Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?
Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.
Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.
Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.
Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.
Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.
Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.
Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert
Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.
Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) liefert Einblicke in die Mediennutzung Jugendlicher (12 bis 19 Jahre) in Deutschland. Sie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt. Hier fassen wir die wichtigsten Ergebnisse so zusammen, dass Eltern ihre Kinder besser unterstützen können.
Fast alle Jugendlichen (98 %) besitzen ein Smartphone, das sie täglich nutzen. Im Durchschnitt verbringen sie rund vier Stunden täglich am Gerät, bei älteren Jugendlichen sind es über viereinhalb Stunden. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Art der Inhalte, die Jugendliche konsumieren. Diese Nutzungszeit umfasst sowohl schulische Aufgaben als auch Freizeitaktivitäten. Besonders ab 16 Jahren nutzen viele ihr Smartphone nahezu durchgehend. Auch wenn ihnen bewusst ist, wie wichtig Pausen sind, fällt es vielen schwer, die Nutzung eigenständig zu regulieren.
Social Media-Plattformen und Messenger bleiben weiterhin die wichtigsten Kanäle, um zu kommunizieren, sich zu informieren und den Alltag zu organisieren.
Zum ersten Mal liegt der Fokus der Studie 2025 auf dem Thema Künstliche Intelligenz (KI): 91 Prozent der Jugendlichen verwenden mindestens ein KI-Tool. Besonders oft wird KI für die Schule und Hausaufgaben genutzt, etwa zur schnellen Informationssuche. Aber auch für die Antwort auf Fragen, die Jugendliche bewegen oder um herauszufinden, wie etwas geht, setzen Jugendliche KI ein.
Schon jüngere Jugendliche verwenden KI regelmäßig. Deshalb sollten Eltern die Themen KI-Nutzung, Quellenkritik und den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen gemeinsam mit ihren Kindern besprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür sich welche KI-Anwendungen eignen und, dass KI-Chatbots nicht den Austausch mit anderen Menschen ersetzen.
Die Studie zeigt auch, dass viele Jugendliche negative Erlebnisse machen: Etwa ein Viertel kennt Fälle von Mobbing in ihrem Umfeld, 9 Prozent sind selbst betroffen. Die Kommunikationsrisiken von Social Media und Smartphone bleiben hoch. Zusätzlich belasten der ständige Druck erreichbar zu sein, Cyber-Kontakte und problematische Inhalte viele Jugendliche.
Neben diesem Überblick empfehlen wir auch die miniKIM-Studie zur Mediennutzung von Kleinkindern und die KIM-Studie 2022 für jüngere Kinder.
Weitere ausführliche Informationen zur JIM-Studie 2025 finden Sie auf der Website des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und bei Handysektor.
Welche Wörter haben Sie benutzt, als Sie jünger waren – und wie fanden das Ihre Eltern? Überlegen Sie mal! Denn es ist vollkommen normal, dass Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen, weil es Wörter benutzt, die Sie nicht kennen oder gebrauchen.
Unsere Sprache ist geprägt von der Welt der Erwachsenen. Jugendliche haben das starke Bedürfnis, eine eigene Identität auszubilden, selbstständig zu werden und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Das kommt auch in der sogenannten Jugendsprache zum Ausdruck, mit der sie eine eigene Welt erschaffen. Mit eigener Sprache, oder zumindest eigenen Begriffen, schaffen sie etwas Eigenes und Jugendtypisches. Das verbindet und schafft Selbstvertrauen. Den “veralteten” Slang der Eltern zu verwenden, würde altmodisch und uncool klingen.
In jeder neuen Generation, in bestimmten Jugendszenen und sogar an unterschiedlichen Orten verändert sich Jugendsprache und es gibt andere Wörter und Ausdrücke. Typisch ist, dass Jugendliche einfacher sprechen als Erwachsene. Dabei benutzen sie manchmal auch ungewöhnliche oder ungewohnte Begriffe. Die Sprache ist weniger “richtig”, weil Jugendliche spontaner sprechen. Dafür transportiert sie wesentlich mehr Gefühle und Stimmungen.
Auch die Kommunikation im Netz hat einen starken Einfluss darauf, wie Jugendliche sprechen oder schreiben. Im Messenger-Chat zum Beispiel werden Emojis, GIFs, Sticker und Memes verwendet. Die Sprache wird deutlich verkürzt und ist oft fehlerhaft. Begriffe aus der Gaming– und Rap-Szene, von Influencer*innen und vor allem aus dem im Netz dominierenden Englisch werden übernommen. Viele Begriffe spiegeln sich in Hashtags wider. Welche Sprache Jugendliche gebrauchen, ist abhängig davon, wo sie sich im Internet bewegen und welcher Trend gerade angesagt ist. Damit zeigen sie, welcher Jugendkultur sie sich zugehörig fühlen und welchen medialen Vorbildern sie nacheifern.
