Ob in Büchern, Serien, Filmen oder Hörgeschichten – Kinder erlernen Rollenbilder durch Medien. Denn Kinder identifizieren sich mit Figuren, die ihnen gefallen. Oft werden dabei klassische Bilder vermittelt, wie etwa von starken Helden und schönen Prinzessinnen. An diesen Rollenbildern orientieren sich Kinder, um eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Spätestens ab dem Grundschulalter wird das Geschlecht für die Identität von Kindern immer wichtiger. In vielen Kinderfilmen und Serien werden Mädchen und Jungen noch immer unterschiedlich dargestellt. Studien wie die MaLisa-Fortschrittsstudie (2021) zeigen: Im Kinderfernsehen sind männliche Figuren weiterhin häufiger sichtbar als weibliche. Besonders deutlich ist das bei Tier-, Fantasie-, Roboter- und Maschinenfiguren – sie werden nach wie vor überwiegend männlich dargestellt. Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen: Der Anteil weiblicher Figuren im deutschen Kinderfernsehen ist gestiegen und lag 2020 bei 44 Prozent. Doch wenn Medien immer wieder ähnliche Geschichten erzählen – der mutige Junge rettet alle, das Mädchen ist vor allem schön oder fürsorglich – kann das Kinder einengen.
Trans und non-binäre Menschen kommen in Kinderfilmen und -serien bislang nur sehr selten vor. Meist erzählen Kindermedien weiterhin von Mädchen und Jungen innerhalb eines zweigeschlechtlichen Rollenbildes. Internationale Untersuchungen wie die Studie See Jane 2024 zeigen: LGBTQIA+ Figuren machen im populären Kinderfernsehen mit ein bis zwei Prozent nur einen sehr kleinen Anteil aus; nonbinäre Figuren sind nahezu unsichtbar. Dabei können vielfältige Figuren Kindern helfen zu verstehen, dass es unterschiedliche Arten gibt, Geschlecht, Familie und Identität zu leben.
Auch bei der Darstellung der Körper und Rollen bleiben viele Medienangebote einseitig. Weibliche Figuren werden häufiger jung, schlank, schön oder fürsorglich gezeigt. Männliche Figuren treten muskulös, stark und sportlich auf und erleben öfter Abenteuer oder erklären die Welt. In Familiengeschichten werden bei Kindererziehung und Hausarbeit weiterhin eher Frauen gezeigt, während Männer häufiger in beruflichen oder öffentlichen Rollen erscheinen. Wenn Kinder und Jugendliche immer wieder einseitige Schönheits- und Körperbilder sehen, kann sie das verunsichern – besonders, wenn sie diese Bilder als „normal“ wahrnehmen und sich damit vergleichen. Studien zeigen: Das kann die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verstärken.
Berufe helfen Kindern, sich ihre eigene Zukunft vorzustellen. Dabei orientieren sie sich auch an Figuren aus Büchern, Serien, Filmen oder Hörgeschichten. In vielen Geschichten sind Berufe jedoch immer noch stereotyp verteilt: Frauen kümmern sich häufiger um Kinder, Familie oder Pflege. Männer lösen Probleme, erleben Abenteuer oder treten als Experten auf.
So kann der Eindruck entstehen: Manche Berufe passen eher zu Mädchen, andere eher zu Jungen. Dabei ist die Arbeitswelt heute viel bunter. Eine Mutter kann Ingenieurin, Ärztin oder Wissenschaftlerin sein; ein Vater kann Erzieher, Pfleger oder Hausmann sein. Solche Beispiele sind wichtig, weil Berufswünsche oft schon früh durch Rollenbilder beeinflusst werden. Außerdem entstehen durch Technik und Digitalisierung ständig neue Berufe, die in Kinderbüchern und Serien bisher kaum vorkommen. Wenn ein Junge dann trotzdem Feuerwehrmann oder ein Mädchen Ballerina werden möchte, ist das natürlich auch völlig in Ordnung.
In vielen Bilderbüchern bestehen Familien aus einer Frau, einem Mann und ein bis zwei Kindern. Väter kommen oft nur als Nebenfigur vor. Dabei ist das tradierte Mutter-Vater-Kind-Modell, in dem die Mutter sich um die Kinder kümmert und der Vater zur Arbeit geht, heute nur ein Familientyp von vielen. Viele Kinder haben mehrere Bezugspersonen, die sich um sie kümmern. Dazu zählen zum Beispiel die neuen Partner*innen der (getrennt-lebenden) Eltern. Auch Regenbogenfamilien mit queeren Eltern werden in Kindermedien selten abgebildet. Und wo kommen eigentlich die Erwachsenen vor, die nicht in einer Partnerschaft leben, sich aber trotzdem gern um die Kinder ihrer Freund*innen oder Familienmitglieder kümmern?
Wenn Ihnen fragwürdige Geschlechterdarstellungen auffallen, sprechen Sie diese ruhig an: Wer darf in der Geschichte stark sein? Wer kümmert sich? Wer entscheidet? So lernen Kinder, Rollenbilder zu hinterfragen.
Kinder brauchen unterschiedliche Vorbilder. Ein vielfältiges Medienangebot zeigt ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie Menschen leben, fühlen und handeln können. Geschichten, die typische Rollenbilder aufbrechen, stärken Kinder darin, sich selbst anzunehmen und anderen offen, tolerant und respektvoll zu begegnen. Wir haben einige Medientipps für Sie zusammengestellt, die vielfältige Geschlechterrollen und unterschiedliche Familienformen zeigen:
Vielfältige Familien
Ich bin ich: Selbstbild und Geschlechtsidentität
Raus aus der Geschlechter-Schublade
Starke Freund*innenschaften und vielfältige Vorbilder
Mehr Medienempfehlungen finden Sie in diesem Artikel und z. B. bei den Regenbogenfamilien München und bei PINKSTINKS. Wenn Sie mehr zum Thema Geschlecht in Kindermedien wissen möchten, empfehlen wir diese Elternbroschüre zum Umgang mit Geschlechterrollen.
