Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.
Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig?
Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.
Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto
Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:
- Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
- Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
- Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
- Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.
Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.
Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram
Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:
- Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
- Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
- Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
- Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.
Was müssen Eltern weiterhin beachten?
Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:
- Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
- Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
- Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
- Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
- Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
- Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.
Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.