Checken Sie doch mal Ihr Wissen rund um die Sprache Ihres Kindes aus. Folgende Wörter sind im Jahr 2025 besonders beliebt. Am Ende des Beitrags finden Sie die Auflösung.
Es gibt also keinen ernsthaften Grund, sich Sorgen zu machen, wenn Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen. Respektieren Sie den Wunsch nach Abgrenzung und haben Sie grundsätzlich Verständnis dafür, wenn Ihr Kind andere Wörter benutzt als Sie. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich alles von ihm sagen lassen müssen. Gerade wenn die Sprache unanständig, verletzend oder beleidigend ist. Sagen Sie das Ihrem Kind. Verdeutlichen Sie ihm, warum es auch mit anderen nicht so sprechen soll, und vereinbaren Sie, wenn nötig, Regeln zum Umgang miteinander. Auch in der Online-Kommunikation kann der Einsatz von Jugendsprache problematisch sein, etwa beim Trashtalk in Online-Spielen oder bei Cybermobbing. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über einen respektvollen Umgang im Internet. Die gleichen Regeln, die offline für ein faires und wertschätzendes Miteinander gelten, sollten auch online beachtet werden: Fairness, Offenheit und Respekt.
Sie sind und bleiben die oder der Erwachsene, von der oder dem sich Ihr Kind unterscheiden möchte. Versuchen Sie deshalb nicht, sich sprachlich anzunähern. Das wird Ihr Kind eher als Eindringen in seine Intimsphäre empfinden. Sprechen Sie so, wie Sie es immer tun. Trotzdem können Sie sich gelegentlich über die fantasievollen Wortschöpfungen Ihres Kindes freuen und nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen!
Auflösungen:
Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.
TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.
Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.
Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.
TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.
TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:
Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.
Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.
Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.
Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.
Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.
Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.
Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.
Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.
Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).
Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.
Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.
Bald sind sie wieder da, die besinnlichen Tage am Ende des Jahres, an denen die Zeit manchmal stillzustehen scheint. Perfekt um sich mit der Familie und einem Wohlfühlgetränk auf die Couch zu mummeln und einen winterlichen Filmeabend zu machen. Oder warum nicht gleich den Kino-Gutschein einlösen, den es zu den Feiertagen gab? Doch wie finde ich den passenden Film für das Alter meines Kindes? Wie kann ich geeignete Filminhalte in der Familie auswählen? Da gibt es doch diese bunten Kennzeichen – doch wofür steht eigentlich diese FSK und was bedeutet „Altersfreigabe“?
Wenn Sie sich diese oder ähnliche Fragen stellen, haben Sie am 15.12.2025 die Chance, sie direkt von unserer Expertin der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) beantworten zu lassen. Elternguide.online lädt zum sechsten virtuellen Elternabend dieses Jahres ein. Lernen Sie mehr über die Arbeit der FSK, was hinter den bekannten Alterskennzeichen steht, und bewerten Sie selbst einmal einen Filmtrailer nach Kriterien des Jugendschutzes. Für ein abwechslungsreiches Programm, Austauschmöglichkeiten und praktische Tipps für Home Entertainment und Kino über die Feiertage ist gesorgt.
Wir freuen uns auf eine festliche Runde mit Ihnen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, live dabei zu sein und Ihre Fragen an unsere Expertin zu stellen – wir stehen für den Austausch bereit und liefern wertvolle Impulse für den Familienalltag!
Datum: 15.12.2025 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Praktische Einblicke in die Arbeit der FSK (ca. 40/45 Min.) und anschließender offener Austausch
Referentin: Janina Pickel, Sprecherin der Filmwirtschaft und Projektmanagerin (FSK)
Moderation: FSM e.V.
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber WTG . Serverstandort der WTG ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.
Anmeldung:
Ein eigenes Tablet kann für Kinder spannend sein: Spiele spielen, Bücher lesen, kreativ werden oder Lern-Apps nutzen. Viele Eltern fragen sich jedoch: Wann lohnt es sich, ein eigenes Gerät zu geben – und wann reicht das Familien-Tablet?
In den ersten Jahren ist ein gemeinsames Tablet sinnvoll. Ihr Kind kann so Inhalte ausprobieren, während Sie begleiten, erklären und einschränken, was es sieht und macht. Ein Familiengerät ist oft ausreichend, um erste Erfahrungen mit Apps, Videos oder Spielen zu sammeln und die Mediennutzung gemeinsam zu reflektieren.
