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Eltern-Check-In: Ist eine Smartwatch eine gute Alternative zum ersten Smartphone?

Viele Kinder wünschen sich schon in der Grundschule ein eigenes Smartphone. Gleichzeitig fragen sich Eltern, ob das wirklich schon nötig ist. Für viele Familien kann eine Smartwatch eine Alternative zum ersten Smartphone sein. Kinder können damit telefonieren und Nachrichten verschicken. Viele Modelle verfügen außerdem über eine Ortungsfunktion oder einen SOS-Knopf, kommen aber ohne Social Media und App-Store aus. Doch passt diese Lösung wirklich zu Ihrem Kind?

Warum eine Smartwatch sinnvoll sein kann

Eine Smartwatch kann eine gute Übergangslösung sein, wenn Ihr Kind erste Wege allein zurücklegt und unterwegs erreichbar sein soll. Sie bietet die wichtigsten Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben, ohne die vielen Funktionen und Ablenkungen eines Smartphones. Je nach Modell gehören auch eine Kamera oder kleine Spiele dazu. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Funktionen Ihr Kind wirklich braucht.

Ob eine Smartwatch sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Alter Ihres Kindes ab. Wichtiger als das Alter ist, ob Ihr Kind schon bereit für mehr Selbstständigkeit ist. Kann es Absprachen einhalten? Findet es sich auf bekannten Wegen zurecht? Und weiß es, wie es sich Hilfe holen kann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert? Solche Fragen helfen bei der Entscheidung oft mehr als der Blick auf das Gerät.

Überlegen Sie außerdem, warum Ihr Kind sich eine Smartwatch wünscht. Möchte es vor allem erreichbar sein? Oder möchte es einfach ein eigenes Gerät haben, weil das im Freundeskreis schon selbstverständlich ist? Wenn Sie die Gründe für den Wunsch Ihres Kindes kennen, fällt die Entscheidung oft leichter.

Sicherheit und Datenschutz

Viele Eltern schätzen die Ortungsfunktion, weil sie ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Das kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, sollte aber bewusst eingesetzt werden und kein Ersatz für Vertrauen und Absprachen sein. Kinder brauchen Freiräume, um selbstständig zu werden. Wer den Standort ständig kontrolliert, riskiert, das gegenseitige Vertrauen zu belasten.

Auch der Datenschutz sollte beim Kauf eine Rolle spielen. Viele Smartwatches speichern Standort- und Nutzungsdaten oder setzen ein Nutzerkonto voraus. Nehmen Sie sich Zeit, die Smartwatch gemeinsam mit Ihrem Kind einzurichten. So lernen Sie die Funktionen zusammen kennen und können gleich besprechen, welche Einstellungen sinnvoll sind und wie die Uhr verantwortungsvoll genutzt wird.

Was sollten Eltern beachten?

Fragen Sie sich zunächst, wofür Ihr Kind die Smartwatch braucht. Geht es vor allem darum, erreichbar zu sein, kann auch ein einfaches Handy ausreichen. Manchmal ist aber auch noch gar kein eigenes Gerät nötig. Informieren Sie sich außerdem über die Regeln an der Schule Ihres Kindes. Ob Smartwatches im Unterricht erlaubt sind, entscheidet jede Schule selbst.

Nutzen Sie die erste Smartwatch auch als Anlass, mit Ihrem Kind über den Umgang mit digitalen Medien zu sprechen. Muss jede Nachricht sofort beantwortet werden? Wann darf oder sollte die Uhr auch einmal ausgeschaltet sein? Solche Absprachen helfen Ihrem Kind, von Anfang an bewusst mit seiner Smartwatch umzugehen.

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung und sprechen Sie regelmäßig über Datenschutz und Sicherheit. Eine Smartwatch kann den Einstieg in die mobile Mediennutzung erleichtern. Begleiten Sie Ihr Kind dabei und trauen Sie ihm Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Kinderrechte in der digitalen Welt

Kinder haben Rechte, die bereits seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben sind. Hierzu zählen unter anderem das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Spiel und Freizeit. Doch seitdem hat sich viel verändert. Die rapide Entwicklung digitaler Medien und Technologien hat die Art und Weise, wie Kinder aufwachsen, maßgeblich verändert. Schon im frühesten Lebensalter spielen digitale Medien eine bedeutende Rolle. Wir erklären die wesentlichen Aspekte der Kinderrechte in der digitalen Welt.

Die digitale Welt und die Rechte der Kinder verstehen

Die digitale Welt umfasst verschiedene digitale Technologien, vom Internet und mobilen Geräten bis hin zu Online-Spielen und sozialen Medien. Überall dort gelten auch alle Kinderrechte. Einige Rechte spielen eine besondere Rolle:

Recht auf Zugang zu Medien

Jedes Kind hat das Recht auf einen gleichberechtigten Zugang zur digitalen Welt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder Medien ohne Grenzen nutzen sollten. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie als Eltern gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln vereinbaren, wie lange und welche Medien genutzt werden dürfen.

Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit

Wie Erwachsene haben auch Kinder das Recht, ihre Meinung frei zu äußern und sich zu informieren. Das Internet bietet Kindern die Chance, auf vielfältige Weise altersgerechte Informationen zu erhalten und ihre eigene Meinung auszudrücken und zu verbreiten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur auf Internetseiten gelangt, die unbedenklich und für Kinder geeignet sind.

Recht auf Privatsphäre und Datenschutz

Jedes Kind hat das Recht auf Privatsphäre. Als Eltern sollten Sie daher bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen. Vermeiden Sie die Preisgabe personenbezogener Daten wie Name oder Adresse Ihres Kindes. Fragen Sie Ihr Kind um Einverständnis, bevor Sie Fotos von ihm online posten oder per Messenger versenden. Die Privatsphäre Ihres Kindes zu respektieren heißt auch, nicht aus Neugier das Smartphone Ihres Kindes zu kontrollieren. Sollten Sie sich Sorgen machen, suchen Sie zuerst das Gespräch und erklären Sie, warum Sie gemeinsam auf das Gerät schauen möchten.

Recht auf Freizeit und Spiel

Digitale Medien bieten Kindern vielfältige Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken, zu lernen und sich mit Gleichaltrigen zu vernetzen. Ermutigen Sie Ihr Kind, altersgerechte Plattformen wie die Foto-Community Knipsclub sowie altersgerechte Spiele und andere kreative Angebote, bei denen Kinder selbst Fotos, Videos oder Hörspiele gestalten können. Achten Sie dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zu anderen Aktivitäten. Die Förderung von kreativem Spiel in der digitalen Welt ermöglicht es Ihrem Kind, seine Vorstellungskraft zu entfalten.

Recht auf Bildung und Medienkompetenz

Jedes Kind hat Anspruch auf gleichberechtigten Zugang zu Bildung. Bezogen auf die digitalisierte Lebenswelt ist eine Begleitung durch Familie, Kita und Schule wichtig, damit Kinder sicher und verantwortungsbewusst mit den Chancen und Risiken in der Medienwelt umgehen lernen. Das Recht auf Medienzugang ist heute auch immer ein Recht auf Zugang zu digitalen Bildungsangeboten, zum Beispiel zu spielerischen Lernseiten.

Recht auf Schutz und Sicherheit

Die Kinderrechte stellen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Kinder müssen in allen Lebensbereichen, also auch im digitalen Raum, vor jeder Form von Gewalt, Missbrauch und schlechter Behandlung (wie Cybermobbing, Cybergrooming, Hate Speech) geschützt werden. Spezielle Jugendschutzprogramme können dabei helfen, Risiken zu minimieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte im Netz, und zeigen Sie ihm, wie es blockieren, melden und Hilfe holen kann.

Recht auf Vereinigung und Versammlung

Kinder haben das Recht, sich online mit Gleichaltrigen zu vernetzen, gemeinsame Interessen zu teilen und digitale Gemeinschaften zu bilden. Eltern sollten ihre Kinder dazu ermutigen, Online-Plattformen wie die Hilfeseite helpando oder Beteiligungsplattformen zu nutzen, die altersgerecht und sicherheitsbewusst gestaltet sind und positive Interaktionen fördern. So können Kinder digitale Freundschaften pflegen, soziale Kompetenzen entwickeln und lernen, Chancen und Risiken digitaler Gemeinschaften einzuschätzen.

Das sollten Eltern beachten

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Rechte. Die Familie spielt für die Kinderrechte im digitalen Raum eine wichtige Rolle. Sie als Eltern haben die Aufgabe, Ihrem Kind ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, ihm grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Medien sowie Werte zu vermitteln. Informieren Sie sich daher über die Mediennutzung Ihres Kindes, bleiben Sie im Gespräch und treffen Sie (gemeinsame) Entscheidungen, die dem Alter Ihres Kindes und seiner Entwicklung entsprechen. Ein kooperatives Miteinander sowie ein respekt- und vertrauensvolles Verhältnis sind Grundvoraussetzung, dass sich Ihr Kind im Falle von Problemen an Sie als Ansprechperson wendet. Kinder müssen ihre Rechte kennen, um sie im Alltag einfordern und sich für sie stark machen zu können. Ihre Bedeutung als Eltern für die Entwicklung und das Wohl Ihres Kindes wird übrigens auch in der UN-Kinderrechtskonvention ausdrücklich betont.

Weitere Informationen rund um die Kinderrechte gibt es unter anderem kindgerecht aufbereitet auf Kindersache und beim Deutschen Kinderhilfswerk.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Kind danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

Eltern-Check-In: Sollte ich die Chats oder Profile auf dem Smartphone meines Kindes kontrollieren? 

Vielleicht kennen Sie die Sorge: Mit wem schreibt mein Kind? Welche Bilder veröffentlicht es? Wird es online beleidigt, bedrängt oder ausgeschlossen? Der Wunsch, nachzusehen, ist verständlich. Trotzdem gilt: Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre – auch auf dem Smartphone.

Privatsphäre ist ein Kinderrecht

Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention schützt Kinder vor willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in ihr Privatleben und ihren Schriftverkehr. Dazu gehören heute auch Handys, Profile und Chats. Heimlich Messenger-Unterhaltungen zu lesen, private Fotos anzusehen oder sich ohne Wissen des Kindes in seine Social-Media-Konten einzuloggen, sollte deshalb auf keinen Fall zum normalen Erziehungsalltag gehören.

