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Huggy Wuggy – das Gruselphänomen

Auf den ersten Blick süß, auf den zweiten Blick gruselig: Das Kuscheltier Huggy Wuggy ist in und vor vielen Geschäften zu finden und ganz bestimmt nichts für Kinder. Denn Huggy Wuggy stammt eigentlich aus brutalen und erschreckenden Videos, die für Kinder schwer zu verdauen sind.

Kurz gefasst

  • als Kuscheltier allgegenwärtig
  • ursprünglich die Hauptfigur des Computerspieles „Poppy Playtime“
  • Spiel teilweise erst ab 16 Jahren freigegeben (im Google Play Store)
  • Im Internet kursieren zahlreiche Schock-Videos mit dem Kuscheltier
  • Die süße Optik spricht aber auch Kinder an

Was ist Huggy Wuggy eigentlich?

Huggy Wuggy sieht im ersten Moment aus wie ein beliebiges Kuscheltier: Es hat lange Arme und Beine, große Glubschaugen und weiches, blaues Fell. Klar, dass Kinder die Figur toll finden. Und weil Kinder eine beliebte Zielgruppe sind, wird Huggy Wuggy mittlerweile auch stark für Kinder angeboten. Das Kuscheltier gibt es bereits in allen Farben, man kann Rucksäcke, Kleidung oder Faschingskostüme damit kaufen.

Das Problem dabei: Hinter Huggy Wuggys großem, grinsenden Mund versteckt sich eine Reihe scharfer Zähne. Und hinter der putzigen Fassade versteckt sich der reine Grusel. Denn Huggy Wuggy stammt aus dem Computerspiel „Poppy Playtime“. In diesem Horror-Spiel befinden sich die Spielerinnen und Spieler in einer Spielzeugfabrik und müssen gegen lebendige, äußerst bösartige und gruselige Spielzeuge kämpfen und aus der Fabrik entkommen. Huggy Wuggy ist der Anführer der gruseligen Spielzeug-Armee, die die Spielenden verfolgt und ihnen Angst und Schrecken einjagt.

Warum ist Huggy Wuggy problematisch für Kinder?

Man könnte meinen, das Kuscheltier allein wäre kein Problem, so lange Kinder das Spiel dazu nicht spielen. Leider ist das aber etwas kurz gegriffen. Zum einen ist Huggy Wuggy schon allein aufgrund der vielen, spitzen Zähne dazu geeignet, jüngeren oder sensibleren Kindern einen gehörigen Schrecken einzujagen. Das größere Problem ist aber, dass Kinder schon sehr früh in digitalen Medien unterwegs sind. Auch, wenn die Kinder mit dem eigentlichen Spiel nicht in Kontakt kommen: Was das Internet über Huggy Wuggy bereithält, reicht auch so für Albträume. Online finden sich nämlich gruselige Bilder in großer Zahl. Auf den gängigen Video-Plattformen stehen nicht nur Lets-Play-Videos, sondern auch Videos, in denen Huggy Wuggy unvermittelt auftaucht, um Menschen zu erschrecken und Angst zu verbreiten. Für Kinder ist dieser Vermischung einer süßen, fiktiven Figur mit einer so furchteinflößenden Darstellung schwer zu verstehen und zu verarbeiten.

Was können Eltern tun?

Eltern befinden sich oft in einer schwierigen Situation, wenn das Thema zu Hause auf Huggy Wuggy kommt. Sie wollen ihre Kinder schützen, ohne aber als Spaßverderber dazustehen. Es ist deshalb wichtig, sich zunächst gut zu informieren: Wenn Sie wissen, was hinter dem Phänomen Huggy Wuggy steht, können Sie sich viel besser selbst eine Meinung bilden und mit Ihren Kindern Ihre Bedenken besprechen.

Haben Sie ein offenes Ohr für die Anliegen und Fragen Ihrer Kinder, lassen Sie sich auf ihre Sichtweise ein und interessieren Sie sich dafür. Fragen Sie nach, woher das Kind die Plüschfigur kennt, was es daran toll findet oder was es darüber schon weiß. So können Sie im Gespräch bleiben und sind Sie auch Ansprechpartner, wenn Ihr Kind vielleicht schon Inhalte gesehen hat, die es ängstigen oder verunsichern.

Vertreten Sie dennoch eine klare und begründete Position und erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie das Kuscheltier vielleicht nicht kaufen wollen. Ein offenes und wertschätzendes Gespräch kann hier Verständnis schaffen – während Verbote oft nur dazu führen, dass Kinder nicht mehr über ihre Erlebnisse sprechen.

Weitere Informationen rund um das Phänomen Huggy Wuggy gibt es beim FLIMMO.

Spielerische Lernseiten für Grundschulkinder

Für Erwachsene und Jugendliche ist es selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen und Suchmaschinen zu verwenden. Jüngere Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, müssen erst ans Lernen übers Netz herangeführt werden. Denn es ist nicht leicht, die geeigneten Inhalte aus den großen Mengen an Informationen herauszufiltern. Außerdem sind viele Inhalte nicht für Kinder gemacht, sondern richten sich an Erwachsene. Das kann Kinder schnell überfordern.

Zum Glück gibt es online ein gutes Angebot von deutschsprachigen Kinderseiten. Die machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch beim Lernen.

Warum sollen wir spezielle Internetseiten für Kinder nutzen? 

Wie in den ersten Jahren Kinderbücher geeignet sind, um Lesen zu lernen, sollten auch für die ersten Schritte im Netz auf Kinder ausgerichtete Angebote genutzt werden. Solche Kinderseiten sind verständlich und einfach in der Sprache. Sie sind nicht überladen, so dass Internet-Anfänger sich gut orientieren und den Umgang mit digitalen Medien lernen können. Kinder können auf diesen Seiten in einer sicheren Umgebung selbst mitmachen: Sie können mit anderen Kindern in Kontakt treten und ihre eigene Meinung äußern.

Außerdem können Kinderseiten als Lernunterstützung dienen, weil sie kindgerechte Informationen zu vielen verschiedenen Themen bieten und diese häufig spielerisch umgesetzt sind.

Was macht gute Kinderseiten zum Lernen aus? 

  • Sie sind bestärkend, begeisternd und anregend.
  • Sie haben für Erwachsene und Kinder klare und transparente Ziele.
  • Sie sind benutzerfreundlich.
  • Sie haben vertrauenswürdige Inhalte.
  • Sie bieten Sicherheit und Privatsphäre.
  • Sie legen Funktionen offen und gehen verantwortungsbewusst mit Werbung oder Produktnennungen um.

Welche Kinderseiten eignen sich für welche Lernthemen?

Rund ums Sprache- und Deutschlernen empfehlen wir folgende Seiten:

  • Amira ist ein Leseprogramm für Grundschüler. Neben Deutsch werden noch 8 weitere Sprachen angeboten. Amira erfordert die Registrierung auf der Seite.
  • Die Rechtschreibwerkstatt von Graf Ortho ist sehr einfach gehalten und hilft Schülerinnen und Schülern bei der deutschen Rechtschreibung.
  • Legakids unterstützt bei Legasthenie. Mit dem Lesemonster Lurs lernen Kinder mit Schreib- und Leseproblemen umzugehen.
  • Auf Gebärdengrips gibt es für gebärdenorientierte Kinder Erklärvideos in Gebärdensprache (und Lautsprache) zu ganz verschiedenen Themen. Auch andere Kinder können hier etwas über Gebärdensprache erfahren und lernen.
  • Beim Englischlernen hilft die Seite englischlernspiele.de. Hier können Schülerinnen und Schüler oder Eltern und Lehrpersonen Vokabeltests und andere Lernspiele machen oder selbst erstellen.
  • Kinder, die Englisch bereits verstehen und lesen können, finden auf der englischsprachigen Seite LearnEnglish Kids des British Council Sprachspiele, Lieder und vieles mehr.

Empfehlenswerte Seiten zu den Themen Mathematik und Sachkunde:

  • Bei der witzig aufgemachten Seite Coollama finden Grundschulkinder Mathespiele, Übungsblätter und mehr. Die Seite bietet außerdem Material für Eltern und Lehrpersonen. 
  • Wer seine Hausaufgaben erledigt hat, aber gern noch mehr Aufgaben für die Fächer Erdkunde, Geschichte und Mathematik (über das Grundschulniveau hinaus) sucht, wird beim Aufgabenfuchs fündig.
  • Das Online-Umweltmagazin Ökoleo bietet viel Wissenswertes und Anregungen zu Umwelt- und Sachkundethemen für Kinder mit etwas mehr Interneterfahrung. 
  • Auf dem Junior-Portal des WWF – einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – können Kinder viel über Tiere, Natur und Umwelt lernen.
  • NAJUversum ist eine Onlineplattform des Jugendverbandes des Deutsches Naturschutzbundes. Hier können Kinder im Grundschulalter die verschiedenen Lebensräume unseres Landes erkunden und sich Anregungen zum Basteln und Forschen holen. 
  • Tierchenwelt ist ein Online-Lexikon zum Thema Tiere – mit Texten, Fotos, Videos, Spielen und mehr.

