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FLIMMO – der Elternratgeber für TV, Streaming, YouTube und Kino

„Ich will aber länger fernsehen, nur noch ein bisschen!“ – dieser Kindersatz dürfte den meisten Eltern vertraut sein. Fernsehen – ob über klassische Angebote oder per Streaming – ist ein beliebtes Streitthema in Familien und führt oft zu Diskussionen. Die Wünsche der Kinder mit den Vorstellungen der Erwachsenen zu vereinbaren, ist nicht immer einfach. Wie lange kann ich mein Kind ohne schlechtes Gewissen fernsehen lassen? Wie wähle ich geeignete Sendungen aus? Auf welchen Geräten und Kanälen wird geschaut? Genau um solche Fragen zu beantworten, wurde FLIMMO ins Leben gerufen – der Elternratgeber für TV, Streaming, YouTube und Kino.

Kurz gefasst

  • Elternratgeber für kindgerechte Bewegtbildinhalte
  • pädagogische Empfehlungen nach Alter
  • Filme, Serien und Sendungen von Mediatheken, Streamingdiensten, YouTube und Fernsehsendern sowie Social-Media-Kanäle
  • kostenlos über die Website erreichbar

FLIMMO – beliebtes Kinderfernsehen auf einen Blick

Auf der Website flimmo.de können Sie sich als Eltern schnell informieren, ob eine bestimmte Serie oder Sendung für Ihr Kind geeignet ist. Sie erfahren außerdem, was aktuell im Fernsehen läuft und ob etwas Geeignetes für Ihr Kind dabei ist. Kinder nutzen nicht nur das klassische Fernsehprogramm, sondern schauen auch auf Streamingplattformen, YouTube oder in Mediatheken. Sie nutzen Social-Media-Angebote wie TikTok und Instagram, auch wenn sie diese eigentlich erst ab 13 Jahren nutzen dürfen. Die FLIMMO-Expert*innen versuchen alle interessanten Angebote für Kinder zu prüfen. Dabei steht die Perspektive der jungen Mediennutzer*innen im Mittelpunkt: Was gefällt ihnen an Filmen, Serien, Shows oder Kanälen? Was bereitet ihnen Probleme? Was schauen sie sich gerne an und warum? Wie gehen sie mit Medienerlebnissen um und wie verarbeiten sie diese?

Die Einschätzungen weisen auf Problematisches hin oder warnen vor möglicher Überforderung. Genauso wird deutlich gemacht, was Kinder im jeweiligen Alter interessiert, sie fasziniert oder amüsiert. Pädagogische Einschätzungen machen deutlich, was Kindern an einem Film oder einer Serie gefällt, was problematisch sein kann und worauf Eltern besonders achten sollten. FLIMMO greift außerdem Fragen rund um die Medienerziehung in der Familie auf: Wieviel Medienzeit ist angemessen? Welche Regeln helfen und wie bekommt man Geschwister unter einen Hut? Was ist im Umgang mit YouTube wichtig? Der Ratgeber hilft Eltern mit kurzen Informationen und praktischen Tipps, den Herausforderungen des Medienalltags zu begegnen.

Das Bewertungssystem

FLIMMO bespricht Filme, Serien, Dokus, Kinofilme und Social-Media-Kanäle, die Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gerne sehen – oder sehen wollen. Eine Ampel zeigt auf einen Blick, ob ein Film, eine Serie oder ein YouTube-Kanal für Kinder geeignet ist oder nicht. Und wenn ja, ab welchem Alter: 

Grün: Diese Inhalte sind ab dem jeweiligen Alter geeignet und kommen gut bei Kindern an. Sie finden Unterhaltsames, Spannendes, Lustiges und Lehrreiches.

Gelb: Es gibt aus pädagogischer Sicht problematische Aspekte. Das können fragwürdige Rollenbilder sein oder Held*innen, die ausschließlich auf Gewalt setzen. Eltern sollten im Blick behalten, wie Kinder damit umgehen und gegebenenfalls gegensteuern.

Rot: Es gibt Elemente, die Kinder überfordern, verunsichern oder ängstigen können. Unabhängig vom Alter sind solche Inhalte für Kinder nicht geeignet.

Wer steckt hinter FLIMMO?

FLIMMO ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Programmberatung für Eltern e. V. Es ist wissenschaftlich und pädagogisch fundiert. Erfahrene Medienpädagog*innen des JFF – Institut für Medienpädagogik kümmern sich um die Inhalte und Bewertungen. Außerdem befragt FLIMMO regelmäßig 3- bis 13-Jährige zu ihren Vorlieben.

Wie Sie FLIMMO in der Familie nutzen können

Auch wenn sich das Angebot in erster Linie an Sie als Eltern richtet, kann es spannend sein, sich gemeinsam mit Ihrem Kind durch die Inhalte der Website zu klicken. Das einfache und übersichtliche Bewertungssystem von FLIMMO eignet sich gut, um passende Inhalte zu finden. Wenn Ihr Kind von einer interessanten Serie oder einem YouTube-Kanal erzählt, können Sie gemeinsam nachschauen, was im FLIMMO dazu steht.

Neben Einschätzungen zu Kanälen gibt es unter www.flimmo.de/socialmedia auch Informationen rund um Social Media und worauf Eltern achten sollten, wenn sie die Nutzung erlauben.

Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche

„Wie weit ist es bis zum Mond?“, „Hatten Dinosaurier auch Milchzähne?“, „Warum feiern wir Halloween?“ – Kinder und Jugendliche sind von Natur aus neugierig und haben viele Fragen. Auf der Suche nach Antworten surfen sie auch im Internet. Doch aufgepasst: Google und andere Suchmaschinen wurden nicht in erster Linie für Kinder entwickelt. Ohne Filterung können Kinder schnell auf Seiten mit ungeeigneten Inhalten landen. Deshalb gibt es Kindersuchmaschinen.

Kindersuchmaschinen – was ist das? 

Kindersuchmaschinen sind einfach zu bedienen und setzen kindgerechte Sprache und Bilder ein. Sie verlinken nur auf unbedenkliche und für Kinder interessante Inhalte. Alle Webseiten werden vorab von Medienpädagog*innen geprüft und freigegeben. Damit ist ein sicheres Surfen im Netz möglich. 

Viele Kindersuchmaschinen bieten neben der Suchfunktion auch lehrreiche Videos, Spiele und Artikel zu verschiedenen Themen an. Sie bieten dabei oft Tipps, wie Kinder Suchmaschinen am besten nutzen können. Es gibt zum Beispiel Hinweise zu gezielten Suchbegriffen, zur Bildersuche oder zum Überprüfen von Quellen. Kinder erwerben so wichtige Fähigkeiten und entwickeln ihre Medienkompetenz weiter. Ältere Kinder können nach dieser Übungsphase an Suchmaschinen für Erwachsene herangeführt werden. 

Welche Suchmaschinen gibt es? 

  • Für Kinder von 6 bis 12 Jahren eignet sich die werbefreie Suchmaschine fragFINN. Das Angebot ist spielerisch aufgebaut, datensicher und auch als Kinderschutz-App verfügbar.
  • Helles Köpfchen richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren. Diese Webseiten enthalten kindgerechte Artikel und Verlinkungen zu sicheren Online-Spielen und Videos.
  • Für ältere Kinder sind gängige Suchmaschinen wie GoogleEcosiaYahoo und Bing relevant. Dort können bestimmte Filter aktiviert werden. Sie verhindern, dass ungeeignete Inhalte (z.B. Gewalt oder sexuelle Inhalte) in den Suchergebnissen angezeigt werden. Diese Filter heißen bei GoogleBing und Yahoo “SafeSearch”. Bei einigen Suchmaschinen kann ein Account angelegt werden, mit dem Filter dauerhaft und passwortgeschützt aktiviert werden können. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel „Sichere Suche im Internet“.

Was sollten Eltern beachten? 

Kindersuchmaschinen sind so aufbereitet, dass Kinder sie selbständig nutzen können und sie bei ihren ersten Schritten im Internet möglichst positive Surferfahrungen machen. Begleiten Sie Ihr Kind bei der ersten Nutzung und erkunden Sie gemeinsam die Suchmaschine. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären. Nach dem ersten gemeinsamen Testen können Kinder die jeweilige Kindersuchmaschine ohne Bedenken selbständig nutzen. Dafür ist es empfehlenswert, eine Kindersuchmaschine für die Standardsuche im Browser einzurichten. Zusätzlich kann eine Kindersuchmaschine als Startseite eingerichtet werden.  

Falls Ihr Kind bereits den Umgang mit Suchmaschinen beherrscht und Suchmaschinen wie Google nutzen möchte, aktivieren Sie den „SafeSearch“ Filter für mehr Sicherheit. Beachten Sie, dass die Suche trotz Filter nie so sicher ist wie die Überprüfung der Inhalte durch Medienpädagog*innen und dass Filter unter Umständen selbständig aktiviert und deaktiviert werden können. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, wie es reagieren soll, wenn es auf ungeeignete Inhalte stößt. Sie können unpassende Inhalte, die trotz Filtereinstellungen angezeigt werden, den jeweiligen Suchmaschinen melden.  

