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Werbung auf YouTube, Instagram & Co.

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Vor nahezu jedem YouTube-Video kommt ein Werbeclip und auch zwischendrin werden viele Videos von Werbung unterbrochen. Beim Scrollen durch den Instagram-Feed kann man Posts von abonnierten Kanälen kaum von Werbung unterscheiden. Für Kinder und Jugendliche ist das noch schwieriger. 

Werbung gibt es im Internet schon lange und in den unterschiedlichsten Formen. Lesen Sie mehr dazu in unseren Beiträgen Klick, wisch, like, gekauft – Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen sowie Social Media, Influencer und das liebe Geld

Einige Social-Media-Portale schalten seit einiger Zeit besonders viel Werbung. Das macht  es schwer, kommerzielle Inhalte von anderen Postings und Clips zu unterscheiden.

Werbung bei YouTube

Ein YouTube-Video anschauen, ohne dass einem Werbung begegnet, scheint fast nicht mehr möglich. Mit YouTube verdienen immer mehr Menschen Geld. Dafür können YouTuber Werbung schalten: Es gibt Werbeanzeigen im Browserfenster, innerhalb eines Videos oder als Verlinkungen in der Videobeschreibung. Werbeclips können vor und während eines Videos laufen und teilweise nicht übersprungen werden. Werbung wird oft personenbezogen angezeigt, also abhängig von Standort, Interessen und Vorlieben.

Vor allem verdient der Betreiber Google damit. Mehr Werbung macht das Angebot gleichzeitig unattraktiver. So lockt Google immer mehr User zu seinem kostenpflichtigen, aber werbefreien Premium-Angebot, auf das permanent hingewiesen wird.

Wer also weiterhin die Videos seines Lieblings-YouTubers sehen möchte, muss eventuell Werbung in Kauf nehmen oder für YouTube zahlen.

Videos, die sich an Kinder richten, dürfen keine personalisierte und nicht-altersgerechte Werbung enthalten. Trotzdem schalten Unternehmen auch bei diesen Videos Werbung. Deshalb wird vor allem für jüngere Kinder die werbefreie App YouTube Kids empfohlen.

Wenn man YouTube auf dem Smartphone nutzt, verhindern Apps wie NewPipe, dass Werbung angezeigt wird. 

Werbung bei Instagram und TikTok

In den beliebten Social-Media-Portalen gibt es nicht nur Werbung von Influencerinnen und Influencern. Bei Instagram schalten Unternehmen Anzeigen innerhalb des Feeds oder als Story. Stories von Unternehmen oder Marken werden automatisch angezeigt, wenn man sich die Stories von Freunden oder abonnierten Kanälen anschaut. Im Feed erkennt man Werbung daran, dass es sich um Postings von meistens nicht abonnierten Kanälen handelt, die mit “Gesponsert” gekennzeichnet sind. Auch bei TikTok gibt es gesponserte Clips. Außerdem werden die bei der Plattform beliebten Hashtags und Challenges auch von Firmen genutzt, um Trends rund um ihre Marken zu starten und so viele User mit Kurzvideos zu erreichen.

In den Instagram-Einstellungen lassen sich bestimmte Präferenzen für Werbeanzeigen (de)aktivieren, ganz ausschalten kann man sie nicht. Bei TikTok kann man gar keine Einstellungen zu Werbung machen. 

Was können Sie als Eltern sonst noch tun?

Wenn Ihr Kind noch jung ist oder wenig Medienerfahrung hat, sollten Sie es bei der Nutzung von Videoportalen wie YouTube begleiten. Erklären Sie ihm den Unterschied zwischen Werbung und anderen Inhalten und zeigen Sie ihm, wie das zu erkennen ist.

Bestimmte Browsereinstellungen, wie das Deaktivieren von Cookies beim Besuch einer Internetseite oder das Installieren von PlugIns, können helfen, weniger Werbung angezeigt zu bekommen.

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter anfängt, Instagram oder TikTok zu nutzen, gehen Sie gemeinsam die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es dort auch viele kommerzielle Inhalte gibt und regeln Sie den Umgang damit.

Wenn Ihr Kind weiß, wie Medien funktionieren und dass viele mit Social Media Geld verdienen, kann es einen bewussten und sicheren Umgang damit lernen.

Beteiligung im Netz – ein Kinderrecht!

Das Recht auf Beteiligung haben schon Kinder. Sie müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Meinung zu sagen und mitzuentscheiden. Dafür gibt es in der digitalen Welt vielfältige Angebote.

Warum ist es wichtig, Kinder zu beteiligen

Kinder haben eine eigene Sichtweise auf die Welt und andere Bedürfnisse als Erwachsene. Damit sie in einer für sie passenden Umgebung aufwachsen können, müssen sie in all den Angelegenheiten, die sie betreffen, gemäß ihres Alters mitreden können. Das sagt auch die UN Kinderrechtskonvention. Kinder müssen lernen können, was sie interessiert – in der Schule, in Gesprächen in der Familie oder im Internet. Dann können sie äußern, wie sie das finden und was sie gerne ändern würden. 

Kinder werden allerdings oft nicht ernst genommen oder ihnen wird gar nicht erst zugehört. Sie möchten sich aber beteiligen!

Beteiligung funktioniert für Kinder dann am besten, wenn sie in ihrer direkten Umgebung stattfindet: in der Familie, der KiTa, der Schule, auf dem Spielplatz um die Ecke… oder eben im Internet!

Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder zur Beteiligung im Netz?

Eine wichtige Grundlage, um sich eine Meinung zu bilden, sind verständliche, also kindgerechte Informationen, z. B. Nachrichten für Kinder. Mit Kindersuchmaschinen, wie Blinde Kuh oder fragFINN, können Kinder eigenständig die Themen recherchieren, die sie interessieren und die ihnen wichtig sind. Wenn Kinder etwas über Politik und ihre Rechte lernen wollen, können sie das z. B. bei HanisauLand. Dort gibt es Comics, ein Lexikon, Spiele und Tipps für Bücher oder Filme. Außerdem sollten Kinder sich über ihre Rechte informieren können, wie z. B. beim Kinderministerium: Hier werden die Kinderrechte mit bunten Bildern und von Kindern vorgelesenen Erklärungen und Videos vorgestellt. Auf der Mitmachseite Kindersache.de können sich Kinder über Kinderrechte sowie Freizeit- und Politikthemen informieren und austauschen.

