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Internetguide für Eltern
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Internetguide für Eltern
Die Guided Tour hilft Ihnen dabei, individuell für Sie wichtige Informationen bereitzustellen.
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01 Lebensphase

Unsere Welt ist durch unterschiedliche Medien geprägt. Das hat bereits Einfluss auf Säuglinge und Kleinkinder, die diese – wenn auch eher beiläufig – schon in den ersten zwei Lebensjahren wahrnehmen.

In der frühen Kindheit erschließen sich die Kleinen die Welt zunehmend selbst. Dazu gehört auch mehr und mehr die aktive Nutzung verschiedener Medienangebote.

Mit den Eintritt in die Schule erweitert sich das Medienangebot für Kinder. Sie können und wollen geschriebene Texte verstehen und selbst verfassen.

In der Übergangsphase vom Kind zum Jugendlichen verändert sich vieles, auch der Medienkonsum. Als Eltern haben Sie eine wichtige Orientierungsfunktion.

Digitale Medien sind für Jugendliche von großer Bedeutung, um ihren Alltag zu meistern. Diese Medienwelt ist für Sie als Eltern nicht immer zu durchschauen. Um Ihre Kinder zu verstehen, erscheint es sinnvoll, sich mit ihrer Mediennutzung zu beschäftigen.

02 Themenblöcke

Vielfältige Medienwelten: Je nach Alter sind für Kinder und Jugendliche verschiedene Medienangebote attraktiv. Hier bekommen Sie einen Einblick, für welche Medien sie sich begeistern.
Welche Rolle Medien in Ihrer Familie spielen, entscheidet über die weitere Entwicklung und den späteren Umgang Ihres Kindes mit Medien.
Wenn Sie die Herausforderungen kennen, die mit der Nutzung digitaler Medien verbunden sind, können Sie auch Ihrem Kind helfen, sich sicher im Netz zu bewegen.

03 Themenauswahl

Zu wissen, warum bestimmte Medienangebote in bestimmten Situationen genutzt werden, ist ein wichtiger Baustein für einen bewussten Medienumgang. Vielleicht können wir Sie ja unterstützen, die Bedürfnisse Ihrer Kinder wahrzunehmen.
Wenn Sie einmal nicht weiterwissen, gibt es über diesen Guide hinaus verschiedene Unterstützungsangebote wie Beratungs- und Beschwerdestellen, die Sie hier aufgeführt finden.
Bei einem so vielfältigen Medienangebot fällt es schwer, eine geeignete Auswahl zu treffen. Deshalb gibt es hier einige Empfehlungen und Hilfestellungen.
Das große Medienangebot und die damit verbundenen Risiken zu durchschauen, fällt nicht leicht. Wesentliche Risikofaktoren werden hier genauer erläutert.
Mediennutzung findet vor allem online und mobil statt. Welche konkreten Angebote nutzen und mögen Kinder und Jugendliche?
Digitale Medien werden immer mehr auch zum Lernen genutzt, ob zu Hause oder in der Schule. Was das bringt, erfahren Sie hier.
Medien und ihre Inhalte beeinflussen die Wahrnehmung, das Erleben und die Entwicklung von Heranwachsenden. Hier gibt es ein paar nützliche Hinweise zum Einfluss von Medien.
Die Mediennutzung berührt verschiedene Rechtsbereiche wie z. B. Urheberrecht, Privatsphäre und Jugendmedienschutz, mit denen man sich befassen sollte.
Regeln zum Umgang: Wie viel und welche Medien gut für Ihr Kind sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige Hinweise sollen Ihnen helfen, einen geeigneten Umgang damit zu erreichen.
Als Eltern sind Sie von Beginn an Vorbild für Ihr Kind, auch bezogen auf die Mediennutzung. Diese Rolle ist je nach Lebensphase unterschiedlich ausgeprägt.
Tools & Software: Viele Mediengeräte und Angebote bieten Kinder- oder Jugendschutzeinstellungen. Für andere gibt es Zusatzprogramme. Hier bieten wir ein paar Hinweise und Tipps dazu.

Welcher Altersgruppe gehört Ihr Kind an? questionmark

Worum geht es? questionmark

Worüber möchten Sie mehr erfahren? questionmark

Kinder im Alter von 0-2 Jahren

Lebensphase »Früheste Kindheit«

In den ersten beiden Jahren spielen Medien keine große Rolle im alltäglichen Leben eines Kindes. Die ersten Monate bestehen zunächst einmal in der Orientierung in der neuen Lebensumgebung nach der Geburt und der Entwicklung und Ausprägung der Sinnesorgane. Später folgt die Interaktion mit Eltern und Geschwistern. Sie beginnen damit, sich die Welt durch Sehen, Tasten, Greifen, Hören und Schmecken zu erschließen. Der erste direkte Kontakt mit Medien für Kinder ist beispielsweise das Bilderbuch. Diese können entweder aus Pappe sein oder auf einem Tablet visualisiert werden. Fernsehinhalte sind für ein Kleinkind nicht interessant, da es die Bilder auf dem Bildschirm nicht verarbeiten kann und es auf diese Weise nur eine schnelle Abfolge von unterschiedlichen Lichteinstellungen wahrnimmt.

Erst zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr kann das Kind bereits einfache Dinge auch im Fernseher oder auf dem Monitor erkennen. Dabei sollte die Bildschirmzeit abhhängig von der Entwicklung des Kindes 20 Minuten am Tag nicht überschreiten. Ab einem ganz individuellen Zeitpunkt schauen sich Kleinkinder die Nutzung von Smartphone, Laptop und Fernseher von Eltern und Geschwistern ab. Sie erkennen Mama oder Papa auf Handybildern und wollen sich diese immer wieder ansehen. Auch wird dann die Ausgabe von Tönen, Musik oder Bildern auf dem Smartphone interessanter. So kommen Kleinkinder immer wieder in Kontakt mit digitalen Inhalten, der von Ihnen und gegebenenfalls von Geschwistern dann nicht generell verboten, aber auf ein akzeptables Niveau reduziert werden sollte. Der erste Kontakt mit Medien sollte dann wohl dosiert, beaufsichtigt und unter steter Betreuung erfolgen.

Lebensphase »Kleinkinder«

Medien spielen bereits im Alltag der 2- bis 5-Jährigen eine wichtige Rolle. Neben dem klassischen Spiel gehören Fernsehen, Bücher anschauen, Hörspiele und Radio hören zu den täglichen Freizeitbeschäftigungen von Vorschulkindern. Insgesamt spielt das Internet für Vorschüler demnach im Vergleich zu anderen Medienaktivitäten noch keine so große Rolle. Ein kleiner einstelliger Prozentsatz ist mindestens einmal pro Woche im Internet unterwegs (miniKIM-Studie 2014, mpfs). Kleinkinder müssen also nicht künstlich herangeführt werden. Innerhalb der Familie kommen sie ganz selbstverständlich und eher unbewusst mit Medien in Berührung.

Ob es sinnvoll ist, Medien bereits so früh in die alltägliche Lebenswelt von Kleinkindern einzubinden, bleibt letztendlich Ihre Entscheidung. Eine Notwendigkeit hierfür besteht bei dieser Altersgruppe mit Sicherheit nicht. Vonseiten der Wissenschaft und der Pädagogik gibt es hier keine klar abgrenzbaren Richtlinien, wobei im Zusammenhang mit der Nutzung von Computern und Tablets bei Vorschulkindern eher Risiken als Chancen diskutiert werden. Wollen Sie Ihr Kind aber beim Medienumgang unterstützen, damit es sich digitale Medien sinnvoll aneignen kann, sollten Sie sich überlegen, wann dies sinnvoll ist und wie die Unterstützung aussehen könnte. Der Schritt über das tägliche Vorlesebuch hin zu filmischen Sequenzen oder Bildergeschichten kann ein Anfang sein.

Lebensphase »Grundschulalter«

Laut der aktuellen KIM-Studie 2016 nutzen 27 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen täglich oder fast täglich das Internet. 28 Prozent nutzen es ein- oder mehrmals pro Woche (S. 10).  Wenn nach der Nutzung von Internetinhalten gefragt wird, geben sechs Prozent der Jungen das Internet als ihre liebste Freizeitbeschäftigung an und 17 Prozent der Mädchen (S. 13). Auch wenn klassische Beschäftigungen wie Fernsehen, Freunde treffen, Musik hören oder Sport treiben noch immer in der Alltagswelt von Kindern dominieren, haben bereits 35 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen Erfahrungen mit dem Internet gemacht (S. 33). Auch die tägliche Nutzungsfrequenz nimmt klar zu, von fünfzehn Minuten bei den Sechs- bis Siebenjährigen bis hin zu 43 Minuten bei den Zehn- bis Elfjährigen. Neben der Nutzung von Suchmaschinen verbringen Kinder im Grundschulalter ihre Zeit im Internet vornehmlich mit dem Anschauen von Filmen und Videos oder dem Surfen auf Kinderinternetseiten. Aber auch „Einfach drauf los surfen“ zählen zu den favorisierten Tätigkeiten im Netz.

Stark an Bedeutung gewonnen hat das Verschicken von WhatsApp-Nachrichten. Es wird als zweitliebste Internettätigkeit angegeben (S. 35).  Bei den Sechs- bis Elfjährigen beginnt auch langsam der Besitz des eigenen Mobiltelefons. Waren es 2014 noch zehn Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen, die im Besitz eines eigenen Mobiltelefons waren, sind es 2016 schon 12 Prozent. Fünf Prozent besitzen ein eigenes Smartphone. Das Mobiltelefon wird überwiegend zum Verschicken und Empfangen von Nachrichten sowie zum Telefonieren genutzt. Auch die Funktionsausstattung der Telefone nimmt stetig zu. Laut aktueller Studie besitzen bereits 43 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen ein eigenes Smartphone (S. 30). So geben auch 25 Prozent an, dass sie fast täglich das Internet mit ihrem Smartphone nutzen. Apps und Spiele sind hier besonders hervorzuheben. Dabei ist es interessant, dass diese Funktionen sogar mehr genutzt werden als Telefonieren (S. 16).

Lebensphase »Übergangsphase«

Im Alter zwischen 11 und 13 Jahren befinden sich Kinder in einer besonderen Situation. Sie sind nicht mehr so recht Kind aber auch noch nicht jugendlich. Sie befinden sich in einer Übergangsphase, in der sie zunehmend mit Entwicklungsaufgaben zu kämpfen haben. Und sie beginnen eigene Wege zu gehen, ganz besonders in ihrer Mediennutzung. Smartphone und Social Media gewinnen an Bedeutung. Neben der Nutzung von Suchmaschinen verbringen sie ihre Zeit im Internet dabei vornehmlich mit dem Anschauen von Filmen und Videos oder dem Surfen auf Kinderinternetseiten. Aber auch Communites oder „Einfach drauf los surfen“ zählen zu den favorisierten Tätigkeiten im Netz. In der Übergangsphase beginnt auch langsam der Besitz des eigenen Mobiltelefons oder Smartphones. Laut der aktuellen KIM-Studie (2016, mpfs) besitzen 43 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen ein Smartphone (S.30). Dabei gehen die Kids oft allein ins Internet und treffen leider auch immer wieder auf Inhalte, die sie nicht allein verarbeiten können. Als Eltern haben Sie gerade in der Übergangsphase eine wichtige Orientierungsfunktion. Suchen Sie das Gespräch mit ihren Kindern, insbesondere wenn es um deren Mediennutzung geht.

Lebensphase »Jugendalter«

Digitale Medien sind ein Teil der Alltagskultur von Jugendlichen. Mittels Internet, Sozialen Netzwerken, Video-on-Demand-Plattformen und Co. können Interessen erforscht und entdeckt, spezielle Informationen gesucht und interpretiert oder schlicht und einfach spezielle Unterhaltungsformate für Jugendliche genutzt werden.

Egal, mit welchem Medium, welchem Tool Jugendliche digital kommunizieren: Der Austausch, das Mitteilen und das Testen ihrer Wirkung auf andere stehen im Vordergrund. Kommunizieren Jugendliche untereinander, also mit ihrer sogenannten Peer-Group, sind es vor allem das Teilen gemeinsamer Erfahrungen, Erlebnisse und Konflikte, die besprochen und reflektiert werden. Der Streit mit Dritten in der Schule, die schlechte Note, Stress im Elternhaus, der gemeinsame Schwarm, Musikvorlieben und vieles mehr: All das ist Anlass für Kommunikation und Austausch untereinander – und vor allem ohne die Erwachsenenwelt. Dies trägt zur Fähigkeit bei, Konflikte auch ohne elterliche Unterstützung lösen zu können, eigene Postionen zu erlangen und diese auch zu vertreten. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen oder Erwachsenen: Eine neue Form der Eigenständigkeit wird also auch in der Kommunikation gelebt.

