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Gemeinsam Musik erleben

Dass Musik für Kinder wichtig und schön ist, haben wir in unserem Beitrag Kinderlieder begleiten mit Apps erklärt.

Neben Apps gibt es auch einige Internetseiten und YouTube-Kanäle, die dabei unterstützen, gemeinsam in der Familie Musik zu hören, zu machen und zu entdecken. Wenn Sie selbst kein Instrument beherrschen oder meinen, nicht musikalisch zu sein, können Sie auf diese Weise Ihrem Kind Musik näherbringen.

Kinderlieder auf YouTube

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. In den bunten als Trickfilme gestalteten Musikvideos gibt es neu eingespielte Kinderlieder. Es gibt sie auch auf der eigenen Website kinderlieder-mit-bobby.de – nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen liefert genau das: bekannte und neue Kinderlieder, die Kinder und Erwachsene beim Singen und Tanzen zeigen und zum Mitmachen anregen. Die Auswahl auf diesem Kanal ist riesig und es gibt verschiedene Playlists und Kategorien, unter denen die Lieder zu finden sind.

Kinderlieder auf YouTube sind vor allem etwas für jüngere Kinder. Wenn Sie Kinderlieder auf diesem Weg suchen und abspielen, nutzen Sie am besten die App YouTube Kids. Dann bekommen Sie und Ihr Kind vor und während das Video läuft, keine Werbung angezeigt und finden leichter passende Videoangebote für Kinder.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

In der Klangkiste des WDR lässt sich die große Welt rund um Musik erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet, so dass sie auch sehr gut über das Smartphone funktioniert. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und vieles mehr. Die Klangkiste ist etwas für größere Kinder, die hier viel über Musik lernen und ausprobieren können. Noch mehr Musik für alle Altersgruppen zu entdecken, gibt es beim Kiraka: Hier findet man Videos zu aktueller Chartmusik, Interviews mit interessanten Musikerinnen genauso wie Infoclips zu Beethoven und anderen.

Einblicke in die musikalischen Welten ferner Länder bietet Afrika-Junior. Man kann sich beliebte Kinderlieder aus verschiedenen Regionen Afrikas anhören, Videoclips anschauen und es gibt ein Quiz zu afrikanischer Musik.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Wählen Sie ein Feld an und tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Bei schöner Musik gibt es tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr zu entdecken.

Klassische Musik für Kinder

Auf der Seite von Junge Klassik erfährt man jede Menge über Instrumente und klassische Musik. Die Seite ist ganz bunt und spielerisch gestaltet. Hier können bestimmt auch Erwachsene noch Neues entdecken! Noch mehr gibt’s bei Trompis Tondschungel, wo sich Kinder auf Musikexpedition begeben können.

Opern sind doch eher was für Erwachsene, oder? Mit der App Opera Maker können Kinder die Welt der Oper entdecken und eigene Geschichten dazu erzählen. Wie das aussehen kann, zeigt die Website.

Ganz viel über Musik gibt es auch beim Kinderfunkkolleg zu erfahren. Ohren auf und los! Das kann sogar im Musikunterricht in der Schule weiterhelfen. Und wenn man keine Lust auf Klicken hat, schauen Sie sich doch gemeinsam eine Folge der hr2-Lauschinsel an.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Sohn oder Ihre Tochter danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

(Medien-) Challenges in der Familie

Challenges sind ein Lieblingsformat von Kindern und Jugendlichen – online und offline. Wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, kann man sogenannte Medien-Challenges mit der ganzen Familie spielen.

Was genau hinter dem Internetphänomen Challenges steckt, können Sie in unserem Beitrag dazu nachlesen. Challenges müssen nicht unbedingt nur online stattfinden. Es macht auch Spaß, sie zu Hause zu spielen. Gerade, wenn durch Corona die ganze Familie viel daheim ist, können Challenges eine schöne Möglichkeit sein, zusammen Zeit zu verbringen.

Ideen für (Medien-)Challenges

Bei der Top-Foto-Challenge machen alle Familienmitglieder den ganzen Tag über mit ihren Smartphones und/oder Kameras Fotos. Am Abend sucht sich jeder seine Lieblingsbilder des Tages aus und alle schauen sie gemeinsam an. Die besten Bilder können dann z. B. in einer Fotocollage festgehalten werden. So bleibt neben schönen Fotos eine tolle Erinnerung an die gemeinsame Zeit.

Eine Challenge für alle Generationen ist die Nachstellen-Challenge. Hierbei werden Fotos nachgestellt, die z. B. die Eltern und Opa noch aus ihrer Kindheit haben. Die Kinder versuchen, die Fotos mit ihren Smartphones nachzuahmen. Dazu gehört es auch, passende Gegenstände und Kleidungsstücke zu finden. Umgekehrt können die Älteren Fotos der Jüngeren nachstellen. Wer schafft es ein Foto am besten nachzumachen?

Bei der Game-Challenge geht es um Video- oder Computerspiele: Jedes Familienmitglied sucht sich ein Spiel aus, das für sie oder ihn eine besondere Bedeutung hat. Sie oder erklärt den anderen Familienmitgliedern, warum das Spiel so toll ist. Anschließend können es alle gemeinsam ausprobieren. Diese Challenge kann sich über mehrere Tage oder Wochen ziehen, wenn jedes Mal ein anderes Spiel vorgestellt und gespielt wird. Natürlich kann man auch Brett- und Kartenspiele vorstellen.

