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Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
  • Kostenfallen durch In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

Was kann das?

Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

Was meint der Anbieter?

Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

Künstliche Intelligenz

Fliegende Autos, Roboter und ähnliche Dinge stellen sich viele Menschen vor, wenn es um künstliche Intelligenz geht. Zukunftsmusik also? Nicht ganz. Wo uns künstliche Intelligenz im Alltag bereits begegnet und was das mit der Medienerziehung Ihres Kindes zu tun hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Künstliche Intelligenz – was ist das überhaupt?

Künstliche Intelligenz, oder kurz KI, ist ein sehr breiter Begriff. Damit sind meist Maschinen oder Computersysteme gemeint, die die menschliche Intelligenz nachahmen können. Dafür werden sie so lange mit Informationen gefüttert, bis sie diese selbstständig anwenden können, um Aufgaben zu lösen. Dazu gehört auch, dass sie aus Fehlern lernen und sich so ständig verbessern können. Wenn ein Computer z. B. mit sehr vielen Fotos von menschlichen Gesichtern gefüttert wird, kann er irgendwann sicher erkennen, ob auf einem Foto ein menschliches Gesicht abgebildet ist oder nicht. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte „schwache KI“, da sie nur in Bezug auf ein bestimmtes Thema intelligent ist. Geforscht wird auch an einer „starken KI“, die die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen haben könnte, also z. B. logisch denken oder vorausplanen. Die starke KI gibt es aber noch nicht. Und falls es sie eines Tages geben sollte – Gefühle wird sie wahrscheinlich nicht haben und sich damit grundlegend von uns Menschen unterscheiden.

KI im Familienalltag

Mit der Gesichtserkennung ist künstliche Intelligenz bereits Teil unseres Alltags geworden: Vielleicht nutzt auch in Ihrer Familie jemand die „Face ID“, um das Smartphone zu entsperren. Hier erkennt das Smartphone, ob es sich um das Gesicht einer ganz bestimmten Person handelt. Auch in Sprachassistenten und Streamingdiensten kommt KI zum Einsatz. Alexa, Siri und Co. “merken”, wenn sie mit ihrem Namen angesprochen werden („Hey, Alexa“). Bei Netflix werden Filme empfohlen, die zu den zuletzt geschauten Inhalten passen. Dabei spielen auch Algorithmen eine Rolle. Mit sogenannten Smart Toys, also „schlauen Spielzeugen“, können Kinder beim Spielen interagieren – auch das funktioniert dank KI. Ein smartes Kuscheltier kann z. B. im Internet nach Antworten auf die Fragen Ihres Kindes suchen und diese dann laut vorlesen.   

Risiken von KI 

Künstliche Intelligenz kann unser Leben in vielen Situationen erleichtern. Doch es gibt auch Risiken, die mit dem Einsatz von KI verbunden sind. Beispielsweise können mit sogenannten Deep Fakes täuschend echte Bilder oder Videos erstellt werden, die die Verbreitung von Falschnachrichten unterstützen. Wird KI zuhause eingesetzt, etwa über einen Sprachassistenten oder Smart Toys, ist es außerdem wichtig, sich mit dem Datenschutzmaßnahmen des Herstellers zu beschäftigen und vorhandene Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Werden die Daten nicht auf dem Gerät selbst, sondern in einer Cloud gespeichert, besteht die Gefahr, dass Dritte darauf zugreifen und die Daten missbrauchen können. Es gibt außerdem viele rechtliche Fragen, für die es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Lösung gibt: Wer soll beispielsweise in Zukunft haften, wenn eine durch eine KI getroffene Entscheidung Schaden anrichtet? Das ist ein Grund, warum etwa der Einsatz von selbstfahrenden Autos bisher noch nicht ohne weiteres mögliich ist. 

KI spielerisch verstehen

Künstliche Intelligenz ist in unserem Alltag angekommen und wird in Zukunft wahrscheinlich immer wichtiger werden. Kinder und Jugendliche wachsen schon heute ganz selbstverständlich mit vielen Anwendungen auf, die auf KI beruhen. Umso wichtiger ist es, dass sie verstehen, was KI ist und wie sie funktioniert. Kleineren Kindern fällt es zunächst oft schwer, zwischen einem durch KI aktivierten Gegenstand und einem echten Lebewesen zu unterscheiden. Um Kindern und Jugendlichen künstliche Intelligenz näherzubringen, eignen sich altersgerechte Erklärvideos und Artikel. Außerdem gibt es Spiele, in denen man selbst eine KI trainieren und so ihre Funktionsweise spielerisch verstehen lernen kann. Hier haben wir ein paar Angebote für Sie zusammengestellt: 

Wish – Schnäppchenjagd oder Abzocke?

Die Online-Shopping-App Wish ist weltweit beliebt und wird auch von Jugendlichen genutzt. Jedoch ist Wish nicht nur für seine niedrigen Preise und das umfassende Angebot bekannt. Auch negative Erfahrungsberichte über die App häufen sich. Nutzende beschweren sich über ausbleibende Ware, schlechte Qualität oder Mängel am Produkt. Was steckt also hinter der Schnäppchen-App und wie vertrauenswürdig ist sie?

Kurz gefasst:

  • kostenlose Online-Shopping-App für Android und iOS
  • Produktangebot zu sehr niedrigen Preisen
  • Plattform für unabhängige Anbieter weltweit
  • Vorsicht vor Kostenfallen wie Versand- oder Zollgebühren

Was genau bietet die App Wish?

Wish selbst ist kein Anbieter von Waren, sondern lediglich Vermittler. Die App gleicht einem virtuellen und weltweiten Marktplatz. Verschiedene Anbieter und Händler können ihre Produkte anbieten und auch ins Ausland verkaufen. Vor allem Kleidung, technische Geräte und Schmuck werden viel und gerne angeboten. Das Besondere an Wish sind die niedrigen Preise. Viele Artikel kosten nicht mehr als ein paar Euro. Dabei ähneln die Produkte oft bekannten Markenartikeln und erwecken den Anschein, es handle sich um ein Sonderangebot. Die günstigen Preise werden damit gerechtfertigt, dass Käuferinnen und Käufer direkt die Hersteller kontaktieren und so Kosten sparen. Da die Waren meist aus Asien stammen, lassen sich die Tiefpreise allerdings eher auf die günstige Produktion und eine mangelnde Qualität der Produkte zurückführen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Durch die sehr präsenten Werbeanzeigen von Wish auf Social-Media-Kanälen wie Instagram und Facebook, landen junge Menschen schnell auf der Shopping-Plattform. Oft reicht das Taschengeld nicht aus, um sich das neuesten Trendteil z. B. die neuen Kopfhörer einer bestimmten Marke zum Originalpreis leisten zu können. Wish bietet vermeintlich Abhilfe und Jugendliche tappen schnell in die Schnäppchen-Falle. Häufig handelt es sich jedoch um Fälschungen und die Ware entspricht in ihrem Aussehen oder Qualität nicht den Erwartungen. Kinder können diese Masche nur schwer durchschauen und schließen voreilig Käufe ab. Es wird der Anschein erweckt, als wären die Preise nur für kurze Zeit reduziert. Interessierte werden so unter Druck gesetzt, schnell zuzugreifen. 

