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Kinder und Nachrichten vom Krieg

Nachrichten über Krieg, Gewalt und bewaffnete Konflikte erschüttern uns alle. Was Erwachsene oft kaum begreifen können, ist für Kinder meist noch schwerer zu verstehen. Kinder von den aktuellen Nachrichten fernzuhalten, ist kaum möglich. Umso wichtiger ist es, Kinder zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben. Wir geben Anregungen zum Umgang mit belastenden Nachrichten und stellen kindgerechte Medienformate zum Thema vor.

Nehmen Sie Ihr Kind ernst und hören Sie zu

Kinder bekommen oft mehr mit, als Erwachsene denken. Deshalb ist es wichtig, ihre Fragen ernst zu nehmen und auf ihre Gefühle einzugehen. Wenn Kinder über ihre Sorgen sprechen können, hilft ihnen das, das Erlebte besser zu verarbeiten. Trösten Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm Nähe, zum Beispiel durch eine Umarmung – das gibt Sicherheit in schwierigen Momenten.

Bieten Sie Spiele und Gespräche zur Verarbeitung

Jüngere Kinder verarbeiten Dinge, die sie beschäftigen im Spiel oder indem sie ein Bild malen. Wenn Ihr Kind das nicht von selbst tut, können Sie es dazu ermuntern und mitmachen. Sich in Bildern oder Texten auszudrücken, kann auch für ältere Kinder und Jugendliche eine gute Möglichkeit sein. Aber auch Gespräche und konkrete Informationen sind für sie wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind altersgerechte Angebote und weisen Sie es auf mögliche Falschinformationen hin. Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, Ihnen zu zeigen, wenn es über Social Media oder Messenger erschreckende Bilder und Videos geschickt bekommt und sprechen Sie mit ihm darüber.

Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit

Wenn Kinder Nachrichten über Krieg hören, kann sie das verunsichern. Besonders jüngere Kinder brauchen die beruhigende Botschaft, dass sie sicher sind und dass Erwachsene sich um ihren Schutz kümmern. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Krieg weit weg stattfindet und viele Menschen und Organisationen daran arbeiten, Frieden zu schaffen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht völlig hilflos ist, sondern dass es Möglichkeiten gibt, etwas Gutes zu tun. Überlegen Sie gemeinsam, wie Hilfe aussehen kann, zum Beispiel durch eine Spendenaktion oder die Teilnahme an einem Friedensprojekt in der Schule oder in der Nachbarschaft. So erlebt Ihr Kind, dass man auch in schwierigen Situationen nicht nur Angst haben muss, sondern selbst etwas beitragen kann.

Bleiben Sie Sie selbst

Auch als Erwachsene haben Sie das Recht mit der Situation und den Nachrichten überfordert zu sein. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten können. Seien Sie ehrlich zu Ihrem Kind und zeigen Sie Ihre Unwissenheit oder Gefühle im Zusammenhang mit den Ereignissen in Kriegsgebieten. Wichtig ist, dass Sie das Thema nicht vermeiden.

Nutzen Sie kindgerechte Nachrichten zum Thema Krieg

In unserem Beitrag „Nachrichten für Kinder und Jugendliche“ finden Sie Hinweise zum Umgang mit Nachrichten allgemein und Linktipps zu altersgerechten Angeboten.

Zum Thema bewaffnete Konflikte und Krieg empfehlen wir folgende Formate für Eltern und Kinder:

Auch wenn belastende Nachrichten verunsichern, können Sie Ihrem Kind mit Aufmerksamkeit, Nähe, offenen Gesprächen und Zugang zu altersgerechten Nachrichtenformaten Sicherheit und Orientierung geben.

Empfehlungen durch Algorithmen – Was Eltern darüber wissen sollten

Manchmal öffnet man eine App und hat das Gefühl, sie weiß mehr über einen als man selbst. Verantwortlich dafür sind algorithmische Empfehlungssysteme, die Inhalte nach bestimmten Kriterien sortieren, gewichten und priorisieren. Sie bestimmen, welche Inhalte den Nutzenden, also auch Kindern und Jugendlichen, bevorzugt angezeigt werden. Für Eltern ist es wichtig zu verstehen, wie diese Systeme funktionieren und welche Auswirkungen sie haben können.

Wie Empfehlungen entstehen

Algorithmen entscheiden, wie Inhalte im persönlichen Feed angezeigt werden, und schlagen beispielsweise auch im Suchbereich weitere Inhalte vor. In sozialen Netzwerken tragen solche Bereiche Namen wie „For You“, „Feed“ oder „Entdecken“. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Inhalte werden nicht zufällig angezeigt, sondern individuell ausgewählt. Solche Empfehlungsmechanismen finden sich nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei Streaming-Diensten, Videoportalen oder Online-Shops. Grundlage dafür sind vor allem Nutzungsdaten. Dazu zählen angesehene Inhalte, Likes, Kommentare, Verweildauer, Suchanfragen, Geräteinformationen und teilweise auch Standortdaten.

Algorithmen zeigen bevorzugt Inhalte, die zu bisherigen Interessen passen oder besonders starke Reaktionen auslösen, beispielsweise durch Überraschung oder Provokation. Plattformen möchten relevante Inhalte anzeigen und Nutzer*innen möglichst lange dort halten. Für Kinder bedeutet das: Wenn ihnen etwas gefällt oder sie lange dabeibleiben, bekommen sie mehr davon angezeigt. Andere Themen treten in den Hintergrund.

Maschinelles Lernen auf Instagram

Bei Instagram wird der Standard-Feed seit 2016 algorithmisch sortiert. Ein lernendes System bewertet verschiedene Faktoren und entscheidet, welche Beiträge als relevant erscheinen. Dabei werden unter anderem frühere Interaktionen, die Beziehung zu anderen Accounts oder die Art der Inhalte berücksichtigt. Seit 2022 können Nutzer*innen in der App über das Menü oben zwischen einer chronologischen Ansicht („Folge ich“ oder „Favoriten“) und dem algorithmischen Standard-Feed wechseln. „Folge ich“ zeigt Beiträge aller abonnierten Accounts in zeitlicher Reihenfolge, „Favoriten“ zeigt nur ausgewählte Accounts chronologisch. Die Auswahl gilt jeweils nur für die aktuelle Sitzung und muss bei Bedarf erneut aktiviert werden.

Das System passt sich laufend an. Je mehr Ihr Kind – oder auch Sie selbst – mit bestimmten Inhalten interagiert, desto stärker prägen diese den Feed. So entsteht ein sehr persönlicher Nachrichtenstrom, der sich für Ihr Kind oft stimmig anfühlt, aber auch einseitig werden kann.

Personalisierte Empfehlungen bei Spotify

Auch Spotify arbeitet mit personalisierten Empfehlungen. Aus dem Hörverhalten erstellt Spotify ein Geschmacksprofil. Dabei werden gehörte Songs, Playlists, Wiederholungen, Tageszeiten und Nutzungsdauer berücksichtigt. Auf dieser Basis entstehen individuelle Vorschläge wie personalisierte Mixe oder Wochenempfehlungen.

