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On Air: Kinderradio sorgt für Unterhaltung, Information und Spaß

Viele Kinder machen ihre ersten Medienerfahrungen durch Hörmedien – ob Hörbücher vor dem Schlafengehen, Abenteuergeschichten im Kinderzimmer oder Musik bei der Autofahrt. Die Auswahl ist riesig und die Abspielgeräte gehen längst über Kassettenrekorder und CD-Player hinaus. Gehört wird zunehmend über mobile Geräte, Sprachassistenten und Hörboxen.

Hörmedien bieten vor allem jungen Kindern viele Vorteile. Sie können als Nebenbei-Medium beim Spielen und Malen genutzt werden, aber auch zur der Entspannung dienen. Zudem kann das Einschalten des Kinderprogramms zu einer festen Sendezeit eine schönes Ritual sein, das Ihrem Kind Sicherheit und Routine gibt.

Radiohören geht auch digital

Das klassische Radio hat seine Verbreitungswege weiterentwickelt und bietet eine Reihe kindgerechter Inhalte an. Es gibt spezielle Kinderradiosender und auch Radiosender mit Kinderprogramm, die sowohl über herkömmlichem Wege als auch über die dazugehörige Webseite (Livestream per Webradio) oder via App genutzt werden können.

Regelmäßige Podcasts und Themenspecials von Kinderradios haben den Vorteil, dass sie aktuelle Ereignisse und Phänomene aufgreifen und kindgerecht erläutern. Dabei wird die Perspektive des Kindes in den Blick genommen und es werden Inhalte besprochen, die Ihr Kind beschäftigt und interessiert. Auch die Möglichkeit zum Mitmachen und des Meinungsaustausches in Form von Höreranrufen ist bei einigen Radiosendern für Kinder gegeben, wie z. B. bei Kakadu oder Radio TEDDY.

Also schalten Sie doch bei der nächsten Autofahrt ruhig den Kinderadiosender an oder hören Sie bei gemeinsamer Hausarbeit nebenbei einen Kinderpodcast im Stream. Wir Erwachsene lernen dabei oft auch noch etwas 🙂

Weitere empfehlenswerte Radioprogramme für Kinder:

 

TIGERBOX – mehr als nur ein Lautsprecher?

Die tigerbox möchte “Viel mehr als nur ein Lautsprecher” sein – so steht es auf der Webseite des Anbieters. Wie andere Hörboxen auch stellt sie eine moderne und beliebte Variante zu Kassettenrekordern und CD-Playern dar.

Kurz gefasst:

  • für Kinder von 2-12 Jahren (laut Hersteller)
  • handliche und robuste Hörbox mit Holzgehäuse und Lichtleiste
  • einfache Bedienung mit großen Knöpfen
  • Musik und Geschichten abspielbar über die tigertones-App oder mittels SD-Karte
  • in verschiedenen Editionen erhältlich

Was ist die tigerbox?

Am besten beschreiben lässt sich die tigerbox als quadratischer Bluetooth-Lautsprecher mit Holz- oder Bambusgehäuse, das jeweils für einen guten Klang sorgen soll. Die wenigen und extra großen, gelben Knöpfe der tigerbox ermöglichen eine kinderleichte Bedienbarkeit. (Bei der Bambus-Edition sind diese nach innen gewölbt und ergonomisch.) Außerdem gibt es eine Lichtleiste, die auf Musik und Sound reagiert. Wenn nicht alle mithören sollen, lassen sich auch Kopfhörer anschließen.

Damit Ihr Kind etwas aus der Vielzahl der Lieder und Geschichten anhören kann, müssen Sie die tigertones-App herunterladen. Diese beinhaltet je nach Account mehr als 1000 Hörspiele und Kinderlieder. Nachdem Sie die tigerbox mit Ihrem Smartphone oder Tablet über Bluetooth verbunden haben, kann Ihr Kind in bis zu 10 m Reichweite Geschichten von beliebten Figuren wie Benjamin Blümchen oder den Olchis anhören. Das Ganze funktioniert auch offline, wenn Sie einzelne Hörspiele in der App herunterladen oder indem Sie eigene Inhalte über eine SD-Karte mit der Box abspielen.

