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Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Homeschooling – wenn das Lernen zu Hause schwerfällt

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Lernen auf Distanz und über das Internet für einige Kinder schwieriger ist als für andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Manche Schülerinnen und Schüler lassen sich zu Hause schneller ablenken oder ihnen fehlt die Anleitung durch den Lehrer oder die Lehrerin. In einigen Familien gibt es keinen ruhigen Platz zum Lernen oder es fehlt an der nötigen technischen Ausstattung. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag “Homeschooling – wenn die Technik fehlt”. 

Probleme beim Lernen zu Hause

Manche Eltern arbeiten von zu Hause, andere müssen zur Arbeit gehen. Nicht überall hat jedes Kind ein eigenes Zimmer. Jüngere Geschwister können nicht in die Kita gehen und stören beim Lernen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind nicht immer erreichbar, so dass Ihr Kind auf sich, die Eltern oder Geschwister angewiesen ist.… Es gibt viele verschiedene Situationen, in denen Kinder während der Pandemie von zu Hause lernen müssen.

Viele Schulen und Lehrende haben sich inzwischen darauf eingestellt, so dass das Distanzlernen besser funktioniert. Trotzdem gibt es Schülerinnen und Schüler, die sich zu Hause weniger gut konzentrieren können. Das hat nicht immer nur mit Störungen durch andere zu tun. Ihnen fehlt vielleicht der Schulweg morgens und die Ortsveränderung beim Lernen. Das Zuhause war vorher eher ein Ort, wo man spielen und abschalten konnte.

Manche Eltern können nicht ausreichend unterstützen, z. B. weil 

  • sie keine Zeit haben und selbst im Homeoffice arbeiten müssen. 
  • ihnen das Fachwissen in den meisten Fächern fehlt. 
  • ihre deutschen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um ihrem Kind bei den Aufgaben zu helfen

Denken Sie daran: Sie sind Eltern und nicht die Lehrerin oder der Lehrer Ihres Kindes. Deshalb verhält sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter beim Lernen zu Hause auch anders als in der Schule. Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.

Strategien für das Lernen zu Hause

  1. Es ist wichtig, dass es für das Homeschooling Regeln und feste Zeiten gibt. Manchmal sind die Zeiten durch die Schule vorgegeben. Wenn das bei Ihrem Kind nicht so ist, sollten Sie gemeinsam einen Zeitplan machen. 
  2. Selbst wenn Sie ihrem Kind nicht bei konkreten Aufgaben helfen können, seien Sie zu bestimmten Zeiten ansprechbar. So fühlt sich ihr Kind nicht allein.
  3. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie zu Beginn der Woche die Aufgaben durchgehen, offene Fragen klären und einen Plan aufstellen, wann was gemacht wird. Es kann z. B. einfacher sein, mit einer leichten Aufgabe oder einem beliebten Fach zu starten und sich dann eine schwere Aufgabe vorzunehmen. Das ist bei jedem Kind anders. 
  4. Stellen Sie Unterrichtszeiten auf dem (Handy-)Wecker ein, so dass Ihr Kind weiß, wann eine Lernphase vorbei ist.
  5. Es sollte zwischendurch aktive Pausen – wenn möglich sogar an der frischen Luft – geben. Unser Beitrag “Sport im Kinderzimmer” gibt einige Anregungen.
  6. Klären Sie mit der Schule ab, wie und wann Ihr Kind sich beim Lehrer oder der Lehrerin Hilfe holen kann.
  7. Ein eigener und ruhiger Arbeitsplatz ist wichtig zum Lernen. Falls Ihr Kind keinen eigenen Schreibtisch hat, kann das auch mal der Küchentisch sein – zumindest wenn in bestimmten Lernzeiten niemand anderes in der Küche Unruhe verbreitet.
  8. Überlegen Sie auch, wie Homeschooling und Homeoffice, die Betreuung jüngerer Kinder und andere Tätigkeiten nebeneinander funktionieren. Wenn Sie in einer kleinen Wohnung leben, können sich Familienmitglieder gegenseitig ablenken oder stören. Auch dabei hilft ein Plan, um Zeiten zu finden, in denen das Schulkind in Ruhe lernen kann.

