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Aufgepasst: Rechtliche Hinweise zu Apps, Messenger und Social Media

Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.

Datenschutz – meine eigenen Daten

Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.

Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.

Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.

Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.

Urheberrecht – die Rechte anderer

Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.

Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.

Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.

Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.

Verantwortung bleibt im Familienalltag

In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.

Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.

Spotify – mehr als Musik

Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • beliebter Audio-Streaming-Dienst für Android, iOS und Web
  • nutzbar per Smartphone, Tablet, PC, Spielekonsole, Smart TV und Smart Speakern
  • kostenfrei mit Werbung und eingeschränkten Funktionen; kostenpflichtige Abos (z. B. Premium, Family) mit zusätzlichen Möglichkeiten
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chatfunktion
  • laut Nutzungsbedingungen des Anbieters ab 18 Jahren erlaubt, mit Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren

Was ist Spotify?

Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.

In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.

Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.

Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.

Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.

Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.

Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.

Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.

Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.

Was meint der Anbieter?

Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.

Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.

Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.

Was sollten Eltern beachten?

Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Kostenfreie Version: Beachten Sie, dass die kostenfreie Nutzung für Ihr Kind eher unpraktisch sein könnte. Sie verbraucht viel Datenvolumen, enthält Werbung und bietet weniger Funktionen und Kontrolle. Kostenfreien Hörspaß bieten zum Beispiel Kinderradiosender oder Kinderbuchseiten wie Amira.
  • Family- oder Kids-Angebote prüfen: Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen oder Ihr Kind noch jünger ist.
  • Jugendschutzeinstellungen nutzen: Deaktivieren Sie in den Einstellungen die Wiedergabe von als „Explicit” bzw. „E” gekennzeichneten Inhalten. Diese Möglichkeit gibt es nur in kostenpflichtigen Abos. Achtung: dieser Filter bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Weitere Einstellungen vornehmen: Prüfen Sie Einstellungen wie Datenschutz und Zugriffsrechte zusammen mit Ihrem Kind. Zeigen Sie, wie es die Nachrichtenfunktion deaktivieren, Anfragen von (fremden) Personen ablehnen und einzelne Kontakte blockieren kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter medien-kindersicher.de
  • Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsinhalte und medialen Vorbilder, aber auch über problematische Themen wie Fake News, Verschwörungsmythen und Kommunikationsrisiken.
  • Regeln vereinbaren: Treffen Sie gemeinsam Vereinbarungen zum Beispiel zur Nutzungsdauer, zu Downloads oder zur Chatfunktion.
  • Kritisches Denken stärken: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Inhalte einzuordnen, Quellen zu hinterfragen und unangemessene Aussagen zu erkennen. Melden Sie problematische Inhalte direkt bei Spotify oder einer Online-Meldestelle.

Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.

Eltern-Check-In: Mein Kind nutzt KI für Hausaufgaben – wie sinnvoll ist das wirklich?

Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools, um bei Hausaufgaben oder Schulprojekten Unterstützung zu bekommen. Die Versuchung, sich schnell eine fertige Antwort generieren zu lassen, ist groß. Viele Eltern fragen sich: Hilft das wirklich beim Lernen oder ersetzt es das eigenständige Denken?

Hausaufgaben mit KI – Chancen und Grenzen

KI kann dabei helfen, Ideen zu strukturieren oder Anregungen für Texte und Aufsätze zu liefern. Es entstehen jedoch oft Antworten, die kompliziert wirken oder auf den ersten Blick richtig klingen, obwohl sie Fehler enthalten oder Dinge „erfinden“, die nicht stimmen. Diese sogenannten Halluzinationen sind besonders bei Themen problematisch, die Ihr Kind selbst noch nicht sicher beherrscht, und können zu falschen Ergebnissen führen.

Wichtige Regeln für den Einsatz bei Hausaufgaben

  • Nur für Aufgaben, die Ihr Kind selbst lösen kann: KI sollte ausschließlich unterstützend genutzt werden. Die Faustregel lautet: Nur Aufgaben bearbeiten, die Ihr Kind theoretisch auch ohne KI bewältigen könnte. So bleibt die Kontrolle bei Ihrem Kind und es lernt weiterhin eigenständig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über weitere seriöse Informationsquellen, die genutzt werden können.
  • Aufgabe zuerst selbst verstehen: Bevor KI eingesetzt wird, sollte Ihr Kind das Thema sicher beherrschen, also zum Beispiel wissen, wie ein Aufsatz aufgebaut ist. Nur so kann es die KI-Ergebnisse kritisch prüfen.
  • Ergebnisse immer selbst kontrollieren: KI kann Fehler machen oder Inhalte „erfinden“. Alle Fakten, Beispiele oder Rechenwege müssen überprüft werden. KI ersetzt keine eigene Recherche und kein eigenes Nachdenken. Ihr Kind sollte lernen, Informationen immer mit mindestens einer weiteren vertrauenswürdigen Quelle abzugleichen; das ist das sogenannte Zwei-Quellen-Prinzip.
  • Vorsicht mit reinen Wissensfragen: Aufgaben, die nur Fakten abfragen (z. B. Jahreszahlen, Definitionen oder Formeln), sind für reine KI-Chatbots ungeeignet. Die Antworten könnten falsch sein und müssten ohnehin kontrolliert werden. Diese Aufgaben kann Ihr Kind direkt ohne KI erledigen oder – wenn überhaupt – KI-gestützte Suchmaschinen nutzen. Deren Ergebnisse müssen besonders kritisch kontrolliert werden.
  • KI als Hilfsmittel, nicht als Lösung: Am sinnvollsten ist der Einsatz, wenn KI Ideen liefert oder Strukturen vorschlägt, wie Gliederungen, Brainstorming oder Rechenansätze. Ihr Kind entscheidet selbst, welche Vorschläge sinnvoll sind.

Darauf sollten Eltern achten

  • Wie KI funktioniert: KI-Anwendungen berechnen Wahrscheinlichkeiten. Ihre Antworten basieren auf den Daten, mit denen sie trainiert wurden, also nicht auf echtem Verständnis. Das erklärt, warum Antworten plausibel klingen können, obwohl sie falsch sind.
  • KI ist fehleranfällig: KI kann falsche oder unvollständige Inhalte liefern, die auf den ersten Blick überzeugend oder richtig wirken.
  • Tool-Auswahl und Datengrundlage: Nicht jedes KI-Tool funktioniert gleich. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob Ihr Kind einen Chatbot oder eine KI-Suchmaschine nutzt und auf welcher Datengrundlage die Anwendung arbeitet. Manche Systeme können Vorurteile enthalten oder bestimmte Perspektiven bevorzugen.
  • Informiert bleiben: Schauen Sie gemeinsam, welche Tools Ihr Kind nutzt und wofür. Wer steckt hinter der Anwendung? Wozu wurde sie entwickelt? Was ist über Datenschutz und Datennutzung bekannt?
  • Eigenständigkeit bewahren: Kinder lernen weniger, wenn sie Inhalte einfach abschreiben statt sich selbst damit auseinanderzusetzen.
  • Vergleichsdruck vermeiden: Perfekt klingende KI-Ergebnisse können Kinder verunsichern oder unrealistische Erwartungen erzeugen.
  • Datenschutz beachten: Persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse sollten niemals eingegeben werden.

