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MagentaGaming

Das Cloud Gaming Angebot der Telekom bietet über 100 Spiele verschiedener Genres, die über eine App online gespielt werden. Sie können bis zu fünf Profile anlegen und die Nutzung auf das Alter Ihres Kindes anpassen. 

Kurz gefasst:

  • über 100 Spiele verschiedener Genres
  • bis zu fünf Profile 
  • erster Monat kostenlos, dann mtl. 6,95 € 
  • USK-Altersklassen der einzelnen Profile einstellbar
  • geeignet für Kinder von 6 – 17 Jahren

Was kann MagentaGaming?

Wenn Sie sich dazu entscheiden ein kostenpflichtiges Abonnement bei MagentaGaming abzuschließen, stehen Ihnen über 100 Spiele verschiedener Genres zur Verfügung, z. B. Sport, Action, Abenteuer und Strategie. Mit einem Abonnement lassen sich insgesamt fünf Profile anlegen. Relevant für Eltern ist hierbei die Möglichkeit die einzelnen Profile mit einem PIN zu schützen und sie mit einer Altersbeschränkung zu versehen. Dafür geben Sie im Profil Ihres Kindes  lediglich das Alter an. Ihrem Kind  werden dann nur noch Spiele zur Verfügung gestellt, die für diese Altersklasse freigegeben sind. 

Durch das cloudbasierte System können die Spiele über eine App von verschiedenen Geräten aus genutzt werden. Die Spielstände werden in der Cloud gespeichert und sind so unabhängig von dem jeweiligen Gerät. Sie benötigen keine Konsole oder einen leistungsstarken Gaming-PC, sondern können über das Smartphone, den PC oder das Tablet spielen. Es kann immer nur eine Person auf einmal innerhalb der App spielen, eine gleichzeitige Nutzung ist nicht möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

In den letzten Jahren sind digitale Spiele immer präsenter in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden. Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets erleichtern den Zugriff darauf erheblich, da man um online zu spielen oftmals nicht von einer Konsole abhängig ist. Digitale Spiele bieten Kindern und Jugendlichen unzählige Möglichkeiten: Sie können gegen Freunde Autorennen fahren, ihre eigene Stadt bauen oder Rätsel lösen. In einem bestimmten Maße ist dagegen nichts einzuwenden. Ihr Kind wächst mit Medien auf und digitale Spiele sind ein Teil davon. Sie bieten Raum für Kreativität, fördern bestimmte Fähigkeiten und können auch zur Wertevermittlung beitragen  – nicht zuletzt machen sie Spaß. 

Was sollten Eltern beachten?

Es gibt digitale Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind. Es ist deshalb ratsam Ihrem Kind ein eigenes Profil anzulegen und dieses entsprechend einzustellen. MagentaGaming orientiert sich bei den Altersbeschränkungen an den USK – Alterskennzeichen entsprechend der gesetzlichen Regeln des deutschen Jugendschutzes. Sie sollten sich mit diesen Altersklassen auseinandersetzen und für sich entscheiden, ob diese Ihren Vorstellungen als Elternteil entsprechen. Hilfreiche Informationen dazu finden Sie auch in unserem Beitrag zu Altersbeschränkungen bei Games.

Scroller – das Medienmagazin für Kinder

Das Medienmagazin Scroller soll Kinder an aktuelle Medienthemen heranführen und sie in einem kompetenten Umgang mit YouTube und Co. unterstützen. Die Figuren Trixi und Tom führen Ihr Kind durch die Welt der Medien. 

Kurz gefasst:

  • geeignet für Kinder von 9-12 Jahren 
  • kostenfrei 
  • keine Werbung
  • digital und als Printausgabe verfügbar  

Was ist Scroller und was bietet es?

Scroller ist ein Angebot von Teachtoday, einer Initiative der deutschen Telekom. Darin geht es um alltagsnahe Themen wie Cybermobbing, Datenschutz auf Social-Media-Kanälen und Verschwörungstheorien – in kindgerechter und spielerischer Form. Kinder werden ermutigt, sich mit aktuellen Themen der Medienwelt auseinanderzusetzen. 

Das Magazin kann digital auf der Webseite gelesen werden oder kostenfrei als Broschüre bestellt werden. Neben einer deutschen und englischen Version gibt es das Magazin auch auf arabisch.

Was fasziniert Kinder daran?

Die Inhalte des Medienmagazins sind am Alltag von Kindern orientiert. Es geht um Themen, die sie tagtäglich beschäftigen. Die Webseite ist bunt gestaltet und bietet viele Möglichkeiten. Die jungen Leserinnen und Leser können Tests zu ihrer eigenen Medienkompetenz machen, Videos mit Bastelanleitungen ansehen und sich durch die Bildergeschichten klicken. Im Format “Die Kinderreporter” kommen Kinder selbst zu Wort, führen Interviews und drehen kleine Reportagen. 

Was müssen Eltern wissen?

Die Webseite von Scroller kann von Kindern risikofrei besucht werden. Es wird weder Werbung geschaltet noch werden Daten abgefragt. Es gibt keine Möglichkeit über die Webseite miteinander zu kommunizieren oder in Kontakt zu treten. Über Links auf der Webseite können Kinder jedoch schnell auf YouTube landen und so leicht auf andere Inhalte zugreifen. 

Aufgrund der vielen Icons und weiterführenden Links kann es für jüngere Kinder etwas schwieriger sein, sich eigenständig auf der Webseite zurechtzufinden. In der Printausgabe von Scroller gibt es einen beigelegten Elternratgeber. So können Sie  die Welt der Medien gemeinsam entdecken und sich mit Ihrem Kind über Medienthemen  austauschen.

Brett- und Gesellschaftsspiele online

Spielen mit Freunden oder der Familie macht Spaß. Online-Spiele sind gerade in Zeiten von Corona eine schöne Möglichkeit, gemeinsam etwas mit Freunden und anderen Familienmitgliedern zu unternehmen, ohne sich treffen zu müssen. Hier eine kleine Orientierung für Eltern und Großeltern, um sich in der Welt der Online-Spiele zurechtzufinden.

Kurz gefasst:

  • viele Online-Spiele sind kostenlos
  • über einen Einladungslink lassen sich andere Personen zum Spiel hinzufügen
  • teilweise Registrierung über E-Mail Adresse oder Herunterladen einer App notwendig
  • Risiken auf kostenlosen Online-Spieleseiten: nicht altersgerechte Werbung, Kontaktaufnahme durch Fremde möglich

Der Austausch mit Freunden und Familienmitgliedern ist für Kinder sehr wichtig. Nebenbei können Spiele das Allgemeinwissen verbessern, das strategische Denken, die Teamfähigkeit und die Kreativität fördern oder ganz einfach nur Spaß machen! Viele Online-Spiele sind kostenlos und sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Computer über den Browser spielbar.

