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WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden.

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis und GIFs zu versenden. Sie können auf einzelne Nachrichten mit Emojis reagieren.

Auch Videoanrufe mit einzelnen Personen oder in Gruppen sind in WhatsApp möglich. Es lassen sich selbstlöschende Nachrichten versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. Und gibt es die Möglichkeit, Fotos und Videos zu versenden, die nur einmal angeschaut werden dürfen und danach verschwinden. Chats können zudem archiviert werden.

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Nutzende wissen, wann ihre Kontakte das letzte Mal online waren. Über das Profilbild und den sogenannten Status können sie Eindrücke aus ihrem Leben teilen (ähnlich wie bei Instagram). Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen. Hinzu kommt, dass darüber häufig Fake News verbreitet werden.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, Sexting, dubiose Gewinnspiele oder missverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Konzern Meta (früher Facebook). In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden. Außerdem gibt es seit längerem Gerüchte und Pläne, dass Werbung über WhatsApp geschaltet werden soll. Bisher wurden diese aber nicht umgesetzt.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung verbessern: Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Anfang 2022 hat WhatsApp angekündigt, dass Gruppenadministratoren in Zukunft Nachrichten von anderen löschen können. Diese Funktion ist bisher noch nicht umgesetzt.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Wenn Sie einen Messenger nutzen möchten, der mehr Datensicherheit bietet, lesen Sie unsere Toolbeschreibungen zu Signal und Threema.

Fake News, Verschwörungen und Desinformationen – Was heißt das eigentlich?

Falschmeldungen, Fake News, Alternative Fakten und Verschwörungstheorien –  diese Begriffe hören wir seit einigen Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Nachrichten. Sie meinen aber nicht unbedingt das Gleiche. Deshalb erklären wir hier, was die Begriffe unterscheidet.

Desinformation

Mit Desinformation sind all jene Nachrichten und Fakten gemeint, die nachweislich falsch oder irreführend sind. Häufig wirken sie wahr, weil sie in eine Geschichte verpackt sind. Deshalb kann es schnell passieren, dass man darauf hereinfällt. Desinformationen werden absichtlich gestreut, um eine bestimmte Stimmung zu verbreiten – beispielsweise gegen bestimmte Menschen oder politische Maßnahmen. Desinformation ist vor allem in Krisenzeiten, wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg, ein Problem.

Fake News

“Fake News” ist ein Begriff, der oft umgangssprachlich für Desinformation verwendet wird. Er wird jedoch auch politisch eingesetzt, um andere politische Positionen oder Personen herabzusetzen. Manchmal wird er auch für Kritik an klassischen Medien genutzt.

Falschinformationen

Dagegen ist eine Falschinformation eine fehlerhafte oder unwahre Information, die ohne Absicht verbreitet wird. Früher gab es gelegentlich sogenannte „Zeitungsenten“: Dabei wurde eine Meldung in der Zeitung veröffentlicht, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hat. Die Zeitung hat in einer späteren Ausgabe darauf hingewiesen.

Satire

Satire kennen Sie vielleicht von Sendungen wie der heute show oder von Memes. Es ist eine künstlerische Ausdrucksform. Obwohl bei Satire oft ähnliche Stilmittel wie bei Desinformation verwendet werden (z. B. Übertreibung oder Vereinfachung von Sachverhalten) gehört sie nicht zur Desinformation. Satire möchte nicht absichtlich täuschen, sondern Missstände oder Probleme deutlich machen.

Propaganda

Mit Propaganda sind alle Aktionen und Methoden gemeint, mit denen zielgerichtet Anschauungen, Ideen oder Informationen (darunter auch Desinformation) verbreitet werden, um die öffentliche Meinung in einer bestimmten Art und Weise politisch zu beeinflussen bzw. zu manipulieren. Dazu zählen auch Plakate u. ä.

Verschwörungserzählungen

Verschwörungserzählungen beruhen auf der Auffassung, dass hinter politischen Maßnahmen oder bestimmten Ereignissen planmäßige Verschwörungen stehen. Sehr bekannt ist die Verschwörung, dass der 11. September von den Amerikanern selbst ausgelöst wurde. Damit hätten die USA eine Rechtfertigung gehabt, in den Irak einzumarschieren und den Machthaber zu stürzen.

Verschwörungstheorien eignen sich dazu, für komplizierte Zusammenhänge einfache Erklärungen zu finden. Es wird ein einfaches Weltbild entwickelt, das auf Klischees oder Stereotypen beruht. Personen und Sachverhalte werden klar eingeteilt – in Gut und Böse, richtig oder falsch.

Wie Sie und Ihre Kinder Falschmeldungen bzw. Desinformationen erkennen und damit umgehen können, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema.

Signal – Sicherer Messenger

Vielleicht haben Sie auch schon von den Bedenken gegenüber WhatsApp und anderen Messenger-Diensten gehört. Signal möchte eine sichere Alternative sein und bietet nahezu die gleichen Funktionen.

Kurz gefasst:

  • kostenlose und werbefreie App für Android und iOS (sowie für Desktop-PC)
  • Registrierung via Handynummer
  • Chats, Gruppenchats, sowie verschlüsselte Sprachanrufe und Videotelefonie möglich
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Altersfreigabe ab 13 Jahren
  • von der gemeinnützigen Signal-Stiftung

Was ist Signal?

Über Signal können Sie und Ihre Kinder mit einem Kontakt oder einer ganzen Gruppe chatten. Sie können Bilder, Audiofiles, Videos, Textnachrichten und Emojis versenden, Sprachanrufe oder Videoanrufe tätigen.

Signal wirbt damit, ein sicherer Messenger zu sein. Gegenüber anderen Messengerdiensten sind auch Gruppenunterhaltungen Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Über individuelle Datenschutz-Einstellungen in der App können u. a. Lesebenachrichtigungen und „verschwindende Nachrichten“ ein- oder ausgestellt werden. In regelmäßigen Abständen werden Nutzende aufgefordert, ihre PIN einzugeben, um die sichere Verwendung zu gewährleisten. Signal erfragt den Zugriff auf das Adressbuch, damit andere Nutzerinnen und Nutzer als Signal-Kontakte hinzugefügt werden. Kontakte können allerdings auch ohne Zugriff auf das Adressbuch des Smartphones manuell eingegeben werden. Da der Messenger quelloffen ist, kann jede Person die Verschlüsselungsverfahren einsehen. Viele Expertinnen und Experten haben diese bereits überprüft.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Immer mehr Jugendlichen ist bewusst, dass WhatsApp und Facebook Messenger wenig Datensicherheit bieten und suchen sich Alternativen. Signal wird teilweise als zusätzlicher Messenger neben den häufiger verwendeten Apps genutzt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Einige Gefahren beziehen sich nicht auf die Nutzung eines bestimmten Messengers, sondern hängen mit der Kommunikation über Messenger allgemein zusammen: Cybermobbing und Sexting sind auch via Signal nicht auszuschließen. Allerdings bietet Signal eine erhöhte Sicherheit der privaten Daten.

Was meint der Anbieter?

Nach Angaben des Anbieters werden Kontaktdaten von Signal anonymisiert, auf Signal-Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht.

