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JusProg – das digitale Jugendschutzprogramm

Viele Kinder surfen schon mit jungen Jahren selbstständig im Internet. Wenn Sie als Eltern daneben sitzen, bekommen Sie mit, welche Webseiten und Inhalte Ihr Kind sieht. Gerade ältere Kinder – etwa ab der weiterführenden Schule – sollten aber auch selbstbestimmt im Internet unterwegs sein dürfen. Oftmals ist es nur ein Klick und Kinder werden auf eine andere, vielleicht weniger kinderfreundliche Seite geleitet. Programme wie JusProg sollen dabei helfen, Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen

Kurz gefasst:

  • staatlich anerkanntes, digitales Jugendschutzprogramm 
  • kostenlos und ohne Registrierung
  • lässt sich auf verschiedenen Geräten installieren
  • datenschutzfreundlich und werbefrei
  • individuelle Einschränkungen für unterschiedliche Altersstufen

Was kann das?

Die Software filtert aufgerufene Webadressen und blockiert nicht-altersgerechte Seiten im Internet. JusProg läuft während des Surfens im Hintergrund: Ist eine Webseite als nicht altersgerecht im System verzeichnet, wird sie geblockt. Eltern geben das Alter des Kindes vorher an. 

JusProg kann auf den meisten Endgeräten von iOS und Android installiert werden. Neben den gelisteten Webadressen können weitere Seiten manuell gesperrt oder freigegeben werden. Auf einem Gerät lassen sich mehrere Nutzerprofile anlegen, sodass Eltern und Kinder an einem Computer surfen können und das Schutzniveau individuell an das Alter des Familienmitglieds angepasst ist. So sieht z. B. ein Kind Inhalte für unter 12-Jährige, während das ältere Geschwisterkind Webseiten ab 16 Jahren besuchen kann. Das Programm wurde von Stiftung Warentest mit „gut“ bewertet.

Was meint der Anbieter?

Das System von JusProg basiert auf Negativ- (Blocklist) und Positivlisten (Passlist), auf denen verschiedene Webseiten vermerkt sind. Die Anbieter garantieren selbst keine hundertprozentige Sicherheit, da das Internet zu groß ist und zu schnell wächst, als dass alle Seiten gelistet sein können. Vor allem nicht-deutsche Internetseiten und Inhalte auf Social-Media-Kanälen sind nicht ausreichend geschützt. Eltern sollten deshalb Webseiten, die sie als nicht altersgerecht empfinden, manuell sperren. Kindern von 0 bis 12 Jahren werden nur Webseiten angezeigt, die sich auf der Whitelist der Kindersuchmaschine fragFinn.de befinden. Nicht bekannte Webadressen werden automatisch geblockt. Bei Kindern ab 12 Jahren ist es etwas anders: Für sie werden alle Seiten, die nicht im System vermerkt sind, automatisch freigeschaltet.

Die Anbieter weisen darauf hin, dass freigegebene Seiten lediglich als kindertauglich und nicht entwicklungsschädigend eingestuft wurden. Anders als bei den Kindersuchmaschinen wie fragFinn handelt es sich nicht um Empfehlungen für das jeweilige Alter. Eltern müssen selbst einschätzen bzw. andere Empfehlungen recherchieren, ob die Inhalte für ihr Kind geeignet sind. Auf der Elternseite des Angebots erhalten Sie nähere Informationen.

Was sollten Eltern beachten?

JusProg ist ein gutes Angebot, das einen besseren Jugendschutz im Netz unterstützen kann. Es ist vor allem bei jüngeren Kindern sinnvoll. Ab 12 Jahren ist der Surfraum mit JusProg relativ ungeschützt. Internetseiten wie Google, Facebook, Twitter und Instagram sind für das System schwer zu filtern und müssen manuell eingestellt werden. Oftmals bieten die Seiten selbst Jugendschutzfilter an, die sich leicht aktivieren lassen.

Ihnen als Elternteil sollte bewusst sein, dass ein Jugendschutzprogramm wie JusProg die Begleitung der Mediennutzung Ihres Kindes nicht ersetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über das eigene Medienverhalten und vereinbaren Sie Regeln für die Mediennutzung in der Familie. Wenn Sie die ersten Schritte im Netz gut begleitet und Ihrem Kind erklärt haben, worauf es dabei achten sollte, wird es sich später auch alleine einigermaßen sicher online bewegen können bzw. weiß besser mit Gefahren im Netz umzugehen. Beispielsweise wendet sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn an Sie oder andere Vertrauenspersonen, wenn es auf Probleme stößt.Wenn Sie sich für die Nutzung von JusProg entscheiden, geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass Sie ihm oder ihr nicht vertrauen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum JusProg bestimmte Seiten blockiert und entscheiden Sie gemeinsam, wann Ihr Kind für einen offeneren Internetzugang bereit ist.

Vorbild sein von Anfang an – wie Babies und Kleinkinder den Umgang mit Medien lernen

Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.

Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babies und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.

Ein gutes Vorbild sein

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.

Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.

Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam daran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.

Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!

Freundschaften in der Online-Welt

Kinder und Jugendliche lernen neue Freundinnen und Freunde nicht nur auf dem Spielplatz, in der Schule oder beim Sportverein kennen. Sie treffen sie in Online-Games oder bei Instagram und bleiben über WhatsApp und Discord in Kontakt.

Freundschaft ist nicht gleich Freundschaft: Bekanntschaften aus Social Media können anders aussehen als Freundschaften aus der Nachbarschaft oder Schule. Die Nähe zum Influencer fühlt sich vielleicht für einige wie eine Freundschaft an, ist aber eher eine “Fanschaft”.

Wie Online-Freundschaften entstehen

Online-Freundschaften entstehen über das Internet und werden dort größtenteils gepflegt. Sie kommen beispielsweise durch gemeinsame Interessen zustande. In Online-Spielen oder über Social-Media-Kanäle lernen sich Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Interessen und Hobbies kennen und kommen miteinander ins Gespräch. Vor allem wer spezielle Interessen hat, kann über das Internet Gleichgesinnte finden und sich mit Ihnen über das geteilte Hobby austauschen. 

Bei beliebten Games wie z. B. Fortnite können sich die Spielenden über einen Chat austauschen. Dort werden neben Taktiken und Strategien zum Spiel auch oft persönliche Dinge besprochen. Durch das regelmäßige Spielen miteinander, baut sich eine Bindung auf und es entsteht schnell das Gefühl von Freundschaft. Wenn Sie verstehen möchten, wie sich Gamer über ein Spiel anfreunden, hören Sie in den Podcast von zwei jungen Spielern rein.

Online-Freundschaften sind nicht unbedingt oberflächlicher als Kontakte in der realen Welt. Für eher verschlossene oder unsichere Kinder kann es ein guter Weg sein, online Kontakt zu anderen aufzunehmen. Es kann dazu führen, dass sie sich mehr öffnen. Äußerlichkeiten wie Kleidung spielen oftmals keine Rolle. Die Kommunikation ist leichter und durch das gemeinsame Interesse kommen sie leichter ins Gespräch. 