Beliebte Online-Gesellschaftsspiele

Pen-and-Paper-Spiele: Eine Videoverbindung über Computer oder Smartphone als technische Voraussetzung für einen gemeinsamen Spieleabend reicht aus: Jeder Mitspieler nimmt sich Block und Stift und es können gemeinsam wie gewohnt sogenannte Pen-and-Paper-Spiele gespielt werden. Darunter zählen Spiele, für die man nur wenig Material braucht wie Stadt-Land-Fluss oder Schiffe versenken. Alternativ kann man sie auch bei stadtlandflussonline.net oder battleship-game.org spielen.

Spiele-Apps: Von Uno über Monopoly – viele bekannte Karten- und Brettspiele sind heutzutage auch als App im PlayStore oder AppStore für ein paar Euro zu erwerben. Die Wissensspiel-App Quizduell, bei der man gegen die eigenen Freunde antreten kann, erfreut sich seit einigen Jahren an großer Beliebtheit. Je nach App können Werbeclips den Spielprozess wenig bis erheblich unterbrechen. Probieren Sie eine App am besten vor dem geplanten Online-Spieleabend aus.

Brett- und Kartenspiele: Verschiedene Klassiker wie Dame, Backgammon und Memory bietet die englische Seite Playingcards.io kostenlos an. Ganz ohne Anmeldung ist es hier möglich, Mitspieler über einen Link einzuladen. Auf schach-spielen.eu kann man entweder gegen den Computer oder über einen Einladungs-Link mit einem Freund oder einer Freundin spielen. Brettspiele zum Ausdrucken gibt es auf Print & Play von Asmodee.

Zeichnen und Raten: Auf skribbl.io zeichnet eine Person auf dem Bildschirm ein Wort, das die Mitspieler live verfolgen und so schnell wie möglich erraten müssen. Beim Einrichten des Spiels die Sprache auf Deutsch (German) stellen, Freunde per Link einladen und los geht’s!

Strategiespiele wie Siedler von Catan oder Risiko gibt es ebenfalls als Gratis-App und lassen sich mit allen Freunden spielen, die sich mit ihrer E-Mail-Adresse registriert haben. Erweiterungen und Premium-Version müssen jedoch bezahlt werden. Die kostenlose Basis-Version von Siedler von Catan lässt sich auch über den Web-Browser auf catanuniverse.com spielen.

Risiken auf Spieleseiten

Besonders bei kostenlosen Online-Spielen kann es schnell zum Kontakt mit fremden Spielerinnen und Spielern kommen. Cybergrooming ist eine mögliche Gefahr. Eltern sollten daher vor allem jüngere Kinder bei ihren ersten Erfahrungen mit Online-Spielen begleiten. Dabei können Eltern gleichzeitig auf versteckte Kosten, z. B. durch In-App Käufe achten,Informationen zum Datenschutz und zum Betreiber der Seite checken und wenn möglich entsprechende Sicherheitseinstellungen vornehmen.

Auf vielen Spieleseiten ist mit Werbung und Pop-Up-Fenstern von externen Seiten zu rechnen, die mit dem Spiel nichts zu tun haben. Dies könnenauch Werbung für nicht altersgerechte Spiele oder Websites mit nicht kinderfreundlichen Inhalten sein. Auf dem an Kinder gerichtete Portal Spielaffe.de gibt es diese Gefahr zwar weniger, allerdings kann der große Anteil an Werbung für andere Spiele auch hier als sehr störend empfunden werden. Fragwürdig ist die Unterteilung in Kategorien wie z. B. ‘Mädchen-Spiele’, in der Spiele zum Thema Frisuren, Dekoration und Backen gelistet werden. Solche Geschlechterbilder in Medien können sich problematisch auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Eine Auswahl an kindgerechten Online-Spielen gibt es auch bei Seitenstark.

Minecraft wird “real” – Die AR-Spieleapp Minecraft Earth

Eines der beliebtesten Spiele bei Kindern und Jugendlichen, Minecraft, gibt es in einer neuen Variante – als Augmented-Reality-Game. Damit lassen sich Welten nicht mehr nur in einer virtuellen Umgebung sondern scheinbar im eigenen Kinderzimmer oder vor der Haustür erschaffen.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Spiele-App
  • basiert auf dem Strategiespiel Minecraft
  • spielbar für Geräte ab iOS 10 und Android 8 (bisher noch als Vorabversion)
  • laut USK ab 6 Jahren geeignet (Google Play Store); empfohlen ab 9 Jahren
  • enthält In-App-Käufe

Was ist Minecraft Earth?

“Minecraft – Bau deine Welt” – das Motto des Herstellers von Minecraft gilt auch bei dieser Spielvariante. Mit Minecraft Earth kann man virtuelle Welten in der echten Welt bauen. Die AR-Technik (Augmented Reality) macht das möglich. Man richtet die Kamera des Handys auf seine Umgebung und auf dem Display werden vor dem echten Hintergrund virtuelle Objekte, in diesem Fall die typischen Minecraft-Blöcke und -Bauteile, eingeblendet. Man kann gemeinsam (mit bis zu 39 Mitspielern) oder alleine Welten erschaffen. Ähnlich wie bei Pokémon Go kann man auf Spaziergängen verschiedene Blöcke oder Kreaturen sammeln.

Im Gegensatz zum “normalen” Minecraft sind die Funktionen etwas eingeschränkt. Features wie Herausforderungen und Kämpfe gibt es noch nicht, sind aber angekündigt.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

An diesem neuen Spiel wird Kinder wahrscheinlich begeistern, dass sie selbst erbaute Welten in ihrer realen Umgebung erleben und betrachten können. Dabei können Bauwerke überlebensgroß werden. Auch die Welten anderer lassen sich erkunden. Spaziergänge mit der Familie werden spannender, wenn man unterwegs auf Gegenstände aus Minecraft trifft.

Was ist problematisch an dem Spiel?

Das Augmented Reality-Prinzip birgt Risiken, da sich die Spieler während des Spiels in der realen Welt bewegen (müssen). Der Blick ist jedoch eher auf das Handydisplay gerichtet. Beim Spielen sollte man immer besonders darauf achten, auch die echte Umgebung aufmerksam im Blick zu haben, sodass man sich nicht in gefährliche Situationen begibt oder andere in Gefahr bringt. Besonders in der Nähe von Straßen, Gewässern und in der Dunkelheit sollte man das Spielen vermeiden.