Das Mindestalter für die Nutzung beträgt laut Anbieter 13 Jahre. Die USK gibt eine Empfehlung ab 0 Jahren, doch auch in den App-Stores wird ein Mindestalter von 12 Jahre angegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren der Kommunikation über Messenger-Dienste aufmerksam und thematisieren Sie die Vorteile von Signal und anderen, sicheren Messengern (z. B. auch Threema). Wenn Sie die App für den Austausch in der Familie nutzen, setzen Sie ein wichtiges Zeichen. Hilfreich ist es, sich mit anderen Eltern auszutauschen und gemeinsam zu entscheiden, ob Signal von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden sollte.

Sichere Suche im Internet

Kinder und Jugendliche können über die Suche im Internet schnell an Inhalte geraten, die nicht für ihr jeweiliges Alter geeignet sind, weil sie stark sexualisiert sind oder Gewaltdarstellungen enthalten. Mit einer bestimmten Filterfunktion in Suchmaschinen – der SafeSearch oder „Sicheren Suche“ – soll das verhindert und das Surfen für Jugendliche und Kinder sicherer werden.Diese Filtertechnik lässt sich bei den meisten Online-Suchmaschinen aktivieren: Dann werden automatisch unangemessene und nicht jugendfreie Inhalte aus den Suchergebnissen gefiltert und nicht angezeigt.

Sichere Suche aktivieren

Bei den bekanntesten Suchmaschinen – wie Google, Bing und Ecosia – können Sie die Filterfunktion sehr einfach über die jeweilige Startseite und dann über „Einstellungen“ einschalten. Dabei gibt es häufig zwei Filterstufen: Streng und Mittel/Moderat.

SafeSearch bei Google lässt sich aktivieren für:

Wenn Google erkennt, dass der Nutzer oder die Nutzerin jünger als 18 Jahre ist, ist SafeSearch automatisch eingeschaltet und kann bei einem Familienkonto von den Eltern deaktiviert werden. Mit einem Google-Account funktioniert die Filtertechnik auf dem Computer sowie auf mobilen Geräten (Android und iOS).

Bei Bing finden Sie SafeSearch ebenfalls unter Einstellungen. Bing entfernt unangemessene Suchergebnisse in zwei Stufen:

  • Streng: Nicht jugendfreie Texte, Bilder und Videos werden aus den Suchergebnissen herausgefiltert.
  • Mittel: Nicht jugendfreie Bilder und Videos werden aus der Suche herausgefiltert, aber keine Texte.

Bei Ecosia gelangen Sie über das Menü auf der Startseite in die Einstellungen und könnten dort die Sichere Suche aktivieren (Streng/Mittel).

Was kann problematisch sein?

Wenn Sie eine andere Suchmaschine als die genannten verwenden, schauen Sie in den Einstellungen, ob sich „Sichere Suche“ einstellen lässt.

Bedenken Sie, dass keine Filterfunktion zu 100% treffsicher ist. Es kann immer passieren, dass Bilder oder Suchergebnisse von dem Programm nicht erkannt werden. Wenn das passiert, können Sie diese Inhalte melden. SafeSearch (bei Google, Bing und Yahoo) filtert nach amerikanischen Maßstäben. Das bedeutet, es werden auch Ergebnisse herausgefiltert, die nach deutschem Recht nicht jugendgefährdend sind (z. B. Nacktheit). Ergebnisse, die nach deutschem Recht nicht jugendfrei (z. B. Gewalt) oder sogar strafbar (z. B. Holocaustleugnung) sind, werden teilweise trotzdem angezeigt. 

Tipp für Eltern: Kindersuchmaschinen verwenden

Wenn Ihr Kind noch jünger ist (im Grundschulalter) empfehlen wir, Kindersuchmaschinen zu verwenden. Mit Hilfe dieser können sie lernen, sich online auf sicheren Webseiten zu bewegen, bevor sie „Erwachsenenangebote“ kennenlernen. Kindersuchmaschinen arbeiten mit sogenannten Whitelists – es werden in den Suchergebnissen nur solche Seiten angezeigt, die vorher auf kindgerechte Inhalte geprüft wurden. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet. Wenn Ihr Kind schon älter ist und sich allein online bewegt, fragen Sie regelmäßig nach seinen Erfahrungen und seien Sie ansprechbar.

Bildschirmzeit und Digital Wellbeing

Eine Stunde im Internet fühlt sich manchmal wie wenige Minuten an. Dieses Gefühl kennen Erwachsene genauso wie Kinder. Eine neue Benachrichtigung, ein neuer Post, jetzt noch kurz das Level beenden und ganz kurz bei TikTok reinschauen – aber dann ist wirklich Schluss! Viele Apps sind so konzipiert, dass sie uns mit ständig neuen Reizen am Bildschirm halten. Es wird dadurch immer schwieriger, das Gerät einfach aus der Hand zu legen. Spezielle Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit wollen helfen, Medien bewusster zu nutzen.

Bildschirmzeit bei Apple-Geräten – Was ist das?

Bildschirmzeit gibt es auf dem iPhone, iPad und MacBook. Damit kann man sich anzeigen lassen, wie viel Zeit man täglich mit welchen Apps verbringt. Bestimmte Apps können für einen gewissen Zeitraum oder nach Ablauf einer vorher festgelegten Zeit gesperrt werden. Außerdem ist es möglich, bestimmte Inhalte (z. B. altersbeschränkte Filme oder Spiele) zu blockieren. Mit Hilfe der Familienfreigabe – einer weiteren Funktion bei Apple – lassen sich die entsprechenden Einstellungen auch auf anderen Geräten vornehmen.

 Sie richten die Bildschirmzeit entweder direkt auf Ihrem eigenen Gerät oder dem ihres Kindes ein. Alternativ können Sie über Ihr Gerät in der Familienfreigabe die Bildschirmzeit für jedes Familienmitglied individuell einstellen.  Sie können die Bildschirmzeit auch für mehrere Geräte Ihres Haushalts einstellen, indem Sie auf “Geräteübergreifend teilen” tippen. Damit können Sie Ihre festgelegten Einstellungen auch auf das iPad und andere Apple-Geräten übertragen.

Auf den Support-Seiten von Apple gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der Bildschirmzeit.

Digital Wellbeing bei Android-Geräten

Bei Android-Geräten ist ab Android 9 Digital Wellbeing als Funktion in den Einstellungen integriert. Hier sehen Sie auf einen Blick, wie häufig das Smartphone und die einzelnen Apps verwendet wurden. Android bietet gleich drei Möglichkeiten zur Regulierung der Medienzeit:

  • Mit dem App-Timer können Verwendungszeiten für einzelne Apps festgelegt werden. Ist der Timer abgelaufen, wird die App für den Rest des Tages pausiert.
  • Der Konzentrationsmodus hilft Ihnen dabei, Ablenkungen auf dem Smartphone zu umgehen und fokussiert zu bleiben. Zuvor selbst ausgewählte Apps werden währenddessen komplett deaktiviert.
  • Der Ruhemodus soll dabei helfen, den Schlafrhythmus zu verbessern. Legen Sie hier die Wochentage sowie die entsprechenden Ruhezeiten individuell fest.

