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Geocaching selbst gemacht

Auf der ganzen Welt gibt es Millionen von Geocaches und viele Menschen, die danach suchen. Einige Leute suchen nicht nur, sondern verstecken selbst Caches. Wenn Sie mit der Familie selbst kreativ werden wollen, erklären wir Ihnen hier, wie es geht.

Nicht nur die Suche nach einem Cache ist ein großer Spaß. Sie können auch selbst Caches verstecken und sich dazu Rätsel und Hinweise ausdenken. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt und Sie brauchen nicht viel dafür. Die Entwicklung einer eigenen Schnitzeljagd ist für Kinder ab ca. acht Jahren geeignet. Je nach Alter und Interesse des Kindes lässt sich Geocaching mit Bildungs- und Lerninhalten verknüpfen – auch Educaching genannt. So wird Wissen mit Spaß und Spiel verbunden. Der eigene muss nicht offiziell auf einer Geocaching-Plattform gelistet sein, sondern kann auch nur für Freunde und Familie erstellt werden. Er kann zu einem Schatz, einer Überraschung und/oder einem Rätsel führen. Es kann ein einzelner Cache oder ein mehrteiliger Cache (Multi-Cache) sein, bei dem verschiedene Stationen abgelaufen werden.

Von der Idee zum eigenen Cache

Der erste Schritt ist die Suche nach einem Thema. Inhalte mit lokalem Bezug – z. B. spannende Orte in der eigenen Stadt – bieten sich an. Es können aber auch Themen wie Umwelt und Wald oder historische Ereignisse behandelt werden. Wichtig ist, dass es den Interessen und dem Alter Ihres Kindes entspricht. Vielleicht hat Ihr Kind auch eigene Ideen, die es umsetzen möchte.

Wenn das Thema gefunden ist, wird recherchiert und nach interessanten Dingen geforscht. Mit der Smartphone-Kamera können mögliche Verstecke festgehalten werden. Dann geht es daran, sich Rätsel und Aufgaben auszudenken. Bei einem Multi-Cache müssen die Stationen in eine Reihenfolge gebracht und an den Standorten versteckt werden. Notieren Sie sich die GPS-Koordinaten der Verstecke. Wer die Schnitzeljagd spielen möchte, erhält zum Start nur die Koordinaten der ersten Station. Bei der Suche enthält dann jeder neu entdeckte Cache die Koordinaten für die nächste Spur.

Für einen eigenen Geocache wird Folgendes benötigt:

  • Dosen oder Behälter für Hinweise, Rätsel und ggf. Gegenstände
  • GPS-Gerät oder Smartphone mit eingeschaltetem GPS (Koordinaten können auch über eine Karten-App wie Google Maps gesucht werden)
  • ggf. Fotoapparat bzw. Smartphone, um vorab Verstecke zu fotografieren
  • Papier und Stift
  • Ein Notizbuch (Log-Buch)
  • Kärtchen für Hinweise und Tipps
  • Eventuell kleine Preise für den letzten Cache (Schatztruhe)

Geo- und Educaches können mit Hilfe der App Actionbound auch multimedial gestaltet werden. Mehr zum Thema Educaching gibt es hier.

Geocaching – die moderne Schatzsuche

An dieser Schnitzeljagd, die mit einem Smartphone oder GPS-Gerät funktioniert, haben auch ältere Kinder und Jugendliche Spaß. Probieren Sie es aus und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf diese besondere Schatzsuche.

Was bedeutet Geocaching?

Beim Geocaching werden mithilfe eines GPS-Empfängers kleine Schätze gesucht, die andere Spielende an unterschiedlichen Orten versteckt haben. Diese Caches befinden sich in Dosen oder Gefäßen unterschiedlicher Größe. Der jeweilige GPS-Standort wird auf einer Plattform registriert, z. B. bei geocaching.com oder opencaching.de und lässt sich per App speichern und abrufen. Wer einen Cache findet, trägt sich in ein sogenanntes Logbuch ein, das dem Cache beigelegt ist. Danach wird die Dose wieder verschlossen und an der gleichen Stelle versteckt, so dass die nächste Person ebenfalls danach suchen muss.

Geocaching ist ein beliebtes Hobby bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Die Schätze sind auf der ganzen Welt versteckt, so dass Sie auch im Urlaub auf die Suche gehen und spannende Orte entdecken können. Für einige Geocacher geht es darum, möglichst viele Caches zu finden und sich in Logbücher auf der ganzen Welt einzutragen.

Was gibt es zu beachten?

Es gibt Caches in unterschiedlichen Kategorien und Größen. Alle wichtigen Informationen dazu stecken in der Cache-Beschreibung. Bei manchen Caches wird eine besondere Ausrüstung für die Suche benötigt. Bei Rätselcaches müssen vorher Aufgaben gelöst werden, um die GPS-Koordinaten zu bekommen. Je nach Cache können schon Kinder ab 4 Jahren bei der Schatzsuche dabei sein. Ältere Kinder können schon selbst die Beschreibungen lesen und selbständiger bei der Suche sein.

Manche Caches sind nicht leicht zu finden. Das kann Kinder schnell frustrieren. Lesen Sie deshalb vorher genau die Cache-Beschreibung durch. Häufig finden sich in den Kommentaren des digitalen Logbuchs (unter jeder Cache-Beschreibung) noch wichtige Hinweise. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Cache nicht mehr im Versteck ist, weil jemand ihn zerstört oder weggenommen hat.

In manchen Caches befinden sich Tauschgegenstände, wie eine Spielzeugfigur, eine Münze o. ä. Manche Gegenstände haben eine Mission. Beispielsweise sollen sie durch Tausch in ein anderes Land oder einen anderen Ort gelangen. Alle Informationen dazu gibt es jeweils auf der Geocaching-Plattform. Eine wichtige Regel ist, dass Geocacher unauffällig suchen, um nicht sogenannte Muggel auf den Cache aufmerksam zu machen. Das Wegschmeißen von Müll oder das Zerstören der Landschaft wird in der Geocaching-Community nicht gern gesehen und ist gegen die Regeln des Geocachings.

So geht’s auf Schatzsuche:

  • bei Geocaching-Plattform registrieren und geeignete Caches raussuchen
  • Geocaching-App auf dem (geladenen) Smartphone installieren
  • Cache-Beschreibungen gut durchlesen, da manchmal Dinge bei der Suche zu beachten sind
  • Stift und ggf. Tauschgegenstand einpacken, feste Schuhe an und los geht’s!
  • Cache mit Hilfe des Smartphones suchen, finden und Besuch loggen (in der Dose und/oder auf der Plattform/in der App)
  • Cache wieder verstecken (am gleichen Ort)

Digitale Schnitzeljagd mit Actionbound

Kennen Sie noch Schnitzeljagden aus Ihrer Kindheit? Wer heute ein Smartphone mit einer passenden App wie Actionbound dabei hat, kann die Schnitzeljagd um digitale Möglichkeiten erweitern. 

