Ob in Büchern, Serien, Filmen oder Hörgeschichten – Kinder erlernen Rollenbilder durch Medien. Denn Kinder identifizieren sich mit Figuren, die ihnen gefallen. Oft werden dabei klassische Bilder vermittelt, wie etwa von starken Helden und schönen Prinzessinnen. An diesen Rollenbildern orientieren sich Kinder, um eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Spätestens ab dem Grundschulalter wird das Geschlecht für die Identität von Kindern immer wichtiger. In vielen Kinderfilmen und Serien werden Mädchen und Jungen noch immer unterschiedlich dargestellt. Studien wie die MaLisa-Fortschrittsstudie (2021) zeigen: Im Kinderfernsehen sind männliche Figuren weiterhin häufiger sichtbar als weibliche. Besonders deutlich ist das bei Tier-, Fantasie-, Roboter- und Maschinenfiguren – sie werden nach wie vor überwiegend männlich dargestellt. Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen: Der Anteil weiblicher Figuren im deutschen Kinderfernsehen ist gestiegen und lag 2020 bei 44 Prozent. Doch wenn Medien immer wieder ähnliche Geschichten erzählen – der mutige Junge rettet alle, das Mädchen ist vor allem schön oder fürsorglich – kann das Kinder einengen.
Trans und non-binäre Menschen kommen in Kinderfilmen und -serien bislang nur sehr selten vor. Meist erzählen Kindermedien weiterhin von Mädchen und Jungen innerhalb eines zweigeschlechtlichen Rollenbildes. Internationale Untersuchungen wie die Studie See Jane 2024 zeigen: LGBTQIA+ Figuren machen im populären Kinderfernsehen mit ein bis zwei Prozent nur einen sehr kleinen Anteil aus; nonbinäre Figuren sind nahezu unsichtbar. Dabei können vielfältige Figuren Kindern helfen zu verstehen, dass es unterschiedliche Arten gibt, Geschlecht, Familie und Identität zu leben.
Auch bei der Darstellung der Körper und Rollen bleiben viele Medienangebote einseitig. Weibliche Figuren werden häufiger jung, schlank, schön oder fürsorglich gezeigt. Männliche Figuren treten muskulös, stark und sportlich auf und erleben öfter Abenteuer oder erklären die Welt. In Familiengeschichten werden bei Kindererziehung und Hausarbeit weiterhin eher Frauen gezeigt, während Männer häufiger in beruflichen oder öffentlichen Rollen erscheinen. Wenn Kinder und Jugendliche immer wieder einseitige Schönheits- und Körperbilder sehen, kann sie das verunsichern – besonders, wenn sie diese Bilder als „normal“ wahrnehmen und sich damit vergleichen. Studien zeigen: Das kann die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verstärken.
Berufe helfen Kindern, sich ihre eigene Zukunft vorzustellen. Dabei orientieren sie sich auch an Figuren aus Büchern, Serien, Filmen oder Hörgeschichten. In vielen Geschichten sind Berufe jedoch immer noch stereotyp verteilt: Frauen kümmern sich häufiger um Kinder, Familie oder Pflege. Männer lösen Probleme, erleben Abenteuer oder treten als Experten auf.
So kann der Eindruck entstehen: Manche Berufe passen eher zu Mädchen, andere eher zu Jungen. Dabei ist die Arbeitswelt heute viel bunter. Eine Mutter kann Ingenieurin, Ärztin oder Wissenschaftlerin sein; ein Vater kann Erzieher, Pfleger oder Hausmann sein. Solche Beispiele sind wichtig, weil Berufswünsche oft schon früh durch Rollenbilder beeinflusst werden. Außerdem entstehen durch Technik und Digitalisierung ständig neue Berufe, die in Kinderbüchern und Serien bisher kaum vorkommen. Wenn ein Junge dann trotzdem Feuerwehrmann oder ein Mädchen Ballerina werden möchte, ist das natürlich auch völlig in Ordnung.
In vielen Bilderbüchern bestehen Familien aus einer Frau, einem Mann und ein bis zwei Kindern. Väter kommen oft nur als Nebenfigur vor. Dabei ist das tradierte Mutter-Vater-Kind-Modell, in dem die Mutter sich um die Kinder kümmert und der Vater zur Arbeit geht, heute nur ein Familientyp von vielen. Viele Kinder haben mehrere Bezugspersonen, die sich um sie kümmern. Dazu zählen zum Beispiel die neuen Partner*innen der (getrennt-lebenden) Eltern. Auch Regenbogenfamilien mit queeren Eltern werden in Kindermedien selten abgebildet. Und wo kommen eigentlich die Erwachsenen vor, die nicht in einer Partnerschaft leben, sich aber trotzdem gern um die Kinder ihrer Freund*innen oder Familienmitglieder kümmern?
