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Jugend und Medien: Einblicke aus der JIM-Studie 2025

Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) liefert Einblicke in die Mediennutzung Jugendlicher (12 bis 19 Jahre) in Deutschland. Sie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt. Hier fassen wir die wichtigsten Ergebnisse so zusammen, dass Eltern ihre Kinder besser unterstützen können.

Digitaler Alltag: Geräte, Zeit und Mediennutzung

Fast alle Jugendlichen (98 %) besitzen ein Smartphone, das sie täglich nutzen. Im Durchschnitt verbringen sie rund vier Stunden täglich am Gerät, bei älteren Jugendlichen sind es über viereinhalb Stunden. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Art der Inhalte, die Jugendliche konsumieren. Diese Nutzungszeit umfasst sowohl schulische Aufgaben als auch Freizeitaktivitäten. Besonders ab 16 Jahren nutzen viele ihr Smartphone nahezu durchgehend. Auch wenn ihnen bewusst ist, wie wichtig Pausen sind, fällt es vielen schwer, die Nutzung eigenständig zu regulieren.

Social Media-Plattformen und Messenger bleiben weiterhin die wichtigsten Kanäle, um zu kommunizieren, sich zu informieren und den Alltag zu organisieren.

KI im Alltag: Chancen und Herausforderungen

Zum ersten Mal liegt der Fokus der Studie 2025 auf dem Thema Künstliche Intelligenz (KI): 91 Prozent der Jugendlichen verwenden mindestens ein KI-Tool. Besonders oft wird KI für die Schule und Hausaufgaben genutzt, etwa zur schnellen Informationssuche. Aber auch für die Antwort auf Fragen, die Jugendliche bewegen oder um herauszufinden, wie etwas geht, setzen Jugendliche KI ein.

Schon jüngere Jugendliche verwenden KI regelmäßig. Deshalb sollten Eltern die Themen KI-Nutzung, Quellenkritik und den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen gemeinsam mit ihren Kindern besprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür sich welche KI-Anwendungen eignen und, dass KI-Chatbots nicht den Austausch mit anderen Menschen ersetzen.

Risiken und problematische Erfahrungen

Die Studie zeigt auch, dass viele Jugendliche negative Erlebnisse machen: Etwa ein Viertel kennt Fälle von Mobbing in ihrem Umfeld, 9 Prozent sind selbst betroffen. Die Kommunikationsrisiken von Social Media und Smartphone bleiben hoch. Zusätzlich belasten der ständige Druck erreichbar zu sein, Cyber-Kontakte und problematische Inhalte viele Jugendliche.

Praktische Tipps für Eltern

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Nutzung von Smartphone und Internet: Wie viel Zeit ist gesund? Was macht Ihr Kind online? Welche Wünsche hat Ihr Kind im Hinblick auf Bildschirmzeit und Mediennutzung? Wie können Sie Ihr Kind unterstützen?
  • Vereinbaren Sie gemeinsam feste Zeiten mit Ruhe- und Handy-freien Phasen, um zu lange Bildschirmzeiten zu vermeiden.
  • Erklären Sie, wie die KI‑Antworten entstehen, und hinterfragen Sie gemeinsam die Qualität von Quellen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Mobbing, Hetze oder Überforderung, und bleiben Sie im Gespräch.
  • Fördern Sie Medienkompetenz und kritisches Denken: Nicht alles, was online steht, ist zuverlässig.

Neben diesem Überblick empfehlen wir auch die miniKIM-Studie zur Mediennutzung von Kleinkindern und die KIM-Studie 2022 für jüngere Kinder.

Weitere ausführliche Informationen zur JIM-Studie 2025 finden Sie auf der Website des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und bei Handysektor.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-App
  • Unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, Standortweitergabe und In-App-Käufe
  • Laut Anbieter ab 13 Jahren mit Einverständnis der Eltern; ab 16 Jahren für Direktnachrichten, Duette und Stitches
  • „Für dich“-Feed mit algorithmisch empfohlenen Videos und „Folge ich“-Feed mit abonnierten Profilen
  • Spezielle Sicherheitsfeatures für Minderjährige

Was ist TikTok?

TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.

Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.

TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.

Was kann problematisch sein?

  • Alter und Registrierung: Anmeldung ab 13 Jahren mit elterlichem Einverständnis. Altersangaben werden nicht überprüft, viele Jüngere nutzen die App.
  • Inhalte: Gefahr durch Hate Speech, Desinformation, manipulative politische Inhalte, Verschwörungsmythen oder Fake-Videos.
  • Kommunikation: Risiko von Cybermobbing, Cybergrooming oder Belästigung, besonders bei eigenen Uploads ohne Schutzfunktionen.
  • Kommentare und Bildfunktion: In den Kommentaren können Bilder gepostet werden. Diese Funktion wird bereits für sexualisierte Inhalte, Age-Baiting (Vortäuschen eines falschen Alters) und manipulative Reichweitentaktiken genutzt.
  • Urheberrechte: Song- und Filmausschnitte dürfen nicht außerhalb der App geteilt werden. TikTok erhält Nutzungsrechte an veröffentlichten Videos. Personen im Video müssen vorher zustimmen.
  • Werbung und Einnahmen: Anzeigen ähneln oft normalen Videos. Nutzer*innen ab 18 Jahren können Geld durch virtuelle Geschenke, Livestreams, den „Creator Marketplace“ oder TikTok Shop verdienen.
  • Filtereffekte: Der „Teenage-Filter“ vermittelt unrealistische Schönheitsideale und kann zu ungesunden Vergleichen führen.
  • Challenges: Können gefährlich werden oder problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen fördern.
  • Private Nachrichten und Sprachnachrichten: Nutzer*innen können Direktnachrichten (DMs) und Sprachnachrichten (bis 60 Sekunden) senden. Gruppenchats erlauben bis zu neun Bilder oder Videos. Diese Funktionen erweitern die Kommunikation, bergen aber Risiken wie Belästigung, sexualisierte Inhalte oder Manipulation.
  • Datenschutz: Nutzer*innendaten werden teils außerhalb der EU verarbeitet, etwa in China oder Irland, was weiterhin datenschutzrechtliche Kritik hervorruft.

Was sagt der Anbieter?

TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:

  • Begleiteter Modus: Eltern können Nutzungszeit, Nachrichtenempfang und Inhaltsfilter steuern.
  • Private Konten: Für 13- bis 15-Jährige automatisch privat; Kommentare eingeschränkt, Downloads deaktiviert.
  • Inhaltsfilter: 13- bis 17-Jährige werden vor Inhalten für Erwachsene geschützt.
  • Direktnachrichten: Mindestalter 16 Jahre; DMs und Sprachnachrichten unter 16 Jahren deaktiviert.
  • Duette, Stitches, Livestreams: Unter 16 Jahren nicht möglich.
  • Kommentare: Filter-, Blockier- und Meldefunktionen verfügbar.
  • Feed-Steuerung: Neustart-Option für den „Für-dich“-Feed, um Inhalte zurückzusetzen.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.

Was sollten Eltern beachten?

Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.

Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.

Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.

Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.

Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.

Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.

Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.

Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).

Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.

Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.

Medien selber machen: Hörprojekte mit Kindern

Wussten Sie, dass Ihr Kind schon hören kann, bevor es auf der Welt ist? Das Ohr wird als erstes Sinnesorgan während der Schwangerschaft ausgebildet.
Auch im Baby- und Kleinkindalter spielt das Hören eine besondere Rolle. Babys können schon früh die Stimme ihrer Bezugsperson erkennen. Das Hören ist wichtig für die Wahrnehmung der Umwelt und das Sprechen lernen. Da kleine Kinder noch nicht lesen können, sind sie besonders auf das Hören angewiesen. Sie bekommen gern vorgelesen oder lauschen Hörgeschichten.

Audioprojekte sind einfach umzusetzen

Spätestens ab dem Kindergartenalter lassen sich Kinder von Hörmedien wie Musik, Podcasts und Hörspielen begeistern. Viele Kinder nutzen dazu gerne eine eigene Hörbox. Ab dem Kindergartenalter können Sie gemeinsam kleine Hörgeschichten produzieren oder Spiele mit Geräuschen ausprobieren. Das schult das genaue Zuhören und hilft dabei, gut sprechen zu lernen. Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten vor.

Beim Spaziergang die Ohren spitzen

Mit kleinen Kindern ab ca. 3 Jahren können Sie einen Spaziergang machen und mal genau hinhören: Was hören wir? Was macht eigentlich alles ein Geräusch? Tipp: schließen Sie die Augen – dann nehmen die Ohren noch mehr wahr.

