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Spielerische Lernseiten für Grundschulkinder

Für Erwachsene und Jugendliche ist es selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen und Suchmaschinen zu verwenden. Jüngere Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, müssen erst ans Lernen übers Netz herangeführt werden. Denn es ist nicht leicht, die geeigneten Inhalte aus den großen Mengen an Informationen herauszufiltern. Außerdem sind viele Inhalte nicht für Kinder gemacht, sondern richten sich an Erwachsene. Das kann Kinder schnell überfordern.

Zum Glück gibt es online ein gutes Angebot von deutschsprachigen Kinderseiten. Die machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch beim Lernen.

Warum sollen wir spezielle Internetseiten für Kinder nutzen? 

Wie in den ersten Jahren Kinderbücher geeignet sind, um Lesen zu lernen, sollten auch

für die ersten Schritte im Netz auf Kinder ausgerichtet Angebote genutzt werden. Solche Kinderseiten sind verständlich und einfach in der Sprache. Sie sind nicht überladen, so dass Internet-Anfänger sich gut orientieren und den Umgang mit digitalen Medien lernen können. Kinder können auf diesen Seiten in einer sicheren Umgebung selbst mitmachen: Sie können mit anderen Kindern in Kontakt treten und ihre eigene Meinung äußern.

Außerdem können Kinderseiten als Lernunterstützung dienen, weil sie kindgerechte Informationen zu vielen verschiedenen Themen bieten und diese häufig spielerisch umgesetzt sind.

Was macht gute Kinderseiten zum Lernen aus? 

  • Sie sind bestärkend, begeisternd und anregend.
  • Sie haben für Erwachsene und Kinder klare und transparente Ziele.
  • Sie sind benutzerfreundlich.
  • Sie haben vertrauenswürdige Inhalte.
  • Sie bieten Sicherheit und Privatsphäre.
  • Sie legen Funktionen offen und gehen verantwortungsbewusst mit Werbung oder Produktnennungen um.

Welche Kinderseiten eignen sich für welche Lernthemen?

Rund ums Sprache- und Deutschlernen empfehlen wir folgende Seiten:

  • Amira ist eine Leseprogramm für Grundschüler. Neben Deutsch werden noch 8 weitere Sprachen angeboten. Amira erfordert die Registrierung auf der Seite.
  • Die Rechtschreibwerkstatt von Graf Ortho ist sehr einfach gehalten und hilft Schülerinnen und Schülern bei der deutschen Rechtschreibung.
  • Legakids unterstützt bei Legasthenie. Mit dem Lesemonster Lurs lernen Kinder mit Schreib- und Leseproblemen umzugehen.
  • Auf Gebärdengrips gibt es für gebärdenortientierte Kinder Erklärvideos in Gebärdensprache (und Lautsprache) zu ganz verschiedenen Themen. Auch andere Kinder können hier etwas über Gebärdensprache erfahren und lernen.
  • Beim Englischlernen hilft die Seite englischlernspiele.de. Hier können Schülerinnen und Schüler oder Eltern und Lehrpersonen Vokabeltests und andere Lernspiele machen oder selbst erstellen.
  • Kinder, die Englisch bereits verstehen und lesen können, finden auf der englischsprachigen Seite LearnEnglish Kids des British Council Sprachspiele, Lieder und vieles mehr.

Empfehlenswerte Seiten zu den Themen Mathematik und Sachkunde:

  • Bei der witzig aufgemachten Seite Coollama finden Grundschulkinder Mathespiele, Übungsblätter und mehr. Die Seite bietet außerdem Material für Eltern und Lehrpersonen. 
  • Wer seine Hausaufgaben erledigt hat, aber gern noch mehr Aufgaben für die Fächer Erdkunde, Geschichte und Mathematik (über das Grundschulniveau hinaus) sucht, wird beim Aufgabenfuchs fündig.
  • Das Online-Umweltmagazin Ökoleo bietet viel Wissenswertes und Anregungen zu Umwelt- und Sachkundethemen für Kinder mit etwas mehr Interneterfahrung. 
  • Auf dem Junior-Portal des WWF – einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – können Kinder viel über Tiere, Natur und Umwelt lernen.
  • NAJUversum ist eine Onlineplattform des Jugendverbandes des Deutsches Naturschutzbundes. Hier können Kinder im Grundschulalter die verschiedenen Lebensräume unseres Landes erkunden und sich Anregungen zum Basteln und Forschen holen. 
  • Tierchenwelt ist ein Online-Lexikon zum Thema Tiere – mit Texten, Fotos, Videos, Spielen und mehr.

Auch in den Bereichen Kunst und Kreativität gibt es vieles zu lernen:

  • Auf der Foto-Plattform Knipsclub können Kinder etwas über Fotografie lernen und sich, wenn sie registriert sind, auch in einem geschützten Raum austauschen. 
  • Viele Kinder malen gern. Beim Kritzel Klub können sie das digital auf einer virtuellen weißen Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen tun. 
  • Bei Labbé gibt es Bastel- und Spielideen für Kinder. Die zahlreichen Anregungen können auch für Eltern sehr hilfreich sein.  

Folgende Seiten beschäftigen sich mit den Lernthemen Religion und Gesellschaft:

  • Die Webseite Religionen entdecken richtet sich an Kinder und Jugendliche, die darüber jede Menge über die verschiedenen Religionen lernen können. 
  • Kirche entdecken ist eine Kinderseite der evangelischen Kirche. Mit Kira, der Elster, können Kinder virtuell eine Kirche oder die Geschichte von Martin Luther erkunden. 
  • Viele Kinder verstehen nicht, warum Menschen auf der Welt Krieg führen. Die Seite Frieden fragen greift Sorgen und Fragen von Kindern dazu kindgerecht auf.
  • Die Seite Hanisauland bietet Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik.
  • Kindersache ist ein Angebot vom Deutschen Kinderhilfswerk. Hier finden Kinder aktuelle und kindgerechte Nachrichten, das Videoportal JUKI, ein Trickfilmstudio und zahlreiche Mitmachangebote.

Es gibt auch Kinderseiten, die sich keinem bestimmten Themenfeld widmen, sondern die das Lernen fächerübergreifend unterstützen:

  • Auf Homeschooling4kids gibt es Lernmaterial für verschiedene Fächer (in der Grundschule) für das abwechslungsreiche Lernen zu Hause. 
  • Auf Kid Station geht es um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr und im Internet. Die spielerisch aufgemachte Seite ohne viel geschriebenen Text richtet sich an Kinder zwischen 4 und 9 Jahren.
  • In der Hamsterkiste finden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 Lerngeschichten und Themenseite zu verschiedenen Schulfächern.
  • Planet Schule, das Schulfernsehen von SWR und WDR, hat ein Internetportal für Kinder im Grundschulalter – mit Filmen, interaktiven Spielen und mehr.
  • Verschiedene Seiten bieten gute Lexika für Kinder, um verständliche Erklärungen zu Begriffen und Themen zu finden: Das Minilexikon eignet sich für Leseanfänger. Außerdem empfehlen wir Klexikon und die Schulsuchmaschine von fragFINN.

Diese Sammlung ist nur eine Auswahl guter Kinderseiten zum Lernen. Wenn Sie weitere gute Seiten kennen, teilen Sie Ihre Erfahrungen gern über unser Kontaktformular oder via Social Media auf unserem Facebook- oder Instagram-Kanal. 

Politik für Kinder

Wann immer es an politische Wahlen geht, bekommen auch Kinder davon mit. Ob es Plakate an Straßenlaternen sind, Gespräche über Kandidatinnen und Kandidaten am Küchentisch, Wahlwerbung in den Medien oder Infostände der Parteien mit Luftballons in der Einkaufsstraße.