In der Quiz-Challenge geht es um die Frage “Wer wird der neue Quizmaster in der Familie?“. Mit Hilfe von Apps wie Kahoot! oder Actionbound lässt sich auf dem Smartphone oder Tablet ganz einfach ein eigenes Quiz erstellen. Jeder kann eigene Quizfragen entwickeln. Man auch zusätzlich Aufgaben stellen. Da wird es garantiert nicht langweilig!

In der Clip-Challenge muss unter Zeitdruck ein Video gedreht werden. Jedes Familienmitglied hat eine Stunde Zeit, um einen spannenden 30-Sekunden-Clip zu erstellen. Im Clip kann es um ein bestimmtes Thema oder eine Nachricht gehen. Man kann damit auch Momente zu Hause einfangen, z. B. „Auf Spurensuche: Wer hat den Joghurt gegessen?“. Wie in einem Online-Bericht sollte der Clip schnell und aufregend geschnitten sein. Das geht z. B. mit iMovie für Apple- oder Power Director für Android-Geräte.

Natürlich haben nicht alle in der Familie ein eigenes Smartphone, Tablet oder Laptop.  Challenges machen aber auch ohne viel Technik Spaß und sind auch mit nur einem Gerät durchführbar. So kann sich z. B. mit einem Smartphone abgewechselt werden. Oder jedes Familienmitglied darf das Gerät an einem Tag nutzen und am Ende der Woche werden die Ergebnisse zusammengetragen. Viel Spaß beim Spielen!

Gute Apps für Kinder

Apps können Kinder beim Lernen unterstützen, ihre Kreativität fördern und ihnen viel Spaß bereiten. Doch welche Anwendungen eignen sich am besten und woran erkennt man eine gute Kinder-App?

Apps, die ausdrücklich für Kinder programmiert wurden, sind als Einstieg in Onlinewelten besonders geeignet: Als kleines, in sich geschlossenes Programm bieten sie einen übersichtlichen Inhalt. Navigiert wird durch Fingerbewegung oder Spracheingabe. In vielen Apps wird darauf geachtet, die kindliche Vorliebe für Wiederholungen zu bedienen. Idealerweise sollten Sie die App vorher testen und durchspielen, bevor Ihr Kind sie nutzt. Informieren Sie sich genau über die Anwendungen, die Sie für Ihr Kind installieren. Achten Sie dabei u. a. darauf, ob Werbung und In-App-Käufe enthalten sind. Sie können sich dabei an Testberichten orientieren, z. B. vom Spieleratgeber NRW.

Was macht gute Kinder-Apps aus?

  • Die App-Inhalte orientieren sich am Alter und der Lebenswelt von Kindern.
  • Die App ist audiovisuell aufbereitet, enthält also Bilder, Töne, Musik und Geräusche.
  • Die Navigation ist einfach, intuitiv und eventuell sprachgesteuert.
  • Vorkommende Texte, Bilder und Animationen sind kindgerecht und verständlich.
  • Die verwendeten Symbole und Icons sind einheitlich und aussagekräftig.
  • Die App ist nicht mit Symbolen, Inhalten und Funktionen überfrachtet, so dass Ihr Kind nicht überfordert wird.
  • Ihr Kind kann in der App entsprechend seines Alters interagieren, d. h. Buttons drücken, malen und Ähnliches.
  • Die App ist werbefrei und bietet Einstellungsmöglichkeiten für Eltern.

Was gibt es außerdem zu beachten?

Achten Sie darauf, schon frühzeitig Regeln zur Nutzung des Tablets oder Smartphones aufzustellen. Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter sollten so wenig Zeit wie möglich am Bildschirm verbringen und wenn, dann am besten gemeinsam mit Ihnen. So bekommen Sie mit, wie es mit der App klarkommt, ob Ihr Kind die Inhalte versteht und verarbeiten kann. Und Sie können Fragen beantworten. Je älter Ihr Kind wird, desto selbstständiger kann es dann auch mit mobilen Geräten umgehen.

Häufig bieten Apps Einstellungsmöglichkeiten für Eltern, um die Nutzungsdauer und den Zugriff auf bestimmte Inhalte einzuschränken. Nutzen Sie solche Funktionen, insbesondere wenn Sie nicht die ganze Zeit dabei bleiben können. Achten Sie schon während des Downloads darauf, welche Berechtigungen die App einfordert und deaktivieren Sie diese gegebenenfalls.

Ein Überblick über empfehlenswerte Apps für Kinder ist aufgrund des rasanten Wandels im Netz nur schwer möglich. Hilfestellung finden Sie aber unter anderem beim Deutschen Jugendinstitut (DJI), bei klicktipps oder bei SIN – Studio im Netz. Wenn Sie sich beraten lassen wollen, ob eine App für Ihr Kind geeignet ist, suchen Sie diese bei app-geprüft.

Kindgerechte Audioinhalte bei Spotify Kids

Spotify Kids ist ein Angebot des Streaminganbieters Spotify, über das ausgewählte Musik, Hörspiele bzw. Podcasts für Kinder zugänglich sind und Eltern entsprechende Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kurz gefasst:

  • funktioniert nur mit einem Account für Spotify Premium Family (ca. 15,- €/Monat)
  • Inhalte für Kinder bis 12 Jahre
  • als App für Android und iOS und im Browser verfügbar
  • große Auswahl an kindgerechten Inhalten
  • Kontrolle der kindlichen Mediennutzung über einzelne Kinderprofile möglich

Was kann Spotify Kids?