Einige Figuren im Spiel können insbesondere für jüngere Kinder beängstigend sein, z. B. “Creeper”, aggressive grüne Monster, die sich anschleichen und explodieren, um umstehende Wesen zu verletzen und vernichten und die Landschaften zerstören.

Problematisch ist auch das Geschäftsmodell hinter Minecraft Earth. Im Vergleich zum kostenpflichtigen Minecraft kommt man mit der kostenlosen App schnell an Grenzen und kann ohne Geldeinsatz nicht unbegrenzt bauen. Das kann besonders Kinder und Jugendliche dazu verleiten, Geld auszugeben.

Was meint der Anbieter?

Auf der offiziellen Webseite des Anbieters wird auf der Startseite mit einem “Sicherheit zuerst!”-Video in englischer Sprache auf die Risiken der AR-Technik hingewiesen. Zum Schutz der Spieler weist der Anbieter darauf hin, niemals die reale Umgebung aus den Augen zu verlieren. Außerdem finden sich auf der Webseite in englischer Sprache die “Community Standards”, in denen u. a. ein freundliches und respektvolles Miteinander beim Spielen gefordert wird.

Was sollten Eltern beachten?

Minecraft Earth gibt es zur Zeit als Vorab-Variante (Early Access) und befindet sich noch im Entwicklungsmodus. Deshalb kann sie beim Spielen gelegentlich abstürzen. Achten Sie darauf, die App nur vom Originalanbieter Mojave herunterzuladen, um sich keine Viren und Maleware einzufangen.

Vor dem ersten Spielen sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die ersten Schritte entdecken. Dies gilt insbesondere bei jüngeren Kindern. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die erwähnten Risiken durch die AR-Technik. Da man beim Spielen oft an unbekannte Orte gelangt, sollte Ihr Kind stets mit Freunden und nicht bei Dunkelheit losziehen.

Minecraft hat kein klassisches Ende. Das verleitet dazu, endlos weiterspielen zu wollen. Legen Sie daher gemeinsam feste Spielzeiten fest. Regeln Sie außerdem den Umgang mit In-App-Käufen. Hier können Sie Beschränkungen mit Hilfe der Familienfreigabe von Apple oder der Familienmediathek bei Google festlegen.

Medien selber machen: 360°-Medien und Virtual Reality

Wer denkt, 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) ist nur etwas für Leute mit viel Geld und der nötigen Technik, der irrt. Man nehme ein bisschen Pappe und Kleber, das eigene Smartphone und schon kann man in ferne Welten und virtuelle Realitäten abtauchen. Wir erklären Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihren Kindern kostengünstig mit VR & Co. experimentieren können.

Welche Hardware wird benötigt?

Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet aus. Damit kann man sich nämlich 360°-Fotos anschauen, indem man auf solchen Bildern mit dem Finger über das Bild nach rechts oder links wischt.

Um wirklich in virtuelle Welten abzutauchen, wäre eine VR-Brille aber schon toll! Die lässt sich ganz einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt man Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung. Auf dieser Seite kann man außerdem die für die VR-Brille nötigen optischen Linsen für ein paar Euro bestellen. In die Brille kommt dann das Smartphone und schon geht’s auf Entdeckungsreise!

Assembled Google Cardboard VR mount, CC by 2.0; Urheber: othree (https://www.flickr.com/people/12452841@N00)

Welche Apps und Anwendungen gibt es?

Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine tolle Sache! Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf “Fotos”. Darunter gibt es auch Fotos in einer 360°-Ansicht, so dass man den Ort von allen Seiten betrachten kann. Wenn Sie Google Street View installiert haben, lassen sich solche Bilder auch in der VR-Ansicht mit einer VR-Brille aus Pappe anschauen. Dafür geht man im Foto auf das Symbol rechts oben, das eine kleine VR-Brille zeigt. Nun teilt sich das Bild und das Smartphone kann in die VR-Brille eingesetzt werden. Auf zu den Niagarafällen!

Mit Google Expeditions können Sie spannende Expeditionen unternehmen, z. B. zu den Dinosauriern oder auf eine Raumstation ins Weltall. Es gibt auch Erkundungstouren, in denen die virtuelle Umgebung mit Texttafeln und Bildern erweitert wurde, so dass man durch Klick auf ein Symbol Informationen bekommt. Man kann sich die Dinosaurier mit dem AR-Modus sogar ins eigene Kinderzimmer holen. AR heißt Augmented Reality, also Erweiterte Realität. Dafür braucht man keine VR-Brille, sondern nur das Smartphone mit eingebauter Kamera, die die Umgebung abfilmt. Auf dem Display erscheinen dann Dinosaurier im eigenen Kinderzimmer!

Bei YouTube gibt es eine große Anzahl an 360°-Videos. Wenn Sie die YouTube-App auf Ihrem Smartphone installiert haben, können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie nach 360-Grad-Videos und aktivieren Sie über das Brillen-Symbol den VR-Modus.

360°-Fotos selber machen?!

Mit der App Street View kann man auch eigene 360°-Fotos machen, anschauen und sie mit anderen teilen, um z. B. dem Papa zu zeigen, wie schön es mit Oma im Zoo ist. Dafür tippt man in der App auf das Symbol mit der Fotokamera unten rechts. Dann tippt man noch einmal auf das Symbol und die Kamera öffnet sich. Nun folgt man dem orange-farbenen Punkt und macht so viele Fotos rechts, links, oben und unten, bis keine graue Stelle mehr auf dem Display zu sehen ist. Die App hilft dabei. Wenn man das Häkchen angetippt hat, wird das 360°-Foto fertiggestellt und es lässt sich mit oder ohne VR-Brille anschauen. Das Fotos muss nicht veröffentlicht werden, sondern kann auch privat geteilt werden.
Vielleicht schaffen Sie es ja auch die Realität auszutricksen und eine Person mehrmals auf einem 360°-Foto einzufangen!?

Was gibt es zu beachten?

Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, weil das Gehirn die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinander legen muss. Manchmal hilft es, das Smartphone leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt.

Manche Menschen werden auch “seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.

Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlt, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 13 Jahren empfohlen. Die VR-Erfahrungen Ihres Kindes sollten Sie immer begleiten und zeitlich begrenzen. Tasten Sie sich mit Ihrem Kind langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Videos abgespielt werden.

Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen, die nicht für jedes Alter geeignet sind. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können.