Wenn Ihnen fragwürdige Geschlechterdarstellungen auffallen, sprechen Sie diese ruhig an: Wer darf in der Geschichte stark sein? Wer kümmert sich? Wer entscheidet? So lernen Kinder, Rollenbilder zu hinterfragen.
Kinder brauchen unterschiedliche Vorbilder. Ein vielfältiges Medienangebot zeigt ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie Menschen leben, fühlen und handeln können. Geschichten, die typische Rollenbilder aufbrechen, stärken Kinder darin, sich selbst anzunehmen und anderen offen, tolerant und respektvoll zu begegnen. Wir haben einige Medientipps für Sie zusammengestellt, die vielfältige Geschlechterrollen und unterschiedliche Familienformen zeigen:
Vielfältige Familien
Ich bin ich: Selbstbild und Geschlechtsidentität
Raus aus der Geschlechter-Schublade
Starke Freund*innenschaften und vielfältige Vorbilder
Mehr Medienempfehlungen finden Sie in diesem Artikel und z. B. bei den Regenbogenfamilien München und bei PINKSTINKS. Wenn Sie mehr zum Thema Geschlecht in Kindermedien wissen möchten, empfehlen wir diese Elternbroschüre zum Umgang mit Geschlechterrollen.
Nicht jedes Kind braucht sofort ein Smartphone mit Internet und Apps. Für jüngere Kinder kann ein Tastenhandy ein guter erster Schritt sein: Kinder können telefonieren und Nachrichten schreiben, ohne ständig online zu sein. Viele Familien erleben das als entspannten Einstieg, weil Kinder dabei lernen, Verantwortung für ein eigenes Gerät zu übernehmen, zum Beispiel Akku laden, erreichbar sein, auf das Gerät achten und Regeln einhalten.
Manche Familien nutzen als Testphase ein gemeinsames Familiengerät oder ein älteres Smartphone der Eltern, das nur zu bestimmten Zeiten genutzt wird. Viele Kinder kennen digitale Medien schon über Tablets oder Familiengeräte. Das erste eigene Smartphone ist deshalb meist nicht der erste Medienkontakt, sondern der nächste Schritt zu mehr Selbstständigkeit.
Mehr dazu, wie Sie die Reife Ihres Kindes einschätzen können, finden Sie in unserem Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.
Wenn es ein Smartphone sein soll, muss es nicht das neueste oder teuerste Modell sein. Für den Einstieg eignet sich ein solides, auch gebrauchtes oder generalüberholtes Smartphone, das noch regelmäßig aktualisiert wird. Für viele Kinder ist das Smartphone ein Statussymbol, Eltern müssen den Wunsch nach einem bestimmten Markenmodell aber nicht erfüllen.
Hilfreich sind außerdem:
Oft ist ein Gerät praktisch, das das gleiche Betriebssystem nutzt wie das Smartphone der Eltern. So fällt es leichter, Sicherheitseinstellungen, Bildschirmzeiten oder Familienfunktionen gemeinsam einzurichten und bei Problemen schnell zu helfen. Manche Familien vereinbaren außerdem, dass sich ältere Kinder an Anschaffung oder Reparaturen beteiligen. Dadurch gehen viele Kinder bewusster mit dem Gerät um.
Für das erste Smartphone kann eine Prepaid-Karte sinnvoll sein. So entstehen keine zusätzlichen Kosten und Kinder lernen, mit einem festen Guthaben umzugehen. Ist das Guthaben leer, kann Ihr Kind Sie allerdings unter Umständen nicht erreichen.
Bei einem Vertrag fallen meist monatlich feste Kosten an, oft mit Telefonie-Flatrate und viel mobilem Internet. Durch In-App-Käufe oder zusätzliches Datenvolumen können aber Zusatzkosten entstehen. Gerade jüngere Kinder verlieren dabei schnell den Überblick. Verträge eignen sich daher eher für Jugendliche mit etwas Smartphone-Erfahrung. Einstellungen wie Kostenlimits, Drittanbietersperren oder ein begrenztes Datenvolumen helfen, unerwartete Rechnungen zu vermeiden.
Wichtig ist nicht nur das Gerät, sondern auch die sichere Einrichtung. Sinnvolle Grundeinstellungen sind zum Beispiel:
Für das erste Smartphone können zusätzlich gesperrte Kontakte oder Kinderversionen von Apps sinnvoll sein. Regelmäßige Updates halten das Smartphone sicherer.
