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Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

Deep Fakes – täuschend echte Fälschungen

Das Internet ist voll mit Fotos und Videos. Wenn es Bilder zu einem Text gibt, hält man das oft für einen Beweis, dass es sich um eine wahre Meldung handelt. Leider können aber auch Fotos und Videos täuschen oder sogar gefälscht sein. Mit Deep Fakes sind genau solche Fälschungen gemeint. Sie führen dazu, dass sich Falschnachrichten noch besser verbreiten lassen, weil sie sehr überzeugend wirken.

Wie funktionieren Deep Fakes?

Durch künstliche Intelligenz, also sehr schlaue Computerprogramme, können Ton- oder Videoaufnahmen verfälscht oder komplett neu erstellt werden. Entwickler von Deep Fakes können einer Person zum Beispiel jede beliebige Aussage in den Mund legen oder sie Dinge tun lassen, die sie in echt nicht getan hat. Die Software analysiert dafür Aufnahmen von einer Person und „lernt“ deren Mimik und Gestik. Danach können beliebige Sätze eingesprochen und die Aufnahme so manipuliert werden, dass es aussieht, als hätte die Person es selbst gesagt. 

Mittlerweile kann diese Software kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden. Es gibt sogar relativ einfach zu bedienende Apps, sodass fast jeder Deep Fakes erstellen und verbreiten kann.

Was ist so gefährlich an Deep Fakes?

Fake-Videos sind gefährlich, weil sie so überzeugend wirken. Informationen in Textform werden von Menschen kritischer betrachtet, als Informationen, die mit Fotos oder Videos scheinbar bewiesen werden. Dass sich Fotos fälschen lassen, wissen viele, aber von Videos ist das noch nicht so bekannt. Gerade bei Kindern und jüngeren Jugendlichen ist die Gefahr groß, dass sie auf diese Täuschung hereinfallen, weil ihre Medienkompetenz noch nicht sehr ausgeprägt ist.

Viele Deep Fakes werden zum Spaß erstellt, etwa um bekannte Filmszenen zu verändern und das Publikum zu unterhalten. Es kommt aber auch immer häufiger vor, dass die Fälschungen mit böser Absicht produziert werden: Fake-News, die zur Beeinflussung politischer Meinungen verbreitet werden, werden dadurch glaubwürdiger und auch gefährlicher. Gefälschte Video- und Tonaufnahmen können auch benutzt werden, um Betrug zu begehen, indem mit falscher Identität Geldüberweisungen veranlasst werden. Das Ziel eines Deep Fakes ist meistens, einer einzelnen Person zu schaden. Neben Politikern und Prominenten werden so auch immer wieder Privatpersonen zum Opfer.

Welche Bedeutung haben Deep Fakes für Jugendliche?

Wenn Jugendliche auf Deep Fakes reinfallen, weil sie sie nicht als Fälschung erkennen, ist das in den meisten Fällen harmlos. Wird der Trick im Nachhinein aufgeklärt, wie z. B. in einem Video eines berühmten deutschen YouTubers, kann das sogar eine lehrreiche Erfahrung sein.

Problematisch wird es, wenn sich Jugendliche durch Deep Fakes dazu manipulieren lassen, bestimmte Informationen preiszugeben oder sich in unpassende oder gefährliche Situationen zu begeben.

Es kann auch vorkommen, dass Jugendliche selbst ins Visier geraten und ein Deep Fake erstellt wird, der sie bloßstellt. Das kann für die Betroffenen eine sehr peinliche und traumatische Erfahrung sein.

Neue technische Möglichkeiten sind für Jugendliche auch immer anziehend. Es kann sein, dass Ihr Kind selbst versucht, Deep Fakes zu erstellen. Bisher gibt es keine konkreten Vorschriften zu Deep Fakes, trotzdem können sie juristisch problematisch sein. Es besteht z. B. die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung durch die Verwendung geschützter Videoaufnahmen. Videos können auch gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen, wenn sie beleidigend oder verleumderisch sind. 

Was bedeutet das für die Eltern?

Deep Fakes sind ein relativ neues Phänomen, das sich schnell weiterentwickelt. Auch wenn es nicht immer leicht ist, die technischen Details zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über diese Themen reden. Hier ein paar Tipps, welche Punkte Sie dabei ansprechen können:

  • Vertrauen: Falls Ihr Kind selbst Opfer eines Deep Fakes wird, ist es wichtig, dass Sie das erfahren. Wenn Sie im Gespräch über seinen Medienumgang sind, können Sie Ihr Kind gegebenenfalls unterstützen.
  •  Respekt vor anderen: Möchte Ihr Kind sich selbst eine Deep Fake-App herunterladen, besprechen Sie gemeinsam, wo die Grenzen liegen, damit Ihr Kind keiner anderen Person Schaden zufügt oder sich strafbar macht.
  • Kritischer Umgang mit Videos: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es überprüfen kann, ob es sich bei einem Video um einen Deep Fake handelt. Hilfestellung dabei bieten z.B.

“logo!” Die Kindernachrichten des ZDF erklären, wie man Deep Fakes erkennen kann. 

“Reporter” ein YouTube-Kanal der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, schaut sich genauer an, wie Deep Fakes erstellt werden.

“Deutschlandfunk Nova” das junge Informationsprogramm von Deutschlandfunk erklärt jugendgerecht, wie man manipulierte Videos erkennt.

Sport im Kinderzimmer

Gerade im Winter oder in Pandemiezeiten gibt es weniger Möglichkeiten, draußen und mit Freunden Sport zu treiben. Warum also die Bewegung nicht nach drinnen ins Kinderzimmer verlegen oder gemeinsam mit der Familie vor dem Fernseher Sport machen? Bewegung ist ein wichtiger Ausgleich, wenn man gerade in der dunklen Jahreszeit viel Zeit drinnen, vor der Spielekonsole oder am Handy verbringt.

Seit dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 haben Vereine, Fernsehsender, Krankenversicherungen und andere Sportprogramme für Zuhause aufgezeichnet und stellen sie im Netz zur Verfügung. Unsere Zusammenstellung hilft Ihnen das richtige Bewegungsangebot für Sie und Ihre Familie passend zum Alter Ihres Kindes auszuwählen:

Albas tägliche Sportstunde

Auf dem YouTube-Kanal des Berliner Basketball-Vereins gibt es Sportanleitungen für unterschiedliche Altersgruppen. Spielerisch und unterhaltsam leiten die Kinder- und Jugendtrainerinnen und -trainer durch unterschiedliche altersgerechte Bewegungsprogramme von 20 bis maximal 50 Minuten Länge: Kita-Kinder können mit dem Geisterschiff reisen, Grundschulkinder machen sich fit mit Küchenkram, Jugendliche können sich mit dem Power Workout fit halten und vieles mehr. Es gibt schon über 100 Videos auf YouTube und auf der Seite des Vereins.  

rbb macht Fitness

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat sich mit verschiedenen Sportvereinen zusammengetan und bietet auf seinem Youtube-Kanal oder in der Mediathek ganz unterschiedliche Sportvideos an. Für Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter sind die Folgen Kindersport mit Heike, Kindertanz mit Susi oder die Familien-Workouts geeignet. Für ältere Kinder und Jugendliche kann es auch Yoga, Streetdance oder das Workout mit Alltagsgegenständen sein. Die gesamte Playlist gibt es hier.