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Unser Messenger-Service direkt auf Ihr Smartphone

Um Sie als Eltern bei der Medienerziehung Ihres Kindes bestmöglich zu unterstützen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes auch direkt und bequem über WhatsApp oder Threema an uns zu stellen.

Unser professionelles Team steht Ihnen zur Seite, um Ihnen passende Unterstützung zu bieten. Egal, ob Sie sich unsicher sind, ob eine gewisse App für Ihr Kind geeignet ist, Sie nach Tipps zur Begrenzung der Bildschirmzeit suchen oder Sie sich Unterstützung zum Umgang mit einem neuen Trend wünschen – wir sind für Sie da.

Unser Messenger-Service ist einfach zu erreichen:

  • WhatsApp: Fügen Sie unsere Nummer +49 176 / 550 506 99 zu Ihren Kontakten hinzu und senden Sie uns Ihre Fragen direkt über die App.
  • Threema: Für eine sicherere Kommunikation können Sie uns dort unter der +49 176 / 550 506 99 mit der ID FSSABPY8 erreichen.

Bitte beachten Sie unsere Teilnahmebedingungen.

Warum sollten Sie unseren Messenger-Service nutzen?

Individuelle Beratung: Wir verstehen, dass jede Familie einzigartig ist. Unser Expert*innenteam gibt Ihnen personalisierte Tipps, die genau auf Ihre Fragen zur Medienerziehung zugeschnitten sind.

Unterstützung in herausfordernden Situationen: Sei es im Umgang mit Cybermobbing, unangemessenen Inhalten oder dem richtigen Zeitpunkt für die Einführung neuer Medien. Unser Team ist darauf spezialisiert, Sie auch in schwierigen Situationen zu unterstützen.

Hinweis: In akuten Problemlagen oder Notfällen wenden Sie sich bitte direkt an spezialisierte Expert*innen, z. B. an die Nummer gegen Kummer (www.nummergegenkummer.de) oder an die Telefonseelsorge (365 Tage im Jahr, rund um die Uhr erreichbar: www.telefonseelsorge.de).

Direkter Zugang zu Expert*innen: Unser Team hält sich ständig auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen – so wie es Ihnen als Eltern in der sich ständig weiterentwickelnden Medienwelt vermutlich gar nicht möglich ist. Per Messenger können Sie uns unkompliziert erreichen.

Schnelle Antworten: Senden Sie uns Ihre Frage und wir antworten Ihnen so schnell wie möglich mit hilfreichen Informationen und Tipps. Antworten erhalten Sie von der Redaktion zu den normalen Geschäftszeiten, d.h. nicht am Wochenende, Feiertagen oder nachts.

Vertraulichkeit: Ihre Privatsphäre ist uns wichtig. All Ihre Nachrichten werden vertraulich behandelt.

Kostenlose Beratung: Unser Messenger-Service ist – wie all unsere Angebote – für Sie kostenlos.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) hat längst Einzug in unseren Alltag gehalten. Wo einst fliegende Autos und Roboter als Sinnbilder für KI galten, ist die Realität heute vielfältiger, aber nicht weniger faszinierend. Wir werfen einen Blick darauf, wo uns Künstliche Intelligenz bereits im Alltag begegnet und welche Bedeutung das für die Medienerziehung hat.

Künstliche Intelligenz – was ist das überhaupt?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist ein sehr breiter Begriff, der Maschinen oder Computersysteme beschreibt, die menschliche Intelligenz nachahmen können. Dafür werden sie so lange mit Informationen gefüttert, bis sie diese selbstständig anwenden können, um Aufgaben zu lösen. Dazu gehört auch, dass sie aus Fehlern lernen und sich so ständig verbessern können. Wenn ein Computer z. B. mit sehr vielen Fotos von menschlichen Gesichtern gefüttert wird, kann er irgendwann sicher erkennen, ob auf einem Foto ein menschliches Gesicht abgebildet ist oder nicht. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte „schwache KI“, da sie nur in Bezug auf ein bestimmtes Thema intelligent ist. Geforscht wird auch an einer „starken KI“, die die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen haben könnte, also z. B. logisch denken oder vorausplanen. Die starke KI gibt es aber noch nicht. Und falls es sie eines Tages geben sollte – Gefühle wird sie wahrscheinlich nicht haben und sich damit grundlegend von uns Menschen unterscheiden.

KI im Familienalltag

Die Anwendungsbereiche von KI im Familienleben sind vielfältig. Gesichtserkennungstechnologien entsperren Smartphones, Sprachassistenten wie Alexa und Siri erfüllen unsere Befehle und Streamingdienste wie Netflix schlagen Filme vor, die unseren Vorlieben entsprechen. Dabei spielen auch Algorithmen eine Rolle. Auch Spielzeuge (Smart Toys) können mit Hilfe von KI aktiv mit Kindern interagieren. Zum Beispiel kann ein intelligentes Kuscheltier Fragen des Kindes im Internet suchen und die Antworten vorlesen. Chatbots wie ChatGPT können bei schulischen Aufgaben unterstützen.

Risiken und Herausforderungen von KI 

Künstliche Intelligenz kann unser Leben in vielen Situationen erleichtern. Doch es gibt auch Risiken, die mit dem Einsatz von KI verbunden sind. Beispielsweise können mit sogenannten Deep Fakes täuschend echte Bilder oder Videos erstellt werden, die die Verbreitung von Falschnachrichten unterstützen. Wird KI zuhause eingesetzt, etwa über einen Sprachassistenten oder Smart Toys, ist es außerdem wichtig, sich mit dem Datenschutzmaßnahmen des Herstellers zu beschäftigen und vorhandene Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Werden die Daten nicht auf dem Gerät selbst, sondern in einer Cloud gespeichert, besteht die Gefahr, dass Dritte darauf zugreifen und die Daten missbrauchen können. Es gibt außerdem viele rechtliche Fragen, für die es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Lösung gibt: Wer soll beispielsweise in Zukunft haften, wenn eine durch eine KI getroffene Entscheidung Schaden anrichtet? Das ist ein Grund, warum etwa der Einsatz selbstfahrender Autos noch nicht ohne weiteres möglich ist. 

KI spielerisch verstehen

Um ein besseres Verständnis für KI zu fördern, ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bereits frühzeitig mit dem Konzept vertraut gemacht werden. Es ist wichtig, dass sie verstehen, was KI ist und wie sie funktioniert. Kleineren Kindern fällt es zunächst oft schwer, zwischen einem durch KI aktivierten Gegenstand und einem echten Lebewesen zu unterscheiden. Um Kindern und Jugendlichen Künstliche Intelligenz näherzubringen, eignen sich altersgerechte Erklärvideos und Artikel. Außerdem gibt es Spiele, in denen man selbst eine KI trainieren und so ihre Funktionsweise spielerisch verstehen lernen kann.

Wir haben ein paar Angebote für Sie zusammengestellt: 

Was Eltern beachten sollten

Offene Kommunikation: Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über KI und erklären Sie, wie sie in ihrem Alltag verwendet wird. Ermutigen Sie es, Fragen zu stellen, und nehmen Sie sich Zeit, um Bedenken zu besprechen.

Kritische Medienkompetenz: Helfen Sie Ihrem Kind dabei, eine kritische Einstellung gegenüber den Informationen zu entwickeln, die sie online finden. Zeigen Sie ihm, wie es Falschinformationen erkennen kann, und ermutigen Sie es, Quellen zu überprüfen.

Datenschutz: Besprechen Sie mit Ihrem Kind die Bedeutung des Datenschutzes und ermutigen Sie es, verantwortungsbewusst mit persönlichen Daten umzugehen. Erklären Sie, welche Informationen sicher geteilt werden können und welche nicht.

Selbstbestimmung: Ermutigen Sie Ihr Kind, selbst zu entscheiden, welche Technologien es verwenden möchten. Unterstützen Sie es dabei, eigenen Grenzen zu setzen und sich wohl dabei zu fühlen, Nein zu sagen, wenn es sich unwohl fühlt.

Gemeinsame Aktivitäten: Nutzen Sie die Gelegenheit, gemeinsam mit Ihrem Kind Spiele zu spielen oder Aktivitäten zu unternehmen, die ein besseres Verständnis für KI vermitteln. Diskutieren Sie die Funktionsweise von KI-basierten Technologien und lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen sammeln.

Alle mischen mit – Bezugspersonen bei der Medienerziehung einbeziehen

„Aber bei Oma kann ich so viel am Handy sein, wie ich will!“, „Mit meinem Onkel darf ich schon Fortnite zocken!“, „Heute haben wir in der Schule wieder einen Film geschaut!“ – kommen Ihnen solche Aussagen bekannt vor? Nicht nur wenn es um die Medienregeln anderer Eltern geht. Auch wenn andere Bezugspersonen bei der Medienerziehung mitmischen, kann das für Sie als Eltern herausfordernd sein. Vielleicht fragen Sie sich, wie Sie damit umgehen können.