Was begeistert Kinder und Erwachsene an der tigerbox?

Die einfache und praktische Bedienung sowie die große Auswahl an kindgerechtem Audiomaterial macht die tigerbox für Kinder interessant. Eltern spricht daneben sicherlich an, dass man mittels App die Inhalte und Hördauer steuern kann. Auch durch das eigenhändige Bespielen der SD-Karte wissen Sie jederzeit, was Ihr Kind hört.

Für den Kauf einer tigerbox bezahlen Sie derzeit knapp 40,00 €. Der Kostenfaktor der eigentlichen Box ist im Vergleich zu anderen Hörboxen für Kinder relativ gering.

Was sagt der Anbieter?

Die tigerbox wir als “Das clevere Audiosystem fürs Kinderzimmer und für unterwegs” beschrieben. Der Unterschied zu herkömmlichen Bluetooth-Lautsprechern liegt laut Hersteller darin, dass die tigerbox durch Kindermedien-Experten an kindlichen Bedürfnissen orientiert entwickelt wurde. Zusätzlich zur einfachen Bedienung garantiert die Trageschlaufe sowie die gummierte, bunte Anti-Rutschfläche die Robustheit der Box (auch für unterwegs). Außerdem werden Inhalte laut Anbieter über die werbefreie und kindersichere App tigertones geliefert.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Die tigerbox ist im Vergleich zu ähnlichen Boxen zwar relativ günstig, Sie sollten jedoch beachten, dass Sie für den Premium-Account der tigertones-App – also den vollen Zugang zu allen Inhalten – ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen müssen. Die ersten vier Wochen kann man die App mittels Gutschein-Code kostenlos im Premium-Modus nutzen, danach kostet das Premium-Abo 4,99 €. Auch das Probe-Abo dafür müssen Sie rechtzeitig kündigen.

Hörbert – die etwas andere Hörbox

Sie sieht aus wie ein klassisches Radio: die Hörbox hörbert. Hörboxen stehen bei Kindern hoch im Kurs und es gibt eine breite Auswahl auf dem Markt. Wie viele andere Boxen auch wirbt hörbert mit kinderleichter Bedienbarkeit. Aber hörbert sieht ein bisschen anders aus und bringt noch weitere Besonderheiten mit.

Kurz gefasst

  • robuster und kabelloser MP3-Player aus Holz
  • einfache Bedienbarkeit für Kinder ab 2,5 Jahren
  • die große Auswahl an Musik und Geschichten lässt sich durch den Kauf neuer Speicherkarten ergänzen
  • hörbert ist ohne Internet nutzbar
  • kostspielige Anschaffung

Was ist die hörbert-Box?

Am besten beschreiben lässt sich hörbert als ein MP3-Player aus Holz. Er wurde speziell für Kinder ab 2,5 Jahren entwickelt. Einfache und wenige Funktionen sollen Kindern dabei helfen, die Hörbox intuitiv zu bedienen. hörbert hat neben dem An-/Aus-Schalter und Lautstärkeregler neun bunte Knöpfe. Hinter jedem Knopf liegt eine ganze Playlist mit Liedern oder Geschichten. Durch einen Klick auf dieselbe Taste springt man einen Titel weiter. Zum Vor- und Zurückspulen gibt es zwei weitere Knöpfe, die das Kind ganz leicht eigenständig bedienen kann.

Beim Kauf eines hörbert werden Lieder und Geschichten auf einer Speicherkarte mit 140 Minuten Laufzeit mitgeliefert. Die Inhalte lassen sich mithilfe der Software beliebig mit eigenen Lieblingsliedern und Hörbüchern überspielen.

Was begeistert Kinder und Erwachsene an hörbert?

Die Box bietet übersichtliche Funktionen und ein einfaches Design, wodurch Kinder sie selbstständig bedienen können.

Das einfache Überspielen der Speicherkarte mit einer Vielzahl an neuen Inhalten lässt keine Langeweile aufkommen. Kinder können (mit Ihrer Hilfe) die eigenen Lieblingslieder und Geschichten auf die Speicherkarte laden und sie über hörbert abspielen. Durch die eigene Software kommt Hörbert ganz ohne Internet und Cloud aus und benötigt keine persönlichen Daten von Ihnen oder Ihrem Kind.