Android bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung Digital Wellbeing.

Worauf sollten Eltern achten?

Bildschirmzeit bietet darüber hinaus die Möglichkeit einer sogenannten Kindersicherung auf Apple-Geräten. Damit können Sie die Handynutzung Ihres Kindes regulieren und bspw. Einkäufe im App Store oder Inhalte mit bestimmten Altersfreigaben verhindern. Eine genaue Anleitung zur Kindersicherung bietet der Apple-Support.

Die Funktionen zum Kinderschutz sind bei Android-Geräten nicht direkt im Betriebssystem integriert. Über die kostenfreie Google-App Family Link, können Sie die Mediennutzung ihrer Kinder dennoch im Auge behalten. Genauere Informationen finden Sie auf dieser Hilfeseite von Google.

Sie sollten grundsätzlich bedenken, dass Ihr Kind sich durch die Regulierung seiner Mediennutzung von Ihnen kontrolliert fühlen könnte. Sprechen Sie deshalb offen mit Ihrem Kind über die Einstellungsmöglichkeiten und überlegen Sie gemeinsam, welche sinnvoll sind. Da Ihr Kind mit der Zeit immer selbstständiger wird, sollten die Einstellungen regelmäßig überdacht werden. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr weiß es natürlich auch, wie bestimmte Einstellungen zu umgehen sind. Wenn Sie Ihrem Kind Vertrauen entgegenbringen, gibt es dazu in der Regel aber keinen Grund. Überlegen Sie auch gemeinsam, wie sie die Medienzeit und medienfreie Zeit in der Familie gestalten wollen.

YouTube

Fernsehen ist tot – zumindest, wenn man die junge Generation fragt. Kinder und Jugendliche schauen heute YouTube auf dem Handy oder Tablet. Aber was genau ist das eigentlich?

Kurz gefasst:

  • weltweit größtes kostenfreies Videoportal
  • Videos von professionellen Kanälen, YouTubern, Medien und privaten Nutzern
  • Mindestalter laut Anbieter ab 16 Jahren (13 mit Erlaubnis der Eltern), jüngere Kinder: YouTube Kids
  • Vorsicht: Vielzahl an Inhalten und damit auch das Risiko nicht altersgerechter Videos oder Kommentare

Was ist YouTube?

YouTube ist aktuell das größte und beliebteste Videoportal der Welt. Kinder und Jugendliche können unzählige Videos zu vielfältigen Themen und von verschiedenen Produzenten anschauen. Sie können aber auch eigene Videos hochladen, die Videos anderer bewerten und kommentieren sowie sich mit anderen Nutzern in der Community austauschen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

YouTube bietet für jeden Geschmack etwas: Kinder und Jugendliche finden unzählige Videos, Themen und Kanäle für alle Altersgruppen und Interessen. Die Inhalte stammen aus der ganzen Welt, es gibt Videos von professionellen Kanälen (Musikvideos, Shows, Kinderserien, Prominente, erfolgreiche YouTuber). Aber auch private Nutzer laden Videos rund um Computerspiele (z. B. Let’s Play Videos), Tutorials zum Nachmachen, witzige Challenges und Einblicke in ihren Alltag hoch.

Viele Kinder und Jugendliche identifizieren sich mit YouTube-Stars und abonnieren Kanäle, die ihnen gefallen. Dort schauen sie 60-sekündige Smartphone-Videos bei YouTube Shorts, die gängigen 10-Minuten-Videos oder ganze Filme und Serien mit einem YouTube-Premium-Abo. Über die Funktion YouTube Live finden professionelle Livestreams von Veranstaltungen statt, aber auch Privatpersonen können schon mit einfacher Technik live streamen.

“YouTuber” sehen manche Kinder und Jugendliche als einen Berufswunsch an und möchten gerne einen eigenen Videokanal starten. Grundsätzlich ist das eine tolle Möglichkeit, sich kreativ auszuleben. Jedoch gibt es auch einige Dinge, die beachtet werden müssen. Deshalb haben wir für Sie in diesem Beitrag das Wichtigste dazu zusammengefasst:Mein Kind will YouTuber werden

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es handelt sich um eine weltweite Nutzercommunity, mit einer riesigen Bandbreite an Inhalten, sekündlich neu hochgeladenen Videos und unzählige Kommentare. Daher besteht das potenzielle Risiko, dass Jugendliche Inhalten begegnen, die nicht für sie geeignet oder sogar entwicklungsbeeinträchtigend sein können. Videos können bspw. gewalthaltige, anstößige, verstörende Inhalte zeigen, zu riskantem Verhalten anregen, versteckte Werbung enthalten oder einfach nicht altersentsprechend für junge Nutzerinnen und Nutzer sein. Auch die Kommentare unter den Videos können Gewalt, Hass, Beleidigungen oder Belästigungen enthalten.

Wenn Heranwachsende ihre eigenen Videos produzieren, besteht das Risiko, dass sie persönliche Informationen von sich oder auch von Freunden und Familienmitgliedern preisgeben. Wenn andere ungefragt im Video zu sehen sind, kann eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild vorliegen. Kinder und Jugendliche können bei der Verwendung von Musik oder anderen Videoausschnitten gegen das Urheberrecht verstoßen.

Das Portal ist kostenfrei und enthält Werbung und kommerzielle Inhalte, bspw. vor oder zwischen Videos geschaltete Werbespots. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und durchschauen sein. Auch bei Gewinnspielen auf YouTube ist Vorsicht geboten.

Was meint der Anbieter?

YouTube ist eine Tochterfirma des Google-Konzerns. Wer Videos hochladen, abonnieren oder kommentieren möchte, benötigt einen Google-Account. Das Mindestalter für die Nutzung liegt in Deutschland bei 16 Jahren. Eine Ausnahmeregelung gilt, wenn ein Elternteil seinem mindestens 13-jährigen Kind die Nutzung des Dienstes über Family Link erlaubt hat. Grundsätzlich benötigen alle Minderjährigen die Erlaubnis der Eltern.

YouTube klärt die Nutzer mit den Community-Richtlinien über angemessene Inhalte und ein respektvolles Miteinander auf. Der Anbieter ist grundsätzlich nicht verantwortlich für die Inhalte der hochgeladenen Videos, löscht jedoch Videos, die den Richtlinien widersprechen. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist Pornografie auf YouTube verboten. Dasselbe gilt für Inhalte, die selbstverletzendes Verhalten fördern oder die das emotionale und körperliche Wohlbefinden Minderjähriger gefährden. Bestimmte Videos sind daher nur für angemeldete Nutzer sichtbar, die 18 Jahre oder älter sind. Auch wenn YouTube selbst verschiedene Tools verwendet, um unangemessene Inhalte herauszufiltern, ist auch das Feedback der Nutzenden wichtig. Sie haben die Möglichkeit, Inhalte zu melden, sodass diese möglicherweise gelöscht oder sogar strafrechtlich verfolgt werden können.

YouTube setzt Upload-Filter ein, die beim Hochladen prüfen, ob Bilder, Musik oder Videos darin urheberrechtlich geschützt sind. Damit handelt YouTube nach der EU-Urheberrechtsreform von 2019. Die Videoplattform informiert: Nur wer die Genehmigung des Rechteinhabers hat, darf urheberrechtlich geschütztes Material nutzen.