Ein eigenes Tablet wird sinnvoll, wenn Ihr Kind regelmäßig unabhängig Medien nutzen möchte, eigene Interessen verfolgen will oder Lern-Apps verwendet, die persönliche Konten erfordern. Bei Kindern ab etwa 6 bis 7 Jahren kann ein eigenes Gerät sinnvoll sein, wenn Sie die Nutzung klar regeln und begleiten.
Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Reife Ihres Kindes: Kann es Regeln einhalten? Weiß es, wie man sicher im Netz surft? Kann es Inhalte reflektieren und zwischen Spielen, Lernen und Unterhaltung unterscheiden? Erst wenn diese Kompetenzen vorhanden sind, lohnt sich ein eigenes Gerät.
Ein Tablet für Kinder sollte robust, intuitiv bedienbar und nicht zu teuer sein. Gute Einstiegsmöglichkeiten sind einfache Geräte mit stabiler Hülle und kinderfreundlicher Oberfläche. Prüfen Sie, ob Lern-Apps, Hörbücher oder kreative Tools sinnvoll sind und ob In-App-Käufe und Werbung deaktiviert werden können.
Egal ob Familien- oder eigenes Gerät: Legen Sie gemeinsam Nutzungszeiten, Inhalte und Regeln fest. Kindersicherungen, Familienkonten und Jugendschutz-Apps helfen, die Mediennutzung zu steuern. Reflektieren Sie gemeinsam: Wie lange darf Ihr Kind das Tablet nutzen? Welche Inhalte sind erlaubt?
Ein eigenes Tablet kann die digitale Selbstständigkeit fördern, wenn Sie begleiten: Funktionen erklären, Lern-Apps gemeinsam ausprobieren und kritisch über Werbung, Algorithmen und Inhalte sprechen. So lernt Ihr Kind, Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Es kann passieren, dass Kinder oder Jugendliche online auf Inhalte mit Gewaltdarstellungen stoßen. Beim Scrollen auf Social Media, auf Video-Plattformen oder wenn solche Videos in Gruppenchats im Messenger geteilt werden. Dabei kann es sich um Prügeleien, Misshandlungen, Unfälle oder drastisches Bildmaterial aus Kriegsgebieten handeln. Solche Inhalte können Kinder oder Jugendliche verängstigen und verstören. Sie verletzten außerdem das Recht am eigenen Bild der Betroffenen und können sogar strafbar sein.
Auf keinen Fall sollten solche Inhalte weiterverbreitet werden. So lässt sich verhindern, dass noch mehr Menschen den Inhalt sehen. Wenn es sich um illegale Aufnahmen handelt, kann die Veröffentlichung und Weiterverbreitung sogar strafrechtliche Folgen haben.
Jugendliche können wir auch ermutigen, noch mehr zu tun, indem sie solche Inhalte nicht ignorieren, sondern aktiv melden. Schauen Sie gemeinsam, wo auf den genutzten Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok oder YouTube die Meldefunktion zu finden ist. Denn laut Nutzungsbedingungen sind gewalthaltige und grausame Inhalte nicht erlaubt und sollten gelöscht werden. Auch auf WhatsApp können Nachrichten oder Personen gemeldet werden.
Die Online-Beratungsplattform für junge Menschen Juuuport bietet sogar eine eigene Meldemöglichkeit für Jugendliche, z. B. für Gewaltvideos, Extremismus oder Hate Speech. Die Internet-Beschwerdestellen FSM, eco und jugendschutz.net kümmern sich dann um diese Beschwerden.
Gewalt spielt auch eine Rolle bei fiktionalen Medieninhalten, wie Filmen, Serien oder Spielen. Inhalte, die für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene leicht zu verarbeiten sind, können junge Kinder verängstigen. Deshalb gibt es für Gewaltdarstellungen in den Medien Altersbeschränkungen, die durch den Jugendmedienschutz geregelt sind. Die Alterskennzeichen von Filmen oder Computerspielen zeigen Ihnen als Eltern, ab welchem Alter die dargestellten Inhalte geeignet sind.