Der Bolzplatz, die Bushaltestelle oder das Jugendzentrum haben weiterhin eine essentielle Bedeutung für Jugendliche, wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln, sich in der Peer-Group auszutauschen oder auch gemeinsam Grenzen zu überschreiten. Aber sie werden ergänzt durch digitale Räume. In diesen digitalen Räumen können die Grenzen sehr vielfältig sein. Sie reichen vom gemeinsamen Anschauen von Gewaltdarstellungen, Horror- und Splatter-Filmen oder Soft-Pornos bis zum Kontakt zu unbekannten Personen oder neueren Phänomenen wie Happy-Slapping oder Sexting. Gerade solche Phänomene aber sind in Bezug auf ihre Auswirkungen von den Jugendlichen nur schwer einschätzbar. Wenn etwa der Kontakt zur unbekannten Person plötzlich unangenehm wird, das intime Foto auf einmal im Freundeskreis kursiert, private Informationen durch Dritte preisgegeben werden oder Cybermobbing stattfindet, kann das gravierende Folgen haben. Es ist eine schwierige Aufgabe für Eltern, hier den richtigen Weg zu finden, der zum einen ihre Kinder vor möglichen Gefahren schützt, zum anderen aber auch die autonome, freiheitliche und vor allem kreative Nutzung digitaler Medien zulässt, ohne zu bevormunden oder zu verbieten.

Bedürfnisse

Beratung & Beschwerden

Geeignete Angebote

Gefahren & Risiken

Internetnutzung & angesagte Apps

Lernen mit Medien

Medieneinflüsse

Rechtliches

Regeln bei der Mediennutzung

Rolle der Eltern

Tools & Software

Kinder möchten Medien entdecken

3, 6 und 8 Jahre alte Jungs mit einem Laptop

Copyright: Ute Grabowsky/ photothek.net

Vorschul- und Grundschulkinder sind neugierig und wissbegierig beim Entdecken der eigenen Lebenswelt. Dazu gehören auch Medien: Was machen Mama und Papa eigentlich so lange am Computer? Warum tippt die große Schwester in jeder freien Minute auf ihrem Handy herum? Digitale Medien üben schon für kleine Kinder eine große Faszination aus. Sie wollen vor allem das machen, was auch die Großen tun.

Gelegenheiten für die kindliche Mediennutzung und die ersten Schritte im Internet sind vielfältig – vom Bilderbuch über die neueste Folge der Lieblingsserie auf dem Tablet bis zur Spiele-App. Einen ersten inhaltlichen Zugang zum Netz bieten bekannte Figuren beliebter Kinderserien auf der Videoplattform oder im Fernsehen. Sie tauchen nicht nur in Videos auf, sondern auch als Onlinespiel, Quiz oder Bildergeschichte. Kinderwebseiten setzen auf Interaktivität und Mitmachen. Und das Interesse beschränkt sich nicht auf Zeitvertreib und Unterhaltung, Ihr Kind will lernen und entdecken!

Jugendliche und ihre Onlinewelten

Digitale Medien sind ein wichtiger Teil der Alltagskultur von Jugendlichen. Eine Trennung zwischen offline und online findet kaum statt. Besonders durch mobile Medien wie das Smartphone verschmelzen diese Welten. In den bekannten und neu geschaffenen Freiräumen probieren sich die Jugendlichen aus, schließen neue Freundschaften, entwickeln und teilen Interessen. Kommunikation und Freundschaft im Alltag wird nicht abgelöst, sondern erweitert.

Copyright: photothek.de

Heute ist es so einfach wie nie zuvor, eigene Meinungen und selbstgestaltete Inhalte zu veröffentlichen. Egal ob auf Modeblogs, Gamingseiten oder auf YouTube – Jugendliche können sich in digitalen Räumen ausprobieren und austesten, wie sie wirken. Sie können über räumliche und soziale Grenzen hinweg Gleichgesinnte finden. Ihre Mediennutzung ist schnelllebig und die Faszination für bestimmte Angebote nicht immer leicht nachzuvollziehen: was heute spannend ist, kann morgen schon wieder langweilig sein. Das Interesse hängt auch davon ab, was andere Gleichaltrige toll finden. Neben angesagten Apps und bestimmter Musik gehört die neueste Serie auf Netflix dazu.

Für Sie als Eltern ist es besonders schwer, Verständnis aufzubringen, wenn im Netz z. B. Gewaltdarstellungen, Horror- und Splatter-Filmen oder Soft-Pornos konsumiert werden. Viele Inhalte sind nicht immer altersgemäß und in Bezug auf ihre Auswirkungen von den Jugendlichen schwer einschätzbar. Doch sie möchten ihre Grenzen austesten. In ihren digitalen Räumen können die Grenzen sehr vielfältig sein. Neben dem Anschauen von bestimmten Filmen, kann das auch eine Kontaktaufnahme zu unbekannten Personen sein. Wenn etwa der Kontakt zur unbekannten Person plötzlich unangenehm wird oder das intime Foto auf einmal im Freundeskreis kursiert, kann das gravierende Folgen haben.

Es ist eine schwierige Aufgabe für Sie als Eltern, hier den richtigen Weg zu finden. Schützen Sie Ihre Kinder vor möglichen Gefahren, aber fördern Sie auch die autonome und kreative Nutzung digitaler Medien.

Medien im Alltag von Babies

Die ersten beiden Jahre im Leben eines Kindes sind durch die Entwicklung der Wahrnehmung und Entdeckung der Umwelt geprägt. Teil dieser Umwelt sind selbstverständlich auch Medien. Babies nehmen diese erstmal so wahr wie andere Gegenstände auch. Nach und nach erkennen sie das Mediale in diesen Dingen, z. B. indem Mama oder Papa mit ihnen gemeinsam ein Bilderbuch anschauen.

© photothek.net

Bilderbuch – das erste Medium

Kleine Kinder lernen am besten, wenn sie einen Reiz auf mehr als einem Sinnesorgan gleichzeitig erfahren können. Wenn sie zum Beispiel ein Bilderbuch erkunden, hilft es Ihrem Kind sehr, wenn es das Buch mit Ihnen zusammen anschaut und Sie mit ihm darüber sprechen. Wenn Sie Gegenstände benennen, lernen Kinder diese schneller.

Schon früh möchten Kinder kommunizieren und sich über Sprache ausdrücken. Bereits sehr kleine Kinder bevorzugen komplexe Laute, die Sprache ähneln. Kindgerechte Musik, Hörbücher oder das Singen zusammen mit den Eltern helfen bei der Sprachentwicklung.

Wenn Babies fernsehen

Kleine Kinder können schon früh Filmaufnahmen erkennen. Allerdings ist ihre Aufmerksamkeitsspanne noch sehr kurz. Mit etwa 4 bis 5 Monaten können sie sich auf Bewegtbilder von maximal 10 Sekunden konzentrieren. Auch wenn sich diese Fähigkeit schnell verbessert, bedeutet das nicht, dass sie Filmaufnahmen verstehen und diese ihnen beim Lernen helfen.

Noch im zweiten Lebensjahr lernen Kinder besser, wenn sie eine Handlung real sehen. Eine gute Faustregel ist, dass Kinder zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr nicht länger als 20 Minuten pro Tag fernsehen sollten. Die genaue Zeit kommt aber immer auf die jeweilige Familie und vor allem das jeweilige Kind an.

Smartphones und Kleinkinder

Säugling mit Smartphone | Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Je älter die Kinder werden, desto interessanter werden auch digitale Medien wie Smartphone oder Tablet. Ab einem ganz individuellen Zeitpunkt schauen sich Kleinkinder die Nutzung von Smartphone, Laptop und Fernseher von Eltern und Geschwistern ab.

Sie erkennen Mama oder Papa auf Handybildern und wollen sich diese immer wieder ansehen. Die Ausgabe von Tönen, Musik oder Bildern auf dem Smartphone wird interessanter. So kommen Kleinkinder immer wieder in Kontakt mit digitalen Inhalten. Der Umgang sollte von Ihnen und gegebenenfalls den Geschwistern dann nicht generell verboten, aber auf ein akzeptables Niveau reduziert werden.

Ganz besonders wichtig ist, dass der erste Kontakt mit Medien wohl dosiert, beaufsichtigt und unter steter Betreuung erfolgt. Dann können Medien auch kleinen Kindern sehr viel nützen.

Wie Medien auf Jugendliche wirken

© photothek.net

Medien üben auf Jugendliche eine große Faszination aus und sie sind für sie gleichzeitig ein selbstverständlicher Begleiter im Alltag. Jugendliche haben bereits vielfältige Medienerfahrungen innerhalb und außerhalb der Familie gemacht, die auch beeinflussen, wie sie mit Medieninhalten umgehen. Da Medienangebote so unterschiedlich sind wie die Jugendlichen und ihr Umfeld selbst, kann von eindeutigen Wirkungen durch Medien kaum die Rede sein. Während manche Jugendliche gut mit medialer Gewalt oder traurigen Szenen umgehen können, sind andere empfindlicher. Einige können auch besser eine Fake-Information von einer echten unterscheiden, finden Actionfilme unterhaltsamer oder lassen sich von Musik mehr mitreißen. So oder so, Medien beeinflussen unsere Wertvorstellungen, Lebensstile und Wünsche entscheidend mit.

Außerdem nutzen Jugendliche im Laufe ihres Heranwachsens Medien, die laut Jugendmedienschutz nicht altersgemäß sind. Dabei spielen Faszination, Provokation oder reine Neugier eine Rolle. Auch wenn manche Jugendliche bereits viele Erfahrungen damit haben, heißt das nicht, dass sie abgehärtet oder abgestumpft sind. Jugendliche sind keineswegs nur betroffen von Medienwirkungen. Meistens wählen sie genau aus, ordnen Medien ein, tauschen sich mit Gleichaltrigen aus, machen sich Gedanken über ihre Medienerlebnisse und gehen durchaus kritisch damit um – dabei sollten Sie sie unterstützen und begleiten.

Wie Medien auf Kinder wirken

Schon ab der frühesten Kindheit sind Medien ein wichtiger Bestandteil des Aufwachsens: Vom Bilderbuch über die Gute-Nacht-Geschichte, vom Hörspiel bis zur Kindersendung.

© photothek.net

Längst sind auch digitale Medien im Familienalltag präsent – Internet, Computerspiele, Apps, Smartphones und Tablets spielen hier eine große Rolle. Kinder nutzen diese Medien leider nicht nur altersgemäß. Beeinflusst durch die Medien der Erwachsenenwelt, lernen sie frühzeitig unterschiedliche Formate und Inhalte kennen. Diese möchten sie ausprobieren und entdecken. Medien prägen ihre Vorstellungen, Lebensstile und Wünsche. Kinder sind aber nicht Opfer der Medien. Meistens wählen sie genau aus, machen sich Gedanken über ihre Medienerlebnisse und gehen durchaus kritisch damit um – dabei sollten Sie sie begleiten!

Eltern sind Vorbilder – auch bei der Mediennutzung

Sie als Eltern sind ein wichtiges Vorbild für Ihr Kind. Achten Sie deshalb auf einen sinnvollen Mediengebrauch – sowohl was die Auswahl der Medieninhalte als auch den Umfang der Mediennutzung angeht. Das fällt sicherlich nicht immer leicht. Wenn Sie verantwortungsbewusst mit Medien umgehen, kann auch Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien entwickeln. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind lernt, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Copyright: photothek.de

Durch entsprechende Einstellungen zur Privatsphäre, Datenschutzmaßnahmen und Sicherheitstools sowie eine altersgemäße Auswahl der Medieninhalte können Sie die medialen Räume Ihres Kindes schützen. Indem Sie Medien gemeinsam produktiv und kreativ nutzen, können Sie auch sein Selbstbewusstsein stärken.

Je älter Ihr Kind wird, desto eigenständiger wird es auch Medien nutzen wollen. Wenn Sie schon in jüngeren Jahren ein gutes Vorbild sind, können Sie ihm diesen Freiraum sicherlich bedenkenlos zugestehen.

Was Vorschulkinder brauchen und mögen

Vorschulkinder lieben Bilder, Geräusche und sie berühren gern Dinge. Außerdem brauchen sie Wiederholungen – das gilt für das Spielen im Kinderzimmer genauso wie für die Mediennutzung. Wiederholungen geben ihnen Sicherheit, Stabilität und Orientierung.