Zusätzlich vergleicht das System Hörgewohnheiten mit denen anderer Nutzender. Ihr Kind bekommt dadurch Musik empfohlen, die zu ähnlichen Profilen passt. Das kann Neues eröffnen, verstärkt aber auch bestehende Vorlieben.

Algorithmen auf TikTok

TikTok gewichtet besonders stark die Verweildauer und Interaktionen. Bereits nach kurzer Zeit erkennt das System, welche Videos Ihr Kind länger anschaut oder mehrfach ansieht. Diese Signale haben mehr Einfluss als Likes oder die Anzahl der Follower*innen.

Ein Effekt davon ist, dass auch Inhalte von unbekannten Accounts sehr schnell große Reichweite bekommen können. Gleichzeitig kann sich der Videostrom stark verengen, wenn ein Thema besonders oft angesehen wird. Auch sensible oder problematische Inhalte können so verstärkt auftauchen.

Was kann problematisch sein?

Nach dem Digital Services Act (DSA) müssen sehr große Plattformen in der EU transparenter erklären, wie ihre Empfehlungssysteme funktionieren, und teilweise eine nicht personalisierte Anzeige von Inhalten anbieten. Diese Optionen sind vorhanden, jedoch oft nicht leicht zu finden.

Tipps zum Umgang mit personalisierten Inhalten

Ihr Kind sollte wissen, dass Empfehlungen technisch gesteuert sind und nicht zufällig entstehen. Gespräche über Algorithmen helfen, Inhalte besser einzuordnen:

  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass Apps auf Verhalten reagieren und daraus lernen
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass auch Werbung personalisiert ausgespielt wird
  • Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen wie Interessen, Verlauf oder Standort
  • Setzen Sie regelmäßig Verlauf, Suchanfragen oder empfohlene Inhalte zurück
  • Machen Sie deutlich, dass Algorithmen Recherche nicht ersetzen
  • Fördern Sie kritisches Nachfragen: Warum sehe ich das immer wieder?

Für Kinder – und oft auch für Erwachsene – ist es häufig schwer zu durchschauen, warum eine App sie scheinbar so gut versteht. Umso wichtiger ist es, Medienkompetenz zu fördern. Dazu gehört auch, über die Faszination sozialer Medien zu sprechen und darüber, wie Technik Aufmerksamkeit lenkt. Gemeinsames Ausprobieren, etwa das Zurücksetzen von Verläufen oder das Anpassen von Einstellungen, kann dabei zu hilfreichen Aha-Momenten führen.

TikTok und Drogenkonsum

Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.

Drogenkonsum und soziale Netzwerke – was findet man da überhaupt?

Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.

Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.

Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.

In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.

Lustig und harmlos? Die Videos vermitteln fatal falsche Bilder

Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.

So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.

Was tun die Plattformen?

Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.

In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.

Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.

Was sollten Eltern beachten?

Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.

Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:

  • Sprechen Sie Ihr Kind direkt an und benennen Sie ruhig Ihre Sorgen.
  • Erklären Sie, wie Empfehlungsalgorithmen funktionieren und wie sich Inhalte beeinflussen lassen, etwa über „Nicht interessiert“, Blockieren oder Stummschalten.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, problematische Beiträge zu melden.
  • Beziehen Sie Vertrauenspersonen wie Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter*innen ein.
  • Nutzen Sie professionelle Hilfsangebote. Ein bundesweites Verzeichnis von Drogenberatungsstellen bietet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
  • Die bundesweite Sucht & Drogen Hotline bietet rund um die Uhr anonyme telefonische Beratung.
  • Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Aufklärungsangeboten wie drugcom.de, die sachlich und verständlich über legale und illegale Drogen informieren.

Lernen und kreativ sein – Apps für Kleinkinder 

Liebevolle Animationen, kindgerechte Illustrationen und interaktive Elemente: Es gibt eine Vielfalt an Lern- und Kreativ-Apps, die speziell für Kleinkinder entwickelt wurden. Sie vermitteln erste Wissensinhalte, fördern Grundlagen wie Buchstaben- und Mengenverständnis oder regen mit Puzzles und kleinen Rätseln zum Mitdenken an. Durch die spielerische Gestaltung macht das Lernen Spaß und eine altersgerechte App kann Kinder dazu motivieren, sich auszuprobieren und kreativ auszudrücken. Wir stellen Ihnen Apps vor, die sich besonders gut für den Einstieg eignen – etwa für Zwei- bis Fünfjährige.

DerElefant

Die App zur Sendung mit dem Elefanten bietet neben Sendungen und Lach- und Sachgeschichten zahlreiche Spiele zum Malen, Rätseln, Programmieren, Hindernissen ausweichen, Verstecken und eine Schatzkiste Freirubbeln. Mit Hilfe des Elefantenweckers kann die Dauer der Spielzeit eingestellt werden.

Betriebssysteme: iOS, Android, Amazon

Kosten: kostenfrei

Unser Sandmännchen

In der App zur Kinderserie können Kinder gemeinsam mit dem Sandmännchen und seinen Freund*innen spielen, puzzeln, Bilder ausmalen, Figuren verkleiden, eigene kurze Geschichten aufnehmen und kleine Abenteuer entdecken. Die Mediathek bietet Videos und Hörgeschichten aus der Sandmann-Welt, inklusive der täglichen Gutenachtfolge, die zur abendlichen Routine beitragen kann.

Betriebssysteme: iOS, Android

Kosten: kostenfrei

Bubl Malen

Malen und komponieren – gleichzeitig. Dazu ein Motiv wählen, eine Farbpalette und schon können farbige Bilder gemalt und mit Farben und Formen Musik gemacht werden. Aus Linien, Wellen und Kreisen entsteht ein Gesamtbild. Die App fördert die Wahrnehmung der Verbindung zwischen Klang, Farbe und Form.

Betriebssystem: iOS

Kosten: 2,99 €

Kleine Eule – Reime für Kinder

Die App enthält interaktive Reime nach den bekannten Bilderbüchern. Die Kinder begleiten die kleine Eule durch mehrere Reimgeschichten – etwa, wenn sie mit einer Beule am Kopf Hilfe sucht, abends nicht einschlafen kann oder gemeinsam mit ihren Freund*innen eine Geburtstagsparty vorbereitet.

Betriebssystem: Android, iOS

Kosten: 3,99 € (Android), 4,99 € (iOS)

Milli und ihre Freunde: Spiel- und Vorlesespaß 

Eine Vorlesegeschichte in Reimform über eine Schnecke auf der Suche nach sich selbst. Auf ihrer Reise trifft sie viele Tiere. Die ruhige und ansprechende Gestaltung der App hebt sich von vielen aktuellen Apps ab.

Betriebssystem: iOS

Kosten: 1,99 €

Kleine Löschmeister

Die App gibt einen Einblick in den Alltag bei der Feuerwehr und zeigt typische Einsätze in spielerischer Form. Kinder lernen dabei, wie sie sich bei einem Brand richtig verhalten. Hervorzuheben ist die selbsterklärende und überwiegend wortlose Aufgabenstellung, die bereits junge Kinder bestens bewältigen.

Betriebssysteme: iOS, Android

Kosten: kostenfrei

Meine 1. App – Fahrzeuge

Fahrzeuge auswählen, ihre Namen hören und ihre Eigenschaften entdecken. Zum Kennenlernen der Fahrzeuge gibt es drei Spielformen: ein Puzzle, ein Drehspiel sowie ein Geduldsspiel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Hervorzuheben ist, dass die App kein Belohnungssystem beinhaltet.

