Elternguide Logo
02.08.2022

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

☕️
3 Minuten Lesezeit
6-17 Jahre
Kommunikation
Sicherheit
Apps
Social Media
Audio
Toolbeschreibung
© photothek.net

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden.

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis und GIFs zu versenden. Sie können auf einzelne Nachrichten mit Emojis reagieren.

Auch Videoanrufe mit einzelnen Personen oder in Gruppen sind in WhatsApp möglich. Es lassen sich selbstlöschende Nachrichten versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. Und gibt es die Möglichkeit, Fotos und Videos zu versenden, die nur einmal angeschaut werden dürfen und danach verschwinden. Chats können zudem archiviert werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Nutzende wissen, wann ihre Kontakte das letzte Mal online waren. Über das Profilbild und den sogenannten Status können sie Eindrücke aus ihrem Leben teilen (ähnlich wie bei Instagram). Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen. Hinzu kommt, dass darüber häufig Fake News verbreitet werden.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, Sexting, dubiose Gewinnspiele oder missverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Konzern Meta (früher Facebook). In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden. Außerdem gibt es seit längerem Gerüchte und Pläne, dass Werbung über WhatsApp geschaltet werden soll. Bisher wurden diese aber nicht umgesetzt.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung verbessern: Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Anfang 2022 hat WhatsApp angekündigt, dass Gruppenadministratoren in Zukunft Nachrichten von anderen löschen können. Diese Funktion ist bisher noch nicht umgesetzt.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Wenn Sie einen Messenger nutzen möchten, der mehr Datensicherheit bietet, lesen Sie unsere Toolbeschreibungen zu Signal und Threema.

Verknüpfte Themen

Projektpartner
Unterstützer