Copyright: Janine Schmitz/photothek.net

Am besten eignen sich deshalb Angebote, die mit einfacher Benutzerführung und vielen Tönen und Bildern alle Sinne ansprechen und gleichzeitig auf spielerische Weise Lernelemente verknüpfen. Diese können auf dem Tablet genauso wie über den Familiencomputer erreichbar sein. Die ersten Erfahrungen in der Onlinewelt sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind machen. Vermeiden Sie dabei unübersichtliche Webseiten und Apps. Weil sie noch nicht lesen können, noch nicht alles verstehen und bedienen können, ist es für die Kleinen schwierig, komplexe Spielgeschehen zu erfassen. Wenn sich Ihr Kind langweilt oder etwas Neues kennenlernen möchte, kann man ab und zu mehr Angebote entdecken. Kinder können sich aber Dinge immer wieder anschauen und neu erleben. Sie langweilen sich dabei nicht. Tipps für gute Kinderseiten gibt es bei seitenstark.de. Mehr zu geeigneten Apps erfahren Sie hier. Sehen Sie sich die Angebote zuerst alleine an, bevor sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind erkunden.

Mobile Medien bei Schulkindern

Copyright: Janine Schmitz/photothek.net

Mobile Medien wie Smartphone oder Tablet begeistern Kinder in jedem Alter. Mit diesen (kleinen) Geräten kann man schließlich eine Menge anfangen und sie immer mitnehmen.

Tablets gehören nicht zu Standardausstattung in Familien im Vergleich zu Smartphones. Dennoch gibt es bei vielen zumindest ein Familientablet, das besonders gern von jüngeren Kindern genutzt wird – zum Anschauen von Fotos und Videos, Surfen, Spielen oder Malen. Smartphones dagegen gibt es überall; oft hat jedes Familienmitglied ein eigenes. Ab 10 Jahren hat fast jedes Kind ein erstes eigenes Handy. Dann ist auch die Tabletnutzung nicht mehr so spannend. Ab diesem Zeitpunkt ist es schwieriger, mitzubekommen, was Ihr Kind mit mobilen Medien macht. Das Handy spielt für Ihr Kind eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, selbstständiger zu werden.

Auch in einigen Schulen werden Tablets im Unterricht eingesetzt, wenn dann aber oft erst in der weiterführenden Schule. Wenn Smartphones erlaubt sind, können auch diese mal im Unterricht Verwendung finden.

Spannende Online-Inhalte für Kinder

Online zu kommunizieren, sich auszutauschen und verbunden zu sein sind typische Merkmale des Internets. Diese interaktive Seite wird auch von Grundschulkindern früh entdeckt. Sie sehen sich gern Videos an – vor allem über YouTube. Musikvideos, lustige Videos und Tiervideos sind besonders beliebt. Nur wenige Kinder in diesem Alter wollen auch eigene Videos einstellen. Der Austausch mit Freunden über die gesehenen Inhalte ist aber sehr wichtig.

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Neben Videos schauen ist die wichtigste Onlineaktivität Recherchieren. Grundschulkinder suchen gern und viel nach Informationen im Netz. Gesucht wird meistens nach Informationen für die Schule oder nach Musikinfos. Dafür werden auch spezielle Internetseiten für Kinder genutzt.

Auch Spiele im Netz sind ein großes Thema. Viele Kinder verbringen Zeit mit Online-Spielen, am liebsten gemeinsam mit Freunden.

Medienfreiräume sind wichtig

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Jugendliche nutzen digitale Medien intensiv und sehr vielfältig. Besonders Soziale Netzwerke, Messenger, YouTube und Streamingdienste sind beliebt. Hier chatten sie mit Freunden, teilen Bilder und Videos, „liken“ und kommentieren Beiträge, stellen sich dar und lassen sich unterhalten. Für Jugendliche sind solche Plattformen ein großer Spielraum, um sich auszuprobieren.

Zur Jugendphase gehört es dazu, sich vom Elternhaus abzugrenzen, Grenzen auszutesten sowie sich persönliche Freiheitsräume zu suchen und zu nutzen. Social Media bietet dafür viele Möglichkeiten. Es ist in Ordnung, wenn Sie Ihr Kind nicht überall beaufsichtigen. Eigenständigkeit der Kinder ist positiv und sollte von Ihnen unterstützt und kritisch begleitet werden. Dazu gehört aber, sie darauf vorzubereiten, indem Sie ihm die Risiken und Chancen digitaler Medien bewusst gemacht und Wege aufgezeigt haben, damit umzugehen.

Mediennutzung in den ersten Lebensjahren

Medien sind schon im Leben kleiner Kinder präsent. Man muss sie nicht künstlich an Medien heranführen, denn meistens kommen sie in der Familie ganz selbstverständlich damit in Berührung.
Babies und Kleinkinder nutzen nach und nach Medien auch aktiv, z. B. wenn Papa oder die große Schwester gemeinsam mit dem Kleinen einen Buch ansieht. Auch Fotos mit dem Handy und der wöchentliche Videochat mit den Großeltern gehören für viele Kleinkinder schon dazu.

Copyright: T. Imo/photothek.net

Mit zwei oder drei Jahren können Kinder schon mehr verstehen und nutzen. Neben dem Spielen drinnen und draußen gehören dann Fernsehen, Bücher angucken, Hörspiele und Radio hören zu ihren liebsten Beschäftigungen. Das Internet wird relevant, wenn sie sich z. B. Kinderserien übers Tablet anschauen.

Ob es sinnvoll ist, Ihr Kind schon früh an digitale Medien heranzuführen, ist letztlich Ihre Entscheidung. Ihr Kind sollte dabei auf jeden Fall nicht allein gelassen werden und die Auswahl der Inhalte dem Alter angemessen sein. Indem Sie gemeinsam Medien auch kreativ nutzen, z. B. beim Erstellen einer Fotocollage für die Oma oder das Aufnahmen von Geräuschen im Wald, fördern sie die Medienkompetenz Ihres Kindes.

Herausforderungen im Umgang mit Medien

Das Internet ist voll mit hilfreichen und unterhaltenden Angeboten. Über Apps, die mit dem Internet verbunden sind, Videoplattformen und andere Online-Angebote gelangt man aber auch schnell auf Inhalte, die potentielle Gefahren bergen. Altersunangemessene Angebote können Ihrem Kind Angst machen. Einen umfassenden Schutz können auch die besten Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes nicht bieten. Sie können Ihrem Kind dennoch einen möglichst sicheren Umgang ermöglichen.

Neun jaehriges Maedchen spielt am Laptop

Copyright: photothek.de

Seien Sie sich als Eltern bewusst, welchen Herausforderungen Ihr Kind im Umgang mit Medien begegnen kann. So können Sie im Ernstfall auf Ihr Kind eingehen und Hilfestellungen anbieten. Sie sollten dabei keine unnötige Angst bei Ihrem Kind schüren. Unterstützen Sie die Entwicklung einer gesunden Skepsis, ebenso wie die Lust an der Mediennutzung!

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auf altersgerechte Inhalte zugreifen kann. Dabei helfen auch Einstellungsmöglichkeiten am Gerät oder in Apps. Außerdem ist eine Begleitung bei der Mediennutzung gerade bei kleinen Kindern unverzichtbar.

Medieneinflüsse können unterschiedlich sein

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Grenzen auszutesten ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes. Dazu gehört möglicherweise auch, sich Inhalten auszusetzen, die nicht altersgemäß sind. Besonders das Internet macht ihnen das leicht. Die Darstellung von Gewalt, Pornografie, auch Propaganda und rassistische Inhalte oder die Darstellung von selbstverletzendem Verhalten sollen Kindern aber eigentlich nicht zugemutet werden. Sie können auf Kinder und Jugendliche verängstigend wirken und die Entwicklung beeinträchtigen. Die Wirkung ist jedoch höchst unterschiedlich. Daher ist es unbedingt notwendig, sich diese Inhalte genau anzuschauen. Beobachten Sie wie Ihr Sohn oder Ihre Tochter auf verschiedene Medieninhalte reagiert und sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Medienerlebnisse. Schützen Sie es vor besonders kritischen Inhalten und Internetseiten. Dabei helfen Ihnen auch die Altersfreigaben der Jugendmedienschutzeinrichtungen, pädagogische Beurteilungen und kindgerechte Internetangebote. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Medienumgang schon bei den Kleinsten regeln?

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Für die Mediennutzung von Säuglingen und Babies sollten Sie sich als Eltern Regeln geben. Die ganz Kleinen benötigen sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Blickkontakt und eine direkte Ansprache sind wichtig, um eine Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind zu entwickeln. Wenn Sie ständig auf Ihr Smartphone schauen, sind Sie abgelenkt und das merkt Ihr Kind. Solche Regeln sollten Sie auch mit anderen engen Bezugspersonen wie Großeltern, Geschwistern oder den Erzieherinnen in der Kita besprechen, damit diese wissen, was Ihnen in Bezug auf Ihr Kind und seinen Kontakt zu Medien wichtig ist.

Kinder verstehen Medien bis zu einem Alter von etwa eineinhalb Jahren noch nicht. Ganz allmählich begreifen sie, was Medien sind und was darin passiert. Sie eignen sich Medien nach und nach an, indem sie beobachten, erforschen, ausprobieren und nachahmen. Der Zugang zu digitalen Medien sollte nicht gefördert oder gar erzwungen werden. Führen Sie Ihr Kind langsam an analoge Medien wie Kinderbücher heran und erweitern Sie dann das Mediensortiment schrittweise mit kindgerechten Angeboten.

Suchen Sie gezielt nach geeigneten Medienangeboten

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Medien können informieren und unterhalten. Sie sollen Freude bereiten und keine Angst machen. Egal ob Video, Audio, Bild, Text oder Spiele – Medien gibt es in vielen unterschiedlichen Formen. Kinder können durch unterschiedliche Angebote lernen, sinnvoll mit Medien umzugehen. Auch mit Computerspielen ist das möglich. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien ist wichtig, um vor Gefahren im Netz mehr geschützt zu sein. Dies kann Ihr Kind nur mit Ihrer Hilfe lernen.

Es liegt auch an Ihnen, welche Medien Ihr Kind nutzt und wie es sie nutzt. Helfen Sie ihm dabei! Trauen Sie sich, auch für Sie neue Medien auszuprobieren. Wenn Ihr Kind besonderes Interesse an einem Angebot hat, ist es das Beste, wenn Sie dieses Angebot mit Ihrem Kind gemeinsam entdecken und verstehen lernen.

Für fast jedes Anliegen gibt es das passende Medienangebot. Bei der Suche nach kindgerechten Medieninhalten hilft Ihnen unser Beitrag Woran erkenne ich eine gute Kinderseite?. Oder schauen Sie sich an, welche Angebote in den letzten Jahren den Pädagogischen Medienpreis erhalten haben.

Wie viel Medienzeit ist angemessen?

Eine Frage, die häufig gestellt wird, ist die nach der angemessenen Medienzeit oder Nutzungsdauer. Es ist nicht leicht, darauf eine für alle Kinder passende Antwort zu geben. Denn jedes Kind ist unterschiedlich! Sie kennen Ihr Kind am besten. Deshalb können Sie diese Frage am besten selbst beantworten, indem Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung beobachten und erkennen, was ihr oder ihm gut tut und Spaß macht oder wann Ihr Kind an seine Grenzen stößt. Wichtig ist aber, dass Sie Zeiten und Dauer vereinbaren, z. B. mit Hilfe eines Mediennutzungsvertrags. Auch Medienrituale helfen Ihrem Kind, den Tag und die Mediennutzung zu strukturieren. Bei Jugendlichen sollten Sie die Verantwortung für die angemessene Medienzeit Schritt für Schritt abgeben. Bleiben Sie dennoch im Gespräch mit Ihrem Kind. Versteht es, worum es der Sendung, dem Film oder Spiel geht? Machen ihm bestimmte Inhalte Angst? Kennt es Altersbeschränkungen von Filmen und Spielen und Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps? Fragen Sie nach, welche Medieninhalte Ihr Kind mag und warum. Wenn es keine oder kaum alternative Interessen und Tätigkeiten hat, oder wenn jede Nicht-Nutzung zu großem Stress führt, sollten Sie sich gemeinsam überlegen, was Sie ändern können.

Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn

Vater mit Sohn und Tochter mit Smartphone

Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Gerade in der Pubertät fällt es Ihnen vielleicht manchmal schwer, die eigenen Kinder zu verstehen. Ihre Interessen ändern sich schnell und als Eltern kommt man kaum noch hinterher. Dennoch ist es gerade in Bezug auf die Mediennutzung wichtig, mit Ihrem Kind im Gespräch zu bleiben. Zeigen Sie Interesse und versuchen Sie nachzuvollziehen, was Ihre Tochter oder Ihren Sohn an bestimmten Medien(inhalten) reizt. Lassen Sie sich Dinge zeigen und vermeiden Sie Beurteilungen! In einer vertrauensvollen Atmosphäre kommt Ihr Kind dann auch auf Sie zu, wenn es einmal auf unangenehme Medieninhalte trifft.

Warum Vorschulkinder Medien nutzen

Für Kinder und Jugendliche sind Medien wichtige Begleiter, die sie unter anderem bei ihrer Entwicklung in verschiedener Weise unterstützen. Je nach Alter übernehmen sie dabei verschiedene Funktionen – ob Unterhaltung und Spaß, Orientierung oder Information.

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Für Vorschulkinder sind Medien Gegenstände, die sie für sich entdecken wollen. Aber sie sind auch Geschichtenerzähler. Geschichten werden in Medien wie Büchern – ob analog oder digital, Hörspielen oder Filmen erzählt. Kinder nutzen verschiedene Medien zum Spielen, z. B. altersgerechte Spiel- und Malprogramme auf dem Computer, Smartphone bzw. Tablet. Bereits für jüngere Kinder gibt es geeignete Angebote, die sie gemeinsam mit den Eltern nutzen können. Auch die Medienfiguren einer Geschichte können in der Fantasie der Kinder zum Spielkameraden werden.

Schon bevor sie in die Schule kommen, können Kinder mit Hilfe von Medien lernen. Wissen kann in Geschichten stecken oder wird in altersgerechten Angeboten wie z. B. der Sendung mit dem Elefanten geliefert. Auch in speziell für Kinder programmierten Apps kann gemeinsam mit den Eltern spielerisch Neues entdeckt werden.
Außerdem bieten Medien eine Orientierung für Kinder. Hier finden sie vielfältige, zum Teil auch zweifelhafte Vorbilder. Von klein auf spielen Kinder Medieninhalte nach und erproben dort gesehene Verhaltensweisen. Um das Gesehene zu verarbeiten und richtig einordnen zu können, brauchen sie Ihre Unterstützung.

Wenn Sie Medienangebote für Ihr Kind auswählen, sollten diese altersgemäß sein und seine Bedürfnisse berücksichtigen. Denken Sie auch daran, alternative Angebote zu machen, um einen Ausgleich zu schaffen. Denn die Bedürfnisse eines Kindes können und sollten auch ohne Medien erfüllt werden. Medien wird so im kindlichen Alltag kein übermäßiger Stellenwert eingeräumt.

Wie Babies Medien wahrnehmen

Auch wenn es uns nicht immer bewusst ist, haben schon Säuglinge und Kleinkinder Kontakt mit Medien, und zwar indirekt über Eltern, Geschwister und andere Menschen in ihrem Umfeld: Mama guckt beim Stillen Fernsehen, auf dem Weg zum Kinderarzt läuft das Autoradio, beim Schieben des Kinderwagens checkt Papa nebenbei seine Nachrichten auf dem Handy und so weiter.

Copyright: photohek.net

Jedes Kind entdeckt die Welt um sich herum und damit auch die Medien. Zuerst nimmt es die Geräte nur als Gegenstände war, aber nach und nach erkennt es, dass sie für die Älteren einen besonderen Wert haben.

Aus Studien weiß man, dass alle Haushalte, in denen kleine Kinder leben, gut mit Mediengeräten ausgestattet sind. Es gibt in nahezu jeder Familie einen Fernseher, Smartphones, einen Computer, Radio und Internetanschluss. Medien spielen also in den meisten Familien eine Rolle.

Zu Beginn eines Lebens entscheiden Sie, zu welchen Medien Ihr Kind auch einen aktiven Zugang bekommt. In den ersten zwei Lebensjahren können Kinder Bilder wahrnehmen und sich mit etwa 1,5 Jahren auch mehr und mehr zielgerichtet mit Bilderbüchern und Fotos beschäftigen.

Medieneinflüsse bei den Allerkleinsten

© photothek.net

Der flackernde Bildschirm und das klingelnde Handy sind Reizquellen, auf die Ihr Kind aufmerksam wird. Welchen Einfluss das auf die Entwicklung hat, weiß man noch nicht genau. Klar ist aber, dass Kinder sich merken, wie Medien in ihrem Umfeld genutzt werden. Sie nehmen Ihr Verhalten und das der größeren Geschwister wahr und ahmen es nach – zum Beispiel indem sie sich einen Bauklotz ans Ohr halten und „hineinsprechen“. Im Laufe der ersten zwei Lebensjahre wird die Wahrnehmung von Medieninhalten immer bewusster. Das kann man etwa beim gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuchs feststellen, bei dem das Kind auf Bilder zeigt.

Zwischen Kindheit und Jugend

Die Kinder und Jugendlichen in diesem Alter haben die ersten Schritte im Internet hinter sich und kennen sich schon einigermaßen gut aus. Fast alle haben nun ein eigenes Handy oder können ein Gerät der Eltern nutzen. Die Interessen und Tätigkeiten sind dabei einerseits so vielfältig wie die Kinder selbst, andererseits lassen sich auch sehr ähnliche Phänomene beobachten. Es wird immer wichtiger, auch ohne die Begleitung und Aufsicht der Eltern mit den Mitteln der Medien, eine eigene Welt aufzubauen. Dazu gehört, immer mehr mit Freunden zu kommunizieren, zunehmend unbeobachtet von den Eltern.

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Interessen werden online weiterentwickelt. Kinder informieren sich über selbst gewählte Themen, folgen Stars auf Social Media oder Videoplattformen und beginnen, sich über verschiedene Apps Gleichaltrigen oder auch der Öffentlichkeit zu zeigen. Für einige ist es wichtig, ungestört allein oder mit den Freunden – auch online – zu spielen. Dabei entwickeln sie eine eigene Expertise und Fähigkeiten und leben ihre Kreativität aus.

Kinder und Jugendlichen können noch nicht besonders gut abschätzen, was es bedeutet, gewisse Daten ins Netz zu stellen, welche Risiken es dort sonst noch gibt oder wie es einzuschätzen ist, wenn sich andere auf YouTube und Co. daneben benehmen. Zunehmend entfernen sich die Jugendlichen von einer rein kinderfreundlichen Mediennutzung, gehen öfter allein ins Internet und treffen dabei auch immer wieder auf Inhalte, die sie überfordern können und die sie nicht allein verarbeiten können. Neben dem Jugendmedienschutz sollten Sie als Eltern immer noch helfend unter die Arme greifen. Lassen Sie sich ruhig von den vielfältigen Erfahrungen Ihres Kindes im Netz erzählen und unterstützen Sie auch die Meinungsbildung Ihres Kindes dazu. Als Eltern haben Sie in dieser Übergangsphase eine besonders wichtige Orientierungsfunktion und Sie sollten einen sicheren Umgang mit digitalen Medien fördern.

Medienangebote für Jugendliche

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Im Jugendalter wird es zunehmend schwieriger, Ihr Kind auf geeignete Medieninhalte hinzuweisen. Die meisten Jugendlichen möchten sich in dieser Zeit vom Elternhaus abgrenzen und orientieren sich mehr an Gleichaltrigen und an Jugendkulturen. Diese beeinflussen auch stark das Interesse an Medienangeboten und deren Nutzung. Dennoch ist es nach wie vor wichtig, dass Sie im Gespräch mit Ihrem Kind bleiben und immer wieder sagen, dass manche Medieninhalte aus Gründen des Jugendschutzes erst ab einem Alter von 16 oder 18 Jahren zugelassen sind.

Gleichzeitig sollten Sie versuchen, gemeinsam Medien zu nutzen und sich spannende Inhalte von Ihrem Kind zeigen lassen. Je älter es wird, desto mehr bewegt es sich auch auf einem ähnlichen Level wie Sie, was das Verstehen von Inhalten, Humor oder Ähnliches angeht.

Wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind?

Eine Frage, die häufig gestellt wird, ist die nach der angemessenen Medienzeit oder Nutzungsdauer. Es ist nicht leicht, darauf eine für alle Kinder passende Antwort zu geben. Denn jedes Kind ist unterschiedlich! Sie kennen Ihr Kind am besten. Deshalb können Sie diese Frage am besten selbst beantworten, indem Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung beobachten und erkennen, was ihr oder ihm gut tut und Spaß macht oder wann Ihr Kind an seine Grenzen stößt. Vor allem in den ersten Lebensjahren können Kinder schnell von Medien überfordert sein, da sie noch nicht in der Lage sind, diese richtig zu verstehen und einzuordnen. Bunte Bilder, Geräusche und komplexe Geschichten können zur Überreizung führen. Deshalb sollten Sie die Medienzeit bei Babies und Kindern bis ca. zwei Jahren sehr gering halten.

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Trotzdem üben Medien eine Faszination auf Kinder aus und irgendwann möchten sie diese auch näher erkunden. Kleine Kinder können natürlich noch nicht selbst entscheiden, welches Maß gut für sie ist. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind dabei begleiten, auch um Dinge zu erklären. Schaffen Sie feste und begrenzte Medienzeiten. Medienrituale geben Ihrem Kind Struktur. Vermeiden Sie, wenn möglich, Ihr Kind allein mit Medien zu lassen, insbesondere, wenn das Gerät online ist. Denken Sie auch daran, welche Rolle Medien im Familienalltag sonst spielen. Wenn alle anderen Familienmitglieder sehr viele Medien nutzen, ist es für die Jüngsten schwer zu verstehen, wieso sie dies nicht dürfen. 

Gewaltdarstellungen in den Medien

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Schon in jungen Jahren kann es passieren, dass Ihr Kind unbeabsichtigt mit Formen von Gewalt über Medien in Berührung kommt. Das kann über einen Werbeclip sein, der gerade im Fernsehen läuft oder indem es auf dem herumliegenden Tablet herumwischt und sich ein Video bei Youtube öffnet. Viele Inhalte aus Filmen, Videos oder Spielen, die für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene leicht zu verarbeiten sind, können junge Kinder verängstigen. Sie lernen erst mit der Zeit, das, was sie auf einem Bildschirm sehen, klar einzuordnen und als Medienerlebnis zu verstehen.

Nicht jede Gewaltdarstellung muss körperlich sein. Auch bedrohliche Stimmen und Aussagen, düsteres Licht oder dramatische Musik können junge Kinder ängstigen. Deshalb ist es in dieser Phase besonders wichtig, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten. Suchen Sie währenddessen und danach das Gespräch, gehen Sie auf seine Fragen ein, bieten Sie Schutz und Erklärungen an. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur auf altersgemäße Medien zugreifen kann.

Balance zwischen Schutz und Freiraum

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Kinder und Jugendliche suchen ständig nach neuen Erfahrungsräumen, auch solche die fernab Ihrer Kontrolle als Eltern sind. Diese Freiräume müssen Sie Ihrem Kind zugestehen, denn sie sind sinnvoll und notwendig, damit es eine Eigenständigkeit entwickeln kann. Kinder und Jugendliche nutzen diese Freiheit heute besonders in Sozialen Netzwerken wie WhatsApp und Instagram, bei YouTube oder in Computerspielen. Den Zugang zu diesen Plattformen generell zu verbieten, ist unmöglich und aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll. Jedoch können in diesen Räumen auch bewusste oder unbewusste Grenzüberschreitungen vollzogen werden. Ihr Kind probiert sich aus, z. B. indem es sich Inhalte anschaut, die nicht für sein Alter bestimmt sind. Je älter Ihr Kind wird, desto größer sind auch dessen Rechte und dementsprechend sollten auch seine Freiräume zunehmen.

Eine einfache Lösung der Konflikte im Umgang mit Medien gibt es nicht. Hilfreich ist es, gemeinsame Medienregeln aufzustellen. Diese sollten für alle Familienmitglieder verständlich sein. Außerdem sollten alle mit einbezogen werden und sie müssen für alle gelten.

(Mobile) Medien in Kinderhand

Nach Bilderbuch und Fernseher gehören mobile Geräte wie Smartphones und Tablets zu den ersten Medien, die Kinder kennenlernen. Sie sind schließlich von Anfang an präsent in ihrem Leben, weil Mama, Papa, große Schwester, Opa und Papas Freundin sie ständig in der Hand haben. Die Bedeutung dieser Geräte geht an den Kleinen nicht vorbei. Außerdem leuchten sie so schön und machen Geräusche. Auch das fasziniert kleine Kinder. Schließlich sind sie schnell eingeschaltet und einfach zu bedienen. Man muss nicht lesen können, sondern kann über die Symbole ganz fix ein kleines Programm starten. Und dann kann man so ein Gerät auch noch leicht mit in die Kuschelecke oder ins Auto nehmen.

