Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.
Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.
Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.
Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.
Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.
Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.
Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.
Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.
Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.
Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.
In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.
Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.
Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch Gamer*innen sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten E-Sport-Events.
E-Sport (“elektronischer Sport”) meint Computer- oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler*innen bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale 2024 fand in der O2 Arena im britischen London statt. Viele Events werden live gestreamt, zum Beispiel auf Twitch.
Wenn Eltern keine entsprechenden Jugendschutzeinstellungen vornehmen oder nicht auf die Alterskennzeichen achten, können Kinder und Jugendliche beim Online-Spielen zu Hause unterschiedlichen Risiken begegnen – etwa der Kontaktaufnahme durch Fremde oder dem Zugang zu Games, die nicht ihrem Alter entsprechen. Auf größeren E-Sport-Veranstaltungen hingegen wird der Jugendschutz in der Regel konsequent umgesetzt.
Seit dem 01.01.2026 gilt E-Sport zudem als gemeinnützig. Damit zusammenhängend müssen E-Sport-Spiele, die als gemeinnützig gelten wollen, mit einer USK-Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Bei öffentlichen Events sind Veranstalter verpflichtet, bei den angebotenen Spielen die Altersbeschränkungen zu beachten.
Wird das Alter der Teilnehmenden nicht geprüft, dürfen nach dem Jugendschutzgesetz ausschließlich Spiele mit USK 0 und USK 6 präsentiert werden. Spiele mit USK 12, USK 16 und USK 18 dürfen Jugendlichen nur nach einer Alterskontrolle zugänglich gemacht werden, zum Beispiel über Armbänder und Einlasskontrollen. Bei vielen Events sind diese Bereiche räumlich abgetrennt, damit jüngere Besucher*innen keinen Zugang oder Einblick erhalten. Auf Vereinsebene müssen Konzepte vorliegen, welche Maßnahmen genutzt werden, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Bei Verstößen kann die Gemeinnützigkeit aberkannt und Bußgelder verhängt werden.
Ihr Kind möchte auch gerne ein E-Sport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort vertraut:
E-Sport-Events werden auch von einigen Jugendzentren und Bildungsanbietern angeboten und durchgeführt. Vielleicht finden Sie ein solches in Ihrer Umgebung. Fragen Sie doch bei einem Jugendzentrum in Ihrer Nähe, ob es ein E-Sport-Event veranstalten möchte.
Möchte Ihr Kind ein E-Sport-Event online verfolgen, achten Sie darauf, welche Plattformen und Streamer*innen Ihr Kind nutzt, welche Spiele dort gezeigt werden, welche Altersfreigaben gelten und ob Ihr Kind im Live-Chat aktiv ist. Vereinbaren Sie klare zeitliche Grenzen und bleiben Sie im Gespräch, damit Ihr Kind sich an Sie wendet, wenn es durch Inhalte verunsichert oder belastet wird.
Weitere Informationen rund um E-Sport finden Sie hier im Spielratgeber NRW.
Neues lernen und Hausaufgaben machen mit dem Chatbot, Musik abspielen per Sprachbefehl über den Smartspeaker und Content-Empfehlungen ganz nach dem persönlichen Geschmack – Künstliche Intelligenz (KI) ist fester Bestandteil unseres Alltags. Besonders Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools vollkommen selbstverständlich, aber nicht immer ganz bewusst. KI-Technologien entwickeln sich rasant und stetig weiter. Für Eltern ist es dabei nicht leicht, den Überblick zu behalten: Welche Anwendungen sind bei jungen Menschen besonders beliebt? Welche Chancen, Herausforderungen und Risiken ergeben sich bei der Nutzung?
Im Elternabend stellen wir Ihnen die beliebtesten KI-Anwendungen vor und schauen auf deren Stellenwert im Medienalltag von Heranwachsenden. Ein Schwerpunkt liegt auf den Risiken für Kinder und Jugendliche bei der Kommunikation mit Chatbots, z.B. Desinformation, nicht-altersgerechte oder problematische Antworten sowie wenn so zwischenmenschliche Beziehungen ersetzt werden.
Seien Sie live dabei, erhalten Sie praktische Tipps, wie Sie Ihr Kind an einen sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit (generativer) KI heranführen und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expert*innen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!
Der virtuelle Elternabend ist eine Veranstaltung im Rahmen des Safer Internet Day 2026 – mehr über den Aktionstag erfahren Sie bei klicksafe.
Datum: 11.02.2026 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: (Medienpädagogischer) Input (ca. 40 Minuten) und anschließender offener Austausch
Referent*innen: Lidia de Reese und Nils Rudolf (FSM)
Moderation: FSM e.V.
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber WTG . Serverstandort der WTG ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.
Anmeldung:
Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.
Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.
Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.
Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.
Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.
Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:
Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.
Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.
Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.
Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.
Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.
Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.
Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.
Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.
Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.
Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.
Plätzchenduft, Shopping-Stress, leuchtende Kinderaugen: Die Feiertage rücken näher und bei vielen Kindern und Jugendlichen stehen digitale Geräte und Spiele auf der Wunschliste. Was sollten Sie als Eltern vor und nach dem Schenken beachten? Zwischen den Jahren und in den Ferien bleibt auch Zeit für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie. Wie kann diese sicher, altersgerecht und sogar kreativ gestaltet werden? Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über Angebote aus dem Elternguide.online-Partnernetzwerk.
