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Spielerische Lernseiten für Grundschulkinder

Für Erwachsene und Jugendliche ist es selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen und Suchmaschinen zu verwenden. Jüngere Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, müssen erst ans Lernen übers Netz herangeführt werden. Denn es ist nicht leicht, die geeigneten Inhalte aus den großen Mengen an Informationen herauszufiltern. Außerdem sind viele Inhalte nicht für Kinder gemacht, sondern richten sich an Erwachsene. Das kann Kinder schnell überfordern.

Zum Glück gibt es online ein gutes Angebot von deutschsprachigen Kinderseiten. Die machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch beim Lernen.

Warum sollen wir spezielle Internetseiten für Kinder nutzen? 

Wie in den ersten Jahren Kinderbücher geeignet sind, um Lesen zu lernen, sollten auch

für die ersten Schritte im Netz auf Kinder ausgerichtet Angebote genutzt werden. Solche Kinderseiten sind verständlich und einfach in der Sprache. Sie sind nicht überladen, so dass Internet-Anfänger sich gut orientieren und den Umgang mit digitalen Medien lernen können. Kinder können auf diesen Seiten in einer sicheren Umgebung selbst mitmachen: Sie können mit anderen Kindern in Kontakt treten und ihre eigene Meinung äußern.

Außerdem können Kinderseiten als Lernunterstützung dienen, weil sie kindgerechte Informationen zu vielen verschiedenen Themen bieten und diese häufig spielerisch umgesetzt sind.

Was macht gute Kinderseiten zum Lernen aus? 

  • Sie sind bestärkend, begeisternd und anregend.
  • Sie haben für Erwachsene und Kinder klare und transparente Ziele.
  • Sie sind benutzerfreundlich.
  • Sie haben vertrauenswürdige Inhalte.
  • Sie bieten Sicherheit und Privatsphäre.
  • Sie legen Funktionen offen und gehen verantwortungsbewusst mit Werbung oder Produktnennungen um.

Welche Kinderseiten eignen sich für welche Lernthemen?

Rund ums Sprache- und Deutschlernen empfehlen wir folgende Seiten:

  • Amira ist eine Leseprogramm für Grundschüler. Neben Deutsch werden noch 8 weitere Sprachen angeboten. Amira erfordert die Registrierung auf der Seite.
  • Die Rechtschreibwerkstatt von Graf Ortho ist sehr einfach gehalten und hilft Schülerinnen und Schülern bei der deutschen Rechtschreibung.
  • Legakids unterstützt bei Legasthenie. Mit dem Lesemonster Lurs lernen Kinder mit Schreib- und Leseproblemen umzugehen.
  • Auf Gebärdengrips gibt es für gebärdenortientierte Kinder Erklärvideos in Gebärdensprache (und Lautsprache) zu ganz verschiedenen Themen. Auch andere Kinder können hier etwas über Gebärdensprache erfahren und lernen.
  • Beim Englischlernen hilft die Seite englischlernspiele.de. Hier können Schülerinnen und Schüler oder Eltern und Lehrpersonen Vokabeltests und andere Lernspiele machen oder selbst erstellen.
  • Kinder, die Englisch bereits verstehen und lesen können, finden auf der englischsprachigen Seite LearnEnglish Kids des British Council Sprachspiele, Lieder und vieles mehr.

Empfehlenswerte Seiten zu den Themen Mathematik und Sachkunde:

  • Bei der witzig aufgemachten Seite Coollama finden Grundschulkinder Mathespiele, Übungsblätter und mehr. Die Seite bietet außerdem Material für Eltern und Lehrpersonen. 
  • Wer seine Hausaufgaben erledigt hat, aber gern noch mehr Aufgaben für die Fächer Erdkunde, Geschichte und Mathematik (über das Grundschulniveau hinaus) sucht, wird beim Aufgabenfuchs fündig.
  • Das Online-Umweltmagazin Ökoleo bietet viel Wissenswertes und Anregungen zu Umwelt- und Sachkundethemen für Kinder mit etwas mehr Interneterfahrung. 
  • Auf dem Junior-Portal des WWF – einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – können Kinder viel über Tiere, Natur und Umwelt lernen.
  • NAJUversum ist eine Onlineplattform des Jugendverbandes des Deutsches Naturschutzbundes. Hier können Kinder im Grundschulalter die verschiedenen Lebensräume unseres Landes erkunden und sich Anregungen zum Basteln und Forschen holen. 
  • Tierchenwelt ist ein Online-Lexikon zum Thema Tiere – mit Texten, Fotos, Videos, Spielen und mehr.

Auch in den Bereichen Kunst und Kreativität gibt es vieles zu lernen:

  • Auf der Foto-Plattform Knipsclub können Kinder etwas über Fotografie lernen und sich, wenn sie registriert sind, auch in einem geschützten Raum austauschen. 
  • Viele Kinder malen gern. Beim Kritzel Klub können sie das digital auf einer virtuellen weißen Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen tun. 
  • Bei Labbé gibt es Bastel- und Spielideen für Kinder. Die zahlreichen Anregungen können auch für Eltern sehr hilfreich sein.  

Folgende Seiten beschäftigen sich mit den Lernthemen Religion und Gesellschaft:

  • Die Webseite Religionen entdecken richtet sich an Kinder und Jugendliche, die darüber jede Menge über die verschiedenen Religionen lernen können. 
  • Kirche entdecken ist eine Kinderseite der evangelischen Kirche. Mit Kira, der Elster, können Kinder virtuell eine Kirche oder die Geschichte von Martin Luther erkunden. 
  • Viele Kinder verstehen nicht, warum Menschen auf der Welt Krieg führen. Die Seite Frieden fragen greift Sorgen und Fragen von Kindern dazu kindgerecht auf.
  • Die Seite Hanisauland bietet Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik.
  • Kindersache ist ein Angebot vom Deutschen Kinderhilfswerk. Hier finden Kinder aktuelle und kindgerechte Nachrichten, das Videoportal JUKI, ein Trickfilmstudio und zahlreiche Mitmachangebote.

Es gibt auch Kinderseiten, die sich keinem bestimmten Themenfeld widmen, sondern die das Lernen fächerübergreifend unterstützen:

  • Auf Homeschooling4kids gibt es Lernmaterial für verschiedene Fächer (in der Grundschule) für das abwechslungsreiche Lernen zu Hause. 
  • Auf Kid Station geht es um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr und im Internet. Die spielerisch aufgemachte Seite ohne viel geschriebenen Text richtet sich an Kinder zwischen 4 und 9 Jahren.
  • In der Hamsterkiste finden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 Lerngeschichten und Themenseite zu verschiedenen Schulfächern.
  • Planet Schule, das Schulfernsehen von SWR und WDR, hat ein Internetportal für Kinder im Grundschulalter – mit Filmen, interaktiven Spielen und mehr.
  • Verschiedene Seiten bieten gute Lexika für Kinder, um verständliche Erklärungen zu Begriffen und Themen zu finden: Das Minilexikon eignet sich für Leseanfänger. Außerdem empfehlen wir Klexikon und die Schulsuchmaschine von fragFINN.

Diese Sammlung ist nur eine Auswahl guter Kinderseiten zum Lernen. Wenn Sie weitere gute Seiten kennen, teilen Sie Ihre Erfahrungen gern über unser Kontaktformular oder via Social Media auf unserem Facebook- oder Instagram-Kanal. 