Kurz gefasst: 

  • App für iOS und Android zum Durchführen von Schnitzeljagden, Stadtrundgängen und Rallyes 
  • keine Altersbeschränkung; geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahren 
  • für die private Nutzung kostenlos 
  • Registrierung erforderlich, wenn eigene Bounds erstellt werden 

Was ist Actionbound? 

Actionbound kann mit Familie oder Freundeskreis gespielt werden, z. B. als Rallye für den Kindergeburtstag oder im Urlaub zur Erkundung eines neuen Orts. Actionbound kann allein oder als Gruppe gespielt werden.  

Mit Actionbound können digitale Schnitzeljagden – die sogenannten Bounds – mithilfe von Tablet oder Smartphone gespielt werden. Beim Spielen erscheinen Hinweise, Rätsel, Herausforderungen und Medieninhalte direkt auf dem Bildschirm. Die Bounds enthalten abwechslungsreiche Spielelemente wie GPS-Locations, QR-Codes und Mini-Games. Bei der Nutzung des GPS zeigt das Tablet oder Smartphone den Spielerinnen und Spieler den Weg durch das Anzeigen eines Richtungspfeils.  

Selbst kreativ werden mit Actionbound 

Bounds werden entweder von anderen Actionbound-Nutzenden erstellt und veröffentlicht oder es kann selbst ein neuer Bound angelegt werden. Zu Themen wie Natur, Kultur, Freizeitaktivitäten oder Sehenswürdigkeiten finden sich in der App zahlreiche Bounds. So wird z. B. der Stadtrundgang zu einem spannenden Erlebnis. 

Eigene Bounds können am Computer über den Internetbrowser im Bound-Creator erstellt werden. Dafür ist eine kostenfreie Registrierung bei Actionbound nötig. Das Erstellen eines Bounds ist ganz einfach. Es lassen sich Bilder, Videos und Audios integrieren, Quizfragen und Aufgaben stellen und QR-Codes anlegen. Wer seinen Bound mit ausgewählten Personen teilen möchte, kann die Funktion „geheime Bounds“ wählen. Dafür zahlen Erstellende sieben Euro pro Bound (Stand: Juli 2022). 

Hier gelangen Sie direkt zum Angebot: actionbound.com

Was sollten Eltern beachten? 

Actionbound lässt sich auch mit jüngeren Kindern nutzen. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind aber in die Nutzung einführen oder besser noch, Ihr Kind dabei begleiten. Achten Sie beim Erstellen eines Bounds darauf, viele Bilder und wenig Text zu verwenden. 

Die Erstellung eines Bounds kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte planen Sie auch die Zeit ein, die Sie mit der Durchführung der Rallye oder der Schnitzeljagd verbringen möchten. Wenn Ihr Kind schon älter ist, kann es ein schönes Erlebnis sein, zusammen einen Bound zu gestalten. Beachten Sie, dass in der kostenlosen Version alle Bounds öffentlich zu sehen sind. Seien Sie beim Erstellen sparsam mit sensiblen Daten wie Kinderfotos und personenbezogenen Angaben. Wenn Sie den Bound sehr persönlich gestalten möchten, lohnt sich die kostenpflichte Option „geheime Bounds“. 

Sie können mit Ihrem Kind auch bereits bestehende Bounds zu vielen verschiedenen Themen spielen. Wählen Sie über die Suchfunktion in der App eine geeignete Schnitzeljagd in der Nähe Ihres Standortes aus. Bedenken Sie, dass hier die Inhalte nicht genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Überprüfen Sie, dass der Bound zur Altersgruppe Ihres Kindes passt.  

Actionbound ist eine App aus Deutschland, deshalb unterliegen Ihre Daten dem Europäischen Datenschutz.  

Lightpainting – Bunte Lichtmalereien mit dem Smartphone

Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.

Was ist Lightpainting?

Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen können als zusätzliche Lichtquellen dienen. Mit ihnen lassen sich Bilder oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, habe viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Bildquelle: unsplash.com/Brunetto Ziosi

Lightpainting als Familienprojekt

Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone oder der Kamera funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.
Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit ein bisschen Erfahrung geht es auch draußen) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen. Wenn Sie eine Digitalkamera und ein Stativ haben, gelingen noch bessere Lichtmalereien. So geht’s:

  1. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Bei dem Smartphone ist es wichtig, dass die Kamera-App längere Belichtungszeiten ermöglicht. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Light Painting, kostenlos im App-Store oder LightPainting by AIRC, ebenfalls kostenlos für iOS, aber nur in Englisch oder Italienisch; LL Cam für Android, kostenlos, aber mit Werbung im Google Play Store).
  2. Wenn die Technik passt, suchen Sie sich einen dunklen Ort (drinnen oder draußen), an dem Sie ausreichend Platz haben, um Fotos zu machen. Je dunkler der Ort ist, desto besser gelingt die Lichtmalerei. Tipp: Ziehen Sie sich dunkle Kleidung an, wenn Sie auf dem Bild nicht zu sehen sein wollen, sondern die Malerei im Vordergrund stehen soll.
  3. Stellen Sie das Smartphone sicher auf – entweder mit einem Stativ oder an einem ähnlich stabilen Platz. Falls die Kamera oder das Smartphone in der Hand gehalten wird, kann das Bild leicht verwackeln.
  4. Bei dem Smartphone empfiehlt sich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden und die Verwendung des Selbstauslösers. Der Selbstauslöser verhindert, dass es beim Fotografieren wackelt. Das würde zu unscharfen Fotos führen.
  5. Nun können Sie sich vor die Kamera stellen und mit den gewählten Lichtquellen in der Dunkelheit malen. Lichtquellen wie z. B. Wunderkerzen, Knicklichter, LED-Lampen, Smartphone-Bildschirme (es gibt auch dafür Apps) oder Taschenlampen, die die Farbe wechseln können, sind für die Lichtmalerei möglich. Wenn Sie eine der Lichtbewegungen nicht auf dem Bild sehen möchten, müssen Sie die Lichtquelle ausschalten oder abdecken.

Die Bilder, die bei einer Lightpainting-Aktion entstehen, können – ausgedruckt oder via Smartphone – an Freunde und Familie verschickt werden.

Auf einer Seite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung, die auch für Kinder leicht verständlich ist.
Und schon kann es losgehen! Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld kann man jedoch ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen oder Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn aufnehmen. Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien oder im Winter drinnen. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!

Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden.

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis und GIFs zu versenden. Sie können auf einzelne Nachrichten mit Emojis reagieren.

Auch Videoanrufe mit einzelnen Personen oder in Gruppen sind in WhatsApp möglich. Es lassen sich selbstlöschende Nachrichten versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. Und gibt es die Möglichkeit, Fotos und Videos zu versenden, die nur einmal angeschaut werden dürfen und danach verschwinden. Chats können zudem archiviert werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Nutzende wissen, wann ihre Kontakte das letzte Mal online waren. Über das Profilbild und den sogenannten Status können sie Eindrücke aus ihrem Leben teilen (ähnlich wie bei Instagram). Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen. Hinzu kommt, dass darüber häufig Fake News verbreitet werden.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, Sexting, dubiose Gewinnspiele oder missverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Konzern Meta (früher Facebook). In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden. Außerdem gibt es seit längerem Gerüchte und Pläne, dass Werbung über WhatsApp geschaltet werden soll. Bisher wurden diese aber nicht umgesetzt.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung verbessern: Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Anfang 2022 hat WhatsApp angekündigt, dass Gruppenadministratoren in Zukunft Nachrichten von anderen löschen können. Diese Funktion ist bisher noch nicht umgesetzt.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Wenn Sie einen Messenger nutzen möchten, der mehr Datensicherheit bietet, lesen Sie unsere Toolbeschreibungen zu Signal und Threema.