Auch in den Bereichen Kunst und Kreativität gibt es vieles zu lernen:

  • Auf der Foto-Plattform Knipsclub können Kinder etwas über Fotografie lernen und sich, wenn sie registriert sind, auch in einem geschützten Raum austauschen. 
  • Viele Kinder malen gern. Beim Kritzel Klub können sie das digital auf einer virtuellen weißen Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen tun. 
  • Bei Labbé gibt es Bastel- und Spielideen für Kinder. Die zahlreichen Anregungen können auch für Eltern sehr hilfreich sein.  

Folgende Seiten beschäftigen sich mit den Lernthemen Religion und Gesellschaft:

  • Die Webseite Religionen entdecken richtet sich an Kinder und Jugendliche, die darüber jede Menge über die verschiedenen Religionen lernen können. 
  • Kirche entdecken ist eine Kinderseite der evangelischen Kirche. Mit Kira, der Elster, können Kinder virtuell eine Kirche oder die Geschichte von Martin Luther erkunden. 
  • Viele Kinder verstehen nicht, warum Menschen auf der Welt Krieg führen. Die Seite Frieden fragen greift Sorgen und Fragen von Kindern dazu kindgerecht auf.
  • Die Seite Hanisauland bietet Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik.
  • Kindersache ist ein Angebot vom Deutschen Kinderhilfswerk. Hier finden Kinder aktuelle und kindgerechte Nachrichten, das Videoportal JUKI, ein Trickfilmstudio und zahlreiche Mitmachangebote.

Kinderseiten, die das Lernen fächerübergreifend unterstützen:

  • Auf Homeschooling4kids gibt es Lernmaterial für verschiedene Fächer (in der Grundschule) für das abwechslungsreiche Lernen zu Hause. 
  • In der Hamsterkiste finden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 Lerngeschichten und Themenseite zu verschiedenen Schulfächern.
  • Planet Schule, das Schulfernsehen von SWR und WDR, hat ein Internetportal für Kinder im Grundschulalter – mit Filmen, interaktiven Spielen und mehr.
  • Die Anton-App ist eine Webseite und eine Lern-App, die wichtige Themen aus der Schule passend zum Lehrplan anbietet. Die App bietet Aufgaben und Spiele in allen Fächern wie Deutsch, Mathe, Englisch, Sachunterricht, Biologie etc. für die Klassen 1 bis 13. 
  • Verschiedene Seiten bieten gute Lexika für Kinder, um verständliche Erklärungen zu Begriffen und Themen zu finden: Das Minilexikon eignet sich für Leseanfänger. Außerdem empfehlen wir Klexikon und die Schulsuchmaschine von fragFINN.

Diese Sammlung ist nur eine Auswahl guter Kinderseiten zum Lernen. Wenn Sie weitere gute Seiten kennen, teilen Sie Ihre Erfahrungen gern über unser Kontaktformular oder via Social Media auf unserem Facebook- oder Instagram-Kanal. 

Geschichten zum Hören – Hörbücher und Apps

Junge Menschen nutzen Streamingdienste für Musik und Podcasts. Auch Hörbücher sind sehr beliebt. Wer keine Lust hat, selbst zu lesen oder unterwegs Geschichten hören möchte, nutzt sie über Apps und Audiotheken. Das Angebot für unterschiedliche Altersgruppen wächst stetig.

Hörbücher und Hörspiele

Hörbücher sind im Unterschied zu Hörspielen eingelesene Bücher. Sprecherinnen und Sprecher lesen die Bücher vor. Die Aufzeichnungen können dann über Hörbuch-Apps, Streaming-Dienste, Audiodateien oder CD angehört werden. Hörspiele unterscheiden sich von Hörbüchern darin, dass die Geschichten wie bei einem Film oder einer Serie gespielt werden – mit verteilten Rollen, Musik und Geräuschen.

Kino im Kopf – was Hörbücher leisten

Kinder mögen Geschichten – sie sind spannend, bieten Vorbilder, und vertreiben die Langeweile. Das Besondere an Audiogeschichten: Sie regen die Fantasie an und fördern die Kreativität der jungen Hörerinnen und Hörer. Ganze Welten entstehen im Kopf. Hörbücher sind eine schöne Gelegenheit, in Geschichten und andere Welten abzutauchen. Genauso können sie herausfordernde Themen aufgreifen und Kindern erklären, Werte vermitteln, Trost spenden, das Zuhören schulen und zur Sprachentwicklung beitragen.

Viele Kinder bekommen in jungen Jahren Bücher vorgelesen und verbinden diese Situationen mit positiven Gefühlen. Eltern haben nicht immer Zeit vorzulesen. Dann bieten Hörbücher und Hörspiele eine gute Ergänzung. Irgendwann fühlen sich Kinder zu alt, vorgelesen zu bekommen. Manche Kinder und Jugendliche tun sich schwer, ganze Bücher zu lesen. Andere können Bücher am besten „mit den Ohren lesen“, weil sie blind oder sehbehindert sind. Hörbücher können für Kinder, die nicht gern lesen, auch ein Anreiz sein, Bücher zu entdecken und dann selbst zum Buch zu greifen. Ein weiterer Vorteil von Hörbüchern und Hörspielen: Kinder können immer wieder in Geschichten oder Szenen reinhören, die sie inhaltlich bewegen.

Auswahl geeigneter Audioinhalte

Achten Sie auf kindgerechte und altersgemäße Audioinhalte. Es gibt Hörbücher (und Hörspiele), die Kinder emotional überfordern, verängstigen oder erschrecken können. Die Auswahl ist riesig. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl folgende Kriterien:

  • Geschichte und Figuren sind an die Lebenswelt von Kindern orientiert. Kinder können sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und folgen der Handlung gespannt.
  • Die Stimmen passen zur Geschichte und den Figuren. Kinder hören gerne zu. Zu viele Stimmen und Figuren können kleine Kinder überfordern.
  • Kinder mögen und brauchen klare Strukturen. Deshalb sollte die Geschichte akustisch leicht zu verstehen und zu verfolgen sein.
  • Dazu gehört auch, dass die Geschichte genug Spannung hat, um ihr zu folgen, aber nicht so viel, dass Ihr Kind diese nicht ertragen kann und sich ängstigt.

Nutzen Sie bei der Auswahl Themenfilter und achten Sie auf die Beschreibung und Altersempfehlung. Hörgeschichten, die mit dem Auditorix-Hörbuchsiegel ausgezeichnet sind, sind besonders zu empfehlen. Einen Überblick nach Alter inkl. Hörprobe zu den einzelnen Hörbüchern erhalten Sie in der Online-Datenbank von Auditorix.

Hörbücher finden

An Hörbücher und Hörspiele kommen Sie und Ihr Kind auf verschiedenen Wegen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Kostenlose Angebote

Die meisten (öffentlichen) Bibliotheken haben ein digitales Angebot. Über die sogenannte Onleihe, die es als App gibt, können u. a. elektronische Audiodateien ausgeliehen werden. Dafür wird nur ein Büchereiausweis benötigt, den Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in der Regel kostenlos bei ihrer örtlichen Bibliothek bekommen. Auch vor Ort werden Hörbücher verliehen z. B. auf CDs oder als Tonie-Figur für die Hörbox.

Die Audiotheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ebenfalls ein großes Angebot. Die Audiotheken sind als Webversion oder App verfügbar. In der ARD-Audiothek und der Dlf Audiothek gibt es viele Audioinhalte für Kinder.

Im Internet können Sie bei vorlesen.net (auch als App verfügbar) kostenlos selbst produzierte Hörbücher und Hörspiele downloaden. Meistens handelt es sich um klassische Geschichten wie die Märchen der Gebrüder Grimm, Geschichten von Karl May usw. Es gibt einen eigenen Bereich für Kinder & Jugendliche. Ein ähnliches Angebot macht LibriVox – allerdings ist die Seite auf Englisch. Über die Filterung können auch deutsche Audioinhalte angezeigt werden.

Kostenpflichtige Angebote

Bekannte Musik-Streamingdienste – wie Spotify und Amazon Music – bieten auch Hörspiele und Hörbücher. Da die kostenlosen Accounts häufig nur Basisfunktionen haben, sind diese dafür nicht uneingeschränkt nutzbar. Spotify Kids ist nur mit Premium-Account nutzbar und bietet Zugriff auf kindgerechte Hörinhalte ohne Werbung.

Darüber hinaus gibt es Apps und Plattformen nur für Hörbücher. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Audible, das Angebot von Amazon, und BookBeat.

  • Audible hat ein großes Angebot deutsch- und anderssprachiger Hörbücher. Es lässt sich mit einem Amazon-Account oder mit einem Audible-Account nutzen. Die Nutzung eines Hörbuchs kann einzeln oder in Form eines Abos bezahlt werden (9,95 €/Monat – Stand September 2022). Hörbücher können online heruntergeladen oder direkt über die App gehört werden. Es gibt die Möglichkeit, das Angebot in einem kostenlosen Probemonat zu testen.
  • BookBeat ist ein schwedischer Audio-Streaming-Dienst für Hörbücher, der über eine App funktioniert. Das Angebot an Hörbüchern ist vergleichbar mit Audible. Einige Bücher sind auch als E-Book zum Lesen verfügbar. Es gibt zwei Abos, die nach monatlichen Hörstunden (ab 9,99 €/Monat) variieren. BookBeat erfordert eine Registrierung – im ersten Monat kann das Angebot kostenlos getestet werden. Im „Kinderprofil“ werden nur kinderfreundliche Hörbücher angezeigt.
  • Storytel ist ebenfalls ein schwedisches Angebot und mit der entsprechenden App und nach Registrierung nutzbar. Auch hier gibt es zwei Abomodelle nach Hörstunden (ab 7,90 €/Monat) und einen kostenlosen Probezeitraum. Storytel verfügt über einen abgesicherten Kinder-Modus, der über PIN im Elternkonto gesichert wird. Darin hat Ihr Kind ein eigenes Bücherregal und Zugriff auf das Kinderangebot von Storytel.