Sie können über einen kleinen Zusatzschalter neben der Batterie zudem die maximale Lautstärke begrenzen, z. B. bei Kleinkindern oder wenn Ihr Kind abends im Bett noch eine Geschichte hören möchte.

Ihr Kind wächst zweisprachig auf oder möchte schon früh in andere Sprachen schnuppern? Lieder und Geschichten sind bei hörbert auf deutscher Sprache, jedoch auch mehrsprachig vorhanden.

Wenn man möchte, kann man sogar selbst kreativ werden und sich seinen eigenen hörbert basteln! Dafür bestellt man “hörberts Elektronikbausatz” und kann so zusammen mit seinen Kindern eine individuelle Eigenkreation der Box bauen.

Was sagt der Anbieter?

“Ganz selbst bedienen können Kinder hörbert etwa ab 2,5 Jahren, denn dann sind sie stark genug, den Ein/Ausschalter zu bedienen.” Laut Anbieter ist neben der einfachen Bedienung auch das robuste Design speziell für Kinder konzipiert: hörbert funktioniert kabellos und die Batterien sind fest verschlossen. Die Box hält Erschütterungen stand. Sollte doch mal etwas passieren, lassen sich die einzelnen Bestandteile reparieren oder austauschen. Bei der Produktion des hörbert wird ressourcenschonend gearbeitet. Die Box wird in Deutschland hergestellt. Durch die umweltfreundliche Verarbeitung besteht kein Gesundheitsrisiko für (kleine) Kinder.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Der Kauf der hörbert-Box ist nichts für den kleinen Geldbeutel: ohne Sonderwünsche und individuelle Gravur kostet sie im hauseigenen Shop 239,00 €. Weitere Speicherkarten mit über vier Stunden Inhalt haben einen Kostenfaktor von 29,90 €. Der Elektronikbausatz für Tüftlerinnen und Bastler ist für 119,00 € zu haben. Eine günstigere Alternative stellt zum Beispiel die Toniebox dar.

Auch wenn das Hören von Geschichten und Musik für Kinder eine bereichernde Erfahrung ist, ersetzt es nicht das Vorlesen der Eltern. Medien sind keine Babysitter und sie sollten besonders bei Kleinkindern immer dabei sein, wenn ihre Kinder erste Erfahrungen mit Medien machen.

Hörspielspaß mit der Toniebox

Eine „Schatzkiste für Hörspielerlebnisse“ – so beschreibt der Anbieter selbst seine Toniebox. Als zeitgemäße Alternative zu Kassettenrekordern und CD-Playern sind Hörboxen bereits in vielen Kinderzimmern vorzufinden. Warum ist die bunte Box so beliebt und wie genau funktioniert sie eigentlich?

Kurz gefasst

  • robuste Hörspielbox mit einfacher Bedienung
  • ab 3 Jahren
  • eine Vielzahl an Spielfiguren mit Hörbüchern, Hörspielen, Musik- und Wissensinhalten käuflich erwerbbar
  • keine dauerhafte WLAN-Verbindung nötig
  • Eltern benötigen ein Toniecloud-Konto
  • kostspielige Anschaffung

Was ist eine Toniebox?

Quadratisch, praktisch und einfach zu bedienen – so kann man die Toniebox beschreiben. Dabei handelt es sich um einen einfarbigen Würfel, mit dem durch das einfache Aufsetzen verschiedener Figuren Hörbücher abgespielt werden können. Die Spielfiguren, Tonies genannt, gibt es in zwei Ausführungen. Die Tonies im Design bekannter Kinderfiguren sind sofort nutzbar. Über sie lassen sich unzählige Inhalte abspielen. Der Kreativ-Tonie wiederum kann über eine App mit eigenen Aufnahmen bespielt werden.

Der gepolsterte Würfel kann von Kindern ganz einfach selbst bedient werden: Durch einen Klaps auf die linke Seite kann ein Kapitel vorgesprungen werden. Vor- und zurückgespult wird, indem man die Box leicht kippt. Auf jeder Box befinden sich außerdem zwei Gummiohren, über die die Lautstärke angepasst wird.