Fake News, Verschwörungen und Desinformationen – Was heißt das eigentlich?

Falschmeldungen, Fake News, Alternative Fakten und Verschwörungstheorien –  diese Begriffe hören wir seit einigen Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Nachrichten. Sie meinen aber nicht unbedingt das Gleiche. Deshalb erklären wir hier, was die Begriffe unterscheidet.

Desinformation

Mit Desinformation sind all jene Nachrichten und Fakten gemeint, die nachweislich falsch oder irreführend sind. Häufig wirken sie wahr, weil sie in eine Geschichte verpackt sind. Deshalb kann es schnell passieren, dass man darauf hereinfällt. Desinformationen werden absichtlich gestreut, um eine bestimmte Stimmung zu verbreiten – beispielsweise gegen bestimmte Menschen oder politische Maßnahmen. Desinformation ist vor allem in Krisenzeiten, wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg, ein Problem.

Fake News

“Fake News” ist ein Begriff, der oft umgangssprachlich für Desinformation verwendet wird. Er wird jedoch auch politisch eingesetzt, um andere politische Positionen oder Personen herabzusetzen. Manchmal wird er auch für Kritik an klassischen Medien genutzt.

Falschinformationen

Dagegen ist eine Falschinformation eine fehlerhafte oder unwahre Information, die ohne Absicht verbreitet wird. Früher gab es gelegentlich sogenannte „Zeitungsenten“: Dabei wurde eine Meldung in der Zeitung veröffentlicht, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hat. Die Zeitung hat in einer späteren Ausgabe darauf hingewiesen.

Satire

Satire kennen Sie vielleicht von Sendungen wie der heute show oder von Memes. Es ist eine künstlerische Ausdrucksform. Obwohl bei Satire oft ähnliche Stilmittel wie bei Desinformation verwendet werden (z. B. Übertreibung oder Vereinfachung von Sachverhalten) gehört sie nicht zur Desinformation. Satire möchte nicht absichtlich täuschen, sondern Missstände oder Probleme deutlich machen.

Propaganda

Mit Propaganda sind alle Aktionen und Methoden gemeint, mit denen zielgerichtet Anschauungen, Ideen oder Informationen (darunter auch Desinformation) verbreitet werden, um die öffentliche Meinung in einer bestimmten Art und Weise politisch zu beeinflussen bzw. zu manipulieren. Dazu zählen auch Plakate u. ä.

Verschwörungserzählungen

Verschwörungserzählungen beruhen auf der Auffassung, dass hinter politischen Maßnahmen oder bestimmten Ereignissen planmäßige Verschwörungen stehen. Sehr bekannt ist die Verschwörung, dass der 11. September von den Amerikanern selbst ausgelöst wurde. Damit hätten die USA eine Rechtfertigung gehabt, in den Irak einzumarschieren und den Machthaber zu stürzen.

Verschwörungstheorien eignen sich dazu, für komplizierte Zusammenhänge einfache Erklärungen zu finden. Es wird ein einfaches Weltbild entwickelt, das auf Klischees oder Stereotypen beruht. Personen und Sachverhalte werden klar eingeteilt – in Gut und Böse, richtig oder falsch.

Wie Sie und Ihre Kinder Falschmeldungen bzw. Desinformationen erkennen und damit umgehen können, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema.

Virtueller Elternabend am 14. September 2022 von 17 bis 18 Uhr

#DenkenFragenPosten: Was müssen Eltern beachten, wenn sie Fotos von Kindern im Netz teilen?

Kaum ist ein Kinderfoto gemacht, wird es auch schon über Messenger oder Social Media Dienste mit Familie und Freunden geteilt – das ist gängige Praxis in vielen Familien geworden. Es wirft aber auch einige Fragen auf: Wann verletzt das Teilen von Bildern und Daten die Rechte von Kindern, zum Beispiel ihr Recht auf Privatsphäre, auf Schutz oder auf Mitbestimmung? Was müssen Eltern beachten, wenn sie Bilder teilen wollen? Wir möchten im Elternabend gemeinsam aus kinderrechtlicher Perspektive auf die Praxis des “Sharentings” („Share“ + „Parenting“) schauen und Tipps erarbeiten, wie Kindheit im Internet stattfinden kann, ohne das Kinderrechte verletzt werden.

Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expertinnen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!

Informationen und Anmeldung

Datum: 14.09.2022 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Medienpädagogischer Input mit Möglichkeiten zum offenen Austausch
Referentin: Sophie Pohle (DKHW)
Moderation: Lidia de Reese (FSM e.V.)
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 14.09.2022 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Natur entdecken mit Apps

    „Schau mal Papa, ein riesiger Käfer!“, „Mama, darf ich diese Beere essen?“, „Welcher Vogel singt denn da?“. Wenn es um Natur und Umwelt geht, machen Kinder viele spannende Entdeckungen. Apps können helfen, Tiere und Pflanzen um uns herum zu erkunden und genauer zu bestimmen. 

    Draußen unterwegs mit dem Smartphone

    Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten genau verstehen, was sie in der Welt alles entdecken. Neben Büchern und Lexika zur Tier- und Pflanzenbestimmung können Sie auch Ihr Smartphone nutzen, um zusammen die Natur um Sie herum zu entdecken! Ob Blumen oder Schmetterlinge, Tierspuren oder Sternbilder – mit den richtigen Apps können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Neues über Tiere und Pflanzen lernen. Nutzen Sie die Entdeckungsfreude Ihres Kindes und verbinden Sie Naturerfahrung an der frischen Luft mit. Wir stellen Ihnen vier ausgewählte Apps vor.

    Pflanzen bestimmen

    Was blüht denn da am Wegesrand? Beim Spaziergang eine Blüte, einen Halm oder ein Blatt abfotografieren und in Sekundenschnelle die Antwort erfahren – das ermöglicht die App Flora Incognita (lateinisch für „unbekannte Pflanzenwelt“). Sie ist leicht zu bedienen und mit ihr werden Kinder zu Naturforscherinnen und Naturforschern. Dank eines speziellen Algorithmus erkennt die App eine Vielzahl an Blumen, Sträuchern, Bäumen und Gräsern und bietet Informationen dazu. Die Entdeckungen können in der App gespeichert werden und geben so der Wissenschaft Hinweise auf die Verbreitung von Pflanzen. „Flora Incognita“ ist das Produkt eines Forschungsprojektes des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena & TU Ilmenau. Die App ist kostenlos und werbefrei für iOS- und Android-Geräte verfügbar. 

