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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern
Die Guided Tour hilft Ihnen dabei, individuell für Sie wichtige Informationen bereitzustellen.
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01 Lebensphase

Unsere Welt ist durch unterschiedliche Medien geprägt. Das hat bereits Einfluss auf Säuglinge und Kleinkinder, die diese – wenn auch eher beiläufig – schon in den ersten zwei Lebensjahren wahrnehmen.

In der frühen Kindheit erschließen sich die Kleinen die Welt zunehmend selbst. Dazu gehört auch mehr und mehr die aktive Nutzung verschiedener Medienangebote.

Mit den Eintritt in die Schule erweitert sich das Medienangebot für Kinder. Sie können und wollen geschriebene Texte verstehen und selbst verfassen.

In der Übergangsphase vom Kind zum Jugendlichen verändert sich vieles, auch der Medienkonsum. Als Eltern haben Sie eine wichtige Orientierungsfunktion.

Digitale Medien sind für Jugendliche von großer Bedeutung, um ihren Alltag zu meistern. Diese Medienwelt ist für Sie als Eltern nicht immer zu durchschauen. Um Ihre Kinder zu verstehen, erscheint es sinnvoll, sich mit ihrer Mediennutzung zu beschäftigen.

02 Themenblöcke

Welche Rolle Medien in Ihrer Familie spielen, entscheidet über die weitere Entwicklung und den späteren Umgang Ihres Kindes mit Medien. Wir wollen Ihnen helfen, die Mediennutzung in Ihrer Familie zu reflektieren.
Vielfältige Medienwelten: Je nach Alter sind für Kinder und Jugendliche verschiedene Medienangebote attraktiv. Bei den rasanten Entwicklungen fällt es schwer als Erwachsener auf dem Laufenden zu bleiben. Daher wollen wir Ihnen hier einen Einblick verschaffen.
Die Nutzung digitaler Medien bringt Herausforderungen mit sich, denen auf unterschiedliche Weise begegnet werden kann. Wir wollen Sie unterstützen, damit sich Ihre Kinder sicher im Netz bewegen können.

03 Themenauswahl

Zu wissen, warum bestimmte Medienangebote in bestimmten Situationen genutzt werden, ist ein wichtiger Baustein für einen bewussten Medienumgang. Vielleicht können wir Sie ja unterstützen, die Bedürfnisse Ihrer Kinder wahrzunehmen.
Wenn Sie einmal nicht weiterwissen, gibt es über diesen Guide hinaus verschiedene Unterstützungsangebote wie Beratungs- und Beschwerdestellen, die Sie hier aufgeführt finden.
Bei einem so vielfältigen Angebot fällt es schwer, eine geeignete Auswahl zu treffen. Deshalb gibt es hier einige Empfehlungen.
Das große Medienangebot und die damit verbundenen Risiken zu durchschauen, fällt nicht leicht. Wesentliche Risikofaktoren werden hier genauer erläutert.
Das Internet begeistert und fasziniert nicht nur uns Erwachsene. Es bietet für jede Altersklasse spezifische und durchaus fördernde Angebote, die wir Ihnen hier zeigen wollen.
Medien in der Schule: Auch im Unterricht spielen digitale Medien eine immer größere Rolle. Kinder und Jugendliche nutzen diese ebenso zum Lernen zu Hause. Hier erfahren Sie mehr darüber.
Medien beeinflussen die Wahrnehmung und das Erleben von Heranwachsenden auf unterschiedliche Art und Weise. Hier gibt es ein paar nützliche Hinweise zum Einfluss von Medien.
Mobile Medien: Smartphone und Tablets sind mittlerweile omnipräsent. Je nach Alter sind unterschiedliche Angebote attraktiv und angesagt, die wir hier zeigen wollen.
Die Mediennutzung berührt verschiedene Rechtsbereiche wie z. B. Urheberrecht, Privatsphäre, Jugendmedienschutz usw., mit denen man sich befassen sollte. Es folgen einige zentrale Hinweise dazu.
Tools & Software: Viele Mediengeräte und Angebote bieten Kinder- oder Jugendschutzeinstellungen. Für andere gibt es Zusatzprogramme. Hier bieten wir ein paar Hinweise und Tipps dazu.
Als Eltern sind Sie von Beginn an Vorbild für Ihr Kind, auch bezogen auf die Mediennutzung. Diese Rolle ist je nach Lebensphase unterschiedlich ausgeprägt.
Regeln zum Umgang: Wie viel und welche Medien gut für Ihr Kind sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige Hinweise sollen Ihnen helfen, einen geeigneten Umgang damit zu erreichen.

Welcher Altersgruppe gehört Ihr Kind an? questionmark

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Kinder im Alter von 0-2 Jahren

Lebensphase »Früheste Kindheit«

In den ersten beiden Jahren spielen Medien keine große Rolle im alltäglichen Leben eines Kindes. Die ersten Monate bestehen zunächst einmal in der Orientierung in der neuen Lebensumgebung nach der Geburt und der Entwicklung und Ausprägung der Sinnesorgane. Später folgt die Interaktion mit Eltern und Geschwistern. Sie beginnen damit, sich die Welt durch Sehen, Tasten, Greifen, Hören und Schmecken zu erschließen. Der erste direkte Kontakt mit Medien für Kinder ist beispielsweise das Bilderbuch. Diese können entweder aus Pappe sein oder auf einem Tablet visualisiert werden. Fernsehinhalte sind für ein Kleinkind nicht interessant, da es die Bilder auf dem Bildschirm nicht verarbeiten kann und es auf diese Weise nur eine schnelle Abfolge von unterschiedlichen Lichteinstellungen wahrnimmt.

Erst zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr kann das Kind bereits einfache Dinge auch im Fernseher oder auf dem Monitor erkennen. Dabei sollte die Bildschirmzeit abhhängig von der Entwicklung des Kindes 20 Minuten am Tag nicht überschreiten. Ab einem ganz individuellen Zeitpunkt schauen sich Kleinkinder die Nutzung von Smartphone, Laptop und Fernseher von Eltern und Geschwistern ab. Sie erkennen Mama oder Papa auf Handybildern und wollen sich diese immer wieder ansehen. Auch wird dann die Ausgabe von Tönen, Musik oder Bildern auf dem Smartphone interessanter. So kommen Kleinkinder immer wieder in Kontakt mit digitalen Inhalten, der von Ihnen und gegebenenfalls von Geschwistern dann nicht generell verboten, aber auf ein akzeptables Niveau reduziert werden sollte. Der erste Kontakt mit Medien sollte dann wohl dosiert, beaufsichtigt und unter steter Betreuung erfolgen.

Lebensphase »Kleinkinder«

Medien spielen bereits im Alltag der 2- bis 5-Jährigen eine wichtige Rolle. Neben dem klassischen Spiel gehören Fernsehen, Bücher anschauen, Hörspiele und Radio hören zu den täglichen Freizeitbeschäftigungen von Vorschulkindern. Insgesamt spielt das Internet für Vorschüler demnach im Vergleich zu anderen Medienaktivitäten noch keine so große Rolle. Ein kleiner einstelliger Prozentsatz ist mindestens einmal pro Woche im Internet unterwegs (miniKIM-Studie 2014, mpfs). Kleinkinder müssen also nicht künstlich herangeführt werden. Innerhalb der Familie kommen sie ganz selbstverständlich und eher unbewusst mit Medien in Berührung.

Ob es sinnvoll ist, Medien bereits so früh in die alltägliche Lebenswelt von Kleinkindern einzubinden, bleibt letztendlich Ihre Entscheidung. Eine Notwendigkeit hierfür besteht bei dieser Altersgruppe mit Sicherheit nicht. Vonseiten der Wissenschaft und der Pädagogik gibt es hier keine klar abgrenzbaren Richtlinien, wobei im Zusammenhang mit der Nutzung von Computern und Tablets bei Vorschulkindern eher Risiken als Chancen diskutiert werden. Wollen Sie Ihr Kind aber beim Medienumgang unterstützen, damit es sich digitale Medien sinnvoll aneignen kann, sollten Sie sich überlegen, wann dies sinnvoll ist und wie die Unterstützung aussehen könnte. Der Schritt über das tägliche Vorlesebuch hin zu filmischen Sequenzen oder Bildergeschichten kann ein Anfang sein.

Lebensphase »Grundschulalter«

Laut der aktuellen KIM-Studie 2016 nutzen 27 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen täglich oder fast täglich das Internet. 28 Prozent nutzen es ein- oder mehrmals pro Woche (S. 10).  Wenn nach der Nutzung von Internetinhalten gefragt wird, geben sechs Prozent der Jungen das Internet als ihre liebste Freizeitbeschäftigung an und 17 Prozent der Mädchen (S. 13). Auch wenn klassische Beschäftigungen wie Fernsehen, Freunde treffen, Musik hören oder Sport treiben noch immer in der Alltagswelt von Kindern dominieren, haben bereits 35 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen Erfahrungen mit dem Internet gemacht (S. 33). Auch die tägliche Nutzungsfrequenz nimmt klar zu, von fünfzehn Minuten bei den Sechs- bis Siebenjährigen bis hin zu 43 Minuten bei den Zehn- bis Elfjährigen. Neben der Nutzung von Suchmaschinen verbringen Kinder im Grundschulalter ihre Zeit im Internet vornehmlich mit dem Anschauen von Filmen und Videos oder dem Surfen auf Kinderinternetseiten. Aber auch „Einfach drauf los surfen“ zählen zu den favorisierten Tätigkeiten im Netz.