Die Weihnachtsferien können lang sein, besonders wenn das Wetter draußen nicht so recht zum Spielen einlädt. Wenn Sie zuhause Geräte wie Smartphones, Tablets, Kameras oder einen Laptop zur Verfügung haben – wie wäre es, wenn Sie und Ihr Kind einfach mal loslegen? Sie können gemeinsam fotografieren oder filmen, neue kreative Apps ausprobieren und Medienzeit aktiv gestalten. Das macht riesig Spaß und Ihr Kind lernt nebenbei auch noch was in Sachen Medienkompetenz.
Auf der Website kinder.jff.de gibt es Vorschläge für einfache Medienprojekte, die Kinder ab 3 Jahren mit Unterstützung von Ihnen als Eltern zuhause durchführen können. Dabei helfen kindgerechte Videoanleitungen, in denen die Umsetzung der Medienprojekte Schritt für Schritt gezeigt wird. Wie wäre es mit einem Foto-Memory mit Christbaumschmuck oder einer Hörgeschichte zum Thema Weihnachtstraditionen?
Für kleine Fotofans zwischen 8 und 12 Jahren bietet knipsclub einen sicheren Rahmen, sich in einer geschlossenen und pädagogisch betreuten Fotocommunity auszuprobieren und miteinander über Fotos auszutauschen. Auf der Website finden Sie kreative Foto-Tipps, zum Beispiel zum Malen mit Licht. Besonders in der Silvesternacht ein richtiger Hingucker!
Challenges kennen Sie bestimmt aus Social Media, z. B. Tanz-Challenges auf TikTok. Kinder und Jugendliche lieben es, sich Herausforderungen zu stellen. Challenges müssen aber nicht unbedingt nur im Internet stattfinden, Sie können sie auch zuhause in der Familie spielen! Probieren Sie doch mal die Top-Foto-Challenge, die Clip-Challenge oder die Nachstellen-Challenge aus. In unserem Elternguide-Artikel haben wir ein paar Vorschläge dazu gemacht. Weitere Advents-Challenges finden Sie auf der Website des JFF-Projekts webhelm.de.
Kinder haben viele Fragen und lernen früh, dass sie ihre Fragen im Internet beantwortet werden. Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert? Welche Basteltipps und welche Backrezepte gibt es rund um Weihnachten? Die Kindersuchmaschine fragFINN bietet Kindern Zugang zu rund 3.400 geprüfte Websites, darunter knapp 400 Kinderseiten. Grundschulkinder können hier in einem geschützten Surfraum ihre ersten Interneterfahrungen machen und lernen, mit Suchmaschinen und Suchergebnissen umzugehen. Beim fragFINN-Adventskalender können Kinder jeden Tag ein Türchen öffnen, dahinter verbergen sich Links zu anderen Kinderseiten mit vielfältigen Infos und Angeboten passend zur Winterzeit. Weitere spielerische Lernseiten finden Sie in diesem Elternguide-Artikel.
Bestimmt schaut Ihr Kind auch gerne Videos und geht ins Kino. So ein gemeinsamer Fernsehabend kann ein richtig schönes Familienerlebnis sein. Beachten Sie dabei die Alterskennzeichen der FSK, um Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Doch aufgepasst: FSK-Kennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen. Wenn Sie passende Filme, Serien oder YouTube-Clips für Ihr Kind suchen, schauen Sie doch mal bei FLIMMO vorbei. Die pädagogischen Einschätzungen und Beschreibungen geben Orientierung bei der Auswahl. Unter dem Special „Highlights im Advent“ finden Sie winterliche Filmtipps vom Grüffelokind über den Grinch bis zum Polarexpress. Was es zu beachten gibt, wenn Medien auf dem Wunschzettel stehen, erklärt FLIMMO in diesem Artikel. Alles, was Sie zum Jugendschutz im Kino wissen müssen, finden Sie in diesem Elternguide-Artikel.
Wann das eigene Kind reif für das erste Smartphone ist, müssen Eltern je nach Entwicklungs- und Erfahrungsstand individuell entscheiden. Schließlich steht Ihrem Kind mit einem Smartphone theoretisch die ganze Welt des Internets mit all seinen Chancen, aber auch Risiken offen. klicksafe bietet umfangreiche Informationen für Eltern. Überprüfen Sie über die Checkliste zur Smartphone-Reife, ob ein Smartphone schon unter den Weihnachtsbaum gehört. Ist die Entscheidung positiv ausgefallen? Dann informieren Sie sich über technische Einstellungsmöglichkeiten und richten Sie das Smartphone kindersicher ein. Alle Informationsmaterialien von klicksafe finden Sie in diesem Themenspecial.
Sie möchten Ihr Kind auf das erste Smartphone unter dem Weihnachtsbaum vorbereiten? Kindgerechte Informationen zum ersten Smartphone gibt es im Kindermagazin Genial Digital vom Deutschen Kinderhilfswerk. Die fragFINN-App ermöglicht Ihrem Kind einen geschützten Surfraum auf seinem ersten Smartphone und gibt ihm Zugang zu den qualitätsvollen, positiven Angeboten.