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Die Feinmotorik von jungen Kindern ist noch nicht voll ausgebildet. Hände und Finger sind unbeholfen und die Koordination von Hand und Augen entwickelt sich gerade erst. Die Bedienung eines Tablets fällt ihnen viel leichter als der Umgang mit Tastatur und Maus. Doch bevor sie etwa 18 Monate alt sind, können die Kleinen damit aktiv noch nichts anfangen. Tablets können allerdings schon als digitales Vorlesebuch dienen, aus dem Sie vorlesen.
Die Verknüpfung verschiedener Sinne wird innerhalb geeigneter Kinderangebote gefördert. Ab einem Alter von etwa fünf Jahren können sich Kinder z. B. in Onlinespielen wichtige motorische und geistige Fähigkeiten aneignen. Speziell für kleine Kinder gibt es viele Angebote im Netz, die den Zugang zu den Inhalten im Internet begrenzen und damit in der Regel kein ungeschütztes Surfen erlauben. Achten Sie darauf, dass die Inhalte solcher Angebote für den Entwicklungsstand und das Alter Ihres Kindes geeignet sind.

Herausforderungen im Umgang mit dem Netz ansprechen

Die Bedeutung von Urheberrecht, Privatsphäre, Datenschutz und Jugendmedienschutz sind selbst für uns Erwachsene oft schwer verständlich. Daher sollten sie immer wieder zum Thema gemacht werden. Und auch für ganz konkrete Herausforderungen können Sie als Eltern zumindest sensibilisieren und einen kritischen Blick schärfen. Was sind die Folgen einer allzu offenen Selbstdarstellung und dem Versenden von freizügigen Bildern? Warum sollte man nichts illegal herunterladen? Wie lassen sich sensible Daten schützen? Welche Vorschriften gelten im Netz und warum?

Vater mit Sohn und Tochter mit Smartphone

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Auch die vielfältigen Möglichkeiten der Medien sollten Sie als Anlass zum Gespräch oder zum gemeinsamen Ausprobieren und Gestalten nutzen. Dabei werden Sie nicht immer einer Meinung sein. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, Ihrem Kind die Kompetenz mit auf den Weg zu geben, eigenständig und verantwortungsbewusst handeln zu können, ob in, mit oder ohne Medien!

Jugendliche und ihre Kommunikation im Netz

Besonders in der Kommunikation spielen digitale – vor allem mobile – Medien eine große Rolle. Der Austausch untereinander, sich selbst mitteilen und alles austesten ist wichtig für Jugendliche. In der Kommunikation untereinander, also mit Gleichaltrigen, werden gemeinsame Erfahrungen, Erlebnisse und Konflikte geteilt und reflektiert. Situationen aus dem Alltag, wie die schlechte Note, Stress im Elternhaus oder der gemeinsame Schwarm sind Anlässe für Kommunikation – vor allem abseits der Erwachsenenwelt.

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Dies trägt zur Fähigkeit bei, Konflikte auch ohne elterliche Unterstützung lösen zu können, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen. Eine neue Form der Eigenständigkeit wird also auch in digitalen Medien gelebt.

Es kann sein, dass Ihnen die Kommunikation Ihres Kindes manchmal kryptisch und unverständlich erscheint. Erinnern Sie sich noch an die Jugendsprache als Sie ein Teenie waren? Emojis, Abkürzungen und eigene Geheimwörter schaffen eine geschützte Kommunikation, in der sich Jugendliche untereinander anvertrauen. Nicht zuletzt dient dies auch der aktiven Abgrenzung zu anderen Gruppen.

Kinder- und Jugendschutz in der Medienwelt

Nicht alles, was es in den digitalen Medien zu sehen und zu erleben gibt, ist für Kinder und Jugendliche geeignet. Viele Inhalte im Internet richten sich an Erwachsene. Als Eltern stehen Sie deshalb vor der Herausforderung, Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Kinder und Jugendliche davor zu bewahren ist kaum möglich oder sinnvoll. Anstatt den Zugang zu digitalen Medien zu beschränken, sollten mögliche Risiken verringert werden. Schließlich gibt es auch viele positive Seiten der digitalen Medien. Darstellungen von Gewalt, Pornografie und selbstverletzendem Verhalten sind eine besondere Herausforderung. Solche Inhalte können auf Kinder verängstigend wirken oder problematisches Verhalten befördern. Wenn Ihr Kind damit in Berührung kommt, sollte es seine Verunsicherung mit Ihnen teilen können.

Deshalb gibt es den Jugendmedienschutz, der Medieninhalte auf ihr Gefährdungspotenzial hin beurteilt und deren öffentliche Verbreitung regelt. So sollen Einflüsse der Erwachsenenwelt, die dem Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen noch nicht entsprechen, möglichst gering gehalten und ihre Persönlichkeitsentwicklung  unterstützt werden. Kinder- und Jugendmedienschutzmaßnahmen schaffen sichere Rahmenbedingungen. Risiken können so aber nur minimiert, nicht ausgeschlossen werden. Die Sicherheit Ihrer Kinder im Netz wird letztlich durch Ihre Medienkompetenz als ideale Basis für einen effektiven Schutz bestimmt.

Der Jugendmedienschutz hilft dabei, Kinder und Jugendliche vor unangemessenen Medieninhalten zu schützen. Dieser Film erklärt, wie das funktioniert.

Beratung und Informationen für Eltern

Allgemein

  • Klicksafe bietet einen allgemeinen Medienratgeber für Eltern mit Informationen zu verschiedenen Medien und aktuellen Themen.
  • Die unabhängige Plattform Internet-ABC bietet Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet für Eltern, Pädagogen und Kinder.
  • Jugend und Medien ist ein Beratungsangebot aus der Schweiz für Eltern, Lehrkräfte und Pädagogen mit Artikeln rund um verschiedene Medien und aktuelle Themen.
  • Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung führt viele Tipps und Hinweise zur Erziehung auf – auch in Bezug auf Medien.
  • Schau-hin ist ein allgemeiner Ratgeber und bietet Antworten auf viele medienbezogene Fragen.
  • Scoyo, das Online-Magazin für Eltern, bietet neben Themen wie Lernen, Schule und Familienleben auch die Kategorie Medienkompetenz.
  • Handysektor richtet sich eigentlich direkt an Jugendliche, kann aber auch für Eltern gute Informationsquelle rund um angesagte Apps und Co. sein.
  • Unter www.mediennutzungsvertrag.de findet man ein Tool zur gemeinsamen Erstellung eines Mediennutzungsvertrags in der Familie.

Online-Spiele

  • Die Spielbar ist ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung mit pädagogischen Beurteilungen, aktuellen Themen und Fachartikeln für Eltern und Pädagog*innen zu Computer- und Online Spielen.
  • Der Spieleratgeber-NRW ist ein Angebot der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW mit einer großen Anzahl an vorgestellten und beurteilten Spielen, sowie einem allgemeineren Ratgeber rund um Themen wie rechtliche Aspekte oder Medienwirkung.
  • Der Spielraum ist ein Projekt der TH Köln mit allgemeinem Informationen zu Spielen und aktuellen Spieletrends als Informationsseite für Erwachsene.

Sicherheit

Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst – von der Geburt Ihres Kindes an!

Als Eltern müssen Sie sich bewusst sein, dass die Kleinsten Medien schon sehr früh wahrnehmen, den Umgang beobachten und nachahmen. Ihr Verhalten im Umgang mit Medien hat also Einfluss darauf, wie Ihr Kind diese später selbst nutzen wird.

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Egal ob Sie während gemeinsamer Aktivitäten WhatsApp-Nachrichten checken, Fotos in Sozialen Netzwerken posten oder sich vom Videoclip zwischendurch unterhalten lassen: Achten Sie darauf, wann Sie Medien nutzen und ob Sie in dem Moment vielleicht darauf verzichten könnten. Wenn Sie durch das Smartphone abgelenkt sind, merkt das Ihr Kind. Gerade bei Babies ist die soziale Bindung über die direkte Ansprache, Blickkontakt und Berührung von großer Bedeutung für die Eltern-Kind-Beziehung und die kindliche Entwicklung.

Beobachten Sie, wie lange und häufig Sie Medien nutzen und legen Sie ab und zu das Smartphone zur Seite oder schalten Sie den PC aus. Seien Sie ein Vorbild! Schaffen Sie sich und Ihrem Kind gemeinsame medienfreie Zeiten. Da Medien Teil unseres Alltags sind, sollten sie aber nicht grundsätzlich tabu sein. Führen Sie Ihr Kind langsam an altersgerechte Medienangebote heran und begleiten Sie es bei seinen ersten Medienerfahrungen.

Nutzen Sie Medien auch gemeinsam

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Nutzen Sie gemeinsam die Medien Ihres Kindes und zeigen Sie damit Interesse an Ihrem Kind und seiner Mediennutzung, seinen Techniken und Inhalten. Surfen Sie zusammen im Internet, spielen Sie ein Computerspiel oder schauen Sie mit Ihrem Kind fern. Und erklären sie ihm hin und wieder was dort passiert. Lassen Sie sich erklären, was Ihre Tochter oder Ihren Sohn an den Inhalten begeistert. So verbringen Sie Zeit mit Ihrem Kind und gleichzeitig bekommen Sie einen Eindruck, wie er oder sie mit Medien umgeht und welche Wirkung diese haben.

Stellen Sie gemeinsam Medienregeln auf

Eine universelle Lösung familiärer Konflikte im Umgang mit Medien gibt es leider nicht. Hilfreich ist es, wenn für alle Familienmitglieder klar verständliche Regeln aufgestellt werden. Mit Regeln können Sie Einfluss auf die Mediennutzung Ihres Kindes nehmen. Das Kind sollte jedoch – seinem Alter entsprechend – auch mitentscheiden dürfen. Je älter es wird, desto mehr sollte es beteiligt werden.

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Die Regeln sollten gemeinsam erstellt und aufgeschrieben werden. Immer dann, wenn Kinder die Regeln der Eltern nachvollziehen können, ist es für sie leichter, diese Regeln zu befolgen. Es können Wünsche und Grenzen besprochen werden. Gemeinsam kann man Ausnahmen, Zeitlimits oder medienfreie Räume verhandeln. Zur Unterstützung kann man auch Tools nutzen. Denken Sie daran, dass klare Zeiten, in denen Medien genutzt werden dürfen, je nach Alter des Kindes varrieren können und dürfen.
Bitte setzen Sie Mediennutzung, wie Fernsehen nicht als Strafe oder Belohnung ein. Auch Verbote, die dem Kind meist unverständlich sind, bringen nichts.

Über Medien sprechen

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Versuchen Sie stets auf dem Laufenden zu bleiben über die Medienwelten, Stars und Helden Ihres Kindes, über seine Lieblingsseiten im Netz, die liebsten Computerspiele und Apps. Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind über seine medialen Vorlieben aus. Seien Sie erster Ansprechpartner für Ihr Kind – nicht das Internet oder das Fernsehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es in den Medien erlebt und helfen Sie ihm, es zu verstehen und zu verarbeiten. Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit. Damit stärken Sie auch das Vertrauen zueinander. Gespräche sollten in der Familie einen hohen Stellenwert einnehmen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre kommt Ihr Kind dann auch auf Sie zu, wenn es einmal auf unangenehme Medieninhalte trifft.

Gemeinsame Medienzeit im Kleinkindalter

Wenn Ihr Kind mit zwei oder drei Jahren beginnt digitale Medien verstehen und nutzen zu wollen, sollten Sie es dabei nicht allein lassen. Entscheidend ist, dass Sie erleben, wie Ihr Kind damit umgeht, was es schon versteht und was ihm gefällt. Sie entscheiden, welche Inhalte es anschaut und anhört. Informieren Sie sich vorab über geeignete kindgerechte Angebote.

In den ersten Jahren erlebt Ihr Kind durch seine körperliche und geistige Entwicklung viele Veränderungen, deshalb sind Regelmäßigkeiten wichtig. Feste Rituale bieten Verlässlichkeit und Orientierung für Ihr Kind. Das gilt auch für die gemeinsame Nutzung von Medien. Überlegen Sie sich ein festes Zeitfenster am Wochenende und abends vor dem Schlafengehen, an dem Sie zusammen einen Videoclip anschauen oder ein Hörspiel hören. Nehmen Sie sich auch die Zeit, im Anschluss darüber mit Ihrem Kind zu sprechen. Der Austausch ist wichtig, damit es das Gesehene oder Gehörte verarbeiten kann.