Ob beim Aufräumen, Tanzen oder im Auto – Musik begleitet viele Familien ganz nebenbei im Alltag. Kinder entdecken Musik oft mit dem ganzen Körper: Sie hören genau hin, singen dazu, bewegen sich, klatschen und probieren Geräusche aus.
Digitale Angebote können dabei eine schöne Ergänzung sein: Sie helfen, neue Lieder und Instrumente kennenzulernen oder selbst kreativ zu werden. Auch wenn Sie selbst kein Instrument spielen oder sich nicht besonders musikalisch fühlen: Sie können Ihr Kind trotzdem beim musikalischen Entdecken begleiten. Sie müssen nicht „richtig“ singen oder perfekt musizieren. Es reicht aus, gemeinsam Freude an Klängen, Liedern und Bewegung zu haben.
Kinderlieder-Videos laden dazu ein, gemeinsam zu singen, zu tanzen und neue Lieblingslieder zu entdecken. Kinderlieder auf YouTube eignen sich bereits für jüngere Kinder. Wenn Sie dort Lieder suchen und abspielen möchten, nutzen Sie am besten YouTube Kids. Dort werden keine Werbung vor oder während der Videos gezeigt, und passende Inhalte für Kinder lassen sich leichter finden.
Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. Die bunt animierten Trickfilme begeistern besonders Kleinkinder. Die Lieder sind auch auf der Website kinderlieder-mit-bobby.de zu finden und dort nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.
Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen macht seinem Namen alle Ehre: Hier finden Familien eine große Auswahl an verschiedenen Playlists voller bekannter und neuer Kinderlieder, bei denen Kinder und Erwachsene gemeinsam singen, tanzen und mitmachen können.
Auch klassische Musik lässt sich für Kinder spielerisch entdecken, mit digitalen Angeboten, die zum Hören, Ausprobieren und Mitmachen einladen.
Auf der Seite von Junge Klassik können Kinder viel über Instrumente und klassische Musik erfahren. Die Seite ist bunt und spielerisch gestaltet. Ein Orchester dirigieren, Klangpärchen finden, Töne kennenlernen – auch Erwachsene entdecken dabei sicher noch Neues.
Die Klangkiste des WDR lädt spielerisch dazu ein, die Welt der Musik zu erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet und funktioniert deshalb auch gut auf dem Smartphone. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und viele weitere Angebote. Die Klangkiste eignet sich besonders für etwas größere Kinder, die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen und ausprobieren möchten.
Opern wirken auf den ersten Blick eher wie etwas für Erwachsene. Mit der App Opera Maker tauchen Kinder in die Welt der Oper ein, erfinden eigene Geschichten und vertonen sie. Wie das aussehen kann, zeigt die dazugehörige Website.
Die Kinderwebseite Afrika-Junior gibt Einblicke in musikalische Welten verschiedener Regionen Afrikas. Kinder können beliebte Kinderlieder anhören, Videoclips anschauen und ihr Wissen in einem Quiz zu afrikanischer Musik testen.
Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Hinter jedem Feld verbirgt sich schöne Musik, tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr. Das Angebot ist auch auf YouTube verfügbar.
Bei Auditorix dreht sich alles um Musik, Hören und Selbermachen. Kinder können Musik entdecken, eigene Ideen entwickeln und sogar erfahren, wie man Instrumente baut. In der Musikbox findet sich lizenzfreie Musik, zum Beispiel für eigene Hörspielprojekte.
Mit digitalen Musik-Tools können Kinder Klänge ausprobieren, eigene Rhythmen erfinden und erste kleine Songs gestalten.
Auf der interaktiven Website Chrome Music Lab können Kinder mit verschiedenen Rhythmen und Melodien experimentieren sowie eigene kleine Songs erstellen. Hierzu stehen ihnen 14 Musik-Tools zur Verfügung. Die Seite ist kostenfrei und kann ohne Anmeldung genutzt werden.
Die App GarageBand ist auf Apple-Geräten kostenfrei vorinstalliert. Sie bietet viele virtuelle Instrumente, mit denen Kinder eigene Songs komponieren können. Über das Mikrofon lassen sich außerdem die eigene Stimme oder echte Instrumente aufnehmen.
Eigene Songs aus Beats und Musiktracks zusammenstellen – das geht mit der App Groovepad. Kleine Lektionen machen den Einstieg leicht. Die Basisversion ist kostenfrei, bietet aber nur eingeschränkte Funktionen. Die Premiumversion kostet 14,99 Euro pro Monat oder 47,99 Euro pro Jahr.
Apps wie Mini Piano Lite oder Real Drum: Schlagzeug spielen ermöglichen es, Instrumente virtuell auszuprobieren. Sie ersetzen keine echten Instrumente, erlauben aber einen ersten spielerischen Zugang. Häufig lassen sich damit einfache Songs begleiten oder eigene Aufnahmen erstellen.
Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.
Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.
Zum Unternehmen gehören unter anderem:
Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.
Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.
Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.
Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.
Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:
Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.
Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.
Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.
Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.
Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.
Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.
KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.
Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.
Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.