Technische Schutzfunktionen unterstützen, ersetzen aber keine Begleitung. Bleiben Sie mit Ihrem Kind daher über Apps, Chats und Inhalte im Gespräch. Sprechen Sie auch darüber, was Ihr Kind tun kann, wenn ihm online etwas komisch oder unangenehm vorkommt. Ein gemeinsam vereinbarter Mediennutzungsvertrag kann helfen, Regeln zu Nutzungszeiten, handyfreien Zeiten und Verhalten in Chats für alle Familienmitglieder transparent zu machen.
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Eine Nachricht beantworten, kurz durch Social Media scrollen oder etwas nachschauen – das Smartphone gehört für viele Eltern selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele: Bekommt mein Baby dadurch zu wenig Aufmerksamkeit? Wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen bewussten Umgang.
In den ersten Lebensmonaten lernt Ihr Baby vor allem über den Austausch mit Ihnen. Blickkontakt, Stimme, Mimik und Ihre Reaktionen helfen ihm, die Welt zu verstehen und sich sicher zu fühlen. Wenn Sie auf Signale Ihres Babys eingehen, erlebt es: „Ich werde gesehen und verstanden.“ Das geschieht in vielen kleinen Alltagsmomenten beim Füttern, Wickeln, Tragen oder Spielen. Babys brauchen dabei keine dauerhafte Unterhaltung. Oft reichen kurze Momente gemeinsamer Aufmerksamkeit.
Wenn der Blick häufig aufs Smartphone geht, können gemeinsame Momente unterbrochen werden:
Das passiert meist unbewusst. Babys können noch nicht verstehen, warum der gemeinsame Moment plötzlich endet. Wenn Erwachsene aufs Smartphone schauen, sind Mimik und Reaktionen oft weniger aufmerksam und zugewandt. Häufige Unterbrechungen können Babys verunsichern, besonders wenn sie regelmäßig vorkommen.
Das Smartphone muss im Familienalltag nicht komplett verschwinden. Kurze Handyzeiten sind normal und in der Regel unproblematisch. Gerade mit einem Baby nutzen viele Eltern das Smartphone, um Kontakt zu anderen Erwachsenen zu halten, Informationen zu suchen oder kurz abzuschalten. Auch stressige Tage, Ablenkung und Unterbrechungen gehören zum Alltag mit Kindern. Eltern müssen nicht ständig verfügbar oder aufmerksam sein. Entscheidend ist, dass es immer wieder bewusste Momente von Nähe und Zuwendung gibt.
Schon Babys erleben mit, welchen Platz Smartphones und andere Medien im Familienalltag einnehmen. Wenn Bildschirme ständig präsent sind, wird das schnell zur Normalität. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Zeiten ohne Medien bewusst zu gestalten.
Wenn Sie merken, dass Ihr Smartphone Sie häufig ablenkt oder Sie sich im Alltag weniger verbunden fühlen, können kleine Veränderungen helfen. Oft reichen schon feste Momente ohne Smartphone, um gemeinsame Zeit bewusster zu erleben.
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Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.
Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.
Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.
Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.
Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.
So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.
Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.
Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:
So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.
… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt
… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen
… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung
… wählt Apps und Inhalte bewusst aus
… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um
… verhält sich respektvoll im Netz
… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen
… hält Regeln ein
… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen
Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.
Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:
Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.
Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.
Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?
Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.
Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.
Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.
Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.
Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.
KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.
Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.
Vielleicht kennen Sie das: Ihr Kind hat bei Freund*innen Minecraft gezockt, spricht plötzlich ständig davon oder wünscht sich das Spiel zum Geburtstag. Gleichzeitig fragen Sie sich, ob das mit 6 Jahren nicht noch zu früh ist. Diese Unsicherheit ist verständlich. Für viele Kinder ist Minecraft ein erster Einstieg in die Welt digitaler Spiele – für Eltern tun sich aber erst einmal viele Fragen auf.
Minecraft hat ein USK-Alterskennzeichen ab 6 Jahren und wird vom Spieleratgeber NRW ab 6 Jahren empfohlen. Es ist ein kreatives Spiel, in dem Kinder bauen, ausprobieren und eigene Ideen umsetzen können. Für Kinder ist das eine schöne Möglichkeit, spielerisch in digitale Welten einzusteigen. Mit 6 Jahren kann das gut passen – entscheidend ist dabei der individuelle Entwicklungsstand Ihres Kindes.
Minecraft hat verschiedene Ableger. Das sind Spiele, die auf der Minecraft-Welt basieren, aber ein anderes Spielprinzip haben. Während sich das klassische Minecraft als Sandbox-Spiel in einer freien Spielwelt auch für Kinder eignet, richten sich Minecraft Dungeons (USK 12) und Minecraft Legends (USK 12) mit mehr Action und Strategie an Jugendliche.