Fit mit Felix

Der ehemalige Skirennfahrer Felix Neureuther hat zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk zwei Webserien produziert, um Kinder fit zu halten und fit zu machen. Mit den gut zehnminütigen Clips kommt Olympia ins Kinderzimmer. In den kürzeren Clips aus der Reihe Beweg dich schlau geht es um Bewegung im Alltag und Koordination. Felix macht Sport mit Kindern und das ist unterhaltsam. Mit seiner netten Art spricht Felix sicherlich viele Kinder vor allem im Vorschul- und Grundschulalter an. Hier gibt es alle Clips zum Anschauen und Mitmachen.

Bewegung mit der Spielekonsole

Sportspiele für Spielekonsolen können auch für Spaß und Bewegung sorgen. Einige Konsolen wie Wii, Nintendo Switch oder XBox bieten Zubehör, mit dem man sich sportlich betätigen kann. Aber auch ohne solche zusätzlichen Geräte ist Bewegung mit der Spielekonsole möglich, mit Zumba Fitness, Just Dance, Wii Sports Resort und vielen anderen Spielen.

Worauf Eltern achten sollten

Wenn Sie sich im Netz oder konkret bei YouTube umschauen, werden Sie sehen, dass es noch viele weitere Angebote gibt. Bevor Sie Ihrem Kind diese empfehlen oder gemeinsam machen, sollten Sie sich ansehen, ob das Sportprogramm altersgerecht ist und Sie und Ihr Kind alles mitmachen können. Denn Bewegung soll Spaß machen und nicht frustrieren. Wenn Sie gemeinsam dranbleiben, können Sie sich langsam steigern.

Wenn Sie einen internetfähigen Fernseher (Smart-TV) oder großen Computermonitor haben und sich etwas Platz davor schaffen, können Sie gemeinsam Sport machen, indem Sie YouTube öffnen, in die Mediathek gehen oder die Spielekonsole anschließen. Gemeinsam macht Sport und Bewegung mehr Spaß und motiviert besonders!

Streaming in der Familie

Wenn Weihnachtszeit, ungemütliches Wetter und Lockdown zusammenfallen, kann ein Filmnachmittag oder -abend eine schöne Gelegenheit sein, um es sich gemeinsam mit der Familie gemütlich zu machen und abzulenken. 

Auf Elternguide.online können Sie sich rund um Film, Fernsehen und Streaming in verschiedenen Beiträgen informieren. Das Wichtigste haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Das passende Angebot finden

In Deutschland gibt es neben den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender verschiedene Streaminganbieter. Geeignete Sendungen und Filme sind meistens in Kategorien wie “Familienfilme” oder “Kinder” zu finden. Achten Sie bei der Auswahl auf die Altersangabe und die Länge des Programms. Häufig gibt es Beschreibungen und manchmal auch Trailer, die einen Einblick in den Film oder die Serie bieten. Auf Disney+ gibt es ein besonders großes Angebot für die ganze Filme. FLIMMO hat Sehenswertes für unterschiedliche Altersgruppen und die ganze Familie zusammengestellt.

Gemeinsame Mediennutzung mit der Familie

Je nachdem, wie groß Ihre Familie ist und ob Ihre Kinder unterschiedlich alt sind, kann es eine Herausforderung sein, sich auf ein gemeinsames Fernsehprogramm zu einigen. Sie können verabreden, dass jede Person einen Wunsch hat. Aus allen Wünschen können Sie ein Programm über mehrere Tage hinweg zusammenstellen. Noch schöner ist es, wenn sich alle auf einen oder mehrere Filme einigen können. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie Klassiker, die Sie jedes Jahr anschauen? Zelebrieren Sie solche gemeinsamen Medienzeiten und machen Sie es sich gemütlich. Mehr Tipps finden Sie in unserem Beitrag Medienrituale in der Familie.

Auch wenn Sie als Eltern dabei sind, sollten Sie darauf achten, beim kuscheligen Filmnachmittag nicht die Zeit zu vergessen. Bewegung und andere bildschirmfreie Aktivitäten sind wichtig, um das Gesehene zu verarbeiten und den Körper fit zu halten. Denken Sie an die Regeln, die Sie für den Medienumgang in der Familie verabredet haben.

Man muss auch nicht nur vor einem Gerät sitzen und sich berieseln lassen. Medien bieten viele Möglichkeiten für eine kreative Beschäftigung mit der ganzen Familie.

On Air: Kinderradio sorgt für Unterhaltung, Information und Spaß

Viele Kinder machen ihre ersten Medienerfahrungen durch Hörmedien – ob Hörbücher vor dem Schlafengehen, Abenteuergeschichten im Kinderzimmer oder Musik bei der Autofahrt. Die Auswahl ist riesig und die Abspielgeräte gehen längst über Kassettenrekorder und CD-Player hinaus. Gehört wird zunehmend über mobile Geräte, Sprachassistenten und Hörboxen.

Hörmedien bieten vor allem jungen Kindern viele Vorteile. Sie können als Nebenbei-Medium beim Spielen und Malen genutzt werden, aber auch zur Entspannung dienen. Zudem kann das Einschalten des Kinderprogramms zu einer festen Sendezeit eine schönes Ritual sein, das Ihrem Kind Sicherheit und Routine gibt.

Radiohören geht auch digital

Das klassische Radio hat seine Verbreitungswege weiterentwickelt und bietet eine Reihe kindgerechter Inhalte an. Es gibt spezielle Kinderradiosender und auch Radiosender mit Kinderprogramm, die sowohl über herkömmliche Wege als auch über die dazugehörige Webseite (Livestream per Webradio) oder via App genutzt werden können.

Regelmäßige Podcasts und Themenspecials von Kinderradios haben den Vorteil, dass sie aktuelle Ereignisse und Phänomene aufgreifen und kindgerecht erläutern. Dabei wird die Perspektive des Kindes in den Blick genommen und es werden Inhalte besprochen, die Ihr Kind beschäftigen und interessieren. Auch die Möglichkeit zum Mitmachen und des Meinungsaustausches in Form von Höreranrufen ist bei einigen Radiosendern für Kinder gegeben, wie z. B. bei Kakadu oder Radio TEDDY.

Also schalten Sie doch bei der nächsten Autofahrt ruhig den Kinderadiosender an oder hören Sie bei gemeinsamer Hausarbeit nebenbei einen Kinderpodcast im Stream. Wir Erwachsenen lernen dabei oft auch noch etwas 🙂

Weitere empfehlenswerte Radioprogramme für Kinder:

Hörboxen: Quadratisch, praktisch, gut!?

Ein Leben ohne Benjamin Blümchen, Meine Freundin Connie und den Grüffelo ist gerade für jüngere Kinder undenkbar. Sie erinnern sich bestimmt noch an die eigenen Lieblingskassetten oder Hörspiel-CDs aus Ihrer Kindheit. Als moderne Variante der klassischen Hörmedien gibt es heutzutage sogenannte Hörboxen. Doch was genau können Tonie, Tigerbox und Co. eigentlich?

Was sind Hörboxen?

Hörboxen, auch Musikboxen genannt, gibt es von verschiedenen Anbietern. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Preise, liegen aber zumeist unter 100,- €. Beim Kauf einer Box werden oft Geschichten mitgeliefert. Wenn Sie mehr Hörgeschichten oder Lieder für Ihr Kind haben möchten, können allerdings Folgekosten entstehen.

Die Boxen funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip: Sie sind kindgemäß und meist wie ein Würfel gestaltet. Vor allem sind sie leicht zu bedienen. Durch bunte Stifte oder Figuren in Form von Tieren, die man auf die Hörbox steckt, oder via Bluetooth verbindet, lassen sich allerlei Geschichten abspielen. Sie können auch selbst kreativ werden und (eigene) Geschichten aufnehmen.