Online können Kinder und Jugendliche aber auch auf reale Gewaltdarstellungen stoßen. Ein Erfahrungsbericht von Juuuport zeigt anschaulich, wie unterschiedlich Jugendliche mit Gewaltvideos online umgehen, und kann Ihnen den Gesprächseinstieg erleichtern.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche negative Erfahrungen online-. Zeigen Sie die Melde- und Blockierfunktionen auf den relevanten Plattformen und besprechen Sie, wie Algorithmen Inhalte auswählen. Erklären Sie auch, wie man diese Inhalte „pflegen“ oder zurücksetzen kann, damit das Online-Erlebnis Ihres Kindes sicherer und gesünder bleibt. Sprechen Sie darüber, was es bedeutet, wenn Fotos oder Videos mit einer „Warnung vor sensiblen Inhalten“ versehen wurden und was Ihr Kind dann tun soll. Informieren Sie sich auch über die rechtlichen Regelungen des Jugendmedienschutzes sowie über technische Schutzmöglichkeiten über Apps und Einstellungen für Ihr Kind auf Geräten oder in einzelnen Diensten.
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Diese Frage stellen sich viele Eltern zu Beginn der Ferienwochen. Eine Antwort darauf ist gar nicht so leicht zu geben. Es gibt keine Zeitangaben, die für alle gelten. Eine angemessene Bildschirmzeit hängt von Alter, Entwicklungsstand sowie den Bedürfnissen Ihres Kindes ab – es ist also eine individuelle Entscheidung. Der Austausch mit anderen Eltern kann helfen, aber kein Kind und keine Familie ist gleich und dementsprechend können sich Medienregeln unterscheiden.
Gestalten Sie Regeln für Bildschirm- und Medienzeiten abhängig davon, welche Medien Ihr Kind nutzt und wie gut es damit umgehen kann.
Gemeinsame Mediennutzung und Gespräche über die Erlebnisse helfen Ihnen dabei, dies gut einschätzen zu können. Auch die Nutzungsform sollte eine Rolle spielen: Also wie verbringt Ihr Kind die Zeit? Informiert es sich über ein Thema, das es aktuell besonders interessiert? Werden Spiele gespielt, Serien geschaut oder endlos durch Social-Media-Feeds gescrollt? Ist es dabei allein?
Medien bieten uns die Möglichkeit, uns zu informieren, inspirieren zu lassen, in den Austausch mit anderen zu gehen, vom hektischen Alltag abzulenken – aber sie können uns auch stressen oder gar belasten. Gerade in den Ferien kann Erholung vom häufig vollgepackten und eng strukturierten Alltag vmit Schule, Sportvereinen oder Musikstunden guttun. Durch Mediennutzung kann sich Ihr Kind entspannen und mit Freund*innen in Kontakt bleiben. Jedoch ist dabei ein Ausgleich wichtig, wie etwa Spielen drinnen und draußen, Sport, Basteln oder Zeit mit Freund*innen und der Familie verbringen.
Die Akzeptanz von Medienregeln ist größer, wenn sie gemeinsam mit Ihrem Kind getroffen werden. Sprechen Sie zusammen darüber, welche Medien und Inhalte Ihr Kind wann, wie und warum nutzt. Denken Sie auch über Ihre eigene Mediennutzung nach, denn Eltern wirken als Vorbilder. Stellen Sie so gemeinsame Medienregeln für die ganze Familie auf. Abweichungen in den Ferien oder an Wochenenden sind okay! Regeln müssen zur Entwicklung und den Bedürfnissen Ihres Kindes sowie und zu Ihrem Familienalltag passen, damit sie eingehalten werden können.
Mehr zu Medienregeln und Bildschirmzeit finden Sie in diesen Elternguide.online Artikeln und Videos:
https://www.elternguide.online/regeln-fuer-die-mediennutzung-in-der-familie/
https://www.elternguide.online/medienregeln-fuer-schulkinder/
https://www.elternguide.online/der-staendige-streit-um-medienzeiten-ab-wann-ist-es-zu-viel/
https://www.elternguide.online/wann-ist-viel-zu-viel-zwischen-sucht-und-extremer-mediennutzung/
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Sie tragen Goldketten, bunte Gelnägel und auffällige Kleidung, sie sind laut und präsent – und sie bezeichnen sich selbst als „Fotze“ oder „Bitch“. Für viele junge Frauen, häufig Medienstars oder Musikerinnen, ist das eine bewusste Strategie, solche Schimpfwörter demonstrativ neu zu definieren und so Stärke zu zeigen. Für viele ist das nicht sofort nachvollziehbar oder wirkt wie eine Grenzüberschreitung.
Lena Meyer-Landrut singt über sich selbst als „Skinny Bitch“, Rapperin Ikkimel nennt ihr ganzes Album „FOTZE“ und in Sozialen Netzwerken greifen Mädchen und junge Frauen dieses Muster auf: Sie bezeichnen sich als „fotzig“, tragen die Wörter auf Kleidung oder Schmuck oder schreiben sie in ihre Profile.