Betriebssystem: iOS

Kosten: 1,99 €

Edurino

Edurino ist ein digitales Spiel- und Lernsystem, das aus einer App, haptischen Figuren und einem ergonomischen Dreikant-Stift besteht. Mithilfe von Tierfiguren können Kinder in verschiedene Lernwelten eintauchen, wie z. B. Rechnen, Gefühle oder Konzentration. Die Bedienung ist sehr intuitiv, die Aufgaben sind spielerisch gestaltet und steigern sich nach und nach im Schwierigkeitsgrad. Edurino lässt sich auch offline nutzen. Das Angebot ist vielfältig und pädagogisch wertvoll – das hat auch seinen Preis. Zum Testen lohnt sich ein Blick in die örtliche Bücherei. Offiziell wird Edurino ab vier Jahren empfohlen, je nach Kind klappt der Einstieg aber auch etwas früher.

Betriebssysteme: Android, iOS, Amazon

Kosten: Startersets ab 49,98 €, pro Figur 24,99 €

Was Eltern beachten sollten

Kinder lernen vor allem durch eigenes Entdecken und Ausprobieren. Digitale Lern- und Kreativangebote können diesen Prozess sinnvoll begleiten und sowohl kognitive als auch kreative Fähigkeiten stärken. Entscheidend ist, dass eine App zum individuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes passt – das können Sie am besten einschätzen.

Gute Kinder-Apps enthalten im besten Fall keine Werbung oder In-App-Käufe. Was eine gute App für Kinder noch ausmacht, beschreiben wir in diesem Artikel. Für die Suche empfehlen wir Ihnen die App-Tipps von der Stiftung Lesen, SIN – Studio im Netz oder dem Spieleratgeber NRW. Sie benötigen keine große Anzahl von Apps für Ihr Kind. Konzentrieren Sie sich lieber auf einige wenige qualitativ hochwertige Apps, die den Bedürfnissen und Interessen Ihres Kindes entsprechen.

Das ist dabei wichtig:

  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Apps zu prüfen, bevor Sie diese Ihrem Kind zur Verfügung stellen. Lesen Sie Bewertungen anderer Eltern und prüfen Sie, ob die App von vertrauenswürdigen Entwicklern oder Bildungseinrichtungen stammt.
  • Achten Sie auf altersgerechte Inhalte und Funktionen. Es ist wichtig, dass die App den Entwicklungsstand Ihres Kindes berücksichtigt und angemessene Herausforderungen bietet. Stellen Sie auch sicher, dass Ihr Kind nicht auf andere, nicht für Kinder geeignete Apps zugreifen kann. 
  • Nutzen Sie die Apps als Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten mit Ihrem Kind. Begleiten Sie es, stellen Sie Fragen, ermutigen Sie es zu erzählen oder diskutieren Sie über die Inhalte.
  • Setzen Sie – je nach Alter gemeinsam – Regeln für die Bildschirmzeit. Und achten Sie darauf, wie Ihr Kind auf die Nutzung der Apps reagiert. Wenn es Anzeichen von Frustration, Überforderung oder Abhängigkeit zeigt, ist es wichtig, die Bildschirmzeit zu reduzieren und alternative Aktivitäten anzubieten.
  • Ihr eigenes Verhalten hat eine Vorbildfunktion für Ihr Kind. Versuchen Sie, selbst einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Medien vorzuleben und das Familienleben nicht übermäßig von Bildschirmzeiten bestimmen zu lassen.

Deepnudes: Wie mit KI Bilder manipuliert und Grenzen verletzt werden

Ein Klassenfoto wird in einem Chat geteilt, ein Selfie landet auf Social Media. Für viele Kinder ist das ganz normal. Und dann taucht plötzlich ein Bild auf, das nie existiert hat: ein Nacktbild, aber es wurde technisch manipuliert. Das sind sogenannte Deepnudes. Für Betroffene kann das extrem belastend sein. Viele Eltern kennen diese Technik nicht und merken erst spät, wie schnell Kinder davon betroffen sein können.

Was sind Deepnudes?

Deepnudes sind künstlich erzeugte Nacktbilder. Sie entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus echten Fotos. Die KI analysiert vorhandene Bilder, entfernt Kleidung digital und ergänzt Körperteile, sodass ein realistischer Eindruck entsteht. Dabei ist das Bild vollständig erfunden.

Der Begriff stammt ursprünglich von einem konkreten Programm, steht heute aber für zahlreiche KI-basierte Anwendungen, die ähnliche Funktionen bieten. Solche Angebote sind oft leicht zugänglich, teilweise kostenlos und anonym nutzbar. Besonders problematisch ist, dass öffentlich zugängliche Fotos aus sozialen Netzwerken dafür ausreichen. Die Betroffenen erfahren häufig erst davon, wenn das Bild schon weiterverbreitet wurde. Dann ist der Schaden oft bereits da.

Warum wirken Deepnudes auf Jugendliche reizvoll?

Viele Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit KI-Anwendungen auf. Filter, Bildbearbeitung oder Chatbots gehören für sie zum Alltag. Tools zur Erstellung von Deepnudes werden deshalb manchmal als technisches Experiment wahrgenommen, ohne das Ausmaß zu erkennen.

Dazu kommen entwicklungsbedingte Faktoren. In der Pubertät geht es darum, Grenzen auszutesten, dazuzugehören und Eindruck zu machen. Manche Jugendliche wollen provozieren, andere passen sich Gruppendruck an. Oft fehlt der Blick für die andere Seite. Dafür, dass hinter jedem Bild ein echter Mensch mit echten Gefühlen steht.

Hinzu kommt: Deepnudes werden nicht nur unter Jugendlichen erstellt und weiterverbreitet. Auch fremde Erwachsene nutzen solche KI-Tools gezielt, um Bilder von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu manipulieren. Für Betroffene bedeutet das ein zusätzliches Risiko, da Machtgefälle, Anonymität und mögliche kriminelle Absichten hinzukommen.

Was als Witz oder Mutprobe beginnt, kann für Betroffene sehr belastend werden.

Warum Deepnudes so gefährlich sind

Deepnudes sind kein harmloser Trend. Sie sind eine Form digitaler, sexualisierter Gewalt.

  • Verletzung der Intimsphäre: Betroffene erleben Scham, Kontrollverlust und Angst
  • Cybermobbing: Bilder werden gezielt genutzt, um zu demütigen oder zu erpressen
  • Verlust der Kontrolle: Einmal verbreitet, lassen sich Bilder kaum vollständig löschen
  • Psychische Belastung: Betroffene ziehen sich zurück, verlieren Vertrauen oder entwickeln Schuldgefühle
  • Rechtliche Folgen: Persönlichkeitsrechte werden verletzt; Deepnudes von Minderjährigen können strafbar sein, wenn es sich um sexualisierte Darstellungen handelt

Besonders schwer wiegt das Gefühl der Ohnmacht. Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Oder trauen sich nicht, etwas zu sagen.

Wie ist die rechtliche Lage?