Wie online Freundschaften gepflegt werden

Egal, wo Freundschaften entstanden sind, gepflegt werden sie meistens über den Messenger oder Social Media. Bei Gamern wird sehr gern Discord genutzt. WhatsApp & Co. sind für Jugendliche, die sich nicht online kennengelernt haben, wichtig, um außerhalb persönlicher Treffen Kontakt zu halten. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist. Vor allem während der Pandemie müssen sich viele Kontakte auf den digitalen Austausch beschränken und Freundschaften spielen sich größtenteils online ab. 

Wie Sie mit Risiken bei Online-Freundschaften umgehen

Online-Freundschaften bieten die Möglichkeit mit Menschen auf der ganzen Welt befreundet zu sein und erweitern den Horizont Ihres Kindes. Doch birgt der digitale Kontakt auch Risiken. 

Ihr Kind weiß nicht genau, wer sich hinter dem neuen Freund oder neuen Freundin wirklich verbirgt und welche Absichten die Person hat. Es besteht die Gefahr von Cybergrooming. Auch Menschen mit politischen Interessen oder extremistische Gruppen nutzen den Kontakt zu jungen Menschen, um Einfluss zu gewinnen. Durch Fotos und unbedachte Nachrichten können Fremde außerdem an sensible Informationen Ihres Kindes kommen. Informationen wie der volle Name oder die Adresse können in die falschen Hände geraten und missbraucht werden. 

Wegen dieser möglichen Gefahren ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten. Je nach Alter sollten Sie dabei sein, wenn es im Netz surft oder zumindest für Fragen und Probleme ansprechbar sein. Zeigen Sie Interesse und vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass er oder sie auf Ihre Unterstützung zählen kann. Zwar sollten Sie über Risiken aufklären, doch bleiben Sie positiv, gegenüber den neuen Kontakten Ihres Kindes. So wird Ihr Kind auch bei peinlichen Problemen oder dem Wunsch nach einem Treffen zu Ihnen kommen. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Risiken wie Cybergrooming auf und machen Sie ihm bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, auf den jede Person Zugriff hat. Das kann das gesunde Misstrauen Ihres Kindes gegenüber Fremden stärken.

Machen Sie gemeinsam Regeln im Umgang mit Online-Freundschaften aus. So könnten Sie vereinbaren, dass weder Informationen zu Adresse, Nachnamen oder der Adresse der Schule, noch private Bilder im Internet geteilt werden. Gehen Sie außerdem sicher, dass die Standortfunktionen auf dem Gerät Ihres Kindes deaktiviert sind. 

Bevor es zu einem Treffen kommt, könnte Ihr Kind vorerst mit seinen oder ihren Freunden über ein Videotelefonie-Tool kommunizieren. So können Sie sicher gehen, dass sich niemand anderes hinter dem Profil verbirgt. 

Wenn eine “echte” Verabredung geplant ist, vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem öffentlichen Ort wie z. B. in einem Café. Jüngere Kinder sollten bei dem ersten Treffen außerdem von den Eltern begleitet werden. 

Online-Freundschaften sind eine gute Möglichkeit für Ihr Kind, sich mit anderen Kindern über seine oder ihre Interessen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Doch ermuntern Sie Kind, nicht nur digitale Freundschaften zu führen. Auch der reale Kontakt zu Gleichaltrigen ist wichtig. 

Macht Computerspielen einsam?

Wenn Jugendliche von etwas fasziniert sind, können sie sich komplett darin verlieren. Beim Sport oder bei einem spannenden Buch ist das meistens erfreulich, beim exzessiven Computerspielen bereitet es den meisten Erwachsenen eher Sorgen. Spätestens wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sein soziales Umfeld vernachlässigt, werden Sie sich fragen: Macht Computerspielen einsam?

Computerspielen und Einsamkeit

Computerspielen macht genauso wenig einsam, wie es aggressiv macht. Jugendliche, die viel Computer spielen, können aber durchaus einsam sein. Die Frage nach dem Warum ist wichtig!

Einsamkeit kann eine Folge von Computerspielsucht sein. Wenn Jugendliche das Verlangen haben, immer öfter und länger zu spielen, haben soziale (Offline-)Kontakte, andere Hobbys und Aktivitäten nur noch wenig Platz. Es kann passieren, dass Freunde und Familie sich abwenden. Entscheidend ist, dass es für solch eine Sucht einen Auslöser gibt und die Betroffenen sich mit dem Computerspielen oft von negativen Gefühlen ablenken wollen. 

Manchmal ist es auch anders herum und Jugendliche können computerspielsüchtig werden, weil sie einsam sind. Wer das Gefühl hat, in der echten Welt zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, findet diese vielleicht in der virtuellen Welt. Die vermeintliche Lösung verschlimmert das Problem allerdings: Der Rückzug auf dem Offline-Leben führt zu mehr Isolation und geringem Selbstvertrauen. 

Wann die Gefahr einer Abhängigkeit besteht und was Sie als Eltern tun können, erfahren Sie in unserem Artikel zur Computerspielsucht. So ein echtes Suchtverhalten kommt eher selten vor. 

Mehr Mediennutzung in Zeiten von Corona:

Wenn die sozialen Kontakte eingeschränkt werden müssen und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung oder Sport im Verein möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Haben Sie darauf einen Blick, ohne erhöhte Mediennutzungszeit zu verurteilen. Denn Ihr Kind möchte mit den Freundinnen und Freunden in Kontakt bleiben und gemeinsam etwas erleben. Das geht besonders gut in Computerspielen. Überlegen Sie gemeinsam, ob es Alternativen oder einen guten Ausgleich dazu gibt. Sie können beispielsweise in der Familie gemeinsame Spieleabende machen. Aber denken Sie auch daran, dass die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen wichtig für Ihr Kind sind. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Soziale Kontakte beim Computerspielen

Die meisten erfolgreichen Spiele können zusammen gespielt werden. Netzwerkfähigkeit nennt man das in der Games-Entwicklung. Für die meisten Gamer ist gerade das gemeinsame Spielen reizvoll. Über ein Headset und einen Chat wird miteinander kommuniziert. In teambasierten Spielen wie z.B. dem beliebten League of Legends ist es besonders wichtig, sich gut miteinander austauschen zu können. 

Wenn Ihr Kind viel Computer spielt, sollten Sie bedenken, dass es durchaus auch mit anderen in Kontakt steht, seinen Spaß hat und dabei vielleicht sogar richtig sozial ist. Zeigen Sie Interesse für sein Hobby und lassen Sie sich davon erzählen. Sie sollten allerdings aufmerksam werden, wenn Sie das Gefühl haben, dass das Spielen im Team zu einer regelmäßigen Verpflichtung wird und andere Hobbies oder Aktivitäten dadurch keinen Platz mehr haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über Ihre Sorgen und überlegen Sie gemeinsam wie es eine gesunde Balance zwischen Computerspielen und anderen Aktivitäten erreichen kann.
ÜBRIGENS: Das gilt nicht nur für das Computerspielen, sondern auch für andere Medientätigkeiten wie Fernsehen oder der Nutzung von sozialen Medien.