Neu ist das Phänomen nicht: Schon in den 1990er-Jahren sorgte Rapperin „Lady Bitch Ray“ für Aufsehen, weil sie Schimpfwörter offensiv zur Selbstbezeichnung nutzte. Das Ziel: Wörter zurückerobern, die lange vor allem abwertend und von Männern verwendet wurden. Je selbstbewusster Frauen sie einsetzen, desto weniger wirken sie abwertend. Die Begriffe werden zur Provokation, verlieren aber nicht automatisch ihre Wut und Beleidigungswirkung.
Für Heranwachsende sind Musiker*innen und Stars Vorbilder. Sie beobachten, wie man auftreten kann, und lernen Rollen, Grenzen und eigene Handlungsmöglichkeiten kennen. Solche Frauen, die Raum beanspruchen und Worte neu definieren, können wichtige Vorbilder sein.
Gleichzeitig ist die ständige Nutzung drastischer Schimpfwörter medial wirksam, im persönlichen Umgang aber nicht immer angemessen. Kinder und Jugendliche müssen lernen, ihre Vorbilder kritisch einzuordnen und eigene Grenzen zu ziehen, wie sie sich beispielsweise kleiden, verhalten oder ausdrücken möchten.
Die Rückeroberung von Schimpfwörtern ist eine feministische Strategie, sie funktioniert aber nicht für alle. Manche Jugendliche fühlen sich unter Druck gesetzt, ebenfalls provokant zu sprechen oder sich so zu inszenieren. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Wörter weiterhin verletzend eingesetzt werden, vor allem außerhalb des feministischen Kontexts.
Viele Stars bedienen trotz starker Worte klassische Schönheitsideale, etwa durch sexualisierte Auftritte oder Schönheitsoperationen. Hier verschwimmen Selbstermächtigung und Anpassung, was für Jugendliche schwer zu durchschauen ist. Kinder sollten auch verstehen, dass Provokation und Inszenierung oft ein Geschäftsmodell sind. Stars verdienen damit Geld.
Für Eltern ist die Verwendung starker Schimpfwörter oft erst einmal schockierend. Begriffe wie „Fotze“ waren zu ihrer eigenen Jugend tabu. Doch Sie sollten sich bewusst machen: Jede Generation provoziert mit neuen Begriffen. Während früher schon ein „Scheiße“ Eltern überraschen konnte, ist es heute eben „Bitch“. Das signalisiert keinen Werteverfall.
Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind und bringen Sie dabei Ihre eigene Perspektive ein: Besprechen Sie, was Ihr Kind an den Medienfiguren oder an dieser Sprache fasziniert. Lassen Sie sich den feministischen Ansatz dahinter erklären. Besprechen Sie auch, dass Wörter verletzend sein können und respektvoller Umgang ein wichtiger Wert bleibt.
Kleidung und Selbstpräsentation können Sie begleiten: Helfen Sie Ihrem Kind, einen eigenen Stil zu entwickeln, denn nicht alles, was auf der Bühne wirkt, passt in den Alltag.
Für Kinder ist es wichtig, ihre Vorbilder medienkompetent und kritisch zu betrachten. Sie dürfen und sollen aus dem Input von Stars, Medien, Freund*innen und Eltern ihre eigenen Positionen, Werte und Entscheidungen ableiten.
Jamie ist 13 Jahre alt, ein unauffälliger Junge, der ein durchschnittliches Leben führt. Bis er eines Nachts eine Mitschülerin tötet. Die ermittelnden Polizisten finden sich in Jamies Schule schnell in einer Atmosphäre wieder, die geprägt ist von überzogenen Männlichkeitsbildern, Mobbing, Feindseligkeit und zahlreichen Anspielungen auf die Incel-Szene.
Das ist die Geschichte von Adolescence, einer Serie, die 2025 auf Netflix veröffentlicht wurde und große Wellen schlug. Denn auch Jugendliche und junge Männer können online mit der Incel-Ideologie in Berührung kommen – und das ist äußerst problematisch.
„Incel“ ist eine Mischung aus den englischen Wörtern „involuntary“ („unfreiwillig“) und „celibate“ („sexuell enthaltsam“). So bezeichnen sich Männer, die keine romantischen Beziehungen zu Frauen haben und darunter leiden. Ursprünglich entstand der Begriff in einer Online-Selbsthilfegruppe für schüchterne Menschen. Mittlerweile hat sich daraus jedoch eine Ideologie entwickelt, die zunehmend radikalisiert ist.