    Mehr Infos: Flora Incognita | DE – Die Flora Incognita App – Interaktive Pflanzenbestimmung

    Vogelstimmen erkennen

    „Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald!“. Vögel sitzen oft gut versteckt in Sträuchern oder auf hohen Bäumen. Wir sehen sie nicht immer, aber können ihr Zwitschern und Rufen gut hören. Die verschiedenen Vogelstimmen auseinander zu halten ist nicht so einfach. Hilfestellung bietet die App BirdNET (englisch für „Vogelnetz“). Mit ihr lassen sich Vogelstimmen aufnehmen und direkt bestimmen. Steckbriefe geben nähere Informationen zu den Federtieren, die Aufzeichnungen werden wissenschaftlich verwendet. BirdNET ist ein Forschungsprojekt der TU Chemnitz & Cornell Lab of Ornithology. Die kostenlose, werbefreie App ist sowohl für iOS als auch für Android erhältlich.

    Mehr Infos: BirdNET Sound ID – The easiest way to identify birds by sound. (cornell.edu)

    Teil einer Natur-Community werden

    Die App iNaturalist ist eine soziale Plattform, die Naturfreundinnen und -freunde weltweit in einer Community verbindet. Über ein Profil können Sie Fotos aller möglichen Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen hochladen und bestimmen. Die Beobachtungen werden mit dem Standort versehen und gespeichert. So können andere Nutzende nachsehen, welche Tiere und Pflanzen in der Umgebung gesichtet wurden und die Funde diskutieren. In der kostenfreien App gibt es eine beeindruckende Anzahl an Entdeckungen. Trotzdem ist sie übersichtlich gestaltet und für ältere Kinder leicht zu bedienen. iNaturalist ist kostenfrei und für Android und für iOS erhältlich.

    Mehr Infos: Eine Community für Naturfreunde · iNaturalist

    Den Himmel bei Nacht entdecken

    Großer Wagen, Milchstraße, Polarstern: soweit kennen sich die meisten mit unserem Nachthimmel aus. Darüber hinaus wird es oft schon schwierig. Die App Star Walk 2 bietet die Möglichkeit, mit dem Standort der Kamerafunktion die Sterne und Planeten um uns herum zu entdecken. Mit einem Klick auf einen Himmelskörper erfahren Nutzende mehr dazu. Per Augmented Reality verbindet die App einzelne Sterne zu wunderschönen, dreidimensionalen Sternbildern und untermalt das Erlebnis mit stimmungsvoller Musik. In-App-Käufe bieten Zugang zu mehr Kategorien wie Satelliten und Kometen. Die App ist in der Basisversion kosten- und werbefrei und für Android und iOS verfügbar.

    Mehr Infos: Sterne bei Nacht leicht identifizieren | Mobile Sternenbeobachtung | Aktueller Sternenhimmel | Star Walk

    Was sollten Eltern beachten?

    • Einige Apps funktionieren nur mit einer Internetzverbindung. Mitten im Wald oder in den Bergen kann es sein, dass Sie keinen Empfang haben. Machen Sie Fotos Ihrer Entdeckungen und schlagen Sie später gemeinsam nach.
    • Vorsicht giftig! Auch Apps zur Naturbestimmung bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Vermeiden Sie im Zweifelsfall das Anfassen oder Essen von Pflanzen und Tieren.
    • Manche Apps verlangen Zugriff auf Ihren Standort, auf Ihre Smartphone-Kamera und andere Funktionen. Prüfen Sie, welche App-Berechtigungen für die Verwendung der App wirklich nötig sind und unterstützen Sie Ihr Kind, sparsam mit Daten umzugehen.
    • Behalten Sie im Auge, dass bei einigen Apps In-App-Käufe möglich sein können. Informieren Sie sich vor dem Installieren einer App genau und schränken Sie Kaufoptionen in den Smartphone-Einstellungen ein.
    • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie die Mediennutzung in der Familie gestalten möchten und wie viel Bildschirmzeit angemessen ist. 

    Signal – Sicherer Messenger

    Vielleicht haben Sie auch schon von den Bedenken gegenüber WhatsApp und anderen Messenger-Diensten gehört. Signal möchte eine sichere Alternative sein und bietet nahezu die gleichen Funktionen.

    Kurz gefasst:

    • kostenlose und werbefreie App für Android und iOS (sowie für Desktop-PC)
    • Registrierung via Handynummer
    • Chats, Gruppenchats, sowie verschlüsselte Sprachanrufe und Videotelefonie möglich
    • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
    • Altersfreigabe ab 13 Jahren
    • von der gemeinnützigen Signal-Stiftung

    Was ist Signal?

    Über Signal können Sie und Ihre Kinder mit einem Kontakt oder einer ganzen Gruppe chatten. Sie können Bilder, Audiofiles, Videos, Textnachrichten und Emojis versenden, Sprachanrufe oder Videoanrufe tätigen.

    Signal wirbt damit, ein sicherer Messenger zu sein. Gegenüber anderen Messengerdiensten sind auch Gruppenunterhaltungen Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Über individuelle Datenschutz-Einstellungen in der App können u. a. Lesebenachrichtigungen und „verschwindende Nachrichten“ ein- oder ausgestellt werden. In regelmäßigen Abständen werden Nutzende aufgefordert, ihre PIN einzugeben, um die sichere Verwendung zu gewährleisten. Signal erfragt den Zugriff auf das Adressbuch, damit andere Nutzerinnen und Nutzer als Signal-Kontakte hinzugefügt werden. Kontakte können allerdings auch ohne Zugriff auf das Adressbuch des Smartphones manuell eingegeben werden. Da der Messenger quelloffen ist, kann jede Person die Verschlüsselungsverfahren einsehen. Viele Expertinnen und Experten haben diese bereits überprüft.

    Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

    Immer mehr Jugendlichen ist bewusst, dass WhatsApp und Facebook Messenger wenig Datensicherheit bieten und suchen sich Alternativen. Signal wird teilweise als zusätzlicher Messenger neben den häufiger verwendeten Apps genutzt.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Einige Gefahren beziehen sich nicht auf die Nutzung eines bestimmten Messengers, sondern hängen mit der Kommunikation über Messenger allgemein zusammen: Cybermobbing und Sexting sind auch via Signal nicht auszuschließen. Allerdings bietet Signal eine erhöhte Sicherheit der privaten Daten.

    Was meint der Anbieter?

    Nach Angaben des Anbieters werden Kontaktdaten von Signal anonymisiert, auf Signal-Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht.

    Das Mindestalter für die Nutzung beträgt laut Anbieter 13 Jahre. Die USK gibt eine Empfehlung ab 0 Jahren, doch auch in den App-Stores wird ein Mindestalter von 12 Jahre angegeben.

    Was sollten Eltern beachten?

    Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren der Kommunikation über Messenger-Dienste aufmerksam und thematisieren Sie die Vorteile von Signal und anderen, sicheren Messengern (z. B. auch Threema). Wenn Sie die App für den Austausch in der Familie nutzen, setzen Sie ein wichtiges Zeichen. Hilfreich ist es, sich mit anderen Eltern auszutauschen und gemeinsam zu entscheiden, ob Signal von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden sollte.