Sie schminken, stylen, trainieren und optimieren sich. Sie tauchen in Kinderserien auf, posieren auf TikTok und Instagram, laufen über rote Teppiche oder präsentieren sich in Dating- und Reality-Shows – und sehen dabei scheinbar immer perfekt aus. Medienfiguren, Influencer*innen, Stars und TV-Gesichter zeigen täglich, wie der „ideale“ Körper angeblich aussehen soll. Das kann bei Kindern und Jugendlichen großen Druck auslösen.
Große Augen, seidige Haare, definierte Muskeln und scheinbar makellose Proportionen: Schon früh begegnen Kindern und Jugendlichen auf Bildschirmen Körperbilder, die mit der Realität wenig zu tun haben. Das beginnt schon im Kinderfernsehen: Disney-Figuren wie Elsa und Tarzan, die Feen aus dem Winx-Club oder Superhelden wie Spiderman sind oft extrem schlank oder sehr sportlich und muskulös gezeichnet.
Kinder lieben solche Filme und Serien meist nicht wegen der Stereotype, sondern weil sie spannend, lustig, emotional oder besonders schön inszeniert sind. Die stark idealisierten Körperbilder nehmen sie dabei eher nebenbei auf. Diese Bilder können sich aber trotzdem einprägen und beeinflussen, was Kinder als „normal“ oder „schön“ empfinden.
Für ältere Kinder und Jugendliche zeigen Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ oder Dating-Shows wie „Love Island“ sehr deutlich, worauf es dort ankommt: auf das perfekte Aussehen. Wer den Erwartungen an Körper, Maße und Styling nicht entspricht, hat es schwerer. Erfolg auf dem Laufsteg oder bei der Suche nach Nähe und Beziehung wirkt in solchen Formaten häufig davon abhängig, ob der eigene Körper den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Wer nicht dazu passt, wird mitunter öffentlich abgewertet oder scheidet aus. Auf Social Media wird diese Geschichte weitergeführt: Beauty-, Fashion- und Fitness-Influencer*innen zeigen, wie man sich pflegt, schminkt, kleidet, trainiert und ernährt. Manche sprechen auch über Schönheitsoperationen, Abnehmspritzen oder andere Eingriffe. Oft entsteht dabei der Eindruck: Der eigene Körper ist ein Projekt, an dem ständig gearbeitet werden muss, um einem vermeintlichen Ideal möglichst nahe zu kommen.
Jugendliche mögen solche Formate oft, weil sie unterhalten, emotional erzählen und Einblicke in Themen geben, die in ihrem Alltag wichtig sind: Aussehen, Anerkennung, Flirten, Zugehörigkeit und Selbstinszenierung. Außerdem laden sie zum Mitreden ein – in der Schule, im Freundeskreis oder auf Social Media – und werden so schnell Teil gemeinsamer Gespräche und Trends.
Gerade für Kinder und Jugendliche können diese Körperdarstellungen sehr prägend sein. Junge Menschen suchen in ihren Medien nach Vorbildern und Ideen, wie sie selbst sein möchten und wie ihr Leben aussehen kann. Wenn sie dabei ständig von einem bestimmten Körperideal umgeben sind, kann bei ihnen ebenfalls der Wunsch entstehen, so auszusehen. Eventuell gehen sie sogar davon aus, dass persönlicher Wert von perfektem Aussehen abhängt – schließlich ist das die Botschaft, die in vielen TV-Formaten und auf Social-Media-Profilen mitschwingt.
Kinder und Jugendliche können dabei nicht unbedingt erkennen, dass Körperdarstellungen in den Medien auf Perfektion getrimmt sind – durch inszenierte Darstellung und Ausleuchtung, durch Nachbearbeitung und Effekte entsteht eine Illusion, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Hinzu kommt: Viele Inhalte auf Social Media werden inzwischen auch mit KI verändert, ergänzt oder sogar vollständig künstlich erzeugt – und sind dadurch noch schwerer als bearbeitet oder gefälscht zu erkennen.
Einem solchen Ideal nachzueifern kann zu viel Frust und Enttäuschung, zu hohen Ausgaben für scheinbar hilfreiche Beauty-, Trainings- oder Ernährungsprodukte bis hin zu handfesten Problemen wie einer gestörten Körperwahrnehmung, psychischen Problemen oder Essstörungen führen.
Häufig sind die Angebote auch stark geschlechtsspezifisch ausgerichtet – so werden jungen Mädchen vor allem Schmink- und Stylingtipps angezeigt, Jungs dagegen bekommen Muskeln und starke Helden präsentiert. Das verstärkt neben dem generellen Druck auch klischeehafte Vorstellungen von Geschlechterrollen.
Machen Sie sich bewusst, mit welchen Körperdarstellungen Ihr Kind über seine Mediennutzung konfrontiert ist, zum Beispiel über den Elternratgeber für TV-, Streaming- und Social-Media-Angebote FLIMMO. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die liebsten Sendungen oder Social-Media-Profile zeigen und schauen Sie gemeinsam, was da vermittelt und gezeigt wird. Sprechen Sie darüber, wie mediale Körperbilder entstehen und warum sie häufig nicht realistisch sind.
Sie können auch gemeinsam Videos ansehen, in denen gezeigt wird, wie „perfekte“ Bilder entstehen. Wenn Ihr Kind versteht, wie Medien funktionieren und warum die Bilder auf den Geräten nicht realistisch sind, ist das ein erster Schritt, um den Druck rauszunehmen. Hilfreich können dabei Aufklärungsangebote wie dieses Video von Funk sein. Mehr dazu, wie Sie mit Schönheitsidealen im Netz umgehen können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Schaffen Sie ein Gegengewicht: Nutzen Sie gemeinsame Medienzeit und schauen Sie mit Ihrem Kind bewusst Filme und Serien, die vielfältige Körperbilder zeigen und nicht nur gängige Stereotype bedienen. Auch auf Social Media können Sie gemeinsam Profile entdecken, die andere Perspektiven sichtbar machen – und Ihrem Kind zeigen, dass Körper sehr unterschiedlich aussehen dürfen.