Auch wenn Kinder und Jugendliche selbst noch nicht wählen dürfen, merken sie gerade bei Themen wie Klimaschutz, Corona und Bildung, dass Politik auch sie betrifft. Vielleicht stellt Ihr Kind bereits Fragen oder Sie möchten ihm politische Themen näher bringen. Im Internet gibt es gute Angebote, die solche Inhalte sicher und kindgerecht aufbereiten: 

  • Kuppelkucker ist das Kinder-Internetportal vom Deutschen Bundestag. Kinder zwischen 5 und 11 Jahren können gemeinsam mit Karlchen, dem Adler, den Bundestag und die deutsche Politik erkunden. Spiele, Erklärfilme, ein Lexikon und einiges mehr gibt es auf der Seite. Auch Eltern und Lehrpersonen finden hier hilfreiche Inhalte. 
  • HanisaulLand ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Die Seite richtet sich an Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Sie sollen darüber einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik erhalten. Herzstück und Ursprung ist ein Comic mit Hase (=Ha), Nilpferd (=Ni) und Sau. Es gibt viele verständliche Informationen, Tipps, Unterhaltung und aktive Mitmachangebote rund um politische Themen. Das Lexikon ist auch auf Arabisch verfügbar.
  • Im Fernsehen und den Mediatheken gibt es ebenfalls kindgerechte Serien und Videos, die sich mit Politik beschäftigen: Die Maus erklärt die Bundestagswahl und es gibt eine Logo-Sonderseite zu Wahlen und Politik in Deutschland. Beim KIKA gibt es noch viel mehr Videos rund um Politik – verständlich für Kinder aufbereitet. 
  • Geolino klärt darüber auf, wie Kinder doch ein Mitspracherecht bei Wahlen haben – nämlich über das Gespräch mit Oma und Opa oder anderen Erwachsenen.
  • In unserem Beitrag Nachrichten für Kinder und Jugendliche gibt es noch mehr Tipps für gute Internetseiten, über die sich Kinder zu politischen Themen informieren können.

Politik ist nicht nur etwas für Erwachsene! Viele Kinder interessieren sich dafür, was in der Welt passiert und möchten mitreden – weil es auch um ihre Zukunft in diesem Land und auf dieser Welt geht. 

Je nach individuellem Entwicklungsstand des Kindes sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Nachrichten speziell für das entsprechende Alter anschauen und das Gesehene mit Ihrem Kind besprechen. Insbesondere jüngere Kinder können Nachrichten zu sehr auf sich beziehen und nur schwer einschätzen, inwieweit die Inhalte konkret sie selbst betreffen und ihr Leben verändern.

Internet-ABC: Führerschein fürs Netz

Das Angebot Internet-ABC richtet sich an Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Kinder lernen durch spielerische Lernmodule selbstständig sich sicher im Internet zu bewegen und Eltern bekommen viele Tipps und Hilfestellungen für die Medienerziehung ihrer Kinder.

Kurz gefasst:

  • Informations- und Lernplattform für Themen rund um das Internet
  • für Kinder von 5 bis 12 Jahren
  • kostenlos und werbefrei
  • Lernmodule, Tipps und Tricks

Was kann das?

Internet-ABC unterstützt Kinder im Grundschulalter dabei, sich schrittweise einen sicheren Umgang mit dem Internet anzueignen. Dafür werden interaktive Lernmodule zu verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Chatten, Datenschutz oder Social Media angeboten. Durch Rätsel, Spiele und tierische Weggefährten lernen Kinder spielerisch Gefahren im Netz zu erkennen und mit diesen umzugehen. Das Angebot richtet sich auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Internet. Neben Tipps und Erklärungen gibt es konkrete Hilfestellungen wie z.B. den Mediennutzungsvertrag oder den Führerschein für das Netz. Ein umfangreiches Lexikon erklärt Begriffe im Netz wie Posten oder Spam.

Was fasziniert Kinder daran?

Internet-ABC ermöglicht das selbstständige Lernen von Kindern. Komplexe Themen rund um Medien sind spielerisch und kindgerecht aufbereitet. Kinder lernen dadurch eigenständig mit dem Internet umzugehen. Die Spiele und Rätsel machen Spaß und die Webseite wird ständig aktualisiert. Besonders beliebt ist der sogenannte Surf-Schein, bei dem Kinder durch bestandene Selbsttests den “Führerschein fürs Netz” erhalten. 
Es gibt auch die Möglichkeit Beiträge wie z.B. den Witz des Monats zu kommentieren und sich so miteinander auszutauschen. Die Kommentare werden dabei zuerst auf Beleidigungen oder private Angaben geprüft und erst dann freigeschaltet. 

Was meint der Anbieter?

Der gleichnamige Anbieter des Internet-ABC ist ein Verein, in dem unter anderem die Landesmedienanstalten in Deutschland Mitglied sind. Internet-ABC verzichtet auf Werbung und ist kostenfrei. Die Anbieter der Webseite Internet-ABC klären auch genau darüber auf, welche Daten von Nutzenden erhoben werden und was mit ihnen passiert. Sie geben an, nur einen notwendigen Cookie zu verwenden und personenbezogene Daten unter Verschluss zu halten. 

Was sollten Eltern beachten?

Eine selbstständige Mediennutzung ist wichtig für Kinder und fördert die Medienkompetenz. Angebote wie das Internet-ABC ermöglichen Kindern die Teilhabe am Internet und unterstützen Sie dabei Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang näher zu bringen. Solche Angebote sind also eine sinnvolle Ergänzung zu ihrer Medienerziehung zuhause.
Auch wenn Kinder sich auf Seiten wie Internet-ABC eigenverantwortlich bewegen können, ist es wichtig, dass Sie das Internet vorerst gemeinsam mit ihren Kindern entdecken und bei Fragen und Problemen zur Seite stehen. So wird zwar auf der Webseite beim Klicken auf Links vor dem Verlassen vom Internet-ABC gewarnt. Trotzdem kann Ihr Kind auf anderen Webseiten auf ungeeignete Inhalte stoßen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind und begleiten Sie es möglichst oft bei der Mediennutzung. Hilfreich sind auch Schutzprogramme wie jusprog, die nicht altersgemäße Inhalte blockieren.
Ebenso wichtig sind gemeinsame Regeln und zeitliche Beschränkungen, in denen sich Ihr Kind alleine im Netz bewegen kann. Sie können sich über die Webseite Internet-ABC oder andere Angebote Tipps und Hilfe bei der Medienerziehung holen und über aktuelle Phänomene und Themen informiert bleiben. Darüber hinaus kann der Austausch mit anderen Eltern hilfreich sein.

Die erste eigene E-Mail-Adresse – Tipps für einen sicheren E-Mail-Verkehr

So selbstverständlich wie E-Mails für Erwachsene sind, gehören sie auch für die meisten Kinder und Jugendlichen mittlerweile zum Alltag. Eine eigene E-Mail-Adresse ist oftmals nötig, um sich z. B. bei Spieleseiten oder bei Lernplattformen anmelden zu können. Gerade während des Corona-Lockdowns haben viele Schulen Informationen und Aufgaben per E-Mail verschickt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es bei E-Mail-Adressen zu beachten gibt.

Überforderung, Spam und Viren

Die meisten Anbieter der häufig kostenlosen E-Mail-Konten sind nicht auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Solche Postfächer haben oft viele und komplizierte Funktionen, die sich an den Bedürfnissen Erwachsener orientieren. Kinder finden sich dort nur schwer zurecht. Dazu kommen Gefahren wie Spam, Phishing oder Kettenmails, mit denen Kinder und Jugendliche erst vertraut gemacht werden müssen.

Mit Spam werden E-Mails bezeichnet, die unerwünschte Werbung beinhalten – wie die Werbeblättchen, die zu Hause im Briefkasten landen. Sie werden von Personen bzw. Algorithmen automatisch und ohne Aufforderung verschickt. Das ist auch bei Phishing-Mails der Fall. Diese zielen darauf, E-Mail-Inhaber zu verleiten, ein Abo abzuschließen, bei einem Fake-Gewinnspiel mitzumachen oder falsche Rechnungen zu bezahlen. Gefälschte Absender verunsichern die Empfänger solcher Mails. Solche E-Mails können auch Links oder Dateien enthalten, hinter denen ein Computervirus o. ä. steckt und beim Anklicken oder Öffnen der eigene Computer infiziert wird.