Politik für Kinder

Wann immer es an politische Wahlen geht, bekommen auch Kinder davon mit. Ob es Plakate an Straßenlaternen sind, Gespräche über Kandidatinnen und Kandidaten am Küchentisch, Wahlwerbung in den Medien oder Infostände der Parteien mit Luftballons in der Einkaufsstraße.

Auch wenn Kinder und Jugendliche selbst noch nicht wählen dürfen, merken sie gerade bei Themen wie Klimaschutz, Corona und Bildung, dass Politik auch sie betrifft. Vielleicht stellt Ihr Kind bereits Fragen oder Sie möchten ihm politische Themen näher bringen. Im Internet gibt es gute Angebote, die solche Inhalte sicher und kindgerecht aufbereiten: 

  • Kuppelkucker ist das Kinder-Internetportal vom Deutschen Bundestag. Kinder zwischen 5 und 11 Jahren können gemeinsam mit Karlchen, dem Adler, den Bundestag und die deutsche Politik erkunden. Spiele, Erklärfilme, ein Lexikon und einiges mehr gibt es auf der Seite. Auch Eltern und Lehrpersonen finden hier hilfreiche Inhalte. 
  • HanisaulLand ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Die Seite richtet sich an Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Sie sollen darüber einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik erhalten. Herzstück und Ursprung ist ein Comic mit Hase (=Ha), Nilpferd (=Ni) und Sau. Es gibt viele verständliche Informationen, Tipps, Unterhaltung und aktive Mitmachangebote rund um politische Themen. Das Lexikon ist auch auf Arabisch verfügbar.
  • Im Fernsehen und den Mediatheken gibt es ebenfalls kindgerechte Serien und Videos, die sich mit Politik beschäftigen: Die Maus erklärt die Bundestagswahl und es gibt eine Logo-Sonderseite zu Wahlen und Politik in Deutschland. Beim KIKA gibt es noch viel mehr Videos rund um Politik – verständlich für Kinder aufbereitet. 
  • Geolino klärt darüber auf, wie Kinder doch ein Mitspracherecht bei Wahlen haben – nämlich über das Gespräch mit Oma und Opa oder anderen Erwachsenen.
  • In unserem Beitrag Nachrichten für Kinder und Jugendliche gibt es noch mehr Tipps für gute Internetseiten, über die sich Kinder zu politischen Themen informieren können.

Politik ist nicht nur etwas für Erwachsene! Viele Kinder interessieren sich dafür, was in der Welt passiert und möchten mitreden – weil es auch um ihre Zukunft in diesem Land und auf dieser Welt geht. 

Je nach individuellem Entwicklungsstand des Kindes sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Nachrichten speziell für das entsprechende Alter anschauen und das Gesehene mit Ihrem Kind besprechen. Insbesondere jüngere Kinder können Nachrichten zu sehr auf sich beziehen und nur schwer einschätzen, inwieweit die Inhalte konkret sie selbst betreffen und ihr Leben verändern.

Internet-ABC: Führerschein fürs Netz

Das Angebot Internet-ABC richtet sich an Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Kinder lernen durch spielerische Lernmodule selbstständig sich sicher im Internet zu bewegen und Eltern bekommen viele Tipps und Hilfestellungen für die Medienerziehung ihrer Kinder.

Kurz gefasst:

  • Informations- und Lernplattform für Themen rund um das Internet
  • für Kinder von 5 bis 12 Jahren
  • kostenlos und werbefrei
  • Lernmodule, Tipps und Tricks

Was kann das?

Internet-ABC unterstützt Kinder im Grundschulalter dabei, sich schrittweise einen sicheren Umgang mit dem Internet anzueignen. Dafür werden interaktive Lernmodule zu verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Chatten, Datenschutz oder Social Media angeboten. Durch Rätsel, Spiele und tierische Weggefährten lernen Kinder spielerisch Gefahren im Netz zu erkennen und mit diesen umzugehen. Das Angebot richtet sich auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Internet. Neben Tipps und Erklärungen gibt es konkrete Hilfestellungen wie z.B. den Mediennutzungsvertrag oder den Führerschein für das Netz. Ein umfangreiches Lexikon erklärt Begriffe im Netz wie Posten oder Spam.

Was fasziniert Kinder daran?

Internet-ABC ermöglicht das selbstständige Lernen von Kindern. Komplexe Themen rund um Medien sind spielerisch und kindgerecht aufbereitet. Kinder lernen dadurch eigenständig mit dem Internet umzugehen. Die Spiele und Rätsel machen Spaß und die Webseite wird ständig aktualisiert. Besonders beliebt ist der sogenannte Surf-Schein, bei dem Kinder durch bestandene Selbsttests den “Führerschein fürs Netz” erhalten. 
Es gibt auch die Möglichkeit Beiträge wie z.B. den Witz des Monats zu kommentieren und sich so miteinander auszutauschen. Die Kommentare werden dabei zuerst auf Beleidigungen oder private Angaben geprüft und erst dann freigeschaltet. 

Was meint der Anbieter?

Der gleichnamige Anbieter des Internet-ABC ist ein Verein, in dem unter anderem die Landesmedienanstalten in Deutschland Mitglied sind. Internet-ABC verzichtet auf Werbung und ist kostenfrei. Die Anbieter der Webseite Internet-ABC klären auch genau darüber auf, welche Daten von Nutzenden erhoben werden und was mit ihnen passiert. Sie geben an, nur einen notwendigen Cookie zu verwenden und personenbezogene Daten unter Verschluss zu halten. 

Was sollten Eltern beachten?

Eine selbstständige Mediennutzung ist wichtig für Kinder und fördert die Medienkompetenz. Angebote wie das Internet-ABC ermöglichen Kindern die Teilhabe am Internet und unterstützen Sie dabei Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang näher zu bringen. Solche Angebote sind also eine sinnvolle Ergänzung zu ihrer Medienerziehung zuhause.
Auch wenn Kinder sich auf Seiten wie Internet-ABC eigenverantwortlich bewegen können, ist es wichtig, dass Sie das Internet vorerst gemeinsam mit ihren Kindern entdecken und bei Fragen und Problemen zur Seite stehen. So wird zwar auf der Webseite beim Klicken auf Links vor dem Verlassen vom Internet-ABC gewarnt. Trotzdem kann Ihr Kind auf anderen Webseiten auf ungeeignete Inhalte stoßen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind und begleiten Sie es möglichst oft bei der Mediennutzung. Hilfreich sind auch Schutzprogramme wie jusprog, die nicht altersgemäße Inhalte blockieren.
Ebenso wichtig sind gemeinsame Regeln und zeitliche Beschränkungen, in denen sich Ihr Kind alleine im Netz bewegen kann. Sie können sich über die Webseite Internet-ABC oder andere Angebote Tipps und Hilfe bei der Medienerziehung holen und über aktuelle Phänomene und Themen informiert bleiben. Darüber hinaus kann der Austausch mit anderen Eltern hilfreich sein.

Digitale Beratungsangebote für Jugendliche und Eltern

Kinder und Jugendliche wenden sich mit ihren Problemen nicht immer an ihre Eltern. Probleme in der Schule, mit Gleichaltrigen oder sich selbst, werden lieber im Freundeskreis besprochen. Sie suchen nach Antworten oder Gleichgesinnten im Internet oder behalten es für sich. Doch was ist, wenn die Probleme größer werden und die Betroffenen keinen Ausweg mehr finden oder wenn Sie als Eltern mitbekommen, dass es Ihrem Kind nicht gut geht? Nicht immer ist das Internet ein guter Ratgeber bei Problemen, aber es gibt durchaus sichere und hilfreiche Angebote, wo junge Menschen sich informieren und beraten lassen können.