Beteiligung heißt noch mehr als sich zu informieren und sich eine Meinung bilden zu können. Kinder sollten sich auch im Netz direkt an Entscheidungen beteiligen können. Gerade das Internet bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten, selbst etwas zu bewirken und mitzugestalten. Über die App #stadtsache können Kinder (und Jugendliche) auf Orte in ihrer Umgebung aufmerksam machen, die ihnen gut gefallen, die sie ärgern oder die sie gerne verbessern würden. Mit Fotos, Videos oder Tonaufnahmen können sie Erwachsene z. B. auf einen kaputten Spielplatz hinweisen oder auf eine Ecke, in der immer ganz viel Müll liegt. Es gibt auf der Webseite auch einen Fragebogen, den Kinder ausfüllen können, um ihre Stadt zu bewerten.

Wenn sich Ihr Kind über Angebote im Netz hinaus beteiligen möchte, können Sie die Kinderpolitische Landkarte des Deutschen Kinderhilfswerks für Angebote in Ihrer Umgebung nutzen. Dort kann man auch gezielt nach Angeboten zu “Politik mit/für Kinder” suchen.

Was können Eltern tun, um die Beteiligung Ihres Kindes zu unterstützen?

Demokratie und Beteiligung fängt in der Familie an. Lassen Sie Ihr Kind so gut es geht mitentscheiden. Auch junge Kinder können herangeführt werden und das Mitentscheiden in der Familie einüben. Wenn es z. B. um die Mediennutzung in der Familie geht, können Sie gemeinsam Regeln aufstellen. Dabei hilft ein Mediennutzungsvertrag. Überall dort, wo Ihr Kind betroffen ist, sollte es mitreden dürfen. 

Wenn eine Mitsprache nicht möglich ist, weil Ihr Kind die Konsequenzen einer Entscheidung noch nicht einschätzen und sie ihm vielleicht schaden würde, sollten Sie aber genau erklären, warum Sie für Ihr Kind entscheiden. 

Machen Sie Ihr Kind auf Angebote im Netz aufmerksam, auf denen es sich informieren und beteiligen kann. Auch wenn Kinder auf den entsprechenden Seiten relativ selbstständig unterwegs sein können, sollten Sie Ihr Kind trotzdem nach Möglichkeit begleiten. Sprechen Sie über Themen, die es in den Kindernachrichten gesehen oder anderswo aufgeschnappt hat. Wenn Ihr Kind in der Familie Mitspracherecht hat, ist es motiviert, sich bestimmt auch außerhalb für die eigenen Interessen einzusetzen.

Instagram

Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, man erfährt, was gerade beim Lieblingsinfluencer los ist, informiert sich über einen Newschannel oder lässt sich einfach unterhalten.

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https://www.youtube.com/watch?v=zvLSkQ-yMCo_%_

Kurz gefasst:

  • soziales Netzwerk, das über die kostenlose App genutzt wird
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Stories
  • Mindestalter: 13 Jahre
  • Gehört zu Facebook
  • Vorsicht: beeinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, Daten werden an Facebook weitergegeben

Was ist Instagram?

Instagram oder kurz Insta ist mehr als eine Bilder-Plattform. Im Feed (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) sieht man aktuelle Stories von Nutzerinnen und Nutzern, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder. Außerdem kann man sich hier ihre neuesten geposteten Fotos und Videos anschauen. Benutzer finden hier eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freunden. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis, Schriftarten usw. direkt in der App bearbeiten. In Bildunterschriften werden die eigenen Fotos und Videos mit einem Hashtag Themen zugeordnet. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere austesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente, die man mit Freunden oder der Familie erlebt, dokumentieren und teilen.

Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wenn man sich bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse oder via Facebook-Account registriert hat, sind erst einmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. Name, Profilbild und Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Stellt man seinen Account auf privat, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass man ein Foto auch auf anderen Netzwerken wie Facebook teilen kann. Das kann schnell auch unbeabsichtigt passieren.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzern bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder Nutzer bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre als ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freunden über das Internet geteilt werden!

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, sein Profil direkt nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann kann es nur von vorab bestätigten Followern eingesehen werden. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, sollten dort auch die Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

Zeigen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, andere Nutzer zu blockieren oder zu melden. Es sollte wissen, wann es diese Funktionen einsetzen kann und sollte – z. B. wenn Fremde es via Instagram anschreiben oder jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass dies Risiken mit sich bringt, z. B. dass man von Fremden aufgefunden werden kann.

Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt. Seien Sie immer ansprechbar, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

Instagram Reels

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Neben Fotos und Videos können auf dem sozialen Netzwerk seit einiger Zeit auch kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlicht werden.

Kurz gefasst:

  • Kurzvideo-Format: maximal 30 Sekunden
  • Effekte, Musik und Filter für die Videoproduktion
  • mehrere Clips in einem Video zusammenfügen
  • Reels können veröffentlicht werden, ohne im eigenen Feed angezeigt zu werden

Was ist das Besondere an Instagram Reels?

Instagram gehört für viele Jugendliche zum Alltag und sie kennen sich in der App gut aus. Die jungen Nutzer und Nutzerinnen sind neugierig und immer auf der Suche nach neuen Trends. Um gerade die jüngere Zielgruppe von einem Wechsel zur Konkurrenz abzuhalten, wurde mit Instagram Reels das kreative Kurzvideo-Format eingeführt.

Instagram gehört zu Facebook und hat zuvor bereits erfolgreiche Formate von anderen Apps nachgeahmt. So können auf IGTV (Instagram-TV) längere Videos nach dem Vorbild von YouTube angesehen werden und die Storyfunktion gab es als erstes bei Snapchat.

Reels werden nicht im normalen Feed angezeigt (wie etwa die Videos von IGTV), sondern durch Klick auf das Videosymbol, dass je nach Gerät und Betriebssystem unten, oben oder über die Lupe (Suche) zu finden ist. Häufig sieht man hier Videos, die es auch auf TikTok gibt. Die jungen Videomacher zeigen sie also einfach auf verschiedenen Kanälen.