Medienlernen von Klein- und Vorschulkindern

Im Kleinkindalter zeigt sich deutlich besseres symbolisches Verstehen. Kleinkinder spielen eigene Geschichten nach – allein oder mit Gleichaltrigen. Typisch dafür ist das “Vater-Mutter-Kind”-Spiel. Solche Spiele sind wichtig für die kindliche Entwicklung: Es erhöht die soziale Kompetenz und stärkt z. B. die Aufmerksamkeit, das Sprechen, die Vorstellungskraft, später auch die Schreib- und Lesefähigkeit. Viele kindgerechte Filme und Fernsehinhalte machen sich das zunutze: Sie zeigen fiktionale Welten, die die Kinder nachher oft auch selbst nachspielen.

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Medienkompetenz nutzt Kindern auch später, im Schulalter! Wenn Kinder mediale Symbole gut verstehen, können sie im Vorschulalter auch sprachliche und mathematische Inhalte leichter lernen und Lernmedien besser nutzen.

Das Internet, also Webseiten, spielen für Vorschulkinder im Vergleich zu anderen Medienaktivitäten noch keine so große Rolle. Die Kinder nutzen Medien für Informationen über die Lebensumwelt und zur Orientierung für eigene Position in Freundschaften und Familie. Pädagogisch wertvolle Medienprogramme können dabei Hilfestellung geben. Sie sollten darauf achten, dass die Programme, die die Kinder benutzen, auch altersgerecht sind und keine Verhaltensweisen vermitteln, die schädlich sind.

Wollen Sie Ihr Kind beim Medienumgang unterstützen, damit es sich digitale Medien sinnvoll aneignen kann, sollten Sie sich überlegen, wann dies sinnvoll ist und wie die Unterstützung aussehen könnte. Der Schritt über das tägliche Vorlesebuch hin zu filmischen Sequenzen oder Bildergeschichten kann ein Anfang sein.

Gemeinsam das Internet erkunden

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Gerade wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter schon ab und zu allein im Internet unterwegs ist, ist es wichtig, dass Sie als Eltern bei Fragen und Problemen jederzeit ansprechbar sind. Wenn möglich, sollten Sie so oft es geht gemeinsam mit Ihrem Kind surfen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie kompetent und sicher sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn im Netz bewegt. Mit der Zeit sollte Ihr Kind auch hin und wieder die Möglichkeit erhalten, auf ausgewählten Seiten allein ein Thema für sich zu entdecken und die ersten Erfahrungen ohne Eltern zu machen. Wenn von Anfang an ein offener, entspannter Umgang mit dem Internet herrscht, überträgt sich das auf Ihr Kind, das dadurch unvoreingenommen auf Herausforderungen treffen und gleichzeitig eine gesunde Skepsis entwickeln kann.

Wozu Grundschulkinder Medien brauchen

Wenn Kinder in die Schule kommen, können sie schon viel mit Medien machen und nutze diese gern. Weil sie nun lesen und schreiben können, möchten sie Medien auch selbstständig bedienen. Gleichzeitig orientieren sie sich an Ihnen als Eltern, an Geschwistern und Gleichaltrigen, wenn es um die Auswahl der Medieninhalte geht.

Sie haben Spaß an lustigen und unterhaltenden Formaten. Figuren aus Geschichten, die sie aus Kinderserien, Büchern und Zeitschriften kennen, sind Vorbilder, denen sie nacheifern wollen und mit denen sie sich vergleichen. Geschichten, in denen es um Freundschaft geht, mögen sie besonders. Und auch für die Suche nach Identität werden Medien zunehmend genutzt. Wer bin ich? Was für ein Mädchen oder Junge möchte ich sein? Sie nutzen Medien verstärkt, um sich zu informieren und dazuzulernen. Suchmaschinen werden ein wichtiges Mittel dafür, ebenso wie YouTube-Videos.

Apps für Kinder

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Apps, die ausdrücklich für Kinder programmiert wurden, sind als Einstieg in Onlinewelten besonders geeignet: Als kleines, in sich geschlossenes Programm bieten sie einen übersichtlichen Inhalt. Das Navigieren funktioniert hier zudem durch Fingerbewegung oder Spracheingabe. Gleichzeitig wird dabei die kindliche Vorliebe für Wiederholungen praktiziert. Achten Sie darauf, schon frühzeitig Regeln zur Nutzungsdauer und -häufigkeit aufzustellen. Idealerweise sollten Sie die App vorher testen und eventuell durchspielen. Informieren Sie sich genau über die Apps, die Sie für Ihr Kind installieren. Wichtige Aspekte sind dabei u. a. Werbung und mögliche In-App-Käufe. Sie können sich dabei auch an Testberichten orientieren.

Gute Kinder-Apps zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Inhalte orientieren sich am Alter und der Lebenswelt der Kinder
  • Die App ist audiovisuell aufbereitet (Bilder, Töne, Musik, Geräusche)
  • Die Navigation ist einfach, intuitiv und eventuell sprachgesteuert
  • Texte, Bilder und Animationen sind kindgerecht und verständlich
  • Verwendete Symbole und Icons sind einheitlich und aussagekräftig
  • Die Apps enthalten altersentsprechende Interaktionsmöglichkeiten

Ein Überblick über empfehlenswerte Apps für Kinder ist aufgrund des rasanten Wandels im Netz nur schwer möglich. Hilfestellung finden Sie aber unter anderem beim Deutschen Jugendinstitut (DJI), bei klicktipps oder bei SIN – Studio im Netz. Wenn Sie sich beraten lassen wollen, ob eine App für Ihr Kind geeignet ist, suchen Sie diese bei app-geprüft.

Medien und Gewalt

Gewaltdarstellungen sind in vielen Filmen, Serien, Spielen und Bildern präsent. Kinder und Jugendliche werden zwangsläufig früher oder später damit konfrontiert. Sie müssen mit der Zeit lernen, damit umzugehen und Strategien entwickeln, um die Darstellungen zu verarbeiten. Das ist auch eine Frage des Alters. Deshalb gibt es für Gewaltdarstellungen in den Medien Beschränkungen, die durch den Jugendmedienschutz geregelt sind. Filme oder auch Computerspiele erhalten ein sogenanntes Alterskennzeichen, um deutlich zu machen, dass die dargestellten Inhalte erst für Kinder ab einem bestimmten Alter geeignet sind.

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Gleichzeitig führt Gewalt in den Medien nicht automatisch dazu, dass Kinder und Jugendliche auffällig, aggressiv, verängstigt oder gewalttätig werden. Wir müssen genauer hinsehen: Ist die Gewaltdarstellung sinnvoll für die Geschichte oder geht es nur um die Freude am Blutvergießen? Findet sie in einem heiteren oder bedrohlich-düsteren Umfeld statt? Sind die Gewalthandlungen verharmlost dargestellt wie in manchen Comics oder Computerspielen wie z. B. bei Clash of Clans? Wird gewalttätiges Handeln im Medium bestraft oder belohnt? Außerdem muss nicht jede Gewalt körperlich sein. Auch psychische Gewalt kann sehr bedrohlich und verängstigend wirken. In Horrorfilmen wird mehr mit der Emotion Angst “gespielt”, als dass es übermäßig viele und bedrohliche Gewaltdarstellungen gibt.

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie eine Distanz zu dem Wahrgenommenen herstellen können und verstehen, dass es sich nicht um die Realität handelt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Gesehenes und beobachten Sie, wie es mit bestimmten Medieninhalte zurechtkommt.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind zu Gewalt als Konfliktlösung neigt oder diese allgemein verherrlicht, können Sie sich Unterstützung bei einem Sozialarbeiter der Schule oder einer Familienhilfe-Einrichtung in Ihrer Umgebung suchen.

Anonyme suchen den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen

Überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Dabei kann es sich um die Vermittlung problematischer Inhalte handeln oder sogar um Aufforderungen von Verhalten, das Kindern schadet. Solche Kontakt- und Kommunikationsrisiken sind vielseitig: Beschimpfungen, Bedrohungen und Beleidigungen sind keine Seltenheit. Im Falle eines sich wiederholenden Vorgangs kann dies zum Cybermobbing führen.

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Schließlich sind auch sexuell orientierte Kommunikation, sexuelle Belästigung oder die Anbahnung von sexuellem Kontakt und letztlich sexueller Missbrauch (Cybergrooming) nicht auszuschließen. Solche Risiken treten vor allem in Sozialen Netzwerken auf. Vor allem über Ansprachen in Einzelnachrichten aber auch über Posts auf einer Pinnwand, Kommentare oder Gruppennachrichten kann Kontakt aufgenommen werden. Besonders problematisch sind Einzelnachrichten, da diese nicht für andere einsehbar und somit intimer sind. Kinder und Jugendliche sollten die Gefahr solcher Kontakte frühzeitig erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen können. Hierzu gehören zum Beispiel das Blockieren oder Melden des Users oder das Verwenden sicherer Messenger. Versuchen Sie Ihrem Kind klar zu machen, dass es niemals zweifelhaften Aufforderungen folgen sollte. Die Preisgabe von privaten Bildern, Adressen oder Telefonnummern ist ebenfalls tabu. Kommt es trotzdem zu einem gefährdenden Kontakt, sollte Ihr Kind das Gefühl haben, sich Ihnen stets anvertrauen zu können. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Beitrag „Klein und Groß sollten sicher sein im Netz„.

Lernen mit digitalen Medien

Ganz besonders zu Beginn der Grundschulzeit sind unsere Kinder überall neuen Herausforderungen ausgesetzt: Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, bringt sie der Welt der Großen näher. In keiner anderen Lebensphase sind sie motivierter, Neues zu lernen. Die wichtigste Aufgabe für Sie als Eltern ist es, sie dabei zu unterstützen, indem sie sie motivieren zu lernen und sich selbstständig Wissen anzueignen.

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Ihr Kind sucht im Netz nicht nur Unterhaltung und das Tablet dient ihm nicht nur dem Zeitvertreib. Kinder nutzen Medien auch ganz gezielt zum Lernen und Informieren – ob im Auftrag der Schule oder aus eigenem Interesse. Wenn Ihr Kind das Gefühl hat, Sie glauben ihm nicht, wenn es mit dem Tablet lernt, führt das zu Frust. Dass digitale Medien so faszinierend sind, eröffnet die Chance, Lernen und Spaß zu verbinden.

Auch immer mehr Schulen nutzen den Entdeckerdrang der Kinder in Kombination mit ihrer Faszination für Medien für die Unterrichtsgestaltung.

Das Smartphone als ständiger Begleiter

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Spätestens, wenn es in die weiterführende Schule kommt, hat wahrscheinlich auch Ihr Kind eines. Das Smartphone spielt bei Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Ob durch den Messenger, die YouTube-App, den Musik-Player, die Navigations-App oder Instagram: Das Smartphone ist ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags. Dabei wird es fast wie ein Teil der eigenen Person empfunden. Ohne Smartphone füllen sich viele Jugendliche nicht komplett.

Durch Apps, Funktionen und Zubehör kann das Smartphone personifiziert und individualisiert und zum Statussymbol werden. Unterschiedliche Aspekte, wie Handyhülle, Hintergrundbild oder Fabrikat des Handys sollen zeigen, dass man up-to-date oder besonders cool ist. Das ist kein neues Phänomen. Früher diente Kleidung oder Musik zur Selbstdarstellung und zur Abgrenzung. Eine Besonderheit des Smartphones ist, dass ganz persönliche Erfahrungen dokumentiert und gespeichert werden. Ihr Smartphone haben die Jugendlichen ganz für sich. Und es ermöglicht Intimes zu speichern, ob Liebesbotschaften in WhatsApp oder Fotos zur Selbstdarstellung bei Insta.

Mit dem Smartphone ist auch eine neue Form Kommunikation unter Jugendlichen entstanden, die Erwachsene nicht immer nachvollziehen können. Mit  Freunden quatschen, während man Nachrichten checkt, ist nicht ungewöhnlich und wird auch nicht unbedingt als unhöflich empfunden. Gleichzeitig fördert das Smartphone Risiken wie Cybermobbing und Sexting, da Offline- und Offline-Welt verschmelzen.

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Auch immer mehr Kinder im Grundschulalter, spätestens ab ca. 10 Jahren, haben ein eigenes Smartphone. Mit dem Eintritt in die weiterführende Schule sind sie so für ihre Eltern jederzeit erreichbar. Gleichzeitig steigt der Wunsch nach Selbständigkeit. Mit dem eigenen Handy ist man nicht mehr von Mamas oder Papas Gerät abhängig, sondern kann meistens selbst entscheiden, wann man mit wem kommuniziert oder das Handyspiel spielt. Allerdings birgt das Konfliktpotential und das Aushandeln von Regeln wird erforderlich.

