Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.
TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.
Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.
Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.
TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.
TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:
Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.
Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.
Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.
Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.
Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.
Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.
Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.
Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.
Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).
Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.
Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.
Wussten Sie, dass Ihr Kind schon hören kann, bevor es auf der Welt ist? Das Ohr wird als erstes Sinnesorgan während der Schwangerschaft ausgebildet.
Auch im Baby- und Kleinkindalter spielt das Hören eine besondere Rolle. Babys können schon früh die Stimme ihrer Bezugsperson erkennen. Das Hören ist wichtig für die Wahrnehmung der Umwelt und das Sprechen lernen. Da kleine Kinder noch nicht lesen können, sind sie besonders auf das Hören angewiesen. Sie bekommen gern vorgelesen oder lauschen Hörgeschichten.
Spätestens ab dem Kindergartenalter lassen sich Kinder von Hörmedien wie Musik, Podcasts und Hörspielen begeistern. Viele Kinder nutzen dazu gerne eine eigene Hörbox. Ab dem Kindergartenalter können Sie gemeinsam kleine Hörgeschichten produzieren oder Spiele mit Geräuschen ausprobieren. Das schult das genaue Zuhören und hilft dabei, gut sprechen zu lernen. Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten vor.
Mit kleinen Kindern ab ca. 3 Jahren können Sie einen Spaziergang machen und mal genau hinhören: Was hören wir? Was macht eigentlich alles ein Geräusch? Tipp: schließen Sie die Augen – dann nehmen die Ohren noch mehr wahr.
Wenn Ihr Kind schon etwas größer ist, können Sie gemeinsam auf Geräuschesafari gehen. Jedes Smartphone hat ein eingebautes Mikrofon, viele besitzen auch eine App zum Aufnehmen von Sprachmemos. Gehen Sie nach draußen, z. B. in den Wald. Sammeln Sie gemeinsam die verschiedensten Geräusche und nehmen Sie sie auf. Erkennen Sie und Ihr Kind hinterher beim Anhören wieder, was es für Geräusche waren? Wenn Sie mit mehreren Kindern unterwegs sind, können Sie daraus ein Geräuscherätsel gestalten und einander raten lassen, welche Geräusche aufgenommen wurden.
Sprechen will geübt sein – und macht Kindern besonders dann Spaß, wenn sie ihre eigene Stimme bewusst entdecken dürfen. Kleine Stimmübungen wie laut und leise sprechen, verschiedene Stimmungen ausprobieren oder Zungenbrecher aufsagen stärken Artikulation und Ausdruck. So lernt Ihr Kind spielerisch, seine Stimme gezielt einzusetzen. Übungen zum Sprechtraining finden Sie hier auf Auditorix. Im nächsten Schritt können Sie und Ihr Kind selbst ein kleines Interview führen – zum Beispiel mit einem Familienmitglied, einer Nachbarin oder einem Freund. Themen wie Lieblingsorte, Hobbys oder Wünsche für die Zukunft eignen sich zum Beispiel gut für den Einstieg. So trainiert Ihr Kind nicht nur seine Stimme, sondern lernt auch zuzuhören, gezielte Fragen zu stellen und Gespräche zu gestalten.
Musik selbst zu produzieren und aufzunehmen macht Kindern Spaß und fördert ihre Kreativität. Schon mit einfachen Mitteln kann Ihr Kind eigene Klänge und Rhythmen gestalten – etwa mit Alltagsgegenständen wie Dosen und Gummibändern oder Rasseln aus Reis und Bechern. Wer lieber digital arbeitet, kann mit Musik-Apps wie GarageBand oder Indigo Pads spielerisch Instrumente ausprobieren und eigene Melodien aufnehmen. So entsteht schnell ein kleiner Beat, der zum Beispiel ein Hörspiel lebendiger klingen lässt und Stimmungen unterstreicht.