Kreatives Medienlernen in der Familie

Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir regelmäßig Ideen, wie man Medienprojekte ganz einfach zu Hause mit der ganzen Familie umsetzen kann. Ziel ist es, die Kreativität rund um digitale Medien anzuregen und vor allem, sich gemeinsam damit zu beschäftigen. Kinder und Erwachsene nutzen Medien manchmal auf unterschiedliche Weise und finden andere Dinge daran spannend. Bei einem gemeinsamen Medienprojekt kann man Medien gemeinsam erkunden und erfahren, wie andere damit umgehen. Da kann auch mal das Kind den Eltern zeigen, wie etwas funktioniert! Außerdem lernt man, dass Medien mehr sind als Videos anschauen und Musik hören.

Auch die Seite LETSDIGI greift diesen Gedanken auf. Dort finden Sie eine Sammlung von 25 bunten Projektideen rund um die gemeinsame Gestaltung mit digitalen Medien: Von der digitalen Schnitzeljagd über einen Familienblog bis hin zum menschlichen Roboter und digitalen Forschungstagebuch. Die Projekte sind nach verschiedenen Themen gegliedert. Man kann sich die Anleitungen nach Projektdauer oder nach Schlagwort anzeigen lassen. Es gibt Projekte, die man schon mit kleinen Kindern umsetzen kann und solche, bei denen auch Oma und Opa mitmachen können. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Medien selber machen: Podcasts

Viele Kinder und Jugendliche haben Spaß dabei, Podcast anzuhören. Aber wie wäre es, wenn man auch selbst spannende Geschichten und das, was einen beschäftigt, in einem eigenen Podcast mit anderen teilt? Das ist einfacher als vielleicht gedacht. Wir erklären, wie Sie gemeinsam mit Ihren Kids zu Hause ganz einfach einen eigenen Podcast gestalten, aufnehmen und veröffentlichen können.

Die Vorbereitung

In den meisten Podcast geht es um ein bestimmtes Oberthema. Suchen Sie sich am besten ein Thema, das Sie und Ihre Kinder interessiert und zu dem Sie viel erzählen können.

Überlegen Sie sich außerdem einen Namen für den Podcast. Versuchen Sie einen Namen zu finden, den man sich leicht merken kann und der neugierig macht.

Die Recherche und Ausarbeitung

Sobald das Thema gefunden ist, kann es an die Ausarbeitung der einzelnen Podcastfolge gehen. Suchen Sie sich passend zu Ihrem Oberthema ein konkretes Unterthema. Wenn Sie also beispielsweise einen Podcast zu Kuscheltieren machen wollen, könnte sich die erste Folge auf den Lieblingskuschelbären konzentrieren.

Machen Sie sich nun am besten Stichpunkte mit den wichtigsten Informationen, die Sie später im Podcast einbringen wollen. Hierfür können Sie zum Beispiel interessante Fakten aus dem Internet sammeln und zusätzlich eigene Gedanken, Ideen und Gefühle einbringen.

Für das Beispiel mit dem Lieblingskuschelbären könnte das konkret Folgendes bedeuten: Berichten Sie, wann und wie der Kuschelbär in die Familie kam. Beschreiben Sie den Bären, wie er sich verändert hat und welche Bedeutung er für Ihr Kind hat. Erzählen Sie eine kleine Geschichte!

Für den Einstieg sollten Sie sich eine Begrüßung überlegen. Ein einfaches „Hey und Willkommen beim Podcast ‚Jetzt wird’s kuschelig‘. Wir sprechen heute über das Thema Teddybären.“ kann schon vollkommen ausreichen.

Genauso ist eine kurze Verabschiedung wichtig. Hier kann man gern auch sein Publikum einbeziehen: „Was ist denn euer Lieblingskuscheltier? Erzählt uns das doch mal unten in den Kommentaren und schaltet auch nächstes Mal wieder ein. Bis dahin!“.

Wechseln Sie sich beim Erzählen mit Ihren Kindern ab und überlegen Sie, ob nicht auch der Teddy zu Wort kommen kann. Recherchieren Sie außerdem nach passender Musik und Geräuschen, um den Podcast lebendiger zu gestalten. Hilfreich kann dabei diese Übersicht sein.

Die Aufnahme

Eine Podcast aufnehmen, ist oft leichter als gedacht und benötigt keine teure Technik. Dafür reicht ein Smartphone oder Tablet mit einer Sprachmemo-App.

Achten Sie darauf, dass Sie den Podcast in einem ruhigen Raum aufnehmen, um mögliche Störgeräusche zu vermeiden. Außerdem sollte es in dem gewählten Raum nicht zu sehr hallen. Wenn Sie eine Probeaufnahme machen und sich diese anhören, können Sie das einfach feststellen.

Die Positionierung des Aufnahmegeräts hängt von der Anzahl der Sprechenden ab. Gucken Sie nach, wo an dem Gerät das Mikrofon ist – meistens ein kleines Loch unten am Gerät. Das Mikro sollte sich möglichst nah und zentral zu den Sprechenden befinden.

Sprechen Sie laut, deutlich und nicht zu schnell. Probieren Sie es aus, bevor es an die Aufnahme geht.

Die Nachbearbeitung

Für die Nachbearbeitung empfiehlt sich ein einfaches Bearbeitungsprogramm wie Audacity. (Audacity gibt es kostenlos für alle Betriebssysteme.) Damit können Sie mögliche Versprecher und Störgeräusche herausschneiden oder die Lautstärke der Aufnahme anpassen. Mithilfe dieser Anleitung können Sie die Grundfunktionen von Audacity erlernen.

Die Veröffentlichung

Sobald Ihr Familien-Podcast fertig ist und er allen gefällt, können Sie die Datei mit Freunden und anderen Familienmitgliedern teilen. Aber natürlich können Sie sich auch überlegen, diesen im Internet für ein größeres Publikum zu veröffentlichen. Dafür empfiehlt sich z. B. die Plattform Soundcloud. Als Erwachsene können Sie ein Profil anlegen und Dateien hochladen. (Sofern Sie einen kostenlosen Account nutzen, können Sie bis zu 3 Stunden Audiomaterial upladen.) Überlegen Sie vorab genau, ob Sie möchten, dass der Podcast von allen abzurufen sein soll. Fragen Sie auch Ihre Kinder, ob es ihnen recht ist. Es ist bei Soundcloud auch möglich, eine Audiodatei privat zu teilen, sie also nicht für alle öffentlich zu machen.

Wenn Sie Spaß daran haben und Ihr Publikum begeistert zuhört, könnte das Podcasten vielleicht zu einem längerfristigen Familienprojekt werden!

