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Kommunikationsrisiken im Netz

Per Messenger chatten, gemeinsam Games zocken oder Social-Media-Trends mitmachen – Medien ermöglichen uns, mit anderen in Kontakt zu sein. Kinder und Jugendliche sind bei der Online-Kommunikation mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Auf Elternguide.online erklären wir, wie Sie und Ihre Familie sicher und kompetent mit Kommunikationsrisiken im Netz umgehen können.

Herausforderungen digitaler Kommunikation

Wenn wir Nachrichten per Messenger schreiben, verwenden wir nicht nur Buchstaben, sondern sehr gern auch sogenannte Emojis. Man sollte allerdings darauf achten, dass es dabei nicht zu Missverständnissen kommt. Chatten, posten und zocken macht Spaß. Doch ständig erreichbar zu sein, kann Kinder und Jugendliche überfordern, zu digitalem Stress und der Angst, etwas zu verpassen (FOMO) führen. Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst und treffen Sie ggf.  gemeinsam technische Einstellungen, um die Mediennutzung zu regulieren.

Kontaktaufnahme durch Fremde

Ob beim Online-Gaming, in Video-Chats oder über Social Media – im Internet lassen sich schnell neue Leute kennenlernen. Der Kontakt mit Fremden kann riskant sein, weil man die Absichten der Person nicht kennt und nicht weiß, wer da eigentlich mit uns kommuniziert. Ist es wirklich der gleichaltrige Spielerfreund? Wenn Pädokriminelle Kinder oder Jugendliche anschreiben, um sexuelle Kontakte anzubahnen, spricht man von Cybergrooming. Werden vermeintlich private Aufnahmen wie Nacktbilder verwendet, um jemanden zu erpressen, nennt sich das Sextortion.

Kommunikation im Freundeskreis

Manchmal kann auch die Kommunikation mit Freund*innen und Bekannten problematisch werden. Unter Jugendlichen besteht z. B. über Chatgruppen die Gefahr von Cybermobbing. In Beziehungen kann Sexting, das Versenden von freizügigen Nachrichten und Bildmaterial, problematisch werden. Hilfreich ist es, wenn Regeln zum Umgang in Messenger-Chats vereinbart werden. Tauschen Sie sich dazu mit anderen Eltern und den Lehrkräften Ihres Kindes aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, vorsichtig mit den eigenen Daten wie Nacktbildern umzugehen. Erklären Sie ihm, wie es mit Beleidigungen und fiesen Kommentaren umgehen sollte und machen Sie es auf Meldestellen aufmerksam.

Umgang mit KI-Tools

KI-Anwendungen sind längst im Alltag von Kindern und Jugendlichen angekommen und begleiten sie automatisch bei der Nutzung von Suchmaschinen, Messengern und auf Social Media. So unterhalten sie sich mit Chatbots wie MyAI auf Snapchat, gehen intime Beziehungen mit KI-Kontakten ein oder nutzen Programme wie ChatGPT oder MetaAI zum Ideensammeln oder Lösungen finden. Dabei begegnen sie Herausforderungen wie Fehlinformationen, problematischen Inhalten und Datenmissbrauch sowie der Schwierigkeit, zwischen menschlicher und maschineller Kommunikation zu unterscheiden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Chancen und Risiken von KI-Tools und treffen Sie gemeinsam Sicherheitseinstellungen in den Apps. Fördern Sie das kritische Denken Ihres Kindes und ermutigen Sie es, Antworten von Chatbots zu hinterfragen, Informationen zu überprüfen und KI als Hilfsmittel – nicht als Ersatz für eigene Leistungen oder echte Freundschaften – zu verstehen.

Hass und Extremismus

Im Internet geht es nicht immer freundlich zu. Trolle und Hater starten unter dem Schutzmantel der Anonymität Angriffe und provozieren absichtlich in Kommentarspalten. Hetze im Netz kann den Spaß verderben, Videos und Fotos online zu stellen. Sich genau zu überlegen, was man postet oder teilt, ist der erste Schritt zu einem sicheren Surfvergnügen.

Sich eine eigene Meinung zu bilden, gehört zu den Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen. In der Orientierungsphase können sie empfänglich sein für einfache Antworten und radikale Positionen von Extremist*innen. Ob auf Social Media, in Foren, Chats oder in Online-Games – überall im Netz können Kinder und Jugendliche auf extreme Meinungsmache und Verschwörungsmythen stoßen. Machen Sie Ihrem Kind klar, warum es nicht allen Inhalten im Netz trauen darf. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Informationen überprüfen kann und machen Sie sich mit den verschiedenen Meldestellen im Internet vertraut.

Kommunikation beim Gaming

Viele Gamer*innen zocken gemeinsam, auch wenn sie dabei an unterschiedlichen Orten sitzen. Kommuniziert wird beim Gaming über ein Headset oder die Chatfunktion innerhalb eines Spiels. Nicht immer ist klar, wer da am anderen Ende mit einem spricht. Wenn möglich, sollten Spieler*innen fremde Kontakte blockieren. Gamer*innen verwenden mitunter eine raue Sprache, den Trashtalk. Spitzen sich Beleidigungen und Konflikte zu, kann es zu Hass unter Gamer*innen kommen. Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsgames im Gespräch und nutzen Sie Lösungen des technischen Jugendmedienschutzes.

Noch mehr zu Kommunikationsrisiken und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie in diesen Beiträgen:

„Fake News“, Verschwörungsmythen und Desinformation – Was heißt das eigentlich?

Falschmeldungen, „Fake News“, alternative Fakten oder Verschwörungsmythen – diese Begriffe hört man immer wieder, wenn es um Nachrichten und Informationen im Netz geht. Doch sie meinen nicht unbedingt das Gleiche. Wir erklären, was die Begriffe unterscheidet – und worauf Sie als Eltern achten sollten.

Desinformation

Desinformationen sind Inhalte, die nachweislich falsch oder irreführend sind – und mit Absicht verbreitet werden. Oft wirken sie auf den ersten Blick glaubwürdig, weil sie in eine Geschichte verpackt sind, einzelne wahre Fakten enthalten oder stark emotionalisiert dargestellt werden.

