Elternguide Logo

Beliebte Spiele: “Die Sims” – Das Leben anderer gestalten

Die Sims gehören schon lange zu einem der beliebtesten Computerspiele. Die Reihe begeistert seit etwa 20 Jahren Gamer weltweit – auch Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • Simulationsspiel für Computer und Konsole
  • Altersempfehlung laut USK: Sims 4 ab 6 Jahren und Sims Mobile ab 12 Jahren
  • PC-Spiel kostenpflichtig, aber als App kostenlos erhältlich (mit In-App-Käufen und Werbung)

Was ist Die Sims?

Im PC- und Konsolenspiel kann man das Leben von den sogenannten Sims gestalten. Als Einzelspieler kreiert man verschiedene Charaktere, bestimmt ihr Aussehen, ihre Eigenschaften und ihr soziales Miteinander. Man baut Städte und Häuser für die Sims und entscheidet, welchen Beruf ein Sim wählt, ob er oder sie Karriere macht und eine Familie gründet. Vieles ist so wie in der realen Welt, nur dass man selbst mehr beeinflussen kann. Es handelt sich um die Simulation des Lebens ohne konkretes Spielziel wie bei vielen anderen Games. Der Antrieb des Spielers ist es, den Sims ein “gutes Leben” zu ermöglichen. Man kann also nicht verlieren oder gewinnen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Sims sind ein Rollenspiel, in dem man verschiedene Charaktere kreieren kann. Viele Kinder schlüpfen gern in andere Rollen, um verschiedene Persönlichkeiten auszutesten. Sie können Dinge ausprobieren, die im realen Leben (noch) nicht möglich sind, weil sie z. B. den Erwachsenen vorbehalten sind. Gleichzeitig wirkt das Spiel sehr realistisch, so dass sie Bekanntes entdecken und sich gut in verschiedene Rollen hineinversetzen können.

Die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten lassen keine Langeweile aufkommen und Kinder können ihre Kreativität ausleben. Erfreulich ist, dass man in der neuesten Sims-Version Personen sehr frei kreieren kann, ohne Vorurteile zu bedienen. Es wird z. B. kein Unterschied zwischen weiblich und männlich gemacht. Weibliche Sims können muskulös sein und das gleiche Gehalt in den gleichen Berufen wie Männer verdienen und männliche Sims können sogar schwanger werden.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Das Spielen mit den Sims hat kein klares Ende. Dadurch fällt es Ihrem Kind vielleicht schwer, das Spiel zu unterbrechen. In andere Welten und verschiedene Rollen einzutauchen, ist verlockend. Aber es birgt auch die Gefahr, dass man sich darin verliert – gerade weil der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Ihr Kind kann entscheiden, mit wem die Sims Freundschaften knüpfen, Zeit verbringen und vieles mehr. Im wirklichen Leben ist das nicht immer so einfach.

Die Spielerinnen und Spieler werden auch damit konfrontiert, dass Menschen sterben – denn das passiert auch in der Sims-Welt. Die Art und Weise, wie ein Sim sterben kann, könnte gerade für jüngere Kinder sehr bedrückend sein: Er oder sie kann ertrinken, verbrennen, verhungern oder sogar von einer fleischfressenden Pflanze gegessen werden.

Die mobile Freeplay-Version des Spiels, die man über die bekannten App-Stores kostenfrei installieren kann, enthält In-App-Käufe und Werbung. Nicht jedes Kind weiß damit umzugehen. Es kann verführerisch sein, bestimmte Paket zu kaufen, um schneller bestimmte Dinge zu erreichen.

Was meint der Anbieter?

Eine offizielle Webseite des Spiels mit konkreten Nutzungsbedingungen und Hinweisen zum Datenschutz gibt es nicht. Informationen zu Spielversionen, Ankündigungen, Kaufoptionen und Foren für Fans gibt es auf der Webseite des Spielvertriebs EA (Electronic Arts).

Was sollten Eltern beachten?

Beachten Sie die Altersempfehlungen und lernen Sie das Spiel am besten erst selbst kennen, um einschätzen zu können, ob es für Ihre Tochter oder Ihren Sohn das Richtige ist. Unternehmen Sie dann gemeinsam die ersten Schritte bei der Einrichtung des Spiels. Vielleicht haben Sie Lust, zusammen einige Sims zu erstellen?

Bei Lebenssimulationsspielen sind Werte wie Gemeinschaft, Vertrauen und Toleranz von besonderer Bedeutung. Gerade Die Sims bieten die Möglichkeit, dass Sie mit Ihrem Kind über Rollenbilder, Werte und Vorstellungen sprechen und überlegen, ob es zu Ihren Vorstellungen und denen Ihres Kindes passen.

Da das Spiel ständig weitergespielt werden könnte, sollten Sie zusammen Regeln für die Spieldauer vereinbaren. Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch, wie es mit möglichen Kosten und In-App-Käufen umgehen soll. Die mobile Version des Spiels erfordert permanenten Internetzugang und bietet eine Chatfunktion, über die die Kommunikation mit anderen Spielern möglich ist. Weisen Sie Ihr Kind auf Risiken des Kontakts mit Fremden hin oder deaktivieren Sie die Chatfunktion.

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können.

Registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielerinnen und Zuschauer in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Zuschauenden verfolgt. Wer genügend Zuschauer hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spieler aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, zur Zeit z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch e-Sport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzern, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Twitch erlaubt eine Registrierung ab 13 Jahren, wenn die Eltern die Nutzung der Plattform beaufsichtigen. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet aber nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen, da es keine Altersangaben für Spiele gibt. Aus diesem Grund hat der  Jugendschutz die Plattform als für Kinder und Jugendliche nicht geeignet eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen Zuschauer oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauer ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Zuschauende dazu verleiten, mit den elterlichen Paypal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich Nutzer, die nur Live-Streams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Die Sicherheitshinweise liegen aber nur auf Englisch vor. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht. Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 und gehört seit 2014 zu Amazon.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

Bei jüngeren Jugendlichen sollten Sie überlegen, die Konsole bzw. das jeweilige Endgerät an einen Ort zu stellen, wo Sie es als Elternteil im Blick haben und so jederzeit da sein können, sollte Ihr Kind auf etwas Beängstigendes stoßen.

Das Internetphänomen Game Master: Gibt es ihn wirklich?

Der sogenannte Game Master steht bei Kindern und Jugendlichen seit einer Weile hoch im Kurs. Er taucht in Videos und Kettenbriefen in WhatsApp auf. Doch wer steckt hinter der Figur mit Maske?

Was oder wer ist ein Game Master?