Welche Vorteile bietet die Hörbox meinem Kind?

Hörboxen sind speziell auf die Bedürfnisse und motorischen Fähigkeiten jüngerer Kinder ausgerichtet und so konzipiert, dass sie nicht schnell kaputt gehen. Die wenigen Funktionen sind einfach ausführbar, sodass Ihr Kind die Box selbstständig bedienen kann. Geschichten selbst aussuchen und starten, nach Bedarf pausieren, stoppen oder austauschen – all das können die jungen Nutzer und Nutzerinnen alleine. Bereits Kinder ab ca. zwei Jahren können die Geräte intuitiv bedienen. Das kann das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken.

Manche Boxen bieten die Möglichkeit, eine Zeitbegrenzung einzustellen. Das hilft Ihrem Kind, sich an vereinbarte Hörzeiten zu halten.

Mit Hörboxen lassen sich Hörspiele und Musik abspielen, ob zur Unterhaltung oder um Neues zu lernen. Sind die Geschichten auf Tierfiguren oder Ähnlichem abgespeichert, können diese Figuren auch als Spielzeug benutzt werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Informieren Sie sich über die verschieden Hörboxen, um zu entscheiden, welche die geeignete für Ihr Kind ist. Welche Form ist die richtige? Sind die Geschichten auf einer Art USB-Stick gespeichert oder muss die Box immer mit dem Internet verbunden sein? Was kosten neue Geschichten?

Recherchieren Sie, für welches Alter die Geschichten, die man mit der Box anhören möchte, geeignet sind. Da Ihr Kind die Hörbox auch alleine nutzen kann, ist eine altersgerechte Auswahl besonders wichtig. Erkundigen Sie sich auch zum Datenschutz der jeweiligen Box: Welche privaten Daten werden gesammelt? Wie werden die persönlichen Angaben der Nutzer und Nutzerinnen geschützt?

Die beliebtesten Boxen stellen wir Ihnen auf dem Elternguide genauer vor: Tigerbox, Toniebox und Hörbert.

Eine Hörbox ersetzt nicht die Zweisamkeit beim eigenen Vorlesen: Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit, Ihrem Kind aus dem Lieblingsbuch vorzulesen oder lauschen Sie gemeinsam den Hörgeschichten aus der Box.

Scroller – das Medienmagazin für Kinder

Das Medienmagazin Scroller soll Kinder an aktuelle Medienthemen heranführen und sie in einem kompetenten Umgang mit YouTube und Co. unterstützen. Die Figuren Trixi und Tom führen Ihr Kind durch die Welt der Medien. 

Kurz gefasst:

  • geeignet für Kinder von 9-12 Jahren 
  • kostenfrei 
  • keine Werbung
  • digital und als Printausgabe verfügbar  

Was ist Scroller und was bietet es?

Scroller ist ein Angebot von Teachtoday, einer Initiative der deutschen Telekom. Darin geht es um alltagsnahe Themen wie Cybermobbing, Datenschutz auf Social-Media-Kanälen und Verschwörungstheorien – in kindgerechter und spielerischer Form. Kinder werden ermutigt, sich mit aktuellen Themen der Medienwelt auseinanderzusetzen. 

Das Magazin kann digital auf der Webseite gelesen werden oder kostenfrei als Broschüre bestellt werden. Neben einer deutschen und englischen Version gibt es das Magazin auch auf arabisch.

Was fasziniert Kinder daran?

Die Inhalte des Medienmagazins sind am Alltag von Kindern orientiert. Es geht um Themen, die sie tagtäglich beschäftigen. Die Webseite ist bunt gestaltet und bietet viele Möglichkeiten. Die jungen Leserinnen und Leser können Tests zu ihrer eigenen Medienkompetenz machen, Videos mit Bastelanleitungen ansehen und sich durch die Bildergeschichten klicken. Im Format “Die Kinderreporter” kommen Kinder selbst zu Wort, führen Interviews und drehen kleine Reportagen. 

Was müssen Eltern wissen?

Die Webseite von Scroller kann von Kindern risikofrei besucht werden. Es wird weder Werbung geschaltet noch werden Daten abgefragt. Es gibt keine Möglichkeit über die Webseite miteinander zu kommunizieren oder in Kontakt zu treten. Über Links auf der Webseite können Kinder jedoch schnell auf YouTube landen und so leicht auf andere Inhalte zugreifen. 

Aufgrund der vielen Icons und weiterführenden Links kann es für jüngere Kinder etwas schwieriger sein, sich eigenständig auf der Webseite zurechtzufinden. In der Printausgabe von Scroller gibt es einen beigelegten Elternratgeber. So können Sie  die Welt der Medien gemeinsam entdecken und sich mit Ihrem Kind über Medienthemen  austauschen.

Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.

Perfekte Haut, glänzende Haare, Modelfigur – das ist ein für viele Jugendliche vertrautes Bild aus der schillernden Instagram-Welt. Vor allem junge Mädchen nehmen den dort vorgelebten Lifestyle oder das Aussehen als Vorbild und empfinden es als Ideal. Was das für ihre Selbstwahrnehmung bedeutet und wie Sie Ihr Kind darin unterstützen können, sich wohl im eigenen Körper zu fühlen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Scheinwelt Instagram

Viele der bei Instagram geposteten Fotos oder Videos entsprechen nicht der Realität. Ob Mitschülerin oder Beauty-Bloggerin – jeder möchte den eigenen Followern möglichst beneidenswerte Fotos präsentieren. Dafür werden die von Instagram bereitgestellten Filter genutzt, mit denen die Haut glatter, die Sonne strahlender und die Haare glänzender wirken. Mit speziellen Apps können sogar die Nase kleiner oder die Taille schmaler gemacht werden.

Vor allem Influencer präsentieren sich und ihr Leben in sozialen Netzwerken als nahezu makellos und perfekt. Ihre Follower nehmen diese Darstellung als authentisch wahr und eifern ihnen nach. Das kann sich durch den Wunsch nach den neuesten Sneakern äußern oder durch Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Denn die Instagram-Welt hat nur wenig mit der Realität zu tun, da „normale“ Körper kaum präsent und daher für Jugendliche nicht erstrebenswert sind. Teenager werden dem Druck ausgesetzt, dieser schiefen Wirklichkeit nahezukommen.

Um Teil der Community zu sein, entsteht zudem der Druck, eigene Fotos auf Instagram zu posten. Dabei wird manchmal schon das Fotografieren oder Filmen als frustrierend empfunden, weil es lange dauert und die fertigen Medienprodukte nicht immer den Erwartungen entsprechen. Die Anzahl an Likes und Kommentaren gilt für viele junge Menschen dann auch als Bestätigung ihrer Person. Die Selbstzweifel steigen, wenn das gepostete Foto  oder Video nur wenige oder gar keine Likes erhält.

Einfluss auf Jugendliche und ihr Selbstbewusstsein

Verschiedene Studien haben ergeben, dass sich Jugendliche, die Instagram nutzen, in ihrem Körper besonders häufig unwohl fühlen. Auch Snapchat wird deshalb kritisiert. Jugendliche werden nicht nur in sozialen Netzwerken mit perfekten Fremdbildern konfrontiert, sondern auch durch Fernsehformate wie “Germany’s Next Topmodel” oder durch Werbung. Zu ihren Vorbildern in sozialen Netzwerken fühlen sich Jugendliche allerdings besonders stark persönlich verbunden.