Auf Geräuschesafari gehen

Wenn Ihr Kind schon etwas größer ist, können Sie gemeinsam auf Geräuschesafari gehen. Jedes Smartphone hat ein eingebautes Mikrofon, viele besitzen auch eine App zum Aufnehmen von Sprachmemos. Gehen Sie nach draußen, z. B. in den Wald. Sammeln Sie gemeinsam die verschiedensten Geräusche und nehmen Sie sie auf. Erkennen Sie und Ihr Kind hinterher beim Anhören wieder, was es für Geräusche waren? Wenn Sie mit mehreren Kindern unterwegs sind, können Sie daraus ein Geräuscherätsel gestalten und einander raten lassen, welche Geräusche aufgenommen wurden.

Interviews führen

Sprechen will geübt sein – und macht Kindern besonders dann Spaß, wenn sie ihre eigene Stimme bewusst entdecken dürfen. Kleine Stimmübungen wie laut und leise sprechen, verschiedene Stimmungen ausprobieren oder Zungenbrecher aufsagen stärken Artikulation und Ausdruck. So lernt Ihr Kind spielerisch, seine Stimme gezielt einzusetzen. Übungen zum Sprechtraining finden Sie hier auf Auditorix. Im nächsten Schritt können Sie und Ihr Kind selbst ein kleines Interview führen – zum Beispiel mit einem Familienmitglied, einer Nachbarin oder einem Freund. Themen wie Lieblingsorte, Hobbys oder Wünsche für die Zukunft eignen sich zum Beispiel gut für den Einstieg. So trainiert Ihr Kind nicht nur seine Stimme, sondern lernt auch zuzuhören, gezielte Fragen zu stellen und Gespräche zu gestalten.

Musik machen

Musik selbst zu produzieren und aufzunehmen macht Kindern Spaß und fördert ihre Kreativität. Schon mit einfachen Mitteln kann Ihr Kind eigene Klänge und Rhythmen gestalten – etwa mit Alltagsgegenständen wie Dosen und Gummibändern oder Rasseln aus Reis und Bechern. Wer lieber digital arbeitet, kann mit Musik-Apps wie GarageBand oder Indigo Pads spielerisch Instrumente ausprobieren und eigene Melodien aufnehmen. So entsteht schnell ein kleiner Beat, der zum Beispiel ein Hörspiel lebendiger klingen lässt und Stimmungen unterstreicht.

Ein eigenes Hörspiel produzieren

Fast jedes Kind hat ein Lieblingsbuch oder eine Lieblingsgeschichte. Machen Sie daraus gemeinsam ein kleines Hörspiel. Das klappt mit Kindern ab ca. 4 Jahren. Mit dem Smartphone oder Tablet lassen sich unkompliziert verschiedene Tonspuren aufnehmen und kombinieren – zum Beispiel mithilfe der App Audio Adventure. Lesen Sie die Dialoge mit verteilten Rollen und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Musik einsetzen und die Geschichte mit Geräuschen versehen kann. Wie klingt es, wenn es draußen regnet oder stürmt? Einen Überblick, wie sich Geräusche selbst erzeugen lassen, gibt es auf Auditorix. Eine Videoanleitung zum Geschichten erzählen mit dem Tablet finden Sie auf kinder.jff.de.

Hörrätsel und mehr

Wenn das Wetter nicht zum Rausgehen einlädt, kann Ihr Kind auf AUDIYOUkids oder bei Planet Schule Hörrätsel lösen, selbst eine Geschichte vertonen oder ein Hörspiel zusammensetzen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei – vor allem, wenn es noch nicht lesen kann. Kinder ab dem Grundschulalter lernen hier auch, Tonaufnahmen zu schneiden.

Dann mal ran an die Ohren und viel Spaß beim gemeinsamen Lauschen, Geräusche machen und Geschichten vertonen!

Eltern-Check-In: Wie viel Bildschirmzeit ist in den Ferien okay?

Diese Frage stellen sich viele Eltern zu Beginn der Ferienwochen. Eine Antwort darauf ist gar nicht so leicht zu geben. Es gibt keine Zeitangaben, die für alle gelten. Eine angemessene Bildschirmzeit hängt von Alter, Entwicklungsstand sowie den Bedürfnissen Ihres Kindes ab – es ist also eine individuelle Entscheidung. Der Austausch mit anderen Eltern kann helfen, aber kein Kind und keine Familie ist gleich und dementsprechend können sich Medienregeln unterscheiden.

Wie viel – aber vor allem auch was und warum!

Gestalten Sie Regeln für Bildschirm- und Medienzeiten abhängig davon, welche Medien Ihr Kind nutzt und wie gut es damit umgehen kann.

Gemeinsame Mediennutzung und Gespräche über die Erlebnisse helfen Ihnen dabei, dies gut einschätzen zu können. Auch die Nutzungsform sollte eine Rolle spielen: Also wie verbringt Ihr Kind die Zeit? Informiert es sich über ein Thema, das es aktuell besonders interessiert? Werden Spiele gespielt, Serien geschaut oder endlos durch Social-Media-Feeds gescrollt? Ist es dabei allein?

Medien bieten uns die Möglichkeit, uns zu informieren, inspirieren zu lassen, in den Austausch mit anderen zu gehen, vom hektischen Alltag abzulenken – aber sie können uns auch stressen oder gar belasten. Gerade in den Ferien kann Erholung vom häufig vollgepackten und eng strukturierten Alltag vmit Schule, Sportvereinen oder Musikstunden guttun. Durch Mediennutzung kann sich Ihr Kind entspannen und mit Freund*innen in Kontakt bleiben. Jedoch ist dabei ein Ausgleich wichtig, wie etwa Spielen drinnen und draußen, Sport, Basteln oder Zeit mit Freund*innen und der Familie verbringen.

Gemeinsam Regeln finden

Die Akzeptanz von Medienregeln ist größer, wenn sie gemeinsam mit Ihrem Kind getroffen werden. Sprechen Sie zusammen darüber, welche Medien und Inhalte Ihr Kind wann, wie und warum nutzt. Denken Sie auch über Ihre eigene Mediennutzung nach, denn Eltern wirken als Vorbilder. Stellen Sie so gemeinsame Medienregeln für die ganze Familie auf. Abweichungen in den Ferien oder an Wochenenden sind okay! Regeln müssen zur Entwicklung und den Bedürfnissen Ihres Kindes sowie und zu Ihrem Familienalltag passen, damit sie eingehalten werden können.

Mehr zu Medienregeln und Bildschirmzeit finden Sie in diesen Elternguide.online Artikeln und Videos:

https://www.elternguide.online/regeln-fuer-die-mediennutzung-in-der-familie/

https://www.elternguide.online/medienregeln-fuer-schulkinder/

https://www.elternguide.online/der-staendige-streit-um-medienzeiten-ab-wann-ist-es-zu-viel/

https://www.elternguide.online/wann-ist-viel-zu-viel-zwischen-sucht-und-extremer-mediennutzung/

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/bPw7vqI2fxA

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Kinder und Medien: Einblicke aus der KIM-Studie 2024

Medien gehören fest zum Alltag von Kindern – ob beim Spielen, Lernen oder Kommunizieren. Die KIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zeigt, wie intensiv und vielfältig Kinder zwischen 6 und 13 Jahren in Deutschland Medien nutzen. Wir fassen zentrale Ergebnisse zusammen – und geben Tipps, wie Eltern ihr Kind im digitalen Alltag begleiten und stärken können.

Internetzugang und Geräte: Der Einstieg beginnt früh

Je älter Kinder sind, desto häufiger nutzen sie das Internet – und desto öfter besitzen sie eigene Geräte: 70 % der 6- bis 13-Jährigen nutzen das Internet (2022: 62 %). Fast alle Kinder ab 12 Jahren sind online. Schon bei den 8- und 9-Jährigen ist der Anteil der täglichen Internetnutzung deutlich gestiegen (2022: 23 % | 2024: 40 %). Ein eigenes Smartphone besitzen 46 % der Kinder insgesamt, ab 10 Jahren mehr als die Hälfte.

Tipp: Achten Sie auf altersgerechte Geräte, aktivieren Sie Sicherheitseinstellungen gemeinsam mit Ihrem Kind – und sprechen Sie über den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet.

Mediennutzung: Oft allein – und schon sehr regelmäßig

Mehr als die Hälfte der Kinder nutzt Medien wie YouTube, Onlinevideos, Spiele oder Messenger allein – besonders ab der 3. Klasse. 54 % der Kinder, die das Internet nutzen, tun das täglich (2022: 47 %). Bei den 12- und 13-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 86 %.