Medienerziehung – nicht nur Sache der Eltern

Medien altersgerecht auswählen, die Bildschirmzeit begrenzen, Vorbild sein – den Grundstein für eine bewusste und kompetente Mediennutzung Ihres Kindes legen Sie als Eltern. Je älter Ihr Kind wird, desto freier bewegt sich Ihr Kind in der Umgebung und verbringt mehr und mehr Zeit außerhalb von zuhause. Ist es allein bei den Großeltern, in einer pädagogischen Einrichtung oder bei der Cousine zu Besuch, mischen automatisch andere Bezugspersonen beim Umgang mit Medien mit. Das kann die Auswahl und Dauer der Medieninhalte betreffen, aber auch die Privatsphäre Ihres Kindes, wie zum Beispiel das Teilen von Kinderfotos.

Vorsicht bei Kinderfotos – Kinderrechte gehen alle etwas an

Wenn das Kind bei der Tante in den Ferien ist und Sie Ausflugsbilder im WhatsApp-Status oder auf Social Media entdecken, sind Sie als Eltern davon vielleicht nicht unbedingt begeistert. Vor allem dann, wenn das Teilen der sensiblen Daten vorher nicht abgesprochen war. Nicht alle Erwachsenen wissen, dass es problematisch sein kann, Kinderfotos im Netz zu teilen. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Je nach Alter und Entwicklungsstand sollten sie – und die Eltern – gefragt werden, welche Bilder von ihnen im Internet zu sehen sind. Sprechen Sie fotobegeisterte Verwandte darauf an und äußern Sie Ihre Sichtweise klar und deutlich. So schützen Sie die Rechte Ihres Kindes.

Mediennutzung außer Haus regeln

Die Hauptverantwortung für das gesunde Aufwachsen mit Medien tragen Sie als Eltern. Welche Games sich für welches Alter eignen, was mit den Daten Ihres Kindes im Netz passiert, wie sich Geräte und Apps kindersicher einstellen lassen – die Medienwelt ist riesig, unüberschaubar und befindet sich im ständigen Wandel. Sie als Eltern sind mit der Herausforderung konfrontiert, hier aktuell und informiert zu bleiben – und sind dabei möglicherweise stärker am Ball als die Bezugspersonen Ihres Kindes.

Vielleicht haben Sie in der Familie Medienregeln ausgehandelt oder einen Mediennutzungsvertrag mit Ihrem Kind vereinbart. Eventuell bestehen für die Geschwister jeweils unterschiedliche Regeln aufgrund ihres Altersabstands. Scheuen Sie sich nicht, auf Großeltern und Co zuzugehen. Machen Sie die Medienregeln Ihrer Familie transparent und erklären Sie, warum Ihnen das Einhalten der Regeln auch außer Haus wichtig ist. Natürlich darf die Zeit bei Opa, Patentante oder Cousin etwas Besonderes sein, auch in Sachen Medien. Bitten Sie darum, Ausnahmen vorher mit Ihnen abzusprechen. Denn ein offener Austausch ist wichtig für eine vertrauensvolle Beziehung. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch über seine Mediennutzung außer Haus und haben Sie für Probleme stets ein offenes Ohr. So fördern Sie die Eigenständigkeit und Medienkompetenz Ihres Kindes.

Erziehung gemeinsam gestalten – auch in Sachen Medien

Wenn Ihr Kind im Jugendtreff im Internet surft, Fotos vom Faschingsfest im Klassenchat landen oder im Hort am Tablet zocken darf gehört das zur mediatisierten Lebenswelt Ihres Kindes dazu. Pädagogische Einrichtungen haben meist ein Medienkonzept und verfolgen medienpädagogische Ziele. Sollte Ihnen bei einer Sache nicht wohl sein, sprechen Sie die pädagogischen Fachkräfte an und gehen Sie mit einer offenen und fragenden Haltung auf sie zu. Fragen Sie dabei auch stets nach der Sichtweise Ihres Kindes – so lernen Sie beide in Sachen Medien stetig dazu.

Jugendschutz im Kino – was Eltern wissen sollten

Ob gruselige Filme, lustige Komödien oder spannende Actionfilme – das Erleben von Filmen auf einer großen Leinwand im Kino ist für Kinder und Jugendliche etwas Besonderes. Kinder und Jugendliche sollten nur Filme sehen, die für ihr Alter geeignet sind. Deshalb gibt es Altersfreigaben und im Kino entsprechende Kontrollen. Wie Jugendschutz im Kino aussieht und welche Ausnahmen und besondere Regelungen gelten, stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Die Altersfreigaben der FSK im Kino

Praktisch alle Kinofilme werden der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zur Prüfung vorgelegt. In unabhängigen Prüfverfahren vergibt die FSK die bekannten Altersfreigaben ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren nach dem Jugendschutzgesetz und in Zusammenarbeit mit den Obersten Landesjugendbehörden. Die Freigaben sind keine pädagogischen Empfehlungen. Sie sollen sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht beeinträchtigt werden und stehen damit für ein positives Filmerlebnis. Für Eltern bieten sie Orientierung bei der Filmauswahl.

Parental-Guidance-Regelung – Elternbegleitendes Kino

Kinder und Jugendliche dürfen Kinovorstellungen nur besuchen, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Eine Ausnahme bildet die sogenannte Parental-Guidance-Regelung (PG). Nach dieser Regelung können Kinder ab 6 Jahren Kinofilme mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren besuchen, wenn sie ein Elternteil oder eine erziehungsbeauftragte Person dabei begleitet. Damit bekommen Eltern beim gemeinsamen Kinobesuch eine besondere Verantwortung und können so zum Beispiel einen Kinoerlebnis mit der ganzen Familie ermöglichen.

Eltern müssen nicht selbst anwesend sein. Sie können die Erziehungsbeauftragung jeder volljährigen Person übertragen:

  • Verwandte: z. B. volljährige Geschwister, Tante oder Onkel, Großeltern
  • Personen in einem besonderen Vertrauensverhältnis: z. B. Patentante oder Patenonkel, Freundin oder Freund, befreundete Eltern, Nachbar*in,
  • Personen mit professionellem oder regelmäßigem Erziehungsauftrag: z. B. Lehrkräfte, Ausbilder*innen, pädagogische Fachkräfte, Gruppenleitungen.

In Zweifelsfällen müssen Kinobetreiber*innen die Volljährigkeit der Begleitperson sowie die Erziehungsbeauftragung anhand einer schriftlichen Bestätigung überprüfen.

Vielleicht stellen Sie sich die Frage, warum diese Regelung nicht auch für die Altersfreigaben ab 6 und 16 Jahren gilt? Schließlich bietet das gemeinsame Filmerlebnis von Eltern und Kindern eine ideale Ausgangsposition für ein gutes Aufwachsen mit Medien und fördert Medienkompetenz. Im Kino ist es bei Filmen mit diesen Freigaben jedoch nicht möglich, sich bewusst für einen gemeinsamen Kinobesuch mit Ihrem Kind zu entscheiden, wenn es die betreffende Altersstufe noch nicht erreicht hat. Für eine Anpassung der Regelung im Jugendschutzgesetz ist der Gesetzgeber gefragt. Kinos dürfen sich nicht darüber hinwegsetzen.

Weitere Jugendschutz-Regeln für Kinovorstellungen

Im Jugendschutzgesetz befinden sich außerdem Regelungen über Uhrzeiten, bis wann Kinder und Jugendliche eine Kinovorstellung besuchen können.

  • Kinder unter 6 Jahren dürfen grundsätzlich nur ins Kino, wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Kinder im Alter von 6 bis 11 dürfen Kinovorstellungen ab 12 Jahren in Begleitung der Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person besuchen.
  • Kinder unter 14 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor 20 Uhr endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor 22 Uhr endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor Mitternacht endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.

Was Eltern beachten sollten

Informieren Sie sich im Vorfeld eines Kinobesuchs über die FSK-Freigabe und die Uhrzeit des gewünschten Films. Wichtig sind bei der Altersfreigabe auch die Gründe, die zu der Altersstufe geführt haben. Die FSK bietet hierfür Begründungen und Zusatzhinweise zu allen aktuellen Kinofilmen unter www.fsk.de/kinostarts an. Ist Ihr Kind zwischen 6 und 11 Jahre alt, überlegen Sie genau, ob Sie Ihrem Kind mithilfe der Parental-Guidance-Regelung Zugang zu einem Kinofilm ab 12 Jahren geben möchten. Filme ab 12 Jahren können spannende oder actionreiche Elemente enthalten, aber keine übermäßige Gewalt oder explizite Darstellungen. Wählen Sie altersgerechte Filme für Ihr Kind aus und berücksichtigen Sie dabei den Entwicklungsstand Ihres Kindes. Beachten Sie pädagogische Empfehlungen zu aktuellen Kinofilmen wie zum Beispiel von FLIMMO. So können Sie am besten abschätzen, ob ein Film für Ihr Kind geeignet ist.