Ganz wichtig ist: Seien Sie sich Ihrer Vorbildrolle bewusst! Gesundes Essverhalten, ein freundlicher Umgang mit dem eigenen Körper und eine Einschätzung des eigenen Wertes, die mehr als Äußerlichkeiten einbezieht, werden auch zuhause geprägt.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind durch bestimmte Körperideale bereits psychisch belastet ist, dass sich sein Essverhalten verändert oder Sie sich unsicher sind – suchen Sie Hilfe. Sprechen Sie mit (Schul-)Psycholog*innen, Kinderärzt*innen oder melden Sie sich bei einer anonymen Beratungsstelle wie der Nummer gegen Kummer.
Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.
Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.
Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.
Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.
Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.
So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.
Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.
Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:
So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.
Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?
Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.
Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.
Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.
Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.
Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.
KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.
Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.
Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.
Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.
Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.
Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.
Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.
Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.
Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.
Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.
Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.
Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.
Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.
Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.
Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.
Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.
Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.
Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.
Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.
Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.
Die Toniebox ist in vielen Kinderzimmern zu finden und ermöglicht es, Hörspiele und Musik selbstständig abzuspielen. Mit der Toniebox 2 kommen neue Funktionen dazu: Inhalte werden interaktiver und laden zum Mitmachen ein.
Die Toniebox ist ein Audiosystem, das speziell für Kinder entwickelt wurde. Inhalte werden nicht über ein Menü ausgewählt, sondern über Figuren gesteuert. Wird ein Tonie auf die Box gestellt, startet automatisch eine Geschichte, Musik oder ein Hörspiel. Die Toniebox gehört zu den Hörboxen für Kinder.
Es gibt Tonies mit fertigen Inhalten, etwa Figuren oder Hörbücher, sowie Kreativ-Tonies, die mit eigenen Aufnahmen bespielt werden können. Diese werden über die sogenannte Toniecloud hochgeladen und gespeichert. Die Bedienung der Box ist bewusst einfach: Durch Kippen wird vor- oder zurückgespult, durch Klopfen springt man zwischen Kapiteln, über die „Ohren“ wird die Lautstärke eingestellt.
Mit der Toniebox 2 kommen zusätzliche Funktionen hinzu. Über „Tonieplay“ werden Inhalte interaktiver. Kinder hören nicht nur zu, sondern werden zum Mitmachen angeregt, etwa durch kleine Aufgaben, Mitsprechen oder Bewegung.
Nach der Einrichtung über WLAN kann die Toniebox auch ohne Internetverbindung genutzt werden.
Die Toniebox ist so gestaltet, dass schon jüngere Kinder sie selbst bedienen können. Es braucht keine Lesekenntnisse oder technischen Vorkenntnisse. Das unterstützt Kinder dabei, die Toniebox selbstständig zu nutzen.
Die Figuren spielen eine wichtige Rolle: Kinder erkennen bekannte Charaktere wieder, sammeln Tonies und bauen eine emotionale Bindung auf. Es gibt Geschichten, Lieder und Wissensinhalte für unterschiedliche Altersstufen.
Mit Funktionen wie Tonieplay werden Kinder zusätzlich einbezogen. Sie sind nicht nur Zuhörer*innen, sondern Teil der Geschichte. Kreativ-Tonies bieten die Möglichkeit, eigene Inhalte zu erstellen. Kinder hören beispielsweise Geschichten von vertrauten Personen oder nehmen selbst etwas auf.
Die Toniebox ist ein vergleichsweise sicheres Angebot ohne offene Internetkommunikation. Klassische Online-Risiken wie Kontakt zu Fremden bestehen daher nicht.
Im Alltag können dennoch Punkte relevant sein:
Der Anbieter beschreibt die Toniebox als robust und kindgerecht gestaltet. Die Bedienung sei speziell für Kinder entwickelt worden. Für die Toniecloud gelten laut Anbieter Datenschutzstandards nach europäischem Recht. Eigene Inhalte und Konten können gelöscht werden. Mit Funktionen wie Tonieplay wird das Angebot um interaktive Inhalte erweitert.
Die Toniebox eignet sich gut als Einstieg in die Mediennutzung, da sie ohne Bildschirm auskommt. Besonders am Anfang ist es sinnvoll, Ihr Kind dabei zu begleiten. Achten Sie auf passende Inhalte und hören Sie gelegentlich mit.
Geben Sie im Alltag Orientierung, wann und wie lange die Toniebox genutzt wird, und achten Sie darauf, wie Ihr Kind sie nutzt.
Nutzen Sie Kreativ-Tonies gemeinsam. Eigene Aufnahmen, etwa Geschichten oder Lieder, machen die Toniebox persönlicher. Gemeinsames Hören kann den Austausch fördern, gerade bei jüngeren Kindern.
Behalten Sie die Kosten im Blick. Neben der Box fallen Ausgaben für weitere Figuren an. Ein Tipp: Toniefiguren gibt es oft auch in Bibliotheken zum Ausleihen.
Ein süßes Foto vom Familienfest im WhatsApp-Status oder auf Plattformen wie Instagram ist für viele selbstverständlich. Für Eltern kann es unangenehm sein, wenn Bilder des eigenen Kindes ohne Rücksprache geteilt werden. Dabei geht es nicht darum, anderen etwas zu verbieten, sondern die Privatsphäre des eigenen Kindes zu schützen.