Die verzerrten Körperbilder in den sozialen Netzwerken werden viel kritisiert. Es gibt starke Bemühungen, Körper in den Medien in all ihren Formen zu präsentieren, z. B. indem sich Menschen auf Instagram und Co. unter Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram oder #teambodylove ungeschminkt und natürlich zeigen. Die Bilder sind nicht bearbeitet. So wird versucht, vor allem jungen Menschen ein realistisches Körperbild zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, den eigenen Körper zu akzeptieren.

Darüber hinaus gibt es Forderungen, bearbeitete Bilder in Zukunft als solche markieren zu müssen, um deutlich zu machen, dass diese eben nicht der Realität entsprechen.

Wie Sie als Eltern Ihr Kind unterstützen können

Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Vorbilder im Gespräch. Schauen Sie sich gemeinsam Bilder auf Instagram an und fragen Sie nach, was genau es an den Bildern toll findet. Machen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn auf bearbeitete Bilder aufmerksam und hinterfragen Sie, inwiefern diese realistisch sein können. Dazu hilft es auch sich ins Bewusstsein zu rufen, dass nur sehr wenige Menschen das Aussehen von Influencern und Models haben und dass selbst diese mit Fotobearbeitung nachhelfen müssen.

Zeigen Sie vielleicht auch Kanäle, die gezielt versuchen, realistische Fotos hochzuladen. Suchen Sie gemeinsam nach Kanälen oder Hastags, die weniger Stereotypen entsprechen, sondern die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. Das gibt Ihrem Kind unterschiedliche Anreize für die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Nutzen Sie gemeinsam aus Spaß eine Fotobearbeitungsapp und verändern Sie ein Foto von sich oder Ihrem Kind mit Hilfe von Filtern. So realisiert Ihr Kind auch, wie einfach es ist, ein Bild zu verändern oder gar zu manipulieren. Ganz unabhängig von Medien können Sie Ihr Kind täglich darin unterstützen, den eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben und so das Selbstwertgefühl stärken.

Beliebte Spiele: League of Legends

League of Legends ist eines der beliebtesten digitalen Spiele. Weltweit wird es von vielen Millionen Menschen gespielt, darunter auch Kinder und Jugendliche. Darin geht es um Taktik, Wettbewerb und Teamarbeit. 

Kurz gefasst:

  • Elemente aus Strategie- und Online-Rollenspielen
  • kostenloser Download für PC/Mac
  • verschiedene Spielmodi, z. B. als Einzelspieler oder im Team 
  • Altersfreigabe nach USK: ab 12 Jahren
  • enthält In-Game-Käufe

Was ist League of Legends?

Bei dem Spiel geht es darum, sich mit einer heldenhaften, mit speziellen Fähigkeiten ausgestatteten Spielfigur, dem sogenannten Champion, gegen andere Spielende zu behaupten. Es kann in verschiedenen Modi gespielt werden: als Einzelspieler gegen den Computer oder in einem Team, das aus fünf Kampfgefährten besteht, die sich entweder kennen oder zufällig bestimmt werden. In einem Match spielen zwei Teams gegeneinander. Das Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

In dem Spiel geht es hauptsächlich um den Wettbewerb untereinander. Gefragt sind Fähigkeiten wie Teamwork, Geschicklichkeit und taktisches Denken. Auch Auswendiglernen spielt eine Rolle: Es ist wichtig, die verschiedenen Spielfiguren zu kennen, um die beste Taktik entwickeln zu können. League of Legends ist für Kinder und Jugendliche deshalb herausfordernd. 

Neben einem spannenden Zeitvertreib bietet League of Legends den Spielenden auch Erfolgserlebnisse, indem sie ihren Champion weiterentwickeln und sich erfolgreich gegen andere behaupten können. Kinder und Jugendliche können im Spiel Anerkennung bekommen und Zusammenhalt erleben. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Nach dem kostenlosen Download können im Spiel In-Game-Käufe getätigt werden, z. B. um neue Spielfiguren freizuschalten oder Ausrüstung zu erwerben. Besonders kritisch sind Lootboxen, also Kisten mit zufälligem Inhalt zu sehen, da diese nach dem Glücksspiel-Prinzip funktionieren. Als Eltern sollten Sie Ihr Kind über die Funktionsweisen und Risiken von Glücksspiel-Elementen aufklären. Wenn Sie Ihrem Kind In-App-Käufe erlauben, kann die Vereinbarung eines monatlichen Budgets sinnvoll sein.

Andere Spielende können als Freunde hinzugefügt und im Chat angeschrieben werden. Dabei besteht das Risiko, dass Kinder und Jugendliche mit fremden Erwachsenen in unangemessenen Kontakt kommen. Worauf Sie als Eltern achten sollten, lesen Sie in unserem Artikel über Cybergrooming.

Wie in anderen Online-Angeboten gibt es auch bei League of Legends teilweise beleidigende Kommentare und Hate Speech. Das Spiel gilt in dieser Hinsicht als eines der problematischsten Spiele überhaupt. 

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Riot Games hat ein Ehrungs-System eingeführt, um gegen Beleidigung und Diskriminierung im Spiel vorzugehen. Die Spielenden können sich untereinander für faires Verhalten bewerten und so Punkte sammeln, die gegen Belohnungen eingetauscht werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit negatives Verhalten von Mitspielenden zu melden, was zu deren Blockierung führen kann.

Gemäß der EU-Datenschutzverordnung DSGVO müssen Eltern der Nutzung des Spiels und dem Anlegen eines Kontos durch ihr Kind zustimmen.

Was sollten Eltern außerdem beachten?

Wird im Onlinemodus mit echtem Team und Gegenspielern gespielt, kann League of Legends sehr aktivierend wirken. Durch das enorm hohe Spieltempo und den sozialen Druck innerhalb des Teams kann eine Spielpartie sehr anstrengend für Körper und Psyche sein. Als Eltern sollten Sie darauf achten, dass sich Ihr Kind beim Spielen nicht überanstrengt. Der Offlinemodus, in welchem gegen den Computer gespielt wird, kann beispielsweise nach einem stressigen Schultag eine gute Alternative sein. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann, wie lange und in welchem Modus es spielen darf.

Die Plattform Steam, über die League of Legends gespielt wird, verfügt über eine Option, in der Spielzeit und Spieldauer nachvollzogen und Jugendschutzeinstellungen vorgenommen werden können. Sie sollten Ihr Kind aber nicht willkürlich kontrollieren, da das dem Vertrauen schaden könnte. Treffen Sie mit Ihrem Kind Vereinbarungen, wann und ob Sie kontrollieren (müssen).

Unterschätzen Sie nicht die Gruppendynamik von League of Legends. Eine Spielpartie kann bis zu 60 Minuten dauern und nicht spontan unterbrochen werden. Eine Störung durch Sie kann für Ihr Kind sehr unangenehm sein: Scheidet ein Teammitglied während des Spiels aus, kommt das oft einem Verrat an der Gruppe gleich und kann von Kindern und Jugendlichen als äußerst schlimm empfunden werden. Um Konflikte zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob und wie Sie miteinander sprechen, wenn es gerade in einer Spielpartie steckt. 

Wenn Sie mehr zum Spiel erfahren möchten, können Sie beim Spieleratgeber NRW nachlesen.

Werbung auf YouTube, Instagram & Co.

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Vor nahezu jedem YouTube-Video kommt ein Werbeclip und auch zwischendrin werden viele Videos von Werbung unterbrochen. Beim Scrollen durch den Instagram-Feed kann man Posts von abonnierten Kanälen kaum von Werbung unterscheiden. Für Kinder und Jugendliche ist das noch schwieriger. 