Ein dunkel gekleideter, maskierter Unbekannter kontaktiert YouTuber per WhatsApp oder Brief und stellt ihnen gruselige oder gefährlich Aufgaben, die sie lösen müssen. YouTuber zeigen in ihren Videos, wie sie diesem Game Masters anscheinend hilflos ausgeliefert sind. Erfüllt der YouTuber die gestellte Aufgabe nicht, drohen ihm Strafen. Laut einiger YouTuber nimmt der sogenannte Game Master Kontakt zu seinen “Opfern” auf, z. B. über Social Media oder Zettel vor der Haustür. In einem Fall der YouTuberin Rebekah Wing scheint es, als hätte sich der Game Master in ihre Videos gehackt und spielt dort sein Video ab. Nur wenn Rebekah Wing eine Aufgabe des Game Masters erfüllt, gibt er ihren Kanal wieder frei. Teilweise sind die Aktionen des Game Masters auch grenzüberschreitend. Er taucht angeblich beim jeweiligen YouTuber zu Hause auf oder bricht dort ein und zerstört dessen Eigentum. In einem Video der YouTuber TwoBrokeBoys ist zu sehen, wie der Game Master einen der beiden mit einem Messer bedroht.

Haben Sie schon einmal ein YouTube-Video gesehen, in dem der vermeintliche Game Master auftritt? Dann ist Ihnen bestimmt schnell aufgefallen, dass die Figur sowie die Story drumherum ausgedacht sind. Vermutlich hat sich ein Freund oder Bekannter des YouTubers dunkle Kleidung und eine Maske angezogen. Die Interaktion zwischen YouTuber und Game Master ist gespielt.

Der Reiz für Kinder und Jugendliche

Für Kindern und Jugendlichen ist die Inszenierung des Game Masters oft noch schwer zu durchschauen. Die gefährlichen Aufgaben des Game Masters sind für sie spannend und flößen Angst ein. Je gruseliger ein Video ist, desto mehr Klicks auf YouTube-Videos gibt es in der Regel. Es ist eine kleine Herausforderung für Kinder, sich zu trauen, ein solches Video anzuschauen.

Worauf Eltern achten sollten

Videos des Game Masters sind – wie andere Kettenbriefe oder die Figur Momo auch – darauf ausgelegt, Angst und Grusel unter den jungen Zuschauern zu verbreiten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was hinter dem Phänomen Game Master steckt und dass solche Videos oder Kettenbriefe nicht echt sein können. Stellen Sie sich z. B. gemeinsam die Frage, wie Sie reagieren würden, wenn eine unbekannte Person, ungewollt zu Ihnen nach Hause kommt und ihnen schaden will.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es mit Ihnen spricht, wenn es unheimliche Kettenbriefe wie die des Game Masters erhält. Zudem sollten diese nicht weitergeleitet, auch zum Schutz anderer Kinder. Um einen Kettenbrief als Quatsch zu enttarnen, hilft es auch, online danach zu suchen. Zu fast jedem Kettenbrief gibt es hier Infos. Und um keine weitere Energie an die ungewollte Nachricht zu verschwenden, gilt zu guter Letzt: Einfach aus dem Smartphone löschen!

Gamescom – “Das Herz der Spielebranche”

Jedes Jahr treffen sich im August in Köln vier Tage lang zahlreiche Besucher zu einer der weltweit wichtigsten Computer- und Videospielmessen. Mit dabei sind auch immer viele gaming-begeisterte Kinder und Jugendliche.

Was ist die Gamescom?

Die Gamescom ist Europas größte Messe für interaktive Unterhaltung. Hier kommen tausende Spielebegeisterte aus der ganzen Welt zusammen. Im Fokus stehen Computer- und Videospiele, deren Entwickler und die Spieler-Community. Auf dem großen Messegelände werden neue Spiele vorgestellt, auf Live-Bühnen Gameplay-Szenen präsentiert, es gibt Vorträge und Shows, Spiele-Ecken, Workshops, Interviews mit Spiele-Entwicklern und vieles mehr. Bei einigen Events kann man nicht nur zuschauen, sondern auch selbst spielen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an der Gamescom?

Der Besuch der Gamescom ist für Heranwachsende in verschiedenen Altersgruppen ein besonderes Erlebnis. Alles dreht sich um Gaming. Man kann vieles entdecken und neue Spiele ausprobieren – wenn man sich denn an den langen Schlangen anstellen möchte.

Für Kinder bis 11 Jahre gibt es einen „Family & Friends“-Bereich, in dem alles auf die Bedürfnisse der Altersgruppe zugeschnitten ist. Dieser Bereich soll möglichst stressfrei sein und bietet besonders viel Abwechslung und Mitmach-Angebote wie z. B. Spielstationen und einen „Junior-Club“, bei dem Kleinkinder von geschulten Betreuerinnen angeleitet werden.

Ein entscheidender Grund, warum Jugendliche unbedingt zur Gamescom möchten, ist die Möglichkeit, ihren Lieblings-YouTuber und Let’s-Player live zu erleben.

Kann ich mein Kind dort alleine lassen?

Ohne erwachsene Aufsicht über die Gamescom zu laufen, ist für viele Kinder der Inbegriff der Selbstständigkeit. Generell gilt, dass Kinder bis zum Alter von drei Jahren keinen Zutritt zur Messe haben. Ist Ihr Kind zwischen vier und elf Jahren alt, muss es sich die ganze Zeit in Begleitung eines Erwachsenen befinden. Tatsächlich sollten Sie sich gut überlegen, ob Ihr Kind schon mit den vielen Reizen auf einer solchen Veranstaltung umgehen kann.

Einige Eltern mit Kindern über elf Jahren fürchten, Ihr Kind könnte auf für sein Alter unangemessene Spiele stoßen, da auf der Gamescom Spiele für jedes Alter präsentiert werden. Beim Einlass bekommt jeder Besucher gegen Vorlage eines Lichtbildausweises ein Altersbändchen mit unterschiedlichen Farben, analog zu den Alterskennzeichnungen der USK (12, 16 oder 18 Jahre). Die USK prüft jedes öffentlich präsentierte Spiel auf der Gamescom, sodass alles mit den entsprechenden Altersgrenzen deutlich ausgezeichnet ist. Bei Spielen mit einer USK 16 oder 18 muss das Standpersonal sicherstellen, dass diese für Kinder tatsächlich nicht sichtbar und zugänglich sind – z. B. durch Sichtschutz oder separate Räume.