Bevor die Toniebox erstmalig genutzt werden kann, muss man sie einrichten. Dazu ist eine WLAN-Verbindung notwendig. Außerdem braucht man ein Smartphone, Tablet oder einen PC. Zum Einrichten der Box legt man ein kostenloses Kundenkonto in der Toniecloud an. Sobald die Toniebox fertig eingerichtet ist, kann man die Spielfigur auf die Box setzen und sie abspielen.

Was begeistert Kinder und Erwachsene an der Box?

Die Toniebox besticht vor allem durch das einfache Design und die leichte Bedienung, wodurch sie von Kindern problemlos allein genutzt werden kann. Zudem sind sowohl für die allgemeinen Tonies als auch für die Kreativ-Tonies viele unterschiedliche Figuren verfügbar: Benjamin Blümchen, Die Maus, Ritter oder Rockstar – je nach Vorliebe des Kindes. Auch die Bandbreite an verschiedenen Geschichten und Inhalten, die es für die Toniebox gibt, überzeugen viele Eltern. Wenn die Hörgeschichten einmal vollständig in der Cloud geladen sind, können sie überall auch ohne WLAN gehört werden.

Was sagt der Anbieter?

Die Toniebox besteht nach eigenen Aussagen aus hochwertigem und robustem Material, weshalb Kinder sie problemlos nutzen können. Aber auch für Eltern soll die Box kinderleicht zu bedienen sein: Über die Toniecloud kann zum Beispiel auch die maximale Lautstärke geregelt werden. Die Toniebox ist für Kinder ab drei Jahren geeignet.

Nutzt man die Möglichkeit eines Kreativ-Tonies, werden die eigenen Tonaufnahmen in der Toniecloud gespeichert. Diese können aber auch wieder gelöscht werden. Beim Auflösen des gesamten Toniecloud-Kundenkontos erfolgt ebenfalls die Löschung aller hochgeladenen Daten.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Der Kostenfaktor der Toniebox ist nicht ganz unerheblich: Das Starterset mit einem Kreativ-Tonie kostet aktuell 79,95 €, jeder weitere Tonie (14,99 €) oder Kreativ-Tonie (11,99 €) muss extra gekauft werden. Im Vergleich mit der Hörbox hörbert ist sie jedoch eine günstigere Alternative.

Die Kreativ-Tonies bieten viel Platz für Kreativität. Nehmen Sie doch gemeinsam mit Ihrem Kind eine Geschichte oder ein Lied auf. Ganz Kreative können auch ein eigenes Hörspiel produzieren und es später gemeinsam anhören. Als Eltern sollten Sie grundsätzlich beachten, dass das gemeinsame Medienerlebnis zählt und dass Sie vor allem Kleinkinder bei ihren ersten medialen Schritten begleiten sollten.

Krasser Stoff! Ist der erfolgreiche Gangster-Rap wirklich was für Jugendliche?

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Dr. Daniel Hajok.

Mit dem Eklat um Farid Bang und Kollegah bei der letzten ECHO-Verleihung ist der Gangster-Rap wieder in die öffentliche Diskussion gelangt. Eltern, die bei ihren Kindern nur allzu oft eine Begeisterung für Hip-Hop beobachten, fragen sich angesichts der monierten krassen Texte, ob das, was heute vor allem via YouTube, Ohrenstöpsel und Konzertbesuche zur Jugend dringt, nicht doch eine ernste Gefahr fürs Heranwachsen ist.

Hip-Hop als Jugendkultur

Mit seinen Wurzeln in den afroamerikanischen Ghettos der USA ging es im Hip-Hop schon in den 1970er-Jahren um ‚harte Themen‘, um gesellschaftliche Missstände, soziale Ungleichheiten und anderes mehr. Künstlerisches Ausdrucksmittel war von Beginn an nicht nur die Wortgewalt des Sprechgesangs (Rap), auch das DJing, Breakdancing und Graffiti förderten den Aufstieg des Hip-Hop zu einer bedeutenden Subkultur, mit der sich zunächst die sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen US-amerikanischer Großstädte identifizierten.
Kommerziellen Erfolg und Popularität über die Landesgrenzen hinaus erreichte Hip-Hop, als die Rapmusik auf Tonträger und ins Radio kam. Schnell wurde so auch die Begeisterung der Jugendlichen in anderen Ländern geweckt: Hip-Hop mauserte sich weltweit zur wichtigsten musikbezogenen Jugendkultur – und ist dies bis heute geblieben. In Deutschland bildete sich die Szene in den 1980er-Jahren heraus. Die Anhängerschaft wuchs in der folgenden Zeit weiter an und in den 1990er-Jahren hatten die ersten Rapper mit deutschsprachigen Texten großen kommerziellen Erfolg.