Praktische Tipps für Eltern

  • Gemeinsam ausprobieren: Begleiten Sie Ihr Kind beim KI-Einsatz und prüfen Sie die Ergebnisse zusammen.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Wie bist du zu dieser Lösung gekommen?“ oder „Kannst du mir das mit eigenen Worten erklären?“
  • Geeignete Anwendungen besprechen: Sprechen Sie darüber, welches Tool sich für welche Aufgabe eignet, etwa zur Inspiration oder zur Unterstützung bei der Recherche, nicht zur direkten Lösung.
  • Eigenes Denken stärken: Aufgaben sollten immer zuerst selbst bearbeitet werden; KI nur als Ergänzung.
  • Regeln festlegen: Vereinbaren Sie, wann und wofür KI eingesetzt werden darf, beispielsweise nur für Ideenfindung oder Strukturhilfe.
  • Austausch suchen: Ein Gespräch mit Lehrkräften oder anderen Eltern über Aufgabenstellungen und Erwartungen kann helfen, einen gemeinsamen Umgang mit KI zu finden.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Medien selber machen: Trickfilme und Stop Motion

Viele Kinder sind begeistert von Trickfilmen. Das Schöne ist: es braucht nicht viel, um zu Hause selbst welche zu machen! Smartphone oder Tablet, Bastelpapier und Stifte – und schon wird das Kinderzimmer zum Filmstudio.

Viele Trickfilme beruhen auf der Stop-Motion-Technik. Ähnlich wie beim Daumenkino werden viele Einzelbilder, die sich nur in Details unterscheiden, schnell hintereinander gezeigt. So geraten die Bilder in Bewegung. Der Vor- und Abspann vom Sandmännchen und die Geschichten von „Shaun das Schaf” sind zum Beispiel mit dieser Technik produziert.

Ihr Kind malt oder bastelt gern – oder spielt es lieber mit Duplo und Lego? Auch solche Dinge lassen sich wunderbar für die Produktion des ersten eigenen Films nutzen. Dann kann’s ja losgehen! Los geht’s!

Handlung des Films

Jeder Film braucht eine gute Geschichte mit einem Spannungsbogen. Denken Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind eine kurze Handlung aus. Die Geschichte sollte einfach und schnell zu erzählen sein und eine überschaubare Anzahl an Figuren haben. Schreiben Sie die Geschichte auf, damit Sie später beim Dreh den Überblick behalten.

Trickfilm-Apps

Für den Filmdreh können Sie ein Smartphone oder Tablet mit einer geeigneten App nutzen. Empfehlenswert sind Stop Motion Studio (Android und iOS; Grundversion kostenfrei), InShot (Android und iOS, Basisversion kostenfrei), oder iStop Motion (iOS; kostenfrei). Über die App lassen sich die Fotos nacheinander aufnehmen, und automatisch entsteht daraus der Film.

Trickfilm-Arten

Trickfilme können Sie auf verschiedene Arten gestalten:

  • Beim Legetrick malen Sie die Figuren auf Papier, schneiden sie aus und verschieben sie Schritt für Schritt. Damit die Bewegung später flüssig wirkt, sollten mehrere Bilder der Figuren ivorliegen, die sich jeweils nur wenig unterscheiden. Auch Alltagsgegenstände wie Knöpfe, Büro- oder Haarklammern können Sie im Legetrick verwenden. Die Motive werden auf einen Tisch oder den Boden gelegt und von oben fotografiert. Passende Hintergründe lassen sich auf Papier oder Pappe gestalten.
  • Beim Puppentrick kommen Puppen oder andere Figuren wie Kuscheltiere, Lego- oder Playmobilfiguren zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Figuren nach dem Umstellen von selbst stehen bleiben, damit keine Hände im Bild zu sehen sind. Die Figuren können Sie auch mit einem Nylonfaden bewegen, ähnlich wie beim Puppentheater.
  • Der Knettrick funktioniert ähnlich wie der Puppentrick, nur dass die Figuren aus Knete oder anderem modellierbaren Material bestehen. Dadurch lassen sich Bewegungen und sogar die Mimik besonders fein verändern.
  • Bei der Pixilation stehen Menschen vor der Kamera und werden ebenfalls in Stop-Motion fotografiert. So entstehen Tricks, bei denen Handlungen „unmöglich“ wirken, etwa wenn eine Person scheinbar auf einem Besen fliegt: Dafür wird bei jedem Sprung genau dann fotografiert, wenn die Füße in der Luft sind. Ein einfacher Spaziergang entsteht, indem Sie jede kleine Bewegung als Einzelbild aufnehmen und hintereinander abspielen.

Weitere Ideen und Anleitungen zu verschiedenen Trickfilm-Arten finden Sie in diesem Artikel der Filmothek NRW.

Drehort

Bereiten Sie den Drehort gut vor. Praktisch ist zum Beispiel eine Trickfilmbox. Eine Bauanleitung finden Sie unter jff.de/kinder. Für Legetrick wird von oben gefilmt, dafür braucht es einen passenden Untergrund – zum Beispiel eine gemalte Blumenwiese. Für Puppen- und Knettrickfilme wird eher schräg von oben bzw. seitlich gefilmt. Hier helfen kleine Kulissen aus Papier und Gegenständen oder vorhandene Spielwelten wie ein Puppenhaus. Verwenden Sie ein Stativ oder eine Tablethalterung, damit das Gerät stabil bleibt. Alternativ können Sie auch mit Büchern und anderen Gegenständen eine stabile Fixierung bauen. Wichtig ist, dass die Kamera genügend Abstand hat, damit alles ins Bild passt und die Figuren gut bewegt werden können. Achten Sie außerdem auf gleichmäßiges Licht, das sich während des Drehens nicht verändert.

…und Action!

Beim Filmdreh braucht es etwas Geduld, denn für einen kurzen Trickfilm sind viele Fotos nötig. Als Faustregel gelten etwa acht Bilder pro Sekunde Film. Zwischen den Fotos verändern Sie nur eine Kleinigkeit. Wenn zum Beispiel eine Legofigur winkt, bewegen Sie den Arm von Bild zu Bild ein kleines Stück weiter nach oben. Auch andere Figuren oder Gegenstände können Sie gleichzeitig in Bewegung bringen.

Am besten klappt es im Team: Ein Familienmitglied macht die Fotos, ein anderes bewegt die Figuren. Eine Person behält den Überblick: sie sagt an, was als Nächstes passiert, und achtet darauf, dass alles stimmt. Prüfen Sie die Aufnahmen regelmäßig direkt auf dem Display. Und tauschen Sie gerne auch mal die Rollen!

Schnitt und Ton

Nach dem Filmdreh folgt die Nachproduktion. Hier können Sie in der App Titel, Texte, Töne und Musik sowie Effekte ergänzen und den Film lebendig gestalten. Tipps zur Verwendung von lizenzfreier Musik finden Sie hier bei kindersache.de. Außerdem lassen sich Bilder löschen oder verschieben und die Anzeigedauer einzelner Bilder anpassen. Wenn die Figuren sprechen sollen, können Sie die Dialoge im Anschluss mit verteilten Rollen einsprechen.

Film ab!

Was ist ein Film ohne Premiere? Auch das können Sie mit Ihren Kindern zelebrieren – mit Limo und Popcorn in einem abgedunkelten Raum. Vielleicht werden Oma und Opa oder die Nachbarskinder dazu eingeladen. Zusätzlich ist eine Veröffentlichung auf einer Kinderplattform wie JUKI auf Kindersache denkbar, hierbei muss jedoch das

Und jetzt: viel Spaß beim Ausprobieren!