Stark an Bedeutung gewonnen hat das Verschicken von WhatsApp-Nachrichten. Es wird als zweitliebste Internettätigkeit angegeben (S. 35).  Bei den Sechs- bis Elfjährigen beginnt auch langsam der Besitz des eigenen Mobiltelefons. Waren es 2014 noch zehn Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen, die im Besitz eines eigenen Mobiltelefons waren, sind es 2016 schon 12 Prozent. Fünf Prozent besitzen ein eigenes Smartphone. Das Mobiltelefon wird überwiegend zum Verschicken und Empfangen von Nachrichten sowie zum Telefonieren genutzt. Auch die Funktionsausstattung der Telefone nimmt stetig zu. Laut aktueller Studie besitzen bereits 43 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen ein eigenes Smartphone (S. 30). So geben auch 25 Prozent an, dass sie fast täglich das Internet mit ihrem Smartphone nutzen. Apps und Spiele sind hier besonders hervorzuheben. Dabei ist es interessant, dass diese Funktionen sogar mehr genutzt werden als Telefonieren (S. 16).

Lebensphase »Übergangsphase«

Im Alter zwischen 11 und 13 Jahren befinden sich Kinder in einer besonderen Situation. Sie sind nicht mehr so recht Kind aber auch noch nicht jugendlich. Sie befinden sich in einer Übergangsphase, in der sie zunehmend mit Entwicklungsaufgaben zu kämpfen haben. Und sie beginnen eigene Wege zu gehen, ganz besonders in ihrer Mediennutzung. Smartphone und Social Media gewinnen an Bedeutung. Neben der Nutzung von Suchmaschinen verbringen sie ihre Zeit im Internet dabei vornehmlich mit dem Anschauen von Filmen und Videos oder dem Surfen auf Kinderinternetseiten. Aber auch Communites oder „Einfach drauf los surfen“ zählen zu den favorisierten Tätigkeiten im Netz. In der Übergangsphase beginnt auch langsam der Besitz des eigenen Mobiltelefons oder Smartphones. Laut der aktuellen KIM-Studie (2016, mpfs) besitzen 43 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen ein Smartphone (S.30). Dabei gehen die Kids oft allein ins Internet und treffen leider auch immer wieder auf Inhalte, die sie nicht allein verarbeiten können. Als Eltern haben Sie gerade in der Übergangsphase eine wichtige Orientierungsfunktion. Suchen Sie das Gespräch mit ihren Kindern, insbesondere wenn es um deren Mediennutzung geht.

Lebensphase »Jugendalter«

Digitale Medien sind ein Teil der Alltagskultur von Jugendlichen. Mittels Internet, Sozialen Netzwerken, Video-on-Demand-Plattformen und Co. können Interessen erforscht und entdeckt, spezielle Informationen gesucht und interpretiert oder schlicht und einfach spezielle Unterhaltungsformate für Jugendliche genutzt werden.

Egal, mit welchem Medium, welchem Tool Jugendliche digital kommunizieren: Der Austausch, das Mitteilen und das Testen ihrer Wirkung auf andere stehen im Vordergrund. Kommunizieren Jugendliche untereinander, also mit ihrer sogenannten Peer-Group, sind es vor allem das Teilen gemeinsamer Erfahrungen, Erlebnisse und Konflikte, die besprochen und reflektiert werden. Der Streit mit Dritten in der Schule, die schlechte Note, Stress im Elternhaus, der gemeinsame Schwarm, Musikvorlieben und vieles mehr: All das ist Anlass für Kommunikation und Austausch untereinander – und vor allem ohne die Erwachsenenwelt. Dies trägt zur Fähigkeit bei, Konflikte auch ohne elterliche Unterstützung lösen zu können, eigene Postionen zu erlangen und diese auch zu vertreten. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen oder Erwachsenen: Eine neue Form der Eigenständigkeit wird also auch in der Kommunikation gelebt.

Der Bolzplatz, die Bushaltestelle oder das Jugendzentrum haben weiterhin eine essentielle Bedeutung für Jugendliche, wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln, sich in der Peer-Group auszutauschen oder auch gemeinsam Grenzen zu überschreiten. Aber sie werden ergänzt durch digitale Räume. In diesen digitalen Räumen können die Grenzen sehr vielfältig sein. Sie reichen vom gemeinsamen Anschauen von Gewaltdarstellungen, Horror- und Splatter-Filmen oder Soft-Pornos bis zum Kontakt zu unbekannten Personen oder neueren Phänomenen wie Happy-Slapping oder Sexting. Gerade solche Phänomene aber sind in Bezug auf ihre Auswirkungen von den Jugendlichen nur schwer einschätzbar. Wenn etwa der Kontakt zur unbekannten Person plötzlich unangenehm wird, das intime Foto auf einmal im Freundeskreis kursiert, private Informationen durch Dritte preisgegeben werden oder Cybermobbing stattfindet, kann das gravierende Folgen haben. Es ist eine schwierige Aufgabe für Eltern, hier den richtigen Weg zu finden, der zum einen ihre Kinder vor möglichen Gefahren schützt, zum anderen aber auch die autonome, freiheitliche und vor allem kreative Nutzung digitaler Medien zulässt, ohne zu bevormunden oder zu verbieten.

Themenblock »Medien in der Familie«

Kaum ein anderer Lebensort prägt das mediale Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen so stark wie die Familie. Ob Medien im Familienalltag der Berieselung und Ablenkung dienen oder der Information, dem Lernen und der kreativen Gestaltung, entscheidet darüber, wie Kinder die Potentiale von Medien auch im späteren Leben zu nutzen wissen. Familienmitglieder sind die ersten wichtigen Vorbilder im Umgang mit Medien. In der Familie lernen Kinder, welche Zwecke sie mit Medien wie verfolgen können und wollen. Nicht immer ist der Umgang mit Medien in der Familie einfach. Vor allem unterschiedliche Altersstufen, unterschiedliche Interessen und Gewohnheiten können Konflikte verursachen. Zum Beispiel, wenn die kleine Tochter nicht versteht, warum der ältere Bruder eine bestimmte Website besuchen darf, sie aber nicht. Oder wenn Eltern nicht verstehen, warum das Onlinespiel gerade jetzt nicht unterbrochen werden kann. Mediennutzung kann so nicht nur zu Unverständnis auf allen Seiten, sondern auch zu Frustration und Auseinandersetzungen führen. Um diese zu vermeiden und Kindern Orientierung im Umgang mit Medien zu bieten, sollten Sie stets erster Ansprechpartner Ihres Kindes sein, nicht das Internet oder das Fernsehen. Gemeinsames Spielen und gemeinsame Gespräche sollten das Familienleben prägen, ob mit oder ohne Medien.

Themenblock »Medienwelten«

Medien sind fester Bestandteil unseres Alltags. Sie sind Ort der Kreativität, der Information, des Ausprobierens und Erkundens. Und sie übernehmen wichtige Funktionen im Aufwachsen und der Persönlichkeitsentwicklung Ihrer Kinder. Besonders das Internet bietet globale und vor allem vielfältige Zugänge zu neuen Erfahrungswelten und trägt zu einer erweiterten Sicht auf die Welt bei. Indem Ihr Kind Medien nutzt, werden wichtige Kompetenzen gefördert, die für die Lern- und Arbeitswelt unentbehrlich sind. Dazu gehört die Fähigkeit, Medien zu gestalten und sich damit ausdrücken zu können, aber auch das Bewusstsein über Zusammenhänge, Einflüsse und Funktionen von Medien sowie die Fähigkeit, Quellen und Inhalte analysieren und diskutieren zu können. Das alles ist gemeint, wenn von Medienkompetenz die Rede ist. Fast unüberschaubar ist die Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten digitaler und vernetzter Medien. Was gestern noch aktuell und faszinierend war, ist morgen vielleicht schon uninteressant. Da fällt es uns schwer, den Überblick zu bewahren. Wollen wir unseren Kindern aber die Vielfalt der Medien eröffnen und sie zugleich vor möglichen Gefahren schützen, gilt es sich mit den vielen Möglichkeiten und Angeboten auseinanderzusetzen. Nur so können Sie Ihre Kinder kompetent machen für eine mediale, digitale Zukunft. Dass die ‚Neuen Medien‘ eine große Gefahr für Kinder sind, ist einfach nicht richtig. Zwar beeinflussen sie die Entwicklung, sie bieten dabei aber vielfältige Möglichkeiten und dienen den unterschiedlichsten Zwecken und Bedürfnissen.

Themenblock »Sicherheit im Netz«

Das Internet ist voll von hilfreichen und unterhaltenden Informationen. Aufgrund dieser Fülle an Informationen auf Internetseiten gelangt man aber auch schnell auf Seiten, die potentielle Gefahren bergen, über die Kinder informiert sein sollten. Sie als Eltern sollten dabei versuchen, keine unnötige Angst zu schüren, sondern eher die Entwicklung einer gesunden Skepsis zu unterstützen. Meist resultiert Angst aus Unwissenheit und Ihre Angst wird nicht selten auf Ihre Kinder übertragen. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind vermitteln, dass es sich bei jedem Problem an Sie wenden kann. Und sie sollten Ihr Kind bereits im Voraus auf einige wichtige Dinge hinweisen, bevor es allein im Internet surft.

Bedürfnisse

Beratung & Beschwerden

Geeignete Angebote

Gefahren & Risiken

Internetnutzung

Medien in der Schule

Medieneinflüsse

Mobile Medien und angesagte Apps

Rechtliches

Tools & Software

Welche Rolle spielen wir als Eltern?

Wie können wir gemeinsam Regeln aufstellen?

