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Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

Herausforderungen der digitalen Kommunikation

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Social-Media-Trends – Was ist angesagt im Netz?

Ob Mode, Musik oder Sprache – Hauptsache angesagt. Jugendlichen ist es besonders wichtig, keinen Trend zu verpassen. Dabei geht es um Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl. Trends werden vor allem digital gemacht. Über das Teilen von Videos oder Fotos auf Social-Media-Kanälen werden sie gesetzt und nachgeahmt. Trends können sich auch zu Challenges entwickeln, wie z. B. die Wellerman-Challenge Ende 2020.

Vom gebackenen Feta bis hin zur Super-Leggins

Trends auf Social Media sind bestimmte Dinge, die besonders angesagt sind und von vielen nachgemacht werden. Trends können in verschiedenen Bereichen entstehen, z. B. in der Mode oder Musik. 

TikTok ist ein wichtiger Trendsetter. Ein Großteil der Jugendlichen nutzt die App und ist Teil der weltweiten Community. Dort sind auch Kochtrends extrem beliebt. TikTokerinnen und TikToker zeigen in ihren kurzen Videoclips, wie ganz schnell kreative Gerichte gezaubert werden können. In zahlreichen Videos mit Hashtags wie #Bakedfetapasta oder #wraphack zeigen User ihre Versionen der Gerichte. 

Auch Schminkstile, Life Hacks oder Kleidungsstücke werden zum Trend erklärt. Eine bestimmte Leggins wird über Social Media bekanntgemacht. Dazu werden Clips hochgeladen, in denen meist Frauen diese Hosen tragen und Komplimente dafür bekommen. Das führt dazu, dass immer mehr die Leggins kaufen, um Teil des Trends zu sein. 

Anders als bei Challenges wird nicht ausschließlich ein bestimmtes Lied, ein Tanz oder eine Aufgabe gemeistert, sondern es werden ganz unterschiedliche Dinge nachgeahmt. Im Falle vom Wellerman können Trends aber auch zur Challenge werden, wenn andere Nutzerinnen und Nutzer aufgerufen werden, diesen Trend nachzumachen.

Risiken von Social-Media-Trends 

Ein Trend auf Social Media wird schnell vom nächsten abgelöst. Influencerinnen und Influencer sind die Trendsetter der jungen Generation und beeinflussen den Markt. Durch Werbedeals mit bestimmten Marken sind die Empfehlungen einiger Influencer nicht unabhängig. Sie erhalten Geld dafür, ein Produkt besonders gut darzustellen. Wenn Marken es schaffen, wie im Beispiel mit der Leggins, mit Hilfe einer Influencerin einen Trend zu setzen, verdienen sie gut daran. Jugendliche durchschauen nicht unbedingt, dass ein Trend gezielt von einer Marke gemacht wurde.

Manche Trends können – genauso wie Challenges – negative Folgen haben. Das können Trends sein, bei denen sehr viel nackte Haut gezeigt wird, eine gefährliche Sache nachgemacht wird oder versucht wird, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. So warnen Mediziner und Medizinerinnen z. B. vor einem Beauty-Trend, bei denen sich junge Menschen sogenannte Sonnenbrand-Tattoos mit Hilfe von Sonnencreme und viel zu starker Sonneneinstrahlung in die Haut brennen lassen.

Was Eltern tun können

Die meisten Trends sind jedoch harmlos und machen Spaß. Versuchen Sie verständnisvoll zu sein, wenn Ihr Kind den Wunsch hat, Trends mitzumachen. Erinnern Sie sich vielleicht an die eigene Jugend und welchen Trends Sie unbedingt folgen wollten. Es geht darum, dazuzugehören. Bleiben Sie offen und lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was es begeistert. Fragen Sie nach den Trends, die Ihr Kind gerne mitmachen möchte. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie ihm warum. Einige Trends, wie DIY-Anleitungen, Rezepte oder Life Hacks können Sie gemeinsam ausprobieren. Auch bestimmte Challenges, sind unterhaltsam und können mit der ganzen Familie gemeistert werden.

Kennen Sie fragFINN?

Über fragFINN surfen Kinder nur auf geprüften Internetseiten. Dadurch stoßen sie auf keine ungeeigneten Inhalte.

Kurz gefasst:

  • Suchmaschine für Kinder
  • geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren
  • zusätzliche Surftipps und Artikel
  • auch als App verfügbar
  • datensicher
  • basiert auf Open-Source-Software Elasticsearch

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https://www.youtube.com/watch?v=qFv6viliLuU_%_

Was ist fragFINN?

Die Suchmaschine für Kinder zeigt auf der Grundlage von geprüften Webseiten nur unbedenkliche Inhalte in den Ergebnissen an. Die Prüfung der Internetseiten wird von einem medienpädagogischen Team durchgeführt. Über die Kindersuchmaschine findet man Kinderseiten und unbedenkliche Erwachsenenseiten (z. B. Zooseiten, Vereinsseiten). Die Kinderseiten werden in den Suchergebnissen zuerst ausgespielt.

Auf der Startseite von fragFINN finden Kinder auch Surftipps zu vielen unterschiedlichen Themen. Kinder können sich als fragFINN-Kinderreporter engagieren und berühmte Persönlichkeiten treffen.

Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden Websites durch die Icons „Kinder“, „Wissen“ und „International“ gekennzeichnet. Dadurch sind die Suchergebnisse für Kinder leichter einzuordnen.

Bei der Nutzung der Suchfunktion auf der Website und in der App wird die Suchanfrage der Nutzenden direkt an den fragFINN-Server in Deutschland gesendet. Dabei werden keine Nutzer*innendaten gesammelt oder gespeichert.

Auf mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet lässt sich auch die fragFINN-App installieren.

Was sollten Eltern beachten?

Kindersuchmaschinen bieten einen sicheren Einstieg in die Welt des Internets. Sie können eine gute Vorbereitung auf die Nutzung von gängigen und bekannten Suchmaschinen sein. Durch die Vorprüfung aller Inhalte ist eine sehr hohe Sicherheit für Ihr Kind gegeben. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind gerade bei der erstmaligen Nutzung begleiten und gemeinsam die Suchmaschine erkunden. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären.

Sollte Ihr Kind eine Seite unter den Ergebnissen finden, die ihm Angst macht, kann es diese über den Button „Seite melden“ mitteilen. Die eingegangenen Alarme werden täglich überprüft. Ihr Kind hat auch die Möglichkeit, Internetseiten vorzuschlagen. Das medienpädagogische Team prüft die Seiten und kann sie gegebenenfalls für die Kindersuchmaschine freigeben. Außerdem ist die Suchmaschine besonders kompatibel mit zusätzlichen Kinderschutzlösungen wie z. B. JusProg.

Weitere Informationen für Eltern sind hier zu finden: eltern.fragFINN.de

Online-Gewalt – wenn Jugendliche Opfer werden

Ein Großteil der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen spielt sich digital ab. Sie chatten miteinander, teilen Bilder und folgen sich auf Social-Media-Kanälen. Dabei kann es auch zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Ab einem gewissen Ausmaß handelt es sich dabei um digitale Gewalt, die sogar strafbar sein kann.

Was versteht man unter digitaler Gewalt?

Online-Gewalt kann unterschiedlich aussehen. Täterinnen und Tätern geht es meist darum, eine Person absichtlich zu beleidigen, zu diskriminieren oder abzuwerten. Sie posten beispielsweise private Bilder oder schreiben böse Kommentare. Solche Übergriffe passieren überall dort, wo junge Menschen online unterwegs sind. Eine bekannte Form ist Cybermobbing. Auch Gewalt aus der analogen Welt kann digital weitergeführt werden und wird somit grenzenlos. Durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle und das Mitgefühl. Außerdem erschwert sie es, die Täter und Täterinnen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. 

