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13.01.2026

E-Sport-Events: Nischen-Wettbewerbe oder schon Großveranstaltungen?

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2 Minuten Lesezeit
11-17 Jahre
Sicherheit
Unterhaltung
Spiele
Artikel
Pexels/Alena Darmel

Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch Gamer*innen sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten E-Sport-Events.

Volle Arenen für digitalen Sport

E-Sport (“elektronischer Sport”) meint Computer- oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler*innen bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale 2024 fand in der O2 Arena im britischen London statt. Viele Events werden live gestreamt, zum Beispiel auf Twitch.

Jugendschutz bei E-Sport-Events

Wenn Eltern keine entsprechenden Jugendschutzeinstellungen vornehmen oder nicht auf die Alterskennzeichen achten, können Kinder und Jugendliche beim Online-Spielen zu Hause unterschiedlichen Risiken begegnen – etwa der Kontaktaufnahme durch Fremde oder dem Zugang zu Games, die nicht ihrem Alter entsprechen. Auf größeren E-Sport-Veranstaltungen hingegen wird der Jugendschutz in der Regel konsequent umgesetzt.

Seit dem 01.01.2026 gilt E-Sport zudem als gemeinnützig. Damit zusammenhängend müssen E-Sport-Spiele, die als gemeinnützig gelten wollen, mit einer USK-Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Bei öffentlichen Events sind Veranstalter verpflichtet, bei den angebotenen Spielen die Altersbeschränkungen zu beachten.

Wird das Alter der Teilnehmenden nicht geprüft, dürfen nach dem Jugendschutzgesetz ausschließlich Spiele mit USK 0 und USK 6 präsentiert werden. Spiele mit USK 12, USK 16 und USK 18 dürfen Jugendlichen nur nach einer Alterskontrolle zugänglich gemacht werden, zum Beispiel über Armbänder und Einlasskontrollen. Bei vielen Events sind diese Bereiche räumlich abgetrennt, damit jüngere Besucher*innen keinen Zugang oder Einblick erhalten. Auf Vereinsebene müssen Konzepte vorliegen, welche Maßnahmen genutzt werden, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Bei Verstößen kann die Gemeinnützigkeit aberkannt und Bußgelder verhängt werden.

Was tun, wenn das eigene Kind zum E-Sport-Event möchte?

Ihr Kind möchte auch gerne ein E-Sport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort vertraut:

  • Alter und Spiele: Informieren Sie sich über die Spiele, die dort gespielt werden inklusive ihrer USK-Alterskennzeichen. Nehmen Sie die Altersfreigaben ernst – sowohl beim selbst Spielen als auch beim Zuschauen.
  • Veranstalter-Infos: Überprüfen Sie, ob es eine vom Veranstalter empfohlene Altersgrenze und ein Jugendschutzkonzept gibt.
  • Dauer: Achten Sie darauf, bis wann die Veranstaltung am Abend dauert, und entscheiden Sie je nach Alter und Entwicklungsstand gemeinsam mit Ihrem Kind, wie lange es bleiben darf.
  • Lärm und Reizüberflutung: Auf E-Sports-Events kann es laut und voll sein – Ohrstöpsel oder Kopfhörer und verabredete Pausen können helfen, Ihrem Kind zwischendurch Ruhe zu verschaffen.

E-Sport-Events werden auch von einigen Jugendzentren und Bildungsanbietern angeboten und durchgeführt. Vielleicht finden Sie ein solches in Ihrer Umgebung. Fragen Sie doch bei einem Jugendzentrum in Ihrer Nähe, ob es ein E-Sport-Event veranstalten möchte.

Möchte Ihr Kind ein E-Sport-Event online verfolgen, achten Sie darauf, welche Plattformen und Streamer*innen Ihr Kind nutzt, welche Spiele dort gezeigt werden, welche Altersfreigaben gelten und ob Ihr Kind im Live-Chat aktiv ist. Vereinbaren Sie klare zeitliche Grenzen und bleiben Sie im Gespräch, damit Ihr Kind sich an Sie wendet, wenn es durch Inhalte verunsichert oder belastet wird.

Weitere Informationen rund um E-Sport finden Sie hier im Spielratgeber NRW.

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