Minecraft selbst bietet verschiedene Spielmodi mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein Beispiel: im Überlebensmodus erscheinen bei Dunkelheit Monster, die die Spieler*innen angreifen und ihre Bauwerke erobern. Das kann spannend sein, kann auf jüngere Kinder aber auch gruselig wirken. Für den Einstieg empfiehlt sich deshalb der Kreativmodus. Dort stehen Baumaterialien unbegrenzt zur Verfügung und der Schwerpunkt liegt ganz auf dem Gestalten der eigenen Spielwelt.
Wichtig für ein sicheres Spielerlebnis sind passende technische Schutzeinstellungen. Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Minecraft und passen Sie das Spiel an die Bedürfnisse und Fähigkeiten Ihres Kindes an. Wählen Sie je nach Modus einen Schwierigkeitsgrad, mit dem Ihr Kind gut klarkommt und bei dem keine Monster in der Spielwelt auftauchen. Aktivieren Sie außerdem die Kindersicherung über Microsoft Family. Funktionen wie In-Game-Käufe und Chats lassen sich deaktivieren. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Minecraft-Kindersicherung finden Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de.
Minecraft ist für Mobilgeräte, PC und Konsole verfügbar. Manche Kinder kommen mit einem Controller gut klar, andere tun sich mit dem Tablet leichter. Überlegen Sie, welche Version sich am besten für Ihr Kind eignet.
Wenn Sie Minecraft erst einmal kennenlernen möchten, müssen Sie es nicht sofort kaufen. Probieren Sie das Spiel bei Freund*innen gemeinsam aus, gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch oder fragen Sie bei Ihrer örtlichen Bücherei nach Test- und Ausleihmöglichkeiten. Auch ein Let’s Play kann Ihnen einen ersten Eindruck geben, wie Minecraft funktioniert und was Kinder daran fasziniert.
Minecraft hat viele Funktionen, Einstellungen und Menüs, die jüngere Kinder nicht sofort verstehen. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten und genießen Sie den gemeinsamen Spielspaß. So können Sie gut beobachten, wie Ihr Kind mit dem Spiel zurechtkommt und wo Sie es unterstützen können. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln zum Zocken und legen Sie feste Spielzeiten fest. Damit geben Sie Ihrem Kind Orientierung und unterstützen es bei einem bewussten Medienumgang. Weitere Tipps zum Thema Games in der Familie finden Sie in unserem Überblicksartikel.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.
Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.
Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.
Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.
Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.
Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.
Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.
Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.
Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.
Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.
Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.
Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.
Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.
Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.
Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.
Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.
Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.
Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.
Die bunte Spiele-App Toca Boca World ist besonders bei vielen jüngeren Kindern beliebt. Sie können ihre eigenen Figuren gestalten und mit ihnen in der Toca-Boca-Welt spannende und kreative Geschichten erfinden. Die App lädt dazu ein, Häuser nach ihren Vorstellungen einzurichten, im Café Kuchen zu essen, im Krankenhaus oder in der Poststation zu arbeiten und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
In Toca Boca World dreht sich alles um Kreativität und freies Spiel. Fantasievolle Orte wie Städte, Dörfer und Strände laden zum Erkunden und Bespielen ein. Es gibt keine Levels oder Zeitvorgaben, die erfüllt werden müssen.
Nach dem Herunterladen der App können die Spieler*innen sich in der Welt frei bewegen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Sie wählen Spielfiguren aus, die sie nach Aussehen und Eigenschaften selbst anpassen können. Häuser und Räume richten sie ganz nach ihrem Geschmack ein und dekorieren sie. Tag oder Nacht, Sonne oder Regen, welche Musik aus dem Radio kommt – alles lässt sich individuell anpassen.
An einigen Orten können die Spieler*innen Aufgaben erledigen, doch meistens gibt es keine festen Anweisungen. Über In-App-Käufe lassen sich zusätzliche Avatare, Orte, Aktivitäten und Haustiere hinzufügen. Eine Video Recording Funktion ermöglicht es, mit den Figuren eigene Geschichten zu spielen und per Bild und Ton aufzunehmen.
Kinder haben viel Freude daran, ihre eigenen Welten zu erschaffen und kreative Geschichten zu erfinden. Besonders spannend ist es für sie, die Spielfiguren ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie können dabei nicht nur aus verschiedenen Haar- und Hautfarben wählen, sondern auch Figuren im Rollstuhl, mit Brille oder Prothesen erstellen.
Die verschiedenen Spielumgebungen und die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, motivieren Kinder, immer weiterzuspielen und neue Abenteuer zu erleben. In den bunten Welten gibt es fast keinen Text, was das Spiel auch für Kinder ohne Lesefähigkeit spielbar macht.