Ist Ihr Kind über elf Jahre alt und selbstständig genug, um die Gamescom alleine zu entdecken, sollten Sie trotzdem in jeder Halle einen Treffpunkt mit Uhrzeit vereinbaren, zu dem sich die Familie kurz wiedertrifft. Die Gamescom hat einen großen Besucherandrang, so dass man sich schnell verloren fühlen kann. Stellen Sie außerdem sicher, dass das Smartphone Ihres Kindes genügend Akku hat oder geben Sie ihm einen Zettel mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer mit. Das ist auch zu empfehlen, wenn Sie nach gründlicher Überlegung entscheiden, Ihrem Kind (das 12 Jahre oder älter ist) ohne erwachsene Begleitung den Besuch der Gamescom mit Freunden zu erlauben. Vereinbaren Sie zudem eine feste Zeit und einen Ort, an dem Sie Ihr Kind abholen. Bedenken Sie außerdem, dass die Preise für Essen und Trinken auf Messen oft verhältnismäßig hoch sind.

Computerspiele und das Thema Geschlecht

In beliebten Computerspielen wie GTA oder Fortnite muss man virtuell kämpfen und Gewalt anwenden, um zu gewinnen. Besonders Jungs und Männer mögen solche Spiele und man würde sie nicht als “Mädchenspiele” bezeichnen. In vielen Games werden Klischees und Vorurteile über Männer oder Frauen gefördert.

Starker Mann oder sexy Frau

In Spielen wie z. B. Grand Theft Auto oder Star Stable werden typische Geschlechterrollen bedient. Männliche Figuren werden stark, mutig und heldenhaft dargestellt. Weibliche Figuren sind meistens emotional und haben einen sanften Charakter. Mädchen oder Frauen sind oft auch nur Nebenrollen in der Geschichte eines Games. Dabei werden sie häufig auf ihr Aussehen reduziert. Extrem kurze Röcke und große Brüste tragen dazu bei, dass sie als sexuelle Objekte betrachtet werden. Gibt es mal weibliche Charaktere in einem Spiel und man möchte deren Aussehen vor dem Spielbeginn gestalten und den eigenen Vorstellungen anpassen, sind die Möglichkeiten stark begrenzt und entsprechen stets vermeintlich geltenden Schönheitsidealen.

In vielen Spielen nehmen weibliche Charaktere außerdem die Opferrolle ein: Sie sind z. B. die Prinzessin, die gerettet werden muss. Viel seltener gibt es weibliche Figuren als Hauptcharaktere oder gar Frauen als Heldinnen eines Spiels. Sehr bekannt wurde die Figur Lara Croft, die im Spiel aber sehr sexistisch dargestellt wird.

Im Spiel Star Stable geht es ums Reiten. Es können nur weibliche Figuren angelegt werden, wodurch Jungs von vornherein ausgeschlossen werden. Stattdessen wird das Klischee gefördert, dass Reiten reine Mädchensache ist. Die weiblichen Charaktere sind alle klischeehaft dargestellt. Auch wenn es positiv ist, dass ein Gaming-Angebot Mädchen als Computerspiel-Fans anerkennt, ist das Spiel diskriminierend.

Was ist problematisch an diesen Klischees?

Insgesamt kommen Frauen oder Mädchen in der Gaming-Kultur kaum vor, obwohl fast die Hälfte aller Spielenden weiblich sind. Weibliche Gamer werden in Online-Spielen, Gaming-Foren oder YouTube-Kommentaren sogar oft mit sexistischen und frauenfeindlichen Kommentaren konfrontiert. Wenn Mädchen spielen, wird ihr Können oft abgewertet. Auch Kommentare gegen andere sexuelle Orientierungen wie Homosexualität sind nicht selten.

Die vorwiegend stereotype Darstellung weiblicher, aber auch männlicher Figuren verstärkt Sexismus und die Erwartungen an bestimmte Geschlechterrollen. Den gleichen Effekt hat es, wenn weibliche oder männliche Rollen einfach weggelassen werden.

Dabei orientieren sich Kinder und Jugendliche an Medien – auch an Spielen, wenn es um Verhaltensweisen und Meinungen geht. Jugendliche können sich beim Spielen in verschiedene Rollen hineinversetzen, sich ausprobieren und mit anderen kommunizieren. Jungs können z. B. auch in die Rolle einer Frau oder eines Mädchens, Mädchen in die Rollen eines Mannes oder eines Jungen schlüpfen.

Wie Sie Ihr Kind unterstützen können

Die Kategorisierung von Spielen als Jungs- oder Mädchenspiel ist hinderlich. Ganz unabhängig vom Geschlecht sollte Ihr Kind jedes Spiel spielen dürfen, das es interessiert. Natürlich sollten Sie trotzdem auf die Alterseinordnung achten. Bestärken Sie Ihre Tochter darin, Spiele zu spielen, die angeblich für Jungs sind, wenn sie das möchte – und andersherum.

Nutzen Sie den Anlass, mit Ihrem Kind über Rollenerwartungen und -bilder zu sprechen. Ermutigen Sie es dazu, andere Rollen im Spiel auszuprobieren als die üblichen. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter während eines Spiels mit anderen Gamers kommuniziert, kann das auch zu unangenehmen Reaktionen mit den Mitspielenden führen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Hate-Speech und unterstützen Sie es darin, sich für Respekt und Fairness einzusetzen und sich gegen Beschimpfungen stark zu machen.

Mit Computerspielen die Welt erkunden

Kinder entdecken die Welt und lernen mit der Zeit immer mehr, wie sie funktioniert. Dazu gehören auch Regeln und Werte, wie Menschen miteinander umgehen. Medien helfen ihnen dabei, die Welt zu begreifen. Als Ort für Information und Orientierung beantworten sie viele Fragen des Alltags und unterstützen Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung.

Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder zur Orientierung für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung. Diese suchen sie sich nicht nur im direkten Umfeld, sondern auch in Filmen oder Sozialen Netzwerken, z. B. bei YouTube oder Instagram. Aber auch Computerspiele können Orientierung geben, denn in ihnen werden Geschichten erzählt und Rollen ausprobiert.

Beim Computerspielen hat man eine Spielfigur, einen Avatar, mit dem man handeln kann, wie man möchte – zumindest soweit es die Programmierung des Spiels zulässt. Denn irgendjemand hat sich überlegt, was möglich ist und bestimmte Spielregeln festgelegt. Im Spiel verstehen schon Kinder und Jugendliche, was passiert, wenn sie in bestimmter Weise handeln. Der Vorteil ist: Hier können sie sich ausprobieren, ohne dass es Folgen für ihr echtes Ich und das reale Umfeld hat. Sie müssen Entscheidungen treffen, die etwas bewirken, aber in einem geschützten Raum. Dabei können teilweise auch die Erfahrungen aus dem “echten Leben” genutzt werden.

Games für die Wertevermittlung

Die meisten Computerspiele funktionieren nicht, ohne dass man sich an Regeln hält – auch wenn sich nicht alle ohne weiteres auf das eigene Leben übertragen lassen.

