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Regeln für die Mediennutzung in der Familie

„Nur noch eine Runde!“ oder „Leon darf viel länger fernsehen!“ Das kennen fast alle Eltern. Welche Medien sind für mein Kind okay? Wie viel Medienzeit ist nicht schädlich? Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll? Für solche Fragen können feste Regeln eine große Hilfe für Eltern und Kinder sein. Aber sie führen auch immer wieder zu Konflikten in Familien. Wir haben einige Tipps und Hintergründe für Sie zusammengetragen.

Regeln müssen sinnvoll sein

Regeln sind nicht einfach dafür da, dass Erwachsene etwas bestimmen, sondern sie bringen Struktur in das Familienleben. Mit Mediennutzungsregeln lässt sich die Medienkompetenz von Kindern fördern. Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung, Spaß und Nutzen in Verbindung mit Medien, aber auch Risiken und Gefahren im Blick zu haben. Beides können Sie eine ganze Zeit lang besser einschätzen als Ihr Kind. Wichtig ist, dass Ihr Kind die Regeln versteht. Deshalb sollten Sie für sich selbst und auch gegenüber Ihrem Kind begründen können, warum bestimmte Regeln gelten und warum es wichtig ist, diese einzuhalten. Wenn Regeln nicht klar formuliert sind oder unterschiedlich ausgelegt werden, wird es Ihrem Kind schwerfallen, sie einzuhalten. Dazu gehört aber, dass bestimmte Regeln für Sie als Eltern genauso gelten und Sie Ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Regeln können unterschiedlich aussehen

Welche Regeln sinnvoll sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie Sie und Ihr Kind grundsätzlich mit Medien umgehen. Das ist nicht in jeder Familie gleich.

Je jünger Ihr Kind ist, desto mehr sollten Sie seine Mediennutzung im Blick behalten. Kleinkinder brauchen eine enge Begleitung und sollten nicht zu viel Zeit mit Medien verbringen. Entscheiden Sie als Eltern über altersgerechte Inhalte, Nutzungsdauer und geeignete Geräte. Ab dem Grundschulalter bekommt Ihr Kind viele neue Eindrücke und Einflüsse. Es braucht dabei noch viel Orientierung, deshalb sind klare Regeln sehr wichtig. Sie können mit Ihrem Kind nun besser über Inhalte sprechen und es mitbestimmen lassen. Spätestens ab der weiterführenden Schule und im Jugendalter sollten Sie Ihrem Kind dann mehr Selbstständigkeit zutrauen und zunehmend Kontrolle abgeben. Jugendliche gehen meist offen auf digitale Medien zu, aber sie können oft Sicherheitsrisiken noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sind Sie als Orientierung und Ansprechpartner nach wie vor wichtig!

Regeln gemeinsam gestalten

Verabreden Sie Regeln zum Medienumgang, je nach Alter Ihres Kindes, gemeinsam – z. B. über einen sogenannten Mediennutzungsvertrag. Dann kann Ihr Kind sie besser verstehen und einhalten. Schreiben Sie Regeln auf und platzieren Sie diese sichtbar. Auch Ausnahmen können formuliert werden. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Regeln noch sinnvoll sind oder geändert werden können und müssen. Stellen Sie auch Regeln auf, die für alle gelten, z. B. dass bei einem Gespräch das Smartphone nicht herausgeholt wird.

Zeit mit und ohne Medien

Ein großer Streitpunkt ist die Frage danach, wie viel Zeit mit Medien gut ist. Das hängt neben dem Alter auch ganz individuell von Ihrem Kind und seinem Umgang mit Medien ab. Verliert es sich schnell in Serien oder Computerspielen oder kann es ohne Probleme, das Tablet am Ende einer Folge zur Seite legen? Es gilt die Faustregel: Je jünger, desto weniger! Mediengutscheine sind eine Möglichkeit für Kinder ab dem Grundschulalter, um z. B. ein Wochenbudget für ein Mediengerät festzulegen. Manchmal ist das einfacher und Ihr Kind kann sich die Zeit selbstständig einteilen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind einen abwechslungsreichen Alltag hat, Medien auf unterschiedliche Weise nutzt, es aber auch medienfreie Erlebnisse hat.

Auswahl von Medieninhalten und Zugang zu Geräten

Haben Sie das gesamte Medienensemble im Blick? Auch Hörspiele und Bücher sind Teil des Medienkonsums und können im Regelwerk auftauchen.

Berücksichtigen Sie, dass die Inhalte der Mediennutzung sehr unterschiedlich sind, genauso wie die Motive und Bedürfnisse der Nutzung. Ein Spiel zur bloßen Zerstreuung oder Unterhaltung ist eventuell anders zu gewichten als das Lernen mit Medien. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind qualitative Unterschiede. Achten Sie auch auf altersgerechte Inhalte.

Die Frage nach dem richtigen Alter für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Sprechen Sie sich eventuell mit den Eltern von Freunden Ihres Kindes ab und überlegen Sie, ob bestimmte Regeln für alle gelten können.

Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps

Wenn es um das erste eigene Handy oder die Nutzung von Mamas Tablet geht, können auch Einstellungsmöglichkeiten den Zugriff auf verschiedene Inhalte und Apps beschränken. Diese sollten aber gemeinsam besprochen werden. Solche Einstellungen oder bestimmte Apps können helfen, Regeln durchzusetzen. Aber diese Tools ersetzen nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Erklärungen von Ihnen und Gespräche über Medien tragen wesentlich dazu bei, dass Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien erlernt.

Regeln dürfen je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes variieren. Bleiben Sie einerseits konsequent, denn sonst erfüllen sie nicht ihren Zweck. Gleichzeitig sollten Sie die Regeln möglichst nicht als Strafe oder Belohnung einsetzen.

Lernen mit TheSimpleClub

Alles fing als Nachhilfe-Kanal auf YouTube an. Heute ist simpleclub viel mehr und die dort zu findenden Erklärvideos werden z. B. auch im Unterricht eingesetzt. Mit der simpleclub-Lernapp sollen sich Schülerinnen und Schüler effektiv auf eine Prüfung vorbereiten können.

Kurz gefasst:

  • bietet ein sehr großes Angebot an Lern- und Erklärvideos auf verschiedenen YouTube-Kanälen und in der Lernapp
  • Lernmaterialien ab Klassenstufe 7
  • App als kostenlose und kostenpflichtige Version (Basic, Unlimited Version) für alle Betriebssysteme erhältlich

Was ist simpleclub?

Das Angebot wird als “die intelligenteste Lernapp Deutschlands beworben”, weil die Lerninhalte an den jeweiligen Nutzer angepasst werden sollen. Ursprünglich gab es von simpleclub nur Erklärvideos auf YouTube. Mittlerweile gibt es mit der App neben Lernvideos auch Übungsaufgaben und Zusammenfassungen, mit denen schulische Themen erarbeitet werden können.

Durch die einfache Sprache und die visuelle Unterstützung mit z. B. Pfeilen, Bildern und Symbolen eignen sich die Videos sehr gut, um bestimmte Themen besser verstehen zu können oder den Inhalt des Themas zu festigen.