Eine eigene Redaktion wählt die kindgerechten Audioinhalte für Spotify Kids aus, so dass nur die Spotify-Inhalte verfügbar sind, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Es gibt Lieder von bei Kindern beliebten Musikern, Filmmusik und viele zusammengestellte Playlists. Außerdem können Hörspiele wie Benjamin Blümchen oder Podcasts wie die “Sendung mit der Maus” online und offline angehört werden. 

Eine extra für Kinder gestaltete Oberfläche mit großen Bildern soll die jungen Nutzer ansprechen und ihnen mit einer einfachen Bedienung die eigenständige Nutzung erleichtern. 

Eltern können zwischen fünf unterschiedlichen Profilen und damit verbundenen Inhalten auswählen. Es gibt Einstellungsmöglichkeiten für jüngere (0 – 6 Jahre) und für ältere Kinder (5 – 12 Jahre). 

Das Angebot ist Teil von Spotify Premium Family, mit dem mehrere Personen das Premium-Angebot ohne Werbeunterbrechungen gleichzeitig nutzen können. Jedes Familienmitglied erhält einen eigenen Account.

Was fasziniert Kinder daran?

Kinder lieben es, Geschichten und Musik anzuhören. Als Eltern haben Sie vielleicht nicht immer die Zeit, Ihrem Kind vorzulesen oder bestimmte Lieder anzustellen. Für solche Situationen ist es hilfreich, wenn Kinder sich selbst Audioinhalte aussuchen und abspeichern können. Selbstständig Medieninhalte auswählen zu können, ist für viele Kinder eine tolle Erfahrung und trägt zur selbstbestimmten Mediennutzung bei –  die aber immer von Ihnen begleitet werden sollte.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei ähnlichen Diensten, wie z. B. YouTube Kids, wurde beobachtet, dass trotz einer Vorauswahl immer wieder auch problematische und nicht kindgerechte Inhalte zu sehen waren. Ob das bei Spotify Kids auch der Fall ist, ist noch schwer einzuschätzen, weil es das Angebot erst seit Mai 2020 gibt. Wichtig ist aber, dass Sie sich trotz der Vorauswahl die Audioinhalte, die Ihr Kind nutzt, kritisch anschauen. Nutzer bemängeln, dass das Angebot nicht ausreichend ist und Eltern die Möglichkeit erhalten sollten, selbst Spotify-Titel hinzufügen zu können. 

Spotify speichert das Nutzungsverhalten seiner Kunden, um das Produkt zu optimieren. Datenschutzfragen sollten bei der Auswahl und Installation eines geeigneten Streamingdienstes immer mitgedacht werden. 

Was meint der Anbieter?

Bei der Nutzung von Spotify Family Premium können Eltern einstellen, welche Inhalte Kinder anhören dürfen und welche nicht. Dabei sind die von den Kindern ausgewählten Audioinhalte bis zu drei Monate für die Eltern sichtbar. Sie können dann entscheiden, welche Lieder, Hörspiele und Podcasts Sie lieber aus der App herausnehmen möchten.

Was sollten Eltern beachten?

Angebote wie Spotify Kids können dazu verleiten, Kinder mit ihrer Mediennutzung allein zu lassen. Eine Auswahl kindgerechter Inhalte ist aber immer subjektiv und entspricht unter Umständen nicht dem, was Sie für Ihr Kind möchten. Deswegen sollten Sie sich das Angebot gemeinsam mit Ihrem Kind vorher anschauen und darüber sprechen. 

Je älter Ihr Kind ist, desto mehr können Sie es die Auswahl alleine treffen lassen. Die Funktion, die ausgewählte Musik nachträglich anschauen zu können, gibt Ihnen die Möglichkeit, einen Überblick über die kindliche Mediennutzung zu behalten. Dennoch kann es Ihrem Kind auch das Gefühl geben, von Ihnen kontrolliert zu werden. Fragen Sie deshalb Ihren Sohn oder Ihre Tochter besser direkt, was es sich anhört und mag. Außerdem ist es eine tolle Erfahrung, auch mal gemeinsam Musik zu hören oder Geschichten zu lauschen.

Hier finden Sie die Anleitung zur Einrichtung von Spotify Kids.

YouTube in der Familie

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Dann haben wir ein paar Tipps, wie Sie die YouTube-Nutzung in Ihrer Familie regeln können. Beachten Sie, dass nicht jeder Tipp für jedes Kindesalter geeignet ist.

Unsere Tipps für alle Altersgruppen

  • Medienzeit: Vereinbaren Sie je nach Alter Ihres Kindes feste YouTube-Zeiten, in denen es Videos schauen darf. Besprechen Sie mögliche Konsequenzen, sollten die Zeiten einmal nicht eingehalten werden. Nutzen Sie dafür z. B. einen sogenannten Mediennutzungsvertrag.
  • Werbeunterbrechungen: YouTuber verdienen mit ihren Videos meist Geld in Form von eingebundener Werbung. Die Währung auf YouTube ist Aufmerksamkeit: Je mehr Abonnenten ein YouTuber oder eine YouTuberin und je mehr Klicks ein Video hat, desto mehr Werbeeinnahmen werden erzielt. Erklären Sie Ihrem Kind, wie durch sein Verhalten auf YouTube Geld gemacht wird.
  • YouTube-Stars sind oft sogenannte Influencer. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und zu durchschauen sein.

