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01.04.2022

Instagram sicher nutzen

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3 Minuten Lesezeit
11-17 Jahre
Information
Kommunikation
Sicherheit
Apps
Social Media
Toolbeschreibung
© photothek.net

Das Soziale Netzwerk Instagram  ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, jedoch immer wieder in der Kritik, weil es nicht ausreichend schützt. Instagram hat Neuerungen eingeführt, um sicherer für Kinder und Jugendliche zu sein. Das ist neu: 

  • Minderjährige können nicht mehr so einfach von Fremden kontaktiert werden 
  • neue Funktionen sollen Eltern und Erziehungsberechtigten mehr Kontrolle geben 
  • Informationsportal für Ratsuchende 
  • Löschfunktionen in der App 
  • strengere Altersbeschränkungen 

Warum war es Zeit für Neuerungen? 

Die Kritik an Instagram wurde immer lauter. Der Grund: Minderjährige waren auf der Plattform oft ungeschützt, bekamen unangemessene Werbung, wurden zum ausgiebigen Nutzen verleitet und konnten von Fremden uneingeschränkt kontaktiert werden.  

Die Rechtslage in Deutschland hat sich mit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes geändert.  Anbieter von Social-Media-Plattformen sind jetzt verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige einzurichten. Beispielsweise muss es Voreinstellungen geben, so dass Fremde nicht einfach Minderjährige kontaktieren können. Außerdem müssen Begleitungs- sowie Steuerungsmöglichkeiten durch die Eltern vorhanden sein. 

Was ist neu? 

Seit Juli 2021 ist es schwieriger, die Altersgrenze (Nutzung ab 13 Jahre) zu umgehen. Jede Person, die Instagram nutzen möchte, muss zwingend das eigene Alter angeben, sonst kann der Account gesperrt werden. Zusätzlich ist geplant, dass Konten Minderjähriger automatisch „privat“ sind. Das bedeutet, dass Jugendliche selbst entscheiden, wer ihr Profil sehen darf. Bisher ist das eine freiwillige Option.  

Minderjährige können nur noch von Personen kontaktiert oder in Beiträgen markiert werden, wenn sie diesen Personen auch folgen. Möchte eine fremde Person Minderjährigen folgen, bekommt diese eine Warnung. Beiträge “verdächtiger” Personen unter den öffentlichen Beiträgen Minderjähriger sind ab sofort automatisch unsichtbar. Außerdem ist es leichter, eigene Beiträge, Kommentare und weitere Fußspuren zu löschen. Erziehungsberechtigte sollen zukünftig die Internetnutzung ihrer Kinder besser begleiten können. Für das Frühjahr 2022 wurde ein Tool angekündigt, das es Eltern ermöglicht, zu sehen, was ihr Kind bei Instagram macht und Kontrolle über die Nutzungszeiten bekommen.  

Zusätzlich wird es ein Informationsportal geben, das Ratsuchende gezielt unterstützen soll. Dazu gehört auch einen Leitfaden für Eltern mit Umgangstipps rund um die Instagram-Nutzung, eine Liste mit Anregungen für ein Gespräch über die Nutzung und ein Glossar mit wichtigen Begriffen.  

Was ist problematisch an den neuen Einstellungen? 

Nach wie vor kann das Alter einer Person, die sich bei Instagram anmeldet, nicht sicher  ermittelt werden. Ein Kind kann sich älter machen, ohne dass Instagram überprüfen kann, ob das angegebene Alter stimmt. Dieses Problem gibt es auch auf anderen Social-Media-Plattformen. Solange das nicht möglich ist, werden auch die Sicherheitseinstellungen nicht bei allen jungen Nutzenden greifen. In Zukunft soll aber künstliche Intelligenz helfen, das angegebene Alter zu überprüfen. Mehr dazu ist in einem Statement von Instagram nachzulesen.  

Außerdem gibt es keine öffentlichen Richtlinien, ab wann das Verhalten Erwachsener auf der Plattform als “verdächtig” gilt und Kommentare dementsprechend nicht mehr sichtbar sind. Die Entscheidung liegt hier also in den Händen der Plattform.  Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagramnutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf. Kontrolle fühlt sich für Kinder und Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Gleichzeitig sollten Sie Ihrem Kind auch mögliche Gefahren bewusstmachen und zeigen, welche Einstellungen, die Nutzung der Plattform sicherer machen. Wenn Sie die Kontrollmöglichkeiten, die es bei Instagram gibt, nutzen möchten, tun Sie das nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Kind. 

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Das man zu viel Zeit auf Social-Media-Plattformen verbringen kann, ist ein Problem, das man kennt. In einigen Ländern soll die Instagram App bald selbst hinweisen, wenn zu viel Zeit auf der Plattform verbracht wird. „Pause einlegen“ – heißt die Benachrichtigung, wird aber erst einmal nicht in Europa gestartet. Deshalb gilt es, auf eine angemessene Nutzungsdauer zu achten. Außerdem liegt es an den Kindern und Jugendlichen, wen sie als Follower akzeptieren und wem sie selbst folgen. Hier können Sie als Eltern unterstützen, indem Sie das Konto gemeinsam einrichten und regelmäßig besprechen, wer abonniert wird. Instagram hat nachgerüstet – ein verantwortungsvoller Umgang ist trotzdem weiter wichtig.  

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