Was sollten Eltern beachten?

Mit Instagram Reels gibt es die gleichen Risiken wie bei anderen Videoformaten: Beim Ansehen der Kurzvideos können Kinder und Jugendliche mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen. Junge Nutzerinnen und Nutzer, die Videos von sich veröffentlichen, müssen mit negativen Reaktionen und sogenanntem Hate rechnen. Reels können von anderen Nutzern geteilt und so von vielen Nutzern gesehen werden. 

Fragen Sie bei Ihrem Kind nach, was es sich auf solchen Plattformen anschaut und sprechen Sie mit ihm darüber. Weisen Sie es auf mögliche Gefahren hin und zeigen Sie ihm Möglichkeiten, Nutzer oder Inhalte zu blockieren. Wenn es eigene Videos veröffentlichen möchte, sollten Sie gemeinsam überlegen, wie es sich dort zeigt. Mehr dazu erfahren in unserer Toolbeschreibung zu Instagram

Viele Jugendliche haben Angst in den sozialen Netzwerken etwas zu verpassen. Eine neue App oder Funktion führt zu Beginn häufig dazu, dass diese andere Anwendungen nicht ersetzt, sondern zusätzlich verwendet wird. Die gesamte Nutzungsdauer kann deshalb steigen. Behalten Sie die Mediennutzung Ihres Kindes im Auge und sprechen Sie mit ihm auch darüber, was den bewussten Umgang mit sozialen Netzwerken ausmacht. Wenn Ihr Kind sich einen TikTok-Account anlegen möchte, Sie der App aber kritisch gegenüberstehen, kann Reels eine Alternative sein, wenn Ihr Kind Instagram bereits nutzt. Bedenken Sie aber, dass Instagram, z. B. beim Thema Datenschutz, ähnlich stark kritisiert wie TikTok. Vermeiden Sie es, persönliche Daten preiszugeben. Überprüfen Sie die App-Berechtigungen und stellen Sie diese entsprechend ein.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikTokerinnen und TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Außerdem nutzen zunehmend auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Die Altersangabe wird bei der Registrierung aber nicht nachgeprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sind. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Medienregeln für Schulkinder

Mit Medien können Kinder lernen, kreativ sein, sich entspannen und Spaß haben. Als Eltern sind Sie dafür verantwortlich, dass der Medienkonsum nicht ausufert. Hilfreich sind gemeinsame Regeln für eine Mediennutzung in der Familie.  

Feste Bildschirmzeiten 

Eine konkrete Empfehlung, wie viel Zeit ein Kind in einem bestimmten Alter mit Medien verbringen darf, ist schwierig. Erstens, weil jedes Kind anders ist und mit Medien unterschiedlich gut umgehen kann. Zweitens, weil Medien für ganz verschiedene Zwecke genutzt werden – zum Lernen, um gemeinsam Zeit mit der Familie zu verbringen, zur Ablenkung usw. 

Trotzdem kann es helfen, festzulegen, wie viel Zeit Ihr Kind pro Tag oder Woche mit bestimmten Medien verbringen darf. Dabei sollten Sie vorher gemeinsam überlegen, welche Mediennutzung darunter fällt. Geht es nur um Bildschirmmedien und die Mediennutzung allein zur Unterhaltung und Entspannung? Gibt es eigene Zeitbudgets für das Lernen mit Medien?

Für Kinder im Grundschulalter sind klare Regeln sehr wichtig, da sie noch viel Orientierung benötigen. Sie schaffen Stabilität im Alltag und verhindern eine unkontrollierte Mediennutzung. Bei Kindern in den ersten Grundschuljahren funktioniert eine bestimmte Dauer am Tag besser, z. B. eine Stunde Medienzeit. Ab etwa 10 Jahren sind Kinder schon recht selbständig und können sich Wochenkontingente selber einteilen.

Eine bewusste Mediennutzung begleiten

Bei jüngeren Kindern kann ein fester Zeitpunkt für die Nutzung von Medien festgelegt werden – beispielsweise nach den Hausaufgaben und vor dem Abendessen. Das strukturiert den Alltag. 

Einstellungen in Apps oder Geräten können Kindern helfen, die vereinbarte Zeit nicht zu überschreiten. Allerdings sollte Ihr Kind nach und nach lernen, das Smartphone oder Tablet nach Ablauf der Bildschirmzeit von sich aus zur Seite zu legen. So übt und verinnerlicht es einen bewussten Umgang mit Medien.

Kinder sind noch in der Entwicklung. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass sie nur altersgemäße Medien nutzen. Der Wunsch, Filme zu schauen oder Spiele zu spielen, die erst für Jugendliche ab 12 oder 16 Jahren geeignet sind, führt häufig zu Konflikten in der Familie. Gerade wenn Ihr Kind beginnt, Medien zunehmend eigenständig zu konsumieren, sollten Sie deshalb gemeinsam diese notwendige Regel besprechen. 

Eine weitere wichtige Regel sollte mindestens bis zum 13. Lebensjahr sein, dass neue Apps nur mit Ihrer Zustimmung und gemeinsam mit Ihnen herunterladen und ausprobiert werden dürfen. Übertragen Sie Ihrem Kind mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung und lassen Sie ihm Freiräume, Medien eigenständig zu nutzen. Ab dem Jugendalter können feste Bildschirmzeiten langsam abgeschafft werden. Dennoch sollte es Regeln geben, welche Apps genutzt werden und wie mit den eigenen Daten, z. B. bei der Registrierung bei Sozialen Netzwerken, umgegangen werden soll.

Eine Begleitung durch die Eltern ist auch im Jugendalter noch wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung. Fragen Sie nach, wie und warum es was nutzt und wie es klar kommt. Seien Sie auch bei Problemen immer ansprechbar!

Mediennutzungsregeln für die ganze Familie 

Vereinbaren Sie Regeln nur gemeinsam mit Ihrem Kind, damit es diese nachvollziehen kann. Überlegen Sie auch, was im Falle eines Regelverstoßes passiert. Sie können alle diese Dinge in einem Mediennutzungsvertrag festhalten. Achten Sie darauf, Medienverbote nicht als Druckmittel einzusetzen.