Fotos von Kindern sind persönliche Daten. Einmal online geteilt, lassen sie sich kaum kontrollieren oder vollständig löschen. Bilder können gespeichert, per Screenshot verbreitet oder einfach weitergeleitet werden. Oft merkt man das nicht. Je mehr Menschen ein Foto sehen können, etwa über Status-Funktionen oder öffentliche Profile, desto größer ist das Risiko der Weiterverbreitung. Kinderbilder können missbraucht oder weiterverbreitet werden.
Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, mitzuentscheiden, was von ihnen gezeigt wird. Sie haben auch ein Recht am eigenen Bild, deshalb sollten Fotos nicht ohne Zustimmung geteilt werden. Gleichzeitig können sie die Folgen oft noch nicht einschätzen. Mit jedem geteilten Foto entsteht ein digitales Bild Ihres Kindes, das es später nicht mehr selbst steuern kann. Besonders sensibel wird es, wenn Fotos zusammen mit Namen, Wohnort oder anderen persönlichen Informationen veröffentlicht werden. Sind andere Kinder auf dem Foto zu sehen, sollte auch das Einverständnis der Eltern eingeholt werden. Viele Verwandte oder Bekannte meinen es gut. Sie möchten schöne Momente teilen oder ihre Freude ausdrücken. Genau deshalb ist ein respektvoller Umgang wichtig.
Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn Erwartungen früh geklärt sind:
Wichtig ist, dass Ihre Haltung verständlich wird, ohne Vorwürfe.
Manche reagieren überrascht oder fühlen sich kritisiert. Hier hilft es, ruhig zu erklären, warum Ihnen das Thema wichtig ist:
Ein Perspektivwechsel kann helfen. Würden Sie selbst wollen, dass solche Fotos von Ihnen im Internet zu sehen sind?
Trotz Absprachen kann es passieren, dass Fotos geteilt werden. Dann ist es sinnvoll, zeitnah zu reagieren:
In vielen Fällen lässt sich das Problem im persönlichen Gespräch klären.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger ist ihre eigene Meinung. Fragen Sie Ihr Kind, ob es mit einem Foto einverstanden ist. Ab dem Grundschulalter können viele Kinder schon gut mitentscheiden, ob ein Bild von ihnen geteilt werden darf. So lernt Ihr Kind, über die eigene Privatsphäre nachzudenken und Grenzen zu setzen.
Achten Sie auch auf Ihr eigenes Verhalten. Fragen Sie Ihr Kind und andere Eltern, bevor Sie Fotos teilen. So zeigen Sie, wie ein respektvoller Umgang aussehen kann.
Wenn Absprachen immer wieder ignoriert werden oder es zu Konflikten kommt, bleiben Sie ruhig und klar in Ihrer Haltung. Sprechen Sie das Thema erneut an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, Unterstützung von außen einzubeziehen, um die Situation zu klären.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Die bunte Spiele-App Toca Boca World ist besonders bei vielen jüngeren Kindern beliebt. Sie können ihre eigenen Figuren gestalten und mit ihnen in der Toca-Boca-Welt spannende und kreative Geschichten erfinden. Die App lädt dazu ein, Häuser nach ihren Vorstellungen einzurichten, im Café Kuchen zu essen, im Krankenhaus oder in der Poststation zu arbeiten und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
In Toca Boca World dreht sich alles um Kreativität und freies Spiel. Fantasievolle Orte wie Städte, Dörfer und Strände laden zum Erkunden und Bespielen ein. Es gibt keine Levels oder Zeitvorgaben, die erfüllt werden müssen.
Nach dem Herunterladen der App können die Spieler*innen sich in der Welt frei bewegen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Sie wählen Spielfiguren aus, die sie nach Aussehen und Eigenschaften selbst anpassen können. Häuser und Räume richten sie ganz nach ihrem Geschmack ein und dekorieren sie. Tag oder Nacht, Sonne oder Regen, welche Musik aus dem Radio kommt – alles lässt sich individuell anpassen.
An einigen Orten können die Spieler*innen Aufgaben erledigen, doch meistens gibt es keine festen Anweisungen. Über In-App-Käufe lassen sich zusätzliche Avatare, Orte, Aktivitäten und Haustiere hinzufügen. Eine Video Recording Funktion ermöglicht es, mit den Figuren eigene Geschichten zu spielen und per Bild und Ton aufzunehmen.
Kinder haben viel Freude daran, ihre eigenen Welten zu erschaffen und kreative Geschichten zu erfinden. Besonders spannend ist es für sie, die Spielfiguren ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie können dabei nicht nur aus verschiedenen Haar- und Hautfarben wählen, sondern auch Figuren im Rollstuhl, mit Brille oder Prothesen erstellen.
Die verschiedenen Spielumgebungen und die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, motivieren Kinder, immer weiterzuspielen und neue Abenteuer zu erleben. In den bunten Welten gibt es fast keinen Text, was das Spiel auch für Kinder ohne Lesefähigkeit spielbar macht.
Die Datenschutzbestimmung der Toca Boca App besagt, dass keine Werbung von Drittanbietern enthalten ist. Die App ist kostenlos im Download, bietet aber In-App-Käufe an. Mit diesen können Kinder neue Charaktere, Stationen oder Geschenke freischalten, falls eine Bezahl-Möglichkeit auf dem Gerät hinterlegt ist.
Die App speichert Nutzerdaten wie das Spielverhalten und Geräteinformationen und wertet sie zu Marketingzwecken aus. Dabei werden auch Dienste von Dritten genutzt, zum Beispiel von Google. Die Daten von Eltern werden erfasst, wenn sie im Toca-Boca-Shop etwas kaufen, Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter abonnieren. Eine Datenlöschung kann über eine E-Mail an privacy@tocaboca.com angefordert werden.