Das Ziel von Desinformation ist es, Menschen zu verunsichern, bestimmte Meinungen zu beeinflussen oder gezielt Stimmung zu machen – etwa gegen einzelne Gruppen oder politische Entscheidungen. Oft geht es dabei auch um wirtschaftliche Interessen, zum Beispiel durch Werbeeinnahmen auf unseriösen Websites. Besonders problematisch wird Desinformation, wenn sie das Vertrauen in Wissenschaft, Medien oder demokratische Prozesse untergräbt. Sie kann so eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie darstellen.

Gerade in Krisenzeiten, wie während der Corona-Pandemie oder im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine, spielen Desinformationen eine große Rolle.

„Fake News“

Fake News“ ist ein Begriff, der häufig im Alltag verwendet wird – meist als Synonym für Desinformationen. Wörtlich übersetzt heißt das: „gefälschte Nachrichten“.

Aber: Der Begriff wird auch gezielt genutzt, um kritische Berichterstattung in seriösen Medien schlechtzumachen oder politische Gegner*innen zu diskreditieren.

Daher ist es wichtig: Prüfen Sie genau, ob es sich wirklich um eine absichtlich manipulierte Nachricht handelt – oder ob der Begriff nur benutzt wird, um eine andere Meinung abzuwerten.

Tipp: Wenn Kinder oder Jugendliche von „Fake News“ sprechen, fragen Sie nach, was sie genau damit meinen – und schauen Sie sich die Quelle gemeinsam an.

Einen guten Einstieg ins Thema bietet das Modul „Informieren“ aus dem Genial-Digital-Material des Deutschen Kinderhilfswerks. Hier lernen Kinder spielerisch, wie sie Informationen im Netz besser einschätzen und hinterfragen können.

Falschinformationen

Falschinformationen sind Inhalte, die nicht richtig sind – aber ohne Absicht weitergegeben werden. Zum Beispiel, weil jemand etwas falsch verstanden hat oder eine veraltete Information teilt.

Auch in den Medien kann es zu Fehlern kommen, etwa bei der Recherche oder Übersetzung. Früher nannte man das manchmal eine „Zeitungsente“. Wichtig ist, dass solche Fehler später richtiggestellt werden.

Satire

Satire ist eine künstlerische Form, mit der gesellschaftliche oder politische Themen überspitzt dargestellt werden, zum Beispiel in der heute-show, beim Postillon oder in Memes.

Manchmal arbeitet Satire mit ähnlichen Mitteln wie Desinformation – etwa Übertreibung oder Vereinfachung. Aber: Sie ist nicht dazu gedacht, Menschen absichtlich zu täuschen.

Ziel von Satire ist es, Kritik zu üben und zum Nachdenken anzuregen. Kinder und Jugendliche brauchen manchmal Hilfe, um Satire richtig einzuordnen – sprechen Sie gemeinsam darüber.

Propaganda

Propaganda bedeutet: Informationen und Botschaften werden gezielt verbreitet, um die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Das kann durch Sprache, Bilder, Musik oder auch Falschinformationen passieren. Propaganda wird oft in politischen Konflikten eingesetzt – früher auf Plakaten oder im Radio, heute auch über soziale Medien und Messenger-Dienste.

Verschwörungsmythen

Verschwörungsmythen behaupten, dass hinter großen Ereignissen geheime Gruppen oder Mächte stecken. Diese Erzählungen bieten einfache Erklärungen für komplexe Zusammenhänge – ohne dafür wissenschaftliche Belege oder Beweise zu liefern.

Zum Beispiel:

  • Die Anschläge vom 11. September 2001 seien „inszeniert“ gewesen.
  • Impfstoffe würden heimlich gefährliche Stoffe enthalten.
  • „Die Medien“ seien gesteuert und sagten „nicht die Wahrheit“.

Solche Mythen teilen die Welt in „gut“ und „böse“ ein – und machen oft bestimmte Gruppen für alles verantwortlich. Gefährlich wird es, wenn sie Hass und Misstrauen schüren oder den Glauben an Wissenschaft und Demokratie untergraben.

Diese Erzählungen sind keine wissenschaftlichen Theorien, sondern beruhen auf unbelegten Behauptungen. Deshalb sprechen Fachleute bewusst von Verschwörungsmythen oder Verschwörungserzählungen – und nicht von „Verschwörungstheorien“.

Mit „Fake News“, Desinformation und Falschmeldungen im Internet umgehen

Ob in Social-Media-Feeds, Messengern oder Podcasts – täglich überfluten uns unzählige Nachrichten, Meldungen und Geschichten im Netz. Dabei ist es manchmal gar nicht so leicht, zwischen Wahrheit und Täuschung zu unterscheiden. Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie sie falsche Informationen im Internet erkennen können, ist eine echte Herausforderung. Dieser Artikel bietet praktische Ratschläge dazu und erklärt, wie Sie mit Ihrem Kind darüber ins Gespräch kommen können.

Fake News, Desinformation und Falschmeldungen – der Unterschied

  • Falschmeldungen sind Fehler in Nachrichten, die unabsichtlich passieren. Auch Internetnutzer*innen können versehentlich Fehlinformationen veröffentlichen. Oft werden sie später korrigiert.
  • Desinformation bedeutet, dass falsche Informationen bewusst verbreitet werden, um Menschen zu manipulieren und in die Irre zu führen.
  • „Fake News“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für Desinformation und bezeichnet absichtlich gefälschte Nachrichten. Er wird auch politisch genutzt, um unliebsame Meinungen oder klassische Medien zu abzuwerten und Zweifel zu säen.

Warum sind „Fake News“ gefährlich?

In unsicheren Zeiten verbreiten sich „Fake News“ besonders schnell. Wir Menschen sind dann ohnehin verunsichert und selbst Expert*innen oder Politiker*innen haben keine Antworten auf alle Fragen – wie z. B. während der Coronakrise oder bei Kriegen. „Fake News“ verbreiten bewusst Gerüchte oder sogar hasserfüllte Meldungen, die Ängste schüren und uns vorsätzlich täuschen sollen. Sie bieten oft einfache Erklärungen und können das Gefühl vermitteln, Sicherheit zu geben. Sie sind aber nicht wahr.