Überlegen Sie, alternativ eine Smartwatch anzuschaffen? Dann sehen Sie sich diesen Themenbereich von klicksafe an. Beachten Sie: technische Schutzmaßnahmen ersetzen nicht das Gespräch und die Medienregeln in der Familie. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt und begleiten Sie es bei den ersten Schritten mit Smartwatch oder Smartphone.
Neben Gesprächen und Medienregeln ist der technische Jugendmedienschutz ein wichtiger Baustein der Medienerziehung. Nutzen Sie die Einstellungen zur Bildschirmzeit und Digital Wellbeing auf Smartphones, um Zeitlimits für das gesamte Gerät oder für verschiedene Apps einzustellen und Inhalte zu filtern. Das Jugendschutzprogramm JusProg bietet für mobile Geräte und Laptops eine präzise Filtermöglichkeit für Websites und sichere Voreinstellungen. Google Family Link und YouTube Kids bieten in der Welt des Internetgiganten Google die Möglichkeit, Medienerlebnisse für Ihr Kind sicherer zu machen. Auch Social-Media-Apps wie Instagram und TikTok bieten Sicherheitsfeatures und Möglichkeiten der Begleitung durch Eltern. Streaming in der Familie kann eine schöne Beschäftigung in den Ferien sein. Fast alle Streaming-Angebote haben zertifizierte Angebote zum Jugendschutz. Nutzen Sie eigene Kinderprofile und die Jugendschutzfunktion mit der PIN. Viele der Jugendschutzprogramme wurden von der Gutachterkommission der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) freigegeben. Mehr zu technischen Lösungen im Jugendmedienschutz finden Sie auf der Webseite der FSM.
Detaillierte Anleitungen zu allen Geräten gibt es auf der Website medien-kindersicher.de.
Welche Spiele soll ich meinem Kind zu Weihnachten schenken? Sind Games für Kinder im Vorschulalter in Ordnung? Im Familienbereich der USK-Website und über die USK-Broschüren erhalten Sie alle Informationen zu den Alterskennzeichen der USK, den Zusatzhinweisen und zum Umgang mit dem Thema Games in der Familie.
Die USK-Kennzeichen geben an, ab welchem Alter ein Spiel keine Entwicklungsbeeinträchtigungen hervorruft. Die Zusatzhinweise wie „Fantasy-Gewalt“ oder „Handlungsdruck“ geben Eltern gute Hinweise, ob ein Spiel für das eigene Kind geeignet ist. Pädagogische Einschätzungen zu Spielen finden Sie beim Spieleratgeber NRW. Beschreibungen beliebter Spiele wie Fortnite, Minecraft oder Roblox sind auf Elternguide.online verfügbar. Im USK-Lexikon werden die wichtigsten Begriffe, Geräte und Genres erklärt.
Sie möchten Ihrem Kind zu Weihnachten mit einem Game eine Freude machen? Informieren Sie sich über die Vertriebswege von Games und über technische Vorsorgemaßnahmen. Sowohl an Konsolen als auch in Game-Stores und den Spielen selbst lassen sich verschiedenste Einstellungen zum Jugendschutz vornehmen. Spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind und stellen Sie ihm interessierte Fragen zu seinen Lieblingsspielen.
Das Team von Elternguide.online wünscht Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit und viel Freude im sicheren und kreativen Umgang mit Medien!
Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?
Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.
Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.
Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.
Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.
Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.
Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.
Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert
Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.
Per Online-Nachricht ein Treffen mit dem besten Freund vereinbaren, im Klassenchat nach den Hausaufgaben fragen oder sich digital mit Freund*innen über die neuesten Transfergerüchte im Fußball austauschen. Laut der JIM-Studie ist WhatsApp die meistgenutzte App bei Jugendlichen. Doch ab welchem Alter darf der Messenger offiziell genutzt werden?
Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hat WhatsApp ab 12 Jahren freigegeben. Die USK prüft, ab welchem Alter Online-Games und Apps in Deutschland als geeignet gelten. Ihre Alterskennzeichen beruhen dabei auf den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes und des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. Der Grund für die Kennzeichnung ab 12 Jahren liegt darin, dass WhatsApp eine Messenger-App ist, deren Inhalte nicht vorab kontrolliert werden können. Durch die öffentliche Community-Funktion enthält WhatsApp außerdem Funktionen, die Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram ähneln. Gleichzeitig verfügt WhatsApp jedoch auch über Block- und Meldefunktionen. USK 12 wird unter anderem dann vergeben, wenn eine App oder ein Game eine Chatfunktion hat, die übliche Moderationstools und Absicherungen umfasst. Ist im Google Play Store das Alter Ihres Kindes hinterlegt, kann die App erst ab 12 Jahren installiert werden.