Über die Video Recording Funktion können Kinder das Spielgeschehen per Bild und Ton aufnehmen und auf dem Gerät speichern. Wenn der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt wird, nutzt die App es auch. In den App-Berechtigungen des Endgeräts kann der Zugriff wieder verwehrt werden.
Toca Boca ist ein schwedischer Spieleentwickler und daher an die Datenschutzgesetze der EU gebunden. Der Anbieter wirbt damit, dass Kinder in die Entwicklung der App einbezogen werden. Die App beinhaltet keine für Kinder ungeeigneten Inhalte. Damit nehmen die Spieleentwickler die Forderung verschiedener Kinderrechtsorganisationen auf, Kinder und ihre Rechte in der Entwicklung von Produkten für Kinder zu beachten.
Toca Boca gibt an, dem PRIVO-Siegel gerecht werden zu wollen. Dieses Siegel vergibt eine unabhängige Organisation, die sich dem Schutz von Kinderdaten im Onlinebereich verpflichtet hat. Auf der Toca Boca Webseite stellt der Anbieter eine Datenschutzerklärung für Kinder in verständlicher Sprache zur Verfügung.
Im Umgang mit der Toca Boca World App ist es sinnvoll, einige Regeln und Einstellungen zu klären, um das Spiel für Ihr Kind sicher und sinnvoll zu gestalten:
Begleitung der ersten Nutzungsschritte: Die App richtet sich besonders an jüngere Kinder. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Nutzungsschritten. So machen Sie sich mit den Funktionen vertraut und können beobachten, wie Ihr Kind auf die Spiele-App reagiert.
Medienregeln und Spielzeiten festlegen: Gestalten Sie gemeinsam Regeln für digitale Spiele und schließen Sie die Nutzung der App in die Medienregeln der Familie mit ein. Die App gibt keine Zeitlimits vor und kann unbegrenzt gespielt werden. Legen Sie gemeinsam fest, wie viel Zeit Ihr Kind mit der App verbringen darf.
Funktionen in den Einstellungen deaktivieren: In den App-Einstellungen können Funktionen wie der Shop und die Videoaufzeichnung deaktiviert werden. Dafür ist die Eingabe eines (erwachsenen) Geburtsdatums erforderlich.
In-App-Käufe deaktivieren: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Kind die Funktion der In-App-Käufe. Sie können die Funktion deaktivieren oder darauf achten, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen, um versehentliche Käufe zu vermeiden.
Nachrichten über Krieg, Gewalt und bewaffnete Konflikte erschüttern uns alle. Was Erwachsene oft kaum begreifen können, ist für Kinder meist noch schwerer zu verstehen. Kinder von den aktuellen Nachrichten fernzuhalten, ist kaum möglich. Umso wichtiger ist es, Kinder zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben. Wir geben Anregungen zum Umgang mit belastenden Nachrichten und stellen kindgerechte Medienformate zum Thema vor.
Kinder bekommen oft mehr mit, als Erwachsene denken. Deshalb ist es wichtig, ihre Fragen ernst zu nehmen und auf ihre Gefühle einzugehen. Wenn Kinder über ihre Sorgen sprechen können, hilft ihnen das, das Erlebte besser zu verarbeiten. Trösten Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm Nähe, zum Beispiel durch eine Umarmung – das gibt Sicherheit in schwierigen Momenten.
Jüngere Kinder verarbeiten Dinge, die sie beschäftigen im Spiel oder indem sie ein Bild malen. Wenn Ihr Kind das nicht von selbst tut, können Sie es dazu ermuntern und mitmachen. Sich in Bildern oder Texten auszudrücken, kann auch für ältere Kinder und Jugendliche eine gute Möglichkeit sein. Aber auch Gespräche und konkrete Informationen sind für sie wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind altersgerechte Angebote und weisen Sie es auf mögliche Falschinformationen hin. Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, Ihnen zu zeigen, wenn es über Social Media oder Messenger erschreckende Bilder und Videos geschickt bekommt und sprechen Sie mit ihm darüber.
Wenn Kinder Nachrichten über Krieg hören, kann sie das verunsichern. Besonders jüngere Kinder brauchen die beruhigende Botschaft, dass sie sicher sind und dass Erwachsene sich um ihren Schutz kümmern. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Krieg weit weg stattfindet und viele Menschen und Organisationen daran arbeiten, Frieden zu schaffen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht völlig hilflos ist, sondern dass es Möglichkeiten gibt, etwas Gutes zu tun. Überlegen Sie gemeinsam, wie Hilfe aussehen kann, zum Beispiel durch eine Spendenaktion oder die Teilnahme an einem Friedensprojekt in der Schule oder in der Nachbarschaft. So erlebt Ihr Kind, dass man auch in schwierigen Situationen nicht nur Angst haben muss, sondern selbst etwas beitragen kann.
Auch als Erwachsene haben Sie das Recht mit der Situation und den Nachrichten überfordert zu sein. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten können. Seien Sie ehrlich zu Ihrem Kind und zeigen Sie Ihre Unwissenheit oder Gefühle im Zusammenhang mit den Ereignissen in Kriegsgebieten. Wichtig ist, dass Sie das Thema nicht vermeiden.
In unserem Beitrag „Nachrichten für Kinder und Jugendliche“ finden Sie Hinweise zum Umgang mit Nachrichten allgemein und Linktipps zu altersgerechten Angeboten.
Zum Thema bewaffnete Konflikte und Krieg empfehlen wir folgende Formate für Eltern und Kinder:
Auch wenn belastende Nachrichten verunsichern, können Sie Ihrem Kind mit Aufmerksamkeit, Nähe, offenen Gesprächen und Zugang zu altersgerechten Nachrichtenformaten Sicherheit und Orientierung geben.