Virtueller Elternabend am 11.02.2026 von 17 bis 18 Uhr

KI – Hype, Hilfe oder Gefahr? Kinder und Jugendliche aufklären und begleiten

Neues lernen und Hausaufgaben machen mit dem Chatbot, Musik abspielen per Sprachbefehl über den Smartspeaker und Content-Empfehlungen ganz nach dem persönlichen Geschmack – Künstliche Intelligenz (KI) ist fester Bestandteil unseres Alltags. Besonders Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools vollkommen selbstverständlich, aber nicht immer ganz bewusst. KI-Technologien entwickeln sich rasant und stetig weiter. Für Eltern ist es dabei nicht leicht, den Überblick zu behalten: Welche Anwendungen sind bei jungen Menschen besonders beliebt? Welche Chancen, Herausforderungen und Risiken ergeben sich bei der Nutzung?

Im Elternabend stellen wir Ihnen die beliebtesten KI-Anwendungen vor und schauen auf deren Stellenwert im Medienalltag von Heranwachsenden. Ein Schwerpunkt liegt auf den Risiken für Kinder und Jugendliche bei der Kommunikation mit Chatbots, z.B. Desinformation, nicht-altersgerechte oder problematische Antworten sowie wenn so zwischenmenschliche Beziehungen ersetzt werden.

Seien Sie live dabei, erhalten Sie praktische Tipps, wie Sie Ihr Kind an einen sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit (generativer) KI heranführen und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expert*innen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!  

Der virtuelle Elternabend ist eine Veranstaltung im Rahmen des Safer Internet Day 2026 – mehr über den Aktionstag erfahren Sie bei klicksafe.

Informationen und Anmeldung

Datum:  11.02.2026 | Zeit: 17 bis 18 Uhr

Ablauf: (Medienpädagogischer) Input (ca. 40 Minuten) und anschließender offener Austausch

Referent*innen: Lidia de Reese und Nils Rudolf (FSM)

Moderation: FSM e.V.

Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.

Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber WTG . Serverstandort der WTG ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.

Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 11.02.2026 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    Tellimero – der sprechende Stift

    Bücher anhören, Spiele mit Ton spielen, selbst Aufnahmen gestalten. Mittlerweile gibt es verschiedene Audiostifte, die das können – vom TipToi über TING und BOOKii bis Anybook. Aus vielen Kinderzimmern sind diese Stifte gar nicht mehr wegzudenken. Als besonders offen gestaltetes Angebot reiht sich der Tellimero ein.

    Kurz gefasst

    • Audiostift mit Aufnahme- und Abspielfunktion
    • Geeignet ab 4 Jahren
    • Funktioniert mit Ton-Stickern, nicht mit festen Büchern
    • Kosten: ab 69,95 €

    Was kann der Tellimero?

    Der Tellimero wird vom Pädagogik-Verlag Betzold herausgegeben, einem klassischen Anbieter für Bildungs- und Lernmaterialien. Die Idee hinter dem Stift ist, ein flexibles Werkzeug zu schaffen, das nicht an bestimmte Bücher oder Produkte gebunden ist.

    Stattdessen arbeitet der Stift mit Stickern: In der Packung befindet sich ein ganzer Stapel verschiedener Stickerblätter mit bunten Punkten, Tieren, Instrumenten und Symbolen. Einige Motiv-Sticker enthalten bereits Geräusche, wie Tierlaute, Melodien oder andere Klänge. Die rund 200 einfarbigen Punkte können nach Belieben selbst besprochen werden.

    Die Sticker sind nicht zum Dekorieren gedacht, sondern bringen den Stift erst „zum Sprechen“. Berührt man im Aufnahme-Modus einen Sticker, kann Ton aufgenommen werden – bis zu fünf Minuten pro Sticker. Im Abspiel-Modus wird dieser Ton wiedergegeben. So lassen sich Bücher aufnehmen, Gegenstände mit Ton versehen oder Aufgaben akustisch festhalten.

    Der Stift selbst ist übersichtlich aufgebaut und hat drei Tasten: Ein/Aus, Aufnahme und Wiedergabe. Nutzt man mehrere Tellimero-Stifte, lassen sich vorhandene Aufnahmen über einen PC auf andere Stifte kopieren. Auch fertige Audiodateien können auf den Tellimero geladen werden.

    Was fasziniert Kinder daran?

    Für Kinder ist der Tellimero gleich doppelt spannend: Sie können zuhören und gleichzeitig kreativ werden. Bereiten Erwachsene Materialien vor – lesen etwa ein Buch ein, besprechen einen Adventskalender oder nehmen eine einfache Rezept- oder Bastelanleitung auf –, können Kinder eigenständig zuhören. Sie freuen sich über die Hör-Überraschung, hören vielleicht ihr Lieblingsbuch in Omas Stimme oder sogar in mehreren Sprachen. Auch Anleitungen, tägliche Aufgaben oder Abläufe können aufgenommen werden und selbst junge Kinder können sie so eigenständiger erledigen.

    Gleichzeitig können Kinder selbst kreativ werden: eigene Geschichten einsprechen, Rätsel vertonen oder den Stift zum Lernen nutzen. Die Bedienung der drei Tasten ist so intuitiv und einfach, dass der Stift wirklich ab 4 Jahren problemlos genutzt werden kann.

    Was kann problematisch sein an dem Angebot?

    Die große kreative Freiheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Kinder können nicht einfach mit Stift und Buch ausgestattet werden und sind beschäftigt – es braucht Vorarbeit. Sticker müssen verteilt, Aufnahmen erstellt und Inhalte vorbereitet werden.

    Wer den Tellimero etwa zum Sprachenlernen nutzen möchte, kann nicht auf fertige Produkte zurückgreifen, sondern muss Bücher oder Materialien selbst einsprechen.

    Da die Sticker wiederbespielbar sind, besteht außerdem die Gefahr, dass Kinder bereits besprochene Sticker überschreiben. Um das zu vermeiden, sollte bei der Aufnahme der sogenannte „Lehrermodus“ genutzt werden.

    Wie bei allen Audiostiften gilt außerdem: Eltern sind der „menschliche Aufladedienst“. Ein leerer Akku im entscheidenden Moment ist einer der häufigsten Frustpunkte.

    Was meint der Anbieter?

    Laut Verlag ist der Tellimero vor allem als pädagogisches Werkzeug gedacht. Er wird häufig in Kitas und Schulen eingesetzt, etwa für Sprachförderung, Stationenlernen oder Orientierungshilfen. Lehrkräfte können beispielsweise eine Anlauttabelle, einen Globus oder ein Stationentraining mit passenden Audio-Inhalten versehen. Dafür wurde der Stift mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Comenius-EduMedia-Siegel und dem Worlddidac Award.

    Auch für den privaten Einsatz ist der Tellimero geeignet, sei es für kreative „Spaß-Nutzungen“ oder auch für Lern- und Alltagsaufgaben. Eltern sollten sich jedoch bewusst sein, dass es keine fertigen Materialien gibt und die Inhalte vollständig selbst gestaltet werden müssen.

    Was sollten Eltern beachten?

    Für Familien, die nicht nur zuhören, sondern auch selbst kreativ werden möchten, ist der Tellimero eine gute Alternative. Klein und Groß können gemeinsam witzige, hilfreiche oder lehrreiche Inhalte für die Sticker entwickeln – und das immer wieder neu.

    Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind kritisch an KI heranführen, ohne es zu überfordern?

    Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.

    KI verstehen lernen

    Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.

    Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.

