Elternguide Logo

App-Berechtigungen: Die Standort-Freigabe

In verschiedenen Situationen wird die Standort-Freigabe auf Smartphones genutzt, z. B. beim Navigieren durch eine fremde Stadt mit einer Karten-App, zur schnellen Ortung in Notfällen oder dem Fangen von digitalen Monstern auf der Straße. Das ist meistens praktisch und erleichtert häufig den Alltag. Viele Apps nutzen das Sammeln ortsbezogener Daten allerdings auch für Analyse- und Werbezwecke. Deshalb sollte mit Kindern und Jugendlichen über diese Funktion gesprochen werden.

Was ist die Standort-Freigabe?

Die Standort-Freigabe ist eine Funktion des Smartphones, auf die verschiedene Apps zugreifen. Beispielsweise kann eine Karten-App wie GoogleMaps darüber erkennen, wo sich die oder der Nutzende des Smartphones gerade aufhält. Eine Person kann ihren aktuellen Standort, z. B. über einen Messenger wie WhatsApp oder Signal, aktiv einer anderen Person oder Gruppe für eine bestimmte Zeit live mitteilen.

Es gibt Apps, die greifen im Hintergrund auf den Standort zu, wenn der oder die Nutzende einmal die Berechtigung dazu erteilt hat. Die Freigabe soll in der Regel eine bestimmte Funktion der App ermöglichen wie die Navigation zur nächsten Bushaltestelle.

Die Standort-Freigabe bei Smartphones oder anderen mobilen Geräten wird hauptsächlich von zwei Faktoren ermöglicht: dem aktivierten Standort mittels GPS oder der Nutzung mobiler Daten bzw. eines bestimmten WLANs.

Vor- und Nachteile der Standort-Freigabe

Kinder und Jugendliche können sich über diese Funktion leichter verabreden oder ihre Freundinnen und Freunde an ihrem Leben teilhaben lassen. In vielen Apps gehört die Standort-Freigabe zur Grundausstattung, beispielsweise bei Snapchat. In dieser können Jugendliche auf einer Karte nachverfolgen, wo sich ihre Freunde gerade befinden oder wo das aktuelle Story-Foto erstellt wurde.

Kinder und Jugendliche unterschätzen häufig die Datenmenge, welche mit der Standort-Freigabe und anderen Berechtigungen an die dahinterstehenden Konzerne weitergegeben werden. Die Standort-Freigabe und weitere Daten werden gesammelt, kombiniert und somit ein komplexes Bewegungsprofil erstellt. Dieses wird für Werbung genutzt oder aus anderen Interessen, die nicht immer klar sind, weiterverkauft.

Wenn jemand anderes sehen kann, an welchem Ort man sich gerade aufhält, kann das ein Eingriff in die Privatsphäre bedeuten. Denn nicht immer, ist einem bewusst, dass die Standort-Freigabe aktiviert ist!

Wie kann die Standort-Freigabe eingeschränkt werden?

Nicht alle Apps benötigen den Standort, um ihre Funktionen auszuführen, möchten aber trotzdem darauf zugreifen. Deshalb sollten die Einstellungen geprüft werden.

Die Standort-Freigabe kann durch bewusstes Ein- und Ausschalten der Funktion “Standort” (Android) oder “Ortungsdienste” (iOS/Apple) gesteuert werden. Diese Funktion ist entweder in den Schnelleinstellungen (nicht bei iOS) oder im Einstellungsmenü zu finden.

In einigen Fällen ist eine automatische Standort-Freigabe – beim Öffnen und Nutzen einer App oder dauerhaft – aktiviert. Diese Einstellung sollte unbedingt in den App-Berechtigungen geändert und für jede App einzeln eingerichtet werden.

Auch das Smartphone möchte zum Einstellen mancher Funktionen auf den Standort zugreifen, beispielsweise die automatische Zeiteinstellung. Das müssen Sie nicht zwingend zulassen, wenn Sie die Zeit auf Ihrem oder dem Gerät Ihres Kindes einmal manuell einstellen.

Was noch wichtig ist!

Auch wenn Sie die Standortermittlung via GPS und die mobilen Daten deaktivieren, können viele Gerät trotzdem erkennen, wo Sie sich gerade befinden. Wenn Sie telefonieren, verbindet sich Ihr Handy mit einem Funkmast in der Nähe. Wenn Sie zu Hause sind, nutzen Sie das WLAN. So weiß Ihr Mobilfunkanbieter, in welcher Funkzelle Sie sich befinden. Die Standortbestimmung ist nicht so genau wie bei GPS, aber immer noch genau genug.

Hat Ihr Kind noch kein Smartphone, aber dafür schon eine Smartwatch? Auch bei dieser ist auf Einstellungen wie die Standort-Freigabe zu achten. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?

Nicht selten sind mit der Standort-Freigabe Bequemlichkeiten und nicht unbedingt Notwendigkeiten verbunden. Überlegen Sie deshalb genau, wann Sie darauf nicht verzichten möchten und wann es wichtiger ist, die persönlichen Daten von sich und Ihrem Kind so gut wie möglich zu schützen. Für den besten Datenschutz müssten wir unsere Smartphones ganz ausschalten!

Weisen Sie Ihr Kind auf das Thema Datensicherheit hin. Sprechen Sie über Vorteile und Risiken der Standort-Freigabe und zeigen Sie, wie die Funktion auf dem Handy ein- und ausgestellt wird. Mit Outdoor-Apps und Aktivitäten wie Geocaching können Sie spielerisch deutlich machen, wie die Standortermittlung funktioniert.

K-Pop, K-Drama – was hat es auf sich mit dem Hype um koreanische Popkultur?

Fünf bis zehn junge Menschen auf einer Bühne, bunte Outfits und noch buntere Frisuren. Dazu eingängige Melodien, Texte über die Liebe und das Leben. Und vor allem eine makellos durchchoreografierte Show. Wenn es so aussieht, ist es wahrscheinlich K-Pop. Popmusik aus Korea, die seit einiger Zeit auf der ganzen Welt riesige Erfolge feiert.

Wie entstand das Phänomen K-Pop?

Seit den 1990er Jahren wurde die Welle koreanischer Popkultur in Gang gesetzt und wächst seitdem immer weiter. Nach Fernsehproduktionen (K-Dramas) wurde verstärkt auch koreanische Musik (K-Pop) exportiert. Zunächst im asiatischen Raum, später in die ganze Welt. Das Lied ‚Gangnam Style‘ des Sängers ‚Psy‘ etwa war eines der ersten koreanischen Lieder, das die internationalen Hitlisten anführte, Bands wie BTS bekamen mehr und mehr Präsenz im internationalen Musikmarkt.  Es wurden Fangruppen gegründet, Festivals veranstaltet, und internationale Medien berichteten. Vor allem in sozialen Netzwerken sind die koreanischen Stars bekannt und finden viele, besonders junge Fans.
Innerhalb kürzester Zeit entstand ein regelrechter Korea-Hype und eine Begeisterung für die koreanische Kultur. Comics, Computerspiele, Essen oder Mode aus Südkorea bekamen so viel Aufmerksamkeit wie nie.

Was macht die Faszination K-Pop und K-Drama aus?

Die Stars aus Musik und Film bieten ihren Fans eine scheinbar perfekte Welt mit hohem Wohlfühlfaktor. Die Melodien und Themen sind eingängig und unstrittig, es werden die klassischen Themen des Erwachsenwerdens verhandelt, Emotionen, Liebe, Freundschaft. Dabei bleiben die Stars stets politisch korrekt und machen um Themen mit Skandalpotenzial einen weiten Bogen.

Auch die Künstlerinnen und Künstler selbst scheinen stets alles richtig zu machen. Sie sehen aus wie fleischgewordene Kunstwerke, liefern bei Auftritten oder Interviews makellose Performances ab und bedienen dadurch hervorragend die Bedürfnisse der Fans. Bands wie BTS bringen mehrere Alben pro Jahr auf den Markt, dazu Merchandise-Artikel aller Art. Aber auch der Kontakt mit den Fans wird gepflegt, es gibt Meet-and-Greets und digitale Mittagessen mit dem Publikum, Behind-the-scenes-Videos und zahlreiche Angebote, die einen persönlichen Kontakt ermöglichen oder zumindest vortäuschen. Dazu kommt die in Europa wahrgenommene Exotik der Stars, ihrer Sprache und Kultur – fertig ist das perfekte Entertainment-Paket.