Wish ist bei Jugendlichen, durch die geringen Kosten, schon zu einer Art Glücksspiel geworden. Jugendliche zeigen hierbei auf YouTube, welche Produkte sie von Wish erworben haben und wie der Artikel auf der Webseite präsentiert wird.

Was kann problematisch sein an Wish?

Viele Käuferinnen und Käufer berichten, dass die Produkte von Wish von schlechter Qualität sind oder Mängel haben. Ware wird häufig unter schlechten Bedingungen produziert und darunter leiden auch Umwelt und die Beschäftigten in den Fabriken. 

Außerdem kommt es regelmäßig zu Lieferschwierigkeiten oder Ausbleiben der Ware, wie Berichte zeigen. Durch die unabhängigen Anbieter wird keine Sicherheit oder Garantie gewährleistet. Nicht immer kann direkt Kontakt zu den Anbietern aufgenommen werden und auch der Wish-Kundenservice lässt zu Wünschen übrig. Vorsicht ist auch bei den Zahlungsbedingungen von Wish geboten. Oft muss schon vor Erhalt der Ware bezahlt werden. Auf den Kosten bleibt man sitzen, wenn die Ware nicht ankommt, da die Versandkosten in der Regel nicht zurückerstattet werden.

Die hohen Versandkosten – weil Artikel erst von Asien um die halbe Welt verschickt werden müssen – machen Produkte bei Wish teurer, als es den Anschein macht und belasten zusätzlich die Umwelt. Zudem kommen oft noch Kosten aufgrund von Steuern oder Zoll hinzu. Vor allem Kinder und Jugendliche bestellen, ohne sich dieser zusätzlicher Kosten bewusst zu sein. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Datenschutz der App. Durch zweifelhafte Berechtigungen erhält Wish Zugriff auf Kontakte, Kamera und Fotos. Was mit den Daten geschieht, ist nicht klar. Ein Missbrauch zu Werbezwecken oder die Weitergabe von Daten an unbekannte Dritte ist nicht ausgeschlossen. 

Das sollten Eltern beachten

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ob es wirklich sinnvoll ist, Sachen bei Wish zu bestellen, oder ob es sich nicht manchmal lohnt, ein etwas teureres Produkt woanders zu erwerben.

Wenn Ihr Kind die App nutzen möchte, sprechen Sie mit ihm über Risiken und versteckte Kostenfallen bei Wish. Recherchieren Sie gemeinsam, woher ein Produkt stammt und ob mögliche Versand- und Zollkosten anfallen könnten. Vermeiden Sie ein Bezahlen im Voraus, um bei Verlust oder Beschädigung der Ware nicht dafür aufkommen zu müssen. In den Einstellungen der App können Sie einsehen, auf welche Daten zugegriffen werden kann und diese gegebenenfalls ändern.

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, wie es zu den niedrigen Preise der Produkte kommt und was das für Arbeitnehmende und die Umwelt bedeutet. Nicht alle Käufe bei Wish müssen schlecht ausgehen, auch seriöse Anbieter bieten ihre Ware auf der Plattform an. Die Risiken von Kostenfallen, Datenschutz oder enttäuschten Erwartungen sind bei der App allerdings sehr groß. Die eigenständige Nutzung von Kindern ist daher nicht zu empfehlen. Mehr zu Risiken für Kinder und Jugendliche beim Shoppen im Netz können Sie hier nachlesen.

Das neue Jugendschutzgesetz

So wie es eine Straßenverkehrsordnung gibt, die gesetzliche Regeln vorgibt, so dass sich alle Fußgänger, Autofahrerinnen, Radfahrer und andere so sicher wie möglich im Verkehr bewegen können, gibt es auch Gesetze für die Medienwelt. Kinder und Jugendliche sollen besonders geschützt werden. Dafür gibt es das sogenannte Jugendschutzgesetz.

Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Welt

Die reformierte Fassung des Jugendschutzgesetzes, kurz JuSchG, regelt u. a., wie Medien heute gestaltet sein müssen, damit Kinder und Jugendliche bei ihrer Nutzung keinen Gefahren ausgesetzt werden. Medienanbieter müssen sich daran halten, sonst drohen ihnen Strafen. Das ist aber gar nicht so einfach, weil es ein deutsches Gesetz ist und das Internet keine Ländergrenzen kennt. Wenn die Anbieter bestimmter Angebote ihren Sitz in Deutschland haben, müssen sie aber diesen Regeln folgen.

Die wichtigsten Regelungen

Anbieter werden zu Voreinstellungen verpflichtet, die Kinder und Jugendliche insbesondere vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexualisierter Ansprache („Cybergrooming“), Hassrede, Tracking und Kostenfallen schützen. 

Immer mehr Apps haben deshalb schon verbesserte Jugendschutzeinstellungen, z. B. TikTok und Instagram. Aber es ist schwierig, bestimmte Schutzmaßnahmen umzusetzen, weil es technisch kompliziert ist, das tatsächliche Alters des Nutzenden sicher abzufragen.

Die Neuregelung des Gesetzes sieht nun auch verlässliche einheitliche Alterskennzeichen für Spiele und Filme vor, die online genutzt werden. Außerdem wird die Einordnung nicht mehr nur an den Inhalten festgemacht, sondern auch bezogen auf mögliche Interaktionsrisiken wie z. B. Cybergrooming und Kostenfallen.

Bisher galten die bekannten Alterskennzeichnungen wie USK und FSK nur für Spiele und Filme, die auf sogenannten Trägermedien (wie CD-Roms oder Videokassetten) erhältlich waren. Online-Anbieter mussten bisher keine Altersangaben machen. 