Incels kehren ihren Frust in Frauenhass um. Sie wünschen sich eine Gesellschaft, in der Frauen unterworfen sind und Männer das Sagen haben – ein extremes Patriarchat. In Foren und auf Social-Media-Plattformen verbreiten sie Tipps, wie man ein ‚Alpha Mann‘ sein könnte, also ein besonders dominanter „starker Mann“, der Frauen manipuliert und unterwirft. Die Ratschläge reichen von scheinbar harmlosen „Fitness-Tipps“ bis zu klar frauenfeindlichen Strategien.
Häufig gibt es Überschneidungen zur rechtsextremen Szene, die ein ähnlich konservatives Geschlechterbild vertritt. Eine sehr bekannte Figur ist Andrew Tate, der auf X, Instagram, YouTube und TikTok Millionen junger Follower*innen erreicht. Mit provokanten Aussagen und auffälligem Lebensstil – schnelle Autos, teure Uhren, Frauen als „Statussymbol“ – vermittelt er Jugendlichen, Männlichkeit bedeute Dominanz und Macht.
Die radikale Ideologie mündete bereits mehrfach in Straftaten – Belästigung, Missbrauch und sogar Morde an Frauen. In den USA, Kanada und Europa gab es Fälle, in denen Täter sich ausdrücklich auf die Incel-Szene beriefen. Behörden stufen sie daher inzwischen als sicherheitsrelevantes Phänomen ein.
Gerade in der Jugend erleben junge Menschen Unsicherheit und Selbstzweifel und machen sich auf die Suche nach Vorbildern – auch im Netz. Stoßen sie dabei auf Incel-Gruppen, kann dies zunächst faszinierend wirken. Die Männer inszenieren sich als stark, selbstsicher und erfolgreich – und versprechen, dass auch ihre Follower*innen so werden können.
Besonders für schüchterne oder einsame Jungen scheint es hier Verständnis, Gemeinschaft und einfache Lösungen zu geben. „Hier versteht mich endlich jemand“, so beschreiben manche Jugendliche das Gefühl, wenn sie auf entsprechende Videos oder Foren stoßen. Die problematischen und gewaltverherrlichenden Ideen treten oft erst später hervor und sind in eingängigen Clips schwer zu entlarven.
Soziale Netzwerke können diesen Effekt verstärken: Wer einmal mit entsprechenden Inhalten in Berührung kommt, bekommt durch Algorithmen immer mehr davon angezeigt. Der Eindruck entsteht, diese Weltsicht sei „normal‘“ und weit verbreitet. Memes, kurze Clips und sogar geheime Emoji-Codes transportieren Botschaften, die Eltern oft gar nicht erkennen können. So kann die Szene sehr schnell polarisieren und radikalisieren.
Selbstwert, Umgang miteinander, Geschlechterbilder und Werte – all diese Dinge werden in der Jugend hinterfragt und neu ausgehandelt. Jugendliche suchen nach Orientierung und Vorbildern. Wichtig ist, dass sie diese zuerst zu Hause und im nahen Umfeld finden. Prägen Sie daher bewusst einen respektvollen Umgang miteinander. Sprechen Sie über Ihre Werte und stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Das ist der beste Schutz davor, dass es sich zweifelhaften Vorbildern zuwendet.
Wenn Ihr Kind bereits mit Inhalten aus der Incel-Szene in Kontakt gekommen ist, bleiben Sie offen, interessiert und sensibel. Fragen Sie nach, was es daran interessiert oder anspricht, sprechen Sie über Themen und Unsicherheiten – und zeigen Sie Verständnis, statt zu verurteilen. Nur so bleiben Sie im Gespräch.
Hilfreich ist es außerdem:
Und: Wenn Sie den Eindruck haben, selbst nicht weiterzukommen, holen Sie sich Hilfe – bei vertrauten Personen, psychologischen Fachkräften oder Angeboten wie der Nummer gegen Kummer. Auch Schulen, Jugendämter oder Beratungsstellen können unterstützen.
Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.
Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.
Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:
Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.
Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.
Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?
Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.
Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.
Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babys und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.
Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.
Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.
Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam an Medien heran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.
Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!
Ob auf dem Schulweg oder online: Eltern wünschen sich Sicherheit für ihre Kinder. Parental-Control-Apps versprechen Unterstützung im digitalen Alltag. Sie bieten Funktionen wie Standortüberwachung, Inhaltsfilter oder Zeitlimits. Doch wie hilfreich sind diese digitalen Werkzeuge wirklich? Und wo liegt die Grenze zwischen Schutz und Kontrolle?