Das bei Jugendlichen beliebte Minecraft kann im Kreativmodus so gespielt werden, dass Spielerinnen und Spieler gemeinsam an einer Welt bauen. Dafür müssen sie sich vorab auf Regeln einigen, damit die gemeinsame Welt  nicht im Chaos endet. Vielleicht gibt es auch Ideen, wie diese Welt aussehen soll – ob z. B. alle zusammenleben oder jeder sein eigenes Haus hat, ob es eine Bürgermeisterin gibt oder alle zusammen entscheiden. Hier können Kinder und Jugendliche schon lernen, wie Politik funktioniert und warum sie für unser Leben mit anderen Menschen wichtig ist.

In anderen Spielen sind die Rollen der Figuren vorab festgelegt, z. B. bei Monument Valley (Teil 2). In diesem Puzzlespiel (für mobile Geräte) müssen in mehreren Levels abstrakte Welten durchlaufen werden. Die Figuren, eine Mutter und ihr Kind, müssen einen Ausweg finden – mal alleine, mal zu zweit. Das Spiel wird alleine gespielt. Unbewusst werden bestimmte Werte vermittelt, wie das Überwinden von Hürden oder die Unterstützung durch die Mutter. Kinder können erfahren, wie man sich fühlt, wenn man allein ein Hindernis bewältigen muss, aber dabei von der Mutter unterstützt wird.

Gemeinschaft, Vertrauen, Toleranz: Hinter Computerspielen steckt manchmal mehr, als man denkt. Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und achten Sie doch mal darauf, ob darüber bestimmte Werte, wie z. B. Rollenbilder, vermittelt werden. Nutzen Sie das, um mit Ihrem Kind darüber zu sprechen und zu überlegen, ob es zu Ihren und seinen Vorstellungen vom Leben passt.

(Dieser Beitrag beruht teilweise auf den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Arbeit von Karolina Kaczmarczyk, siehe auch hier.)

Beliebte Spiele-Apps: Clash Royale und Clash of Clans

Das Online-Strategiespiel Clash of Clans gibt es schon seit einigen Jahren. Die Weiterentwicklung Clash Royale (seit 2016) ist ebenfalls sehr beliebt bei Kindern und Jugendlichen. Grund dafür ist sicherlich auch, dass die App nichts kostet und dass man gegeneinander spielen kann.

Kurz gefasst

  • beliebte Spiele-Apps von Supercell
  • sogenanntes Echtzeit-Mehrspieler-Strategiespiel
  • kostenlos für Android und iOS, aber dauerhafte Internetverbindung erforderlich
  • enthält In-App-Käufe
  • USK ab 6 Jahren, Mindestalter des Anbieters: 13 Jahre

Was ist Clash of Clans? Was ist Clash Royale?

Clash of Clans und Clash Royale sind sogenannte Echtzeit-Mehrspieler-Strategiespiele. Ihr Kind kann also gleichzeitig mit anderen Spielern mobil und online über die App spielen.

Bei Clash of Clans arbeiten die Spieler in Clans. Das sind Gruppen, in denen sich einzelne Spieler zusammentun und gemeinsam gegen andere Gruppen kämpfen. Die Clans müssen ein eigenes Dorf aufbauen, Truppen trainieren und sich schließlich mit anderen Clans konkurrieren, um „Ressourcen“ zu erbeuten. Das sind zum Beispiel Gold, Juwelen und Elexier. Durch diese Ressourcen kann der eigene Clan besser ausgestattet und geschützt werden. Diese Ressourcen können auch kostenpflichtig erworben werden.

Clash Royale ist die Weiterentwicklung von Clash of Clans und seit 2016 auf dem Markt. Hier sind die Prinzipien Strategie und Sammelkarten miteinander verbunden. Vor jeder Runde werden aus einem Kartendeck acht Karten ausgewählt, die im Spiel geschickt eingesetzt werden müssen. Die Karten beinhalten u.a. Zaubersprüche gegen den Gegner. Gewonnen hat, wer mit den eigenen Einheiten die meisten gegnerischen Haupttürme zerstört hat. Eine Runde dauert nur drei Minuten. Für gewonnene Runden erhält man Gold und Truhen, wodurch man Juwelen oder neue Karten bekommt.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Clash Royale?

Das Spielprinzip ist einfach und schon am Anfang hat man gute Chancen gegen “den Computer” zu gewinnen. Diese Gewinne und Belohnungen schaffen Anreize und motivieren, weiterzuspielen. Clash Royale sorgt außerdem für eine ausgewogene Mischung aus Glück und Taktik.

Auch ohne Einsatz von echtem Geld kann man viel Spaß an Clash Royale und dem Vorgänger Clash of Clans haben. Natürlich ist auch der direkte Vergleich beim Spiel mit “echten” Gegnern spannend.

Vor allem bei Jungs sind die Spiele sehr beliebt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Auch wenn die einzelnen Spielrunden kurz sind, werden durch Juwelen und Truhen immer wieder Anreize geschaffen, weiterzuspielen. Da es ein Echtzeit-Spiel ist, entwickelt sich das Spiel auch weiter, wenn man gerade nicht spielt. Auch das kann bei einigen Kindern und Jugendlichen dazu führen, dass sie immer weiterspielen wollen.

Gerade ungeduldige Spieler können durch In-App-Käufe im Spiel schneller vorankommen. Das sollten Sie als Eltern im Blick haben bzw. In-App-Käufe in den Smartphone-Einstellungen deaktivieren.

Die Möglichkeit, innerhalb des Spiels mit Mitspielern zu chatten, führt zu Risiken wie Cybermobbing und Cybergrooming.

Kämpferische Elemente sind wichtiger Bestandteil der Spiele, indem z. B. andere Clans und deren Türme zerstört werden. Aufgrund der comicartigen Darstellung ist das für Kinder aber nicht sehr realistisch.

Stiftung Warentest hat 2019 die beiden Spiele darauf getestet, wie kindgerecht sie sind und mit „inakzeptabel“ bewertet.  Es wurden nicht kindgerechte Inhalte gefunden worden: Rechtsextreme Clan-Pseudonyme und Verweise auf Porno-Seiten. Verstöße können aber auch nicht direkt gemeldet werden. Auch in Bezug auf In-App-Käufe und Datenschutz schneiden die Spiele schlecht ab. In dem Spiel gibt es jedoch keine Werbung.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter stellt einen allgemeinen Eltern-Leitfaden auf Deutsch für seine Spiele-Apps bereit. In diesem wird erläutert, wie man Einstellungen vornehmen kann, um z. B. In-App-Käufe zu deaktivieren. Außerdem gibt es Erläuterungen zur Chatsicherheit und Privatsphäre. Gerade was die Chatsicherheit betrifft, gibt es  jedoch keine Blockierungsfunktion. Der Anbieter reagiert lediglich auf anstößige Inhalte.

Was sollten Eltern beachten?