    Sichere Suche im Internet

    Kinder und Jugendliche können über die Suche im Internet schnell an Inhalte geraten, die nicht für ihr jeweiliges Alter geeignet sind, weil sie stark sexualisiert sind oder Gewaltdarstellungen enthalten. Mit einer bestimmten Filterfunktion in Suchmaschinen – der SafeSearch oder „Sicheren Suche“ – soll das verhindert und das Surfen für Jugendliche und Kinder sicherer werden.Diese Filtertechnik lässt sich bei den meisten Online-Suchmaschinen aktivieren: Dann werden automatisch unangemessene und nicht jugendfreie Inhalte aus den Suchergebnissen gefiltert und nicht angezeigt.

    Sichere Suche aktivieren

    Bei den bekanntesten Suchmaschinen – wie Google, Bing und Ecosia – können Sie die Filterfunktion sehr einfach über die jeweilige Startseite und dann über „Einstellungen“ einschalten. Dabei gibt es häufig zwei Filterstufen: Streng und Mittel/Moderat.

    SafeSearch bei Google lässt sich aktivieren für:

    Wenn Google erkennt, dass der Nutzer oder die Nutzerin jünger als 18 Jahre ist, ist SafeSearch automatisch eingeschaltet und kann bei einem Familienkonto von den Eltern deaktiviert werden. Mit einem Google-Account funktioniert die Filtertechnik auf dem Computer sowie auf mobilen Geräten (Android und iOS).

    Bei Bing finden Sie SafeSearch ebenfalls unter Einstellungen. Bing entfernt unangemessene Suchergebnisse in zwei Stufen:

    • Streng: Nicht jugendfreie Texte, Bilder und Videos werden aus den Suchergebnissen herausgefiltert.
    • Mittel: Nicht jugendfreie Bilder und Videos werden aus der Suche herausgefiltert, aber keine Texte.

    Bei Ecosia gelangen Sie über das Menü auf der Startseite in die Einstellungen und könnten dort die Sichere Suche aktivieren (Streng/Mittel).

    Was kann problematisch sein?

    Wenn Sie eine andere Suchmaschine als die genannten verwenden, schauen Sie in den Einstellungen, ob sich „Sichere Suche“ einstellen lässt.

    Bedenken Sie, dass keine Filterfunktion zu 100% treffsicher ist. Es kann immer passieren, dass Bilder oder Suchergebnisse von dem Programm nicht erkannt werden. Wenn das passiert, können Sie diese Inhalte melden. SafeSearch (bei Google, Bing und Yahoo) filtert nach amerikanischen Maßstäben. Das bedeutet, es werden auch Ergebnisse herausgefiltert, die nach deutschem Recht nicht jugendgefährdend sind (z. B. Nacktheit). Ergebnisse, die nach deutschem Recht nicht jugendfrei (z. B. Gewalt) oder sogar strafbar (z. B. Holocaustleugnung) sind, werden teilweise trotzdem angezeigt. 

    Tipp für Eltern: Kindersuchmaschinen verwenden

    Wenn Ihr Kind noch jünger ist (im Grundschulalter) empfehlen wir, Kindersuchmaschinen zu verwenden. Mit Hilfe dieser können sie lernen, sich online auf sicheren Webseiten zu bewegen, bevor sie „Erwachsenenangebote“ kennenlernen. Kindersuchmaschinen arbeiten mit sogenannten Whitelists – es werden in den Suchergebnissen nur solche Seiten angezeigt, die vorher auf kindgerechte Inhalte geprüft wurden. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet. Wenn Ihr Kind schon älter ist und sich allein online bewegt, fragen Sie regelmäßig nach seinen Erfahrungen und seien Sie ansprechbar.

    RTL+

    Das Streamingportal RTL+ bietet die Möglichkeit, Sendungen der Mediengruppe RTL nach ihrer Ausstrahlung sieben Tage lang kostenlos anzusehen – einige auch länger darüber hinaus. Premium-Mitgliedern stehen zudem eigens produzierte Inhalte und weitere Funktionen zur Verfügung. Finanziert werden die kostenfreien Inhalte über Werbeeinblendungen. Eltern haben die Möglichkeit, ein Profil für ihr Kind anzulegen, sodass es altersgerechte Serien, Filme und Shows werbefrei streamen kann.  

    Kurz gefasst:

    • Streaming-Angebot der Mediengruppe RTL Deutschland
    • Inhalte aus dem TV-Programm und Eigenproduktionen
    • mit oder ohne Premium-Mitgliedschaft nutzbar
    • Premium ab 4,99 € / Monat, Premium Duo ab 7,99€ / Monat
    • Anlegen von Profilen mit Altersbeschränkung möglich
    • geeignet für Kinder ab 3 Jahren

    Was bietet RTL+?

    RTL+ ist das Video-on-Demand-Angebot der Mediengruppe RTL. Nach Anlegen eines Accounts können mit dem Paket RTL+ Free Sendungen bestimmter Kanäle live gestreamt oder sieben Tage nachträglich angeschaut werden. Premium-Mitgliedern stehen außerdem Sendungen und weitere Formate dauerhaft im Archiv zur Verfügung. Seit 2019 bietet die Plattform eigens produzierte Filme und Serien an, die RTL+ Originals. Die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft eröffnet Zugang zur mobilen App, zu den Eigenproduktionen und die Möglichkeit, Inhalte vor der TV-Ausstrahlung anzusehen. Das Paket Premium Duo bietet zusätzlich Werbefreiheit, parallele Streams und einige Inhalte in englischer Originalversion. 

    Alle registrierten User können bis zu drei Profile anlegen. Diese lassen sich in Erwachsenen- und Kinderprofile unterscheiden. Kinder haben über ihr eigenes Profil nur Zugang zu dem Bereich Family und Kids. So können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind nur Zugriff auf altersgerechte Inhalte hat. Die Formate im Family und Kids-Bereich können außerdem werbefrei gestreamt werden. 

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Das Angebot von RTL+vereint das Fernsehprogramm mehrerer Sender miteinander und bietet somit gleichermaßen etwas für kleinere Kinder und Jugendliche. Beim jüngeren Publikum sind vor allem die Kinderkanäle Super RTL und Toggo beliebt. Neben neuen Produktionen werden dort auch Klassiker wieJanoschs TraumstundeFünf Freunde oder Benjamin Blümchen ausgestrahlt. Verpasste Sendungen können durch RTL+ von den Kindern problemlos nachgeschaut werden. Sie haben außerdem mit RTL+ Kids ihren eigenen Bereich, in dem die Formate in verschiedene Kategorien und Genres sortiert sind. So ist es für Kinder leicht sich zurecht zu finden und selbstständig auszuwählen. 

    Was müssen Eltern wissen?

    Wenn Sie sich kostenfrei bei RTL+ registrieren, haben Sie die Möglichkeit Ihrem Kind ein eigenes Profil anzulegen, über das es nur altersgerechte Formate anschauen kann. Premium-Mitglieder können zudem eine Jugendschutz-PIN einrichten, die für alle Profile gültig ist. Ab welcher Altersbeschränkung die PIN wirksam werden soll, können Sie selbst festlegen.