Die Datenschutzbestimmung der Toca Boca App besagt, dass keine Werbung von Drittanbietern enthalten ist. Die App ist kostenlos im Download, bietet aber In-App-Käufe an. Mit diesen können Kinder neue Charaktere, Stationen oder Geschenke freischalten, falls eine Bezahl-Möglichkeit auf dem Gerät hinterlegt ist.
Die App speichert Nutzerdaten wie das Spielverhalten und Geräteinformationen und wertet sie zu Marketingzwecken aus. Dabei werden auch Dienste von Dritten genutzt, zum Beispiel von Google. Die Daten von Eltern werden erfasst, wenn sie im Toca-Boca-Shop etwas kaufen, Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter abonnieren. Eine Datenlöschung kann über eine E-Mail an privacy@tocaboca.com angefordert werden.
Über die Video Recording Funktion können Kinder das Spielgeschehen per Bild und Ton aufnehmen und auf dem Gerät speichern. Wenn der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt wird, nutzt die App es auch. In den App-Berechtigungen des Endgeräts kann der Zugriff wieder verwehrt werden.
Toca Boca ist ein schwedischer Spieleentwickler und daher an die Datenschutzgesetze der EU gebunden. Der Anbieter wirbt damit, dass Kinder in die Entwicklung der App einbezogen werden. Die App beinhaltet keine für Kinder ungeeigneten Inhalte. Damit nehmen die Spieleentwickler die Forderung verschiedener Kinderrechtsorganisationen auf, Kinder und ihre Rechte in der Entwicklung von Produkten für Kinder zu beachten.
Toca Boca gibt an, dem PRIVO-Siegel gerecht werden zu wollen. Dieses Siegel vergibt eine unabhängige Organisation, die sich dem Schutz von Kinderdaten im Onlinebereich verpflichtet hat. Auf der Toca Boca Webseite stellt der Anbieter eine Datenschutzerklärung für Kinder in verständlicher Sprache zur Verfügung.
Im Umgang mit der Toca Boca World App ist es sinnvoll, einige Regeln und Einstellungen zu klären, um das Spiel für Ihr Kind sicher und sinnvoll zu gestalten:
Begleitung der ersten Nutzungsschritte: Die App richtet sich besonders an jüngere Kinder. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Nutzungsschritten. So machen Sie sich mit den Funktionen vertraut und können beobachten, wie Ihr Kind auf die Spiele-App reagiert.
Medienregeln und Spielzeiten festlegen: Gestalten Sie gemeinsam Regeln für digitale Spiele und schließen Sie die Nutzung der App in die Medienregeln der Familie mit ein. Die App gibt keine Zeitlimits vor und kann unbegrenzt gespielt werden. Legen Sie gemeinsam fest, wie viel Zeit Ihr Kind mit der App verbringen darf.
Funktionen in den Einstellungen deaktivieren: In den App-Einstellungen können Funktionen wie der Shop und die Videoaufzeichnung deaktiviert werden. Dafür ist die Eingabe eines (erwachsenen) Geburtsdatums erforderlich.
In-App-Käufe deaktivieren: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Kind die Funktion der In-App-Käufe. Sie können die Funktion deaktivieren oder darauf achten, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen, um versehentliche Käufe zu vermeiden.
In den beiden Spiele-Apps The Unstoppables 1 und 2 begleiten Kinder eine Freundesgruppe auf gemeinsamer Mission. Dabei lösen sie Aufgaben, arbeiten zusammen und erleben, wie aus Unterschiedlichkeit gemeinsame Stärke wird. Für Kinder kann es dabei besonders aufregend sein, einmal Held*innen mit Behinderung selbst zu steuern – Figuren, die in Games sonst nur selten im Mittelpunkt stehen.
In The Unstoppables geht es um Melissa, Achim, Jan, Mai und den Hund Tofu. In beiden Spielen verschwindet Melissas Begleithund Tofu – und die Freund*innen müssen ihn gemeinsam wiederfinden. Dabei bringt jede Figur eigene Stärken mit: Mai kann gut springen, Achim ist im Rollstuhl schnell unterwegs, Jan ist stark und Melissa erreicht mit ihrem Blindenstock höher gelegene Dinge. Im zweiten Teil kommt mit Rina eine weitere Figur mit vielfältigen Talenten dazu. Nur wenn die Spieler*innen die Fähigkeiten kombinieren, können sie Hindernisse überwinden und Rätsel lösen. Beide Spiele sind als Adventure- und Point-and-Click-App angelegt und lassen sich einfach bedienen.