Die Xplora XGO3: Die Smartwatch für Kinder

Die Xplora XGO3 ist eine speziell für Kinder entwickelte Smartwatch, die Sicherheit und Spaß vereint. Mit ihren vielfältigen Funktionen bietet sie Eltern die Möglichkeit, die Kommunikation mit ihren Kindern zu verwalten und zu überwachen, während sie Kindern ein Gefühl von Unabhängigkeit vermittelt. Wir erklären, was hinter der Smartwatch für Kinder steckt.

Kurz gefasst:

  • Smartwatch für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren
  • GPS-Tracking, SOS-Notruffunktion, Schrittzähler, Anruf- und Nachrichtenfunktion (eingeschränkt), Schulmodus
  • Kompatibel mit iOS und Android
  • Kosten: etwa 100 €, abhängig vom Anbieter und Vertragsmodell

Was steckt hinter dem Angebot?

Die Xplora XGO3 wurde entwickelt, um Kindern ein gewisses Maß an Sicherheit zu bieten, während sie gleichzeitig die Möglichkeit haben, die Welt um sie herum zu entdecken und ihre Unabhängigkeit zu entwickeln. Für Sie als Eltern ist die Smartwatch ein Werkzeug zur Überwachung und Verwaltung der Kommunikation mit Ihrem Kind. Es ist keine vollwertige Smartwatch, vielmehr ist sie kindgerecht gestaltet und intuitiv per Touch zu bedienen.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören GPS-Tracking, um den Aufenthaltsort Ihres Kindes zu verfolgen, eine SOS-Notruffunktion für den Ernstfall sowie eine eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeit, um den Kontakt zu vertrauenswürdigen Personen zu ermöglichen. Das Telefonieren und (Sprach-)Nachrichten senden ist möglich, das Surfen im Internet ausgeschlossen. Es können keine eigenen Texte für Nachrichten eingegeben werden.

Über die Eltern-App können Sie auf Ihrem Smartphone auch einen Schulmodus für die Schulzeiten Ihres Kindes festlegen sowie eine Sicherheitszone, in der ihr Kind sich frei bewegen darf, ohne dass sie benachrichtigt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche begeistert die Möglichkeit, wie die Erwachsenen eine Smartwatch zu tragen, die aber speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Funktionen wie das Annehmen von Anrufen von vorab autorisierten Kontakten und das Versenden von SOS-Nachrichten bieten Sicherheit und ein Gefühl von Selbstständigkeit. Zudem können die kleinen Extras wie Spiele oder die Mini-Kamera Spaß bringen. Darüber hinaus motiviert der integrierte Schrittzähler Kinder dazu, aktiv zu bleiben und ihre Fitness zu fördern.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

  • Datenschutz und Privatsphäre: Die Nutzung von GPS-Tracking und Kommunikationsfunktionen können Datenschutzrisiken mit sich bringen
  • Kommunikationsrisiken: Eine eingeschränkte Anruf- und Nachrichtenfunktion kann die Möglichkeit von unerwünschten Kontakten nicht vollständig ausschließen.
  • Ablenkung: Die ständige Verfügbarkeit von Anrufen und Nachrichten sowie die Möglichkeit, Spiele zu spielen, können zu Ablenkungen führen und die Konzentration Ihres Kindes beeinträchtigen.
  • Abhängigkeit von der Technologie: Die Verfügbarkeit von Funktionen wie GPS-Tracking und sofortiger Kommunikation kann dazu führen, dass Ihr Kind sich zu sehr auf die Smartwatch verlässt und weniger eigenständig wird.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter betont die Wichtigkeit des Datenschutzes und stellt Datenschutzeinstellungen bereit, um die Privatsphäre der Nutzer*innen zu schützen. Außerdem werden elterliche Kontrollfunktionen angeboten, um die Nutzung zu überwachen und einzuschränken. Der Anbieter betont, dass die Sicherheit und der Schutz der Kinder oberste Priorität haben.

Was sollten Eltern beachten?

  • Einstellungen anpassen: Nehmen Sie sich Zeit, um die Einstellungen der Smartwatch entsprechend den Bedürfnissen und dem Alter Ihres Kindes anzupassen.
  • Datenschutz und Privatsphäre: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Bedeutung von Datenschutz und Sicherheit im Umgang mit technologischen Geräten. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Regeln zur Nutzung des GPS-Trackings – denn auch Ihr Kind hat ein Recht auf freie Entfaltung – wenn auch in einem geschützten Raum.
  • Kontaktbeschränkungen: Überprüfen Sie regelmäßig die Kontaktliste Ihres Kindes und stellen Sie sicher, dass nur vertrauenswürdige Personen Zugriff auf die Kommunikationsfunktionen der Smartwatch haben. Erklären Sie Ihrem Kind, warum diese Beschränkungen wichtig sind und wie es reagieren soll, wenn es von Unbekannten kontaktiert wird.
  • Kommunikation und Nutzung: Nutzen Sie die Kommunikationsfunktionen, um in Kontakt zu bleiben und Ihrem Kind beizubringen, verantwortungsvoll damit umzugehen. Erklären Sie beispielsweise, dass Ihr Kind nicht einfach Fotos von anderen machen darf, ohne sie vorher um Erlaubnis zu bitten.
  • Selbstständigkeit und Freiraum: Ermutigen Sie Ihr Kind, auch ohne die Smartwatch selbstständig zu sein, sich frei zu bewegen und Fähigkeiten wie Orientierungssinn und soziale Fertigkeiten zu entwickeln.
  • Regeln an Ihrer Schule: Informieren Sie sich vorab über etwaige Richtlinien bezüglich der Nutzung von Smartwatches an der Schule Ihres Kindes.

Die erste eigene E-Mail-Adresse – Tipps für einen sicheren E-Mail-Verkehr

E-Mails sind für Erwachsene alltäglich und auch viele Kinder und Jugendliche nutzen sie bereits regelmäßig. Eine eigene E-Mail-Adresse wird oft benötigt, um sich beispielsweise auf Spieleseiten und Lernplattformen anzumelden. Insbesondere während des Corona-Lockdowns haben Schulen vermehrt Informationen und Aufgaben per E-Mail verschickt. Wir haben ein paar Tipps für sicheres E-Mailen für Ihr Kind.

Unerwünschte E-Mails und Gefahren

Die meisten E-Mail-Anbieter richten sich nicht speziell an Kinder und Jugendliche. Ihre Postfächer sind oft mit vielen Funktionen ausgestattet, die für jüngere Nutzer*innen schwer zu durchschauen sind. Zusätzlich gibt es Gefahren wie Spam, Phishing oder Kettenbriefe, mit denen Kinder und Jugendliche vertraut gemacht werden müssen.

Spam bezeichnet unerwünschte E-Mails, die Werbung enthalten. Sie werden von Personen bzw. Algorithmen automatisch und ohne Aufforderung verschickt. Gleiches gilt für Phishing-Mails, die darauf abzielen, den Empfänger zu betrügen, beispielsweise durch gefälschte Gewinnspiele oder falsche Rechnungen. Manche dieser E-Mails enthalten auch schädliche Links oder Dateien, die den eigenen Computer infizieren können.

Einige der unerwünschten E-Mails enthalten zudem nicht kindgerechte Inhalte wie beispielsweise Pornografie. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass die E-Mail-Adresse bei der Anmeldung für Chats oder Spiele verwendet wurde. Solche Dienste schützen die persönlichen Daten ihrer Nutzer*innen unterschiedlich gut, wodurch fremde Personen Kontakt zu Kindern aufnehmen können, ohne deren Zustimmung. Dies kann vor allem Kinder und Jugendliche überfordern, die möglicherweise noch keine Strategien entwickelt haben, um mit solchen Risiken umzugehen.

Tipps für Eltern

Bevor Sie Ihrem Kind eine E-Mail-Adresse einrichten, sollten Sie gemeinsam überlegen, wofür diese benötigt wird. Kinder unter 13 Jahren dürfen viele Dienste (laut AGB und Datenschutzgesetz) noch nicht nutzen. Für schulische Zwecke bieten viele Schulen eigene E-Mail-Adressen an, die bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass eine solche Adresse nur für schulische Zwecke genutzt werden darf. Unter anderem können solche Mailadressen (z. B. lena.meier@schule-am-hasengraben.de) konkrete Informationen über Ihr Kind preisgeben. Das kann riskant sein, wenn die Adresse in falsche Hände gerät.

Auch bei „privaten“ E-Mail-Adressen, beispielsweise für Social Media, ist es wichtig, dass Ihr Kind einen Fantasie-Namen verwendet und die E-Mail-Adresse nicht auf es zurückzuführen ist. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass die E-Mail-Adresse nicht leichtfertig weitergegeben werden sollte. Verwenden Sie am besten einen sicheren E-Mail-Anbieter.