    Was Eltern wissen sollten

    • KI ersetzt kein Wissen: Antworten sind statistische Vorhersagen, keine gesicherten Fakten. Wenn Kinder Antworten von Chatbots einfach abschreiben, fehlt ihnen die Chance, ein Thema wirklich zu verstehen.
    • KI kann verwirren: Gerade jüngere Kinder können schwer unterscheiden, was real ist und was die KI „erfindet“. Und: Nicht immer ist einfach erkennbar, ob eine Antwort von einer KI oder einem Menschen kommt.
    • Kaum Jugendschutz: Viele Tools sind nicht speziell für Kinder entwickelt. Altersfilter, Moderation für sensible Themen und klare Datenschutzhinweise fehlen oft.
    • Vergleichsdruck: Kinder wollen oft perfekte Ergebnisse und vergleichen sich mit KI-Ausgaben, was Druck erzeugen kann.

    So können Eltern begleiten

    Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.

    • Gemeinsam ausprobieren: Probieren Sie KI-Anwendungen gemeinsam aus, etwa für Geschichten, Bilder oder kleine Recherchen. Lassen Sie Ihr Kind erzählen: Was überrascht, irritiert oder macht Spaß? Erklären Sie dabei, dass KI in Spielen, Apps oder Chatbots unterschiedlich funktioniert. In Spielen steuert sie Figuren oder Gegner*innen, in Chatbots beantwortet sie Fragen. Kinder lernen so, sich nicht allein auf ein Ergebnis zu verlassen. Kleine Experimente, wie das Vergleichen von KI-Ergebnissen mit eigenen Recherchen, fördern gleichzeitig Medienkompetenz, kritisches Denken und Neugier.
    • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Kann das stimmen?“, „Wie könntest du prüfen, ob die Antwort richtig ist?“ oder „Gibt es eine andere Quelle, die etwas Ähnliches oder etwas anderes sagt?“ So lernt Ihr Kind, KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zu übernehmen.
    • Regeln festlegen: Legen Sie gemeinsam fest, wie KI genutzt wird, beispielsweise nur gemeinsam, nur für bestimmte Aufgaben oder für kreative Projekte.
    • Datenschutz verständlich erklären: Machen Sie deutlich: „Was du eingibst, wird gespeichert. Deshalb teilen wir keine persönlichen Infos wie Namen, Fotos oder Schulwege.“
    • KI als Werkzeug, nicht als Lösung: Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Ideen zu entwickeln. KI kann inspirieren, ersetzt aber nicht das eigene Denken und kreative Arbeiten.
    • Gefühle ernst nehmen: Besprechen Sie Frustration oder Vergleiche mit KI-Ergebnissen. KI ist nicht „schlauer“ oder „besser“ als Ihr Kind. Sie liefert Vorschläge, keine perfekten Lösungen.

    Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

    Social Media, Influencer*innen und das liebe Geld

    In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.

    Wie verdienen Influencer*innen Geld?

    Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.

    Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:

    • Direkte Geschenke und Zahlungen von Fans: Wenn Influencer*innen auf Plattformen wie TikTok oder Twitch live sind, interagieren sie über Chat oder Reaktionen mit ihrem Publikum. Fans wiederum können virtuelle Geschenke kaufen, etwa Coins oder Emotes, die sie während eines Streams vergeben. Manche Creator*innen bieten auch exklusive, kostenpflichtige Inhalte über Plattformen wie Patreon an.
    • Werbung und Sponsoring: Es ist kein Zufall, dass Influencer*innen ihrem Publikum häufig Produkte präsentieren und anpreisen, die sie – angeblich oder tatsächlich – begeistern. Oft stehen dahinter Werbeverträge. Je mehr Reichweite, desto lukrativer die Verträge. Solche mit weniger Follower*innen bekommen für ihre Werbung manchmal ‚nur‘ kostenlose Produkte, bei großen Accounts können die Verträge ziemlich ertragreich sein.
    • Affiliate-Links: Nicht selten zeigen die Internet-Stars nicht nur Produkte, sondern verlinken sie auch direkt in Stories oder ihrem Profil. Was oft wie ein praktischer Service wirkt, ist meist eine weitere Einnahmequelle: Wird ein Produkt über diesen Affiliate-Link gekauft, bekommen Influencer*innen eine Provision. Der kommerzielle Charakter dieser Links ist nicht immer erkennbar.
    • Eigene Produkte und Marken: Mit wachsender Bekanntheit entstehen oft eigene Mode-, Beauty-, Schmuck- oder Lifestyle-Produkte. Fans kaufen diese gern, um ihre Lieblings-Creator*innen zu unterstützen oder sich mit ihnen verbunden(er) zu fühlen.

    Warum funktionieren diese Vermarktungsstrategien gerade bei Kindern und Jugendlichen gut?

    Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.

    Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.

    Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.

    Was kann problematisch sein?

    Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.

    Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.

    Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.

    Was Eltern beachten sollten

    Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.

    Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.

    Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.

    Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

    Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.

    Medien-Tipps rund um Weihnachten 

    Plätzchenduft, Shopping-Stress, leuchtende Kinderaugen: Die Feiertage rücken näher und bei vielen Kindern und Jugendlichen stehen digitale Geräte und Spiele auf der Wunschliste. Was sollten Sie als Eltern vor und nach dem Schenken beachten? Zwischen den Jahren und in den Ferien bleibt auch Zeit für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie. Wie kann diese sicher, altersgerecht und sogar kreativ gestaltet werden? Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über Angebote aus dem Elternguide.online-Partnernetzwerk.  

    Mit Medien gegen Langeweile 

    Die Weihnachtsferien können lang sein, besonders wenn das Wetter draußen nicht so recht zum Spielen einlädt. Wenn Sie zuhause Geräte wie Smartphones, Tablets, Kameras oder einen Laptop zur Verfügung haben – wie wäre es, wenn Sie und Ihr Kind einfach mal loslegen? Sie können gemeinsam fotografieren oder filmen, neue kreative Apps ausprobieren und Medienzeit aktiv gestalten. Das macht riesig Spaß und Ihr Kind lernt nebenbei auch noch was in Sachen Medienkompetenz.  

    Auf der Website kinder.jff.de gibt es Vorschläge für einfache Medienprojekte, die Kinder ab 3 Jahren mit Unterstützung von Ihnen als Eltern zuhause durchführen können. Dabei helfen kindgerechte Videoanleitungen, in denen die Umsetzung der Medienprojekte Schritt für Schritt gezeigt wird. Wie wäre es mit einem Foto-Memory mit Christbaumschmuck oder einer Hörgeschichte zum Thema Weihnachtstraditionen? 

    Für kleine Fotofans zwischen 8 und 12 Jahren bietet knipsclub einen sicheren Rahmen, sich in einer geschlossenen und pädagogisch betreuten Fotocommunity auszuprobieren und miteinander über Fotos auszutauschen. Auf der Website finden Sie kreative Foto-Tipps, zum Beispiel zum Malen mit Licht. Besonders in der Silvesternacht ein richtiger Hingucker! 

    (Medien-)Challenges in der Familie 

    Challenges kennen Sie bestimmt aus Social Media, z. B. Tanz-Challenges auf TikTok. Kinder und Jugendliche lieben es, sich Herausforderungen zu stellen. Challenges müssen aber nicht unbedingt nur im Internet stattfinden, Sie können sie auch zuhause in der Familie spielen! Probieren Sie doch mal die Top-Foto-Challenge, die Clip-Challenge oder die Nachstellen-Challenge aus. In unserem Elternguide-Artikel haben wir ein paar Vorschläge dazu gemacht. Weitere Advents-Challenges finden Sie auf der Website des JFF-Projekts webhelm.de.  