Viele der unerwünschten E-Mails beinhalten nicht kindgerechte, z. B. pornografische, Inhalte. Spam und Phishing wird möglich, weil die E-Mail-Adresse zur Anmeldung von Chats, Messenger-Diensten oder Games verwendet und damit verbreitet wird. Solche Dienste schützen die personenbezogenen Daten ihrer Nutzenden unterschiedlich gut. Fremde Personen können eventuell darauf zugreifen und darüber Kontakt zu Ihrem Kind aufnehmen und ungefragt E-Mails schicken. Das kann vor allem Kinder und Jugendliche überfordern, wenn sie noch keine Strategien haben, mit solchen Risiken umzugehen. 

Tipps für Eltern

Bevor Sie ein E-Mail-Postfach für Ihr Kind einrichten, überlegen Sie gemeinsam, wofür es gebraucht wird. Wenn Ihr Kind jünger als 13 Jahre ist, darf es viele Dienste (laut AGB und Datenschutzgesetz) noch gar nicht nutzen. Für schulische Zwecke gibt es häufig schuleigene Postfächer, die bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Diese Schul- E-Mail sollte allerdings nicht für andere Dienste verwendet werden. Solche Mailadressen, wie z. B. lena.meier@schule-am-hasengraben.de, können konkrete Informationen über Ihr Kind preisgeben. Das kann riskant sein, wenn die Adresse in falsche Hände gerät. Erklären Sie Ihrem Kind deshalb, dass eine solche Adresse auch nur für schulische Zwecke genutzt werden darf.

Deshalb ist es auch bei einer “privaten” E-Mail, die für Social Media usw. genutzt wird, wichtig, dass Ihr Kind ein Pseudonym verwendet und sich die E-Mail-Adresse nicht auf Ihr Kind zurückführen lässt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass die E-Mail-Adresse nicht einfach so an Dritte weitergegeben werden sollte. Verwenden Sie am besten einen kindgerechten Mailanbieter – siehe unten. 

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, was es mit Spam auf sich hat (siehe oben) und wie es damit umgehen kann. In vielen Programmen lässt sich Spam markieren, so dass Mails vom gleichen Absender automatisch aussortiert werden. Wenn der Absender einer E-Mail nicht bekannt ist, sollten Sie und Ihr Kind vorsichtig sein. Am sichersten ist es, solche Nachrichten als Spam zu markieren und dann direkt zu löschen. Auf keinen Fall sollten Links oder Anhänge angeklickt und darauf geantwortet werden! 

Wenn Ihr Kind alt genug ist, um sich bei Social Media oder anderen Diensten anzumelden, machen Sie das gemeinsam. Achten Sie darauf, dass die Mailadresse nicht öffentlich angezeigt wird und deaktivieren Sie Informationsmails des Anbieters. Denn auch durch solche Mails kann ein Postfach überlaufen und es ist für Ihr Kind schwierig zu unterscheiden, was Spam oder Infomails sind.

E-Mail-Programme für Kinder

Vor allem für jüngere Kinder empfiehlt sich ein geeignetes E-Mail-Programm zu nutzen. Mailanbieter speziell für Kinder verfügen dabei nur über die wichtigsten Funktionen und gewährleisten bestimmte Schutzmaßnahmen: 

  • Bei Mail4Kidz und Kidsmail24 erhalten die jungen Nutzenden nur E-Mails von Personen, die bereits im eigenen sogenannten Freundebuch aufgeführt sind.
  • Bei ZUM-Grundschulpost bekommen die Erziehungsberechtigten die Nachrichten von Fremden sogar zugeschickt und können dann entscheiden, ob diese vertrauenswürdig sind. 

Die kinderfreundlichen Programme haben alle einen Spam-und Virenschutz. So erhält Ihr Kind erst gar keine unerwünschte Werbung oder Kettenmails. Allerdings ist die interne Suche von ZUM mit Google verknüpft, weshalb auch nicht jugendfreie Suchergebnisse auftauchen könnten.

Die Programme sind teilweise kostenfrei (Mail4Kidz in den ersten sechs Monaten) und vor allem für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Bei Kidsmail24 haben Nutzende die Möglichkeit nach Vollendung des 14. Lebensjahres auf einen uneingeschränkten Account zu wechseln. Trotz kinderfreundlicher Programme ist Ihr Kind nie vor allen Risiken im Netz geschützt. Sie als Elternteil sollten deshalb mit Ihrem Kind über seine Kontakte im Internet sprechen und Ihrem Kind die Sicherheit geben, sich bei Problemen an Sie wenden zu können.

Spieleratgeber NRW

Das Angebot der digitalen Spiele ist groß. Als Eltern sollten Sie darauf achten, welche gesetzliche Altersbeschränkung Spiele haben. Diese ist häufig durch ein farbiges USK-Kennzeichen zu erkennen. Besser ist es, wenn Sie mehr über die liebsten Computerspiele Ihres Kindes wissen. Um einschätzen zu können, ob ein Spiel geeignet für Ihr Kind ist, helfen Angebote wie der Spieleratgeber NRW. Eltern haben hier kostenlosen Zugriff auf zahlreiche pädagogische Bewertungen und Spielbeschreibungen der beliebtesten Games.

Kurz gefasst:

  • medienpädagogisches Informationsangebot für Eltern
  • unabhängig und kostenlos
  • ausführliche Steckbriefe zu über 1.400 Games
  • über die Webseite oder YouTube zu nutzen

Was bietet der Spieleratgeber NRW?

Das Informationsangebot der “Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW” hilft Eltern zu verstehen, was ihr Kind am Computer, der Spielekonsole oder dem Smartphone spielt oder gerne spielen möchte. Mit Hilfe der Filter- und Suchfunktion lassen sich zahlreiche Games über die Kategorien Genre, die USK-Einordnung oder die pädagogische Alterseinschätzung anzeigen und finden. Das Spielerlebnis wird genau beschrieben, so dass Sie es gut nachvollziehen können. Die beschriebenen Spiele werden dafür von Kindern und Jugendlichen getestet und bewertet. Außerdem bewerten medienpädagogische Experten den Schwierigkeitsgrad, die Inhalte und das Suchtpotenzial. Daraus ergibt sich eine pädagogische Altersempfehlung für jedes Spiel.

Zusätzlich finden Sie auf der Seite unter dem Menüpunkt “Familie” Artikel und Beiträge rund  um Gaming- und Medienkultur. Auf dem YouTube-Account des Spieleratgebers NRW gibt es Let’s-Play-Videos und Tutorials beispielsweise zu Jugendschutzeinstellungen einzelner Games. 

Das meint der Anbieter

Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW möchte mit ihrem Angebot Erziehungsberechtigte bei einer zeitgemäßen Medienerziehung unterstützen. Außerdem dient der Spieleratgeber NRW dazu, Vorbehalte und Verunsicherungen vieler Eltern bezüglich Computer- und Onlinespielen aus dem Weg zu räumen und sie über Themen zu Gaming und Medien aufzuklären. Da die USK und gesetzliche Regelungen nicht umfassend genug sind, versucht der Spieleratgeber NRW diese zu ergänzen und Kindern einen sicheren Umgang mit Netz zu ermöglichen. Als öffentlich gefördertes Projekt darf der Spieleratgeber NRW keine Werbung für einzelne Spiele machen, weshalb die Beschreibungen weitestgehend neutral gehalten sind.

Was sollten Eltern beachten?

Auch wenn die Spiele durch Kinder und Jugendliche selbst getestet und bewertet werden, ist das Erleben jeden Kindes anders – auch unabhängig vom Alter. Während die einen bestimmte Inhalte gut verarbeiten können, sind andere Kinder vielleicht noch überfordert. Für Eltern jüngerer Kinder empfiehlt es sich, die Spiele das erste Mal gemeinsam zu spielen und auszutesten. Noch besser ist es, wenn Sie ein Spiel vorher ausprobieren, bevor Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind spielen. 