Das Spiel macht Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen sichtbar. So erleben Kinder zum Beispiel, was passiert, wenn Achim im Rollstuhl auf einen Schotterweg trifft und nicht weiterkommt. Die spielerischen Lösungen solcher Situationen regen zum Nachdenken an und fördern Verständnis sowie Empathie. Ampeln überqueren, Treppen überwinden, Hinweise entschlüsseln – außerdem lernen Kinder in The Unstoppables, wie Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktioniert. Sie knobeln gemeinsam mit der Freundesgruppe, lösen Aufgaben und überlegen, wer wie am besten helfen kann. Gerade das macht die Spiele spannend: Jede Figur kann etwas anderes und wird an bestimmten Stellen wichtig. Das kann Kinder ermutigen und aufzeigen: Verschiedenheit stört hier nicht, sondern trägt zum Erfolg bei!
Die Detektivgeschichte und das Tüfteln macht Kindern Spaß und fördert logisches und strategisches Denken. Der Comic-Stil, die leichte Steuerung und die spannende Atmosphäre kommen bei Kindern ab dem späten Grundschulalter gut an.
Trotz vieler Stärken lohnt sich auch ein kritischer Blick: Manche Behinderungen werden im Spiel stark mit besonderen Fähigkeiten verknüpft, was vereinfachend wirken kann. Auch Barrieren werden teils so gelöst, dass eher einzelne Personen helfen müssen, statt die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Für Eltern kann das ein guter Anlass sein, mit Kindern über realistische und inklusive Lösungen im Alltag zu sprechen.
Entwickelt wurden die Spiele von der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind im Rahmen des Lernangebots „Prinzip Vielfalt“. Ziel des Angebots ist es, Kinder und Jugendliche für Themen wie Gleichsein, Anderssein, Vielfalt, Stärken, Schwächen und Barrieren im Alltag zu sensibilisieren. Die Spiele sind ausdrücklich nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts, das Inklusion kindgerecht und spielerisch vermitteln möchte.
Beide Apps setzen Lesekenntnisse voraus. Begleiten Sie Ihr Kind gerade am Anfang ein Stück beim Spielen. Unterstützen Sie es bei Fragen zur Steuerung oder zur Geschichte.
Beim Lösen der kniffeligen Aufgaben kann Ihr Kind leicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Absprachen, wie etwa eine feste Bildschirmzeit.
The Unstoppables bietet viele Anlässe für Gespräche: über Behinderung, über Hindernisse im Alltag und darüber, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Bleiben Sie offen für Fragen Ihres Kindes. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie es zusammen recherchieren. So werden die Spiele-Apps zu einem guten Gesprächseinstieg über Inklusion, Vielfalt und Rücksichtnahme.
Kinder und Erwachsene nutzen Medien oft unterschiedlich und entdecken jeweils andere spannende Aspekte daran. Ein gemeinsames Medienprojekt bietet die Chance, diese Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Manchmal zeigen dabei sogar Kinder ihren Eltern, wie etwas funktioniert. Und es wird deutlich: Medien sind mehr als Videos anschauen oder Musik hören!
Statt Medien nur zu konsumieren, können Sie in Ihrer Familie selbst kreativ werden. Smartphones und Tablets, die es in vielen Haushalten gibt, haben eine Kamera, ein Mikrofon und einfache Apps, mit denen Sie schnell eigene Projekte umsetzen können. Beim gemeinsamen Ausprobieren lernen Sie und Ihr Kind ganz nebenbei, wie die Geräte funktionieren. Gleichzeitig erlebt Ihr Kind, wie Medien entstehen und dass dafür Ideen, Planung und ein wenig Geduld nötig sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme oder Fotogeschichten umsetzen und dabei eigene Stärken entdecken.
Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir Ihnen Ideen für Medienprojekte zu Hause. Ziel ist es, Kreativität zu fördern und digitale Medien gemeinsam aktiv zu erleben – etwa mit Hörspielen, Erklärvideos, Virtual Reality– oder Making-Projekten.
Die Webseite kinder.jff.de des JFF – Institut für Medienpädagogik bietet kindgerechte Anleitungen für kreative Medienprojekte in der Familie. Mit dem Smartphone oder Tablet können Sie auf Foto-Safari gehen, eine QR-Code-Rallye gestalten, ein Kinderkochbuch entwickeln und vieles mehr. Kurze Video-Anleitungen erleichtern den direkten Einstieg und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Ihrem Kind ab drei Jahren zuhause Apps und Geräte aktiv einsetzen können.
Im TüftelLab finden Sie praxistaugliche Ideen, um mit Ihrem Kind zu Hause kreativ zu werden – von Making, Coding und Robotik bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI), Video und Animation. Für Kinder ab dem Grundschulalter gibt es Projekte, bei denen Sie gemeinsam Schritt für Schritt ausprobieren, bauen und gestalten können. Dafür stellt das TüftelLab vielfältige Materialien, Anleitungen und digitale Lerninhalte bereit, die den Einstieg erleichtern und Lust aufs Tüfteln wecken.