Mediennutzung begleiten

Wie viel Begleitung sinnvoll ist, hängt vom Alter und Entwicklungsstand sowie von der Medienerfahrung und der Selbstständigkeit Ihres Kindes ab. Prüfen Sie beim ersten Smartphone die Einstellungen und Kontakte zusammen mit Ihrem Kind. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Medienregeln und legen Sie Konsequenzen fest, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Nutzen Sie außerdem – in Absprache mit Ihrem Kind – technische Kinderschutzlösungen. Mit zunehmendem Alter sollten Sie Ihrem Kind mehr Verantwortung übertragen und die Einstellungen und Regeln anpassen. Zeigen Sie sich interessiert und lassen Sie sich die Lieblings-Apps von Ihrem Kind erklären. Fragen Sie, was ihm dort gefällt, was es nervt und ob es schon unangenehme Situationen erlebt hat.

Profile gemeinsam ansehen

Schauen Sie Profile und Sicherheitseinstellungen nur gemeinsam an. Ist das Konto ihres Kindes privat? Wer darf Nachrichten schicken, Beiträge kommentieren oder den Standort sehen? Was tun, wenn es Stress im Klassenchat gibt? Weiß Ihr Kind, wie es Kontakte blockiert und meldet? Solche Gespräche schützen besser als eine regelmäßige Kontrolle ohne konkreten Anlass. Legen Sie vorher fest, was Sie ansehen dürfen, in welchen Situationen und warum. Eine heimliche Handykontrolle kann dazu führen, dass Ihr Kind Probleme verschweigt.

Was ist bei den Apps möglich?

Bei WhatsApp und Signal gibt es aktuell (noch) keine Elternkontrolle, alle Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Prüfen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen und üben Sie mit Ihrem Kind, wie es unbekannte Kontakte blockieren oder melden kann. Bei Snapchat zeigt das „Family Center“ Freund*innen und kürzlich genutzte Kontakte, aber nicht den Inhalt privater Gespräche. Instagram bietet Teen-Konten und eine Elternaufsicht mit Schutz- und Zeiteinstellungen. Bei TikTok können Eltern im „Begleiteten Modus“ Bildschirmzeit, Sichtbarkeit, Nachrichten und Kontakte einschränken. Auch viele Gaming-Apps und Spieleplattformen bieten Elternfunktionen, mit denen sich Spielzeit, Käufe, Chats, Freundschaftsanfragen und Kontakte einschränken lassen. Wichtig ist: Solche Einstellungen können Gespräche unterstützen, ersetzen sie aber nicht.

Wann darf ich eingreifen?

Das Recht auf Privatsphäre bedeutet nicht, dass Sie bei einer ernsten Gefahr wegsehen müssen. Beobachten Sie Ihr Kind und bleiben Sie mit ihm im offenen Austausch. Gesprächseinstiege über Mediennutzung finden Sie zum Beispiel bei klicksafe und der Amadeu Antonio Stiftung. Gibt es konkrete Hinweise auf Cybergrooming, Erpressung, Mobbing oder andere Risiken, kann ein begrenzter Blick auf das Smartphone notwendig sein. Erklären Sie Ihrem Kind möglichst vorher, was Sie überprüfen und weshalb. Sichern Sie Beweise, blockieren und melden Sie Accounts und holen Sie bei Bedarf Hilfe bei einer Beratungsstelle oder der Polizei.

Vertrauen ist der beste Schutz

Fragen Sie regelmäßig nach, wie es Ihrem Kind bei der Mediennutzung geht und ob es etwas gibt, das Ihr Kind verunsichert. Wenn Ihr Kind weiß, dass es nicht sofort Ärger oder ein Handyverbot bekommt, wird es sich bei Schwierigkeiten eher an Sie wenden. Dieses Vertrauensverhältnis schützt langfristig besser als heimliches Kontrollieren.

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Warum Influencer*innen so nahbar wirken

Stellen Sie sich vor: Ihr Kind sitzt auf dem Sofa und scrollt durch TikTok. Plötzlich hält es an, schaut ein Video länger und grinst. Sie fragen nach, was da gerade so witzig ist. „Die ist einfach sympathisch“, sagt ihr Kind und zeigt Ihnen das Video. Eine junge Frau schminkt sich darin und erzählt ganz nebenbei von einem peinlichen Erlebnis in der Schule. Nichts wirkt geschniegelt oder perfekt. Gerade das macht den Clip so glaubwürdig. Was hier aussieht wie ein spontaner Moment, ist jedoch häufig sorgfältig geplant.

Worum geht’s?