Online-Beratungsangebote bieten Unterstützung bei Problemen und Sorgen wie z. B. Mobbing, Essstörungen oder Depressionen. Einige Angebote richten sich speziell an Kinder und Jugendliche. Betroffene können sich selbstständig Hilfe suchen und zu unterschiedlichen Themen anonym und kostenlos, über die Webseite oder telefonisch beraten lassen. 

Einzelberatung, Gruppenchats und Foren

Viele der Beratungsangebote im Netz bieten neben einer Einzelfallberatung die Möglichkeit, ihre Probleme in einer Gruppensprechstunde oder einem Forum zu besprechen. Für die Einzelfallberatung schreiben Betroffene ihre Probleme direkt an psychologisch ausgebildete Berater und Beraterinnen. So entsteht ein Austausch und die Jugendlichen erhalten sofort Hilfe und Unterstützung. Je nach Problem und Bedarf kann dieser Austausch unterschiedlich lang ausfallen. 

Innerhalb der Foren tauschen sich Betroffene und Peers aus. Peers sind geschulte Gleichaltrige, die Unterstützung bei Problemen anbieten. Dabei sind die jungen Menschen nicht auf sich allein gestellt, sondern können auf die Hilfe von erwachsenen Fachkräften zurückgreifen. Der Austausch in den Foren wird außerdem moderiert, um Beleidigungen, Trigger oder das Preisgeben von Daten zu vermeiden. 

Gute Beratungsangebote im Internet

Die Beratungs-und Hilfsangebote unterscheiden sich darin, welche Altersgruppe angesprochen wird, welche Themen im Mittelpunkt stehen und auf welchem Weg die Beratung in Anspruch genommen werden kann. Einige Angebote richten sich auch an hilfesuchende Eltern:

  • Die Telefonseelsorge berät Kinder, Jugendliche und Erwachsene online oder per Telefon zu unterschiedlichen Problemen.
  • Die Nummer gegen Kummer bietet, neben einer Jugendberatung, ein Elterntelefon. Dieses können Eltern bei Problemen wie z. B. Überforderung, Sorgen oder Erziehungsproblemen nutzen. 
  • Die ausgebildeten Berater und Beraterinnen der Jugendnotmail sind 365 Tage im Jahr für Jugendliche bis 19 Jahre anonym zu erreichen.
  • Das Beratungsangebot jugend.bke-beratung unterstützt Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahre. Auf der Webseite können sie sich in Einzel- oder Gruppenchats über ihre Probleme und Sorgen – vom Liebeskummer und Ärger in der Schule bis hin zu größeren Problemen –  austauschen. 
  • Auf jugend.support und juuuport bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe bei Problemen im Netz wie z. B. Cybermobbing oder Cybergrooming
  • Beratung4kids bietet neben anderer Bereiche einen eigenen Bereich mit Foren für Trans*Personen, also solche, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern.
  • Bei der Youth-Life-Line können sich Jugendliche bis 21 Jahren in akuten Krisen und bei Suizidgefährdung von Gleichaltrigen beraten lassen. 
  • Auf der Webseite von u25-deutschland gibt es neben Beratungsangebote, eine Infothek zu Themen wie Essstörung, Suizid, Depression u. v. m.
  • Das Angebot Kid Kit berät junge Menschen bis 18 Jahre bei Sucht, Gewalt oder psychischen Erkrankungen in der Familie. 
  • Auf da-sein.de unterstützen Peers Jugendliche, die sich in Trauer befinden oder selbst an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden.
  • Der Hilfsangebot-Finder von der Initiative Freunde fürs Leben hilft dabei, das passende Beratungsangebot zu finden. Dabei lässt sich filtern, ob die Beratung telefonisch, online oder vor Ort in Anspruch genommen werden möchte. 

Digitale Beratungsangebote haben Grenzen 

Hilfsangebote im Netz können einfach und kostenlos angenommen werden und sind so leichter zugänglich für junge Menschen als z. B. Beratungsstellen. Die beratenden Personen sind ausgebildet und die Betroffenen bleiben anonym. Eine Kontaktaufnahme kann ein erster und richtiger Schritt sein. Vor allem bei Problemen in der Schule, zu Hause oder mit sich selbst kann es helfen sich mit Gleichaltrigen auszutauschen oder den Rat einer objektiven Person zu erhalten. Ein Online-Beratungsangebot ersetzt aber keine Therapie! Bei Suizidgedanken oder psychischen Störungen sollte unbedingt der Rat einer weiteren therapeutischen Fachkraft gesucht werden und sich um eine fortlaufende Therapie bemüht werden. Auch bei rechtlichen oder medizinischen Fragen sollten andere Fachstellen aufgesucht werden.

Erzählen Sie Ihrem Kind, dass es diese Angebote gibt und erklären Sie, dass diese im Vergleich zu Gruppen in offenen Foren oder auf Social Media sicherer sind, da geschultes Personal dahinter steht. Vorsicht auch vor sogenannten Psycho-Apps. Diese sind nicht immer hilfreich und können sogar gefährlich werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Angebote es bei Problemen und Sorgen bedenkenlos in Anspruch nehmen kann. 

Machen Sie vor allem deutlich, dass es bei Problemen auf Ihre Hilfe zählen kann. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck und fragen Sie unvoreingenommen, wenn Sie das Gefühl haben, es hat Probleme. Ein Problem, das Ihnen klein erscheint, kann sich für Ihr Kind wesentlich schlimmer anfühlen. Sie können sich auch gemeinsam online beraten lassen.

Die erste eigene E-Mail-Adresse – Tipps für einen sicheren E-Mail-Verkehr

So selbstverständlich wie E-Mails für Erwachsene sind, gehören sie auch für die meisten Kinder und Jugendlichen mittlerweile zum Alltag. Eine eigene E-Mail-Adresse ist oftmals nötig, um sich z. B. bei Spieleseiten oder bei Lernplattformen anmelden zu können. Gerade während des Corona-Lockdowns haben viele Schulen Informationen und Aufgaben per E-Mail verschickt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es bei E-Mail-Adressen zu beachten gibt.

Überforderung, Spam und Viren

Die meisten Anbieter der häufig kostenlosen E-Mail-Konten sind nicht auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Solche Postfächer haben oft viele und komplizierte Funktionen, die sich an den Bedürfnissen Erwachsener orientieren. Kinder finden sich dort nur schwer zurecht. Dazu kommen Gefahren wie Spam, Phishing oder Kettenmails, mit denen Kinder und Jugendliche erst vertraut gemacht werden müssen.

Mit Spam werden E-Mails bezeichnet, die unerwünschte Werbung beinhalten – wie die Werbeblättchen, die zu Hause im Briefkasten landen. Sie werden von Personen bzw. Algorithmen automatisch und ohne Aufforderung verschickt. Das ist auch bei Phishing-Mails der Fall. Diese zielen darauf, E-Mail-Inhaber zu verleiten, ein Abo abzuschließen, bei einem Fake-Gewinnspiel mitzumachen oder falsche Rechnungen zu bezahlen. Gefälschte Absender verunsichern die Empfänger solcher Mails. Solche E-Mails können auch Links oder Dateien enthalten, hinter denen ein Computervirus o. ä. steckt und beim Anklicken oder Öffnen der eigene Computer infiziert wird.