Weitere Unterstützung beim Distanzlernen

Einige Schulen bieten Kindern die Möglichkeit an, sich alleine in einem leeren Klassenraum zurückzuziehen. Fragen Sie in Ihrer Schule nach, ob das möglich ist.

Es kann sein, dass es für Ihr Kind einfacher ist, wenn nicht Sie, sondern eine andere Person beim Lernen zu Hause hilft. Vielleicht haben Sie einen pensionierten Lehrer oder eine engagierte Studentin in der Nachbarschaft, der oder die unterstützen kann. Die Corona-School vermittelt online Studierende, die Kindern und Jugendlichen beim Lernen helfen.

Einige Bundesländer bieten in den Ferien spezielle Nachhilfe an, um Lernrückstände aufzuholen. Informieren Sie sich am besten auf den Internetseiten des Landes und fragen Sie in Ihrer Schule nach.

Homeschooling – wenn die Technik fehlt

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Lernen auf Distanz und über das Internet für einige Kinder schwieriger ist als für andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Manche Schülerinnen und Schüler lassen sich zu Hause schneller ablenken oder ihnen fehlt die Anleitung durch den Lehrer oder die Lehrerin. In einigen Familien gibt es keinen ruhigen Platz zum Lernen. Oder es fehlt an der nötigen technischen Ausstattung. In Teil 1 unserer Artikelreihe haben wir Tipps für Sie, wo es Geräte gibt, damit Ihr Kind gut auch von zu Hause lernen kann.

Lernen am Smartphone?

Viele Kinder und fast alle Jugendliche ab 13 Jahren haben ein eigenes Smartphone. Auch wenn das kleine Gerät ziemlich viel kann, ist es schwierig über den kleinen Bildschirm an Videokonferenzen mit der Klasse teilzunehmen und Aufgaben zu lösen. Da es aber nicht in jeder Familie genügend Laptops oder PCs gibt, geht das manchmal nicht anders. 

Außerdem hat nicht jede Familie eine festen Internetanschluss und stabiles WLAN zu Hause. Ohne Internet funktioniert Homeschooling eigentlich gar nicht! 

Wo bekommen wir einen Computer oder Laptop her?

Viele Schulen haben Geld vom Staat bekommen, um digitale Geräte anzuschaffen. Dazu gehören oft auch Tablets. Die haben ein größeres Display als Handys. Schülerinnen und Schüler, die keinen eigenen Rechner zum Lernen haben, können sich bei ihrer Schule ein Gerät für längere Zeit ausleihen. Fragen Sie einfach mal nach, ob das an der Schule Ihres Kindes auch möglich ist? Nicht jeder weiß das und Tablets liegen teilweise ungenutzt in den Schulen.

Wenn das an Ihrer Schule nicht geht, gibt es noch eine andere Lösung: Über die Bundesagentur für Arbeit können Familien, die nicht genug Geld für mehrere Laptops haben, Zuschüsse beantragen, die extra dafür gedacht sind, Geräte für das Distanzlernen in Pandemiezeiten anzuschaffen. Lesen Sie mehr dazu direkt bei der Arbeitsagentur.

Hilfe kommt auch von Vereinen, die Computerspenden einsammeln, Rechner herrichten und an Menschen weitergeben, die sich kein eigenes Gerät leisten können. Verschiedene Projekte machen das möglich: “Hey, Alter!” gibt es in mehr als 20 Städten und Regionen in ganz Deutschland. Kinder und Jugendliche können dort Laptops und Rechner bekommen. Das Projekt re:pc:pb aus Paderborn gibt ebenfalls Rechner an Kinder und Jugendliche. Dazu bekommen sie eine Medienkompetenzschulung – auch online. Der Bayerische Rundfunk listet Computer-Retter-Projekte in Bayern (und darüber hinaus) auf seiner Internetseite auf.