Digitale Gewalt ist vor allem psychisch sehr belastend und kann schwere Folgen haben. Betroffene leiden oft an Angstzuständen, emotionalem Stress und einem geringen Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich nicht mehr sicher und haben Angst, dass die Drohungen im Netz sich auf das analoge Umfeld ausweiten. Junge Frauen und Mädchen sind besonders häufig Ziel digitaler Übergriffe. Das Verlassen der Plattform oder das Blocken bestimmter Personen, kann zwar helfen, doch ist der Schaden bei den Opfern oft schon angerichtet.  

Erscheinungsformen digitaler Gewalt

Digitale Gewalt äußert sich sehr unterschiedlich und kann verschiedene Ausmaße annehmen. Kinder und Jugendliche sind vor allem mit bestimmten Formen von Online-Gewalt konfrontiert:

  • Ein Shitstorm ist eine Häufung negativer Kommentare und Beiträge, die sich an eine bestimmte Person richten oder auf eine Äußerung im Netz beziehen. Immer mehr Menschen machen mit und geben unsachliche Kommentare ab, der nur schwer aufzuhalten ist.
  • Cybermobbing kennen viele Kinder und Jugendliche, ob aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung. Häufig findet das Mobbing nicht nur digital, sondern auch analog, z. B. auf dem Schulhof, statt. Im Messenger werden Hass-Gruppen eingerichtet, beleidigende Kommentare geschrieben oder Gerüchte über eine bestimmte Person verbreitet. 
  • Sogenanntes Doxting kann eine Form des Mobbings sein. Darunter versteht man das  Zusammentragen und die Veröffentlichung demütigender Fotos oder Videos und anderer sensibler Informationen einer Person im Netz. Ziel ist es, den Ruf der oder des Betroffenen zu schädigen oder die Person bloßzustellen.
  • Unter Hassrede versteht man die gezielte Diskriminierung von Menschen im Internet. Meist geht es dabei um die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, das Herkunftsland oder das Geschlecht einer Person. Andere werden online, z. B. in den Kommentaren, dazu aufgefordert, bei der Hetze mitzumachen und bestimmte Menschen auszuschließen und zu beleidigen. 
  • Auch sexuelle Belästigung spielt in der digitalen Welt eine Rolle. Hierbei ist die wiederholte Aufforderung zu sexuellen Handlungen gemeint, ohne eine Nein zu akzeptieren. Aber auch das ungefragte Zusenden von Nacktbildern ist eine Form sexueller Belästigung im Netz. 
  • Cyberstalking ist das wiederholte Nachstellen, Verfolgen und Belästigen von Personen über digitale Medien. 

Wie kann ich mein Kind vor digitaler Gewalt schützen?

Einige Verhaltensregeln können die Sicherheit Ihres Kindes im Internet erhöhen:

  • Benutzen Sie einen Aufkleber oder Schieber, um die Kamera des Laptops verschließen zu können, wenn sie nicht in Benutzung ist. 
  • Geben Sie und Ihr Kind keine persönliche Angaben, wie die Adresse oder der Nachname, über das Internet preis. 
  • Gehen Sie auch mit Bildern und Videos vorsichtig um. Bei vermeintlich privaten Chats können schnell Screenshots gemacht und verbreitet werden.
  • Passwörter sollten sicher sein und nicht an Dritte weitergegeben werden.

Besonders wichtig ist es, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahren sprechen und Interesse zeigen. Erkundigen Sie sich regelmäßig nach den Personen, mit denen Ihr Kind digital Kontakt hat und nach den Webseiten, die es besucht. 

Nicht alle Jugendliche wenden sich bei Problemen ihre Eltern, weil sie Angst vor Strafen und Unverständnis haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und machen Sie es auf Seiten aufmerksam, an die es sich auch wenden kann, wie z. B. Juuuport. Kinder können mit dem psychischen Stress und den Folgen digitaler Gewalt nur schwer umgehen. Es ist also wichtig, dass sich Ihr Kind Hilfe von Erwachsenen holt, wenn es Opfer digitaler Gewalt wird. Diese kann auch über Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. 

Online-Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern je nach Ausprägung (etwa bei Beleidigungen, Verleumdung und Bedrohung) sogar strafbar. Deswegen sollten Sie die Vorfälle unbedingt dokumentieren, z. B. durch Screenshots, und damit zur Polizei gehen. 

Hilfsangebote bei digitaler Gewalt

Online-Gewalt sollte bei der Polizei angezeigt werden! Außerdem bekommen Sie bei diesen Stellen Unterstützung:

  • Das Portal Hate Aid ist die deutsche Online-Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt. Bei akuten Problemen kann man anrufen oder ansonsten per Kontaktformular Hilfe anfragen.
  • Die Nummer gegen Kummer bietet Eltern und Jugendlichen bei verschiedenen Problemen ein kostenloses Beratungsgespräch über das Telefon. 
  • Über die Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung können Eltern und Jugendliche Online-Beratung in Anspruch nehmen oder sich eine geeignete Stelle in ihrer Nähe suchen. 
  • Jugend.support ist ein Hilfsangebot speziell für Jugendliche mit Problemen im Netz. Mehr dazu können Sie hier nachlesen. 
  • Über das Hilfetelefon können sich Frauen und Mädchen, die Opfer von jeglicher Art von Gewalt wurden, schnell Hilfe holen.

Kindersicherung Salfeld

Da Kinder schon früh Kontakt mit Medien haben, wünschen sich viele Eltern, dass es einen sicheren Zugang zum Netz gibt. Verschiedene sogenannte Jugendschutzprogramme möchten Eltern dabei unterstützen, die Mediennutzung ihres Kindes zu technisch abzusichern. Von der Stiftung Warentest als “gut“ bewertet wurde die Kindersicherung Salfeld.

Kurz gefasst: 

  • Software zur Kindersicherung für Android-Smartphones und Windows-PCs 
  • Testsieger bei Stiftung Warentest (2020: “gut”)
  • auf Englisch und Deutsch verfügbar
  • 30 Tage kostenlos, danach kostenpflichtig 
  • Zielgruppe des Angebots sind Eltern

Was bietet die Kindersicherung Salfeld? 

Durch die Kindersicherung Salfeld können Eltern bestimmte Zeitlimits und Einschränkungen auf dem Gerät ihres Kindes vornehmen. Diese können je nach App und Webseite individuell eingestellt werden. So können Sie als Elternteil z. B. einstellen, dass Ihr Kind mit Lern-Apps mehr Zeit verbringen darf als mit Social Media oder Spiele-Apps. Sie können außerdem eine Liste mit Webseiten anlegen, auf die Ihr Kind nicht zugreifen soll, weil es dort beispielsweise auf nicht-altersgerechte Inhalte stoßen kann. 

Die Kindersicherung Salfeld erlaubt Eltern außerdem, die Handy-Aktivitäten ihres Kindes einzusehen. Über eine Etern-App werden Protokolle der besuchten Webseiten und die genutzten Apps des Kindes zur Verfügung gestellt. Mit der App lassen sich Zeitlimits auch unterwegs ändern und Internetseiten sperren oder freischalten.

Durch sogenannte Zeitgutscheine können Kinder einen Zeitbonus bekommen, wenn sie z. B. selbstständig Lernangebote nutzen. Diese lassen sich ebenfalls flexibel einstellen und freigeben. 

Was Eltern beachten sollten

Die (deutschen) Anbieter der Kindersicherung Salfeld geben in ihrer aktuellen Datenschutzerklärung an, mit personenbezogenen Daten sensibel umzugehen und den Schutz der Privatsphäre ernst zu nehmen. Trotzdem müssen die Nutzungsdaten Ihres Kindes für die Funktionsfähigkeit der Anwendung an den Anbieter (anonymisiert) weitergeleitet werden. Dieser hat so theoretisch Zugriff darauf und könnte diese einsehen. Daten können durch Datenlecks an Dritte gelangen und so in falsche Hände geraten. Eltern sollten sich dieses Risikos bewusst sein. 