Was sollten Eltern beachten?

Hinter den koreanischen Kultur-Produkten steht eine große und finanzstarke Industrie. Die Stars werden häufig schon als Kinder oder Jugendliche gecastet und jahrelang zu „perfekten“ Entertainern trainiert. Hinter der glänzenden Fassade steht nicht nur harte Arbeit, sondern häufig auch Druck, Knebelverträge oder Ausbeutung. Auch diese Seite der makellosen K-Popkultur sollte Eltern und Kindern bewusst sein. So können unrealistische Vorstellungen vom Leben als Künstlerin oder Künstler, aber beispielsweise auch unerreichbare Schönheitsideale hinterfragt und beleuchtet werden.

Zudem sind nicht alle K-Produktionen so harmlos, wie sie manchmal scheinen. Die Serie Squid Game etwa machte in erster Linie durch Brutalität von sich reden – und hatte das Potenzial, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu verstören.

Es gilt also auch hier: Begeisterung für die Angebote mit dem ‚K‘ gerne, aber immer mit dem nötigen kritischen Blick.

Einmal um die Welt – mit Online-Spielen auf Entdeckungsreise gehen

Wo liegt eigentlich Zypern? Wie sieht es in Argentinien aus? Und welche Flagge ist gelb-grün-rot gestreift?* Unsere Erde ist vielfältig und es lohnt sich, sie zu erkunden. Online-Spiele laden dazu ein, virtuell auf Reisen zu gehen und mehr über Länder, Städte, Meere, Vulkane und Co zu lernen. Wir stellen ausgewählte Geografie-Games für verschiedene Altersklassen vor.

Wo bin ich? Mit Google Street View ans Ende der Welt reisen

Stellen Sie sich vor, Sie werden an einem Ort irgendwo auf der Welt ausgesetzt und müssen anhand von Hinweisen herausfinden, wo Sie sich befinden. Darum geht es beim schwedischen Geografie-Game Geoguessr, das aktuell unter Streamerinnen und Streamern sehr beliebt ist. Spielerinnen und Spieler finden sich zu Beginn per Zufall auf einer Google-Street-View-Aufnahme einer Straße oder eines Weges wieder. Mit Pfeiltasten bewegen sie sich durch Landschaften, Dörfer und Städte. Sie schauen sich um, zoomen an Verkehrsschilder, Kennzeichen oder Pflanzen heran und suchen nach Anhaltspunkten für den virtuellen Aufenthaltsort. Anhand dessen versuchen sie, ihren Pin so genau wie möglich auf die Weltkarte zu setzen. Daraufhin wird der wahre Ort angezeigt und je nach Abstand zum eigenen Tipp eine Punktzahl vergeben. In der kostenfreien Version ist die Spielzeit begrenzt. Der kostenpflichtige Pro-Account macht zeitlich unbegrenztes Spielen und das Zusammenspiel im Battle-Royal-Modus mit bis zu 20 Freundinnen und Freunden möglich. Altersempfehlung: ab 10 Jahren (Spieleratgeber NRW).

Welcher Fluss ist das? Kniffelige Quizfragen rund um die Welt beantworten

Für Kinder ab dem Grundschulalter sind die Lernspiele auf Toporopa gedacht. Hier dreht sich alles um den europäischen Kontinent. Egal ob Flaggen zuordnen, Flüsse bestimmen oder Hauptstädte erraten – dort finden Kinder und Jugendliche Lernanregungen und Spielspaß in einem. Vor jedem Spiel kann in der Bibliothek oder auf der Karte das eigene Wissen erweitert werden. Danach geht es per Quiz an die Lernerfolgskontrolle. Wer seine Kenntnisse weltweit testen möchte, ist auf Welt-Quiz Geografie richtig. Die beiden niederländischen Webseiten können in mehreren Sprachen verwendet werden und kommen mit wenig Werbung aus. Altersempfehlung: ab 8 Jahren (Internet-ABC).

Wo liegt was? Einfache Lernspiele für PC-Neulinge

Allein, mit Freundinnen und Freunden oder gegen den Computer antreten – das geht in den Lernspielen auf LearningApps. Kinder ab dem Vorschulalter können hier in Spielen wie dem Deutschland Quiz ihr Wissen unter Beweis stellen. Wer auf LearningApps ein Konto anlegt, kann eigene interaktive Lernspiele, sogenannte Apps, erstellen und mit anderen teilen. Das sind zum Beispiel Zuordnungsübungen, Multiple-Choice-Fragen oder Lückentexte. Hinter LearningApps steht ein Schweizer Verein, die Webseite ist werbefrei. Altersempfehlung: je nach Spiel von der Vorschule bis zum Abitur.

Was sollten Eltern beachten?

Ob bei Fernweh oder Wissensdurst – Geografie-Spiele bieten gute Unterhaltung, erweitern Kenntnisse und stillen so manche Sehnsucht. Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verschiedene Erdkunde-Games und bereisen Sie ganz ohne Gepäck virtuell unsere Welt. Beachten Sie dabei:

  • Kostenfreie Online-Games finanzieren sich meist über den Verkauf von Nutzer-Daten. Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten und den Daten Ihres Kindes um. Achten Sie beim Einrichten von Spiel-Accounts auf die Einstellungen zur Verwendung Ihrer Daten.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Werbung erkennen kann und fördern Sie einen bewussten und kritischen Umgang mit Online-Anzeigen. Verwenden Sie möglichst Werbeblocker für Ihren Browser.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für die Mediennutzung in der Familie und überlegen Sie, wie viel Bildschirmzeit angemessen ist.
  • Wählen Sie Online-Spiele sorgfältig aus und informieren Sie sich über die Hintergründe von Spieleseiten im Netz.
  • Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie zum Beispiel über die Kinder-Suchmaschinen fragFINN und Blinde Kuh.

*Antworten auf die Fragen in der Einleitung

1. Zypern liegt im südöstlichen Mittelmeer zwischen dem Libanon und der Türkei.

2. Vom Regenwald über die Pampa bis zur Küste Patagoniens ist Argentiniens Landschaft vielfältig und vor allem weitläufig.

3. Litauens Flagge hat drei horizontale Streifen in gelb, grün und rot.

Algospeak – die Geheimsprache auf Social Media?

Unter Postings oder in Kurzvideos auf TikTok, Instagram & Co. sind sie immer häufiger zu lesen: Begriffe in kryptischen Schreibweisen, wie z. B. “Seggs” oder “d1ck”. Wer sich die Wörter laut vorspricht, weiß in der Regel sofort, was gemeint ist. Doch was hat es damit auf sich?

Austricksen der künstlichen Intelligenz

Veränderte Schreibweisen bestimmter Wörter, Abkürzungen oder das Erfinden komplett neuer Vokabeln dient Nutzenden dazu, den Algorithmus zu umgehen. Denn der Algorithmus entfernt automatisch rechtswidrige Inhalte aber auch Begriffe rund um Porno und Sex. Ganz besonders TikTok bzw. dem Unternehmen ByteDance dahinter, wird vorgeworfen, auf der Plattform Zensur zu betreiben: Videos mit bestimmten Inhalten, z. B. von queeren Menschen, würden unterdrückt.

Der Begriff Algospeak setzt sich zusammen aus „Algo“, als Kürzel von Algorithmus und „speak“, dem englischen Wort für „sprechen“. Algospeak verändert sich ständig, da die Plattformen ihren Algorithmus immer wieder anpassen.

Die Universalsprache im Internet ist Englisch. Viele Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland vermischen online Deutsch oder andere Sprachen mit Englisch. Der Algorithmus kann deshalb bestimmte Begriffe nicht unterscheiden. Beispielsweise wird das englische „dick“ zensiert, auch wenn damit im Deutschen nichts Anstößiges gemeint ist. So kommt es, dass auch harmlose Inhalte gelöscht werden.

Wie können Eltern damit umgehen?

Algospeak dient nicht nur dazu, eine mögliche Zensur zu umgehen, um dadurch viele unterschiedliche Stimmen und Meinungen sichtbar zu machen. Auch Menschen, die Meinungen manipulieren und Hass streuen, können sie nutzen, um technische Hürden und Gesetze zu umgehen. Wenn Sie feststellen, dass Algospeak genutzt wird, um Hassrede und Beleidigungen zu tarnen, sollten Sie solche Fälle unbedingt melden. Machen Sie auch Ihr Kind auf diese Funktion aufmerksam.