Häufig sind diese gefälschten Nachrichten so geschickt gemacht, dass sie auf den ersten Blick wie seriöse Nachrichten wirken. Menschen, die „Fake News“ glauben, teilen sie weiter, sodass immer mehr Leute darauf hereinfallen. Das Problem daran ist: Je häufiger solche Inhalte angeklickt werden, desto häufiger werden sie angezeigt – und von Menschen für wahr gehalten. Das kann problematisch sein, insbesondere wenn es sich um politische Beiträge mit extremistischem oder populistischem Hintergrund handelt oder Verschwörungsmythen verbreitet werden.

Auch Inhalte, die vor allem jüngere Kinder verunsichern oder ängstigen können, sind problematisch. Besonders Deep-Fake-Videos wirken täuschend echt. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass nicht jede Information im Internet wahr ist sowie die Unterschiede zwischen Desinformationen, Falschmeldungen und Satire zu kennen.

Wie Sie Nachrichten überprüfen können

Zu erkennen, ob es sich tatsächlich um Desinformation oder Falschmeldungen handelt, kann eine knifflige Aufgabe sein. Daher ist es hilfreich, klare Schritte zu befolgen, um die Verbreitung von Desinformation einzudämmen:

Quellenüberprüfung

Überprüfen Sie, woher die Nachricht stammt und wer sie verfasst hat. Sind die Autor*innen bekannt und Expert*innen für das Thema? Handelt es sich um eine seriöse Internetseite?

Faktencheck

Versuchen Sie, die Nachricht bei verschiedenen Quellen zu überprüfen. Fragen Sie sich, wie aktuell die Informationen sind, und prüfen Sie, woher die genannten Zahlen und Daten stammen sowie in welchem Kontext sie erhoben wurden.

Prüfen der Nachrichtenform

Achten Sie auf die Art und Weise, wie die Nachricht präsentiert wird. Ist die Sprache seriös und sachlich, oder wird emotionale Sprache und übermäßige Großschreibung verwendet? Enthält der Artikel Schlagworte wie „Lügenpresse“ oder ähnliche provokante Begriffe? Könnte der Artikel satirisch gemeint sein?

Beweise überprüfen

Stellen Sie sicher, dass Fotos und Videos zur Nachricht passen und aktuell sind. Achten Sie auf Bildunterschriften und darauf, ob sie das Beschriebene tatsächlich darstellen oder aus einem anderen Zusammenhang stammen.

Gemeinsamer Fakten-Check

Diskutieren Sie Nachrichten und Meldungen als Familie gemeinsam. Ihr Kind sollte verstehen, dass nicht alles, was im Internet steht, per WhatsApp verschickt wird oder von einem KI-Chatbot stammt der Wahrheit entsprechen muss. Wenn Sie gemeinsam Nachrichten überprüfen, kann es nach und nach lernen, wahr und falsch zu unterscheiden. Fragen Sie nach der Meinung Ihres Kindes und teilen Sie Ihre eigenen Gedanken. So können Sie und Ihr Kind sicherer und besser vorbereitet sein, um falsche Informationen im Internet zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Weitere Tipps

Hier sind einige Tipps, wo Sie Nachrichten überprüfen können und wie Sie und Ihr Kind den Umgang damit spielerisch lernen können:

Extremismus, Populismus und Desinformation im Netz

Am 11. Februar 2025 findet der jährliche Safer Internet Day statt, der in Deutschland von der EU-Initiative klicksafe koordiniert wird. Unter dem Motto „Keine Likes für Lügen! Erkenne Extremismus, Populismus und Deepfakes im Netz“ sollen Kinder und Jugendliche für den kritischen Umgang mit Online-Inhalten stark gemacht werden. Auf Elternguide.online beantworten wir die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Was ist Desinformation?

Desinformation bezeichnet die bewusste Verbreitung falscher oder irreführender Informationen mit dem Ziel, Menschen zu täuschen oder zu manipulieren. Dadurch soll gezielt eine bestimmte Meinung oder Stimmung erzeugt werden, zum Beispiel gegen bestimmte Personengruppen oder politische Entscheidungen. Alles zu dem Thema erklären wir im Artikel Fake News, Verschwörungen und Desinformationen – was heißt das eigentlich?.  Der Text Falsche Informationen im Internet erklärt die Hintergründe in leichter Sprache.

Was bewirken „Fake News“?

„Fake News“ sind erfundene oder verzerrte Nachrichten, die auf starke Emotionen setzen, um Aufmerksamkeit zu erregen und sich schnell zu verbreiten. Sie können das öffentliche Meinungsbild verzerren und falsche Überzeugungen fördern. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Elternguide-Artikel Fake News – mit Desinformation und Falschmeldungen im Internet umgehen.

Wie funktionieren Deepfakes?

Deepfakes sind Videos oder Audios, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz gefälscht wurden. Sie sehen echt aus, obwohl sie es nicht sind. Dabei werden Personen so gezeigt, als würden sie Dinge sagen oder tun, die in Wirklichkeit nie passiert sind. Deepfakes können benutzt werden, um falsche Informationen zu verbreiten oder jemanden schlecht dastehen zu lassen. Was Sie als Eltern beachten können, lesen Sie im Artikel Deep Fakes – täuschend echte Fälschungen.

Was verbirgt sich hinter Verschwörungsmythen?

Einfache Antworten auf schwierige Fragen – dahinter stecken oft Verschwörungserzählungen. Diese komplexen Erzählungen erklären Ereignisse oder Situationen mit geheimen Plänen oder Mächten. Solche Mythen können sich schnell im Netz verbreiten, Misstrauen gegenüber offiziellen Stellen schüren und zu unvernünftigem Verhalten führen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Verschwörungsmythen im Netz.

Wie verbreitet sich Extremismus im Netz?

Ob in Social Media, Messengern oder in Online-Games – überall im Netz können Kinder und Jugendliche auf extreme Meinungsmache stoßen. Extremistische Gruppen nutzen das Internet, um ihre Ideologien zu verbreiten und neue Anhänger*innen zu rekrutieren. Sie greifen dabei oft auf manipulative Inhalte und irreführende Desinformation zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Mehr zu den Hintergründen und wie Sie Ihr Kind schützen können erklärt unser Artikel Extremismus im Netz.