Kinder und Jugendliche sollen sich einfach Hilfe suchen und beschweren können, wenn sie sich während der Mediennutzung bedroht oder bedrängt fühlen.

Die neue Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz soll dafür sorgen, dass diese Regelungen auch wirklich durchgesetzt werden. Einrichtungen wie die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. haben Online-Beschwerdestellen eingerichtet, an die sich junge Mediennutzende, aber auch Erwachsene, wenden können, um illegale oder jugendgefährdene Inhalte zu melden.

Orientierung für Eltern

Die Erneuerung des Jugendschutzgesetz war wichtig, um gesetzliche Regelungen an die Medienrealität von Kindern und Jugendlichen anzupassen. Das Gesetz kann für Sie als Eltern eine wichtige Orientierung sein und bietet in einem gewissen Rahmen Schutz – soweit die Anbieter den dort festgelegten Pflichten nachkommen. Leider kann nicht sichergestellt werden, dass das immer der Fall ist. Außerdem passt ein Rahmen nicht individuell zu jedem Kind. Deshalb sollten Sie Ihr Kind vor allem in den jüngeren Jahren sehr eng bei seiner Mediennutzung begleiten. Je älter es wird, desto mehr Freiraum braucht Ihr Kind. Bleiben Sie trotzdem im Gespräch über seinen Medienumgang. Nur so können Sie helfen, wenn es trotz Schutzmaßnahmen unangenehme Erfahrungen im Netz macht oder etwas nicht versteht.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was kann problematisch sein an TikTok?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

klicksafe – für sichere Infos im Netz

klicksafe ist Teil der EU-Initiative “Sicherheit im Netz”. Auf der Website klicksafe.de gibt es unabhängige Informationen und Materialien zu den verschiedensten Online-Themen. 

Kurz gefasst:

  • vielseitige und verständliche Inhalte 
  • mehrsprachige Informationen (Sprachauswahl zwischen Arabisch, Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch)
  • kostenlose Nutzung der Plattform (ohne Registrierung) keine Kosten
  • Bereiche für verschiedene Zielgruppen: Kinder und Jugendliche,  Eltern, Lehrpersonal, u. a.)
  • auch auf Social Media vertreten

Was kann das?

klicksafe hat es sich zum Ziel gemacht, die Online-Kompetenz aller Menschen in Deutschland zu fördern, sie mit vielfältigen Angeboten beim kompetenten und kritischen Umgang mit dem Internet zu unterstützen und ihnen die positiven Seiten des Internets aufzuzeigen.

klicksafe bearbeitet in Kooperation mit anderen Einrichtungen Themen wie beispielsweise “Einkaufen im Netz”, digitale Spiele und problematische Online-Inhalte. Zu jedem Thema gibt es allgemeine Informationen, Videos, Artikel, Quizze, Spiele und Lernmaterialien. Die Inhalte sind für unterschiedliche Altersgruppen verständlich und ansprechend aufbereitet.

Außerdem wird auf der Seite über Internetbeschwerdestellen (Hotlines) und Beratungsstellen (Helplines) informiert. klicksafe führt Veranstaltungen durch und koordiniert u. a. jährlich den Safer Internet Day.

klicksafe bringt monatlich einen Newsletter zu aktuellen Themen, mit neuen Informationen und Veranstaltungshinweisen heraus. Gemeinsam mit Jugendlichen des klicksafe Youth Panels wurde die Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App entwickelt. In der App (kostenlos für Android und iOS) geben Coaches konkrete Verhaltenstipps, sprechen Mut zu und begleiten dabei, gegen Cybermobbing vorzugehen.  

Hintergrundwissen für Eltern 

In einem eigenständigem Informationsbereich bekommen Sie Antworten auf typische Fragen zum Medienumgang in der Familie. Es gibt Informationen zur Mediennutzung von Kindern über oder unter 10 Jahren.
klicksafe ist ein gut aufbereitetes Informationsportal für alle Internetnutzerinnen und Internetnutzer. Außerdem ist klicksafe Partner unseres Angebots Elternguide.online.

Mediennutzung im Lockdown

Digitaler Unterricht am Vormittag, zwischendurch ein Videoanruf mit der Freundin und Computerspielen als Abendprogramm – so oder so ähnlich dürfte der Alltag in vielen Familien aussehen. Wenn Schule und Sportverein geschlossen sind und Kontakte eingeschränkt werden müssen, verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien. Wie Sie Ihr Kind auch im Lockdown sinnvoll bei der Mediennutzung begleiten können, erklären wir in diesem Beitrag.

Gesteigerte Mediennutzung während der Pandemie

Im Lockdown fallen viele medienfreie Aktivitäten aus oder werden ins Internet verlegt: Der Unterricht findet nicht im Klassenzimmer sondern per Videokonferenz statt. Anstelle von Nachhilfe helfen Erklärvideos bei den Schulaufgaben. Das Fußballtraining fällt aus und wird durch ein Sport-Video auf YouTube ersetzt. Statt Freunde zu treffen, spielen Kinder und Jugendliche Computerspiele oder verbringen ihre Zeit mit TikTok, Instagram und Co. So kommen schnell viele Stunden täglich zusammen, die Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt. Festgelegte Regeln zur Medienzeit werden nicht mehr eingehalten. Als Eltern haben sie vielleicht Sorge, dass Ihr Kind zu viel am Handy hängt und seine Mediennutzung exzessiv und problematisch werden.

Mediennutzung als Krisenbewältigung

Medien während des Lockdowns mehr zu nutzen, ist ganz normal und trifft auf Sie wahrscheinlich genauso zu wie auf Ihr Kind. Wenn Sie darüber hinaus das Gefühl haben, Ihr Kind hängt zu viel am Smartphone oder der Spielekonsole, sollten Sie es offen darauf ansprechen. Es ist gut möglich, dass Sie überrascht werden, wie kompetent und bewusst Ihr Kind Medien nutzt, um die aktuelle Situation zu meistern. Wenn es beispielsweise viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt, ist das wahrscheinlich sein Weg, trotzdem mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch TikTok-Videos von Influencern aus anderen Ländern können helfen, sich in Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu fühlen.