Der Schutz von Kindersicherungen ist außerdem eingeschränkt, wenn es um Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing oder Hassrede geht. Auch bei harmlosen Apps kann es zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Sie sollten deswegen mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen im Netz sprechen und ihm das Gefühl vermitteln bei Problemen verständnisvoll zu sein.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kindersicherungen können dazu beitragen, Kinder besser vor möglichen Gefahren im Netz zu schützen. Doch verlassen Sie sich nicht allein auf solche Apps. Keine Technik kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Außerdem können Sie Ihrem Kind das Gefühl vermitteln, dass Sie es kontrollieren und ihm nicht vertrauen. Der Grad zwischen Schutz und Überwachung ist schmal. Vermeiden Sie eine heimliche Kontrolle, sondern sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Ihre Ängste und die Möglichkeit, eine solche App zu nutzen. Vor allem sollten Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren im Netz sprechen und wie man diese vermeiden kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Groß und klein sollten sicher sein im Netz”.

Spielerisch die Welt von YouTube erkunden – das Game Influenc[AR]

Bei diesem Spiel können Kinder und Jugendliche unterhaltsam und ohne Risiko erfahren, wie man einen eigenen YouTube-Channel aufbaut und was das bedeutet. Es ist eine Mischung aus analogem Gesellschaftsspiel und Handy-Game.

Kurz gefasst:

  • Augmented-Reality-Kartenspiel
  • für 3 – 6 Spieler*innen
  • ab etwa 10 Jahre
  • Druckversion im kostenlosen Download
  • browserbasiert, mit jedem Handy spielbar

Was genau ist Influenc[AR]?

Alle Mitspielenden wollen so schnell wie möglich einen eigenen YouTube-Kanal aufbauen. Zu Spielbeginn wird aus sechs möglichen Channels ausgewählt – wie Beauty, Comedy oder Let’s Play. Alle bekommen ein Kartendeck und müssen die dort abgebildeten Aufgaben erledigen. Dazu öffnet jede Person die Web-App auf dem Smartphone. Jede Aufgabe ist mit Emojis abgebildet und die Spielenden müssen die Karte den Situationen auf ihrem Handydisplay zuordnen. Wer die richtige Karte gefunden hat, scannt den dort aufgedruckten Code mit der Handykamera ab. Wenn sie richtig war, darf die Karte auf die eigene Spielunterlage (das sogenannte Missionboard) abgelegt werden. Gewonnen hat, wer am schnellsten sein Board voll hat. Allerdings müssen zwischendurch auch Karten von Mitspielerinnen und Mitspielern gescannt werden. Dadurch wird das Spiel kommunikativ und auch ein wenig stressig.

Die abgebildeten Situationen beziehen sich auf verschiedene Dinge, mit denen YouTuber oder Influencer zu tun haben, wenn sie einen eigenen Kanal betreiben: Es geht um die Beziehung zu Fans, den Umgang mit Geld und Geschäftspartnern, das Privatleben, die eigene Gesundheit und so weiter. Deshalb kann das Spiel eine gute Möglichkeit sein, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch über diese Themen zu kommen. Oft wissen sie nicht, wie viel Arbeit hinter einem Leben als Influencer steckt und welche Probleme damit verbunden sein können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Das Spiel erinnert an Ligretto, Bingo oder ähnliche Spiele, in denen es um schnelles Handeln geht. Das macht Spaß! In Kombination mit dem eigenen Handy kann es für Kinder und Jugendliche besonders spannend sein. Dabei stehen die Inhalte nicht im Vordergrund. Die jungen Spielerinnen und Spieler können aber ihr Wissen über Emojis und YouTube einbringen. Im Spiel mit den Eltern oder anderen Erwachsenen werden sie zu Expertinnen und Experten.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Spiele mit digitalen Elementen sind fehleranfällig. Wenn die Web-App bei einzelnen Spielenden nicht funktioniert, kann das frustrieren. Außerdem benötigt jeder Mitspielende ein eigenes Smartphone, wodurch es eventuell nicht in allen Familien zu spielen ist. Das ist auch der Fall, wenn sich die Karten und Missionboards nicht ausdrucken lassen, weil kein Drucker vorhanden ist. Es kann sein, dass bestimmte Emojis nicht verstanden werden. 

Was meint der Anbieter?

Das Spiel wurde von Medienpädagoginnen (des JFF – Institut für Medienpädagogik) für die Nutzung in der Bildungsarbeit entwickelt. Es funktioniert aber auch gut in der Familie. Die Macherinnen sind dabei, das Spiel noch spannender zu gestalten und weiterzuentwickeln. Es wird auch getestet, ob das Spiel als reine Online-Variante funktioniert, so dass das Spielmaterial nicht ausgedruckt werden muss.

Was sollten Eltern beachten?

Bevor Sie das Spiel mit Ihren Kindern spielen, sollten Sie die Technik testen. Im Booklet zum Spiel gibt es eine ausführliche Anleitung. Auch die Spielregeln sind dort erklärt. Wenn Sie bestimmte Emojis nicht verstehen, können Sie diese ebenfalls im Booklet nachschlagen.

Vielleicht hat Ihr Kind, den Wunsch YouTuber zu werden, aber Sie wissen nicht, wie Sie ihm vermitteln sollen, was das bedeutet. Das Spiel kann eine unterhaltsame Hilfe sein. Wenn es Ihnen und Ihren Kindern nur um ein lustiges Spiel geht, ist das auch in Ordnung!

JusProg – das digitale Jugendschutzprogramm

Viele Kinder surfen schon mit jungen Jahren selbstständig im Internet. Wenn Sie als Eltern daneben sitzen, bekommen Sie mit, welche Webseiten und Inhalte Ihr Kind sieht. Gerade ältere Kinder – etwa ab der weiterführenden Schule – sollten aber auch selbstbestimmt im Internet unterwegs sein dürfen. Oftmals ist es nur ein Klick und Kinder werden auf eine andere, vielleicht weniger kinderfreundliche Seite geleitet. Programme wie JusProg sollen dabei helfen, Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen

Kurz gefasst:

  • staatlich anerkanntes, digitales Jugendschutzprogramm 
  • kostenlos und ohne Registrierung
  • lässt sich auf verschiedenen Geräten installieren
  • datenschutzfreundlich und werbefrei
  • individuelle Einschränkungen für unterschiedliche Altersstufen

Was kann das?

Die Software filtert aufgerufene Webadressen und blockiert nicht-altersgerechte Seiten im Internet. JusProg läuft während des Surfens im Hintergrund: Ist eine Webseite als nicht altersgerecht im System verzeichnet, wird sie geblockt. Eltern geben das Alter des Kindes vorher an. 

JusProg kann auf den meisten Endgeräten von iOS und Android installiert werden. Neben den gelisteten Webadressen können weitere Seiten manuell gesperrt oder freigegeben werden. Auf einem Gerät lassen sich mehrere Nutzerprofile anlegen, sodass Eltern und Kinder an einem Computer surfen können und das Schutzniveau individuell an das Alter des Familienmitglieds angepasst ist. So sieht z. B. ein Kind Inhalte für unter 12-Jährige, während das ältere Geschwisterkind Webseiten ab 16 Jahren besuchen kann. Das Programm wurde von Stiftung Warentest mit „gut“ bewertet.

Was meint der Anbieter?

Das System von JusProg basiert auf Negativ- (Blocklist) und Positivlisten (Passlist), auf denen verschiedene Webseiten vermerkt sind. Die Anbieter garantieren selbst keine hundertprozentige Sicherheit, da das Internet zu groß ist und zu schnell wächst, als dass alle Seiten gelistet sein können. Vor allem nicht-deutsche Internetseiten und Inhalte auf Social-Media-Kanälen sind nicht ausreichend geschützt. Eltern sollten deshalb Webseiten, die sie als nicht altersgerecht empfinden, manuell sperren. Kindern von 0 bis 12 Jahren werden nur Webseiten angezeigt, die sich auf der Whitelist der Kindersuchmaschine fragFinn.de befinden. Nicht bekannte Webadressen werden automatisch geblockt. Bei Kindern ab 12 Jahren ist es etwas anders: Für sie werden alle Seiten, die nicht im System vermerkt sind, automatisch freigeschaltet.