In Deutschland ist die Lage eindeutig: Das Erstellen, Besitzen oder Verbreiten von sexualisierten Darstellungen Minderjähriger ist in den allermeisten Fällen strafbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder real sind oder – wie bei Deepnudes –  künstlich erzeugt wurden. Auch können Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz verletzt werden, egal wie alt die abgebildete Person ist.

Was Eltern konkret tun können

Für Kinder und Jugendliche sind die Konsequenzen schwer einzuschätzen. Was digital passiert, fühlt sich manchmal weniger ernst an. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene hier Orientierung geben und Verantwortung klar benennen.

Eltern können nicht alles verhindern. Aber sie können viel bewirken. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung.

Frühzeitig ins Gespräch kommen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bildmanipulation, KI und Deepnudes, bevor etwas passiert. Altersgerecht und ruhig. Erklären Sie, dass Bilder im Netz verändert werden können und warum das problematisch ist.

Empathie fördern: Ein Perspektivwechsel hilft. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich fühlen würde, wenn jemand so ein Bild von ihm erstellt oder teilt. Oft entsteht Verständnis genau an dieser Stelle.

Klare Haltung zeigen: Machen Sie deutlich, dass das Erstellen oder Weiterleiten solcher Bilder kein Spaß ist, sondern eine Grenzverletzung. Gleichzeitig sollten Kinder wissen, dass Fehler nicht mit Ärger, sondern mit Unterstützung beantwortet werden.

Unterstützung zusichern: Ihr Kind sollte sicher sein, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann. Auch dann, wenn es sich schämt oder unsicher ist.

Im Ernstfall handeln: Wenn Ihr Kind betroffen ist, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es ernst. Sichern Sie Beweise wie Screenshots oder Chatverläufe und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Doch Vorsicht bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen: Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit diesen sogenannten Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Unterstützung bieten Ihnen Beratungs– und Meldestellen wie das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und die Nummer gegen Kummer.

Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind motivieren, auch mal offline zu sein?

Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.

Warum Offline-Zeit wichtig ist

Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.

Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.

Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.

Motivation statt Verbot

Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

  • Interessen ernst nehmen: Fragen Sie: „Was macht dir offline Spaß?“ Nicht jedes Kind tobt draußen, Lesen, Basteln, Musik hören, Bauen oder Rollenspiele zählen genauso.
  • Mitentscheiden lassen: Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln. Gesprächsimpulse wie „Was magst du online besonders?“ oder „Wann tut der Bildschirm gut – und wann nicht?“ öffnen Türen. Wer mitredet, fühlt sich respektiert.
  • Kleine Schritte gehen: Starten Sie mit kurzen, realistischen Zeiten.

Offline-Zeit attraktiv gestalten

Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:

  • Gemeinsam aktiv sein: Ein Brettspielabend, gemeinsames Kochen eines Lieblingsrezepts oder ein Spaziergang mit Schatzsuche wirken oft stärker als Regeln allein.
  • Material und Freiräume bieten: Bücher, Bastelsachen, Bälle oder Hörspiele griffbereit halten. Langeweile ist erlaubt, aus ihr entstehen oft kreative Ideen.

Technik als Helfer nutzen

Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.

Vorbild sein als Familie

Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.

Wenn es schwierig wird

Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Eltern-Check-In: Mein Kind möchte zum ersten Mal ins Kino – was muss ich beachten?

Der erste Kinobesuch ist für viele Kinder ein großes Ereignis. Alles ist neu: die riesige Leinwand, der dunkle Saal, viele Menschen und ein Film, der nicht einfach gestoppt werden kann. Für manche Kinder ist das spannend, für andere vielleicht zu viel. Mit guter Vorbereitung wird der Kinobesuch trotzdem zu einem schönen Erlebnis.

Ab welchem Alter ist Kino sinnvoll?

Viele Kinder sind ab etwa 5 oder 6 Jahren bereit für ihren ersten Kinobesuch. Entscheidend ist aber weniger das Alter als die Reife Ihres Kindes. Kann es eine Weile ruhig sitzen? Kann es Spannung gut aushalten? Hat es keine große Angst vor Dunkelheit oder lauten Geräuschen? Manche Kinder sind erst später bereit, und das ist völlig in Ordnung.

Welche Rolle spielt die Altersfreigabe?

In Deutschland vergibt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) Alterskennzeichen für Kinofilme. Diese zeigen, ab welchem Alter ein Film freigegeben ist, sind aber keine pädagogischen Empfehlungen. Ein Film „ab 6“ kann für empfindliche Kinder trotzdem zu spannend oder zu traurig sein. Lesen Sie deshalb vorab kurze Inhaltsangaben und vertrauen Sie Ihrem Gefühl.

Was kann für Kinder schwierig sein?

Gerade beim ersten Mal können Kinder von den Eindrücken überwältigt werden:

  • Der Ton ist oft sehr laut
  • Der Kinosaal ist dunkel und ungewohnt
  • Spannende Szenen wirken auf der großen Leinwand intensiver
  • Lange Filme sind anstrengend
  • Werbung und Trailer vor dem Film sind oft nicht altersgerecht

Wenn Ihr Kind unruhig wird oder den Kinosaal verlassen möchte, ist das völlig normal. Kommen Sie diesem Bedürfnis Ihres Kindes gern nach.

Welche Angebote helfen beim Einstieg?

Viele Kinos bieten spezielle Kinderkino- oder Familienvorstellungen an. Manche haben sogar extra Angebote für das erste Kinoerlebnis. Diese Vorstellungen sind meist früher am Tag, kürzer, leiser, mit gedimmtem Licht und mit angepasster Werbung. Oft dürfen Kinder sich bewegen oder auch mal etwas sagen. Das nimmt Druck raus und macht den Einstieg leichter.

Wie können Eltern gut begleiten?

Bereiten Sie Ihr Kind vor: Erklären Sie, wie Kino abläuft, dass es dunkel wird und der Film nicht pausiert werden kann. Wichtig ist auch die klare Botschaft: Wir dürfen jederzeit rausgehen, wenn es zu viel wird. Setzen Sie sich dafür ggfs. eher an den Rand im Saal.

Sprechen Sie nach dem Film darüber, was Ihrem Kind gefallen hat und was vielleicht unheimlich war. So helfen Sie, das Erlebnis einzuordnen und legen eine gute Grundlage für den nächsten Kinobesuch.

Der erste Kinobesuch muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist, dass Ihr Kind sich ernst genommen und gut begleitet fühlt.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Digitale Lern-Plattformen und Apps für Kinder ab dem Vorschulalter

Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.

Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.

Sofatutor & Sofatutor Kids

Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.

  • Fokus: Zahlen, Buchstaben, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4–5 Jahre
  • Kosten: kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig von Laufzeit und Angebot
  • Mögliche Nachteile: Die große Auswahl kann für manche Kinder schnell zu viel sein. Durch Videos sind längere Bildschirmzeiten möglich. Zudem ist Sofatutor ein kostenintensives Angebot, insbesondere bei kürzeren Laufzeiten.

ANTON

ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.

  • Fokus: Mathe, Deutsch, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 5 Jahre
  • Kosten: Basisversion kostenfrei; zusätzliche Funktionen über ANTON Plus (kostenpflichtig)
  • Mögliche Nachteile: Das Punktesystem kann Leistungsdruck erzeugen. Bei anspruchsvolleren Aufgaben bleiben Erklärungen eher knapp.