Was sollten Eltern beachten?

Da YouTube eine unübersichtliche Vielfalt an Videos bietet, sollten Sie Ihr Kind nicht alleine damit lassen. Begleiten Sie es bei den ersten Schritten und besprechen Sie die Möglichkeit, Inhalte zu melden. Lassen Sie Ihr Kind erste Erfahrungen auf YouTube Kids sammeln, wo es einen sicheren Rahmen gibt.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, dass Ihr Kind reif genug für das “richtige” YouTube ist, machen Sie zunächst Gebrauch vom eingeschränkten Modus, der bestimmte Inhalte ausblendet, z. B. Gewalt oder Nacktheit. Eltern können den eingeschränkten Modus aktivieren, damit ihre Kinder derartige Inhalte möglichst nicht sehen können.

Seien Sie offen, wenn Ihr Kind selbst Videos produzieren möchte. Es ist zunächst eine tolle Möglichkeit, kreativ zu werden. Besprechen Sie dennoch, welche Themen und Inhalte in den Videos vorkommen werden. Das betrifft auch, ob und wie viele persönliche Informationen andere Nutzer dadurch von ihnen erfahren könnten. Diskutieren Sie unbedingt die Möglichkeit, Videos auf privat oder nicht gelistet zu stellen. Damit können andere diese Videos entweder gar nicht sehen (“privat”), oder die Videos kann nur sehen, wer den Link zu ihnen hat (“nicht gelistet”) – sie werden dann in der Suche nicht angezeigt.

Gefährdende Inhalte im Netz

Gewalthaltige Inhalte, Abzockerseiten oder Falschnachrichten – das alles sind Online-Inhalte, die Kinder und Jugendliche gefährden können. So kann es zum Beispiel ein Spiele-Chat sein, in dem junge Spielende aus Neugier auf einen Link klicken, ohne zu wissen auf welche Webseite er führt. Problematisches findet sich in der heutigen Zeit vieles und oft treffen Kinder und Jugendliche beim Surfen aus Versehen darauf. Wir haben uns unterschiedliche gefährdende Inhalte näher angeschaut – hier finden Sie einen Überblick:

Gefahren in Spam-Mails: 

Vermeintlich harmlose Mails, die den Rechner mit einem Virus infizieren oder private Daten unfreiwillig weitergeben: Spam-Mails existieren schon so lange es E-Mails gibt. Doch woran erkennen Sie Spam und wie können Sie Ihre Kinder am besten vor Gefahren in unerwünschten Mails schützen?

Alles Fake? Falschmeldungen erkennen:

Im Internet und in sozialen Netzwerken begegnen uns täglich unzählige Nachrichten, Meldungen und Geschichten. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen, wie den Fernsehnachrichten, der Tageszeitung, von Leuten aus dem Sportverein oder bekannten Personen. Darunter mischen sich manchmal unbekannte Nachrichtenseiten und Absender, die gezielt mit Lügen oder Halbwahrheiten ins Netz setzen. In diesem Artikel geht es darum, Falschmeldungen zu erkennen und mit ihnen umzugehen.

Online-Gewalt – wenn Jugendliche Opfer werden:

Da Jugendliche online vor allem über Messenger und Social Media kommunizieren, begegnen ihnen auch immer wieder Risiken wie Cybermobbing, Hassrede oder Cyberstalking. In diesem Artikel werden diese Phänomene und ihre Unterschiede erklärt. Sie erfahren, was unter digitale Gewalt fällt und wie Sie Kinder und Jugendliche davor schützen können.

Cybergrooming – Wenn Kinder im Netz auf Fremde treffen: 

Auf Plattformen wie Chatroulette, Omegle und Co können Kinder und Jugendliche Fremde in zufälligen (Video-)Chats treffen. Wenn sie dabei auf Menschen mit bösen Absichten treffen, kann es zu Cybergrooming kommen. Wir erklären Ihnen, warum welche Plattformen besonders gefährlich sind und wie Sie Ihr Kind schützen können. 

All diese Themen sind nur Bruchteile von Onlinerisiken, denen Ihr Kind im Netz begegnen kann. Je mehr Sie über gefährliche Inhalte im Netz Bescheid wissen, desto besser können Sie ihr Kind begleiten, aufklären und Schutzmaßnahmen nutzen, um gemeinsam viele positive Onlineerfahrungen zu machen. 

Steam – Die Spieleplattform

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https://www.youtube.com/watch?v=eRObmWWsGq8_%_

Kurz gefasst:

  • internationale Plattform und soziales Netzwerk für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme
  • über den PC oder als App nutzbar
  • freigegeben ab 13 Jahren
  • Zugang zu nicht-kindgerechten Inhalten möglich und Kommunikationsrisiken

Was ist Steam?

Steam ist das größte internationale Portal für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme. Auf der Plattform kann man Spiele spielen und kaufen. Gamer können mit anderen weltweit in Kontakt treten und gemeinsam spielen. Dafür muss man Steam installieren und sich kostenlos anmelden. Das geht mit PC, Mac und Linux. Steam ist außerdem als App erhältlich. Die Webseite dient als Forum zum Austausch über Gaming und zum Teilen von Fan-Inhalten wie Bildern und Videos. Spieler können zudem direkt innerhalb der Spiele miteinander chatten. Im Shop kann man Spiele kaufen, aber auch innerhalb der Spiele gibt es Kaufmöglichkeiten.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Sie finden hier unzählige Spiele, die kostenfrei oder kostenpflichtig sein können. Die Plattform bietet eine große Vielfalt an Spielen und Genres. Jugendlichen macht es besonders Spaß, mit anderen Spielern gemeinsam im Team zu spielen. Außerdem gefällt es ihnen, sich mit anderen über ihre Lieblingsspiele auszutauschen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Durch die große Vielfalt auf der Plattform gibt es auch Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind oder sogar problematisch sein können. Bei manchen Spielen wird das Alter vorab abgefragt, es wird jedoch nicht überprüft. In der Community finden sich Spieler und Inhalte aus der ganzen Welt, Jugendliche können also leicht mit Fremden in Kontakt kommen. Dabei können vor allem sogenannte Trolle ein Risiko sein, weil sie andere gezielt provozieren, beleidigen und Falschmeldungen verbreiten. Auch die Beiträge, Bilder oder Videos im Forum oder Chat können unter Umständen nicht für Kinder geeignet sein.

Was meint der Anbieter?