Parental-Control-Apps werden auf dem Smartphone oder Tablet der Eltern und des Kindes installiert. Je nach Anbieter bieten sie verschiedene Funktionen:
Tipp: Achten Sie auf datenschutzfreundliche, werbefreie Apps – und meiden Sie Tools, die ohne Wissen des Kindes auf Kamera, Mikrofon oder persönliche Inhalte zugreifen.
Datenschutz: Viele Apps übertragen Standortdaten, Nachrichten oder Fotos unverschlüsselt an ausländische Server – oft ohne Zustimmung des Kindes.
Eingriff in die Privatsphäre: Kinder haben – je älter sie werden – ein Recht auf Rückzugsräume. Zu viel Kontrolle kann das Vertrauensverhältnis gefährden und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.
Normalisierung von Überwachung: Wenn Kinder früh lernen, dass sie beobachtet werden, kann das ihre Selbstwahrnehmung und Autonomie beeinträchtigen.
Scheinsicherheit: Technische Kontrolle kann trügerisch sein: Wenn das Gerät aus ist oder das Kind keine Verbindung hat, funktioniert auch die App nicht. Vertrauen, Gespräche und Vereinbarungen sind oft verlässlicher.
Achtung bei tiefgreifender Überwachung: Manche kommerziellen Apps bieten weitreichende Zugriffsmöglichkeiten – etwa auf Anruflisten, Textnachrichten, Fotos, Social-Media-Aktivitäten oder sogar das Mikrofon. Diese Funktionen sind datenschutzrechtlich höchst bedenklich – und nur zulässig, wenn das Kind aktiv zustimmt. Solche tiefgreifenden Eingriffe in die Privatsphäre können sogar rechtlich problematisch sein.
Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder zu schützen (§ 1626 BGB). Aber: Mit zunehmendem Alter wächst auch das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung. Eine zu weitreichende oder heimliche Überwachung kann das Vertrauen gefährden – und unter Umständen sogar rechtwidrig sein.
Zudem besteht die Gefahr, dass sensible Daten wie Standort oder Bilder auf ausländischen Servern gespeichert und weiterverarbeitet werden – oft ohne Transparenz oder effektiven Schutz.
Parental-Control-Apps können unterstützen – aber nicht ersetzen, was wirklich zählt: Beziehung, Vertrauen und Medienkompetenz.
Tipps für den Familienalltag:
Tipp: Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen unter medien-kindersicher.de.
Wie ändere ich die Einstellungen zum Datenschutz am Smartphone? Worauf muss ich achten, damit mein Referat gut wird? Und wie koche ich leckere Spaghetti Bolognese? In vielen Familien gehört es längst zum Alltag, sich neue Dinge mithilfe von Videos anzueignen. Plattformen wie YouTube oder TikTok sind voll mit Erklärvideos, die anschaulich, kreativ und oft unterhaltsam Wissen vermitteln. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.
Doch warum nur konsumieren? In wenigen Schritten können Sie mithilfe von Smartphone und Co. gemeinsam mit Ihrem Kind selbst ein Erklärvideo erstellen. Das macht Spaß, stärkt die Medienkompetenz und die ganze Familie kann mitmachen.
Zuerst muss das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das sich in einem Video darstellen lässt? Auch Alltagsthemen wie das Lieblingsrezept, die Pflege eines Haustiers oder eine kniffelige Reparatur eignen sich hervorragend. Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen vier verschiedene Stile vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen.
Erklärvideos im Stil von Instagram Reels oder TikToks sind bei Kindern sehr beliebt. Sie sind schnell gemacht und lustig anzuschauen. Smartphone-Clips eignen sich eher für kleine Infohappen ohne viel Tiefe.
Trickfilme sind eine einfache, fantasievolle und kreative Möglichkeit, etwas zu erklären. Videos im Legetrick-Stil vermitteln Inhalte langsam und anschaulich. Durch ihre ruhige und klare Darstellung machen sie auch komplexe Themen leicht verständlich.
Erklärvideos mit Tools, die sich Künstlicher Intelligenz bedienen, sind ideal, wenn es schnell gehen soll. Sie sind sehr einfach zu erstellen und besonders für Familien geeignet, die Spaß am Texte schreiben haben.
Ein Erklärvideo als Bildschirmaufnahme ist besonders gut geeignet, um digitale Abläufe oder Präsentationen zu zeigen. Ein solches Erklärvideo eignet sich vor allem für ältere Kinder und schulische Inhalte.