Wundern Sie sich als Eltern nicht, wenn Ihnen bei Social Media ungewöhnliche Schreibweisen unterkommen. Das muss nicht bedeuten, dass Ihr Kind keine Rechtschreibung beherrscht. Lassen Sie sich erklären, wenn Sie etwas nicht verstehen und erläutern Sie auch Ihrem Kind, wenn es sich über komische Schreibweisen wundert.

Um eine wirkliche Geheimsprache handelt es sich bei Algospeak also nicht – höchstens für den Algorithmus.

Identitätssuche queerer Jugendlicher im Netz

Wer bin ich, was macht mich aus, wo will ich hin? Für Kinder und Jugendliche sind das die zentralen Fragen ihres Lebens. Sie suchen heute immer stärker online Orientierung und Identifikationsfiguren – auch, weil es im Netz oft einfacher ist, Informationen, Verständnis und Gleichgesinnte zu finden.

Die eigene Identität finden – nicht immer einfach

In der Jugend passiert vieles: Der Körper verändert sich, Meinungen und Werte bilden sich heraus, Freundschaften entstehen oder enden, die eigene Sexualität wird entdeckt. Es ist nicht einfach, all das zu bewältigen. Besonders herausfordernd ist es für diejenigen, deren Identität nicht den gesellschaftlichen Normen ihres sozialen Umfeldes entspricht. Gerade queere Jugendliche tun sich häufig schwer, ihre eigene Identität überhaupt zu entdecken und diese dann auch offen auszuleben. Denn noch immer müssen sie Vorurteile, Ablehnung oder Konflikte fürchten. Die Suche nach Vorbildern, Gleichgesinnten oder einfach einer vorurteilsfreien Peergroup führt viele ins Netz. Denn hier gibt es eine LGBTQIA+-Community, die offline an vielen Orten schwer zu finden ist.

LGBTQIA+ ist eine Abkürzung, die ihre Ursprünge in den USA in den 80er Jahren hat und sich seitdem verbreitet und weiterentwickelt hat. Die Buchstaben stehen für: Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual und Asexual. Im Grunde werden hier also alle Ausprägungen von Geschlecht und Sexualität zusammengefasst, die nicht binär (zwei Geschlechter) und heterosexuell sind. Das Plus am Ende der Abkürzung bedeutet: Die Liste ist weder abschließend noch exklusiv. Jede Sexualität ist in Ordnung und willkommen, niemand wird ausgeschlossen. Die Abkürzung wurde gebildet, um einen wertschätzenden Begriff für Menschen aller sexuellen und Geschlechtsausprägungen zu haben und sie so vor Diskriminierung zu schützen. Das visuelle Zeichen der Community ist die Regenbogenflagge.

Was finden Jugendliche im Internet?

Jugendliche, die zur LGBTQIA+-Community gehören oder sich ihrer Identität noch nicht sicher sind, suchen häufig online nach Informationen oder Kontakten. Noch immer haben viele Angst vor einem Coming-Out in der Familie oder der Peergroup. Im Internet dagegen kann es geschützte und anonyme Räume bieten. Hier können Jugendliche sich informieren und überhaupt erst einmal erfahren, welche Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen es gibt. In sozialen Netzwerken, Foren oder auf entsprechenden Seiten finden junge Menschen Vorbilder und Rollenmodelle. Sie können sich mit anderen austauschen und auch ihre eigene Orientierung ausprobieren. Viele Anlaufstellen, die bei Fragen oder Problemen helfen können, sind online vertreten. Aber auch Filme, Magazine oder einfach Zusammenschlüsse der LGBTQIA+-Community können jungen Menschen bei der Suche nach der eigenen Identität helfen.

Auch online: eine gesunde Vorsicht behalten

Doch auch online ist nicht alles problemlos. Auch hier gibt es Hass und Mobbing, Jugendliche können an unseriöse Anbieter von Informationen oder zweifelhafte Kontakte geraten. Es ist daher wichtig, dass Kinder und Jugendliche früh lernen, wie sie sich auch online schützen können: Private Daten sollten erst dann preisgegeben werden, wenn das Gegenüber definitiv vertrauenswürdig ist. Kinder müssen lernen, seriöse von unseriösen Seiten zu unterscheiden. Und wenn Hass oder Mobbing auftritt, sollten Kinder und Jugendliche wissen, wie sie sich wehren können.

Am wichtigsten für Sie als Eltern ist es, Ihr Kind liebevoll und offen beim Aufwachsen zu begleiten. Denn wenn Kinder auch offline offen mit ihren Fragen und Themen umgehen können und Vertrauenspersonen haben, die sie auf ihrem Weg begleiten, kann das Internet eine wertvolle Ergänzung, statt einer (heimlichen) Flucht sein.

Hier finden Sie jugendgerechte Infos rund um das Thema LGBTQIA+

Mehr Informationen sowie gute Tipps zum sicheren Surfen gibt es auf den folgenden Seiten:

  • Bei ZDFlogo wird erklärt, was LGBTQIA+ bedeutet und woher es kommt – zum Text.
  • Einige interessante Fakten und Links rund um LGBTQIA+ gibt es hier.
  • Schau hin! hat sich näher mit dem Thema „Coming out im Netz“ beschäftigt – zum Text.
  • Queer Lexikon ist die Online-Anlaufstelle für sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt mit jugendgerechten Infos und Angeboten – hier geht’s lang.

Wissenswertes rund um die Trend-App TikTok

Keine App hat in den vergangenen Jahren für mehr Aufmerksamkeit gesorgt als die Kurzvideo-App aus China. Bei Eltern führt sie teilweise zu Unverständnis oder Sorgen, weil TikTok sehr viel genutzt wird. Die wichtigsten Infos rund um die App können Sie in verschiedenen Beiträgen auf Elternguide.online nachlesen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

Hier erfahren Sie gebündelt alles Wesentliche zu TikTok: Was kann die App? Was ist problematisch? Was kann und sollte ich als Elternteil beachten, wenn mein Kind die App nutzt? Unsere ausführliche Toolbeschreibung zu TikTok finden Sie hier.

Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Als Eltern machen Sie sich möglicherweise Sorgen, weil Ihr Kind die App nutzt. Sie hören von problematischen Inhalten oder gar „Suchtverhalten„. TikTok bietet den sogenannten Begleiteten Modus als technische Unterstützung an. Doch Technik allein reicht nicht aus, um die Medienkompetenz Ihres Kindes zu unterstützen. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag dazu!

Lernen mit TikTok – Wie sinnvoll sind die Lernsnacks im Videoformat?

Auf TikTok gibt es nicht nur rein unterhaltende Clips. Manche TikTokerinnen und TikToker möchten den Zuschauenden Informationen vermitteln und Fragen beantworten. Wir klären auf, was diese Lernsnacks im Kurzvideo-Format leisten können. Lesen Sie dazu unseren Beitrag zum Thema.

Wer mit TikTok Geld verdient

Wie auf anderen Social-Media-Plattformen auch, nutzen einige Influencerinnen und Influencer TikTok, um Geld zu verdienen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die junge Nutzende kennen sollten, um Werbung von anderen Inhalten unterscheiden zu können. Welche das sind, erfahren Sie im Beitrag „Wer mit TikTok Geld verdient„.

TikTok und der Krieg

Vielleicht haben Sie mitbekommen, das auf der Videoplattform auch ängstigende Videos aus dem Ukraine-Krieg kursieren. Wie Kinder und Jugendliche sich davor schützen können, wird in unserem Beitrag „TikTok und der Krieg“ erläutert.

Huggy Wuggy – das Gruselphänomen

Auf den ersten Blick süß, auf den zweiten Blick gruselig: Das Kuscheltier Huggy Wuggy ist in und vor vielen Geschäften zu finden und ganz bestimmt nichts für Kinder. Denn Huggy Wuggy stammt eigentlich aus brutalen und erschreckenden Videos, die für Kinder schwer zu verdauen sind.