Unsere Tipps für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter

  • Sicherheitseinstellungen: YouTube ist keine Plattform für Kinder, auch wenn dort viele Inhalte spannend für sie sind. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind unangemessene, anstößige oder grausame Videos angezeigt bekommt, aktivieren Sie die YouTube-Kindersicherung mit der Option „eingeschränkter Modus“. Hier finden Sie eine genaue Anleitung.
  • Videowiedergabe: Wenn Ihr Kind mehr als ein Video anschauen darf, fügen Sie die ausgewählten Videos zur Wiedergabeliste hinzu, so dass Sie entscheiden und wissen, welches Video als nächstes abgespielt wird. 
  • Kindgerechtes Angebot: Für jüngere Kinder – bis ins Grundschulalter – empfehlen wir die App YouTube Kids.

Unsere Tipps für Teenager

  • Beliebte Angebote: Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch! Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber, was es an YouTube und seinen Stars begeistert. Lassen Sie sich Videos zeigen und die Faszination daran erklären, ohne dass Sie den Eindruck erwecken, Sie wollten Ihren Sohn oder Ihre Tochter kontrollieren.
  • YouTube-Account: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es bedeutet, sich bei YouTube zu registrieren, um Kommentare zu hinterlassen oder eigene YouTube-Videos hochzuladen. Nach den AGB müssen die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Mit Ihrem Einverständnis ist auch eine Nutzung von Kindern ab 13 Jahren möglich. Sie können mit Family Link ein Google-Konto für Ihr minderjähriges Kind erstellen und verwalten bis es alt genug ist. Es gibt zudem bestimmte Richtlinien und Gesetze, die eingehalten werden müssen – wie etwa das Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild. Mehr Hinweise, die Sie im Blick behalten sollten, wenn Ihr Kind YouTube aktiv mitgestalten möchte, finden Sie in unserem Beitrag Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

In allen verlinkten Beiträgen finden Sie mehr Informationen. Diese können hilfreich sein, wenn Sie sich in der Familie zu YouTube austauschen möchten.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babies und Kleinkindern im Netz

Als frischgebackene Eltern ist man besonders stolz auf das eigene Baby und möchte sein Glück am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Doch verlieren Sie dabei nicht die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes aus dem Blick. Die Beantwortung der folgenden Fragen soll Ihnen helfen, zu entscheiden, wie Sie mit Fotos von Ihrem Kind umgehen.  

Wie soll mein Kind in der Öffentlichkeit dargestellt werden? 

Ihr Kind lernt erst mit der Zeit, was Fotos sind und was es bedeutet, wenn Bilder verbreitet werden. Deshalb müssen vorerst Sie die Entscheidung treffen, wie es auf Fotos aussehen soll und wer bestimmte Bilder sehen darf. Bevor Sie ein z. B. für Sie witziges Foto von Ihrem Kind weiterleiten, sollten Sie deshalb überlegen, ob Sie es gut gefunden hätten, wenn Ihre Eltern ein solches Bild von Ihnen geteilt hätten. 

Kinder sollten auf Fotos immer bekleidet und nicht in einer lächerlichen oder gar peinlichen Situation zu sehen sein. Sind noch andere Kinder auf dem Foto zu erkennen, müssen Sie das Einverständnis der Eltern einholen.

Ist es immer nötig, dass man das Gesicht meines Kindes erkennt?

Fotos von Kindern können auch schön sein, ohne dass man sie ganz genau erkennen kann, z. B. indem man sie von hinten fotografiert oder nur einen Ausschnitt zeigt. Mehr Tipps, wie Sie schöne Kinderfotos auf kreative Art machen und verbreiten können, ohne die Persönlichkeitsrechte zu verletzen, finden Sie in unserem Beitrag Kreative Kinderfotos.

Wie sollen Fotos meines Kindes verbreitet werden?

Denken Sie außerdem darüber nach, über welche Kanäle Fotos verbreitet werden. Wenn Sie ein Bild bei WhatsApp teilen, kann es leicht und unbemerkt weitergeleitet werden und möglicherweise auch in fremde Hände gelangen. Dann wissen Sie nicht, was damit passiert. 

Um das zu vermeiden, gibt es oft verschiedene Einstellungsmöglichkeiten in Apps oder auf Plattformen, die Sichtbarkeit bzw. den Empfängerkreis einschränken. Kontrollieren Sie auch regelmäßig die eigenen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen!

Vermeiden Sie es unbedingt, ein Foto Ihres Kindes in Kombination mit genauen Daten wie Namen oder Wohnort zu posten.

Wie möchte ich, dass andere mit Fotos meines Kindes umgehen? 

Dass Sie schöne Augenblicke mit Ihrem Kind festhalten und mit anderen teilen möchten, ist ganz normal und macht Freude. Doch nicht jedes Foto muss deshalb über das Internet geteilt oder veröffentlicht werden. Es kann genauso schön sein, die Bilder beim Familienfest zu zeigen und sich gemeinsam daran zu erfreuen. Besprechen Sie mit Familie und Freunden, wie Sie möchten, dass mit Fotos Ihres Kindes umgegangen werden soll. (Anregungen dazu finden Sie z. B. beim Deutschen Kinderhilfswerk.) Denn sind Fotos einmal über WhatsApp oder andere Messenger geteilt, können sie leicht und unbemerkt weitergeleitet werden. Tipp: Bei Messenger-Apps wie Signal oder Telegram werden Fotos übrigens nicht automatisch in der Fotogalerie des Empfängers abgespeichert.

Darf ich allein entscheiden, wie mein Kind im Netz dargestellt wird?