Das Internetphänomen Memes

Wahrscheinlich sind Ihnen solche Bilder im Internet schon begegnet, vielleicht auch ohne dass Sie es wussten: Memes. Das sind meistens Bilder, auf denen ein lustiger Text steht. Man findet sie z. B. bei Facebook oder bekommt sie per WhatsApp geschickt. Vor allem bei jungen Menschen sind Memes beliebt, weil sie meistens witzig sind und schnell mit anderen geteilt werden können.

Was steckt dahinter und was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Ein Bild (oder auch ein Video oder Filmausschnitt) wird zu einem Meme, weil man es aus einem anderen Zusammenhang kennt und das Bekannte mit einem neuen Text kombiniert wird. Das heißt, witzig sind Memes vor allem dann, wenn man weiß, wie das Bild im Original aussieht oder woher es ist. Der Spruch zu einem Meme ist oft ironisch. Hinter einem Meme steckt eine bestimmte Idee, die von anderen immer wieder aufgegriffen und angepasst wird.

Memes werden geteilt, um Gefühle auszudrücken, aber auch um zu aktuellen (politischen) Ereignissen Stellung zu nehmen. Man lässt z. B. bekannte historische Figuren wie Goethe oder Napoleon oder Figuren aus Filmen und Zeichentrick Dinge sagen, die mit der Gegenwart und Realität zu tun haben.

Das Besondere an Memes ist, dass dieselben Bilder immer wieder verwendet und mit einem neuen Text versehen werden. Ein bekanntes Beispiel ist „Futurama Fry“. Darauf zu sehen ist die Figur Fry aus der Cartoonserie Futurama, wie er die Augen zusammenkneift. Benutzt wird das Bild meistens, um auszudrücken, dass man sich mit etwas nicht sicher ist. In diesem Beispiel ist Fry sich nicht sicher, ob er sein Passwort oder seinen Benutzernamen falsch eingegeben hat: Not sure if wrong password/or wrong username (Nicht sicher, ob das falsche Passwort/oder der falsche Benutzername).

Auf der Seite meme-generator.net lassen sich eigene Memes basteln. Wenn Sie etwas über die Entstehung eines bestimmten Memes erfahren wollen, lohnt sich ein Blick auf die Seite knowyourmeme.com, eine Art Wikipedia für Memes. Leider ist die Seite bisher nur in englischer Sprache verfügbar. Das hängt auch damit zusammen, dass die meisten Memes auf Englisch sind.

Mit Bildern kommunizieren ist gerade für Jugendliche typisch. Nachrichten schreiben ohne Emojis ist nicht vorstellbar. Bildkommunikation ersetzt teilweise das geschriebene Wort. Dazu kommt, dass Kinder gerne Witze machen, lachen und Spaß haben. Memes kombinieren diese Vorlieben und sie sind schnell verschickt.

Wenn Memes missbraucht werden

Möglich sind Memes, weil es das Internet und digitale Medien so einfach machen, Bilder zu finden und zu bearbeiten. Gleichzeitig kann es auch dazu führen, dass damit verbundene Rechte missachtet waren. Der Urheber eines Bildes wird nicht gefragt, ob man es nutzen, verändern und veröffentlichen darf. Oder abgebildete Personen haben nicht zugestimmt, dass ein Bild von ihnen im Internet verbreitet werden darf. Leider entsteht für manche Leute der Witz eines Memes dadurch, dass die dargestellte Person vorgeführt wird, z. B. weil sie ein sichtbares Handicap hat. Wenn ein solches Meme viral geht, also immer wieder verändert und geteilt wird, wird diese Person möglicherweise immer mit diesem negativen Zusammenhang verbunden.

Gerade die Viralität, also die schnelle und weite Verbreitung solcher Memes, machen sich auch Menschen mit extremen politischen Ansichten zunutze, um ihre Meinung auf witzige Weise in die Welt zu tragen. Das spricht gerade junge Menschen besonders an, ohne dass sie genau darüber nachdenken, welche möglicherweise populistische und extremistische Aussage hinter einem Meme steckt.

Aber auch Menschen, die sich gegen Extremismus und Hate Speech im Netz stark machen, versuchen Memes zu nutzen, um diesen Personen etwas entgegenzusetzen. Eine Sammlung von Memes zum Kontern von extremen poltischen Ansichten gibt es auf der Seite no-hate-speech.de.

In einem Bildungsprojekt haben Jugendliche selbst Memes erstellt. Die können Sie sich hier anschauen und selbst Memes basteln: https://www.bildmachen.net/hall-of-meme/

Wenn Sie und Ihre Kinder selbst gern Memes anschauen und teilen, hinterfragen Sie den Inhalt auch mal. Erstellen Sie gemeinsam lustige Memes, denn das fördert die Kreativität und Auseinandersetzung mit Bildern und Texten.

Kreativ mit Fortnite und Minecraft

Fortnite und Minecraft gehören schon seit längerem zu den beliebtesten Spielen unter Kindern und Jugendlichen. Vielleicht spielt auch Ihr Kind eines dieser Spiele mit großer Begeisterung. Mehr dazu und was Sie als Eltern bei diesen Spielen beachten sollten, finden Sie in unseren Beschreibungen der Spiele.
Neben den Kampf- bzw. Überlebensmodi bieten beide Spiele seit einiger Zeit auch einen Kreativmodus.

Das Bauen von Hütten, Häusern, Städten und ganzen Welten ist bei Minecraft schon immer ein zentrales Spielprinzip. Bei Fortnite hingegen konnten Spielerinnen und Spieler bisher zwar Gegenstände erbauen, sie dienten aber dazu, sich im Kampf den Mitspielern gegenüber Vorteile zu verschaffen. Um Kreativität ging es nur oberflächlich, da nach Ablauf der Spielzeit alle Bauwerke verloren waren.

Im Dezember 2018 veröffentlichte der Hersteller von Fortnite einen neuen Kreativmodus, durch den sich für die Spielerinnen und Spieler völlig neue Möglichkeiten beim Bauen ergeben.

Eigene Welten erschaffen im Kreativ-Modus

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https://www.youtube.com/watch?v=IMGwtB5y940_%_

Im neuen Kreativmodus von Fortnite kann gemeinsam oder mit Freundinnen und Freunden eine eigene Insel bebaut werden, ganz ohne Zeitdruck. Dafür stehen den Spielenden nicht nur die Materialien und Bauteile, sondern auch fertige Objekte zur Verfügung. Diese können individuell angepasst und beliebig zu ganzen Städten oder Landschaften kombiniert werden. Es gibt zum Beispiel Objekte in den Kategorien Büro, Fabrik, Disko und Parcours. Im Kreativmodus können die Inseln von Freunden besucht, und je nach Einstellung der Mitspielenden, auch bearbeitet werden. Das Besondere beim Kreativmodus von Fortnite: Man kann nicht nur eine Insel ganz nach den eigenen Vorstellungen kreieren, sondern auch die Spielregeln anpassen. So können Einstellungen zum Spielmodus oder zum Zeitlimit festgelegt werden, ebenso wie die Anzahl an Munition und Ressourcen. Der Spielstand bzw. der Baufortschritt werden gespeichert. Schließlich kann auf der eigens angelegten Insel auch mit Freunden im Kampfmodus gespielt werden.