Antolin

Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.

  • Fokus: Lesen
  • Geeignet ab: ca. 6 Jahre (Leseanfänger*innen)
  • Kosten: meist über Schule oder Bibliothek nutzbar
  • Mögliche Nachteile: Der starke Fokus auf Punkte kann die Freude am Lesen überlagern. Schwächere Leser*innen können sich schnell entmutigt fühlen.

Duolingo

Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.

  • Fokus: Fremdsprachen
  • Geeignet ab: ca. 6–7 Jahre (begleitet)
  • Kosten: Basisversion kostenlos mit Werbung; kostenpflichtige Version ohne Werbung verfügbar
  • Mögliche Nachteile: Tägliche Lernziele können Druck erzeugen. In der kostenlosen Version gibt es Werbung, Grammatik wird nur oberflächlich erklärt.

Scoyo

Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.

  • Fokus: Deutsch, Mathe, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4 Jahre
  • Kosten: ausschließlich kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig vom gewählten Modell
  • Mögliche Nachteile: Das Lernen ist eher schulisch aufgebaut und bietet wenig Raum für freies Entdecken. Die Motivation hängt stark vom Interesse des Kindes ab. Da Scoyo nur als Abo verfügbar ist, entstehen laufende Kosten.

Was Eltern beachten sollten

Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.

Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.

Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.

Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.

Aufgepasst: Rechtliche Hinweise zu Apps, Messenger und Social Media

Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.

Datenschutz – meine eigenen Daten

Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.

Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.

Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.

Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.

Urheberrecht – die Rechte anderer

Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.

Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.

Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.

Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.

Verantwortung bleibt im Familienalltag

In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.

Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.

Eltern-Check-In: Mein Kind nutzt KI für Hausaufgaben – wie sinnvoll ist das wirklich?

Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools, um bei Hausaufgaben oder Schulprojekten Unterstützung zu bekommen. Die Versuchung, sich schnell eine fertige Antwort generieren zu lassen, ist groß. Viele Eltern fragen sich: Hilft das wirklich beim Lernen oder ersetzt es das eigenständige Denken?

Hausaufgaben mit KI – Chancen und Grenzen

KI kann dabei helfen, Ideen zu strukturieren oder Anregungen für Texte und Aufsätze zu liefern. Es entstehen jedoch oft Antworten, die kompliziert wirken oder auf den ersten Blick richtig klingen, obwohl sie Fehler enthalten oder Dinge „erfinden“, die nicht stimmen. Diese sogenannten Halluzinationen sind besonders bei Themen problematisch, die Ihr Kind selbst noch nicht sicher beherrscht, und können zu falschen Ergebnissen führen.

Wichtige Regeln für den Einsatz bei Hausaufgaben

  • Nur für Aufgaben, die Ihr Kind selbst lösen kann: KI sollte ausschließlich unterstützend genutzt werden. Die Faustregel lautet: Nur Aufgaben bearbeiten, die Ihr Kind theoretisch auch ohne KI bewältigen könnte. So bleibt die Kontrolle bei Ihrem Kind und es lernt weiterhin eigenständig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über weitere seriöse Informationsquellen, die genutzt werden können.
  • Aufgabe zuerst selbst verstehen: Bevor KI eingesetzt wird, sollte Ihr Kind das Thema sicher beherrschen, also zum Beispiel wissen, wie ein Aufsatz aufgebaut ist. Nur so kann es die KI-Ergebnisse kritisch prüfen.
  • Ergebnisse immer selbst kontrollieren: KI kann Fehler machen oder Inhalte „erfinden“. Alle Fakten, Beispiele oder Rechenwege müssen überprüft werden. KI ersetzt keine eigene Recherche und kein eigenes Nachdenken. Ihr Kind sollte lernen, Informationen immer mit mindestens einer weiteren vertrauenswürdigen Quelle abzugleichen; das ist das sogenannte Zwei-Quellen-Prinzip.
  • Vorsicht mit reinen Wissensfragen: Aufgaben, die nur Fakten abfragen (z. B. Jahreszahlen, Definitionen oder Formeln), sind für reine KI-Chatbots ungeeignet. Die Antworten könnten falsch sein und müssten ohnehin kontrolliert werden. Diese Aufgaben kann Ihr Kind direkt ohne KI erledigen oder – wenn überhaupt – KI-gestützte Suchmaschinen nutzen. Deren Ergebnisse müssen besonders kritisch kontrolliert werden.
  • KI als Hilfsmittel, nicht als Lösung: Am sinnvollsten ist der Einsatz, wenn KI Ideen liefert oder Strukturen vorschlägt, wie Gliederungen, Brainstorming oder Rechenansätze. Ihr Kind entscheidet selbst, welche Vorschläge sinnvoll sind.

Darauf sollten Eltern achten

  • Wie KI funktioniert: KI-Anwendungen berechnen Wahrscheinlichkeiten. Ihre Antworten basieren auf den Daten, mit denen sie trainiert wurden, also nicht auf echtem Verständnis. Das erklärt, warum Antworten plausibel klingen können, obwohl sie falsch sind.
  • KI ist fehleranfällig: KI kann falsche oder unvollständige Inhalte liefern, die auf den ersten Blick überzeugend oder richtig wirken.
  • Tool-Auswahl und Datengrundlage: Nicht jedes KI-Tool funktioniert gleich. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob Ihr Kind einen Chatbot oder eine KI-Suchmaschine nutzt und auf welcher Datengrundlage die Anwendung arbeitet. Manche Systeme können Vorurteile enthalten oder bestimmte Perspektiven bevorzugen.
  • Informiert bleiben: Schauen Sie gemeinsam, welche Tools Ihr Kind nutzt und wofür. Wer steckt hinter der Anwendung? Wozu wurde sie entwickelt? Was ist über Datenschutz und Datennutzung bekannt?
  • Eigenständigkeit bewahren: Kinder lernen weniger, wenn sie Inhalte einfach abschreiben statt sich selbst damit auseinanderzusetzen.
  • Vergleichsdruck vermeiden: Perfekt klingende KI-Ergebnisse können Kinder verunsichern oder unrealistische Erwartungen erzeugen.
  • Datenschutz beachten: Persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse sollten niemals eingegeben werden.

Praktische Tipps für Eltern

  • Gemeinsam ausprobieren: Begleiten Sie Ihr Kind beim KI-Einsatz und prüfen Sie die Ergebnisse zusammen.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Wie bist du zu dieser Lösung gekommen?“ oder „Kannst du mir das mit eigenen Worten erklären?“
  • Geeignete Anwendungen besprechen: Sprechen Sie darüber, welches Tool sich für welche Aufgabe eignet, etwa zur Inspiration oder zur Unterstützung bei der Recherche, nicht zur direkten Lösung.
  • Eigenes Denken stärken: Aufgaben sollten immer zuerst selbst bearbeitet werden; KI nur als Ergänzung.
  • Regeln festlegen: Vereinbaren Sie, wann und wofür KI eingesetzt werden darf, beispielsweise nur für Ideenfindung oder Strukturhilfe.
  • Austausch suchen: Ein Gespräch mit Lehrkräften oder anderen Eltern über Aufgabenstellungen und Erwartungen kann helfen, einen gemeinsamen Umgang mit KI zu finden.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Tellimero – der sprechende Stift

Bücher anhören, Spiele mit Ton spielen, selbst Aufnahmen gestalten. Mittlerweile gibt es verschiedene Audiostifte, die das können – vom TipToi über TING und BOOKii bis Anybook. Aus vielen Kinderzimmern sind diese Stifte gar nicht mehr wegzudenken. Als besonders offen gestaltetes Angebot reiht sich der Tellimero ein.

