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Squid Game

Seit ein paar Wochen macht die Netflix-Serie „Squid Game“ Schlagzeilen. Das liegt zum einen daran, dass sie so erfolgreich ist. Zum anderen wird aber auch berichtet, dass viele Kinder die Serie schauen und Szenen daraus mit anderen Kindern nachspielen. Die Serie enthält allerdings sehr brutale Szenen und ist daher mit der Altersstufe 16 gekennzeichnet. Für Kinder problematische und überfordernde Themen sind zum Beispiel der Handel mit Organen und Darstellungen von Sadismus. 

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Serie nicht Zuhause schauen kann, wenn es noch nicht 16 Jahre alt ist. Dazu können Sie bei Netflix Jugendschutz-Einstellungen vornehmen. Hat Ihr Kind ein Kinderprofil, dann kann es Inhalte, die nicht altersgerecht sind, nicht anschauen. Sie können ein Konto auch mit einer PIN schützen. Weitere Informationen dazu gibt es hier

Es kann sein, dass Ihr Kind die Serie trotzdem schaut oder mit ihr z. B. in der Schule, über Freundinnen und Freunde oder in Apps und Onlien-Spielen in Kontakt kommt. Auch Jugendliche, die bereits 16 Jahre alt oder älter sind, können die Gewalt in der Serie manchmal nicht selbst verarbeiten. Sollte Ihr Kind unangenehme Erfahrungen mit der Serie gemacht haben, sprechen Sie unbedingt darüber mit Ihrem Kind und vermitteln Sie ihm, dass die Geschichte in der Serie wenig mit der Realität zu tun hat. 

Weitere Informationen für Eltern und Anregungen zum Umgang mit der Serie gibt es auf den folgenden Webseiten: 

  • Auf klicksafe wird die Faszination der Serie für Kinder und Jugendliche beleuchtet und erklärt wie Eltern Kinder schützen können. 
  • Im Medienpädagogik Praxisblog greifen Björn Friedrich und Felix Höß das Thema in einem längeren Beitrag auf und sprechen Empfehlungen für Eltern aus. 
  • Auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe ist eine Einschätzung der Landesmedienanstalt Saarland zur Serie zu finden. 
  • Im FLIMMO Elternratgeber für TV, Streaming und YouTube wird die Serie kurz beschrieben und es werden Tipps für Eltern aufgelistet. 
  • Das Kindermedienland Baden-Württemberg thematisiert „Squid Game“ sehr ausführlich und zeigt wie Kinder trotz Verboten an die Serie kommen. 
  • In einem Statement weist die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) NRW auf die problematischen Inhalte hin und gibt Tipps für Eltern und Erziehende. 
  • Mediencoach Dr. Iren Schulz erklärt bei SCHAU HIN was an der Serie faszinierend und was problematisch ist. 

Videostreaming: Das neue Fernsehen?!

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, wenn der Tag, an dem eine neue Folge Ihrer Lieblingsserie im Fernsehen lief, näher rückte und Sie alles so geplant haben, um pünktlich vor dem gemeinsamen Familienfernseher im Wohnzimmer zu sitzen? Dieses Szenario gehört dank Mediatheken, Netflix und Co. größtenteils der Vergangenheit an.

Was ist Videostreaming?

Immer mehr Kinder und Jugendliche sehen heute Videos, Filme und Serien online über legale Streaming-Dienste. Dieses nicht-lineare Fernsehen macht es möglich, dann zu schauen, wenn man gerade möchte mit dem Gerät seiner Wahl – ob Smartphone, Computer oder einem internetfähigen Smart-TV.

Das Angebot dafür ist riesengroß: Es gibt kostenpflichtige Online-Videotheken wie Netflix oder Amazon Prime und kostenlose Videostreaming-Plattformen wie YouTube mit von Nutzern selbst produzierten Inhalten. Auch viele Fernsehsender stellen ihre Sendungen kostenlos oder teilweise kostenpflichtig über eigene Mediatheken bereit. Einige Sender bieten außerdem einen Livestream an, so dass man sich – wie beim traditionellen analogen Fernsehen – das aktuell laufende Programm online anschauen kann.

Diese große Auswahl steht natürlich auch Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Wenn sie ein eigenes Smartphone, einen Tablet oder Computer mit Internetzugang oder sogar einen Smart-TV (Fernseher mit Internetanschluss) haben, lässt sich kaum kontrollieren, was und wie viel sie sehen.

Streaming bedeutet, sich Inhalte anschauen zu können, ohne diese auf das eigene Gerät herunterladen und abspeichern zu müssen. Teilweise ist es auch möglich, sich einzelne Filme oder Serien herunterzuladen und sie offline abzuspielen.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran ?

Attraktiv ist die große Vielfalt an aktuellen und ausgewählten Serien, Filmen und Dokumentationen, die theoretisch zu jeder Tages- und Nachtzeit angeschaut werden können. Für Kinder und Jugendliche ist es inzwischen normal, sich die Lieblingssendung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ansehen zu müssen, wie es beim „normalen“ Fernsehen der Fall ist. Außerdem kann man  sich einfach eine neue Folge der Lieblingsserie anschauen, während man z. B. im Bus oder in der Bahn sitzt.

Was sollte man beachten?

Wie auch beim Fernsehprogramm gibt es auf Streaming-Portalen Filme und Videos mit Inhalten, die nicht für Kinder geeignet sind und sie verängstigen können. Aber auch Streaming-Dienste unterliegen dem „Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ und müssen die gesetzlichen Freigaben der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) übernehmen. Gibt es für Filme oder Serienfolgen keine FSK-Bewertung, müssen sie die Altersbewertungen selbst vornehmen und sich dabei auch an deutsches Recht halten.

Die Kriterien für selbst vorgenomme Altersfreigaben sind nicht unbedingt ersichtlich. Machen Sie sich deshalb unbedingt über die Möglichkeiten des Kinder-bzw. Jugendschutzes des jeweiligen Streaminganbieters schlau und nutzen Sie die angebotenen Funktionen und Einstellungen wie Passwörter und PINs. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Beschreibungen der Dienste Netflix und Amazon Prime Video.

Legen Sie bestimmte Zeitfenster fest, in denen geschaut werden darf. Die Medienzeit sollte immer nur eine von vielen anderen, nicht-medienbezogenen Aktivitäten sein. Wenn Sie nicht sicher sind, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Fernseher oder Laptop verbringen sollte, finden Sie hier auf der Website mehr Informationen.

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Lieblingsserien oder Filmen und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Je nach Alter Ihres Kindes sollten Sie Filme und Videos zusammen anschauen, sodass Ihr Kind für den Fall, dass es doch etwas Gruseliges oder Bedenkliches darin gibt, nicht damit allein gelassen ist.

Der Filmabend mit der ganzen Familie kann auch ein schönes gemeinsames Erlebnis und Ritual sein. Hier können Sie gemeinsam Spaß haben und bekommen mit, wie Ihr Kind auf bestimmte Inhalte reagiert.

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