Tipp: Auch wenn Kinder sicherer im Umgang mit Technik werden – wichtig bleibt Ihre Begleitung. Achten Sie darauf, was Ihr Kind nutzt, und sprechen Sie regelmäßig über Erlebnisse, Fragen oder Probleme.

Plattformen und Apps: Beliebt trotz Altersbeschränkung

Viele Kinder nutzen Apps und Dienste, die eigentlich erst ab 13 oder 16 Jahren erlaubt sind, wie WhatsApp (73 %), TikTok (42 %), Instagram (25 %) und Snapchat (21 %). Diese Altersfreigaben werden häufig umgangen, denn die Plattformen bieten kaum effektive Altersverifikationen. Beim Streaming ist Netflix mit 21 % inzwischen der beliebteste Bewegtbildanbieter, vor KiKA (14 %) und YouTube (11 %).

Tipp: Prüfen Sie App-Einstellungen, deaktivieren Sie z. B. Standortfreigaben, und sprechen Sie mit Ihrem Kind über Risiken wie Werbung, Cybermobbing oder In-App-Käufe.

Medienerziehung: Eltern sind gefragt – auch technisch

Viele Eltern sehen sich in der Verantwortung, verzichten aber häufig auf technische Schutzmaßnahmen. Zwei Drittel der Familien nutzen keine Filter oder Sicherungen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Medienerziehung.

Tipp: Sicherheitseinstellungen und Kinderschutz-Apps sind hilfreich, wichtiger ist aber das Gespräch. Fragen Sie: Was sieht mein Kind online? Mit wem schreibt es? Was beschäftigt es?

Was sollten Eltern beachten?

  • Kommunikation fördern: Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über dessen Mediennutzung – ohne Angst oder Vorwürfe. Bleiben Sie offen, interessiert und ansprechbar.
  • Medien sinnvoll nutzen: Zeigen Sie kreative und altersgerechte Inhalte, z. B. Kinder-Apps zum Malen, Lernen oder Entdecken.
  • Bildschirmzeiten gemeinsam regeln: Sprechen Sie über Bildschirmzeit und vereinbaren Sie verbindliche Regeln. Berücksichtigen Sie dabei das Alter, die Aktivitäten und die Bedürfnisse Ihres Kindes.
  • Geräte absichern: Nutzen Sie Kindersicherungen, Jugendschutz-Apps, Betriebssystemfunktionen (z. B. „Bildschirmzeit“ bei Apple, „Family Link“ bei Google) und deaktivieren Sie In-App-Käufe.
  • Vorbild sein: Achten Sie auf Ihre eigene Mediennutzung und machen Sie Pausen und Offline-Zeiten zur Normalität.

Neben diesem Artikel bieten wir auch vertiefende Einblicke in die Mediennutzung jüngerer Kinder mit der miniKIM-Studie sowie in die Mediengewohnheiten von Jugendlichen mit der JIM-Studie.

Weitere Infos zur KIM-Studie 2024: www.mpfs.de/studien/kim-studie/2024

Medienregeln für Schulkinder

Mit Medien können Kinder lernen, kreativ sein, sich entspannen und Spaß haben. Für Kinder ab dem Grundschulalter ist es wichtig, dass sie einen bewussten und zunehmend selbstständigeren Umgang mit Medien entwickeln. Als Eltern sind Sie dafür verantwortlich, dass der Medienkonsum nicht ausufert. Hilfreich sind gemeinsame Regeln für eine Mediennutzung in der Familie.

Feste Medienregeln einführen

Kinder im Grundschulalter brauchen klare Regeln. Sie geben Sicherheit und helfen, Medien bewusst zu nutzen. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind:

  • Feste Medienzeiten: Bei jüngeren Kindern können feste Zeitpunkte für die Nutzung von Medien festgelegt werden. Zum Beispiel Computerspielzeit erst nach den Hausaufgaben oder keine Videozeit kurz vor dem Schlafengehen. Vielleicht gibt es bei Ihnen zuhause auch bestimmte Familienzeiten ohne digitale Geräte.
  • Begrenzte Nutzungsdauer: Eine konkrete Empfehlung, wie viel Zeit ein Kind in einem bestimmten Alter mit Medien verbringen darf, ist schwierig. Erstens, weil jedes Kind anders ist und mit Medien unterschiedlich gut umgehen kann. Zweitens, weil Medien für ganz verschiedene Zwecke genutzt werden – zum Beispiel zum Lernen, zur gemeinsamen Unterhaltung oder zur Ablenkung. Für jüngere Kinder ist Orientierung in Form einer täglichen Medienzeit sinnvoll. Ältere Kinder können lernen, mit einem Wochenkontingent umzugehen.
  • Ort der Nutzung: Vereinbaren Sie smartphonefreie Zonen – zum Beispiel Schlafzimmer oder Essbereich.
  • Altersgerechte Medieninhalte: Legen Sie mit Ihrem Kind fest, dass es nur altersgemäße Inhalte nutzen darf. Orientieren Sie sich dabei an den Altersfreigaben und achten Sie auf altersgerechte Angebote, die zum Entwicklungsstand Ihres Kindes passen.

Kinder akzeptieren Regeln besser, wenn sie mitentscheiden dürfen. Überlegen Sie gemeinsam, was sinnvoll ist – und was passiert, wenn eine Regel gebrochen wird. Ein Mediennutzungsvertrag kann helfen, alles festzuhalten. Achten Sie darauf, Medienverbote nicht als Druckmittel einzusetzen.

Passen Sie die Medienregeln dem Entwicklungsstand Ihres Kindes an. Ab dem Jugendalter können zum Beispiel feste Medienzeiten langsam abgeschafft werden. Dennoch sollte es Regeln geben, welche Medien zu welchen Zwecken genutzt werden dürfen, zum Beispiel mit dem ersten eigenen Smartphone. Eine Begleitung durch die Eltern ist auch im Jugendalter noch wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung. Fragen Sie nach, wie und warum es was nutzt und wie es damit klarkommt. Seien Sie auch bei Problemen immer ansprechbar.

Regeln für Computerspiele

Spiele sind für viele Kinder besonders faszinierend – bergen aber auch Herausforderungen. Stellen Sie gemeinsam klare Regeln für Computerspiele auf:

  • Spielzeiten: Vereinbaren Sie feste Spielzeiten und behalten Sie Ihr Kind im Auge, wenn es zu viel Zeit mit Games verbringt.
  • Inhalte: Der Wunsch, Games zu zocken, die eigentlich erst für ältere Jugendliche gedacht sind, führt oft zu Spannungen in der Familie. Nutzen Sie nur Spiele mit passender Altersfreigabe – und probieren Sie sie im besten Fall einmal selbst aus oder spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Spielumfeld: Bei jüngeren Kindern sollte der Spielort nicht das Kinderzimmer sein, sondern ein gemeinsamer Raum, in dem Sie leicht im Blick behalten können, was gespielt wird.

Technische Unterstützung nutzen

Regeln zur Medienzeit sind oft schwer durchzusetzen – technische Hilfsmittel können dabei unterstützen. Jugendschutzfunktionen in Betriebssystemen, Einstellungen in Geräten, Apps und Spielen sowie Kinderschutz-Apps helfen, Zeitlimits und Pausenzeiten einzuhalten und Inhalte zu filtern. Allerdings sollte Ihr Kind nach und nach lernen, das Smartphone oder Tablet nach Ablauf der Bildschirmzeit von sich aus zur Seite zu legen. So übt und verinnerlicht es einen bewussten Umgang mit Medien.

Jüngere Kinder sollten neue Apps und Computerspiele nur gemeinsam mit den Eltern installieren. Mit zunehmendem Alter können Sie Ihrem Kind dann Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen und die technischen Einstellungen altersgemäß anpassen.

„Die anderen dürfen aber …!“

Früher oder später hören viele Eltern: „Alle anderen haben schon ein Smartphone/spielen Konsole/dürfen TikTok nutzen!“ Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen. Kinder vergleichen sich, doch jedes Kind ist anders. Erklären Sie Ihrem Kind Ihre Entscheidungen und beziehen Sie es altersgerecht mit ein. Ihr Kind wird im Schulalter zunehmend durch Freund*innen beeinflusst. Es kann helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen und ggf. gemeinsame Grundregeln im Klassen- oder Freundeskreis abzusprechen.

Vorbild sein und Medien gemeinsam genießen

Als Eltern sind Sie eine wichtige Orientierung für Ihr Kind. Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion deshalb bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten. Sie können beispielsweise vereinbaren, dass Smartphones nichts beim Essen zu suchen haben oder smartphonefreie Familientage einrichten.