    Registrierte Personen ohne Mitgliedschaft können keine PIN anlegen, haben aber die Möglichkeit, das unabhängige und kostenlose Jugendschutzprogramm JusProg zu installieren. Ob Sendungen und Filme für das Alter Ihres Kindes geeignet sind und wie es die gezeigten Inhalte verarbeitet, können Sie über den Programmratgeber Flimmo erfahren. 

    Neben den angeschauten Inhalten sollten Sie im Blick haben, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Bildschirm und mit Medien insgesamt verbringt. Vereinbaren Sie deshalb feste Zeiten oder bestimmte Sendungen, die Ihr Kind anschauen darf. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit angemessen ist, können Sie in unserem Beitrag zu Medienzeit weitere Informationen und Anregungen finden.

    Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?

    Steht auf dem Wunschzettel Ihres Kindes für den Geburtstag oder Weihnachten eine Smartwatch? Vielleicht ist der Wunsch schon in Erfüllung gegangen, denn in immer mehr Familien gibt es die schlauen Armbanduhren. Das Angebot an Smartwatches wächst und ihr Funktionsumfang auch.

    Was ist eine Smartwatch?

    Sie sieht aus wie eine digitale Armbanduhr, hat jedoch sehr viel mehr zu bieten. Die Uhr ist eigentlich ein kleiner Computer, der mit dem eigenen Smartphone verbunden wird. Es gibt aber auch Smartwatches, die ohne Smartphone funktionieren. Man kann darauf Textnachrichten lesen, ohne erst nach dem Smartphone in der Tasche kramen zu müssen. Man lässt sich damit zum nächsten Kino navigieren, kann mit der Uhr seine Schritte zählen lassen und vieles mehr. Außerdem verfügt die Uhr über einen Lautsprecher und ein Mikrofon, sodass man auch ohne Smartphone über das Handgelenk telefonieren kann.

    Für Kinder gibt es spezielle Smartwatches mit eingeschränktem Funktionsumfang (Textnachrichten senden und empfangen, GPS-Tracking, Lernspiele, Fotofunktion usw.) – mit oder ohne Verbindung zum Internet (über eine integrierte SIM-Karte). Hersteller bewerben diese Uhren als Einstieg in das digitale Leben und als gutes Kommunikationsmittel zwischen Eltern und Kind.

    Was macht den Reiz der Smartwatch aus?

    Gerade für jüngere Kinder können sie eine praktische Alternative zum Smartphone sein. Die schlauen Uhren sind in der Regel einfach zu bedienen und bieten die wichtigsten Funktionen. Für Kinder steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund: sie können mit der Uhr spielen oder mit Freunden chatten (sofern es eine SIM-Karte hat und die Eltern die Telefonnummern der Freunde vorab dafür freigegeben haben).

    Nicht zu missachten, ist jedoch die mögliche Kontrolle durch die Eltern. Durch die Ortungsfunktion wissen Mama und Papa, wo sich ihr Kind gerade aufhält, es ist jederzeit erreichbar und sie können kontrollieren, mit welchen Personen das Kind kommuniziert. Im Internet surfen ist nicht mit allen Kinder-Smartwatches möglich, da sie nicht zwingend über eine Internetverbindung verfügen. Dies gibt Eltern die Sicherheit, dass ihr Kind auf keine bedenklichen Inhalte stoßen kann.

    Was sollte man bei Smartwatches beachten?

    Einerseits können die Uhren einen guten Einstieg in die Welt der digitalen Geräte bieten, da sie nicht unbedingt eine Verbindung zum Internet haben müssen, aber für Kinder viele attraktive Funktionen wie Spiele und Kamera mitbringen. Ihr Kind lernt mit einem eigenen Gerät umzugehen, ohne dass es schon ein teures Smartphone sein muss.

    Andererseits gibt es Funktionen, die in die Privatsphäre des Kindes eindringen. Die Funktion des GPS-Trackings erscheint auf den ersten Blick sinnvoll. Denn so wissen Sie jederzeit, wo sich Ihr Kind gerade aufhält. Aber Sie sollten sich klarmachen, dass auch Ihr Kind ein Recht auf freie Entfaltung hat – wenn auch in einem geschützten Rahmen. Sich mit dem Älterwerden zunehmend frei zu bewegen und eigene Erfahrungen zu machen, ist wichtig für Ihr Kind. Das Aktivieren der Ortungsfunktion kann einen Übergriff in die Freiheit Ihres Kindes darstellen und zu einem Vertrauensbruch führen. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit zurück und schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen.

    Sollten Sie sich zusammen für die Anschaffung einer Kinder-Smartwatch entscheiden, dann lernen Sie die Uhr gemeinsam mit Ihrem Kind kennen und nehmen Sie die Einstellungen zusammen vor. Die Kontrollfunktionen sollten nur in Notfällen und mit Wissen Ihres Kindes aktiviert werden. Machen Sie sich außerdem zur Datenschutzerklärung, den AGB und den Nutzungsbedingungen schlau! Smartwatches gelten immer mehr als Datenräuber. Hacker können möglicherweise auf einfache Weise Zugriff auf die Uhren erlangen.

    Bildschirmzeit und Digital Wellbeing

    Eine Stunde im Internet fühlt sich manchmal wie wenige Minuten an. Dieses Gefühl kennen Erwachsene genauso wie Kinder. Eine neue Benachrichtigung, ein neuer Post, jetzt noch kurz das Level beenden und ganz kurz bei TikTok reinschauen – aber dann ist wirklich Schluss! Viele Apps sind so konzipiert, dass sie uns mit ständig neuen Reizen am Bildschirm halten. Es wird dadurch immer schwieriger, das Gerät einfach aus der Hand zu legen. Spezielle Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit wollen helfen, Medien bewusster zu nutzen.

    Bildschirmzeit bei Apple-Geräten – Was ist das?

    Bildschirmzeit gibt es auf dem iPhone, iPad und MacBook. Damit kann man sich anzeigen lassen, wie viel Zeit man täglich mit welchen Apps verbringt. Bestimmte Apps können für einen gewissen Zeitraum oder nach Ablauf einer vorher festgelegten Zeit gesperrt werden. Außerdem ist es möglich, bestimmte Inhalte (z. B. altersbeschränkte Filme oder Spiele) zu blockieren. Mit Hilfe der Familienfreigabe – einer weiteren Funktion bei Apple – lassen sich die entsprechenden Einstellungen auch auf anderen Geräten vornehmen.

     Sie richten die Bildschirmzeit entweder direkt auf Ihrem eigenen Gerät oder dem ihres Kindes ein. Alternativ können Sie über Ihr Gerät in der Familienfreigabe die Bildschirmzeit für jedes Familienmitglied individuell einstellen.  Sie können die Bildschirmzeit auch für mehrere Geräte Ihres Haushalts einstellen, indem Sie auf “Geräteübergreifend teilen” tippen. Damit können Sie Ihre festgelegten Einstellungen auch auf das iPad und andere Apple-Geräten übertragen.