Wie erkenne ich verbotene Symbole im Netz?

Einige Symbole wie zum Beispiel das Hakenkreuz sind aufgrund ihrer Verbindung zu verfassungswidrigen Organisationen oder Ideologien verboten. Die Verbreitung solcher Symbole kann zur Verbreitung extremistischer Gesinnungen beitragen und strafrechtliche Konsequenzen haben. Welche Gefahren für Kinder bestehen und wo sich Eltern informieren können, beleuchtet unser Artikel Verbotene Symbole im Netz.

Was bedeutet Dark Social?

Der Begriff Dark Social bezieht sich auf die Weitergabe von Inhalten über private Kanäle wie Messenger-Dienste oder E-Mails, die nicht öffentlich einsehbar sind. Solche Verbreitungswege erschweren die Nachverfolgung von Desinformation und können deren Reichweite erhöhen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie den Artikel Dark Social – die dunkle Seite des Internets.

Welche Kommunikationsrisiken gibt es im Netz?

Chatten, posten, liken – Online-Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Sie ist jedoch mit einigen Herausforderungen verknüpft. Kontakte mit Fremden bergen Risiken wie Hassrede, Cybergrooming oder Sextortion. Auch im Freundeskreis sind Konflikte möglich, etwa durch Cybermobbing. Beim Gaming können Probleme durch anonyme Kommunikation und Trashtalk entstehen. In unserem Artikel erläutern wir, wie Ihre Familie sicher und souverän mit Kommunikationsrisiken umgehen kann.

Was Eltern beachten sollten

Die Fähigkeit, sich online mit anderen zu vernetzen und eine eigene Meinung zu entwickeln, ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Während der Orientierungsphase können sie jedoch anfällig für einfache Lösungen und radikale Ansichten von Extremist*innen sein. Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung im Gespräch, bleiben Sie dabei offen und hören Sie zu. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es nicht allen Inhalten im Internet vertrauen sollte. Zeigen Sie ihm, wie es Informationen kritisch hinterfragen und überprüfen kann und geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Nachrichtenformaten. Es gibt zahlreiche Online-Ressourcen und Tools, die dabei helfen können, Desinformation zu erkennen und mit Kommunikationsrisiken umzugehen. klicksafe bietet beispielsweise Materialien und Erklärvideos an, die speziell für Jugendliche konzipiert sind.

Deep Fakes – täuschend echte Fälschungen

Das Internet ist voll mit Fotos und Videos. Oft gelten Bilder als Beweis für die Wahrheit einer Meldung. Doch auch Fotos und Videos können manipuliert oder sogar gefälscht sein. Mit Deep Fakes sind genau solche Fälschungen gemeint. Sie führen dazu, dass sich Desinformation noch besser verbreiten lässt, weil sie sehr überzeugend wirken.

Worum geht’s?

Dank Künstlicher Intelligenz lassen sich Ton- oder Videoaufnahmen verfälschen oder sogar komplett neu erstellen. Entwickler*innen von Deep Fakes können einer Person zum Beispiel jede beliebige Aussage in den Mund legen oder sie Dinge tun lassen, die sie in echt nicht getan hat. Die Software analysiert dafür Aufnahmen von einer Person und „lernt“ deren Mimik und Gestik. Danach können beliebige Sätze eingesprochen und die Aufnahme so manipuliert werden, dass es aussieht, als hätte die Person es selbst gesagt. 

Die drei häufigsten Formen von Deep Fakes:

  • Face Swapping: Hier wird das Gesicht einer Person auf einen anderen Körper gesetzt.
  • Voice Cloning: Hier werden einer Person Worte in den Mund gelegt.
  • Body Puppetry: Hier werden Körperbewegungen einer Person digital nachgeahmt.

Solche Software kann mittlerweile kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden. Es gibt sogar relativ einfach zu bedienende Apps, sodass fast jeder Deep Fakes erstellen und verbreiten kann. Da sich die Technik stetig verbessert, sind Fälschungen immer schwieriger zu erkennen.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Viele Jugendliche begegnen Deep Fakes in Form von humorvollen Clips oder Parodien. Wenn sie auf lustige Deep Fakes hereinfallen, ist das in vielen Fällen harmlos. Wird der Trick im Nachhinein aufgeklärt, wie im Video eines berühmten deutschen YouTubers, kann das sogar eine lehrreiche Erfahrung sein.

Problematisch wird es, wenn sich Jugendliche durch Deep Fakes manipulieren lassen oder selbst ins Visier geraten. Wenn also ein Deep Fakeerstellt wird, der sie bloßstellt. Das kann die Betroffenen schwer belasten und zu ernsthaften Konsequenzen führen.

Was kann problematisch werden?

Fake-Videos sind gefährlich, weil sie so überzeugend wirken. Gerade Kinder und Jugendliche müssen erst lernen, Inhalte kritisch zu hinterfragen.

  • Desinformation: Gefälschte Videos können genutzt werden, um Fake News zu verbreiten und (politische) Meinungen zu beeinflussen. Sie können Hass und Hetze verbreiten.
  • Rufschädigung: Einzelpersonen können durch manipulierte Inhalte in Skandale verwickelt werden. Das kann Personen der Öffentlichkeit aber auch Privatpersonen treffen.
  • Erpressung und Betrug: Echtzeit-Deep-Fakes ermöglichen es Betrüger*innen, in Videokonferenzen oder Anrufen als jemand anderes aufzutreten, um Geld oder sensible Informationen zu erbeuten.

Obwohl die Verwendung fremder Bilder grundsätzlich durch das Recht am eigenen Bild geregelt ist, waren Deep Fakes lange eine rechtliche Grauzone. Seit Juli 2024 beschäftigt sich der Bundesrat mit dem Thema. Das neue Gesetz zur „Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch digitale Fälschung“ sieht Strafen von bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, in schweren Fällen bis zu fünf Jahren vor. Zudem plant die Bundesregierung Programme zur besseren Erkennung und Regulierung von Deep Fakes.