    Kindgerechte Antworten auf Fragen rund um Weihnachten finden 

    Kinder haben viele Fragen und lernen früh, dass sie ihre Fragen im Internet beantwortet werden. Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert? Welche Basteltipps und welche Backrezepte gibt es rund um Weihnachten? Die Kindersuchmaschine fragFINN bietet Kindern Zugang zu rund 3.400 geprüfte Websites, darunter knapp 400 Kinderseiten. Grundschulkinder können hier in einem geschützten Surfraum ihre ersten Interneterfahrungen machen und lernen, mit Suchmaschinen und Suchergebnissen umzugehen. Beim fragFINN-Adventskalender können Kinder jeden Tag ein Türchen öffnen, dahinter verbergen sich Links zu anderen Kinderseiten mit vielfältigen Infos und Angeboten passend zur Winterzeit.  Weitere spielerische Lernseiten finden Sie in diesem Elternguide-Artikel.

    Winterliche Film-Abende

    Bestimmt schaut Ihr Kind auch gerne Videos und geht ins Kino. So ein gemeinsamer Fernsehabend kann ein richtig schönes Familienerlebnis sein. Beachten Sie dabei die Alterskennzeichen der FSK, um Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Doch aufgepasst: FSK-Kennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen. Wenn Sie passende Filme, Serien oder YouTube-Clips für Ihr Kind suchen, schauen Sie doch mal bei FLIMMO vorbei. Die pädagogischen Einschätzungen und Beschreibungen geben Orientierung bei der Auswahl. Unter dem Special „Highlights im Advent“ finden Sie winterliche Filmtipps vom Grüffelokind über den Grinch bis zum Polarexpress. Was es zu beachten gibt, wenn Medien auf dem Wunschzettel stehen, erklärt FLIMMO in diesem Artikel. Alles, was Sie zum Jugendschutz im Kino wissen müssen, finden Sie in diesem Elternguide-Artikel

    Ein Smartphone unterm Weihnachtsbaum – eine gute Idee? 

    Wann das eigene Kind reif für das erste Smartphone ist, müssen Eltern je nach Entwicklungs- und Erfahrungsstand individuell entscheiden. Schließlich steht Ihrem Kind mit einem Smartphone theoretisch die ganze Welt des Internets mit all seinen Chancen, aber auch Risiken offen. klicksafe bietet umfangreiche Informationen für Eltern. Überprüfen Sie über die Checkliste zur Smartphone-Reife, ob ein Smartphone schon unter den Weihnachtsbaum gehört. Ist die Entscheidung positiv ausgefallen? Dann informieren Sie sich über technische Einstellungsmöglichkeiten und richten Sie das Smartphone kindersicher ein. Alle Informationsmaterialien von klicksafe finden Sie in diesem Themenspecial.  

    Sie möchten Ihr Kind auf das erste Smartphone unter dem Weihnachtsbaum vorbereiten? Kindgerechte Informationen zum ersten Smartphone gibt es im Kindermagazin Genial Digital vom Deutschen Kinderhilfswerk. Die fragFINN-App ermöglicht Ihrem Kind einen geschützten Surfraum auf seinem ersten Smartphone und gibt ihm Zugang zu den qualitätsvollen, positiven Angeboten.  

    Überlegen Sie, alternativ eine Smartwatch anzuschaffen? Dann sehen Sie sich diesen Themenbereich von klicksafe an. Beachten Sie: technische Schutzmaßnahmen ersetzen nicht das Gespräch und die Medienregeln in der Familie. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt und begleiten Sie es bei den ersten Schritten mit Smartwatch oder Smartphone. 

    Medien sicher nutzen – mithilfe von technischem Jugendmedienschutz 

    Neben Gesprächen und Medienregeln ist der technische Jugendmedienschutz ein wichtiger Baustein der Medienerziehung. Nutzen Sie die Einstellungen zur Bildschirmzeit und Digital Wellbeing auf Smartphones, um Zeitlimits für das gesamte Gerät oder für verschiedene Apps einzustellen und Inhalte zu filtern. Das Jugendschutzprogramm JusProg bietet für mobile Geräte und Laptops eine präzise Filtermöglichkeit für Websites und sichere Voreinstellungen. Google Family Link und YouTube Kids bieten in der Welt des Internetgiganten Google die Möglichkeit, Medienerlebnisse für Ihr Kind sicherer zu machen. Auch Social-Media-Apps wie Instagram und TikTok bieten Sicherheitsfeatures und Möglichkeiten der Begleitung durch Eltern. Streaming in der Familie kann eine schöne Beschäftigung in den Ferien sein. Fast alle Streaming-Angebote haben zertifizierte Angebote zum Jugendschutz. Nutzen Sie eigene Kinderprofile und die Jugendschutzfunktion mit der PIN. Viele der Jugendschutzprogramme wurden von der Gutachterkommission der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) freigegeben. Mehr zu technischen Lösungen im Jugendmedienschutz finden Sie auf der Webseite der FSM.

    Detaillierte Anleitungen zu allen Geräten gibt es auf der Website medien-kindersicher.de.   

    Smart schenken – Tipps zu Games unter dem Weihnachtsbaum 

    Welche Spiele soll ich meinem Kind zu Weihnachten schenken? Sind Games für Kinder im Vorschulalter in Ordnung? Im Familienbereich der USK-Website und über die USK-Broschüren erhalten Sie alle Informationen zu den Alterskennzeichen der USK, den Zusatzhinweisen und zum Umgang mit dem Thema Games in der Familie.  

    Die USK-Kennzeichen geben an, ab welchem Alter ein Spiel keine Entwicklungsbeeinträchtigungen hervorruft. Die Zusatzhinweise wie „Fantasy-Gewalt“ oder „Handlungsdruck“ geben Eltern gute Hinweise, ob ein Spiel für das eigene Kind geeignet ist. Pädagogische Einschätzungen zu Spielen finden Sie beim Spieleratgeber NRW. Beschreibungen beliebter Spiele wie Fortnite, Minecraft oder Roblox sind auf Elternguide.online verfügbar. Im USK-Lexikon werden die wichtigsten Begriffe, Geräte und Genres erklärt. 

    Sie möchten Ihrem Kind zu Weihnachten mit einem Game eine Freude machen? Informieren Sie sich über die Vertriebswege von Games und über technische Vorsorgemaßnahmen. Sowohl an Konsolen als auch in Game-Stores und den Spielen selbst lassen sich verschiedenste Einstellungen zum Jugendschutz vornehmen. Spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind und stellen Sie ihm interessierte Fragen zu seinen Lieblingsspielen.   

    Das Team von Elternguide.online wünscht Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit und viel Freude im sicheren und kreativen Umgang mit Medien!  

    Der Streamingdienst Joyn

    Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

    Kurz gefasst:

    • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
    • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
    • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
    • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
    • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
    • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

    Worum geht’s?

    Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

    Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

    Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

    Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

    Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

    Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

    Was kann problematisch sein?

    • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
    • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
    • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
    • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

    Was sagt der Anbieter?

    Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

    Was Eltern beachten sollten

    Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

    Eltern-Check-In: Ist WhatsApp jetzt ab 12, 13 oder 16 Jahren?

    Per Online-Nachricht ein Treffen mit dem besten Freund vereinbaren, im Klassenchat nach den Hausaufgaben fragen oder sich digital mit Freund*innen über die neuesten Transfergerüchte im Fußball austauschen. Laut der JIM-Studie ist WhatsApp die meistgenutzte App bei Jugendlichen. Doch ab welchem Alter darf der Messenger offiziell genutzt werden?