Kinder und Erwachsene nutzen Medien oft unterschiedlich und entdecken jeweils andere spannende Aspekte daran. Ein gemeinsames Medienprojekt bietet die Chance, diese Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Manchmal zeigen dabei sogar Kinder ihren Eltern, wie etwas funktioniert. Und es wird deutlich: Medien sind mehr als Videos anschauen oder Musik hören!
Statt Medien nur zu konsumieren, können Sie in Ihrer Familie selbst kreativ werden. Smartphones und Tablets, die es in vielen Haushalten gibt, haben eine Kamera, ein Mikrofon und einfache Apps, mit denen Sie schnell eigene Projekte umsetzen können. Beim gemeinsamen Ausprobieren lernen Sie und Ihr Kind ganz nebenbei, wie die Geräte funktionieren. Gleichzeitig erlebt Ihr Kind, wie Medien entstehen und dass dafür Ideen, Planung und ein wenig Geduld nötig sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme oder Fotogeschichten umsetzen und dabei eigene Stärken entdecken.
Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir Ihnen Ideen für Medienprojekte zu Hause. Ziel ist es, Kreativität zu fördern und digitale Medien gemeinsam aktiv zu erleben – etwa mit Hörspielen, Erklärvideos, Virtual Reality– oder Making-Projekten.
Die Webseite kinder.jff.de des JFF – Institut für Medienpädagogik bietet kindgerechte Anleitungen für kreative Medienprojekte in der Familie. Mit dem Smartphone oder Tablet können Sie auf Foto-Safari gehen, eine QR-Code-Rallye gestalten, ein Kinderkochbuch entwickeln und vieles mehr. Kurze Video-Anleitungen erleichtern den direkten Einstieg und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Ihrem Kind ab drei Jahren zuhause Apps und Geräte aktiv einsetzen können.
Im TüftelLab finden Sie praxistaugliche Ideen, um mit Ihrem Kind zu Hause kreativ zu werden – von Making, Coding und Robotik bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI), Video und Animation. Für Kinder ab dem Grundschulalter gibt es Projekte, bei denen Sie gemeinsam Schritt für Schritt ausprobieren, bauen und gestalten können. Dafür stellt das TüftelLab vielfältige Materialien, Anleitungen und digitale Lerninhalte bereit, die den Einstieg erleichtern und Lust aufs Tüfteln wecken.
Welche Chancen Medien für die Weiterentwicklung von Kompetenzen bieten, zeigt das Familienportal NRW. Nutzen Sie die Seite als Ideenkiste, um mit Ihrem Kind kleine Medien-Projekte zu entwickeln. Suchen Sie sich gemeinsam ein Thema aus und tauchen Sie in die Medienproduktion ein. Detaillierte Anleitungen finden Sie in der Medienbox NRW: Dort gibt es Selbstlernangebote und Online-Kurse rund um Audio, Video und auch KI.
Auf Elternguide.online finden Sie noch mehr Ideen, wie Sie Medien zuhause gemeinsam mit Ihrem Kind aktiv nutzen können. Schauen Sie doch mal rein – wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Freude beim Ausprobieren!
Liebevolle Animationen, kindgerechte Illustrationen und interaktive Elemente: Es gibt eine Vielfalt an Lern- und Kreativ-Apps, die speziell für Kleinkinder entwickelt wurden. Sie vermitteln erste Wissensinhalte, fördern Grundlagen wie Buchstaben- und Mengenverständnis oder regen mit Puzzles und kleinen Rätseln zum Mitdenken an. Durch die spielerische Gestaltung macht das Lernen Spaß und eine altersgerechte App kann Kinder dazu motivieren, sich auszuprobieren und kreativ auszudrücken. Wir stellen Ihnen Apps vor, die sich besonders gut für den Einstieg eignen – etwa für Zwei- bis Fünfjährige.
Die App zur Sendung mit dem Elefanten bietet neben Sendungen und Lach- und Sachgeschichten zahlreiche Spiele zum Malen, Rätseln, Programmieren, Hindernissen ausweichen, Verstecken und eine Schatzkiste Freirubbeln. Mit Hilfe des Elefantenweckers kann die Dauer der Spielzeit eingestellt werden.
Betriebssysteme: iOS, Android, Amazon
Kosten: kostenfrei
In der App zur Kinderserie können Kinder gemeinsam mit dem Sandmännchen und seinen Freund*innen spielen, puzzeln, Bilder ausmalen, Figuren verkleiden, eigene kurze Geschichten aufnehmen und kleine Abenteuer entdecken. Die Mediathek bietet Videos und Hörgeschichten aus der Sandmann-Welt, inklusive der täglichen Gutenachtfolge, die zur abendlichen Routine beitragen kann.
Kosten: kostenfrei
Malen und komponieren – gleichzeitig. Dazu ein Motiv wählen, eine Farbpalette und schon können farbige Bilder gemalt und mit Farben und Formen Musik gemacht werden. Aus Linien, Wellen und Kreisen entsteht ein Gesamtbild. Die App fördert die Wahrnehmung der Verbindung zwischen Klang, Farbe und Form.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 2,99 €
Die App enthält interaktive Reime nach den bekannten Bilderbüchern. Die Kinder begleiten die kleine Eule durch mehrere Reimgeschichten – etwa, wenn sie mit einer Beule am Kopf Hilfe sucht, abends nicht einschlafen kann oder gemeinsam mit ihren Freund*innen eine Geburtstagsparty vorbereitet.