Jetzt fehlt noch der Internetzugang

In einigen Städten und Gemeinden gibt es Sozialfonds, bei denen Sie Unterstützung bekommen können. Fragen Sie am besten in Ihrem Rathaus nach. Oft wissen die Mitarbeitenden Bescheid, an wen Sie sich wenden können. Vielleicht können Sie auch mit Ihren Nachbarn sprechen und überlegen, ob Sie sich einen Internetzugang teilen können. 

Nach Hilfe zu fragen, fällt nicht jedem leicht. Dabei gibt es viele Menschen, die gerne helfen und unterstützen, damit Ihre Kinder gut lernen  können.

Online-Gewalt – wenn Jugendliche Opfer werden

Ein Großteil der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen spielt sich digital ab. Sie chatten miteinander, teilen Bilder und folgen sich auf Social-Media-Kanälen. Dabei kann es auch zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Ab einem gewissen Ausmaß handelt es sich dabei um digitale Gewalt, die sogar strafbar sein kann.

Was versteht man unter digitaler Gewalt?

Online-Gewalt kann unterschiedlich aussehen. Täterinnen und Tätern geht es meist darum, eine Person absichtlich zu beleidigen, zu diskriminieren oder abzuwerten. Sie posten beispielsweise private Bilder oder schreiben böse Kommentare. Solche Übergriffe passieren überall dort, wo junge Menschen online unterwegs sind. Eine bekannte Form ist Cybermobbing. Auch Gewalt aus der analogen Welt kann digital weitergeführt werden und wird somit grenzenlos. Durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle und das Mitgefühl. Außerdem erschwert sie es, die Täter und Täterinnen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. 

Digitale Gewalt ist vor allem psychisch sehr belastend und kann schwere Folgen haben. Betroffene leiden oft an Angstzuständen, emotionalem Stress und einem geringen Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich nicht mehr sicher und haben Angst, dass die Drohungen im Netz sich auf das analoge Umfeld ausweiten. Junge Frauen und Mädchen sind besonders häufig Ziel digitaler Übergriffe. Das Verlassen der Plattform oder das Blocken bestimmter Personen, kann zwar helfen, doch ist der Schaden bei den Opfern oft schon angerichtet.  

Erscheinungsformen digitaler Gewalt

Digitale Gewalt äußert sich sehr unterschiedlich und kann verschiedene Ausmaße annehmen. Kinder und Jugendliche sind vor allem mit bestimmten Formen von Online-Gewalt konfrontiert:

  • Ein Shitstorm ist eine Häufung negativer Kommentare und Beiträge, die sich an eine bestimmte Person richten oder auf eine Äußerung im Netz beziehen. Immer mehr Menschen machen mit und geben unsachliche Kommentare ab, der nur schwer aufzuhalten ist.
  • Cybermobbing kennen viele Kinder und Jugendliche, ob aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung. Häufig findet das Mobbing nicht nur digital, sondern auch analog, z. B. auf dem Schulhof, statt. Im Messenger werden Hass-Gruppen eingerichtet, beleidigende Kommentare geschrieben oder Gerüchte über eine bestimmte Person verbreitet. 
  • Sogenanntes Doxting kann eine Form des Mobbings sein. Darunter versteht man das  Zusammentragen und die Veröffentlichung demütigender Fotos oder Videos und anderer sensibler Informationen einer Person im Netz. Ziel ist es, den Ruf der oder des Betroffenen zu schädigen oder die Person bloßzustellen.
  • Unter Hassrede versteht man die gezielte Diskriminierung von Menschen im Internet. Meist geht es dabei um die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, das Herkunftsland oder das Geschlecht einer Person. Andere werden online, z. B. in den Kommentaren, dazu aufgefordert, bei der Hetze mitzumachen und bestimmte Menschen auszuschließen und zu beleidigen. 
  • Auch sexuelle Belästigung spielt in der digitalen Welt eine Rolle. Hierbei ist die wiederholte Aufforderung zu sexuellen Handlungen gemeint, ohne eine Nein zu akzeptieren. Aber auch das ungefragte Zusenden von Nacktbildern ist eine Form sexueller Belästigung im Netz. 
  • Cyberstalking ist das wiederholte Nachstellen, Verfolgen und Belästigen von Personen über digitale Medien. 