Mediennutzung von Babies und Kleinkindern

Medien spielen schon für kleine Kinder eine große Rolle. Man muss sie nicht künstlich an Medien heranführen, denn meistens kommen sie in der Familie ganz selbstverständlich damit in Berührung. Neben dem Spielen drinnen und draußen gehören Fernseher, Bücher, Hörspiele und Radio zu ihren liebsten Beschäftigungen. Das Internet spielt noch keine große Rolle.
Ob es sinnvoll ist, seine Kinder schon früh an digitale Medien, wie z.B. das Tablet heranzuführen, ist letztlich Ihre Entscheidung. Der Schritt über das Vorlesebuch hin zur Gestaltung eines Audiofiles, filmischer Sequenzen am PC oder Bildergeschichten auf dem Tablet könnte hier ein Anfang sein. So können Sie die Kompetenz Ihres Kindes Schritt für Schritt fördern.

Wie Babies Medien wahrnehmen

Auch wenn es uns nicht immer bewusst ist, haben schon Säuglinge und Kleinkinder Kontakt mit Medien, und zwar indirekt über Eltern, Geschwister und andere Menschen in ihrem Umfeld: Mama guckt beim Stillen Fernsehen, auf dem Weg zum Kinderarzt läuft das Autoradio, beim Schieben des Kinderwagens checkt Papa nebenbei seine Nachrichten auf dem Handy usw. Jedes Kind entdeckt die Welt um sich herum und damit auch die Medien. Aus Studien weiß man, dass alle Haushalte, in denen kleine Kinder leben, gut mit Mediengeräten ausgestattet sind. Es gibt fast in jeder Familie einen Fernseher, Smartphones, einen Computer, Radio und Internetanschluss. Medien sind also in den meisten Familien von großer Bedeutung. Zu Beginn eines Lebens entscheiden Sie, welche Medien Kinder auch direkt nutzen. Die größte Rolle spielt in den ersten Lebensjahren das Bilderbuch.

Medieneinflüsse bei den Allerkleinsten

Der flackernde Bildschirm und das klingelnde Handy sind Reizquellen, auf die Ihr Kind aufmerksam wird. Welchen Einfluss das auf die Entwicklung hat, weiß man noch nicht genau. Klar ist aber, dass Kinder sich merken, wie Medien in ihrem Umfeld genutzt werden. Sie nehmen Ihr Verhalten und das der größeren Geschwister wahr und ahmen es nach – zum Beispiel indem sie sich einen Bauklotz ans Ohr halten und „hineinsprechen“. Im Laufe der ersten zwei Lebensjahre wird die Wahrnehmung von Medieninhalten immer bewusster. Das kann man etwa beim gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuchs feststellen, bei dem das Kind auf Bilder zeigt.

Eltern als Vorbilder für den Medienumgang

Als Eltern müssen Sie sich bewusst sein, dass die Kleinsten Medien schon sehr früh wahrnehmen, den Umgang beobachten und nachahmen. Ihr Verhalten im Umgang mit Medien hat also Einfluss darauf, wie Ihr Kind diese später selbst nutzen wird. Gerade bei Säuglingen und Babies ist der soziale Kontakt über die direkte Ansprache, Blickkontakt und Berührung von großer Bedeutung für die Eltern-Kind-Beziehung und die kindliche Entwicklung. Wenn Sie durch das Smartphone abgelenkt sind, merkt das Ihr Kind. Schaffen Sie sich und Ihrem Kind gemeinsame medienfreie Zeiten. Da Medien Teil unseres Alltags sind, sollten sie aber nicht grundsätzlich tabu sein. Führen Sie Ihr Kind langsam an altersgerechte Medienangebote heran und begleiten Sie es bei seinen ersten Medienerfahrungen.

Medien im Alltag von Babies

In den ersten beiden Jahren spielen Medien keine große Rolle im alltäglichen Leben eines Kindes. In den ersten Monaten nach der Geburt orientieren sie sich zunächst in der neuen Lebensumgebung. Auch die Entwicklung und Ausprägung der Sinnesorgane findet in den ersten Monaten statt. Später folgt die Interaktion mit Eltern und Geschwistern. Babys beginnen damit, sich die Welt durch Sehen, Tasten, Greifen, Hören und Schmecken zu erschließen. Der erste Kontakt mit Medien ist beispielsweise das Bilderbuch. Diese können entweder aus Pappe sein oder auf einem Tablet visualisiert werden. Fernsehinhalte sind für ein Kleinkind nicht interessant, da es die Bilder auf dem Bildschirm nicht verarbeiten kann und es auf diese Weise nur eine schnelle Abfolge von unterschiedlichen Lichteinstellungen wahrnimmt. Erst zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr kann Ihr Kind dann einfache Dinge auch im Fernseher oder auf dem Monitor erkennen. Dabei sollte die Bildschirmzeit 20 Minuten am Tag nicht überschreiten. Ab einem ganz individuellen Zeitpunkt schauen sich Kleinkinder die Nutzung von Smartphone, Laptop und Fernseher von Eltern und Geschwistern ab. Sie erkennen Mama oder Papa auf Handybildern und wollen sich diese immer wieder ansehen. Die Ausgabe von Tönen, Musik oder Bildern auf dem Smartphone wird interessanter. So kommen Kleinkinder immer wieder in Kontakt mit digitalen Inhalten. Der Umgang sollte von Ihnen und gegebenenfalls den Geschwistern dann nicht generell verboten, aber auf ein akzeptables Niveau reduziert werden.

Wie Medien auf Kinder wirken

Schon in der frühesten Kindheit sind Medien ein wichtiger Bestandteil des Aufwachsens: Vom Bilderbuch über die Gute-Nacht-Geschichte oder dem Hörspiel bis zur Sendung im Kinderfernsehen. Längst sind auch digitale Medien in den Familienalltag integriert. Das Internet, Computerspiele, Apps, Smartphones und Tablets spielen hier eine große Rolle. Und Kinder nutzen diese Medien leider nicht nur altersgemäß. Beeinflusst durch die Medien der Erwachsenenwelt, lernen sie frühzeitig unterschiedliche Formate kennen. Diese geben ihnen Anreiz zum Ausprobieren und Entdecken. Eine ständige Berieselung durch Musik im Supermarkt oder allgegenwärtige Werbeanzeigen sind hierfür Beispiele. Medien prägen ihre Vorstellungen, Lebensstile und Wünsche. Kinder sind aber nicht Opfer der Medien. Meistens wählen sie genau aus, machen sich Gedanken über ihre Medienerlebnisse und gehen durchaus kritisch damit um.

Gewalt im Fernsehen und im Internet

Gewaltdarstellungen führen nicht automatisch dazu, dass Kinder und Jugendliche auffällig oder aggressiv werden. Das gilt auch für visuelle Medien wie Filme und Computerspiele. Medienpädagoginnen und Medienpädagogen sowie Psychologinnen und Psychologen sind sich dabei weitestgehend einig. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sie ein Bild gesellschaftlicher Akzeptanz vermitteln und Gewalt als Lösung von Konflikten präsentieren. Das kann stark verängstigend wirken.

Pornografische Inhalte im Netz

Allgemeine Aussagen zu Wirkungen und Folgen möglicher problematischer Inhalte zu treffen, ist schwierig. Das trifft auch auf pornografische Inhalte zu. Sie sollten zumindest Ihre Jüngsten von Pornografie fernhalten. Bei Jugendlichen ist die Lage etwas komplizierter. Hier ist es stark abhängig von der jeweiligen Veranlagung und vom konkreten Inhalt. Die pauschale Behauptung, Jugendliche erhielten durch pornografische Inhalte ein falsches Bild von Sexualität ist nicht zutreffend. Sie können sehr wohl zwischen Darstellungen in den Medien und realistischer Sexualität unterscheiden. Harte Pornografie sollte jedoch nicht von Jugendlichen genutzt werden. Insbesondere pornografische Inhalte, die das Maß tolerierbarer Freiheit überschreiten können ungeahnte Folgen haben. Dazu zählen auch Kinder- und Jugendpornografie. Diese sollten hinsichtlich der Prüfung eines vorliegenden Straftatbestandes gemeldet werden.

Was trägt das Netz zu problematischem Verhalten Heranwachsender bei?

Kinder und Jugendliche befinden sich ständig in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Diese überfordern sie und können leider auch psychische Probleme mit sich bringen. Immer wieder leiden sie an Essstörungen wie Anorexie und Bulimie. Außerdem neigen zu selbstverletzendem Verhalten wie dem Ritzen. Die Ursachen dafür sind nicht im Internet zu suchen. In den meisten Fällen sind diese im engen sozialen Umfeld zu finden. Im Internet wird solches Verhalten aber dokumentiert und diskutiert. In speziellen Internetforen beispielsweise teilen Kinder und Jugendliche Bilder ihrer Selbstverletzungen. In Fällen von Essstörungen finden regelrechte Wettbewerbe statt. Dies hat natürlich ebenfalls Folgen für diejenigen, die auf solche Inhalte stoßen. Wenn Ihr Kind – aus welchen Gründen auch immer – gefährdet oder labil ist, könnte es zu selbstverletzendem Verhalten animiert werden.