Medienzeiten anpassen…

Vielleicht haben Sie in der Familie feste Medienzeiten vereinbart und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten. In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Vereinbarungen anzupassen oder überhaupt welche festzuhalten. Unterscheiden Sie dabei zwischen Lern- und Freizeit. Denn die Zeit, die Ihr Kind mit Erklärvideos für die Schule verbringt, sollte nicht von der Zeit abgezogen werden, in der es Videos zur Unterhaltung schauen darf. Das ist umso wichtiger, da auf vielen Plattformen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, inzwischen auch Lerninhalte zu finden sind, z. B. auf TikTok oder YouTube. Verbindliche Absprachen können Ihrem Kind dabei helfen sich beim Lernen nicht von lustigen Inhalten ablenken zu lassen, sondern diese nach den Schulaufgaben entspannt zu genießen. Seien Sie sich dabei auch Ihrer Vorbildfunktion bewusst: Erklären Sie Ihrem Kind, wann Sie Smartphone und Computer für die Arbeit nutzen und wann zur Unterhaltung. Verbindliche Regeln, die Sie gemeinsam festlegen und an die sich alle Familienmitglieder halten, schaffen Klarheit und Vertrauen.

 … und für Ausgleich sorgenGleichzeitig ist es wichtig, auch konkret bildschirmfreie Zeiten einzuplanen, um digitalen Stress zu vermeiden. Ein Spieleabend in der Familie oder gemeinsames Kochen sind ein schöner Ausgleich zum abendlichen Computerspielen oder Netflix gucken. Bewegung an der frischen Luft bei einem Ausflug am Wochenende tut allen in der Familie gut und schafft schöne Erinnerungen. Aber auch mit Medien lässt sich die Zeit abwechslungsreich gestalten: Wenn Ihr Kind gerne bastelt, können Sie YouTube für die Suche nach kreativen DIY-Projekten nutzen, oder beim Hörspiel- oder Podcasthören gemeinsam puzzlen. Eine Sammlung von kreativen Medienprojekten haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

Yubo – digitaler Schulhof oder “Tinder für Kinder”?

Yubo ist eine sogenannte Social-Livestreaming-App, die junge Menschen miteinander verbinden möchte und in einigen Funktionen stark an bekannte Dating-Apps erinnert. Yubo gibt es seit Anfang 2021 auf Deutsch und wird hierzulande immer beliebter. Wegen mangelnder Jugendschutzmaßnahmen gibt es einige Risiken für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der neuen Trend-App. 

Kurz gefasst:

  • App (aus Frankreich) für Android und iOS
  • richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Mindestalter: 13 Jahre)
  • kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtiger Premium-Account und teure In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz, verschiedene Kommunikations- und Kontaktrisiken, unangemessene Inhalte

Was bietet Yubo?

Nutzerinnen und Nutzer können bei Yubo chatten, persönliche Fotos hochladen, ihren Standort teilen, Informationen zu sich veröffentlichen und via Live-Video-Funktion mit bis zu 10 Personen kommunizieren. Das Kennenlernen neuer Menschen findet mit Hilfe der Swipe-Funktion statt: Profile von anderen Userinnen und Usern werden vorgeschlagen. Wie z. B. bei  Tinder oder Lovoo wird entweder nach links oder nach rechts gewischt, um sein Gefallen für die Person auszudrücken. Wischen beide Personen nach rechts, kommt es zu einem sogenannten Match und sie können über Einzel- oder Gruppenchats in den Kontakt miteinander treten. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bietet Yubo seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, Spiele miteinander zu spielen. Auch über Communities können Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich zu bestimmten Themen, wie z. B. Sport, Musik oder Yoga, austauschen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben einen eigenen Raum und können so nicht mit volljährigen Mitgliedern in den Kontakt treten. 

Bei der Anmeldung auf Yubo wird ein eigenes Profil erstellt. Dafür verlangt die App mindestens ein Foto der Person, den Standort, das Geschlecht und das Alter. Die App unterscheidet zwischen minderjährigen Mitgliedern und Erwachsenen – überprüft wird das tatsächliche Alter der Nutzenden jedoch nicht. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche nutzen die App vor allem, um Spaß zu haben, neue Bekanntschaften zu schließen und im Austausch mit Gleichaltrigen zu sein. Durch ihren Dating-Charakter wird die App auch als solche genutzt, wie Videos von beliebten YouTuberinnen wie Livvy Day zeigen. Immer neue Features, wie z. B. Snapchat Lenses, machen die App spannend und interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber auch kreativ ausdrücken können.

Das Grundkonzept hinter Yubo, dass User zwischen 13 und 17 Jahren eine eigene, von Erwachsenen unabhängige, Community nutzen können, spricht sicherlich viele Jugendliche an, birgt aber einige Risiken.

Was kann an Yubo problematisch sein?

Yubo wurde nicht speziell für Jugendliche entwickelt, richtet sich aber mit seinen Features und über Werbung ganz klar an die Zielgruppe. Die App birgt jede Menge Kontakt- und Kommunikationsrisiken: Die fehlende Altersverifikation fördert das Risiko von Cybergrooming und sexueller Belästigung z. B. durch das ungefragte Verschicken von Nacktbildern. Anders als bei vielen Dating-Apps kann auch bei einseitigem Interesse Kontakt aufgenommen werden. Yubo bietet seinen Mitgliedern zwar die Möglichkeit, Personen zu melden und zu blockieren, doch ist der Schaden dann oft schon angerichtet.

Die Swipe-Funktion unterstützt zudem die oberflächliche Beurteilung anderer allein aufgrund ihres Aussehens. Das steigert das Risiko von Beleidigungen, Hate Speech oder Cybermobbing

Auch der Umgang mit den Daten der Nutzenden bei Yubo ist kritisch zu sehen. Um Freunde im eigenen Ort zu finden, rät die App dazu, den Standort freizugeben. Das ermöglicht dem Anbieter, umfassend sensible Daten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben. Yubo behält sich vor, Daten zu veröffentlichen und für eigene Zwecke zu verwenden. 

Auch die In-App-Käufe können ein Problem darstellen, weil sich viele Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten lassen, kostenpflichtige Features zu erwerben, um z. B. bessere Filter nutzen zu können.

Was meint der Anbieter?