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, was Spam ist und wie man damit umgehen kann. In vielen Programmen können Spam-Nachrichten markiert werden, sodass sie automatisch aussortiert werden. Wenn der Absender einer E-Mail unbekannt ist, sollten Sie und Ihr Kind vorsichtig sein. Löschen Sie solche Nachrichten am besten sofort und klicken Sie nicht auf Links oder Dateianhänge.

Wenn Ihr Kind alt genug ist, um sich bei Social Media oder anderen Diensten anzumelden, machen Sie das gemeinsam. Achten Sie darauf, dass die E-Mail-Adresse nicht öffentlich angezeigt wird. Schalten Sie Informations-E-Mails des Anbieters ab. Andernfalls kann das Postfach schnell überfüllt werden und es wird für Ihr Kind schwierig zu unterscheiden, was Spam ist und was wichtige Mitteilungen sind.

E-Mail-Programme für Kinder

Vor allem für jüngere Kinder empfiehlt sich, ein geeignetes E-Mail-Programm zu nutzen. Mailanbieter speziell für Kinder verfügen dabei nur über die wichtigsten Funktionen und gewährleisten bestimmte Schutzmaßnahmen: 

  • Bei Mail4Kidz und Kidsmail24 erhalten junge Nutzer*innen nur E-Mails von Personen, die bereits im eigenen sogenannten Freundebuch aufgeführt sind.
  • Bei ZUM-Grundschulpost bekommen Erziehungsberechtigte die Nachrichten von Fremden sogar zugeschickt und können dann entscheiden, ob diese vertrauenswürdig sind. 

Die kinderfreundlichen Programme haben alle einen Spam- und Virenschutz. So erhält Ihr Kind erst gar keine unerwünschte Werbung oder Kettenbriefe. Allerdings ist die interne Suche von ZUM mit Google verknüpft, weshalb auch nicht jugendfreie Suchergebnisse auftauchen können.

Die Programme sind teilweise kostenfrei (Mail4Kidz in den ersten sechs Monaten) und vor allem für Kinder unter 15 Jahren geeignet. Bei Kidsmail24 haben Nutzer*innen die Möglichkeit, nach Vollendung des 14. Lebensjahres auf einen uneingeschränkten Account zu wechseln. Trotz kinderfreundlicher Programme ist Ihr Kind nie vor allen Risiken im Netz geschützt. Sie als Elternteil sollten deshalb mit Ihrem Kind regelmäßig über dessen Kontakte im Internet sprechen und Ihrem Kind die Sicherheit geben, sich bei Problemen an Sie wenden zu können.

Virtueller Elternabend am 3.6.2024 von 17 bis 18 Uhr

Spielen, aber sicher! Was Eltern bei Games beachten sollten

Die Auswahl an digitalen Spielen scheint endlos, die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Games können unterhalten, Wissen vermitteln, spezifische Fähigkeiten fördern oder sogar als Fitness-Trainer fungieren. Doch wie bei allen Medien ist auch hier ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Dabei sind die Alterskennzeichen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) eine wichtige Orientierungshilfe für Eltern, um herauszufinden, ob ein Spiel für das jeweilige Alter des Kindes geeignet ist oder nicht. Zusätzlich geben die Kennzeichen wichtige Hinweise darüber, ob ein Spiel über Funktionen wie “Chats”, “In-Game-Käufe” oder “Standortweitergabe” verfügt, die beachtet werden sollten. 

Aber wie genau werden diese Alterskennzeichen vergeben? Welche Faktoren werden dabei berücksichtigt und was sollten Eltern generell beim Umgang mit Games beachten? Beim virtuellen Elternabend von Elternguide.online werden diese Fragen direkt von einem Experten der USK beantwortet.

Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unseren Experten – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!
Der virtuelle Elternabend findet im Rahmen des bundesweiten Digitaltags 2024 statt.

Informationen und Anmeldung

Datum: 03.06.2024 | Zeit: 17 bis 18 Uhr

Referent: Maurice Matthieu, Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

Moderation: FSM e.V.

Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.

Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 03.06.2024 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Das erste Smartphone

    Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich: „Wann ist mein Kind alt genug für ein eigenes Smartphone?“. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Denn bei der Entscheidung spielt vor allem der Entwicklungsstand des Kindes eine Rolle.

    Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

    Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.

    Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

    Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:

    • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone eines Familienmitglieds wie Mutter, Bruder oder Onkel nutzt? 
    • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
    • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?
    • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
    • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Gruppenchats

    Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich vielleicht erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

    Surfen, posten und chatten – Herausforderungen bei der Smartphone-Nutzung

    Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:

    Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.

    Ein Gerät auswählen und einrichten

    Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.

    Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

    Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.

    Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.

    Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.

    Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte wie die Schulsozialarbeit oder kontaktieren Sie (Online-)Beratungsstellen.

    Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.

    Spiele und Geschäftsmodelle – Games-as-a-Service unter die Lupe genommen

    Die Spieleindustrie entwickelt sich immer weiter und erschafft neue Ideen, um ihre Produkte zu verkaufen. Eine davon ist das Geschäftsmodell „Games-as-a-Service“. Welche Vor- und Nachteile diese Form der Monetarisierung von Spielen hat und was Sie als Eltern dabei beachten sollten, erklären wir in diesem Artikel.

    Games-as-a-Service – einzelne Spiele im Abo

    Games-as-a-Service bedeutet übersetzt „Spiele als Dienstleistung“. In der Videospielindustrie beschreibt der Begriff ein Geschäftsmodell, bei dem ein Produkt nicht einmalig verkauft, sondern fortlaufend weiterentwickelt und angeboten wird. Dafür erhalten die Spiele konstante Updates, neue Inhalte und Mechaniken, die Spieler*innen jahrelang begeistern sollen. Dies beeinflusst auch, wie die Spiele entwickelt, vermarktet und gespielt werden.

    Viele Games-as-a-Service-Spiele sind zunächst kostenlos, bieten aber die Möglichkeit, sich kostenpflichtig kosmetische Items wie besonders prunkvolle Waffen oder aufwendige Kleidung zu kaufen. Oft werden solche Gegenstände auch nur zeitlich begrenzt angeboten oder an bestimmte Bedingungen geknüpft. So müssen Spieler*innen nicht nur Echtgeld ausgeben, sondern das Spiel auch über innerhalb einer vorgegebenen Zeit besonders lange spielen. Ein Beispiel hierfür ist der Battle- oder Season-Pass in beliebten Spielen wie Fortnite.

    Ein anderer Games-as-a-Service-Ansatz ist das bekannte Abo-Modell. Spieler*innen schließen ein Abonnement ab, um ein einzelnes Spiel nutzen zu können. Die Einstiegskosten der Spiele halten sich oft in Grenzen, da nur die Abonnement-Kosten anfallen. In der Regel kosten diese Spiele monatlich 10-15 Euro. Hersteller*innen verdienen vor allem Geld mit laufenden Abonnements. Ein altes, aber bis heute sehr beliebtes „Abo-Game“ ist World of Warcraft.

    Was daran problematisch sein kann

    Games-as-a-Service binden Spieler*innen stark an ein Game oder einen Dienst. Wer nicht bezahlt, muss das entweder durch längere Spielzeiten ausgleichen oder kann bestimmte Items gar nicht erst freischalten. Ein auslaufendes Abo kann wiederum bedeuten, dass Spieler*innen nicht weiter auf die Inhalte zugreifen können.

    Vorsicht: Durch ein Abonnement entstehen laufende Kosten. Diese summieren sich mit der Zeit. Wenn das Abonnement für ein Spiel bei 10 Euro monatlich liegt, entstehen jährliche Kosten von 120 Euro. Wenn dann mehr als nur ein Spiel und/oder Dienst abonniert wird, entstehen schnell Kosten, die deutlich über die normale Menge des Taschengelds hinausgehen.

    Ein weiterer Aspekt dieses Geschäftsmodells ist die sog. „Sunk Cost Fallacy“, zu Deutsch „Versunkene Kostenfalle“.  Das Kündigen eines Abonnements oder das Wechseln zu einem anderen Spiel kann schwierig sein, da das Gefühl aufkommen kann, dass bereits investierte Zeit und Geld verloren gehen. Dies kann dazu führen, dass Spieler*innen sich verpflichtet fühlen, das Spiel weiter zu nutzen, um die bereits geleisteten Kosten zu rechtfertigen. Auch die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), wenn nicht jede Minute des bezahlten Battle- oder Season Passes ausgefüllt wird, kann entstehen.

    Was Eltern beachten sollten

    Das Geschäftsmodell bietet viele Vorteile, wie laufend neue Inhalte, geringe Einstiegskosten und auch die flexible Möglichkeit, das Game jederzeit wieder zu kündigen. Gleichzeitig gibt es damit verbundene Risiken, wie eine erhöhte Gefahr der exzessiven Mediennutzung, die potenziell wachsenden Kosten der Spiele und die Tatsache, dass Gamer*innen das Spiel nie wirklich besitzen können.