Anonyme suchen den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen

Überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Dabei kann es sich um die Vermittlung problematischer Inhalte handeln oder sogar um Aufforderungen von Verhalten, das Kindern schadet. Solche Kontakt- und Kommunikationsrisiken sind leider vielseitig:  Beschimpfungen, Bedrohungen und Beleidigungen sind keine Seltenheit. Im Falle eines sich wiederholenden Vorgangs kann dies zum Cybermobbing führen. Schließlich sind auch sexuell orientierte Kommunikation, sexuelle Belästigung oder die Anbahnung von sexuellem Kontakt und letztlich sexueller Missbrauch (Cybergrooming) nicht auszuschließen. Solche Risiken treten vor allem in Sozialen Netzwerken auf. Besonders über Ansprachen in Einzelnachrichten aber auch über Posts auf einer Pinnwand, Kommentare oder Gruppennachrichten kann hier Kontakt aufgenommen werden. Besonders problematisch sind Einzelnachrichten, da diese nicht für andere einsehbar und somit intimer sind. Kinder und Jugendliche sollten die Gefahr solcher Kontakte frühzeitig erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen können. Hierzu gehören zum Beispiel das Blockieren oder Melden des Users. Letztlich ist es natürlich auch immer möglich,  das jeweilige Angebot zu verlassen. Versuchen Sie Ihrem Kind klar zu machen, dass es niemals zweifelhaften Aufforderungen Folge leisten darf. Die Preisgabe von privaten Bildern, Adressen oder Telefonnummern gehören ebenfalls dazu. Kommt es trotzdem zu einem gefährdenden Kontakt, sollte Ihr Kind das Gefühl haben, sich Ihnen stets anvertrauen zu können.

Balance zwischen Schutz und Freiraum

Kinder und Jugendliche suchen ständig nach neuen Erfahrungsräumen, die auch fernab Ihrer Kontrolle sind. Diese Freiräume müssen ihnen zugestanden werden. Sie sind sinnvoll und notwendig. Kinder und Jugendliche finden diese heute besonders in Sozialen Netzwerken, auf YouTube, in Social Media Angeboten wie Instagram, in Chats oder in Computerspielen. Diese Plattformen generell zu verbieten ist unmöglich und aus pädagogischer Sicht auch nicht sinnvoll. Jedoch können in diesen Räumen auch bewusste oder unbewusste Grenzüberschreitungen vollzogen werden.

Eine Lösung der Konflikte im Umgang mit Medien gibt es nicht. Hilfreich ist es gemeinsame Medienregeln aufzustellen. Diese sollten für alle Familienmitglieder verständlich sein. Außerdem sollten alle mit einbezogen werden und sie müssen für alle gelten.

Jugendmedienschutz ist wichtig

Kinder- und Jugendmedienschutzmaßnahmen schaffen sichere Rahmenbedingungen. Risiken können so aber nur minimiert, nicht ausgeschlossen werden. Die Sicherheit Ihrer Kinder im Netz wird letztlich durch ihre Medienkompetenz als ideale Basis für einen effektiven Schutz bestimmt.

Eltern sind Vorbilder – auch bei der Mediennutzung

Sie als Eltern sind Vorbilder. Achten Sie deshalb auf einen sinnvollen Mediengebrauch. Sowohl in Qualität als auch in Quantität, auch wenn dies manchmal schwerfällt. Wenn sie verantwortungsbewusst mit Medien umgehen, kann auch Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien entwickeln! Ein produktiver Umgang mit Medien unterstützt Ihr Kind dabei, die eigenen Abwehr- und Verhaltensmechanismen zu stärken. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind Gefahren erkennen und vermeiden kann.
Durch entsprechende Einstellungen zur Privatsphäre, Datenschutzmaßnahmen und Sicherheitstools können Sie die medialen Räume Ihres Kindes schützen.

Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung

Wer kennt das nicht? Wochenende, 6.00 Uhr. Das Kind ist hellwach, Sie aber nicht. Da ist es einfach, mal eben den Fernseher oder das Tablet anzuschalten und wenigstens für ein paar wohlverdiente Minuten Ruhe zu haben – und warum auch nicht? Im Familienalltag gibt es einfach Momente, in denen Tablet oder Fernsehen eine bequeme Möglichkeit sind, kurz durchzuschnaufen. Und es ist so bequem, dass es uns sehr schwer fällt, es nicht zu tun. Und solange es nicht zur Gewohnheit wird und wir Medien nicht zulasten des Kindes missbrauchen, ist es durchaus mal erlaubt – aber begleiten Sie Ihr Kind dabei! In den ersten Jahren erlebt das Kind durch seine körperliche und geistige Entwicklung viele Veränderungen. Regelmäßigkeiten spielen da eine wichtige Rolle. Feste Rituale bieten Verlässlichkeit und Orientierung für Ihr Kind. Das gilt auch für die gemeinsame Nutzung von Medien. Sei es ein geplantes Zeitfenster für Medien am Wochenende, der Videoclip am Vorabend oder auch das regelmäßige gemeinsame Surfen im Netz. Nicht nur, aber gerade hier ist Ihre elterliche Begleitung extrem wichtig. Sie sollten sich vorab die Videos, Kinderseiten und Kinder-Apps, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nutzen wollen, anschauen oder sich über diese informieren. Dann kann es großen Spaß machen, sich diese gemeinsam zu erschließen. Wichtig ist, dass Sie bei Schwierigkeiten sofort eingreifen und Hilfestellung leisten können.

Gemeinsam Medien entdecken

Die gemeinsame Zeit mit Medien sollte nie als Belohnung oder Strafe eingesetzt werden. Sätze wie „Wir schauen heute nicht zusammen, weil du nicht artig warst“ sind kein gutes Erziehungsinstrument. So ein Verhalten ist für Ihr Kind völlig unverständlich, da der Grund und die Konsequenz nichts miteinander zu tun haben und daher für Ihr Kind nicht nachvollziehbar ist.

Das gemeinsame Surfen oder Fernsehen bringt dagegen viele Vorteile. Neben der Zeit, die man zusammen verbringt, behalten Sie die Kontrolle über die Inhalte und haben Einblick in die Fortschritte Ihres Kindes. Sie können so einfacher bestimmen, wann der Computer oder das Tablet mal ausgeschaltet werden sollte und wann Ihr Kind eine Pause braucht, gelangweilt oder überfordert ist. Dem Kind wird wiederum gezeigt, dass Sie Interesse an ihm haben.

Kinder möchten Medien entdecken

Vorschul- und Grundschulkinder sind neugierig und wissbegierig beim Entdecken der eigenen Lebenswelt. Analogen und digitale Medien spielen eine große Rolle. Für den Entdeckerdrang der Kleinsten bietet das Internet ein enormes Angebotsspektrum. Was machen Mama und Papa eigentlich so lange am Computer? Warum tippt die große Schwester in jeder freien Minute auf ihrem Handy herum, wenn sie doch gar nicht telefoniert? Digitale Medien üben schon auf Erwachsene eine große Faszination aus. Das gilt auch für Kinder! Die Kleinen wollen vor allem das machen, was auch die Großen machen. Gelegenheiten für die erste Mediennutzung und die ersten Schritte im Internet sind vielfältig. Den inhaltlichen Zugang zum Netz bietet dabei meist das Kinderprogramm im Fernsehen. Bekannte Figuren werden in Onlinewelten auf einmal verfügbar. Es können Videos, Informationen und Specials, Onlinespiele und Quizze abgerufen werden. Kinderwebseiten setzen auf Interaktivität und Mitmachen. Und das Interesse beschränkt sich nicht auf Zeitvertreib und Unterhaltung, Ihr Kind will lernen und entdecken!

Was Vorschulkinder brauchen und mögen

Vorschulkinder lieben einfache Seiten mit vielen Bildern und Tönen und sie brauchen Wiederholungen – das gilt für das Spielen im Kinderzimmer wie für die Mediennutzung. Wiederholungen geben Sicherheit, Stabilität und Orientierung. Am besten eignen sich deshalb Angebote, die mit einfacher Benutzerführung und vielen Tönen und Bildern alle Sinne ansprechen und gleichzeitig auf spielerische Weise Lernelemente verknüpfen. Weil ihre Lesekompetenz noch nicht ausgebildet und ihre kognitiven Prozesse und motorischen Abläufe noch nicht ausgereift sind, können die Kleinen komplexe Spielgeschehen noch nicht erfassen. Für die ersten Erfahrungen in der Onlinewelt – die Sie möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind erkunden sollten – genügt daher eine einzelne Seite oder Unterseite. Das Navigieren auf mehreren Seiten ist noch nicht geeignet. Wenn sich das Kind langweilt oder etwas Neues kennenlernen möchte, kann man ab und zu weitere Seiten entdecken – wenn möglich aber nicht mehr als drei oder vier: Kinder können Seiten immer wieder anschauen und neu erleben. Sie langweilen sich dabei nicht.

Tablets im Familienalltag

Die Kleinsten orientieren sich in ihrer Mediennutzung an Ihnen und gegebenenfalls an ihren älteren Geschwistern. Egal ob beim Fernsehen, am Computer, am Tablet oder Smartphone. Während heute in nahezu jedem Haushalt mindestens ein Fernsehgerät und ein Computer vorhanden sind, gehören Tablets erst in jedem vierten Haushalt dazu. Mit der zunehmenden Ausstattung in der Familie, von Tablet bis Smartphone, wächst natürlich auch das Interesse der Kleinsten an den neuen Technologien.

Die Feinmotorik von Kindern ist noch nicht voll ausgebildet. Hände und Finger sind unbeholfen und die Koordination von Hand und Augen entwickelt sich gerade erst. Deshalb ist die Bedienung eines Tablets viel geeigneter für sie als das Bedienen von Tastatur und Maus. Die Verknüpfung verschiedener Sinne wird innerhalb geeigneter Kinderangebote gefördert. Sie können sich z.B. in Onlinespielen wichtige motorische und geistige Fähigkeiten aneignen. Speziell für kleine Kinder gibt es viele Angebote im Netz, die den Zugang zum Internet begrenzen und damit in der Regel kein ungeschütztes Surfen erlauben.