Kurz gefasst

  • Audiostift mit Aufnahme- und Abspielfunktion
  • Geeignet ab 4 Jahren
  • Funktioniert mit Ton-Stickern, nicht mit festen Büchern
  • Kosten: ab 69,95 €

Was kann der Tellimero?

Der Tellimero wird vom Pädagogik-Verlag Betzold herausgegeben, einem klassischen Anbieter für Bildungs- und Lernmaterialien. Die Idee hinter dem Stift ist, ein flexibles Werkzeug zu schaffen, das nicht an bestimmte Bücher oder Produkte gebunden ist.

Stattdessen arbeitet der Stift mit Stickern: In der Packung befindet sich ein ganzer Stapel verschiedener Stickerblätter mit bunten Punkten, Tieren, Instrumenten und Symbolen. Einige Motiv-Sticker enthalten bereits Geräusche, wie Tierlaute, Melodien oder andere Klänge. Die rund 200 einfarbigen Punkte können nach Belieben selbst besprochen werden.

Die Sticker sind nicht zum Dekorieren gedacht, sondern bringen den Stift erst „zum Sprechen“. Berührt man im Aufnahme-Modus einen Sticker, kann Ton aufgenommen werden – bis zu fünf Minuten pro Sticker. Im Abspiel-Modus wird dieser Ton wiedergegeben. So lassen sich Bücher aufnehmen, Gegenstände mit Ton versehen oder Aufgaben akustisch festhalten.

Der Stift selbst ist übersichtlich aufgebaut und hat drei Tasten: Ein/Aus, Aufnahme und Wiedergabe. Nutzt man mehrere Tellimero-Stifte, lassen sich vorhandene Aufnahmen über einen PC auf andere Stifte kopieren. Auch fertige Audiodateien können auf den Tellimero geladen werden.

Was fasziniert Kinder daran?

Für Kinder ist der Tellimero gleich doppelt spannend: Sie können zuhören und gleichzeitig kreativ werden. Bereiten Erwachsene Materialien vor – lesen etwa ein Buch ein, besprechen einen Adventskalender oder nehmen eine einfache Rezept- oder Bastelanleitung auf –, können Kinder eigenständig zuhören. Sie freuen sich über die Hör-Überraschung, hören vielleicht ihr Lieblingsbuch in Omas Stimme oder sogar in mehreren Sprachen. Auch Anleitungen, tägliche Aufgaben oder Abläufe können aufgenommen werden und selbst junge Kinder können sie so eigenständiger erledigen.

Gleichzeitig können Kinder selbst kreativ werden: eigene Geschichten einsprechen, Rätsel vertonen oder den Stift zum Lernen nutzen. Die Bedienung der drei Tasten ist so intuitiv und einfach, dass der Stift wirklich ab 4 Jahren problemlos genutzt werden kann.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die große kreative Freiheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Kinder können nicht einfach mit Stift und Buch ausgestattet werden und sind beschäftigt – es braucht Vorarbeit. Sticker müssen verteilt, Aufnahmen erstellt und Inhalte vorbereitet werden.

Wer den Tellimero etwa zum Sprachenlernen nutzen möchte, kann nicht auf fertige Produkte zurückgreifen, sondern muss Bücher oder Materialien selbst einsprechen.

Da die Sticker wiederbespielbar sind, besteht außerdem die Gefahr, dass Kinder bereits besprochene Sticker überschreiben. Um das zu vermeiden, sollte bei der Aufnahme der sogenannte „Lehrermodus“ genutzt werden.

Wie bei allen Audiostiften gilt außerdem: Eltern sind der „menschliche Aufladedienst“. Ein leerer Akku im entscheidenden Moment ist einer der häufigsten Frustpunkte.

Was meint der Anbieter?

Laut Verlag ist der Tellimero vor allem als pädagogisches Werkzeug gedacht. Er wird häufig in Kitas und Schulen eingesetzt, etwa für Sprachförderung, Stationenlernen oder Orientierungshilfen. Lehrkräfte können beispielsweise eine Anlauttabelle, einen Globus oder ein Stationentraining mit passenden Audio-Inhalten versehen. Dafür wurde der Stift mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Comenius-EduMedia-Siegel und dem Worlddidac Award.

Auch für den privaten Einsatz ist der Tellimero geeignet, sei es für kreative „Spaß-Nutzungen“ oder auch für Lern- und Alltagsaufgaben. Eltern sollten sich jedoch bewusst sein, dass es keine fertigen Materialien gibt und die Inhalte vollständig selbst gestaltet werden müssen.

Was sollten Eltern beachten?

Für Familien, die nicht nur zuhören, sondern auch selbst kreativ werden möchten, ist der Tellimero eine gute Alternative. Klein und Groß können gemeinsam witzige, hilfreiche oder lehrreiche Inhalte für die Sticker entwickeln – und das immer wieder neu.

Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind kritisch an KI heranführen, ohne es zu überfordern?

Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.

KI verstehen lernen

Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.

Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.

Was Eltern wissen sollten

  • KI ersetzt kein Wissen: Antworten sind statistische Vorhersagen, keine gesicherten Fakten. Wenn Kinder Antworten von Chatbots einfach abschreiben, fehlt ihnen die Chance, ein Thema wirklich zu verstehen.
  • KI kann verwirren: Gerade jüngere Kinder können schwer unterscheiden, was real ist und was die KI „erfindet“. Und: Nicht immer ist einfach erkennbar, ob eine Antwort von einer KI oder einem Menschen kommt.
  • Kaum Jugendschutz: Viele Tools sind nicht speziell für Kinder entwickelt. Altersfilter, Moderation für sensible Themen und klare Datenschutzhinweise fehlen oft.
  • Vergleichsdruck: Kinder wollen oft perfekte Ergebnisse und vergleichen sich mit KI-Ausgaben, was Druck erzeugen kann.

So können Eltern begleiten

Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.