Wie kann ich mein Kind vor digitaler Gewalt schützen?

Einige Verhaltensregeln können die Sicherheit Ihres Kindes im Internet erhöhen:

  • Benutzen Sie einen Aufkleber oder Schieber, um die Kamera des Laptops verschließen zu können, wenn sie nicht in Benutzung ist. 
  • Geben Sie und Ihr Kind keine persönliche Angaben, wie die Adresse oder der Nachname, über das Internet preis. 
  • Gehen Sie auch mit Bildern und Videos vorsichtig um. Bei vermeintlich privaten Chats können schnell Screenshots gemacht und verbreitet werden.
  • Passwörter sollten sicher sein und nicht an Dritte weitergegeben werden.

Besonders wichtig ist es, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahren sprechen und Interesse zeigen. Erkundigen Sie sich regelmäßig nach den Personen, mit denen Ihr Kind digital Kontakt hat und nach den Webseiten, die es besucht. 

Nicht alle Jugendliche wenden sich bei Problemen ihre Eltern, weil sie Angst vor Strafen und Unverständnis haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und machen Sie es auf Seiten aufmerksam, an die es sich auch wenden kann, wie z. B. Juuuport. Kinder können mit dem psychischen Stress und den Folgen digitaler Gewalt nur schwer umgehen. Es ist also wichtig, dass sich Ihr Kind Hilfe von Erwachsenen holt, wenn es Opfer digitaler Gewalt wird. Diese kann auch über Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. 

Online-Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern je nach Ausprägung (etwa bei Beleidigungen, Verleumdung und Bedrohung) sogar strafbar. Deswegen sollten Sie die Vorfälle unbedingt dokumentieren, z. B. durch Screenshots, und damit zur Polizei gehen. 

Hilfsangebote bei digitaler Gewalt

Online-Gewalt sollte bei der Polizei angezeigt werden! Außerdem bekommen Sie bei diesen Stellen Unterstützung:

  • Das Portal Hate Aid ist die deutsche Online-Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt. Bei akuten Problemen kann man anrufen oder ansonsten per Kontaktformular Hilfe anfragen.
  • Die Nummer gegen Kummer bietet Eltern und Jugendlichen bei verschiedenen Problemen ein kostenloses Beratungsgespräch über das Telefon. 
  • Über die Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung können Eltern und Jugendliche Online-Beratung in Anspruch nehmen oder sich eine geeignete Stelle in ihrer Nähe suchen. 
  • Jugend.support ist ein Hilfsangebot speziell für Jugendliche mit Problemen im Netz. Mehr dazu können Sie hier nachlesen. 
  • Über das Hilfetelefon können sich Frauen und Mädchen, die Opfer von jeglicher Art von Gewalt wurden, schnell Hilfe holen.

Handysektor – das Informationsangebot für Jugendliche

Ob Instagram, WhatsApp oder YouTube – die allermeisten Jugendlichen nutzen digitale Medien täglich. Auch wenn sie sich viele Dinge darüber selbst beibringen, haben sie ab und zu Fragen. Die Seite Handysektor.de bietet Informationen zu Online-Medien extra für Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • für Jugendliche von 10 bis 18 Jahren
  • werbefrei und kostenlos
  • erreichbar über Website, YouTube, Instagram, Facebook und Twitter
  • Angebot der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) 

Was bietet Handysektor?