Lassen Sie sich das Spiel und die Faszination daran von Ihrem Kind erklären. Sprechen Sie mit ihm darüber, was Gewalt im Spiel und in der Realität bedeutet.

Vereinbaren Sie Regeln zu Spieldauer und -zeiten. Nutzen Sie Einstellungsmöglichkeiten, um unbeabsichtigte In-App-Käufe zu verhindern und um gegebenenfalls die Nutzungsdauer der App zu beschränken. Denken Sie aber daran, vorher darüber mit Ihrem Kind zu sprechen. Überlegen Sie außerdem, ob es sinnvoll, Push-Mitteilungen für das Spiel zu deaktivieren, so dass Ihr Kind nicht ständig informiert wird, was im Spiel passiert, während es nicht spielt.

Die Chatfunktion im Spiel ist jeweils öffentlich, d. h. alle Spieler können miteinander chatten. Deshalb sollten Sie unbedingt im Vorfeld Gesprächsregeln für den Chat vereinbaren. Klären Sie vor allem, dass über den Chat keine privaten Daten wie Klarnamen, Handynummer usw. rausgegeben werden sollen.
Fragen Sie nach Spieleerlebnissen und seien Sie da, falls Ihr Kind einmal unangenehme Erfahrungen macht.

Weitere Informationen zu den Spielen finden Sie hier: http://www.klicksafe.de/service/aktuelles/news/detail/was-eltern-ueber-beliebte-online-strategiespiele-wie-clash-royale-wissen-sollten/

Mit Online-Gaming Fähigkeiten verbessern

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Dana Neuleitner.

Computerspiele stehen bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Ob Städte errichten, gegen Bösewichte kämpfen oder gemeinsam mit Freunden in ferne Welten eintauchen – der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Als Eltern stehen Sie dabei jedoch oft im Zwiespalt. Einerseits wissen Sie um die Potenziale, die virtuelle Welten ihren Kindern bieten können. Denn bereits für die Jüngsten sind zahlreiche digitale Lernspiele erhältlich. Andererseits befürchten viele, dass ihre Sprösslinge online etwa auf Cyberkriminelle treffen, ein suchtartiges Verhalten entwickeln oder virtueller Gewalt ausgesetzt werden, mit der sie nicht umgehen können.

Positive Lerneffekte beim Computerspielen

Studien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung beweisen, dass Videospiele wie etwa Super Mario 64 räumliches Denken, die Erinnerungsbildung und feinmotorische Fähigkeiten sowie die strategische Planung erhöhen können. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hebt in ihrem „Best-Practice-Kompass. Computerspiele im Unterricht“ ebenfalls positive Lerneffekte hervor. Mit dabei etwa die Fähigkeit, kognitive Landkarten zu erstellen oder algorithmisches Denken zu schulen. Kinder und Jugendliche lernen bei Computerspielen eher versteckt, beispielsweise dadurch, dass sie ihre Hand-Auge-Koordination oder Geschicklichkeit verbessern. Der Gewaltaspekt, der vielen Online-Games zugrunde liegt, wird hier jedoch auch beanstandet, ebenso die Gender-Frage. Denn oft wird ähnlich zur Werbeindustrie mit Stereotypen oder gewissen Vorstellungen von Schönheit und Stärke gearbeitet. Hier setzt das Modellprojekt WERTE LEBEN – ONLINE des JUUUPORT e.V. an, bei dem unter anderem mit Vorurteilen gegenüber Gamerinnen aufgeräumt werden soll. Jugendliche setzen sich dort zudem für mehr Respekt, Toleranz und Mitgefühl im Netz ein.

Lernprojekte rund um Gaming

Einige Initiativen und Projekte knüpfen hier an. Das Projekt „(Cyber-)Mobbing – Aufgeklärt!“ sensibilisiert Schülerinnen und Schüler etwa für das Thema Mobbing und das Webinar zum Thema „Respektvoll in Online-Games“ soll Kinder und Jugendliche im Umgang mit Gamersprache schulen. Bei Online-Multiplayer-Spielen müssen die einzelnen Teammitglieder miteinander kommunizieren, um sich beispielsweise über mögliche Spielzüge auszutauschen. Das kann Teamfähigkeit und taktisches Denken fördern. Gleichzeitig besteht die Sorge, dass Kinder und Jugendliche durch den Online-Austausch auch mit Beleidigungen und Mobbing in Kontakt kommen können.

Ein weiteres Thema mit dem sich viele Eltern konfrontiert sehen, sind gewalthaltige Szenen in Computerspielen, die Kinder möglicherweise verstören könnten. Mit der Zunahme von Ego-Shooter-Games wurde die Befürchtung laut, dass derartige Spiele zu Nachahmungstaten verleiten könnten. Eine Studie von Forschern der Universität York zeigte jedoch, dass Gewalt in digitalen Spielen nicht zwangsläufig aggressives Verhalten auslöst.

Die positiven Lerneffekte von Computerspielen können mit Gamification sogar für den Unterricht nutzbar gemacht werden und Kinder beispielsweise im Sprachunterricht begeistern. Denn wenn Lernen Spaß macht, geschieht es fast von ganz allein. Um dies zu erreichen, müssten die Schulen jedoch entsprechend ausgestattet und Fortbildungen für die Lehrkräfte angeboten werden.

Führt man Kinder und Jugendliche sorgfältig in die Thematik ein und macht sie mit möglichen Gefahren vertraut, bieten ihnen digitale Spiele eine Lernumgebung, die sie in vielen Bereichen fördern kann. Dazu ist es hilfreich, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu informieren, um dem Nachwuchs eine optimale Umgebung zu schaffen und immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, damit potenzielle Gefahren erfolgreich bewältigt werden können.

Zur Autorin:
Dana Neuleitner ist studentische Hilfskraft bei merz | medien + erziehung und studiert Medien und Kommunikation an der Universität Passau. Zu ihren Schwerpunkten gehören Medienlinguistik, Crossmedia und öffentliche Kommunikation.

Wenn der Freundeskreis aus Avataren besteht – Kommunikation in Online-Games

Das Kind vor dem Bildschirm, die Spielkonsole in der Hand und auf dem Kopf das Headset … das ist Ihnen ein vertrauter Anblick? Dann ist Ihr Sprössling wohl „Gamer“ und gerne in digitalen Spielewelten unterwegs.

Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind solche Spiele beliebt, bei denen man online mit anderen Spielern chatten kann. Auch das derzeit besonders beliebte Spiel Fortnite (USK 12) bietet diese Funktion an. Unabhängig davon, ob man sich im selben Raum befindet, kann man mit Freunden aber auch mit Fremden digitale Gemeinschaften und Teams bilden. Der eigene Avatar (so heißt die Spielfigur in einem Onlinespiel) kann sich mit anderen Avataren bzw. Spielenden live über Textnachrichten oder ein Headset austauschen. Man bespricht Spieltaktiken, gibt sich Tipps, holt sich Lob für eigenes geschicktes Handeln ab oder unterhält sich einfach. Dabei können „digitale“ Freundschaften entstehen. Oder es kommt zu einem Treffen in der Realität, um gemeinsam zu zocken.