Kosten: 3,99 € (Android), 4,99 € (iOS)
Eine Vorlesegeschichte in Reimform über eine Schnecke auf der Suche nach sich selbst. Auf ihrer Reise trifft sie viele Tiere. Die ruhige und ansprechende Gestaltung der App hebt sich von vielen aktuellen Apps ab.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Die App gibt einen Einblick in den Alltag bei der Feuerwehr und zeigt typische Einsätze in spielerischer Form. Kinder lernen dabei, wie sie sich bei einem Brand richtig verhalten. Hervorzuheben ist die selbsterklärende und überwiegend wortlose Aufgabenstellung, die bereits junge Kinder bestens bewältigen.
Kosten: kostenfrei
Fahrzeuge auswählen, ihre Namen hören und ihre Eigenschaften entdecken. Zum Kennenlernen der Fahrzeuge gibt es drei Spielformen: ein Puzzle, ein Drehspiel sowie ein Geduldsspiel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Hervorzuheben ist, dass die App kein Belohnungssystem beinhaltet.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Edurino ist ein digitales Spiel- und Lernsystem, das aus einer App, haptischen Figuren und einem ergonomischen Dreikant-Stift besteht. Mithilfe von Tierfiguren können Kinder in verschiedene Lernwelten eintauchen, wie z. B. Rechnen, Gefühle oder Konzentration. Die Bedienung ist sehr intuitiv, die Aufgaben sind spielerisch gestaltet und steigern sich nach und nach im Schwierigkeitsgrad. Edurino lässt sich auch offline nutzen. Das Angebot ist vielfältig und pädagogisch wertvoll – das hat auch seinen Preis. Zum Testen lohnt sich ein Blick in die örtliche Bücherei. Offiziell wird Edurino ab vier Jahren empfohlen, je nach Kind klappt der Einstieg aber auch etwas früher.
Betriebssysteme: Android, iOS, Amazon
Kosten: Startersets ab 49,98 €, pro Figur 24,99 €
Kinder lernen vor allem durch eigenes Entdecken und Ausprobieren. Digitale Lern- und Kreativangebote können diesen Prozess sinnvoll begleiten und sowohl kognitive als auch kreative Fähigkeiten stärken. Entscheidend ist, dass eine App zum individuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes passt – das können Sie am besten einschätzen.
Gute Kinder-Apps enthalten im besten Fall keine Werbung oder In-App-Käufe. Was eine gute App für Kinder noch ausmacht, beschreiben wir in diesem Artikel. Für die Suche empfehlen wir Ihnen die App-Tipps von der Stiftung Lesen, SIN – Studio im Netz oder dem Spieleratgeber NRW. Sie benötigen keine große Anzahl von Apps für Ihr Kind. Konzentrieren Sie sich lieber auf einige wenige qualitativ hochwertige Apps, die den Bedürfnissen und Interessen Ihres Kindes entsprechen.
Das ist dabei wichtig:
Der erste Kinobesuch ist für viele Kinder ein großes Ereignis. Alles ist neu: die riesige Leinwand, der dunkle Saal, viele Menschen und ein Film, der nicht einfach gestoppt werden kann. Für manche Kinder ist das spannend, für andere vielleicht zu viel. Mit guter Vorbereitung wird der Kinobesuch trotzdem zu einem schönen Erlebnis.
Viele Kinder sind ab etwa 5 oder 6 Jahren bereit für ihren ersten Kinobesuch. Entscheidend ist aber weniger das Alter als die Reife Ihres Kindes. Kann es eine Weile ruhig sitzen? Kann es Spannung gut aushalten? Hat es keine große Angst vor Dunkelheit oder lauten Geräuschen? Manche Kinder sind erst später bereit, und das ist völlig in Ordnung.
In Deutschland vergibt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) Alterskennzeichen für Kinofilme. Diese zeigen, ab welchem Alter ein Film freigegeben ist, sind aber keine pädagogischen Empfehlungen. Ein Film „ab 6“ kann für empfindliche Kinder trotzdem zu spannend oder zu traurig sein. Lesen Sie deshalb vorab kurze Inhaltsangaben sowie die jeweiligen Kurzbegründungen auf der FSK-Website und vertrauen Sie Ihrem Gefühl.
Gerade beim ersten Mal können Kinder von den Eindrücken überwältigt werden:
Wenn Ihr Kind unruhig wird oder den Kinosaal verlassen möchte, ist das völlig normal. Kommen Sie diesem Bedürfnis Ihres Kindes gern nach.
Viele Kinos bieten spezielle Kinderkino- oder Familienvorstellungen an. Manche haben sogar extra Angebote für das erste Kinoerlebnis. Diese Vorstellungen sind meist früher am Tag, kürzer, leiser, mit gedimmtem Licht und mit angepasster Werbung. Oft dürfen Kinder sich bewegen oder auch mal etwas sagen. Das nimmt Druck raus und macht den Einstieg leichter.
Bereiten Sie Ihr Kind vor: Erklären Sie, wie Kino abläuft, dass es dunkel wird und der Film nicht pausiert werden kann. Wichtig ist auch die klare Botschaft: Wir dürfen jederzeit rausgehen, wenn es zu viel wird. Setzen Sie sich dafür ggfs. eher an den Rand im Saal.
Sprechen Sie nach dem Film darüber, was Ihrem Kind gefallen hat und was vielleicht unheimlich war. So helfen Sie, das Erlebnis einzuordnen und legen eine gute Grundlage für den nächsten Kinobesuch.
Der erste Kinobesuch muss nicht perfekt sein. Entscheidend ist, dass Ihr Kind sich ernst genommen und gut begleitet fühlt.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.
Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.
Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.
ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.
Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.
Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.
Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.
Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.
Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.
Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.
Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.