 

Schulkinder entdecken Onlinewelten

Nachdem sie schon früh zu Hause am PC oder auf dem Tablet erste Erfahrungen mit der Onlinewelt gemacht haben, nutzen laut der KIM-Studie 2016 bereits 27 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen täglich oder fast täglich das Internet (S.10). Auch wenn Fernsehen, Freunde, Musik und Sport noch immer vorgehen, haben bereits 35 Prozent der Kinder zwischen sechs und sieben Jahren Erfahrungen mit dem Internet gemacht (S.33). Neben der Nutzung von Suchmaschinen (70%), verbringen Grundschulkinder mittlerweile ihre Zeit auf Kinder-Seiten (46%), aber auch vor allem auf WhatsApp (57%) und YouTube (50%) (S. 35).

Seien Sie Ansprechpartner rund um Onlinethemen

Wer kennt das nicht: Töchterchen Luise, vierte Klasse, kommt vom Bolzplatz und will sofort den Trick lernen, den Tomke ihr heute gezeigt hat. Aber was tun, wenn man selbst den Trick nicht kann und Opa seinen letzten Ballkontakt in der 1970ern hatte? Natürlich im Internet gucken: Smartphone und Laptop raus und los geht die Suche nach guten Erklärvideos und Beispielfilmen zum Trick. Aber wo fängt die Suche an? Und darf Luise auch allein suchen oder muss nicht erst der PC gesichert werden? Was ist, wenn Luise nicht nur nach dem Fußballtrick schaut, sondern auf Seiten stößt, mit deren Inhalt sie nicht umgehen kann? Fragen über Fragen. Und bevor man etwas falsch macht, lässt man sie lieber nicht ins Netz.

Solche und ähnliche Situationen sind Ihnen sicherlich schon mal begegnet und es ist völlig verständlich, dass das zunächst eine Menge Unsicherheiten hervorruft. Auch wenn Ihr Kind schon hin und wieder allein im Internet unterwegs ist, ist es wichtig, dass Sie als Eltern zu jeder Zeit Ansprechpartner bei Fragen und Problemen bleiben. Wenn möglich, sollten Sie so oft es geht gemeinsam mit dem Kind surfen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie kompetent und sicher sich das Kind im Netz bewegt. Später sollte Ihr Kind dann auch hin und wieder die Möglichkeit erhalten, auf ausgewählten Seiten allein ein Thema für sich zu entdecken und seine ersten Erfahrungen ohne Eltern zu machen. Wenn von Anfang an ein offener, entspannter Umgang mit dem Internet herrscht, überträgt sich das auf Ihr Kind, das dadurch unvoreingenommen auf Herausforderungen treffen und gleichzeitig eine gesunde Skepsis entwickeln kann.

Lernen mit digitalen Medien

Ganz besonders zu Beginn der Grundschulzeit sind unsere Kinder überall neuen Herausforderungen ausgesetzt: Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben bringt sie der Welt der Großen näher. In keiner anderen Lebensphase sind sie motivierter, etwas zu lernen. Die wichtigste Aufgabe für Sie als Eltern ist nun, sie beim Lernen zu unterstützen. Der Spaß am Lernen sollte bewahrt werden. Motivation, Einsatz und Entschlossenheit, sich auch selbstständig Wissen anzueignen sollte so gut es geht gefördert werden. Digitale und vor allem mobile Medien können den Spaß am Lernen unterstützen und eignen sich als wichtige Impulsgeber. Immer mehr Grundschulen nutzen nicht ohne Grund den Entdeckerdrang in Kombination mit der Faszination für Medien als Bildungskanal.

Vielfältiges Internetangebot für Kinder

Auch Kinder wollen im Internet surfen. Da sie andere Interessen und Bedürfnisse haben als Erwachsene gibt es Internetseiten für Kinder. Es ist ganz wichtig, Kindern schon frühzeitig Möglichkeiten an die Hand zu geben, mit denen sie schnell und einfach Inhalte im Netz finden. Diese Möglichkeiten sollten sowohl interessant als auch altersgemäß sein. Deutschland verfügt dabei über eine bemerkenswerte und einzigartige Kinderseitenlandschaft. Die Internetseiten werden regelmäßig betreut und sind auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Hier können sich Kinder über das Weltgeschehen oder über ihre Hobbys informieren und über viele weitere Themen recherchieren. Sie können Spiele spielen, Freunde treffen, sich austauschen oder selbst Bilder, Videos und sogar Webseiten produzieren. So lernen sie das Internet in seiner Vielfalt an Möglichkeiten kennen- in einer Internetwelt für Kleine.

Kindersuchmaschinen

Kinder sind fasziniert vom Internet und der unendlichen Information. Egal, was man sucht, es gibt eine Seite dazu. Häufig werden aber die Suchmaschinen der Erwachsenen benutzt. Nicht zuletzt durch noch unzureichende Recherchekenntnisse werden Kinder dort jedoch mit einer unübersichtlichen Fülle an Ergebnissen konfrontiert, die sie nur schwer filtern können. Es kann auch passieren, dass sie auf Ergebnisse stoßen, die mitunter nichts mit ihrer Suche zu tun haben oder ungeeignet sind. Zum Schutz der Kinder gibt es aber Suchmaschinen, die speziell für Kinder konzipiert sind und mit denen sie ihre ersten Rechercheausflüge auch ohne Begleitung Erwachsener unternehmen können. Suchmaschinen für Kinder, wie www.fragfinn.de oder www.blinde-kuh.de, unterscheiden sich dabei in wesentlichen Merkmalen von den üblichen Suchmaschinen. Das gilt besonders für die Gestaltung, die Aufbereitung und den Umgang bei Problemen. Texte, Bilder und Videos werden anhand bestimmter Kriterien vorab geprüft und dann freigegeben. So sind sie für Kinder gleichzeitig unbedenklich und interessant.

Mobile Medien in Kinderhand

Der Besitz von Handys nimmt im Grundschulalter stark zu. Sind es bei den Sechs- bis Siebenjährigen erst 12 Prozent, besitzen bereits 80 Prozent der Zwölf- bis 13-jährigen Jugendlichen laut der KIM-Studie 2016 ein Handy (S.30). Auch wenn das Handy überwiegend zum Verschicken und Empfangen von Nachrichten sowie zum Telefonieren genutzt wird, nehmen andere Funktionen immer mehr zu. Laut aktuellen Studien besitzen 61 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen ein internetfähiges Smartphone (S.30). Ist im Haushalt ein Tablet vorhanden, wird dies auch genutzt. Dies ist in gut jeder vierten Familie (28%) mit Sechs- 13-jährigen Kindern der Fall. Dass Kinder in diesem Alter selbst ein Tablet besitzen ist selten (5%).  Der Großteil der Kinder hat keine Berührung mit Tablets (S. 17). Die Nutzung mobiler Endgeräte wie Tablet und Smartphone bedeutet eine andere Art der zeitlichen und inhaltlichen Kontrolle durch die Eltern, als es bei Computern der Fall ist. Hier sollten Sie darüber nachdenken, ab welchem Alter eine Nutzung sinnvoll ist und dann das Gerät bewusst und in diesem Wissen aus der Hand geben. Auch hier gibt es Möglichkeiten des aktiven Schutzes. Zum einen finden sich in Smartphones oder Tablets oft Jugendschutzeinstellungen, zum anderen gibt es spezielle Jugendschutzsoftware und Kinderschutz-Apps für internetfähige Handys.

Spannende Online-Inhalte für Kinder

Online zu kommunizieren, sich auszutauschen und verbunden zu sein sind typische Merkmale des Internets. Diese interaktive Seite wird auch von Grundschulkindern früh entdeckt. Hobbys spielen dabei eine besondere Rolle. Da werden gemalte Bilder hochgeladen oder kleine selbst erstellte Videos, Bastelanleitungen und Erklärfilme zu den neuesten Kickübungen ins Netz gestellt. Kinder teilen nur allzu gern ihre Interessen mit anderen, ob auf YouTube, in sozialen Netzwerken oder in speziellen, sicheren Communitys.

Medienfreiräume sind wichtig

Jugendliche nutzen digitale Medien intensiv und sehr vielfältig. Besonders Soziale Netzwerke, Messenger und YouTube sind beliebt. Hier kann in einem vermeintlich sicheren Raum mit Freunden gechattet, Bilder und Videos geteilt, Beiträge „geliked“ oder kommentiert werden.
Diese Plattformen schaffen einen großen Spielraum für Kinder und Jugendlichen, die von ihnen auch genutzt werden. Zur Jugendphase gehört es auch dazu sich vom Elternhaus abzugrenzen, Grenzen auszutesten und persönliche Freiheitsräume zu nutzen. Social Media bietet dafür viele Möglichkeiten. Es ist in Ordnung wenn Sie Ihr Kind nicht überall beaufsichtigen. Eigenständigkeit der Kinder ist positiv und sollte von Ihnen unterstützt und kritisch begleitet werden.

Ich verstehe mein Kind nicht mehr

Wer kennt das nicht: Der 16-jährige Sohn kommt vom Treffen mit Freunden nach Hause und berichtet voller Aufregung darüber, dass LeFloid ein neues Video hochgeladen oder Gronkh ein neues Let’s Play eingestellt hat und wir verstehen nur Bahnhof. Die Welt unseres Kindes scheint nicht mehr die unsere und wenn wir nicht nachfragen, entfernen wir uns immer mehr von ihm. Das ist einerseits gut so, da Autonomie wichtig und richtig ist und Kinder Freiräume brauchen. Andererseits möchte man sein Kind gerne verstehen.