Minecraft setzt im Kreativmodus auf das Erschaffen von umfangreichen und kunstvollen Bauwerken. Anders als bei Fortnite gibt es hier keine vorgefertigten Objekte. Spielerinnen und Spielern erschaffen aus Bauklötzen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, Gebäude oder gar komplette Städte. Im Kreativmodus sind die Materialien unbegrenzt, der Spielstand wird immer gespeichert. Die einfachen Klötze bieten Spielenden die Möglichkeit frei nach ihren Vorstellungen Welten zu kreieren. Minecraft wird mittlerweile auch in Schulen fächerübergreifend eingesetzt, um Kreativität und Vorstellungskraft zu fördern.

Chancen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Beide Spiele bieten so für Spielerinnen und Spieler die Chance, die virtuellen Welten, in denen sie sich mit ihren Figuren bewegen, zu kreieren, zu erweitern und den Spielverlauf stärker zu beeinflussen. Im Kreativmodus wird auf das Kämpfen vollständig verzichtet, wodurch das Spielen wesentlich entspannter wird. Wenn gemeinsam mit anderen an einer gemeinsamen Welt gebaut wird, können die Kinder vorab Regeln vereinbaren. Das fördert auch das soziale Verhalten in der Gruppe. Die Spielerinnen und Spieler können sich gegenseitig helfen, wenn sie auf Probleme beim Bauen stoßen.

Wenn Ihr Kind Fan von Fortnite oder Minecraft ist, fragen Sie nach, was es an den Spielen mag und lassen Sie sich das Spiel zeigen. Machen Sie Ihr Kind auf den Kreativmodus aufmerksam, wenn er noch nicht bekannt ist. Durch diesen kann Ihr Kind auf eine ganz andere Weise das Spiel wahrnehmen und wird selber kreativ.

Medien selber machen: Tutorials

Wir haben schon über die Beliebtheit von Tutorials bei Kindern und Jugendlichen geschrieben. Den Beitrag finden Sie hier. Es muss nicht dabei bleiben, sich diese Filmchen nur anzuschauen. Man kann sich auch selbst trauen, ein Tutorial zu produzieren.

Tutorials rund um “Medien selber machen”

Kinder und Jugendliche sind neugierig und haben Spaß daran, Neues zu lernen und hinter die Kulissen zu schauen. Sie zu ermutigen, selbst zum Macher von Videos oder Hörspielen zu werden, schult nicht nur die Medienkompetenz Ihres Kindes, sondern auch viele weitere Fähigkeiten wie Kreativität und die Arbeit an einem Projekt. Wer einmal erfährt, welche Arbeit hinter einem Film steckt, schaut anders auf Filme. Gerade in Zeiten von Fake News sensibilisiert es Kinder für einen kritischen Umgang mit Medien. Auf verschiedenen Videoplattformen finden Sie Tutorials, die dabei helfen, ein eigenes (Video-)Projekt umzusetzen. Videoplattformen wie YouTube sind jedoch nicht uneingeschränkt für jüngere Kinder geeignet, weshalb sie in Begleitung der Eltern genutzt werden sollten. Abseits von Videoplattformen finden Sie Tutorials z. B. auch beim Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks: So geht Medien.

Tutorials selber machen

Videos selbst zu erstellen, kann viel Spaß machen! Wie auch bei der Produktion von Kinofilmen, muss man bestimmte Schritte beachten

  • Entwickeln Sie zuerst gemeinsam mit Ihrem Kind einen Drehplan, so dass während des eigentlichen Filmdrehs klar ist, was passiert und wer wofür zuständig ist (Kamera, Darsteller, Regie usw.):
    • Am Anfang steht eine gute Idee: Worum soll es im Tutorial gehen? Vielleicht nehmen Sie ein Thema, bei dem sich Ihr Kind und Sie noch nicht so gut auskennen. Durch die intensive gemeinsame Beschäftigung mit einem Thema sind Sie am Ende selbst die Experten.
    • Für das Drehbuch und ggf. eine Unterteilung in Szenen hilft es, die “W”-Fragen zu beantworten: Wer, wo, wie? Warum gibt es dieses Tutorial? Im Drehplan sollten auch organisatorische Dinge aufgeschrieben werden wie Drehorte, Drehzeit, benötigte Ausstattung und Technik.
  • Beim Filmdreh sollten Sie darauf achten, dass Licht und Ton gleichbleibend gut sind und es keine Störungen gibt. Natürlich braucht man auch eine Kamera. Ist keine vorhanden, reicht auch eine Fotokamera oder ein Handy, eventuell mit Stativ, damit die Bilder nicht verwackeln. Am besten sehen und hören Sie sich immer direkt im Anschluss an den Dreh einer Szene an, ob sie gut geworden ist. Gegebenenfalls kann man den Dreh direkt wiederholen.
  • Für den anschließenden Filmschnitt können Sie sich kostenlose Software im Internet herunterladen. In dieser kann man meistens auch Texte, Geräusche, Musik und andere Effekte ergänzen.
  • Zur Veröffentlichung des Videos wählen Sie bestenfalls Plattformen, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind wie z. B. JUKI auf Kindersache

Worauf sollte man achten?

Achten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind darauf, keine persönlichen Informationen im Video preiszugeben und nur den Vornamen der Protagonisten zu nennen. Auch Hintergründe können oft Hinweise auf z. B. den Wohnort geben. Alle Personen, die im Video zu sehen sind, sollten ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben. Bei der Auswahl der Musik ist darauf zu achten, dass sie lizenzfrei zu nutzen ist. Hier gibt es eine Liste mit Webseiten, auf denen man solche Musik finden kann.

Making – kreatives digitales Gestalten mit Kindern

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Kristin Narr.

Gestalten, basteln, tüfteln, werkeln und etwas herstellen: Wenn Kinder etwas selbst machen können, sind sie schnell zu begeistern. Genau um dieses Bedürfnis geht es beim sogenannten „Making“.

Was versteht man unter Making?