Viele der unerwünschten E-Mails beinhalten nicht kindgerechte, z. B. pornografische, Inhalte. Spam und Phishing wird möglich, weil die E-Mail-Adresse zur Anmeldung von Chats, Messenger-Diensten oder Games verwendet und damit verbreitet wird. Solche Dienste schützen die personenbezogenen Daten ihrer Nutzenden unterschiedlich gut. Fremde Personen können eventuell darauf zugreifen und darüber Kontakt zu Ihrem Kind aufnehmen und ungefragt E-Mails schicken. Das kann vor allem Kinder und Jugendliche überfordern, wenn sie noch keine Strategien haben, mit solchen Risiken umzugehen. 

Tipps für Eltern

Bevor Sie ein E-Mail-Postfach für Ihr Kind einrichten, überlegen Sie gemeinsam, wofür es gebraucht wird. Wenn Ihr Kind jünger als 13 Jahre ist, darf es viele Dienste (laut AGB und Datenschutzgesetz) noch gar nicht nutzen. Für schulische Zwecke gibt es häufig schuleigene Postfächer, die bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Diese Schul- E-Mail sollte allerdings nicht für andere Dienste verwendet werden. Solche Mailadressen, wie z. B. lena.meier@schule-am-hasengraben.de, können konkrete Informationen über Ihr Kind preisgeben. Das kann riskant sein, wenn die Adresse in falsche Hände gerät. Erklären Sie Ihrem Kind deshalb, dass eine solche Adresse auch nur für schulische Zwecke genutzt werden darf.

Deshalb ist es auch bei einer “privaten” E-Mail, die für Social Media usw. genutzt wird, wichtig, dass Ihr Kind ein Pseudonym verwendet und sich die E-Mail-Adresse nicht auf Ihr Kind zurückführen lässt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass die E-Mail-Adresse nicht einfach so an Dritte weitergegeben werden sollte. Verwenden Sie am besten einen kindgerechten Mailanbieter – siehe unten. 

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, was es mit Spam auf sich hat (siehe oben) und wie es damit umgehen kann. In vielen Programmen lässt sich Spam markieren, so dass Mails vom gleichen Absender automatisch aussortiert werden. Wenn der Absender einer E-Mail nicht bekannt ist, sollten Sie und Ihr Kind vorsichtig sein. Am sichersten ist es, solche Nachrichten als Spam zu markieren und dann direkt zu löschen. Auf keinen Fall sollten Links oder Anhänge angeklickt und darauf geantwortet werden! 

Wenn Ihr Kind alt genug ist, um sich bei Social Media oder anderen Diensten anzumelden, machen Sie das gemeinsam. Achten Sie darauf, dass die Mailadresse nicht öffentlich angezeigt wird und deaktivieren Sie Informationsmails des Anbieters. Denn auch durch solche Mails kann ein Postfach überlaufen und es ist für Ihr Kind schwierig zu unterscheiden, was Spam oder Infomails sind.

E-Mail-Programme für Kinder

Vor allem für jüngere Kinder empfiehlt sich ein geeignetes E-Mail-Programm zu nutzen. Mailanbieter speziell für Kinder verfügen dabei nur über die wichtigsten Funktionen und gewährleisten bestimmte Schutzmaßnahmen: 

  • Bei Mail4Kidz und Kidsmail24 erhalten die jungen Nutzenden nur E-Mails von Personen, die bereits im eigenen sogenannten Freundebuch aufgeführt sind.
  • Bei ZUM-Grundschulpost bekommen die Erziehungsberechtigten die Nachrichten von Fremden sogar zugeschickt und können dann entscheiden, ob diese vertrauenswürdig sind. 

Die kinderfreundlichen Programme haben alle einen Spam-und Virenschutz. So erhält Ihr Kind erst gar keine unerwünschte Werbung oder Kettenmails. Allerdings ist die interne Suche von ZUM mit Google verknüpft, weshalb auch nicht jugendfreie Suchergebnisse auftauchen könnten.

Die Programme sind teilweise kostenfrei (Mail4Kidz in den ersten sechs Monaten) und vor allem für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Bei Kidsmail24 haben Nutzende die Möglichkeit nach Vollendung des 14. Lebensjahres auf einen uneingeschränkten Account zu wechseln. Trotz kinderfreundlicher Programme ist Ihr Kind nie vor allen Risiken im Netz geschützt. Sie als Elternteil sollten deshalb mit Ihrem Kind über seine Kontakte im Internet sprechen und Ihrem Kind die Sicherheit geben, sich bei Problemen an Sie wenden zu können.

Spieleratgeber NRW

Das Angebot der digitalen Spiele ist groß. Als Eltern sollten Sie darauf achten, welche gesetzliche Altersbeschränkung Spiele haben. Diese ist häufig durch ein farbiges USK-Kennzeichen zu erkennen. Besser ist es, wenn Sie mehr über die liebsten Computerspiele Ihres Kindes wissen. Um einschätzen zu können, ob ein Spiel geeignet für Ihr Kind ist, helfen Angebote wie der Spieleratgeber NRW. Eltern haben hier kostenlosen Zugriff auf zahlreiche pädagogische Bewertungen und Spielbeschreibungen der beliebtesten Games.

Kurz gefasst:

  • medienpädagogisches Informationsangebot für Eltern
  • unabhängig und kostenlos
  • ausführliche Steckbriefe zu über 1.400 Games
  • über die Webseite oder YouTube zu nutzen

Was bietet der Spieleratgeber NRW?

Das Informationsangebot der “Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW” hilft Eltern zu verstehen, was ihr Kind am Computer, der Spielekonsole oder dem Smartphone spielt oder gerne spielen möchte. Mit Hilfe der Filter- und Suchfunktion lassen sich zahlreiche Games über die Kategorien Genre, die USK-Einordnung oder die pädagogische Alterseinschätzung anzeigen und finden. Das Spielerlebnis wird genau beschrieben, so dass Sie es gut nachvollziehen können. Die beschriebenen Spiele werden dafür von Kindern und Jugendlichen getestet und bewertet. Außerdem bewerten medienpädagogische Experten den Schwierigkeitsgrad, die Inhalte und das Suchtpotenzial. Daraus ergibt sich eine pädagogische Altersempfehlung für jedes Spiel.

Zusätzlich finden Sie auf der Seite unter dem Menüpunkt “Familie” Artikel und Beiträge rund  um Gaming- und Medienkultur. Auf dem YouTube-Account des Spieleratgebers NRW gibt es Let’s-Play-Videos und Tutorials beispielsweise zu Jugendschutzeinstellungen einzelner Games. 

Das meint der Anbieter

Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW möchte mit ihrem Angebot Erziehungsberechtigte bei einer zeitgemäßen Medienerziehung unterstützen. Außerdem dient der Spieleratgeber NRW dazu, Vorbehalte und Verunsicherungen vieler Eltern bezüglich Computer- und Onlinespielen aus dem Weg zu räumen und sie über Themen zu Gaming und Medien aufzuklären. Da die USK und gesetzliche Regelungen nicht umfassend genug sind, versucht der Spieleratgeber NRW diese zu ergänzen und Kindern einen sicheren Umgang mit Netz zu ermöglichen. Als öffentlich gefördertes Projekt darf der Spieleratgeber NRW keine Werbung für einzelne Spiele machen, weshalb die Beschreibungen weitestgehend neutral gehalten sind.

Was sollten Eltern beachten?

Auch wenn die Spiele durch Kinder und Jugendliche selbst getestet und bewertet werden, ist das Erleben jeden Kindes anders – auch unabhängig vom Alter. Während die einen bestimmte Inhalte gut verarbeiten können, sind andere Kinder vielleicht noch überfordert. Für Eltern jüngerer Kinder empfiehlt es sich, die Spiele das erste Mal gemeinsam zu spielen und auszutesten. Noch besser ist es, wenn Sie ein Spiel vorher ausprobieren, bevor Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind spielen. 