Statt Mediennutzung nur zu reglementieren, lohnt es sich, bewusst gemeinsame Medienerlebnisse zu schaffen. Ein wöchentlicher Filmabend mit der Familie oder gemeinsames Musikhören am Wochenende stärken den Familienzusammenhalt und bieten gleichzeitig Gelegenheiten, über Inhalte zu sprechen, Medienvorlieben zu entdecken und Werte zu vermitteln.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Ereignisse wie Kriege oder Naturkatastrophen dominieren oft tagelang die Berichterstattung. Kinder nehmen diese Themen wahr – durch Gespräche zu Hause, in der Schule oder über das Internet. Viele Informationen sind jedoch schwer verständlich oder beängstigend. Wie können Kinder altersgerecht an Nachrichten herangeführt werden?

Kinder an Nachrichten heranführen

Kinder sollen die Welt verstehen lernen. Doch viele Nachrichtenformate für Erwachsene sind zu komplex oder erschreckend. Bilder von Gewalt oder Katastrophen können überfordern. Zudem erschweren „Fake News“ und politische Meinungsmache zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden.

Wichtig ist eine altersgerechte Begleitung. Eltern können helfen, das Gesehene einzuordnen – und geeignete, sichere Angebote auszuwählen.

Kindgerechte Nachrichten im Videoformat

Im Internet gibt es zahlreiche Nachrichtenformate speziell für Kinder – mit einfacher Sprache, anschaulichen Erklärungen und ohne schockierende Bilder. Manche Kinder sind sogar selbst Reporter*innen.

Empfehlenswerte Angebote:

  • logo! (ZDF): Die tägliche Nachrichtensendung für Kinder erklärt aktuelle Themen verständlich und kindgerecht. Verfügbar im Fernsehen und online.
  • kindersache.de (Deutsches Kinderhilfswerk): Eine Mitmachseite mit aktuellen, kindgerecht erklärten Texten zu verschiedenen Themen.
  • duda.news (Kölner Stadt-Anzeiger): Die Kinderredaktion bietet aktuelle Nachrichten, Tier-ABC, Lexikon und Mitmach-Tipps für Kinder.
  • ZDFtivi Nachrichtenspecials: kindgerechte Erklärvideos zu aktuellen Themen wie Pandemie oder Konflikten.

Die Kindersuchmaschine fragFINN.de hilft dabei, vertrauenswürdige Kinderangebote zu finden. Die Suchergebnisse sind gefiltert und altersgerecht.

Nachrichten für Kinder als Podcast

Podcasts ermöglichen es Kindern, Nachrichten in ihrem eigenen Tempo zu hören – ohne beängstigende Bilder.

Empfehlenswerte Podcasts:

  • MausZoom (WDR): Die Maus nimmt ein Thema und zoomt langsam rein – je mehr sie reinzoomt, desto mehr Details kommen ans Licht.
  • neuneinhalb (WDR): Ein gesellschaftspolitisches Reportermagazin für Kinder und Jugendliche mit spannenden Themen.
  • Kindernachrichten (NDR Info): Wöchentlicher Nachrichtenüberblick für Kinder ab 9 Jahren, verständlich erklärt.
  • logo! zum Mitnehmen (ZDF): Der Podcast zur logo!-Sendung ermöglicht es, die Nachrichten auch unterwegs zu hören.
  • FINNgehört (fragFINN): Ein Kindernachrichten-Podcast mit dem Spiel „Zwei Wahrheiten, eine Lüge“ und spannenden Berichten.

Nachrichtenformate für Jugendliche

Jugendliche informieren sich häufig über soziale Netzwerke wie YouTube, Instagram oder TikTok. Dort sind jedoch auch viele Falschinformationen und extreme Meinungen unterwegs. Seriöse Angebote, die Jugendliche ernst nehmen und auf Augenhöhe kommunizieren, sind daher besonders wichtig:

  • funk (ARD/ZDF): Das Content-Netzwerk bietet Formate wie Deutschland3000, STRG_F und MrWissen2Go auf verschiedenen Plattformen.
  • nicetoknow (WDR): Nachrichten auf TikTok für junge Menschen ab 14, produziert mit Jugendlichen.
  • tagesschau (ARD) auf Instagram: Kurze, gut erklärte Beiträge für junge Menschen.
  • mitmischen.de (Deutscher Bundestag): Das Jugendportal bietet Informationen über Politik und eigene Reportagen.

So können Eltern unterstützen

Auch kindgerechte Nachrichten können beunruhigend wirken. Manche Kinder sind neugierig, andere schnell besorgt. Entscheidend ist nicht nur das Angebot, sondern auch das Gespräch:

  • Sprechen Sie über das Gesehene: Fragen Sie nach, was Ihr Kind verstanden hat, und erklären Sie offen, was passiert ist.
  • Gemeinsam schauen oder hören: So können Sie helfen, Inhalte einzuordnen – besonders bei schwierigen Themen.
  • Nehmen Sie Ängste ernst: Kinder können nicht immer unterscheiden, ob etwas weit weg oder bedrohlich für sie ist.
  • Erklären Sie, was Falschmeldungen sind: Zeigen Sie, wie man Quellen prüft und warum nicht alles stimmt, was online steht.
  • Lassen Sie Jugendliche mitreden: Sprechen Sie über Social Media, Nachrichtenkanäle und Influencer*innen – und lernen Sie gemeinsam.

Podcasts für Jugendliche

Es gibt sie bereits seit der Jahrtausendwende – einen festen Platz im Alltag haben sie aber erst in den letzten Jahren gefunden, vor allem seit der Coronapandemie: Podcasts. Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland hört regelmäßig Podcasts – Jugendliche sogar noch etwas mehr als Erwachsene. Viele Formate richten sich gezielt an junge Menschen, andere eher an Erwachsene.

Was ist ein Podcast?

Podcasts sind Audio-Sendungen, die man online anhören oder abonnieren kann – ähnlich wie Radiosendungen, aber flexibler: Man kann sie jederzeit und überall hören. Der Name setzt sich aus „Pod“ (Playable on demand – also „auf Abruf abspielbar“) und „Cast“ (Rundfunksendung) zusammen.

Neben klassischen Audio-Podcasts gibt es auch Video-Podcasts oder Formate, die beides kombinieren. Die meisten Podcasts erscheinen regelmäßig in Serienform – mit einem festen Thema, etwa Sport, Kultur oder Nachrichten. Manchmal sind die Folgen in sich abgeschlossen, manchmal bauen sie aufeinander auf.

Podcasts sind im Trend

Audioformate sind praktisch: Sie lassen sich gut unterwegs hören und können schnell mal die Langeweile vertreiben. Es gibt Podcasts, in denen sich Menschen locker über ihren Alltag oder „Gott und die Welt“ unterhalten – und andere, die sich gezielt mit bestimmten Themen beschäftigen. Viele Jugendliche mögen Podcasts, weil sie gleichzeitig unterhaltsam und informativ sind. Oft entsteht beim Zuhören das Gefühl, den Podcaster*innen besonders nah zu sein – vor allem, wenn sie über persönliche Dinge sprechen. Das wirkt manchmal ähnlich wie bei Influencer*innen auf Social Media.

Es gibt viele Podcasts, die ganz bewusst für Jugendliche gemacht sind und sich Jugendthemen widmen. Häufig stehen dabei die „Hosts“ (also die Personen, die durch den Podcast führen) stark im Vordergrund. Jugendliche hören dann nicht nur wegen der Inhalte, sondern vor allem wegen der Person zu, etwa wenn Influencer*innen eigene Podcasts haben. Sehr beliebt bei Jugendlichen sind z. B. die Podcasts „Dick & Doof“, „Hobbylos“ oder „Gemischtes Hack“. Aber auch True-Crime-Podcasts werden gern gehört, also Formate, in denen echte Kriminalfälle erzählt werden wie in „Mordlust“ oder „ZEIT Verbrechen“.

Was sollten Eltern beachten?

Podcasts müssen bisher nicht – im Sinne des Jugendschutzes – mit einer Alterskennzeichnung versehen werden; anders als bei Videos oder Games. Eine Kennzeichnung ist zwar längst angedacht, aber die Menge an Podcasts mach die Umsetzung schwierig. Jede*r kann also einen Podcast produzieren und veröffentlichen – mit beliebigen Inhalten. Fragen Sie deshalb regelmäßig nach, welche Podcasts Ihr Kind hört und informieren Sie sich darüber.