Perfekt inszenierte Social-Media-Feeds, die ein scheinbar perfektes Leben zeigen, gibt es noch immer. Viele Nutzer*innen wünschen sich heute jedoch weniger Hochglanz und mehr Alltag. Deshalb sind auf TikTok, Instagram und YouTube inzwischen vor allem Videos erfolgreich, die möglichst ungeplant und ehrlich aussehen. Ein aktuelles Beispiel ist der sogenannte BTW-Trend (by the way). Auch Formate wie „Get Ready With Me“ (GRWM), „Day in my Life“ oder Vlogs arbeiten mit diesem Prinzip. Influencer*innen erzählen von ihrem Alltag, sprechen über Selbstzweifel oder einen schlechten Tag und erscheinen dadurch besonders nahbar. Viele dieser Formate wirken, als würden sie ganz nebenbei aus dem Alltag erzählen. Dadurch entsteht der Eindruck, man begleite jemanden einfach durch den Alltag. Hinter den Kulissen wird aber genau überlegt, welche Szenen gezeigt werden und welche nicht. Was spontan wirkt, ist selten Zufall. Selbst kleine Pannen oder beiläufige Gespräche werden manchmal absichtlich im Video gelassen.

Dass solche Formate selbst parodiert werden, zeigt, wie schnell sich Trends auf Social Media weiterentwickeln. Manche Influencer*innen greifen den Stil bewusst übertrieben auf und machen sich so über den Trend lustig. Dabei schminken sie sich zum Beispiel und erzählen plötzlich von Themen, die man in einem solchen Video nicht erwarten würde. Was als Gegenbewegung zu perfekt inszenierten Inhalten begann, kann wieder Teil einer neuen Inszenierung werden. Das heißt jedoch nicht, dass diese Geschichten erfunden sind. Viele Influencer*innen erzählen tatsächlich aus ihrem Leben. Sie entscheiden aber selbst, was sie zeigen und was privat bleibt. So entsteht ein Bild, das glaubwürdig wirkt, obwohl es immer nur einen ausgewählten Ausschnitt zeigt.

Für viele Influencer*innen gehört es inzwischen zum Erfolgsrezept, möglichst authentisch zu wirken. Dadurch entsteht oft eine enge Bindung zur Community. Davon profitieren später auch Kooperationen und Produktempfehlungen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche möchten dazugehören und suchen Orientierung. Deshalb sind sie häufig empfänglich für Influencer*innen, die offen über ihren Alltag, Unsicherheiten oder Fehler sprechen. Viele erkennen sich darin wieder. Mit der Zeit haben Kinder und Jugendliche das Gefühl, diese Person wirklich zu kennen. Fachleute sprechen dann von einer parasozialen Beziehung. Dadurch wirken Empfehlungen eher wie ein Tipp von einer vertrauten Person und nicht wie Werbung.

Wenn Influencer*innen offen über Fehler sprechen oder zugeben, dass etwas schiefgelaufen ist, wirkt das auf viele Kinder und Jugendliche entlastend. Trotzdem bleibt auch diese Offenheit Teil einer bewussten Inszenierung.

Was kann problematisch sein?

Je persönlicher Inhalte wirken, desto leichter entsteht der Eindruck, das Leben einer Person wirklich zu kennen. Tatsächlich sehen Kinder und Jugendliche aber nur einen ausgewählten Ausschnitt.

Hinzu kommt, dass Werbung heute kaum noch von persönlichen Geschichten zu unterscheiden ist. Eine Produktempfehlung wirkt schnell wie ein ehrlicher Rat. Gerade deshalb beeinflusst sie Kaufentscheidungen häufig stärker als klassische Werbung.

Auch der Vergleich mit anderen spielt eine Rolle. Selbst Videos, die besonders natürlich aussehen, sind oft sorgfältig gestaltet. Licht, Kamera und Schnitt sorgen dafür, dass alles stimmig wirkt. So kann leicht der Eindruck entstehen, sogar Unperfektheit müsse noch gut aussehen.

Die Algorithmen der Plattformen verstärken diesen Effekt. Wer viele solcher Videos anschaut, bekommt von den Plattformen immer mehr ähnliche Inhalte angezeigt. So entsteht schnell das Gefühl, alle würden ihr Leben auf diese Weise zeigen.

Was sollten Eltern beachten?

Sie müssen nicht jeden Trend kennen, um Ihr Kind begleiten zu können. Wichtiger ist, Interesse zu zeigen. Lassen Sie sich erklären, welche Influencer*innen Ihr Kind gerne anschaut und was es an ihnen mag. Schauen Sie sich einzelne Videos gemeinsam an. Dabei merkt man selbst, wie ehrlich und spontan ein Video wirkt, obwohl dahinter viele Entscheidungen stecken. Fragen wie „Warum wirkt das so echt?“ oder „Was sehen wir hier eigentlich nicht?“ helfen, Inhalte bewusster einzuordnen.

Auch Werbung eignet sich gut als Gesprächsthema. Überlegen Sie gemeinsam, woran sich erkennen lässt, ob jemand mit einem Beitrag Geld verdient oder ein Produkt empfehlen möchte. Fragen Sie Ihr Kind auch, warum ein Video veröffentlicht wurde und was damit erreicht werden soll. Wer solche Strategien erkennt, kann Inhalte leichter kritisch einordnen.

Wenn Ihr Kind häufig von einer Person aus den sozialen Medien erzählt, ist das zunächst nichts Ungewöhnliches. Nutzen Sie diese Begeisterung als Gesprächsanlass. Sprechen Sie darüber, warum sich manche Influencer*innen fast wie Freund*innen anfühlen, obwohl die Beziehung nur in eine Richtung besteht.