Gangsta-Rap als erfolgreiches Genre

Viele Eltern sind beim Hören der Texte von Kollegah, Bushido & Co. entsetzt. Dennoch ist Gangsta-Rap längst auch in Deutschland ein sehr bedeutendes und zugleich jugendaffines Hip-Hop-Genre. Stilmerkmale sind eine krasse Sprache und ein von ‚männlicher Härte‘ geprägtes Gebaren der Protagonisten. Zwar dreht sich auch hier einiges um gesellschaftliche Missstände und soziale Ungleichheiten, im Mittelpunkt steht aber oft die Inszenierung der Stars der Szene mit Dingen, die man mit Blick auf die eigenen Kinder nun wirklich nicht will: Gewalt und Kriminalität, Abwertung Schwächerer und Aufwertung des Egos mit Macht und Status an sich.
Die deutschen Gangster-Rapper haben oft Migrationshintergrund und in ‚Problemvierteln‘ unserer Großstädte Ausgrenzung und Desintegration erfahren. Das Identifikationspotenzial ist also für Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen besonders hoch. Der kommerzielle Erfolg des Gangster-Rap geht nicht zuletzt auf die zunehmende Begeisterung bei Jugendlichen aus ‚gutem Hause‘ zurück. Auch hier mögen viele die fetten Beats und die Wortgewalt der von Geld, Autos und Frauen umgebenen Stars. Per Gangster-Rap können sie jederzeit in die faszinierende Welt von ‚Sex and Crime‘ eintauchen und sich so von ihren Eltern abgrenzen.

Wann hört der Spaß auf?

Gangster-Rap bietet unseren Kindern oft sehr fragwürdige Identitätsentwürfe. Er beeinflusst sie aber nicht per se negativ. Ebenso übernehmen die meist jugendlichen Fans die transportierten Werte, etwa von der Macht des Stärkeren und Frauen als Sexobjekt, nicht eins zu eins in ihr Leben. Vielerorts regen die Texte auch zur kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst an und eröffnen Diskussionen in der Clique zu sozialen Missständen und Kriminalität in problematischen Großstadtmilieus.
Ein besonderes Gefährdungspotenzial hat Gangster-Rap dann, wenn er mit seiner Musik und dem verbalen Kräftemessen der coolen Stars Jugendliche anspricht, in den Texten und Videoclips aber Gewalt, kriminelle Lebensstile, Drogenkonsum, Homophobie und Frauenverachtung als nachahmenswert und Erfolg versprechend darstellt – und eben nicht kritisch hinterfragt werden. In diesen Fällen können Jugendliche durchaus in ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit beeinträchtigt oder sogar gefährdet werden.

Was können Eltern tun?

Auch beim Gangster-Rap stehen Sie vor der Schwierigkeit, ihren Kindern die Vorlieben nicht unreflektiert ‚madig zu machen‘ und dennoch eine klare eigene Haltung zu zeigen. Um sich dieser bewusst zu werden, sollten Sie sich zunächst fragen: Mit welcher Musik habe ich mich damals von meinen Eltern abgegrenzt? Wie stehe ich zu den Darstellungen von Gewalt, Kriminalität und Diskriminierung? Welche negativen Einflüsse auf die Entwicklung meines Kindes befürchte ich? Kann ich ihrer/seiner Vorliebe auch etwas Positives abgewinnen?
Auf alle Fälle sollten Eltern den Umgang ihrer Schützlinge mit Musik nicht gänzlich aus dem Auge verlieren, ihn sogar zum Anlass für Gespräche nehmen. Was mag mein Kind überhaupt am Gangster-Rap – und was nicht? Wie steht es selbst zu den Texten und den Bildern der Clips? Um den eigenen Kindern die Grenzen des Tolerierten aufzeigen und im Alltag auch durchsetzen zu können, sollten Sie als Eltern auch die wichtigsten gesetzlichen Regeln kennen und von den Möglichkeiten eines angemessenen erzieherischen Umgangs wissen. Hierfür bieten sich z.B. die Aufbereitungen zum Thema durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) an.