    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Vor- und Nachteile von Games-as-a-Service. Schätzen Sie gemeinsam ab, ob und wie viel Ihr Kind das Spiel tatsächlich nutzen möchte.
    • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über das Thema versteckte Kosten und überlegen Sie gemeinsam, wie viel Geld Sie für das Spielen ausgeben können und wollen.
    • Finden Sie gemeinsam Regelungen für einen gesunden Medienkonsum, wie verbindliche Absprachen zur Spielzeit. Dabei kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag helfen.
    • Wenn Sie ein Spiel erlauben, achten Sie auf den Jugendschutz und gebrauchen Sie die technischen Einstellungsmöglichkeiten. Häufig gibt es bei den Games die Möglichkeit, ein Kinderkonto einzurichten, auf dem nicht altersgerechte Inhalte ausgeblendet/entfernt oder Budgets festgelegt werden können. Informationen zu verschiedenen Spielen und Diensten finden Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de.
    • Das “Games-as-a-Service“-Modell wird überwiegend bei Onlinegames eingesetzt. Dabei können Kommunikationsrisiken für Ihr Kind entstehen, zum Beispiel durch Hate Speech.

    Bedenken Sie, dass viele „Games-as-a-Service“-Spiele auf das Multiplayer-Erlebnis ausgerichtet sind. Sie dienen oft als virtueller Treffpunkt, an dem gemeinsame Interessen ausgetauscht und Freundschaften gepflegt werden können. Ein Verbot dieser Spiele ohne angemessene Kommunikation und Verständnis für die Bedeutung dieser sozialen Verbindungen kann das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern belasten. Diskutieren Sie offen mit Ihrem Kind über die Gründe für ein mögliches Verbot und potenzielle Alternativen. Das kann helfen, die sozialen Bedürfnisse Ihres Kindes zu berücksichtigen, während diese gleichzeitig sicher und geschützt bleiben.

    So wird das Smartphone Ihres Kindes sicherer

    Im Laufe der Grundschulzeit bekommen viele Kinder ein eigenes Smartphone. Damit können sie unterschiedliche Dinge machen und haben Zugang zum Internet. Neben vielen tollen Möglichkeiten sind Kinder damit aber auch Risiken ausgesetzt. Es ist besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren sprechen und gemeinsam Sicherheitseinstellungen am Smartphone vornehmen.

    Datenschutz

    Ohne, dass Ihr Kind etwas bemerkt, hinterlässt es durch die Benutzung eines Messengers und anderer Apps sowie durch das Surfen im Netz Datenspuren. Erklären Sie Ihrem Kind die verschiedenen Smartphone-Funktionen, und wie es diese sinnvoll einstellen kann: WLAN, Bluetooth und der Standort sollen standardmäßig ausgeschaltet bleiben und nur aktiviert werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Zum Beispiel ist GPS nötig, wenn Ihr Kind den Weg zu einem bestimmten Ort mit Hilfe einer Karten-App sucht. Überprüfen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam die App-Berechtigungen in den Einstellungen. So vermeiden Sie zum Beispiel, dass Apps ohne Grund auf die Kamera zugreifen oder Daten mit anderen Geräten und Netzwerken austauschen. Klären Sie Ihr Kind über Betrugsmaschen im Netz auf, wie zum Beispiel Spam-Mails oder Phishing. Eine zusätzliche Sicherheit bieten Virenscanner-Apps, die vor unerwünschten Viren und vor Gefahren wie dem Diebstahl von Daten, Abofallen oder Fake-Angeboten schützen können.

    Passwortschutz

    Für eine sichere Nutzung von Gerät und Apps ist es wichtig, Codes und Passwörter zu nutzen. Das Handy Ihres Kindes sollte nur nach Eingabe eines Codes (PIN, Wischcode o. Ä.) zu benutzen sein, damit Fremde keinen Zugriff auf persönliche Daten haben. Richten Sie mit Ihrem Kind gemeinsam einen sicheren Passwortschutz ein. Das gilt auch für die Registrierung bei Social-Media-Diensten und Apps. Sichere Passwörter bestehen aus mindestens zwölf Zeichen und enthalten neben Buchstaben auch Sonderzeichen und Zahlen. Je nach Gerät kann zum Entsperren auch ein Fingerabdruck Ihres Kindes verwendet werden (z. B. Touch-ID bei iOS). Tipps zur Erstellung von sicheren Passwörtern gibt es – z. B. bei Handysektor. Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, dass mindestens auch ein Elternteil die Kombination zur Bildschirmentsperrung und das Passwort kennt.

    Jugendschutzeinstellungen bei Android und iOS

    An jedem Smartphone lassen sich in den Einstellungen Sicherheits- und Jugendschutzeinstellungen vornehmen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter anderem im Artikel zum technischen Jugendmedienschutz.

    Bei Android können Sie im Play Store die Installation von Apps sperren lassen bzw. für die Installation oder In-App-Käufe ein Passwort festlegen. Aktivieren Sie hierfür die Jugendschutzeinstellungen. Sie können auswählen, welche Apps Ihr Kind auch ohne Passwort installieren kann.

    iOS-Geräte bieten noch mehr Möglichkeiten in den eigenen Geräteeinstellungen. Unter Bildschirmzeit haben Sie die Option, Einschränkungen vorzunehmen und dafür einen eigenen Code zu vergeben. Sie können dann z. B. die Verwendung von bestimmten Apps erlauben oder sperren und In-App-Käufe mit einem Passwort beschränken. Es lassen sich auch Filme, Musik, Apps und TV-Sendungen mit einer höheren Altersfreigabe automatisch sperren. iOS kann Web-Inhalte in Safari und Apps automatisch filtern und ausblenden.

    Darüber hinaus sind zusätzliche Apps empfehlenswert:

    • JusProg ist ein staatlich anerkanntes Jugendschutzprogramm, das kostenfrei, datensparsam und werbefrei ist. Die Software filtert Internetadressen und blockiert nicht-altersgerechte Websites. Durch die individuellen Einstellungen können Sie das Schutzniveau an das Alter Ihres Kindes anpassen.
    • Für Android-Geräte gibt es außerdem die Salfeld Sie ist kostenpflichtig und setzt den Fokus auf Zeitlimits und Filter sowie die Verbindung von Eltern- und Kind-Geräten.
    • Mit der App Kids Place können Sie z. B. eine Zeitbeschränkung der Bildschirmzeit festlegen, nur die Nutzung bestimmter Apps erlauben oder ungeeignete Websites sperren.
    • Die App Google Family Link bietet ebenfalls einige Möglichkeiten, die Handynutzung Ihres Kindes zu regulieren.

    Weitere Tipps für eine sichere Smartphone-Nutzung

    Um Kostenfallen zu vermeiden, kann ein Tarif mit beschränktem Datenvolumen nützlich sein. Achten Sie darauf, auch bei Social-Media-Apps gewisse Einstellungen für die Privatsphäre und Sicherheit Ihres Kindes vorzunehmen und zum Beispiel Instagram sicher zu nutzen. Hier können Sie gezielt die Sichtbarkeit des Profils Ihres Kindes und die grundsätzlichen Kontaktmöglichkeiten regulieren. Manche Plattformen bieten einen sichereren Alternativ-Modus für Minderjährige an – z. B. der begleitete Modus bei TikTok.

    Empfehlenswert ist auch die Installation der fragFINN-App. Diese Kindersuchmaschine bietet einen geschützten Surfraum mit geprüften Internetseiten. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind nur auf altersgerechte und unbedenkliche Inhalte zugreifen kann, sowohl für schulische Recherche als auch für Freizeitaktivitäten.

    Für weitere Informationen zu sicheren Smartphone-Einstellungen lohnt es sich, die Seite medien-kindersicher.de zu besuchen. Hier gibt es hilfreiche, technische Schutzlösungen für alle Geräte, Dienste und Apps Ihres Kindes Schritt für Schritt erklärt.

    Denken Sie auch daran, auf dem Smartphone Ihres Kindes regelmäßig Software-Updates durchzuführen, um Sicherheitslücken zu schließen und das Risiko von z. B. Viren zu minimieren

    Begleitung durch die Eltern

    Smartphones bringen einige Funktionen mit, um das Chatten, Surfen im Netz und die Nutzung von Apps für Ihr Kind sicherer zu gestalten. Dennoch ersetzen diese Einstellungen am Gerät oder Jugendschutz-Apps nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Ihr Kind sollte immer verstehen, warum gewisse Websites oder Apps gesperrt oder die GPS-Ortung deaktiviert bleiben sollte. Orientieren Sie sich bei der Kontrolle und Sicherheit außerdem immer am Alter und der Entwicklung Ihres Kindes. Greifen Sie besonders bei Jugendlichen nicht zu stark in die Privatsphäre Ihres Kindes ein. Versuchen Sie aber immer im Gespräch mit Ihrem Kind zu bleiben und als Ansprechperson bei Fragen oder Unsicherheiten da zu sein.