Die Webseite Spieleratgeber NRW bietet viele Informationen, wirkt aber hier und da etwas unübersichtlich und überladen. Das Spieleangebot ist so riesig, dass nicht jedes Spiel in der Datenbank auftaucht.

Alternativ oder ergänzend zu dem Angebot des Spieleratgeber NRW bietet auch die Webseite spielbar.de neutrale pädagogische Bewertungen zu zahlreichen Spielen und Beiträge rund um die Themen Gaming und Medien. 

Was Kinder und Jugendliche am liebsten zocken

Jedes Jahr Ende August ist es Zeit für die Gamescom, eine der größten Messen für digitale Spiele überhaupt. Auf dieser werden auch Preise für die besten und beliebtesten Spiele vergeben. Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen fester Bestandteil ihres Alltags. Doch welche Spiele spielen sie am liebsten? Wir haben eine kleine Liste der beliebtesten Spiele zusammengetragen. 

Minecraft

Minecraft ist eine Art Lego für den Computer oder das Tablet, bei dem aus virtuellen Bausteinen mit Kreativität und Geschick eine eigene Welt erschaffen wird. Im sogenannten Überlebensmodus muss die oder der Spielende versuchen, zu überleben und kämpft dabei gegen Monster. In Minecraft können gemeinsam mit anderen Welten erschaffen werden. Besonders beliebt ist das Onlinespiel bei den 12- bis 15-Jährigen. Mehr können Sie in unserer Toolbeschreibung zu Minecraft nachlesen.

Fortnite

Das in 2017 erschienene Spiel ist noch immer so beliebt wie zu Beginn, besonders in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen. Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt mehrere Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save The World“ geht es darum, mit anderen Spielenden eine Festung aufzubauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspielenden zu töten, um selbst zu überleben. Mehr dazu in unserer Toolbeschreibung zum Spiel.

Animal Crossing: New Horizons

Das Spiel kann nur auf einer Nintendo Switch gespielt werden und ist Teil einer Simulations-Spielereihe. Bei New Horizons geht es darum, eine unbewohnte Insel zu erkunden und zu bebauen. Auch die Inseln von Freundinnen und Freunden können besucht werden. Das Spiel ist kindlich gestaltet und ab 6 Jahren empfohlen. Auch Jugendliche und junge Erwachsene spielen es gern. Mehr dazu bei spielbar.de.

FIFA

FIFA ist die bekannteste Reihe von Fußball-Videospielen – bei Jugendlichen ebenso beliebt wie bei Erwachsenen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften und deren aktuelle (männliche) Fußballer der realen Fußball-Ligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden. Es hat keine Altersbeschränkung und wird ab 8 Jahren empfohlen. Erfahren Sie mehr dazu in unserer Toolbeschreibung.

Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077 ist ein Rollenspiel und sogenannter Shooter. Die oder der Spielende bewegt sich in der Rolle der Hauptfigur, als ehemaliger Soldat V, in einer düsteren zukünftigen Welt und muss kriminelle Aufträge erfüllen. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren. Es wird aber trotzdem von Jugendlichen gespielt. Lesen Sie mehr zum Spiel auf spielbar.de und zum Thema Altersbeschränkungen bei Games auf dem Elternguide.

Grand Theft Auto

Das Action- und Rennspiel, das alleine im Story-Modus oder zusammen mit Freunden gespielt wird, ist ein Dauerbrenner unter den Games und besonders bei älteren Jugendlichen angesagt. GTA V (5) ist die aktuelle Version der populären Spielereihe. Der Spieler oder die Spielerin schlüpft in die Rolle eines Kriminellen und muss in einer fiktiven Stadt Missionen und Aufgaben erfüllen. Auch dieses Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18. Mehr zum Spiel erfahren Sie in unserer Toolbeschreibung.

Assassin’s Creed: Valhalla

Valhalla ist der letzte Teil aus der Spielereihe Assassin’s Creed. Das Action-Adventure-Videospiel folgt einem Wikinger, der eine Hauptaufgabe bewältigen muss und nebenbei kleine Teilaufgaben zu erledigen hat. Auch wenn dieses Spiel mit einer USK 18 nicht für Jugendliche freigeben ist, wird ihr Interesse daran z. B. bei Twitch oder über Let’s Plays geweckt. Lesen Sie mehr in der Spielbeurteilung von spielbar.de.

Call of Duty: Black Ops Cold War

Auch Call of Duty ist eine beliebte und seit vielen Jahren erfolgreiche Spielereihe. Gerade ältere Jugendliche ab 16 Jahren mögen diese Spiel. Call of Duty ist ein Ego-Shooter, den es auch als kostenlose Mobilversion für das Handy gibt. In rasanter Geschwindigkeit kämpft die oder der Spielende darin als Soldat gegen andere oder in einem virtuellen Krieg gegen Aliens. Ziel ist es, die Feinde mit Waffengewalt zu vernichten. Mit einer USK-Freigabe ab 18 ist auch dieses Spiel aufgrund der Gewaltdarstellung nicht für jüngere Kinder geeignet – siehe Toolbeschreibung.

Einen guten Überblick über bei Kindern und Jugendlichen beliebte Games bietet auch die Broschüre “Level 30 – Digitale Spiele pädagogisch beurteilt”.

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

Vorsicht In-App-Käufe!

Viele Apps kosten nichts. Erst auf den zweiten Blick lässt sich erkennen, dass bezahlt werden muss, um solche Apps richtig und mit Spaß nutzen zu können. Für Kinder und Jugendliche sind solche In-App-Käufe ganz besonders bei Spiele-Apps ein Thema.

Was sind In-App-Käufe?

Nicht nur beim Installieren einer App können Kosten anfallen. Viele Apps kosten sogar auf den ersten Blick kein Geld. Aber um bestimmte Funktionen zu nutzen, muss extra bezahlt werden. Das passiert über sogenannte In-App-Käufe. 

Durch ein paar Klicks können so Kosten entstehen, die spätestens auf der nächsten Handy- oder Kreditkartenabrechnung entdeckt werden. Meist handelt es sich dabei eher um kleine Beträge von wenigen Euro. Aber man bekommt keinen Überblick darüber, wie viel man für welche Funktionen ausgegeben hat und so wird es unbemerkt immer mehr. Ein anderer Trick der Anbieter: Auf den ersten Blick muss kein echtes Geld für die Zusatzfunktionen gezahlt werden, sondern stattdessen gibt es eine virtuelle Währung. Die muss allerdings wiederum über “echtes Geld” mit Kreditkarte oder PayPal-Konto gekauft werden.

Oft wird auch innerhalb der kostenfreien Apps Werbung für eine sogenannte “Premium Version” gemacht. Diese ist die kostenpflichtige Variante der gleichen App, mit mehr Funktionen. Die kostenfreie App wirkt hier als eine Art “Testversion”. Wenn diese gemocht wird, ist es wahrscheinlicher, ein paar Euro für die kostenpflichtige App auszugeben.

In-App-Käufe als Gefahr für Kinder und Jugendliche?

Kinder und Jugendliche kommen mit In-App-Käufen vor allem bei Spiele-Apps wie z. B. Coin Master, in Berührung. Das Herunterladen des Spiels ist kostenlos, um möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Kinder sind besonders anfällig für In-App-Käufe, weil sie im Spiel schnell vorankommen möchten und sich dabei vielleicht auch mit Freunden vergleichen. Oder sie finden es schön, ihre Spielfigur individuell zu gestalten, obwohl es für den Spielverlauf nicht wichtig ist. Dafür müssen sie beispielsweise Münzen, Spielfigur-Ausstattung (auch in Form sogenannter Lootboxen) oder die Freischaltung von weiteren Levels für echtes Geld erwerben. 

Die virtuelle Währung erscheint für Kinder und Jugendliche sehr abstrakt und hat wenig mit dem Taschengeld (in Münzen und Scheinen) zu tun, das sie regelmäßig von ihren Eltern bekommen. Deshalb merken sie nicht unbedingt, dass sie tatsächlich Geld ausgeben – für virtuelle Dinge, die ihnen nicht viel bringen.

Checkliste: Worauf sollten Sie achten?