Meinungsbildung im Netz – Safer Internet Day 2021

Der Safer Internet Day findet jedes Jahr im Februar statt und steht für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche. An diesem weltweiten Aktionstag finden online und offline Veranstaltungen statt, die dazu beitragen sollen, dass alle das Internet sicher nutzen können. In Deutschland werden die Angebote bei klicksafe gebündelt.

Im Jahr 2021 steht der SID unter dem Motto “Was glaube ich? – Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake“ – ein Thema, das auch auf dem Elternguide immer wieder eine Rolle spielt. Die wichtigsten Artikel haben wir für Sie zusammengefasst:

Meinungsmache im Netz – Was steckt dahinter?

Alles fake? Falschmeldungen erkennen

Nachrichten, die als echte Meldung getarnt sind, gibt es mittlerweile in Unmengen. Sie sollen unsere Meinung über bestimmte Dinge beeinflussen. Wichtig ist, erkennen zu können, was echt und was nur geschwindelt ist! Besonders bei sogenannten Deep Fakes ist das schwierig. Das sind Bilder oder Videos, die technisch so verändert werden, dass sie absolut echt wirken.

Hetze im Netz

[Dieser Beitrag ist auch als eingesprochene Audiofassung verfügbar.]

Hate bzw. Hetze wird ebenfalls zur Meinungsmache genutzt. Wenn diejenigen, die ihre Meinung äußern, in Kommentaren fertig gemacht werden, trauen sie sich bald nicht mehr, etwas zu sagen. Oder die heftigen Kommentare selbst führen dazu, dass Menschen in ihrer Meinung beeinflusst werden. Ganz bewusst machen das sogenannte Trolle, denen wir einen eigenen Artikel gewidmet haben: Trolle und Hater – Anonyme Angriffe im Netz.

Verschwörungsmythen

Eine besondere Form von Meinungsmache sind Verschwörungserzählungen. Wenn Dinge schwer zu begreifen sind, wie z. B. aktuell das Coronavirus, verbreiten sich solche Unwahrheiten oder Halbwahrheiten besonders schnell und können dazu führen, dass Fakten und damit verbundene Regeln nicht mehr ernst genommen werden.

Extremismus im Netz

Es gibt extreme politische Meinungen, die gegen unser Grundgesetz verstoßen. Sie richten sich oft gegen bestimmte Menschengruppen. Schon junge Menschen sollen über beliebte Social-Media-Kanäle beeinflusst werden, sich ihrer Meinung anzuschließen.

Dark Social

Solche Extremisten nutzen teilweise versteckte Kommunikationswege, um ihr Gedankengut zu verbreiten. Das kann gefährlich sein!

Gangsterrap

Besonders Jugendliche identifizieren sich mit Rappern und ihren Texten. Aber nicht alle sind harmlos. Einige Texte richten sich gegen bestimmte Menschengruppen oder vermitteln fragwürdige Werte. Man sollte also genau hinhören!

Wie können Kinder und Jugendliche unterstützt werden, Meinungsmache zu erkennen und ihr zu begegnen?

Medienkompetenz

Um Meinungsmache zu erkennen, ist Wissen und Know-How wichtig. Vieles davon lässt sich unter Medienkompetenz zusammenfassen. Hier erklären wir, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Fake News und andere Meinungsmache im Internet ist oft einfach formuliert und kann deshalb auch Kinder und Jugendliche ansprechen. Wenn Sie mit Ihrem Kind altersgerechte Nachrichten schauen, weiß es über vieles Bescheid und kann Falschmeldungen besser von der Wahrheit unterscheiden.

YouTube erklärt mir die Welt

Auch auf dem beliebten Videoportal gibt es viele informative Inhalte. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzen sie gerne zum Lernen. Doch nicht alle Videos sind gut recherchiert und sachlich richtig. Ihr Kind sollte wissen, wie es gute Videos erkennt.

Eltern fragen: Wie kann ich mein Kind vor Hate Speech schützen?

In diesem Video spricht unser Experte Fabian darüber, was Sie als Eltern tun können, wenn Ihr Kind im Netz mit Hate Speech konfrontiert wird.

Kinderbeteiligung im Netz

Auch Kinder haben schon eine eigene Meinung und sollten diese äußern können. Vor allem sollten sie wissen, wie sie das Netz sicher nutzen können, um sich zu informieren und zu beteiligen.

Von Likes bis zur Bewegung

Jugendliche können Meinungsmache mit einer eigenen starken Meinung entgegentreten. Der Artikel erklärt, welche Möglichkeiten es für junge Menschen gibt, sich einzumischen und zu engagieren.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

OnlyFans – Alles Porno?

Erotische Medieninhalte oder sogar Pornos sind eigentlich nichts für Kinder und Jugendliche. Aber weil sie neugierig sind und ihre Grenzen austesten möchten, können Internetangebote wie z. B. OnlyFans ab dem Jugendalter spannend sein.

Auf der Website OnlyFans können Nutzerinnen und Nutzer mehr oder weniger Fotos und Videos von anderen Usern ansehen. Darunter sind auch erotische und pornografische Inhalte, die allerdings nur nach Bezahlung gezeigt werden.

Kurz gefasst

  • Social-Media-Plattform
  • freigegeben ab 18 Jahren
  • Registrierung erforderlich, aber ohne Altersüberprüfung
  • Abonnements sind kostenpflichtig (nur über Kreditkarte)
  • viele Inhalte für Kinder und Jugendliche ungeeignet

Was gibt es auf OnlyFans?

Im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram finanziert sich OnlyFans nicht über Werbung. Die Nutzerinnen und Nutzer zahlen stattdessen eine monatliche Abogebühr oder einmalig als „Pay-per-View“ für die Inhalte von einzelnen Anbietern (sogenannte Creator) – das können Videos, Fotos oder Musik sein. Es geht darum, dass Creator auf die Wünsche ihrer Fans eingehen und auch persönliche Dinge preisgeben. Sexuelle Inhalte verstoßen auf der Seite nicht gegen die Nutzungsbedingungen und so kann mit freizügigen Auftritten Geld verdient werden. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an OnlyFans?

Auf der Plattform gibt es Inhalte aller Art. Auch deutsche Prominente haben OnlyFans als Einnahmequelle entdeckt. So bekommt man für 5 US-Dollar im Monat ein Abonnement des deutschen Rappers Fler. Dieser ist auch bei Jugendlichen sehr beliebt. Was er auf OnlyFans anbietet, hält er bisher noch geheim. Bei jungen Fans kann das zum Wunsch führen, auch auf OnlyFans aktiv zu werden, um nichts zu verpassen.

Auch durch Internetstars, denen sie auf YouTube oder Instagram folgen, kommen Kinder und Jugendliche in Kontakt mit der Seite. Immer häufiger bieten diese ihre Inhalte auch auf OnlyFans an und machen auf ihren anderen Kanälen dafür Werbung. Die Seite scheint mittlerweile für die jüngere Zielgruppe so relevant zu sein, dass sogar in der Bravo darüber geschrieben wird. 