Die Youtube-Präsenz von simpleclub besteht aus mehreren Kanälen, nach verschiedenen Fachgebieten (Deutsch, Biologie, Geografie, Geschichte, Mathematik, Wirtschaft usw.) unterteilt. Es gibt regelmäßig neue Lernvideos zu verschiedenen Themen (wie z. B. Biologie: Nervenzelle, Mathematik: Sinus- und Kosinus-Ableitung). Die Videos sind maximal zehn Minuten lang und erklären auf einfache und interessante Art verschiedene Thematiken. Auffällig ist, dass in den Videos immer eine lockere Sprache verwendet wird.

Über die App lässt sich zusätzlich ein individueller Lernplan erstellen, der eine bessere Vorbereitung auf kommende Klausuren möglich macht.  In der kostenlosen Version der App gibt es nur ein Auswahl der Videos. Die kostenpflichtige Basisversion (ca. 4,- €/Monat) enthält alle Videos. Mit der Unlimited Version (ca. 8,- €/Monat) können die individuellen Lernpläne erstellt werden inklusive interaktiver Übungsaufgaben, ausführlichen Lösungswegen und einer fertigen Zusammenfassung als Download. Die individuelle Anpassung der Inhalte erfolgt durch Angabe des eigenen Bundeslandes und welche Schulform man besucht.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die Aufmachung der Videos spricht Jugendliche an, weil sie nicht so dröge und sachlich daherkommen, sondern stattdessen eine lockere Sprache verwendet wird. Zwischendurch werden lustige Videosequenzen oder Emojis eingeblendet, die das Lernen mit Spaß verbinden. Die Videos sind kurz und erfordern keine lange Aufmerksamkeitsspanne. Grundsätzlich kennen Kinder und Jugendliche Erklärvideos auf YouTube und nutzen sie gerne.

Die Macher von simpleclub wirken sympathisch und sind vom Alter her näher an der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen als so mancher Lehrer. Für viele Jugendliche sind sie sicher Vorbilder und bieten eine Abwechslung zum monotonen Schulunterricht.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es ist nicht ganz klar, wer die Videos erstellt. Auf der Website des Anbieters heißt es, es sei ein Team “aus Studenten der besten Universitäten Deutschlands”. Ob diese neben fachlichem Wissen auch Erfahrung mit der Erstellung von Lernmaterialien haben, bleibt unklar.

Die Aufmachung von simpleclub ist sehr professionell, wirkt aber gleichzeitig wie ein großes Werbeangebot. Sowohl auf der Website, in der App als auch bei YouTube – überall gibt es Werbeanzeigen und Hinweise darauf, dass man sich kostenpflichtig bei simpleclub registrieren soll.

Auf den verschiedenen YouTube-Kanälen gibt es eine große Menge an Videos. Es ist nicht einfach, dort das richtige für sich zu finden. Auch hier wollen die Anbieter, dass man ihr kostenpflichtiges Angebot nutzt und macht es Nutzern der kostenlosen Videos schwer.

Was meint der Anbieter?

Die Betreiber von simpleclub – Alexander Giesecke und Nicolai Schork – lesen sich nach eigener Aussage regelmäßig Anfragen zu neuen Videos und Verbesserungsvorschläge durch und gehen in ihren Videos auch darauf ein. Sie haben z. B. mit der Preissenkung ihrer App darauf reagiert, dass einige Schüler Sorge hatten, sich diese nicht mehr leisten zu können. Während der Corona-Krise bieten sie Schulen kostenlose Hilfspakete ihrer Videos.

Was sollten Eltern beachten?

Wie bei allen Videos im Netz sollte man beachten, dass nicht alle gut und richtig sind. Deshalb ist bei der Auswahl am besten darauf zu achten, wie andere Nutzer die Videos kommentieren. Wenn man unsicher ist, ob ein Video stimmt, kann man auch Lehrern und anderen Erwachsenen, die sich mit dem Thema auskennen, ein Video vorspielen und um Rat fragen. Dann können die Videos eine gute Ergänzung zum Schulunterricht und für das Lernen zu Hause sein.

Testen Sie die Angebote von simpleclub erst über YouTube oder die kostenlose Version der App aus, bevor Sie ein Abo abschließen. Probieren Sie, ob Ihr Kind damit lernen kann und tauschen Sie sich darüber mit Ihrem Kind aus.

Schule und Kita zu! Was nun? – Tipps zum Lernen zu Hause

Was tun, wenn das Kind zu Hause sitzt, weil die Schule geschlossen hat, obwohl keine Ferien sind. Elternguide.online hat ein paar Vorschläge, wie man auch ohne Schulunterricht lernen kann:

– In unserem Beitrag Nachhilfe im Internet – der Unterricht ist nur einen Klick entfernt geht es um den Nutzen von Lernvideos, Online-Nachhilfe-Angebote und einiges mehr.

YouTube gehört zu den beliebtesten Online-Plattformen von Kindern und Jugendlichen. Dort gibt es nicht nur lustige Videos mit hohem Unterhaltungswert. Wie in unserem Beitrag Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen nachzulesen ist, kann man hier auch einiges lernen.

– In Krisenzeiten ist es für Kinder besonders wichtig zu verstehen, warum Erwachsene unruhig sind. Dafür eignen sich am besten Nachrichten für Kinder, da diese aktuelle Informationen kindgerecht erklären.

– Selbst beim Filme- oder Serienschauen lässt sich etwas lernen! Versuchen Sie doch mal, sich die Lieblingsserie Ihres Kindes gemeinsam auf Englisch anzuschauen.

– Auch Computerspiele können helfen, etwas zu lernen, wie unser Beitrag Mit Online-Gaming Fähigkeiten verbessern erklärt. Spielen ist auch ein Prinzip von verschiedenen Lernangeboten: Das Leben zum Spiel machen mit Gamification.

– Für jüngere Kinder, die noch nicht in die Schule, sondern normalerweise in die Kita gehen, eignen sich zum Lernen z. B. Digitale Geschichten-Apps.

– Wenn es nicht immer der Fernseher oder das Tablet sein soll: Die Palette an Podcasts zu unterschiedlichsten Themen für Kinder jeden Alters ist riesengroß.

YouTube erklärt mir die Welt – das Videoportal als Nachrichtenquelle

Kinder und Jugendliche möchten die Welt verstehen. Je älter sie werden, desto mehr informieren sie sich in sozialen Netzwerken – auch über aktuelle Nachrichten. Sie schauen sich z. B. Videos von YouTubern LeFloid und MrWissen2Go an, in denen tagesaktuelle Themen zusammengefasst und kommentiert werden. Nachrichtenformate auf YouTube sind bei Jugendlichen vor allem deswegen beliebt, weil sie verständlich, kurz und unterhaltsam aufbereitet sind. Anders als im Fernsehen oder in der Zeitung kann jedoch im Internet quasi jede Person Inhalte hochladen und verbreiten. Wer aber kontrolliert den Wahrheitsgehalt der Inhalte auf YouTube?

Der Erfolg von YouTube-Videos ist von Klicks und Aufrufen abhängig. Je witziger und übertriebener Inhalte dargestellt werden, desto häufiger werden sie geklickt und erreichen mehr Menschen. Die Qualität oder Richtigkeit der Inhalte spielt nicht unbedingt eine Rolle.