Besprechen Sie sich mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin bzw. dem anderen Elternteil dazu. Aber auch Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung, Privatsphäre und darauf zu entscheiden, was mit Bilder von ihnen passiert. Deshalb sollten Sie Ihr Kind so früh wie möglich einbeziehen. Wenn es noch sehr jung ist, können Sie fragen, ob es sich auf dem Foto mag, bevor Sie es weiterleiten. Ab dem Kindergartenalter sollten Sie genauer nachfragen, z. B.  ob auch Oma und Opa ein Bild sehen und haben dürfen. Respektieren Sie die Entscheidung Ihres Kindes, auch wenn sie nicht Ihrer Meinung entspricht.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Dabei ist auch das Alter Ihres Kindes entscheidend. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

Unter uns: Elternabende zu Fragen der Medienerziehung

Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung für die Medienerziehung Ihres Kindes. Aber Sie sind nicht allein damit. Der Austausch mit anderen Eltern kann eine wichtige Unterstützung sein. Doch nicht immer hat man spontan Zeit für ein ausführliches Gespräch. Es gibt daher konkrete Angebote und Formate, um sich mit anderen Eltern zu Erziehungsthemen auszutauschen und sich zu informieren. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Der Elterntalk

Die Idee ist einfach: Eltern von Kindern bis 14 Jahren werden zu einem Gastgeber oder einer Gastgeberin nach Hause eingeladen und tauschen sich in kleiner Runde etwa zwei Stunden über festgelegte Themen aus. Die Moderation übernehmen engagierte Eltern. Neben Themen wie Ernährung oder Stress geht es oft um den Medienumgang der Kinder, Nutzungsregeln oder neue Trends. Es gibt keine Expertenvorträge, sondern nur den Austausch untereinander. Die Idee ist, dass Eltern schon viel Wissen mitbringen und dieses im Elterntalk teilen können. Dieses Format gibt es in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auf den verlinkten Webseiten können Sie sich informieren, ob in Ihrer Region eine Elterntalk-Runde organisiert wird. Oft kooperieren die aktiven Eltern mit Behörden oder Sozialarbeitern, sodass Sie auch dort fündig werden können. 

Medienpädagogische Elternabende

An vielen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen finden regelmäßig medienpädagogische Elternabende statt. Darin geht es oft um einen Überblick zu Handy und Internet oder Themen wie Cybermobbing und Hate Speech, kindersichere Mediennutzung oder auch darum, wie man mit Medien lernen und Inhalte gestalten kann. In der Regel ist eine medienpädagogische Fachkraft vor Ort, die Ihnen das Thema nahe bringt und Fragen beantwortet. Sie erfahren dort auch, wo Sie sich weiter informieren und Ideen zur Medienerziehung sammeln können. Fragen Sie am besten in der Schule Ihres Kindes nach, ob ein solcher Elternabend organisiert werden kann.

Angebote und Ansprechpartner finden

Sie möchten selbst aktiv werden und ein Angebot für Eltern anfragen oder organisieren? Die Verteilung und Erreichbarkeit von medienpädagogischen Fachkräften in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Gerade in ländlichen Regionen ist es manchmal schwierig, geeignete Personen zu kontaktieren. Jedes Bundesland organisiert diesen Aufgabenbereich anders. Wenden Sie sich am besten zuerst an die Kita oder die Schule Ihres Kindes. Meistens gibt es Sozialarbeiter, manchmal auch Lehrkräfte, die sich mit Fragen der Medienerziehung beschäftigen. Fragen Sie gezielt nach. Oft sind bereits Medienpädagogen aus der Umgebung bekannt, die weiterhelfen können.

Werden Sie selbst aktiv

Überall in Deutschland gibt es medienpädagogische Initiativen, Medienzentren und freiberufliche Akteure, die Seminare, Workshops und Vorträge für Eltern anbieten. Suchen Sie auch im Internet nach geeigneten Kontakten oder Angeboten in Ihrer Nähe.
Solche Elternabende werden auch immer öfter online angeboten – unter anderem vom Elternguide. Aufzeichnung dieser Online-Elternabende gibt es z. B. von klicksafe und dem Internet-ABC. Der Elterntalk NRW hat sich im Format Podcast ausprobiert. Zwei Medienpädagoginnen sprechen in ihrem Podcast Medially regelmäßig über Themen rund um Medienkompetenz.     

Mobiles Kinderfernsehen mit der ZDFtivi-App

Viele Fernsehsender stellen ihre Sendungen heute online zur Verfügung. Das Kinder- und Jugendprogramm ZDFtivi gibt es in der ZDF-Mediathek und als kostenlose App für mobile Geräte.

Kurz gefasst:

  • Inhalte für Kinder ab 3 Jahren 
  • keine Kosten, keine In-App-Käufe
  • keine Werbung
  • Eltern können Zeitlimit via PIN einstellen
  • für Android, iOS und Kindle Fire TV verfügbar

Was bietet die ZDFtivi-App?

Enthalten sind viele Sendungen, Spiele und kinderfreundlich aufbereitete Nachrichtenformate wie logo!. Ein Extra ist die Kommentarfunktion, über die sich die jungen Zuschauer zu Beiträgen austauschen können. Alle Lieblingsserien können als Favoriten in einem Kinderprofil unter ‘’mein ZDFtivi’’ abgespeichert werden. Viele Inhalte können heruntergeladen und offline angesehen werden. Damit eignet sich die App auch für unterwegs. 

Als Eltern müssen Sie damit umgehen, dass Serien und Filmen über Streamingangebote und Apps ständig verfügbar sind. In der App kann ein Zeitlimit eingerichtet werden. Außerdem lassen sich darüber nur die pädagogisch geprüften Inhalte von ZDFtivi anschauen – ohne kommerzielle Elemente wie Werbung oder In-App-Käufe. Damit bietet sie einen geschützten und altersgerechten Raum für Kinder und Jugendliche. 