Was kann problematisch sein an OnlyFans?

Obwohl die Seite offiziell erst ab 18 Jahren genutzt werden darf, ist eine Registrierung ohne Altersüberprüfung möglich. Erst, wenn man selbst Inhalte teilen will, muss die Volljährigkeit nachgewiesen werden. Kinder und Jugendliche können sich also auf OnlyFans anmelden, anderen Nutzern folgen und sogar private Nachrichten schreiben. Wenn sie Zugriff auf eine Kreditkarte haben, können sie sogar in den kostenpflichtigen Bereich.

Da auch immer mehr Prominente und Influencer auf der Plattform aktiv sind, können Kinder und Jugendliche durch diese über andere Kanäle auf OnlyFans aufmerksam werden.

Auf OnlyFans gibt es auch harmlose Inhalte. Aber die Nähe zu erotischen und pornografischen Inhalten macht es möglich, dass Kinder und Jugendliche mit für sie ungeeigneten Inhalten in Kontakt kommen. Im Internet kursieren außerdem Seiten, über die man die kostenpflichtigen Inhalte von OnlyFans angeblich auch ohne Bezahlung und Kreditkarte nutzen kann. 

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, auf welchen Social-Media-Plattformen es unterwegs ist und was es dort macht. Es kann auf Inhalte stoßen, die noch nicht sein Alter geeignet sind, wie z. B. OnlyFans. Sprechen Sie die Gefahren und Risiken an und erklären Sie sachlich, warum solchen Seiten ungeeignet sind.

Gerade ältere Jugendliche möchten ihre Sexualität kennenlernen und nutzen dazu erotische Inhalte aus dem Netz. Das ist ganz natürlich, kann aber auch zu Problemen führen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag “Hilfe, mein Kind schaut Pornos!”. Ist Ihr Kind bereits mit erotischen oder pornografischen Inhalten auf der Seite in Kontakt gekommen, sollten Sie auch dies gemeinsam besprechen. Ermöglichen Sie Ihrem Kind Fragen zu stellen oder zuzugeben, wenn es überfordert ist. Wenn Sie das Gefühl haben, zu Hause Ihrem Kind nicht helfen zu können, scheuen Sie sich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Anlaufpunkt können Schulpsychologen sein. Ein breites Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern bietet außerdem die Nummer-gegen-Kummer

Kindgerechte News zu Corona

Die Corona-Pandemie hat das Leben aller Menschen sehr verändert. Wir müssen uns stark einschränken und Regeln einhalten, um uns und andere nicht zu gefährden. Wir sind verunsichert, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht und wie gefährlich das Virus für uns ist.

Kinder sind ganz besonders von den Einschränkungen betroffen und möchten ebenfalls wissen, was gerade auf der Welt passiert. Sie können nicht in die Schule oder Kita, dürfen ihre Freunde nicht treffen oder die Großeltern besuchen. Kinder verstehen oft noch weniger als Erwachsene, was gerade passiert.

Was Sie als Eltern tun können 

Auch wenn Sie selbst unsicher sind und nicht alles rund um Corona verstehen, sollten Sie Ihrem Kind helfen, mit der aktuellen Lage umzugehen. Ähnlich wie Erwachsene können Kinder besser mit Verboten und Einschränkungen umgehen, wenn sie diese nachvollziehen können. Genau wie Sie hat Ihr Kind das Bedürfnis, informiert zu werden, wenn sich etwas ändert. Lassen Sie Ihr Kind nicht außen vor, wenn es neue Entwicklungen und Maßnahmen gibt, sondern beziehen Sie es mit ein und sprechen darüber. Erklären Sie Ihrem Kind, wieso es wichtig ist, Abstand zu halten oder Kontakte zu reduzieren. 

Die Pandemie löst bei den meisten Menschen ein Gefühl der Unsicherheit und Hilflosigkeit aus. Kinder können meist nur schwer Ängste und Fantasie von der Realität trennen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Sorgen und Fragen und nehmen Sie diese unbedingt ernst. Sie können Ihrem Kind so helfen, das Virus und die davon ausgehenden Risiken realistisch einschätzen zu können. 

Kindgerechte Nachrichtenangebote nutzen

Bestimmte Angebote können Ihrem Kind helfen, die Lage besser zu verstehen. Kindgerechte Nachrichtenseiten berichten einfach und verständlich. Kurze Videos helfen dabei, schwierige Informationen aufzunehmen, ohne sich schnell zu langweilen. Komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge und politische Entscheidungen werden durch alltagsnahe Beispiele verständlicher. Solche speziellen Nachrichtenangebote verzichten außerdem auf Fotos oder Videos, die Ihr Kind ängstigen könnten. 

Das gemeinsame Anschauen von Internetseiten und Nachrichten wie Logo! kann helfen, dass Ihr Kind besser versteht und keine Angst hat. Sie sind da und können auf Nachfragen und Sorgen eingehen.

Auch die selbstständige Mediennutzung und Informationsbeschaffung ist wichtig für Ihr Kind und stärkt sie in seiner Medienkompetenz. Sie als Elternteil sollten trotzdem im Auge behalten, welche Webseiten Ihr Kind besucht. Sie können am besten einschätzen, ob Ihr Kind schon sicher alleine solche Seiten besuchen und die Inhalte verstehen kann! 

Für Kinder ist es nicht immer leicht, Fake News von Nachrichten vertrauenswürdiger Quellen zu unterscheiden. Sie können schnell auf Falschmeldungen oder Verschwörungserzählungen zu Corona stoßen und diesen glauben. Das kann die Angst und Unsicherheit noch verstärken. Seien Sie deshalb immer in der Nähe, um auf mögliche Fragen eingehen zu können. Hier finden Sie weitere Tipps im Umgang mit Fake News.

Informieren Sie sich über kindgerechte und sichere Informationsangebote. Auch hier gibt es Unterschiede. Manche der Angebote sind eher textbasiert und richten sich an ältere Kinder, während andere Informationen in einfacher Form für jüngere Kinder anbieten. Einigen Sie sich mit Ihrem Kind auf bestimmte Nachrichtensender oder -seiten, auf denen es sich selbstständig über aktuelle Themen informieren darf. 

Weitere kindgerechte Informationsangebote über Corona im Internet gibt es hier:

Handysektor – das Informationsangebot für Jugendliche

Ob Instagram, WhatsApp oder YouTube – die allermeisten Jugendlichen nutzen digitale Medien täglich. Auch wenn sie sich viele Dinge darüber selbst beibringen, haben sie ab und zu Fragen. Die Seite Handysektor.de bietet Informationen zu Online-Medien extra für Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • für Jugendliche von 10 bis 18 Jahren
  • werbefrei und kostenlos
  • erreichbar über Website, YouTube, Instagram, Facebook und Twitter
  • Angebot der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) 

Was bietet Handysektor?