Die Anbieter weisen darauf hin, dass freigegebene Seiten lediglich als kindertauglich und nicht entwicklungsschädigend eingestuft wurden. Anders als bei den Kindersuchmaschinen wie fragFinn handelt es sich nicht um Empfehlungen für das jeweilige Alter. Eltern müssen selbst einschätzen bzw. andere Empfehlungen recherchieren, ob die Inhalte für ihr Kind geeignet sind. Auf der Elternseite des Angebots erhalten Sie nähere Informationen.

Was sollten Eltern beachten?

JusProg ist ein gutes Angebot, das einen besseren Jugendschutz im Netz unterstützen kann. Es ist vor allem bei jüngeren Kindern sinnvoll. Ab 12 Jahren ist der Surfraum mit JusProg relativ ungeschützt. Internetseiten wie Google, Facebook, Twitter und Instagram sind für das System schwer zu filtern und müssen manuell eingestellt werden. Oftmals bieten die Seiten selbst Jugendschutzfilter an, die sich leicht aktivieren lassen.

Ihnen als Elternteil sollte bewusst sein, dass ein Jugendschutzprogramm wie JusProg die Begleitung der Mediennutzung Ihres Kindes nicht ersetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über das eigene Medienverhalten und vereinbaren Sie Regeln für die Mediennutzung in der Familie. Wenn Sie die ersten Schritte im Netz gut begleitet und Ihrem Kind erklärt haben, worauf es dabei achten sollte, wird es sich später auch alleine einigermaßen sicher online bewegen können bzw. weiß besser mit Gefahren im Netz umzugehen. Beispielsweise wendet sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn an Sie oder andere Vertrauenspersonen, wenn es auf Probleme stößt.Wenn Sie sich für die Nutzung von JusProg entscheiden, geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass Sie ihm oder ihr nicht vertrauen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum JusProg bestimmte Seiten blockiert und entscheiden Sie gemeinsam, wann Ihr Kind für einen offeneren Internetzugang bereit ist.

Face-Filter – von lustigen Hasenohren bis zu verzerrter Selbstwahrnehmung

Fotos machen und bei Instagram oder WhatsApp teilen, ist nicht nur für Jugendliche kinderleicht und selbstverständlich. Es geht um das Teilen von Erlebnissen und darum, sich selbst im besten Licht darzustellen. Früher konnten nur Profis Fotos bearbeiten, um das Motiv perfekt aussehen zu lassen. Heute bringen Smartphone und Apps solche Möglichkeiten mit.

Was sind Face-Filter?

Besonders häufig werden Fotos von der eigenen Person – meistens Selfies – veröffentlicht. Auf Instagram und Snapchat kann man sie direkt in der App machen und vorher einen Filter auswählen. Dieser wird virtuell über das gemachte Foto oder Video gelegt. So lassen sich schnell und einfach lustige Elemente wie z. B. Elfenohren, Bärte oder Schmetterlinge in das Foto oder das Video integrieren. Neben Spaß-Filtern sind sogenannte Beauty-Filter sehr beliebt. Diese verändern das Gesicht der Person und passen es bestimmten Vorgaben an. So können Merkmale wie Hautbild, Haar-und Augenfarbe oder Gesichtszüge verändert werden.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Die Auswahl an Filtern ist unbegrenzt und sie wird immer größer. Kinder und Jugendliche finden das witzig und unterhaltsam. Außerdem können sie mit Filtern in andere Rollen schlüpfen und sich ausprobieren. Manchmal sorgen Filter sogar für mehr Anonymität, da das Gesicht nicht immer erkennbar ist.

Mit Beauty-Filtern wird das eigene Gesicht schnell “aufgehübscht” und einem bestimmten Schönheitsideal angepasst. Jugendliche finden das faszinierend und einige fühlen sich mit gefilterten Selfies wohler, als ihr wahres Selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Mit Apps wie “Spark AR Studio” lassen sich eigene Filter gestalten und auf Instagram nutzen. Junge Menschen können so die Filter ihrer Vorbilder nachahmen. Es entwickeln sich sogar kleine Trends und Challenges mit Face-Filtern. So fühlen sich Nutzende einer Gemeinschaft zugehörig und ihren Idolen näher. 

Welche Risiken gibt es? 

Große Augen, schmale Nase, Schmollmund und perfekter Teint. Durch Face-Filter kann ein sehr einseitiges Bild von Schönheit vermittelt werden. Junge Menschen denken, das wäre normal und sie müssten ebenso perfekt aussehen. Die durch Filter entstandenen Fotos verfälschen das eigene Ich. Bei jungen Menschen ist das Selbstbewusstsein noch nicht gefestigt. Deshalb vergleichen sich stark mit anderen Personen und mit verbreiteten Schönheitsidealen. Bilder von sich ohne Filter bzw. wie sie wirklich aussehen, mögen sie möglicherweise nicht. Dabei sind die wenigsten Menschen perfekt. Mehr zu den Gefahren dieser Schönheitsideale können Sie in unserem Beitrag “Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.” nachlesen. Eine Gegenbewegung in Social Media heißt Body Positivity oder #nofilter. Bilder, die unter diesen Hashtags veröffentlicht werden, wollen echte Menschen zeigen, ohne dass Filter genutzt werden.

Was können Sie als Eltern tun?

Haben Sie Verständnis für die Begeisterung Ihres Kindes für Face-Filter, wenn es vor allem um Spaß und Kreativität geht. Lassen Sie sich zeigen, welche Filter Ihr Kind benutzt. Sprechen Sie mit ihm über Filter, die vermeintlich schöner machen sollen, und was wirklich dahinter steckt. Machen Sie deutlich, dass gefilterte Bilder wenig mit der Realität zu tun haben. Stöbern Sie gemeinsam nach Fotos im Netz, die mit den Hashtags #nofilter oder #facepositivity versehen sind. Sprechen Sie über das eigene Selbstbild und bestärken Sie Ihr Kind darin, sich selbst zu akzeptieren und als schön zu empfinden.

Freundschaften in der Online-Welt

Kinder und Jugendliche lernen neue Freundinnen und Freunde nicht nur auf dem Spielplatz, in der Schule oder beim Sportverein kennen. Sie treffen sie in Online-Games oder bei Instagram und bleiben über WhatsApp und Discord in Kontakt.

Freundschaft ist nicht gleich Freundschaft: Bekanntschaften aus Social Media können anders aussehen als Freundschaften aus der Nachbarschaft oder Schule. Die Nähe zum Influencer fühlt sich vielleicht für einige wie eine Freundschaft an, ist aber eher eine “Fanschaft”.

Wie Online-Freundschaften entstehen

Online-Freundschaften entstehen über das Internet und werden dort größtenteils gepflegt. Sie kommen beispielsweise durch gemeinsame Interessen zustande. In Online-Spielen oder über Social-Media-Kanäle lernen sich Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Interessen und Hobbies kennen und kommen miteinander ins Gespräch. Vor allem wer spezielle Interessen hat, kann über das Internet Gleichgesinnte finden und sich mit Ihnen über das geteilte Hobby austauschen. 

Bei beliebten Games wie z. B. Fortnite können sich die Spielenden über einen Chat austauschen. Dort werden neben Taktiken und Strategien zum Spiel auch oft persönliche Dinge besprochen. Durch das regelmäßige Spielen miteinander, baut sich eine Bindung auf und es entsteht schnell das Gefühl von Freundschaft. Wenn Sie verstehen möchten, wie sich Gamer über ein Spiel anfreunden, hören Sie in den Podcast von zwei jungen Spielern rein.

Online-Freundschaften sind nicht unbedingt oberflächlicher als Kontakte in der realen Welt. Für eher verschlossene oder unsichere Kinder kann es ein guter Weg sein, online Kontakt zu anderen aufzunehmen. Es kann dazu führen, dass sie sich mehr öffnen. Äußerlichkeiten wie Kleidung spielen oftmals keine Rolle. Die Kommunikation ist leichter und durch das gemeinsame Interesse kommen sie leichter ins Gespräch. 