Als Eltern sind Sie eine wichtige Orientierung für Ihr Kind. Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion deshalb bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten. Sie können beispielsweise vereinbaren, dass Smartphones nichts beim Essen zu suchen haben oder smartphonefreie Familientage einrichten.  Ihr Kind wird im Schulalter zunehmend durch Freunde beeinflusst. Deshalb kann es helfen, sich mit anderen Eltern zu verständigen, welche Regeln bei ihnen gelten. Eventuell kann es Regeln geben, die bei allen gleich sind.

Mobile Medien in Kinderhand

Mobile Medien sind schon für die Kleinsten spannend, weil sie die Geräte bei Mama, Papa oder den Geschwistern sehen. Doch wie können Sie damit umgehen, wenn Ihr Kind eigentlich noch zu jung ist, um Smartphone und Co. zu benutzen? 

Was macht mobile Medien für kleine Kinder interessant?

Kinder sind von Natur aus neugierig. Das helle Leuchten des Bildschirms, die vielen Geräusche – all das ist spannend. Sie beobachten genau, welche Rolle die kleinen Geräte im Alltag der Erwachsenen spielen: Wenn in Bus oder Bahn alle auf ihr Smartphone schauen, wenn Mama das Tablet zu Hause immer griffbereit hat und der große Bruder und seine Freunde auf der Spielekonsole zocken, scheinen die kleinen Geräte sehr wichtig zu sein und sind umso verlockender.

Mobile Medien und Kleinkinder

In den ersten Lebensmonaten sind Babys noch nicht so weit entwickelt, dass sie mobile Medien zielgerichtet nutzen und die Inhalte verstehen können. Viel wichtiger für die Entwicklung Ihres Kindes ist es, die Welt mit allen Sinnen und ohne Bildschirm kennenzulernen. Erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder ein Verständnis für Bildhaftigkeit. Sie beginnen, digitale Inhalte von realen Gegenständen zu unterscheiden. Erste Erfahrungen mit mobilen Medien können Kleinkinder am besten mit Bilderbüchern auf dem Smartphone oder Tablet machen.

WICHTIG: Vermeiden Sie eine Überreizung durch Medien. Diese kann durch grelle Farben, schnelle Bewegungen oder zu viele Geräusche, aber auch durch komplexe Geschichten, die Ihr Kind noch nicht verarbeiten kann, entstehen. Am besten eignen sich Themen, die Ihr Kind aus seinem Alltag kennt: Abbildungen von bekannten Tieren, Fahrzeuge oder andere Kinder. Halten Sie die Zeit der Mediennutzung bei Kleinkindern sehr gering und ermöglichen Sie viele andere Sinneserfahrungen. Dazu gehört das Anfassen von Dingen, Bewegung und der Kontakt zu anderen Menschen.

Ab etwa drei Jahren können Kinder Medien und ihre Inhalte immer besser verstehen, wenn die Geschichten einfach gehalten sind und sie an eigene Erfahrungen anknüpfen. Beim gemeinsamen Anschauen von Videos auf dem Smartphone oder Tablet kann Ihr Kind mehr über seine Umwelt und den Umgang mit verschiedenen Situationen erfahren. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten, damit es das Gesehene mit Ihnen besprechen und verarbeiten kann.

Ihr Kind möchte und kann in diesem Alter Medieninhalte zunehmend auch selber machen. Es gibt eine riesige Auswahl an Apps aus, mit denen Ihr Kind kreativ werden kann. Empfehlenswert sind einfache Anwendungen, in denen z. B. gestempelt oder ausgemalt werden muss. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind auch fernab von digitalen Medien genügend Gelegenheit hat, sich kreativ auszuleben. 

In unserem Beitrag Gute Apps für Kinder erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl geeigneter Programme am besten achten sollten.

Tipps für den Umgang mit mobilen Medien zu Hause

Wenn Kinder nach Tablet oder Smartphone fragen, sollten Sie überlegen, welches Bedürfnis gerade dahinter steht: Unterhaltung auf einer langen Autofahrt, sozialer Kontakt beim Videochat mit dem Opa und einfach mal abschalten… Verschiedene Gründe für die Mediennutzung haben ihre Berechtigung. Ungünstig ist es, wenn Medien permanent genutzt werden und Bedürfnisse nicht anders befriedigt werden können. Vermitteln Sie als Eltern alternative Strategien zum Umgang mit Langeweile oder Anspannung. Zuerst orientiert sich Ihr Kind an Ihnen. Wenn Sie selbst Medien nur in bestimmten Situationen nutzen, sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind. Schon in jungen Jahren kann es helfen, Regeln für die Mediennutzung in der Familie aufzustellen. Neben festen Medienritualen sollte es auch medienfreie Zeiten geben.

Gelangen die Geräte in Kinderhand sollten Sie auf kindgerechte Hüllen für Tablets und Schutzhüllen für Smartphones achten. Besonders Smartphones sind häufig teuer und anfällig für Beschädigungen. Schutzhüllen machen die Nutzung der Geräte einfacher und sicherer.

Betrug im Netz

“Sie haben gewonnen!” – Bestimmt haben Sie diesen Satz schon in einer E-Mail oder anderswo im Netz gelesen. Meistens verbirgt sich hinter einer solchen Nachricht kein Gewinn sondern ein Betrüger, der an Ihre persönlichen Daten oder Geld kommen will. 

Betrug ist im Netz mindestens genauso verbreitet wie anderswo. Oft haben es Betrüger auf Erwachsene abgesehen, aber auch Kinder und Jugendliche können zur Zielscheibe werden. Unsere Beispiele und Tipps sollen Ihnen helfen, Ihr Kind vor Betrügern zu schützen.

Fake-Gewinnspiele 

Mit gefälschten Gewinnspielen, z. B. bei Facebook, versuchen Betrüger an sensible Daten zu gelangen, die sie dann verkaufen. Datenhändler kaufen Daten, um beispielsweise Spam-Mails oder gezielte Werbung zu verschicken.