Das Smartphone ist für Jugendliche wichtig, um zu kommunizieren und sich auszuleben. Das Angebot von Apps und Kanälen nimmt stetig zu. Das kann auch überfordern und zu Fragen führen: Woher erkennt man, ob eine App wirklich hält, was sie verspricht? Wie gehe ich damit um, wenn ich böse Kommentare auf mein Selfie erhalte?

Handysektor möchte Jugendlichen bei solchen Fragen helfen und eine sichere und kompetente Mediennutzung fördern. Auf der Webseite erhalten sie Tipps und Informationen zu neuen Apps und können sich zu den Vor-und Nachteilen sowie möglichen Kostenfallen informieren. Wichtige und aktuelle Themen des digitalen Alltags von Jugendlichen wie Sexting, Cybermobbing oder Datenschutz werden kurz und verständlich erklärt und Tipps zum Umgang gegeben. Auf dem YouTube-Kanal von Handysektor finden Jugendliche Erklärvideos zu verschiedenen Apps und Anleitungen mit kreativen Ideen. In den Stories bei Instagram spricht Moderatorin Kim lebensnah über aktuelle Trends und gibt Tipps.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Handysektor richtet sich konkret an Jugendliche. Die Informationen sind verständlich und werden nicht nur über die Website, sondern über die Kanäle, die junge Menschen in erster Linie nutzen, wie YouTube und Instagram, verbreitet. Im Jugendalter möchte Ihr Kind sich selbstständig informieren. Bei Handysektor findet es sachliche und jugendgerechte Informationen – auch zu Themen, die Ihr Kind vielleicht nicht mit Freunden oder Familienmitgliedern besprechen möchte. 

Was sollten Eltern beachten?

Als Eltern möchten Sie am liebsten immer der erste Ansprechpartner für Ihr Kind sein. Mit der Pubertät werden allerdings Freunde immer wichtiger und Ihr Kind kommt nicht mehr mit jedem Problem gleich zu Ihnen. Seien Sie trotzdem ansprechbar und weisen Sie Ihr Kind auf gute Angebote wie Handysektor oder Juuuport hin. Fragen Sie regelmäßig bei Ihrem Kind nach. Auch bei älteren Kindern ist es wichtig, dass es weiß, dass Sie hinter ihm stehen. Zeigen Sie Interesse an der Mediennutzung Ihres Kindes und fördern Sie einen selbstverantwortlichen und kompetenten Umgang mit Medien. Das Angebot von Handysektor kann dabei unterstützen. 

Einige der Themen sind für Kinder unter zehn Jahren eventuell nicht geeignet. Vor allem Beiträge zu Themen wie Cybergrooming, Sexting oder Pornografie können für jüngere Kinder noch verwirrend sein. Für sie gibt es alternative Angebote wie Scroller.de oder Kindersache.de.

Machen Sie sich selbst ein Bild von den besprochenen Inhalten und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Auch wenn sich Handysektor an Jugendliche richtet, können Sie sich dort ebenfalls informieren. Das kann Ihre Kommunikation miteinander fördern und Ihnen helfen, einen Einblick in den digitalen Alltag Ihres Kindes zu gewinnen. 

Daddeln bis zum Umfallen – wie erkenne ich Computerspielsucht?

Kinder lieben es, zu spielen. Doch gerade bei Computerspielen sind sich viele Eltern unsicher, wie viel Spielzeit für ihr Kind angemessen ist und wann die Gefahr einer Abhängigkeit besteht.

Worin liegt der Reiz am Spielen?

In andere Welten eintauchen, in verschiedene Rollen schlüpfen, schwierige Aufgaben meistern, spannende Geschichten erleben und der Realität kurz entfliehen – all das macht Spielen für Kinder verlockend, egal ob am Computer oder draußen mit Freunden. Gerade Games bieten unzählige Möglichkeiten, Abenteuer zu erleben und sich mit anderen zu messen. Schwierig beim Spielen ist es manchmal, wieder damit aufzuhören, denn viele Spiele haben kein klares Ende.

Wann spricht man von Abhängigkeit?