WhatsApp selbst gibt in seinen AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) ein Mindestalter von 13 Jahren an. Bei den AGB handelt es sich um Regeln zur Nutzung eines Online-Dienstes. Vor der Nutzung der App muss Ihr Kind bestätigen, dass es mindestens 13 Jahre alt ist. Ob dies der Wahrheit entspricht, wird nicht aktiv geprüft. Sollte jedoch bekannt werden, dass ein*e Nutzer*in jünger als 13 Jahre ist, hat WhatsApp das Recht, den Account zu löschen.
Laut der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) darf WhatsApp ab 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern Daten verarbeiten. Ist Ihr Kind jünger, braucht WhatsApp Ihre Zustimmung als Erziehungsberechtigte. Indem Sie Ihrem Kind die Nutzung von WhatsApp erlauben, stimmen Sie gleichzeitig zu, dass der Messenger-Dienst die Daten Ihres Kindes (z. B. die Handynummer) verarbeiten darf.
Sie als Eltern können 13 Jahre als Orientierung nehmen. Kinder unter 12 Jahren sollten das Angebot in keinem Fall nutzen. Offiziell gilt:
Ist ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahren, darf es WhatsApp nutzen, braucht hierzu jedoch Ihre Zustimmung. Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln auf, klären Sie Ihr Kind über Risiken auf und erklären Sie Ihrem Kind die Melde- und Blockierfunktionen der App. Richten Sie den Account zusammen ein und achten Sie dabei besonders auf Einstellungen zu Sicherheit und Privatsphäre. Weitere Tipps zum sicheren Einrichten von WhatsApp finden Sie hier bei medien-kindersicher.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Eine Idee für das nächste Geburtstagsgeschenk, Unterstützung bei der Matheaufgabe oder ganz einfach die Frage nach den Öffnungszeiten des Schwimmbads: Viele Familien nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz im Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele Eltern, welche KI-Angebote zuverlässig, sicher und auch für Kinder geeignet sind. Denn KI ist nicht gleich KI, die Angebote unterscheiden sich beispielsweise in Datenschutz, Transparenz und Zielgruppen deutlich.
Es liegt auf der Hand: KI-Tools können den Alltag erleichtern. Chat-Bots und sogenannte KI-Agenten finden und bündeln Informationen, erklären komplizierte Inhalte, übernehmen kleine Aufgaben oder sind sogar Gesprächspartner*innen. Viele Dienste – von Suchmaschinen bis zu Messengern – haben mittlerweile integrierte KI-Funktionen. Das macht sie noch leichter erreichbar und bequem zu nutzen.
Zugleich steigen damit auch Risiken. Manche Angebote legen wenig Wert auf Datenschutz und Privatsphäre, sammeln umfangreiche Nutzungsdaten oder sind schwer zu durchblicken. Andere liefern Ergebnisse, die schwer einzuschätzen oder nicht immer korrekt sind. Gerade die scheinbar einfachsten Angebote, die etwa schon in Apps und Seiten integriert sind, sind nicht immer die besten. Für Kinder können ungefilterte Inhalte zudem problematisch sein.
Die Suche nach geeigneten KI-Angeboten ist nicht leicht. Viele Tools wirken ähnlich und unterscheiden sich dennoch stark. Wir stellen drei mögliche Alternativen vor:
Perplexity AI – die KI-Suchmaschine mit transparenten Quellenangaben
Perplexity AI funktioniert wie ein Chatbot, stellt Informationen aber stärker im Sinne einer Suchmaschine zusammen. Ein Vorteil: Die KI zeigt zu jeder Antwort die genutzten Quellen an. Das erleichtert die Einschätzung der Ergebnisse und kann besonders für Jugendliche hilfreich sein, die für Schule oder Projekte recherchieren. Perplexity AI kann kostenfrei im Browser genutzt werden oder mit einem kostenpflichtigen Pro-Account, der Suchen speichert, bessere KI-Modelle nutzt und mehr Uploads ermöglicht. Der Anbieter gibt an, Daten zur Weiterentwicklung zu nutzen, aber nicht zu verkaufen. Das Angebot richtet sich nicht speziell an Kinder, kann aber, wenn es begleitet genutzt wird, ein transparenteres Werkzeug für Recherchen sein.
Duck AI – die KI mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre
DuckDuckGo ist als datensparsame Suchmaschine und Browser bekannt. Der Browser sammelt keine Daten, erfasst keine IP-Adressen und blockiert Werbung. Mit Duck AI bietet der Dienst nun auch eine eigene KI-Funktion an, ebenfalls mit starkem Fokus auf Datenschutz: Anfragen werden anonymisiert an die Modelle geschickt, Chats nicht gespeichert und Daten nicht zu Trainingszwecken weitergegeben. Die KI kann kostenfrei genutzt werden, auch ohne eigenen DuckDuckGo-Browser. Für Eltern, denen der Schutz persönlicher Daten besonders wichtig ist, kann das eine verlässliche Alternative darstellen. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um ein spezielles Kinderangebot, aber um eine Option mit klar kommuniziertem Datenschutz.