YouTube ist kein Bildungsangebot, sondern eine kommerzielle Plattform von Google. Die Inhalte kommen nicht von Google, sondern von den Nutzern und Nutzerinnen selbst. Täglich werden tausende Videos hochgeladen. Auch Falschmeldungen können darunter auf YouTube landen und so lange sichtbar bleiben, bis YouTube auf sie aufmerksam (gemacht) wird und diese prüfen lassen kann.

Meinungsmache auf YouTube

Manche YouTuber und YouTuberinnen lassen gern ihre persönliche Meinung zu aktuellen Themen einfließen. Das ist für junge Menschen natürlich besonders spannend, da sie sich selbst eine Meinung bilden wollen. Allerdings lassen sie sich auch schnell beeinflussen. Manche Leute nutzen das aus und wollen vor allem junge Menschen von ihrer Meinung überzeugen. Kinder und Jugendliche können auf YouTube deshalb mit populistischen und extremistischen Inhalten in Berührung kommen. Auch die Kommentarfunktion wird dazu genutzt, Falschmeldungen und Propaganda-Kanäle zu streuen.

Soll man das Gesagte nun glauben oder nicht? Einige Fragen können dabei helfen, es einzuordnen: Was die Hauptaussage des Videos? Fühle ich mich durch das Video informiert oder bin ich aufgewühlt? Wird schlechte Stimmung gegen bestimmte Personen oder Gruppen gemacht? Um die Gefühle der Zuschauenden zu beeinflussen, werden z. B. dramatische Musik oder schockierende Bilder verwendet. Wenn es keine Information dazu gibt, von wem das Video gemacht wurde und woher das Wissen ist, sollten man skeptisch sein und versuchen, die Aussagen zu prüfen. Hier erfahren Sie mehr zu den Methoden von Hasspropaganda.

Die Technik bestimmt mit, was man sieht

Man entscheidet nicht allein, welche Videos bei YouTube angezeigt werden. Je nachdem, nach welchen Begriffen man schon gesucht und welche Videos man sich angesehen hat, schlägt YouTube andere Videos vor, die einem deshalb gefallen könnten. Das ist so programmiert. Dadurch kann ein einseitiges Weltbild entstehen, weil andere Sichtweisen und Informationen weniger präsent sind..

Machen Sie Ihr Kind fit!

Trotz dieser Risiken, sollten Sie Ihr Kind dabei unterstützen, sich über das Weltgeschehen zu informieren. Wenn Sie selbst auf dem Laufenden sind, können Sie seine Fragen vielleicht selbst beantworten. Oder Sie recherchieren gemeinsam nach Antworten. So lernt Ihr Kind, worauf man achten muss, wenn man nach Informationen im Netz sucht und wie sie einzuordnen sind. Im Beitrag “Alles Fake? Falschmeldungen erkennen” finden Sie Tipps dazu. Gute Quellen sind in der Regel die Angebote der öffentlich-rechtlichen Medien, da diese bestimmte journalistische Kriterien erfüllen müssen. Auch diese finden Sie bei YouTube – z. B. in den verschiedenen Formaten von funk, die besonders auf die Interessen von Menschen zwischen 14 und 25 Jahren zugeschnitten sind.

Das Bedürfnis, sich zu informieren und eine eigene Meinung zu entwickeln, ist wichtig für Kinder und Jugendliche, um die Gesellschaft einmal als erwachsener Mensch mitgestalten zu können. Auch für die Schule kann YouTube sinnvoll genutzt werden.

Medien selber machen?!

Bilder malen, kneten oder aus Kastanien lustige Figuren basteln… Das sind typische Dinge, die Sie wahrscheinlich auch schon mit Ihren Kindern zu Hause gemacht haben. Aber Medien selber machen?! Typischerweise guckt man die doch nur oder spielt vielleicht mal ein Computerspiel. Dabei ist es gar nicht so schwer, kreativ zu werden und gemeinsam etwas zu produzieren. Und Spaß macht es auch!

Heute gibt es in jedem Haushalt mindestens ein Smartphone. Auch Tablets sind in vielen Familien vorhanden. Diese Geräte bieten unzählige Möglichkeiten zur Medienproduktion, die man einfach mal ausprobieren kann, weil sie meist gar nicht kompliziert sind. Smartphone und Tablet besitzen mindestens eine Kamera und ein eingebautes Mikrofon. In den App-Stores gibt es außerdem jede Menge Apps zur kreativen Gestaltung – für die Bildbearbeitung und zur Erstellung von Fotocollagen, um Trickfilme zu produzieren und Videos zu schneiden, zum Malen und Hörspiele machen und vieles mehr.

Indem man Medien selbst produziert, kann man eine Menge lernen und viel Spaß haben – und zwar Kinder und Erwachsene! Man lernt die technische Handhabung der Geräte und wie bestimmte Medien gemacht sind. Man erfährt, dass es ein bisschen Zeit braucht, bis ein Produkt so aussieht, wie man es sich vorstellt. Dabei ist Medienmachen nicht nur etwas für die Älteren. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme drehen oder Fotos bearbeiten. Vielleicht entdecken Sie dabei auch bisher verborgene Talente bei Ihrem Kind.

In den Beiträgen unterhalb dieses Artikels finden Sie unsere Anleitungen zum Medienmachen, um das gemeinsam mit Ihren Kindern auszuprobieren.

Das Leben zum Spiel machen mit Gamification

Kämpft Ihr Sohn lieber stundenlang gegen die Monster aus Fortnite, als Vokabeln zu lernen? Oder baut Ihre Tochter intensiv an einer Stadt in Minecraft und vergisst dabei die Mathehausaufgaben? Natürlich macht Spielen oft mehr Spaß als Lernen. Um die Motivation zu steigern, wird deshalb in der Bildung immer mehr Lernstoff spielerisch und digital vermittelt.

Gamification – Bedeutung und Hintergründe

Bei Gamification werden Prinzipien – wie z. B. Wettbewerb und Belohnung – aus Spielen in andere Kontexte übertragen, die eigentlich nichts mit Spielen zu tun haben – wie etwa Bildung. Auch das Verknüpfen von Lernstoff mit einer Geschichte wird als spielerisches Lernen bezeichnet.

Wenn Ihr Kind also beim Lernen von Vokabeln Level fünf erreicht hat oder beim Kopfrechnen den Klassen-Highscore knackt und dafür einen Sticker als Gewinn erhält, sind das typische Beispiele für Gamification.

Mehr Motivation und Kreativität

Durch Gamification kann Lernen effektiver werden. Denn Schüler lernen mit weniger Druck und Angst, gleichzeitig werden kreative Fähigkeiten freigesetzt. Darüber hinaus können sie sich Lernstoff besser merken, da dieser oft viel anschaulicher vermittelt wird.

Beim spielerischen Lernen mit digitalen Medien kommt hinzu, dass die Motivation bei Schülern steigt, wenn mit Computer und Tablet gelernt wird und die Lernsoftware mehr an ein animiertes Computerspiel erinnert als an öde Physikhausaufgaben.

Spielerisches Lernen in der Schule

Viele Schulen setzen deshalb im Unterricht immer mehr digitaler Spiele und Apps ein. Ob Städtebau mit Minecraft im Geografieunterricht, das Spielen digitaler Schnitzeljagden mit dem Actionbound in Geschichte oder das Erstellen eines Erklärfilms im Deutschunterricht. Allerdings fehlen in vielen Schulen geeignete Geräte, Software und Begleitung. Digitales, spielerisches Lernen kann deshalb auch von zu Hause aus stattfinden.