Der Begriff „Making“ kommt aus dem Englischen von to make = machen. Making bezeichnet dementsprechend das Selbermachen mit Hilfe üblicher und oft digitaler Werkzeuge. Making kann als kreatives digitales Gestalten bezeichnet werden. Ziel von Making-Aktivitäten ist es, ein eigenes (digitales) Produkt aus vielfältigen Materialien selbst zu erstellen.

Wie kann Making aussehen?

Making kann ganz unterschiedlich aussehen. Beim Making kann mit dem Smartphone, LEDs, Mikrocontrollern, Sensoren, Motoren oder 3D-Druckern gearbeitet werden. Außerdem kann bestimmte Hardware beim Ausprobieren und Tüfteln im Fokus stehen, wie dem Raspberry Pi oder einem Makey Makey. Es gibt aber auch spezielle Software, die eingesetzt und erprobt werden kann, wie z. B. Scratch. Scratch ist eine kostenlose Programmierumgebung für Kinder. Hier können sich Kinder an das Programmieren herantasten, indem sie z. B. Animationen, Spiele oder Geschichten mit kindgerecht gestalteten „Bausteinen“ programmieren.

Foto „Maker-Werkzeuge“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Was passiert beim Making genau?

Beim Making geht es nicht nur um das Machen an sich, vielmehr steht das Verstehen, indem man etwas selbst macht, im Fokus. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei selbst aktiv. Sie entwickeln eigene Ideen, sie erfinden, sie suchen Lösungen, entfalten mit anderen gemeinsam ihre Kreativität – und lernen dabei.
Wir erschließen uns die Dinge unterschiedlich, verstehen und lernen auf verschiedenen Wegen. Stellen Sie sich selbst einmal die Frage: Lesen Sie lieber einen zweiseitigen Text dazu, wie ein Stromkreislauf aufgebaut ist und funktioniert, oder geht Ihnen schneller ein Licht an – nein, auf, wenn sie ihn selbst aufbauen und herausfinden, wie er funktioniert?
Wie sich ein Mensch neues Wissen aneignet, ist sehr unterschiedlich. Besonders Kinder erschließen sich Dinge oft sehr gerne, indem sie sie machen.

Was beinhaltet und fördert Making?

Kinder und Jugendliche stellen sich „Problemen“ oder Aufgaben und finden selbst und gemeinsam ihre eigene, kreative Lösung, die für sie funktioniert.
Neben der Förderung verschiedener Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, unterstützt Making die Kreativitätsentwicklung und den Aufbau von Wissen. Hier geht es um das Wecken von Interesse im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich sowie um handwerkliche Fähigkeiten und das Arbeiten und Lernen mit anderen zusammen.
Beim Making sollen Kinder und Jugendliche ihre Welt aktiv (mit)gestalten und sie damit ein bisschen besser machen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden deswegen auch beim Making groß geschrieben. Getüftelt wird oft auch mit günstigen und wiederverwertbaren Materialien wie Pappbechern, kleinen LEDs oder Knete.

Foto „Maker-Days“ von Sandra Schön, CC BY 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

Wo finde ich Making-Aktivitäten?

Making-Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind meistens durch Erwachsene angeleitet und finden an vielen verschiedenen Orten statt. Es gibt Projekte an Schulen oder Freizeiteinrichtungen, Medienkompetenzzentren u. v. m. Oft findet Making auch in sogenannten Makerspaces oder offenen Werkstätten statt, die offen für alle sind und in denen die geeigneten Umgebungen sowie Materialien und große Geräte schon vorhanden sind. Diese Orte bieten oft auch extra Kurse für Kinder und Jugendliche an. Mitbringen muss man nur die Freude am Selbermachen, Basteln und Ausprobieren mit und von digitaler Technik.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Wie kann ich Making selbst machen?

Eine tolle LED-Neujahrskarte als kleines Making Projekt samt Anleitung zum Nachmachen und Individualisieren, idealerweise mit Ihren Kindern zusammen, finden Sie hier.

Zur Autorin:
Kristin Narr ist freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung sowie im Lernen in digitalen Umgebungen.

Bastelanleitung: LED-Neujahrskarte

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Kristin Narr.

Materialien:

  • dickes, buntes Papier
  • Buntstifte oder Filzstifte
  • Schere
  • kleine LEDs (so viele, wie auf die Karte sollen)
  • dünnes Kupferklebeband
  • Klebeband
  • eine (oder mehrere) Knopfbatterien

Fotos der Anleitung von Kristin Narr, CC BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode

Schritt 1: Falten Sie ein dickeres Papier in Ihrer Lieblingsfarbe zu einer Klappkarte.

Schritt 2: Malen Sie ein schönes Neujahrsmotiv (oder was Sie wollen) auf die Vorderseite. Überlegen Sie sich dabei, an welcher Stelle sich die LEDs befinden sollen.

Schritt 3: Stechen Sie Löcher für die LEDs in die Karte.

Schritt 4: Klappen Sie die Karte auf und zeichnen Sie die Linien für das Kupferklebeband am besten vor.

Wichtig: Die LEDs leuchten, wenn ein „Füßchen“ die eine Seite der Batterie und das andere „Füßchen“ die andere Seite berühren. Sollte es nicht funktionieren, tauschen sie die Seiten. Es geht nur auf eine Weise.

Das Kupferklebeband ist die Verlängerung der LED-Füßchen. Es muss also einmal unter und einmal auf die Knopfbatterie geklebt werden.

Schritt 5: Kleben Sie das Kupferklebeband und die Knopfbatterie auf die Innenseite der Karte unter die Löcher. In dem Beispiel müssen drei Kupferklebestreifen unter und drei auf der Knopfbatterie kleben. Achtung! Die Kupferklebestreifen dürfen sich nicht berühren!

Schritt 6: Befestigen Sie die Batterie extra mit einem Klebestreifen an der Karte. Wenn sie nicht fest ist, verliert sie den Kontakt zu den unteren Kupferklebebändern und die LEDs flackern.

Schritt 7: Stecken Sie die LEDs von außen durch die Löcher.

Schritt 8: Befestigen Sie die Füßchen mit einem Klebestreifen an den Kupferklebebändern. Achten Sie darauf, dass die Füßchen am richtigen Streifen befestigt werden, sonst leuchten die LEDs nicht. Testen Sie vorher, welches Füßchen zu welchem Streifen gehört.

Schritt 9: Und jetzt, Licht aus! Klappen Sie die Karte zu und betrachten Sie Ihr eigenes Making-Produkt.

 

Zur Autorin:
Kristin Narr ist freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung sowie im Lernen in digitalen Umgebungen.

