeistern. Oft stehen dahinter Werbeverträge. Je mehr Reichweite, desto lukrativer die Verträge. Solche mit weniger Follower*innen bekommen für ihre Werbung manchmal ‚nur‘ kostenlose Produkte, bei großen Accounts können die Verträge ziemlich ertragreich sein.
  • Affiliate-Links: Nicht selten zeigen die Internet-Stars nicht nur Produkte, sondern verlinken sie auch direkt in Stories oder ihrem Profil. Was oft wie ein praktischer Service wirkt, ist meist eine weitere Einnahmequelle: Wird ein Produkt über diesen Affiliate-Link gekauft, bekommen Influencer*innen eine Provision. Der kommerzielle Charakter dieser Links ist nicht immer erkennbar.
  • Eigene Produkte und Marken: Mit wachsender Bekanntheit entstehen oft eigene Mode-, Beauty-, Schmuck- oder Lifestyle-Produkte. Fans kaufen diese gern, um ihre Lieblings-Creator*innen zu unterstützen oder sich mit ihnen verbunden(er) zu fühlen.

Warum funktionieren diese Vermarktungsstrategien gerade bei Kindern und Jugendlichen gut?

Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.

Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.

Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.

Was kann problematisch sein?

Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.

Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.

Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.

Was Eltern beachten sollten

Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.

Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.

Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.

Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.

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