Was kann problematisch sein an der ZDFtivi-App?

Die App ist mehr als ein Streamingangebot. Kinder können über die Kommentarfunktionen mit anderen in Kontakt kommen. Damit lernen Kinder ein typisches Element von Online-Kommunikation kennen. Sie können ihre Meinung äußern und an öffentlichen Diskussionen teilnehmen. Gleichzeitig können Kommentarfelder auch Risiken wie Cybermobbing, Cybergrooming und Hassrede bergen. Jede Kommentar auf ZDFtivi wird deshalb erst geprüft, bevor es veröffentlicht wird. So können Kinder ihre ersten Online-Erfahrungen in einem sicheren Umfeld machen. Der Umgang mit sozialen Medien und ihren Risiken wird auch in dem Jugendformat App+on thematisiert, das es auf ZDFtivi gibt. 

Manche Eltern finden es besonders praktisch, Filme und Sendungen unterwegs zu nutzen. Das große Angebot von Apps wie ZDFtivi kann aber dazu führen, dass Ihr Kind kein Ende findet, weil nach einem Video gleich das nächste abgespielt werden kann. Um die extreme Dauernutzung einzuschränken, können Sie eine Zeitbeschränkung einrichten, die sich nur über einen PIN einstellen lässt. Außerdem lässt sich die Funktion der Offline-Nutzung ausstellen. Sie sollten dann aber beachten, auch die Nutzung der mobilen Daten auszustellen, um keine hohen Kosten entstehen zu lassen.

Worauf sollten Sie als Eltern sonst noch achten?

Gerade jüngere Kinder sollten beim Fernsehen, egal ob online oder über das TV-Gerät, begleitet werden. Achten Sie auf Altersempfehlungen und informieren Sie sich vorab über einzelne Sendungen, z. B. bei Flimmo. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich zu den Inhalten auszutauschen. 

Klick, Wisch, Like – Gekauft? Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen

Ob im Fernsehen, an der Bushaltestelle oder im Internet – Werbung gehört zu unserem Alltag dazu. Schon kleine Kinder sehen Werbespots im Fernsehen oder begegnen ihr im Supermarkt, wo es viele Produkte rund um kindliche Medienhelden wie Elsa, Sandmann & Co. zu kaufen gibt. Auf Websites und Videoplattformen kommen vor allem ältere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Formen von Werbung in Berührung: Influencer tragen in ihren Videos die neuesten Turnschuhe, stellen ein Kosmetikprodukt ihrer Lieblingsmarke vor oder packen die eben gekaufte Spielekonsole in einem Unboxing-Video vor der Kamera aus. Auch in vielen Spiele-Apps gibt es Werbung, die man wegklicken muss, um weiterspielen zu können.

Welche Werbung ist erlaubt?

Medieninhalte für Kinder müssen so gestaltet sein, dass sie Werbung erkennen können und ihre kindliche Unerfahrenheit nicht ausgenutzt wird. Dazu gehört z. B. die klare Trennung von Inhalt und Werbung. Im Fernsehen gibt es einen optischen und akustischen Hinweis zu Beginn und am Ende der Werbung. Eine Kindersendung darf nicht von Werbung unterbrochen werden. Auf Kinderseiten im Netz müssen Werbebanner gekennzeichnet sein und dürfen die Inhalte nicht überlappen oder Kinder in der Nutzung der Seiten behindern. Es darf auch nicht für alle Produkte (wie z. B. für Alkohol) geworben werden, um Kinder zu schützen. 

Anregungen und Tipps

Unterstützen Sie Ihr Kind, Werbung zu erkennen und zu durchschauen. Mit dem Alter steigt auch das Verständnis von Werbung. Ab ungefähr 8 Jahren verstehen Kinder, dass Werbung nicht neutral informiert, sondern zum Kaufen anregen soll.

Vor allem bei Onlinewerbung müssen jüngere Kinder erst lernen, dass Werbung gleichzeitig neben den eigentlichen Inhalten auf einer Internetseite angezeigt wird. 

Werbung innerhalb von Spiele-Apps taucht oft überraschend auf, weshalb Kinder aus Versehen auf Werbeinhalte klicken können. Achten Sie beim Download von kostenfreien Kinderapps darauf, ob diese sogenannte In-Game-Werbung enthalten. Entscheiden Sie, ob das für Ihr Kind problematisch ist. Aufpassen sollten Sie besonders, wenn Werbeinhalte im Spiel dazu verleiten, schneller voranzukommen, wenn die Werbung nicht gekennzeichnet oder vom Spielinhalt getrennt ist oder wenn Kinder beim Spielen behindert werden.

Ältere Kinder und Jugendliche stehen vor der Herausforderung, zu erkennen, ob ihre Idole nur ein Produkt präsentieren oder ob es ihnen um echte Inhalte geht. Denn nicht immer sind Videos von Influencern als Werbung gekennzeichnet, obwohl das vorgeschrieben ist, wenn sie von Unternehmen Geld dafür bekommen. Schauen Sie sich gemeinsam Videos und Instagram-Stories an und achten Sie zusammen auf Hinweise für Werbung und Sponsoring in den geteilten Inhalten.

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die verschiedenen Formen von Werbung in Medien. Nur dann kann es einen bewussten und kritischen Umgang mit Werbung und den Kaufentscheidungen im Alltag lernen. Denken Sie dabei auch an Ihre Vorbildfunktion.

Werbung kindgerecht? Hier gibt es Informationen!