Das Smartphone ist für Jugendliche wichtig, um zu kommunizieren und sich auszuleben. Das Angebot von Apps und Kanälen nimmt stetig zu. Das kann auch überfordern und zu Fragen führen: Woher erkennt man, ob eine App wirklich hält, was sie verspricht? Wie gehe ich damit um, wenn ich böse Kommentare auf mein Selfie erhalte?

Handysektor möchte Jugendlichen bei solchen Fragen helfen und eine sichere und kompetente Mediennutzung fördern. Auf der Webseite erhalten sie Tipps und Informationen zu neuen Apps und können sich zu den Vor-und Nachteilen sowie möglichen Kostenfallen informieren. Wichtige und aktuelle Themen des digitalen Alltags von Jugendlichen wie Sexting, Cybermobbing oder Datenschutz werden kurz und verständlich erklärt und Tipps zum Umgang gegeben. Auf dem YouTube-Kanal von Handysektor finden Jugendliche Erklärvideos zu verschiedenen Apps und Anleitungen mit kreativen Ideen. In den Stories bei Instagram spricht Moderatorin Kim lebensnah über aktuelle Trends und gibt Tipps.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Handysektor richtet sich konkret an Jugendliche. Die Informationen sind verständlich und werden nicht nur über die Website, sondern über die Kanäle, die junge Menschen in erster Linie nutzen, wie YouTube und Instagram, verbreitet. Im Jugendalter möchte Ihr Kind sich selbstständig informieren. Bei Handysektor findet es sachliche und jugendgerechte Informationen – auch zu Themen, die Ihr Kind vielleicht nicht mit Freunden oder Familienmitgliedern besprechen möchte. 

Was sollten Eltern beachten?

Als Eltern möchten Sie am liebsten immer der erste Ansprechpartner für Ihr Kind sein. Mit der Pubertät werden allerdings Freunde immer wichtiger und Ihr Kind kommt nicht mehr mit jedem Problem gleich zu Ihnen. Seien Sie trotzdem ansprechbar und weisen Sie Ihr Kind auf gute Angebote wie Handysektor oder Juuuport hin. Fragen Sie regelmäßig bei Ihrem Kind nach. Auch bei älteren Kindern ist es wichtig, dass es weiß, dass Sie hinter ihm stehen. Zeigen Sie Interesse an der Mediennutzung Ihres Kindes und fördern Sie einen selbstverantwortlichen und kompetenten Umgang mit Medien. Das Angebot von Handysektor kann dabei unterstützen. 

Einige der Themen sind für Kinder unter zehn Jahren eventuell nicht geeignet. Vor allem Beiträge zu Themen wie Cybergrooming, Sexting oder Pornografie können für jüngere Kinder noch verwirrend sein. Für sie gibt es alternative Angebote wie Scroller.de oder Kindersache.de.

Machen Sie sich selbst ein Bild von den besprochenen Inhalten und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Auch wenn sich Handysektor an Jugendliche richtet, können Sie sich dort ebenfalls informieren. Das kann Ihre Kommunikation miteinander fördern und Ihnen helfen, einen Einblick in den digitalen Alltag Ihres Kindes zu gewinnen. 

Medien kindersicher – Ein Infoangebot für Eltern

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte sind faszinierend für Kinder. Als Eltern haben Sie vielleicht Sorge, wenn Ihr Kind damit ungehindert spielt und sich Videos anschaut. Bestimmte Einstellungen in Apps und an Geräten sollen dazu beitragen, dass eine sichere Nutzung möglich ist. Auf der Website medien-kindersicher.de werden Sie kompakt und schrittweise angeleitet, wie Sie solche Jugendschutzeinstellungen vornehmen können. 

Kurz gefasst:

  • Online-Informationsangebot für Eltern zum technischen Jugendmedienschutz
  • für Eltern von Kindern ab 3 Jahren
  • schrittweise und einfach erklärt
  • kostenfreies Angebot mit und ohne Anmeldung nutzbar
  • unabhängiges Angebot (von drei Landesmedienanstalten)

Was bietet medien-kindersicher.de?

Das Online-Informationsangebot hilft Ihnen, die von Ihrem Kind genutzten Apps und Dienste jugendfreundlich einzustellen. Auf der Website können Sie das genutzte Endgerät, die Software des Geräts und die genutzte App auswählen. Je nach angegebenem Alter wird anschließend erklärt, welche geeigneten Jugendschutzeinstellungen sinnvoll sein und wie Sie diese aktivieren können. Neben verständlichen kurzen Anleitungstexten gibt es auch kleine Videoclips, die die Einstellungen veranschaulichen. Es wird außerdem gezeigt, wie Sie Spielekonsolen, Sprachassistenten oder Router einrichten können, z. B. die Altersfreigabe bei Spielen auf der Spielkonsole Nintendo Switch. Auf der Website finden Sie zusätzlich hilfreiche Informationen zu Altersempfehlungen. 

Eine weiteres Angebot, das nur nach der kostenlosen Registrierung auf der Seite verfügbar ist, ist der “Medien-kindersicher-Assistent”: Hierfür geben Sie die von Ihrem Kind genutzten Geräte, Apps und Anwendungen sowie das Alter Ihres Kindes an. Anschließend bekommen Sie geeignete Schutzlösungen vorgeschlagen und die dafür notwendigen Schritte erklärt.

Was ist problematisch an dem Angebot und worauf sollten Eltern achten?

Die Seite bietet übersichtliche und leicht verständliche Anleitungen für die wichtigsten und beliebtesten Apps, aber es könnten noch mehr sein. Schließlich nutzen Kinder und Jugendliche auch andere Angebote. Leider ist unklar, ob die Seite immer weiter mit Informationen gefüllt wird.

Die Seite gibt vor, dass Sie mit den Informationen eine sichere Einstellung der Geräte vornehmen können. Es kann jedoch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben! Jugendschutzeinstellungen können nur eine Ergänzung zu Ihrer Erziehung und Begleitung sein. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Mediennutzung Ihres Kindes von Beginn an begleiten und ein gutes Vorbild sind. Interessieren Sie sich auch bei älteren Kindern und Jugendlichen dafür, wie sie mit Medien umgehen. Fragen Sie nach und seien Sie bei Problemen ansprechbar. Trauen Sie Ihrem Kind nach und nach zu, Medien selbstverantwortlich zu nutzen. 

Die Vorstellungen einer kindgerechten Mediennutzung sind nicht immer gleich. Während manche Eltern ihre Kinder schon bestimmte Inhalte sehen lassen oder Apps erlauben, sind andere Eltern der Meinung, es sei dafür noch zu früh. Sie sollten sich deshalb mit den Altersgrenzen und der Einschränkung von Inhalten und Nutzung durch die Jugendschutzeinstellungen auseinandersetzen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. Beachten Sie, dass jedes Kind anders ist – auch bezogen auf den individuellen Entwicklungsstand. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für einen sicheren Medienumgang in der Familie. Wenn Sie gern Einstellungen an Geräten und in Apps vornehmen möchten, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen und es erklären, damit Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich nicht kontrolliert fühlt.