Medien selber machen: Papercraft

Origami – Papierkunst ist längst nicht mehr nur in Asien zu finden. Die dreidimensionalen Objekte aus Papier und Karton zum Selberfalten erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Ganze nennt sich “Papercraft”, zu deutsch in etwa “Papiermodell”. Wenn Ihr Kind oder Sie Spaß am Basteln haben und gerne kreativ sind, probieren Sie  es doch einmal aus. Das gemeinsame Basteln fördert nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern schweißt auch die Familie zusammen. Es ist besonders schön am Ende ein gemeinsames Modell in der Hand zu haben.

Das Erstellen eines Papercrafts erfordert Geduld und etwas Zeit, weshalb es bestens geeignet ist für eine gemeinsame Familienaktivität. Und ganz nebenbei hat man als Resultat zusammen eine tolle Deko fürs Wohn- oder Kinderzimmer gebastelt oder ein Geschenk für Oma und Opa!

Die meisten Vorlagen finden Sie auf Webseiten und Blogs, auf denen man sie kostenlos downloaden und ausdrucken kann (z. B. auf https://www.pinterest.de/ oder https://www.mypapercraft.net/). Es gibt aus den verschiedensten Bereichen Vorlagen zum Basteln: Tiere, Natur, Technik, berühmte Gebäude und vieles mehr! Auch von beliebten Computerspielen gibt es viele Vorlagen für Figuren. Begeben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind im Internet auf die Suche nach Ihrem Favoriten. Nutzen Sie dafür z.B. den Suchbegriff “papercraft templates” oder Papercraft Vorlagen”. Am Anfang empfiehlt es sich, einfachere Modelle auszuprobieren, um Frust zu vermeiden und schnell Erfolgserlebnisse zu haben. Arbeiten Sie sich langsam im Schwierigkeitsgrad hoch. Wenn Sie zusammen mit Ihrer Familie oder Ihrem Kind Ihre Wunschvorlage gefunden haben, benötigen Sie zumeist nur noch Folgendes:

  • gewünschte Vorlage ausgedruckt auf geeignetem Papier
  • Schere oder Cutter (letzteres sollte Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt verwenden)
  • falls ein Cutter benutzt wird: eine geeignete Unterlage zum Schneiden und gegebenenfalls Schutzhandschuhe
  • Klebstoff

Dann kann es losgehen mit dem Falten, Falzen, Schneiden und Kleben! Die Vorlagen und Bastelanleitungen (je nach Schwierigkeitsgrad vorhanden) sind oft selbsterklärend und im Detail erstellt. Und ohne es zu merken, werden beim Basteln bei Groß und Klein motorische Fähigkeiten wie Fingerspitzengefühl trainiert sowie logisches Denken gefördert. Papercraft bietet zudem eine attraktive Abwechslung zum Spielen am Bildschirm oder Surfen im Netz. Und vielleicht ist es sogar etwas für den nächsten Kindergeburtstag?

Eltern fragen – wir antworten: Soll ich Fotos meines Kindes ins Netz stellen?

Viktoria fragt sich, ab wann ihre Tochter eigentlich eigene Fotos von sich und ihrem Alltag ins Netz stellen sollte und was es dabei zu beachten gibt. Lidia de Reese gibt wichtige Hinweise und Tipps.

 

 

Medien selber machen – Erklärvideos

In vielen Familien ist es normal, sich Unbekanntes mit Hilfe von Videos erklären zu lassen: Wie deaktiviere ich nochmal die Ortung bei meinem Smartphone? Wie schreibe ich eine Erörterung oder wie koche ich die besten Spaghetti Bolognese? YouTube ist voll mit sogenannten Erklärvideos. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.

Dank Smartphone ist es gar nicht schwer, mit der ganzen Familie selbst ein solches Erklärvideo zu drehen. Erstmal muss natürlich das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das man kurz, knapp und spannend in einem Video erklären möchte. Wenn in Ihrer Familie gern gekocht wird, lassen sich auch Rezepte in einem Erklärvideo beschreiben. Oder man möchte die besten Fotos aus dem letzten Urlaub zu einem Film machen.

Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen:

  1. In einer Fotoshow werden ausgewählte Fotos nacheinander zusammengefügt, mit Ton und Musik hinterlegt, mit Texten und Stickern ergänzt. Das lässt sich sehr einfach zum Beispiel mit Adobe Spark Video machen. Das Programm gibt es als kostenlose App oder man kann sein Adobe-Video direkt am Computer online erstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich bei Adobe registriert.
  2. Wenn Ihr Kind gerne malt, ist das vielleicht das geeignete Format! Man kann die Erklärungen zeichnen und dabei filmen oder man malt einzelne Elemente auf, schneidet sie aus und schiebt sie dann nacheinander ins Bild. Diese Technik wird auch Legetrick genannt. Zuvor ausgeschnittene Figuren, Symbole und Wörter werden dabei auf einem Hintergrund bewegt und von oben gefilmt. Der Film kann dabei entweder am Stück aufgenommen werden (so dass zu sehen ist wie eine Person oder ihre Hand die einzelnen Elemente ins Bild schiebt) oder durch Einzelbildanimation. Dabei wird nach jeder Veränderung am Bild ein neues Foto gemacht. Die vielen Einzelfotos werden am Ende aneinandergereiht (das geht mittlerweile ganz einfach per App), so dass ein bewegter Film entsteht. Bei solchen Filmen spricht man auch von Stop Motion.

Wenn Sie gemeinsam überlegt haben, wie das Thema in welcher Art von Erklärfilm erzählt werden soll, kann es losgehen! Die Handykamera (oder auch eine andere Digitalkamera) kann in der Hand gehalten oder auf ein Stativ gesetzt werden, je nachdem, ob man von oben oder von der Seite filmt. Man kann einzelne Clips drehen oder die Kamera die ganze Zeit laufen lassen. In jedem Fall müssen die Clips hinterher “geschnitten” und zusammengefügt werden. Dafür gibt es bestimmte Apps, in denen sich auch Texte, Geräusche usw. ergänzen lassen. Für iOS-Geräte empfehlen wir iMovie, für Android-Geräte PowerDirector. Man muss nicht unbedingt während des Filmdrehs sprechen, sondern kann das hinterher ebenfalls über die App mit dem Smartphone machen.

Videos selber machen, ist immer Teamarbeit. Jemand muss filmen, jemand anderes ist dafür zuständig, zu malen oder Gegenstände zu bewegen. Vielleicht gibt es auch Personen, die Dinge erklären sollen. Hier kann also die ganze Familie mitmachen!

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