  1. Im Google Play Store oder App Store von Apple wird bei jeder App angegeben, ob sie In-App-Käufe enthält. Achten Sie darauf und weisen Sie auch Ihr Kind darauf hin. Lesen Sie vor dem Download einer App immer die Bewertungen. Denn hier finden Sie bereits Hinweise auf mögliche Erfahrungen mit Kostenfallen innerhalb des Spiels.
  2. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, sich vorher zeigen zu lassen, was es sich kaufen möchte. Achten Sie darauf, ob es sich um einen einmaligen Kauf oder um ein Abonnement handelt. Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich alle Informationen zur App genau durchzulesen und nicht einfach schnell auf “weiter” zu klicken. 
  3. Mit bestimmten Einstellungen auf dem Handy können In-App-Käufe eingeschränkt werden. Auf dem iPhone oder iPad ist das über die Funktion Bildschirmzeit möglich. Bei Android-Geräten gehen Sie dazu im Play Store auf “Einstellungen” und aktivieren die Funktion “Authentifizierung für Käufe erforderlich“. Sie können auch die Familienmediathek bei Android-Geräten oder die Familienfreigabe bei Apple-Geräten nutzen, um Käufe Ihres Kindes prinzipiell vorher bestätigen zu müssen und um Käufe innerhalb der Familie zu teilen
  4. Um einen Überblick über die Ausgaben Ihres Kindes zu haben, können Sie eine Liste führen. So sehen Sie gemeinsam, wie viel Taschengeld im Monat für Apps ausgegeben wird. Eine andere Möglichkeit ist, erst gar keine Zahlungsdaten in den App-Stores zu hinterlegen. So hat Ihr Kind nur Zugriff auf kostenlose Apps. Gerade bei jüngeren Kindern ist  dies eine gute Vorsichtsmaßnahme, allerdings können diese  Werbung enthalten.
    Wichtig ist, dass Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst nehmen. Wenn Ihr Kind Taschengeld bekommt, darf es mitreden, wofür es ausgegeben werden soll. Beraten Sie sich gemeinsam, welche Kosten sinnvoll sind und wie Sie zu hohe Kosten am besten vermeiden können. Eine weitere Möglichkeit, die Kosten zu kontrollieren, ist der Kauf einer Guthabenkarte (z. B. als Geschenk) für den App-Store. Achten Sie jedoch unbedingt in den Einstellungen darauf, dass die Kreditkarte nicht weiter aufgebraucht wird, sobald das Guthaben leer ist.
  5. Ein etwas radikalerer, aber effektiver Weg ist die Drittanbietersperre. Darüber können jegliche In-App-Käufe blockiert werden. Um diese einrichten zu lassen, wenden Sie sich an Ihren Mobilfunkanbieter mit einer formlosen E-Mail oder einem einfachen Anruf. 

Es sind bereits hohe Kosten entstanden. Was nun?

Manchmal lassen sich bereits getätigte Käufe innerhalb einer Frist zurückrufen, z. B. im iTunes-Account (Apple) unter der “Kaufübersicht”. Es kann sich auch lohnen, sich an die Hersteller zu wenden, sollte beispielsweise der Kauf eines Abos nicht gut gekennzeichnet worden sein. Was Sie weiterhin tun können, wenn Sie oder Ihr Kind versehentlich in eine Abo-Falle geraten sind, erfahren Sie auf mobilsicher.

Reiten, chatten, Rätsel lösen mit Star Stable

Jungs spielen gerne Fußball und Minecraft – Mädchen mögen Pferde und spielen gerne Star Stable. So einfach ist es glücklicherweise nicht. Die Entwickler des Online-Rollenspiels Star Stable sehen das offenbar anders. Das Spiel kommt nur mit weiblichen Figuren aus.

Kurz gefasst

  • Online-Rollenspiel für den PC (für Windows oder Mac)
  • Spielen nach Installation möglich
  • erfordert die Erstellung eines Accounts
  • ab Level fünf kostenpflichtig
  • keine Altersempfehlung
  • beinhaltet In-App-Käufe

Ein Online-Pferdespiel nur für Mädchen!? 

Bei Star Stable reiten die Spielenden mit einem Pferd über eine Insel und treffen dabei auf andere Reiterinnen. Mit ihnen können sie sich während des Spiels über einen Chat austauschen. Sie müssen Aufträge erfüllen, Rätsel lösen und Turniere gewinnen. Dadurch können sie neue Kleidung und bessere Reitausrüstung bekommen. Bis zum fünften Level ist das Spiel kostenlos, anschließend gibt es verschiedene Bezahlmodelle für die Vollversion: Man kann sich den Zugang zum Spiel für einen Monat, drei Monate oder ein ganzes Jahr kaufen.

Neben dem eigentlichen Spiel gibt es ergänzende Apps, um das Pferdeerleben für Mädchen zu erweitern.

Was begeistert Kinder an dem Angebot?

Star Stable bietet eine große virtuelle Welt, die Kinder gerne entdecken möchten. Der Spielverlauf wird selbst gestaltet. Die Charaktere, in die Ihr Kind schlüpfen kann, sowie dessen Pferde können individuell angepasst werden und erscheinen dadurch einzigartig. Gerade Mädchen, auf die das Spiel zugeschnitten ist, können hier ihre Liebe zu Pferden ausleben. Die Grafik ist ansprechend und realitätsnah, so dass sie das Gefühl bekommen können, selbst auf einem Pferd zu sitzen. Die Landschaften und Farben sprechen Kinder positiv an.

Das Pferdespiel hat bereits eine große Community. Auf YouTube gibt es etliche Let’s Play-Formate zu Star Stable. Spielerinnen geben darin Tipps und kommentieren ihr eigenes Spielen unterhaltsam. Es gibt bei YouTube sogar eine eigene animierte Serie. 

Was kann problematisch sein an Star Stable?

Bevor gespielt werden kann, müssen Spielende erst einen Account erstellen und dabei ihr Geburtsdatum angeben. Eine Überprüfung der Angaben findet nicht statt, so dass man nicht sicher sein kann, ob nur Kinder das Spiel nutzen. Deshalb besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming – auch wenn die Chatfunktion kinderfreundlich gestellt ist. Auch eine unangemessene Sprache, wie Hate Speech, kann in solchen Chats auftreten und unangenehm für Ihr Kind sein. 

Der kostenlose Einstieg ins Spiel hat das Ziel, Kinder dafür zu begeistern, so dass sie gern weiterspielen möchten. Die Kosten für die Vollversion sind allerdings recht hoch. Außerdem gibt es eine virtuelle Währung, die sogenannten Star Coins, von denen jede Spielerin einmal wöchentlich 100 Stück erhält. JorvikShillinge erhält man z. B., indem man Aufgaben erledigt. Ungeduldige Spielende können diese aber auch im Shop von Star Stable direkt kaufen. Star Stable setzt starke Anreize, Geld für Zubehör auszugeben. Gerade für jüngere Kinder und Teenager sind In-App-Käufe ein Risiko, viel Geld auszugeben.

Trotz der vielen Möglichkeiten, seinen Charakter und das Pferd nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, lässt sich kein männlicher oder geschlechtsneutraler Charakter erstellen. Auch wenn Pferde bei Mädchen besonders beliebt sind, werden die meisten Jungen von Anfang an ausgeschlossen. Das Spiel vermittelt, dass Pferde und Reiten nichts für Jungs ist. Damit greift Star Stable auf klassische Geschlechterrollen zurück, wodurch sich sowohl Jungen als auch Mädchen diskriminiert fühlen können.

Was meint der Anbieter?

Auf Star Stable haben die Spielemacher Informationen für Eltern bereitgestellt. Darin betonen sie die positiven Aspekte des Spiels, wie das Erlernen sozialer Fähigkeiten und die Entwicklung eines Verantwortungsbewusstseins durch den Umgang mit virtueller Währung. Es wird darauf verwiesen, dass Eltern ihre Kinder über mögliche Risiken und Gefahren des Internets aufklären sollten. Dafür wurden die Star Stable-Regeln gesondert aufgeführt. Eine Altersempfehlung gibt es nicht.