Was Eltern beachten sollten

Deep Fakes sind ein rasant wachsendes Phänomen. Auch wenn es nicht immer leicht ist, die technischen Details zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über diese Themen sprechen. Hier ein paar Tipps:

  • Offenes Gespräch: Zeigen Sie Interesse am Medienkonsum Ihres Kindes und schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, damit es sich bei Problemen an Sie wenden kann.
  • Verantwortungsvoller Umgang: Falls Ihr Kind Deep-Fake-Apps ausprobieren möchte, klären Sie es über ethische Grenzen auf und besprechen Sie rechtliche Konsequenzen.
  • Kritischer Umgang: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es überprüfen kann, ob es sich um einen Deep Fake handelt. Hilfestellung dabei bieten:

Extremismus im Netz

Nicht mehr Kind, aber noch nicht erwachsen: Jugendliche stecken in einer spannenden Phase. Sie formen ihre Identität und ihre Meinungen, suchen ihren Platz in der Welt und Menschen, mit denen sie sich wohlfühlen. Dabei stellen sie viele Fragen, sind neugierig und offen für vieles. Das eröffnet Chancen für neue Ideen – kann aber auch ein Einfallstor für extremistische Weltanschauungen sein.

Wie Extremist*innen Jugendliche erreichen

Extremismus tritt in vielen Formen auf – sei es Rechts- oder Linksextremismus, religiöser Extremismus oder in Form von Verschwörungsmythen. All diesen Ausprägungen gemeinsam ist, dass sie mit einfachen, aber irreführenden Antworten arbeiten, die erst auf den zweiten Blick als falsch entlarvt werden können, dass sie den Menschen vermeintliche Sündenböcke für jedes Problem präsentieren und Hass schüren.

Mit stark vereinfachten Inhalten und kurzen Aussagen versuchen Extremist*innen, Jugendliche über Onlinekanäle zu erreichen. Sie setzen auf aktuelle Netztrends wie unterhaltsame Videos und Bilder, posten Memes und scheinbar lustige Bilder oder verbreiten Falschmeldungen, um ihre Botschaften unauffällig und einprägsam zu verbreiten. Dabei sind sie in allen großen Netzwerken aktiv – sei es YouTube, WhatsApp oder Facebook.

TikTok: Harmlos wirkende Inhalte mit versteckten Botschaften

Besonders TikTok ist ein bevorzugtes Medium. Es wird von mehr als der Hälfte aller 12- bis 19-Jährigen genutzt und bietet durch seinen Algorithmus eine enorme Reichweite. Durch eingängige und scheinbar harmlose Clips sorgen Extremist*innen hier dafür, dass ihre Inhalte vom Algorithmus in viele Kanäle gespült werden – und profitieren dann davon, dass sich Inhalte auf dem Netzwerk wie Schneebälle verbreiten, sobald Nutzer*innen damit interagieren. Die Jugendlichen, die die Clips ansehen und teilen, wissen zunächst oft selbst nicht, dass sie extremistisches Gedankengut unterstützen, weil die Botschaften zunächst nur sehr versteckt und subtil in scheinbar harmlose Lieder oder Clips eingebaut sind. Diese Videos werden häufig geteilt, bevor Jugendliche deren problematischen Ursprung erkennen.

Discord: Ideologien beim Gaming verbreiten

Auch Netzwerke wie Discord, die eigentlich für Gaming genutzt werden, werden oft von Extremist*innen genutzt. Sie klinken sich hier in Gaming-Gruppen ein, stellen Kontakt über ein gemeinsames Spiel her und verbreiten dann ihre Ideologie. Dafür nutzen sie häufig auch Bilder oder bekannte Geschichten aus Spielen, um diese für ihre eigene Botschaft umzudeuten. Für Jugendliche kann hier schnell die Grenze zwischen dem eigentlichen Spiel und der extremistischen Botschaft verschwimmen.

Rechtsextremist*innen und Islamist*innen nutzen ähnliche Strategien

Besonders aktiv im Internet sind Rechtsextremist*innen und Islamist*innen. Wenn ihre Propaganda klar erkennbar ist, kann sie von den Betreibern der Plattformen meistens schnell gelöscht werden. Deshalb weichen die Extremist*innen nach dem ersten Kontakt gerne auf weniger bekannte und weniger stark kontrollierte Online-Angebote wie etwa die russische Plattform vk.com aus. Ein Großteil der Kommunikation findet auch gar nicht öffentlich sichtbar statt, sondern in geschlossenen Gruppen, z. B. bei Telegram oder Facebook. Dorthin werden Jugendliche gelockt, die über öffentliche Portale kontaktiert wurden – und dort begegnet ihnen dann die wirkliche, teils brutale oder verstörende Propaganda.

Sowohl Rechtsextremist*innen als auch Islamist*innen sehen sich gerne in der Opferrolle. Sie geben vor, vom eigenen oder anderen Staaten unterdrückt zu werden. Rechtsextremist*innen in Deutschland sprechen oft von der sogenannten „Lügenpresse“. Sie werfen den Medien vor, von der Regierung gesteuert zu sein, weshalb rechtsextreme Meinungen keine Stimme hätten. Beide Gruppen äußern auch Kritik am Kapitalismus. Das ist besonders gefährlich. Denn Aspekte der Kritik sind durchaus berechtigt und werden von vielen jungen Menschen geteilt. Das nutzen Extremist*innen, um sie für ihre Sache zu gewinnen. In jüngerer Zeit werden aus beiden Lagern vermehrt wieder antisemitische (also gegen Jüd*innen gerichtete) Verschwörungsmythen verbreitet. Diese Verschwörungsmythen tauchen mittlerweile auch bei Musiker*innen auf, die bei Jugendlichen beliebt sind – z. B. in einigen Liedern des deutschen Rappers Kollegah.

Was Eltern beachten sollten

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, was es beschäftigt. Welche Themen werden im Freund*innenkreis besonders heiß diskutiert? Welche Bilder und Videos schauen sie sich an und teilen sie mit anderen? Thematisieren Sie auch die Ziele, die bestimmte Gruppierungen verfolgen, wenn sie Inhalte mit extremen politischen Aussagen ins Netz stellen.

Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass jede*r seine Meinung im Netz kundtun kann – auch Menschen mit schlechten Absichten. Deshalb darf man nicht allen Inhalten einfach trauen, sondern muss sie hinterfragen. Auf der Seite knowyourmeme.com lassen sich bekannte Memes inklusive ihrer Geschichte nachschlagen (leider ist die Seite nur in englischer Sprache verfügbar). Mimikama.org ist eine gute Anlaufstelle, um Meldungen aus Sozialen Netzwerken wie Facebook auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Sollten Sie oder Ihr Kind auf offensichtlich extremistische Inhalte stoßen, können Sie diese direkt bei den Plattformbetreibern melden. Bei großen Angeboten wie Facebook und YouTube ist das mit wenigen Klicks erledigt. Sie können ganz allgemein auch die Internetbeschwerdestelle nutzen. In besonders schweren Fällen kann es sinnvoll sein, sich direkt an die Polizei zu wenden. In den meisten Bundesländern geht das mittlerweile online über eine sogenannte Onlinewache.

Nutzen Sie zusätzlich technische Jugendschutzeinstellungen. Diese können dabei helfen, die Kontaktaufnahme durch Fremde einzuschränken, zu blockieren oder stummzuschalten. Sie bieten zwar keinen vollständigen Schutz vor extremistischen Inhalten, können Ihr Kind aber zusätzlich absichern. Eine hilfreiche Plattform hierfür ist medien-kindersicher.de, die speziell für verschiedene Netzwerke – darunter Discord – Anleitungen für Jugendschutzeinstellungen bietet.

Um Jugendliche gegen Extremismus zu stärken, gibt es viele gute Angebote:

Informationen zu Wahlen und Politik für Kinder und Jugendliche

Am 23. Februar 2025 findet die Wahl zum Deutschen Bundestag statt. Das Thema Wahlen wirft bei vielen Jugendlichen Fragen auf. Auch Kinder interessieren sich häufig schon für politische Themen. Doch besonders Wahlsysteme sind ein komplexes Thema, das selbst für viele Erwachsene schwer zu verstehen ist. Wir haben qualitätsvolle Angebote im Internet für Sie zusammengestellt, die Kindern und Jugendlichen altersgerechte Antworten auf ihre Fragen zu Wahlen und Politik geben.

Informationsseiten für Kinder

Kuppelkucker – der Bundestag für Kinder erklärt

Kuppelkucker ist die Kinder-Website des deutschen Bundestages. Hier werden zweimal in der Woche aktuelle Nachrichten aus dem Bundestag für Kinder von 5 bis 12 Jahren veröffentlicht. Erklärungen von Begriffen und Institutionen der deutschen Regierung finden sich im Lexikon. Quizze, wie das Wahl-Quiz, Erklärvideos und Hörstücke wie dieses hier zur Bundestagswahl, bieten ein interaktives Erleben der Seite.

logo! – Kindernachrichten

Auch logo!, die Kindernachrichtensendung des ZDF, widmet sich in einigen Beiträgen dem Thema Wahlen und Politik. Eine Übersichtsseite erklärt verschiedene Institutionen in Deutschland, erläutert wichtige Begriffe und stellt einzelne Parteien vor. logo! bietet auch Beiträge über die Bundestagswahl 2025. Das Angebot von logo! richtet sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.

SWR Kindernetz – Wissensportal für Kinder

Auf dem Portal SWR Kindernetz veröffentlicht der Südwestrundfunk regelmäßig kindgerechte Video- und Audiobeiträge, ergänzt mit kurzen Wissensartikeln. Hier finden sich einige Beiträge zu politischen Themen wie der Bundestagswahl oder dem Grundgesetz. In einem Wahl-Quiz können Kinder ihr Wissen spielerisch testen.

Sendung mit der Maus – die beliebte Wissenssendung

Die Sendung mit der Maus hat eine Spezialseite zum Thema Demokratie und Wahlen eingerichtet, auf der Videobeiträge für Kinder ab 5 Jahren zu Themen wie Briefwahl, Reichstag und Gesetzen  verfügbar sind.

Checker Welt – kindgerechte Reportagen

Moderator Checker Tobi von der Checker Welt beschäftigt sich in der Reportage Demokratie-Check mit dem Thema Demokratie und der Bedeutung von Wahlen. Das Angebot spricht ein Publikum ab 6 Jahren an.

Was ist Was – Sachbücher für Kinder

Die bekannte Was ist Was-Bücherreihe richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Neben dem Sachbuch Demokratie – deine Stimme zählt steht auf der Website eine Broschüre zum Thema Demokratie und Wahlen im typischen Was ist Was-Stil zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Kinderpodcasts

Geolino Spezial ist ein Wissenspodcast für Kinder, in dem Moderatorin Ivy auf Entdeckungsreise um die Welt geht. In Folge 81 dreht sich alles um das Thema Wahlen. Alle Podcast-Folgen zum Anhören gibt es auf dieser Geolino-Webseite.

„Wie entsteht ein Gesetz? Welche Aufgaben haben Minister*innen? Wie wichtig sind Kinderrechte?“ – um solche Fragen geht es im Kinder-Podcast Ohrka. Hier interviewen Kinderreporter*innen Politiker*innen und gehen Fragen rund um Demokratie auf den Grund.

Informationsseiten für Jugendliche

Hanisauland – politische Bildung für junge Menschen

Das Portal Hanisauland vermittelt politische und gesellschaftliche Themen spielerisch an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren. Wissensartikel und ein Lexikon erklären wichtige Begrifflichkeiten und Themenbereiche. Unter den Artikeln können Kinder ihre eigenen Fragen posten. Im Portal werden Spezialthemen wie Wahlen und die kommende Bundestagswahl hervorgehoben. Gelerntes Wissen können Kinder und Jugendliche im Quiz zum Thema Wahlen überprüfen.

Bundeszentrale für politische Bildung – Politik, Geschichte, Internationales

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Demokratie und Wahlen in Form von Artikeln und Heften bietet der Wissensbereich der Bundeszentrale für politische Bildung. Für die Bundestagswahl 2025 wurde speziell eine Übersichtsseite zusammengestellt, unter anderem mit dem Wahl-O-Mat.

U18.org – Portal für Erstwähler*innen

Auf U18.org geht es um junge Themen in der Politik, um Jugendwahlen, Veranstaltungen und politische Bildung. Wer noch keine 18 Jahre alt ist und bei der U18-Wahl mitmachen will, kann sich hier auf der Webseite informieren.