Fake-Gewinnspiele werden oft von einem anscheinend seriösen Unternehmen verbreitet. Der Fake-Account wirkt dabei sehr echt. Bei vermeintlichen Gewinnspielen von Ikea oder McDonalds kann man angeblich wertvolle Preise gewinnen. Manchmal geht es den Betrügern darum, persönliche Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Bankverbindungen abzugreifen. In vielen Fällen wird auch der Gewinn eines Preises angekündigt, der gar nicht existiert. Dafür muss man sich auf einer Webseite registrieren und Daten eingeben, um den Preis zu erhalten. Vor der Teilnahme an einem Gewinnspiel ist es deshalb sinnvoll, z. B. über eine Suchmaschine zu recherchieren, wer dahinter steckt und ob das Gewinnspiel echt sein kann. Eine Liste mit Fake-Gewinnspielen gibt es bei mimikama. Mehr zu Gewinnspielen bei YouTube & Co. können Sie in unserem Beitrag nachlesen.

Phishing-Mails

Auch hinter E-Mails, in denen ein Gewinn versprochen wird, können Betrüger stecken. Man nennt das “Phishing”. Oft ist es gar nicht schwer, solche Betrügereien zu entlarven. Es genügt in der Regel, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist es ein offizieller Anbieter mit einem Impressum? Handelt es sich um einen verifizierten Account (bei Facebook durch einen blauen Haken zu erkennen)? In jedem Fall ist es ratsam, auf verdächtige E-Mails gar nicht erst einzugehen oder etwas zu zahlen. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach, ob auch andere eine solche Mail bekommen haben oder was sie davon halten und recherchieren Sie selbst im Internet.

Betrügerische Online-Shops

Gefälschte Online-Shops lassen sich auf den ersten Blick kaum von echten unterscheiden. Allerdings gibt es hier meistens besonders günstige Preise. Häufig existieren die Produkte gar nicht, die angeboten werden. Bestellt man etwas, wird entweder billige Ware verschickt oder aber gar nichts. Es werden Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht oder man hört einfach nie wieder etwas von dem Anbieter, ist aber sein Geld los.

Um Fake-Shops zu enttarnen, hilft es, sich den Anbieter genauer anzuschauen: Ist die Internetadresse verdächtig? Muss man per Überweisung bezahlen, bevor man die Ware erhält oder gibt es mehr Zahlungsmöglichkeiten, z. B. auf Rechnung nach Warenlieferung? Wenn Ihnen oder Ihrem Kind etwas komisch vorkommt, seien Sie lieber vorsichtig und verzichten auf den Kauf über diesen Shop.

Abo-Fallen

Im Internet gibt es viele kostenlose Angebote: Beispielsweise werden Gutscheine, Vorlagen oder Apps frei zur Verfügung gestellt. Doch in manchen Fällen versuchen auch hier Betrüger ihr Glück. Bei anscheinend kostenlosen Leistungen wird man um die Angabe von persönlichen Daten gebeten und soll die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) akzeptieren. Im Kleingedruckten können Kostenfallen stecken. Setzt man hier vorschnell ein Häkchen, kann es es passieren, dass unbewusst ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird.

Um nicht in Abo-Fallen zu tappen, ist es sinnvoll, sich vorher zu fragen, warum bei einer kostenlosen Leistung Daten abgefragt werden. Ist es bereits zu spät, können bei der  Verbraucherzentrale Vordrucke für Rücktritt von Online-Käufen heruntergeladen werden. Browsererweiterungen, die Sie z. B. bei  Web of Trust herunterladen können, erkennen betrügerische Seiten und warnen Sie.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren des Online-Betrugs aufmerksam. Sprechen Sie darüber, dass im Netz, gerade wenn persönliche Daten eingegeben werden sollen, womöglich jemand diese Daten mit schlechten Absichten nutzen möchte. Weitere Informationen, wie Sie die Daten Ihres Kindes schützen können, finden Sie hier. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind Sie fragen muss, wenn es etwas im Internet herunterladen, kaufen oder bei einem Gewinnspiel mitmachen möchte. Ihr Kind sollte immer zu Ihnen kommen können, wenn es in eine Betrugsfalle getappt ist. Machen Sie ihm klar, dass es sich in einem solchen Fall nicht schämen muss und Sie eine Lösung finden. Zusätzlich können Sie sich beispielsweise bei der Verbraucherzentrale informieren und beraten lassen. Wenden Sie sich in schweren Betrugsfällen an die Polizei. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Sohn oder Ihre Tochter danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

JUUUPORT – Hilfe für Jugendliche mit Fragen zu Onlinethemen

Ob Cybermobbing, Computerspielsucht oder Datenschutz: Bei Problemen und Fragen rund um das Internet können sich Jugendliche schnell, einfach und kostenlos an die jugendlichen Scouts und Experten von JUUUPORT wenden. Auf der Internetseite findet man auch Informationen, Links und Online-Seminare.

Beratung von erfahrenen Jugendlichen auf Augenhöhe

Wenn Jugendliche Probleme oder Fragen haben, fällt es ihnen gerade bei sensiblen Themen wie beispielsweise Cybermobbing oder Sexting manchmal schwer, ihre Eltern oder andere Erwachsene anzusprechen. Bei JUUUPORT gibt es deshalb jugendliche Scouts, die etwas Ähnliches erlebt haben und andere Jugendlichen beraten können. Sie haben eine spezielle Ausbildung zu Internet-Themen und in den Bereichen Psychologie und Recht durchlaufen und können anonym angefragt werden. Wenn sie mal nicht weiterwissen, werden die Anliegen der Jugendlichen an erwachsene Experten weitergeleitet, die sich dann kümmern.

Verschiedene Kontakt- und Informationswege

Auf JUUUPORT findet die Beratung kostenlos, anonym und datenschutzkonform statt. Neben dem Kontaktformular auf der Webseite gibt es seit Mai 2020 auch die Möglichkeit sich im WhatsApp- oder Telegram-Chat beraten zu lassen. Die Messenger-Beratung ist von Montag bis Freitag zwischen 18 und 20 Uhr möglich. 

Die Webseite von JUUUPORT enthält auch vielfältige Informationen zu Internetthemen. Neben Tipps zum Umgang mit Cybermobbing gibt es ein Magazin zu verschiedenen Themen wie “Trends im Netz” oder “Games”. Außerdem bieten sie eine Linksammlung mit anderen Anlaufstellen für Jugendliche.