Laut Anbieter können Kinder die Plattform ab 13 Jahren nutzen. Es findet jedoch keine Überprüfung des Alters statt. Spam, Werbung und problematische Inhalte können gemeldet werden. Für Familien wird eine Familienansicht angeboten, in der Eltern genaue Einstellungen und Einschränkungen vornehmen können. Kürzlich gab es eine Änderung zugunsten der Privatsphäre der Nutzenden: Standardmäßig sehen nur die Online-Freunde, welche Spiele man besitzt, wie lange man spielt und welche Spiele auf der Kaufwunschliste stehen. Vorher waren die Daten vieler Nutzenden öffentlich abrufbar, weil nur wenige ihr Profil selbst auf privat gestellt hatten.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der Vielzahl an Spielen und Social-Media-Inhalten ist die Nutzung erst für ältere Jugendliche zu empfehlen. Wenn schon Jüngere Steam nutzen möchten, sollte das gut begleitet und gemeinsame Regeln vereinbart werden. Eltern empfehlen wir die Nutzung der Familienansicht. Diese wird mit einer PIN gesichert. In einer Bibliothek lassen sich einzelne Spiele für die Kinder festlegen und freigeben. Auch weitere Features wie die Community oder der Shop müssen bewusst von den Eltern erlaubt werden. Der Spieleratgeber erklärt in diesem Tutorial, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Instagram sicher nutzen

Das Soziale Netzwerk Instagram  ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, jedoch immer wieder in der Kritik, weil es nicht ausreichend schützt. Instagram hat Neuerungen eingeführt, um sicherer für Kinder und Jugendliche zu sein. Das ist neu: 

  • Minderjährige können nicht mehr so einfach von Fremden kontaktiert werden 
  • neue Funktionen sollen Eltern und Erziehungsberechtigten mehr Kontrolle geben 
  • Informationsportal für Ratsuchende 
  • Löschfunktionen in der App 
  • strengere Altersbeschränkungen 

Warum war es Zeit für Neuerungen? 

Die Kritik an Instagram wurde immer lauter. Der Grund: Minderjährige waren auf der Plattform oft ungeschützt, bekamen unangemessene Werbung, wurden zum ausgiebigen Nutzen verleitet und konnten von Fremden uneingeschränkt kontaktiert werden.  

Die Rechtslage in Deutschland hat sich mit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes geändert.  Anbieter von Social-Media-Plattformen sind jetzt verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige einzurichten. Beispielsweise muss es Voreinstellungen geben, so dass Fremde nicht einfach Minderjährige kontaktieren können. Außerdem müssen Begleitungs- sowie Steuerungsmöglichkeiten durch die Eltern vorhanden sein. 

Was ist neu? 

Seit Juli 2021 ist es schwieriger, die Altersgrenze (Nutzung ab 13 Jahre) zu umgehen. Jede Person, die Instagram nutzen möchte, muss zwingend das eigene Alter angeben, sonst kann der Account gesperrt werden. Zusätzlich ist geplant, dass Konten Minderjähriger automatisch „privat“ sind. Das bedeutet, dass Jugendliche selbst entscheiden, wer ihr Profil sehen darf. Bisher ist das eine freiwillige Option.  

Minderjährige können nur noch von Personen kontaktiert oder in Beiträgen markiert werden, wenn sie diesen Personen auch folgen. Möchte eine fremde Person Minderjährigen folgen, bekommt diese eine Warnung. Beiträge “verdächtiger” Personen unter den öffentlichen Beiträgen Minderjähriger sind ab sofort automatisch unsichtbar. Außerdem ist es leichter, eigene Beiträge, Kommentare und weitere Fußspuren zu löschen. Erziehungsberechtigte sollen zukünftig die Internetnutzung ihrer Kinder besser begleiten können. Für das Frühjahr 2022 wurde ein Tool angekündigt, das es Eltern ermöglicht, zu sehen, was ihr Kind bei Instagram macht und Kontrolle über die Nutzungszeiten bekommen.  

Zusätzlich wird es ein Informationsportal geben, das Ratsuchende gezielt unterstützen soll. Dazu gehört auch einen Leitfaden für Eltern mit Umgangstipps rund um die Instagram-Nutzung, eine Liste mit Anregungen für ein Gespräch über die Nutzung und ein Glossar mit wichtigen Begriffen.  

Was ist problematisch an den neuen Einstellungen? 

Nach wie vor kann das Alter einer Person, die sich bei Instagram anmeldet, nicht sicher  ermittelt werden. Ein Kind kann sich älter machen, ohne dass Instagram überprüfen kann, ob das angegebene Alter stimmt. Dieses Problem gibt es auch auf anderen Social-Media-Plattformen. Solange das nicht möglich ist, werden auch die Sicherheitseinstellungen nicht bei allen jungen Nutzenden greifen. In Zukunft soll aber künstliche Intelligenz helfen, das angegebene Alter zu überprüfen. Mehr dazu ist in einem Statement von Instagram nachzulesen.  

Außerdem gibt es keine öffentlichen Richtlinien, ab wann das Verhalten Erwachsener auf der Plattform als “verdächtig” gilt und Kommentare dementsprechend nicht mehr sichtbar sind. Die Entscheidung liegt hier also in den Händen der Plattform.  Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagramnutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf. Kontrolle fühlt sich für Kinder und Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Gleichzeitig sollten Sie Ihrem Kind auch mögliche Gefahren bewusstmachen und zeigen, welche Einstellungen, die Nutzung der Plattform sicherer machen. Wenn Sie die Kontrollmöglichkeiten, die es bei Instagram gibt, nutzen möchten, tun Sie das nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Kind. 

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Das man zu viel Zeit auf Social-Media-Plattformen verbringen kann, ist ein Problem, das man kennt. In einigen Ländern soll die Instagram App bald selbst hinweisen, wenn zu viel Zeit auf der Plattform verbracht wird. „Pause einlegen“ – heißt die Benachrichtigung, wird aber erst einmal nicht in Europa gestartet. Deshalb gilt es, auf eine angemessene Nutzungsdauer zu achten. Außerdem liegt es an den Kindern und Jugendlichen, wen sie als Follower akzeptieren und wem sie selbst folgen. Hier können Sie als Eltern unterstützen, indem Sie das Konto gemeinsam einrichten und regelmäßig besprechen, wer abonniert wird. Instagram hat nachgerüstet – ein verantwortungsvoller Umgang ist trotzdem weiter wichtig.  

Spielbar – Infos rund um beliebte Videospiele 

Kinder und Jugendliche sind von Videospielen und Gaming begeistert. Da stellt sich oft die Frage, wie geeignet sind die verschiedenen digitalen Spiele. Auf spielbar.de werden ausgewählte Spiele (z. B. für Xbox, PC, Playstation oder Nintendo Switch) mit pädagogischem Blick begutachtet und rezensiert. 

Kurz gefasst: 

  • Beurteilungen von Videospielen für ältere Kinder (ab ca. 10 Jahre) und Jugendliche 
  • Basisinformationen und pädagogische Einschätzungen 
  • Elternratgeber zur Orientierung im Alltag 
  • kostenlos über den Browser nutzbar 
  • mit öffentlichen Mitteln finanziertes Angebot und deshalb unabhängig von der Spieleindustrie 

Wie ist Spielbar aufgebaut? 