Gamification zu Hause

Scoyo ist eine Lernplattform, bei der Lernen eher nebenbei stattfindet: Ihr Kind kann auf dem Matheplaneten gemeinsam mit den Mathepiraten rechnen üben und auf der Vokabelinsel mit einer Fußballmannschaft Wörter und Sätze übersetzen, um den Ball ins Tor zu kicken. Für die richtige Lösung gibt es Punkte, die dann gegen ein Fahrrad oder neue Sportschuhe für den Avatar eingelöst werden können. Der Stoff ist angepasst an Klassenstufe, Schulform und Bundesland. Ein alternatives Angebot gibt es unter sofatutor.com. Beide sind auch als App erhältlich. Auch viele Apps für jüngere Kinder funktionieren nach dem Prinzip, so dass Buchstaben oder Zahlen in Form eines Spiels gelernt werden.

Digitales Lernen – Lösung für alles?

Man könnte meinen, dass Lehrbücher und Vokabelkarten schon bald keine Bedeutungmehr haben werden. Doch analoges Lernen bleibt wichtig und sollte nicht vollständig ersetzt werden: Auf Papier liest man beispielsweise ganz anders als auf einem Bildschirm. Und das handschriftliche Schreiben von Vokabeln ist wahrscheinlich weiterhin der beste Weg, sich die richtige Rechtschreibung einzuprägen.

Gehören Smartphones in die Schule?

Die Smartphone-Nutzung ist nicht nur in der Familie ein wichtiges Thema. Auch bei der Frage, ob das Handy in die Schule gehört oder nicht, wird heiß diskutiert. Einerseits geht es darum, ob Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones mitbringen und zu welchen Zeiten sie diese privat nutzen dürfen. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Geräte im Unterricht sinnvoll genutzt werden können und sollen. Dabei muss auch die rechtliche Lage betrachtet werden.

Worüber wird diskutiert?

Jeder Schüler über 12 Jahre hat heute ein eigenes Smartphone. Bei den Jüngeren ist es mindestens jedes zweite Schulkind. Das Handy ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Kommunikations- und Unterhaltungsmedium, mit dem sie auch für ihre Eltern jederzeit erreichbar sind. Auch Smartwatches, die in vielerlei Hinsicht die gleichen Funktionen erfüllen wie Smartphones, werden immer populärer. Doch mit den mobilen Geräten sind auch Risiken verbunden.

Es gibt berechtigte Sorgen, vor allem von solchen Eltern und Lehrkräften, die ein Handyverbot an Schulen befürworten: Wenn Handys genutzt werden können, wird in den Pausen gedaddelt, anstatt sich zu bewegen und miteinander zu quatschen, so die Befürchtung. Außerdem könnte Cybermobbing befördert werden, weil z. B. Fotos und Videos von Mitschülerinnen oder Mitschülern gemacht und diese direkt untereinander verschickt werden können. Und im Unterricht können die Schüler abgelenkt werden, wenn das Handy greifbar nah ist.

Die Möglichkeit, ihre Kinder immer erreichen zu können, spricht für Sie als Eltern vielleicht eher dafür, das Handy in der Schule zu erlauben. Aus Sicht der Lehrkräfte kann es aber schwierig sein, wenn Eltern ihre Kinder z. B. mitten im Unterricht anrufen.

Dabei lässt sich das Handy auch für Lehrer positiv in den Unterricht einbringen. Viele Schulen haben nicht genügend Geld für eine moderne technische Ausstattung. Da ist es doch eigentlich praktisch, dass jedes Kind einen eigenen “Taschencomputer” besitzt, mit dessen Bedienung es sich auch noch gut auskennt. Neben der schnellen Internetrecherche können Smartphones kreativ für die Präsentation eines Themas und andere sinnvolle Zwecke genutzt werden. Die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen und damit verbundene Chancen und Risiken können zum Thema gemacht und diskutiert werden. Smartphones bieten also viele kreative, didaktische und pädagogische Möglichkeiten, die in der Schule gefördert werden sollten.

Wie ist die Gesetzeslage?

Unabhängig von den Chancen und Risiken, die das Smartphone im Unterricht und an der Schule mit sich bringt, gibt es einen gesetzlichen Rahmen, der den Umgang mit Smartphones im Schulkontext regelt. Da Schulpolitik Ländersache ist, legt jedes Bundesland einzeln fest, wie der Umgang mit Handys in den eigenen Schulen laufen soll. Zusätzlich werden an den Schulen selbst oder bei einzelnen Schulträgern eigene Regeln getroffen, die mit dem Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes vereinbar sein müssen. Informieren Sie sich, welche Regeln in Ihrem Bundesland und an der Schule Ihres Kindes konkret gelten. Sprechen Sie die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer Ihres Kindes darauf an. Auf der Seite von Handysektor gibt es einen Überblick zu den Regelungen der einzelnen Bundesländer (Stand: September 2016).

Wenn Smartphones in der Schule, dann nur so

Sollten Smartphones auch während des Schulalltags an der Schule Ihres Kindes erlaubt sein, ist es für Sie als Eltern wichtig, den Umgang mit personenbezogenen Daten zu hinterfragen. Dies stellt Schulen nämlich vor eine große Herausforderung. Wenn Ihr Kind im Rahmen des Unterrichts mit dem Smartphone ein Videoprojekt erstellt, stellen sich verschiedene Fragen: Wer ist auf den Bildern zu sehen? Ist es nur Ihr Kind oder sind auch andere Kinder zu sehen? Sind die Kinder damit einverstanden, dass sich diese Dateien auf dem Gerät Ihres Kindes befinden? Liegen die Einverständniserklärungen der anderen Eltern vor? Was passiert mit dem Video? und so weiter. Weitere Informationen dazu finden Sie z. B. in unserem Beitrag zu Smartphonesicherheit und auf klicksafe.de.

Ein anderes Problem, das eng mit der Nutzung von Smartphones an Schulen verbunden ist, ist der ständige Vergleich der Schüler untereinander. Nicht alle Smartphones sind gleich. Einige Kinder haben vielleicht ein teureres Modell oder bekommen regelmäßig ein neues, während andere das alte Gerät von Mama nutzen. Darin steckt viel Potential für Streitigkeiten untereinander, z. B. für den Missbrauch des Smartphones als Statussymbol. Darüber sollten Sie mit Ihrem Kind und auch mit anderen Eltern sprechen.

Eine einfache Antwort auf die Frage, ob Smartphones in der Schule sinnvoll sind oder nicht, kann es also nicht geben. Schulen, Lehrkräfte, Sie als Eltern, und Ihre Kinder stehen hier vor Herausforderungen, die Sie nur gemeinsam lösen können. Wenn Sie mehr dazu nachlesen möchten, empfehlen wir den Faktencheck zur Sendung “Hart aber fair” vom September 2018.

Medien selber machen: Tutorials

Wir haben schon über die Beliebtheit von Tutorials bei Kindern und Jugendlichen geschrieben. Den Beitrag finden Sie hier. Es muss nicht dabei bleiben, sich diese Filmchen nur anzuschauen. Man kann sich auch selbst trauen, ein Tutorial zu produzieren.