Kurz gefasst

  • als Kuscheltier allgegenwärtig
  • ursprünglich die Hauptfigur des Computerspieles „Poppy Playtime“
  • Spiel teilweise erst ab 16 Jahren freigegeben (im Google Play Store)
  • Im Internet kursieren zahlreiche Schock-Videos mit dem Kuscheltier
  • Die süße Optik spricht aber auch Kinder an

Was ist Huggy Wuggy eigentlich?

Huggy Wuggy sieht im ersten Moment aus wie ein beliebiges Kuscheltier: Es hat lange Arme und Beine, große Glubschaugen und weiches, blaues Fell. Klar, dass Kinder die Figur toll finden. Und weil Kinder eine beliebte Zielgruppe sind, wird Huggy Wuggy mittlerweile auch stark für Kinder angeboten. Das Kuscheltier gibt es bereits in allen Farben, man kann Rucksäcke, Kleidung oder Faschingskostüme damit kaufen.

Das Problem dabei: Hinter Huggy Wuggys großem, grinsenden Mund versteckt sich eine Reihe scharfer Zähne. Und hinter der putzigen Fassade versteckt sich der reine Grusel. Denn Huggy Wuggy stammt aus dem Computerspiel „Poppy Playtime“. In diesem Horror-Spiel befinden sich die Spielerinnen und Spieler in einer Spielzeugfabrik und müssen gegen lebendige, äußerst bösartige und gruselige Spielzeuge kämpfen und aus der Fabrik entkommen. Huggy Wuggy ist der Anführer der gruseligen Spielzeug-Armee, die die Spielenden verfolgt und ihnen Angst und Schrecken einjagt.

Warum ist Huggy Wuggy problematisch für Kinder?

Man könnte meinen, das Kuscheltier allein wäre kein Problem, so lange Kinder das Spiel dazu nicht spielen. Leider ist das aber etwas kurz gegriffen. Zum einen ist Huggy Wuggy schon allein aufgrund der vielen, spitzen Zähne dazu geeignet, jüngeren oder sensibleren Kindern einen gehörigen Schrecken einzujagen. Das größere Problem ist aber, dass Kinder schon sehr früh in digitalen Medien unterwegs sind. Auch, wenn die Kinder mit dem eigentlichen Spiel nicht in Kontakt kommen: Was das Internet über Huggy Wuggy bereithält, reicht auch so für Albträume. Online finden sich nämlich gruselige Bilder in großer Zahl. Auf den gängigen Video-Plattformen stehen nicht nur Lets-Play-Videos, sondern auch Videos, in denen Huggy Wuggy unvermittelt auftaucht, um Menschen zu erschrecken und Angst zu verbreiten. Für Kinder ist dieser Vermischung einer süßen, fiktiven Figur mit einer so furchteinflößenden Darstellung schwer zu verstehen und zu verarbeiten.

Was können Eltern tun?

Eltern befinden sich oft in einer schwierigen Situation, wenn das Thema zu Hause auf Huggy Wuggy kommt. Sie wollen ihre Kinder schützen, ohne aber als Spaßverderber dazustehen. Es ist deshalb wichtig, sich zunächst gut zu informieren: Wenn Sie wissen, was hinter dem Phänomen Huggy Wuggy steht, können Sie sich viel besser selbst eine Meinung bilden und mit Ihren Kindern Ihre Bedenken besprechen.

Haben Sie ein offenes Ohr für die Anliegen und Fragen Ihrer Kinder, lassen Sie sich auf ihre Sichtweise ein und interessieren Sie sich dafür. Fragen Sie nach, woher das Kind die Plüschfigur kennt, was es daran toll findet oder was es darüber schon weiß. So können Sie im Gespräch bleiben und sind Sie auch Ansprechpartner, wenn Ihr Kind vielleicht schon Inhalte gesehen hat, die es ängstigen oder verunsichern.

Vertreten Sie dennoch eine klare und begründete Position und erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie das Kuscheltier vielleicht nicht kaufen wollen. Ein offenes und wertschätzendes Gespräch kann hier Verständnis schaffen – während Verbote oft nur dazu führen, dass Kinder nicht mehr über ihre Erlebnisse sprechen.

Weitere Informationen rund um das Phänomen Huggy Wuggy gibt es beim FLIMMO.

Patreon, Steady & Co. – Einnahmequellen für Creatorinnen und Creator

Jeden Monat werden automatisch ein paar Euro für den Netflix-Account vom Konto abgebucht. Das Kind bekommt gelegentlich ein neues Computerspiel oder Geld für die In-Game-Käufe in der Spiele-App. Aber wie sieht es mit anderen Inhalten im Netz aus? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie kreative Menschen im Netz ihr Geld verdienen, außer mit Werbung. Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kind nach Ihrem PayPal-Account fragt, weil es gern seiner Lieblingsmusikerin bei Spotify Geld spenden möchte?

Für kreative Inhalte im Netz bezahlen

Creatorinnen und Creator sind Menschen, die im Netz Inhalte veröffentlichen – also Influencer, Musikerinnen, Autoren usw. Viele von ihnen verdienen ihr Geld über Einnahmen aus Werbeverträgen bzw. geschaltete Werbung und dadurch, dass ihre Inhalte, wie Songs oder Podcasts, über Streamingdienste angehört werden. Allerdings können nicht alle kreativen Menschen allein davon leben. Creatorinnen und Creator können darüber hinaus von ihren Fans über Spendenaktionen und bestimmte Plattformen finanziell unterstützt werden. Damit zeigen ihnen ihre Fans, dass ihnen die Inhalte wichtig und für sie wertvoll sind. Durch die Unterstützung können sich Künstlerinnen und Künstler unabhängiger von kommerziellen Plattformen machen und ihren Fans zusätzlich exklusive Inhalte anbieten.

Bezahlinhalte im Internet werden immer selbstverständlicher. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag „Alles kostenlos im Netz?“.

Wo gibt es Bezahlinhalte und was steckt dahinter?

Abgesehen von kostenpflichtigen Abos, Accounts und Apps gibt es Unterstützungsmöglichkeiten über spezielle Plattformen und Streamingdienste.

Spotify

Wer bestimmten Creatorinnen und Creator auf Spotify folgt, kennt vielleicht den Spendenbutton auf ihrer Personenseite. Darüber können Fans via PayPal Podcasterinnen, Musiker und Bands Geld spenden. Nicht bei allen Künstlerinnen und Künstlern gibt es diesen Button. Da es sich um eine Spende handelt, ist der Betrag nicht festgelegt. Außerdem haben Fans keine Vorteile dadurch, aber sie unterstützen die Person, so dass sie auch zukünftig Content produzieren kann.

Steady

Steady ist eine Art Crowdfunding-Plattform aus Deutschland. Crowdfunding bedeutet, dass viele Menschen (Crowd = Menge) die Arbeit weniger Personen finanzieren. Das Besondere an Steady ist, das Interessierte und Fans Medienmachende regelmäßig unterstützen, indem sie monatlich einen bestimmten Betrag für eine Mitgliedschaft zahlen. Als Gegenleistung erhalten sie über die Steady-Seite oder Social-Media-Plattformen der Künstlerin oder des Creators exklusive Inhalte. Das können beispielsweise Instagram-Stories sein, die nur Steady-Nutzende sehen oder Podcastfolgen, die nur für Abonnenten zu hören sind. Steady erfordert eine kostenlose Registrierung. Einige Betreiberinnen und Betreiber von Steady-Projekten bieten auch kostenlose Inhalte, z. B. den Newsletter „Schreibers Naturariums

Patreon

Patreon funktioniert ähnlich wie Steady, aber kommt aus den USA. Auch hier können  Kreative von ihren Fans regelmäßig einen selbstbestimmten Geldbetrag erhalten. Die Fans heißen „Patrons“, im Deutschen bedeutet das „Förderer“. Interessierte finden hier weltweit tätige Kreative aus den Bereichen Podcast, Musik, Video/Film, Spiele, Bildung usw. Patrons können die Creators unterstützen, indem sie einen monatlichen Beitrag leisten oder die Nutzung einzelner Inhalte bezahlen.

Worauf sollten Sie achten?

Hat Ihr Kind bereits Interesse für exklusive Inhalte eines Creators oder einer Creatorin geäußert? Überlegen Sie gemeinsam, ob es sinnvoll ist, Taschengeld zu investieren. Die Werbefreiheit ist ein Vorteil auf Seiten wie Steady und Patreon. Dennoch sollten Sie sich informieren, welche Inhalte die Person veröffentlicht, bevor Sie Ihrem Kind erlauben, Geld dafür auszugeben.