    USK

    Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hat WhatsApp ab 12 Jahren freigegeben. Die USK prüft, ab welchem Alter Online-Games und Apps in Deutschland als geeignet gelten. Ihre Alterskennzeichen beruhen dabei auf den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes und des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. Der Grund für die Kennzeichnung ab 12 Jahren liegt darin, dass WhatsApp eine Messenger-App ist, deren Inhalte nicht vorab kontrolliert werden können. Durch die öffentliche Community-Funktion enthält WhatsApp außerdem Funktionen, die Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram ähneln. Gleichzeitig verfügt WhatsApp jedoch auch über Block- und Meldefunktionen. USK 12 wird unter anderem dann vergeben, wenn eine App oder ein Game eine Chatfunktion hat, die übliche Moderationstools und Absicherungen umfasst. Ist im Google Play Store das Alter Ihres Kindes hinterlegt, kann die App erst ab 12 Jahren installiert werden.

    Anbieter-AGB

    WhatsApp selbst gibt in seinen AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) ein Mindestalter von 13 Jahren an. Bei den AGB handelt es sich um Regeln zur Nutzung eines Online-Dienstes. Vor der Nutzung der App muss Ihr Kind bestätigen, dass es mindestens 13 Jahre alt ist. Ob dies der Wahrheit entspricht, wird nicht aktiv geprüft. Sollte jedoch bekannt werden, dass ein*e Nutzer*in jünger als 13 Jahre ist, hat WhatsApp das Recht, den Account zu löschen.

    DSGVO

    Laut der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) darf WhatsApp ab 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern Daten verarbeiten. Ist Ihr Kind jünger, braucht WhatsApp Ihre Zustimmung als Erziehungsberechtigte. Indem Sie Ihrem Kind die Nutzung von WhatsApp erlauben, stimmen Sie gleichzeitig zu, dass der Messenger-Dienst die Daten Ihres Kindes (z. B. die Handynummer) verarbeiten darf.

    Kurz gesagt

    Sie als Eltern können 13 Jahre als Orientierung nehmen. Kinder unter 12 Jahren sollten das Angebot in keinem Fall nutzen. Offiziell gilt:

    Ist ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahren, darf es WhatsApp nutzen, braucht hierzu jedoch Ihre Zustimmung. Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln auf, klären Sie Ihr Kind über Risiken auf und erklären Sie Ihrem Kind die Melde- und Blockierfunktionen der App. Richten Sie den Account zusammen ein und achten Sie dabei besonders auf Einstellungen zu Sicherheit und Privatsphäre. Weitere Tipps zum sicheren Einrichten von WhatsApp finden Sie hier bei medien-kindersicher.

    Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

    Alternative KI-Angebote: Welche Tools können Familien nutzen?

    Eine Idee für das nächste Geburtstagsgeschenk, Unterstützung bei der Matheaufgabe oder ganz einfach die Frage nach den Öffnungszeiten des Schwimmbads: Viele Familien nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz im Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele Eltern, welche KI-Angebote zuverlässig, sicher und auch für Kinder geeignet sind. Denn KI ist nicht gleich KI, die Angebote unterscheiden sich beispielsweise in Datenschutz, Transparenz und Zielgruppen deutlich.

    Welche Vor- und Nachteile bringen KI-Angebote?

    Es liegt auf der Hand: KI-Tools können den Alltag erleichtern. Chat-Bots und sogenannte KI-Agenten finden und bündeln Informationen, erklären komplizierte Inhalte, übernehmen kleine Aufgaben oder sind sogar Gesprächspartner*innen. Viele Dienste – von Suchmaschinen bis zu Messengern – haben mittlerweile integrierte KI-Funktionen. Das macht sie noch leichter erreichbar und bequem zu nutzen.

    Zugleich steigen damit auch Risiken. Manche Angebote legen wenig Wert auf Datenschutz und Privatsphäre, sammeln umfangreiche Nutzungsdaten oder sind schwer zu durchblicken. Andere liefern Ergebnisse, die schwer einzuschätzen oder nicht immer korrekt sind. Gerade die scheinbar einfachsten Angebote, die etwa schon in Apps und Seiten integriert sind, sind nicht immer die besten. Für Kinder können ungefilterte Inhalte zudem problematisch sein.

    Drei KI-Alternativen für Familien

    Die Suche nach geeigneten KI-Angeboten ist nicht leicht. Viele Tools wirken ähnlich und unterscheiden sich dennoch stark. Wir stellen drei mögliche Alternativen vor:

    Perplexity AI – die KI-Suchmaschine mit transparenten Quellenangaben

    Perplexity AI funktioniert wie ein Chatbot, stellt Informationen aber stärker im Sinne einer Suchmaschine zusammen. Ein Vorteil: Die KI zeigt zu jeder Antwort die genutzten Quellen an. Das erleichtert die Einschätzung der Ergebnisse und kann besonders für Jugendliche hilfreich sein, die für Schule oder Projekte recherchieren. Perplexity AI kann kostenfrei im Browser genutzt werden oder mit einem kostenpflichtigen Pro-Account, der Suchen speichert, bessere KI-Modelle nutzt und mehr Uploads ermöglicht. Der Anbieter gibt an, Daten zur Weiterentwicklung zu nutzen, aber nicht zu verkaufen. Das Angebot richtet sich nicht speziell an Kinder, kann aber, wenn es begleitet genutzt wird, ein transparenteres Werkzeug für Recherchen sein.

    Duck AI – die KI mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre

    DuckDuckGo ist als datensparsame Suchmaschine und Browser bekannt. Der Browser sammelt keine Daten, erfasst keine IP-Adressen und blockiert Werbung. Mit Duck AI bietet der Dienst nun auch eine eigene KI-Funktion an, ebenfalls mit starkem Fokus auf Datenschutz: Anfragen werden anonymisiert an die Modelle geschickt, Chats nicht gespeichert und Daten nicht zu Trainingszwecken weitergegeben. Die KI kann kostenfrei genutzt werden, auch ohne eigenen DuckDuckGo-Browser. Für Eltern, denen der Schutz persönlicher Daten besonders wichtig ist, kann das eine verlässliche Alternative darstellen. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um ein spezielles Kinderangebot, aber um eine Option mit klar kommuniziertem Datenschutz.

    KinderGPT – die KI speziell für Kinder

    KinderGPT ist ein deutsches Angebot, das sich ausdrücklich an Familien richtet. Inhalte werden gefiltert und altersgerecht aufbereitet. Eltern können Nutzungszeiten begrenzen oder Themenbereiche freigeben. Nach Angaben des Anbieters HillcrownAI werden keine persönlichen Daten weitergegeben. Die Basisversion ist kostenlos, zusätzliche Funktionen können kostenpflichtig freigeschaltet werden. KinderGPT ersetzt keine Begleitung, bietet aber einen geschützten Rahmen, in dem Kinder erste Erfahrungen mit KI sammeln können.

    Wie Familien passende Angebote finden

    Welches KI-Angebot geeignet ist, hängt wesentlich davon ab, wofür es genutzt werden soll. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo Ihre Prioritäten liegen: Schnelle und einfache Nutzung, große Sicherheit oder nachprüfbare Ergebnisse? Wenn Sie sich bewusst machen, was Sie von einer KI erwarten, können Sie auch nach ‚der Richtigen‘ suchen.

    Bleiben Sie auf dem Laufenden, was KI kann und wo die Haken liegen. KI-Angebote entwickeln sich schnell weiter und es kommen ständig neue Angebote dazu. Daher ist es wichtig, sich über neue Möglichkeiten und Grenzen zu informieren.

    Unabhängig vom gewählten Angebot: Besprechen Sie sicheres Verhalten im Umgang mit der KI mit Ihrem Kind. Erklären Sie, welche Daten man einer KI geben kann – und was lieber privat bleiben sollte. Informieren Sie sich gemeinsam, wie KI funktioniert und wie man Ergebnisse hinterfragen und nachprüfen kann, um sicher zu gehen. Seien Sie sich auch Ihrer Vorbildrolle bewusst.