Die Webseite Spieleratgeber NRW bietet viele Informationen, wirkt aber hier und da etwas unübersichtlich und überladen. Das Spieleangebot ist so riesig, dass nicht jedes Spiel in der Datenbank auftaucht.

Alternativ oder ergänzend zu dem Angebot des Spieleratgeber NRW bietet auch die Webseite spielbar.de neutrale pädagogische Bewertungen zu zahlreichen Spielen und Beiträge rund um die Themen Gaming und Medien. 

Was Kinder und Jugendliche am liebsten zocken

Jedes Jahr Ende August ist es Zeit für die Gamescom, eine der größten Messen für digitale Spiele überhaupt. Auf dieser werden auch Preise für die besten und beliebtesten Spiele vergeben. Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen fester Bestandteil ihres Alltags. Doch welche Spiele spielen sie am liebsten? Wir haben eine kleine Liste der beliebtesten Spiele zusammengetragen. 

Minecraft

Minecraft ist eine Art Lego für den Computer oder das Tablet, bei dem aus virtuellen Bausteinen mit Kreativität und Geschick eine eigene Welt erschaffen wird. Im sogenannten Überlebensmodus muss die oder der Spielende versuchen, zu überleben und kämpft dabei gegen Monster. In Minecraft können gemeinsam mit anderen Welten erschaffen werden. Besonders beliebt ist das Onlinespiel bei den 12- bis 15-Jährigen. Mehr können Sie in unserer Toolbeschreibung zu Minecraft nachlesen.

Fortnite

Das in 2017 erschienene Spiel ist noch immer so beliebt wie zu Beginn, besonders in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen. Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt mehrere Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save The World“ geht es darum, mit anderen Spielenden eine Festung aufzubauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspielenden zu töten, um selbst zu überleben. Mehr dazu in unserer Toolbeschreibung zum Spiel.

Animal Crossing: New Horizons

Das Spiel kann nur auf einer Nintendo Switch gespielt werden und ist Teil einer Simulations-Spielereihe. Bei New Horizons geht es darum, eine unbewohnte Insel zu erkunden und zu bebauen. Auch die Inseln von Freundinnen und Freunden können besucht werden. Das Spiel ist kindlich gestaltet und ab 6 Jahren empfohlen. Auch Jugendliche und junge Erwachsene spielen es gern. Mehr dazu bei spielbar.de.

FIFA

FIFA ist die bekannteste Reihe von Fußball-Videospielen – bei Jugendlichen ebenso beliebt wie bei Erwachsenen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften und deren aktuelle (männliche) Fußballer der realen Fußball-Ligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden. Es hat keine Altersbeschränkung und wird ab 8 Jahren empfohlen. Erfahren Sie mehr dazu in unserer Toolbeschreibung.

Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077 ist ein Rollenspiel und sogenannter Shooter. Die oder der Spielende bewegt sich in der Rolle der Hauptfigur, als ehemaliger Soldat V, in einer düsteren zukünftigen Welt und muss kriminelle Aufträge erfüllen. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren. Es wird aber trotzdem von Jugendlichen gespielt. Lesen Sie mehr zum Spiel auf spielbar.de und zum Thema Altersbeschränkungen bei Games auf dem Elternguide.

Grand Theft Auto

Das Action- und Rennspiel, das alleine im Story-Modus oder zusammen mit Freunden gespielt wird, ist ein Dauerbrenner unter den Games und besonders bei älteren Jugendlichen angesagt. GTA V (5) ist die aktuelle Version der populären Spielereihe. Der Spieler oder die Spielerin schlüpft in die Rolle eines Kriminellen und muss in einer fiktiven Stadt Missionen und Aufgaben erfüllen. Auch dieses Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18. Mehr zum Spiel erfahren Sie in unserer Toolbeschreibung.

Assassin’s Creed: Valhalla

Valhalla ist der letzte Teil aus der Spielereihe Assassin’s Creed. Das Action-Adventure-Videospiel folgt einem Wikinger, der eine Hauptaufgabe bewältigen muss und nebenbei kleine Teilaufgaben zu erledigen hat. Auch wenn dieses Spiel mit einer USK 18 nicht für Jugendliche freigeben ist, wird ihr Interesse daran z. B. bei Twitch oder über Let’s Plays geweckt. Lesen Sie mehr in der Spielbeurteilung von spielbar.de.

Call of Duty: Black Ops Cold War

Auch Call of Duty ist eine beliebte und seit vielen Jahren erfolgreiche Spielereihe. Gerade ältere Jugendliche ab 16 Jahren mögen diese Spiel. Call of Duty ist ein Ego-Shooter, den es auch als kostenlose Mobilversion für das Handy gibt. In rasanter Geschwindigkeit kämpft die oder der Spielende darin als Soldat gegen andere oder in einem virtuellen Krieg gegen Aliens. Ziel ist es, die Feinde mit Waffengewalt zu vernichten. Mit einer USK-Freigabe ab 18 ist auch dieses Spiel aufgrund der Gewaltdarstellung nicht für jüngere Kinder geeignet – siehe Toolbeschreibung.

Einen guten Überblick über bei Kindern und Jugendlichen beliebte Games bietet auch die Broschüre “Level 30 – Digitale Spiele pädagogisch beurteilt”.

Mein Kind will YouTuber werden – Was nun? (Teil 2)

In Teil 1 wurde erklärt, warum Kinder und Jugendliche den Berufswunsch YouTuber bzw. Social-Media-Star haben: Bei den berühmten Influencerinnen und Influencern wirkt es so einfach, mit dem Produzieren von sogenanntem Content Geld zu verdienen und gleichzeitig Spaß zu haben. Wenn Sie diesen Wunsch unterstützen möchten, sollten Sie einiges beachten.

Soll ich mein Kind dabei unterstützen?

Nehmen Sie den Wunsch Ihres Kindes ernst und sprechen Sie mit ihm darüber. Kinder können nicht unbedingt alle Risiken, die mit einer Veröffentlichung im Internet verbunden sind, abschätzen. Sie können sich nur schwer vorstellen, wie viele Menschen sich so ein Video ansehen könnten und auf welchen Wegen es weiterverbreitet werden kann. Kinder können auch noch nicht absehen, dass es Stress bedeuten kann, ständig im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem muss man sich mit Kritik zu den eigenen Videos auseinandersetzen. Erfolgreiche Influencer stehen unter Druck, immer wieder neue Videos für ihre Fans produzieren zu müssen, um im Gespräch zu bleiben. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die auf YouTube aktiv sind, also dort eigene Videos veröffentlichen, sind in der Regel nur im direkten Umfeld bekannt. Ihre Follower sind vor allem Freundinnen und Freude.

Machen Sie Ihrem Kind diese Dinge bewusst und besprechen Sie gemeinsam die Entscheidung, eigenen Content für Social Media zu produzieren. Überlegen Sie, was dafür und dagegen spricht. Fragen Sie nach, was eigentlich hinter dem Wunsch steckt und welches Ziel mit einem eigenen YouTube-Kanal verfolgt wird. Soll es als ein Hobby starten? Worum soll es gehen? Welche Themen und Inhalte sollen vorkommen? Wie sollen die Videos aussehen?