Überlegen Sie gemeinsam, wie viele Creatorinnen oder Creators unterstützt werden können und wie lange. Wenn Sie beispielsweise mit Ihrem Kind vereinbaren, dass ein oder zwei Unterstützungen zu einem bestimmten Preis okay sind, muss es bei einem neuen Unterstützungswunsch erst wieder einen anderen canceln. Andernfalls wird möglicherweise mehr Taschengeld dafür ausgegeben als vorhanden.

Alles kostenlos im Netz? 

Der kostenlose Zugriff auf die aktuellen Musikvideos aus der ganzen Welt, auf unendlich viele Kochrezepte und stündlich die neuesten Nachrichten – lange Zeit war das üblich im Netz. Mittlerweile finden sich immer mehr Werbung auf Webseiten und in Apps oder wir werden mit Premium-Angeboten und Abonnements gelockt. Das kann nerven und wie Abzocke erscheinen, aber es gibt gute Gründe, Geld in bestimmte Inhalte zu investieren oder zu verlangen. 

Hinter Online-Inhalten steckt Arbeit 

Viele Inhalte werden heutzutage digital konsumiert: Wir hören Musik per Streaming, lesen Zeitungsartikel online, hören Podcasts bei Spotify und schauen Videos auf YouTube oder anderen Plattformen. Hinter diesen Inhalten steckt oft genauso viel Arbeit wie in einem gedruckten Buch oder einer CD. Mit der Entwicklung von Online-Angeboten sind auch neue Inhalte dazugekommen, die es so vorher nicht gab, z. B. Let’s-Play-Videos. Viele Influencer, Gamerinnen, YouTuber, Künstlerinnen usw., die ihre Inhalte online vertreiben, verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Das ist u. a. möglich über Werbung. Sie ist im Internet allgegenwärtig. Wer Werbung nervig findet, kann nach Bezahlung bestimmte Angebote werbefrei nutzen. Viele beliebte Plattformen bieten von Anfang an ihren Inhalt werbefrei an – jedoch nur nach Abschluss kostenpflichtiger Abos. Ziel solcher Strategien ist es, immer mehr Nutzende dafür zu gewinnen, gute Inhalte auch zu bezahlen. 

Mehr kostenpflichtige Angebote 

Mittlerweile gibt es ein zunehmendes Bewusstsein für Datenschutz. Nicht jede oder jeder stimmt der Cookie-Verwendung beim Aufrufen einer Webseite zu. Durch strengere Gesetze rund um den Daten- und Jugendschutz ist es schwieriger, Geld durch Werbung einzunehmen, da Unternehmen nicht mehr so leicht personenbezogene Werbung machen können. Deshalb suchen Webseiten-Bertreiber zusätzliche Wege, um Geld zu verdienen. Auf Seiten von Zeitungen muss in der Regel Cookies und Werbung zugestimmt werden, um das Angebot überhaupt zu nutzen. Andere bieten zusätzliche Bezahloptionen oder kostenpflichtige Abos an. Bei Twitter können beispielsweise gegen Geld Tweets bearbeitet werden. YouTube Premium ermöglicht es, Musik auch bei geschlossener App abzuspielen.  

Darüber hinaus gibt es noch andere Wege für Künstlerinnen und Künstler, online Geld zu verdienen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag Patreon, Steady & Co. 

Die Schwierigkeit mit Bezahlangeboten im Netz 

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich viele, die es sich finanziell leisten könnten, immer noch schwertun mit Online-Bezahlangeboten: Erstens waren wir es lange gewohnt, auf Inhalte im Internet kostenlos zuzugreifen. Zweitens sind die Inhalte nicht richtig greifbar, weil sie digital sind. Es kann schwerfallen, ihnen den gleichen Wert wie einem Buch oder einer Zeitung beizumessen. Drittens funktionieren viele dieser Angebote nur, wenn ein Internetzugang vorhanden ist. Zwar gibt es bei einigen Anbietern auch die Möglichkeit, Inhalte offline abzuspeichern, aber das erfordert zumindest Strom und Speicher. Wird das Abonnement gekündigt, kann in der Regel nicht mehr auf den bezahlten Inhalt zugegriffen werden. Es wird also nur für die Erlaubnis bezahlt, Inhalte zu benutzen und nicht dafür, sie zu besitzen, wie es bei einer CD der Fall wäre. Hinzu kommt, dass manche Bezahlmodelle nicht zu unseren Vorstellungen passen. So möchten wir vielleicht nur einen Artikel lesen und dafür nicht gleich ein Monatsabo abschließen. Oder wir scheuen uns davor, ein kostenfreies Probeabo abzuschließen aus Sorge, die Kündigungsfrist zu verpassen.  

Was noch wichtig ist 

Machen Sie Ihrem Kind den Wert von Online-Inhalten bewusst. Sprechen Sie darüber, dass dahinter viel Arbeit steckt, egal, ob es sich um einen Film handelt, einen Song oder einen interessanten Text. Überlegen Sie gemeinsam, in welche Inhalte Sie Geld investieren möchten. Wenn Ihr Kind gerne Geld für etwas ausgeben möchte, sollte es den Überblick nicht verlieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht auf abgespeicherte Bezahlinformationen zugreifen kann. 

Spielerische Lernseiten für Grundschulkinder

Für Erwachsene und Jugendliche ist es selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen und Suchmaschinen zu verwenden. Jüngere Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, müssen erst ans Lernen übers Netz herangeführt werden. Denn es ist nicht leicht, die geeigneten Inhalte aus den großen Mengen an Informationen herauszufiltern. Außerdem sind viele Inhalte nicht für Kinder gemacht, sondern richten sich an Erwachsene. Das kann Kinder schnell überfordern.

Zum Glück gibt es online ein gutes Angebot von deutschsprachigen Kinderseiten. Die machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch beim Lernen.

Warum sollen wir spezielle Internetseiten für Kinder nutzen? 

Wie in den ersten Jahren Kinderbücher geeignet sind, um Lesen zu lernen, sollten auch für die ersten Schritte im Netz auf Kinder ausgerichtete Angebote genutzt werden. Solche Kinderseiten sind verständlich und einfach in der Sprache. Sie sind nicht überladen, so dass Internet-Anfänger sich gut orientieren und den Umgang mit digitalen Medien lernen können. Kinder können auf diesen Seiten in einer sicheren Umgebung selbst mitmachen: Sie können mit anderen Kindern in Kontakt treten und ihre eigene Meinung äußern.

Außerdem können Kinderseiten als Lernunterstützung dienen, weil sie kindgerechte Informationen zu vielen verschiedenen Themen bieten und diese häufig spielerisch umgesetzt sind.

Was macht gute Kinderseiten zum Lernen aus? 

  • Sie sind bestärkend, begeisternd und anregend.
  • Sie haben für Erwachsene und Kinder klare und transparente Ziele.
  • Sie sind benutzerfreundlich.
  • Sie haben vertrauenswürdige Inhalte.
  • Sie bieten Sicherheit und Privatsphäre.
  • Sie legen Funktionen offen und gehen verantwortungsbewusst mit Werbung oder Produktnennungen um.

Welche Kinderseiten eignen sich für welche Lernthemen?

Rund ums Sprache- und Deutschlernen empfehlen wir folgende Seiten:

  • Amira ist ein Leseprogramm für Grundschüler. Neben Deutsch werden noch 8 weitere Sprachen angeboten. Amira erfordert die Registrierung auf der Seite.
  • Die Rechtschreibwerkstatt von Graf Ortho ist sehr einfach gehalten und hilft Schülerinnen und Schülern bei der deutschen Rechtschreibung.
  • Legakids unterstützt bei Legasthenie. Mit dem Lesemonster Lurs lernen Kinder mit Schreib- und Leseproblemen umzugehen.
  • Auf Gebärdengrips gibt es für gebärdenorientierte Kinder Erklärvideos in Gebärdensprache (und Lautsprache) zu ganz verschiedenen Themen. Auch andere Kinder können hier etwas über Gebärdensprache erfahren und lernen.
  • Beim Englischlernen hilft die Seite englischlernspiele.de. Hier können Schülerinnen und Schüler oder Eltern und Lehrpersonen Vokabeltests und andere Lernspiele machen oder selbst erstellen.
  • Kinder, die Englisch bereits verstehen und lesen können, finden auf der englischsprachigen Seite LearnEnglish Kids des British Council Sprachspiele, Lieder und vieles mehr.