Social Media muss kein Problem sein. Wer versteht, wie Nähe und Vertrauen entstehen, kann Inhalte besser einordnen und erkennt leichter, dass hinter scheinbar spontanen Momenten oft bewusste Entscheidungen stehen.

Sexting

Viele Jugendliche möchten in der Pubertät ihre Sexualität entdecken und herausfinden, wie sie auf andere wirken. Das passiert heute auch über Messenger oder Direktnachrichten in sozialen Netzwerken. Für Eltern ist es nicht immer leicht, dieses Thema einzuordnen. Wir erklären, was Sexting bedeutet, welche Risiken es gibt und wie Sie Ihr Kind begleiten können.

Worum geht’s?  

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https://www.youtube.com/watch?v=yNi-mnvg6ZY

Sexting bezeichnet das freiwillige Versenden oder Austauschen von erotischen oder intimen Nachrichten, freizügigen Bildern oder Videos über digitale Medien. Solche Nachrichten entstehen oft beim Flirten oder in einer Beziehung. Sexting ist kein Phänomen, das nur Jugendliche betrifft. Tatsächlich nutzen Erwachsene diese Form der Kommunikation deutlich häufiger.

Was kann problematisch sein?

Sexting ist nicht grundsätzlich etwas Negatives. Es kann Ausdruck von Vertrauen sein oder zum Kennenlernen dazugehören. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten freiwillig handeln. Niemand sollte sich zu intimen Bildern oder Videos drängen lassen. Wer ein intimes Bild verschickt, weiß nie, was später damit passiert. Es kann ohne Einverständnis der abgebildeten Person weitergegeben oder veröffentlicht werden. Damit wird ihre Privatsphäre verletzt. Auch rechtliche Folgen sind möglich. Ist ein Bild erst einmal im Umlauf, lässt es sich meist nicht mehr vollständig löschen.

Neben den persönlichen Risiken gibt es auch rechtliche Grenzen. Kinder unter 14 Jahren sollten keine sexualisierten Nacktaufnahmen von sich anfertigen oder verschicken. Solche Aufnahmen gelten rechtlich als Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und unterliegen besonderen strafrechtlichen Regelungen. Ihr Erhalt, Besitz oder ihre Weitergabe kann für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene strafbar sein. Das bedeutet zum Beispiel: Ein 14-jähriger Jugendlicher darf keine entsprechenden Bilder einer 13-jährigen Person erhalten, speichern oder weiterleiten. Ältere Jugendliche sollten solche Bilder deshalb niemals anfordern, erhalten oder weiterleiten.

Manche Täter*innen erschleichen intime Bilder und nutzen sie später zur Erpressung. Dieses Vorgehen wird Sextortion genannt. Sie drohen damit, die Aufnahmen zu veröffentlichen oder weiterzuschicken. Auch scheinbar harmlose Fotos können heute mithilfe von Künstlicher Intelligenz manipuliert werden. Deshalb lohnt es sich, vor dem Verschicken gut zu überlegen, welche Bilder man von sich teilt.

Nicht das Sexting selbst ist das Problem, sondern der Missbrauch der Bilder. Werden intime Aufnahmen ohne Einverständnis weitergegeben oder veröffentlicht, tragen die Betroffenen keine Schuld. Für Betroffene kann das sehr belastend sein und Scham oder Angst vor den Reaktionen anderer auslösen.

Wie können Eltern damit umgehen?

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Kind über Sexting, Grenzen und darüber, dass beide Seiten einverstanden sein müssen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass niemand das Recht hat, intime Aufnahmen einzufordern oder Druck auszuüben, zum Beispiel mit Sätzen wie: „Wenn du mich wirklich magst, schick mir ein Bild“ oder „Sonst mache ich Schluss“. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es den Kontakt jederzeit beenden darf. Ihr Kind kann sich immer an Sie, eine andere vertraute Person oder eine Beratungsstelle wenden und muss mit solchen Situationen nicht allein umgehen. Erklären Sie ihm auch, dass es selbst über den eigenen Körper entscheidet. Es muss keine intimen Bilder verschicken und darf Nein sagen, wenn es sich mit etwas nicht wohlfühlt.

Besprechen Sie auch, warum intime Bilder anderer Menschen nicht weitergeleitet werden dürfen. Das verletzt die Privatsphäre der betroffenen Person und kann rechtliche Folgen haben.

Wenn Ihr Kind mit der Veröffentlichung intimer Bilder erpresst oder sexuell belästigt wird, bleiben Sie ruhig und hören Sie zu. Machen Sie keine Vorwürfe. Sichern Sie Textnachrichten, in denen gedroht oder Druck ausgeübt wird. Erstellen Sie jedoch keine Screenshots oder Kopien der intimen Bilder. Besonders bei sexualisierten Aufnahmen Minderjähriger kann das erneute Speichern oder Kopieren rechtliche Folgen für Sie haben. Melden Sie die Inhalte auf der jeweiligen Plattform und erstatten Sie gegebenenfalls Anzeige. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass die Verantwortung immer bei den Menschen liegt, die Vertrauen missbrauchen oder Bilder weiterverbreiten.