Positive Effekte des Chatten in Games

Wenn man miteinander kommuniziert, können soziale Kompetenzen geschult werden. Das ist auch digital möglich – ähnlich wie beim gemeinsamen Abhängen auf dem Schulhof. Jeder hat dabei eine bestimmte Rolle: eine Person bestimmt das Gespräch, eine andere sorgt dafür, dass es keinen Streit gibt, wieder eine andere Person ist der Klassenclown. Egal ob digital oder analog müssen dabei Regeln eingehalten werden. Wenn man nur miteinander sprechen kann, ohne dass man sich dabei sieht, werden sprachliche und kommunikative Fähigkeiten auf besondere Weise geschult: Spielsituationen müssen verständlich erklärt werden, es müssen schnelle Anleitungen gegeben und Absprachen zu weiteren Taktiken getroffen werden.

Risiken bei der virtuellen Kommunikation

Da man nicht unbedingt weiß, wer gerade mit einem kommuniziert, besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming. Da die Chats bei Spielen meist nicht moderiert sind, d. h. keine dritte Person darauf achtet, dass Kommunikationsregeln eingehalten werden und alle Kommentare zugelassen werden, verstärkt sich die Gefahr. Denn man kann nicht sicher sein, welcher Mensch sich wirklich hinter einem Avatar verbirgt. Für die Anmeldung muss man Namen und E-Mail angeben, das Alter wird jedoch nicht abgefragt.
Im „Spielrausch“ besteht auch die Gefahr, dass Ihr Kind unbemerkt private Informationen nach außen gibt. Außerdem kann der Reiz sehr hoch sein, immer weiter spielen zu wollen, um im Kontakt mit seinem Team zu bleiben und dort Anerkennung zu bekommen.

Was sollten Eltern beachten?

Gerade solche Risiken stellen Sie vor die Frage, ob Sie Ihren Kindern solche Spiele erlauben sollen. Verbote machen Dinge aber oft nur interessanter. Zusätzlich zu den Altersfreigaben der USK aufgrund der Spieleinhalte müssen Sie als Eltern einschätzen, ob Ihr Kind schon bereit ist, im Spiel verantwortungsvoll zu chatten bzw. die Risiken einschätzen kann. Dazu hilft es zu beobachten, wie es sich in anderen Gesprächen außerhalb des Internets verhält. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren der Online-Kommunikation und spielen Sie auch mal gemeinsam, sodass auch Sie die Begeisterung dafür verstehen können. Das gemeinsame Erlebnis baut zusätzlich Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind auf, sodass es sich an Sie wenden kann, wenn ihm etwas gruselig oder unangenehm vorkommt. Machen Sie sich außerdem über die Einstellungsmöglichkeiten des jeweiligen Spiels schlau. Wenn nicht unbedingt notwendig, lässt sich die Chatfunktion möglicherweise deaktivieren. Bei Fortnite kann beispielsweise u. a. der Voice Chat deaktiviert bzw. einzelne Spieler aus dem Team stummgeschaltet werden.

Mehr zu Risiken in Online-Games finden Sie bei den Kollegen von jugendschutz.net.

Beliebte Spiele: Fortnite

Fortnite gehört seit einiger Zeit zu den beliebtesten Spielen unter Jugendlichen. Dass das Spiel erst ab 12 Jahren freigegeben ist, interessiert die jüngeren Spieler wohl kaum.

Kurz gefasst:

  • Videospiel von EPIC Games
  • Mindestalter laut Anbieter: 12 Jahre
  • kostenlose App für Android und iOS oder kostenpflichtige Spielversion für Computer und Konsolen
  • enthält In-App-Käufe

Was ist Fortnite?

Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt aktuell drei Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save the world“ muss man mit anderen Spielern eine Festung aufbauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspieler zu töten, um selbst zu überleben. Es gibt auch einen Kreativmodus, der in unserem Beitrag Kreativ mit Fortnite und Minecraft vorgestellt wird.

Auch wenn Waffengewalt die einzige Handlungsoption ist, enthält Fortnite keine detaillierten Gewaltszenen. Im Spiel selbst fließt kein Blut und es gibt keine Leichen zu sehen. Sobald man stirbt, wird man aus der Welt teleportiert und kann erst in der nächsten Runde von vorne starten. Auch die Cartoon-Optik des Spiels verharmlost die Gewaltszenen.

Fortnite können Jugendliche alleine oder mit bis zu drei Mitspielern spielen. Dabei unterhalten sie sich über Headsets. Fortnite Battle Royale gibt es als kostenlose App für mobile Geräte.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an diesem Angebot?

Vor allem Kinder und Jugendliche sind von Fortnite fasziniert. Selten hat ein Spiel einen so großen Hype ausgelöst, sicherlich auch weil es kostenlos und über verschiedene Plattformen spielbar ist. Besonders für Anfänger ist es leicht, in das Spiel einzusteigen, da keine Vorkenntnisse nötig sind. Wenn mit Freunden gemeinsam gespielt wird, kommt die Absprache und Interaktion innerhalb eines Teams dazu. Diese Faktoren erzeugen eine Mischung aus Sucht und Emotionalität, wenn eine Runde beispielsweise kurz vor dem Ende verloren wird. Die witzigen Details wie die Freudentänze der Spielfiguren erweitern den Spielspaß.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wegen der Altersfreigabe ab 12 Jahren ist Fortnite stark in der Kritik. Die Gewaltszenen werden zwar comichaft und verharmlost dargestellt, dennoch ist es Ziel des Spiel, sich gegenseitig umzubringen. Besonders Kinder und Jugendliche könnten dieses Bewusstsein sehr schnell verlieren.

Da sich die Figuren in Fortnite schnell „umbringen“ lassen, kann schon in kurzer Zeit Frust entstehen, wenn es den eigenen Helden trifft. Fortnite ist zudem sehr stressig, da man ständig auf der Hut sein und seine Umgebung nach Bedrohungen abscannen muss. Manche Kinder sind sehr anfällig für solchen Stress und könnten sich dadurch schnell überfordert fühlen.

Um Fortnite spielen zu können, musst man einen Account bei EPIC Games anlegen. Dafür ist die Angabe einer E-Mail-Adresse und notwendig. Das Alter wird nicht abgefragt.
Bei Fortnite spielt man weltweit gegen andere Spielerinnen und Spieler jedes Alters. Der Spielechat lässt sich nicht ausschalten und man kann nicht auswählen, gegen wen man spielt.