    Und schließlich: Lernen Sie gemeinsam Anlaufstellen kennen, bei denen Sie Unterstützung finden, wenn Probleme auftauchen.

    Cybergrooming – wenn Fremde übers Netz Kontakt zu Kindern suchen

    Ganz klar, Sie kennen die Freund*innen Ihres Kindes aus der Schule oder dem Sportverein. Doch wie sieht es mit Bekannten aus, mit denen Ihr Kind nur über das Internet Kontakt hat? Ob beim Online-Gaming, in Video-Chats oder über Social Media – überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Laut JIM-Studie 2025 machten fast ein Drittel der befragten 12-19-Jährigen Erfahrungen mit sexueller Belästigung im Netz.

    Was ist Cybergrooming?

    Plattformen wie Instagram, TikTok oder Discord, auf denen Kinder und Jugendliche gern unterwegs sind, ziehen auch Nutzer*innen mit pädokriminellen Neigungen an. Das ist kriminelles Verhalten, das sich gegen Minderjährige richtet. Erwachsene sprechen Kinder mit dem Ziel an, sie sexuell zu belästigen oder sogar zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache im Netz wird Cybergrooming genannt.

    Wie gehen Täter*innen vor?

    Die Strategien sind vielfältig – sie zielen jedoch immer darauf ab, das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen und Kontrolle über die Kommunikation zu erlangen.

    • Kontaktaufnahme: Häufig beginnt alles scheinbar harmlos. Täter*innen verwenden oft Fake-Profile und geben sich als Gleichaltrige aus. Oder sie locken mit dem Versprechen der „Berühmtheit“ und treten als vermeintliche Talentsucher*innen oder Modelagent*innen auf
    • Manipulation: Täter*innen liken und kommentieren die Inhalte von Kindern und Jugendlichen. Sie machen ihnen Komplimenten oder digitale „Geschenke“ wie Skins in Online-Games – mit dem Ziel, ihr Vertrauen zu erschleichen und sie zu manipulieren.
    • Private Informationen: Typischerweise wollen Täter*innen sehr viel über das Kind oder den Jugendlichen erfahren, geben selbst jedoch kaum Persönliches preis.
    • Sexuelle Übergriffe: Manche fragen gezielt nach sexuellen Erfahrungen oder berichten offen über ihre eigenen Vorlieben.

    Was sind Warnsignale?

    Ein deutliches Warnsignal ist, wenn die fremde Person den Chat in einen privaten Messenger wie WhatsApp oder Telegram verlagern möchte – denn dort kann niemand mitlesen. Dieser Chat soll unbedingt geheim bleiben. In solchen privaten Unterhaltungen wird gezielt Vertrauen aufgebaut, das später ausgenutzt werden kann. Oft folgt dann die Bitte um intime Fotos oder Videos. Diese können anschließend zur Erpressung verwendet werden. Täter*innen akzeptieren kein „Nein“: Weigern Kinder und Jugendliche sich, werden sie unter Druck gesetzt und ihnen wird z. B. mit Kontaktabbruch oder der Veröffentlichung von intimen Bildern gedroht. Über private Chats versuchen manche Täter*innen, ein persönliches Treffen zu vereinbaren.

    In diesem Video des Kinderschutzbunds erfahren Sie mehr zu dem problematischen Phänomen:

    Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
    https://www.youtube.com/watch?v=BYEIHX0JH48&t=2s

    Wie schütze ich mein Kind vor Cybergrooming?

    • Bei der Mediennutzung begleiten: Machen Sie die ersten Schritte auf Social Media gemeinsam mit Ihrem Kind. Ihr Kind lernt auf diese Weise die verschiedenen Funktionen und Verhaltensregeln kennen.
    • Offene Gespräche führen: Kommen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind zu seiner Mediennutzung in den Austausch. Wenn Ihr Kind weiß, dass es mit Ihnen offen sprechen kann, wendet es sich eher an Sie, wenn es auf Probleme im Netz stößt.
    • Auf Risiken hinweisen: Damit Ihr Kind früh über die Gefahren Bescheid weiß und sie rechtzeitig erkennen kann, sprechen Sie ganz offen und sachlich darüber. Zeigen Sie auf, wann ein Chat gefährlich wird und wie es sich verhalten kann.
    • Sicherheitsfunktionen nutzen: Wählen Sie altersgerechte Medien aus, richten Sie das Smartphone gemeinsam sicher ein und schützen Sie Ihr Kind durch Jugendschutzmaßnahmen vor problematischen Inhalten.
    • Privatsphäre im Blick haben: Private Informationen wie der volle Name, Geburtsdatum, Adresse oder gar private Bilder sollte Ihr Kind nie öffentlich stellen oder unbekannten Personen anvertrauen. Gehen Sie gemeinsam und regelmäßig mit Ihrem Kind die Privatsphäre-Einstellungen der genutzten Plattformen und Apps durch.
    • Gesundes Misstrauen fördern: Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, in dem man nie genau weiß, wer auf der anderen Seite sitzt. Ihr Kind sollte Kontaktanfragen von Fremden ablehnen, unbekannte Nutzer*innen blockieren oder melden. Ermutigen Sie Ihr Kind, auf sein Bauchgefühl zu hören und bei unangenehmen oder beängstigenden Nachrichten den Kontakt sofort abzubrechen. Bei Flirt-und Dating-Apps ist besondere Vorsicht geboten – hier fehlt oft eine gute Moderation. Wichtig: Die Ortungsfunktion sollte immer deaktiviert sein.
    • Bezugspersonen mit einbeziehen: Medienerziehung ist nicht nur Sache der Eltern. Vielleicht vertraut sich Ihr Kind gerne den Großeltern, Pat*innen, Verwandten oder guten Freund*innen der Familie an. Sprechen Sie auch mit anderen Familienmitgliedern über das Thema und beziehen Sie sie in die Medienerziehung ein.

    Weitere Tipps, wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt in sozialen Netzwerken schützen, finden Sie hier.

    Was tun, wenn mein Kind betroffen ist?

    Kinder und Jugendliche sind besonders neugierig. Deshalb vergessen sie schon mal alle Warnungen und können in eine Falle tappen. Machen Sie Ihrem Kind unbedingt klar, dass auch in solchen Fällen die Schuld ausschließlich bei den Täter*innen liegt. Cybergrooming – auch der Versuch – ist in Deutschland strafbar. Sollte Ihr Kind sexuell belästigt werden, seien Sie für Ihr Kind da und machen Sie ihm keine Vorwürfe. Melden Sie die Täter*innen auf der jeweiligen Plattform oder bei Meldestellen. Sichern Sie Beweise durch Screenshots von Chatverlauf und Profil und erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei! Doch Vorsicht bei Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen. Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in diesem Artikel.

    Hilfe, Beratung und Informationen finden Kinder und Jugendliche hier:

    Für Eltern gibt es folgende Anlaufstellen:

    Weitere digitale Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern finden Sie hier.

    Medien selber machen: Hörprojekte mit Kindern

    Wussten Sie, dass Ihr Kind schon hören kann, bevor es auf der Welt ist? Das Ohr wird als erstes Sinnesorgan während der Schwangerschaft ausgebildet.
    Auch im Baby- und Kleinkindalter spielt das Hören eine besondere Rolle. Babys können schon früh die Stimme ihrer Bezugsperson erkennen. Das Hören ist wichtig für die Wahrnehmung der Umwelt und das Sprechen lernen. Da kleine Kinder noch nicht lesen können, sind sie besonders auf das Hören angewiesen. Sie bekommen gern vorgelesen oder lauschen Hörgeschichten.