  • Gemeinsam ausprobieren: Probieren Sie KI-Anwendungen gemeinsam aus, etwa für Geschichten, Bilder oder kleine Recherchen. Lassen Sie Ihr Kind erzählen: Was überrascht, irritiert oder macht Spaß? Erklären Sie dabei, dass KI in Spielen, Apps oder Chatbots unterschiedlich funktioniert. In Spielen steuert sie Figuren oder Gegner*innen, in Chatbots beantwortet sie Fragen. Kinder lernen so, sich nicht allein auf ein Ergebnis zu verlassen. Kleine Experimente, wie das Vergleichen von KI-Ergebnissen mit eigenen Recherchen, fördern gleichzeitig Medienkompetenz, kritisches Denken und Neugier.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Kann das stimmen?“, „Wie könntest du prüfen, ob die Antwort richtig ist?“ oder „Gibt es eine andere Quelle, die etwas Ähnliches oder etwas anderes sagt?“ So lernt Ihr Kind, KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zu übernehmen.
  • Regeln festlegen: Legen Sie gemeinsam fest, wie KI genutzt wird, beispielsweise nur gemeinsam, nur für bestimmte Aufgaben oder für kreative Projekte.
  • Datenschutz verständlich erklären: Machen Sie deutlich: „Was du eingibst, wird gespeichert. Deshalb teilen wir keine persönlichen Infos wie Namen, Fotos oder Schulwege.“
  • KI als Werkzeug, nicht als Lösung: Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Ideen zu entwickeln. KI kann inspirieren, ersetzt aber nicht das eigene Denken und kreative Arbeiten.
  • Gefühle ernst nehmen: Besprechen Sie Frustration oder Vergleiche mit KI-Ergebnissen. KI ist nicht „schlauer“ oder „besser“ als Ihr Kind. Sie liefert Vorschläge, keine perfekten Lösungen.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Medien-Tipps rund um Weihnachten 

Plätzchenduft, Shopping-Stress, leuchtende Kinderaugen: Die Feiertage rücken näher und bei vielen Kindern und Jugendlichen stehen digitale Geräte und Spiele auf der Wunschliste. Was sollten Sie als Eltern vor und nach dem Schenken beachten? Zwischen den Jahren und in den Ferien bleibt auch Zeit für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie. Wie kann diese sicher, altersgerecht und sogar kreativ gestaltet werden? Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über Angebote aus dem Elternguide.online-Partnernetzwerk.  

Mit Medien gegen Langeweile 

Die Weihnachtsferien können lang sein, besonders wenn das Wetter draußen nicht so recht zum Spielen einlädt. Wenn Sie zuhause Geräte wie Smartphones, Tablets, Kameras oder einen Laptop zur Verfügung haben – wie wäre es, wenn Sie und Ihr Kind einfach mal loslegen? Sie können gemeinsam fotografieren oder filmen, neue kreative Apps ausprobieren und Medienzeit aktiv gestalten. Das macht riesig Spaß und Ihr Kind lernt nebenbei auch noch was in Sachen Medienkompetenz.  

Auf der Website kinder.jff.de gibt es Vorschläge für einfache Medienprojekte, die Kinder ab 3 Jahren mit Unterstützung von Ihnen als Eltern zuhause durchführen können. Dabei helfen kindgerechte Videoanleitungen, in denen die Umsetzung der Medienprojekte Schritt für Schritt gezeigt wird. Wie wäre es mit einem Foto-Memory mit Christbaumschmuck oder einer Hörgeschichte zum Thema Weihnachtstraditionen? 

Für kleine Fotofans zwischen 8 und 12 Jahren bietet knipsclub einen sicheren Rahmen, sich in einer geschlossenen und pädagogisch betreuten Fotocommunity auszuprobieren und miteinander über Fotos auszutauschen. Auf der Website finden Sie kreative Foto-Tipps, zum Beispiel zum Malen mit Licht. Besonders in der Silvesternacht ein richtiger Hingucker! 

(Medien-)Challenges in der Familie 

Challenges kennen Sie bestimmt aus Social Media, z. B. Tanz-Challenges auf TikTok. Kinder und Jugendliche lieben es, sich Herausforderungen zu stellen. Challenges müssen aber nicht unbedingt nur im Internet stattfinden, Sie können sie auch zuhause in der Familie spielen! Probieren Sie doch mal die Top-Foto-Challenge, die Clip-Challenge oder die Nachstellen-Challenge aus. In unserem Elternguide-Artikel haben wir ein paar Vorschläge dazu gemacht. Weitere Advents-Challenges finden Sie auf der Website des JFF-Projekts webhelm.de.  

Kindgerechte Antworten auf Fragen rund um Weihnachten finden 

Kinder haben viele Fragen und lernen früh, dass sie ihre Fragen im Internet beantwortet werden. Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert? Welche Basteltipps und welche Backrezepte gibt es rund um Weihnachten? Die Kindersuchmaschine fragFINN bietet Kindern Zugang zu rund 3.400 geprüfte Websites, darunter knapp 400 Kinderseiten. Grundschulkinder können hier in einem geschützten Surfraum ihre ersten Interneterfahrungen machen und lernen, mit Suchmaschinen und Suchergebnissen umzugehen. Beim fragFINN-Adventskalender können Kinder jeden Tag ein Türchen öffnen, dahinter verbergen sich Links zu anderen Kinderseiten mit vielfältigen Infos und Angeboten passend zur Winterzeit.  Weitere spielerische Lernseiten finden Sie in diesem Elternguide-Artikel.

Winterliche Film-Abende

Bestimmt schaut Ihr Kind auch gerne Videos und geht ins Kino. So ein gemeinsamer Fernsehabend kann ein richtig schönes Familienerlebnis sein. Beachten Sie dabei die Alterskennzeichen der FSK, um Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Doch aufgepasst: FSK-Kennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen. Wenn Sie passende Filme, Serien oder YouTube-Clips für Ihr Kind suchen, schauen Sie doch mal bei FLIMMO vorbei. Die pädagogischen Einschätzungen und Beschreibungen geben Orientierung bei der Auswahl. Unter dem Special „Highlights im Advent“ finden Sie winterliche Filmtipps vom Grüffelokind über den Grinch bis zum Polarexpress. Was es zu beachten gibt, wenn Medien auf dem Wunschzettel stehen, erklärt FLIMMO in diesem Artikel. Alles, was Sie zum Jugendschutz im Kino wissen müssen, finden Sie in diesem Elternguide-Artikel

Ein Smartphone unterm Weihnachtsbaum – eine gute Idee? 

Wann das eigene Kind reif für das erste Smartphone ist, müssen Eltern je nach Entwicklungs- und Erfahrungsstand individuell entscheiden. Schließlich steht Ihrem Kind mit einem Smartphone theoretisch die ganze Welt des Internets mit all seinen Chancen, aber auch Risiken offen. klicksafe bietet umfangreiche Informationen für Eltern. Überprüfen Sie über die Checkliste zur Smartphone-Reife, ob ein Smartphone schon unter den Weihnachtsbaum gehört. Ist die Entscheidung positiv ausgefallen? Dann informieren Sie sich über technische Einstellungsmöglichkeiten und richten Sie das Smartphone kindersicher ein. Alle Informationsmaterialien von klicksafe finden Sie in diesem Themenspecial.  

Sie möchten Ihr Kind auf das erste Smartphone unter dem Weihnachtsbaum vorbereiten? Kindgerechte Informationen zum ersten Smartphone gibt es im Kindermagazin Genial Digital vom Deutschen Kinderhilfswerk. Die fragFINN-App ermöglicht Ihrem Kind einen geschützten Surfraum auf seinem ersten Smartphone und gibt ihm Zugang zu den qualitätsvollen, positiven Angeboten.  

Überlegen Sie, alternativ eine Smartwatch anzuschaffen? Dann sehen Sie sich diesen Themenbereich von klicksafe an. Beachten Sie: technische Schutzmaßnahmen ersetzen nicht das Gespräch und die Medienregeln in der Familie. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt und begleiten Sie es bei den ersten Schritten mit Smartwatch oder Smartphone. 