Auch Online-Seminare für Schulen, Jugendclubs und Vereine werden von JUUUPORT angeboten. Zu den Themen zählen hier “Hass im Netz” und “WhatsApp Stress”. Vielleicht gibt es an der Schule Ihres Kindes Bedarf für ein Seminar oder Sie möchten mit Infomaterial auf das Angebot aufmerksam machen.

Erzählen Sie Ihrem Kind doch mal von JUUUPORT – vielleicht gibt es Themen, die es nicht so gerne mit Ihnen besprechen möchte, sondern lieber anonym mit anderen Jugendlichen. Wenn Ihr Kind sich selbst bei JUUUPORT engagieren und Scout werden möchte, dann kann es sich hier für ein Training anmelden.

(Medien-) Challenges in der Familie

Challenges sind ein Lieblingsformat von Kindern und Jugendlichen – online und offline. Wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, kann man sogenannte Medien-Challenges mit der ganzen Familie spielen.

Was genau hinter dem Internetphänomen Challenges steckt, können Sie in unserem Beitrag dazu nachlesen. Challenges müssen nicht unbedingt nur online stattfinden. Es macht auch Spaß, sie zu Hause zu spielen. Gerade, wenn durch Corona die ganze Familie viel daheim ist, können Challenges eine schöne Möglichkeit sein, zusammen Zeit zu verbringen.

Ideen für (Medien-)Challenges

Bei der Top-Foto-Challenge machen alle Familienmitglieder den ganzen Tag über mit ihren Smartphones und/oder Kameras Fotos. Am Abend sucht sich jeder seine Lieblingsbilder des Tages aus und alle schauen sie gemeinsam an. Die besten Bilder können dann z. B. in einer Fotocollage festgehalten werden. So bleibt neben schönen Fotos eine tolle Erinnerung an die gemeinsame Zeit.

Eine Challenge für alle Generationen ist die Nachstellen-Challenge. Hierbei werden Fotos nachgestellt, die z. B. die Eltern und Opa noch aus ihrer Kindheit haben. Die Kinder versuchen, die Fotos mit ihren Smartphones nachzuahmen. Dazu gehört es auch, passende Gegenstände und Kleidungsstücke zu finden. Umgekehrt können die Älteren Fotos der Jüngeren nachstellen. Wer schafft es ein Foto am besten nachzumachen?

Bei der Game-Challenge geht es um Video- oder Computerspiele: Jedes Familienmitglied sucht sich ein Spiel aus, das für sie oder ihn eine besondere Bedeutung hat. Sie oder erklärt den anderen Familienmitgliedern, warum das Spiel so toll ist. Anschließend können es alle gemeinsam ausprobieren. Diese Challenge kann sich über mehrere Tage oder Wochen ziehen, wenn jedes Mal ein anderes Spiel vorgestellt und gespielt wird. Natürlich kann man auch Brett- und Kartenspiele vorstellen.

In der Quiz-Challenge geht es um die Frage “Wer wird der neue Quizmaster in der Familie?“. Mit Hilfe von Apps wie Kahoot! oder Actionbound lässt sich auf dem Smartphone oder Tablet ganz einfach ein eigenes Quiz erstellen. Jeder kann eigene Quizfragen entwickeln. Man auch zusätzlich Aufgaben stellen. Da wird es garantiert nicht langweilig!

In der Clip-Challenge muss unter Zeitdruck ein Video gedreht werden. Jedes Familienmitglied hat eine Stunde Zeit, um einen spannenden 30-Sekunden-Clip zu erstellen. Im Clip kann es um ein bestimmtes Thema oder eine Nachricht gehen. Man kann damit auch Momente zu Hause einfangen, z. B. „Auf Spurensuche: Wer hat den Joghurt gegessen?“. Wie in einem Online-Bericht sollte der Clip schnell und aufregend geschnitten sein. Das geht z. B. mit iMovie für Apple- oder Power Director für Android-Geräte.

Natürlich haben nicht alle in der Familie ein eigenes Smartphone, Tablet oder Laptop.  Challenges machen aber auch ohne viel Technik Spaß und sind auch mit nur einem Gerät durchführbar. So kann sich z. B. mit einem Smartphone abgewechselt werden. Oder jedes Familienmitglied darf das Gerät an einem Tag nutzen und am Ende der Woche werden die Ergebnisse zusammengetragen. Viel Spaß beim Spielen!

YouTube in der Familie

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Dann haben wir ein paar Tipps, wie Sie die YouTube-Nutzung in Ihrer Familie regeln können. Beachten Sie, dass nicht jeder Tipp für jedes Kindesalter geeignet ist.

Unsere Tipps für alle Altersgruppen

  • Medienzeit: Vereinbaren Sie je nach Alter Ihres Kindes feste YouTube-Zeiten, in denen es Videos schauen darf. Besprechen Sie mögliche Konsequenzen, sollten die Zeiten einmal nicht eingehalten werden. Nutzen Sie dafür z. B. einen sogenannten Mediennutzungsvertrag.
  • Werbeunterbrechungen: YouTuber verdienen mit ihren Videos meist Geld in Form von eingebundener Werbung. Die Währung auf YouTube ist Aufmerksamkeit: Je mehr Abonnenten ein YouTuber oder eine YouTuberin und je mehr Klicks ein Video hat, desto mehr Werbeeinnahmen werden erzielt. Erklären Sie Ihrem Kind, wie durch sein Verhalten auf YouTube Geld gemacht wird.
  • YouTube-Stars sind oft sogenannte Influencer. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und zu durchschauen sein.

Unsere Tipps für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter

  • Sicherheitseinstellungen: YouTube ist keine Plattform für Kinder, auch wenn dort viele Inhalte spannend für sie sind. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind unangemessene, anstößige oder grausame Videos angezeigt bekommt, aktivieren Sie die YouTube-Kindersicherung mit der Option „eingeschränkter Modus“. Hier finden Sie eine genaue Anleitung.
  • Videowiedergabe: Wenn Ihr Kind mehr als ein Video anschauen darf, fügen Sie die ausgewählten Videos zur Wiedergabeliste hinzu, so dass Sie entscheiden und wissen, welches Video als nächstes abgespielt wird. 
  • Kindgerechtes Angebot: Für jüngere Kinder – bis ins Grundschulalter – empfehlen wir die App YouTube Kids.