Tutorials rund um “Medien selber machen”

Kinder und Jugendliche sind neugierig und haben Spaß daran, Neues zu lernen und hinter die Kulissen zu schauen. Sie zu ermutigen, selbst zum Macher von Videos oder Hörspielen zu werden, schult nicht nur die Medienkompetenz Ihres Kindes, sondern auch viele weitere Fähigkeiten wie Kreativität und die Arbeit an einem Projekt. Wer einmal erfährt, welche Arbeit hinter einem Film steckt, schaut anders auf Filme. Gerade in Zeiten von Fake News sensibilisiert es Kinder für einen kritischen Umgang mit Medien. Auf verschiedenen Videoplattformen finden Sie Tutorials, die dabei helfen, ein eigenes (Video-)Projekt umzusetzen. Videoplattformen wie YouTube sind jedoch nicht uneingeschränkt für jüngere Kinder geeignet, weshalb sie in Begleitung der Eltern genutzt werden sollten. Abseits von Videoplattformen finden Sie Tutorials z. B. auch beim Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks: So geht Medien.

Tutorials selber machen

Videos selbst zu erstellen, kann viel Spaß machen! Wie auch bei der Produktion von Kinofilmen, muss man bestimmte Schritte beachten

  • Entwickeln Sie zuerst gemeinsam mit Ihrem Kind einen Drehplan, so dass während des eigentlichen Filmdrehs klar ist, was passiert und wer wofür zuständig ist (Kamera, Darsteller, Regie usw.):
    • Am Anfang steht eine gute Idee: Worum soll es im Tutorial gehen? Vielleicht nehmen Sie ein Thema, bei dem sich Ihr Kind und Sie noch nicht so gut auskennen. Durch die intensive gemeinsame Beschäftigung mit einem Thema sind Sie am Ende selbst die Experten.
    • Für das Drehbuch und ggf. eine Unterteilung in Szenen hilft es, die “W”-Fragen zu beantworten: Wer, wo, wie? Warum gibt es dieses Tutorial? Im Drehplan sollten auch organisatorische Dinge aufgeschrieben werden wie Drehorte, Drehzeit, benötigte Ausstattung und Technik.
  • Beim Filmdreh sollten Sie darauf achten, dass Licht und Ton gleichbleibend gut sind und es keine Störungen gibt. Natürlich braucht man auch eine Kamera. Ist keine vorhanden, reicht auch eine Fotokamera oder ein Handy, eventuell mit Stativ, damit die Bilder nicht verwackeln. Am besten sehen und hören Sie sich immer direkt im Anschluss an den Dreh einer Szene an, ob sie gut geworden ist. Gegebenenfalls kann man den Dreh direkt wiederholen.
  • Für den anschließenden Filmschnitt können Sie sich kostenlose Software im Internet herunterladen. In dieser kann man meistens auch Texte, Geräusche, Musik und andere Effekte ergänzen.
  • Zur Veröffentlichung des Videos wählen Sie bestenfalls Plattformen, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind wie z. B. JUKI auf Kindersache

Worauf sollte man achten?

Achten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind darauf, keine persönlichen Informationen im Video preiszugeben und nur den Vornamen der Protagonisten zu nennen. Auch Hintergründe können oft Hinweise auf z. B. den Wohnort geben. Alle Personen, die im Video zu sehen sind, sollten ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben. Bei der Auswahl der Musik ist darauf zu achten, dass sie lizenzfrei zu nutzen ist. Hier gibt es eine Liste mit Webseiten, auf denen man solche Musik finden kann.

Medien selber machen – Erklärvideos

In vielen Familien ist es normal, sich Unbekanntes mit Hilfe von Videos erklären zu lassen: Wie deaktiviere ich nochmal die Ortung bei meinem Smartphone? Wie schreibe ich eine Erörterung oder wie koche ich die besten Spaghetti Bolognese? YouTube ist voll mit sogenannten Erklärvideos. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.

Dank Smartphone ist es gar nicht schwer, mit der ganzen Familie selbst ein solches Erklärvideo zu drehen. Erstmal muss natürlich das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das man kurz, knapp und spannend in einem Video erklären möchte. Wenn in Ihrer Familie gern gekocht wird, lassen sich auch Rezepte in einem Erklärvideo beschreiben. Oder man möchte die besten Fotos aus dem letzten Urlaub zu einem Film machen.

Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen:

  1. In einer Fotoshow werden ausgewählte Fotos nacheinander zusammengefügt, mit Ton und Musik hinterlegt, mit Texten und Stickern ergänzt. Das lässt sich sehr einfach zum Beispiel mit Adobe Spark Video machen. Das Programm gibt es als kostenlose App oder man kann sein Adobe-Video direkt am Computer online erstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich bei Adobe registriert.
  2. Wenn Ihr Kind gerne malt, ist das vielleicht das geeignete Format! Man kann die Erklärungen zeichnen und dabei filmen oder man malt einzelne Elemente auf, schneidet sie aus und schiebt sie dann nacheinander ins Bild. Diese Technik wird auch Legetrick genannt. Zuvor ausgeschnittene Figuren, Symbole und Wörter werden dabei auf einem Hintergrund bewegt und von oben gefilmt. Der Film kann dabei entweder am Stück aufgenommen werden (so dass zu sehen ist wie eine Person oder ihre Hand die einzelnen Elemente ins Bild schiebt) oder durch Einzelbildanimation. Dabei wird nach jeder Veränderung am Bild ein neues Foto gemacht. Die vielen Einzelfotos werden am Ende aneinandergereiht (das geht mittlerweile ganz einfach per App), so dass ein bewegter Film entsteht. Bei solchen Filmen spricht man auch von Stop Motion.

Wenn Sie gemeinsam überlegt haben, wie das Thema in welcher Art von Erklärfilm erzählt werden soll, kann es losgehen! Die Handykamera (oder auch eine andere Digitalkamera) kann in der Hand gehalten oder auf ein Stativ gesetzt werden, je nachdem, ob man von oben oder von der Seite filmt. Man kann einzelne Clips drehen oder die Kamera die ganze Zeit laufen lassen. In jedem Fall müssen die Clips hinterher “geschnitten” und zusammengefügt werden. Dafür gibt es bestimmte Apps, in denen sich auch Texte, Geräusche usw. ergänzen lassen. Für iOS-Geräte empfehlen wir iMovie, für Android-Geräte PowerDirector. Man muss nicht unbedingt während des Filmdrehs sprechen, sondern kann das hinterher ebenfalls über die App mit dem Smartphone machen.

Videos selber machen, ist immer Teamarbeit. Jemand muss filmen, jemand anderes ist dafür zuständig, zu malen oder Gegenstände zu bewegen. Vielleicht gibt es auch Personen, die Dinge erklären sollen. Hier kann also die ganze Familie mitmachen!

Geocaching – die moderne Schnitzeljagd

Die Schnitzeljagd ist ein Klassiker unter den Geburtstagsspielen und kommt bei Kindern unterschiedlichen Alters gut an. Gemeinsam gehen eine oder mehrere Gruppen im Freien versteckten Hinweisen nach, um am Ende zum Beispiel einen Schatz zu finden. Neben Kindergeburtstagen kann mit einer Schnitzeljagd aber auch der Herbstspaziergang am Sonntag oder die Erkundung der Geschichte eines Stadtviertels zum spannenden Abenteuer werden. Mithilfe eines Smartphones oder Tablets lässt sich die Schnitzeljagd zudem moderner gestalten, so dass sie auch für Jugendliche und Erwachsene interessant bleibt. Eine solche Schnitzeljagd wird auch „Geochaching“ genannt. Probieren Sie es aus und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf eine ganz besondere Schatzsuche.