Die Spielemacher betonen, mit persönlichen Daten von Kindern besonders sensibel umzugehen und sich an das sogenannte Safe Harbor-Abkommen zu halten, das sich dem Schutz online gesammelter persönlicher Daten von Kindern widmet. Außerdem heißt es, sollen keine Informationen oder Details zum Konto an Dritte weitergegeben werden. 

Was sollten Eltern beachten? 

Da es keine konkrete Altersempfehlung gibt, sollten Sie sich das Spiel vor dem ersten Spielen durch Ihr Kind selbst anschauen. So können Sie einschätzen, ob Ihr Kind schon mit den Inhalten, Funktionen und schnellen Bildern zurechtkommt. Aufgrund der möglichen Risiken sollte Ihr Kind mindestens 10 Jahre alt sein und das Spiel anfangs unbedingt gemeinsam mit Ihnen kennenlernen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren und wie In-App-Käufe funktionieren. Setzen Sie Zeitlimits, damit Ihr Kind sich nicht vollkommen in der virtuellen Welt verliert. Mehr Tipps dazu gibt es in unserem Beitrag “Games in der Familie”.

Versuchen Sie Ihrem Kind verständlich zu machen, dass Pferde und Reiten nicht nur ein Thema für Mädchen ist. Sollte Ihr Sohn das Spiel spielen wollen, ermutigen Sie ihn trotz der einseitigen Perspektive der Spielemacher dazu, das Spiel zu spielen.

jugend.support – Onlineberatung für Jugendliche zu Risiken im Netz

Jugendliche möchten sich nicht immer bei Problemen an die Eltern oder andere Erwachsene wenden. Informationen und Beratungsangebote im Internet sind eine einfache Möglichkeit, Rat und Hilfe zu bekommen – z. B. über Plattformen wie jugend.support. Sie richtet sich konkret an Jugendliche ab 12 Jahren. Dieser Film erklärt genau, was dahinter steckt:

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https://www.youtube.com/watch?v=AkzFh_1k9Ag_%_

Was genau gibt es bei jugend.support?

jugend.support ist ein Angebot speziell für Jugendliche und deren Fragen und Probleme im Internet. Egal, ob Fake Profile, Datenklau, Cybermobbing und Cybergrooming: fast alle wichtigen Themen werden kurz erklärt und es gibt zahlreiche Tipps und Infos, wie man mit den Herausforderungen umgehen kann. Das genau gibt es auf jugend.support:

  • Informationen zu verschiedenen Themenbereichen
  • Tipps, wie sich Jugendliche selbst helfen und schützen können
  • Beratungsstellen, die Jugendlichen vertraulich und kostenlos helfen
  • Informationen, wo man Inhalte, die nicht okay sind, melden kann und wo man sich beschweren kann, wenn jemand Regeln verletzt.

Viele Partner mit speziellen Kenntnissen und Aufgaben unterstützen Jugendliche auf jugend.support mit ihrem Expertenwissen und beraten bei Problemen. Außerdem können Jugendliche sich an eine Beratungsstelle wenden: Nummer gegen Kummer, juuuport und die Telefonseelsorge sind Ansprechstelle und Partner des Angebots.

Wenn Jugendlichen ein Inhalt auf Apps oder Internetseiten etc. auffällt, der nicht für junge Menschen geeignet ist, weil er sie z. B. verängstigt, kann dieser direkt auf jugend.support gemeldet werden. Der Inhalt wird dann direkt von einem der Partner www.internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net überprüft.

Was sollten Eltern beachten?

jugend.support richtet sich ausschließlich an Jugendliche (ab 12 Jahren), nicht an jüngere Kinder. Sie als Eltern müssen und sollen nicht alles wissen, was Ihr Kind tut und es ist gut, wenn es sich eigenständig Unterstützung und Hilfe sucht. Trotzdem sollten Sie immer als Ansprechpartner für Ihr Kind da sein und es bei allen Fragen, Risiken und Herausforderungen unterstützen. Dieses Vertrauensverhältnis ist auch noch sehr wichtig, wenn Ihr Kind schon älter ist!

Vorbild oder schlechtes Beispiel – wie viel Zeit verbringe ich mit Medien?

Wenn wir Jugendliche an ihren Smartphones sehen, kommt uns schnell der Gedanke: Die starren zu viel auf ihre Displays und reden gar nicht mehr richtig miteinander!
Aber vielleicht haben Sie sich schon mal selbst dabei erwischt, dass Sie das Handy viel zu oft aus der Tasche holen und sich davon ablenken lassen.

Wenn es schon für uns Erwachsene so schwierig ist, unsere Medienzeit im Blick zu behalten, wie sollen es dann unsere Kinder hinbekommen? Sie können Ihr Kind dabei mit unseren Tipps unterstützen und dabei auch die eigene Medienzeit im Blick behalten. Es geht nicht darum, Medien zu verbieten. Schließlich erleichtern sie uns viele Dinge im Alltag und es macht Spaß, sie zu nutzen. Aber zu viel Bildschirmzeit kann auch schädlich sein, z. B. weil man sich zu wenig bewegt. Lesen Sie dazu unseren Beitrag “Wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind?”.

Regeln für die Medienzeit gelten für die ganze Familie

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zu Medienzeiten. Eine gute Sache ist beispielsweise, dass beim gemeinsamen Essen kein Smartphone erlaubt ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Kinder! Da sie sich immer an erwachsenen Vorbildern orientieren, sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen. In einigen Familien gibt es ein Regal, in dem jedes Familienmitglied ein Fach für das eigene Smartphone hat. Dort kann es während der Essenszeit abgelegt werden.

Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Kind, in welchen Situationen welche Medien genutzt werden und warum. Ist das immer sinnvoll oder könnte man stattdessen auch etwas anderes machen, das einem besser tut? Erstellen Sie für sich und Ihr Kind einen Wochenplan, in den Sie die Medienzeiten eintragen. Kommt Ihnen das im Vergleich mit anderen Aktivitäten zu viel vor? Dann können Sie sich gemeinsam Alternativen überlegen.

Je nach Alter sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind verabreden, wie viel Zeit am Tag oder in der Woche es mit Medien verbringen darf. Unterscheiden Sie dabei, wofür Medien genutzt werden. Wenn Ihr Kind die Regelungen versteht, fällt es ihm leichter, solche Zeiten auch einzuhalten.

Wenn Ihr Kind noch jünger ist, können Sie je vereinbarter Medienzeit Murmeln als Hilfe einsetzen. Ein Beispiel: Ein zehnjähriger Junge hat pro Woche sieben Stunden Medienzeit und erhält für je 30 Minuten eine Murmel. Bei Verbrauch der Zeit werden entsprechend viele Murmeln weggelegt. Auch eine Sanduhr, die während der Medienzeit abläuft, kann eine Orientierung sein.

Medienzeit kontrollieren mit Apps

Es gibt Apps, mit denen sich die eigene Bildschirmzeit messen und regulieren lässt. Sie heißen z. B. StayFocused  (für Android, kostenlos) oder AppBlock (für Android kostenlos; ab August 2021 auch für iOS), Forest (bei Android kostenlos, mit Werbung und In-App-Käufen, bei iOS 2,29 € mit In-App-Käufen) oder Space (Basisversion kostenlos für Android und iOS). Sie erfassen die Nutzung des Smartphones. Man kann mit ihnen bestimmte Apps deaktivieren oder das ganze Smartphone für eine bestimmte Zeit “lahmlegen”. Apps wie Forest und Space sind eher spielerisch aufgebaut, indem durch Nichtnutzung des Handys ein Baum wächst oder sich eine Galaxie aufbaut.

Viele dieser Apps finanzieren sich durch Werbung, was nervig sein kann. Außerdem erfordern einige Apps die Eingabe vieler Daten, um das Smartphone-Verhalten nachvollziehen zu können. Nicht bei allen ist klar, ob die Daten auch für andere Zwecke genutzt werden.