KinderGPT – die KI speziell für Kinder
KinderGPT ist ein deutsches Angebot, das sich ausdrücklich an Familien richtet. Inhalte werden gefiltert und altersgerecht aufbereitet. Eltern können Nutzungszeiten begrenzen oder Themenbereiche freigeben. Nach Angaben des Anbieters HillcrownAI werden keine persönlichen Daten weitergegeben. Die Basisversion ist kostenlos, zusätzliche Funktionen können kostenpflichtig freigeschaltet werden. KinderGPT ersetzt keine Begleitung, bietet aber einen geschützten Rahmen, in dem Kinder erste Erfahrungen mit KI sammeln können.
Welches KI-Angebot geeignet ist, hängt wesentlich davon ab, wofür es genutzt werden soll. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo Ihre Prioritäten liegen: Schnelle und einfache Nutzung, große Sicherheit oder nachprüfbare Ergebnisse? Wenn Sie sich bewusst machen, was Sie von einer KI erwarten, können Sie auch nach ‚der Richtigen‘ suchen.
Bleiben Sie auf dem Laufenden, was KI kann und wo die Haken liegen. KI-Angebote entwickeln sich schnell weiter und es kommen ständig neue Angebote dazu. Daher ist es wichtig, sich über neue Möglichkeiten und Grenzen zu informieren.
Unabhängig vom gewählten Angebot: Besprechen Sie sicheres Verhalten im Umgang mit der KI mit Ihrem Kind. Erklären Sie, welche Daten man einer KI geben kann – und was lieber privat bleiben sollte. Informieren Sie sich gemeinsam, wie KI funktioniert und wie man Ergebnisse hinterfragen und nachprüfen kann, um sicher zu gehen. Seien Sie sich auch Ihrer Vorbildrolle bewusst.
Und schließlich: Lernen Sie gemeinsam Anlaufstellen kennen, bei denen Sie Unterstützung finden, wenn Probleme auftauchen.
Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.
TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.
Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.
Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.
TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.
TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:
Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.
Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.
Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.
Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.
Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.
Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.
Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.
Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.
Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).
Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.
Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.
Ganz klar, Sie kennen die Freund*innen Ihres Kindes aus der Schule oder dem Sportverein. Doch wie sieht es mit Bekannten aus, mit denen Ihr Kind nur über das Internet Kontakt hat? Ob beim Online-Gaming, in Video-Chats oder über Social Media – überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Laut JIM-Studie 2025 machten fast ein Drittel der befragten 12-19-Jährigen Erfahrungen mit sexueller Belästigung im Netz.
Plattformen wie Instagram, TikTok oder Discord, auf denen Kinder und Jugendliche gern unterwegs sind, ziehen auch Nutzer*innen mit pädokriminellen Neigungen an. Das ist kriminelles Verhalten, das sich gegen Minderjährige richtet. Erwachsene sprechen Kinder mit dem Ziel an, sie sexuell zu belästigen oder sogar zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache im Netz wird Cybergrooming genannt.
Die Strategien sind vielfältig – sie zielen jedoch immer darauf ab, das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen und Kontrolle über die Kommunikation zu erlangen.
Ein deutliches Warnsignal ist, wenn die fremde Person den Chat in einen privaten Messenger wie WhatsApp oder Telegram verlagern möchte – denn dort kann niemand mitlesen. Dieser Chat soll unbedingt geheim bleiben. In solchen privaten Unterhaltungen wird gezielt Vertrauen aufgebaut, das später ausgenutzt werden kann. Oft folgt dann die Bitte um intime Fotos oder Videos. Diese können anschließend zur Erpressung verwendet werden. Täter*innen akzeptieren kein „Nein“: Weigern Kinder und Jugendliche sich, werden sie unter Druck gesetzt und ihnen wird z. B. mit Kontaktabbruch oder der Veröffentlichung von intimen Bildern gedroht. Über private Chats versuchen manche Täter*innen, ein persönliches Treffen zu vereinbaren.
In diesem Video des Kinderschutzbunds erfahren Sie mehr zu dem problematischen Phänomen:
Weitere Tipps, wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt in sozialen Netzwerken schützen, finden Sie hier.
Kinder und Jugendliche sind besonders neugierig. Deshalb vergessen sie schon mal alle Warnungen und können in eine Falle tappen. Machen Sie Ihrem Kind unbedingt klar, dass auch in solchen Fällen die Schuld ausschließlich bei den Täter*innen liegt. Cybergrooming – auch der Versuch – ist in Deutschland strafbar. Sollte Ihr Kind sexuell belästigt werden, seien Sie für Ihr Kind da und machen Sie ihm keine Vorwürfe. Melden Sie die Täter*innen auf der jeweiligen Plattform oder bei Meldestellen. Sichern Sie Beweise durch Screenshots von Chatverlauf und Profil und erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei! Doch Vorsicht bei Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen. Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in diesem Artikel.
Hilfe, Beratung und Informationen finden Kinder und Jugendliche hier:
Für Eltern gibt es folgende Anlaufstellen:
Weitere digitale Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern finden Sie hier.
Ein eigenes Tablet kann für Kinder spannend sein: Spiele spielen, Bücher lesen, kreativ werden oder Lern-Apps nutzen. Viele Eltern fragen sich jedoch: Wann lohnt es sich, ein eigenes Gerät zu geben – und wann reicht das Familien-Tablet?