Ein weiterer Punkt: Viele Podcasts enthalten Werbung – oft wird sie direkt von den Hosts gesprochen und ist nicht immer klar erkennbar. Werbung kann beeinflussen, gerade bei jungen Menschen. Viele Podcasts werden darüber finanziert.

Außerdem schlagen Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts oder Deezer automatisch neue Inhalte vor – basierend auf dem Hörverhalten. Nicht alle vorgeschlagenen Formate sind altersgerecht. Haben Sie ein wachsames Auge – oder entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind passende Inhalte.

Hörempfehlungen für Jugendliche

Podcast, die sich konkret an Jugendliche richten, sind in der Regel werbefrei, haben eine Altersempfehlung und gehen auf Themen ein, die junge Menschen interessieren. Aber es gibt durchaus auch Podcasts, die keine konkrete Altersempfehlung haben, sich aber trotzdem gut für Jugendliche eignen. Hier ein paar Tipps:

  • Wo drückt’s? – empfohlen ab 13 Jahren, verfügbar über diverse Plattformen (u. a. Spotify und Podimo): Zwei Schauspielerinnen aus der Jugendserie DRUCK sprechen über ihre persönlichen Erfahrungen rund um erste Liebe, nervige Eltern oder Mobbing. Zwar gibt es seit 2020 keine neuen Folgen mehr – die alten sind aber weiterhin beliebt.
  • Heinefunk – empfohlen ab 11 Jahren, verfügbar über diverse Plattformen (u. a. Apple Podcast und Spotify): Auch der Podcast eines Gymnasiums kann spannend sein, denn hier kommen Schüler*innen selbst zu Wort. Es geht um das aktuelle Schulleben, was auch für Außenstehende interessant sein kann – oder die Anregung einen eigenen Schulpodcast auf die Beine zu stellen.
  • TWEEN Screen – empfohlen ab 11 Jahren; verfügbar über ARD Audiothek und Podimo: Der Jugendpodcast vom MDR befasst sich mit dem Thema Mediennutzung und beantwortet Fragen jugendlicher Nutzer*innen.
  • Podcast zum Mitmachen – empfohlen ab 14 Jahren, verfügbar u. a. über ARD Audiothek und Spotify: „Schreib mich ab“ ist nicht nur eine spannende Krimi-Story, sondern ein interaktives Podcast-Erlebnis. Über das Instagram-Profil zum Podcast können die jungen Hörer*innen selbst mitbestimmen, wie sich die Geschichte entwickelt.
  • Hören, fühlen, verstehen – empfohlen ab 12 Jahren, verfügbar über viele Portale (u. a. Spotify): Vier junge Moderator*innen laden spannende Gäste ein und sprechen über alles, was sie gerade so bewegt. Alltag und Ausnahmesituation, Ernährung, Politik, Tabus. „Wie wir fühlen“ ist spannend zum Zuhören und um sich selbst und die eigenen Gefühle zu sortieren.
  • Aha-Effekt to go – empfohlen ab 12 Jahren, verfügbar u. a. über ihre Website und Spotify: Eine Journalistin und sechs engagierte Jugendliche gehen den Themen auf den Grund, die sie schon immer interessieren und recherchieren zu Themen wie schwarze Löcher, selbstfahrende Autos oder Hafermilch. „Die Wissenschaftsreporter“ ist geballtes Wissen von und für Jugendliche.
  • Immer bestens informiert – empfohlen ab 9 bzw. 14 Jahren, u. a. in der ARD Audiothek & Spotify: Für Kinder und Jugendliche gibt es jede Menge gute Nachrichtenpodcasts. Etwa die NDR-Kindernachrichten, die wöchentlich die aktuellen News für Kinder ab 9 Jahren präsentieren, oder „0630“, wo die Moderator*innen jeden Morgen knapp, informativ und verständlich das Wichtigste aus aller Welt für Jugendliche ab etwa 14 Jahren zusammenfassen.

Mehr Tipps für Podcasts für Jugendliche finden Sie bei Webhelm und beim Stadtmagazin Känguru.

Jugendschutz im Netz – Die Rolle der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM)

Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, in der sie täglich mit Online-Medien in Berührung kommen. Um ihnen einen sicheren Umgang mit dem Internet zu ermöglichen, sind klare Regeln und effektive Schutzmaßnahmen unerlässlich. Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) spielt hierbei eine zentrale Rolle. Wir erklären, wie die FSM den Jugendmedienschutz gestaltet und warum sie für Eltern so wichtig ist.

Wer ist die FSM?

Die FSM ist eine von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) anerkannte Selbstkontrolleinrichtung im Bereich Jugendmedienschutz. Sie setzt sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jugendgefährdenden Online-Inhalten ein und unterstützt Anbieter digitaler Medien bei der Umsetzung von Jugendschutzmaßnahmen. Dabei arbeitet sie eng mit vielen anderen Institutionen aus dem Bereich zusammen – in Deutschland und international.

Aufgaben der FSM

Die FSM verfolgt das Ziel, einen wirksamen Jugendmedienschutz in digitalen Angeboten zu gewährleisten. Ihre Hauptaufgaben:

  • Beschwerdestelle für problematische Inhalte: Nutzer*innen können über die FSM-Beschwerdestelle gesetzlich verbotene oder jugendgefährdende Online-Inhalte melden. Dazu gehören beispielsweise gewalthaltige, pornografische oder extremistische Inhalte. Die FSM prüft jede Beschwerde einzeln und leitet bei Verstößen Maßnahmen ein – entweder durch Zusammenarbeit mit den betroffenen Anbietern oder durch Weiterleitung an Behörden. Die Meldung kann über ein Online-Beschwerdeformular auf der FSM-Website eingereicht werden.
  • Selbstkontrolle und Altersklassifizierung: Als anerkannte Selbstkontrolle nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) unterstützt die FSM Unternehmen, ihre Angebote jugendgerecht zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise die Altersbewertung von Inhalten, die Entwicklung technischer Jugendschutzlösungen (z. B. Jugendschutzprogramme wie JusProg) sowie die Beratung zu gesetzlichen Vorgaben. Digitale Plattformen und Medienanbieter, die sich der FSM anschließen, profitieren von der Möglichkeit, ihre eigenen Schutzmaßnahmen durch die FSM prüfen und zertifizieren zu lassen.
  • Medienbildung und Aufklärung: Die FSM engagiert sich in der Medienbildung, um Eltern, Lehrkräfte und Kinder über Risiken im Netz aufzuklären. Sie stellt praxisnahe Materialien bereit, organisiert Veranstaltungen und kooperiert mit Initiativen wie klicksafe oder fragFINN. Ein Beispiel ist unser Projekt Elternguide.online, das spezielle Leitfäden und Tools für Eltern bietet.

Die FSM im System des Jugendmedienschutzes

Die FSM ist Teil des Systems der regulierten Selbstregulierung in Deutschland. Sie arbeitet eng mit anderen Selbstkontrolleinrichtungen wie der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle), der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) und der FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen) zusammen. So fördern die Selbstkontrollen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Behörden und Politik für einen effektiven Jugendmedienschutz.

Herausforderungen im digitalen Jugendschutz

Der digitale Jugendschutz ist ein dynamisches Feld, das ständig neue Herausforderungen mit sich bringt:

  • Neue Technologien: Die FSM muss sich mit Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz (z. B. Deep Fakes) oder neuen Online-Plattformen auseinandersetzen. Neue Medienphänomene erfordern neue Ansätze im Jugendschutz.
  • Grenzen der Selbstkontrolle: Die FSM stößt an ihre Grenzen, wenn es um Inhalte auf ausländischen Servern geht. Bei der Bekämpfung von Missbrauchsdarstellungen im Netz arbeitet sie eng mit internationalen Partner*innen zusammen.

Warum ist die FSM für Eltern wichtig?

Für Eltern ist es oft schwierig einzuschätzen, welche Inhalte im Internet für ihre Kinder geeignet sind. Die FSM bietet Unterstützung dabei, dass Jugendmedienschutz in den Familien ankommt:

  • Jugendschutzprogramme: Diese helfen Eltern, den Zugang zu ungeeigneten Inhalten zu beschränken.
  • Informationsangebote: Projekte wie Elternguide.online bieten praktische und wertvolle Tipps zur sicheren Mediennutzung.
  • Beschwerdemöglichkeiten: Eltern können problematische Inhalte direkt melden.

Mehr Informationen gibt es direkt auf der Website der FSM: www.fsm.de

Seitenstark – auf der Suche nach Inspiration

Sind Sie oder Ihr Kind auf der Suche nach hochwertigen und kindgerechten Online-Angeboten? Dann ist Seitenstark genau das Richtige! Die Plattform ist ein Netzwerk von geprüften Kinderseiten, die pädagogisch wertvolle Inhalte bereitstellen. Hier kann Ihr Kind sicher surfen, entdecken und lernen. 

Kurz gefasst: 

  • Netzwerk von über 60 Kinderseiten 
  • Kinder und Eltern bzw. Lehrkräfte können sich informieren und inspirieren lassen 
  • hoher Anspruch an Qualität und Kinder- und Jugendmedienschutz 

Was ist Seitenstark? 

Seitenstark.de ist eine Kinderwebseite, die eine Vielzahl an kindgerechten Internetseiten auflistet und vorstellt. Die Seiten bieten Inhalte zu verschiedenen Themen. Ob Natur und Technik, Musik und Film, Kunst und Kultur oder Politik und Religion – hier finden Kinder viele spannende Inhalte und können spielerisch Neues lernen.  

Viele der vorgestellten Seiten sind mit dem Seitenstark-Gütesiegel gekennzeichnet. Das Siegel steht für qualitativ hochwertige, werbefreie und sichere Internetangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt sind. Seiten mit diesem Siegel bieten vertrauenswürdige, geprüfte Inhalte und schützen die Privatsphäre der jungen Nutzer*innen. 

Was fasziniert Kinder besonders daran? 

Auf Seitenstark digital unterwegs zu sein ist kinderleicht und macht Spaß. In den Link-Clips stellt Seitenstark verschiedene Themenseiten in Videoclips zusammen, sodass Ihr Kind sich gezielt über seine Interessen informieren kann und Anregungen zum Surfen erhält. Das Maskottchen Starky begleitet die Kinder beim Surfen und stellt neben den Kinderseiten auch andere Themen vor, wie zum Beispiel Kinderrechte. In der Kategorie Mach Mit! bekommen Kinder spannende Anregungen und Tipps, Medien selbst zu gestalten. Wer auf Spiele klickt, erhält Zugang zu kindgerechten Spielesammlungen und unterhaltsamen analogen und digitalen Spieletipps. Unter dem Reiter Fit im Internet gibt die Figur Charlie wichtige Informationen zum Thema Sicherheit im Internet. Ihr Kind erfährt hier mehr über das Internet im Allgemeinen, zu Fake News und Datenschutz und bekommt Antworten auf häufige Fragen erklärt. 

Was sagt der Anbieter? 

Der Verein Seitenstark e. V. bildet die organisatorische Grundlage des offenen Seitenstark-Netzwerks. Als gemeinnützige Einrichtung und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe engagiert sich der Verein für hochwertige und sichere Kindermedien. Seine Mitglieder stammen aus den Bereichen Kindermedien, Medienpädagogik und Bildungsarbeit. Alle Informationen zum Verein, zum Gütesiegel und Tipps zur Medienbildung finden Sie im Bereich für Eltern und Lehrkräfte. 

Was sollten Eltern beachten? 

Wenn Sie Ihr Kind nach und nach eigenständiger in die Welt des Internets entlassen, sollte es bereits einige Regeln gelernt haben und sichere Anlaufstellen haben, um auf kindgerechte Angebote zu stoßen. Dafür ist Seitenstark eine tolle Möglichkeit. 

Die Webseite ist in einen Kinderbereich und einen Bereich für Eltern und Lehrkräfte geteilt. Sie können Ihr Kind mit gutem Gewissen alleine im Kinderbereich surfen lassen, was ihm Selbstvertrauen gibt und seine Medienkompetenz fördert. Grundsätzlich sollten Sie dabei jedoch beachten, dass die besprochenen Mediennutzungszeiten eingehalten werden und Sie im Austausch mit Ihrem Kind bleiben.  

Nutzen Sie Seitenstark als Anlaufstelle, um gemeinsam neue Themen zu entdecken und Wissen spielerisch zu vermitteln. Mit Seitenstark können Kinder sicher und sinnvoll im Internet unterwegs sein – eine großartige Möglichkeit für Sie als Eltern, Ihr Kind beim digitalen Lernen zu begleiten. Und auch Sie selbst können sich auf der Seite informieren.  

Regeln für die Mediennutzung in der Familie

„Nur noch eine Runde!“ oder „Leon darf viel länger fernsehen!“ – solche Sätze kennen viele Eltern. Doch wie viel Medienzeit ist eigentlich in Ordnung? Welche Medien sind für mein Kind geeignet? Und ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll? Feste Regeln können helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden. Sie können jedoch auch zu Konflikten führen. Wir haben ein paar Tipps und Hintergrundinformationen zur Gestaltung von Medienregeln in der Familie.

Warum sind Regeln wichtig?

Regeln sind nicht dazu da, um den Willen der Eltern durchzusetzen, sondern um Struktur und Orientierung zu bieten. Sie helfen, die Medienkompetenz Ihres Kindes zu fördern und das Risiko von Problemen durch unsachgemäßen Umgang mit Medien zu verringern. Als Eltern haben Sie die Verantwortung, den Spaß an den Medien mit einem bewussten Umgang zu verbinden. Dabei können Sie Gefahren oft besser einschätzen als Ihr Kind.

Wichtig ist, dass Ihr Kind die Regeln versteht und sie nachvollziehen kann. Am besten entwickeln Sie die Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind. Dadurch merkt Ihr Kind, dass seine Meinung zählt, und es fällt ihm leichter, die Regeln zu akzeptieren. Erklären Sie ihm, warum bestimmte Regeln wichtig sind und warum sie eingehalten werden sollten. Wenn Regeln unklar formuliert sind oder unterschiedlich ausgelegt werden, wird es Ihrem Kind schwerfallen, sie zu befolgen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass Sie als Eltern Vorbilder sind – das bedeutet, dass Sie selbst die gleichen Regeln befolgen sollten.

Wie sollten Regeln gestaltet werden?

Welche Regeln sinnvoll sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie Sie und Ihr Kind grundsätzlich mit Medien umgehen. Das ist nicht in jeder Familie gleich.

Je jünger Ihr Kind ist, desto mehr sollten Sie seine Mediennutzung im Blick behalten. Kleinkinder brauchen eine enge Begleitung und sollten nicht zu viel Zeit mit Medien verbringen. Wählen Sie altersgerechte Inhalte, begrenzen Sie die Nutzungsdauer und entscheiden Sie über geeignete Geräte. Auch, wenn ihr Kind noch klein ist, können Sie ihm erklären, warum bestimmte Inhalte oder Zeiten gewählt werden. Je nach Entwicklungsstand können auch Kinder im Kindergartenalter schon in einfache Entscheidungen einbezogen werden. Ab dem Grundschulalter bekommt Ihr Kind viele neue Eindrücke und Einflüsse. Es braucht dabei noch viel Orientierung, deshalb sind klare, gemeinsam entwickelte Regeln sehr wichtig. Sie können mit Ihrem Kind nun besser über Inhalte sprechen und es mitbestimmen lassen. So fühlt sich Ihr Kind ernst genommen und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Ab der weiterführenden Schule und im Jugendalter sollten Sie Ihrem Kind dann mehr Selbstständigkeit zutrauen und es unterstützen, zunehmen selbstbestimmt und selbstreguliert Medien zu nutzen. Jugendliche gehen meist offen auf digitale Medien zu, aber sie können oft Risiken noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sind Sie zur Orientierung und als Ansprechperson nach wie vor wichtig!

In allen Altersgruppen gilt: Mediennutzungsregeln müssen sinnvoll und flexibel sein.

Gemeinsam Regeln aufstellen

Um Ihrem Kind die Mediennutzung verständlich zu machen, ist es sinnvoll, die Regeln gemeinsam zu erstellen – zum Beispiel in Form eines Mediennutzungsvertrags. Ein solcher Vertrag macht Regeln für alle transparent und nachvollziehbar. Auch Ausnahmen können formuliert werden. Wenn Ihr Kind die Regeln selbst mitgestalten kann, fällt es ihm leichter, sich daran zu halten. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Regeln noch sinnvoll sind oder gegebenenfalls angepasst werden müssen.

Genauso wichtig wie medienbezogene Regeln sind auch „medienfreie“ Regeln – etwa, dass bei einem Familienessen oder einem Gespräch keine Smartphones genutzt werden. Solche Regeln fördern die zwischenmenschliche Kommunikation und stärken die Familienbindung.

Medienzeit und medienfreie Zeit

Ein häufiges Thema sind die Fragen: Wie viel Medienzeit ist gesund? Wann ist es zu viel? Die Antwort hängt stark vom Alter und den individuellen Bedürfnissen Ihres Kindes ab. Es gilt die Faustregel: Je jünger, desto weniger!

Ein Ansatz, um Medienzeiten im Alltag zu regulieren, ist der Einsatz von Mediengutscheinen. Diese können Kindern ab dem Grundschulalter helfen, sich ein Wochenbudget an Medienzeit selbstständig einzuteilen. So bekommt Ihr Kind Verantwortung für seine Mediennutzung, ohne dass Sie ständig eingreifen müssen.

Wichtig ist, dass Ihr Kind einen abwechslungsreichen Alltag hat, Medien auf unterschiedliche Weise nutzt, es aber auch medienfreie Erlebnisse hat.

Medieninhalte und Geräteauswahl

Nicht nur der Umgang mit Medien, sondern auch die Auswahl der Inhalte sollte Teil der Familienregeln sein. Achten Sie darauf, dass Medieninhalte altersgerecht sind und den Interessen Ihres Kindes entsprechen. Neben Fernsehen und Apps zählen auch Hörspiele, Bücher oder Musik zum Medienkonsum. Es ist sinnvoll, diese ebenfalls in die Regeln einzubeziehen.

Berücksichtigen Sie, dass die Inhalte der Mediennutzung sehr unterschiedlich sind, genauso wie die Motive und Bedürfnisse der Nutzung. Ein Spiel zur bloßen  Unterhaltung ist eventuell anders zu gewichten als das Lernen mit Medien. Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind qualitative Unterschiede. Achten Sie auch auf altersgerechte Inhalte.

Die Frage nach dem richtigen Alter für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Sprechen Sie sich eventuell mit den Eltern von Freund*innen Ihres Kindes ab und überlegen Sie, ob bestimmte Regeln für alle gelten können.

Sicherheitseinstellungen und technische Unterstützung

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps. Viele Smartphones und Tablets bieten inzwischen die Möglichkeit, den Zugriff auf bestimmte Inhalte zu steuern und die Nutzung zu begrenzen. Diese sollten immer auch mit Ihrem Kind gemeinsam besprochen werden. Einstellungen wie Bildschirmzeitbegrenzungen, Altersfreigaben und App-Filter können dabei helfen, die Mediennutzung zu steuern.

Allerdings ersetzen diese technischen Hilfsmittel nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Sie sollten auch nicht zur reinen Kontrolle genutzt werden. Ihr Kind braucht Vertrauen und die Chance, schrittweise selbst Verantwortung für seine Mediennutzung zu übernehmen. Erklärungen von Ihnen und Gespräche über Medien tragen wesentlich dazu bei, dass Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien erlernt.

Regeln dürfen je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes variieren. Bleiben Sie einerseits konsequent, denn sonst erfüllen sie nicht ihren Zweck. Gleichzeitig sollten Sie die Regeln möglichst nicht als Strafe oder Belohnung einsetzen.

Zu alt für Kinderseiten – zu jung für Erwachsenenangebote

Zu alt für das Kinderprogramm, aber noch zu jung für die Social-Media-Welt? Es gibt eine Zeit, in der Ihr Kind nicht richtig weiß, wo sein Platz ist. Es steckt irgendwo zwischen Kindheit und Jugend. Das betrifft viele der sogenannten „Pre-Teens“, der ungefähr 9-12-Jährigen. Sie befinden sich in einer Übergangsphase, die sich auch in ihrer Mediennutzung widerspiegelt.

Für jüngere Kinder gibt es viele altersgerechte Angebote wie Kinder-Apps, Hörspiele und Kindersendungen. Werden die Kinder älter, interessieren sie sich dafür oft nicht mehr so sehr – und wenden sich direkt der Erwachsenenwelt der Medien zu. Der Sprung ist ziemlich groß und das Angebot kann Ihr Kind teilweise noch überfordern.

Eine wichtige Entwicklungsphase für Ihr Kind

Zu Beginn der Pubertät befindet sich Ihr Kind an der Schwelle zum Jugendlichen. In einigen Dingen verhält es sich noch kindlich, in anderen möchte es sich bereits von Ihnen abgrenzen. Es orientiert sich immer mehr an Älteren und an Personen, Trends und Ideen außerhalb der Familie. Das führt dazu, dass es sich immer weniger für Kindermedien interessiert.

In dieser Phase bekommen viele Kinder ihr erstes Smartphone und tauchen immer eigenständiger in die Welt der Online-Medien ein. Sie machen erste Erfahrungen in Online-Games und auf Social-Media-Plattformen. Dabei orientieren sie sich an Stars wie Influencer*innen und Streamer*innen, kommen mit anderen User*innen in den Austausch und entwickeln ihre eigene Identität weiter. Dabei fehlt Pre-Teens oft noch das Verständnis für den Umgang mit den eigenen Daten oder Herausforderungen wie Kommunikationsrisiken im Netz.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Ob Ihr Kind noch Kindersendungen schauen möchte, oder ob es sich schon für Computerspiele, Social Media oder Fernsehshows für Ältere interessiert – unterstützen Sie Ihr Kind gemäß seinem Entwicklungsstand und lassen Sie ihm die Zeit, die es braucht.

Nach und nach sollten Sie die Kontrolle abgeben und Ihr Kind dabei unterstützen, Medien eigenständig, sicher und verantwortungsvoll nutzen zu können. Ihr Kind hat zwar schon einige Erfahrungen gesammelt, geht aber an viele Dinge noch unbedarft heran, so dass es über das Netz leicht mit jugendgefährdenden Inhalten in Kontakt kommen kann. Seine Neugier und der Wunsch, sich zunehmend von Erwachsenen abzugrenzen, lässt Ihr Kind außerdem nach provokanten Inhalten suchen. Trotzdem haben Sie als Eltern in der Übergangsphase noch eine wichtige Orientierungsfunktion. Suchen Sie immer wieder das Gespräch mit Ihrem Kind und fragen Sie nach seinen Medienerlebnissen.

Angebote für die Übergangsphase

Angebote für Pre-Teens zu finden ist gar nicht so leicht und nicht jedes Kind wird daran interessiert sein. Bei Computerspielen und Filmen gibt es die Alterseinstufungen der Freiwilligen Selbstkontrollen. Sie geben an, ob die Inhalte ab einem gewissen Alter unproblematisch für die Entwicklung sind.

Medienangebote, die für Kinder in der Übergangsphase zugeschnitten sind, gibt es beim genauen Hinsehen sowohl in klassischen Medien als auch im Netz. Hier ein paar Empfehlungen:

  • Filme, Serien und Videoclips: Unser Artikel zu pädagogischen Film-Empfehlungen stellt verschiedene Filmportale vor. Eines ist zum Beispiel Flimmo, die Programmberatung für Eltern. Hier finden Sie auch pädagogische Einschätzungen zu beliebten Kanälen auf YouTube, TikTok und Instagram.
  • Games: Der Spieleratgeber NRW hat viele Computerspiele und Spiele-Apps unter die Lupe genommen und pädagogisch bewertet. Hier können Sie nach geeigneten Games für Ihr Kind suchen.
  • Podcasts: Ob Hörgeschichten oder Kultur-Talk – Podcasts liegen hoch im Trend. In zwei Artikeln stellen wir empfehlenswerte Podcast-Angebote für Kinder und Jugendliche vor.
  • Suchmaschinen: Im Artikel Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche stellen wir Kindersuchmaschinen wie zum Beispiel fragFINN vor. Wir erklären, wie Kinder Suchmaschinen für Erwachsene mithilfe von Jugendschutzfiltern sicher nutzen können.
  • Info-Plattformen: Hanisauland führt Kinder und Jugendliche aktiv und spielerisch in die Politik ein. Handysektor befasst sich mit den Medienthemen Jugendlicher und spricht sie in Clips und Artikeln direkt an. Juuuport klärt junge Nutzer*innen über Online-Risiken auf und bietet kostenfreie, digitale Beratung.
  • Online-Communitys: Knipsclub bietet als Foto-Community einen sicheren Einstieg in die Social-Media-Welt. Auf kindersache können sich registrierte Nutzer*innen mit eigenen Videos, Witzen und Geschichten beteiligen.

Sie sollten Ihrem Kind auch zugestehen, Angebote, die nicht speziell für Kinder gedacht sind, zu nutzen. Informieren Sie sich vorab über Sendungen und Inhalte. Wenn Sie gemeinsam mit der Familie einen Film anschauen, ein Spiel spielen oder im Internet surfen, hat Ihr Kind die Möglichkeit, nachzufragen und Sie erkennen, wie es mit bestimmten Inhalten klarkommt.

Medienkompetenz – was heißt das eigentlich?

Digitale Medien bereichern unseren Alltag in vielfältiger Weise: Musikprogramme am Frühstückstisch, Navigationsapps unterwegs oder Chats zur Freizeitorganisation. (Bildschirm-)Geräte helfen uns zu lernen, zu arbeiten und machen oft Freude. Kein Wunder, dass sie fester Bestandteil unseres Alltags geworden sind, sei es zu Hause oder im öffentlichen Raum.

Mit der wachsenden Bedeutung von Medien wird jedoch auch die Fähigkeit immer wichtiger, sie verantwortungsvoll und kompetent zu nutzen. Medienkompetenz ist heute genauso essenziell wie Lesen, Schreiben oder Rechnen, um sich in der modernen Welt sicher und erfolgreich bewegen zu können. Wer nicht weiß, wie man Medien gezielt und reflektiert einsetzt, kann schnell auf Schwierigkeiten stoßen. Aber was genau bedeutet Medienkompetenz?

Was beinhaltet Medienkompetenz?

Medienkompetent zu sein bedeutet mehr, als nur ein Gerät bedienen zu können. Das gehört zwar dazu, doch im Kern geht es um den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit den Inhalten. Dazu zählen folgende Aspekte:

  • Bewusste Nutzung von Medieninhalten: Medienkompetenz bedeutet, gezielt auszuwählen, welche Inhalte genutzt werden. Das heißt zum Beispiel, Informationen gezielt zu suchen und zwischen glaubwürdigen Quellen und Fake News unterscheiden zu können. Es bedeutet auch, Inhalte zu meiden, die schaden könnten. Oder bewusst zu entscheiden, wie viel Zeit man mit Medien verbringen möchten, um Stress zu vermeiden.
  • Sicher navigieren und kommunizieren: Für einen sicheren Umgang mit Medien ist es wichtig, Regeln, Verbote und Gefahren zu kennen. Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, muss wissen, wie man dort rücksichtsvoll mit anderen umgeht, muss eigene und fremde Daten und Privatsphäre schützen und respektieren – und sollte Betrugsmaschen wie Phishing oder Datenklau, aber auch Verhalten wie Cybermobbing einschätzen und vermeiden können.
  • Aktive und kreative Mediennutzung: Kompetente Mediennutzung bedeutet auch, aktiv und kreativ mit Medien umzugehen, statt nur passiv Inhalte zu konsumieren. Das heißt etwa, zu recherchieren, Neues zu lernen und der Einsatz von Medien in der Schule, im Beruf oder privat. Es heißt, neue Technologien wie KI-basierte Angebote einzusetzen, wo sie helfen – aber auch, deren Grenzen kennen. Und es bedeutet, Medien für bereichernde Erlebnisse zu nutzen.

Wer medienkompetent ist, weiß, warum und wie sie*er Medien nutzt, kann negative Auswirkungen erkennen und ihnen entgegenwirken, während positive Aspekte gezielt gefördert werden.

Warum ist Medienkompetenz wichtig?

Der Ruf nach „mehr Medienkompetenz“ richtet sich oft an Kinder und Jugendliche. Verständlich, da sie die Welt von morgen gestalten. Diese Welt kennen wir zwar noch nicht, aber sie wird stark von Medien geprägt sein, insbesondere vom Internet.

Man kann sich das Internet wie eine Stadt vorstellen: Es gibt Spielplätze und schöne Geschäfte, aber auch Verkehr und fremde Menschen. Eltern schicken ihre kleinen Kinder nicht einfach allein los, sondern begleiten sie, erklären Regeln und zeigen, worauf zu achten ist. Genau so sollte es im Internet sein. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Erkundung der digitalen Welt.

Medienkompetenz zu entwickeln ist von Anfang an eine gemeinsame Aufgabe – in der Familie, im Kindergarten und in der Schule. Je jünger das Kind, desto mehr Verantwortung tragen die Eltern und dienen als Vorbild. Mit zunehmendem Alter können und sollten Kinder und Jugendliche eigene Erfahrungen machen dürfen – auch mit eigenen Geräten. Gemeinsame Regeln und ein offenes Gespräch sind dabei hilfreich.

Medienkompetenz – eine Aufgabe für alle Generationen

Medienkompetenz ist kein „Kinderspiel“, sie ist für Erwachsene genauso wichtig! Eltern, die ihre Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit Medien begleiten möchten, müssen selbst medienkompetent sein. Nur wer digitale Technologien und Plattformen versteht, kann Orientierung bieten und als Vorbild agieren. Setzen Sie sich daher aktiv mit digitalen Themen auseinanderzusetzen – durch gemeinsame Projekte mit ihren Kindern, den Austausch mit anderen Eltern oder durch Weiterbildungsangebote in Schulen und Bildungszentren. Auch Lehrkräfte sind gefragt, ihre eigene Medienkompetenz zu stärken, um dieses Wissen weiterzugeben. Hilfreiche Informationen finden Sie beispielsweise in den ARD-Angeboten wie „Gemeinsam Medienkompetenz stärken“.

Darüber hinaus profitieren auch Berufstätige und ältere Menschen von einer besseren Medienkompetenz. Berufliche Weiterbildung und digitale Arbeitsprozesse erfordern oft neue Fähigkeiten. Für Senioren bieten Medien zahlreiche Möglichkeiten, etwa den Kontakt zu Enkelkindern über Videochats. Wer seine eigene Medienkompetenz testen möchte, kann dies mit einem Selbsttest herausfinden.

Medienrituale in der Familie

Haben Sie und Ihr Kind feste Medienrituale, wie das tägliche Vorlesen vor dem Schlafengehen oder das gemeinsame Schauen der Lieblingsserie am Wochenende? Solche Rituale entwickeln sich oft ganz von allein und werden zu festen Bestandteilen des Familienlebens. Sie sind eine wunderbare Möglichkeit, Struktur und Nähe zu schaffen.

Was sind Medienrituale?

Medienrituale sind wiederkehrende Aktivitäten, bei denen Medien wie Bücher, Fernseher, Tablets oder Musik eine Rolle spielen. Sie können von Familie zu Familie unterschiedlich aussehen: gemeinsame Filmabende am Wochenende mit Popcorn und Kuscheldecken, Videotelefonate mit den Großeltern oder Musikhören mit den Eltern. Manche Rituale haben feste Zeiten, andere entstehen spontan, wie das Hören eines Hörbuchs während des Frühstücks.

Warum sind Medienrituale wichtig?

Gemeinschaft erleben: Medienrituale bieten Familien die Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen. Dabei steht oft nicht das Medium selbst im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Erleben. Ein Filmabend wird besonders schön, wenn man danach über die Geschichte spricht und zusammen lacht oder mitfühlt.

Sicherheit und Struktur geben: Rituale helfen Kindern, sich im Alltag zurechtzufinden. Wenn beispielsweise jeden Abend ein Kapitel aus dem Lieblingsbuch vorgelesen wird, wissen Kinder: Jetzt ist es Zeit, sich auf die Nacht vorzubereiten. Das gibt ihnen Orientierung und stärkt das Gefühl von Sicherheit.

Anreize schaffen: Medienrituale können auch motivieren. Wenn Ihr Kind nach dem Zähneputzen und Anziehen des Schlafanzugs noch Zeit für eine Folge der Lieblingsserie hat, wird es die Abendroutine vielleicht mit mehr Freude erledigen.

Medienrituale und medienfreie Zeit

Gemeinsame Familienzeit ist immer wertvoll. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie gemeinsame Momente mit Medien wie Fernseher, Tablet oder Spielekonsole schaffen. Oft spielt das Medium sowieso nur eine Nebenrolle. Wichtig ist, sich füreinander Zeit zu nehmen und gemeinsam Dinge zu erleben. Medienrituale schaffen Ihnen als Eltern auch Freiräume: Sie arbeiten Nachrichten ab oder entspannen nach einem anstrengenden Arbeitstag, während Ihr Kind eine Runde zockt, eine Folge schaut oder eine Geschichte hört oder liest.

Achten Sie aber darauf, dass Tablet und Co. nicht den Babysitter bzw. Sie als Elternteil ersetzen. Gemeinsame Familienzeiten, in denen Medien keine Rolle spielen, sind mindestens genauso wichtig wie Zeiten mit Medien. Gemeinsame Erlebnisse wie ein Ausflug ins Schwimmbad oder den Zoo tut Ihnen bestimmt genauso gut wie Ihrem Kind!

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