Es gibt nur sehr wenige Menschen, die tatsächlich im medizinischen Sinne „süchtig” nach Computerspielen sind. Das Wort fällt im Alltag schnell, auch wenn es eigentlich nicht passend ist. Nur weil Ihr Kind sehr viel Zeit mit Computerspielen verbringt, ist es in der Regel noch nicht abhängig. Trotzdem helfen neben dem Gespräch mit Ihrem Kind feste Regeln, wenn Sie das Gefühl haben, es spielt zu viel und vernachlässigt Freunde oder die Schule. Denn auch “ekzessiver Konsum” kann problematisch sein. Mehr Hinweise gibt es hier.

Eine Sucht oder Abhängigkeit ist eine Krankheit. Es geht dabei nicht um das “wie lange” oder “wie oft”, sondern um das “warum”. Beobachten Sie Ihr Kind, um herauszufinden, warum es so gefesselt von einem Spiel ist. Wenn Sie Angst haben, Ihr Kind könnte süchtig sein, können Sie sich an einigen Risikofaktoren orientieren, die auf eine mögliche Abhängigkeit Ihres Kindes vom Spielen hinweisen könnten. Wenn Sie Folgendes über einen längeren Zeitraum bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie sich Hilfe suchen:

  • Das Computerspielen ist das Wichtigste im Leben Ihres Kindes und der gesamte Alltag wird danach ausgerichtet. Es äußert ständig den Wunsch, wieder spielen zu dürfen und einstige Lieblingsbeschäftigungen geraten in den Hintergrund.
  • Ihr Kind hat das dringende Verlangen danach, immer mehr und immer länger spielen zu müssen.
  • Ihr Kind hat vollkommen die Kontrolle über das eigene Spielverhalten verloren und zeitliche Limits werden nicht eingehalten, auch wenn es weiß, dass es zu viel Zeit am Computer verbringt.
  • Das Computerspiel ist eine Ablenkung von negativen Gefühlen wie Ärger mit Familie oder Freunden oder Stress in der Schule.
  • Ihr Kind lässt es zu, dass das Spielen negative Auswirkungen auf das echte Leben hat: Es zieht sich z. B. von Freunden zurück, vernachlässigt Hobbies und Verpflichtungen wie z. B. die Schule oder das Fußballtraining wird nur noch als unangenehm und nicht erfüllend empfunden.
  • Wenn keine Möglichkeit besteht, Computer zu spielen, treten Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Aggressivität auf.

Das sind nur einige von vielen Merkmalen, die typisch für eine Computerspielsucht sein können. Seien Sie sich jedoch bewusst: Eine medizinische Diagnose können nur Experten stellen!

Mein Kind scheint abhängig zu sein – was kann ich jetzt tun?

Wenn Sie eine Computerspielsucht bei Ihrem Kind vermuten, sollten Sie das als Erstes offen ansprechen. Zeigen Sie Verständnis und überlegen Sie gemeinsam, welche Regeln dafür sorgen können, dass es weniger spielt. Sollten Sie keinen Zugang mehr zu Ihrem Kind finden, bieten Suchtberatungsstellen Unterstützung und können konkrete Ansprechpartner vermitteln. Es gibt diese in größeren Städten und auch online. Recherchieren Sie online nach Stellen in Ihrer Umgebung oder wenden Sie sich z. B. an: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/hilfe-finden.html oder https://www.nummergegenkummer.de/. Eine Sucht hat meistens andere Ursachen als das Computerspielen selbst. Diese sollten Sie im Gespräch mit Ihrem Kind und mit Hilfe von Fachleuten herausfinden.

Nachhilfe im Internet – der Unterricht ist nur einen Klick entfernt

Wieder so eine Woche: Dienstag Vokabeltest in Englisch und am Donnerstag steht die Mathearbeit an. Vielen Eltern fehlt allerdings schlichtweg die Zeit, jeden Tag mit dem Kind zu lernen. Eine Unterstützung könnte Nachhilfe aus dem Netz sein. Der Markt ist mittlerweile riesig.