Welche Chancen Medien für die Weiterentwicklung von Kompetenzen bieten, zeigt das Familienportal NRW. Nutzen Sie die Seite als Ideenkiste, um mit Ihrem Kind kleine Medien-Projekte zu entwickeln. Suchen Sie sich gemeinsam ein Thema aus und tauchen Sie in die Medienproduktion ein. Detaillierte Anleitungen finden Sie in der Medienbox NRW: Dort gibt es Selbstlernangebote und Online-Kurse rund um Audio, Video und auch KI.
Auf Elternguide.online finden Sie noch mehr Ideen, wie Sie Medien zuhause gemeinsam mit Ihrem Kind aktiv nutzen können. Schauen Sie doch mal rein – wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Freude beim Ausprobieren!
Kaum ein Satz bringt Eltern beim Thema Medienerziehung schneller ins Schwitzen. Ob es um ein eigenes Smartphone, TikTok, Games oder Bildschirmzeit geht: Kinder und Jugendliche vergleichen sich stark mit Gleichaltrigen. Eltern können dabei schnell unter Druck geraten und fragen sich vielleicht: Bin ich zu streng?
Wichtig ist: „Alle anderen“ stimmt fast nie wörtlich. Kinder und Jugendliche meinen damit meist ein Gefühl. Sie wollen dazugehören. Medien spielen oft eine große Rolle im Freundeskreis. Vor allem in der Pubertät ist es sehr wichtig, mitreden zu können und nicht ausgeschlossen zu sein. Bleiben Sie gelassen und fragen Sie nach:
Oft zeigt sich: Es sind ein oder zwei Kinder aus der Klasse – nicht wirklich „alle“. Dieses kurze Nachfragen nimmt Druck aus der Situation und öffnet die Tür für ein Gespräch.
Hinter dem Satz „Alle anderen dürfen das“ steckt meist mehr als nur ein Wunsch nach Medien. Häufig geht es darum, dazuzugehören, selbstständig zu sein oder mit Ihnen in Verhandlung zu treten. Versuchen Sie zu erkennen, was bei Ihrem Kind dahintersteckt. Dann wird das Gespräch ruhiger und Sie können gemeinsam Lösungen finden.
Sprechen Sie Regeln nicht nur aus, sondern erklären Sie sie. Ein einfaches „Nein“ führt oft zu Widerstand. Eine Begründung wirkt anders:
Wenn Ihr Kind versteht, warum es bestimmte Regeln gibt, kann es sie besser akzeptieren.
Gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch! Denn viele Eltern stehen vor denselben Fragen. Oft stellt sich heraus: Niemand weiß genau, was „alle“ machen. Vielleicht finden Sie mit Eltern in Ihrem Umfeld gemeinsame Linien.
Gleichzeitig dürfen Sie bei Ihren Entscheidungen bleiben. Denn Medienerziehung ist in jeder Familie anders. Jede Familie hat eigene Werte, Gewohnheiten und Grenzen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell – das sollten Sie bei Entscheidungen berücksichtigen. Andere Familien dürfen es anders machen.
Wenn Sie merken, dass das Thema nicht verschwindet – probieren Sie gestufte Lösungen aus und beachten Sie dabei unbedingt technische Jugendschutzeinstellungen. Hilfreich können kleine Schritte sein:
So fühlt sich Ihr Kind ernst genommen, ohne dass alle Regeln aufgehoben werden. Am besten treffen Sie Medienregeln gemeinsam. Dabei helfen kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag.
Ihr Kind soll lernen, mit Medien selbstständig und sicher umzugehen. Dafür braucht Ihr Kind klare Regeln – und Eltern, die zuhören. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch, treffen Sie gemeinsam nachvollziehbare Entscheidungen und zeigen Sie echtes Interesse am Medienalltag und den medialen Vorbildern Ihres Kindes. Damit schaffen Sie Vertrauen. Und Vertrauen ist die beste Grundlage für eine bewusste Mediennutzung.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.
Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:
In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.
Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.
Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:
Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.
Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!
Liebevolle Animationen, kindgerechte Illustrationen und interaktive Elemente: Es gibt eine Vielfalt an Lern- und Kreativ-Apps, die speziell für Kleinkinder entwickelt wurden. Sie vermitteln erste Wissensinhalte, fördern Grundlagen wie Buchstaben- und Mengenverständnis oder regen mit Puzzles und kleinen Rätseln zum Mitdenken an. Durch die spielerische Gestaltung macht das Lernen Spaß und eine altersgerechte App kann Kinder dazu motivieren, sich auszuprobieren und kreativ auszudrücken. Wir stellen Ihnen Apps vor, die sich besonders gut für den Einstieg eignen – etwa für Zwei- bis Fünfjährige.