Kommunikation über Messenger

Kommunikation, die über Messenger wie WhatsApp, Signal, Threema oder Telegram stattfindet, ist für Jugendliche ein Grundbedürfnis. Hier wird Belangloses  ausgetauscht, ebenso wie Meinungen, Organisatorisches, Videos und Fotos mit Gleichaltrigen. Aber auch Konflikte werden darüber ausgetragen und die Wirkung der eigenen Person auf andere getestet. Man schreibt nicht auf Pinnwände, sondern in einem mehr oder weniger persönlichen Chat mit einzelnen oder mehreren Personen. Über Messengern wird scheinbar privat kommuniziert. Es lassen sich aber auch Gruppenchats organisieren und einzelne Nutzer blockieren. Oft sind die Gruppen so groß, dass von Privatheit keine Rede sein kann. Außerdem lassen sich z. B. Fotos auf anderen Geräten abspeichern und unbemerkt weiterversenden.

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Die Beliebtheit von Messengern geht schlichtweg auf die weite Verbreitung des Angebots zurück. Die Apps sind oft kostenlos und mit einer Internetflat oder WLAN-Zugang fallen keine weiteren Kosten an. Natürlich bergen sie auch Risiken. Wenn Sie sich über die Sicherheit Ihrer Daten bzw. der Ihrer Kinder Gedanken machen, vergleichen Sie einfach mal die Bedingungen einzelner Messenger. Was passiert dort mit den Daten? Ist die Kommunikation verschlüsselt? Gibt es sichere Messenger? In den Nutzungsbedingungen vieler Messenger ist ein Alter von 13 oder sogar 16 Jahren Voraussetzung für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind jünger ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen.
Über das Social Web gibt es außerdem weitere zahlreiche Möglichkeiten wie z. B. Instagram und TikTok mit geringem Aufwand an der Welt teilzuhaben und mit anderen in Kontakt zu bleiben. Wobei Jugendliche durchaus zwischen der eher öffentlichen Kommunikation über Plattformen wie Instagram und dem mehr oder weniger privaten Austausch unterscheiden (können). Mit dem Smartphone geschieht dies zu jeder Zeit an jedem Ort und vor allem auf ganz unterschiedliche Weise.

Medien selbst (mit)gestalten

Jugendliche sind mehr als nur Konsumenten von Medien. Sie gestalten diese aktiv mit wie man auf Plattformen wie YouTube oder TikTok sieht. Hier werden nicht nur Videos angeschaut, sondern oft auch eigene veröffentlicht. Bekannte YouTuber bzw. Influencer haben alle mal klein angefangen und sich im Laufe der Jahre ein millionenfaches Publikum erarbeitet.

Vierzehnjaehriger Junge mit einer alten analogen Videokamera.

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Die Themen, zu denen Videos veröffentlicht werden, sind sehr vielfältig. Viele erzählen in sogenannten Vlogs vom eigenen Alltag. Eine Menge Videos drehen sich um Kosmetik und Fashion; viele machen lustige Videos und andere filmen und dokumentieren, wie sie Computer spielen. Auch wichtige Themen wie Cybermobbing oder Toleranz werden auf YouTube aufgegriffen, in Videos behandelt und reflektiert. Die Ice-Bucket-Challenge hat z. B. gezeigt wie spielerisch gesellschaftliche Themen in YouTube thematisiert werden können.

Auch wenn Jugendliche selbst keine eigenen Inhalte produzieren, können sie trotzdem ein Teil davon sein. Indem sie kommentieren und liken können sie Einfluss darauf nehmen, was im Netz thematisiert wird und in neuen Videos passiert. Das Internet mit YouTube und Co. ist ein Informationsraum für alles, was Jugendliche interessiert. Ein Raum für Vorbilder, Trends und vor allem auch, um Anschluss zu finden.

Wie Medien Wertvorstellungen beeinflussen können

Das Internet ermöglicht es quasi jedem, seine Meinung öffentlich kundzutun. Damit verbunden ist allerdings das Problem, dass im Netz auch Inhalte oder Verhalten präsentiert werden, die allgemein nicht als akzeptabel gelten. Besonders schwierig wird es, wenn Kinder und Jugendliche solche Inhalte annehmen, ohne groß darüber nachzudenken oder weil sie gut begründet erscheinen. Das betrifft zum Beispiel Angebote radikaler, extremistischer Vereinigungen. Diese präsentieren ihre Vorstellungen, Meinungen und Werte als einzig richtige. Jugendliche und vor allem Kinder können die Bedeutung und die Folgen solcher Inhalte aber nicht richtig einschätzen. Sie wissen dann nicht mehr, was richtig oder falsch ist und werden manipulierbar. Auch die Kommunikation von solchen Gruppen bietet kein gutes Vorbild für das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen. Hassrede und das Runtermachen von Minderheiten sind Beispiele dafür.

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Ihr Kind sollte daher lernen, solche Angebote einzuschätzen und sich davon zu distanzieren. Hilfreich ist, wenn Sie von Anfang an mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung sprechen, ihm ein angemessenes Kommunikationsverhalten vorleben und zeigen, wie man auch kritisch mit Medien umgeht. Es hilft nicht, soziale Netzwerke oder ähnliche Dienste technisch zu sperren. Denn das verhindert auch deren positive Aspekte, wie Unterhaltung und die kreative Nutzung. Verschiedene Studien haben sogar gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die mit Angeboten im Netz aktiv umgehen, besser auf Gefahren vorbereitet sind. Sie können Risiken besser einschätzen und entwickeln eigene Abwehrstrategien.

Einrichtungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes

Jugendmedienschutz ist der Oberbegriff für den Schutz von minderjährigen Kindern und Jugendlichen vor schädlichen Einflüssen durch Medien. Es gibt verschiedene Einrichtungen, die sich mit dem Jugendmedienschutz befassen. Dort bekommen Sie nähere Informationen zu Themen, die den Jugendmedienschutz betreffen und können gefährdende Inhalte melden:

Datenschutz

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Datenschutz bezieht sich auf den Schutz personenbezogener Daten (z. B. Name, Geburtsdatum oder Telefonnummer) und ist ein Grundrecht in der Europäischen Union. Jede Person hat das Recht zu entscheiden, was mit den eigenen Daten passiert. Alle Unternehmen, die solche Daten nutzen und verarbeiten, müssen für Datenschutz sorgen. Man sollte aber auch selbst darauf achten, denn wenn Informationen über sich einmal im Netz verbreitet wurden, können sie missbraucht werden.

  1. Gehen Sie mit Ihren und den persönlichen Daten Ihres Kindes sensibel um – egal wie alt es ist! Adresse, Alter, Telefonnummer und Fotos verraten viel über Sie und Ihre Familie und lassen sich gut zu Geld machen.
  2. Informieren Sie sich und tauschen Sie sich mit Ihrem Kind, sobald es alt genug ist, über die Freigabe persönlicher Daten, Datenschutz und Onlinewerbung aus.
  3. Überprüfen Sie regelmäßig die Datenschutzeinstellungen in Apps und auf Websites, bei denen Sie oder Ihr Kind registriert sind.
  4. Überlegen Sie stets, was andere über Sie oder Ihr Kind wissen sollten und was nicht. Und denken Sie daran: Das Netz vergisst nie!
  5. Verbreiten Sie keine Fotos Ihres Kindes öffentlich bzw. lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, sobald es solche Sachen versteht. Wahren Sie die Privatsphäre Ihres Kindes!
  6. Achten Sie darauf, dass Sie und Ihr Kind keine Bilder von Dritten machen oder private Informationen Dritter ohne deren Erlaubnis teilen.
  7. Überprüfen Sie die Zugriffs- und Nutzungsrechte installierter Apps auf Ihrem Smartphone oder Tablet bzw. dem Ihres Kindes.
  8. Benutzen Sie möglichst immer einen Nickname, wenn Sie sich im Netz bewegen und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind das ebenfalls tut.
  9. Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines Angebots, das Sie bzw. Ihr Kind wahrnehmen.

Sorgen Sie für Ausgleich zur Mediennutzung

Für einen angemessenen Medienumgang ist es gut, alternative Freizeitaktivitäten einzuplanen. Mit Gleichaltrigen spielen, Sport treiben, sich draußen austoben sind wichtige Beschäftigungen für Kinder und kommen ihrem Bewegungsdrang entgegen. Ein Instrument spielen oder im Chor singen können ebenfalls ausgleichend und spannend sein.

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Planen Sie regelmäßige Unternehmungen mit der Familie ein. Als Ausgleich zur Mediennutzung ist es wichtig, Anreize für Ihre Kinder, auch wenn diese schon älter sind, zu schaffen. Ein besonderer Ausflug am Wochenende mit der ganzen Familie ist eine attraktive Alternative zum Computerspielen! Durch einen Mix an Freizeitaktivitäten können Medien bewusster genutzt werden.

Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind sicher fühlt!

Am besten ist es natürlich, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Onlinewelten erkunden. Aber das wird nicht immer möglich oder sinnvoll sein.

Mediennutzung sollte in einem geeigneten Umfeld stattfinden. Wenn der Familien-Computer z. B. an einem festen Platz wie dem Arbeitszimmer oder Wohnzimmer steht, wird Ihr Kind direkt verantwortungsvoller damit umgehen. Außerdem können Sie so ein Auge darauf haben, was Ihr Kind im Netz macht und Sie sind ansprechbar, wenn es Hilfe braucht. Wichtig ist aber, dass Ihr Kind sich nicht kontrolliert und zu stark eingegrenzt fühlt. Dies gilt auch für die Nutzung des Smartphones. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es im Internet an den verschiedenen Geräten macht. Richten Sie gemeinsam ein geschütztes Benutzerkonto ein. Dabei können Kinder- und Jugendschutzprogramme oder Apps wie Google Family Link für Kinder und Teenager helfen. Nutzen Sie auch gesonderte Einstellungen an Ihrem Router oder dem Smartphone.

Das Wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Kind über Sicherheit im Netz reden. Sprechen Sie über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte. Wenn Ihnen Inhalte problematisch vorkommen, können Sie diese melden.

Medien sind auch Lernmittel

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Ihr Kind sucht im Netz nicht nur Unterhaltung, Tablet und Laptop dienen nicht nur dem Zeitvertreib. Kinder und Jugendliche nutzen Medien auch ganz gezielt zum Lernen und Informieren – ob im Auftrag der Schule oder aus eigenem Interesse. Wenn Ihr Kind das Gefühl hat, Sie glauben ihm nicht, wenn es mit dem Tablet lernt, führt das zu Frust. Dass digitale Medien so faszinierend sind, eröffnet die Chance, Lernen und Spaß zu verbinden. Das sollten Sie unterstützen!

Gerade in der weiterführenden Schule wird es für Kinder und Jugendliche selbstverständlich, digitale Medien für die Schule zu nutzen: Es wird für Vorträge recherchiert oder eine Präsentation am Laptop erstellt. Eventuell nutzt Ihr Kind auch ein Online-Nachhilfeangebot.
Ihr Kind lernt, dass digitale Medien nicht nur der Unterhaltung und Kommunikation dienen und erwirbt wichtige Kompetenzen, die es später wahrscheinlich auch im Beruf brauchen wird.

Mit Medien kreativ werden

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Medien nutzen heißt mehr als Nachrichten zu schreiben und Filme zu gucken. Als Eltern sollten Sie Ihrem Kind die vielfältigen Möglichkeiten der Mediennutzung zeigen. Regen Sie Ihr Kind zum Selbermachen von Medien an. Lassen Sie es selbst fotografieren, Videos drehen oder Hörspiele erstellen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei und gestalten Sie gemeinsam Medieninhalte. Das bietet außerdem die Gelegenheit über die jeweilige Technik, deren Möglichkeiten und Risiken zu sprechen. Lernen Sie auch selbst von Ihrem Kind. Insbesondere im Umgang mit den digitalen Medien kennen sich unsere Kinder oft besser aus und gehen viel offener damit um.

Vermeiden Sie Dauerberieselung durch Medien

Junge mit Laptop beim Essen | Copyright: Ute Grabowsky/photothek.net

Eine Dauerberieselung durch Hintergrundgeräusche und Bilder ist nicht nur für Kinder eher kontraproduktiv. Achten Sie mal darauf, ob Sie selbst bzw. Ihr Kind gerade wirklich zuschaut oder zuhört und wenn nicht, schalten Sie einfach mal ab. Um herauszufinden, ob Ihr Kind dem Inhalt noch aufmerksam folgt, fragen Sie einfach mal danach, was dort gerade passiert.