 

Zum Autor:
Dr. Daniel Hajok ist Kommunikations- und Medienwissenschaftler. Er arbeitet als Gutachter, Empiriker, Seminar-/Workshopleiter und Fachautor. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Medien, Gesellschaft und Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendmedienschutz, medienpädagogische Forschung und Praxis.

Spotify

Musik hört man heute online mit dem Smartphone, über digitale Musikdienste wie Spotify – einen der größten Streaminganbieter.

Kurz gefasst:

  • bekanntester Musik-Streaming-Dienst
  • Musik hören über den PC oder mit der App über Smartphone und Tablet möglich
  • kostenlose Version mit eingeschränkten Möglichkeiten und Werbung

Was ist Spotify?

Spotify ist der mit Abstand bekannteste und größte Musikstreaming-Dienst. Nutzt man den kostenlosen Account, wird regelmäßig Werbung eingespielt und man kann Musik nur mit einer Internetverbindung hören. Mit der kostenpflichtigen Premium-Version lassen sich die Lieder auch offline und ohne Werbeunterbrechungen anhören. Zudem können mit der kostenpflichtigen Family-Premium-Version verschiedene Accounts verwaltet werden. Dabei stehen auch Jugendschutzeinstellungen zur Verfügung. Beispielsweise können so Musik oder Hörbücher und Hörspiele mit „explizitem“ – also für Kinder und Jugendliche ungeeigneten – Inhalt im Account der Kinder ausgeschlossen werden.

Mit Spotify erhält man Zugriff auf etwa 35 Millionen Titel. Darin enthalten sind Musik, Hörspiele, Hörbücher und Podcasts. Zusätzlich gibt es zahlreiche Playlists – von Nutzern erstellt und veröffentlicht – zu unterschiedlichen Genres und Themen. Man kann auch eigene Playlists erstellen und anderen Nutzern folgen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik ist für Jugendliche sehr wichtig: Sie identifizieren sich mit den Künstlern, tauschen sich mit ihren Freunden darüber aus und können sich mit ihren Lieblingssongs auch emotional ausdrücken. Mit Spotify haben Jugendliche die große Musikwelt in ihrer Tasche und können fast grenzenlos und überall auf Inhalte zugreifen.

Gerade für jüngere Kinder ist die große Auswahl an Hörspielen interessant. Fast alle beliebten Kinderhörspiele – von Bibi Blocksberg, über Bemjamin Blümchen bis hin zu den Drei ??? – gibt es bei Spotify.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify hat einen ausgefeilten Algorithmus, der die Vorschläge für Musik, Hörbücher und Werbung sehr stark personalisiert. Damit verbunden ist jedoch auch die Speicherung des Nutzerverhaltens. Schauen Sie  sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Datenschutzbestimmungen, Zugriffsrechte und weiteren Bedingungen an, bevor Sie einer Regstrierung und Installation zustimmen!

Für Kinder und Jugendliche ist die Nutzung der kostenlosen Version schwierig, da die Musikinhalte nur gestreamt werden können. Das kostet Datenvolumen, wenn man nicht auf ein WLAN zugreifen kann. Hat Ihr Kind keine Datenflatrate, kann dies schnell teuer werden.

Spotify beinhaltet auch Musik oder Hörbücher mit Inhalten, die nicht für Kinder geeignet sind. Diese sind allerdings gekennzeichnet und können herausgefiltert werden.

Was meint der Anbieter?

Offiziell ist das Mindestalter von Spotify 16 Jahre. Zudem besteht die Möglichkeit, explizite Inhalte zu filtern und so dem Jugendschutz zu entsprechen.

Was sollten Eltern beachten?

Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nuztung des Angebots sinnvoll ist. Dazu gehören auch die Datenschutzbestimmungen und die Diskussion zum Thema Werbung. Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen.

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