Unsere Tipps für Teenager

  • Beliebte Angebote: Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch! Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber, was es an YouTube und seinen Stars begeistert. Lassen Sie sich Videos zeigen und die Faszination daran erklären, ohne dass Sie den Eindruck erwecken, Sie wollten Ihren Sohn oder Ihre Tochter kontrollieren.
  • YouTube-Account: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es bedeutet, sich bei YouTube zu registrieren, um Kommentare zu hinterlassen oder eigene YouTube-Videos hochzuladen. Nach den AGB müssen die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Mit Ihrem Einverständnis ist auch eine Nutzung von Kindern ab 13 Jahren möglich. Sie können mit Family Link ein Google-Konto für Ihr minderjähriges Kind erstellen und verwalten bis es alt genug ist. Es gibt zudem bestimmte Richtlinien und Gesetze, die eingehalten werden müssen – wie etwa das Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild. Mehr Hinweise, die Sie im Blick behalten sollten, wenn Ihr Kind YouTube aktiv mitgestalten möchte, finden Sie in unserem Beitrag Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

In allen verlinkten Beiträgen finden Sie mehr Informationen. Diese können hilfreich sein, wenn Sie sich in der Familie zu YouTube austauschen möchten.

Unter uns: Elternabende zu Fragen der Medienerziehung

Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung für die Medienerziehung Ihres Kindes. Aber Sie sind nicht allein damit. Der Austausch mit anderen Eltern kann eine wichtige Unterstützung sein. Doch nicht immer hat man spontan Zeit für ein ausführliches Gespräch. Es gibt daher konkrete Angebote und Formate, um sich mit anderen Eltern zu Erziehungsthemen auszutauschen und sich zu informieren. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Der Elterntalk

Die Idee ist einfach: Eltern von Kindern bis 14 Jahren werden zu einem Gastgeber oder einer Gastgeberin nach Hause eingeladen und tauschen sich in kleiner Runde etwa zwei Stunden über festgelegte Themen aus. Die Moderation übernehmen engagierte Eltern. Neben Themen wie Ernährung oder Stress geht es oft um den Medienumgang der Kinder, Nutzungsregeln oder neue Trends. Es gibt keine Expertenvorträge, sondern nur den Austausch untereinander. Die Idee ist, dass Eltern schon viel Wissen mitbringen und dieses im Elterntalk teilen können. Dieses Format gibt es in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auf den verlinkten Webseiten können Sie sich informieren, ob in Ihrer Region eine Elterntalk-Runde organisiert wird. Oft kooperieren die aktiven Eltern mit Behörden oder Sozialarbeitern, sodass Sie auch dort fündig werden können. 

Medienpädagogische Elternabende

An vielen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen finden regelmäßig medienpädagogische Elternabende statt. Darin geht es oft um einen Überblick zu Handy und Internet oder Themen wie Cybermobbing und Hate Speech, kindersichere Mediennutzung oder auch darum, wie man mit Medien lernen und Inhalte gestalten kann. In der Regel ist eine medienpädagogische Fachkraft vor Ort, die Ihnen das Thema nahe bringt und Fragen beantwortet. Sie erfahren dort auch, wo Sie sich weiter informieren und Ideen zur Medienerziehung sammeln können. Fragen Sie am besten in der Schule Ihres Kindes nach, ob ein solcher Elternabend organisiert werden kann.

Angebote und Ansprechpartner finden

Sie möchten selbst aktiv werden und ein Angebot für Eltern anfragen oder organisieren? Die Verteilung und Erreichbarkeit von medienpädagogischen Fachkräften in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Gerade in ländlichen Regionen ist es manchmal schwierig, geeignete Personen zu kontaktieren. Jedes Bundesland organisiert diesen Aufgabenbereich anders. Wenden Sie sich am besten zuerst an die Kita oder die Schule Ihres Kindes. Meistens gibt es Sozialarbeiter, manchmal auch Lehrkräfte, die sich mit Fragen der Medienerziehung beschäftigen. Fragen Sie gezielt nach. Oft sind bereits Medienpädagogen aus der Umgebung bekannt, die weiterhelfen können.

Werden Sie selbst aktiv

Überall in Deutschland gibt es medienpädagogische Initiativen, Medienzentren und freiberufliche Akteure, die Seminare, Workshops und Vorträge für Eltern anbieten. Suchen Sie auch im Internet nach geeigneten Kontakten oder Angeboten in Ihrer Nähe.
Solche Elternabende werden auch immer öfter online angeboten – unter anderem vom Elternguide. Aufzeichnung dieser Online-Elternabende gibt es z. B. von klicksafe und dem Internet-ABC. Der Elterntalk NRW hat sich im Format Podcast ausprobiert. Zwei Medienpädagoginnen sprechen in ihrem Podcast Medially regelmäßig über Themen rund um Medienkompetenz.     

Mobiles Kinderfernsehen mit der ZDFtivi-App

Viele Fernsehsender stellen ihre Sendungen heute online zur Verfügung. Das Kinder- und Jugendprogramm ZDFtivi gibt es in der ZDF-Mediathek und als kostenlose App für mobile Geräte.

Kurz gefasst:

  • Inhalte für Kinder ab 3 Jahren 
  • keine Kosten, keine In-App-Käufe
  • keine Werbung
  • Eltern können Zeitlimit via PIN einstellen
  • für Android, iOS und Kindle Fire TV verfügbar

Was bietet die ZDFtivi-App?

Enthalten sind viele Sendungen, Spiele und kinderfreundlich aufbereitete Nachrichtenformate wie logo!. Ein Extra ist die Kommentarfunktion, über die sich die jungen Zuschauer zu Beiträgen austauschen können. Alle Lieblingsserien können als Favoriten in einem Kinderprofil unter ‘’mein ZDFtivi’’ abgespeichert werden. Viele Inhalte können heruntergeladen und offline angesehen werden. Damit eignet sich die App auch für unterwegs. 