Werbung gibt es im Internet schon lange und in den unterschiedlichsten Formen. Lesen Sie mehr dazu in unseren Beiträgen Klick, wisch, like, gekauft – Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen sowie Social Media, Influencer und das liebe Geld

Einige Social-Media-Portale schalten seit einiger Zeit besonders viel Werbung. Das macht  es schwer, kommerzielle Inhalte von anderen Postings und Clips zu unterscheiden.

Werbung bei YouTube

Ein YouTube-Video anschauen, ohne dass einem Werbung begegnet, scheint fast nicht mehr möglich. Mit YouTube verdienen immer mehr Menschen Geld. Dafür können YouTuber Werbung schalten: Es gibt Werbeanzeigen im Browserfenster, innerhalb eines Videos oder als Verlinkungen in der Videobeschreibung. Werbeclips können vor und während eines Videos laufen und teilweise nicht übersprungen werden. Werbung wird oft personenbezogen angezeigt, also abhängig von Standort, Interessen und Vorlieben.

Vor allem verdient der Betreiber Google damit. Mehr Werbung macht das Angebot gleichzeitig unattraktiver. So lockt Google immer mehr User zu seinem kostenpflichtigen, aber werbefreien Premium-Angebot, auf das permanent hingewiesen wird.

Wer also weiterhin die Videos seines Lieblings-YouTubers sehen möchte, muss eventuell Werbung in Kauf nehmen oder für YouTube zahlen.

Videos, die sich an Kinder richten, dürfen keine personalisierte und nicht-altersgerechte Werbung enthalten. Trotzdem schalten Unternehmen auch bei diesen Videos Werbung. Deshalb wird vor allem für jüngere Kinder die werbefreie App YouTube Kids empfohlen.

Wenn man YouTube auf dem Smartphone nutzt, verhindern Apps wie NewPipe, dass Werbung angezeigt wird. 

Werbung bei Instagram und TikTok

In den beliebten Social-Media-Portalen gibt es nicht nur Werbung von Influencerinnen und Influencern. Bei Instagram schalten Unternehmen Anzeigen innerhalb des Feeds oder als Story. Stories von Unternehmen oder Marken werden automatisch angezeigt, wenn man sich die Stories von Freunden oder abonnierten Kanälen anschaut. Im Feed erkennt man Werbung daran, dass es sich um Postings von meistens nicht abonnierten Kanälen handelt, die mit “Gesponsert” gekennzeichnet sind. Auch bei TikTok gibt es gesponserte Clips. Außerdem werden die bei der Plattform beliebten Hashtags und Challenges auch von Firmen genutzt, um Trends rund um ihre Marken zu starten und so viele User mit Kurzvideos zu erreichen.

In den Instagram-Einstellungen lassen sich bestimmte Präferenzen für Werbeanzeigen (de)aktivieren, ganz ausschalten kann man sie nicht. Bei TikTok kann man gar keine Einstellungen zu Werbung machen. 

Was können Sie als Eltern sonst noch tun?

Wenn Ihr Kind noch jung ist oder wenig Medienerfahrung hat, sollten Sie es bei der Nutzung von Videoportalen wie YouTube begleiten. Erklären Sie ihm den Unterschied zwischen Werbung und anderen Inhalten und zeigen Sie ihm, wie das zu erkennen ist.

Bestimmte Browsereinstellungen, wie das Deaktivieren von Cookies beim Besuch einer Internetseite oder das Installieren von PlugIns, können helfen, weniger Werbung angezeigt zu bekommen.

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter anfängt, Instagram oder TikTok zu nutzen, gehen Sie gemeinsam die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es dort auch viele kommerzielle Inhalte gibt und regeln Sie den Umgang damit.

Wenn Ihr Kind weiß, wie Medien funktionieren und dass viele mit Social Media Geld verdienen, kann es einen bewussten und sicheren Umgang damit lernen.

Beteiligung im Netz – ein Kinderrecht!

Das Recht auf Beteiligung haben schon Kinder. Sie müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Meinung zu sagen und mitzuentscheiden. Dafür gibt es in der digitalen Welt vielfältige Angebote.

Warum ist es wichtig, Kinder zu beteiligen

Kinder haben eine eigene Sichtweise auf die Welt und andere Bedürfnisse als Erwachsene. Damit sie in einer für sie passenden Umgebung aufwachsen können, müssen sie in all den Angelegenheiten, die sie betreffen, gemäß ihres Alters mitreden können. Das sagt auch die UN Kinderrechtskonvention. Kinder müssen lernen können, was sie interessiert – in der Schule, in Gesprächen in der Familie oder im Internet. Dann können sie äußern, wie sie das finden und was sie gerne ändern würden. 

Kinder werden allerdings oft nicht ernst genommen oder ihnen wird gar nicht erst zugehört. Sie möchten sich aber beteiligen!

Beteiligung funktioniert für Kinder dann am besten, wenn sie in ihrer direkten Umgebung stattfindet: in der Familie, der KiTa, der Schule, auf dem Spielplatz um die Ecke… oder eben im Internet!

Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder zur Beteiligung im Netz?

Eine wichtige Grundlage, um sich eine Meinung zu bilden, sind verständliche, also kindgerechte Informationen, z. B. Nachrichten für Kinder. Mit Kindersuchmaschinen, wie Blinde Kuh oder fragFINN, können Kinder eigenständig die Themen recherchieren, die sie interessieren und die ihnen wichtig sind. Wenn Kinder etwas über Politik und ihre Rechte lernen wollen, können sie das z. B. bei HanisauLand. Dort gibt es Comics, ein Lexikon, Spiele und Tipps für Bücher oder Filme. Außerdem sollten Kinder sich über ihre Rechte informieren können, wie z. B. beim Kinderministerium: Hier werden die Kinderrechte mit bunten Bildern und von Kindern vorgelesenen Erklärungen und Videos vorgestellt. Auf der Mitmachseite Kindersache.de können sich Kinder über Kinderrechte sowie Freizeit- und Politikthemen informieren und austauschen.

Beteiligung heißt noch mehr als sich zu informieren und sich eine Meinung bilden zu können. Kinder sollten sich auch im Netz direkt an Entscheidungen beteiligen können. Gerade das Internet bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten, selbst etwas zu bewirken und mitzugestalten. Über die App #stadtsache können Kinder (und Jugendliche) auf Orte in ihrer Umgebung aufmerksam machen, die ihnen gut gefallen, die sie ärgern oder die sie gerne verbessern würden. Mit Fotos, Videos oder Tonaufnahmen können sie Erwachsene z. B. auf einen kaputten Spielplatz hinweisen oder auf eine Ecke, in der immer ganz viel Müll liegt. Es gibt auf der Webseite auch einen Fragebogen, den Kinder ausfüllen können, um ihre Stadt zu bewerten.

Wenn sich Ihr Kind über Angebote im Netz hinaus beteiligen möchte, können Sie die Kinderpolitische Landkarte des Deutschen Kinderhilfswerks für Angebote in Ihrer Umgebung nutzen. Dort kann man auch gezielt nach Angeboten zu “Politik mit/für Kinder” suchen.

Was können Eltern tun, um die Beteiligung Ihres Kindes zu unterstützen?

Demokratie und Beteiligung fängt in der Familie an. Lassen Sie Ihr Kind so gut es geht mitentscheiden. Auch junge Kinder können herangeführt werden und das Mitentscheiden in der Familie einüben. Wenn es z. B. um die Mediennutzung in der Familie geht, können Sie gemeinsam Regeln aufstellen. Dabei hilft ein Mediennutzungsvertrag. Überall dort, wo Ihr Kind betroffen ist, sollte es mitreden dürfen. 