In der Jugend sind Eltern und Kinder nicht immer zu beneiden. Beim Erwachsenwerden Ihres Kindes sind Sie vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Auch in Bezug auf die Mediennutzung sind Konflikte und gegenseitiges Unverständnis vorprogrammiert. Verbote nutzen hier wenig. Vielmehr gilt es, Verständnis zu zeigen, Ihrem Kind zu vertrauen und die Entfaltung – auch in digitalen Medien – zuzulassen. Vergessen Sie dabei aber nicht, auch die eigenen Positionen kenntlich zu machen und Grenzen zu ziehen.

Aber: Sie als Eltern sollten immer erste Ansprechpartner Ihres Kindes bleiben!

Wie bei allen sensiblen Themen geht es auch bei der Mediennutzung darum, Ihr Kind, seine Beweggründe und Bedürfnisse zu verstehen. Dabei treten oftmals gerade in Bezug auf die Nutzung von Smartphone, Social Media und Co. erhebliche Verständigungsprobleme auf. Sie als Eltern können vielfach nicht nachvollziehen, warum das Smartphone ein steter Begleiter ist und als Tor zur Welt so wichtig ist. Aber nur, wenn Sie wissen, was Ihr Kind da treibt und warum, können Sie gemeinsam angemessene Regeln vereinbaren. Ein Handyverbot beispielsweise löst selten Konflikte, sondern trägt eher dazu bei, dass Sie nicht mehr als Ansprechpartner wahrgenommen werden. Haben Sie die Mediennutzung Ihres Kindes bisher maßgeblich bestimmt, sind es jetzt andere Jugendliche und deren Inhalte. Sie können aber durchaus weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen, mediale Erfahrungen zu sammeln, diese zu verarbeiten und produktiv zu nutzen. Sie können ihm helfen, Erlebtes einzuordnen.

Herausforderungen im Umgang mit dem Netz ansprechen

Die Bedeutungen von Urheberrecht, Privatsphäre, Datenschutz und Jugendmedienschutz sind selbst für uns Erwachsene oft schwer verständlich. Daher sollten sie immer wieder zum Thema gemacht werden. Und auch für ganz konkrete Herausforderungen können Sie als Eltern zumindest sensibilisieren und einen kritischen Blick schärfen. Was sind die Folgen einer allzu offenen Selbstdarstellung und dem Versenden von freizügigen Bildern? Warum sollte man keine illegalen Downloads tätigen? Wie lassen sich Passwörter und sensible Daten schützen?

Aber auch die vielfältigen Möglichkeiten der Medien sollten Sie als Anlass zum Gespräch oder zum gemeinsamen Ausprobieren und Gestalten nutzen. Dabei werden Sie nicht immer einer Meinung sein. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, Ihrem Kind die Kompetenz mit auf den Weg zu geben, eigenständig und verantwortungsbewusst handeln zu können, ob in, mit oder ohne Medien!

Jugendliche und ihre Onlinewelten

Heute ist es so einfach wie nie zuvor, eigene Meinungen und selbstgestaltete Inhalte zu veröffentlichen. Egal ob auf Modeblogs, Gamingsiten oder auf YouTube. Jugendliche können sich in digitalen Räumen ausprobieren und austesten wie sie wirken. Sie können über räumliche und soziale Grenzen hinweg Gleichgesinnte finden. Damit wird Kommunikation und Freundschaft im Alltag nicht abgelöst sondern erweitert. Jugendliche trennen nicht mehr zwischen Offline- und Onlinewelt. Durch Smartphone und Tablet verschmelzen diese Welten. In den bekannten und neu geschaffenen Freiräumen probieren sich die Jugendlichen aus, schließen neue Freundschaften, entwickeln und teilen Interessen. Besonders in der digitalen Vernetzung kann Ihr elterliches Verständnis auf Grenzen stoßen, wenn im Netz z.B. Gewaltdarstellungen oder Pornos konsumiert werden. Viele Inhalte sind nicht immer altersgemäß und sind in Bezug auf ihre Auswirkungen von den Jugendlichen schwer einschätzbar. Es ist eine schwierige Aufgabe für Sie als Eltern hier den richtigen Weg zu finden. Schützen Sie Ihre Kinder vor möglichen Gefahren aber fördern Sie auch die autonome und kreative Nutzung digitaler Medien.

Jugendliche und ihre Kommunikation im Netz

Ein Streit mit der Freundin, die schlechte Note, Stress zu Hause, der neue Schwarm oder Musikvorlieben sind Themen, die Kinder bewegen. Über Erfahrungen, Erlebnisse und Konflikte tauschen sie sich auch über digitale Medien aus. Ihrem Kind hier Freiräume zu geben ist wichtig. Es trägt dazu bei, dass Ihr Kind lernt, Konflikte auch ohne elterliche Unterstützung zu lösen. So lernt es auch, eigene Positionen zu vertreten. Es kann sein, dass Ihnen die Kommunikation Ihres Kindes manchmal kryptisch und unverständlich erscheint. Erinnern sie sich noch an die Jugendsprache als Sie ein Teenie waren? Emojis, Abkürzungen und eigene Geheimwörter schaffen eine geschützte Kommunikation, in der sich Jugendliche untereinander anvertrauen. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen.

Das Smartphone als ständiger Begleiter

Das Smartphone spielt bei Jugendlichen eine große Rolle. Ob durch den Musik-Player, die Fahrplan-App oder den Messenger: Das Smartphone ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Nicht ohne Grund, denn es ist ein Allroundtalent und vereint fast alle Medien in einem Gerät. Ein Gerät, das klein und einfach zu bedienen ist. Es kann durch Apps und Funktionen personifiziert und individualisiert werden. So wird das Smartphone wird zum Statussymbol. Unterschiedliche Aspekte, wie Handyhülle, Hintergrundbild oder Fabrikat des Handys sollen zeigen, dass man up-to-date oder besonders cool ist. Das ist kein neues Phänomen. Früher diente Kleidung oder Musik zur Selbstdarstellung und zur Abgrenzung. Eine Besonderheit des Smartphones ist, dass ganz persönliche Erfahrungen dokumentiert und gespeichert werden. Ihr Smartphone haben die Jugendlichen ganz für sich. Und es ermöglicht Intimes zu speichern, ob Liebesbotschaften in WhatsApp oder Fotos der Selbstdarstellung.

Kommunikation über Messenger

Kommunikation – die meist über Messenger wie WhatsApp, Signal, Threema oder Telegram stattfindet –  ist für Jugendliche und Heranwachsende ein Grundbedürfnis. Hier werden Meinungen und persönliche Ziele mit denen der anderen verglichen, Konflikte ausgetragen und die Wirkung der eigenen Person auf andere getestet. Man schreibt nicht auf Pinnwände, sondern mit einer zuvor ausgewählten Gruppe oder einer einzelnen Person. Mit Messengern wird scheinbar privat kommuniziert. Hier lassen sich Gruppenchats organisieren, einzelne Personen blockieren oder Fotos und Videos versenden. Oft sind die Gruppen aber so groß, dass von Privatheit keine Rede sein kann.
Die Beliebtheit von Messengern geht schlichtweg auf die weite Verbreitung des Angebots zurück. Die Apps sind außerdem kostengünstig oder sogar kostenlos und mit einer Internetflat oder Zugang zu WLAN fallen keine weiteren Kosten an. Natürlich bergen Sie auch Risiken. Wenn Sie Sich über die Sicherheit Ihrer Daten bzw. der Ihrer Kinder Gedanken machen, vergleichen Sie einfach mal die Bedingungen einzelner Messenger. Was passiert dort mit den Daten? Ist die Kommunikation verschlüsselt? Gibt es sichere Messenger? Informationen dazu finden Sie zum Beispiel bei „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ oder auf dem Medienpädagogik Praxis-Blog.
Über das Social Web gibt es außerdem weitere zahlreiche Möglichkeiten, mit geringem Aufwand an der Welt teilzuhaben. Mit dem Smartphone geschieht dies zu jeder Zeit an jedem Ort und vor allem auf ganz unterschiedliche Weise.

Medien selbst mitgestalten

Jugendliche sind mehr als nur Konsumenten von Medien. Sie gestalten diese aktiv mit. Besonders deutlich wird dies auf YouTube. Hier werden nicht nur Videos angeschaut, sondern auch eigene veröffentlicht. Bekannte YouTuber sind zum Beispiel LeFloid, Daaruum oder Bibi von Bibis Beauty Palace. Sie haben klein angefangen und sich im Laufe der Jahre ein millionenfaches Publikum erarbeitet. Die Themen sind sehr vielfältig. Viele erzählen vom eigenen Alltag, z.B. von Erlebnisse in der Schule. Eine Menge Videos drehen sich aber um Kosmetik und Fashion, viele erzählen etwas Lustiges und andere erklären Computerspiele. Auch großen Themen werden auf YouTube behandelt und auch reflektiert. So werden Themen wie Cybermobbing oder Toleranz aufgegriffen und in Videos behandelt. Die Ice-Bucket-Challenge hat z.B. gut gezeigt wie spielerisch gesellschaftliche Themen in YouTube thematisiert werden können.
Auch wenn Jugendliche keine eigenen Inhalte bereitstellen, sie können ein Teil davon sein. YouTube und allgemein das Internet, ist ein Informationsraum für alles, was Jugendliche interessiert, ein Raum für Vorbilder, Trends und besonders auch ein Raum um Anschluss zu finden.