    Informationen zu Wahlen und Politik für Kinder und Jugendliche

    Im Juni 2024 findet in allen EU-Mitgliedsstaaten die Wahl des Europaparlaments statt. Zum ersten Mal dürfen in Deutschland Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Das Thema Wahlen wirft bei vielen Jugendlichen Fragen auf. Auch Kinder interessieren sich häufig schon für politische Themen. Doch besonders Wahlsysteme sind ein komplexes Thema, das selbst für viele Erwachsene schwer zu verstehen ist. Wir haben qualitätsvolle Angebote im Internet für Sie zusammengestellt, die Kindern und Jugendlichen altersgerechte Antworten auf ihre Fragen zu Wahlen und Politik geben.

    Informationsseiten für Kinder

    Kuppelkucker – der Bundestag für Kinder erklärt

    Kuppelkucker ist die Kinder-Website des deutschen Bundestages. Hier werden zweimal in der Woche aktuelle Nachrichten aus dem Bundestag für Kinder von 5 bis 12 Jahren veröffentlicht. Erklärungen von Begriffen und Institutionen der deutschen Regierung finden sich im Lexikon. Quizze, wie das Wahl-Quiz und Erklärvideos wie dieses hier zur Bundestagswahl, bieten ein interaktives Erleben der Seite.

    Logo! – Kindernachrichten

    Auch Logo!, die Kindernachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, widmet sich in einigen Beiträgen dem Thema Wahlen und Politik. Eine Übersichtsseite erklärt verschiedene Institutionen in Deutschland, erläutert wichtige Begriffe und stellt einzelne Parteien vor. Logo! bietet auch Beiträge über die EU und das europäische Parlament. Das Angebot von Logo! richtet sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.

    SWR Kindernetz – Wissensportal für Kinder

    Auf dem Portal SWR Kindernetz veröffentlicht der Südwestrundfunk regelmäßig kindgerechte Video- und Audiobeiträge, ergänzt mit kurzen Wissensartikeln. Hier finden sich einige Beiträge zu politischen Themen wie dem Frauenwahlrecht oder dem Grundgesetz. Ein Wahl-Quiz können Kinder direkt auf der Website spielen.

    Sendung mit der Maus – die beliebte Wissenssendung

    Die Sendung mit der Maus hat eine Spezialseite zum Thema Demokratie und Wahlen eingerichtet, auf der verschiedene Videobeiträge für Kinder ab 5 Jahren verfügbar sind.

    Checker Welt – kindgerechte Reportagen

    Moderator Checker Tobi von der Checker Welt beschäftigt sich in der Reportage Demokratie-Check mit dem Thema Demokratie und der Bedeutung von Wahlen und richtet sich an ein Publikum ab 6 Jahren.

    Was ist Was – Sachbücher für Kinder

    Die bekannte Was ist Was-Bücherreihe richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Auf der Website steht eine Broschüre zum Thema Demokratie und Wahlen im typischen Was ist Was-Stil zum kostenlosen Download zur Verfügung.

    Geolino Spezial – der Kinderpodcast

    Geolino Spezial ist ein Wissenspodcast für Kinder. In Folge 81 dreht sich alles um das Thema Wahlen.

    Informationsseiten für Jugendliche

    Hanisauland – politische Bildung für junge Menschen

    Das Portal Hanisauland vermittelt politische und gesellschaftliche Themen spielerisch an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren. Wissensartikel und ein Lexikon erklären wichtige Begrifflichkeiten und Themenbereiche. Unter den Artikeln können Kinder ihre eigenen Fragen posten. Im Portal werden Spezialthemen wie Wahlen und die kommende Europawahl hervorgehoben. Gelerntes Wissen können Kinder und Jugendliche im Quiz zum Thema Wahlen überprüfen.

    Bundeszentrale für politische Bildung – Politik, Geschichte, Internationales

    Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Demokratie und Wahlen in Form von Artikeln und Heften bietet der Wissensbereich der Bundeszentrale für politische Bildung.

    U18.org – Portal für Erstwähler*innen

    „Wer, wie, was ist Europa?“ – diese Fragen beantwortet der Themenschwerpunkt der Informationsseite U18.org des Deutschen Bundesjugendrings. Hier geht es um junge Themen für die Politik, um Jugendwahlen, Veranstaltungen und politische Bildung.

    Jugendportale – Vernetzen und informieren

    Das Europäische Jugendportal bietet jungen Menschen, die in Europa leben, lernen und arbeiten, die Möglichkeit, sich über Chancen und Initiativen auf EU-Ebene sowie in den einzelnen Ländern zu informieren. Auf dem Portal des Deutschen Bundestages mitmischen.de werden Jugendliche dazu ermutigt, selbst politisch oder journalistisch aktiv zu werden.

    Politische Bildung auf Social Media

    Instagram-Kanäle zur politischen Bildung wie politikverstehen_ und nini_erklaert_politik machen einfach und unterhaltsam begreiflich, was in Politik und Gesellschaft gerade diskutiert wird. Auf YouTube begegnen Influencer wie LeFloid oder Netzwerke wie funk gesellschaftlichen Themen mit Faktentreue und Humor.

    Was Eltern beachten sollten

    In Sachen politische Bildung sind Eltern ein wichtiges Vorbild für Kinder. Betonen Sie die Bedeutung von Wahlen und ermutigen Sie Ihr Kind, sich für Werte wie Demokratie und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Nachrichten- und Informationsseiten sowie Suchmaschinen und sprechen Sie mit ihm über politische Themen. Denn durch ein gewisses Basisverständnis von Demokratie und Wahlen lernt Ihr Kind, warum seine eigene Meinung und Stimme von Bedeutung sind. Üben Sie dabei keinen Zwang aus, sondern knüpfen Sie am bereits vorhandenen Interesse Ihres Kindes an.

    Im Zusammenhang mit Wahlen und Demokratie kursieren gerade im Internet und auf Social-Media-Plattformen Desinformationen und Fake News. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Falschnachrichten im Netz und erklären Sie ihm, wie es Nachrichten und Inhalte überprüfen kann. HanisauLand oder Team Timster bieten Angebote für Kinder und Jugendliche zur Aufklärung über Fake News und Co.

    Jugend unter Druck – Schönheitsideale im Netz

    Durchtrainierte Körper in Fitness-Kanälen auf YouTube, makellose Beauty-Influencer*innen auf Instagram oder perfekt inszenierte Selfies im WhatsApp-Chat – Soziale Medien vermitteln ein bestimmtes Bild von Schönheit, das oft weit von der Realität entfernt ist. Solche Ideale können bei Kindern und Jugendlichen einen enormen Druck auslösen und sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl auswirken. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, einen gesunden Umgang mit Schönheitsbildern im Netz zu entwickeln?

    Schönheitsbilder im Wandel der Zeit

    Blasse Haut im Mittelalter, kurvige Körper im Barock, kurze Haare in den 1920ern, dünne Models in den 1990ern – was als schön gilt, unterliegt einem ständigen Wandel und verändert sich je nach Zeit und Kultur. Vor allem Frauen wurden in der Geschichte stark über ihr Äußeres bewertet. Das Schönheitsideal unserer heutigen Zeit ist stark geprägt von Geschlechterklischees und Social-Media-Trends.

    Kinder und Jugendliche in der Orientierungsphase

    „Sehe ich schön aus?“. Spätestens mit Beginn der Pubertät beschäftigen sich Kinder und Jugendliche immer mehr mit ihrem Aussehen und ihrer Identität. Oft ist diese Zeit von Unsicherheit und Vergleichen geprägt. Junge Menschen suchen dabei auch Orientierung in den Medien. Sie beobachten aufmerksam, wie sich Personen im Netz präsentieren. Influencer*innen werden dabei zu wichtigen Vorbildern, denen sie nacheifern möchten. Viele Socia-Media-Stars geben sich auf ihren Profilen besonders nahbar und fördern den Kontakt zu ihrer Zielgruppe. Die starke Beziehung zu ihren Idolen kann bei der Entwicklung des eigenen Körper- und Schönheitsbilds eine Orientierungshilfe sein, aber auch zu Verunsicherung und Druck führen. Denn viele Inhalte zeigen stark verzerrte Schönheitsbilder.