Auf www.safer-sexting.de finden Sie weitere Informationen zur Rechtslage und Unterstützung für Betroffene. Auch JUUUPORT informiert über Sexting und den Missbrauch intimer Aufnahmen und berät Jugendliche vertraulich.

Eltern-Check-In: Wie lange darf mein Kind spielen?

„Nur noch eine Runde!“ – viele Eltern kennen diesen Satz. Ob Minecraft, Mario Kart oder Fortnite: Computerspiele gehören für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag. Für Eltern bleibt dabei oft die Frage, wie sie ein gutes Maß finden.

Eine feste Spielzeit, die für alle Kinder passt, gibt es nicht. Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Viel aussagekräftiger als die Uhr ist deshalb die Frage, welche Rolle Computerspiele im Alltag Ihres Kindes spielen.

Den Alltag im Blick behalten

Statt Minuten zu zählen, hilft ein Blick auf den Alltag. Kommt Ihr Kind in der Schule zurecht? Bleibt Zeit für Freund*innen, Bewegung und andere Hobbys? Schläft es ausreichend? Und klappt es meistens, das Spiel ohne großen Streit zu beenden? Wenn das alles gut zusammenpasst, sind Computerspiele meist ein ganz normaler Teil des Familienalltags. Dabei muss nicht jeder Tag gleich aussehen. An einem verregneten Ferientag wird Ihr Kind wahrscheinlich länger spielen als an einem Schultag. Schauen Sie deshalb lieber auf den Alltag insgesamt als auf einzelne Ausnahmen.

Warum fällt das Aufhören so schwer?

Games sind meist so gestaltet, dass sie zum Weiterspielen motivieren. Neue Aufgaben, Belohnungen oder gemeinsame Spielrunden sorgen dafür, dass Kinder schnell die Zeit vergessen. Wenn Ihr Kind ungern aufhört, liegt das deshalb oft nicht an mangelnder Disziplin, sondern am Aufbau des Spiels. Manche Games lassen sich außerdem nicht einfach unterbrechen. Wer gerade mit anderen online spielt, möchte das Team nicht im Stich lassen. Absprachen helfen deshalb meist besser als ein spontanes „Jetzt ist Schluss“. Weiß Ihr Kind vorher, dass nach dieser Runde oder diesem Level Schluss ist, gelingt das Aufhören oft leichter.

Regeln gemeinsam vereinbaren

Vereinbarungen funktionieren meist besser, wenn Kinder sie mitgestalten dürfen. Sprechen Sie darüber, wann gespielt werden kann und welche Zeiten in Ihrer Familie bewusst bildschirmfrei bleiben, beispielsweise beim Essen oder vor dem Schlafengehen. Mit zunehmendem Alter können Kinder mehr Verantwortung übernehmen. Passen Sie Ihre Absprachen deshalb regelmäßig an. Zeitlimits oder Pausenerinnerungen auf Konsole, Tablet oder Smartphone können dabei unterstützen. Gemeinsame Gespräche ersetzen sie jedoch nicht. Computerspiele sollten ihren Platz neben Schule, Schlaf, Bewegung, Freundschaften und Familienzeit haben, nicht an deren Stelle treten.

Wann sollten Eltern genauer hinschauen?

Manchmal nehmen Games zu viel Raum ein. Hellhörig werden sollten Sie, wenn Ihr Kind kaum noch Interesse an anderen Aktivitäten zeigt, Vereinbarungen immer wieder umgeht oder es regelmäßig Streit ums Spielen gibt. Auch wenn Schlaf, Schule oder die Stimmung leiden, lohnt sich ein genauer Blick.

Lassen Sie sich die Lieblingsspiele Ihres Kindes zeigen und erzählen, was daran Spaß macht und mit wem gespielt wird. Beobachten Sie Veränderungen über einen längeren Zeitraum und sprechen Sie gemeinsam darüber. Wer Interesse an der Spielewelt seines Kindes zeigt, kommt oft leichter auch über schwierige Situationen ins Gespräch. Die perfekte Spielzeit gibt es nicht. Ziel ist, dass Ihr Kind nach und nach lernt, verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen.

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Eltern-Check-In: Wie schütze ich jüngere Geschwister vor ungeeigneten Medien?

„Aber sie darf das doch auch!“ Viele Eltern kennen die Situation: Das ältere Kind schaut eine Serie, spielt ein neues Game oder nutzt Social Media – und das jüngere möchte mitmachen. Für Eltern ist das nicht immer leicht, denn sie möchten ihr Kind schützen und gleichzeitig seinen Frust ernst nehmen.

Warum fühlt sich das oft ungerecht an?

Ältere Geschwister sind wichtige Vorbilder. Gerade die Jüngeren wollen oft genau das erleben, was die Älteren tun. Altersfreigaben oder Entwicklungsunterschiede können sie aber noch nicht gut einordnen. Es wirkt schnell unfair, wenn das ältere Geschwisterkind etwas darf, das ihnen selbst noch nicht erlaubt ist. Dieses Gefühl ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass Sie als Eltern etwas falsch machen. Sie nehmen den Schutz Ihres Kindes ernst. Kinder vergleichen sich miteinander und lernen nach und nach, dass unterschiedliche Regeln sinnvoll sein können.