Wie online Freundschaften gepflegt werden

Egal, wo Freundschaften entstanden sind, gepflegt werden sie meistens über den Messenger oder Social Media. Bei Gamern wird sehr gern Discord genutzt. WhatsApp & Co. sind für Jugendliche, die sich nicht online kennengelernt haben, wichtig, um außerhalb persönlicher Treffen Kontakt zu halten. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist. Vor allem während der Pandemie müssen sich viele Kontakte auf den digitalen Austausch beschränken und Freundschaften spielen sich größtenteils online ab. 

Wie Sie mit Risiken bei Online-Freundschaften umgehen

Online-Freundschaften bieten die Möglichkeit mit Menschen auf der ganzen Welt befreundet zu sein und erweitern den Horizont Ihres Kindes. Doch birgt der digitale Kontakt auch Risiken. 

Ihr Kind weiß nicht genau, wer sich hinter dem neuen Freund oder neuen Freundin wirklich verbirgt und welche Absichten die Person hat. Es besteht die Gefahr von Cybergrooming. Auch Menschen mit politischen Interessen oder extremistische Gruppen nutzen den Kontakt zu jungen Menschen, um Einfluss zu gewinnen. Durch Fotos und unbedachte Nachrichten können Fremde außerdem an sensible Informationen Ihres Kindes kommen. Informationen wie der volle Name oder die Adresse können in die falschen Hände geraten und missbraucht werden. 

Wegen dieser möglichen Gefahren ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten. Je nach Alter sollten Sie dabei sein, wenn es im Netz surft oder zumindest für Fragen und Probleme ansprechbar sein. Zeigen Sie Interesse und vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass er oder sie auf Ihre Unterstützung zählen kann. Zwar sollten Sie über Risiken aufklären, doch bleiben Sie positiv, gegenüber den neuen Kontakten Ihres Kindes. So wird Ihr Kind auch bei peinlichen Problemen oder dem Wunsch nach einem Treffen zu Ihnen kommen. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Risiken wie Cybergrooming auf und machen Sie ihm bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, auf den jede Person Zugriff hat. Das kann das gesunde Misstrauen Ihres Kindes gegenüber Fremden stärken.

Machen Sie gemeinsam Regeln im Umgang mit Online-Freundschaften aus. So könnten Sie vereinbaren, dass weder Informationen zu Adresse, Nachnamen oder der Adresse der Schule, noch private Bilder im Internet geteilt werden. Gehen Sie außerdem sicher, dass die Standortfunktionen auf dem Gerät Ihres Kindes deaktiviert sind. 

Bevor es zu einem Treffen kommt, könnte Ihr Kind vorerst mit seinen oder ihren Freunden über ein Videotelefonie-Tool kommunizieren. So können Sie sicher gehen, dass sich niemand anderes hinter dem Profil verbirgt. 

Wenn eine “echte” Verabredung geplant ist, vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem öffentlichen Ort wie z. B. in einem Café. Jüngere Kinder sollten bei dem ersten Treffen außerdem von den Eltern begleitet werden. 

Online-Freundschaften sind eine gute Möglichkeit für Ihr Kind, sich mit anderen Kindern über seine oder ihre Interessen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Doch ermuntern Sie Kind, nicht nur digitale Freundschaften zu führen. Auch der reale Kontakt zu Gleichaltrigen ist wichtig. 

Among Us – Verrat im Freundeskreis

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass das Spiel Among Us einen Boom erlebte. Es ist kein Spiel, das man allein für sich spielt, sondern es funktioniert nur in einer Gruppe. Der Austausch über einen Audiochat spielt eine wichtige Rolle. Die Kommunikation in der Gruppe macht das Spiel unterhaltsam und spannend.

Kurz gefasst

  • kurzweiliges Online-Multiplayer-Spiel (für 4 bis 10 Personen)
  • als App für iOS und Android kostenlos (aber mit Werbung)
  • kostenpflichtig für PC (nur für Windows, über Steam mit Account)
  • enthält In-App-Käufe
  • Altersfreigabe: ab 6 Jahren; empfohlen ab 10 Jahren

Was ist Among Us?

Das Spielprinzip von Among Us kennt man von Gesellschaftsspielen wie Werwölfe oder Zombies: Eine Gruppe von Personen muss sich gegen einen oder mehrere Verräter wehren und überleben. Dabei bekommt jede Person zu Beginn einer Spielrunde zufällig eine bestimmte Rolle zugewiesen: Bei Among Us ist das entweder Crewmate (= Crewmitglied) oder Impostor (= Betrügerin/Verräter)

Die Crew eines Raumschiffs muss Reparaturen – in Form kleiner spielerischer Aufgaben – vornehmen, um wieder fliegen zu können. Der oder die Betrüger unter ihnen (bei zehn Spielern können es bis zu drei sein) sabotiert die Bemühungen der Crew und bringt einzelne Crewmitglieder nach und nach um. Die Crew kann Treffen einberufen, um herauszufinden, wer die Impostor sind. Verdächtige können rausgewählt werden und müssen das Raumschiff unsanft verlassen. Gewonnen hat entweder die Crew, wenn sie die Betrüger entlarvt bzw. alle Aufgaben erledigt hat.  Oder die Impostor gewinnen, wenn die meisten Crewmates umgebracht wurden.

Die Bedienung des Spiels ist einfach. Wenn man über den PC mit Maus spielt ist es einfacher, den eigenen Avatar zu bewegen. 

Es gibt verschiedene Karten (bzw. Raumschiffe), auf denen man spielen kann. Eine Spielrunde dauert höchstens eine halbe Stunde. Jedes Spiel kann durch Einstellungen im Schwierigkeitsgrad durch den sogenannten Host angepasst werden.

Da der Austausch über mögliche Impostor ein wesentliches Element ist, wird über einen Kanal wie z. B. einen Videochat kommuniziert.

Einen ausführlichen Einblick ins Spiel bietet das Video vom Spieleratgeber NRW

Was begeistert Kinder und Jugendliche am Spiel?

Among Us funktioniert über ein einfaches und bekanntes Spielprinzip: Gut gegen Böse. Das ist bei Kindern besonders beliebt, weil es leicht zu verstehen ist. Hinzu kommt die liebevolle bunte Gestaltung und die fantastische Spielewelt auf einem Raumschiff. Die eigenen Avatare sind niedliche Spielfiguren, die sich individuell anpassen lassen. Die zu erfüllenden Aufgaben sind wie kleine Spiele im Spiel und meistens einfach zu lösen. Das ganze Spiel kann aber nur gemeinsam gewonnen werden. So ist das Spiel eine gemeinsame Aktivität und deshalb nicht nur für Kinder und Jugendliche unterhaltsam.

Was ist problematisch am Spiel?

Das Spiel gibt es nur auf Englisch. Die Sprache des Spiels ist nicht entscheidend, um es spielen zu können. Es ist aber einfacher, Englisch zu können, um alles zu verstehen und sich auf dem Raumschiff zurechtzufinden. Gerade für jüngere Schulkinder könnte das schwierig sein.

Die Grafik ist zwar bunt und die Handlung auf einem Raumschiff unrealistisch, trotzdem werden andere Figuren umgebracht. Die grafische Darstellung dieser Morde kann für jüngere Kinder beängstigend sein.

Wer zu Beginn einer Spielrunde Impostor ist, muss sich die ganze Zeit über unverdächtig verhalten. Für manche Spielende ist das sehr aufregend und dadurch auch anstrengend. In den Gesprächen während des Spiels ist der Betrüger gezwungen zu lügen. Er oder sie muss also die eigenen Freunde belügen. Das kann in einigen Gruppen sicherlich auch zu Streit führen, wenn das Spiel zu ernst genommen wird.