Besonders jüngere Kinder können Geschichten über eine Hörbox anhören. Neue Inhalte können heruntergeladen und aufgespielt oder neue Figuren für die Toniebox angeschafft werden.

Was noch wichtig ist

Wenn Ihr Kind selbständig Hörbuch-Apps oder Streamingdienste nutzt, sollte der Kindermodus aktiviert sein – soweit vorhanden. Auch das Hören von Hörbüchern ist Mediennutzung, die Teil der familiären Medienregeln sein sollte. Schaffen Sie einen Ausgleich dazu, sodass sich Ihr Kind ausreichend bewegt und Abwechslung hat.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und das Recht am eigenen Bild und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Nicht zu vergessen ist das Kinderrecht auf Beteiligung (Art. 12, UN-KRK), weshalb es wichtig ist, Kinder altersgerecht einzubinden und ihr Einverständnis einzuholen. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babys und Kleinkindern

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Kindern im (Grund-)Schulalter

Google – ohne den Internetgiganten geht fast nichts!?

„Warte, ich google das mal schnell!“. Diesen Satz haben Sie oder Ihr Kind bestimmt auch schon einmal gesagt. Google gilt als die meistbesuchte Webseite der Welt. Das Wort „googlen“ wird so häufig verwendet, dass es seit 2004 im Duden steht. Ob Suchmaschine, Kartendienst oder Mailkonto – Google gehört selbstverständlich zu unserer Mediennutzung, weil vieles im Alltag dadurch einfacher wird. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Aufwachsen mit Google

Kinder und Jugendliche setzen Google teilweise mit dem Internet gleich. Nicht nur junge Menschen nutzen ein Android-Smartphone und sind damit automatisch mit einem Google-Konto verbunden. Sie speichern ihre Bilder in Google Fotos, teilen ihren Standort über Google Maps und nutzen den Browser Google Chrome zum Surfen im Netz.

Erwachsene kennen häufig noch die Anfangszeiten, als Google „nur“ eine Suchmaschine war. Das Motto von Google ist, „die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen”. Das Unternehmen dahinter – Alphabet – hat sich seit diesem ersten Produkt stetig weiterentwickelt und gehört aktuell zu den mächtigsten Konzernen der Welt.

Die Macht der Daten

Das Geschäftsmodell von Google basiert auf dem Sammeln und Verkaufen von Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Die kostenlose Nutzung der Google-Anwendungen bezahlen Anwenderinnen und Anwender mit der Herausgabe vieler Daten. Für eine ganze Reihe von Diensten wird ein Google-Konto benötigt, wodurch das Unternehmen Daten mit einer bestimmten Person verknüpfen kann. Wer ein Android-Smartphone benutzt, hat in der Regel automatisch ein Google-Konto, weil es für viele Smartphone-Funktionen vorausgesetzt wird.

Diese Internet-Anwendungen gehören unter anderem zu Google:

  • Die Suchmaschine Google inklusive SafeSearch
  • Das Betriebssystem Android
  • Die Videoplattform YouTube inklusive YouTube Kids
  • Der Kartendienst Google Maps
  • Der E-Mail-Dienst Google Mail
  • Der App-Store Google Play
  • Der Browser Chrome
  • Der Cloud-Service Google Drive

Google steht wegen des Umgangs mit Daten der Nutzerinnen und Nutzer in der Kritik. Dem Unternehmen wird auch vorgeworfen, Suchergebnisse zu beeinflussen. Außerdem stellen sich immer wieder Fragen rund um Urheberrechte z. B. von Musikerinnen und Autoren. Google hat es geschafft, für viele Menschen unersetzlich zu sein. Menschen haben sich an die Google-Suche gewöhnt oder können nicht auf den Google Play Store verzichten.

Sicherheitsmaßnahmen von Google

Durch die Mehr-Faktor-Authentifizierung soll das eigene Google-Konto vor Angriffen von außen sicher sein. Dabei wird z. B. die Eingabe des Passworts mit einer weiteren Sicherheitsmaßnahme wie einem SMS-Code kombiniert. Außerdem sendet Google eine Benachrichtigung, wenn sich jemand von einem Gerät, welches nicht mit dem Konto verknüpft ist, anmeldet. Google blendet Werbung, die Viren enthält, gefälschte Waren zeigt und gegen Werberichtlinien verstößt, automatisch aus. Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung will Google dafür sorgen, dass nur Sender und Empfänger Nachrichten bekommen und lesen können.

Mit Google-Anwendungen umgehen

Der Umgang von Google mit Daten ist problematisch, deshalb ist es wichtig, seine Anwendungen bewusst und sorgsam nutzen bzw. alternative Angebote zu verwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Google und sein Geschäftsmodell des Datenverkaufs. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie und Ihr Kind sparsam mit Daten umgehen können.

Wenn Sie nicht auf bestimmte Dienste verzichten wollen, nutzen Sie die Google-Suche, Google News oder Google Maps ohne Kontoanmeldung. Achten Sie darauf, Funktionen wie den Standort nur bei Verwendung einzelner Apps zu aktivieren, so dass Google nicht jederzeit auf zu viele Ihrer Daten zugreifen kann. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, Ihrem Kind mithilfe der App Google Family Link einen eingeschränkten Account einzurichten, bei älteren Kindern können Sie mit der SafeSearch-Funktion unangemessene Inhalte aus der Suche herausfiltern.

Es muss nicht immer Google sein – viele Angebote sind diskreter und sicherer. Machen Sie Ihr Kind mit alternativen Diensten vertraut, wie z. B. Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche oder dem datensparsamen Kartendienst Open Street Maps. Wer sein Android-Gerät – für mehr Privatsphäre und Datenschutz – ohne Google nutzen möchte, muss einige Einstellungen vornehmen. Online finden sich Anleitungen, wie es geht – etwa hier (Achtung: Website mit Werbung).

Divers und queer – Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien

Das Medienangebot für Kinder und Jugendliche ist heute so groß wie nie. Obwohl oft klassische Rollenbilder und Klischees vorherrschen, gibt es auch viele Medieninhalte, in denen Vielfalt gezeigt wird.

Was bedeutet divers und queer?

Die Wörter Diversität und queer oder Queerness sind auf Social Media immer häufiger zu lesen. Diversität bedeutet Vielfalt und bezieht sich auf die Gesellschaft. Das heißt die Menschen, die eine Gesellschaft ausmachen, sind nicht alle gleich. Eine vielfältige Gesellschaft besteht aus Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Denkweisen, sexueller Orientierung, Geschlechteridentität, mit Behinderung und vieles mehr.

Queere Menschen sind Teil dieser Gesellschaft. Sehr viele Menschen identifizieren sich als heterosexuell und fühlen sich in dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, wohl. Menschen, die sich als queer bezeichnen, haben meist eine andere Sexualität, z. B. sind sie lesbisch oder bi-sexuell. Andere queere Menschen sind trans oder non-binär – sie identifizieren sich also nicht unbedingt mit dem Geschlecht, das sie laut Geburtsurkunde haben. Queere Menschen waren in der Gesellschaft lange nicht sichtbar. Das ändert sich zunehmend.

Mehr Informationen zum Themen Queerness gibt es u. a. kindgerecht im Buch „Was ist eigentlich dieses LGTBQI*?“ und bei Kindersache vom Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) aufbereitet sowie beim Queer-Lexikon.

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass die Vielfalt, die es in der Gesellschaft gibt, auch medial sichtbar ist. Denn Influencer*innen, Serienfiguren, Sportler*innen usw. sind Vorbilder für sie. Sie bieten jungen Menschen Orientierung bei der Entwicklung einer eigenen Identität.

Empfehlungen für diverse Medien

Wenn kleine Kinder über Bilderbücher erfahren, dass die Welt bunt und die Gesellschaft divers ist, wird es für sie auch in Zukunft normal sein. Kinder sind wissbegierig und möchten die Welt entdecken. Für Schulkinder bietet u. a. der KiKa interessante Dokumentationen sowie spannende Filme und Serien an. In Medienangeboten für Jugendliche oder die von Jugendlichen genutzt werden, ist Diversität und Queerness bisher am sichtbarsten. Herauszuheben sind neben den Kanälen von diversen Influencer*innen auf Social Media einige Serien der Streaminganbieter und Mediatheken. Hier einige ausgewählte Medienempfehlungen für Kinder und Jugendliche:

Meine neue Mama und ich

Das Bilderbuch von Renata Galindo zeigt, dass Familien unterschiedlich sind. Nicht in allen Familien gibt es Mama, Papa und Kinder. Ein kleiner Hund erzählt von seinem Leben mit seiner neuen Mama, einer Katze. [Erschienen im Nord-Süd-Verlag; ab 4 Jahren.]