Warum passieren „Mitguck-Momente“ so häufig?

Viele Kinder geraten nicht aus eigener Suche an ungeeignete Angebote. Häufig passiert das auf dem Sofa, im Auto oder im Wartezimmer. Auch ältere Geschwister oder Freund*innen zeigen manchmal Videos, die noch nicht geeignet sind. Selbst die besten Jugendschutzeinstellungen helfen wenig, wenn einfach mitgeschaut oder -gehört wird. Deshalb lohnt es sich, nicht nur Geräte im Blick zu haben, sondern auch typische Alltagssituationen, in denen Medien gemeinsam genutzt werden.

Wie erkläre ich unterschiedliche Regeln?

Regeln werden leichter akzeptiert, wenn Kinder die Gründe dahinter verstehen. Erklären Sie in einfachen Worten, warum bestimmte Filme, Spiele oder Apps noch nicht passen. Sätze wie „Als deine Schwester so alt war wie du, durfte sie das auch noch nicht“ oder „Du wirst älter und bekommst nach und nach mehr Freiheiten“ helfen oft mehr als ein schlichtes „Nein“. Kinder verstehen Regeln oft besser, wenn klar wird, dass sie ihrem Alter und ihren Erfahrungen entsprechen. Sie sollen Medien kennenlernen, aber in einer Form, die sie gut verarbeiten können.

Wie können ältere Geschwister helfen?

Ältere Geschwister können wichtige Verbündete sein. Sie sollen nicht die Rolle einer Aufsichtsperson übernehmen, können aber lernen, Rücksicht zu nehmen. Sprechen Sie mit ihnen darüber, warum manches für Jüngere noch nicht geeignet ist. Oft reichen kleine Absprachen, etwa Kopfhörer zu nutzen oder bestimmte Inhalte nur dann zu schauen, wenn die Kleineren nicht im Raum sind. Die Verantwortung für den Schutz bleibt dennoch bei den Erwachsenen.

Was tun, wenn das jüngere Kind trotzdem etwas gesehen hat?

Ganz verhindern lässt sich das nicht. Bleiben Sie dann möglichst ruhig und fragen Sie nach, was Ihr Kind gesehen hat und wie es das erlebt. Ein einzelner solcher Moment ist meist kein Grund zur Sorge. Wenn Ihr Kind jedoch immer wieder von einer Szene erzählt, viele Fragen stellt, schlechter schläft oder verunsichert wirkt, können weitere Gespräche helfen, das Erlebte einzuordnen. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es mit allem, was es beschäftigt, jederzeit zu Ihnen kommen kann.

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Eltern-Check-In: Mein Kind möchte ein Smartphone – welches Gerät eignet sich?

Muss es direkt ein Smartphone sein?

Nicht jedes Kind braucht sofort ein Smartphone mit Internet und Apps. Für jüngere Kinder kann ein Tastenhandy ein guter erster Schritt sein: Kinder können telefonieren und Nachrichten schreiben, ohne ständig online zu sein. Viele Familien erleben das als entspannten Einstieg, weil Kinder dabei lernen, Verantwortung für ein eigenes Gerät zu übernehmen, zum Beispiel Akku laden, erreichbar sein, auf das Gerät achten und Regeln einhalten.

Manche Familien nutzen als Testphase ein gemeinsames Familiengerät oder ein älteres Smartphone der Eltern, das nur zu bestimmten Zeiten genutzt wird. Viele Kinder kennen digitale Medien schon über Tablets oder Familiengeräte. Das erste eigene Smartphone ist deshalb meist nicht der erste Medienkontakt, sondern der nächste Schritt zu mehr Selbstständigkeit.

Mehr dazu, wie Sie die Reife Ihres Kindes einschätzen können, finden Sie in unserem Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.

Welches Gerät eignet sich als Einstieg?

Wenn es ein Smartphone sein soll, muss es nicht das neueste oder teuerste Modell sein. Für den Einstieg eignet sich ein solides, auch gebrauchtes oder generalüberholtes Smartphone, das noch regelmäßig aktualisiert wird. Für viele Kinder ist das Smartphone ein Statussymbol, Eltern müssen den Wunsch nach einem bestimmten Markenmodell aber nicht erfüllen.

Hilfreich sind außerdem:

  • stabile Schutzhülle und Displayschutzfolie
  • gute Akkulaufzeit
  • ausreichend Speicherplatz
  • einfache Bedienung
  • Familienfunktionen und Einstellungen zur Bildschirmzeit

Oft ist ein Gerät praktisch, das das gleiche Betriebssystem nutzt wie das Smartphone der Eltern. So fällt es leichter, Sicherheitseinstellungen, Bildschirmzeiten oder Familienfunktionen gemeinsam einzurichten und bei Problemen schnell zu helfen. Manche Familien vereinbaren außerdem, dass sich ältere Kinder an Anschaffung oder Reparaturen beteiligen. Dadurch gehen viele Kinder bewusster mit dem Gerät um.

Vertrag, Prepaid und Kostenfallen

Für das erste Smartphone kann eine Prepaid-Karte sinnvoll sein. So entstehen keine zusätzlichen Kosten und Kinder lernen, mit einem festen Guthaben umzugehen. Ist das Guthaben leer, kann Ihr Kind Sie allerdings unter Umständen nicht erreichen.