Auf der Plattform gibt es eine vielfältige Auswahl an Spielbewertungen. Es werden Computerspiele bewertet, die bei Kindern und Jugendlichen gut ankommen und besonders beliebt sind. Auch Spiele mit Lerneffekt lassen sich in der Datenbank finden. 
Die Rezensionen beinhalten eine allgemeine und objektive Beschreibung des Spieles mit Informationen zur Story, zum Spielablauf und zum Spielziel. Zusätzlich gibt es eine persönliche und pädagogischen Einschätzung des Spiels, die beschreibt, welche Lernziele das Spiel verfolgt und welche Risiken es geben könnte. Dazu gehört beispielsweise das Aufklären über die Gewaltinhalte der digitalen Spiele.   
Auf der Onlineplattform findet sich neben den Spielbewertungen auch einen Ratgeber für Eltern. Dort werden Fragen rund um die alltägliche Nutzung von Medien und Videospielen beantwortet, beispielsweise:  

  • Was sollte bei der Auswahl von Videospielen beachtet werden?  
  • Wie können Sie mit Ihrem Kindern Spielzeiten vereinbaren? 
  • Ab wann sind gewisse Spielangewohnheiten bedenklich? 

Zusätzlich verfügt die Internetseite über ein Glossar, in dem die verschiedensten Gaming-Begriffe erklärt werden. 

Ist Spielbar auch etwas für Kinder und Jugendliche? 

Die Website ist auch für Jugendliche und Kinder interessant, weil sie darüber Informationen zu Spielen bekommen. Außerdem können sie sehen, welche Spiele für ihr Alter geeignet sind. 

Was sollten Eltern beachten? 

Über die Spielebeurteilungen auf der Website erfahren Eltern ab welchem Alter ihr Kind von den Lernchancen der Spiele profitieren kann. Die Einschätzungen sind nicht mit der Altersfreigabe von der USK zu vergleichen. Die USK beachtet oftmals das Gefährdungspotenzial und bezieht sich darauf, wie viel Gewalt in den Spielen gezeigt wird. So kann es sein, dass ein Spiel, was von der USK für Kinder ab 6 von Spielbar aber erst für Kinder ab 12 Jahren empfohlen wird. Das liegt u. a. daran, dass Sechsjährige das Spiel inhaltlich noch nicht verstehen können.  

Wichtig ist, dass Sie sich bei der Wahl von Videospielen nicht blind auf Empfehlungen und USK-Einordnungen verlassen. Jedes Kind entwickelt sich individuell und verarbeitet Eindrücke anders. Nutzen Sie unterschiedliche Spielebeurteilungen, fragen Sie andere Eltern nach Erfahrungen und probieren Sie das Spiel wenn möglich selbst aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Computerspiele, die es spielt oder gern spielen würde. Verbieten Sie digitale Spiele nicht grundsätzlich, aber erklären Sie Ihre Bedenken, damit Ihr Kind versteht, wenn es ein Spiel nicht spielen darf. Fragen Sie nach, warum sich Ihr Kind für bestimmte Videospiele interessiert, lassen Sie sich diese erklären und vielleicht sogar zeigen. 

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges – Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich z. B. dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, wer welcher bekannten Person ähnlich sieht. 

Challenges gibt es auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok. Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice-Bucket-Challenge, bei der Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice-Bucket-Challenge diente einem guten Zweck. Challenges können aber auch andere Funktionen und Hintergründe haben. Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den Sozialen Netzwerken hoch.  

Von TikTok sind Challenges nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. Diese Videos gehen innerhalb von Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt geteilt und nachgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die Hashtag-Challenges anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen.  

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutzverein Wings of the ocean. 

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen. 

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. Auch Anerkennung und Nervenkitzel sind für junge Menschen Gründe, Challenges mitzumachen. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil vieler Social-Media-Communities und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower, sich anzuschließen und dem Trend zu folgen.  

Wenn Challenges gefährlich werden

Nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges. Das wird zum Problem, wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden, die sich der Gefahr nicht bewusst sind. Challenges, die dazu auffordern abzunehmen oder Dinge zu essen, die nicht dazu gedacht sind, sind nur zwei Beispiele. 

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Hinter diesen gefährlichen Challenges stecken häufig sogenannte Hoaxes. Das sind ausgedachte Geschichten, die als Challenge verbreitet werden. Kinder und Jugendliche werden zu riskanten Aktivitäten animiert, weil sonst angeblich etwas Schlimmes passieren würde. Gefährlich sind am Ende die Hoax-Challenges selbst. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag zu Kettenbriefen.  

Tipps zum Umgang mit Challenges 

Social-Media-Anbieter löschen gelegentlich gefährliche Inhalte, aber das verhindert nicht, dass andere riskante Challenges zum Trend werden. Auf YouTube und TikTok ist es verboten, solche Pranks und Challenges einzustellen. Bei TikTok erhalten User direkt eine Warnung, wenn vermeintliche riskante Challenge-Videos im Feed auftauchen. Außerdem gibt es Aufklärungsvideos dazu. 

Die wichtigsten Tipps im Überblick: 

  • Wenn sich Ihr Kind gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was es daran begeistert.  
  • Deutlich machen, dass einige Challenges nicht zum Nachahmen geeignet und viele Inhalte inszeniert sind; erklären, warum manche Challenges gefährlich sind (Verletzungen aber auch psychische Beeinträchtigungen) 
  • Über Arten von Challenges sprechen (unbekannte Dinge essen, von denen man nicht weiß, wie sie sich auswirken, riskante sportliche Stunts, Experimente mit Feuer bspw.), aber keine konkreten Challenges nennen 
  • Vorsicht und Bedacht beim Warnen von anderen Eltern vor Challenges; diese dabei nicht weiterbreiten, alarmistische Warnungen können Angst auslösen, anstatt zu helfen 

Bleiben Sie offen für lustige, harmlose oder sogar hilfreiche Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen

Wie erkenne ich ein gutes Computerspiel?

Vor über 50 Jahren wurde das erste Computerspiel entwickelt. Heute ist „Zocken“ für viele Kinder und Jugendliche ein wichtiger Teil ihrer Freizeitbeschäftigung. Jedes Jahr erscheinen neue Computerspiele – da ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Wir haben Tipps, wie Sie ein gutes und für Ihr Kind geeignetes Computerspiel erkennen können.

Altersbeschränkungen

In Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben zur Freigabe von Computerspielen. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) prüft, welche Spiele für welches Alter geeignet sind und achtet dabei zum Beispiel auf gewalthaltige Inhalte. Diese Altersangaben – im App-Store, auf Spieleplattformen wie Steam oder auf DVDs – sind eine gute Orientierung. Eltern sollten aber noch weitere Kriterien zur Auswahl eines guten Computerspiels berücksichtigen, da die Alterseinordnungen der USK keine pädagogische Empfehlung sind.

Positive Effekte

Ein gutes Computerspiel kann die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten von Kindern fördern. Geeignete Spiele fördern durch Rätsel oder andere Aufgaben strategisches Denken, die Merkfähigkeit und ähnliche Gedächtnisleistungen. Viele Spiele werden mit anderen zusammen gespielt. Dabei sind soziale Kompetenzen wie Toleranz, Empathie und Teamfähigkeit gefordert. Actionspiele unterstützen die Entwicklung von Geschicklichkeit, Orientierung und Wahrnehmung. Außerdem kann Ihr Kind beim Computerspielen lernen, mit Erfolg und Niederlagen umzugehen und seiner Fantasie Raum geben. Durch das gemeinsame Spielen können Kinder Freundschaften pflegen oder sogar neue aufbauen.  Kindern und Jugendlichen können außerdem verschiedene Rollen ausprobieren. Allein vom Titel des Spiels wissen Sie nicht, ob ein Spiel solche Fähigkeiten fördert. Sprechen Sie deswegen mit Ihrem Kind über das Spiel. Die Beschreibungen und pädagogische Einschätzungen von spielbar.de, dem Spieleratgeber NRW oder in der App-Datenbank vom Deutschen Jugendinstitut können außerdem hilfreich sein..