  • Ratgeber Kinder und Onlinewerbung: www.kinder-onlinewerbung.de
  • Media Smart, Bildungsinitiative für die Förderung von Werbekompetenz: www.mediasmart.de
  • Kindersuchmaschine www.fragfinn.de: kindgeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten, viele davon sind werbefrei oder erfüllen strenge Kriterien, u. a. bezüglich Werbung und kommerziellen Inhalten

YouTube Premium – Konkurrenz für Streaminganbieter?

YouTube ist die mit Abstand beliebteste Online-Plattform für Videos. Sie ist kostenlos und wird vor allem über Werbung finanziert, die vor oder während der Clips abgespielt wird. Mit YouTube Premium kann man YouTube-Inhalte gegen Gebühr ohne Werbeunterbrechung und mit weiteren Vorteilen nutzen. Die Premium-Variante sieht ganz ähnlich aus wie das kostenlose YouTube, aber kann jedoch einiges mehr. 

Kurz gefasst:

  • monatliches Abo (ca. 12,- €) als Einzelperson oder als Familie (ab 13 Jahre)
  • umfassendes Angebot an Videos, Musik und exklusiven Inhalten
  • Kinderschutz über das integrierte YouTube Kids möglich
  • als App und über einen Browser nutzbar

Was kann YouTube Premium?

Um das Angebot nutzen zu können, müssen Sie sich registrieren und entscheiden, ob Sie den Dienst allein oder gemeinsam mit Ihrer Familie nutzen möchten. Inhalte können heruntergeladen und offline abgespielt werden – allerdings nur in der App. Man kann Musikinhalte auch im Hintergrund anhören, während man gleichzeitig eine andere App nutzt. Das Ausschalten von Werbeanzeigen muss in den Einstellungen aktiviert werden.

Zu YouTube Premium gehört die werbefreie Variante des Musik-Streamingdiensts YouTube Music. (Diesen gibt es auch als kostenlose App mit Werbung.) Außerdem gehören noch die YouTube Gaming App dazu und man erhält Zugriff auf YouTube Original – exklusive Inhalte, die nur auf YouTube zu sehen sind. 

Für wen kann das Angebot interessant sein?

Kinder und Jugendliche nutzen YouTube für verschiedene Dinge im Alltag. Sie folgen YouTubern, informieren sich und lassen sich unterhalten. Für diejenigen, die viel Musik, Filme und Videos nutzen, könnte ein Premium-Account attraktiv sein. Vor allem weil man sich Videos ohne Werbeunterbrechung anschauen kann. 

Wenn Sie als Familie gern YouTube nutzen, ist das Angebot im Vergleich zu anderen Streamingangeboten etwas günstiger. YouTube ist ein Allrounder mit einem sehr breiten Angebot. Wenn Sie ganz gezielt nur Serien oder nur Musik nutzen möchten, sind andere Angebote besser geeignet. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Hinter allen Angeboten von YouTube steckt Google. Das amerikanische Unternehmen verdient sein Geld unter anderem mit der Sammlung und Auswertung von Nutzerdaten. Auch wenn die vielen zusammenhängenden Dienste einige Vorteile haben, sind Bedenken bezüglich des Datenschutzes angebracht. 

YouTube weist darauf hin, dass nur von ihnen eingestellte Werbung ausgeschaltet werden kann. Wenn in Videos der Nutzer Werbung auftaucht (z. B. als Produktplatzierung), sieht man diese auch in Videos über YouTube Premium.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Achten Sie darauf, welche Daten Sie von sich bei der Registrierung angeben und ob alle Angaben notwendig sind. Lesen Sie die Datenschutzbestimmungen und machen Sie sich mit den Möglichkeiten der App z. B. bei mobilsicher.de vertraut.

Das große Angebot von YouTube kann dazu verführen, dass man immer weiterschaut und die Zeit vergisst. Gemeinsam vereinbarte Regeln helfen, dass das nicht so schnell passiert.  Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich außerdem die App YouTube Kids, damit Ihr Kind nur altersgerechte Inhalte angezeigt bekommt. Mit einem Familien-Account von YouTube Premium können Sie je nach Altersgruppe verschiedene Funktionen aktivieren oder ausblenden. Beachten Sie aber, dass trotzdem unangemessene Inhalte auftauchen können, da diese teilweise gut versteckt sind. Wenn Sie Ihr Kind bei der Nutzung von YouTube und anderen Medien begleiten, können Sie sich darüber austauschen und für Fragen da sein.

Medien als Babysitter

Kennen Sie das? Es ist Samstag, sieben Uhr morgens: Ihr Kind ist schon munter, während Sie gerne noch ein bisschen schlafen würden. Da kann doch das Tablet kurz einspringen und das Kind beschäftigen, während Sie sich noch einmal umdrehen, oder?

Kinder bei der Mediennutzung begleiten

Ja und nein! Es gibt Momente im Alltag, in denen es einfach praktisch ist, ein bisschen Zeit und Ruhe zu haben, während sich das Kind eine Weile mit dem Tablet oder Handy beschäftigt. Es hat Spaß daran und Sie können sich währenddessen um andere Dinge kümmern. Im Ausnahmefall ist das sicherlich kein Problem. Schwierig kann es sein, wenn es zur Gewohnheit wird.