Yubo bietet keine speziellen Funktionen zum Jugendschutz. Zur Einhaltung der Community-Richtlinien setzt der Anbieter vor allem auf technische Maßnahmen. Eine Software soll z. B. nackte Haut und Rauch auf Bildern und in Videos erkennen und melden. So soll auch das angegebene Alter mit der Person auf den Bildern abgeglichen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit dieser Maßnahmen wird allerdings nicht garantiert. Über eine externe App names Yoti können Mitglieder ihre Identität verifizieren lassen. Haben sie das getan, erscheint ein gelber Haken neben ihrem Benutzernamen. Diese Möglichkeit ist jedoch keine Voraussetzung und wird nur wenig wahrgenommen. Darüber hinaus gibt Yubo an, Leute zu beschäftigen, die Chatverläufe moderieren. Allerdings ist unklar, in welchem Maße das tatsächlich passiert. 

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, die App zu nutzen, haben Sie als Elternteil Verständnis dafür. Versuchen Sie Ihrem Kind die App nicht zu verbieten, aber besprechen Sie vorher die  Risiken und einen möglichen Umgang damit. So verhindern Sie eventuell eine heimliche Nutzung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich verstanden fühlt und nicht das Gefühl hat, sich bei möglichen Unsicherheiten oder Problemen schämen zu müssen. So wird es sich bei Problemen auch eher an Sie wenden. Fragen Sie nach den Kontakten Ihres Kindes und sehen Sie sich die Personen gegebenenfalls genauer an. Auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, sehen Sie also davon ab, Chatverläufe zu kontrollieren. Besser ist, Sie vereinbaren gemeinsam Regeln zum Umgang mit der App. Eine könnte beispielsweise sein, dass Ihr Kind Sie informiert, wenn es eine Person, die sie bei Yubo kennengelernt hat, treffen möchte.

Jugendschutz an der Spielekonsole? – XBox-Familieneinstellungen und Xbox-Family Safety App

Viele Jugendliche und Kinder spielen in ihrer Freizeit online Games. Die meisten Computerspiele sind unterhaltsam, bringen Menschen zusammen und einige Games haben sogar Lerneffekte. Doch es gibt auch Spiele, durch die Kinder und Jugendliche auf ungeeignete Inhalten oder unangenehme Kontakten stoßen können. Jugendschutzeinstellungen können dazu beitragen, dass solche Risiken beim Spielen an der Konsole reduziert werden. Microsoft bietet dafür die Xbox-Familieneinstellungen und die Xbox Family Safety App.

Kurz gefasst:

  • Jugendschutzeinstellungen für die Spielekonsolen Xbox Series X/S und Xbox One
  • direkt an der Konsole oder über die Webseite vorzunehmen
  • flexibles Anpassen und Ändern der Einstellungen über die App
  • kostenloses Angebot für Microsoft-User
  • App für iOS und Android-Geräte 

Sie funktionieren die XBox-Familieneinstellungen und die XBox-Family Safety App

Mit den Einstellungsmöglichkeiten können Sie festlegen, dass Ihr Kind nur auf altersgerechte Computerspiele zugreifen kann. Außerdem lässt sich einstellen, wie viel Zeit mit der XBox verbracht werden darf. Um Kommunikationsrisiken wie Cybergrooming entgegenzuwirken, können Sie festlegen, mit wem Ihr Kind kommunizieren darf, welche Daten Ihres Kindes zu sehen sind und ob es an Multiplayer-Spielen teilnehmen kann. Die Community- und Chat-Plattform Xbox Live lässt sich durch Chatfilter sicherer gestalten. Kraftausdrücke und Beleidigungen werden damit beispielsweise herausgefiltert. In Aktivitätsberichten wird festgehalten, was und wie viel an der Spielekonsole gespielt wurde.

Die Einstellungen können online über die Webseite, direkt an der Xbox oder über die App vorgenommen werden. Um die Xbox-Familieneinstellungen nutzen zu können, muss für jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto erstellt werden. Sobald alle Konten in einer Familiengruppe zusammengeführt wurden, lassen sich Einstellungen für einzelne (Kinder-)Konten vornehmen. Dafür haben bestimmte Konten Organisatoren-Rechte. Überschreitet ein Spiel oder eine Webseite die angegebene Altersbeschränkung oder ist die Bildschirmzeit abgelaufen, benötigt Ihr Kind die Freigabe durch Ihren Organisatoren-Account. Sie werden dazu per Nachricht oder über die Xbox Family Safety App informiert.

Das sollten Sie über das Angebot wissen

Da jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto braucht, werden automatisch Daten über jede nutzende Person gesammelt. Microsoft gibt an, die Daten weder an Dritte weiterzugeben, noch für eigene Werbezwecke zu nutzen. Das Risiko, dass Daten durch Datenlecks an Unbefugte weitergetragen werden können, besteht allerdings immer. Seien Sie sich als Eltern darüber bewusst und überlegen Sie genau, welche Ihrer Daten erhoben und gespeichert werden dürfen.

Das sollten Sie als Eltern beachten

Altersangaben bei Spielen sind sehr allgemein und müssen nicht unbedingt zu Ihrem Kind passen. Gleichaltrige Kinder können unterschiedlich mit Spannung, Gewaltdarstellungen und ähnlichem umgehen. Deshalb sollten Sie sich nicht allein auf Altersangaben verlassen und nicht einfach alle Spiele, die für das Alter Ihres Kindes freigegeben sind, in den Einstellungen zulassen. Informieren Sie sich über verschiedene Spiele, z. B. beim Spieleratgeber NRW, sehen Sie sich gewünschte Spiele, wenn möglich, selbst an und lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, warum es ein bestimmtes Spiel spielen möchte.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit verschiedenen Medien und Inhalten im Netz konfrontiert. Ein kompetenter und sicherer Umgang ist deshalb sehr wichtig und sollte in einem sicheren Rahmen unterstützt werden. Keine Kindersicherung oder Jugendschutzeinstellung bietet einen hundertprozentigen Schutz. Verbesserte Jugendschutzeinstellungen können dabei helfen, eine bewusste Mediennutzung zu fördern und den Schutz im Netz zu verbessern. Sie ersetzen jedoch nicht die mediale Begleitung der Kinder durch die Eltern. Nutzen Sie das Angebot als zusätzliche Hilfe, aber sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen und behalten Sie sein Medienverhalten im Blick.

