Auf TikTok, Instagram und Co. begegnen Kinder und Jugendliche vielen unterschiedlichen Personen, Lebensweisen und Meinungen. Soziale Medien können Vielfalt sichtbar machen und neue Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig gibt es dort auch Diskriminierung, Ausgrenzung und stereotype Schönheits- und Rollenbilder. Junge Menschen können durch einseitige Social-Media-Feeds und reichweitenstarke Influencer*innen beeinflusst werden – oft, ohne es direkt zu merken. In diesem Artikel zeigen wir, worauf Sie achten können und wie Sie ihr Kind dabei unterstützen, Social Media vielfältiger und bewusster zu nutzen.
Social Media bietet Menschen die Möglichkeit, sichtbar zu werden und sich für ihre Anliegen stark zu machen. Sogenannte Sinnfluencer*innen (ein Kofferwort aus “Sinn” und “Influencer*innen”) machen online zum Beispiel auf Barrieren im Alltag aufmerksam oder setzen sich gegen Rassismus, Umweltverschmutzung oder Queerfeindlichkeit ein.
Gleichzeitig sind Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben, auch oft online von Beleidigungen, Ausgrenzung oder Hass betroffen. Das kann bis zu Hate Speech oder Cybermobbing gehen. Auch Plattformen selbst können Menschen ausschließen – manchmal unbeabsichtigt. Das passiert zum Beispiel, wenn Angebote nicht barrierefrei sind. Für Menschen, die nicht gut sehen können oder Schwierigkeiten beim Lesen haben, sind zum Beispiel Vorlesefunktionen, Untertitel oder Bildbeschreibungen wichtig.
Problematisch kann es auch sein, wenn Inhalte zu Themen wie Behinderung, LGBTQIA+ oder Politik durch den Algorithmus automatisch herausgefiltert werden. Dann sind bestimmte Beiträge für manche Nutzer*innen nicht sichtbar. In der Vergangenheit gab es solche Fälle unter anderem bei TikTok; nach Kritik wurden sie wieder zurückgenommen.
Auf Social-Media-Plattformen begegnen uns häufig sich ähnelnde Bilder von Geschlechtern, Familien und Körpern. Dabei werden teilweise sehr gängige oder gar extreme Rollenbilder vermittelt. Das zeigt sich schon bei der Themenwahl: Accounts zu Mode, Beauty, Deko oder Ernährung werden oft von Mädchen und Frauen geführt. Bei Themen wie Technik, Kraftsport oder Finanzen sind dagegen vor allem männliche Personen zu sehen. Das kann Jugendliche beeinflussen: Wer viel Zeit auf Social Media verbringt, begegnet dort häufig stereotypen Rollenbildern, so geht es aus einer Studie der MaLisa-Stiftung hervor . Das kann beeinflussen, wie Jugendliche über Geschlechterrollen denken. Andere Perspektiven und vielfältigere Bilder findet oft erst, wer gezielt danach sucht – zum Beispiel über Hashtags wie #bodypositivity.
Besonders Influencer*innen können zu stereotypen Schönheits- und Rollenbildern beitragen. Viele erfolgreiche Influencerinnen zeigen sich schlank und langhaarig. Influencer präsentieren sich häufig sportlich und muskulös. Für viele Jugendliche sind Influencer*innen wichtige Vorbilder. Sie orientieren sich an ihrem Aussehen, ihren Posen, ihrer Mimik oder Gestik. Typisch sind zum Beispiel bestimmte Selfie-Posen, etwa wenn die Hand scheinbar beiläufig im Haar liegt.
Junge Menschen, die Influencer*innen folgen, vergleichen sich häufig stärker mit deren Aussehen. Um die eigenen Bilder an die Posts ihrer Vorbilder anzugleichen, greifen sie öfter auf Filter und Tricks zurück und orientieren sich dabei an klassischen Schönheitsstandards wie großen Brüsten bei den Mädchen und breiten Schultern bei den Jungen.
Fragen Sie Ihr Kind, wem es auf Social Media folgt und was es an den Inhalten fasziniert. Informieren Sie sich über aktuelle Influencer*innen, zum Beispiel bei FLIMMO. Suchen Sie gemeinsam nach Alternativen abseits von gängigen Rollenbildern. Wichtig ist: Werten Sie die Lieblingsinfluencer*innen Ihres Kindes nicht ab. Für Ihr Kind können diese Idole eine große Bedeutung haben. Schauen Sie sich stattdessen gemeinsam verschiedene Accounts an und sprechen Sie darüber: Wer wird dort gezeigt? Welche Körperbilder, Lifestyles und Meinungen kommen vor? Auf Social Media gibt es viele Inhalte, die Vielfalt sichtbar machen. Man findet sie aber oft erst, wenn man gezielt danach sucht. Beispiele für Instagram sind:
Auch Hashtags wie #inklusion, #diversity, #blackvoicesmatter oder #mentalhealth können helfen, vielfältigere Inhalte zu entdecken. Wenn Sie und Ihr Kind solchen Accounts folgen, verändert sich nach und nach auch der eigene Feed.