Mediennutzungsvertrag

Eine Möglichkeit, gemeinsame Regeln zum Medienumgang in der Familie festzuhalten, ist ein Mediennutzungsvertrag. Die Medienkompetenzinitiativen klicksafe und Internet-ABC haben dafür ein Online-Tool entwickelt. Mit diesem können Sie gemeinsam mit Ihren Kindern ganz individuell festlegen, welche Medien und Inhalte wie und wie lange in der Familie genutzt werden dürfen. Das Tool bietet eine Vielzahl individuell anpassbarer Regelvorlagen für Kinder unter oder über 12 Jahren, aber auch für Eltern. Es gibt außerdem die Möglichkeit, eigene Regeln zu erstellen.

Sie finden das Tool auf www.mediennutzungsvertrag.de.

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Medien als Babysitter?

Kinder schauen Fernsehen | Copyright: Thomas Koehler/photothek.net

Wer kennt das nicht? Wochenende, 6.00 Uhr. Das Kind ist hellwach, Sie aber nicht. Da ist es einfach, mal eben den Fernseher oder das Tablet einzuschalten und wenigstens für ein paar wohlverdiente Minuten Ruhe zu haben – und warum auch nicht? Im Familienalltag gibt es einfach Momente, in denen Tablet oder Fernsehen eine bequeme Möglichkeit sind, kurz durchzuschnaufen. Und es ist so bequem, dass es uns sehr schwer fällt, es nicht zu tun. Solange es nicht zur Gewohnheit wird und wir Medien nicht zulasten des Kindes zweckentfremden, ist es durchaus mal erlaubt. Sie sollten dann aber sicherstellen, dass Ihr Kind nur auf altersgemäße und bekannte Medieninhalte zugreifen kann und es nicht stundenlang allein vor dem Gerät sitzt. Denn gerade in den ersten Jahren braucht Ihr Kind Begleitung bei der Mediennutzung.

Pornografische Inhalte im Netz

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Allgemeine Aussagen zu Wirkungen und Folgen möglicher problematischer Inhalte zu treffen, ist schwierig. Das trifft auch auf pornografische Inhalte zu. Sie sollten zumindest Ihre Jüngsten von Pornografie fernhalten. Bei Jugendlichen ist die Lage etwas komplizierter. Hier ist es stark abhängig von der jeweiligen Veranlagung und vom konkreten Inhalt. Die pauschale Behauptung, Jugendliche bekämen durch pornografische Inhalte ein falsches Bild von Sexualität, ist nicht zutreffend. Sie können oft sehr wohl zwischen Darstellungen in den Medien und realistischer Sexualität unterscheiden. Harte Pornografie sollte jedoch keinesfalls zugänglich sein. Insbesondere solche pornografischen Inhalte, die Gewalt zeigen oder ein Maß an tolerierbarer Freiheit auf andere Weise überschreiten, können ungeahnte Folgen haben. Dazu zählen auch Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern oder Jugendlichen. Weil solche Inhalte in der Regel strafbar sind, sollten sie an eine Beschwerdestelle gemeldet werden.

Was trägt das Netz zu problematischem Verhalten Heranwachsender bei?

Problematisches Verhalten beginnt, wenn sich jemand selbst oder anderen schadet oder damit droht. Dies kann in Phasen des Umbruchs durchaus vorkommen, da sich Jugendliche in starken Wandlungsprozessen bei sich selbst und auch im Umfeld befinden, ist aber nicht die Regel.

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Manche verschließen sich, andere tun sich etwas an, wiederum andere neigen zu Aggressivität. Dies alles kann mit Medieninhalten und Mediennutzung zusammenhängen, hat aber so gut wie nie die Ursachen dort. Die Gründe sind in der psychischen Entwicklung und dem sozialen Umfeld des Kindes zu suchen. Allerdings gibt es dabei auch eine digitale Komponente: Jugendliche kommunizieren online, informieren sich im Netz und suchen Orientierung. Auch problematisches Verhalten wird im Internet gezeigt, diskutiert und dokumentiert. Es gibt spezielle Foren und Social-Media-Kanäle, die Gewalt, Selbstverletzungen, Essstörungen und düstere Gedanken thematisieren. Hier können Jugendliche in Kontakt mit anderen kommen, die ähnlich fühlen und denken wie sie und bekommen Aufmerksamkeit, die sie anderswo nicht erhalten. Besonders labile und unsichere Jugendliche können so animiert werden, es anderen gleichzutun, ohne dass sie Inhalte und Verhalten hinterfragen. Wenn Ihnen bei Ihrem Kind Veränderungen auffallen und Sie Sorge haben, dass es solche Seiten besucht, fragen Sie nach. Lassen Sie sich von Außenstehenden helfen, wenn Sie nicht mehr weiter wissen. Hilfe finden Sie offline, z. B. bei Sozialpädagoginnen oder Psychologen der Schule Ihres Kindes, und bei Online-Beratungsstellen wie die der bke.

Vielfältiges Internetangebot für Kinder

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Auch Kinder wollen im Internet surfen. Da sie andere Interessen und Bedürfnisse haben als Erwachsene, gibt es Internetseiten für Kinder. Es ist ganz wichtig, Kindern schon frühzeitig Möglichkeiten an die Hand zu geben, mit denen sie schnell und einfach Inhalte im Netz finden. Diese Möglichkeiten sollten sowohl interessant als auch altersgemäß sein. Deutschland verfügt dabei über eine bemerkenswerte und einzigartige Kinderseitenlandschaft. Die Internetseiten werden regelmäßig betreut und sind auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Hier können sich Kinder über das Weltgeschehen oder über ihre Hobbys informieren und über viele weitere Themen recherchieren. Sie können Spiele spielen, Freunde treffen, sich austauschen oder selbst Bilder, Videos und sogar Webseiten produzieren. So lernen sie das Internet in seiner Vielfalt an Möglichkeiten kennen – in einer altersgerechten Internetwelt. Mit dem Eintritt in die weiterführende Schule werden Internetangebote für Erwachsene immer interessanter. Ihr Kind sollte langsam an diese herangeführt werden und lernen, diese sicher zu nutzen.

Gute Kinderseiten finden Sie bei seitenstark.de. Woran Sie eine gute Internetseite für Kinder erkennen, erfahren Sie hier.

Kindersuchmaschinen

Kinder sind fasziniert vom Internet und der unendlichen Information. Egal, was man sucht, es gibt eine Seite dazu. Häufig werden aber die Suchmaschinen der Erwachsenen benutzt. Nicht zuletzt durch noch unzureichende Recherchekenntnisse werden Kinder dort jedoch mit einer unübersichtlichen Fülle an Ergebnissen konfrontiert, die sie nur schwer filtern können. Es kann auch passieren, dass sie auf Ergebnisse stoßen, die mitunter nichts mit ihrer Suche zu tun haben oder ungeeignet sind.

Zum Schutz der Kinder gibt es Suchmaschinen, die speziell für sie konzipiert sind und mit denen sie ihre ersten Rechercheausflüge auch ohne Begleitung Erwachsener unternehmen können. Suchmaschinen für Kinder, wie www.fragfinn.de oder www.blinde-kuh.de, unterscheiden sich dabei in wesentlichen Merkmalen von den üblichen Suchmaschinen. Das gilt besonders für die Gestaltung, die Aufbereitung und den Umgang bei Problemen. Texte, Bilder und Videos werden anhand bestimmter Kriterien vorab geprüft und dann freigegeben. So sind sie für Kinder gleichzeitig unbedenklich und interessant.

Diese Angebote richten sich an Kindern von etwa 6 bis 12 Jahren. Etwa ab der fünften Klasse sollten Kinder nach und nach an Suchmaschinen für Erwachsene herangeführt werden.

Melden, Bewerten, Löschen!

Bilder von Ihrem Kind auf YouTube, diskriminierende Äußerungen in Kommentaren, gemeine Sticheleien in der Messenger-Gruppe oder verbotene Symbole: Inhalte im Netz können aus sehr vielen Gründen für Ärger sorgen. Sie tauchen aber nicht irgendwo im Netz auf, sondern konkret auf Plattformen, Apps und Webseiten. Und dort können Sie dies auch melden.

Die Anbieter versuchen, Regeln aufzustellen und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu überwachen. Dafür gibt es sogar Gesetze wie z. B. das Jugendschutzgesetz. Wenn ein Inhalt gemeldet wird, muss die Plattform innerhalb einer kurzen Zeit prüfen, ob es sich um einen strafbaren Inhalt handelt und diesen löschen. Dafür sind die Plattformen auf das Mitmachen und die Hilfe der Nutzer angewiesen. Ob auf YouTube. WhatsApp, Instagram oder TikTok: Überall können Sie oder Ihr Kind Inhalte melden, die eventuell gegen die Richtlinien der Plattform oder gegen ein Gesetz verstoßen. Beispielsweise hat das Melden von rassistischen Inhalten laut YouTube und Facebook in den letzten Jahren stark zugenommen.

Auch Bewertungen und Kommentare anderer Nutzer oder Eltern können bei Apps oder Spielen hilfreich sein, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie geeignet sind. In den App-Stores wird zum Beispiel oft darauf hingewiesen, wenn sehr viel Werbung oder In-App-Käufe erscheinen, oder wenn ein Spiel sehr gewalttätig ist. Wenn Sie oder Ihr Kind eigene Erfahrungen gemacht haben oder Ihnen ein Inhalt verdächtig vorkommt, lassen Sie andere daran teilhaben und nutzen Sie damit diese wertvolle Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen.

Kinder- und Jugendschutzprogramme

Als Eltern haben Sie einerseits ein Interesse daran, je nach Alter und Entwicklungsstand, im Blick zu haben, was Ihr Kind mit Medien macht und auch, was Medien mit Ihrem Kind machen. Andererseits ist es sogar Ihre Pflicht (als Erziehungsberechtigte oder Erziehungsberechtigter), Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Dennoch möchten Sie Ihr Kind wahrscheinlich auch eigenständig das Netz erkunden lassen, ihm Freiraum geben und es nicht ständig kontrollieren.

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Kinder- und Jugendschutzprogramme sind dafür eine mögliche Unterstützung. Diese gibt es für alle Geräte und mit mehr oder weniger großem Funktionsumfang. Einige Einstellungen lassen sich auch ohne zusätzliches Programm tätigen. Grundsätzlich können Sie verschiedene Nutzungsprofile anlegen. Eine zentrale Funktion ist oft, Webseiten und Suchmaschinen automatisch zu sperren, um den Zugang zu bestimmten Inhalten wie Pornografie oder illegalen Datentausch und Ähnliches zu verhindern. Ebenso können Sie alle Aktivitäten des Nutzenden aufzeichnen, Sperrzeiten festlegen, In-App-Käufe, Kamerazugang oder einzelne Apps deaktivieren und vieles mehr. Die Unterschiede der Programme liegen im Detail.

Für Smartphones und Tablets gibt es viele kostenfreie Anwendungen, wie z. B. die fragFINN-App, Meine Startseite, Google Family Link oder JusProg. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Beitrag zu Parental Control Apps und hier. Für PC und Laptop gibt es ebenso kostenfreie wie zahlungspflichtige Software, welche dann dementsprechend umfangreicher sind. Die Betriebssysteme von Microsoft und Apple haben auch eigene Einstellungsmöglichkeiten. Hier schneiden in den Tests vor allem die Anwendungen von etablierten Internet-Sicherheitsfirmen gut ab, z. B. Kaspersky oder Symantec.

Grundsätzlich können Programme und spezielle Einstellungen im Betriebssystem einige Arbeit abnehmen. Sie ersetzen jedoch nicht Ihre erzieherische Aufgabe, also eine gemeinsame reflektierende Medienzeit und das Gespräch mit Ihrem Kind.

Beschwerdestelle und Verbraucherschutz

Wir alle sind Verbraucher, d. h. wir kaufen Lebensmittel und andere Dinge, nutzen Dienstleistungen wie z. B. den Friseur. Der Verbraucherschutz soll unter anderem dafür sorgen, dass Produkte und Dienstleistungen sicher sind und angemessen viel kosten. Bezogen auf das Internet geht es beim Verbraucherschutz auch um Inhalte. Wir sollen beispielsweise vor volksverhetzenden Äußerungen in einem Forum, jugendgefährdenden Darstellungen auf einer Webseite oder unerwünschten E-Mails (Spam) geschützt sein. Wenn Sie trotz rechtlicher Regelungen auf solche Inhalte stoßen, sollten Sie diese melden. Dafür zuständig sind unter anderem diese Einrichtungen: