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Wie kann ich mein Kind vor (problematischen) Medieneinflüssen schützen?

In Medien und besonders im Internet stoßen Kinder und Jugendliche schnell auf problematische Inhalte, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Sie verbringen auch manchmal so viel Zeit mit Medien, dass sie kaum mehr etwas anderes machen. 
Manche meinen deswegen, dass man die Mediennutzung von Kindern sehr stark begrenzen oder teilweise sogar ganz zu verbieten soll. Doch ist das sinnvoll, um Kinder vor schädigenden Einflüssen von Medien zu schützen?   

Was sind Medieneinflüsse? 

Medien sind ebenso vielfältig, wie das was in dort zu sehen, zu lesen und zu hören ist. Auch welche Wirkungen Medien(inhalte) auf Menschen haben, unterscheidet sich sehr. Dadurch, dass auch Kinder und Jugendliche sehr verschieden sind, kann man nicht von einem allgemeinen Einfluss sprechen, den Medien auf junge Menschen haben. Manche Kinder kommen zum Beispiel mit Gewalt in Videospielen und Filmen besser zurecht als andere. 
Auf Kinder und Jugendliche wird dabei nicht einfach nur von außen eingewirkt. Sie beschäftigen sich aktiv mit Medien bzw. ihren Lieblingsinhalten und sprechen mit Freunden und Freundinnen darüber. Junge Menschen werden dabei auch selbst zu Produzentinnen von Medieninhalten und ordnen das, was sie im Umgang mit Medien erleben, sogar oft selbst kritisch ein. Trotzdem brauchen sie Begleitung bei ihrer Mediennutzung. 

Sollte die Mediennutzung verboten werden?

Im Internet erleben junge Menschen immer wieder Situationen, die sie überfordern und sie nicht allein bewältigen können. Manche verbringen auch sehr viel Zeit mit digitalen Medien, was dann negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben kann. Einige vermeintliche Experten fordern deswegen schon seit Längerem den Medienumgang für Kinder zu verbieten oder zumindest sehr stark einzuschränken. 
Es ist aber so, dass junge Menschen trotz Verboten in Kontakt mit unangenehmen Inhalten kommen. Zum Beispiel auf den mobilen Endgeräten ihrer Freundinnen und Freunde. Sie sind häufig auch sehr geschickt dabei, Jugendschutzeinstellungen zu umgehen, indem sie zum Beispiel ein falsches Geburtsjahr angeben. 
Statt den Umgang mit Medien zu verbieten, ist es sinnvoller Kindern und Jugendlichen beizubringen, wie sie mit ihnen umgehen. Denn nur durch den Umgang mit Medien können Kinder und Jugendliche wichtige Fähigkeiten entwickeln, die sie auch später für ihr alltägliches Leben benötigen.  Sie als Eltern können Ihre Kinder gemeinsam mit anderen an der Medienerziehung beteiligten Personen dabei unterstützen. 

Begleitung der Mediennutzung

Viele Medieninhalte sind für Kinder ungeeignet und sollten für sie nicht zugänglich sein. Es ist wichtig, dass Ihr Kind altersgerechte Medien nutzt und sich erst ab einem bestimmten Alter selbstständig im Internet bewegen darf, auch wenn jedes Kind anders mit Medieneinflüssen umgeht. Bestimmte Einschränkungen und feste Regeln in der Familie sind also notwendig. Genauso wichtig es aber, diese Einschränkungen und Regeln zu erklären und miteinander auszuhandeln. Komplette Medienverbote ohne Begründungen sind wenig sinnvoll und können sogar den Reiz erhöhen, sich mit diesen verbotenen Medien(inhalten) auseinanderzusetzen. Versuchen Sie stattdessen, Ihrem Kind zu vertrauen und ihm Freiräume zu geben. Zu Medienkompetenz verhelfen Sie Ihrem Kind nicht, wenn Sie alle Medien verbieten, sondern indem Sie die Mediennutzung Ihres Kindes begleiten. Bleiben Sie dafür immer im Austausch mit Ihrem Kind und mit anderen Eltern.

Medienerziehung: Wer ist eigentlich zuständig?

Eltern, Geschwister, Verwandte, Freundinnen, Pädagogen: Im Alltag haben Kinder und Jugendliche mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Doch wer von all diesen Personen ist (mit)verantwortlich für die Medienerziehung? Nur Sie als Eltern? Alle Pädagogen? Oder auch die Medien selbst? 

Was ist Medienerziehung?  

Medienerziehung hat erst einmal das Ziel, Menschen zu unterstützen, mit Medien so umzugehen, dass sie ihnen nicht schaden und sie möglichst positive Erfahrungen mit Medien machen. Das unterscheidet Medienerziehung erst mal nicht von anderen Formen der Förderung von Medienkompetenz. Der Unterschied zur medienpädagogischen Förderung von Kindern, z. B. in der Schule, liegt vor allem darin, dass Medienerziehung nicht immer  auf das Lernen zielt und auch unbewusst geschieht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Vorbildfunktion der Eltern. Wie viel Zeit Sie selbst am Smartphone verbringen oder was Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind im Fernsehen anschauen, all das hat einen Einfluss auf die Medienerziehung Ihres Kindes. Vieles davon entscheiden Sie aber unbewusst oder spontan. Zu diesen häufig eher ungeplanten Formen der Medienerziehung kommen auch gezielte und konkrete Maßnahmen hinzu, wie zum Beispiel das Vereinbaren gemeinsamer Regeln.

Akteure der Medienerziehung

Je älter Kinder werden, desto mehr unterschiedliche Menschen haben mit ihrer Erziehung zu tun. Die Eltern und andere Familienmitglieder sind zuerst in der Verantwortung. Die Medienerziehung ist aber eine viel zu große Aufgabe und Herausforderung, um sie alleine Ihnen als Eltern zu überlassen. Neben verschiedenen Unterstützungs- und Hilfeangeboten im Internet und vor Ort spezifisch für Eltern, wie zum Beispiel Elternabenden, gibt es verschiedene Wege, um die Medienerziehung gemeinsam anzugehen. 
Auch in der KiTa und in der Schule findet Medienerziehung statt. Eltern können sich dort in der Elternvertretung einbringen und zum Beispiel etwas zu einem Medienkonzept oder einem Medienentwicklungsplan beitragen. 

Erziehung durch Medien? 

Auch die Medien selbst und Menschen und Figuren, die Medien machen und in Medien zu sehen sind, können als Akteure der Medienerziehung gesehen werden. Die Anbieter von Medien sollten ihre Angebote zum Beispiel so gestalten, dass ersichtlich ist, für welches Alter sie geeignet sind. Einrichtungen des Jugendschutzes, wie zum Beispiel die USK, sind ebenfalls dafür zuständig, die Medienerziehung zu unterstützen. Auch Menschen, die in Medien zu sehen sind, wie etwa Influencer und Influencerinnen, tragen Verantwortung. Sie sind für viele Kinder und Jugendliche ein Vorbild und können zu einem gesunden Umgang mit Medien beitragen, müssen es aber nicht. 

Gemeinsame Begleitung des Medienumgangs  

Sie sind mit der Medienerziehung nicht alleine. Viele Eltern haben ähnliche Probleme und es lohnt sich, miteinander zu sprechen und gegenseitig auf Unterstützungsangebote hinzuweisen. In Ihrer Familie sollten sie gemeinsam Regeln vereinbaren, die dann für alle gelten. Zu einer guten Medienerziehung kann auch beitragen, wenn Sie sich deutlich machen, dass das, was Sie vielleicht unbewusst mit Medien tun, einen Einfluss auf den Medienumgang Ihrer Kinder hat: zum Beispiel welche Medien Zuhause zur Verfügung stehen oder wie viel Zeit Sie selbst mit Medien verbringen. Allerdings können Sie natürlich nicht mit allen Akteuren zusammenarbeiten, die Einfluss auf die Medienerziehung Ihres Kindes haben. Schauen Sie, dass Sie mit denjenigen gemeinsam die Medienerziehung gestalten, bei denen es möglich ist, wie zum Beispiel mit anderen Eltern oder in der KiTa bzw. der Schule, und die die Unterstützung bieten, die Sie brauchen. 

Vorbild sein von Anfang an – wie Babies und Kleinkinder den Umgang mit Medien lernen

Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.

Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babies und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.

Ein gutes Vorbild sein

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.

Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.

Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam daran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.

Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!

Vorbild oder schlechtes Beispiel – wie viel Zeit verbringe ich mit Medien?

Wenn wir Jugendliche an ihren Smartphones sehen, kommt uns schnell der Gedanke: Die starren zu viel auf ihre Displays und reden gar nicht mehr richtig miteinander!
Aber vielleicht haben Sie sich schon mal selbst dabei erwischt, dass Sie das Handy viel zu oft aus der Tasche holen und sich davon ablenken lassen.

Wenn es schon für uns Erwachsene so schwierig ist, unsere Medienzeit im Blick zu behalten, wie sollen es dann unsere Kinder hinbekommen? Sie können Ihr Kind dabei mit unseren Tipps unterstützen und dabei auch die eigene Medienzeit im Blick behalten. Es geht nicht darum, Medien zu verbieten. Schließlich erleichtern sie uns viele Dinge im Alltag und es macht Spaß, sie zu nutzen. Aber zu viel Bildschirmzeit kann auch schädlich sein, z. B. weil man sich zu wenig bewegt. Lesen Sie dazu unseren Beitrag “Wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind?”.

Regeln für die Medienzeit gelten für die ganze Familie

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zu Medienzeiten. Eine gute Sache ist beispielsweise, dass beim gemeinsamen Essen kein Smartphone erlaubt ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Kinder! Da sie sich immer an erwachsenen Vorbildern orientieren, sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen. In einigen Familien gibt es ein Regal, in dem jedes Familienmitglied ein Fach für das eigene Smartphone hat. Dort kann es während der Essenszeit abgelegt werden.

Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Kind, in welchen Situationen welche Medien genutzt werden und warum. Ist das immer sinnvoll oder könnte man stattdessen auch etwas anderes machen, das einem besser tut? Erstellen Sie für sich und Ihr Kind einen Wochenplan, in den Sie die Medienzeiten eintragen. Kommt Ihnen das im Vergleich mit anderen Aktivitäten zu viel vor? Dann können Sie sich gemeinsam Alternativen überlegen.

Je nach Alter sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind verabreden, wie viel Zeit am Tag oder in der Woche es mit Medien verbringen darf. Unterscheiden Sie dabei, wofür Medien genutzt werden. Wenn Ihr Kind die Regelungen versteht, fällt es ihm leichter, solche Zeiten auch einzuhalten.

Wenn Ihr Kind noch jünger ist, können Sie je vereinbarter Medienzeit Murmeln als Hilfe einsetzen. Ein Beispiel: Ein zehnjähriger Junge hat pro Woche sieben Stunden Medienzeit und erhält für je 30 Minuten eine Murmel. Bei Verbrauch der Zeit werden entsprechend viele Murmeln weggelegt. Auch eine Sanduhr, die während der Medienzeit abläuft, kann eine Orientierung sein.

Medienzeit kontrollieren mit Apps

Es gibt Apps, mit denen sich die eigene Bildschirmzeit messen und regulieren lässt. Sie heißen z. B. StayFocused  (für Android, kostenlos) oder AppBlock (für Android kostenlos; ab August 2021 auch für iOS), Forest (bei Android kostenlos, mit Werbung und In-App-Käufen, bei iOS 2,29 € mit In-App-Käufen) oder Space (Basisversion kostenlos für Android und iOS). Sie erfassen die Nutzung des Smartphones. Man kann mit ihnen bestimmte Apps deaktivieren oder das ganze Smartphone für eine bestimmte Zeit “lahmlegen”. Apps wie Forest und Space sind eher spielerisch aufgebaut, indem durch Nichtnutzung des Handys ein Baum wächst oder sich eine Galaxie aufbaut.

Viele dieser Apps finanzieren sich durch Werbung, was nervig sein kann. Außerdem erfordern einige Apps die Eingabe vieler Daten, um das Smartphone-Verhalten nachvollziehen zu können. Nicht bei allen ist klar, ob die Daten auch für andere Zwecke genutzt werden.

Bei vielen Geräten lässt sich auch über die „Einstellungen“ die eigene Bildschirmzeit oder das „Digitale Wohlbefinden“ kontrollieren. Sie können sehen, wie lange und womit Sie Ihre Zeit am Smartphone verbracht haben. Es lassen sich Auszeiten planen oder zeitliche Limits für bestimmte Apps festlegen. Hält man das nicht ein oder wird das Zeitlimit erreicht, erscheint auf dem Bildschirm der entsprechende Hinweis und die Frage, ob man z. B. noch weitere 15 Minuten ergänzen möchte oder ausnahmsweise „Heute kein Limit“ wählt.

Auch wenn diese digitalen Helfer leicht deaktiviert werden können, sieht man, wie viel Zeit man mit dem Smartphone und bestimmten Apps verbringt. Dies kann helfen, das eigene Verhalten mit dem Smartphone zu überdenken und zu verändern. Vielleicht machen Sie daraus gemeinsam mit Ihrem Kind eine Challenge!?

Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Das neue Jugendschutzgesetz

So wie es eine Straßenverkehrsordnung gibt, die gesetzliche Regeln vorgibt, so dass sich alle Fußgänger, Autofahrerinnen, Radfahrer und andere so sicher wie möglich im Verkehr bewegen können, gibt es auch Gesetze für die Medienwelt. Kinder und Jugendliche sollen besonders geschützt werden. Dafür gibt es das sogenannte Jugendschutzgesetz.

Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Welt

Die reformierte Fassung des Jugendschutzgesetzes, kurz JuSchG, regelt u. a., wie Medien heute gestaltet sein müssen, damit Kinder und Jugendliche bei ihrer Nutzung keinen Gefahren ausgesetzt werden. Medienanbieter müssen sich daran halten, sonst drohen ihnen Strafen. Das ist aber gar nicht so einfach, weil es ein deutsches Gesetz ist und das Internet keine Ländergrenzen kennt. Wenn die Anbieter bestimmter Angebote ihren Sitz in Deutschland haben, müssen sie aber diesen Regeln folgen.

Die wichtigsten Regelungen

Anbieter werden zu Voreinstellungen verpflichtet, die Kinder und Jugendliche insbesondere vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexualisierter Ansprache („Cybergrooming“), Hassrede, Tracking und Kostenfallen schützen. 

Immer mehr Apps haben deshalb schon verbesserte Jugendschutzeinstellungen, z. B. TikTok und Instagram. Aber es ist schwierig, bestimmte Schutzmaßnahmen umzusetzen, weil es technisch kompliziert ist, das tatsächliche Alters des Nutzenden sicher abzufragen.

Die Neuregelung des Gesetzes sieht nun auch verlässliche einheitliche Alterskennzeichen für Spiele und Filme vor, die online genutzt werden. Außerdem wird die Einordnung nicht mehr nur an den Inhalten festgemacht, sondern auch bezogen auf mögliche Interaktionsrisiken wie z. B. Cybergrooming und Kostenfallen.

Bisher galten die bekannten Alterskennzeichnungen wie USK und FSK nur für Spiele und Filme, die auf sogenannten Trägermedien (wie CD-Roms oder Videokassetten) erhältlich waren. Online-Anbieter mussten bisher keine Altersangaben machen. 

Kinder und Jugendliche sollen sich einfach Hilfe suchen und beschweren können, wenn sie sich während der Mediennutzung bedroht oder bedrängt fühlen.

Die neue Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz soll dafür sorgen, dass diese Regelungen auch wirklich durchgesetzt werden. Einrichtungen wie die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. haben Online-Beschwerdestellen eingerichtet, an die sich junge Mediennutzende, aber auch Erwachsene, wenden können, um illegale oder jugendgefährdene Inhalte zu melden.

Orientierung für Eltern

Die Erneuerung des Jugendschutzgesetz war wichtig, um gesetzliche Regelungen an die Medienrealität von Kindern und Jugendlichen anzupassen. Das Gesetz kann für Sie als Eltern eine wichtige Orientierung sein und bietet in einem gewissen Rahmen Schutz – soweit die Anbieter den dort festgelegten Pflichten nachkommen. Leider kann nicht sichergestellt werden, dass das immer der Fall ist. Außerdem passt ein Rahmen nicht individuell zu jedem Kind. Deshalb sollten Sie Ihr Kind vor allem in den jüngeren Jahren sehr eng bei seiner Mediennutzung begleiten. Je älter es wird, desto mehr Freiraum braucht Ihr Kind. Bleiben Sie trotzdem im Gespräch über seinen Medienumgang. Nur so können Sie helfen, wenn es trotz Schutzmaßnahmen unangenehme Erfahrungen im Netz macht oder etwas nicht versteht.

Workshop von Elternguide.online für Fachkräfte aus der Eltern-Medienberatung

Welche Fragen rund um das Thema Medienerziehung richten Eltern an Fachkräfte? Woher bekomme ich die passenden Antworten? Wie kann ich die Möglichkeiten eines Informationsportals wie den Elternguide.online für die Unterstützung von Eltern nutzen? Was sind aktuelle Herausforderungen in der Beratungstätigkeit?

Online-Workshop

Fragen wie diesen wollen die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e. V.) und das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im Rahmen des Projekts Elternguide.online in einem Online-Workshop nachgehen. Dieser ist interaktiv angelegt und bietet Raum für den Fachaustausch der Teilnehmenden.

Informationen und Anmeldung

Datum: Der Workshop wird an zwei Terminen angeboten: am 07.06.2021 von 14-16.30 und am 17.06.2021 von 10.-12.30 Uhr. 
Zielgruppe: Er richtet sich an Fachkräfte der praktischen Eltern-Medien-Beratung. 
Nachfragen und Anmeldung: Bei Interesse an der Teilnahme an einem der beiden Workshops wenden Sie sich gerne an: Isgard Walla (FSM): walla@fsm.de
Plattform: Die Workshops werden über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Microsoft Family Safety – Jugendschutz für Android, Windows und die Xbox

Kinder, die ein eigenes Smartphone oder eine Spielekonsole haben, nutzen schon früh unabhängig Apps, Spiele und Webseiten. Eltern können schnell den Überblick verlieren, wie viel Zeit ihr Kind online verbringt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Mit verschiedenen Angeboten des digitalen Jugendschutzes sollen Eltern dabei unterstützt werden, die Internetnutzung ihrer Kinder sicherer zu gestalten – so bietet auch Microsoft eine Kindersicherung für verschiedene Geräte an.

Kurz gefasst: 

  • Angebot für digitale Jugendschutzeinstellungen 
  • kostenlose Basisversion (als Premium kostenpflichtig)
  • als App oder über die Webseite verfügbar
  • für Geräte mit Microsoft 10, Android und die Spielekonsole Xbox

Was bietet Microsoft Family Safety?

Microsoft Family Safety lässt sich nur über ein Microsoft-Konto aktivieren. Über das Administratoren-Konto können Sie als Elternteil unterschiedliche Jugendschutzeinstellungen auf dem Konto Ihres Kindes vornehmen, z. B. Bildschirmzeit und altersgerechter Zugang zu verschiedene Inhalten, Apps usw. Die Einstellungen gelten dann für alle Geräte, auf denen Ihr Kind mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist. Alle Einstellungen können flexibel geändert und an das Alter des Kindes angepasst werden.

Mit der Bildschirmzeit können feste Zeitpläne für ein ganzes Konto oder für bestimmte Anwendungen, Spiele und Seiten erstellt werden: Wenn Sie z. B. eine Stunde für YouTube freigeben, kann Ihr Kind insgesamt eine Stunde YouTube auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC nutzen. Oder Sie aktivieren eine Stunde Spielzeit für die Xbox und blockieren nicht jugendfreie Games und Inhalte. 

Sie haben die Möglichkeit selbst Seiten und Anwendungen zu sperren oder Filter zu aktivieren. Durch Filter werden Medieninhalte je nach eingestellter Altersgrenze freigegeben bzw. blockiert. Außerdem kann festgelegt werden, dass nur kinderfreundliche Webseiten besucht werden dürfen. Diese Einstellung funktioniert nur bei der Nutzung des Browsers Microsoft Edge. Um auf Seiten oder Apps zuzugreifen, braucht Ihr Kind erst Ihre Erlaubnis. Über die Funktion “Erziehungsberechtigte fragen” kann Ihr Kind Sie auch nach mehr Bildschirmzeit bitten. Sie werden per E-Mail darüber informiert und können reagieren. 

Sie können außerdem einstellen, dass Ihr Kind Ihre Freigabe auch bei Käufen z. B. von Spielen auf der Xbox benötigt. So haben Sie die Kontrolle über die Ausgaben Ihres Kindes im Microsoft Shop. 

Das sollten Sie über das Angebot wissen 

Jede Person braucht einen eigenen Microsoft-Account. Die Accounts der Eltern werden mit denen der Kinder verknüpft. Das ist notwendig für den Schutz über verschiedene Geräte wie Spielkonsolen oder PCs hinweg, die auch von mehreren Nutzern parallel verwendet werden können. Es könnte passieren, dass Ihr Kind Ihnen permanent Anfragen zur Freigabe verschiedener Inhalte schickt.

Einige Funktionen von Microsoft Family Safety setzen stark auf die Kontrolle des Kindes. Beispielsweise können Sie über regelmäßige Aktivitätsberichte verfolgen, wie viel Zeit Ihr Kind mit welchen Apps und Games verbringt. Die Standortermittlung erlaubt es Ihnen zu sehen, wo Ihr Kind sich gerade aufhält. Familienmitglieder können Standorte sogar miteinander teilen und Orte speichern, an denen sie sich oft aufhalten. Auch wenn die Funktionen zur Sicherheit beitragen sollen, greifen sie gleichzeitig in die Privatsphäre und Freiraum Ihres Kindes ein. Ihr Kind kann die Standortüberwachung sowie einzelne andere Kontrollfunktionen eigenständig am eigenen Gerät bei Family Safety aktivieren bzw. deaktivieren. Als Eltern werden Sie darüber jeweils per Nachricht informiert.

Der Anbieter betont, die Daten der Nutzenden nicht an Dritte weiterzuleiten. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, weil Daten etwa durch Datenlecks ungewollt in die falschen Hände gelangen können

Das sollten Eltern beachten

Mit Daten wie der Aufenthaltsort oder die genauen Aktivitäten Ihres Kindes sollten Sie daher sensibel umgehen. Achten Sie darauf, welche Daten gespeichert und wie verwendet werden. Um den Standort zu ermitteln, ist es notwendig die GPS-Funktion einzuschalten. So können gegebenenfalls andere Anwendungen ungewollt auf den Standort Ihres Kindes zugreifen. Überlegen Sie deshalb genau, ob es notwendig ist, diese Funktion zu aktivieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, damit es sich nicht kontrolliert fühlt.

Vertrauen Sie nicht blind auf die voreingestellten Altersgrenzen der Filter, sondern prüfen Sie diese. Es kann sehr unterschiedlich sein, was Eltern für ihr Kind als geeignet empfinden. Mehr zu Altersbeschränkungen bei Games können Sie hier nachlesen. 

Jugendschutz-Apps wie Microsoft Family Safety können unterstützen, die Sicherheit Ihres Kindes bei der selbstständigen Mediennutzung zu verbessern. Aber noch wichtiger ist eine persönliche Begleitung durch Sie als Eltern. Vor allem jüngere Kinder brauchen diese. Keine Kindersicherung bietet hundertprozentigen Schutz. Vor allem gegen Risiken wie digitale Gewalt können Kinder durch solche Sicherungen nicht ausreichend geschützt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind erklären, warum bestimmte Inhalte und Anwendungen nicht geeignet sind und was Ihnen Sorgen bereitet. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für der Mediennutzung. Hierbei kann auch ein Mediennutzungsvertrag helfen. 

Besonders bei älteren Kindern ist die Privatsphäre und digitale Selbstständigkeit wichtig und sollte von Ihnen als Eltern respektiert werden. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind das Gefühl zu vermitteln, es zu überwachen oder ihm nicht zu vertrauen. Eine offene Gesprächsatmosphäre und die Interesse der Eltern sind oftmals wirkungsvoller im Schutz vor bestimmten Risiken im Netz, als die bloße Kontrolle über technische Schutzmaßnahmen. 

Hörboxen: Quadratisch, praktisch, gut!?

Ein Leben ohne Benjamin Blümchen, Meine Freundin Connie und den Grüffelo ist gerade für jüngere Kinder undenkbar. Sie erinnern sich bestimmt noch an die eigenen Lieblingskassetten oder Hörspiel-CDs aus Ihrer Kindheit. Als moderne Variante der klassischen Hörmedien gibt es heutzutage sogenannte Hörboxen. Doch was genau können Tonie, Tigerbox und Co. eigentlich?

Was sind Hörboxen?

Hörboxen, auch Musikboxen genannt, gibt es von verschiedenen Anbietern. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Preise, liegen aber zumeist unter 100,- €. Beim Kauf einer Box werden oft Geschichten mitgeliefert. Wenn Sie mehr Hörgeschichten oder Lieder für Ihr Kind haben möchten, können allerdings Folgekosten entstehen.

Die Boxen funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip: Sie sind kindgemäß und meist wie ein Würfel gestaltet. Vor allem sind sie leicht zu bedienen. Durch bunte Stifte oder Figuren in Form von Tieren, die man auf die Hörbox steckt, oder via Bluetooth verbindet, lassen sich allerlei Geschichten abspielen. Sie können auch selbst kreativ werden und (eigene) Geschichten aufnehmen.

Welche Vorteile bietet die Hörbox meinem Kind?

Hörboxen sind speziell auf die Bedürfnisse und motorischen Fähigkeiten jüngerer Kinder ausgerichtet und so konzipiert, dass sie nicht schnell kaputt gehen. Die wenigen Funktionen sind einfach ausführbar, sodass Ihr Kind die Box selbstständig bedienen kann. Geschichten selbst aussuchen und starten, nach Bedarf pausieren, stoppen oder austauschen – all das können die jungen Nutzer und Nutzerinnen alleine. Bereits Kinder ab ca. zwei Jahren können die Geräte intuitiv bedienen. Das kann das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken.

Manche Boxen bieten die Möglichkeit, eine Zeitbegrenzung einzustellen. Das hilft Ihrem Kind, sich an vereinbarte Hörzeiten zu halten.

Mit Hörboxen lassen sich Hörspiele und Musik abspielen, ob zur Unterhaltung oder um Neues zu lernen. Sind die Geschichten auf Tierfiguren oder Ähnlichem abgespeichert, können diese Figuren auch als Spielzeug benutzt werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Informieren Sie sich über die verschieden Hörboxen, um zu entscheiden, welche die geeignete für Ihr Kind ist. Welche Form ist die richtige? Sind die Geschichten auf einer Art USB-Stick gespeichert oder muss die Box immer mit dem Internet verbunden sein? Was kosten neue Geschichten?

Recherchieren Sie, für welches Alter die Geschichten, die man mit der Box anhören möchte, geeignet sind. Da Ihr Kind die Hörbox auch alleine nutzen kann, ist eine altersgerechte Auswahl besonders wichtig. Erkundigen Sie sich auch zum Datenschutz der jeweiligen Box: Welche privaten Daten werden gesammelt? Wie werden die persönlichen Angaben der Nutzer und Nutzerinnen geschützt?

Die beliebtesten Boxen stellen wir Ihnen auf dem Elternguide genauer vor: Tigerbox, Toniebox und Hörbert.

Eine Hörbox ersetzt nicht die Zweisamkeit beim eigenen Vorlesen: Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit, Ihrem Kind aus dem Lieblingsbuch vorzulesen oder lauschen Sie gemeinsam den Hörgeschichten aus der Box.

Mobile Medien in Kinderhand

Mobile Medien sind schon für die Kleinsten spannend, weil sie die Geräte bei Mama, Papa oder den Geschwistern sehen. Doch wie können Sie damit umgehen, wenn Ihr Kind eigentlich noch zu jung ist, um Smartphone und Co. zu benutzen? 

Was macht mobile Medien für kleine Kinder interessant?

Kinder sind von Natur aus neugierig. Das helle Leuchten des Bildschirms, die vielen Geräusche – all das ist spannend. Sie beobachten genau, welche Rolle die kleinen Geräte im Alltag der Erwachsenen spielen: Wenn in Bus oder Bahn alle auf ihr Smartphone schauen, wenn Mama das Tablet zu Hause immer griffbereit hat und der große Bruder und seine Freunde auf der Spielekonsole zocken, scheinen die kleinen Geräte sehr wichtig zu sein und sind umso verlockender.

Mobile Medien und Kleinkinder

In den ersten Lebensmonaten sind Babys noch nicht so weit entwickelt, dass sie mobile Medien zielgerichtet nutzen und die Inhalte verstehen können. Viel wichtiger für die Entwicklung Ihres Kindes ist es, die Welt mit allen Sinnen und ohne Bildschirm kennenzulernen. Erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder ein Verständnis für Bildhaftigkeit. Sie beginnen, digitale Inhalte von realen Gegenständen zu unterscheiden. Erste Erfahrungen mit mobilen Medien können Kleinkinder am besten mit Bilderbüchern auf dem Smartphone oder Tablet machen.

WICHTIG: Vermeiden Sie eine Überreizung durch Medien. Diese kann durch grelle Farben, schnelle Bewegungen oder zu viele Geräusche, aber auch durch komplexe Geschichten, die Ihr Kind noch nicht verarbeiten kann, entstehen. Am besten eignen sich Themen, die Ihr Kind aus seinem Alltag kennt: Abbildungen von bekannten Tieren, Fahrzeuge oder andere Kinder. Halten Sie die Zeit der Mediennutzung bei Kleinkindern sehr gering und ermöglichen Sie viele andere Sinneserfahrungen. Dazu gehört das Anfassen von Dingen, Bewegung und der Kontakt zu anderen Menschen.

Ab etwa drei Jahren können Kinder Medien und ihre Inhalte immer besser verstehen, wenn die Geschichten einfach gehalten sind und sie an eigene Erfahrungen anknüpfen. Beim gemeinsamen Anschauen von Videos auf dem Smartphone oder Tablet kann Ihr Kind mehr über seine Umwelt und den Umgang mit verschiedenen Situationen erfahren. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten, damit es das Gesehene mit Ihnen besprechen und verarbeiten kann.

Ihr Kind möchte und kann in diesem Alter Medieninhalte zunehmend auch selber machen. Es gibt eine riesige Auswahl an Apps aus, mit denen Ihr Kind kreativ werden kann. Empfehlenswert sind einfache Anwendungen, in denen z. B. gestempelt oder ausgemalt werden muss. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind auch fernab von digitalen Medien genügend Gelegenheit hat, sich kreativ auszuleben. 

In unserem Beitrag Gute Apps für Kinder erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl geeigneter Programme am besten achten sollten.

Tipps für den Umgang mit mobilen Medien zu Hause

Wenn Kinder nach Tablet oder Smartphone fragen, sollten Sie überlegen, welches Bedürfnis gerade dahinter steht: Unterhaltung auf einer langen Autofahrt, sozialer Kontakt beim Videochat mit dem Opa und einfach mal abschalten… Verschiedene Gründe für die Mediennutzung haben ihre Berechtigung. Ungünstig ist es, wenn Medien permanent genutzt werden und Bedürfnisse nicht anders befriedigt werden können. Vermitteln Sie als Eltern alternative Strategien zum Umgang mit Langeweile oder Anspannung. Zuerst orientiert sich Ihr Kind an Ihnen. Wenn Sie selbst Medien nur in bestimmten Situationen nutzen, sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind. Schon in jungen Jahren kann es helfen, Regeln für die Mediennutzung in der Familie aufzustellen. Neben festen Medienritualen sollte es auch medienfreie Zeiten geben.

Gelangen die Geräte in Kinderhand sollten Sie auf kindgerechte Hüllen für Tablets und Schutzhüllen für Smartphones achten. Besonders Smartphones sind häufig teuer und anfällig für Beschädigungen. Schutzhüllen machen die Nutzung der Geräte einfacher und sicherer.

Gemeinsam Musik erleben

Dass Musik für Kinder wichtig und schön ist, haben wir in unserem Beitrag Kinderlieder begleiten mit Apps erklärt.

Neben Apps gibt es auch einige Internetseiten und YouTube-Kanäle, die dabei unterstützen, gemeinsam in der Familie Musik zu hören, zu machen und zu entdecken. Wenn Sie selbst kein Instrument beherrschen oder meinen, nicht musikalisch zu sein, können Sie auf diese Weise Ihrem Kind Musik näherbringen.

Kinderlieder auf YouTube

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. In den bunten als Trickfilme gestalteten Musikvideos gibt es neu eingespielte Kinderlieder. Es gibt sie auch auf der eigenen Website kinderlieder-mit-bobby.de – nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen liefert genau das: bekannte und neue Kinderlieder, die Kinder und Erwachsene beim Singen und Tanzen zeigen und zum Mitmachen anregen. Die Auswahl auf diesem Kanal ist riesig und es gibt verschiedene Playlists und Kategorien, unter denen die Lieder zu finden sind.

Kinderlieder auf YouTube sind vor allem etwas für jüngere Kinder. Wenn Sie Kinderlieder auf diesem Weg suchen und abspielen, nutzen Sie am besten die App YouTube Kids. Dann bekommen Sie und Ihr Kind vor und während das Video läuft, keine Werbung angezeigt und finden leichter passende Videoangebote für Kinder.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

In der Klangkiste des WDR lässt sich die große Welt rund um Musik erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet, so dass sie auch sehr gut über das Smartphone funktioniert. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und vieles mehr. Die Klangkiste ist etwas für größere Kinder, die hier viel über Musik lernen und ausprobieren können. Noch mehr Musik für alle Altersgruppen zu entdecken gibt es beim Kiraka: Hier findet man Videos zu aktueller Chartmusik, Interviews mit interessanten Musikerinnen genauso wie Infoclips zu Beethoven und anderen.

Einblicke in die musikalischen Welten ferner Länder bietet Afrika-Junior. Man kann sich beliebte Kinderlieder aus verschiedenen Regionen Afrikas anhören, Videoclips anschauen und es gibt ein Quiz zu afrikanischer Musik.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Wählen Sie ein Feld an und tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Bei schöner Musik gibt es tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr zu entdecken.

Klassische Musik für Kinder

Auf der Seite von Junge Klassik erfährt man jede Menge über Instrumente und klassische Musik. Die Seite ist ganz bunt und spielerisch gestaltet. Hier können bestimmt auch Erwachsene noch Neues entdecken! Noch mehr gibt’s bei Trompis Tondschungel, wo sich Kinder auf Musikexpedition begeben können.

Opern sind doch eher was für Erwachsene, oder? Mit der App Opera Maker können Kinder die Welt der Oper entdecken und eigene Geschichten dazu erzählen. Wie das aussehen kann, zeigt die Website.

Ganz viel über Musik gibt es auch beim Kinderfunkkolleg zu erfahren. Ohren auf und los! Das kann sogar im Musikunterricht in der Schule weiterhelfen. Und wenn man keine Lust auf Klicken hat, schauen Sie sich doch gemeinsam eine Folge der hr2-Lauschinsel an.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Sohn oder Ihre Tochter danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

Kindgerechte Audioinhalte bei Spotify Kids

Spotify Kids ist ein Angebot des Streaminganbieters Spotify, über das ausgewählte Musik, Hörspiele bzw. Podcasts für Kinder zugänglich sind und Eltern entsprechende Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kurz gefasst:

  • funktioniert nur mit einem Account für Spotify Premium Family (ca. 15,- €/Monat)
  • Inhalte für Kinder bis 12 Jahre
  • als App für Android und iOS und im Browser verfügbar
  • große Auswahl an kindgerechten Inhalten
  • Kontrolle der kindlichen Mediennutzung über einzelne Kinderprofile möglich

Was kann Spotify Kids?

Eine eigene Redaktion wählt die kindgerechten Audioinhalte für Spotify Kids aus, so dass nur die Spotify-Inhalte verfügbar sind, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Es gibt Lieder von bei Kindern beliebten Musikern, Filmmusik und viele zusammengestellte Playlists. Außerdem können Hörspiele wie Benjamin Blümchen oder Podcasts wie die “Sendung mit der Maus” online und offline angehört werden. 

Eine extra für Kinder gestaltete Oberfläche mit großen Bildern soll die jungen Nutzer ansprechen und ihnen mit einer einfachen Bedienung die eigenständige Nutzung erleichtern. 

Eltern können zwischen fünf unterschiedlichen Profilen und damit verbundenen Inhalten auswählen. Es gibt Einstellungsmöglichkeiten für jüngere (0 – 6 Jahre) und für ältere Kinder (5 – 12 Jahre). 

Das Angebot ist Teil von Spotify Premium Family, mit dem mehrere Personen das Premium-Angebot ohne Werbeunterbrechungen gleichzeitig nutzen können. Jedes Familienmitglied erhält einen eigenen Account.

Was fasziniert Kinder daran?

Kinder lieben es, Geschichten und Musik anzuhören. Als Eltern haben Sie vielleicht nicht immer die Zeit, Ihrem Kind vorzulesen oder bestimmte Lieder anzustellen. Für solche Situationen ist es hilfreich, wenn Kinder sich selbst Audioinhalte aussuchen und abspeichern können. Selbstständig Medieninhalte auswählen zu können, ist für viele Kinder eine tolle Erfahrung und trägt zur selbstbestimmten Mediennutzung bei –  die aber immer von Ihnen begleitet werden sollte.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei ähnlichen Diensten, wie z. B. YouTube Kids, wurde beobachtet, dass trotz einer Vorauswahl immer wieder auch problematische und nicht kindgerechte Inhalte zu sehen waren. Ob das bei Spotify Kids auch der Fall ist, ist noch schwer einzuschätzen, weil es das Angebot erst seit Mai 2020 gibt. Wichtig ist aber, dass Sie sich trotz der Vorauswahl die Audioinhalte, die Ihr Kind nutzt, kritisch anschauen. Nutzer bemängeln, dass das Angebot nicht ausreichend ist und Eltern die Möglichkeit erhalten sollten, selbst Spotify-Titel hinzufügen zu können. 

Spotify speichert das Nutzungsverhalten seiner Kunden, um das Produkt zu optimieren. Datenschutzfragen sollten bei der Auswahl und Installation eines geeigneten Streamingdienstes immer mitgedacht werden. 

Was meint der Anbieter?

Bei der Nutzung von Spotify Family Premium können Eltern einstellen, welche Inhalte Kinder anhören dürfen und welche nicht. Dabei sind die von den Kindern ausgewählten Audioinhalte bis zu drei Monate für die Eltern sichtbar. Sie können dann entscheiden, welche Lieder, Hörspiele und Podcasts Sie lieber aus der App herausnehmen möchten.

Was sollten Eltern beachten?

Angebote wie Spotify Kids können dazu verleiten, Kinder mit ihrer Mediennutzung allein zu lassen. Eine Auswahl kindgerechter Inhalte ist aber immer subjektiv und entspricht unter Umständen nicht dem, was Sie für Ihr Kind möchten. Deswegen sollten Sie sich das Angebot gemeinsam mit Ihrem Kind vorher anschauen und darüber sprechen. 

Je älter Ihr Kind ist, desto mehr können Sie es die Auswahl alleine treffen lassen. Die Funktion, die ausgewählte Musik nachträglich anschauen zu können, gibt Ihnen die Möglichkeit, einen Überblick über die kindliche Mediennutzung zu behalten. Dennoch kann es Ihrem Kind auch das Gefühl geben, von Ihnen kontrolliert zu werden. Fragen Sie deshalb Ihren Sohn oder Ihre Tochter besser direkt, was es sich anhört und mag. Außerdem ist es eine tolle Erfahrung, auch mal gemeinsam Musik zu hören oder Geschichten zu lauschen.

Hier finden Sie die Anleitung zur Einrichtung von Spotify Kids.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babies und Kleinkindern im Netz

Als frischgebackene Eltern ist man besonders stolz auf das eigene Baby und möchte sein Glück am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Doch verlieren Sie dabei nicht die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes aus dem Blick. Die Beantwortung der folgenden Fragen soll Ihnen helfen, zu entscheiden, wie Sie mit Fotos von Ihrem Kind umgehen.  

Wie soll mein Kind in der Öffentlichkeit dargestellt werden? 

Ihr Kind lernt erst mit der Zeit, was Fotos sind und was es bedeutet, wenn Bilder verbreitet werden. Deshalb müssen vorerst Sie die Entscheidung treffen, wie es auf Fotos aussehen soll und wer bestimmte Bilder sehen darf. Bevor Sie ein z. B. für Sie witziges Foto von Ihrem Kind weiterleiten, sollten Sie deshalb überlegen, ob Sie es gut gefunden hätten, wenn Ihre Eltern ein solches Bild von Ihnen geteilt hätten. 

Kinder sollten auf Fotos immer bekleidet und nicht in einer lächerlichen oder gar peinlichen Situation zu sehen sein. Sind noch andere Kinder auf dem Foto zu erkennen, müssen Sie das Einverständnis der Eltern einholen.

Ist es immer nötig, dass man das Gesicht meines Kindes erkennt?

Fotos von Kindern können auch schön sein, ohne dass man sie ganz genau erkennen kann, z. B. indem man sie von hinten fotografiert oder nur einen Ausschnitt zeigt. Mehr Tipps, wie Sie schöne Kinderfotos auf kreative Art machen und verbreiten können, ohne die Persönlichkeitsrechte zu verletzen, finden Sie in unserem Beitrag Kreative Kinderfotos.

Wie sollen Fotos meines Kindes verbreitet werden?

Denken Sie außerdem darüber nach, über welche Kanäle Fotos verbreitet werden. Wenn Sie ein Bild bei WhatsApp teilen, kann es leicht und unbemerkt weitergeleitet werden und möglicherweise auch in fremde Hände gelangen. Dann wissen Sie nicht, was damit passiert. 

Um das zu vermeiden, gibt es oft verschiedene Einstellungsmöglichkeiten in Apps oder auf Plattformen, die Sichtbarkeit bzw. den Empfängerkreis einschränken. Kontrollieren Sie auch regelmäßig die eigenen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen!

Vermeiden Sie es unbedingt, ein Foto Ihres Kindes in Kombination mit genauen Daten wie Namen oder Wohnort zu posten.

Wie möchte ich, dass andere mit Fotos meines Kindes umgehen? 

Dass Sie schöne Augenblicke mit Ihrem Kind festhalten und mit anderen teilen möchten, ist ganz normal und macht Freude. Doch nicht jedes Foto muss deshalb über das Internet geteilt oder veröffentlicht werden. Es kann genauso schön sein, die Bilder beim Familienfest zu zeigen und sich gemeinsam daran zu erfreuen. Besprechen Sie mit Familie und Freunden, wie Sie möchten, dass mit Fotos Ihres Kindes umgegangen werden soll. (Anregungen dazu finden Sie z. B. beim Deutschen Kinderhilfswerk.) Denn sind Fotos einmal über WhatsApp oder andere Messenger geteilt, können sie leicht und unbemerkt weitergeleitet werden. Tipp: Bei Messenger-Apps wie Signal oder Telegram werden Fotos übrigens nicht automatisch in der Fotogalerie des Empfängers abgespeichert.

Darf ich allein entscheiden, wie mein Kind im Netz dargestellt wird?

Besprechen Sie sich mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin bzw. dem anderen Elternteil dazu. Aber auch Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung, Privatsphäre und darauf zu entscheiden, was mit Bilder von ihnen passiert. Deshalb sollten Sie Ihr Kind so früh wie möglich einbeziehen. Wenn es noch sehr jung ist, können Sie fragen, ob es sich auf dem Foto mag, bevor Sie es weiterleiten. Ab dem Kindergartenalter sollten Sie genauer nachfragen, z. B.  ob auch Oma und Opa ein Bild sehen und haben dürfen. Respektieren Sie die Entscheidung Ihres Kindes, auch wenn sie nicht Ihrer Meinung entspricht.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Dabei ist auch das Alter Ihres Kindes entscheidend. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

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