    Auf den Support-Seiten von Apple gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der Bildschirmzeit.

    Digital Wellbeing bei Android-Geräten

    Bei Android-Geräten ist ab Android 9 Digital Wellbeing als Funktion in den Einstellungen integriert. Hier sehen Sie auf einen Blick, wie häufig das Smartphone und die einzelnen Apps verwendet wurden. Android bietet gleich drei Möglichkeiten zur Regulierung der Medienzeit:

    • Mit dem App-Timer können Verwendungszeiten für einzelne Apps festgelegt werden. Ist der Timer abgelaufen, wird die App für den Rest des Tages pausiert.
    • Der Konzentrationsmodus hilft Ihnen dabei, Ablenkungen auf dem Smartphone zu umgehen und fokussiert zu bleiben. Zuvor selbst ausgewählte Apps werden währenddessen komplett deaktiviert.
    • Der Ruhemodus soll dabei helfen, den Schlafrhythmus zu verbessern. Legen Sie hier die Wochentage sowie die entsprechenden Ruhezeiten individuell fest.

    Android bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung Digital Wellbeing.

    Worauf sollten Eltern achten?

    Bildschirmzeit bietet darüber hinaus die Möglichkeit einer sogenannten Kindersicherung auf Apple-Geräten. Damit können Sie die Handynutzung Ihres Kindes regulieren und bspw. Einkäufe im App Store oder Inhalte mit bestimmten Altersfreigaben verhindern. Eine genaue Anleitung zur Kindersicherung bietet der Apple-Support.

    Die Funktionen zum Kinderschutz sind bei Android-Geräten nicht direkt im Betriebssystem integriert. Über die kostenfreie Google-App Family Link, können Sie die Mediennutzung ihrer Kinder dennoch im Auge behalten. Genauere Informationen finden Sie auf dieser Hilfeseite von Google.

    Sie sollten grundsätzlich bedenken, dass Ihr Kind sich durch die Regulierung seiner Mediennutzung von Ihnen kontrolliert fühlen könnte. Sprechen Sie deshalb offen mit Ihrem Kind über die Einstellungsmöglichkeiten und überlegen Sie gemeinsam, welche sinnvoll sind. Da Ihr Kind mit der Zeit immer selbstständiger wird, sollten die Einstellungen regelmäßig überdacht werden. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr weiß es natürlich auch, wie bestimmte Einstellungen zu umgehen sind. Wenn Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen, gibt es dazu in der Regel aber keinen Grund. Überlegen Sie auch gemeinsam, wie sie die Medienzeit und medienfreie Zeit in der Familie gestalten wollen.

    YouTube Kids

    YouTube Kids ist die kindgerechte kleine Schwester von YouTube. Die Plattform bietet eine große Sammlung altersgerechter Videos für Kinder. Sie wurde speziell für Familien entwickelt.

    Kurz gefasst:

    • kostenlose App für Android und iOS
    • geschlossene YouTube-App und Website mit speziellen Kinderinhalten für das Vorschul- und Grundschulalter
    • Sicherheits- und Kontrollfunktionen durch die Eltern
    • Werbung im Angebot
    •  

    Was ist YouTube Kids?

    YouTube Kids ist ein spezielles Angebot für Kinder. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die durch einen speziellen Algorithmus kindgerechte Inhalte herausfiltert und in die App oder Webseite einspielt. Zu Beginn der Nutzung können Eltern zwischen drei Altersstufen wählen: Vorschulalter (bis vier Jahre), Jünger (von 5 – 8 Jahre) und Älter (von 9 – 12 Jahre).

    Die Inhalte sind in vier Kategorien unterteilt: Serien, Musik, Lernen und Erkunden. Es finden sich weitere spannende Inhalte rund um Themen wie Musik, Gaming, Wissenschaft oder Basteln. Auch die bekannten Freundinnen und Freunde der Kleinen sind auf YouTube Kids vorhanden: Der kleine Drache Kokosnuss, Bibi und Tina, das Sandmännchen.

    YouTube Kids ist so gestaltet, dass Kinder die Plattform einfach bedienen können. Mit großen Abbildungen und einer Sprachsuche können auch Kinder, die noch nicht lesen können, die Webseite nutzen. Die Inhalte von YouTube Kids lassen sich über Systeme wie Chromecast, Apple TV und Spielekonsole auch auf einen Smart-TV streamen. Das Hochladen eigener Videos wie beim „richtigen“ YouTube ist nicht möglich.

    Was begeistert Kinder an dem Angebot?

    Kinder mögen – wie Erwachsene auch – Unterhaltungsangebote. Sie können in der App ihre Lieblingsfiguren und -geschichten quasi zu jeder Zeit abrufen. Somit ermöglicht YouTube Kids eine gewisse Form der Eigenständigkeit – sofern Eltern es erlauben. So können Inhalte z. B. eigenständig gesucht und angesehen werden.

    Auch ist es möglich Videos und Kanäle von dem YouTube-Account der Eltern auf dem ihres Kindes zu teilen. Das sind Videos, die normalerweise nicht auf YouTube Kids zu finden sind.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Das Angebot basiert auf einem Algorithmus. Das heißt, dass Inhalte nicht durch Menschen ausgewählt und nicht alle auf ihre Qualität überprüft werden, sondern dass es sich um einen technischen Auswahlprozess handelt. Dabei können Fehler auftreten. Seit Start des Angebots sind z. B. zahlreiche Angebote aufgetaucht, die anfangs kindgerecht erschienen, sich aber später als beängstigend herausstellten.

    Zusätzlich spielt der Algorithmus Videos mit großer Reichweite und großen Abrufzahlen zuerst und sehr prominent aus. So sind z. B. neben den bekannten und beliebten Trickfilmfiguren besonders auch Kinder-Influencer oder Familien-YouTube-Kanäle beliebt, die oftmals auch Produktplatzierungen o. Ä. enthalten. Nicht zuletzt enthält das kostenlose Angebot offensichtlich Werbung, die der Zielgruppe angepasst ist. Nur mit einem Abonnement von YouTube Premium ist auch der YouTube-Kids-Kanal ohne Werbung anzusehen. Positiv ist jedoch, dass sich aus dem Angebot heraus keine anderen Websites öffnen lassen.

    Was sagt der Anbieter?

    Es kann zu Fehlern bei der Auswahl der Videos kommen. Kein System ist perfekt. Daher wird der Algorithmus stetig verbessert und es finden manuelle Überprüfungen statt. Eltern werden explizit dazu aufgerufen, Videos zu melden, wenn diese problematisch erscheinen. Um als Eltern eine noch bessere Kontrolle zu erhalten, können alle Such- und Vorschlagsfunktionen ausgeschaltet werden, so dass nur die Angebote auf der Startoberfläche zugänglich sind. Weitere Tipps für Eltern zu den Jugendschutzeinstellungen gibt YouTube Kids auf seiner Webseite.

    Der Anbieter weist explizit darauf hin, dass YouTube Kids die elterliche Kontrolle und Begleitung ihrer Kinder nicht ersetzt. Eltern sollten gemeinsam Videos auswählen und in der Nähe bleiben.