Das Spiel ermöglicht den Kauf von virtueller Währung, sogenannten V-Bucks. Damit können virtuelle Gegenstände wie Outfits, Siegestänze oder auch ein Zugang zu wöchentlichen Herausforderungen gekauft werden. Diese Gegenstände und Funktionen sind für das Spiel zwar nicht notwendig, aber gerade für Kinder und Jugendliche spannend. Die Zusatzpakete kosten aktuell zwischen 9,99 und 99,99 €.

Stiftung Warentest nahm Fortnite 2019 unter die Lupe und bewertete das Spiel mit „Inakzeptabel“. Grund dafür ist, dass beim Spielen andere Mitspieler erschossen werden, sodass es sich nicht um kindgerechte Inhalte handelt. Zudem fanden sich rechtsextreme Nutzernamen und sehr teure In-App-Käufe. Werbung findet sich jedoch keine.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter informiert über die USK-Einordnung des Spiels und gibt Eltern Hinweise zum Umgang mit Fortnite. Zum Problem der In-App-Käufe äußert sich EPIC Games nicht.

Was sollten Eltern beachten?

Kinder unter 12 Jahren sollten das Spiel auf keinen Fall spielen. Wenn Ihr Kind älter ist und den Wunsch hat, Fortnite zu spielen, sehen Sie sich das Spiel selbst vorher an und entscheiden Sie, ob es reif genug dafür ist. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es Fortnite spielen möchte. Spielen Sie gemeinsam und lassen sich erklären, worum es geht.

Versuchen Sie auch Ihrem Kind bewusst zu machen, dass es in Fortnite um Gewalt geht und sie diese nicht unterschätzen dürfen. Das heißt aber nicht, dass Computerspiele unbedingt gewalttätig machen.

Seien Sie als Ansprechpartner da, wenn Ihr Kind auf unangemessene Inhalte oder unangenehme Mitspieler stößt. Spieler, die sich unangebracht verhalten, können über das Spielmenü gemeldet werden.

Vereinbaren Sie Regeln und Spielzeiten. Da es keine Pause-Funktion bei Fortnite gibt, würden Sie Ihrem Kind mit der Ansage „Nur noch 5 Minuten“ keinen Gefallen tun. Vereinbaren Sie deshalb eine Rundenanzahl. Einzelne Runden in Fortnite dauern im Schnitt 10 bis 25 Minuten.

Problematisch ist die Kommunikation mit Fremden via Headset. Um mitzubekommen, wer auf welche Weise mit Ihrem Kind kommuniziert, sollten Sie die alternative Tonausgabe über den Fernseher aktivieren. Diese Einstellungsmöglichkeit finden Sie in den Settings der jeweiligen Konsole.

Steam

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=eRObmWWsGq8_%_

Kurz gefasst:

  • internationale Plattform und soziales Netzwerk für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme
  • über den PC oder als App nutzbar
  • freigegeben ab 13 Jahren
  • Zugang zu nicht-kindgerechten Inhalten möglich und Kommunikationsrisiken

Was ist Steam?

Steam ist das größte internationale Portal für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme. Auf der Plattform kann man Spiele spielen und kaufen. Gamer können mit anderen weltweit in Kontakt treten und gemeinsam spielen. Dafür muss man Steam installieren und sich kostenlos anmelden. Das geht mit PC, Mac und Linux. Steam ist außerdem als App erhältlich. Die Webseite dient als Forum zum Austausch über Gaming und zum Teilen von Fan-Inhalten wie Bildern und Videos. Spieler können zudem direkt innerhalb der Spiele miteinander chatten. Im Shop kann man Spiele kaufen, aber auch innerhalb der Spiele gibt es Kaufmöglichkeiten.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Sie finden hier unzählige Spiele, die kostenfrei oder kostenpflichtig sein können. Die Plattform bietet eine große Vielfalt an Spielen und Genres. Jugendlichen macht es besonders Spaß, mit anderen Spielern gemeinsam im Team zu spielen. Außerdem gefällt es ihnen, sich mit anderen über ihre Lieblingsspiele auszutauschen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Durch die große Vielfalt auf der Plattform gibt es auch Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind oder sogar problematisch sein können. Bei manchen Spielen wird das Alter vorab abgefragt, es wird jedoch nicht überprüft. In der Community finden sich Spieler und Inhalte aus der ganzen Welt, Jugendliche können also leicht mit Fremden in Kontakt kommen. Dabei können vor allem sogenannte Trolle ein Risiko sein, weil sie andere gezielt provozieren, beleidigen und Falschmeldungen verbreiten. Auch die Beiträge, Bilder oder Videos im Forum oder Chat können unter Umständen nicht für Kinder geeignet sein.

Was meint der Anbieter?

Laut Anbieter können Kinder die Plattform ab 13 Jahren nutzen. Es findet jedoch keine Überprüfung des Alters statt. Spam, Werbung und problematische Inhalte können gemeldet werden. Für Familien wird eine Familienansicht angeboten, in der Eltern genaue Einstellungen und Einschränkungen vornehmen können. Kürzlich gab es eine Änderung zugunsten der Privatsphäre der Nutzenden: Standardmäßig sehen nur die Online-Freunde, welche Spiele man besitzt, wie lange man spielt und welche Spiele auf der Kaufwunschliste stehen. Vorher waren die Daten vieler Nutzenden öffentlich abrufbar, weil nur wenige ihr Profil selbst auf privat gestellt hatten.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der Vielzahl an Spielen und Social-Media-Inhalten ist die Nutzung erst für ältere Jugendliche zu empfehlen. Wenn schon Jüngere Steam nutzen möchten, sollte das gut begleitet und gemeinsame Regeln vereinbart werden. Eltern empfehlen wir die Nutzung der Familienansicht. Diese wird mit einer PIN gesichert. In einer Bibliothek lassen sich einzelne Spiele für die Kinder festlegen und freigeben. Auch weitere Features wie die Community oder der Shop müssen bewusst von den Eltern erlaubt werden. Der Spieleratgeber erklärt in diesem Tutorial, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Beliebte Spiele: FIFA

FIFA ist die bekannteste und beliebteste Reihe von Fußball-Videospielen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften der realen Fußballligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden.

Kurz gefasst:

  • beliebtestes Fußballsimulationsspiel für PC und alle gängigen Spielekonsolen
  • neueste Version FIFA 20 (veröffentlicht am 27.09.2019)
  • nutzt die Bekanntheit von beliebten Fußballern, Mannschaften und Ligen
  • keine Altersbeschränkung, empfohlen ab 8 Jahren
  • kostet in der Vollversion ca. 60,- €

Was ist FIFA?