Julian ist eine Meerjungfrau

Julian liebt Meerjungfrauen und am liebsten wäre er selbst eine. Ein wunderschön illustriertes Buch darüber, dass es in Ordnung ist „anders“ zu sein. [Erschienen im Knesebeck-Verlag; ab 4 Jahren.]

Mehr Anregungen für Kinder- und Jugendbücher, die sich dem Thema Vielfalt widmen, gibt es auf dem Blog buuu.ch.

Ein Känguru wie du

Der Trickfilm erzählt liebevoll die Geschichte der beiden Zirkuskatzen Pascha und Lucky. Sie fliehen vor ihrem schwulen Zirkusdirektor. Auf ihrer Flucht finden sie einen neuen Freund, das – ebenfalls schwule – Känguru Django, und lernen, worum es im Leben wirklich geht. [Empfohlen ab 5 Jahren; mehr bei FLIMMO.]

stark – jetzt erzähle ich

In der Dokureihe des KiKA erzählen Kinder ihre Geschichten. In der Folge „Leo“ geht es um einen Jungen, der eigentlich als Mädchen geboren wurde. [Zu finden in der KiKA-Mediathek, empfohlen ab 7 Jahren.]

The Unstoppables

Die App greift die Themen Vielfalt und Inklusion in einem Abenteuerspiel auf, in dem vier Freunde ihren entführten Blindenhund Tofu suchen. Mehr dazu bei lesenmit.app. [Kostenlos für iOS und Android; empfohlen ab ca. 8 Jahren.]

MOOOMENT

In dieser KiKA-Serie machen sechs Teenies auf rassistisches Verhalten aufmerksam. Humorvoll regen sie das Publikum zum Denken an und zeigen, dass es auch anders geht. [Zu finden in der KiKA-Mediathek, empfohlen ab 9 Jahren.]

ECHT!

Im Zentrum der ZDF-Webserie steht eine Clique aus einer sechsten Klasse. Das Hauptthema in der Geschichte ist Freundschaft. Diversität spielt keine vordergründige Rolle, sondern ist durch die Vielfalt der Figuren selbstverständlich dargestellt. [Zu finden in der ZDF-Mediathek, empfohlen ab 9 Jahren.]

13 – Das Musical

Der Spielfilm erzählt von Evan, der kurz vor seinem 13. Geburtstag aus New York in eine Kleinstadt ziehen muss. Auch hier geht es um Freundschaft; Diversität wird durch die unterschiedlichen Figuren sichtbar. [Mehr dazu bei FLIMMO; zu sehen bei Netflix; empfohlen ab 9 Jahren.]

Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen

Das erste Buch einer sehr erfolgreichen Reihe: Darin wird die Geschichte von 100 Frauen erzählt, u. a. Malala und Sophie Scholl. Es geht darum zu zeigen, dass auch Frauen viel erreichen können, aber in der Vergangenheit zu wenig davon berichtet wurde. Das Buch bietet positive Vorbilder für Mädchen und junge Frauen. Für Jungs ist es sicherlich auch spannend, diese beeindruckenden Frauen zu entdecken. [Auf Deutsch erschienen bei Hanser; ab ca. 10 Jahren.]

Tell Me Why

Das Computerspiel dreht sich um die Geschichte der Zwillinge Alyson und Tyler. Thematisch geht es sowohl um die Kultur eines indigenen Volkes in Nordamerika, als auch um die Geschlechtsangleichung Tylers, der sich seit seiner Kindheit als männlich identifiziert. [Spiel von Microsoft; USK: 12 Jahre.]

DRUCK

Die Webserie von funk stellt in jeder Staffel eine andere Person in den Vordergrund; immer geht es um Jugendliche kurz vor dem Abitur. Die Zuschauenden lernen über die kurzen Folgen und die Instagram-Kanäle der Figuren deren Gefühle und Sorgen bei der eigenen Identitätsfindung unmittelbar kennen und verstehen. [Zu sehen bei YouTube und in den Mediatheken von ARD und ZDF; empfohlen ab 14 Jahren.]

Sex Education

Im Zentrum dieser Serie steht Otis, ein etwas schüchterner Junge (ca. 16 Jahre alt). Per Zufall gibt er gemeinsam mit einer Mitschülerin gegen Geld Sexualratschläge an seiner Schule. Alle Figuren der Serie sind bunt und vielfältig. Sie beginnen, ihre Sexualität zu entdecken, was die Serie ohne Tabus darstellt. [Zu sehen bei Netflix; empfohlen ab ca. 14 Jahren.]

Becoming Charlie

Die Hauptfigur dieser ZDF-Serie ist Charlie, die in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt lebt. Im Laufe der Handlung merkt sie, dass sie sich nicht so richtig wie ein Mädchen oder eine Frau fühlt, aber eben auch nicht wie ein Mann. Charlie ist non-binär. [Zu sehen in der ZDF-Mediathek; empfohlen ab 14 Jahren.]

Heartstopper und Loveless

In der liebevoll umgesetzten Netflix-Serie „Heartstopper“ verlieben sich Nick und Charlie ineinander. Die beiden Jungs könnten unterschiedlicher nicht sein: Der schüchterne Charlie ist bekennend schwul und der Footballstar Nick fühlt sich zu Charlie hingezogen, obwohl er bisher nur mit Mädchen zusammen war. [Zu sehen bei Netflix; empfohlen ab ca. 14 Jahren.]

Die Serie basiert auf der Graphic Novel bzw. dem Comic von Alice Oseman. Ihre Jugendbücher greifen die aktuelle Lebensrealität von Jugendlichen gelungen auf. „Loveless“ erzählt von der 18-jährigen Georgia, die noch nie richtig verliebt war und auf der Suche nach ihrer Sexualität ist. [Auf Deutsch erschienen bei Loewe; ab 14 Jahren.]

Was noch wichtig ist

Achten Sie bei der Auswahl der Medieninhalte für Ihr Kind darauf, dass auf die klischeehafte Darstellung von Figuren in Büchern, Serien und Filmen verzichtet wird. Das Medienangebot ist bunt und vielfältig. Wenn Ihr Kind Fragen zu diversen Figuren oder Personen in Medien hat, gehen Sie offen darauf ein. Sollten Sie selbst unsicher sein, nutzen Sie altersgerechte Informationsangebote im Internet und in Bibliotheken.

Lightpainting – Bunte Lichtmalereien mit dem Smartphone

Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.

Was ist Lightpainting?

Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen können als zusätzliche Lichtquellen dienen. Mit ihnen lassen sich Bilder oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, habe viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Bildquelle: unsplash.com/Brunetto Ziosi

Lightpainting als Familienprojekt

Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone oder der Kamera funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.
Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit ein bisschen Erfahrung geht es auch draußen) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen. Wenn Sie eine Digitalkamera und ein Stativ haben, gelingen noch bessere Lichtmalereien. So geht’s:

  1. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Bei dem Smartphone ist es wichtig, dass die Kamera-App längere Belichtungszeiten ermöglicht. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Light Painting, kostenlos im App-Store oder LightPainting by AIRC, ebenfalls kostenlos für iOS, aber nur in Englisch oder Italienisch; LL Cam für Android, kostenlos, aber mit Werbung im Google Play Store).
  2. Wenn die Technik passt, suchen Sie sich einen dunklen Ort (drinnen oder draußen), an dem Sie ausreichend Platz haben, um Fotos zu machen. Je dunkler der Ort ist, desto besser gelingt die Lichtmalerei. Tipp: Ziehen Sie sich dunkle Kleidung an, wenn Sie auf dem Bild nicht zu sehen sein wollen, sondern die Malerei im Vordergrund stehen soll.
  3. Stellen Sie das Smartphone sicher auf – entweder mit einem Stativ oder an einem ähnlich stabilen Platz. Falls die Kamera oder das Smartphone in der Hand gehalten wird, kann das Bild leicht verwackeln.
  4. Bei dem Smartphone empfiehlt sich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden und die Verwendung des Selbstauslösers. Der Selbstauslöser verhindert, dass es beim Fotografieren wackelt. Das würde zu unscharfen Fotos führen.
  5. Nun können Sie sich vor die Kamera stellen und mit den gewählten Lichtquellen in der Dunkelheit malen. Lichtquellen wie z. B. Wunderkerzen, Knicklichter, LED-Lampen, Smartphone-Bildschirme (es gibt auch dafür Apps) oder Taschenlampen, die die Farbe wechseln können, sind für die Lichtmalerei möglich. Wenn Sie eine der Lichtbewegungen nicht auf dem Bild sehen möchten, müssen Sie die Lichtquelle ausschalten oder abdecken.

Die Bilder, die bei einer Lightpainting-Aktion entstehen, können – ausgedruckt oder via Smartphone – an Freunde und Familie verschickt werden.

Auf einer Seite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung, die auch für Kinder leicht verständlich ist.
Und schon kann es losgehen! Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld kann man jedoch ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen oder Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn aufnehmen. Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien oder im Winter drinnen. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!

Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern.

Medienerziehung in den ersten Lebensjahren 

„Mama, kann ich Video schauen?“, „Ich will Tablet spielen, Papa!“ – Medien faszinieren kleine Kinder und sind bereits früh Teil ihres Alltags. In den ersten Lebensjahren legen Eltern den Grundstein für den Umgang mit Medien. Die Medienerziehung orientiert sich an den generellen Werten in der Familie. 