Medien sicher nutzen – mithilfe von technischem Jugendmedienschutz 

Neben Gesprächen und Medienregeln ist der technische Jugendmedienschutz ein wichtiger Baustein der Medienerziehung. Nutzen Sie die Einstellungen zur Bildschirmzeit und Digital Wellbeing auf Smartphones, um Zeitlimits für das gesamte Gerät oder für verschiedene Apps einzustellen und Inhalte zu filtern. Das Jugendschutzprogramm JusProg bietet für mobile Geräte und Laptops eine präzise Filtermöglichkeit für Websites und sichere Voreinstellungen. Google Family Link und YouTube Kids bieten in der Welt des Internetgiganten Google die Möglichkeit, Medienerlebnisse für Ihr Kind sicherer zu machen. Auch Social-Media-Apps wie Instagram und TikTok bieten Sicherheitsfeatures und Möglichkeiten der Begleitung durch Eltern. Streaming in der Familie kann eine schöne Beschäftigung in den Ferien sein. Fast alle Streaming-Angebote haben zertifizierte Angebote zum Jugendschutz. Nutzen Sie eigene Kinderprofile und die Jugendschutzfunktion mit der PIN. Viele der Jugendschutzprogramme wurden von der Gutachterkommission der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) freigegeben. Mehr zu technischen Lösungen im Jugendmedienschutz finden Sie auf der Webseite der FSM.

Detaillierte Anleitungen zu allen Geräten gibt es auf der Website medien-kindersicher.de.   

Smart schenken – Tipps zu Games unter dem Weihnachtsbaum 

Welche Spiele soll ich meinem Kind zu Weihnachten schenken? Sind Games für Kinder im Vorschulalter in Ordnung? Im Familienbereich der USK-Website und über die USK-Broschüren erhalten Sie alle Informationen zu den Alterskennzeichen der USK, den Zusatzhinweisen und zum Umgang mit dem Thema Games in der Familie.  

Die USK-Kennzeichen geben an, ab welchem Alter ein Spiel keine Entwicklungsbeeinträchtigungen hervorruft. Die Zusatzhinweise wie „Fantasy-Gewalt“ oder „Handlungsdruck“ geben Eltern gute Hinweise, ob ein Spiel für das eigene Kind geeignet ist. Pädagogische Einschätzungen zu Spielen finden Sie beim Spieleratgeber NRW. Beschreibungen beliebter Spiele wie Fortnite, Minecraft oder Roblox sind auf Elternguide.online verfügbar. Im USK-Lexikon werden die wichtigsten Begriffe, Geräte und Genres erklärt. 

Sie möchten Ihrem Kind zu Weihnachten mit einem Game eine Freude machen? Informieren Sie sich über die Vertriebswege von Games und über technische Vorsorgemaßnahmen. Sowohl an Konsolen als auch in Game-Stores und den Spielen selbst lassen sich verschiedenste Einstellungen zum Jugendschutz vornehmen. Spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind und stellen Sie ihm interessierte Fragen zu seinen Lieblingsspielen.   

Das Team von Elternguide.online wünscht Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit und viel Freude im sicheren und kreativen Umgang mit Medien!  

Der Streamingdienst Joyn

Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

Kurz gefasst:

  • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
  • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
  • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
  • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
  • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
  • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

Worum geht’s?

Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

Was kann problematisch sein?

  • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
  • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
  • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
  • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

Was sagt der Anbieter?

Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

Was Eltern beachten sollten

Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

Jugend und Medien: Einblicke aus der JIM-Studie 2025

Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) liefert Einblicke in die Mediennutzung Jugendlicher (12 bis 19 Jahre) in Deutschland. Sie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt. Hier fassen wir die wichtigsten Ergebnisse so zusammen, dass Eltern ihre Kinder besser unterstützen können.

Digitaler Alltag: Geräte, Zeit und Mediennutzung

Fast alle Jugendlichen (98 %) besitzen ein Smartphone, das sie täglich nutzen. Im Durchschnitt verbringen sie rund vier Stunden täglich am Gerät, bei älteren Jugendlichen sind es über viereinhalb Stunden. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Art der Inhalte, die Jugendliche konsumieren. Diese Nutzungszeit umfasst sowohl schulische Aufgaben als auch Freizeitaktivitäten. Besonders ab 16 Jahren nutzen viele ihr Smartphone nahezu durchgehend. Auch wenn ihnen bewusst ist, wie wichtig Pausen sind, fällt es vielen schwer, die Nutzung eigenständig zu regulieren.

Social Media-Plattformen und Messenger bleiben weiterhin die wichtigsten Kanäle, um zu kommunizieren, sich zu informieren und den Alltag zu organisieren.

KI im Alltag: Chancen und Herausforderungen

Zum ersten Mal liegt der Fokus der Studie 2025 auf dem Thema Künstliche Intelligenz (KI): 91 Prozent der Jugendlichen verwenden mindestens ein KI-Tool. Besonders oft wird KI für die Schule und Hausaufgaben genutzt, etwa zur schnellen Informationssuche. Aber auch für die Antwort auf Fragen, die Jugendliche bewegen oder um herauszufinden, wie etwas geht, setzen Jugendliche KI ein.

Schon jüngere Jugendliche verwenden KI regelmäßig. Deshalb sollten Eltern die Themen KI-Nutzung, Quellenkritik und den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen gemeinsam mit ihren Kindern besprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür sich welche KI-Anwendungen eignen und, dass KI-Chatbots nicht den Austausch mit anderen Menschen ersetzen.

Risiken und problematische Erfahrungen

Die Studie zeigt auch, dass viele Jugendliche negative Erlebnisse machen: Etwa ein Viertel kennt Fälle von Mobbing in ihrem Umfeld, 9 Prozent sind selbst betroffen. Die Kommunikationsrisiken von Social Media und Smartphone bleiben hoch. Zusätzlich belasten der ständige Druck erreichbar zu sein, Cyber-Kontakte und problematische Inhalte viele Jugendliche.

Praktische Tipps für Eltern

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Nutzung von Smartphone und Internet: Wie viel Zeit ist gesund? Was macht Ihr Kind online? Welche Wünsche hat Ihr Kind im Hinblick auf Bildschirmzeit und Mediennutzung? Wie können Sie Ihr Kind unterstützen?
  • Vereinbaren Sie gemeinsam feste Zeiten mit Ruhe- und Handy-freien Phasen, um zu lange Bildschirmzeiten zu vermeiden.
  • Erklären Sie, wie die KI‑Antworten entstehen, und hinterfragen Sie gemeinsam die Qualität von Quellen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Mobbing, Hetze oder Überforderung, und bleiben Sie im Gespräch.
  • Fördern Sie Medienkompetenz und kritisches Denken: Nicht alles, was online steht, ist zuverlässig.

Neben diesem Überblick empfehlen wir auch die miniKIM-Studie zur Mediennutzung von Kleinkindern und die KIM-Studie 2022 für jüngere Kinder.

Weitere ausführliche Informationen zur JIM-Studie 2025 finden Sie auf der Website des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und bei Handysektor.

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