In den ersten Jahren ist ein gemeinsames Tablet sinnvoll. Ihr Kind kann so Inhalte ausprobieren, während Sie begleiten, erklären und einschränken, was es sieht und macht. Ein Familiengerät ist oft ausreichend, um erste Erfahrungen mit Apps, Videos oder Spielen zu sammeln und die Mediennutzung gemeinsam zu reflektieren.
Ein eigenes Tablet wird sinnvoll, wenn Ihr Kind regelmäßig unabhängig Medien nutzen möchte, eigene Interessen verfolgen will oder Lern-Apps verwendet, die persönliche Konten erfordern. Bei Kindern ab etwa 6 bis 7 Jahren kann ein eigenes Gerät sinnvoll sein, wenn Sie die Nutzung klar regeln und begleiten.
Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Reife Ihres Kindes: Kann es Regeln einhalten? Weiß es, wie man sicher im Netz surft? Kann es Inhalte reflektieren und zwischen Spielen, Lernen und Unterhaltung unterscheiden? Erst wenn diese Kompetenzen vorhanden sind, lohnt sich ein eigenes Gerät.
Ein Tablet für Kinder sollte robust, intuitiv bedienbar und nicht zu teuer sein. Gute Einstiegsmöglichkeiten sind einfache Geräte mit stabiler Hülle und kinderfreundlicher Oberfläche. Prüfen Sie, ob Lern-Apps, Hörbücher oder kreative Tools sinnvoll sind und ob In-App-Käufe und Werbung deaktiviert werden können.
Egal ob Familien- oder eigenes Gerät: Legen Sie gemeinsam Nutzungszeiten, Inhalte und Regeln fest. Kindersicherungen, Familienkonten und Jugendschutz-Apps helfen, die Mediennutzung zu steuern. Reflektieren Sie gemeinsam: Wie lange darf Ihr Kind das Tablet nutzen? Welche Inhalte sind erlaubt?
Ein eigenes Tablet kann die digitale Selbstständigkeit fördern, wenn Sie begleiten: Funktionen erklären, Lern-Apps gemeinsam ausprobieren und kritisch über Werbung, Algorithmen und Inhalte sprechen. So lernt Ihr Kind, Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.
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Es kann passieren, dass Kinder oder Jugendliche online auf Inhalte mit Gewaltdarstellungen stoßen. Beim Scrollen auf Social Media, auf Video-Plattformen oder wenn solche Videos in Gruppenchats im Messenger geteilt werden. Dabei kann es sich um Prügeleien, Misshandlungen, Unfälle oder drastisches Bildmaterial aus Kriegsgebieten handeln. Solche Inhalte können Kinder oder Jugendliche verängstigen und verstören. Sie verletzten außerdem das Recht am eigenen Bild der Betroffenen und können sogar strafbar sein.
Auf keinen Fall sollten solche Inhalte weiterverbreitet werden. So lässt sich verhindern, dass noch mehr Menschen den Inhalt sehen. Wenn es sich um illegale Aufnahmen handelt, kann die Veröffentlichung und Weiterverbreitung sogar strafrechtliche Folgen haben.
Jugendliche können wir auch ermutigen, noch mehr zu tun, indem sie solche Inhalte nicht ignorieren, sondern aktiv melden. Schauen Sie gemeinsam, wo auf den genutzten Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok oder YouTube die Meldefunktion zu finden ist. Denn laut Nutzungsbedingungen sind gewalthaltige und grausame Inhalte nicht erlaubt und sollten gelöscht werden. Auch auf WhatsApp können Nachrichten oder Personen gemeldet werden.
Die Online-Beratungsplattform für junge Menschen Juuuport bietet sogar eine eigene Meldemöglichkeit für Jugendliche, z. B. für Gewaltvideos, Extremismus oder Hate Speech. Die Internet-Beschwerdestellen FSM, eco und jugendschutz.net kümmern sich dann um diese Beschwerden.
Gewalt spielt auch eine Rolle bei fiktionalen Medieninhalten, wie Filmen, Serien oder Spielen. Inhalte, die für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene leicht zu verarbeiten sind, können junge Kinder verängstigen. Deshalb gibt es für Gewaltdarstellungen in den Medien Altersbeschränkungen, die durch den Jugendmedienschutz geregelt sind. Die Alterskennzeichen von Filmen oder Computerspielen zeigen Ihnen als Eltern, ab welchem Alter die dargestellten Inhalte geeignet sind.
Online können Kinder und Jugendliche aber auch auf reale Gewaltdarstellungen stoßen. Ein Erfahrungsbericht von Juuuport zeigt anschaulich, wie unterschiedlich Jugendliche mit Gewaltvideos online umgehen, und kann Ihnen den Gesprächseinstieg erleichtern.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche negative Erfahrungen online-. Zeigen Sie die Melde- und Blockierfunktionen auf den relevanten Plattformen und besprechen Sie, wie Algorithmen Inhalte auswählen. Erklären Sie auch, wie man diese Inhalte „pflegen“ oder zurücksetzen kann, damit das Online-Erlebnis Ihres Kindes sicherer und gesünder bleibt. Sprechen Sie darüber, was es bedeutet, wenn Fotos oder Videos mit einer „Warnung vor sensiblen Inhalten“ versehen wurden und was Ihr Kind dann tun soll. Informieren Sie sich auch über die rechtlichen Regelungen des Jugendmedienschutzes sowie über technische Schutzmöglichkeiten über Apps und Einstellungen für Ihr Kind auf Geräten oder in einzelnen Diensten.