Denn: Kinder brauchen noch bei vielen Sachen, die sie erst lernen, Begleitung. Dazu gehört auch die Nutzung von Medien. Wie die Begleitung aussieht, hängt vom Alter und ganz individuell von Ihrem Kind ab. Kleinkinder sollten nicht allein gelassen werden, wenn sie sich etwas auf dem Tablet oder im Fernsehen anschauen. So können Sie mitbekommen, was Ihr Kind sich ansieht und wie es damit klarkommt. Außerdem kann es seine Medienerlebnisse mit Ihnen teilen und nachfragen, wenn es etwas nicht versteht. Das ist wichtig, damit Ihr Kind die Inhalte verarbeiten kann. Was Ihr Kind anschaut oder anhört, sollte ebenfalls altersgemäß sein. Halten Sie die Medienzeit gering und geben Sie Ihrem Kind genügend Zeit, um seine Medienerlebnisse zu verarbeiten.

Medien als Babysitter – nur im Ausnahmefall

Ältere Kinder haben schon mehr Medienerfahrung und Sie als Eltern können bereits einschätzen, wie Ihr Kind mit bestimmten Inhalten umgeht. Achten Sie aber auch hier auf altersgerechte Angebote, eine begrenzte Mediendauer und seien Sie zumindest in der Nähe, wenn Ihr Kind Medien nutzt. Wenn Sie nicht dabei sitzen können, können Einstellungen am Gerät und in Apps helfen, dass Ihr Kind nicht auf Inhalte zugreifen kann, die es überfordern oder sogar ängstigen kann.

Am besten ist es, wenn Medien gemeinsam in der Familie genutzt werden, wie z. B. bei einem wöchentlichen Filmabend. Medien sind so Teil des Familienalltags und werden nicht als Aufpasser zweckentfremdet. Denn aufpassen können nur Sie!

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Bingewatching bei Kindern und Jugendlichen

Kennen Sie das? Sie wollten eigentlich nur eine Folge Ihrer Lieblingsserie schauen und dann sind es drei geworden, weil es gerade so spannend war. Auch Ihrem Kind geht es manchmal so: Es hat gerade so viel Spaß am Fernsehen und Computerspielen, dass es die Zeit vergisst. Mit “Bingewatching” ist das Schauen von mehreren Folgen einer Serie am Stück gemeint und das gibt es auch bei Kindern. Binge bedeutet auf Deutsch „Exzess“ und Viewing „schauen“.

Streamingdienste machen Bingewatching leicht

Für manche Erwachsene ist Bingewatching sogar ein Hobby. Streamingdienste wie Prime Video, Netflix oder auch YouTube haben ihr Angebot darauf eingestellt. Serien gibt es oft als ganze Staffel, so dass die Nutzenden ganz einfach ein Video nach dem anderen anschauen können. Aus Unternehmenssicht ist das ganz logisch: Sie haben ein Interesse daran, Nutzer so lange wie möglich auf ihrer Plattform zu halten.

Es gibt immer mehr Mediatheken-Apps speziell für Kinder oder Streaming-Apps mit Kinderprofilen. Besonders beliebt sind YouTube Kids, Netflix, Prime Video und Disney+. Deshalb ist es kein Wunder, dass Bingewatching auch bei Kindern und Jugendlichen vorkommt, weil es ihnen noch schwerer fällt, den Fernseher oder das Tablet auszuschalten.

Was führt zum Bingewatching?

Kinder und Jugendliche lassen sich von ihren Lieblingsfiguren und -geschichten schnell mitreißen, so dass sie sich kaum davon lösen können. Einige vergessen einfach, abzuschalten und schauen deshalb mehr als vereinbart. Vor allem jüngere Kinder können ihre Bedürfnisse und ihre Mediennutzung noch nicht so gut selbst regeln. Sie sind deshalb leichter verführbar, immer weiter zu schauen.

Manchmal fehlt es auch einfach an alternativen Beschäftigungen. Kinder wissen nicht, was sie außer Fernsehen tun sollen. Außerdem ist es einfach, sich nur berieseln zu lassen, anstatt selbst aktiv zu sein, sich selbst Geschichten auszudenken, etwas zu malen oder anderes.

Wie können Eltern mit Bingewatching umgehen?

Einiges können Sie beim Profil Ihres Kindes auf der Streaming-Seite selbst einstellen. Sie können z. B. den automatischen Start der nächsten Folge deaktivieren oder bei einigen Diensten eine Zeitbegrenzung festlegen. Wenn Sie bestimmte Folgen downloaden, wird Ihr Kind nicht auf weitere Serien aufmerksam und es fällt ihm leichter abzuschalten, wenn die vereinbarte Sehzeit vorüber ist. Sie sollten aktiv werden, sobald Ihr Kind gestresst oder genervt reagiert, wenn es nicht weiter schauen kann.

Gestalten Sie gemeinsam Mediennutzungsregeln, insbesondere feste Zeitfenster, und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden. Solange Ihr Kind noch nicht selbstverantwortlich mit Medien umgehen kann, unterstützen und begleiten Sie es dabei. Setzen Sie die Lieblingsserie nicht als Strafe oder Belohnung ein und etablieren Sie alternative Angebote zur Mediennutzung.

Wenn Ihr Kind sehr emotional an die Serie gebunden ist, können Sie sich gemeinsam auch auf andere Weise damit beschäftigen. Ihr Kind kann die Serienwelt mit Spielzeug, durch Malen oder im Spiel mit Freunden zu sich holen und die Geschichten weitererzählen. So erlebt Ihr Kind seine Lieblingsserie noch mehr und kann sie selbst mitgestalten.

Ältere Kinder und Jugendliche sollten Sie auch gelegentlich zugestehen, wenn es sich in stressigen Phasen mit Fernsehen ablenken möchten. Achten Sie nur darauf, dass Bingewatching nicht ständig gegen Stress eingesetzt wird.

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