Datenschutz und Kosten

Prüfen Sie, wie das Computerspiel mit persönlichen Daten umgeht. Wenn die Angabe von persönlichen Daten nicht gefordert wird oder diese nicht gespeichert, nicht an Dritte weitergeben und nicht für Werbezwecke genutzt werden, wird Datenschutz ernst genommen. Außerdem sollten immer AGBs oder Informationen zum Datenschutz zur Verfügung stehen.

Kostenfreie oder kostenpflichtige Spiele, die online erhältlich sind, können In-Game- bzw. In-App-Käufe beinhalten. Spielende werden beispielsweise verleitet, neue Spielfunktionen freizuschalten oder bessere Kostüme für ihre Avatare zu bekommen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind vorab über solche möglichen Kostenund vereinbaren Sie Regeln, ob und wie viel Geld ausgegeben werden darf. Vermeiden Sie, die eigenen Kreditkarten- oder PayPal-Daten auf dem gemeinsam benutzten Gerät zu hinterlegen. Auf Smartphones und Tablets können Sie außerdem Passwortsperren für In-App-Käufe einstellen.

Überforderung im Spiel

Viele Eltern haben Sorge, dass ihre Kinder mit zu viel Gewaltdarstellungen in Computerspielen in Kontakt kommen. Dabei ist die Wirkung stark vom Alter und individuellen Faktoren eines Kindes abhängig. Hier helfen Ihnen auch die Einordnungen der USK. Gewalt oder andere nicht altersgemäße Inhalte können für Kinder reizvoll sein, weil sie die eigenen Grenzen austesten möchten. Neben Gewalt kann auch der Austausch mit anderen während des Spiels überfordern, wenn etwa zu viel gleichzeitig abläuft. Über den Spielechat kann Ihr Kind zudem in Kontakt mit unbekannten Mitspielenden kommen.

Um einzuschätzen, was Ihr Kind spielt, wie es damit umgeht und ob es Kontakt zu Fremden hat, sollten Sie regelmäßig und ohne Wertung über seine Spielerlebnisse sprechen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind seine Computerspielewelt zeigen und erklären. Vereinbaren Sie gemeinsame Regeln und seien Sie konsequent in der Einhaltung. Informieren Sie sich über Altersempfehlungen und bleiben Sie aufmerksam gegenüber Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes, um mögliche negative Effekte abschätzen zu können.

Reddit – die Titelseite des Internets?

Reddit zählt zu den meistbesuchten Webseiten der Welt. Der Name Reddit stammt aus dem Englischen, von “read it” (habe ich gelesen).

Kurz gefasst:

  • Social-Media-Plattform zum Teilen und Bewerten von Inhalten
  • (kostenlose) Registrierung erforderlich
  • offizielle Apps und inoffizielle Apps für Android und iOS verfügbar
  • Interaktion- und Kommunikationsrisiken – für Kinder ungeeignet

Was ist Reddit?

Die Plattform bezeichnet sich selbst als Titelseite des Internets (the front page of the internet). Reddit ist eine Art riesiges Online-Forum: Viele Mitglieder sind dort anonym angemeldet. Jeder kann Beiträge, Links, Bilder, Videos, Text oder eine Umfrage verfassen und kommentieren. Das Grundprinzip der Seite beruht auf Aufmerksamkeit: Alle Beiträge haben zwei Pfeile, einen hoch und einen runter. Wird ein Beitrag angeklickt, führt der auf eine andere Seite, auf der dann vielleicht eine Nachricht oder ein Video erscheint. Je mehr Menschen etwas mögen, desto eher klicken sie den Pfeil nach oben, was dazu führt, dass Beliebtes immer beliebter wird.

Jeder Beitrag gehört zu einem sogenannten Subreddit – einer Unterkategorie. Davon sind rund 150.000 aktiv. Die Mitglieder der Plattform nennen sich gerne “Redditors”. Bestimmte Subreddits sind besonders beliebt, beispielsweise iAMA: In diesem gilt das Motto AMA – Ask me anything (= Frag mich irgendwas“) Prominente und bekannte Personen, z. B. Barack Obama, stellen sich hier den Fragen der Community. YouTuber und Streamer haben ihr eigenes Subreddit, in dem Fans lustige Memes untereinander teilen. Ein bekannter deutscher Subreddit “ich_iel” ist die Abkürzung für “ich_im echten Leben” und die deutsche Version von “me_irl” (me in real life). Auch hier werden Memes ausgetauscht, lustige Erlebnisse geteilt oder Fragen gestellt.

Redditors erhalten mit ihren Beiträgen und Kommentaren sogenannte Karma-Punkte. Sie zeigen, wie aktiv jemand auf der Plattform ist und wie gut der Inhalt von anderen bewertet wurde. Eine gewisse Punktzahl kann relevant für die Aufnahme in bestimmte Subreddits sein.

Was gefällt Kindern und Jugendlichen an der Plattform?

Reddit ist im Vergleich zu anderen Social-Media-Angeboten nicht sehr ansprechend gestaltet. Aber gerade das „Wilde“ an der Plattform kann Jugendliche reizen. Sie können sich umschauen und spannende Inhalte entdecken, die woanders im Netz nicht zu finden sind. Sie können entsprechend ihrer Interessen aus vielen Unterforen wählen und mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen.

Was kann problematisch sein an Reddit?

Wie bei anderen Social-Media-Plattformen auch kann es zu Interaktions- und Kommunikationsrisiken kommen: Unfreundliche oder sogar Hasskommentare, Fake News, ungewollte Kontaktaufnahme von Fremden usw. Subreddits bestimmen ihre Regeln für die eingereichten Inhalte selbst. Neben vielen lustigen, informativen und anregenden Communities auf der Plattform finden sich in anderen Subreddits auch pornografische Inhalte oder andere Bilder und Videos, die nicht für die Augen von Minderjährigen geeignet sind.

Was meint der Anbieter?

Subreddits haben freiwillige, unbezahlte Moderatoren, die über die Einhaltung der Regeln in ihrer Community wachen. Sie können z. B. Beiträge löschen oder Nutzende ausschließen. Zudem hat Reddit grundlegende Richtlinien, an die sich alle Mitglieder halten müssen. Reddit-Mitarbeitende überwachen deren Einhaltung.

Was sollten Eltern beachten?

Reddit ist keine Plattform für Kinder. Wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Kind auf Reddit unterwegs ist, sollten Sie das Gespräch suchen. Fragen Sie nach, was es dort tut und besprechen Sie mögliche Risiken von solchen Plattformen.


Alterseinstufungen von Medien – Wer steckt dahinter?