Was ist Online-Nachhilfe genau?

Lernen im Internet kann ganz unterschiedlich aussehen: Lernvideos vermitteln den Lernstoff oft auf unterhaltsame Art, wodurch Kinder und Jugendliche in den Bann gezogen werden und die Videos gern anschauen. Einige Videos erklären Sachverhalte eher oberflächlich, andere vertiefen einen bestimmten inhaltlichen Aspekt. Bei den sogenannten Lernspielen rückt die Wissensvermittlung anscheinend in den Hintergrund, sodass der Lernstoff spielerisch und ganz nebenbei verankert wird.

Die klassische Nachhilfe kann man auch online „live“ in Anspruch nehmen: Lehrer und Schüler kommen dabei über eine Plattform in Kontakt und vereinbaren individuelle Termine. Bei der Nachhilfestunde wird dann über Webcam und Headset kommuniziert, z. B. über Skype.

Vorteile von Online-Nachhilfe

Vor allem die Flexibilität beim Online-Lernen überzeugt. Dies funktioniert mit Lernvideos, die beliebig oft angeschaut werden können. Zeitlich flexibel ist auch die Nachhilfe mit einer persönlichen Ansprechpartnerin über das Internet. Ihr Kind kann sich theoretisch jede Woche einzelne Termine heraussuchen, an dem es lernen möchte und die in den Familienalltag passen. Die Nachhilfestunden sind somit nicht an einen festen Tag in der Woche gebunden. Das kann die Lernmotivation steigern, da es Ihrem Kind einen gewissen Freiraum bietet. Außerdem ist Online-Nachhilfe von jedem Ort aus möglich – auch wenn Ihr Kind z. B. bei den Großeltern ist, lässt sich der Unterricht über das Internet realisieren. Oft ist Online-Nachhilfe auch kostengünstiger als Offline-Angebote.

Viele Nachhilfe-Portale speichern zudem den Lernstand Ihres Kindes. So können sowohl Ihr Kind als auch Sie als Eltern die Lernerfolge verfolgen. Die Motivation Ihres Kindes kann durch das Lernen mit digitalen Medien insgesamt gesteigert werden, da sie ohnehin täglich von Heranwachsenden genutzt und daher auch beim Lernen einbezogen werden sollten.

Das sollten Eltern beachten

Wenn Sie Nachhilfe online für Kind nutzen möchten, sollten Sie sich genau über Inhalte, Funktionen und Kosten der verschiedenen Angebote informieren. Der Nachhilfe-Markt im Netz ist unübersichtlich. Hilfreich bei der Auswahl können Bewertungen von anderen Lernenden sowie Vergleichstests sein. Nutzen Sie objektive Bewertungen nutzen, wie z. B. vom Internet-ABC.

Klicken Sie sich gemeinsam durch die Angebote, um entscheiden zu können, was für Ihr Kind am geeignetsten ist. Viele Angebote bieten Probezeiträume von bis zu einem Monat. Neben den Inhalten ist auch entscheidend, ob Ihr Kind mit der Bedienung und den Funktionen zurechtkommt.

Grundsätzlich kann kein Online-Programm den direkten Kontakt und eine persönliche Beziehung zu einem Nachhilfelehrer leisten. Deshalb ist ein solches Angebot nicht für jedes Kind geeignet. Sie sollten sich bewusst sein, dass Online-Nachhilfe Ihrem Kind viel Eigenverantwortung abverlangt. Es muss  genau über seine Lernlücken Bescheid wissen. Die eigene (Lern)-Motivation sollte hoch genug sein, um eigenständig „am Ball“ zu bleiben, da keine „echte“ Nachhilfelehrerin an die Übungsstunden erinnert. Versuchen Sie einzuschätzen, ob Ihr Kind dafür schon alt genug ist.

Gerade bei ernsthaften schulischen Problemen ist es nicht unbedingt ratsam, nur auf Online-Nachhilfe zu setzen.

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