„Jetzt leg doch mal das Handy weg!“ Sätze wie dieser fallen in vielen Familien fast täglich. Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Kind zu viel Zeit mit Smartphone, Tablet oder Konsole verbringt – und fragen sich, ob Schule, Gesundheit oder gemeinsame Familienzeit darunter leiden. Doch wann wird Mediennutzung wirklich problematisch?
Ob Nachrichten schreiben, Videos schauen, Hausaufgaben machen oder einfach nur entspannen – digitale Medien sind fester Bestandteil unseres Alltags. Auch Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit ihnen auf. Medien bieten viele Chancen: Sie fördern Kreativität, verbinden über Distanzen hinweg, helfen beim Lernen oder sorgen für Unterhaltung. Sie sind Informationsquelle, Freizeitgestaltung, sozialer Treffpunkt und oft auch ein Teil schulischer Aufgaben.
Die Nutzungszeiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert: Kinder und Jugendliche verbringen deutlich mehr Zeit am Bildschirm als früher. Dabei orientieren sich stark an Erwachsenen: Wenn das Smartphone ständig griffbereit ist oder im Hintergrund der Fernseher läuft, übernehmen Kinder diese Gewohnheiten ganz automatisch. Sie lernen dabei nicht nur, welche Medien wichtig sind, sondern auch, wie man mit ihnen umgeht.
Medien faszinieren. Sie sind bunt, spannend, bieten Abwechslung – und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Vor allem für Kinder und Jugendliche kann es deshalb schwer sein, rechtzeitig Pausen zu machen oder aufzuhören.
Phasen intensiver Mediennutzung sind völlig normal – vor allem in der Pubertät.
Dabei ist es wichtig, die Perspektive des Kindes mitzudenken: Mediennutzung kann Ausdruck von Kreativität, Zugehörigkeit oder Sicherheit sein – und erfüllt oft ein echtes Bedürfnis. Medien können dabei helfen, Stress abzubauen oder Kontakt zu Gleichaltrigen zu halten. Schwierig wird es, wenn andere Lebensbereiche dauerhaft zu kurz kommen: Freund*innen, Schule, Hobbys, Bewegung oder Schlaf.
Achten Sie auf folgende Signale:
In selteneren Fällen kann es zu Kontrollverlust oder deutlicher Vernachlässigung anderer Lebensbereiche kommen.
Wenn sich ein solch exzessives Verhalten über längere Zeit zeigt, sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Veränderungen – und holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung.
Wichtig ist: nicht verurteilen oder pauschal verbieten, sondern verstehen und begleiten.
Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage nach der perfekten Nutzungsdauer. Vielmehr sind Alter, Entwicklungsstand, Inhalte und Nutzungsart sowie der Tagesablauf und andere Aktivitäten entscheidend. Ein Lernvideo für die Schule ist anders zu bewerten als endloses Scrollen durch Social Media oder das ständige Prüfen von Nachrichten. Verschiedene Ratgeber geben Empfehlungen zu Medienzeiten, dabei handelt es sich allerdings um grobe Richtwerte. Statt starrer Zeitvorgaben zählt ein ausgewogener Alltag, bei dem Kinder mitentscheiden. Das stärkt Vertrauen, fördert Medienkompetenz und hilft, eigene Bedürfnisse und Grenzen besser zu erkennen.
Über Wirkung sprechen: Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich nach der Nutzung fühlt. War es entspannend, anstrengend, frustrierend oder inspirierend? So lernt es, eigene Grenzen wahrzunehmen.
Regeln gemeinsam aufstellen: Beziehen Sie Ihr Kind in die Entscheidung ein. So fühlt es sich ernst genommen.
Inhalte und Ziele besprechen: Wofür nutzt Ihr Kind das Tablet oder Handy? Geht es um Hausaufgaben, Spielen, Entspannen oder Kontakt zu Freund*innen?
Verträge oder Vereinbarungen nutzen: Ein Mediennutzungsvertrag kann helfen, klare Regeln und Erwartungen schriftlich festzuhalten.
Vorbild sein: Reflektieren Sie auch Ihren eigenen Umgang mit Medien. Kinder lernen durch Beobachtung.
Offline-Zeiten fördern: Schaffen Sie Räume ohne Bildschirm – für Bewegung, Spielen, Gespräche oder gemeinsames Kochen.
Technische Hilfen einsetzen: Zeitlimits und Altersbeschränkungen lassen sich bei vielen Geräten einstellen, besonders für jüngere Kinder.
Über Wirkung sprechen: Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich nach der Nutzung fühlt. War es entspannend, anstrengend, frustrierend oder inspirierend? So lernt es, eigene Grenzen wahrzunehmen.