Bei vielen Geräten lässt sich auch über die „Einstellungen“ die eigene Bildschirmzeit oder das „Digitale Wohlbefinden“ kontrollieren. Sie können sehen, wie lange und womit Sie Ihre Zeit am Smartphone verbracht haben. Es lassen sich Auszeiten planen oder zeitliche Limits für bestimmte Apps festlegen. Hält man das nicht ein oder wird das Zeitlimit erreicht, erscheint auf dem Bildschirm der entsprechende Hinweis und die Frage, ob man z. B. noch weitere 15 Minuten ergänzen möchte oder ausnahmsweise „Heute kein Limit“ wählt.

Auch wenn diese digitalen Helfer leicht deaktiviert werden können, sieht man, wie viel Zeit man mit dem Smartphone und bestimmten Apps verbringt. Dies kann helfen, das eigene Verhalten mit dem Smartphone zu überdenken und zu verändern. Vielleicht machen Sie daraus gemeinsam mit Ihrem Kind eine Challenge!?

Smartphone-Gadgets selber machen

Von Handyhüllen, Knöpfen, die als Halterung an das Smartphone geklebt werden, bis zu VR-Brillen, mit denen man via Smartphone in 3D-Welten abtauchen kann… Für die elektronischen Begleiter gibt es jede Menge Gadgets, die man kaufen kann. Günstiger und auch persönlicher ist es, sie selbst zu basteln – und ein schönes gemeinsames Familienprojekt noch dazu! Hier gibt es einige Ideen für DIY-Projekte (Do It Yoursellf/Mach es selbst) rund um das Smartphone.

Handyhalterung aus Alltagsmaterialien

Es ist nicht immer einfach, das Handy zu halten, während ein längeres Video läuft. Eine selbst gebastelte Handyhalterung schafft Abhilfe. 

  • Variante 1: Aus einer aufrecht stehenden Toilettenrolle wird ein Stück herausgeschnitten, so dass das Smartphone darin liegen kann. Die graue Klorolle kann noch bemalt oder verziert werden. Das Ganze funktioniert auch mit einer liegenden Rolle. Diese muss allerdings stabilisiert werden, damit sie nicht wegrollt, z.B. mit einem angeklebten Bleistift auf jeder Seite.
  • Variante 2: Haben Sie vielleicht noch eine alte Kassette zu Hause herumliegen? Kassette raus, Hülle umgeklappt und hingestellt. Das Handy passt quer in dieses stabile Stativ und Ihr Kind kann die Kassettenhülle noch bunt bekleben oder bemalen.
  • Variante 3: Ein Stück Pappe, das ein wenig größer ist als eine Visitenkarte, wird in der Mitte gefaltet und schräg eingeschnitten. Es sollte beachtet werden, dass zwei Kanten am untern Ende bestehen bleiben, damit das Smartphone nicht abrutscht. 

Noch mehr Ideen für kreative Handyhalter und bebilderte Anleitungen gibt’s hier.

Touchpen aus Farbstift und Aluminiumfolie 

Wer lieber mit einem Stift als den Fingern auf dem Smartphone herumtippt, kann sich einen sogenannten Touchpen ganz einfach selber machen. Dafür wird einfach ein Stück Aluminiumfolie um einen beliebigen Stift gewickelt und festgeklebt. Es sollte aber beachtet werden, dass die kleinen Ecken an der Aluminiumfolie abgerundet werden und der Stift nur auf Geräten mit einer Schutzfolie benutzt werden sollte, um Kratzer auf dem Bildschirm zu vermeiden.

Lautsprecher-Verstärker fürs Smartphone

Jedes Smartphone hat einen Lautsprecher, aber der ist manchmal nicht laut genug. Als Verstärkung kann eine leere Chipsdose dienen. Zuerst wird ein Schlitz entsprechend der Dicke des Smartphones hinein geschnitten und mit Knete o. ä. ein paar Standfüße daran befestigt, damit die Dose nicht wegrollt. Das Smartphone wird mit dem Lautsprecher (meistens unten am Gerät) in die Dose gestellt. Fülle Sie sie am besten noch mit etwas Toilettenpapier, damit es nicht zu hallig klingt. Fertig ist der Verstärker! Mehr Tipps dazu gibt’s hier.

Wenn die Ideen nicht ausreichen: Es gibt noch viele weitere Bastelanleitungen für Handygadgets, wie z. B. Handyhüllen, Smartphone-Beamer oder Kopfhörertaschen. Suchen Sie z. B. bei YouTube nach Begriffen wie “Smartphone basteln” gemeinsam mit Ihrem Kind danach.

Mediennutzung für alle

Egal ob alt, jung, körperlich beeinträchtigt oder hochbegabt – Mediennutzung ist für die meisten Menschen ein Thema. Nur weil Menschen eine Beeinträchtigung haben, heißt das nicht, dass sie Medien nicht gerne nutzen. Vielleicht wissen Sie das von Ihrem Kind und haben sich gefragt, wie Sie seine Mediennutzung gut begleiten können und ob es spezielle Medien für Kinder mit Behinderung gibt. 

Die meisten Internetangebote sind auf Menschen ausgelegt, die Maus, Tastatur oder Touchscreen gut bedienen, lesen, sehen und hören können – dabei gibt es viele Menschen, die das aus unterschiedlichen Gründen nicht können! Es ist wichtig, dass alle so mit Smartphone & Co. umgehen können, wie sie es möchten und überall teilhaben können. 

Das Recht auf digitale Teilhabe

Wenn alle Medien so nutzen können, wie sie es möchten und nicht ausgeschlossen werden, spricht man von digitaler Teilhabe. Das ist ein Grundrecht, das auch in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Dazu müssen Medienangebote aber auch so gestaltet sein, dass das möglich ist. Manchen Menschen fällt es schwer, lange Texte auf Internetseiten gut zu verstehen. Oder jemand kann sie nicht lesen, weil er oder sie blind ist. Dafür gibt es wie im Straßenverkehr auch im Internet Hilfsmittel. Auf manchen Webseiten kann man sich Texte vorlesen lassen oder auf dem Computer ist ein Programm, das Texte vorlesen kann. Allerdings gibt es sowohl im Straßenverkehr als auch im Internet noch zu wenig Hilfsmittel. Dann ist es für manche Menschen schwierig, an der digitalen Welt (oder dem Straßenverkehr) teilzunehmen. Voraussetzung dafür ist Barrierefreiheit. Im Video der FINNreporter erklärt Lilly anschaulich und verständlich, was das bedeutet und wie Kinder Medien nutzen können, die nicht sehen oder hören können.

Tipps für eine Mediennutzung ohne Barrieren

Auch wenn viele Internetangebote noch nicht barrierefrei gestaltet sind, gibt es einige Hilfsmittel, damit Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Beeinträchtigung sie nutzen können.

  • Geräte wie Smartphones und Tablets bringen häufig schon Einstellungen mit, die die Bedienung für Menschen mit Einschränkungen erleichtern können. Bei Apple-Geräten heißen sie Bedienungshilfen und bei Samsung/Android-Geräten gibt es den Einfachen Modus. Für Computer gibt es häufig spezielle Software, die man kaufen und installieren kann. In der Datenbank der Stiftung Barrierefrei Kommunizieren können Sie nach passenden Apps und Programm suchen.
  • Bei YouTube und anderen Plattformen, auf denen Videos gezeigt werden, lassen sich Untertitel aktivieren. Das hilft Menschen, die nicht gut hören können oder geschriebene Sprache besser verstehen. Die Angebote der Mediatheken von ARD und ZDF sind sogar häufig mit Audiodeskription abrufbar. D. h. ein Erzähler erklärt, was auf dem Bildschirm zu sehen ist.
  • Einige Internetseiten bieten die Möglichkeit, die Sprache zu ändern. Manchmal gibt es auch Texte in Leichter oder Einfacher Sprache, sodass Kinder oder Menschen mit Sprach- oder Leseproblemen sie gut verstehen können.
  • LegaKids ist ein kostenloses Internetangebot für Menschen mit LRS (Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten), Legasthenie, Leseschwäche und Rechenschwäche. Es bietet Informationen, App-Tipps und vieles mehr für Eltern, Kinder und andere Interessierte.
  • Die Aktion Mensch hat auf ihrer Seite einfach-fuer-alle.de Apps zusammengestellt, die die Teilhabe aller Menschen unterstützen.
  • Die Technische Hochschule Nürnberg hat das Computerspiel Genesis für Menschen mit Behinderung entwickelt.
  • Mit dem Programm Susi können Menschen mit eingeschränkten kognitiven Fähig­keiten Computer eigenständig und selbst­bestimmt nutzen.