FSK, USK, PEGI, FSF und FSM – das alles sind Abkürzungen für Einrichtungen des Jugendmedienschutzes, sogenannte Selbstkontrollinstanzen. Deren Logos und Alterseinstufung sind auf DVDs, in App-Stores, neben Inhaltsangaben bei Streamingdiensten oder in der Fernsehzeitschrift zu finden. Doch was genau steckt dahinter?

Wie funktioniert der Jugendschutz?

Der Jugendschutz wird in Deutschland rechtlich durch das Jugendschutzgesetz und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt. Darin ist unter anderem festlegt, dass Medien und ihre Inhalte die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nicht gefährden dürfen, z. B. durch die Darstellung von Gewalt oder anderen kriminellen Handlungen. Es wurden Altersgrenzen festgelegt, nach denen Medieninhalte eingeordnet werden – je nachdem, was darin zu sehen ist. Dazu werden viele Medien offiziell geprüft. Es muss gekennzeichnet werden, ob ein Film, eine Serie oder ein Spiel ab 0, 6, 12, 16, oder 18 Jahren freigegeben wird. Beim Prüfen von Spielen z. B. werden diese erst völlig durchgespielt und danach vor einem Prüfgremium von Expert*innen des Jugendschutzes präsentiert. Danach wird unter Berücksichtigung vieler Kriterien entschieden, welche Altersfreigabe ein Spiel bekommen soll.

Wer setzt den Jugendschutz in Deutschland um?

Für die Prüfung von Medien sind in Deutschland unterschiedlichen Stellen verantwortlich. Jede Branche hat eine eigene sogenannte Einrichtung der Selbstkontrolle:

  • Die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) kümmert sich um Filme, die für das Kino produziert wurden oder auf DVD, BlueRay usw. veröffentlicht werden.
  • Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) beschäftigt sich mit der Alterskennzeichnung von Computerspielen.
  • Die FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.) prüft TV-Programme und fernsehähnliche Inhalte im Internet.
  • Die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V) ist eine Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Onlinemedien und befasst sich mit Jugendmedienschutz im Internet.

Auf europäischer Ebene gibt es noch PEGI (Pan European Games Information) für die Kennzeichnung von Spielen. Häufig tauchen diese zusätzlich zu USK-Kennzeichen auf. PEGI nutzt zum Teil andere Alterseinstufungen als in Deutschland und gibt zusätzlich Hinweise auf den Inhalt der Spiele.

Was sollten Eltern beachten?

Bei den Alterseinstufungen handelt es sich um eine Maßnahme des Jugendschutzes. Es geht darum, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung nicht zu beeinträchtigen, z. B. durch die Darstellung von Gewalt oder von sexuellen Handlungen. Die Altersfreigaben sind verbindlich. Ein Spiel ab 18 darf nicht an Jüngere verkauft werden und Filme, die ab 12 sind, dürfen in Kinos nicht von jüngeren Kindern ohne erwachsene Begleitperson besucht werden.

In den eigenen vier Wänden ist das etwas anders: Der Staat regelt grundsätzlich nicht, welche Medieninhalte Ihr Kind zu Hause schauen darf. Eltern dürfen ihren Kindern mediale Inhalte zugänglich machen, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. Dabei darf aber die Erziehungspflicht nicht verletzt werden. Sie müssen einschätzen, wie Ihr Kind mit bestimmten Inhalten umgeht und ob es diese verarbeiten kann. Die Alterseinstufungen bieten eine gute Orientierung! FSK-, USK- und FSF-Angaben geben keine Auskunft darüber, ob Kinder die Inhalte schon verstehen und sie aus pädagogischer Sicht für ein bestimmten Alter empfohlen werden. Auf den Internetseiten der Selbstkontrollen lassen sich allerdings die einzelnen Begründungen eingeordneter Filme, Serien und Spiele nachlesen. Zusätzlich sollten Sie sich pädagogische Empfehlungen anschauen. Wir empfehlen für Games den Spieleratgeber NRW und spielbar.de und für Filme, Serien und Fernsehprogramme das Angebot von FLIMMO.

Wie spreche ich mit meinem Kind über unangenehme Medieninhalte?

Eine komische Werbung vor einem YouTube-Video, ein Kriegsspiel auf einer Spieleseite, eine schlimme Nachricht auf einer Informationsplattform: Kinder und Jugendliche kommen manchmal ungewollt mit Inhalten in Kontakt, die sie ängstigen oder verstören. Wie können Sie als Eltern damit umgehen, wenn Ihr Kind etwas gesehen hat, das es nicht einordnen kann? 

Kinder brauchen Unterstützung 

Manche Medienerlebnisse von Kindern bekommen Eltern sehr schnell mit: Über die neueste Geschichte ihres Superhelden, interessante Legobauten oder schöne Tiere erzählen Kinder viel und laut. Bei anderen Eindrücken halten sie sich eher zurück. Das sind meistens Inhalte, die ein Kind aus Versehen angeklickt hat. Schnell kann es passieren, dass Kinder nebenbei in den Fernsehnachrichten oder auf YouTube etwas sehen, das nicht für sie geeignet ist. Kinder merken oft selbst, wenn diese Inhalte nicht für ihre Augen und Ohren bestimmt sind. Sie können sie allerdings noch nicht allein verarbeiten. Wenn Kinder in die Pubertät kommen, setzen sich auch oft freiwillig solchen Inhalten aus. Es ist eine Art Mutprobe, die sie vor sich oder Gleichaltrigen bestehen möchten.  

Offen über Medien reden  

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es nichts falsch gemacht hat. Bieten Sie ihm an, darüber zu sprechen. Für viele Kinder ist ein Gespräch die wichtigste Unterstützung und hilft ihnen, mit Medienerlebnissen besser fertig zu werden. Bleiben Sie offen und bewerten Sie nicht. Ermutigen Sie Ihr Kind, frei zu erzählen. Fragen Sie nach, was genau es an dem Gesehenen komisch fand oder was ihm Angst gemacht hat. In diesem Gespräch können Sie und Ihr Kind gemeinsam versuchen, die unangenehmen Medieninhalte einzuordnen und dadurch zu verarbeiten.  

Es kann vorteilhaft sein, über manche Themen in der Freundesgruppe oder der Schulklasse zu reden. Im Austausch mit anderen Kindern kommt Ihr Kind oft leichter über das Gesehene hinweg. Besprechen Sie sich mit anderen Eltern, der Lehrerin oder dem Lehrer, wenn Sie das Gefühl haben, es gibt Themen, die auch andere Kinder beschäftigen könnten. 

Was können Eltern noch tun? 

Bei jüngeren Kindern können Sie gemeinsam spezielle Kinderseiten anschauen, um ein Thema zu vertiefen. Die Texte sind kindgerecht geschrieben und es gibt keine Werbung oder andere ablenkende Inhalte. Beliebte Plattformen wie YouTubeNetflix usw. bieten kindgerechte Einstellungen und eigene Bereiche, so dass dort nur Inhalte geschaut werden können, die altersgemäß sind.  

Installieren Sie im Internetbrowser einen Werbeblocker. Dieser verhindert das Aufploppen von Werbung und blockert bestimmte Werbeinhalte. Achten Sie bei allen Ihren elektronischen Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, auf die Einrichtung eines angemessenen Kinderschutzes.  

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