Microsoft Family Safety – Jugendschutz für Android, Windows und die Xbox

Kinder, die ein eigenes Smartphone oder eine Spielekonsole haben, nutzen schon früh unabhängig Apps, Spiele und Webseiten. Eltern können schnell den Überblick verlieren, wie viel Zeit ihr Kind online verbringt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Mit verschiedenen Angeboten des digitalen Jugendschutzes sollen Eltern dabei unterstützt werden, die Internetnutzung ihrer Kinder sicherer zu gestalten – so bietet auch Microsoft eine Kindersicherung für verschiedene Geräte an.

Kurz gefasst: 

  • Angebot für digitale Jugendschutzeinstellungen 
  • kostenlose Basisversion (als Premium kostenpflichtig)
  • als App oder über die Webseite verfügbar
  • für Geräte mit Microsoft 10, Android und die Spielekonsole Xbox

Was bietet Microsoft Family Safety?

Microsoft Family Safety lässt sich nur über ein Microsoft-Konto aktivieren. Über das Administratoren-Konto können Sie als Elternteil unterschiedliche Jugendschutzeinstellungen auf dem Konto Ihres Kindes vornehmen, z. B. Bildschirmzeit und altersgerechter Zugang zu verschiedene Inhalten, Apps usw. Die Einstellungen gelten dann für alle Geräte, auf denen Ihr Kind mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist. Alle Einstellungen können flexibel geändert und an das Alter des Kindes angepasst werden.

Mit der Bildschirmzeit können feste Zeitpläne für ein ganzes Konto oder für bestimmte Anwendungen, Spiele und Seiten erstellt werden: Wenn Sie z. B. eine Stunde für YouTube freigeben, kann Ihr Kind insgesamt eine Stunde YouTube auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC nutzen. Oder Sie aktivieren eine Stunde Spielzeit für die Xbox und blockieren nicht jugendfreie Games und Inhalte. 

Sie haben die Möglichkeit selbst Seiten und Anwendungen zu sperren oder Filter zu aktivieren. Durch Filter werden Medieninhalte je nach eingestellter Altersgrenze freigegeben bzw. blockiert. Außerdem kann festgelegt werden, dass nur kinderfreundliche Webseiten besucht werden dürfen. Diese Einstellung funktioniert nur bei der Nutzung des Browsers Microsoft Edge. Um auf Seiten oder Apps zuzugreifen, braucht Ihr Kind erst Ihre Erlaubnis. Über die Funktion “Erziehungsberechtigte fragen” kann Ihr Kind Sie auch nach mehr Bildschirmzeit bitten. Sie werden per E-Mail darüber informiert und können reagieren. 

Sie können außerdem einstellen, dass Ihr Kind Ihre Freigabe auch bei Käufen z. B. von Spielen auf der Xbox benötigt. So haben Sie die Kontrolle über die Ausgaben Ihres Kindes im Microsoft Shop. 

Das sollten Sie über das Angebot wissen 

Jede Person braucht einen eigenen Microsoft-Account. Die Accounts der Eltern werden mit denen der Kinder verknüpft. Das ist notwendig für den Schutz über verschiedene Geräte wie Spielkonsolen oder PCs hinweg, die auch von mehreren Nutzern parallel verwendet werden können. Es könnte passieren, dass Ihr Kind Ihnen permanent Anfragen zur Freigabe verschiedener Inhalte schickt.

Einige Funktionen von Microsoft Family Safety setzen stark auf die Kontrolle des Kindes. Beispielsweise können Sie über regelmäßige Aktivitätsberichte verfolgen, wie viel Zeit Ihr Kind mit welchen Apps und Games verbringt. Die Standortermittlung erlaubt es Ihnen zu sehen, wo Ihr Kind sich gerade aufhält. Familienmitglieder können Standorte sogar miteinander teilen und Orte speichern, an denen sie sich oft aufhalten. Auch wenn die Funktionen zur Sicherheit beitragen sollen, greifen sie gleichzeitig in die Privatsphäre und Freiraum Ihres Kindes ein. Ihr Kind kann die Standortüberwachung sowie einzelne andere Kontrollfunktionen eigenständig am eigenen Gerät bei Family Safety aktivieren bzw. deaktivieren. Als Eltern werden Sie darüber jeweils per Nachricht informiert.

Der Anbieter betont, die Daten der Nutzenden nicht an Dritte weiterzuleiten. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, weil Daten etwa durch Datenlecks ungewollt in die falschen Hände gelangen können

Das sollten Eltern beachten

Mit Daten wie der Aufenthaltsort oder die genauen Aktivitäten Ihres Kindes sollten Sie daher sensibel umgehen. Achten Sie darauf, welche Daten gespeichert und wie verwendet werden. Um den Standort zu ermitteln, ist es notwendig die GPS-Funktion einzuschalten. So können gegebenenfalls andere Anwendungen ungewollt auf den Standort Ihres Kindes zugreifen. Überlegen Sie deshalb genau, ob es notwendig ist, diese Funktion zu aktivieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, damit es sich nicht kontrolliert fühlt.

Vertrauen Sie nicht blind auf die voreingestellten Altersgrenzen der Filter, sondern prüfen Sie diese. Es kann sehr unterschiedlich sein, was Eltern für ihr Kind als geeignet empfinden. Mehr zu Altersbeschränkungen bei Games können Sie hier nachlesen. 

Jugendschutz-Apps wie Microsoft Family Safety können unterstützen, die Sicherheit Ihres Kindes bei der selbstständigen Mediennutzung zu verbessern. Aber noch wichtiger ist eine persönliche Begleitung durch Sie als Eltern. Vor allem jüngere Kinder brauchen diese. Keine Kindersicherung bietet hundertprozentigen Schutz. Vor allem gegen Risiken wie digitale Gewalt können Kinder durch solche Sicherungen nicht ausreichend geschützt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind erklären, warum bestimmte Inhalte und Anwendungen nicht geeignet sind und was Ihnen Sorgen bereitet. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für der Mediennutzung. Hierbei kann auch ein Mediennutzungsvertrag helfen. 

Besonders bei älteren Kindern ist die Privatsphäre und digitale Selbstständigkeit wichtig und sollte von Ihnen als Eltern respektiert werden. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind das Gefühl zu vermitteln, es zu überwachen oder ihm nicht zu vertrauen. Eine offene Gesprächsatmosphäre und die Interesse der Eltern sind oftmals wirkungsvoller im Schutz vor bestimmten Risiken im Netz, als die bloße Kontrolle über technische Schutzmaßnahmen. 

Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

Herausforderungen der digitalen Kommunikation

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Kennen Sie fragFINN?