Wenn eine Mitsprache nicht möglich ist, weil Ihr Kind die Konsequenzen einer Entscheidung noch nicht einschätzen und sie ihm vielleicht schaden würde, sollten Sie aber genau erklären, warum Sie für Ihr Kind entscheiden. 

Machen Sie Ihr Kind auf Angebote im Netz aufmerksam, auf denen es sich informieren und beteiligen kann. Auch wenn Kinder auf den entsprechenden Seiten relativ selbstständig unterwegs sein können, sollten Sie Ihr Kind trotzdem nach Möglichkeit begleiten. Sprechen Sie über Themen, die es in den Kindernachrichten gesehen oder anderswo aufgeschnappt hat. Wenn Ihr Kind in der Familie Mitspracherecht hat, ist es motiviert, sich bestimmt auch außerhalb für die eigenen Interessen einzusetzen.

Von Likes bis zur Bewegung – wie sich Jugendliche online beteiligen können

Jugendliche wollen ihre Meinung sagen und dass ihnen zugehört wird. Sie möchten mitreden und mitentscheiden. Das Internet bietet jungen Menschen verschiedene Möglichkeiten, sich einzumischen und zu engagieren.

Warum ist es Jugendlichen wichtig sich zu beteiligen?

Die allermeisten Jugendlichen interessieren sich für politische Themen, wie z. B. Umweltschutz, Rechte im Internet oder der Kampf gegen Rassismus. Politisch sind aber auch solche Themen, die auf den ersten Blick gar nicht so wirken: Wer sich für für Mode interessiert, kann sich dafür einsetzen, dass diejenigen, die die Kleidung herstellen, fair behandelt und bezahlt werden.

Leider findet die Meinung Jugendlicher viel zu selten Gehör. Sie sind bei Wahlen nur in einigen Bundesländern ab 16 Jahren stimmberechtigt und haben auch in anderen Bereichen wenig Mitspracherecht. Das trägt dazu bei, dass viele Jugendliche nicht motiviert sind, sich politisch zu engagieren. Sie denken, dass ihre Stimme nicht viel bewirken kann. Dabei wünschen sich die meisten Jugendliche mehr Beteiligung. Das Internet bietet ihnen dafür verschiedene Möglichkeiten.

Was bedeutet Beteiligung im Netz genau?

Beteiligung – oder auch Partizipation – im Netz ist ein sehr weiter Begriff. Es kann bedeuten, in Gesprächen zu diskutieren, etwa mit Freunden im WhatsApp-Chat, oder ein Bild mit einer politischen Aussage auf Instagram zu liken oder zu teilen. Eine weitere Möglichkeit der Online-Beteiligung ist, aktiv politische Inhalte zu posten, wie z. B. ein kurzes Statement zu einem aktuell diskutierten Thema auf TikTok

Voraussetzung dafür ist, dass sich Jugendliche für etwas interessieren. Oft sind Interessen schon da, aber nicht allen Jugendlichen ist das bewusst. Es fehlen Gelegenheiten, sich über bestimmte Themen auszutauschen oder das Wissen über Beteiligungsmöglichkeiten.

Beteiligung beginnt damit, sich zu informieren und sich dadurch eine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden. Das kann in der Schule passieren, aber auch in der Familie im Freundeskreis oder auf YouTube. Das Internet ist für meisten Jugendlichen der wichtigste Ort für die Beschäftigung mit ihren Themen. Es bietet zwar viele Möglichkeiten dazu, aber auch Risiken, weil auch extremistische Gruppen das Internet für ihre Ansprachen nutzen. Teilweise werden von betrügerischen Angeboten sogar vermeintliche Anliegen wie Tierschutz angegeben, um Jugendliche zu ködern. Außerdem sind Verschwörungsmythen und Fake News im Umlauf, auf die Jugendliche bei ihrer Suche nach Informationen treffen. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, wie und wo man sich informiert. Verschiedene Internetangebote können helfen, das Interesse für Beteiligung zu wecken und dienen als gute Quelle, um sich eine Meinung zu bilden. Ein konkretes Angebot für Jugendliche ist z. B. das junge Magazin Fluter von der Bundeszentrale für politische Bildung

Außerdem kann man sich online mit anderen politisch Interessierten vernetzen. Soziale Netzwerke werden genutzt, um sich zu organisieren und Veranstaltungen zu planen, wie Treffen, Demonstrationen oder andere Aktionen. Fridays for Future oder Save the Internet sind Beispiele dafür, wie engagierte junge Menschen das Internet für ihre Bewegung nutzen. 

Welche Angebote gibt es für Jugendliche zur Beteiligung im Netz?

Beteiligung im digitalen Raum findet meistens in den sozialen Netzwerken statt. Auf Facebook gibt es viele Gruppen, die sich für bestimmte Anliegen einsetzen. Hier hilft eine einfache Suche nach entsprechenden Gruppen. Bei Facebook gibt es auch Gruppen der Jugendorganisationen von Parteien oder von gemeinnützigen Vereinen. 

Partizipation ist auch über Apps und Plattformen wie z. B. PlaceM möglich, Mit dieser App können sogenannte “Places” erstellt werden, an denen die Beteiligung gestärkt werden soll. Das kann der Stadtteil, die Kommune, die Klasse oder der Sportverein sein. Beteiligung wird hier vor allem über Umfragen realisiert. Bei Teilnahme werden die Beteiligten mit Punkten belohnt. Eine andere Plattform für Jugendbeteiligung ist OPIN, die die Beteiligung von Jugendlichen in Europa fördern soll. Auch Plattformen wie adhocracy fördern eine digitale Beteiligung. Außerdem können Jugendliche an ePetitionen teilnehmen oder selbst welche erstellen. Das funktioniert mit WeAct von campact oder mit openPetition. Auf der Plattform jugend.beteiligen.jetzt können Sie sehen, wo es in Deutschland für (digitale) Jugendbeteiligung gibt.

Was können Sie als Eltern tun, um Ihr Kind beim Engagement zu unterstützen?

Nehmen Sie die Interessen Ihres Kindes ernst, auch wenn sie Ihnen vielleicht fremd erscheinen. Unterstützen Sie, wenn sich Ihr Kind für ein bestimmtes Thema interessiert. Zeigen Sie ihm Möglichkeiten auf, sich zu informieren. Gleichzeitig ist es wichtig, auf Gefahren hinzuweisen, auf die Ihr Kind bei der Suche nach Informationen stoßen kann. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in unseren Beiträgen Alles fake? Falschmeldungen erkennen und Extremismus im Netz

Wenn Ihr Kind sich für etwas engagieren möchte, sprechen Sie mit ihm über Möglichkeiten und recherchieren Sie gemeinsam, z. B. nach (Jugend-)Initiativen und Organisationen. Die entsprechenden Seiten sind über Suchmaschinen meistens schnell zu finden. Wichtig ist es, dass Sie Ihrem Kind zu verstehen geben, dass es etwas bewirken kann, und dass es wichtig ist, die eigene Meinung zu vertreten.

Wer mit TikTok Geld verdient

Die Kurzvideo-App TikTok erreicht Millionen von Menschen: 2020 wird sie in Deutschland von über 10 Millionen vor allem jungen Menschen genutzt. Bei TikTok geht es um Spaß, Austausch und Kreativität. Für einige Nutzerinnen und Nutzer geht es vor allem darum, Geld mit der App zu verdienen.

Wie lässt sich mit TikTok Geld verdienen?