Mehr Tipps für den eigenen Social-Media-Auftritt

  • Einen eigenen YouTube-Channel (oder einen anderen Social-Media-Kanal) zu betreiben, erfordert eine Registrierung. Für einen eigenen Account müssen Nutzende in Deutschland meistens 16 Jahre sein, jüngere Personen benötigen die Einverständniserklärung der Eltern. Beachten Sie die AGB des jeweiligen Anbieters.
  • Die Veröffentlichung eines Videos bei YouTube ist nicht mit einem Klick gemacht, da verschiedene Angaben gemacht werden müssen. Dazu gehört u. a. die Angabe, ob das Video für Kinder geeignet ist. Machen Sie das, zumindest beim ersten Video, gemeinsam mit Ihrem Kind. 
  • YouTube schaltet ab einer gewissen Klickzahl Werbung vor und teilweise auch mitten in Videoclips. Kontrollieren Sie das regelmäßig. Wenn das Video für Kinder geeignet ist, sollte auch die Werbung jugendgerecht sein.
  • Machen Sie sich mit den Datenschutzeinstellungen der jeweiligen Plattform vertraut. Videos könnten beispielsweise privat gestellt und nur ausgewählten Nutzern zugänglich gemacht werden.
  • Denken Sie an die Privatsphäre! Keine Angaben, wie der Benutzername, oder Aufnahmen, wie das Filmen im eigenen Zuhause, sollten Rückschlüsse auf persönliche Daten (wie Wohnort, Alter oder Schule des Kindes) zulassen. 
  • Videos, in denen andere Personen zu sehen sind, dürfen nicht ohne deren Einverständnis veröffentlicht werden.
  • Die Urheberrechte müssen eingehalten werden. Veröffentlicht werden dürfen nur selbst erstellte Bilder und Musik oder man muss Nutzungsrechte für die Verwendung fremder Musik, Fotos u.ä. einholen und eventuell Lizenzgebühren bezahlen.
  • Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es auch unschöne Kritik zum Video geben kann. Auf YouTube herrscht teilweise eine raue und nicht sehr freundliche Sprache. Es gibt immer wieder Menschen, denen es nicht um Inhalte geht, sondern die die scheinbare Anonymität im Netz nutzen, um andere zu beleidigen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen (unter 14 Jahren) empfiehlt es sich, die Kommentarfunktion einfach zu deaktivieren.
  • Legen Sie gemeinsam fest, in welchen Abständen Ihr Kind ein neues Video hochlädt. Berücksichtigen Sie, dass andere Dinge wie Schule, Sport oder andere Hobbys nicht zu kurz kommen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass der Erfolg als YouTuber auch vom Glück abhängt. Vielleicht läuft es nicht so, wie zu Beginn erhofft oder die Videos entsprechen nicht den eigenen Erwartungen. Gerade die Möglichkeit, die eigenen Videos nicht jedem öffentlich zugänglich zu machen, ist gut geeignet, um das YouTuber-Dasein auszuprobieren und das filmische Können in einem geschützten Rahmen verbessern. Trotzdem kann Ihr Kind sein neuestes Werk den Freunden auf dem Schulhof oder der Oma vorführen.

Mein Kind will YouTuber werden – was nun? (Teil 1)

„Weißt du schon, was du mal werden willst?“ ist eine beliebte Frage an Kinder. Die Antwort  „Ich will YouTuber werden!“ ist nicht ungewöhnlich. Spätestens, wenn Kinder in die weiterführende Schule kommen, wächst bei einigen der Wunsch, einen eigenen YouTube– oder Instagram-Channel mit echten Followerinnen und Followern zu haben und damit viel Geld zu verdienen – so wie ihre Vorbilder bei Social Media auch. Für manche Eltern ist das schwer zu verstehen.

Ist “YouTuber sein” überhaupt ein Beruf?

Videos drehen und dafür Geld bekommen ist doch kein “richtiger” Beruf, den man studieren kann oder für den es eine Ausbildung gibt, oder? Kinder und Jugendlichen sehen täglich Influencer bei Social Media, die davon leben können – und dabei viel Spaß haben. Es scheint, als wäre es ganz leicht, zum Social-Media-Star zu werden und mit schnell erstellen Videos und Fotos Geld zu verdienen.

Viele Social-Media-Stars haben das tatsächlich nicht gelernt und können davon leben. Aber es gibt Studiengänge oder Ausbildungen, die hilfreich sein können, wenn das Berufsziel YouTuberin oder Influencer ist. Lesen Sie mehr darüber bei Studycheck oder aubi-plus.

Wie wird man YouTuber?

Dank mobiler Medien, die mit dem Internet verbunden sind, ist es nicht schwer, YouTube und andere Social-Media-Kanäle mitzugestalten. Es braucht scheinbar nicht viel mehr als ein Smartphone und einen eigenen Kanal – und schon kann es losgehen. So könnte theoretisch auch Ihr Kind mit den eigenen Videos ein Millionenpublikum erreichen. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Das Erstellen von Inhalten für Social Media und Videoplattformen ist ein kreativer Prozess. Er kann das Selbstbewusstsein und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, wenn sie dabei begleitet werden. Allerdings ist damit auch viel Arbeit verbunden, die Zeit kostet. Berühmte Influencer sind nicht über Nacht erfolgreich geworden oder konnten sofort von ihrem Content leben. Anfangs waren YouTube-Videos häufig noch einfach gestaltet. Heutzutage sind viele Videos hochwertig und wurden mit viel Aufwand produziert. Außerdem ist ein Influencer oder eine Influencerin meist bei mehreren Kanälen aktiv, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu kommt, dass Social-Media-Stars vor allem über Werbeverträge Geld verdienen. Auch damit müssen sie umgehen können. Viele der erfolgreichen Influencerinnen oder YouTuber haben ein eigenes Management. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen sich YouTuber und Influencerinnen mit ihren Inhalten von anderen abheben und viel Geld und Zeit in gute Inhalte investieren.

Im zweiten Teil von „Mein Kind will YouTuber werden – Was nun?“ erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind unterstützen können, wenn es diesen Wunsch hat.

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

Vorsicht In-App-Käufe!

Viele Apps kosten nichts. Erst auf den zweiten Blick lässt sich erkennen, dass bezahlt werden muss, um solche Apps richtig und mit Spaß nutzen zu können. Für Kinder und Jugendliche sind solche In-App-Käufe ganz besonders bei Spiele-Apps ein Thema.

Was sind In-App-Käufe?

Nicht nur beim Installieren einer App können Kosten anfallen. Viele Apps kosten sogar auf den ersten Blick kein Geld. Aber um bestimmte Funktionen zu nutzen, muss extra bezahlt werden. Das passiert über sogenannte In-App-Käufe. 

Durch ein paar Klicks können so Kosten entstehen, die spätestens auf der nächsten Handy- oder Kreditkartenabrechnung entdeckt werden. Meist handelt es sich dabei eher um kleine Beträge von wenigen Euro. Aber man bekommt keinen Überblick darüber, wie viel man für welche Funktionen ausgegeben hat und so wird es unbemerkt immer mehr. Ein anderer Trick der Anbieter: Auf den ersten Blick muss kein echtes Geld für die Zusatzfunktionen gezahlt werden, sondern stattdessen gibt es eine virtuelle Währung. Die muss allerdings wiederum über “echtes Geld” mit Kreditkarte oder PayPal-Konto gekauft werden.

Oft wird auch innerhalb der kostenfreien Apps Werbung für eine sogenannte “Premium Version” gemacht. Diese ist die kostenpflichtige Variante der gleichen App, mit mehr Funktionen. Die kostenfreie App wirkt hier als eine Art “Testversion”. Wenn diese gemocht wird, ist es wahrscheinlicher, ein paar Euro für die kostenpflichtige App auszugeben.