Beim Geocaching werden mithilfe eines GPS-Empfängers kleine Schätze (diese werden in sogenannten „Caches“ aufbewahrt) gesucht, die andere Spieler und Spielerinnen an unterschiedlichen Orten versteckt haben. Der GPS-Standort wird in einer Liste registriert, die zum Beispiel über geocaching.com oder opencaching.de abzurufen ist. Wer einen Cache findet, trägt sich in ein sogenanntes Logbuch ein, das beim Cache zu finden ist. Geocaching ist mittlerweile bei Erwachsenen, sowie bei Kindern und Jugendlichen ein beliebtes Hobby.

Für Kinder und Jugendliche ist nicht nur die Suche nach einem Cache ein großer Spaß. Es ist ebenfalls möglich, eine eigene Geocaching-Schnitzeljagd mit ihrem Kind oder einer Gruppe zu entwickeln und sich Rätsel und Hinweise auszudenken. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, es benötigt nicht viel Material und sowohl die Schatzsuche, als auch die Entwicklung einer eigenen Schnitzeljagd ist für alle Altersklassen ab ca. acht Jahren geeignet. Je nach Alter und Interesse Ihres Kindes lässt sich das Caching mit Bildungs- und Lerninhalten verknüpfen – auch Educaching genannt. So kann sich ihr Kind Wissen erlebnisorientiert und spielerisch aneignen. Die GPS-Koordinaten führen dann nicht zu einem Schatz oder einer Überraschung, sondern zum Beispiel zu einem Rätsel, einer Aufgabe oder einem Hinweis.

Geocaching selbst gemacht

Möchten Sie selber eine Schatzsuche mit Ihrem Kind entwickeln, ist der erste Schritt die Suche nach einem Thema. Vor allem Inhalte mit lokalem Bezug – zum Beispiel die Geschichte der eigenen Stadt – bieten sich dafür an. Es können aber auch Themen wie Umwelt und Wald oder historische Ereignisse behandelt werden. Wichtig ist, dass es den Interessen und dem Alter Ihres Kindes entspricht. Vielleicht hat Ihr Kind auch eigene Ideen, die es umsetzen möchte.

Nach der Themenfindung wird das Gebiet abgesteckt und erforscht. Die Kinder können dabei einen Fotoapparat oder ein Smartphone mit integrierter Kamera mitnehmen, um mögliche Verstecke zu fotografieren. Dann geht es ans Rätsel und Aufgaben ausdenken. Schließlich müssen die Caches in eine Reihenfolge gebracht werden und an den Standorten versteckt werden. Notieren Sie sich die GPS-Koordinaten der Verstecke. Wer die Schnitzeljagd spielen möchte, erhält zum Starten nur die ersten Koordinaten. Bei der Suche enthält dann jeder neu entdeckte Cache die Koordinaten für die nächste Spur. Beim Geocaching wird eine solche Suche „Multi-Caching“ genannt.

Um eine eigene Geo-Caching Suche zu entwickeln, wird folgendes Material benötigt:

  • Ein Cache: Das sind Dosen oder Behälter, die genutzt werden um die versteckten Gegenstände, Hinweise oder Rätsel zu verwahren
  • GPS-Gerät oder Smartphone mit GPS-App
  • Fotoapparat, um ggf. Verstecke zu fotografieren
  • Papier und Stift
  • Ein Notizbuch (Log-Buch)
  • Kärtchen für Hinweise und Tipps
  • Eventuell ein kleiner Preis für den letzten Cache

Beim Geo- sowie Educaching ist es möglich analoge sowie digitale Medien einzusetzen. So können zum Beispiel Audioaufnahmen aufgenommen und versteckt werden. Caches können auch QR-Codes enthalten, die zu einer informativen Internetseite führen. Auch Fotos können Hinweise geben oder Rätsel enthalten. Der Prozess kann außerdem durch Kinder und Jugendliche fotografisch begleitet und festgehalten werden. Wer selbst eine digitale Schnitzeljagd für Smartphone und Tablet erstellen will, kann dafür zum Beispiel die kostenlose App Actionbound verwenden.

Knipsclub – Die Fotocommunity für Kinder

Ihr Kind ist fasziniert davon, Fotos zu machen und träumt davon, später einmal professioneller Fotograf zu werden? Der Knipsclub bietet in einem kindgerechtem Rahmen die Möglichkeit, das Hobby zu vertiefen und sich mit anderen auszutauschen.

Kurz gefasst

  • altersgerechte Kinder-Fotocommunity
  • für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren
  • sichere Plattform für die ersten Schritte im Netz und den Austausch mit anderen fotobegeisterten Kindern

Was ist Knipsclub?

Bereits seit Februar 2011 gibt es für Kinder, die gern fotografieren, ein multimediales Angebot: die Kinder-Fotocommunity www.knipsclub.de.
Der Knipsclub ist eine Plattform, auf der sie in einem sicheren Rahmen eigene Fotos veröffentlichen und im Rahmen der Community mit anderen teilen und sich darüber austauschen können. Kinder fotografieren gern und sehen sich gern Bilder an, die andere Kinder gemacht haben. Dafür gibt es die Fotocommunity speziell für 8- bis 12-Jährige. Außerdem ist der Knipsclub eine sichere Kommunikationsplattform. Über Animationen, Videoclips und Mitmachaktionen lernen Kinder mehr über Fotografie und sicheres Verhalten im Internet.

Was sollen Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind gerne seine Fotos mit anderen teilen und sich unabhängig im Netz bewegen möchte, sollten Sie diesen Wunsch erst nehmen und es langsam daran heranführen. Dafür ist der Knipsclub eine tolle Möglichkeit, da er einen kindgerechten Rahmen schafft, in dem die Kinder sich mit den Regeln im Netz vertraut machen können. Soziale Netzwerke wie Instagram bieten keinen Schutz und keine Begleitung für Kinder und sind meistens auch erst ab einem Mindestalter von 13 Jahren empfohlen. Dort können sie auf Werbung, Cybermobbing und Cybergrooming stoßen, was sie überfordern oder beängstigen kann. Der Knipsclub vermittelt Kindern wichtige Kompetenzen, die sie später für die Nutzung von kommerziellen Communities benötigen. Und sie werden für Datenschutz, Urheberrechte und sichere Kommunikation mit anderen sensibilisiert.

Wenn Ihr Kind gern fotografiert und Sie ein gemeinsames Fotoprojekt starten möchten, finden Sie in diesem Beitrag einige Ideen: Medien selber machen – Mit der Fotokamera unterwegs.

Trickfilmen im Netz

Das Erstellen eines eigenen Trickfilms macht großen Spaß, ist aber auch zeitintensiv und man benötigt das passende technische Equipment wie ein Stativ und ein Tablet. Zum Trickfilmstudio im Kinderzimmer gibt es Alternativen im Netz, mit denen Ihr Kind am Computer den eigenen Trickfilm erstellen kann.