Kleine Kinder langsam an Medien heranführen 

Babys und Kleinkinder haben noch kein großes Interesse an Medien. Sie suchen den Kontakt zu den Eltern und erkunden die Welt mit allen Sinnen. Entwicklungsschritte wie essen, laufen und sprechen lernen stehen im Vordergrund. Da Eltern sich häufig Medien zuwenden, etwa dem Smartphone, bekommen nach und nach auch kleine Kindern Interesse daran. 

Gezielte Mediennutzung, wie etwa das Anschauen eines Bilderbuches oder das Videotelefonat mit Oma und Opa, findet bei Kleinkindern in der Regel in Begleitung von Erwachsenen statt. Mehr und mehr fordern Kinder solche gemeinsame Medienzeit auch ein. 

Geeignete Medien für Kleinkinder 

Neben dem gemeinsamen Anschauen von Bilderbüchern haben Kleinkinder Spaß an Musik und Hörgeschichten; nebenbei können sie spielen oder sich entspannen. Angebote wie Kinderradio-Sendungen und Hörboxen sind kindgerecht und ein guter Einstieg in die Vielfalt der Medienwelt.  

Bewegte Bilder und hektische Geräusche kann das kindliche Gehirn noch nicht gut verarbeiten. Erst mit etwa drei Jahren können Kinder verfilmte Geschichten verstehen. Dennoch schaut Ihr Kind vielleicht schon früher gemeinsam mit älteren Kindern Serien auf dem Tablet oder ähnliches. Achten Sie darauf, was sich Ihr Kind anschaut. Am besten ist es, wenn Sie dabei sind, aufkommende Fragen beantworten können oder mitbekommen, wenn Ihr Kind Angst bekommt. Kinder im Kindergartenalter schauen begeistert Sendungen mit ihren Lieblingsfiguren wie Peppa Wutz, Bobo Siebenschläfer oder Feuerwehrmann Sam. Mit kindgerechten Apps und Spielen können Kinder selbst aktiv werden. Solche Apps sind überschaubar, fördern die Kreativität und können beim Lernen unterstützen.  

Egal ob Audio, Video oder Spiele: wählen Sie kurze, einfache und altersgerechte Inhalte aus. Kleine Kinder sollten Medien so wenig wie möglich allein nutzen, denn sie sind keine Babysitter. Wenn Sie und Ihr Kind bestimmte Inhalte bereits kennen, kann es einer Hörgeschichte auch mal alleine lauschen und sich eine Folge der Lieblingsserie anschauen, ohne dass Sie daneben sitzen.  

Vorbild sein von Anfang an 

„Darf ich dein Handy?“ – Kinder lernen durch Beobachten und machen nach, was ihre Bezugspersonen tun. Auch bei der Mediennutzung sind Sie das wichtigste Vorbild für Ihr Kind. Legen Sie das Smartphone beim Spielen mit Ihrem Kind zur Seite. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Kind und nehmen Sie Auszeiten vom Bildschirm. Leben Sie einen bewussten und reflektierten Umgang mit Medien vor. Auch Kinder haben bereits Persönlichkeitsrechte. Fragen Sie Ihr Kind, ob es damit einverstanden ist, Fotos von ihm per Messenger zu versenden und stellen Sie möglichst keine Kinderfotos ins Netz. 

Altersgerechte Inhalte auswählen 

„Das war mir zu gruselig!“ – Kinder können oft noch schwer zwischen Fiktion und Realität unterscheiden und Gefahren noch nicht zuverlässig einschätzen. Manche Medieninhalte sind für Kinder ungeeignet.  

  • Beachten Sie die Alterseinstufungen von Filmen, Apps und Spielen. Machen Sie sich bewusst, dass Alterskennzeichnungen von USK, FSK und Co. dem Jugendschutz dienen und keine pädagogischen Empfehlungen sind. Was genau dahintersteckt, erfahren Sie in diesem Artikel
  • Schützen Sie Ihr Kind vor gefährdenden Inhalten und wählen Sie altersgerechte Angebote nach dem Entwicklungsstand Ihres Kindes aus. 
  • Empfehlungen für geeignete Filme und Videos finden Sie zum Beispiel auf der Webseite von Flimmo. Der Spieleratgeber NRW gibt ausführliche Hintergrundinformationen zu Games und liefert pädagogische Ratschläge.  
  • Vorsicht vor In-App-Käufen und Co: Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Medienangeboten und machen Sie Ihre Geräte kindersicher

Medienregeln in der Familie vereinbaren 

„Nur noch eine Folge!“ – Kinder in den ersten Lebensjahren können ihre Mediennutzung noch nicht selbst steuern, sie brauchen Grenzen.  

  • Setzen Sie Medien bewusst und sparsam ein und erweitern Sie das Angebot langsam. Achten Sie auf die Bildschirmzeit
  • Nutzen Sie Medien weitestgehend gemeinsam und beobachten Sie, wie Ihr Kind darauf reagiert. 
  • Führen Sie schon früh Regeln im Umgang mit Medien ein und achten Sie darauf, diese auch einzuhalten. Ein kurzer Clip zum Entspannen nach dem Kindergarten, ein Hörspiel zum Einschlafen – solche Rituale schaffen Orientierung.  
  • In besonderen Situationen wie langen Autofahrten oder bei einem Krankenhausaufenthalt können andere Regeln gelten. Das ist in Ordnung! 
  • Zeigen Sie Interesse für die Medienwelt Ihres Kindes. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Erlebte und helfen Sie ihm, Medieninhalte richtig einzuordnen.  
  • Werden Sie zusammen aktiv: malen Sie etwas am Tablet, gestalten Sie lustige Fotos und Videos oder komponieren Sie mit Apps Musik. Haben Sie gemeinsam Spaß mit Medien! 

Basierend auf einer Langzeitstudie des JFF – Institut für Medienpädagogik zur Bedeutung digitaler Medien in Familien mit jungen Kindern gibt es jetzt einen Flyer rund um das Thema Medienerziehung in den ersten Lebensjahren. 

Signal – Sicherer Messenger

Vielleicht haben Sie auch schon von den Bedenken gegenüber WhatsApp und anderen Messenger-Diensten gehört. Signal möchte eine sichere Alternative sein und bietet nahezu die gleichen Funktionen.

Kurz gefasst:

  • kostenlose und werbefreie App für Android und iOS (sowie für Desktop-PC)
  • Registrierung via Handynummer
  • Chats, Gruppenchats, sowie verschlüsselte Sprachanrufe und Videotelefonie möglich
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Altersfreigabe ab 13 Jahren
  • von der gemeinnützigen Signal-Stiftung

Was ist Signal?

Über Signal können Sie und Ihre Kinder mit einem Kontakt oder einer ganzen Gruppe chatten. Sie können Bilder, Audiofiles, Videos, Textnachrichten und Emojis versenden, Sprachanrufe oder Videoanrufe tätigen und Storys veröffentlichen.

Signal wirbt damit, ein sicherer Messenger zu sein. Gegenüber anderen Messengerdiensten sind auch Gruppenunterhaltungen Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Über individuelle Datenschutz-Einstellungen in der App können u. a. Lesebenachrichtigungen und „verschwindende Nachrichten“ ein- oder ausgestellt werden. In regelmäßigen Abständen werden Nutzende aufgefordert, ihre PIN einzugeben, um die sichere Verwendung zu gewährleisten. Signal erfragt den Zugriff auf das Adressbuch, damit andere Nutzerinnen und Nutzer als Signal-Kontakte hinzugefügt werden. Kontakte können allerdings auch ohne Zugriff auf das Adressbuch des Smartphones manuell eingegeben werden. Da der Messenger quelloffen ist, kann jede Person die Verschlüsselungsverfahren einsehen. Viele Expertinnen und Experten haben diese bereits überprüft.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Immer mehr Jugendlichen ist bewusst, dass WhatsApp und der Messenger von Facebook wenig Datensicherheit bieten und suchen sich Alternativen. Signal wird teilweise als zusätzlicher Messenger neben den häufiger verwendeten Apps genutzt.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Einige Gefahren beziehen sich nicht auf die Nutzung eines bestimmten Messengers, sondern hängen mit der Kommunikation über Messenger allgemein zusammen: Cybermobbing und Sexting sind auch via Signal nicht auszuschließen. Allerdings bietet Signal eine erhöhte Sicherheit der privaten Daten.

Was meint der Anbieter?

Nach Angaben des Anbieters werden Kontaktdaten von Signal anonymisiert, auf Signal-Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht.

Das Mindestalter für die Nutzung beträgt laut Anbieter 13 Jahre. Die USK gibt eine Empfehlung ab 0 Jahren, doch auch in den App-Stores wird ein Mindestalter von 12 Jahren angegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Wie auch bei anderen Messenger-Diensten sollten Sie als Eltern vor allem für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie auf mögliche Gefahren der Kommunikation über Messenger-Dienste aufmerksam und thematisieren Sie die Vorteile von Signal und anderen, sicheren Messengern (z. B. auch Threema). Wenn Sie die App für den Austausch in der Familie nutzen, setzen Sie ein wichtiges Zeichen. Hilfreich ist es, sich mit anderen Eltern auszutauschen und gemeinsam zu entscheiden, ob Signal von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden sollte.