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WhatsApp ist der beliebteste Messenger, auch bei Kindern und Jugendlichen. Fast jede*r nutzt ihn, um Nachrichten zu verschicken, Anrufe zu tätigen oder Statusmeldungen zu teilen. Für Eltern ist es wichtig, die Funktionen, Risiken und Entwicklungen zu kennen, besonders seit KI-Funktionen in die App integriert sind.
WhatsApp ist ein kostenloser Messenger, der über die Handynummer registriert wird. Kontakte müssen im Adressbuch auf dem Smartphone freigegeben werden, damit Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dateien oder der Standort verschickt werden können. Auch Gruppenanrufe und Videotelefonie sind möglich.
Besonders praktisch sind selbstlöschende Nachrichten, die nach sieben Tagen verschwinden, und Fotos oder Videos, die nur einmal angesehen werden können. Chats lassen sich mit einem Code oder Fingerabdruck sperren. Gruppenadministrator*innen dürfen Nachrichten anderer löschen, so lassen sich Inhalte besser moderieren.
Die Suchfunktion hilft, schnell bestimmte Nachrichten, Links oder Medien über alle Chats hinweg zu finden. Das macht den Messenger übersichtlich, kann aber auch dazu verleiten, alte Gespräche oder private Inhalte wieder hervorzuholen, die eigentlich vergessen waren.
Seit der Integration von Meta AI unterstützt eine KI die Nutzer*innen beim Formulieren von Nachrichten, beim Zusammenfassen langer Chats und schlägt Emojis oder Antworten vor. Außerdem kann sie Fragen beantworten, ähnlich wie ein Chatbot. Die Nutzung dieser Funktionen ist optional, die Nutzer*innen entscheiden selbst, ob sie sie einsetzen möchten. Unter „Aktuelles“ finden sich Kanäle (Channels), auf denen Influencer*innen, Promis, Marken oder journalistische Medien wie Tagesschau Inhalte posten. Auch Kinder und Jugendliche können eigene Channels erstellen, beispielsweise für Schulprojekte oder Freundesgruppen.
WhatsApp ist schnell, einfach und immer verfügbar. Jugendliche nutzen es, um in Kontakt zu bleiben, Hausaufgaben abzusprechen oder einfach dazuzugehören. Über Statusmeldungen und Profilbilder teilen sie Eindrücke aus ihrem Alltag, ähnlich wie auf Instagram.
Die neuen Kanäle machen WhatsApp noch attraktiver. Jugendliche folgen dort Influencer*innen und erhalten Trends, Challenges oder Tipps direkt in der App. Eigene Channels fördern Kreativität und Organisation, können aber auch den Wunsch nach Reichweite oder Anerkennung verstärken.
Auch die KI-Funktionen faszinieren: Ein automatischer Schreibassistent, der Texte vorschlägt, spart Zeit und wirkt praktisch. Jugendliche sollten jedoch verstehen, dass diese KI kein neutraler Gesprächspartner ist, sondern aus ihren Eingaben lernt.
Die Lesebestätigung („blaue Häkchen“) kann Druck erzeugen, sofort zu antworten. Große Gruppen, wie Klassenchats, sind oft unübersichtlich und können zu Konflikten oder Stress führen. Schnell geteilte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten lassen sich leicht weiterleiten, was Mobbing oder peinlichen Situationen begünstigen kann.
Ein weiteres Risiko ist die Datenverarbeitung durch Meta. WhatsApp sammelt viele Informationen: Kontakte, Profil- und Standortdaten, Geräte- und Nutzungsinformationen. Diese können für personalisierte Werbung oder zum Training der KI verwendet werden.
Die Integration von Meta AI bringt zusätzliche Herausforderungen. Viele Nutzer*innen wissen nicht, welche Daten die KI verarbeitet oder speichert. Auch emotionale Bindungen zu Chatbots können entstehen, vor allem, wenn Kinder über persönliche Themen sprechen. Solche Gespräche wirken oft menschlich, sind es aber nicht.
Kanäle von Influencer*innen können Inhalte zeigen, die für Kinder ungeeignet sind. Werbung, Idealisierungen und einseitige Darstellungen sind häufig; oft ohne klare Kennzeichnung.
WhatsApp gehört zum Meta-Konzern. Der Anbieter betont, dass Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Das schützt Nachrichten vor dem Mitlesen, aber nur, solange keine Cloud-Backups aktiviert sind.
Meta AI soll laut Anbieter die Nutzung erleichtern und personalisierte Ergebnisse liefern. Gleichzeitig bedeutet das: Die KI lernt aus den Daten der Nutzer*innen. In den Einstellungen können Eltern prüfen, ob die KI-Funktionen aktiv sind. Auf manchen Geräten ist das nur für Nutzer*innen unter 18 sichtbar. Die Nutzung lässt sich einschränken oder ablehnen, soweit das Gerät und die App es erlauben.