TikToker möchten mit ihren Videos auf die „Für Dich“-Seite (For You Page) kommen, damit möglichst viele Personen ihre Clips sehen. Dadurch können sie jede Menge neue Follower, also eine größere Reichweite bekommen. Viele TikTok-Stars sind so über Nacht berühmt geworden. Das macht sie für Unternehmen attraktiv, die sie als Influencer für Werbung einsetzen.

Bezahlte Werbung: Unternehmen bezahlen TikToker mit hoher Reichweite dafür, dass sie eine Marke oder ein Produkt bewerben. Diese Kooperationen müssen deutlich als Werbung gekennzeichnet werden. Dabei setzen Unternehmen immer mehr auf sogenannte Mikro-Influencer und so kann es passieren, dass auch Nutzer mit lediglich ein paar Hundert Followern Kooperationsanfragen bekommen.

Spenden während Livestreams: In Livestreams können die Zuschauenden Influencern Geschenke machen. Diese virtuellen Gegenstände, wie z. B. ein Panda-Emoji, müssen vorher gekauft werden: Nutzer kaufen mit realem Geld Coins, die gegen Geschenke eingetauscht werden können. Die Influencer wiederum können die erhaltenen Geschenke zurück in Geld tauschen und sich auszahlen lassen. Ein Teil bleibt immer auch bei TikTok hängen und sie verdienen mit. 

Warum die Unterstützung des Lieblingsinfluencers für die Fans richtig teuer werden kann und wie Sie Ihr Kind davor schützen, lesen Sie in unserem Artikel Social-Media-Influencer und das liebe Geld.

Affiliate-Marketing: Das ist eine Vereinbarung zwischen einem TikToker oder einer TikTokerin und einem Unternehmen. Er oder sie verlinkt einen Online-Shop auf dem eigenen Profil und bekommt eine Provision für jeden Artikel, der über den Link verkauft wird. Das muss als Werbung erkennbar gemacht werden.

Eigene Produkte verkaufen: Viele Influencer verkaufen Artikel, die mit eigenem Design oder kreativen Sprüchen verziert sind. Dafür arbeiten sie mit Dienstleistern zusammen, die sich um Druck und Verkauf kümmern. Der Influencer bekommt einen vereinbarten Betrag pro verkauftem Artikel.

Möglichkeiten auf TikTok Geld zu verdienen, gibt es viele und der Einstieg ist oft unkompliziert. Gerade Kinder und Jugendliche sehen in den TikTok-Stars Vorbilder und wollen so sein wie sie. 

Worauf muss ich achten, wenn mein Kind mit TikTok Geld verdienen will?

Um für das Publikum und Unternehmen relevant zu bleiben, müssen TikTokerinnen und TikToker regelmäßig – möglichst mehrmals am Tag – interessante Bilder und Videos posten. Die Konkurrenz ist groß und die Trends auf TikTok sind schnelllebig. Das kann Leistungsdruck und Stress erzeugen, mit dem gerade Kinder und Jugendliche noch nicht gut umgehen können. Auch das Familienleben und die schulischen Leistungen können darunter leiden.

Besonders viel Aufmerksamkeit möchten TikToker mit Videos von gefährlichen Challenges erreichen oder indem sie sich auf provokante oder sexualisierte Weise darstellen. Um während eines Livestreams mehr Geschenke zu erhalten, die sich in Geld umwandeln lassen, werden oft Gegenleistungen angeboten. Das können namentliche Grüße aber auch die Handynummer oder ein privates Bild an Personen sein, die fremd sind. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie Ihr Kind vor Cybergrooming schützen. Besprechen Sie diese Risiken in Ruhe mit Ihrem Kind. Wenn es gern eigene Videos einstellen möchte und den Wunsch äußert, als TikToker Geld zu verdienen, überlegen Sie gemeinsam, ob und wie sich das mit Schule und anderen Hobbies verträgt und unter welchen Bedingungen es Ihre Erlaubnis bekommt. Außerdem ist Ihr Kind bis zur Volljährigkeit nur eingeschränkt geschäftsfähig und braucht auch für einen Account auf TikTok Ihr Einverständnis.
In unserem Beitrag Kinder-Influencer und Familien-Kanäle können Sie weitere Tipps dazu nachlesen.

Nein, das ist keine Krankheit! – Wie Influencer Jugendliche beeinflussen

Namen wie Lisa und Lena, Melina Sophie oder Julien Bam fallen öfter bei Ihnen zu Hause und Sie wissen ganz sicher, dass es keine Freunde Ihres Kindes sind? Dann schwärmt Ihr Sohn oder Ihre Tochter vermutlich für einen Internetstar oder Influencer.

Besonders Jugendliche verbringen oft mehrere Stunden am Tag auf Social Media-Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok. Dabei sehen sie sich Videos und Fotos von Menschen an, die sie zwar nicht persönlich kennen, aber über die sie trotzdem jede Menge wissen und an denen sie sich orientieren. Diese sogenannten Influencer berichten in Bildern oder Videos von ihrem vermeintlichen Alltagsleben und beschäftigen sich mit Themen wie Mode, Beauty oder Gaming. Oft sind Influencer auf mehreren Social-Media-Plattformen vertreten. Auch Sportler, Models oder Popstars sind als Influencer aktiv.

Kontakt zu den Fans

Fans bzw. Follower oder Abonnenten kommunizieren mit ihren Stars: sie beantworten Umfragen, reagieren auf Aufrufe, wie z. B. Challenges, oder liken und kommentieren Postings. So haben sie das Gefühl, irgendwie in Verbindung mit den Influencern zu stehen.

Die bekanntesten Influencer haben eine enorme Reichweite von tausenden Followern bis hin zu einem Millionenpublikum: Die Zwillinge Lisa und Lena haben als mehr als 15 Millionen Abonnenten bei Instagram und über 10 Millionen Follower bei TikTok. YouTuberin Bianca „Bibi“ Heinicke von BibisBeautyPalace hat 5,9 Millionen und Julian Bam 5,7 Millionen Abonnenten.

An Erwachsenen geht dieser Trend häufig vorbei. Für viele Jugendliche sind Influencer Vorbilder und haben einen großen Einfluss auf sie – daher auch der Begriff Influencer (englisch für „Beeinflusser“). Oft sind sie selbst im Alter ihrer Fans oder nur ein paar Jahre älter und geben sich scheinbar ganz natürlich, so dass ihre Follower ihnen vertrauen und sich quasi Rat holen wie bei großen Geschwistern.

Werbung und Marketing durch Influencer

Unternehmen haben den Wert von Influencern erkannt und nutzen sowohl die Plattformen als auch ihre Stars zu Marketingzwecken. In den Fotos und Videos der Instagramer sieht man direkt oder auch nur „nebenbei“ Produkte wie Beauty-Artikel oder Klamotten bestimmter Marken. Oft nutzen Unternehmen Influencer auch, um die Glaubwürdigkeit und Beliebtheit einer Marke zu steigern. Was wie eine persönliche Empfehlung eines berühmten Influencers aussieht, ist häufig Werbung.

Die Grenzen zwischen der eigenen Meinung und Werbung verschmelzen und sind nur noch schwer erkennbar. Das liegt vor allem daran, dass nicht alle Influencer ihre Beiträge mit „Werbung“ oder „Anzeige“ kennzeichnen, auch wenn das eigentlich Pflicht ist. Es ist unklar, ob der Influencer das entsprechende Produkt selbst gekauft hat oder dafür bezahlt wurde, es in die Kamera zu halten.