Empfehlenswerte Seiten zu den Themen Mathematik und Sachkunde:

  • Bei der witzig aufgemachten Seite Coollama finden Grundschulkinder Mathespiele, Übungsblätter und mehr. Die Seite bietet außerdem Material für Eltern und Lehrpersonen. 
  • Wer seine Hausaufgaben erledigt hat, aber gern noch mehr Aufgaben für die Fächer Erdkunde, Geschichte und Mathematik (über das Grundschulniveau hinaus) sucht, wird beim Aufgabenfuchs fündig.
  • Das Online-Umweltmagazin Ökoleo bietet viel Wissenswertes und Anregungen zu Umwelt- und Sachkundethemen für Kinder mit etwas mehr Interneterfahrung. 
  • Auf dem Junior-Portal des WWF – einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – können Kinder viel über Tiere, Natur und Umwelt lernen.
  • NAJUversum ist eine Onlineplattform des Jugendverbandes des Deutsches Naturschutzbundes. Hier können Kinder im Grundschulalter die verschiedenen Lebensräume unseres Landes erkunden und sich Anregungen zum Basteln und Forschen holen. 
  • Tierchenwelt ist ein Online-Lexikon zum Thema Tiere – mit Texten, Fotos, Videos, Spielen und mehr.

Auch in den Bereichen Kunst und Kreativität gibt es vieles zu lernen:

  • Auf der Foto-Plattform Knipsclub können Kinder etwas über Fotografie lernen und sich, wenn sie registriert sind, auch in einem geschützten Raum austauschen. 
  • Viele Kinder malen gern. Beim Kritzel Klub können sie das digital auf einer virtuellen weißen Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen tun. 
  • Bei Labbé gibt es Bastel- und Spielideen für Kinder. Die zahlreichen Anregungen können auch für Eltern sehr hilfreich sein.  

Folgende Seiten beschäftigen sich mit den Lernthemen Religion und Gesellschaft:

  • Die Webseite Religionen entdecken richtet sich an Kinder und Jugendliche, die darüber jede Menge über die verschiedenen Religionen lernen können. 
  • Kirche entdecken ist eine Kinderseite der evangelischen Kirche. Mit Kira, der Elster, können Kinder virtuell eine Kirche oder die Geschichte von Martin Luther erkunden. 
  • Viele Kinder verstehen nicht, warum Menschen auf der Welt Krieg führen. Die Seite Frieden fragen greift Sorgen und Fragen von Kindern dazu kindgerecht auf.
  • Die Seite Hanisauland bietet Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik.
  • Kindersache ist ein Angebot vom Deutschen Kinderhilfswerk. Hier finden Kinder aktuelle und kindgerechte Nachrichten, das Videoportal JUKI, ein Trickfilmstudio und zahlreiche Mitmachangebote.

Kinderseiten, die das Lernen fächerübergreifend unterstützen:

  • Auf Homeschooling4kids gibt es Lernmaterial für verschiedene Fächer (in der Grundschule) für das abwechslungsreiche Lernen zu Hause. 
  • In der Hamsterkiste finden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 Lerngeschichten und Themenseite zu verschiedenen Schulfächern.
  • Planet Schule, das Schulfernsehen von SWR und WDR, hat ein Internetportal für Kinder im Grundschulalter – mit Filmen, interaktiven Spielen und mehr.
  • Die Anton-App ist eine Webseite und eine Lern-App, die wichtige Themen aus der Schule passend zum Lehrplan anbietet. Die App bietet Aufgaben und Spiele in allen Fächern wie Deutsch, Mathe, Englisch, Sachunterricht, Biologie etc. für die Klassen 1 bis 13. 
  • Verschiedene Seiten bieten gute Lexika für Kinder, um verständliche Erklärungen zu Begriffen und Themen zu finden: Das Minilexikon eignet sich für Leseanfänger. Außerdem empfehlen wir Klexikon und die Schulsuchmaschine von fragFINN.

Diese Sammlung ist nur eine Auswahl guter Kinderseiten zum Lernen. Wenn Sie weitere gute Seiten kennen, teilen Sie Ihre Erfahrungen gern über unser Kontaktformular oder via Social Media auf unserem Facebook- oder Instagram-Kanal. 

jugend.support – Onlineberatung für Jugendliche zu Risiken im Netz

Jugendliche möchten sich nicht immer bei Problemen an die Eltern oder andere Erwachsene wenden. Informationen und Beratungsangebote im Internet sind eine einfache Möglichkeit, Rat und Hilfe zu bekommen – z. B. über Plattformen wie jugend.support. Sie richtet sich konkret an Jugendliche ab 10 Jahren. Dieser Film erklärt genau, was dahinter steckt:

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=AkzFh_1k9Ag_%_

Was genau gibt es bei jugend.support?

jugend.support ist ein Angebot speziell für Kinder und Jugendliche und deren Fragen und Probleme im Internet. Egal, ob Fake Profile, Datenklau, Cybermobbing und Cybergrooming: fast alle wichtigen Themen werden kurz erklärt und es gibt zahlreiche Tipps und Infos zum Umgang mit den Herausforderungen. Das genau gibt es auf jugend.support:

  • Informationen zu verschiedenen Themenbereichen
  • Tipps, wie sich Jugendliche selbst helfen und schützen können
  • Beratungsstellen, die Jugendlichen vertraulich und kostenlos helfen
  • Informationen, wo man Inhalte, die nicht okay sind, melden kann und wo man sich beschweren kann, wenn jemand Regeln verletzt.

Wie bekommen Jugendliche Hilfe?

Wenn Jugendlichen ein Inhalt bei Social Media, in Apps oder auf Internetseiten auffällt, der nicht für junge Menschen geeignet ist, weil er sie z. B. verängstigend oder verstörend, kann dieser direkt auf jugend.support gemeldet werden. Der Inhalt wird dann von einem der Partner www.internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net überprüft. Rat und Hilfe bei Stress im Netz bietet jugend.support zudem auf Instagram und TikTok – also genau dort, wo die jungen Mediennutzenden unterwegs sind.

Viele Partner mit speziellen Kenntnissen und Aufgaben unterstützen Jugendliche auf jugend.support mit ihrem Expertenwissen und beraten bei Problemen. Außerdem können Jugendliche sich an eine Beratungsstelle wenden: Nummer gegen Kummer, juuuport und die Telefonseelsorge sind Ansprechstelle und Partner des Angebots.

Was sollten Eltern beachten?

jugend.support richtet sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, nicht an Jüngere. Sie als Eltern müssen und sollen nicht alles wissen, was Ihr Kind tut und es ist gut, wenn es sich eigenständig Unterstützung und Hilfe sucht. Trotzdem sollten Sie immer als Ansprechpartner für Ihr Kind da sein und es bei allen Fragen, Risiken und Herausforderungen unterstützen. Dieses Vertrauensverhältnis ist auch noch sehr wichtig, wenn Ihr Kind schon älter ist!

Geschichten zum Hören – Hörbücher und Apps

Junge Menschen nutzen Streamingdienste für Musik und Podcasts. Auch Hörbücher sind sehr beliebt. Wer keine Lust hat, selbst zu lesen oder unterwegs Geschichten hören möchte, nutzt sie über Apps und Audiotheken. Das Angebot für unterschiedliche Altersgruppen wächst stetig.

Hörbücher und Hörspiele

Hörbücher sind im Unterschied zu Hörspielen eingelesene Bücher. Sprecherinnen und Sprecher lesen die Bücher vor. Die Aufzeichnungen können dann über Hörbuch-Apps, Streaming-Dienste, Audiodateien oder CD angehört werden. Hörspiele unterscheiden sich von Hörbüchern darin, dass die Geschichten wie bei einem Film oder einer Serie gespielt werden – mit verteilten Rollen, Musik und Geräuschen.