Bei einem Vertrag fallen meist monatlich feste Kosten an, oft mit Telefonie-Flatrate und viel mobilem Internet. Durch In-App-Käufe oder zusätzliches Datenvolumen können aber Zusatzkosten entstehen. Gerade jüngere Kinder verlieren dabei schnell den Überblick. Verträge eignen sich daher eher für Jugendliche mit etwas Smartphone-Erfahrung. Einstellungen wie Kostenlimits, Drittanbietersperren oder ein begrenztes Datenvolumen helfen, unerwartete Rechnungen zu vermeiden.

Sicherheit: Gerät gemeinsam startklar machen

Wichtig ist nicht nur das Gerät, sondern auch die sichere Einrichtung. Sinnvolle Grundeinstellungen sind zum Beispiel:

  • SIM-Karte mit PIN schützen
  • Bildschirmsperre einrichten
  • In-App-Käufe nur mit Passwort erlauben
  • Apps nur aus offiziellen Stores installieren
  • Jugendschutz– und Familienfunktionen aktivieren

Für das erste Smartphone können zusätzlich gesperrte Kontakte oder Kinderversionen von Apps sinnvoll sein. Regelmäßige Updates halten das Smartphone sicherer.

Technische Schutzfunktionen unterstützen, ersetzen aber keine Begleitung. Bleiben Sie mit Ihrem Kind daher über Apps, Chats und Inhalte im Gespräch. Sprechen Sie auch darüber, was Ihr Kind tun kann, wenn ihm online etwas komisch oder unangenehm vorkommt. Ein gemeinsam vereinbarter Mediennutzungsvertrag kann helfen, Regeln zu Nutzungszeiten, handyfreien Zeiten und Verhalten in Chats für alle Familienmitglieder transparent zu machen.

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Meta – der Konzern hinter WhatsApp, Instagram und Facebook

Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.

Was ist Meta?

Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.

Zum Unternehmen gehören unter anderem:

Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.

Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.

Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.

Was kann problematisch sein?

Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:

Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.

Was meint der Anbieter?

Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.

Was sollten Eltern beachten?

Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.

Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.

Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.

Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.

KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.

Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.

Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.

Kinder von Medien fernhalten – Macht das überhaupt Sinn?

Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.

Worum geht’s?

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.

Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.

Ganz ohne Medien aufzuwachsen ist heute schwierig

Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.

Abschirmen allein hilft nicht

Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.

Wie ein guter Einstieg aussehen kann

Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.

So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.

Orientierung für Eltern

Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.

Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:

  • Medienangebote bewusst auswählen
  • erste Erfahrungen gemeinsam machen
  • über Medieninhalte sprechen
  • und im Alltag auch genügend Zeit ohne Bildschirm einplanen

So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.

Das erste Smartphone

Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich, wann ihr Kind alt genug ist für ein eigenes Smartphone. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, denn entscheidend ist vor allem der Entwicklungsstand des Kindes.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte jedoch nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone eines Familienmitglieds nutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können), z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Gruppenchats

Ergänzend dazu bietet unsere Checkliste „Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?“ eine ausführlichere Orientierung. Sie geht Schritt für Schritt durch wichtige Kompetenzen.

Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später wird ein eigenes Smartphone für viele Kinder Teil des Alltags.

Surfen, posten und chatten – Herausforderungen bei der Smartphone-Nutzung

Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:

Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.

Ein Gerät auswählen und einrichten

Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt Ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.

Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.

Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte oder (Online-)Beratungsstellen.

Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.

Weitere kompakte Hinweise finden Sie im Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.

Checkliste: Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?

Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.

Die Checkliste zum Abhaken:

Mein Kind …

… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt

… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen

  • richtet eine PIN oder ein Passwort ein
  • nutzt eine Bildschirmsperre
  • schaltet WLAN, Bluetooth oder GPS gezielt ein und aus
  • versteht, wann diese Funktionen sinnvoll sind (z. B. GPS zur Navigation)
  • kann Datenroaming bei Bedarf ein- oder ausschalten

… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung

… wählt Apps und Inhalte bewusst aus

  • schaut vor der Installation, ob eine App zum Alter passt
  • installiert Apps nicht ungeprüft (liest z.B. App-Beschreibungen und Bewertungen)

… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um

… verhält sich respektvoll im Netz

… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen

… hält Regeln ein

… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen

Wie Sie die Checkliste nutzen können

Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.

Was Eltern beachten sollten

Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:

Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.

Instagram sicher nutzen

Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.

Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig? 

Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.

Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto

Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:

  • Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
  • Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
  • Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
  • Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.

Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.

Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram

Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:

  • Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
  • Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
  • Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
  • Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:

  • Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
  • Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
  • Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
  • Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
  • Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
  • Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.

Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.

Sicher im Netz: So begleiten Sie Ihr Kind

Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.

Mediennutzung verstehen und begleiten

Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?

Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.

Daten schützen und Privatsphäre einstellen

Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.

Risiken erkennen und handeln

Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.

Mit ungeeigneten Inhalten umgehen

Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.

Kommunikation im Netz sicher und respektvoll gestalten

Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.

Mit KI im digitalen Alltag bewusst umgehen

KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.

Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.

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