RTL+

Das Streamingportal RTL+ bietet die Möglichkeit, Sendungen der Mediengruppe RTL nach ihrer Ausstrahlung sieben Tage lang kostenlos anzusehen – einige auch länger darüber hinaus. Premium-Mitgliedern stehen zudem eigens produzierte Inhalte und weitere Funktionen zur Verfügung. Finanziert werden die kostenfreien Inhalte über Werbeeinblendungen. Eltern haben die Möglichkeit, ein Profil für ihr Kind anzulegen, sodass es altersgerechte Serien, Filme und Shows werbefrei streamen kann.  

Kurz gefasst:

  • Streaming-Angebot der Mediengruppe RTL Deutschland
  • Inhalte aus dem TV-Programm und Eigenproduktionen
  • mit oder ohne Premium-Mitgliedschaft nutzbar
  • Premium ab 4,99 € / Monat, Premium Duo ab 7,99€ / Monat
  • Anlegen von Profilen mit Altersbeschränkung möglich
  • geeignet für Kinder ab 3 Jahren

Was bietet RTL+?

RTL+ ist das Video-on-Demand-Angebot der Mediengruppe RTL. Nach Anlegen eines Accounts können mit dem Paket RTL+ Free Sendungen bestimmter Kanäle live gestreamt oder sieben Tage nachträglich angeschaut werden. Premium-Mitgliedern stehen außerdem Sendungen und weitere Formate dauerhaft im Archiv zur Verfügung. Seit 2019 bietet die Plattform eigens produzierte Filme und Serien an, die RTL+ Originals. Die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft eröffnet Zugang zur mobilen App, zu den Eigenproduktionen und die Möglichkeit, Inhalte vor der TV-Ausstrahlung anzusehen. Das Paket Premium Duo bietet zusätzlich Werbefreiheit, parallele Streams und einige Inhalte in englischer Originalversion. 

Alle registrierten User können bis zu drei Profile anlegen. Diese lassen sich in Erwachsenen- und Kinderprofile unterscheiden. Kinder haben über ihr eigenes Profil nur Zugang zu dem Bereich Family und Kids. So können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind nur Zugriff auf altersgerechte Inhalte hat. Die Formate im Family und Kids-Bereich können außerdem werbefrei gestreamt werden. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Das Angebot von RTL+vereint das Fernsehprogramm mehrerer Sender miteinander und bietet somit gleichermaßen etwas für kleinere Kinder und Jugendliche. Beim jüngeren Publikum sind vor allem die Kinderkanäle Super RTL und Toggo beliebt. Neben neuen Produktionen werden dort auch Klassiker wieJanoschs TraumstundeFünf Freunde oder Benjamin Blümchen ausgestrahlt. Verpasste Sendungen können durch RTL+ von den Kindern problemlos nachgeschaut werden. Sie haben außerdem mit RTL+ Kids ihren eigenen Bereich, in dem die Formate in verschiedene Kategorien und Genres sortiert sind. So ist es für Kinder leicht sich zurecht zu finden und selbstständig auszuwählen. 

Was müssen Eltern wissen?

Wenn Sie sich kostenfrei bei RTL+ registrieren, haben Sie die Möglichkeit Ihrem Kind ein eigenes Profil anzulegen, über das es nur altersgerechte Formate anschauen kann. Premium-Mitglieder können zudem eine Jugendschutz-PIN einrichten, die für alle Profile gültig ist. Ab welcher Altersbeschränkung die PIN wirksam werden soll, können Sie selbst festlegen.

Registrierte Personen ohne Mitgliedschaft können keine PIN anlegen, haben aber die Möglichkeit, das unabhängige und kostenlose Jugendschutzprogramm JusProg zu installieren. Ob Sendungen und Filme für das Alter Ihres Kindes geeignet sind und wie es die gezeigten Inhalte verarbeitet, können Sie über den Programmratgeber Flimmo erfahren. 

Neben den angeschauten Inhalten sollten Sie im Blick haben, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Bildschirm und mit Medien insgesamt verbringt. Vereinbaren Sie deshalb feste Zeiten oder bestimmte Sendungen, die Ihr Kind anschauen darf. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit angemessen ist, können Sie in unserem Beitrag zu Medienzeit weitere Informationen und Anregungen finden.

YouTube Kids

YouTube Kids ist die kindgerechte kleine Schwester von YouTube. Die Plattform bietet eine große Sammlung altersgerechter Videos für Kinder. Sie wurde speziell für Familien entwickelt.

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für Android und iOS
  • geschlossene YouTube-App und Website mit speziellen Kinderinhalten für das Vorschul- und Grundschulalter
  • Sicherheits- und Kontrollfunktionen durch die Eltern
  • erfordert Anmeldung mit einem Google-Konto
  • Werbung im Angebot

Was ist YouTube Kids?

YouTube Kids ist ein spezielles Angebot für Kinder. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die durch einen speziellen Algorithmus kindgerechte Inhalte herausfiltert und in die App oder Webseite einspielt. Zu Beginn der Nutzung können Eltern zwischen drei Altersstufen wählen: Vorschulalter (bis vier Jahre), jünger (von 5-8 Jahre) und älter (von 9-12 Jahre).

Die Inhalte sind in vier Kategorien unterteilt: Serien, Musik, Lernen und Erkunden. Es finden sich weitere spannende Inhalte rund um Themen wie Musik, Gaming, Wissenschaft oder Basteln. Auch die beliebten Heldinnen und Helden der Kleinen sind auf YouTube Kids vorhanden: Der kleine Drache Kokosnuss, Bibi und Tina, das Sandmännchen usw.

YouTube Kids ist so gestaltet, dass Kinder die Plattform einfach bedienen können. Mit großen Abbildungen und einer Sprachsuche können auch Kinder, die noch nicht lesen können, die Webseite nutzen. Die Inhalte von YouTube Kids lassen sich über Systeme wie Chromecast, Apple TV und Spielekonsole auch auf einen Smart-TV streamen. Das Hochladen eigener Videos wie beim „richtigen“ YouTube ist nicht möglich.

Was begeistert Kinder an dem Angebot?

Kinder mögen – wie Erwachsene auch – Unterhaltungsangebote. Sie können in der App ihre Lieblingsfiguren und -geschichten quasi zu jeder Zeit abrufen. Somit ermöglicht YouTube Kids eine gewisse Form der Eigenständigkeit – sofern Eltern es erlauben. So können Inhalte z. B. eigenständig gesucht und angesehen werden.

Auch ist es möglich Videos und Kanäle vom YouTube-Account der Eltern auf dem ihres Kindes zu teilen. Das sind Videos, die normalerweise nicht auf YouTube Kids zu finden sind.

Was ist problematisch an YouTube Kids?

Das Angebot basiert auf einem Algorithmus. Das heißt, dass Inhalte nicht durch Menschen ausgewählt und nicht alle auf ihre Qualität überprüft werden, sondern dass es sich um einen technischen Auswahlprozess handelt. Dabei können Fehler auftreten. Seit Start des Angebots sind z. B. zahlreiche Angebote aufgetaucht, die anfangs kindgerecht erschienen, sich aber später als ungeeignet herausstellten.

Zusätzlich spielt der Algorithmus Videos mit großer Reichweite und großen Abrufzahlen zuerst aus. So sind z. B. neben den bekannten und beliebten Trickfilmfiguren besonders auch Kinder-Influencer oder Familien-YouTube-Kanäle beliebt, die oftmals auch Produktplatzierungen o. Ä. enthalten. Nicht zuletzt enthält das kostenlose Angebot offensichtlich Werbung, die der Zielgruppe angepasst ist. Nur mit einem Abonnement von YouTube Premium ist auch der YouTube-Kids-Kanal ohne Werbung anzusehen. Positiv ist jedoch, dass sich aus dem Angebot heraus keine anderen Websites öffnen lassen.

Was sagt der Anbieter?

Es kann zu Fehlern bei der Auswahl der Videos kommen. Kein System ist perfekt. Daher wird der Algorithmus stetig verbessert und es finden manuelle Überprüfungen statt. Eltern werden explizit dazu aufgefordert, Videos zu melden, wenn diese problematisch erscheinen. Um als Eltern eine noch bessere Kontrolle zu erhalten, können alle Such- und Vorschlagsfunktionen ausgeschaltet werden, so dass nur die Angebote auf der Startoberfläche zugänglich sind. Weitere Tipps für Eltern zu den Jugendschutzeinstellungen gibt YouTube Kids auf seiner Webseite.

Der Anbieter Google weist explizit darauf hin, dass YouTube Kids die elterliche Kontrolle und Begleitung ihrer Kinder nicht ersetzt. Eltern sollten gemeinsam Videos auswählen und in der Nähe bleiben.

Was sollten Eltern beachten?

Sie sollten möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind Videos anschauen, so dass Sie erkennen können, mit welchen Inhalten es gut zurechtkommt und welche nicht für Ihr Kind geeignet sind.

Da Funktionen wie das Hochladen, Teilen oder Bewerten von Videos nicht zur Verfügung stehen, ist YouTube Kids sicherer als seine große Schwester YouTube. Eltern haben die Möglichkeit, ihr eigenes Passwort zu erstellen, um in der App auf die Einstellungen zugreifen zu können.