Als Eltern müssen Sie damit umgehen, dass Serien und Filmen über Streamingangebote und Apps ständig verfügbar sind. In der App kann ein Zeitlimit eingerichtet werden. Außerdem lassen sich darüber nur die pädagogisch geprüften Inhalte von ZDFtivi anschauen – ohne kommerzielle Elemente wie Werbung oder In-App-Käufe. Damit bietet sie einen geschützten und altersgerechten Raum für Kinder und Jugendliche. 

Was kann problematisch sein an der ZDFtivi-App?

Die App ist mehr als ein Streamingangebot. Kinder können über die Kommentarfunktionen mit anderen in Kontakt kommen. Damit lernen Kinder ein typisches Element von Online-Kommunikation kennen. Sie können ihre Meinung äußern und an öffentlichen Diskussionen teilnehmen. Gleichzeitig können Kommentarfelder auch Risiken wie Cybermobbing, Cybergrooming und Hassrede bergen. Jede Kommentar auf ZDFtivi wird deshalb erst geprüft, bevor es veröffentlicht wird. So können Kinder ihre ersten Online-Erfahrungen in einem sicheren Umfeld machen. Der Umgang mit sozialen Medien und ihren Risiken wird auch in dem Jugendformat App+on thematisiert, das es auf ZDFtivi gibt. 

Manche Eltern finden es besonders praktisch, Filme und Sendungen unterwegs zu nutzen. Das große Angebot von Apps wie ZDFtivi kann aber dazu führen, dass Ihr Kind kein Ende findet, weil nach einem Video gleich das nächste abgespielt werden kann. Um die extreme Dauernutzung einzuschränken, können Sie eine Zeitbeschränkung einrichten, die sich nur über einen PIN einstellen lässt. Außerdem lässt sich die Funktion der Offline-Nutzung ausstellen. Sie sollten dann aber beachten, auch die Nutzung der mobilen Daten auszustellen, um keine hohen Kosten entstehen zu lassen.

Worauf sollten Sie als Eltern sonst noch achten?

Gerade jüngere Kinder sollten beim Fernsehen, egal ob online oder über das TV-Gerät, begleitet werden. Achten Sie auf Altersempfehlungen und informieren Sie sich vorab über einzelne Sendungen, z. B. bei Flimmo. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich zu den Inhalten auszutauschen. 

Klick, Wisch, Like – Gekauft? Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen

Ob im Fernsehen, an der Bushaltestelle oder im Internet – Werbung gehört zu unserem Alltag dazu. Schon kleine Kinder sehen Werbespots im Fernsehen oder begegnen ihr im Supermarkt, wo es viele Produkte rund um kindliche Medienhelden wie Elsa, Sandmann & Co. zu kaufen gibt. Auf Websites und Videoplattformen kommen vor allem ältere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Formen von Werbung in Berührung: Influencer tragen in ihren Videos die neuesten Turnschuhe, stellen ein Kosmetikprodukt ihrer Lieblingsmarke vor oder packen die eben gekaufte Spielekonsole in einem Unboxing-Video vor der Kamera aus. Auch in vielen Spiele-Apps gibt es Werbung, die man wegklicken muss, um weiterspielen zu können.

Welche Werbung ist erlaubt?

Medieninhalte für Kinder müssen so gestaltet sein, dass sie Werbung erkennen können und ihre kindliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Dazu gehört z. B. die klare Trennung von Inhalt und Werbung. Im Fernsehen gibt es einen optischen und akustischen Hinweis zu Beginn und am Ende der Werbung. Eine Kindersendung darf nicht von Werbung unterbrochen werden. Auf Kinderseiten im Netz müssen Werbebanner gekennzeichnet sein und dürfen die Inhalte nicht überlappen oder Kinder in der Nutzung der Seiten behindern. Es darf auch nicht für alle Produkte (wie z. B. für Alkohol) geworben werden, um Kinder zu schützen. 

Anregungen und Tipps

Unterstützen Sie Ihr Kind, Werbung zu erkennen und zu durchschauen. Mit dem Alter steigt auch das Verständnis von Werbung. Ab ungefähr 8 Jahren verstehen Kinder, dass Werbung nicht neutral informiert, sondern zum Kaufen anregen soll.

Vor allem bei Onlinewerbung müssen jüngere Kinder erst lernen, dass Werbung gleichzeitig neben den eigentlichen Inhalten auf einer Internetseite angezeigt wird. 

Werbung innerhalb von Spiele-Apps taucht oft überraschend auf, weshalb Kinder aus Versehen auf Werbeinhalte klicken können. Achten Sie beim Download von kostenfreien Kinderapps darauf, ob diese sogenannte In-Game-Werbung enthalten. Entscheiden Sie, ob das für Ihr Kind problematisch ist. Aufpassen sollten Sie besonders, wenn Werbeinhalte im Spiel dazu verleiten, schneller voranzukommen, wenn die Werbung nicht gekennzeichnet oder vom Spielinhalt getrennt ist oder wenn Kinder beim Spielen behindert werden.

Ältere Kinder und Jugendliche stehen vor der Herausforderung, zu erkennen, ob ihre Idole nur ein Produkt präsentieren oder ob es ihnen um echte Inhalte geht. Denn nicht immer sind Videos von Influencern als Werbung gekennzeichnet, obwohl das vorgeschrieben ist, wenn sie von Unternehmen Geld dafür bekommen. Schauen Sie sich gemeinsam Videos und Instagram-Stories an und achten Sie zusammen auf Hinweise für Werbung und Sponsoring in den geteilten Inhalten.

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die verschiedenen Formen von Werbung in Medien. Nur dann kann es einen bewussten und kritischen Umgang mit Werbung und den Kaufentscheidungen im Alltag lernen. Denken Sie dabei auch an Ihre Vorbildfunktion.

Werbung kindgerecht? Hier gibt es Informationen!

  • Ratgeber Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de
  • Media Smart, Bildungsinitiative für die Förderung von Werbekompetenz: www.mediasmart.de
  • Kindersuchmaschine www.fragfinn.de: kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten, viele davon sind werbefrei oder erfüllen strenge Kriterien, u. a. bezüglich Werbung und kommerziellen Inhalten

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