In-App-Käufe als Gefahr für Kinder und Jugendliche?

Kinder und Jugendliche kommen mit In-App-Käufen vor allem bei Spiele-Apps wie z. B. Coin Master, in Berührung. Das Herunterladen des Spiels ist kostenlos, um möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Kinder sind besonders anfällig für In-App-Käufe, weil sie im Spiel schnell vorankommen möchten und sich dabei vielleicht auch mit Freunden vergleichen. Oder sie finden es schön, ihre Spielfigur individuell zu gestalten, obwohl es für den Spielverlauf nicht wichtig ist. Dafür müssen sie beispielsweise Münzen, Spielfigur-Ausstattung (auch in Form sogenannter Lootboxen) oder die Freischaltung von weiteren Levels für echtes Geld erwerben. 

Die virtuelle Währung erscheint für Kinder und Jugendliche sehr abstrakt und hat wenig mit dem Taschengeld (in Münzen und Scheinen) zu tun, das sie regelmäßig von ihren Eltern bekommen. Deshalb merken sie nicht unbedingt, dass sie tatsächlich Geld ausgeben – für virtuelle Dinge, die ihnen nicht viel bringen.

Checkliste: Worauf sollten Sie achten?

  1. Im Google Play Store oder App Store von Apple wird bei jeder App angegeben, ob sie In-App-Käufe enthält. Achten Sie darauf und weisen Sie auch Ihr Kind darauf hin. Lesen Sie vor dem Download einer App immer die Bewertungen. Denn hier finden Sie bereits Hinweise auf mögliche Erfahrungen mit Kostenfallen innerhalb des Spiels.
  2. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, sich vorher zeigen zu lassen, was es sich kaufen möchte. Achten Sie darauf, ob es sich um einen einmaligen Kauf oder um ein Abonnement handelt. Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich alle Informationen zur App genau durchzulesen und nicht einfach schnell auf “weiter” zu klicken. 
  3. Mit bestimmten Einstellungen auf dem Handy können In-App-Käufe eingeschränkt werden. Auf dem iPhone oder iPad ist das über die Funktion Bildschirmzeit möglich. Bei Android-Geräten gehen Sie dazu im Play Store auf “Einstellungen” und aktivieren die Funktion “Authentifizierung für Käufe erforderlich“. Sie können auch die Familienmediathek bei Android-Geräten oder die Familienfreigabe bei Apple-Geräten nutzen, um Käufe Ihres Kindes prinzipiell vorher bestätigen zu müssen und um Käufe innerhalb der Familie zu teilen
  4. Um einen Überblick über die Ausgaben Ihres Kindes zu haben, können Sie eine Liste führen. So sehen Sie gemeinsam, wie viel Taschengeld im Monat für Apps ausgegeben wird. Eine andere Möglichkeit ist, erst gar keine Zahlungsdaten in den App-Stores zu hinterlegen. So hat Ihr Kind nur Zugriff auf kostenlose Apps. Gerade bei jüngeren Kindern ist  dies eine gute Vorsichtsmaßnahme, allerdings können diese  Werbung enthalten.
    Wichtig ist, dass Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst nehmen. Wenn Ihr Kind Taschengeld bekommt, darf es mitreden, wofür es ausgegeben werden soll. Beraten Sie sich gemeinsam, welche Kosten sinnvoll sind und wie Sie zu hohe Kosten am besten vermeiden können. Eine weitere Möglichkeit, die Kosten zu kontrollieren, ist der Kauf einer Guthabenkarte (z. B. als Geschenk) für den App-Store. Achten Sie jedoch unbedingt in den Einstellungen darauf, dass die Kreditkarte nicht weiter aufgebraucht wird, sobald das Guthaben leer ist.
  5. Ein etwas radikalerer, aber effektiver Weg ist die Drittanbietersperre. Darüber können jegliche In-App-Käufe blockiert werden. Um diese einrichten zu lassen, wenden Sie sich an Ihren Mobilfunkanbieter mit einer formlosen E-Mail oder einem einfachen Anruf. 

Es sind bereits hohe Kosten entstanden. Was nun?

Manchmal lassen sich bereits getätigte Käufe innerhalb einer Frist zurückrufen, z. B. im iTunes-Account (Apple) unter der “Kaufübersicht”. Es kann sich auch lohnen, sich an die Hersteller zu wenden, sollte beispielsweise der Kauf eines Abos nicht gut gekennzeichnet worden sein. Was Sie weiterhin tun können, wenn Sie oder Ihr Kind versehentlich in eine Abo-Falle geraten sind, erfahren Sie auf mobilsicher.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden. 

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis zu versenden. 

Auch Videoanrufe mit einzelnen oder in Gruppen sind darüber möglich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Chats zu archivieren und selbstlöschende Nachrichten zu versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. 

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Es kann gesehen werden, wann einzelne das letzte Mal online waren, was für ein Profilbild und Status sie haben und man muss nicht mal mehr Texte schreiben. Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt. Das Ganze funktioniert, ohne viel Akku und Datenvolumen zu verbrauchen.

Was kann problematisch an dem Angebot sein?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, dubiose Gewinnspiele, Falschmeldungen oder unverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden. 

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Facebook-Konzern. In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung zu verbessern. Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Können Apps Jugendlichen bei (psychischen) Problemen helfen?

Während der Corona-Pandemie ging es vielen verschiedenen Menschen nicht gut. Einsamkeit, Sorgen und Unsicherheit machten auch jungen Menschen zu schaffen. Für Jugendliche ist es ganz normal, sich bei Problemen Rat im Netz zu suchen. Schnell stößt man bei der Recherche nach Hilfsangeboten auf sogenannte Psycho-Apps. Leider sind diese nicht immer hilfreich, sondern können sogar das Gegenteil bewirken.

Leere Versprechungen und Fehldiagnosen 

Psychologie- oder Diagnose-Apps locken mit dem Versprechen, schnell und einfach Hilfe bei psychischen Problemen wie z. B. Depressionen zu bieten. Während einige der Angebote nur Diagnose und Vorbeugung anbieten, werben andere sogar mit der Aussicht auf Heilung. Solche Apps und ihre Inhalte sind meistens aber nicht von Experten und Expertinnen entwickelt und entsprechen nicht den wissenschaftlichen Standards. So kann es schnell zu Fehldiagnosen kommen, die Jugendliche stark verunsichern und ihnen Angst machen können. Auch bei einer korrekten Diagnose durch die App werden die Nutzenden damit allein gelassen und erhalten nicht die Hilfe, die sie bräuchten. 

Bilder und Schilderungen von Selbstverletzung können Gefährdete animieren 

Besonders problematisch sind chat-basierte Angebote, bei denen Nutzende anonym ihre Probleme in öffentliche Foren stellen und andere Personen die Beiträge kommentieren.  Neben Liebeskummer oder eigenen Unsicherheiten, werden sogar Suizidgedanken oder Fotos von Selbstverletzungen geteilt und diskutiert. Die Beiträge in diesen Foren werden weder von wirklichen Expertinnen oder Experten moderiert, noch werden Inhalte geprüft und gefiltert. Gefährdete Personen können durch bestimmte Bilder und Nachrichten getriggert oder sogar animiert werden, sodass sie sich noch schlechter fühlen. Nicht selten kommt es in solchen Communitys dazu, dass durch das geteilte Leid eine Art Gemeinschaftsgefühl und Bestätigung entsteht, aus denen sie nur schwer wieder herauskommen. Auch Fälle von Cybergrooming, bei dem Erwachsene den verletzlichen Zustand der Jugendlichen ausnutzen, sind möglich. 