    Was sollten Eltern beachten?

    Sie sollten möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind Videos anschauen, so dass Sie erkennen können, mit welchen Inhalten es gut zurechtkommt und welche nicht für Ihr Kind geeignet sind.

    Da Funktionen wie das Hochladen, Teilen oder Bewerten von Videos nicht zur Verfügung stehen, ist YouTube Kidssicherer als seine große Schwester YouTube. Eltern haben die Möglichkeit, ihr eigenes Passwort zu erstellen, um in der App auf die Einstellungen zugreifen zu können.

    Für mehr Kontrolle wurden spezielle Einstellungen eingefügt, die per Passwort geschützt sind:

    • Sucheinstellungen: Ist die Suchfunktion aktiviert, kann auf Millionen von Videos für die ganze Familie zugegriffen werden. Ist sie deaktiviert, wird die Nutzung der App eingeschränkt. Dann sehen Kinder nur Videos auf der Startseite der App. Sie werden entsprechend der bisher gesehenen Videos und der Alterseinstellung vom System ausgewählt. Der Verlauf kann jeweils gelöscht werden.
    • Mit dem eingebauten Timer kann die Dauer, die Ihr Kind vor dem Bildschirm verbringt, beschränkt werden. Wenn die eingestellte Zeit vorbei ist, weist die App Kinder darauf hin und sperrt sich von selbst.

    Probieren Sie die App erst einmal ohne Ihr Kind aus und entscheiden Sie dann, ob sie für Sie und Ihre Familie geeignet ist!

    Bei medien-kindersicher gibt es eine ausführliche Anleitung zur Einrichtung von YouTube Kids.

    Spotify

    CDs, Kassetten und MP3-Player sind schon lange aus dem Trend. Musik hört man heute online mit dem Smartphone, über digitale Musikdienste wie Spotify – einen der größten Streaminganbieter. 

    Kurz gefasst:

    • bekanntester Musik-Streaming-Dienst
    • Firmensitz in Stockholm
    • Musik hören über den PC, Spielekonsolen oder mit der App über Smartphone und Tablet möglich
    • kostenlose Version mit eingeschränkten Möglichkeiten und Werbung

    Was ist Spotify?

    Spotify ist der mit Abstand bekannteste und größte Musikstreaming-Dienst. Nutzt man ihn mit einem kostenlosen Account, kann man Musik nur mit einer Internetverbindung hören und es wird zwischen den Songs regelmäßig Werbung eingespielt. Mit der kostenpflichtigen Premium-Version lassen sich die Lieder auch offline und ohne Werbeunterbrechungen anhören. Zudem können mit der ebenfalls kostenpflichtigen Family-Premium-Version verschiedene Accounts verwaltet werden. In den Premium-Varianten stehen zudem Jugendschutzeinstellungen zur Verfügung. Damit können Songs, Podcasts und Hörspiele mit „expliziten“ – also für Kinder und Jugendliche ungeeigneten – Inhalten ausgeschlossen werden. 

    Mit Spotify erhält man Zugriff auf derzeit etwa 82 Millionen Titel. Darin enthalten sind Musik, Hörspiele, Hörbücher und Podcasts. Zusätzlich gibt es zahlreiche Playlists – von Nutzern erstellt und veröffentlicht – zu unterschiedlichen Genres und Themen. Man kann auch eigene Playlists erstellen und anderen Nutzern folgen. 

    Zur Musik bietet Spotify mit der Funktion Behind The Lyrics Hintergrund-Infos über den Song und zeigt bei vielen Titeln den Liedtext an. Spotify nutzt eine Art eigenen QR-Code. Mit diesem Spotify Code können Nutzende ihre Lieblingslieder teilen.  

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

    Musik ist für Jugendliche sehr wichtig: Sie identifizieren sich mit den Künstlerinnen und Künstlern, tauschen sich im Freundeskreis darüber aus und können sich mit ihren Lieblingssongs auch emotional ausdrücken. Mit Spotify haben Jugendliche die große Musikwelt in ihrer Tasche, können Musiksammlungen anderer durchstöbern und fast grenzenlos und überall auf Inhalte zugreifen.  

    Auf der Playstation, X-Box, Alexa Echo und Google Home wird Spotify unterstützt, so können Jugendliche gleichzeitig zocken und Musik hören oder ihren Sprachassistenten zur Musikwiedergabe nutzen. 

    Für jüngere Kinder ist die große Auswahl an Hörspielen interessant. Fast alle beliebten Kinderhörspielserien – von Bibi Blocksberg, über Benjamin Blümchen bis hin zu “Die drei ???” – sind auf Spotify verfügbar. Mehr dazu in unserem Artikel über Kindergerechte Audioinhalte auf Spotify  

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Spotify hat einen ausgefeilten Algorithmus, der die Vorschläge für Musik, Hörbücher und Werbung sehr stark personalisiert. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel Dein Mix der Woche. Damit verbunden ist jedoch auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Datenschutzbestimmungen, Zugriffsrechte und weiteren Bedingungen an, bevor Sie einer Registrierung und Installation zustimmen! 

    Für Kinder und Jugendliche ist die Nutzung der kostenlosen Version schwierig, da die Musikinhalte nur gestreamt werden können. Das kostet Datenvolumen, wenn man nicht auf ein WLAN zugreifen kann. Hat Ihr Kind keine Datenflatrate, kann das schnell teuer werden. 

    Bei Spotify gibt es auch Musik oder Hörbücher mit Inhalten, die nicht für Kinder geeignet sind. Diese sind allerdings gekennzeichnet und können herausgefiltert werden. Zuletzt geriet Spotify immer stärker in die Kritik, zu wenig gegen die Verbreitun von Fake News und Verschwörungsmythen auf der Plattform zu unternehmen. So vertreibt der Dienst unter anderem einen millionenschweren US-Podcast, in dem Falschinformationen zu Corona-Impfungen vermittelt wurden. Der Streamingdienst geht inzwischen gegen Corona-Fake-News vor und kennzeichnet Beiträge zu Covid-19 mit einem Hinweis und dem Link zu weiterführenden Informationen. 

    Was sollten Eltern beachten?

    Offiziell ist das Mindestalter von Spotify 16 Jahre. Nur in den kostenpflichtigen Premium-Acoounts lassen sich durch eine Anpassung der Jugendschutzeinstellungen problematische Inhalte filtern. Ihr Kind hat dann keine Möglichkeit auf “explizite” Inhalte mit Schimpfwörtern oder anderen unangemessenen Begriffen zuzugreifen oder durch Zufall auf sie zu stoßen. 

    Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Dazu gehören auch die Datenschutzbestimmungen und die Diskussion zum Thema Werbung. Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen. 

    Gerade bei Podcasts ist Vorsicht in Sachen Falschmeldungen geboten. Fördern Sie bei Ihrem Kind den kritischen Umgang mit Informationen und klären Sie es über Fake News auf. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Verschwörungsmythen erkennt und wie es den Wahrheitsgehalt von Quellen überprüfen kann.

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