FIFA gehört für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu den bekanntesten Spielen. Dabei wird die Beliebtheit von bekannten Mannschaften und Fußballspielern genutzt. Jugendliche können in die Rolle ihres Lieblingsspielers schlüpfen und alleine oder gemeinsam mit anderen im Online-Modus gegen andere Mannschaften antreten.

Was fasziniert Jugendliche an dem Angebot?

FIFA ist besonders interessant für Jugendliche, die sich ohnehin für Fußball interessieren und so ihren Lieblingssport noch auf eine ganz andere Art und Weise erleben können. Das Spiel stellt eine Verbindung zu den realen Mannschaften und Spielern her, die für viele Fußballfans Idole sind. Auch das gemeinsame Spielen mit anderen bietet einen besonderen Spaß. Spannend sind die klaren Regeln, die vom Fußballplatz übernommen werden und in der Spielumgebung umgesetzt werden müssen: Ein Foul ist auch bei FIFA ein Foul.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wie beim Fußballspiel auf dem Sportplatz oder im Stadion gibt es natürlich auch Konflikte im Spiel. Bei FIFA kann es im Mehrspieler- oder Onlinemodus auch mal Konflikte bis hin zu Beleidigungen geben.

Die Kritik, dass es im Profifußball um viel Geld geht und der Sport an Bedeutung verliert, wird bei FIFA ausgeblendet. Die Idole und Lieblingsmannschaften werden durchweg positiv dargestellt und sind Vorbilder. Die Kommerzialisierung zeigt sich auch im Online-Modus: Mit dem nötigen Geld kann man seine Traummannschaft zusammenstellen. Zudem können die Spieler die umstrittenen Lootboxen (“Beutekisten”) erwerben, die als eine Art von Glücksspiel gesehen werden können und somit für Minderjährige verboten sein müssten. Bei FIFA enthalten solche Boxen besonders viele Nieten und selten den erhofften besten oder beliebtesten Spieler. Dies animiert natürlich dazu, weitere Packs zu kaufen in der Hoffnung, endlich den einen Spieler zu bekommen.

Das Spiel ist aus Sicht des Jugendmedienschutzes unbedenklich und hat keine Altersbeschränkung. Diese Einschätzung bezieht sich aber nur auf den Inhalt. Die Praxis der Lootboxen und die verschiedenen Möglichkeiten, Geld auszugeben, werden hierbei nicht bewertet.

Was sagt der Anbieter?

Der Anbieter EA Sports stellt den sportlichen und spielerischen Charakter des Spiels in den Vordergrund. EA Sports bezeichnet die Lootboxen als „Virtuelle Überraschungseier“ und sieht keinen Änderungsbedarf. Jedoch haben im August 2019 mehrere Spielekonsolenbetreiber angekündigt, schärfere Regeln für Lootboxen zu erlassen.

Was sollten Eltern beachten?

Eltern sollten erkennen, dass vor allem der Spaß am gemeinsamen Spiel im Vordergrund steht. Gleichzeitig sollten Sie jedoch sensibel für die möglichen Konflikte innerhalb des Spiels sein. Geben Sie Tipps und vereinbaren Sie Regeln, wie es sich bei der Kommunikation in Online-Spielen am besten verhalten sollte. Besonders aufmerksam sollten Sie als Eltern bei In-Game-Käufen sein. Besprechen Sie mit Ihrem Kind besprechen, ob dies notwendig ist und legen Sie – falls gewünscht – eine Obergrenze fest. Die gängigen Spielekonsolen bieten zudem detaillierte Schutzeinstellungen, in denen Käufe innerhalb eines Spiels verboten werden können.

Spielen Sie einmal gemeinsam mit Ihrem Kind und versuchen Sie die Faszination nachzuvollziehen. Dies verbindet und bietet gleichzeitig die Gelegenheit, sich über die kritischen Aspekte des Fußballs auszutauschen. Vor allem macht das gemeinsame Spielen einfach eine Menge Spaß!

Actionbound

Kennen Sie noch Schnitzeljagden aus Ihrer Kindheit? Wer heute ein Smartphone mit einer passenden App wie Actionbound dabei hat, kann die Schnitzeljagd um digitale Möglichkeiten erweitern.

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android zum Durchführen von Schnitzeljagden, Stadtrundgängen und Ralleys
  • keine Altersbeschränkung; geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahren
  • für die private Nutzung kostenlos
  • Möglichkeit, Aufgaben, Rätsel und Hinweise einzufügen
  • mittels GPS gibt es klare und einfache Richtungsanweisungen

Was ist Actionbound?

Mit Actionbound können digitale Schnitzeljagden – die sogenannten Bounds – mithilfe von Tablet oder Handy gespielt werden. Beim Spielen erscheinen wichtige Hinweise, Rätsel und Aufgaben direkt auf dem Bildschirm. Bei der Nutzung des GPS leitet das Tablet die Spielerinnen und Spieler durch das Anzeigen eines Richtungspfeils den Weg. Solche Schnitzeljagden werden entweder von anderen Actionbound-Nutzern erstellt und veröffentlicht oder man legt selber einen Bound an.  Zu Themen wie Natur, Kultur, Freizeitaktivitäten oder Sehenswürdigkeiten lassen sich zahlreiche Bounds finden. So kann z. B. der Stadtrundgang zu einem spannenden Erlebnis werden.

Eigene Bounds werden am Computer über den Internetbrowser stellt. Dafür muss man sich kostenlos bei Actionbound registrieren. Das Erstellen eines Bounds ist ganz einfach. Man kann Bilder, Videos und Audios integrieren, Quizfragen und Aufgaben stellen und QR-Codes anlegen.

Man kann Actionbound mit Familie oder Freunden nutzen, z. B. eine Rallye für den Kindergeburstag erstellen oder im Urlaub einen neuen Ort damit erkunden. Man kann Actionbound alleine oder als Gruppe spielen. Für Privatpersonen ist die Nutzung der Bounds kostenfrei.

Link zum Angebot: https://de.actionbound.com/

Was sollten Eltern beachten?

Actionbound lässt sich auch mit jüngeren Kindern nutzen. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind aber in die Nutzung einführen oder besser noch, Ihr Kind dabei begleiten. Beim Erstellen des Bounds sollten Sie darauf achten, viele Bilder und wenig Text zu verwenden.

Die Erstellung eines Bounds kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte planen Sie dabei auch die Zeit ein, die Sie tatsächlich mit der Durchführung der Rallye oder der Schnitzeljagd verbringen möchten. Wenn Ihr Kind schon älter ist, kann es ein schönes Erlebnis sein, zusammen einen Bound zu erstellen.

Actionbound ist eine App aus Deutschland, deshalb unterliegen Ihre Daten dem Europäischen Datenschutz.

Projektpartner
Unterstützer