Vielleicht finden Sie ein paar Anregungen, die Ihnen und Ihrem Kind helfen, Medien mit Spaß und Sicherheit nutzen zu können. Beobachten Sie Ihr Kind, wie es mit den Inhalten umgeht. Es gibt Kinder, die Inhalte noch nicht gut verstehen, obwohl sie laut Altersempfehlung schon geeignet sein sollten. Da jedes Kind anders ist und sich unterschiedlich entwickelt, ist das nicht schlimm. Schauen Sie einfach, ob andere Angebote geeigneter sind. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag “Altersgerechte Medien für mein Kind”.

Mobilsicher – das Infoportal für sichere Handynutzung

Datenschutz und Privatsphäre sind zentral, wenn es um eine sichere Handynutzung geht. Um herauszufinden, wie es sich mit der Privatsphäre bestimmter Apps verhält und wer auf welche Daten zugreifen kann, ist oft eine aufwändige Recherche nötig. Bei Mobilsicher können sich Nutzende gezielt zu bestimmten Apps informieren und schnell einschätzen, ob eine App sicher ist. 

Kurz gefasst:

  • Infoportal zu Datenschutz, Privatsphäre und sicherer Handynutzung
  • kostenlos und gemeinnützig
  • unabhängig und werbefrei
  • Inhalte über Webseite oder den YouTube-Kanal
  • AppChecker: Datenbank mit Testergebnissen zu rund 30.000 Android Apps

Was kann das?

Mobilsicher ist ein Internetportal, über das man sich umfassend zum Datenschutz und der Privatsphäre bestimmter Anwendungen informieren kann und über die Hintergründe beliebter Apps aufgeklärt wird. In kurzen Artikeln oder Videos wird erklärt, wie bestimmte Einstellungen vorgenommen werden können und die eigene Handynutzung sicherer gemacht werden kann. Unter dem Thema #Kinder finden Eltern viele hilfreiche Beiträge z. B. zum Datenschutz beliebter Kinder-Apps, Tipps wie das Smartphone des Kindes sicherer gemacht und Jugendschutzprogramme einrichtet werden.

Das Herzstück des Portals ist der AppChecker. Hier werden Testergebnisse zu Datenschutz und Datennutzung zahlreicher Android-Apps zu Verfügung gestellt. Mobilsicher analysiert für den AppChecker beliebte Apps bezogen auf Werbung, In-App-Käufe und das Datenverhalten. Außerdem wird über mögliche Drittanbieter, App-Berechtigungen und Zugriffsrechte aufgeklärt. Die Bewertung von Apps ist anhand des sogenannten Privacy-Scores von 1 bis 5 auf einen Blick erkennbar. Apps können über die Suchleiste und über das Glossar gefunden werden, das alle bisher analysierten Apps von A-Z beinhaltet. Mobilsicher ist kostenlos und unabhängig. 

Was kann problematisch sein mit dem Angebot ?

Das Angebot des AppCheckers ist auf Android-Apps beschränkt. Der Anbieter gibt an, dass andere Betriebssysteme, wie etwa iOS, nicht unterstützt werden, da eine vergleichbare Testung nicht möglich ist. Das schließt viele potentielle Nutzer und Nutzerinnen aus. 

Was sollten Eltern beachten?

Über Mobilsicher können Sie sich gut über die Datensicherheit von Apps informieren. Beachten Sie aber, dass Mobilsicher die Apps lediglich auf ihren Umgang mit Daten und ihre Privatsphäre testet. Die Inhalte der Apps oder andere Risiken, wie z. B. durch die Kommunikation mit anderen Personen, wird in der Bewertung nicht berücksichtigt. Wird eine App von AppChecker als gut bewertet, sagt dies nur beschränkt etwas über ihre Eignung für Ihr Kind aus. Nutzen Sie deshalb auch andere Quellen, um sich über geeignete Medienangebote zu informieren. In unserem Artikel zu guten Apps für Kinder erfahren Sie mehr über Informationsangebote und wie Sie eine gute Kinder-App erkennen können.

Zwischen Schutz und Freiraum

Als Eltern haben Sie immer das Bedürfnis, Ihr Kind vor Gefahren zu schützen – egal, ob im Straßenverkehr, beim Toben mit Freunden oder eben bei der Mediennutzung und egal, wie alt es ist. Schließlich lauern überall potenzielle Gefahren. Wenn Kinder aber immer davor bewahrt werden, können sie nicht lernen damit umzugehen. Deshalb ist es wichtig, eine Balance zwischen Schutz und Freiraum zu finden. Dann kann sich Ihr Kind entfalten und eigenständig werden, ohne dass es permanent Risiken ausgesetzt ist.

Freiräume sind wichtig

Kinder und Jugendliche suchen ständig nach neuen Erfahrungsräumen, auch solche die fernab Ihrer Kontrolle als Eltern sind. Diese Freiräume müssen Sie Ihrem Kind zugestehen, denn sie sind sinnvoll und notwendig, damit es eine Eigenständigkeit entwickeln kann. 

Kinder und Jugendliche brauchen und nutzen diese Freiheit je nach Alter unterschiedlich. Jüngere Kinder ziehen sich in ihr Zimmer zurück oder schauen heimlich länger Fernsehen, wenn Mama oder Papa nicht aufpassen. Sobald Kinder lesen lernen, können sie auch Online-Medien mehr und anders nutzen. Dann landen sie schon mal aus Neugierde auf Internetseiten, die eigentlich noch nichts für sie sind. Je älter Ihr Kind wird, desto wichtiger ist es, dass es auch eigene Entscheidungen trifft. 

Spätestens im Teenie-Alter kommen soziale Netzwerke wie TikTok, Instagram, YouTube und Computerspiele dazu. Den Zugang zu diesen Plattformen generell zu verbieten, ist unmöglich und aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll. Jedoch können in diesen Räumen auch bewusst oder unbewusst Grenzen überschritten werden. Es gehört besonders zur Jugendphase dazu, sich vom Elternhaus abzugrenzen und eigene Wege zu gehen. Ihr Kind möchte herausfinden, wer es ist. Deshalb werden Grenzen ausgetestet und persönliche Freiheitsräume gesucht. Social Media bietet dafür viele Möglichkeiten. 

Ihr Rolle als Eltern

Es ist in Ordnung, wenn Sie Ihr Kind nicht überall beaufsichtigen. Eigenständigkeit ist positiv und sollte von Ihnen unterstützt und kritisch begleitet werden. Dazu gehört aber, Ihr Kind darauf vorzubereiten, indem Sie ihm die Risiken und Chancen digitaler Medien bewusst machen und Wege zeigen, damit umzugehen. Gemeinsam vereinbarte Medienregeln können helfen. Dazu sollten nicht nur Medienzeiten gehören, sondern auch ausgewählte Medieninhalte und App-Berechtigungen. Solche Regeln sollten jedoch immer wieder neu ausgehandelt werden, um sie dem Alter Ihres Kindes anzupassen.

Geben Sie nach und nach die Kontrolle ab und beziehen Sie Ihr Kind bei allen Entscheidungen mit ein. Nur wenn es Ihre Sorgen versteht, kann es Regeln auch umsetzen. Trotzdem wird es – gerade in der Pubertät – auch Momente geben, in denen Ihr Kind sich nicht daran hält. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und suchen Sie immer wieder das Gespräch. Seien Sie vor allem ansprechbar, falls es mal an seine Grenzen kommt und verurteilen Sie Ihr Kind nicht dafür. Schließlich gehört das zum Aufwachsen dazu.

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