Jugendportal – mitmischen.de – vernetzen und informieren

Auf dem Portal des Deutschen Bundestages mitmischen.de werden Jugendliche dazu ermutigt, selbst politisch oder journalistisch aktiv zu werden.

Politische Bildung auf Social Media

Social-Media-Kanäle zur politischen Bildung machen einfach und unterhaltsam begreiflich, was in Politik und Gesellschaft gerade diskutiert wird. Der Kanal politikverstehen_ vermittelt auf Instagram Wissen zur Innen- und Außenpolitik. nini_erklaert_politik behandelt auf ihrem Instagram-Account und ihrem TikTok-Kanal Aktuelles rund um das politische Geschehen auf humorvolle, einfache und sachliche Art. Auf YouTube begegnen Influencer*innen wie LeFloid oder Netzwerke wie funk gesellschaftlichen Themen mit Faktentreue und Humor. DIE DA OBEN! von funk bietet politische Inhalte rund um das Thema Bundestag auf allen Social-Media-Kanälen.

Was Eltern beachten sollten

In Sachen politische Bildung sind Eltern ein wichtiges Vorbild für Kinder. Betonen Sie die Bedeutung von Wahlen und ermutigen Sie Ihr Kind, sich für Werte wie Demokratie und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Nachrichten- und Informationsseiten sowie Suchmaschinen und sprechen Sie mit ihm über politische Themen. Denn durch ein gewisses Basisverständnis von Demokratie und Wahlen lernt Ihr Kind, warum seine eigene Meinung und Stimme von Bedeutung sind. Üben Sie dabei keinen Zwang aus, sondern knüpfen Sie am bereits vorhandenen Interesse Ihres Kindes an.

Im Zusammenhang mit Wahlen und Demokratie kursieren gerade im Internet und auf Social-Media-Plattformen Desinformationen und Fake News. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Falschnachrichten im Netz und erklären Sie ihm, wie es Nachrichten und Inhalte überprüfen kann. HanisauLand oder Team Timster bieten Angebote für Kinder und Jugendliche zur Aufklärung über Fake News und Co.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) hat längst Einzug in unseren Alltag gehalten. Wo einst fliegende Autos und Roboter als Sinnbilder für KI galten, ist die Realität heute vielfältiger, aber nicht weniger faszinierend. Wir werfen einen Blick darauf, wo uns Künstliche Intelligenz bereits im Alltag begegnet und welche Bedeutung das für die Medienerziehung hat.

Künstliche Intelligenz – was ist das überhaupt?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist ein sehr breiter Begriff, der Maschinen oder Computersysteme beschreibt, die menschliche Intelligenz nachahmen können. Dafür werden sie so lange mit Informationen gefüttert, bis sie diese selbstständig anwenden können, um Aufgaben zu lösen. Dazu gehört auch, dass sie aus Fehlern lernen und sich so ständig verbessern können. Wenn ein Computer z. B. mit sehr vielen Fotos von menschlichen Gesichtern gefüttert wird, kann er irgendwann sicher erkennen, ob auf einem Foto ein menschliches Gesicht abgebildet ist oder nicht. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte „schwache KI“, da sie nur in Bezug auf ein bestimmtes Thema intelligent ist. Geforscht wird auch an einer „starken KI“, die die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen haben könnte, also z. B. logisch denken oder vorausplanen. Die starke KI gibt es aber noch nicht. Und falls es sie eines Tages geben sollte – Gefühle wird sie wahrscheinlich nicht haben und sich damit grundlegend von uns Menschen unterscheiden.

KI im Familienalltag

Die Anwendungsbereiche von KI im Familienleben sind vielfältig. Gesichtserkennungstechnologien entsperren Smartphones, Sprachassistenten wie Alexa und Siri erfüllen unsere Befehle und Streamingdienste wie Netflix schlagen Filme vor, die unseren Vorlieben entsprechen. Dabei spielen auch Algorithmen eine Rolle. Auch Spielzeuge (Smart Toys) können mit Hilfe von KI aktiv mit Kindern interagieren. Zum Beispiel kann ein intelligentes Kuscheltier Fragen des Kindes im Internet suchen und die Antworten vorlesen. Chatbots wie ChatGPT können bei schulischen Aufgaben unterstützen.

Risiken und Herausforderungen von KI 

Künstliche Intelligenz kann unser Leben in vielen Situationen erleichtern. Doch es gibt auch Risiken, die mit dem Einsatz von KI verbunden sind. Beispielsweise können mit sogenannten Deep Fakes täuschend echte Bilder oder Videos erstellt werden, die die Verbreitung von Falschnachrichten unterstützen. Wird KI zuhause eingesetzt, etwa über einen Sprachassistenten oder Smart Toys, ist es außerdem wichtig, sich mit dem Datenschutzmaßnahmen des Herstellers zu beschäftigen und vorhandene Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Werden die Daten nicht auf dem Gerät selbst, sondern in einer Cloud gespeichert, besteht die Gefahr, dass Dritte darauf zugreifen und die Daten missbrauchen können. Es gibt außerdem viele rechtliche Fragen, für die es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Lösung gibt: Wer soll beispielsweise in Zukunft haften, wenn eine durch eine KI getroffene Entscheidung Schaden anrichtet? Das ist ein Grund, warum etwa der Einsatz selbstfahrender Autos noch nicht ohne weiteres möglich ist. 

KI spielerisch verstehen

Um ein besseres Verständnis für KI zu fördern, ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bereits frühzeitig mit dem Konzept vertraut gemacht werden. Es ist wichtig, dass sie verstehen, was KI ist und wie sie funktioniert. Kleineren Kindern fällt es zunächst oft schwer, zwischen einem durch KI aktivierten Gegenstand und einem echten Lebewesen zu unterscheiden. Um Kindern und Jugendlichen Künstliche Intelligenz näherzubringen, eignen sich altersgerechte Erklärvideos und Artikel. Außerdem gibt es Spiele, in denen man selbst eine KI trainieren und so ihre Funktionsweise spielerisch verstehen lernen kann.