    Audioprojekte sind einfach umzusetzen

    Spätestens ab dem Kindergartenalter lassen sich Kinder von Hörmedien wie Musik, Podcasts und Hörspielen begeistern. Viele Kinder nutzen dazu gerne eine eigene Hörbox. Ab dem Kindergartenalter können Sie gemeinsam kleine Hörgeschichten produzieren oder Spiele mit Geräuschen ausprobieren. Das schult das genaue Zuhören und hilft dabei, gut sprechen zu lernen. Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten vor.

    Beim Spaziergang die Ohren spitzen

    Mit kleinen Kindern ab ca. 3 Jahren können Sie einen Spaziergang machen und mal genau hinhören: Was hören wir? Was macht eigentlich alles ein Geräusch? Tipp: schließen Sie die Augen – dann nehmen die Ohren noch mehr wahr.

    Auf Geräuschesafari gehen

    Wenn Ihr Kind schon etwas größer ist, können Sie gemeinsam auf Geräuschesafari gehen. Jedes Smartphone hat ein eingebautes Mikrofon, viele besitzen auch eine App zum Aufnehmen von Sprachmemos. Gehen Sie nach draußen, z. B. in den Wald. Sammeln Sie gemeinsam die verschiedensten Geräusche und nehmen Sie sie auf. Erkennen Sie und Ihr Kind hinterher beim Anhören wieder, was es für Geräusche waren? Wenn Sie mit mehreren Kindern unterwegs sind, können Sie daraus ein Geräuscherätsel gestalten und einander raten lassen, welche Geräusche aufgenommen wurden.

    Interviews führen

    Sprechen will geübt sein – und macht Kindern besonders dann Spaß, wenn sie ihre eigene Stimme bewusst entdecken dürfen. Kleine Stimmübungen wie laut und leise sprechen, verschiedene Stimmungen ausprobieren oder Zungenbrecher aufsagen stärken Artikulation und Ausdruck. So lernt Ihr Kind spielerisch, seine Stimme gezielt einzusetzen. Übungen zum Sprechtraining finden Sie hier auf Auditorix. Im nächsten Schritt können Sie und Ihr Kind selbst ein kleines Interview führen – zum Beispiel mit einem Familienmitglied, einer Nachbarin oder einem Freund. Themen wie Lieblingsorte, Hobbys oder Wünsche für die Zukunft eignen sich zum Beispiel gut für den Einstieg. So trainiert Ihr Kind nicht nur seine Stimme, sondern lernt auch zuzuhören, gezielte Fragen zu stellen und Gespräche zu gestalten.

    Musik machen

    Musik selbst zu produzieren und aufzunehmen macht Kindern Spaß und fördert ihre Kreativität. Schon mit einfachen Mitteln kann Ihr Kind eigene Klänge und Rhythmen gestalten – etwa mit Alltagsgegenständen wie Dosen und Gummibändern oder Rasseln aus Reis und Bechern. Wer lieber digital arbeitet, kann mit Musik-Apps wie GarageBand oder Indigo Pads spielerisch Instrumente ausprobieren und eigene Melodien aufnehmen. So entsteht schnell ein kleiner Beat, der zum Beispiel ein Hörspiel lebendiger klingen lässt und Stimmungen unterstreicht.

    Ein eigenes Hörspiel produzieren

    Fast jedes Kind hat ein Lieblingsbuch oder eine Lieblingsgeschichte. Machen Sie daraus gemeinsam ein kleines Hörspiel. Das klappt mit Kindern ab ca. 4 Jahren. Mit dem Smartphone oder Tablet lassen sich unkompliziert verschiedene Tonspuren aufnehmen und kombinieren – zum Beispiel mithilfe der App Audio Adventure. Lesen Sie die Dialoge mit verteilten Rollen und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Musik einsetzen und die Geschichte mit Geräuschen versehen kann. Wie klingt es, wenn es draußen regnet oder stürmt? Einen Überblick, wie sich Geräusche selbst erzeugen lassen, gibt es auf Auditorix. Eine Videoanleitung zum Geschichten erzählen mit dem Tablet finden Sie auf kinder.jff.de.

    Hörrätsel und mehr

    Wenn das Wetter nicht zum Rausgehen einlädt, kann Ihr Kind auf AUDIYOUkids oder bei Planet Schule Hörrätsel lösen, selbst eine Geschichte vertonen oder ein Hörspiel zusammensetzen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei – vor allem, wenn es noch nicht lesen kann. Kinder ab dem Grundschulalter lernen hier auch, Tonaufnahmen zu schneiden.

    Dann mal ran an die Ohren und viel Spaß beim gemeinsamen Lauschen, Geräusche machen und Geschichten vertonen!

    Eltern-Check-In: Ab wann sollte mein Kind ein eigenes Tablet bekommen?

    Ein eigenes Tablet kann für Kinder spannend sein: Spiele spielen, Bücher lesen, kreativ werden oder Lern-Apps nutzen. Viele Eltern fragen sich jedoch: Wann lohnt es sich, ein eigenes Gerät zu geben – und wann reicht das Familien-Tablet?

    Familiengerät oder eigenes Tablet?

    In den ersten Jahren ist ein gemeinsames Tablet sinnvoll. Ihr Kind kann so Inhalte ausprobieren, während Sie begleiten, erklären und einschränken, was es sieht und macht. Ein Familiengerät ist oft ausreichend, um erste Erfahrungen mit Apps, Videos oder Spielen zu sammeln und die Mediennutzung gemeinsam zu reflektieren.

    Ein eigenes Tablet wird sinnvoll, wenn Ihr Kind regelmäßig unabhängig Medien nutzen möchte, eigene Interessen verfolgen will oder Lern-Apps verwendet, die persönliche Konten erfordern. Bei Kindern ab etwa 6 bis 7 Jahren kann ein eigenes Gerät sinnvoll sein, wenn Sie die Nutzung klar regeln und begleiten.

    Reife und Selbstständigkeit entscheiden

    Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Reife Ihres Kindes: Kann es Regeln einhalten? Weiß es, wie man sicher im Netz surft? Kann es Inhalte reflektieren und zwischen Spielen, Lernen und Unterhaltung unterscheiden? Erst wenn diese Kompetenzen vorhanden sind, lohnt sich ein eigenes Gerät.

    Das passende Gerät

    Ein Tablet für Kinder sollte robust, intuitiv bedienbar und nicht zu teuer sein. Gute Einstiegsmöglichkeiten sind einfache Geräte mit stabiler Hülle und kinderfreundlicher Oberfläche. Prüfen Sie, ob Lern-Apps, Hörbücher oder kreative Tools sinnvoll sind und ob In-App-Käufe und Werbung deaktiviert werden können.

    Sicher und begleitet nutzen

    Egal ob Familien- oder eigenes Gerät: Legen Sie gemeinsam Nutzungszeiten, Inhalte und Regeln fest. Kindersicherungen, Familienkonten und Jugendschutz-Apps helfen, die Mediennutzung zu steuern. Reflektieren Sie gemeinsam: Wie lange darf Ihr Kind das Tablet nutzen? Welche Inhalte sind erlaubt?

    Medienkompetenz fördern

    Ein eigenes Tablet kann die digitale Selbstständigkeit fördern, wenn Sie begleiten: Funktionen erklären, Lern-Apps gemeinsam ausprobieren und kritisch über Werbung, Algorithmen und Inhalte sprechen. So lernt Ihr Kind, Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.

    Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

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