    Insta vs. Real Life – Schönheit im Netz

    Große Augen, volle Lippen, weiße Zähne, makellose Haut – auf Plattformen wie Instagram und TikTok dominieren einseitige Schönheitsbilder, die mit dem Einsatz von Filtern und Bildbearbeitung bis hin zur Verwendung von KI-Avataren perfektioniert werden. Dazu kommen die Mechanismen von Social-Media-Angeboten, in denen Algorithmen bevorzugt Bilder mit nackter Haut auswählen und Inhalte nach den Merkmalen und Vorlieben der Nutzer*innen anzeigt. Influencer*innen zeigen mehr Schein als Sein, um mit Klicks und Produktplatzierungen Geld zu verdienen. Wer nicht dem aktuellen Schönheitsideal entspricht, bekommt negative Rückmeldungen bis zu Hasskommentaren. Das verstärkt den Druck auf junge Nutzende, unrealistischen Schönheitsstandards entsprechen zu müssen. Nach einer Studie der österreichischen Bildungsplattform safer-internet.at von Anfang 2024 setzen Schönheitsideale im Internet sowohl Mädchen als auch Jungen stark unter Druck. Über die Hälfte der befragten Jugendlichen möchte im Netz schön, gestylt und schlank aussehen. Wenn Kinder und Jugendliche sich ständig vergleichen und häufig Filter verwenden, kann sich das auf ihre Selbstwahrnehmung auswirken. Pumpen bis zum Umfallen, hungern bis zur Magersucht – manche Inhalte zeigen sogar gesundheitsgefährdende Schönheitsideale, was bei Nachahmung gefährlich werden kann.

    Glücklicherweise gibt es im Netz auch Gegenbewegungen wie Curvy Models, Body Positivity und Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram. Sie tragen dazu bei, eine Vielfalt an Körpern und Identitäten sichtbar zu machen und zu feiern. Solche authentischen Inhalte fördern bei Nutzenden einen gesünderen und realistischeren Blick auf Schönheit und ihren Körper.

    Wie können Eltern damit umgehen?

    Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzung Ihres Kindes und bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblings-Influencer*innen und -Inhalte im Gespräch. Analysieren Sie gemeinsam, welche Bearbeitungsschritte hinter vielen Bildern und Videos stecken und erklären Sie ihm, dass es dabei meist um Vermarktung geht. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass sein Social-Media-Feed kein genaues Abbild der Realität ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, Profile auszusortieren, die schlechte Gefühle bei ihm auslösen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu den guten Seiten des Internets und zeigen Sie ihm (Kinder-)Medien, die vielfältige Weltbilder und Geschlechterbilder darstellen. Comedy-Profile wie von Celeste Barber oder Formate für Kinder und Jugendliche wie dieses Video zu Schönheitsfiltern von TeamTimster auf KIKA helfen, unrealistische Schönheitsideale zu hinterfragen.

    Betonen Sie die Vielfalt von Körpern und Schönheitsbildern und ermutigen Sie Ihr Kind, positiv zum eigenen Körper zu stehen. Loben Sie vor allem die inneren Werte Ihres Kindes wie Persönlichkeit und Interessen, so stärken Sie sein Selbstwertgefühl. Wenn Sie unsicher sind, Ihr Kind unter digitalem Stress oder einer Essstörung leidet, suchen Sie sich Hilfe, zum Beispiel in Form von (digitalen) Beratungsangeboten.

    Cloud Gaming mit Amazon Luna

    Amazon Luna ist ein Cloud-Gaming-Service, der Spiele auf verschiedene Geräte wie Computer, Smartphones oder Fire TV bringt. Die Plattform bietet eine große Auswahl an Spielen, darunter auch viele familienfreundliche Titel.

    Kurz gesagt

    • Cloud-Gaming-Service für digitale Spiele
    • Auf vielen Endgeräten wie Fernsehern, Computern und Smartphones nutzbar
    • Altersfreigaben im Konto einstellbar
    • Anbieter: Amazon
    • Abonnement ab 10 Euro pro Monat (Stand März 2024)

    Was steckt hinter Amazon Luna?

    Amazon Luna ist ein Cloud-Gaming-Dienst. Das bedeutet, dass die Spiele nicht heruntergeladen werden müssen. Ähnlich wie bei Netflix werden die Games gestreamt.

    Spieler*innen müssen ein Luna+ Abonnement abschließen oder einen Amazon Prime Account besitzen. Dann können dann Games aus der Luna-Bibliothek spielen, ohne diese einzeln kaufen zu müssen. Die Spiele gehören den Abonnent*innen jedoch nicht. Wer das Abo oder den Amazon Prime Account kündigt, verliert den Zugriff auf alle Spiele, die darin enthalten waren. Dasselbe gilt für Spiele, die Amazon aus dem Angebot entfernt.

    Alternativ können die Spiele über die Website von Amazon Luna einzeln gekauft werden. Dafür ist zusätzlich ein Ubisoft-Konto erforderlich, da diese Spiele ausschließlich von dem Videospielunternehmen Ubisoft zum Kauf angeboten werden.

    Welche Anreize bietet Amazon Luna?

    Gaming-Trends ändern sich schnell. Ein Spiel, das bei Kindern und Jugendlichen gerade noch angesagt ist, kann in wenigen Wochen schon wieder an Reiz verlieren. Amazon Luna bietet mit dem Abonnement die Möglichkeit, auf solche Änderungen zu reagieren, ohne dass dabei immer wieder neue Spiele gekauft werden müssen.

    Über die Funktion Luna Couch können Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Freund*innen zocken. In Luna ist die bei jungen Menschen beliebte Streamingplattform Twitch integriert.

    Familien sparen sich die hohen Kosten für die Anschaffung eines Gaming-PCs oder einer Spielkonsole. Amazon Luna ist auf Android und iOS-Smartphones, auf manchen Smart-TVs und auf Computern mit einem Internetbrowser verfügbar.

    Was sagt der Anbieter?

    Amazon Luna bietet eine Kindersicherung mit einigen Schutzmaßnahmen. In den Einstellungen findet sich im Reiter „Kindersicherung“ die Möglichkeit eine PIN für das Konto festzulegen. In den Einstellungen können Eltern festlegen, dass die PIN verwendet werden muss, um Spiele zu kaufen. Die Spiele, die Amazon Luna im Angebot hat, sind alle durch die USK bewertet und auf ein bestimmtes Alter festgelegt. Luna ist hierbei eines der angeschlossenen Systeme, die am IARC-Verfahren teilnehmen. Eltern können festlegen, ab welcher Altersfreigabe die Eingabe des PINs nötig ist, um das Spiel zu starten. Mehr Informationen zur Kindersicherung von Amazon Luna gibt es auf der Webseite von medien-kindersicher.de.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Cloud-Gaming verlangt einen Online-Zwang. Die Spiele können nicht heruntergeladen und offline gespielt werden, da die Spieldaten zwangsläufig von einem Server übertragen werden müssen. Das kann viel Datenvolumen verbrauchen.

    Bei Online-Spielen kann es zu Problemen mit dem Spielfluss kommen, die durch die Verzögerungszeit zum Server entstehen. Gerade bei Actionspielen (wie Fall Guys), Sportspielen (wie FIFA ) und Shootern (wie Fortnite) kann es relevant sein, Entscheidungen innerhalb von Sekundenbruchteilen zu treffen. Wenn das eigene Internet zuhause nicht schnell genug ist, um diese Entscheidungen umzusetzen, kann das schnell zu Frust führen.

    Auch der Aspekt, dass Abonennt*innen die Spiele nicht gehören, kann schwierig werden. Wenn Ihr Kind das Spiel immer wieder spielen möchte, ist diese Möglichkeit auf Dauer nicht sicher gegeben. Denn der Anbieter Amazon kann sich jederzeit dazu entscheiden, das Spiel aus dem Angebot zu entfernen.

    Der Jugendschutz von Amazon Luna ist in vielen Punkten gut, aber in einem Punkt ist er noch ausbaufähig: Sie können die Spielzeit Ihres Kindes nicht limitieren. Hierfür müssten sie zusätzliche Programme verwenden, wie beispielsweise die Salfeld-App, die für Microsoft Windows und Android (bis Android Version 14) verfügbar ist.

    Was Eltern beachten sollten

    Nutzen Sie die Einstellungen des technischen Jugendmedienschutzes von Amazon Luna und den Geräten, an denen Ihr Kind spielt. Sprechen Sie mit ihrem Kind über Spielzeiten und vereinbaren Sie Regeln. Beziehen Sie dabei Ihr Kind mit ein, damit es sich in seinen Interessen ernst genommen und vertreten fühlt.

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, welche Risiken Online-Gaming birgt. Ermutigen Sie Ihr Kind, zu Ihnen zu kommen, wenn es beim Spielen etwas gesehen oder gehört hat, das es verunsichert. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, wie es mit herausfordernden Inhalten oder riskanten Kontakten gut umgehen kann. Achten Sie auch darauf, dass die integrierte Streaming-Plattform Twitch bei Luna mitenthalten ist und eigene Herausforderungen mit sich bringen kann.

    Ihr Kind möchte ein Spiel spielen, das Sie nicht kennen? Informieren Sie sich vorab darüber. Elternguide.online bietet Artikel zu vielen beliebten Spielen. Beachten Sie die USK-Altersfreigaben der Spiele und wägen Sie je nach Entwicklungsstand Ihres Kindes ab, ob das Spiel für Ihr Kind geeignet ist. Pädagogische Empfehlungen für Games bietet der Spielratgeber NRW.

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