Wir haben ein paar Angebote für Sie zusammengestellt: 

Was Eltern beachten sollten

Offene Kommunikation: Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über KI und erklären Sie, wie sie in ihrem Alltag verwendet wird. Ermutigen Sie es, Fragen zu stellen, und nehmen Sie sich Zeit, um Bedenken zu besprechen.

Kritische Medienkompetenz: Helfen Sie Ihrem Kind dabei, eine kritische Einstellung gegenüber den Informationen zu entwickeln, die sie online finden. Zeigen Sie ihm, wie es Falschinformationen erkennen kann, und ermutigen Sie es, Quellen zu überprüfen.

Datenschutz: Besprechen Sie mit Ihrem Kind die Bedeutung des Datenschutzes und ermutigen Sie es, verantwortungsbewusst mit persönlichen Daten umzugehen. Erklären Sie, welche Informationen sicher geteilt werden können und welche nicht.

Selbstbestimmung: Ermutigen Sie Ihr Kind, selbst zu entscheiden, welche Technologien es verwenden möchten. Unterstützen Sie es dabei, eigenen Grenzen zu setzen und sich wohl dabei zu fühlen, Nein zu sagen, wenn es sich unwohl fühlt.

Gemeinsame Aktivitäten: Nutzen Sie die Gelegenheit, gemeinsam mit Ihrem Kind Spiele zu spielen oder Aktivitäten zu unternehmen, die ein besseres Verständnis für KI vermitteln. Diskutieren Sie die Funktionsweise von KI-basierten Technologien und lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen sammeln.

Social Media als Suchmaschine

Aktuelle Nachrichten, Vorbereitung aufs Referat oder die Wettervorhersage – gleich mal auf TikTok schauen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene nutzen häufig Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube als Suchmaschinen. Das kann funktionieren, bringt aber auch ganz eigene Herausforderungen mit sich.

Social Media als Suchmaschine – was findet sich da?

Es war lange selbstverständlich – wer im Internet etwas finden will, „googelt“. Doch das scheint ins Wanken zu geraten. Junge Menschen beginnen ihre Online-Suche immer häufiger bei Social-Media-Plattformen wie YouTube, TikTok und Co. In manchen Statistiken taucht YouTube sogar als zweitgrößte Suchmaschine nach Google auf – Tendenz steigend.

Warum? Das ist ganz einfach: Social Media ist ohnehin die digitale Heimat vieler Jugendlicher. Da kennen sie sich aus, da fühlen sie sich wohl – und deshalb haben sie großes Vertrauen in die Suchergebnisse. Suchen junge Menschen hier nach Produkten, Veranstaltungen oder Orten, sind die Ergebnisse meist (scheinbar) persönliche Empfehlungen und Erfahrungen von Prominenten oder aus der Community, statt eher unpersönlicher und komplizierter Weblinks. Auf Jugendliche wirkt das glaubwürdig und nahbar. Zudem sind Videos oder Bilder einfacher und kurzweiliger als ewiges Klicken durch Textwüsten.

Plattformen wie TikTok und YouTube reagieren auf das Bedürfnis junger Menschen, Inhalte gut durchsuchen zu können. TikTok etwa hat das Suchfeld deutlich größer und prominenter gemacht und bietet mittlerweile für Smartphones ein Widget an, mit dem man direkt vom Startbildschirm aus die TikTok-Suche bedienen kann. Der Begriff „Widget“ kommt aus dem Englischen und ist ein zusammengesetztes Wort aus „Window“ = Fenster und Gadget = technische Spielerei. „Widget“ bezeichnet eine Art interaktives Fenster.

Was kann problematisch sein?

Doch wie können Kinder und Jugendliche auf Social Media vertrauenswürdige von unseriösen Informationen unterscheiden? Ist dort wirklich alles so authentisch, wie es manchmal scheint?

Denn natürlich sind auch Influencerinnen und Influencer nicht immer die netten Kumpels von nebenan – sondern verdienen mit ihren Auftritten und Empfehlungen viel Geld. Wenn hier also ein Restaurant mit besonders warmen Worten gelobt wird, kann es auch gut sein, dass einfach ein besonders lukrativer Werbevertrag dahintersteckt.

Zudem tauchen auch in sozialen Netzwerken klassische Werbeanzeigen auf. Auch der Algorithmus redet immer noch ein Wörtchen mit und präsentiert uns ständig ähnliche Ergebnisse – genau wie bei anderen Suchmaschinen. Und auch sonst ist Vorsicht angesagt: Neben seriösen Informationen tummeln sich in den Netzwerken auch Fake News oder gar absichtliche Propaganda verschiedener Interessengruppen. Auf Social-Media-Plattformen werden häufig mindestens genauso viele Daten erhoben und gesammelt wie bei klassischen Suchmaschinen.

Was können Eltern beachten?

Als Eltern sollten Sie mit Ihrem Kind gemeinsam gut überlegen, wie es die Suchfunktion von Social-Media-Angeboten sicher nutzen kann:

  • Speichern Sie auf dem Smartphone oder im Browser gemeinsam mehrere Zugänge zu verschiedenen Suchmaschinen. So kann Ihr Kind bei Bedarf mehrgleisig suchen und Ergebnisse vergleichen.
  • Machen Sie Ihr Kind gezielt auf Accounts von glaubwürdigen, journalistischen Medien, verifizierten Unternehmen und Personen aufmerksam und ermuntern Sie es, diesen zu folgen.
  • Schauen Sie sich gemeinsam Accounts und Seiten von Faktencheckern wie z. B. mimikama.at an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Fake News zu enttarnen. Wenn Ihr Kind diese Seiten kennt, kann es Informationen leichter hinterfragen und überprüfen.
  • Sprechen Sie über Themen wie Werbung, Datenschutz, Geschäftsmodelle. Hilfreiche Angebote, um über einen sicheren Umgang mit den Angeboten im Internet zu sprechen, finden Sie bei klicksafe.

Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzung Ihres Kindes und seine Lieblingsangebote auf TikTok und Co. Regen Sie Ihr Kind zu einer kritischen Nutzung von Social-Media-Plattformen an. Nur wenn Ihr Kind die Möglichkeiten und auch die Vor- und Nachteile verschiedener Angebote kennt, kann es bewusst und gezielt auswählen.

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