Deep Fakes – täuschend echte Fälschungen

Das Internet ist voll mit Fotos und Videos. Wenn es Bilder zu einem Text gibt, hält man das oft für einen Beweis, dass es sich um eine wahre Meldung handelt. Leider können aber auch Fotos und Videos täuschen oder sogar gefälscht sein. Mit Deep Fakes sind genau solche Fälschungen gemeint. Sie führen dazu, dass sich Falschnachrichten noch besser verbreiten lassen, weil sie sehr überzeugend wirken.

Wie funktionieren Deep Fakes?

Durch künstliche Intelligenz, also sehr schlaue Computerprogramme, können Ton- oder Videoaufnahmen verfälscht oder komplett neu erstellt werden. Entwickler von Deep Fakes können einer Person zum Beispiel jede beliebige Aussage in den Mund legen oder sie Dinge tun lassen, die sie in echt nicht getan hat. Die Software analysiert dafür Aufnahmen von einer Person und „lernt“ deren Mimik und Gestik. Danach können beliebige Sätze eingesprochen und die Aufnahme so manipuliert werden, dass es aussieht, als hätte die Person es selbst gesagt. 

Mittlerweile kann diese Software kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden. Es gibt sogar relativ einfach zu bedienende Apps, sodass fast jeder Deep Fakes erstellen und verbreiten kann.

Was ist so gefährlich an Deep Fakes?

Fake-Videos sind gefährlich, weil sie so überzeugend wirken. Informationen in Textform werden von Menschen kritischer betrachtet, als Informationen, die mit Fotos oder Videos scheinbar bewiesen werden. Dass sich Fotos fälschen lassen, wissen viele, aber von Videos ist das noch nicht so bekannt. Gerade bei Kindern und jüngeren Jugendlichen ist die Gefahr groß, dass sie auf diese Täuschung hereinfallen, weil ihre Medienkompetenz noch nicht sehr ausgeprägt ist.

Viele Deep Fakes werden zum Spaß erstellt, etwa um bekannte Filmszenen zu verändern und das Publikum zu unterhalten. Es kommt aber auch immer häufiger vor, dass die Fälschungen mit böser Absicht produziert werden: Fake-News, die zur Beeinflussung politischer Meinungen verbreitet werden, werden dadurch glaubwürdiger und auch gefährlicher. Gefälschte Video- und Tonaufnahmen können auch benutzt werden, um Betrug zu begehen, indem mit falscher Identität Geldüberweisungen veranlasst werden. Das Ziel eines Deep Fakes ist meistens, einer einzelnen Person zu schaden. Neben Politikern und Prominenten werden so auch immer wieder Privatpersonen zum Opfer.

Welche Bedeutung haben Deep Fakes für Jugendliche?

Wenn Jugendliche auf Deep Fakes reinfallen, weil sie sie nicht als Fälschung erkennen, ist das in den meisten Fällen harmlos. Wird der Trick im Nachhinein aufgeklärt, wie z. B. in einem Video eines berühmten deutschen YouTubers, kann das sogar eine lehrreiche Erfahrung sein.

Problematisch wird es, wenn sich Jugendliche durch Deep Fakes dazu manipulieren lassen, bestimmte Informationen preiszugeben oder sich in unpassende oder gefährliche Situationen zu begeben.

Es kann auch vorkommen, dass Jugendliche selbst ins Visier geraten und ein Deep Fake erstellt wird, der sie bloßstellt. Das kann für die Betroffenen eine sehr peinliche und traumatische Erfahrung sein.

Neue technische Möglichkeiten sind für Jugendliche auch immer anziehend. Es kann sein, dass Ihr Kind selbst versucht, Deep Fakes zu erstellen. Bisher gibt es keine konkreten Vorschriften zu Deep Fakes, trotzdem können sie juristisch problematisch sein. Es besteht z. B. die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung durch die Verwendung geschützter Videoaufnahmen. Videos können auch gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen, wenn sie beleidigend oder verleumderisch sind. 

Was bedeutet das für die Eltern?

Deep Fakes sind ein relativ neues Phänomen, das sich schnell weiterentwickelt. Auch wenn es nicht immer leicht ist, die technischen Details zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über diese Themen reden. Hier ein paar Tipps, welche Punkte Sie dabei ansprechen können:

  • Vertrauen: Falls Ihr Kind selbst Opfer eines Deep Fakes wird, ist es wichtig, dass Sie das erfahren. Wenn Sie im Gespräch über seinen Medienumgang sind, können Sie Ihr Kind gegebenenfalls unterstützen.
  •  Respekt vor anderen: Möchte Ihr Kind sich selbst eine Deep Fake-App herunterladen, besprechen Sie gemeinsam, wo die Grenzen liegen, damit Ihr Kind keiner anderen Person Schaden zufügt oder sich strafbar macht.
  • Kritischer Umgang mit Videos: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es überprüfen kann, ob es sich bei einem Video um einen Deep Fake handelt. Hilfestellung dabei bieten z.B.

“logo!” Die Kindernachrichten des ZDF erklären, wie man Deep Fakes erkennen kann. 

“Reporter” ein YouTube-Kanal der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, schaut sich genauer an, wie Deep Fakes erstellt werden.

“Deutschlandfunk Nova” das junge Informationsprogramm von Deutschlandfunk erklärt jugendgerecht, wie man manipulierte Videos erkennt.

Kinder auf YouTube

YouTube ist das meistgenutzte und umfangreichste Videoportal weltweit. Obwohl die Plattform offiziell erst ab 16 Jahren genutzt werden darf, ist sie besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Für Sie als Eltern gibt es verschiedene Möglichkeiten Ihr Kind auf YouTube zu schützen. 

Kurz gefasst:

  • Mindestalter 16 Jahre, mit Erlaubnis der Eltern ab 13 Jahre
  • YouTube Kids für jüngere User
  • kostenfreies Videoportal mit Videos von Privatpersonen und kommerziellen Kanälen
  • personalisierte Werbung
  • nicht ausschließlich kindgerechte Inhalte 

Was ist YouTube und was bietet es?

YouTube ist die weltweit größte Plattform für das Hochladen und Ansehen von Videos. Es bietet die Möglichkeit zahlreiche Videos über verschiedene Themen anzusehen, diese zu kommentieren und zu bewerten. Neben kommerziellen Kanälen haben auch Privatpersonen die Möglichkeit schnell und einfach Videos auf YouTube zu posten und so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an YouTube?

Das Angebot an Inhalten ist riesig und reicht von Makeup-Tutorials über Musikvideos bis hin zu Let’s Play-Videos. Es ist für alle Interessen und jedes Alter etwas dabei.

Besonders beliebt bei Jugendlichen sind Videos von bekannten YouTube-Stars, deren Kanälen oftmals mehrere Millionen Menschen folgen. Während es bei einigen um Beauty- und Modetipps geht, machen andere Comedy oder dokumentieren ihr Spielerlebnis eines bekannten Online-Games. Es sind keine Grenzen gesetzt. Kindern und Jugendlichen macht es Spaß bestimmte Videos zu schauen, am Leben ihrer Idole teilzuhaben und sich darüber auszutauschen. 