Kinder und Jugendliche erkennen das nicht unbedingt oder sehen das wenig kritisch, da sie ihren Online-Idolen nacheifern wollen und sich leicht von ihnen beeinflussen lassen. Kleiden sich Influencer beispielsweise auf eine bestimmte Art und Weise, bringen Kinder und Jugendliche diese Marken mit ihren Stars in Verbindung und wollen sich genauso anziehen.

Influencer als Vorbilder

Es scheint so leicht, als Influencer erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen. Deshalb möchten viele Kinder und Jugendlichen selbst YouTuber oder Influencer werden. Doch die geposteten Fotos und Videos zeigen nicht die Arbeit, die hinter einem Leben als Influencer steckt.

Nicht nur bei Themen wie Mode und Lifestyle lassen sich die jungen Follower beeinflussen. Influencer stellen sich in bestimmter Art und Weise dar, oft beschönigt durch Filter und Posen. Sie sind meistens hübsch, schlank, sportlich und erfolgreich. Nach Vorbildern, die nicht nicht perfekt und ideal aussehen, muss man in Social Media genau suchen. Jugendliche kommen damit kaum in Berührung. Mehr dazu können Sie in unserem Beitrag Vielfalt und Rollenbilder in sozialen Medien nachlesen. 

Social-Media-Plattformen werden ebenfalls genutzt, um zu informieren und Meinungen zu vertreten. Deshalb tummeln sich dort auch Influencer, die die jungen Follower politisch motivieren oder sogar von ihren extremen Ansichten überzeugen wollen. Wenn Ihr Kind dadurch beginnt, sich für gesellschaftliche Fragen wie den Umweltschutz oder Gleichberechtigung zu interessieren, ist das sicherlich positiv zu sehen. Aber nicht immer stecken dahinter gute Absichten: Ganz unauffällig beeinflussen bestimmte Influencer, z. B. in einem Kochvideo, ihr Publikum, indem abfällige Kommentare über bestimmte Menschengruppen oder Personen eingestreut werden, die eigentlich nichts mit dem Videoinhalt zu tun haben.

Das können Sie tun, wenn Ihr Kind „infiziert“ ist

Verurteilen Sie die Stars Ihres Kindes nicht. Wahrscheinlich haben Sie als Teenie auch für einen Star geschwärmt, den Ihre Eltern blöd fanden. Sie müssen die Influencer Ihres Kindes nicht mögen, aber sollten versuchen zu verstehen, was Ihrem Kind daran gefällt. Zeigen Sie Interesse und fragen Sie nach, welchen Personen Ihr Kind bei Instagram und Co. folgt. Hinterfragen Sie gemeinsam, was die Influencerin oder der Influencer in den Postings zeigt und was dahinter stecken könnte. 

Es ist normal, dass man sich Vorbilder sucht, wenn man dabei ist, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Regen Sie Ihr Kind an, darüber nachzudenken und stehen Sie als Ansprechperson bereit, wenn es Fragen hat.

Unsere Kollegen von klicksafe habe das Phänomen Influencer in einem Video von #Elterninformiert zusammengefasst.

Verschwörungsmythen im Netz

Verschwörungstheorien gab es schon immer. Besonders bei bedeutenden oder sehr schlimmen Ereignissen bieten sie einfache Erklärungen für komplizierte Zusammenhänge. Meistens ist die Botschaft, dass eine geheime Gruppe von Verschworenen angeblich die Geschicke der Welt lenkt. Diese Menschen sind dann Schuld an diesen Ereignissen. Solche Erzählungen werden vor allem im Internet und über soziale Netzwerke verbreitet. Wenn Ihr Kind anfängt, sich für das Weltgeschehen zu interessieren – meist im Jugendalter – und sich zunehmend selbstständig im Internet bewegt, wird es früher oder später auch mit Verschwörungsmythen in Berührung kommen. Das kann über das Video eines Internetstars, einen Post auf Facebook oder einen Kettenbrief bei WhatsApp geschehen.

Wie funktioniert eine Verschwörungstheorie?

Verschwörungserzählungen und Falschnachrichten sind sich ähnlich, weil sie Informationen enthalten, die nicht der Wahrheit entsprechen. Verschwörungstheorien sind aber komplexer. Sie gehen davon aus, dass alles – gute genauso wie schlechte Ereignisse – geplant ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Nichts ist, wie es scheint und die Wahrheit wird bewusst geheim gehalten. 

Was finden Jugendliche interessant an Verschwörungsmythen?

Kriege, Attentate oder der Ausbruch einer weltweiten Pandemie sind schwer zu begreifen – für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Jugendliche beginnen gerade damit, ihre eigene Identität und ihren Platz in der Welt zu finden. Sie wissen noch nicht genau, wer sie eigentlich sein wollen und suchen Orientierung. Verschwörungstheorien erfüllen wichtige Bedürfnisse:

  • Vereinfachung: Sie bieten einfache Erklärungen für komplizierte Zusammenhänge.
  • Entlastung: Wenn alles geplant wurde, können auch die Schuldigen ausgemacht und alles wieder unter Kontrolle gebracht werden.
  • Wunsch nach Bedeutung: Mehr wissen als die anderen. Einem Geheimnis auf der Spur zu sein, verleiht Bedeutung.
  • Identifikation und Zusammenhalt: Verschwörungserzählungen funktionieren meistens nach dem  Prinzip “Gut gegen Böse”. Die Abgrenzung nach außen sorgt für ein Gefühl von Verbundenheit innerhalb der Gruppe.

Sind Verschwörungstheorien im Netz gefährlich?

Ihr Kind hat im Internet etwas über eine Verschwörungstheorie gelesen oder selbst danach gesucht? Nun kommt es darauf an, wie es mit den Informationen umgeht. Verschwörungserzählungen können unterhaltsam sein und werden deshalb auch immer wieder in verschiedenen Medien aufgegriffen: das Geheimnis des Bermudadreiecks, Aliens, die unter uns leben – solche Gedankenexperimente können interessant für Kinder und Jugendliche sein und ihre Kreativität wecken. 

Themen, die näher an unserer Lebenswelt sind, sollten kritischer betrachtet werden. Verschwörungsmythen säen vor allem Zweifel und machen Jugendliche empfänglich für radikale und extremistische Ideen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über solche Theorien und helfen Sie ihm, diese einzuordnen und zu hinterfragen.

Tipps im Umgang mit Verschwörungstheorien

Nehmen Sie Ihr Kind ernst, auch wenn es beginnt, sich intensiv mit Verschwörungserzählungen auseinanderzusetzen, Teile davon als Wahrheit akzeptiert oder sich in Communities mit Anhängern austauscht.  Wenn Sie sein Interesse mit Aussagen wie  „Das sind doch alles nur verrückte Verschwörungstheorien“ abtun, könnte es passieren, dass Ihr Kind sich von Ihnen abgrenzt und verstärkt im Netz nach Gleichgesinnten sucht. Anstatt Ihr Kind mit Gegenargumenten zu konfrontieren, sollten sie gemeinsam kritisch hinterfragen: Wer sagt was? Gibt es Dinge, die sich widersprechen? Sind die Quellen vertrauenswürdig? Gibt es ähnliche Muster bei anderen Verschwörungsmythen? 

Ein kritischer Umgang mit Informationen ist das wichtigste Werkzeug gegen Verschwörungstheorien. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es den Wahrheitsgehalt einer Quelle überprüfen kann und bieten Sie einen Zugang zu seriösen und altersgerechten Nachrichtenquellen. 

Dabei helfen können:

Nachrichten und Informationen, die extra für Kinder gemacht sind, wie

Websites, auf denen man den Wahrheitsgehalt von Nachrichten prüfen kann:

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