Mit ein paar Klicks zum eigenen Trickfilm

Mit einem Online-Trickfilmstudios kann man schnell einen eigenen Film erstellen. In einem Vorschaufenster lassen sich die einzelnen Bilder, die später hintereinander abgespielt werden, bearbeiten. Je Bild werden nur sehr kleine Veränderungen der Figuren und Objekte vorgenommen, damit beim Abspielen die Bewegungen flüssig erscheinen. Per Mausklick können alle Objekte kleiner und größer gezogen und verschoben werden. Es gibt drei Online-Trickfilmstudios, die alle zum Trickfilmen im Netz einladen und zum Teil unterschiedliche Funktionen haben.

Juki

Im Trickstudio von JUKI auf Kindersache gibt es eine Vielzahl an bunten Figuren und Hintergründen. Hier kann Ihr Kind auch Musik einfügen und die Aktionen mit Geräuschen hinterlegen; egal ob Schnarchen, Schritte oder Schluckauf. Es gibt sogar Elemente, die sich bewegen: Mit fallendem Laub oder prasselndem Regen hat Ihr Kind die Möglichkeit, die Jahreszeit im eigenen Trickfilm zu bestimmen.

Trickino

Bei Trickino kann nicht nur auf vorhandene Figuren und Gegenstände zugegriffen werden, sondern Ihr Kind kann im Zeichenstudio auch selber Objekte zeichnen, die dann auch andere Kinder für ihren Trickfilm nutzen können. Im Animationsstudio wird schließlich der Trickfilm erstellt. Bei Tickino hat Ihr Kind zusätzlich die Möglichkeit, Audios hochzuladen und sogar auf mehreren Tonspuren zu bearbeiten.

Trixmisch oder trixmix.tv

Diese Seite entstand aus einem Trickfilmprojekt mit Schülerinnen und Schülern: Trickmisch – Das mobile Sprachlabor. Sie haben selbst Figuren und Objekte gezeichnet und mit der Legetrick-Technik Trickfilme erstellt. Bei trixmix.tv können alle Kinder einen eigenen Trickfilm online erstellen.

Ihr Kind kann hier unendlich viele Zeichnungen nutzen: vom Ofenrohr, über den Rasenmäher bis hin zum Schraubenzieher. Die Icons sind nach Themen sortiert, außerdem gibt es eine Suchfunktion. Natürlich gibt es ebenfalls eine große Anzahl an farbenfrohen Hintergrundbildern und einige Audios und Geräusche, die eingefügt werden können.

Auf allen vorgestellten Seiten kann Ihr Kind den eigenen Trickfilm veröffentlichen und sich ebenfalls die Werke anderer Kinder anschauen. Insgesamt bieten die Plattformen eine einfache, aber trotzdem kreative Alternative zu dem klassischen Trickfilmen. Vielleicht ist das ein guter Einstieg, bevor es mit dem Filmen im eigenen Kinderzimmer losgeht.

Nachhilfe im Internet – der Unterricht ist nur einen Klick entfernt

Wieder so eine Woche: Dienstag Vokabeltest in Englisch und am Donnerstag steht die Mathearbeit an. Vielen Eltern fehlt allerdings schlichtweg die Zeit, jeden Tag mit dem Kind zu lernen. Eine Unterstützung könnte Nachhilfe aus dem Netz sein. Der Markt ist mittlerweile riesig.

Was ist Online-Nachhilfe genau?

Lernen im Internet kann ganz unterschiedlich aussehen: Lernvideos vermitteln den Lernstoff oft auf unterhaltsame Art, wodurch Kinder und Jugendliche in den Bann gezogen werden und die Videos gern anschauen. Einige Videos erklären Sachverhalte eher oberflächlich, andere vertiefen einen bestimmten inhaltlichen Aspekt. Bei den sogenannten Lernspielen rückt die Wissensvermittlung anscheinend in den Hintergrund, sodass der Lernstoff spielerisch und ganz nebenbei verankert wird.

Die klassische Nachhilfe kann man auch online „live“ in Anspruch nehmen: Lehrer und Schüler kommen dabei über eine Plattform in Kontakt und vereinbaren individuelle Termine. Bei der Nachhilfestunde wird dann über Webcam und Headset kommuniziert, z. B. über Skype.

Vorteile von Online-Nachhilfe

Vor allem die Flexibilität beim Online-Lernen überzeugt. Dies funktioniert mit Lernvideos, die beliebig oft angeschaut werden können. Zeitlich flexibel ist auch die Nachhilfe mit einer persönlichen Ansprechpartnerin über das Internet. Ihr Kind kann sich theoretisch jede Woche einzelne Termine heraussuchen, an dem es lernen möchte und die in den Familienalltag passen. Die Nachhilfestunden sind somit nicht an einen festen Tag in der Woche gebunden. Das kann die Lernmotivation steigern, da es Ihrem Kind einen gewissen Freiraum bietet. Außerdem ist Online-Nachhilfe von jedem Ort aus möglich – auch wenn Ihr Kind z. B. bei den Großeltern ist, lässt sich der Unterricht über das Internet realisieren. Oft ist Online-Nachhilfe auch kostengünstiger als Offline-Angebote.

Viele Nachhilfe-Portale speichern zudem den Lernstand Ihres Kindes. So können sowohl Ihr Kind als auch Sie als Eltern die Lernerfolge verfolgen. Die Motivation Ihres Kindes kann durch das Lernen mit digitalen Medien insgesamt gesteigert werden, da sie ohnehin täglich von Heranwachsenden genutzt und daher auch beim Lernen einbezogen werden sollten.

Das sollten Eltern beachten

Wenn Sie Nachhilfe online für Kind nutzen möchten, sollten Sie sich genau über Inhalte, Funktionen und Kosten der verschiedenen Angebote informieren. Der Nachhilfe-Markt im Netz ist unübersichtlich. Hilfreich bei der Auswahl können Bewertungen von anderen Lernenden sowie Vergleichstests sein. Nutzen Sie objektive Bewertungen nutzen, wie z. B. vom Internet-ABC.

Klicken Sie sich gemeinsam durch die Angebote, um entscheiden zu können, was für Ihr Kind am geeignetsten ist. Viele Angebote bieten Probezeiträume von bis zu einem Monat. Neben den Inhalten ist auch entscheidend, ob Ihr Kind mit der Bedienung und den Funktionen zurechtkommt.

Grundsätzlich kann kein Online-Programm den direkten Kontakt und eine persönliche Beziehung zu einem Nachhilfelehrer leisten. Deshalb ist ein solches Angebot nicht für jedes Kind geeignet. Sie sollten sich bewusst sein, dass Online-Nachhilfe Ihrem Kind viel Eigenverantwortung abverlangt. Es muss  genau über seine Lernlücken Bescheid wissen. Die eigene (Lern)-Motivation sollte hoch genug sein, um eigenständig „am Ball“ zu bleiben, da keine „echte“ Nachhilfelehrerin an die Übungsstunden erinnert. Versuchen Sie einzuschätzen, ob Ihr Kind dafür schon alt genug ist.

Gerade bei ernsthaften schulischen Problemen ist es nicht unbedingt ratsam, nur auf Online-Nachhilfe zu setzen.