Jugendschutz in der Medienwelt

Der Schutz Jugendlicher in digitalen Medien stellt Eltern vor eine besondere Herausforderung. Hier scheint ein engmaschiges Schutz- und Gefahrenabwehrnetz immer weniger praktikabel. Vielmehr geht es nun darum, mögliche Risiken zu minimieren, anstatt durch Verbote Risiken vermeintlich auszuschließen – denn damit schließt man auch die positiven Aspekte der digitalen Medien aus.

Darstellungen von Gewalt, Pornografie und selbstverletzendem Verhalten sind dabei in all ihren Facetten eine besondere Herausforderung. Keinesfalls können sie als einzige Ursache für aggressives Verhalten gegen sich oder andere sowie für sexuelle Missverständnisse verantwortlich gemacht werden. Die Ursachen aggressiven Verhaltens liegen meist im engen sozialen Umfeld. Aber Gewalt und Pornografie können durchaus verängstigend wirken. Wenn Ihr Kind damit in Berührung kommt, sollte es seine Verunsicherung mit Ihnen teilen können.

Digitale Medien in der Entwicklung Jugendlicher

 

Digitale Medien sind heutzutage ein Teil der Alltagskultur von Jugendlichen. Besonders in der Kommunikation spielen diese eine große Rolle. Der Austausch untereinander, sich selbst Mitteilen und alles Austesten ist wichtig für jugendliche und bestimmt die Kommunikation. In der Kommunikation untereinander, also mit ihrer sogenannten Peer-Group, werden gemeinsame Erfahrungen, Erlebnisse und Konflikte geteilt und reflektiert. Situationen aus dem Alltag, wie die schlechte Note, Stress im Elternhaus oder der gemeinsame Schwarm ist Anlass für Kommunikation und Austausch untereinander und vor allem abseits der Erwachsenenwelt. Dies trägt zur Fähigkeit bei, Konflikte auch ohne elterliche Unterstützung lösen zu können und eigene Postionen zu erlangen und diese auch zu vertreten. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen. Eine neue Form der Eigenständigkeit wird also auch in digitalen Medien gelebt.

Der Bolzplatz oder das Jugendzentrum haben weiterhin eine große Bedeutung für Jugendliche, wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln. Es sind Räume zum Austausch. Aber vor allem sind es auch Räume um gemeinsam Grenzen auszutesten und zu überschreiten. Sie werden ergänzt durch digitale Räume. In diesen digitalen Räumen können die Grenzen sehr vielfältig sein. Das kann gemeinsames Anschauen von Gewaltdarstellungen, Horror- und Splatter-Filmen oder Soft-Pornos sein. Das kann aber auch eine Kontaktaufnahme zu unbekannten Personen sein. Happy-Slapping oder Sexting gehören zu den neusten Phänomenen, die in ihrer Wirkung von den Jugendlichen schwer einschätzbar sind. Wenn etwa der Kontakt zur unbekannten Person plötzlich unangenehm wird oder das intime Foto auf einmal im Freundeskreis kursiert, kann das gravierende Folgen haben.

Es ist eine schwierige Aufgabe für Sie als Eltern, hier den richtigen Weg zu finden. Schützen Sie Ihre Kinder vor möglichen Gefahren aber fördern Sie auch die autonome und kreative Nutzung digitaler Medien.

Einflüsse der Medien auf die Wertevorstellungen Heranwachsender

Ein zentrales Problem im Netz ist die Darstellung von Verhalten oder Inhalten, die allgemein als nicht akzeptabel gelten. Besonders schlimm ist es, wenn Kindern und Jugendlichen dabei die präsentierte Sichtweise alternativlos erscheint. Das betrifft zum Beispiel Angebote radikaler, extremistischer Vereinigungen. Diese präsentieren ihre Vorstellungen, Meinungen und Werte als einzig richtige. Jugendliche und vor allem Kinder können die Bedeutung und die Folgen solcher Inhalte aber nicht richtig einschätzen. Die Folge ist eine so genannte sozialethische Desorientierung. Kinder und Jugendliche wissen dann nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Sie werden manipulierbar. Ihr Kind sollte daher lernen, solche Angebote einschätzen und sich davon distanzieren zu können. Dafür braucht es zu aller erst einen geübten und kritischen Umgang mit Medien. Soziale Netzwerke oder ähnliche Dienste einfach nur technisch zu sperren, ist nicht die Lösung. Das verhindert schließlich auch deren positive Aspekte. Verschiedene Studien haben sogar gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die mit Angeboten im Netz aktiv umgehen, besser auf Gefahren vorbereitet sind. Sie können mit Gefahren und Risiken besser einschätzen und entwickeln eigene Abwehrstrategien.

Herausforderungen im Umgang mit Medien

Das Internet ist voll von hilfreichen und unterhaltenden Angeboten. Im Internet gelangt man aber auch schnell auf Seiten, die potentielle Gefahren bergen. Darauf sollten Ihre Kinder vorbereitet sein. Einen umfassenden Schutz können auch die besten Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes nicht bieten. Sie können Ihrem Kind dennoch einen möglichst sicheren Umgang ermöglichen, ohne Angst, die Medien auch zu benutzen.
Seien Sie sich als Eltern bewusst, welchen Herausforderungen Ihr Kind im Umgang mit Medien begegnen kann. So können Sie im Ernstfall auf Ihre Kinder eingehen und eventuell Hilfestellungen anbieten. Sie sollten dabei keine unnötige Angst bei Ihrem Kind schüren. Unterstützen Sie die Entwicklung einer gesunden Skepsis!

Medienwirkungen sind auch altersabhängig

Grenzen auszutesten ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes. Dazu gehört möglicherweise auch, sich Inhalten auszusetzen, die nicht altersgemäß sind. Besonders das Internet macht ihnen dies leicht. Die Darstellung von Gewalt, Pornographie, auch Propaganda und rassistische Inhalte oder die Darstellung von selbstverletzendem Verhalten sollen Kindern aber eigentlich nicht zugemutet werden. Sie können auf Kindern und Jugendlichen verängstigend wirken und die Entwicklung beeinträchtigen. Die Wirkung ist jedoch höchst unterschiedlich. Daher ist es unbedingt notwendig sich diese Inhalte genauer anzuschauen. Beobachten Sie wie Ihr Kind auf Inhalte reagiert. Schützen Sie sie vor besonders kritischen Inhalten und Internetseiten.

Beratung und Informationen für Eltern

  • Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest (mpfs) untersucht den Mediengebrauch und Medienbesitz von Kindern, Jugendlichen und Familien. Die Ergebnisse finden Sie unter www.mpfs.de.
  • Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung führt unter www.bke.de viele Tipps und Hinweise zur Erziehung auf – auch in Bezug auf Medien.

Kinder- und Jugendschutzprogramme

Kinder- und Jugendschutzprogramme für mobile Geräte, wie die fragFINN-App, die Vodafone Child Protect App, Meine Startseite, JusProg usw. sind als App meist kostenlos erhältlich. Weitere Hinweise dazu finden Sie auf www.klicksafe.de und www.schau-hin.info.

Einrichtungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes

Beschwerdestelle und Verbraucherschutz

Datenschutz

  1. Gehen Sie mit persönlichen Daten sensibel um. Adresse, Alter oder Telefonnummer verraten viel über Sie und lassen sich gut zu Geld machen.
  2. Informieren Sie sich und tauschen Sie sich mit Ihrem Kind über die Freigabe persönlicher Daten, Datenschutz und Onlinewerbung aus.
  3. Überprüfen Sie regelmäßig die Datenschutzeinstellungen in Sozialen Netzwerken und auf Websites, bei denen Sie oder Ihr Kind registriert sind.
  4. Überlegen Sie stets, was andere über Sie oder Ihr Kind wissen sollten und was nicht. Und denken Sie daran: Das Netz vergisst nie!
  5. Achten Sie darauf, dass Sie und Ihr Kind keine Bilder von Dritten machen oder private Informationen Dritter ohne deren Erlaubnis teilen.
  6. Überprüfen Sie die Zugriffs- und Nutzungsrechte installierter Apps auf Ihrem Smartphone oder Tablet bzw. dem Ihres Kindes.
  7. Benutzen Sie möglichst immer einen Nickname, wenn Sie sich im Netz bewegen und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind das ebenfalls tut.
  8. Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines Angebots, das Sie bzw. Ihr Kind wahrnehmen.

Seien Sie ein Vorbild … nicht nur, wenn Ihr Kind zuschaut

Egal ob Sie während gemeinsamer Aktivitäten WhatsApp-Nachrichten, E-Mails oder Posts in Sozialen Netzwerken schreiben oder sich durch Videos im Netz oder auf dem Smartphone ablenken lassen: Achten Sie darauf, wann Sie Medien nutzen und ob Sie in dem Moment vielleicht darauf verzichten könnten. Beobachten Sie, wie lange und häufig Sie Medien nutzen und legen Sie ab und zu mal das Smartphone zur Seite oder schalten Sie den PC aus. Seien Sie das Vorbild!

Nutzen Sie Medien auch mal gemeinsam

Nutzen Sie gemeinsam die Medien Ihres Kindes und zeigen Sie damit Interesse an Ihrem Kind und seiner Mediennutzung, seinen Techniken und Inhalten. Surfen Sie gemeinsam im Internet, spielen Sie gemeinsam ein Computerspiel oder schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fern. Und erklären sie ihm hin und wieder was dort passiert. Verbringen Sie Zeit mit Ihrem Kind.