Einige Formate, wie beispielsweise Challenges animieren Nutzer und Nutzerinnen zum mitmachen. Auch der Ruhm und die Anerkennung die den YouTube-Stars zuteil werden, kann bei Kindern den Wunsch wecken, selbst aktiv zu werden und Videos auf YouTube hochzuladen. Die aktive Teilnahme von Kindern auf Social-Media-Plattformen ist eine Möglichkeit sich kreativ auszutesten und ihre Medienkompetenz zu stärken. Doch es gibt für Eltern einiges zu beachten, wenn ihr Kind auf Youtube aktiv ist oder es werden möchte. 

Jugendschutz auf Youtube 

Videos für Kinder müssen als solche gekennzeichnet werden. Vor diesen Videos wird dann keine personalisierte Werbung angezeigt. Außerdem sind andere Funktionen wie der Livechat oder die Kommentarfunktion eingeschränkt. Die Community-Richtlinien geben einen Umgang auf der Plattform vor, um Kinder zu schützen. So dürfen keine Inhalte geteilt werden, die Kinder bei sexuellen oder gefährlichen Handlungen zeigen oder das körperliche oder emotionale Wohlbefinden von jungen Nutzern und Nutzerinnen gefährden könnten. YouTube fordert seine Mitglieder dazu auf, Videos und Kanäle umgehend zu melden, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen.

Was Eltern wissen sollten und wie Sie Ihr Kind auf YouTube schützen können 

Sie haben die Möglichkeit im YouTube-Profil Ihres Kindes den eingeschränkten Modus einzustellen. Ihm werden dann nur Videos angezeigt, die als altersgerecht und ungefährlich eingestuft wurden – wenn sie beim Einstellen entsprechend gekennzeichnet und durch den YouTube-Algorithmus (also eine Programmierung, die im Hintergrund läuft) so eingeordnet wurden. Ungeeignete Inhalte werden gesperrt und sind im eingeschränkten Modus nicht verfügbar.

Problematisch ist, dass Algorithmen nicht fehlerfrei arbeiten und ein Video leicht “durchrutschen” kann. Sie sollten deshalb zusätzlich ein Auge darauf haben, welche Videos Ihr Kind ansieht und ob Sie diese als geeignet empfinden. Der eingeschränkte Modus lässt sich zudem leicht umgehen. Wird z. B. ein anderer Browser benutzt oder die Browserdaten gelöscht, ist die Kindersicherung aufgehoben. Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sind unabhängige Jugendschutzprogramme, die sich einfach und kostenlos auf dem PC installieren lassen. Hierbei ist zu beachten, dass einige Programme die ganze Website von YouTube sperren. 

Problematisch ist außerdem die von YouTube geschaltete Werbung. Diese ist oftmals subtil und für Kinder nur schwer zu durchschauen, vor allem wenn sie durch Influencerinnen und Influencer vermittelt wird. Sieht sich Ihr Kind Videos an, die nicht gekennzeichnet wurden, wird zusätzlich personalisierte Werbung geschaltet. 

Wenn Ihr Kind selbst Videos hochladen möchte, machen Sie gemeinsam aus, was und wie viel gezeigt werden darf, um die Privatsphäre Ihres Kindes zu schützen. Sprechen Sie außerdem über die Gefahren von Cybergrooming und Hate Speech und machen Sie deutlich, dass Ihr Kind mit Ihnen über solche Dinge reden kann und soll. Beim Hochladen gibt es außerdem die Möglichkeit Videos auf “ungelistet” oder “privat” einzustellen – so können Sie mit Ihrem Kind entscheiden, wer Zugang zu den Inhalten erhalten soll. Die Gefahr, dass Videos auf anderen Social-Media-Kanälen gepostet und weitergeleitet werden,  können Sie damit jedoch nicht völlig ausschließen.

Sprechen Sie außerdem über das Recht am eigenen Bild, den Schutz der Intim- und Privatsphäre, sowie das Urheberrecht. Denn es kann leicht passieren, dass Ihr Kind unbewusst gegen solche Richtlinien verstößt – z. B. wenn Personen zu sehen sind, die nicht ihr Einverständnis gegeben haben oder Musik verwendet wird, die urheberrechtlich geschützt ist. 
YouTube ist schon lange im Alltag der Kinder angekommen und ein wichtiges Thema geworden. Bleiben Sie offen für den Wunsch Ihres Kindes Videos anzusehen oder selbst aktiv zu werden. Sprechen Sie mit ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahrenquellen und machen Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung von YouTube aus.

Streaming in der Familie

Wenn Weihnachtszeit, ungemütliches Wetter und Lockdown zusammenfallen, kann ein Filmnachmittag oder -abend eine schöne Gelegenheit sein, um es sich gemeinsam mit der Familie gemütlich zu machen und abzulenken. 

Auf Elternguide.online können Sie sich rund um Film, Fernsehen und Streaming in verschiedenen Beiträgen informieren. Das Wichtigste haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Das passende Angebot finden

In Deutschland gibt es neben den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender verschiedene Streaminganbieter. Geeignete Sendungen und Filme sind meistens in Kategorien wie “Familienfilme” oder “Kinder” zu finden. Achten Sie bei der Auswahl auf die Altersangabe und die Länge des Programms. Häufig gibt es Beschreibungen und manchmal auch Trailer, die einen Einblick in den Film oder die Serie bieten. Auf Disney+ gibt es ein besonders großes Angebot für die ganze Filme. FLIMMO hat Sehenswertes für unterschiedliche Altersgruppen und die ganze Familie zusammengestellt.

Gemeinsame Mediennutzung mit der Familie

Je nachdem, wie groß Ihre Familie ist und ob Ihre Kinder unterschiedlich alt sind, kann es eine Herausforderung sein, sich auf ein gemeinsames Fernsehprogramm zu einigen. Sie können verabreden, dass jede Person einen Wunsch hat. Aus allen Wünschen können Sie ein Programm über mehrere Tage hinweg zusammenstellen. Noch schöner ist es, wenn sich alle auf einen oder mehrere Filme einigen können. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie Klassiker, die Sie jedes Jahr anschauen? Zelebrieren Sie solche gemeinsamen Medienzeiten und machen Sie es sich gemütlich. Mehr Tipps finden Sie in unserem Beitrag Medienrituale in der Familie.

Auch wenn Sie als Eltern dabei sind, sollten Sie darauf achten, beim kuscheligen Filmnachmittag nicht die Zeit zu vergessen. Bewegung und andere bildschirmfreie Aktivitäten sind wichtig, um das Gesehene zu verarbeiten und den Körper fit zu halten. Denken Sie an die Regeln, die Sie für den Medienumgang in der Familie verabredet haben.

Man muss auch nicht nur vor einem Gerät sitzen und sich berieseln lassen. Medien bieten viele Möglichkeiten für eine kreative Beschäftigung mit der ganzen Familie.

