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24.10.2025

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

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3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kommunikation
Sicherheit
Apps
Social Media
Toolbeschreibung
Photothek

WhatsApp ist der beliebteste Messenger, auch bei Kindern und Jugendlichen. Fast jede*r nutzt ihn, um Nachrichten zu verschicken, Anrufe zu tätigen oder Statusmeldungen zu teilen. Für Eltern ist es wichtig, die Funktionen, Risiken und Entwicklungen zu kennen, besonders seit KI-Funktionen in die App integriert sind.

Kurz gefasst:

  • Kostenfreie Messenger-App für Android, iOS und Web
  • Funktionen: Chats, Sprachnachrichten, Anrufe, Videotelefonie, Dateien, Kontakte, Standort teilen, Gruppenchats, zentrale Suchfunktion
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chats
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Zusätzliche Features: KI-Integration (Meta AI), Influencer*innen-Kanäle, eigene Channels, selbstlöschende Nachrichten, Chat-Sperren

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenloser Messenger, der über die Handynummer registriert wird. Kontakte müssen im Adressbuch auf dem Smartphone freigegeben werden, damit Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dateien oder der Standort verschickt werden können. Auch Gruppenanrufe und Videotelefonie sind möglich.

Besonders praktisch sind selbstlöschende Nachrichten, die nach sieben Tagen verschwinden, und Fotos oder Videos, die nur einmal angesehen werden können. Chats lassen sich mit einem Code oder Fingerabdruck sperren. Gruppenadministrator*innen dürfen Nachrichten anderer löschen, so lassen sich Inhalte besser moderieren.

Die Suchfunktion hilft, schnell bestimmte Nachrichten, Links oder Medien über alle Chats hinweg zu finden. Das macht den Messenger übersichtlich, kann aber auch dazu verleiten, alte Gespräche oder private Inhalte wieder hervorzuholen, die eigentlich vergessen waren.

Seit der Integration von Meta AI unterstützt eine KI die Nutzer*innen beim Formulieren von Nachrichten, beim Zusammenfassen langer Chats und schlägt Emojis oder Antworten vor. Außerdem kann sie Fragen beantworten, ähnlich wie ein Chatbot. Die Nutzung dieser Funktionen ist optional, die Nutzer*innen entscheiden selbst, ob sie sie einsetzen möchten. Unter „Aktuelles“ finden sich Kanäle (Channels), auf denen Influencer*innen, Promis, Marken oder journalistische Medien wie Tagesschau Inhalte posten. Auch Kinder und Jugendliche können eigene Channels erstellen, beispielsweise für Schulprojekte oder Freundesgruppen.

Was fasziniert Jugendliche daran?

WhatsApp ist schnell, einfach und immer verfügbar. Jugendliche nutzen es, um in Kontakt zu bleiben, Hausaufgaben abzusprechen oder einfach dazuzugehören. Über Statusmeldungen und Profilbilder teilen sie Eindrücke aus ihrem Alltag, ähnlich wie auf Instagram.

Die neuen Kanäle machen WhatsApp noch attraktiver. Jugendliche folgen dort Influencer*innen und erhalten Trends, Challenges oder Tipps direkt in der App. Eigene Channels fördern Kreativität und Organisation, können aber auch den Wunsch nach Reichweite oder Anerkennung verstärken.

Auch die KI-Funktionen faszinieren: Ein automatischer Schreibassistent, der Texte vorschlägt, spart Zeit und wirkt praktisch. Jugendliche sollten jedoch verstehen, dass diese KI kein neutraler Gesprächspartner ist, sondern aus ihren Eingaben lernt.

Was kann problematisch sein?

Die Lesebestätigung („blaue Häkchen“) kann Druck erzeugen, sofort zu antworten. Große Gruppen, wie Klassenchats, sind oft unübersichtlich und können zu Konflikten oder Stress führen. Schnell geteilte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten lassen sich leicht weiterleiten, was Mobbing oder peinlichen Situationen begünstigen kann.

Ein weiteres Risiko ist die Datenverarbeitung durch Meta. WhatsApp sammelt viele Informationen: Kontakte, Profil- und Standortdaten, Geräte- und Nutzungsinformationen. Diese können für personalisierte Werbung oder zum Training der KI verwendet werden.

Die Integration von Meta AI bringt zusätzliche Herausforderungen. Viele Nutzer*innen wissen nicht, welche Daten die KI verarbeitet oder speichert. Auch emotionale Bindungen zu Chatbots können entstehen, vor allem, wenn Kinder über persönliche Themen sprechen. Solche Gespräche wirken oft menschlich, sind es aber nicht.

Kanäle von Influencer*innen können Inhalte zeigen, die für Kinder ungeeignet sind. Werbung, Idealisierungen und einseitige Darstellungen sind häufig; oft ohne klare Kennzeichnung.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört zum Meta-Konzern. Der Anbieter betont, dass Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Das schützt Nachrichten vor dem Mitlesen, aber nur, solange keine Cloud-Backups aktiviert sind.

Meta AI soll laut Anbieter die Nutzung erleichtern und personalisierte Ergebnisse liefern. Gleichzeitig bedeutet das: Die KI lernt aus den Daten der Nutzer*innen. In den Einstellungen können Eltern prüfen, ob die KI-Funktionen aktiv sind. Auf manchen Geräten ist das nur für Nutzer*innen unter 18 sichtbar. Die Nutzung lässt sich einschränken oder ablehnen, soweit das Gerät und die App es erlauben.

Was Eltern beachten sollten

Kinder unter 16 Jahren dürfen WhatsApp nur mit Zustimmung der Eltern nutzen. Sprechen Sie gemeinsam über den verantwortungsvollen Umgang: Welche Informationen dürfen geteilt werden? Wer darf Nachrichten sehen?

Thematisieren Sie Risiken wie Mobbing, nicht altersgerechte oder gefährliche Inhalte (z. B. pornografisches Material), „Fake News” oder emotionale Bindungen an KI-Chatbots. Ermutigen Sie Ihr Kind, sich Hilfe zu holen, wenn es unangenehme Erfahrungen macht.

Stellen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen ein. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre Ihres Kindes und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Der Privatsphäre-Check (Einstellungen » Datenschutz » Privatsphäre-Check) zeigt auf einen Blick, welche Einstellungen aktiv sind und wer was sehen darf. Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie unter www.medien-kindersicher.de.

Ihr Kind sollte nur Kontakte zulassen, die es auch im echten Leben kennt. Besprechen Sie den verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Channels und Inhalten von Influencer*innen. Seien Sie selbst ein Vorbild für respektvolle Kommunikation.

Erklären Sie, dass KI-Antworten nicht immer richtig sind und keine echten Gespräche ersetzen. Bleiben Sie im Gespräch und zeigen Sie Interesse an der digitalen Welt Ihres Kindes – ohne Misstrauen, aber mit Bewusstsein.

Wer Messenger mit stärkerem Datenschutz sucht, kann auf Signal, Threema oder NYZZU ausweichen.

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