Für mehr Kontrolle wurden spezielle Einstellungen eingefügt, die per Passwort geschützt sind:

  • Sucheinstellungen: Ist die Suchfunktion aktiviert, kann auf Millionen von Videos für die ganze Familie zugegriffen werden. Ist sie deaktiviert, wird die Nutzung der App eingeschränkt. Dann sehen Kinder nur Videos auf der Startseite der App. Sie werden entsprechend der bisher gesehenen Videos und der Alterseinstellung vom System ausgewählt. Der Verlauf kann jeweils gelöscht werden.
  • Mit dem eingebauten Timer kann die Dauer, die Ihr Kind vor dem Bildschirm verbringt, beschränkt werden. Wenn die eingestellte Zeit vorbei ist, weist die App Kinder darauf hin und sperrt sich von selbst.

Probieren Sie die App erst einmal ohne Ihr Kind aus und entscheiden Sie dann, ob sie für Sie und Ihre Familie geeignet ist!

Bei Medien kindersicher gibt es eine ausführliche Anleitung zur Einrichtung von YouTube Kids.

Spotify

CDs, Kassetten und MP3-Player sind schon lange aus dem Trend. Musik hört man heute online mit dem Smartphone, über digitale Musikdienste wie Spotify – einen der größten Streaminganbieter. 

Kurz gefasst:

  • bekanntester Musik-Streaming-Dienst
  • Firmensitz in Stockholm
  • Musik hören über den PC, Spielekonsolen oder mit der App über Smartphone und Tablet möglich
  • kostenlose Version mit eingeschränkten Möglichkeiten und Werbung

Was ist Spotify?

Spotify ist der mit Abstand bekannteste und größte Musikstreaming-Dienst. Nutzt man ihn mit einem kostenlosen Account, kann man Musik nur mit einer Internetverbindung hören und es wird zwischen den Songs regelmäßig Werbung eingespielt. Mit der kostenpflichtigen Premium-Version lassen sich die Lieder auch offline und ohne Werbeunterbrechungen anhören. Zudem können mit der ebenfalls kostenpflichtigen Family-Premium-Version verschiedene Accounts verwaltet werden. In den Premium-Varianten stehen zudem Jugendschutzeinstellungen zur Verfügung. Damit können Songs, Podcasts und Hörspiele mit „expliziten“ – also für Kinder und Jugendliche ungeeigneten – Inhalten ausgeschlossen werden. 

Mit Spotify erhält man Zugriff auf derzeit etwa 82 Millionen Titel. Darin enthalten sind Musik, Hörspiele, Hörbücher und Podcasts. Zusätzlich gibt es zahlreiche Playlists – von Nutzern erstellt und veröffentlicht – zu unterschiedlichen Genres und Themen. Man kann auch eigene Playlists erstellen und anderen Nutzern folgen. 

Zur Musik bietet Spotify mit der Funktion Behind The Lyrics Hintergrund-Infos über den Song und zeigt bei vielen Titeln den Liedtext an. Spotify nutzt eine Art eigenen QR-Code. Mit diesem Spotify Code können Nutzende ihre Lieblingslieder teilen.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik ist für Jugendliche sehr wichtig: Sie identifizieren sich mit den Künstlerinnen und Künstlern, tauschen sich im Freundeskreis darüber aus und können sich mit ihren Lieblingssongs auch emotional ausdrücken. Mit Spotify haben Jugendliche die große Musikwelt in ihrer Tasche, können Musiksammlungen anderer durchstöbern und fast grenzenlos und überall auf Inhalte zugreifen.  

Auf der Playstation, X-Box, Alexa Echo und Google Home wird Spotify unterstützt, so können Jugendliche gleichzeitig zocken und Musik hören oder ihren Sprachassistenten zur Musikwiedergabe nutzen. 

Für jüngere Kinder ist die große Auswahl an Hörspielen interessant. Fast alle beliebten Kinderhörspielserien – von Bibi Blocksberg, über Benjamin Blümchen bis hin zu “Die drei ???” – sind auf Spotify verfügbar. Mehr dazu in unserem Artikel über Kindergerechte Audioinhalte auf Spotify  

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify hat einen ausgefeilten Algorithmus, der die Vorschläge für Musik, Hörbücher und Werbung sehr stark personalisiert. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel Dein Mix der Woche. Damit verbunden ist jedoch auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Datenschutzbestimmungen, Zugriffsrechte und weiteren Bedingungen an, bevor Sie einer Registrierung und Installation zustimmen! 

Für Kinder und Jugendliche ist die Nutzung der kostenlosen Version schwierig, da die Musikinhalte nur gestreamt werden können. Das kostet Datenvolumen, wenn man nicht auf ein WLAN zugreifen kann. Hat Ihr Kind keine Datenflatrate, kann das schnell teuer werden. 

Bei Spotify gibt es auch Musik oder Hörbücher mit Inhalten, die nicht für Kinder geeignet sind. Diese sind allerdings gekennzeichnet und können herausgefiltert werden. Zuletzt geriet Spotify immer stärker in die Kritik, zu wenig gegen die Verbreitun von Fake News und Verschwörungsmythen auf der Plattform zu unternehmen. So vertreibt der Dienst unter anderem einen millionenschweren US-Podcast, in dem Falschinformationen zu Corona-Impfungen vermittelt wurden. Der Streamingdienst geht inzwischen gegen Corona-Fake-News vor und kennzeichnet Beiträge zu Covid-19 mit einem Hinweis und dem Link zu weiterführenden Informationen. 

Was sollten Eltern beachten?

Offiziell ist das Mindestalter von Spotify 16 Jahre. Nur in den kostenpflichtigen Premium-Acoounts lassen sich durch eine Anpassung der Jugendschutzeinstellungen problematische Inhalte filtern. Ihr Kind hat dann keine Möglichkeit auf “explizite” Inhalte mit Schimpfwörtern oder anderen unangemessenen Begriffen zuzugreifen oder durch Zufall auf sie zu stoßen. 

Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Dazu gehören auch die Datenschutzbestimmungen und die Diskussion zum Thema Werbung. Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen. 

Gerade bei Podcasts ist Vorsicht in Sachen Falschmeldungen geboten. Fördern Sie bei Ihrem Kind den kritischen Umgang mit Informationen und klären Sie es über Fake News auf. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Verschwörungsmythen erkennt und wie es den Wahrheitsgehalt von Quellen überprüfen kann.

Es gibt was auf die Ohren – Podcasts für Kinder

Während früher das Radio eingeschaltet wurde, um die Lieblingssendung oder ein Hörspiel zu hören, ist es heute das Mobilgerät, über das auf eine riesige Auswahl an Podcasts im Netz zurückgegriffen werden kann. Auch Kinder und Jugendlichen gehören zu den Hörenden. Ob spannende und lustige Geschichten, kindgerechte Nachrichten oder Musiksendungen – für alle ist etwas dabei.

Was ist ein Podcast?

Podcasts sind Audios oder Videos, die man im Internet abrufen, abonnieren und teilweise auch speichern kann, um sie sich immer wieder anzuhören oder anzuschauen. Meistens ist damit aber Audios gemeint. Regelmäßig werden neue Folgen veröffentlicht. Viele Podcastformate haben ein großes Oberthema, wie z. B. Sport, Kultur oder Nachrichten. Typisch ist, dass es sich nicht um abgeschlossene Geschichten handelt, sondern es neue Fortsetzungen geben kann. Es gibt zum Beispiel auch True Crime Podcasts, in dem echte Kriminalfälle nacherzählt werden, mehr dazu können Sie in unserem Artikel nachlesen.

Wo finde ich den passenden Podcast für mein Kind?

Kinder lieben Geschichten. Und wenn Eltern keine Zeit zum Vorlesen haben, sind Hörspiele und Hörbücher eine gute Alternative. Je älter Kinder werden, desto interessanter werden auch andere Podcastformate. Das Angebot im Netz ist riesig und richtet sich an verschiedene Altersgruppen (ab ca. drei Jahren). Podcasts gibt es auf verschiedenen Internetseiten und über Apps, z. B. von Musikstreamingdiensten oder Podcastportalen. Podcast für Kinder können Geschichten von bekannten Medienfiguren wie der “Sendung mit der Maus” und aus Kinderradiosendungen oder Märchen sein.

Wenn Sie sich auf den Seiten der öffentlich-rechtlichen Radiosender umschauen, werden Sie auf eine Menge kindgerechte Podcasts stoßen. Aber auch andere Portale bieten eine gute Auswahl an kostenfreien Podcasts für Kinder. Unsere Empfehlungen:

  • Der Kinderradiokanal KiRaKa bietet verschiedene Formate (Hörspiele, Nachrichten, Ratgebersendung, Geschichten für kleine Kinder).
  • Auch bei den Kinderradiosendungen von Deutschlandfunk Kultur und des Bayerischen Rundfunks finden Sie eine große Auswahl.
  • Auf podcast.de gibt es eine Liste mit geeigneten Podcasts für verschiedene Altersgruppen. Man erhält neben einer Beschreibung Bewertungen zu den verschiedenen Sendungen und kann die einzelnen Folgen herunterladen.
  • Das Portal kidspods des Kölner Geschichtenerzählers Klaus Adam bietet neben einer übersichtlichen Auswahl von kindgerechten Audio- und Videopodcasts auch von Schülerinnen und Schülern selbst produzierte Podcasts.
  • Auch auf webhelm.de werden Podcasts veröffentlicht, die von Kindern und Jugendlichen selbst gemacht wurden – z. B. zum Thema Freundschaft. Sie sind besonders geeignet für Hörerinnen und Hörer ab 10 Jahren, da sie sich mit Themen befassen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen.
  • Die Reporter von fragFINN haben einen eigenen Podcast, in dem sie über verschiedene Themen sprechen und auch darüber, wie Podcasts funktionieren. Auf fragfinn.de finden sich außerdem verschiedene Hörbeiträge und Audioformate für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren.