Über fragFINN surfen Kinder nur auf geprüften Internetseiten. Dadurch stoßen sie auf keine ungeeigneten Inhalte.

Kurz gefasst:

  • Suchmaschine für Kinder
  • geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren
  • zusätzliche Surftipps und Artikel
  • auch als App verfügbar
  • datensicher
  • basiert auf Open-Source-Software Elasticsearch

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https://www.youtube.com/watch?v=qFv6viliLuU_%_

Was ist fragFINN?

Die Suchmaschine für Kinder zeigt auf der Grundlage von geprüften Webseiten nur unbedenkliche Inhalte in den Ergebnissen an. Die Prüfung der Internetseiten wird von einem medienpädagogischen Team durchgeführt. Über die Kindersuchmaschine findet man Kinderseiten und unbedenkliche Erwachsenenseiten (z. B. Zooseiten, Vereinsseiten). Die Kinderseiten werden in den Suchergebnissen zuerst ausgespielt.

Auf der Startseite von fragFINN finden Kinder auch Surftipps zu vielen unterschiedlichen Themen. Kinder können sich als fragFINN-Kinderreporter engagieren und berühmte Persönlichkeiten treffen.

Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden Websites durch die Icons „Kinder“, „Wissen“ und „International“ gekennzeichnet. Dadurch sind die Suchergebnisse für Kinder leichter einzuordnen.

Bei der Nutzung der Suchfunktion auf der Website und in der App wird die Suchanfrage der Nutzenden direkt an den fragFINN-Server in Deutschland gesendet. Dabei werden keine Nutzer*innendaten gesammelt oder gespeichert.

Auf mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet lässt sich auch die fragFINN-App installieren.

Was sollten Eltern beachten?

Kindersuchmaschinen bieten einen sicheren Einstieg in die Welt des Internets. Sie können eine gute Vorbereitung auf die Nutzung von gängigen und bekannten Suchmaschinen sein. Durch die Vorprüfung aller Inhalte ist eine sehr hohe Sicherheit für Ihr Kind gegeben. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind gerade bei der erstmaligen Nutzung begleiten und gemeinsam die Suchmaschine erkunden. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären.

Sollte Ihr Kind eine Seite unter den Ergebnissen finden, die ihm Angst macht, kann es diese über den Button „Seite melden“ mitteilen. Die eingegangenen Alarme werden täglich überprüft. Ihr Kind hat auch die Möglichkeit, Internetseiten vorzuschlagen. Das medienpädagogische Team prüft die Seiten und kann sie gegebenenfalls für die Kindersuchmaschine freigeben. Außerdem ist die Suchmaschine besonders kompatibel mit zusätzlichen Kinderschutzlösungen wie z. B. JusProg.

Weitere Informationen für Eltern sind hier zu finden: eltern.fragFINN.de

Online-Gewalt – wenn Jugendliche Opfer werden

Ein Großteil der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen spielt sich digital ab. Sie chatten miteinander, teilen Bilder und folgen sich auf Social-Media-Kanälen. Dabei kann es auch zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Ab einem gewissen Ausmaß handelt es sich dabei um digitale Gewalt, die sogar strafbar sein kann.

Was versteht man unter digitaler Gewalt?

Online-Gewalt kann unterschiedlich aussehen. Täterinnen und Tätern geht es meist darum, eine Person absichtlich zu beleidigen, zu diskriminieren oder abzuwerten. Sie posten beispielsweise private Bilder oder schreiben böse Kommentare. Solche Übergriffe passieren überall dort, wo junge Menschen online unterwegs sind. Eine bekannte Form ist Cybermobbing. Auch Gewalt aus der analogen Welt kann digital weitergeführt werden und wird somit grenzenlos. Durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle und das Mitgefühl. Außerdem erschwert sie es, die Täter und Täterinnen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. 

Digitale Gewalt ist vor allem psychisch sehr belastend und kann schwere Folgen haben. Betroffene leiden oft an Angstzuständen, emotionalem Stress und einem geringen Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich nicht mehr sicher und haben Angst, dass die Drohungen im Netz sich auf das analoge Umfeld ausweiten. Junge Frauen und Mädchen sind besonders häufig Ziel digitaler Übergriffe. Das Verlassen der Plattform oder das Blocken bestimmter Personen, kann zwar helfen, doch ist der Schaden bei den Opfern oft schon angerichtet.  

Erscheinungsformen digitaler Gewalt

Digitale Gewalt äußert sich sehr unterschiedlich und kann verschiedene Ausmaße annehmen. Kinder und Jugendliche sind vor allem mit bestimmten Formen von Online-Gewalt konfrontiert:

  • Ein Shitstorm ist eine Häufung negativer Kommentare und Beiträge, die sich an eine bestimmte Person richten oder auf eine Äußerung im Netz beziehen. Immer mehr Menschen machen mit und geben unsachliche Kommentare ab, der nur schwer aufzuhalten ist.
  • Cybermobbing kennen viele Kinder und Jugendliche, ob aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung. Häufig findet das Mobbing nicht nur digital, sondern auch analog, z. B. auf dem Schulhof, statt. Im Messenger werden Hass-Gruppen eingerichtet, beleidigende Kommentare geschrieben oder Gerüchte über eine bestimmte Person verbreitet. 
  • Sogenanntes Doxting kann eine Form des Mobbings sein. Darunter versteht man das  Zusammentragen und die Veröffentlichung demütigender Fotos oder Videos und anderer sensibler Informationen einer Person im Netz. Ziel ist es, den Ruf der oder des Betroffenen zu schädigen oder die Person bloßzustellen.
  • Unter Hassrede versteht man die gezielte Diskriminierung von Menschen im Internet. Meist geht es dabei um die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, das Herkunftsland oder das Geschlecht einer Person. Andere werden online, z. B. in den Kommentaren, dazu aufgefordert, bei der Hetze mitzumachen und bestimmte Menschen auszuschließen und zu beleidigen. 
  • Auch sexuelle Belästigung spielt in der digitalen Welt eine Rolle. Hierbei ist die wiederholte Aufforderung zu sexuellen Handlungen gemeint, ohne eine Nein zu akzeptieren. Aber auch das ungefragte Zusenden von Nacktbildern ist eine Form sexueller Belästigung im Netz. 
  • Cyberstalking ist das wiederholte Nachstellen, Verfolgen und Belästigen von Personen über digitale Medien. 

