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01.09.2026

Jugendliche im digitalen Stress

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Information
Kommunikation
Apps
Social Media
Artikel
Photothek

Das Smartphone vibriert in Ihrer Tasche. Wenn Sie draufschauen, warten 15 neue Nachrichten in der Familiengruppe und eine Sprachnachricht der besten Freundin auf Ihre Antwort. Das kann schon mal nerven oder sogar Druck machen. Ständig vernetzt und erreichbar zu sein kann digitalen Stress auslösen – auch bei Jugendlichen. Aber wie kommt das?

Was steckt hinter digitalem Stress?

Digitaler Stress hängt vor allem mit ständiger Erreichbarkeit, Ablenkung sowie dem Gefühl zusammen, immer erreichbar sein und reagieren zu müssen. Die meisten Jugendlichen, aber auch viele Erwachsene gehen davon aus, dass sie auf Nachrichten bei WhatsApp, Instagram und Co. innerhalb weniger Minuten eine Antwort bekommen oder reagieren müssen. Diese Erwartung, immer erreichbar sein zu müssen, kann auf beiden Seiten zu Stress führen, z. B. wenn dabei andere wichtige Aufgaben wie Hausaufgaben vernachlässigt werden.

Viele Jugendliche nehmen das Smartphone mit ins Bett. Schon morgens nach dem Aufwachen geht bei vielen Jugendlichen als Erstes die Hand automatisch zum Smartphone. Das passiert auch zu anderen Tageszeiten, oft ganz unbewusst zur Ablenkung oder aus Langeweile. Vielen dient z. B. der Social-Media-Feed vor dem Einschlafen als Gute-Nacht-Geschichte. Vor allem Mediennutzung direkt vor dem Einschlafen und nächtliche Benachrichtigungen können dazu führen, dass Kinder und Jugendliche schwerer zur Ruhe kommen und schlechter schlafen.

Für Kinder und Jugendliche gehört es dazu, sich ständig mit Freund*innen via Messenger-Apps, über Social Media oder Online-Games auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Damit ist aber auch ein sozialer Druck verbunden. Social-Media-Apps sind so gemacht, dass sie möglichst viel Aufmerksamkeit der Nutzer*innen erhalten und nicht alle Inhalte tun Jugendlichen gut. Die eigene Selbstdarstellung, der Vergleich mit Idolen oder Freund*innen können anstrengend sein. Auch Online-Games möchten mit Belohnungssystemen und Leistungsprinzipien Spielende bei der Stange halten.

Wer sich z. B. in Gruppenchats nicht beteiligt, fürchtet, auch auf dem Schulhof ausgeschlossen zu werden. Deshalb fällt es besonders jüngeren Jugendlichen schwer, sich der Nachrichtenflut zu entziehen. Viele Jugendliche haben Angst, etwas zu verpassen. Dieses Gefühl wird oft als FOMO („Fear of Missing Out“) bezeichnet.

Der Einfluss der Peergroup

Gleichzeitig sind viele Jugendliche genervt, dass Freund*innen ständig auf das Handy schauen, wenn sie gemeinsam unterwegs sind. Andersherum können sie selbst nur schwer den Blick vom Handy lösen und checken das Smartphone ständig auf eingegangene Nachrichten. Wenn eine rote Zahl am App-Symbol auf dem Display erscheint, macht das aufgeregt und neugierig. Es ist ein kleines Glücksgefühl, das so oft wie möglich wiederholt werden will.

Ältere Jugendliche sind sich dem Problem oft schon bewusst und versuchen, eigene Lösungen dafür zu finden. Sie können sich schon eher vom eigenen Freundeskreis abgrenzen und den eigenen Bedürfnissen selbstbewusst nachgehen. Manche Jugendliche versuchen inzwischen bewusst, Benachrichtigungen auszuschalten oder feste Smartphone-Pausen einzulegen. Dahinter steckt die Idee, nicht ständig alles mitbekommen zu müssen und mehr Ruhe zu finden.

Strategien gegen digitalen Stress

Im Zeitalter von Smartphones, mobilem Internet und Messengern kann wohl fast jeder Mensch etwas mit dem Begriff digitaler Stress anfangen. Viele Kinder und Jugendliche stört es, dass auch ihre Eltern zu oft auf das Smartphone gucken. Sie sind für Ihr Kind Vorbild für eine bewusste Mediennutzung. Wenn Sie sich selbst von Ihrem Smartphone gestresst fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber. So fühlt es sich verstanden, wenn es das Smartphone nicht aus der Hand legen kann.

Finden Sie zusammen mit der ganzen Familie Strategien, um den Stress zu verringern. Stellen Sie gemeinsam Regeln auf, um die Zeit am Handy zu reduzieren. Das kann zum Beispiel ein Handyverbot während der gemeinsamen Mahlzeiten oder im Schlafzimmer sein. An diese Regeln müssen sich dann natürlich auch die Erwachsenen halten!

Oder Sie verabreden eine „digitale Diät“: Legen Sie gemeinsam feste Offline‑Zeiten fest, in denen alle das Smartphone beiseitelegen, nicht scrollen und keine Chats beantworten, zum Beispiel am Abendessen‑Tisch oder während eines Ausflugs. In dieser Zeit können Sie bewusst andere Dinge tun, die Ihnen guttun, etwa Sport, Spielen, Musik hören, Vorlesen oder einfach gemeinsam reden. So entsteht Entlastung, ohne dass digitale Medien ganz verboten werden.

Schon kleine Offline-Zeiten können helfen, digitale Gewohnheiten bewusster wahrzunehmen. Nutzen Sie solche Momente, um mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, wann das Smartphone guttut und wann es eher Stress verursacht. Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit können dabei unterstützen, Medien bewusster zu nutzen.

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