Sehen Sie sich auch bei Streamingportalen Spotify, Soundcloud, Amazon Prime Music und iTunes um. Sie können sich Podcasts nach Kategorien gefiltert anzeigen lassen.

Was sollten Eltern beachten?

Achten Sie bei der Auswahl auf die Altersempfehlung. Bisher gibt es keine verpflichtende Alterskennzeichnung wie bei Videos oder Games. Podcasts können quasi von allen veröffentlicht werden. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl sehr sorgfältig sein. Lesen Sie sich die Beschreibung gut durch, um zu entscheiden, ob der Podcast für Ihr Kind geeignet ist. Um sicher zu gehen, hören Sie sich eine Folge an, bevor Ihr Kind mithört. Prinzipiell sollten Sie die ersten Folgen einer neuen Podcastreihe immer gemeinsam anhören, um einschätzen zu können, ob sie für Ihr Kind geeignet ist. Sprechen Sie danach darüber, was sie gehört haben: Hat es Spaß gemacht, den Podcast zu hören? Hat Ihr Kind alles verstanden? Konnte Ihr Kind etwas Neues lernen? Gibt es etwas, das Ihr Kind verängstigt hat?

Auch für Eltern gibt es übrigens jede Menge Podcasts, die sich rund um Familienthemen drehen. Man kann sie sich aufs Handy spielen oder streamen und z. B. während der Fahrt zur Arbeit anhören.

Warum immer nur Medien anhören oder anschauen? Einen Podcast selber machen, ist einfacher als gedacht. Hier gibt es unsere Anleitung für ein schönes Medienfamilienprojekt.

Andere Eltern – andere Regeln

Der Blick in die aktuellen Storys zeigt: schon wieder hat Jasmins Mama Fotos von ihrer kleinen Tochter auf Instagram geteilt. Gestern waren es lustige Nahaufnahmen vom Eis essen, heute eine lange Fotoserie vom Baden am Strand. Muss das sein? Wenn andere Eltern anders mit Medien umgehen, ist das manchmal schwer auszuhalten. Vielleicht haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Sie andere Eltern darauf ansprechen sollen.

Gespräch auf Augenhöhe

Es lohnt sich, mit anderen Eltern über ihren Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Oft lernen beim Austausch beide Seiten dazu! Bleiben Sie dabei ganz bei sich und verwenden Sie Ich-Botschaften. „Mir ist aufgefallen, dass du gerne Kinderfotos online teilst. Ich persönlich zeige meine Kinder im Netz nur von hinten. Wie denkst du darüber?“. Aus einer offenen Frage kann sich ein gutes Gespräch entwickeln. 

Bleiben Sie dabei stets höflich und respektvoll, kommen Sie gleich auf den Punkt und machen Sie konkrete Vorschläge. „Ich habe spannende Tipps zu kreativen Kinderfotos im Netz gefunden, die könnten dich interessieren.“. Über weiterführende Links geben Sie anderen Eltern Zugang zu Informationen, wie z. B. zu elternguide.online. Zeigt Ihr Gegenüber Interesse, führen Sie auf dieser Grundlage einen Austausch auf Augenhöhe.

Warum Austausch wichtig ist

Dass es problematisch sein kann sensible Kinderfotos im Internet zu teilen, ist nicht allen Eltern bewusst. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und sollten entsprechend ihrem Alter mit einbezogen werden, welche Bilder von ihnen im Internet zu sehen sind. Wenn Sie fotofreudige Eltern feinfühlig darauf ansprechen, helfen Sie mit, die Rechte von Kindern zu schützen. 

Das gilt auch für andere Themen. „Welche Computerspiele eignen sich für welches Alter? Was passiert mit den Daten meines Kindes im Netz? Wie stelle ich Geräte und Apps kindersicher ein? Welche Meldungen sind echt und wie erkenne ich Fake News?“. Die Welt der Medien ist groß, unübersichtlich und ändert sich ständig. Eltern haben viele Fragen und können nicht alles wissen. Gerade beim Medienumgang in der Familie kann Feedback von anderen Eltern wichtig und der Austausch von Erfahrungen hilfreich sein. 

Regeln für gemeinsame Mediennutzung

Ob beim Zocken mit der Freundin oder beim Filmabend mit den Kumpels – nutzen Kinder aus verschiedenen Familien gemeinsam Medien, sollten sich die Eltern darüber absprechen. Sie können Ideen zur Medienerziehung austauschen und zusammen überlegen, welche Abmachungen Sie für das gemeinsame Medienerlebnis treffen möchten. So etwas auszuhandeln kann zwar nervig sein. Doch Konflikte über andere Regeln in anderen Familien lassen sich so gut vermeiden. Beziehen Sie dabei gerne die Kinder mit ein und machen Sie Ihre Entscheidungen transparent.

Andere Erziehungsstile respektieren

Andere Familien, andere Sitten. Wer wann welche Medien wozu einsetzt, wird in jeder Familie individuell geregelt. Die meisten Eltern handeln in der Medienerziehung nach bestem Wissen und Gewissen. Geht es darum, auf den Schutz von Kindern aufmerksam zu machen, ist hilfreiche Kritik angebracht. Handelt es sich eher um unterschiedliche Erziehungsmethoden oder Vorlieben, sollten Sie Toleranz zeigen. Denn alle nutzen Medien auf ihre persönliche Weise.

QR-Codes – Das digitale Tor zu Informationen

Kleine schwarz-weiße Muster schmücken schon lange Plakatwände, Flyer, Verpackungen oder Zeitschriften. Durch die Corona-Pandemie haben die QR-Codes einen großen Aufschwung erfahren. Doch was steckt hinter den Bildern und wie können sie genutzt werden?

Was ist ein QR-Code und wie benutzt man sie?

Der Quick Response (kurz: QR, zu deutsch: „schnelle Antwort“) Code ist im Grunde ein kleiner Datenspeicher. Dieser fasst die unterschiedlichsten Informationen verkürzt zusammen, um diese dann wiederum schnell und unkompliziert abzurufen. Die verschlüsselten Inhalte werden durch schwarz-weiße Punkte zu einem Muster umgewandelt. Die Informationen hinter dem Muster bleiben ohne ein Smartphone erst einmal verborgen. Moderne Smartphone-Modelle verfügen meist über eine Kamera, die QR-Codes automatisch lesen können, sobald Sie mit Ihrer Kamera den Code einfangen. Für ältere Smartphones bieten die App-Stores eine Fülle an alternativen Optionen, um die QR-Codes zu scannen und das Muster zu entschlüsseln. Die Informationen, welche nach dem Scannen sichtbar werden, können für Sie nützlich, spannend oder hilfreich sein. So verbirgt sich hinter dem Muster beispielsweise die Speisekarte Ihres Lieblingsrestaurants oder der Link zu einer interessanten Website. 

QR-Codes kreativ mit Kindern nutzen

Für Kinder und Jugendliche sind QR-Codes nichts Unbekanntes mehr. Auch sie nehmen diese im Alltag wahr. Vor allem das Entschlüsseln der Codes mit den Smartphones, löst bei ihnen großes Interesse aus. 

Mit Hilfe von QR-Codes lassen sich schnell kleine, einfache und auch interessante Spiele entwickeln. Die Codes können mit einem Code Generator im Internet erstellt und heruntergeladen oder ausgedruckt werden. Hinter den Codes können sich dann Fotos, Videos, Quizfragen, Audios oder Links zu Webseiten verstecken, die ein Puzzleteil des Spieles darstellen. Diese können dann beispielsweise bei einer digitale Schnitzeljagd für den nächsten Kindergeburtstag oder für eine Rallye durch die Wohnung oder im Freien genutzt werden. Eine auditive Schatzsuche ist eine weitere Idee, wie Kinder die Codes im Alltag nutzen können.

Wie sicher sind QR-Codes wirklich?

Das Unbekannte hinter den Codes hat im Alltag auch seine Tücken. Wohin führt uns der Code? Ist die aufgerufene Information wirklich sicher? 

Sollten Sie aufgefordert werden, Ihre persönlichen Daten weiterzugeben, dann stellen Sie sicher, dass Sie der Quelle und dem Anbieter trauen können. Sollte ein Link oder Code verdächtig oder anders als erwartet aussehen, dann schließen Sie die Anwendung. Es ist wichtig, dass Sie gemeinsam mit Ihren Kindern über die Gefahren sprechen. Lesen Sie in unserem Beitrag Betrug im Netz mehr über die damit verbundenen Risiken. 

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