Kino im Kopf – was Hörbücher leisten

Kinder mögen Geschichten – sie sind spannend, bieten Vorbilder, und vertreiben die Langeweile. Das Besondere an Audiogeschichten: Sie regen die Fantasie an und fördern die Kreativität der jungen Hörerinnen und Hörer. Ganze Welten entstehen im Kopf. Hörbücher sind eine schöne Gelegenheit, in Geschichten und andere Welten abzutauchen. Genauso können sie herausfordernde Themen aufgreifen und Kindern erklären, Werte vermitteln, Trost spenden, das Zuhören schulen und zur Sprachentwicklung beitragen.

Viele Kinder bekommen in jungen Jahren Bücher vorgelesen und verbinden diese Situationen mit positiven Gefühlen. Eltern haben nicht immer Zeit vorzulesen. Dann bieten Hörbücher und Hörspiele eine gute Ergänzung. Irgendwann fühlen sich Kinder zu alt, vorgelesen zu bekommen. Manche Kinder und Jugendliche tun sich schwer, ganze Bücher zu lesen. Andere können Bücher am besten „mit den Ohren lesen“, weil sie blind oder sehbehindert sind. Hörbücher können für Kinder, die nicht gern lesen, auch ein Anreiz sein, Bücher zu entdecken und dann selbst zum Buch zu greifen. Ein weiterer Vorteil von Hörbüchern und Hörspielen: Kinder können immer wieder in Geschichten oder Szenen reinhören, die sie inhaltlich bewegen.

Auswahl geeigneter Audioinhalte

Achten Sie auf kindgerechte und altersgemäße Audioinhalte. Es gibt Hörbücher (und Hörspiele), die Kinder emotional überfordern, verängstigen oder erschrecken können. Die Auswahl ist riesig. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl folgende Kriterien:

  • Geschichte und Figuren sind an die Lebenswelt von Kindern orientiert. Kinder können sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und folgen der Handlung gespannt.
  • Die Stimmen passen zur Geschichte und den Figuren. Kinder hören gerne zu. Zu viele Stimmen und Figuren können kleine Kinder überfordern.
  • Kinder mögen und brauchen klare Strukturen. Deshalb sollte die Geschichte akustisch leicht zu verstehen und zu verfolgen sein.
  • Dazu gehört auch, dass die Geschichte genug Spannung hat, um ihr zu folgen, aber nicht so viel, dass Ihr Kind diese nicht ertragen kann und sich ängstigt.

Nutzen Sie bei der Auswahl Themenfilter und achten Sie auf die Beschreibung und Altersempfehlung. Hörgeschichten, die mit dem Auditorix-Hörbuchsiegel ausgezeichnet sind, sind besonders zu empfehlen. Einen Überblick nach Alter inkl. Hörprobe zu den einzelnen Hörbüchern erhalten Sie in der Online-Datenbank von Auditorix.

Hörbücher finden

An Hörbücher und Hörspiele kommen Sie und Ihr Kind auf verschiedenen Wegen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Kostenlose Angebote

Die meisten (öffentlichen) Bibliotheken haben ein digitales Angebot. Über die sogenannte Onleihe, die es als App gibt, können u. a. elektronische Audiodateien ausgeliehen werden. Dafür wird nur ein Büchereiausweis benötigt, den Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in der Regel kostenlos bei ihrer örtlichen Bibliothek bekommen. Auch vor Ort werden Hörbücher verliehen z. B. auf CDs oder als Tonie-Figur für die Hörbox.

Die Audiotheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ebenfalls ein großes Angebot. Die Audiotheken sind als Webversion oder App verfügbar. In der ARD-Audiothek und der Dlf Audiothek gibt es viele Audioinhalte für Kinder.

Im Internet können Sie bei vorlesen.net (auch als App verfügbar) kostenlos selbst produzierte Hörbücher und Hörspiele downloaden. Meistens handelt es sich um klassische Geschichten wie die Märchen der Gebrüder Grimm, Geschichten von Karl May usw. Es gibt einen eigenen Bereich für Kinder & Jugendliche. Ein ähnliches Angebot macht LibriVox – allerdings ist die Seite auf Englisch. Über die Filterung können auch deutsche Audioinhalte angezeigt werden.

Kostenpflichtige Angebote

Bekannte Musik-Streamingdienste – wie Spotify und Amazon Music – bieten auch Hörspiele und Hörbücher. Da die kostenlosen Accounts häufig nur Basisfunktionen haben, sind diese dafür nicht uneingeschränkt nutzbar. Spotify Kids ist nur mit Premium-Account nutzbar und bietet Zugriff auf kindgerechte Hörinhalte ohne Werbung.

Darüber hinaus gibt es Apps und Plattformen nur für Hörbücher. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Audible, das Angebot von Amazon, und BookBeat.

  • Audible hat ein großes Angebot deutsch- und anderssprachiger Hörbücher. Es lässt sich mit einem Amazon-Account oder mit einem Audible-Account nutzen. Die Nutzung eines Hörbuchs kann einzeln oder in Form eines Abos bezahlt werden (9,95 €/Monat – Stand September 2022). Hörbücher können online heruntergeladen oder direkt über die App gehört werden. Es gibt die Möglichkeit, das Angebot in einem kostenlosen Probemonat zu testen.
  • BookBeat ist ein schwedischer Audio-Streaming-Dienst für Hörbücher, der über eine App funktioniert. Das Angebot an Hörbüchern ist vergleichbar mit Audible. Einige Bücher sind auch als E-Book zum Lesen verfügbar. Es gibt zwei Abos, die nach monatlichen Hörstunden (ab 9,99 €/Monat) variieren. BookBeat erfordert eine Registrierung – im ersten Monat kann das Angebot kostenlos getestet werden. Im „Kinderprofil“ werden nur kinderfreundliche Hörbücher angezeigt.
  • Storytel ist ebenfalls ein schwedisches Angebot und mit der entsprechenden App und nach Registrierung nutzbar. Auch hier gibt es zwei Abomodelle nach Hörstunden (ab 7,90 €/Monat) und einen kostenlosen Probezeitraum. Storytel verfügt über einen abgesicherten Kinder-Modus, der über PIN im Elternkonto gesichert wird. Darin hat Ihr Kind ein eigenes Bücherregal und Zugriff auf das Kinderangebot von Storytel.

Besonders jüngere Kinder können Geschichten über eine Hörbox anhören. Neue Inhalte können heruntergeladen und aufgespielt oder neue Figuren für die Toniebox angeschafft werden.

Was noch wichtig ist

Wenn Ihr Kind selbständig Hörbuch-Apps oder Streamingdienste nutzt, sollte der Kindermodus aktiviert sein – soweit vorhanden. Auch das Hören von Hörbüchern ist Mediennutzung, die Teil der familiären Medienregeln sein sollte. Schaffen Sie einen Ausgleich dazu, sodass sich Ihr Kind ausreichend bewegt und Abwechslung hat.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und das Recht am eigenen Bild und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Nicht zu vergessen ist das Kinderrecht auf Beteiligung (Art. 12, UN-KRK), weshalb es wichtig ist, Kinder altersgerecht einzubinden und ihr Einverständnis einzuholen. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babys und Kleinkindern

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Kindern im (Grund-)Schulalter

Google – ohne den Internetgiganten geht fast nichts!?

„Warte, ich google das mal schnell!“. Diesen Satz haben Sie oder Ihr Kind bestimmt auch schon einmal gesagt. Google gilt als die meistbesuchte Webseite der Welt. Das Wort „googlen“ wird so häufig verwendet, dass es seit 2004 im Duden steht. Ob Suchmaschine, Kartendienst oder Mailkonto – Google gehört selbstverständlich zu unserer Mediennutzung, weil vieles im Alltag dadurch einfacher wird. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Aufwachsen mit Google

Kinder und Jugendliche setzen Google teilweise mit dem Internet gleich. Nicht nur junge Menschen nutzen ein Android-Smartphone und sind damit automatisch mit einem Google-Konto verbunden. Sie speichern ihre Bilder in Google Fotos, teilen ihren Standort über Google Maps und nutzen den Browser Google Chrome zum Surfen im Netz.

Erwachsene kennen häufig noch die Anfangszeiten, als Google „nur“ eine Suchmaschine war. Das Motto von Google ist, „die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen”. Das Unternehmen dahinter – Alphabet – hat sich seit diesem ersten Produkt stetig weiterentwickelt und gehört aktuell zu den mächtigsten Konzernen der Welt.