Fragwürdiger Datenschutz vieler Psycho-Apps

Hinzu kommt, dass viele dieser Apps dazu auffordern, genaue Auskunft über den gesundheitlichen und psychischen Zustand zu geben. Einige Anbieter geben die Daten ihrer Nutzenden an Drittanbieter wie z. B. Facebook weiter. Diese verwenden die Daten meist zu Werbezwecken. Doch auch vermehrt Versicherungsunternehmen oder Kreditanbieter interessieren sich für diese Art von Daten. Das kann dazu führen, dass künftig keine Krankenversicherung abgeschlossen werden oder man andere Nachteile hat. 

In chat-basierten Apps sind Nutzende vermeintlich anonym. Doch geben viele Jugendliche im Laufe der Zeit Telefonnummern oder Adressen weiter. Daten die schnell auf die Identität der Person schließen lassen.

Was können Sie als Eltern tun?

Sie als Elternteil sollten Ihr Kind über die Gefahren solcher Psycho-Apps aufklären und was es damit auf sich hat. In diesem Video von funk wird das Thema jugendgerecht dargestellt.

Bieten Sie Ihre Hilfe bei Problemen an und zeigen Sie Interesse. Hat Ihr Kind das Gefühl, bei Problemen nicht auf sich allein gestellt zu sein, wird es weniger die Hilfe im Netz suchen. Vor allem Jugendliche reden ungern mit den eigenen Eltern über ihre Probleme. Zeigen Sie Ihrem Kind deshalb geeignete Angebote und wie es sich selbstständig Hilfe suchen kann. 

Gute digitale Hilfsangebote bei psychischen Problemen

Unterstützung und Beratung erhalten Eltern und Kinder anonym z. B. über die Nummer gegen Kummer (116 111) oder die Telefonseelsorge (0800 1110111). Bei Problemen im Netz können sich Jugendliche außerdem selbstständig über juuuport.de und jugend.support.de Hilfe suchen. 

Einige Psychotherapeuten und -therapeutinnen bieten digitale Sprechstunden an. Um sicher zu gehen, dass es sich bei der beratenden Person um einen Therapeuten oder eine Therapeutin handelt, prüfen Sie z. B. das Impressum der Person. Dort erhalten Sie Informationen über die Adresse oder können vorerst telefonisch Kontakt aufnehmen. Sehen Sie sich außerdem den Lebenslauf genauer an: Hat die Person eine anerkannte Ausbildung um psychotherapeutische Hilfe anzubieten? Treffen diese Punkte zu, können Sie die Hilfe auch digital in Anspruch nehmen. 

Einige Therapeuten und Therapeutinnen empfehlen die Nutzung bestimmter Apps, als Begleitung zu einer Gesprächstherapie. Diese Apps sind von Experten und Expertinnen entwickelt, staatlich geprüft und verschreibungspflichtig.

Alles Fake? Falschmeldungen erkennen

„Doch Mama, das hab ich im Internet gelesen!“ – „Wenn das so viele liken, muss ja auch was dran sein…“ – „Da ist ein Foto dabei – das ist ja ein Beweis.“

Kennen Sie solche Diskussionen um Nachrichten, bei denen die Meinung darüber, ob sie stimmen oder nicht, in der Familie auseinandergehen? Im Internet und in sozialen Netzwerken begegnen uns täglich unzählige Nachrichten, Meldungen und Geschichten. Sie stammen aus den Fernsehnachrichten, der Tageszeitung, von Leuten aus dem Sportverein oder bekannten Personen. Viele werden von eher unbekannten Menschen im Internet verbreitet. Darunter mischen sich Nachrichtenseiten und Absender, die gezielt mit Lügen oder Halbwahrheiten manipulieren möchten. Sie streuen bewusst Falschmeldungen, Gerüchte oder hasserfüllte Meldungen, die uns verunsichern sollen.

Fake News in unsicheren Zeiten

Nicht nur Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, vertrauenswürdige Beiträge von gefälschten Meldungen, sogenannten „Fake News“, zu unterscheiden. Denn häufig sind verbreitete Falschmeldungen als seriöse Nachrichten „getarnt“ und wirken sehr echt. Das kann problematisch sein, wenn es sich um politische Beiträge mit extremistischen oder populistischen Hintergrund handelt, wenn Verschwörungstheorien verbreitet werden oder bei Inhalten, die vor allem jüngere Kinder verunsichern oder ängstigen können.

Ein anderes Problem sind Falschmeldungen, die kursieren, wenn viele Menschen sowieso unsicher sind und selbst Expert*innen und Politiker*innen keine Antworten auf alle Fragen haben – so z. B. während der Coronakrise. Falschmeldungen geben häufig die gewünschten Antworten und können helfen, mit Unsicherheit umzugehen. Leider sind sie aber eben nicht wahr! Fragen wie “Sind die Impfstoffe auch sicher?” oder “Woher kommt das Virus?” werden mit unpassenden Zahlen und Fakten falsch beantwortet. Das Problem daran ist: Je häufiger solche Artikel angeklickt werden, desto häufiger werden sie auch angezeigt und für bare Münze genommen. Darum ist es wichtig zu wissen, dass Nachrichten, obwohl viele sie lesen, nicht stimmen müssen.

Umgang mit Fake News

Doch wie können Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene erkennen, ob sie einer Meldung oder einem Beitrag vertrauen können? Meistens hilft es auf das eigene Gefühl zu hören und kurz zu überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Die folgenden Tipps helfen Ihnen und Ihrem Kind herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Falschmeldung handelt:

  • Quellencheck: Wo wurde die Meldung gelesen und wer steckt eigentlich dahinter? Ist der Autor oder die Autorin bekannt und Expert*in für das Thema? Handelt es sich um eine seriöse Internetseite? 
  • Faktencheck: Findet sich die Meldung bei verschiedenen Quellen? Wie aktuell ist die Nachricht? Woher kommen die genannten Zahlen und Daten und in welchem Kontext wurden sie erhoben?
  • Form der Nachricht prüfen: Wirken Inhalt und Sprache seriös? Es lohnt ein Blick auf Schreibweise und verwendete Begriffe: Werden emotionale Sprache und viele Großbuchstaben verwendet? Finden sich Schlagworte wie „Lügenpresse“ oder ähnliche provokante Begriffe? Könnte der Artikel satirisch gemeint sein?
  • Beweise prüfen: Passen Fotos und Videos zum Inhalt der Nachricht? Sind sie aktuell? Gibt es eine Bildunterschrift und lässt sich erkennen, ob sie das Beschriebene darstellen oder aus einem anderen Zusammenhang stammen?

Falschnachrichten verbreiten sich, wenn viele sie weiterleiten oder weitererzählen. Deshalb sollten Sie immer erst überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Bestimmte Internetseiten (für Kinder und Erwachsene) gelten als seriös und verbreiten in der Regel geprüfte Nachrichten. Außerdem haben wir einige Tipps für Sie, wo sich Fake News überprüfen lassen und wie sich der Umgang damit spielerisch lernen lässt:

Ihr Kind sollte wissen, dass nicht alles, was im Netz steht oder per WhatsApp verschickt wird, stimmen muss. Wenn Sie gemeinsam Nachrichten prüfen, kann es nach und nach lernen, falsch von richtig zu unterscheiden.

Vorbild sein von Anfang an – wie Babies und Kleinkinder den Umgang mit Medien lernen

Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.

Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babies und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.

Ein gutes Vorbild sein

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.

Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.

Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam daran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.

Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!

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