Die App zur Sendung mit dem Elefanten bietet neben Sendungen und Lach- und Sachgeschichten zahlreiche Spiele zum Malen, Rätseln, Programmieren, Hindernissen ausweichen, Verstecken und eine Schatzkiste Freirubbeln. Mit Hilfe des Elefantenweckers kann die Dauer der Spielzeit eingestellt werden.
Betriebssysteme: iOS, Android, Amazon
Kosten: kostenfrei
In der App zur Kinderserie können Kinder gemeinsam mit dem Sandmännchen und seinen Freund*innen spielen, puzzeln, Bilder ausmalen, Figuren verkleiden, eigene kurze Geschichten aufnehmen und kleine Abenteuer entdecken. Die Mediathek bietet Videos und Hörgeschichten aus der Sandmann-Welt, inklusive der täglichen Gutenachtfolge, die zur abendlichen Routine beitragen kann.
Kosten: kostenfrei
Malen und komponieren – gleichzeitig. Dazu ein Motiv wählen, eine Farbpalette und schon können farbige Bilder gemalt und mit Farben und Formen Musik gemacht werden. Aus Linien, Wellen und Kreisen entsteht ein Gesamtbild. Die App fördert die Wahrnehmung der Verbindung zwischen Klang, Farbe und Form.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 2,99 €
Die App enthält interaktive Reime nach den bekannten Bilderbüchern. Die Kinder begleiten die kleine Eule durch mehrere Reimgeschichten – etwa, wenn sie mit einer Beule am Kopf Hilfe sucht, abends nicht einschlafen kann oder gemeinsam mit ihren Freund*innen eine Geburtstagsparty vorbereitet.
Kosten: 3,99 € (Android), 4,99 € (iOS)
Eine Vorlesegeschichte in Reimform über eine Schnecke auf der Suche nach sich selbst. Auf ihrer Reise trifft sie viele Tiere. Die ruhige und ansprechende Gestaltung der App hebt sich von vielen aktuellen Apps ab.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Die App gibt einen Einblick in den Alltag bei der Feuerwehr und zeigt typische Einsätze in spielerischer Form. Kinder lernen dabei, wie sie sich bei einem Brand richtig verhalten. Hervorzuheben ist die selbsterklärende und überwiegend wortlose Aufgabenstellung, die bereits junge Kinder bestens bewältigen.
Kosten: kostenfrei
Fahrzeuge auswählen, ihre Namen hören und ihre Eigenschaften entdecken. Zum Kennenlernen der Fahrzeuge gibt es drei Spielformen: ein Puzzle, ein Drehspiel sowie ein Geduldsspiel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Hervorzuheben ist, dass die App kein Belohnungssystem beinhaltet.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Edurino ist ein digitales Spiel- und Lernsystem, das aus einer App, haptischen Figuren und einem ergonomischen Dreikant-Stift besteht. Mithilfe von Tierfiguren können Kinder in verschiedene Lernwelten eintauchen, wie z. B. Rechnen, Gefühle oder Konzentration. Die Bedienung ist sehr intuitiv, die Aufgaben sind spielerisch gestaltet und steigern sich nach und nach im Schwierigkeitsgrad. Edurino lässt sich auch offline nutzen. Das Angebot ist vielfältig und pädagogisch wertvoll – das hat auch seinen Preis. Zum Testen lohnt sich ein Blick in die örtliche Bücherei. Offiziell wird Edurino ab vier Jahren empfohlen, je nach Kind klappt der Einstieg aber auch etwas früher.
Betriebssysteme: Android, iOS, Amazon
Kosten: Startersets ab 49,98 €, pro Figur 24,99 €
Kinder lernen vor allem durch eigenes Entdecken und Ausprobieren. Digitale Lern- und Kreativangebote können diesen Prozess sinnvoll begleiten und sowohl kognitive als auch kreative Fähigkeiten stärken. Entscheidend ist, dass eine App zum individuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes passt – das können Sie am besten einschätzen.
Gute Kinder-Apps enthalten im besten Fall keine Werbung oder In-App-Käufe. Was eine gute App für Kinder noch ausmacht, beschreiben wir in diesem Artikel. Für die Suche empfehlen wir Ihnen die App-Tipps von der Stiftung Lesen, SIN – Studio im Netz oder dem Spieleratgeber NRW. Sie benötigen keine große Anzahl von Apps für Ihr Kind. Konzentrieren Sie sich lieber auf einige wenige qualitativ hochwertige Apps, die den Bedürfnissen und Interessen Ihres Kindes entsprechen.
Das ist dabei wichtig:
Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.
Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.
Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.
Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:
Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.
Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).
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