Kinderrechte in der digitalen Welt

Kinder haben Rechte. Schon seit 1989 sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Hierzu zählen z. B. das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Spiel und Freizeit. Doch seitdem hat sich viel verändert. Kinder wachsen anders auf als noch vor 20 oder 30 Jahren. Digitale Medien spielen mittlerweile ab dem frühesten Lebensalter eine bedeutende Rolle. In Bezug auf den Umgang mit Medien in der Familie heißt das für Sie, sich über die Mediennutzung Ihres Kindes zu informieren, das Gespräch zu suchen, vertrauensvoller Ansprechpartner zu sein und immer wieder Entscheidungen zu treffen, die Sie je nach Alter mit Ihrem Kind abstimmen sollten. Generell gelten alle Kinderrechte auch im digitalen Raum. Es gibt aber einige Rechte, die im Internet eine besondere Rolle spielen:

Recht auf Medienzugang

Jedes Kind hat das Recht auf einen uneingeschränkten und gleichberechtigten Zugang zur digitalen Welt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder Medien uneingeschränkt nutzen sollten. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln vereinbaren, wie lange und welche Medien genutzt werden dürfen.

Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit

Wie ein Erwachsener auch hat jedes Kind das Recht, seine Meinung frei zu äußern und sich zu informieren. Das Internet bietet Kindern die Chance, sich auf vielfältige Weise altersgerechte Informationen zu beschaffen und ihre eigene Meinung auszudrücken und zu verbreiten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur auf Internetseiten gelangt, die unbedenklich und für Kinder geeignet sind.

Recht auf Privatsphäre und Datenschutz

Jedes Kind hat das Recht auf Privatsphäre. Als Eltern sollten Sie daher bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihrer Kinder im Internet umgehen. Vermeiden Sie die Preisgabe personenbezogener Daten wie Name oder Adresse Ihrer Kinder. Fragen Sie Ihr Kind um Einverständnis, bevor Sie Fotos von ihnen online posten oder per Messenger versenden. Die Privatsphäre des Kindes zu respektieren heißt auch, nicht aus Neugier das Smartphone Ihres Kindes zu kontrollieren. Sollten Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, suchen Sie ein vertrauensvolles Gespräch mit ihm.

Recht auf Bildung

Jedes Kind hat Anspruch auf gleichberechtigten Zugang zu Bildung. Bezogen auf die digitalisierte Lebenswelt ist eine Begleitung durch Familie, Kita und Schule wichtig, damit Kinder sicher und verantwortungsbewusst mit den Chancen und Risiken in der Medienwelt umgehen lernen. Das Recht auf Medienzugang ist heute auch immer ein Recht auf Zugang zu medialen Bildungsangeboten.

Recht auf Schutz und Sicherheit

Die Kinderrechte stellen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Kinder müssen in allen Lebensbereichen, also auch im digitalen Raum, vor jeder Form von Gewalt, Missbrauch und schlechter Behandlung (wie z. B. Cybermobbing, Cybergrooming, Hate Speech) geschützt werden. Spezielle Jugendschutzprogramme helfen Ihnen, Ihr Kind vor Risiken zu schützen. Noch wichtiger ist es jedoch, mit Ihrem Kind über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte im Netz zu sprechen und sie so zum Selbstschutz zu befähigen.

Die Bedeutung der Eltern für die Entwicklung und das Wohl des Kindes wird übrigens auch in der UN-Kinderrechtskonvention ausdrücklich erwähnt. Unser Tipp: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, welche Kinderrechte es gibt. Mehr dazu u. a. unter www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/kinderrechte

Fotoveröffentlichungen in der Schule

Erster Schultag nach den Ferien: Gleich zu Beginn werden Klassenfotos gemacht, die am Tag danach auf der Webseite und der Facebook-Seite der Schule zu sehen sind. Ist das erlaubt? Das hängt davon ab, ob Sie mit der Anmeldung Ihres Kindes an der Schule eine sogenannte Fotofreigabe oder Einwilligungserklärung unterschrieben haben.

Grundsätzlich haben alle Menschen in Deutschland das „Recht am eigenen Bild“. Das ist ein Persönlichkeitsrecht, das vom Grundgesetz geschützt ist. Es bedeutet, dass niemand Fotos oder Videos von Ihnen oder Ihrem Kind machen und diese einfach – z. B. im Internet – veröffentlichen darf – außer Sie wurden vorher um Erlaubnis gefragt. Die Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO) hat dieses Recht sogar verstärkt.

Wie muss eine Einwilligungserklärung für Fotos und Videos aussehen?

Gerade für Kinder und Jugendliche gelten spezielle Regeln, die durch die DSGVO geschützt sind. Ist Ihr Kind jünger als 12 Jahre, entscheiden Sie als Sorgeberechtigte/r mit Ihrer Unterschrift, ob Bilder von Ihrem Kind veröffentlicht werden dürfen. Ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn mindestens 12 Jahre alt, sollte Ihr Kind auch selbst gefragt werden, ob es mit einer Veröffentlichung einverstanden ist und ebenfalls unterschreiben. Man geht davon aus, dass Kinder etwa ab diesem Alter dazu in der Lage sind, einzuschätzen, was es bedeutet, wenn ein Foto von ihnen im Internet steht. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind auch schon früher mit einbeziehen und ihm erklären, welche Konsequenzen die Veröffentlichung von Fotos oder Videos haben kann.

Gerade wenn es um Bilder von Kindern und Jugendlichen im Internet geht, sollten Einverständniserklärungen so transparent und verständlich wie möglich sein. Man muss wissen, wo genau die Fotos oder Daten veröffentlicht und für welchen Zweck sie genutzt werden. Es sollte auch klar aus der Einwilligung hervorgehen, welche Daten genau oder welches Motiv benutzt wird, also was genau fotografiert wird. Es ist meistens nicht notwendig, dass auch der vollständige Name Ihres Kindes mit dem Foto veröffentlicht wird.

Solche Einwilligungen sind immer freiwillig und Sie dürfen sie jederzeit zurückziehen. Eine Ausnahme von Einverständniserklärungen bilden Fotos, auf denen man selbst zwar zu sehen ist, jedoch nicht im Fokus steht, sondern nur zufällig auf z. B. einem Schulfest mitfotografiert wurde.

Was ist mit privaten Fotos in der Schule?

Wenn Sie als Elternteil z. B. auf einer Schulveranstaltung Fotos oder Videos von Ihrem Kind und seinen Freunden für rein private Zwecke machen, ist das in Ordnung. Wenn es aber darum geht, diese Bilder oder Videos z. B. über WhatsApp oder Facebook zu teilen, brauchen auch Sie die Einwilligung der Person, die auf dem Bild zu sehen ist und solange sie noch nicht 18 Jahre alt ist auch die der Eltern. Es reicht in diesem Fall allerdings, wenn Sie mündlich nachfragen.

WhatsApp-Gruppen sind bei Jugendlichen und ihren Eltern beliebt. Schülerinnen und Schüler richten Klassenchats ein. Eltern tauschen sich in Gruppen über organisatorische Fragen zur Schule aus. Es werden nicht nur Textnachrichten geschrieben, sondern auch Fotos und Videos verschickt. Sie sollten untereinander verabreden, dass Fotos nicht ohne das Einverständnis der abgebildeten Personen in die Gruppe gestellt werden und diese nicht an Personen außerhalb der Gruppe weitergeleitet werden dürfen. Damit wird das Persönlichkeitsrecht geschützt und das Risiko, dass Fremde Zugriff auf Fotos Ihres Kindes haben, wird reduziert.

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