Es ist auch möglich, Among Us mit fremden Personen zu spielen, indem “öffentliche Spiele” gesucht werden. Hier können Kinder in Kontakt mit fremden Personen kommen. Lesen Sie in unserem Beitrag zur Kommunikation in Online-Games mehr zu den damit verbundenen Risiken.

Über In-App-Käufe kann die eigene Spielfigur gegen Geld mit exklusiven Accessoires ausgestattet werden. 

Was sagt der Anbieter?

Among Us stammt von der amerikanischen unabhängigen Spielefirma Innersloth. Auf ihrer Internetseite findet man Informationen zu Datenschutz und Privatsphäre – allerdings nur auf Englisch. Beim Start eines privaten Spiels kann der Server, über den gespielt wird, ausgewählt werden (Europa, Asien, Nordamerika).

Among Us kann anonym gespielt werden: Es ist nicht notwendig, ein Profil anzulegen und es müssen keine persönlichen Angaben wie der vollständige Name oder eine E-Mail-Adresse gemacht werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Kinder ab zehn Jahren sollten gut zwischen Realität und ausgedachter Geschichte unterscheiden können. Außerdem können sie ab diesem Alter auch schon miteinander diskutieren. Sie als Eltern können am besten einschätzen, wie Ihr Kind sich in Gruppen und Konfliktsituationen verhält. Das Spiel kann die sozialen Fähigkeiten wie das Diskutieren spielerisch fördern. Überlegen Sie auch, ob Ihr Kind mit der Spannung und Aufregung eines solchen Spiels zurecht kommt. Am besten testen Sie es vorab selbst aus.

Die englische Sprache kann für Kinder eine Herausforderung sein und gleichzeitig motivieren, die Sprache zu lernen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, indem Sie die ersten Runden gemeinsam spielen.

Die möglichen In-App-Käufe, um den eigenen Avatar auszustatten, sind nicht spielentscheidend. Thematisieren Sie solche Dinge mit Ihrem Kind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu In-App-Käufen. Wenn Ihr Kind älter ist und schon Among Us spielt, bekommt es bei Handysektor Tipps zum Spiel.

Macht Computerspielen einsam?

Wenn Jugendliche von etwas fasziniert sind, können sie sich komplett darin verlieren. Beim Sport oder bei einem spannenden Buch ist das meistens erfreulich, beim exzessiven Computerspielen bereitet es den meisten Erwachsenen eher Sorgen. Spätestens wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sein soziales Umfeld vernachlässigt, werden Sie sich fragen: Macht Computerspielen einsam?

Computerspielen und Einsamkeit

Computerspielen macht genauso wenig einsam, wie es aggressiv macht. Jugendliche, die viel Computer spielen, können aber durchaus einsam sein. Die Frage nach dem Warum ist wichtig!

Einsamkeit kann eine Folge von Computerspielsucht sein. Wenn Jugendliche das Verlangen haben, immer öfter und länger zu spielen, haben soziale (Offline-)Kontakte, andere Hobbys und Aktivitäten nur noch wenig Platz. Es kann passieren, dass Freunde und Familie sich abwenden. Entscheidend ist, dass es für solch eine Sucht einen Auslöser gibt und die Betroffenen sich mit dem Computerspielen oft von negativen Gefühlen ablenken wollen. 

Manchmal ist es auch anders herum und Jugendliche können computerspielsüchtig werden, weil sie einsam sind. Wer das Gefühl hat, in der echten Welt zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, findet diese vielleicht in der virtuellen Welt. Die vermeintliche Lösung verschlimmert das Problem allerdings: Der Rückzug auf dem Offline-Leben führt zu mehr Isolation und geringem Selbstvertrauen. 

Wann die Gefahr einer Abhängigkeit besteht und was Sie als Eltern tun können, erfahren Sie in unserem Artikel zur Computerspielsucht. So ein echtes Suchtverhalten kommt eher selten vor. 

Mehr Mediennutzung in Zeiten von Corona:

Wenn die sozialen Kontakte eingeschränkt werden müssen und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung oder Sport im Verein möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Haben Sie darauf einen Blick, ohne erhöhte Mediennutzungszeit zu verurteilen. Denn Ihr Kind möchte mit den Freundinnen und Freunden in Kontakt bleiben und gemeinsam etwas erleben. Das geht besonders gut in Computerspielen. Überlegen Sie gemeinsam, ob es Alternativen oder einen guten Ausgleich dazu gibt. Sie können beispielsweise in der Familie gemeinsame Spieleabende machen. Aber denken Sie auch daran, dass die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen wichtig für Ihr Kind sind. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Soziale Kontakte beim Computerspielen

Die meisten erfolgreichen Spiele können zusammen gespielt werden. Netzwerkfähigkeit nennt man das in der Games-Entwicklung. Für die meisten Gamer ist gerade das gemeinsame Spielen reizvoll. Über ein Headset und einen Chat wird miteinander kommuniziert. In teambasierten Spielen wie z.B. dem beliebten League of Legends ist es besonders wichtig, sich gut miteinander austauschen zu können. 

Wenn Ihr Kind viel Computer spielt, sollten Sie bedenken, dass es durchaus auch mit anderen in Kontakt steht, seinen Spaß hat und dabei vielleicht sogar richtig sozial ist. Zeigen Sie Interesse für sein Hobby und lassen Sie sich davon erzählen. Sie sollten allerdings aufmerksam werden, wenn Sie das Gefühl haben, dass das Spielen im Team zu einer regelmäßigen Verpflichtung wird und andere Hobbies oder Aktivitäten dadurch keinen Platz mehr haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über Ihre Sorgen und überlegen Sie gemeinsam wie es eine gesunde Balance zwischen Computerspielen und anderen Aktivitäten erreichen kann.
ÜBRIGENS: Das gilt nicht nur für das Computerspielen, sondern auch für andere Medientätigkeiten wie Fernsehen oder der Nutzung von sozialen Medien.

Eltern als Vorbilder für die Mediennutzung

Sie sitzen mit Ihren Kindern beim gemeinsamen Abendessen und unterhalten sich, als plötzlich Ihr Handy klingelt. Wie verhalten Sie sich? Lassen Sie sich bei der Familienzeit stören?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Eigentlich wurde vereinbart, dass das Smartphone beim Essen keinen Platz hat. Aber wenn es bei Mama klingelt, meint sie vielleicht, dass es wichtig ist und geht trotzdem dran. Dabei sollten die Regeln doch für alle gelten, oder?

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Orientierungsfunktion haben. Kinder lernen von Ihnen, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie vorleben, wie ein bewusster Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei, zu lernen selbstständig, sinnvoll und verantwortungsvoll mit dem Smartphone und anderen Medien umzugehen.

Wenn Jugendliche älter werden, orientieren sie sich in ihrer Mediennutzung auch immer mehr an Gleichaltrigen und Ihr Einfluss als Eltern nimmt ab.

Ein gutes Vorbild sein und gemeinsam Regeln aufstellen

Vielleicht kommt es auch in Ihrer Familie manchmal wegen der Mediennutzung zum Streit, z. B. wenn Ihr Kind aus Langeweile zum Smartphone greift. Sie fänden es besser, wenn es stattdessen ein Buch lesen oder mit Freunden spielen würde. Überlegen Sie doch einmal, was Sie selbst in Ihrer freien Zeit tun. Schauen Sie Serien in der Mediathek oder daddeln manchmal einfach nur mit dem Handy? Dabei geht es nicht nur darum, welche Medien Sie nutzen, sondern auch wie oft, in welchen Situationen und welche Inhalte.

Sie können ja mal überlegen, wie das bei jedem Familienmitglied aussieht. Wie viel Zeit verbringt jede Person mit Medien und mit  anderen Dingen? Ist das Verhältnis für Sie in Ordnung ist. Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie Regeln zur Medienzeit und zu handyfreien Zeiten. Dazu können Sie z. B. gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag erstellen. Oder nutzen Sie eine App, mit der Sie die Zeit am Bildschirm im Blick behalten können. Oft gibt es auch in den Handyeinstellungen die Möglichkeit, Bildschirmzeiten zu verfolgen oder Limits einzurichten.