Kinder unter 16 Jahren dürfen WhatsApp nur mit Zustimmung der Eltern nutzen. Sprechen Sie gemeinsam über den verantwortungsvollen Umgang: Welche Informationen dürfen geteilt werden? Wer darf Nachrichten sehen?
Thematisieren Sie Risiken wie Mobbing, nicht altersgerechte oder gefährliche Inhalte (z. B. pornografisches Material), „Fake News” oder emotionale Bindungen an KI-Chatbots. Ermutigen Sie Ihr Kind, sich Hilfe zu holen, wenn es unangenehme Erfahrungen macht.
Stellen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen ein. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre Ihres Kindes und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Der Privatsphäre-Check (Einstellungen » Datenschutz » Privatsphäre-Check) zeigt auf einen Blick, welche Einstellungen aktiv sind und wer was sehen darf. Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie unter www.medien-kindersicher.de.
Ihr Kind sollte nur Kontakte zulassen, die es auch im echten Leben kennt. Besprechen Sie den verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Channels und Inhalten von Influencer*innen. Seien Sie selbst ein Vorbild für respektvolle Kommunikation.
Erklären Sie, dass KI-Antworten nicht immer richtig sind und keine echten Gespräche ersetzen. Bleiben Sie im Gespräch und zeigen Sie Interesse an der digitalen Welt Ihres Kindes – ohne Misstrauen, aber mit Bewusstsein.
Wer Messenger mit stärkerem Datenschutz sucht, kann auf Signal, Threema oder NYZZU ausweichen.
Roblox ist ein sehr beliebtes Spiel unter Kindern und Jugendlichen. Hier lassen sich virtuelle Welten im Lego-Stil erschaffen, eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk. Anfang 2025 erhielt Roblox die neue Jugendschutz-Altersfreigabe ab 16 Jahren – wir schauen, was das für junge Menschen und Sie als Eltern bedeutet.
Roblox verbindet Spielen, Social Media und kreatives Gestalten auf einer Plattform. Zum Beispiel sind auch Chatfunktionen enthalten, Spieler*innen können eigene Spiele entwickeln und damit sogar Geld verdienen. Im Januar 2025 hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) die Altersfreigabe für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Die Gründe für die Anhebung sind gewalthaltige Inhalte, erhöhte Kaufanreize sowie eine Bandbreite an Angeboten für verschiedene Altersgruppen. Zusätzlich weist die USK auf Online-Risiken hin, z. B. Chats und In-Game-Käufe mit zufälligen Inhalten, sogenannte Lootboxen. Bei diesen glücksspielähnlichen Mechanismen fällt es besonders Jüngeren schwer, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten. Wenn Konten nicht ausreichend abgesichert sind, können Kinder und Jugendliche mit problematischem Verhalten wie Cybergrooming oder Cybermobbing in Kontakt kommen.
Außerdem sind die Sicherheitsmaßnahmen, die den Jugendschutz jüngerer Spieler*innen gewährleisten sollen, nicht ausreichend: So fehlen Alterskennzeichen nach deutschen Jugendschutz-Standards und Kinderkonten sind nicht sicher genug. Die neue Altersfreigabe „ab 16 Jahren“ soll auch Eltern eine bessere Orientierung bieten.
Was bedeutet das nun für Sie und andere Familien? Zunächst: Wenn Ihr Kind (unter 16 Jahren) bereits ein Roblox-Konto hat, sind Sie nicht dazu verpflichtet, das Konto aufgrund der Altershochstufung zu löschen. Aber: Die Gründe für die Hochsetzung der Altersfreigabe zeigen deutlich, dass die Plattform für Kinder Risiken birgt, die es ernst zunehmen gilt. Basierend darauf müssen Sie als Eltern letztlich entscheiden, ob die Plattform für Ihr Kind noch geeignet ist.
Sie möchten die Nutzung nicht komplett verbieten? Prüfen Sie unbedingt gemeinsam die Kontoeinschränkungen und passen Sie diese gegebenenfalls an. Erstellen Sie in jedem Fall ein Elternkonto und verknüpfen dieses mit Konto ihres Kindes. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Altershochstufung und warum die Freigabe angepasst wurde. Überlegen Sie, wie eine künftige Nutzung sicherer gestaltet sein kann – zum Beispiel nur in Begleitung durch Sie oder von älteren Geschwistern.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, dass Ihr Kind ein bereits bestehendes Roblox-Konto löschen soll, sprechen Sie gemeinsam darüber und erklären Sie Ihre Beweggründe. Zeigen Sie Verständnis dafür, dass diese Entscheidung Ihr Kind traurig oder wütend machen kann. Überlegen Sie zusammen, welche alternativen, altersgerechten Spiele Ihrem Kind Spaß machen könnten. Empfehlungen finden Sie zum Beispiel beim Spieleratgeber NRW.
Wenn Sie bereits ein Jugendschutzprogramm verwenden, kann es je nach Alterseinstellung sein, dass Spiele mit einer Freigabe ab 16 Jahren automatisch gesperrt werden. Mehr zum Thema Games lesen Sie hier.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.