Wie kann ich mein Kind vor digitaler Gewalt schützen?

Einige Verhaltensregeln können die Sicherheit Ihres Kindes im Internet erhöhen:

  • Benutzen Sie einen Aufkleber oder Schieber, um die Kamera des Laptops verschließen zu können, wenn sie nicht in Benutzung ist. 
  • Geben Sie und Ihr Kind keine persönliche Angaben, wie die Adresse oder der Nachname, über das Internet preis. 
  • Gehen Sie auch mit Bildern und Videos vorsichtig um. Bei vermeintlich privaten Chats können schnell Screenshots gemacht und verbreitet werden.
  • Passwörter sollten sicher sein und nicht an Dritte weitergegeben werden.

Besonders wichtig ist es, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahren sprechen und Interesse zeigen. Erkundigen Sie sich regelmäßig nach den Personen, mit denen Ihr Kind digital Kontakt hat und nach den Webseiten, die es besucht. 

Nicht alle Jugendliche wenden sich bei Problemen ihre Eltern, weil sie Angst vor Strafen und Unverständnis haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und machen Sie es auf Seiten aufmerksam, an die es sich auch wenden kann, wie z. B. Juuuport. Kinder können mit dem psychischen Stress und den Folgen digitaler Gewalt nur schwer umgehen. Es ist also wichtig, dass sich Ihr Kind Hilfe von Erwachsenen holt, wenn es Opfer digitaler Gewalt wird. Diese kann auch über Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. 

Online-Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern je nach Ausprägung (etwa bei Beleidigungen, Verleumdung und Bedrohung) sogar strafbar. Deswegen sollten Sie die Vorfälle unbedingt dokumentieren, z. B. durch Screenshots, und damit zur Polizei gehen. 

Hilfsangebote bei digitaler Gewalt

Online-Gewalt sollte bei der Polizei angezeigt werden! Außerdem bekommen Sie bei diesen Stellen Unterstützung:

  • Das Portal Hate Aid ist die deutsche Online-Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt. Bei akuten Problemen kann man anrufen oder ansonsten per Kontaktformular Hilfe anfragen.
  • Die Nummer gegen Kummer bietet Eltern und Jugendlichen bei verschiedenen Problemen ein kostenloses Beratungsgespräch über das Telefon. 
  • Über die Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung können Eltern und Jugendliche Online-Beratung in Anspruch nehmen oder sich eine geeignete Stelle in ihrer Nähe suchen. 
  • Jugend.support ist ein Hilfsangebot speziell für Jugendliche mit Problemen im Netz. Mehr dazu können Sie hier nachlesen. 
  • Über das Hilfetelefon können sich Frauen und Mädchen, die Opfer von jeglicher Art von Gewalt wurden, schnell Hilfe holen.

Kindersicherung Salfeld

Da Kinder schon früh Kontakt mit Medien haben, wünschen sich viele Eltern, dass es einen sicheren Zugang zum Netz gibt. Verschiedene sogenannte Jugendschutzprogramme möchten Eltern dabei unterstützen, die Mediennutzung ihres Kindes zu technisch abzusichern. Von der Stiftung Warentest als “gut“ bewertet wurde die Kindersicherung Salfeld.

Kurz gefasst: 

  • Software zur Kindersicherung für Android-Smartphones und Windows-PCs 
  • Testsieger bei Stiftung Warentest (2020: “gut”)
  • auf Englisch und Deutsch verfügbar
  • 30 Tage kostenlos, danach kostenpflichtig 
  • Zielgruppe des Angebots sind Eltern

Was bietet die Kindersicherung Salfeld? 

Durch die Kindersicherung Salfeld können Eltern bestimmte Zeitlimits und Einschränkungen auf dem Gerät ihres Kindes vornehmen. Diese können je nach App und Webseite individuell eingestellt werden. So können Sie als Elternteil z. B. einstellen, dass Ihr Kind mit Lern-Apps mehr Zeit verbringen darf als mit Social Media oder Spiele-Apps. Sie können außerdem eine Liste mit Webseiten anlegen, auf die Ihr Kind nicht zugreifen soll, weil es dort beispielsweise auf nicht-altersgerechte Inhalte stoßen kann. 

Die Kindersicherung Salfeld erlaubt Eltern außerdem, die Handy-Aktivitäten ihres Kindes einzusehen. Über eine Etern-App werden Protokolle der besuchten Webseiten und die genutzten Apps des Kindes zur Verfügung gestellt. Mit der App lassen sich Zeitlimits auch unterwegs ändern und Internetseiten sperren oder freischalten.

Durch sogenannte Zeitgutscheine können Kinder einen Zeitbonus bekommen, wenn sie z. B. selbstständig Lernangebote nutzen. Diese lassen sich ebenfalls flexibel einstellen und freigeben. 

Was Eltern beachten sollten

Die (deutschen) Anbieter der Kindersicherung Salfeld geben in ihrer aktuellen Datenschutzerklärung an, mit personenbezogenen Daten sensibel umzugehen und den Schutz der Privatsphäre ernst zu nehmen. Trotzdem müssen die Nutzungsdaten Ihres Kindes für die Funktionsfähigkeit der Anwendung an den Anbieter (anonymisiert) weitergeleitet werden. Dieser hat so theoretisch Zugriff darauf und könnte diese einsehen. Daten können durch Datenlecks an Dritte gelangen und so in falsche Hände geraten. Eltern sollten sich dieses Risikos bewusst sein. 

Der Schutz von Kindersicherungen ist außerdem eingeschränkt, wenn es um Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing oder Hassrede geht. Auch bei harmlosen Apps kann es zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Sie sollten deswegen mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen im Netz sprechen und ihm das Gefühl vermitteln bei Problemen verständnisvoll zu sein.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kindersicherungen können dazu beitragen, Kinder besser vor möglichen Gefahren im Netz zu schützen. Doch verlassen Sie sich nicht allein auf solche Apps. Keine Technik kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Außerdem können Sie Ihrem Kind das Gefühl vermitteln, dass Sie es kontrollieren und ihm nicht vertrauen. Der Grad zwischen Schutz und Überwachung ist schmal. Vermeiden Sie eine heimliche Kontrolle, sondern sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Ihre Ängste und die Möglichkeit, eine solche App zu nutzen. Vor allem sollten Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren im Netz sprechen und wie man diese vermeiden kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Groß und klein sollten sicher sein im Netz”.

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