Empfehlenswert ist es, bewusst bildschirmfreie Zeiten und Aktivitäten in den Familienalltag einzubauen, um die Medieninhalte verarbeiten zu können und dem Körper Bewegung zu gönnen. 

Bleiben Sie immer im Austausch miteinander – auch wenn es um Medien geht. Durch Ihr Interesse am Medienkonsum Ihres Kindes bauen Sie Vertrauen auf. Dann nimmt Ihr Kind Sie auch ernst, wenn Sie Bedenken an bestimmten Apps oder Plattformen äußern oder es kommt zu Ihnen, wenn es unangenehmen Dingen bei der Mediennutzung begegnet. Gerade jüngere Kinder sollten mit Medien nicht allein gelassen werden. Sprechen Sie über das, was sie gesehen haben.

Reflektieren Sie auch Ihr eigenes Verhalten in den sozialen Netzwerken und halten sich selbst an die Ratschläge, die Sie Ihrem Kind geben – wie z. B. keine Fotos zu posten ohne die Einwilligung der darauf zu sehenden Personen.

Im Alltag geht es oft stressig zu und es ist manchmal schwierig, Abmachungen einzuhalten. Man ist dem Druck ausgesetzt, ständig erreichbar zu sein. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrem Kind. Seien Sie ehrlich sich selbst gegenüber und zeigen Sie Verständnis für Ihr Kind. Hilfreich kann auch schon sein, gemeinsam zu schauen, welche Abmachungen gut laufen und welche weniger gut!

Meinungsbildung im Netz – Safer Internet Day 2021

Der Safer Internet Day findet jedes Jahr im Februar statt und steht für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche. An diesem weltweiten Aktionstag finden online und offline Veranstaltungen statt, die dazu beitragen sollen, dass alle das Internet sicher nutzen können. In Deutschland werden die Angebote bei klicksafe gebündelt.

Im Jahr 2021 steht der SID unter dem Motto “Was glaube ich? – Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake“ – ein Thema, das auch auf dem Elternguide immer wieder eine Rolle spielt. Die wichtigsten Artikel haben wir für Sie zusammengefasst:

Meinungsmache im Netz – Was steckt dahinter?

Alles fake? Falschmeldungen erkennen

Nachrichten, die als echte Meldung getarnt sind, gibt es mittlerweile in Unmengen. Sie sollen unsere Meinung über bestimmte Dinge beeinflussen. Wichtig ist, erkennen zu können, was echt und was nur geschwindelt ist! Besonders bei sogenannten Deep Fakes ist das schwierig. Das sind Bilder oder Videos, die technisch so verändert werden, dass sie absolut echt wirken.

Hetze im Netz

[Dieser Beitrag ist auch als eingesprochene Audiofassung verfügbar.]

Hate bzw. Hetze wird ebenfalls zur Meinungsmache genutzt. Wenn diejenigen, die ihre Meinung äußern, in Kommentaren fertig gemacht werden, trauen sie sich bald nicht mehr, etwas zu sagen. Oder die heftigen Kommentare selbst führen dazu, dass Menschen in ihrer Meinung beeinflusst werden. Ganz bewusst machen das sogenannte Trolle, denen wir einen eigenen Artikel gewidmet haben: Trolle und Hater – Anonyme Angriffe im Netz.

Verschwörungsmythen

Eine besondere Form von Meinungsmache sind Verschwörungserzählungen. Wenn Dinge schwer zu begreifen sind, wie z. B. aktuell das Coronavirus, verbreiten sich solche Unwahrheiten oder Halbwahrheiten besonders schnell und können dazu führen, dass Fakten und damit verbundene Regeln nicht mehr ernst genommen werden.

Extremismus im Netz

Es gibt extreme politische Meinungen, die gegen unser Grundgesetz verstoßen. Sie richten sich oft gegen bestimmte Menschengruppen. Schon junge Menschen sollen über beliebte Social-Media-Kanäle beeinflusst werden, sich ihrer Meinung anzuschließen.

Dark Social

Solche Extremisten nutzen teilweise versteckte Kommunikationswege, um ihr Gedankengut zu verbreiten. Das kann gefährlich sein!

Gangsterrap

Besonders Jugendliche identifizieren sich mit Rappern und ihren Texten. Aber nicht alle sind harmlos. Einige Texte richten sich gegen bestimmte Menschengruppen oder vermitteln fragwürdige Werte. Man sollte also genau hinhören!

Wie können Kinder und Jugendliche unterstützt werden, Meinungsmache zu erkennen und ihr zu begegnen?

Medienkompetenz

Um Meinungsmache zu erkennen, ist Wissen und Know-How wichtig. Vieles davon lässt sich unter Medienkompetenz zusammenfassen. Hier erklären wir, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Fake News und andere Meinungsmache im Internet ist oft einfach formuliert und kann deshalb auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Wenn Sie mit Ihrem Kind altersgerechte Nachrichten schauen, weiß es über vieles Bescheid und kann Falschmeldungen besser von der Wahrheit unterscheiden.

YouTube erklärt mir die Welt

Auch auf dem beliebten Videoportal gibt es viele informative Inhalte. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzen sie gerne zum Lernen. Doch nicht alle Videos sind gut recherchiert und sachlich richtig. Ihr Kind sollte wissen, wie es gute Videos erkennt.

Eltern fragen: Wie kann ich mein Kind vor Hate Speech schützen?

In diesem Video spricht unser Experte Fabian darüber, was Sie als Eltern tun können, wenn Ihr Kind im Netz mit Hate Speech konfrontiert wird.

Kinderbeteiligung im Netz

Auch Kinder haben schon eine eigene Meinung und sollten diese äußern können. Vor allem sollten sie wissen, wie sie das Netz sicher nutzen können, um sich zu informieren und zu beteiligen.

Von Likes bis zur Bewegung

Jugendliche können Meinungsmache mit einer eigenen starken Meinung entgegentreten. Der Artikel erklärt, welche Möglichkeiten es für junge Menschen gibt, sich einzumischen und zu engagieren.

Kindgerechte News zu Corona

Die Corona-Pandemie hat das Leben aller Menschen sehr verändert. Wir müssen uns stark einschränken und Regeln einhalten, um uns und andere nicht zu gefährden. Wir sind verunsichert, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht und wie gefährlich das Virus für uns ist.

Kinder sind ganz besonders von den Einschränkungen betroffen und möchten ebenfalls wissen, was gerade auf der Welt passiert. Sie können nicht in die Schule oder Kita, dürfen ihre Freunde nicht treffen oder die Großeltern besuchen. Kinder verstehen oft noch weniger als Erwachsene, was gerade passiert.

Was Sie als Eltern tun können 

Auch wenn Sie selbst unsicher sind und nicht alles rund um Corona verstehen, sollten Sie Ihrem Kind helfen, mit der aktuellen Lage umzugehen. Ähnlich wie Erwachsene können Kinder besser mit Verboten und Einschränkungen umgehen, wenn sie diese nachvollziehen können. Genau wie Sie hat Ihr Kind das Bedürfnis, informiert zu werden, wenn sich etwas ändert. Lassen Sie Ihr Kind nicht außen vor, wenn es neue Entwicklungen und Maßnahmen gibt, sondern beziehen Sie es mit ein und sprechen darüber. Erklären Sie Ihrem Kind, wieso es wichtig ist, Abstand zu halten oder Kontakte zu reduzieren. 

Die Pandemie löst bei den meisten Menschen ein Gefühl der Unsicherheit und Hilflosigkeit aus. Kinder können meist nur schwer Ängste und Fantasie von der Realität trennen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Sorgen und Fragen und nehmen Sie diese unbedingt ernst. Sie können Ihrem Kind so helfen, das Virus und die davon ausgehenden Risiken realistisch einschätzen zu können. 