Die Macht der Daten

Das Geschäftsmodell von Google basiert auf dem Sammeln und Verkaufen von Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Die kostenlose Nutzung der Google-Anwendungen bezahlen Anwenderinnen und Anwender mit der Herausgabe vieler Daten. Für eine ganze Reihe von Diensten wird ein Google-Konto benötigt, wodurch das Unternehmen Daten mit einer bestimmten Person verknüpfen kann. Wer ein Android-Smartphone benutzt, hat in der Regel automatisch ein Google-Konto, weil es für viele Smartphone-Funktionen vorausgesetzt wird.

Diese Internet-Anwendungen gehören unter anderem zu Google:

  • Die Suchmaschine Google inklusive SafeSearch
  • Das Betriebssystem Android
  • Die Videoplattform YouTube inklusive YouTube Kids
  • Der Kartendienst Google Maps
  • Der E-Mail-Dienst Google Mail
  • Der App-Store Google Play
  • Der Browser Chrome
  • Der Cloud-Service Google Drive

Google steht wegen des Umgangs mit Daten der Nutzerinnen und Nutzer in der Kritik. Dem Unternehmen wird auch vorgeworfen, Suchergebnisse zu beeinflussen. Außerdem stellen sich immer wieder Fragen rund um Urheberrechte z. B. von Musikerinnen und Autoren. Google hat es geschafft, für viele Menschen unersetzlich zu sein. Menschen haben sich an die Google-Suche gewöhnt oder können nicht auf den Google Play Store verzichten.

Sicherheitsmaßnahmen von Google

Durch die Mehr-Faktor-Authentifizierung soll das eigene Google-Konto vor Angriffen von außen sicher sein. Dabei wird z. B. die Eingabe des Passworts mit einer weiteren Sicherheitsmaßnahme wie einem SMS-Code kombiniert. Außerdem sendet Google eine Benachrichtigung, wenn sich jemand von einem Gerät, welches nicht mit dem Konto verknüpft ist, anmeldet. Google blendet Werbung, die Viren enthält, gefälschte Waren zeigt und gegen Werberichtlinien verstößt, automatisch aus. Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung will Google dafür sorgen, dass nur Sender und Empfänger Nachrichten bekommen und lesen können.

Mit Google-Anwendungen umgehen

Der Umgang von Google mit Daten ist problematisch, deshalb ist es wichtig, seine Anwendungen bewusst und sorgsam nutzen bzw. alternative Angebote zu verwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Google und sein Geschäftsmodell des Datenverkaufs. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie und Ihr Kind sparsam mit Daten umgehen können.

Wenn Sie nicht auf bestimmte Dienste verzichten wollen, nutzen Sie die Google-Suche, Google News oder Google Maps ohne Kontoanmeldung. Achten Sie darauf, Funktionen wie den Standort nur bei Verwendung einzelner Apps zu aktivieren, so dass Google nicht jederzeit auf zu viele Ihrer Daten zugreifen kann. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, Ihrem Kind mithilfe der App Google Family Link einen eingeschränkten Account einzurichten, bei älteren Kindern können Sie mit der SafeSearch-Funktion unangemessene Inhalte aus der Suche herausfiltern.

Es muss nicht immer Google sein – viele Angebote sind diskreter und sicherer. Machen Sie Ihr Kind mit alternativen Diensten vertraut, wie z. B. Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche oder dem datensparsamen Kartendienst Open Street Maps. Wer sein Android-Gerät – für mehr Privatsphäre und Datenschutz – ohne Google nutzen möchte, muss einige Einstellungen vornehmen. Online finden sich Anleitungen, wie es geht – etwa hier (Achtung: Website mit Werbung).

Alles Fake? – Mit Desinformation und Falschmeldungen im Netz umgehen

„Doch Mama, das hab ich im Internet gelesen!“ – „Wenn das so viele liken, muss ja auch was dran sein…“ – „Leon hat mir das bei WhatsApp geschickt – mit einem Foto. Das ist der Beweis!“

Kennen Sie solche Diskussionen um Nachrichten, bei denen die Meinung darüber, ob sie stimmen oder nicht, in der Familie auseinandergehen? Im Internet und in sozialen Netzwerken begegnen uns täglich unzählige Nachrichten, Meldungen und Geschichten. Sie stammen aus den Fernsehnachrichten, der Tageszeitung, von Leuten aus dem Sportverein oder bekannten Personen. Viele werden von eher unbekannten Menschen im Internet und über Messenger verbreitet. Darunter mischen sich Nachrichtenseiten und Absender, die gezielt mit Lügen oder Halbwahrheiten manipulieren möchten. Sie streuen bewusst Desinformationen, Gerüchte oder hasserfüllte Meldungen, die uns verunsichern sollen.

Fake News in unsicheren Zeiten

Nicht nur Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, vertrauenswürdige Beiträge von gefälschten Meldungen, sogenannten Fake News, zu unterscheiden. Denn häufig sind sie als seriöse Nachrichten „getarnt“ und wirken sehr echt. Das kann problematisch sein, wenn es sich um politische Beiträge mit extremistischem oder populistischem Hintergrund handelt und Verschwörungstheorien verbreitet werden. Auch Inhalte, die vor allem jüngere Kinder verunsichern oder ängstigen können, sind problematisch

Erfahren Sie mehr zum Unterschied zwischen Desinformationen, Falschmeldungen und Sartire in unserem Artikel dazu.

Desinformation kursiert besonders dann, wenn viele Menschen sowieso unsicher sind und selbst Experten oder Politikerinnen keine Antworten auf alle Fragen haben – so z. B. während der Coronakrise und während des Ukrainekrieges. Fake News geben häufig die gewünschten Antworten und können helfen, mit Unsicherheit umzugehen. Leider sind sie aber nicht wahr! Fragen wie “Sind die Impfstoffe auch sicher?” oder “Woher kommt das Virus?” werden mit unpassenden Zahlen und Fakten falsch beantwortet. Das Problem daran ist: Je häufiger solche Artikel angeklickt werden, desto häufiger werden sie auch angezeigt und für wahr gehalten. Darum ist es wichtig zu wissen, dass Nachrichten, obwohl viele sie lesen, nicht stimmen müssen.

Umgang mit Fake News

Doch wie können Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene erkennen, ob sie einer Meldung oder einem Beitrag vertrauen können? Meistens hilft es, auf das eigene Gefühl zu hören und kurz zu überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Die folgenden Tipps helfen Ihnen und Ihrem Kind herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Falschmeldung handelt:

Quellencheck

Wo wurde die Meldung gelesen und wer steckt eigentlich dahinter? Ist der Autor oder die Autorin bekannt und Experte oder Expertin für das Thema? Handelt es sich um eine seriöse Internetseite? 

Faktencheck

Findet sich die Meldung bei verschiedenen Quellen? Wie aktuell ist die Nachricht? Woher kommen die genannten Zahlen und Daten und in welchem Kontext wurden sie erhoben?

Form der Nachricht

Wirken Inhalt und Sprache seriös? Es lohnt ein Blick auf Schreibweise und verwendete Begriffe: Werden emotionale Sprache und viele Großbuchstaben verwendet? Finden sich Schlagworte wie „Lügenpresse“ oder ähnliche provokante Begriffe? Könnte der Artikel satirisch gemeint sein?

Beweise prüfen

Passen Fotos und Videos zum Inhalt der Nachricht? Sind sie aktuell? Gibt es eine Bildunterschrift und lässt sich erkennen, ob sie das Beschriebene darstellen oder aus einem anderen Zusammenhang stammen?

Eine besondere Form von Fake News sind sogenannte Deep-Fake-Videos. Lesen Sie mehr dazu in unseren Beitrag!

Noch mehr Tipps

Falschnachrichten verbreiten sich, wenn viele sie weiterleiten oder weitererzählen. Deshalb sollten Sie immer erst überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Bestimmte Internetseiten (für Kinder und Erwachsene) gelten als seriös und verbreiten in der Regel nur geprüfte Nachrichten. Außerdem haben wir einige Tipps für Sie, wo Sie Fake News prüfen können und wie sich der Umgang damit spielerisch lernen lässt:

Ihr Kind sollte wissen, dass nicht alles, was im Netz steht oder per WhatsApp verschickt wird, stimmen muss. Wenn Sie gemeinsam Nachrichten prüfen, kann es nach und nach lernen, Falsch von Richtig zu unterscheiden.

Projektpartner
Unterstützer