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges, Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich zum Beispiel dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, welcher bekannten Person man ähnlich sieht.

Zuerst gab es Challenges vor allem auf YouTube und Facebook. Mittlerweile gibt es sie auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok.

Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice Bucket Challenge, bei der etliche Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice Bucket Challenge diente dem guten Zweck, Challenges können aber auch völlig andere Funktionen und Hintergründe haben.

Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den sozialen Netzwerken hoch. Von TikTok sind sie nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. So gehen Videos, in denen Menschen eine gewisse Aufgabe erfüllen oder einem bestimmten Trend folgen binnen Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt mitgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die solche Hashtag-Challenge anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen. 

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein, durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutz-Verein Wings of the ocean.

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen.

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil der TikTok-Community und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower ebenfalls mitzumachen.

Wenn Challenges gefährlich werden

Aber nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges, vor allem wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden. Die Pro Ana Challenge, die schon seit vielen Jahren im Netz kursiert, fordert vor allem junge Mädchen Schritt für Schritt dazu auf, abzunehmen.

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Bei der Tide Pod Challenge filmten sich Jugendliche dabei, wie sie Waschmittelkapseln aßen. Die Skullbreaker Challenge auf TikTok veranlasste junge Menschen dazu, sich absichtlich auf Kopf und Rücken fallen zu lassen, was wiederholt zu schweren Verletzungen führte.

TikTok reagierte auf die vermehrten Unglücke durch die Skullbreaker Challenge und löschte die Videos. Eine Maßnahme, solche Challenges zu vermeiden, gibt es allerdings nicht. YouTube hat seine Nutzungsbedingungen verschärft. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, auf der Plattform einzustellen. 

Man kann sich vorstellen, dass es manchmal lustig ist zu beobachten, wie jemand gegen eine Laterne läuft, aber einige bringen sich mit diesen Challenges ernsthaft in Gefahr. Challenges, ob harmlos oder nicht, stiften Jugendliche zum Nachahmen an. Diese sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Challenges nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen.

Mein Kind will eine Spielkonsole – was nun?

Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten steht auf der Wunschliste von Kindern oft eines: eine neue Spielekonsole. Vielleicht fühlen Sie sich wie viele Eltern aufgrund des Überangebots überfordert und stehen vor der Frage, was man bei einer möglichen Anschaffung beachten sollte.

Was genau sind Spielekonsolen?

Als begeisterter Gamer ist die richtige Spielkonsole für bestimmte Spiele das A und O. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Spielekonsolen und es stellt sich die Frage, worin sie sich unterscheiden.

Eine stationäre Konsole (z.B. PlayStation 4, XBOX) besteht aus der Konsole selbst (zu vergleichen mit einem Minicomputer) und einem Steuerungsgerät (Controller). Die Konsole schließt man an einen Fernseher oder Monitor an und schon kann losgespielt werden. Stationäre Geräte sind unter anderem deshalb so beliebt, weil viele Spiele exklusiv für bestimmte Konsolen entwickelt werden. Außerdem bieten sie mehr Funktionen als das reine Spielvergnügen – mit aktuellen Geräten können Sie auch im Internet surfen, Musik hören oder Filme schauen.

Bei tragbaren Konsolen (z.B. Nintendo DS, Sony PlayStation Portable) steckt bereits alles in einem Gerät, so dass auch unterwegs gespielt werden kann. Auf Busfahrten, der Autofahrt zu den Großeltern aber natürlich auch auf längeren Reisen kann gespielt werden, so lange der Akku hält. Bei den Handheld-Konsolen, wie die tragbaren Konsolen häufig genannt werden, gibt es Modelle mit vorinstallierten Spielen, und solche, zu denen die Spiele separat dazugekauft werden müssen. Tragbare Konsolen haben meist eine schwächere Leistung, sind aber im Vergleich zu stationären Konsolen günstiger. Eine Konsole, welche die Vorteile von stationären Geräten mit denen von tragbaren zu verbinden versucht, ist die Nintendo Switch. Sie kann an einen Fernseher angeschlossen werden und hat zwei Controller mit denen gespielt werden kann. Gleichzeitig hat sie einen eigenen Bildschirm, so dass sie auch unterwegs voll einsatzfähig ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie sich zusammen mit Ihrem Kind für den Kauf einer Spielkonsole entscheiden, gibt es einige Dinge zu beachten.

Machen Sie sich mit den Jugendschutzeinstellungen der jeweiligen Konsole vertraut und nutzen Sie diese. Viele Konsolen bieten zudem ein “Parental Control”-System an, also eine Art Kindersicherung, mithilfe derer nur für das jeweilige Alter des Kindes geeignete Spiele gespielt und Filme angesehen werden können. Wenn Sie überlegen, ein Spiel für Ihr Kind zu kaufen, achten Sie unbedingt auf die Altersfreigabe des Spiels. Auf der Website der USK können Sie gezielt nach der Freigabe eines bestimmten Spiels suchen. Überlegen Sie sich auch, ob sie die Konsole mit dem Internet verbinden möchten. Manche Spiele lassen sich mittlerweile nur noch mit bestehender Internetverbindung spielen, so dass Sie zuvor überlegen sollten, ob ein Spiel sinnvoll ist. Da technische Lösungen jedoch keinen hunderprozentigen Schutz bieten, tauschen Sie sich auch stets mit Ihrem Kind über das Spielerlebnis aus. Lassen Sie sich Lieblingsspiele zeigen und spielen Sie doch auch mal eine Runde mit! Legen Sie auch zusammen mit Ihrem Kind Regeln wie Zeitbegrenzungen beim Spielen fest.

Erkundigen Sie sich nach den Preisen für verschiedene Konsolen. Je nach Art und Ausstattung der Konsole gibt es große Unterschiede bei den Preisen. Je nachdem, was und wie Ihr Kind spielt, können Sie oft auch auf günstige oder gebrauchte Modelle zurückgreifen. Tragbare Konsolen sind zumeist nicht aktualisierbar, was heißt, dass die Veröffentlichung einer neueren Version bei Ihrem Kind den Wunsch auslösen kann, diese auch zu besitzen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Kind und denken Sie darüber nach Ihr Kind an den Kosten zu beteiligen (zum Beispiel mit einem kleinen symbolischen Betrag der vom Taschengeld abgeht).

Am besten ist es, wenn Sie für die Konsole Ihres Kindes das heimische WLAN verwenden. So vermeiden Sie unnötige Kosten beim Surfen über das Handynetz und haben mehr Möglichkeiten, Einfluss auf die Nutzungszeiten zu nehmen (dies sollte jedoch immer in Absprache mit Ihrem Kind passieren und kann niemals die Begleitung der Mediennutzung ersetzen).

Mehr Informationen über die einzelnen Spielekonsolen und das Aktivieren der Jugendschutzeinstellungen finden Sie hier:

Worauf Sie grundsätzlich achten sollten, wenn Sie Ihrem Kind ein Mediengeschenk machen möchten, erfahren Sie bei webhelm.

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