Stellen Sie gemeinsam Medienregeln auf

Eine universelle Lösung familiärer Konflikte im Umgang mit Medien gibt es leider nicht. Hilfreich ist es, wenn für alle Familienmitglieder klar verständliche Regeln aufgestellt werden. Mit Regeln können Sie Einfluss auf die Mediennutzung Ihres Kindes nehmen. Das Kind sollte jedoch auch mitentscheiden dürfen. Die Regeln sollten miteinander entstehen und aufgeschrieben werden. Immer dann, wenn Kinder die Regeln der Eltern nachvollziehen können, ist es für sie leichter, diese Regeln zu befolgen. Es können Wünsche und Grenzen besprochen werden. Gemeinsam kann man Ausnahmen, Zeitlimits oder medienfreie Räume verhandeln. Denken Sie daran, dass klare Zeiten, in denen Medien genutzt werden dürfen, je nach Alter des Kindes varrieren können und dürfen.
Bitte setzen Sie Mediennutzung, wie Fernseh schauen nicht als Strafe oder Belohnung ein. Auch Verbote, die dem Kind meist unverständlich sind, bringen nichts.

Sorgen Sie für Ausgleich zur Mediennutzung

Für einen angemessenen Medienumgang ist es gut auch alternative Freizeitaktivitäten einzuplanen. Mit Gleichaltrigen spielen, Sport treiben und sich draußen austoben ist wichtig für Kinder. Auch musizieren kann ein beliebtes Hobby sein. Planen Sie zudem Unternehmungen mit der Familie ein. Als Ausgleich zur Mediennutzung ist es wichtig Anreize für Ihre Kinder zu schaffen. Ein großer Ausflug am Wochenende mit der ganzen Familie ist eine sehr attraktive Alternative zum Computer spielen! Durch einen Mix an Freizeitaktivitäten können Medien auch bewusster genutzt werden.

Medienumgang schon bei den Kleinsten regeln?

Für die Mediennutzung von Säuglingen und Babies sollten Sie sich als Eltern Regeln geben. Die ganz Kleinen benötigen sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Blickkontakt und eine direkte Ansprache sind wichtig, um eine Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind zu entwickeln. Wenn Sie ständig auf Ihr Smartphone schauen, sind Sie abgelenkt und das merkt Ihr Kind.

Kinder verstehen Medien bis zu einem Alter von etwa eineinhalb Jahren noch nicht. Ganz allmählich begreifen sie, was Medien sind und was darin passiert. Der Zugang zu digitalen Medien sollte nicht gefördert oder gar erzwungen werden. Führen Sie Ihr Kind langsam an analoge Medien wie Kinderbücher heran und erweitern Sie dann das Mediensortiment schrittweise und mit kindgerechten Angeboten.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich sicher fühlt


Mediennutzung sollte in einem geeigneten Umfeld stattfinden. So sollte man z.B. darauf achten in welchem Raum der Computer steht. Zur Sicherheit können Sie Ihrem Kind ein geschütztes Benutzerkonto einrichten. Die Installation von Kinder- bzw. Jugendschutzprogrammen ist ebenfalls hilfreich. Das wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Kind über Sicherheit im Netz sprechen. Sprechen Sie über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte. Wenn Ihnen Inhalte problematisch vorkommen, können Sie diese melden.

Denken Sie daran, dass Medien auch Lernmittel sind

Ihr Kind sucht im Netz nicht nur Unterhaltung und das Tablet dient ihm nicht nur zum Zeitvertreib. Kinder und Jugendliche nutzen Medien auch ganz gezielt zum Lernen und Informieren, ob im Auftrag der Schule oder aus eigenem Interesse. Wenn Ihr Kind das Gefühl hat, Sie glauben ihm nicht, wenn es mit dem Tablet lernt, führt das zu Frust. Dass digitale Medien so faszinierend sind, eröffnet eine große Chance, Lernen und Spaß zu verbinden.

Nutzen Sie Medien zur kreativen Gestaltung

Regen Sie Ihr Kind zum Selbermachen von Medien an. Lassen Sie es selbst fotografieren, Videos drehen oder Hörspiele erstellen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei und gestalten Sie gemeinsam Medieninhalte. Das bietet zugleich die Möglichkeit, über die jeweilige Technik, deren Möglichkeiten und Risiken zu sprechen. Lernen Sie auch selbst von Ihrem Kind. Insbesondere im Umgang mit den digitalen Medien sind unsere Kinder oft sehr viel weiter als wir.

Vermeiden Sie Dauerberieselung durch Medien

Eine Dauerberieselung durch Hintergrundgeräusche und Bilder ist nicht nur für Kinder eher kontraproduktiv. Achten Sie einfach mal darauf, ob Sie selbst bzw. Ihr Kind gerade wirklich zuschaut oder zuhört und wenn nicht, schalten Sie einfach mal ab. Um herauszufinden, ob Ihr Kind dem Inhalt noch aufmerksam folgt, fragen Sie einfach mal danach, was dort gerade passiert.

Suchen Sie gezielt nach geeigneten Medienangeboten

Medien informieren und entertainen. Sie sollen Freude bereiten und keine Angst machen. Kinder können durch unterschiedliche Angebote lernen sinnvoll mit Medien umzugehen. Auch das Computerspielen kann dazu beitragen. Es liegt auch an Ihnen, welche Medien ihr Kind nutzt und wie es sie nutzt. Helfen Sie ihm dabei!

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind

Versuchen Sie stets auf dem Laufenden zu bleiben über die Medienwelten, Stars und Helden Ihres Kindes, über seine Lieblingsseiten im Netz, die liebsten Computerspiele und Apps. Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind über seine medialen Vorlieben aus. Seien Sie erster Ansprechpartner für Ihr Kind, nicht das Internet oder das Fernsehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es in den Medien erlebt und helfen Sie ihm, es zu verstehen und zu verarbeiten. Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit. Damit stärken Sie auch das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Gespräche sollten in der Familie einen hohen Stellenwert einnehmen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre kommt Ihr Kind dann auch auf Sie zu, wenn es einmal auf unangenehme Medieninhalte trifft.

Wieviel Medienzeit ist gut für mein Kind?

Eine Frage, die uns Medienpädagogen und Medienpädagoginnen häufig gestellt wird, ist die nach der angemessenen Medienzeit oder Nutzungsdauer. Es ist nicht leicht darauf eine für alle Kinder passende Antwort zu geben. Denn jedes Kind ist unterschiedlich! Sie kennen Ihr Kind am besten. Deshalb können Sie diese Frage am besten selbst beantworten, indem Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung beobachten und erkennen, was ihr oder ihm gut tut und Spaß macht oder wann Ihr Kind an Grenzen stößt.

Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn

Gerade in der Pubertät ist es schwierig, die eigenen Kinder zu verstehen. Ihre Interessen ändern sich schnell und als Eltern kommt man kaum noch hinterher. Dennoch ist es gerade in Bezug auf die Mediennutzung wichtig, mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter im Gespräch zu bleiben. Zeigen Sie Interesse und versuchen Sie nachzuvollziehen, was ihn oder sie an bestimmten Medien(inhalten) reizt. Lassen Sie sich Dinge zeigen und vermeiden Sie Beurteilungen! In einer vertrauensvollen Atmosphäre kommt Ihr Kind dann auch auf Sie zu, wenn es einmal auf unangenehme Medieninhalte trifft.

Mediennutzungsvertrag

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https://www.youtube.com/watch?v=pnIgVSriS_c

Eine Möglichkeit gemeinsame Regeln zum Medienumgang in der Familie festzuhalten, ist ein Mediennutzungsvertrag.

Die Medienkompetenzinitiativen klicksafe und Internet-ABC haben dafür ein Online-Tool entwickelt. Mit diesem können Sie gemeinsam mit Ihren Kindern ganz individuell festlegen, welche Medien und Inhalte wie und wie lange in der Familie genutzt werden dürfen. Das Tool bietet eine Vielzahl individuell anpassbarer Regelvorlagen für Kinder unter oder über 12 Jahren, aber auch für Eltern. Es gibt außerdem die Möglichkeit, eigene Regeln zu erstellen.

Sie finden das Tool auf www.mediennutzungsvertrag.de.

Kinder-Apps

Kinder-Apps sind als Einstieg in Online-Welten besonders geeignet: Als kleines, in sich geschlossenes Programm bieten sie einen übersichtlichen Inhalt. Das Navigieren funktioniert hier zudem durch Fingerbewegung oder Spracheingabe. Gleichzeitig wird dabei die kindliche Vorliebe für Wiederholungen praktiziert. Achten Sie darauf, schon frühzeitig Regeln zur Nutzungsdauer und -häufigkeit aufzustellen. Idealerweise sollten Sie die App vorher testen und eventuell durchspielen. Informieren Sie sich genau über die Apps, die Sie für Ihr Kind installieren. Wichtige Aspekte sind dabei u.a. Werbung und mögliche In-App-Käufe. Sie können sich dabei auch an Testberichten orientieren.

Gute Kinder-Apps zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Inhalte orientieren sich am Alter und der Lebenswelt der Kinder
  • Die App ist audiovisuell aufbereitet (Bilder, Töne, Musik, Geräusche)
  • Die Navigation ist einfach, intuitiv und eventuell sprachgesteuert
  • Texte, Bilder und Animationen sind kindgerecht und verständlich
  • Verwendete Symbole und Icons sind einheitlich und aussagekräftig
  • Die Apps enthalten altersentsprechende Interaktionsmöglichkeiten

Ein Überblick über empfehlenswerte Apps für Kinder ist aufgrund des rasanten Wandels im Netz nur schwer möglich. Hilfestellung finden Sie aber unter anderem beim Deutschen Jugendinstitut (DJI), bei SchauHin! oder bei SIN – Studio im Netz.