Kindgerechte Nachrichtenangebote nutzen

Bestimmte Angebote können Ihrem Kind helfen, die Lage besser zu verstehen. Kindgerechte Nachrichtenseiten berichten einfach und verständlich. Kurze Videos helfen dabei, schwierige Informationen aufzunehmen, ohne sich schnell zu langweilen. Komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge und politische Entscheidungen werden durch alltagsnahe Beispiele verständlicher. Solche speziellen Nachrichtenangebote verzichten außerdem auf Fotos oder Videos, die Ihr Kind ängstigen könnten. 

Das gemeinsame Anschauen von Internetseiten und Nachrichten wie Logo! kann helfen, dass Ihr Kind besser versteht und keine Angst hat. Sie sind da und können auf Nachfragen und Sorgen eingehen.

Auch die selbstständige Mediennutzung und Informationsbeschaffung ist wichtig für Ihr Kind und stärkt sie in seiner Medienkompetenz. Sie als Elternteil sollten trotzdem im Auge behalten, welche Webseiten Ihr Kind besucht. Sie können am besten einschätzen, ob Ihr Kind schon sicher alleine solche Seiten besuchen und die Inhalte verstehen kann! 

Für Kinder ist es nicht immer leicht, Fake News von Nachrichten vertrauenswürdiger Quellen zu unterscheiden. Sie können schnell auf Falschmeldungen oder Verschwörungserzählungen zu Corona stoßen und diesen glauben. Das kann die Angst und Unsicherheit noch verstärken. Seien Sie deshalb immer in der Nähe, um auf mögliche Fragen eingehen zu können. Hier finden Sie weitere Tipps im Umgang mit Fake News.

Informieren Sie sich über kindgerechte und sichere Informationsangebote. Auch hier gibt es Unterschiede. Manche der Angebote sind eher textbasiert und richten sich an ältere Kinder, während andere Informationen in einfacher Form für jüngere Kinder anbieten. Einigen Sie sich mit Ihrem Kind auf bestimmte Nachrichtensender oder -seiten, auf denen es sich selbstständig über aktuelle Themen informieren darf. 

Weitere kindgerechte Informationsangebote über Corona im Internet gibt es hier:

Schule zu Hause – Bildung im Fernsehen

Wenn die Schulen geschlossen haben, muss zu Hause gelernt werden. Doch nicht in jeder Familie geht das so einfach: Zum Beispiel weil es nur einen Computer gibt, den der große Bruder benutzt, um an einer Videokonferenz mit seiner Klasse teilzunehmen. Oder, weil das Internet zu Hause zu schlecht ist, um im Internet Schulaufgaben zu lösen. Sie müssen selbst im Homeoffice arbeiten und können Ihrem Kind nicht die ganze Zeit beim Lernen helfen. Außerdem können Sie nicht alles wissen, was in der Schule gerade durchgenommen wird.

Es gibt aber in den meisten Familien mindestens einen Fernseher und oft auch Smartphones und Tablets. Damit jedes Kind zu Hause lernen kann, haben die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ihr Programm im Januar 2021 umgestellt und das Angebot in den Mediatheken und auf ihren YouTube-Kanälen erweitert.

Vormittags gibt’s Schulfernsehen

Einige Sender zeigen von Montag bis Freitag mehrere Stunden Bildungsprogramm:

  • Im WDR (Westdeutscher Rundfunk) gibt es morgens (ab 7.20 Uhr) Clips von Planet Schule, z. B. “Deutsch mit Socke” für Vorschul- und Grundschulkinder, “Elli online” zum Thema Medienerziehung oder “Die Klangkiste” zu Musik für die Klassenstufen 3 bis 7 und einiges mehr. Später (gegen 11.25 Uhr) kommt für Grundschulkinder jeden Tag “Die Sendung mit der Maus” und eine Folge von “Der etwas André Unterricht”.
  • Bei ARD-alpha können sich die älteren Schülerinnen und Schüler bei GRIPS auf ihren Schulabschluss in Chemie, Mathe, Deutsch oder anderen Fächern vorbereiten. Den ganzen Vormittag gibt es weitere Sendungen zu unterschiedlichen Themen und Fächern, ob Sprache, Technik oder Gesellschaft und Politik.

Eigenes Bildungsprogramm mit den Mediatheken zusammenstellen

Noch größer ist das Angebot auf den Internetseiten und in den Mediatheken der Sender. Hier kann man nach Themen, Interessen, Altersgruppen und Schulstufen suchen und die passenden Sendungen anschauen. Auf einigen Seiten gibt es sogar noch zusätzliches Lernmaterial.

  • Unter #Zeit für Wissen oder #Zeit für schlaue Snacks gibt es in der Mediathek des Kika (dem Kinderkanal von ARD und ZDF) – auch für Kita-Kinder. Außerdem bietet der Kika auf seiner Internetseite Informationsangebote für Eltern rund um Homeschooling und Homeoffice.
  • Beim MDR heißt das Lernangebot #Gernelernen und ist sowohl auf der Mediathek als auch auf der Website von MDR Wissen zu finden.
  • In der ZDFmediathek gibt es ein “Virtuelles Klassenzimmer” mit Lernvideos ab dem Vorschulalter. Ergänzend dazu bietet der umfangreiche Bereich Terra X plus Schule für Schüler und Schülerinnen sowie Eltern und Lehrende Filme, die das Lernen unterstützen können – nach Fächern und Themen geordnet. 
  • Das multimediale Schulfernsehen von SWR und WDRPlanet Schule” ist nicht neu, aber sicherlich eines der umfangreichsten. Sehr übersichtlich bietet es neben Filmen auch viele weitere Lernangebote.
  • Das Lern- und Bildungsprogramm des WDR findet man zusätzlich auf einem eigenen Kinder-Bereich der Website. Dort gibt es auch Lerninhalte für jüngere Kinder, die noch nicht zur Schule gehen.
  • Schule daheim” vom BR (Bayerischen Rundfunk) ist ebenfalls ein sehr breites und gut sortiertes Angebot. Außerdem gibt es auf dem Portal alphalernen neben Videos viele weitere Lernmaterialien für alle Fächer und Klassenstufen. Der YouTube-Kanal des Angebots ist ebenfalls zu empfehlen.

Sie können viele der Inhalte gesammelt über die ARD-Mediathek abrufen und müssen sich nicht durch alle Mediatheken einzeln klicken. Dort gibt es die Rubrik „Zu Hause lernen“, wo Sendungen nach Klassenstufen sortiert sind. 

Unabhängig von Fernsehsendern gibt es die Bildungsmediathek Mundo, die von allen Bundesländern betrieben wird. Sie hilft Eltern und Lehrenden, aus den vielen kostenlosen Lernangeboten, die es im Internet gibt, die passenden herauszusuchen.

Was noch wichtig zu wissen ist

Bei einigen Angeboten sind die Altersempfehlungen nicht gut erkennbar, deshalb sollten Sie sich diese vorher anschauen. Nicht alle Videos orientieren sich an den Lehrplänen der Schulen, können aber trotzdem interessant für Ihr Kind sein, wenn es gerne lernt und die Aufgaben von der Schule vielleicht nicht ausreichen. 

Wer einen Smart-TV zu Hause hat, also einen Fernseher, der ans Internet angeschlossen ist, kann über das Gerät auf die Mediatheken der Sender zugreifen.

Viele Inhalte haben die Sender zusätzlich in ihren YouTube-Kanälen. Sie lassen sich also auch übers Smartphone oder Tablet anschauen. Sie können passende Inhalte gemeinsam mit Ihrem Kind heraussuchen und jederzeit nutzen.

Einige Sender bieten auf ihrer Internetseite nicht nur Videos, sondern auch Podcasts zum Lernen an. Dann ist es nicht nötig, die ganze Zeit in einen Bildschirm zu schauen, sondern Ihr Kind kann sich mit Kopfhörern auf das Sofa oder ins Kinderzimmer zurückziehen.

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