Fast jedes Kind hat ein Lieblingsbuch oder eine Lieblingsgeschichte. Machen Sie daraus gemeinsam ein kleines Hörspiel. Das klappt mit Kindern ab ca. 4 Jahren. Mit dem Smartphone oder Tablet lassen sich unkompliziert verschiedene Tonspuren aufnehmen und kombinieren – zum Beispiel mithilfe der App Audio Adventure. Lesen Sie die Dialoge mit verteilten Rollen und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Musik einsetzen und die Geschichte mit Geräuschen versehen kann. Wie klingt es, wenn es draußen regnet oder stürmt? Einen Überblick, wie sich Geräusche selbst erzeugen lassen, gibt es auf Auditorix. Eine Videoanleitung zum Geschichten erzählen mit dem Tablet finden Sie auf kinder.jff.de.
Wenn das Wetter nicht zum Rausgehen einlädt, kann Ihr Kind auf AUDIYOUkids oder bei Planet Schule Hörrätsel lösen, selbst eine Geschichte vertonen oder ein Hörspiel zusammensetzen. Begleiten Sie Ihr Kind dabei – vor allem, wenn es noch nicht lesen kann. Kinder ab dem Grundschulalter lernen hier auch, Tonaufnahmen zu schneiden.
Dann mal ran an die Ohren und viel Spaß beim gemeinsamen Lauschen, Geräusche machen und Geschichten vertonen!
Ein eigenes Tablet kann für Kinder spannend sein: Spiele spielen, Bücher lesen, kreativ werden oder Lern-Apps nutzen. Viele Eltern fragen sich jedoch: Wann lohnt es sich, ein eigenes Gerät zu geben – und wann reicht das Familien-Tablet?
In den ersten Jahren ist ein gemeinsames Tablet sinnvoll. Ihr Kind kann so Inhalte ausprobieren, während Sie begleiten, erklären und einschränken, was es sieht und macht. Ein Familiengerät ist oft ausreichend, um erste Erfahrungen mit Apps, Videos oder Spielen zu sammeln und die Mediennutzung gemeinsam zu reflektieren.
Ein eigenes Tablet wird sinnvoll, wenn Ihr Kind regelmäßig unabhängig Medien nutzen möchte, eigene Interessen verfolgen will oder Lern-Apps verwendet, die persönliche Konten erfordern. Bei Kindern ab etwa 6 bis 7 Jahren kann ein eigenes Gerät sinnvoll sein, wenn Sie die Nutzung klar regeln und begleiten.
Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Reife Ihres Kindes: Kann es Regeln einhalten? Weiß es, wie man sicher im Netz surft? Kann es Inhalte reflektieren und zwischen Spielen, Lernen und Unterhaltung unterscheiden? Erst wenn diese Kompetenzen vorhanden sind, lohnt sich ein eigenes Gerät.
Ein Tablet für Kinder sollte robust, intuitiv bedienbar und nicht zu teuer sein. Gute Einstiegsmöglichkeiten sind einfache Geräte mit stabiler Hülle und kinderfreundlicher Oberfläche. Prüfen Sie, ob Lern-Apps, Hörbücher oder kreative Tools sinnvoll sind und ob In-App-Käufe und Werbung deaktiviert werden können.
Egal ob Familien- oder eigenes Gerät: Legen Sie gemeinsam Nutzungszeiten, Inhalte und Regeln fest. Kindersicherungen, Familienkonten und Jugendschutz-Apps helfen, die Mediennutzung zu steuern. Reflektieren Sie gemeinsam: Wie lange darf Ihr Kind das Tablet nutzen? Welche Inhalte sind erlaubt?
Ein eigenes Tablet kann die digitale Selbstständigkeit fördern, wenn Sie begleiten: Funktionen erklären, Lern-Apps gemeinsam ausprobieren und kritisch über Werbung, Algorithmen und Inhalte sprechen. So lernt Ihr Kind, Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Jeden Tag erleben wir unvergessliche Momente mit unseren Kindern: die ersten Schritte, die Kostümparty mit den besten Freund*innen oder der erste Ausflug in den Tierpark. Selbstverständlich wollen wir diese festhalten und mit anderen teilen.
Dabei sollten wir beachten, in welcher Art und Weise Fotos von unseren Kindern im Internet kursieren – egal ob bei WhatsApp, Instagram oder anderswo im Netz. Denn auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und sollten altersgemäß mitentscheiden können, was und wie viel von ihnen im Internet zu sehen ist.
Wer gerne Fotos von seinen Lieben posten möchte, sollte darauf achten, dass Gesicht, Umgebung und Namen nicht klar erkennbar sind. Wir haben ein paar kreative Ideen gesammelt, um trotzdem schöne und eindrucksvolle Fotos zu erhalten:

Photothek/Thomas Trutsche
Seien Sie kreativ, was den Blickwinkel der Kamera angeht. Auch ein Kinderfoto von hinten, oben oder unten kann bezaubernd sein!
Wenn Sie die Perspektive wechseln, kann das die Bildwirkung unterstreichen. Oft reicht es schon aus, sich auf eine Treppenstufe oder einen Küchenstuhl zu stellen. Achten Sie aber darauf, dass das Gesicht Ihres Kindes nicht erkennbar ist.
Wenn man auf Augenhöhe des Kindes begibt, wirkt der Hintergrund viel spannender und Betrachter*innen bekommen das Gefühl, die Welt aus Sicht des Kindes zu sehen.

Photothek/Ute Grabowsky
Manchmal sind wir so damit beschäftigt, alles auf einmal auf ein Bild zu bekommen, dass wir die kleinen Dinge ganz übersehen. Dabei können auch Details etwas erzählen und emotional wirken.

Photothek/Ute Grabowsky
Interessante und kreative Fotos können auch entstehen, wenn man durch andere Objekte hindurch fotografiert (z. B. Blätter oder Stoffe) oder mit Wasserspiegelung arbeitet. Dabei können etwa tolle Pfützenfotos entstehen und die Kleinen haben auch ihren Spaß!

Photothek/Ute Grabowsky
Wenn man mit Licht und Schatten arbeitet, wirken manche Fotos rätselhaft und spannend und andere sehr kunstvoll. Ihr Vorteil ist, dass nur Silhouetten und keine Gesichter zu erkennen sind.

Photothek
Vielleicht kennen Sie Fotos von Kindern, auf denen die Gesichter im Nachhinein mit Emojis verdeckt wurden. Wenn man schon beim Foto machen daran denkt, dass Kindergesichter nicht zu sehen sein sollen, kann man sie auch auf eine andere Art verdecken. Manchmal sind solche Fotos gar nicht beabsichtigt und wirken natürlich, wenn das Kind z. B. gerade die Hände oder einen Gegenstand vors Gesicht hält – wie in unserem Beispiel.

Photothek/Thomas Trutschel
Auch Dinge können Geschichten erzählen, vor allem wenn man erkennt, dass sie einen Bezug zu einem Menschen haben – wie die Schuhe auf unserem Beispielfoto.
Einige der genannten Effekte lassen sich auch durch eine nachträgliche Fotobearbeitung erreichen. Man kann z. B. mit hohen Kontrasten und starkem Gegenlicht arbeiten oder mit der Tiefenschärfe spielen. Bei der Erstellung einer Fotocollage werden Bilder manchmal so klein dargestellt, dass die Gesichter nicht mehr zu erkennen sind.
Beziehen Sie Ihr Kind so früh wie möglich ein. Viele Kinder sind es gewohnt, fotografiert zu werden. Und gemeinsame Fotos auf dem Smartphone anschauen gehört bei vielen zum Familienalltag. Es bietet sich also an, frühzeitig auch kindgerecht über die Veröffentlichung von Fotos im Netz zu sprechen. Bereits ab dem Grundschulalter kann man mit Kindern besprechen, was das Internet ist und was es bedeutet, wenn Fotos im Netz veröffentlicht werden.
Ob und wie viel Sie oder Ihr Kind von sich im Internet preisgeben, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist vor allem die Auseinandersetzung mit dem Thema. Sowohl Eltern als auch Kinder sollten sich bewusst sein, welche Konsequenzen es haben kann, Bilder von sich und anderen im Internet zu veröffentlichen. Als Anregung für ein gemeinsames Gespräch kann unser Beitrag Kinderfotos im Netz dienen.
Wie ändere ich die Einstellungen zum Datenschutz am Smartphone? Worauf muss ich achten, damit mein Referat gut wird? Und wie koche ich leckere Spaghetti Bolognese? In vielen Familien gehört es längst zum Alltag, sich neue Dinge mithilfe von Videos anzueignen. Plattformen wie YouTube oder TikTok sind voll mit Erklärvideos, die anschaulich, kreativ und oft unterhaltsam Wissen vermitteln. Wie solche Videos beim Lernen helfen, erfahren Sie in unserem Beitrag “Wenn Videos im Internet das Lexikon ersetzen”.
Doch warum nur konsumieren? In wenigen Schritten können Sie mithilfe von Smartphone und Co. gemeinsam mit Ihrem Kind selbst ein Erklärvideo erstellen. Das macht Spaß, stärkt die Medienkompetenz und die ganze Familie kann mitmachen.
Zuerst muss das Thema stehen. Vielleicht gibt es gerade etwas Interessantes aus dem Schulunterricht Ihres Kindes, das sich in einem Video darstellen lässt? Auch Alltagsthemen wie das Lieblingsrezept, die Pflege eines Haustiers oder eine kniffelige Reparatur eignen sich hervorragend. Ein Erklärvideo kann unterschiedlich aussehen. Wir stellen vier verschiedene Stile vor, die sich zu Hause leicht umsetzen lassen.
Erklärvideos im Stil von Instagram Reels oder TikToks sind bei Kindern sehr beliebt. Sie sind schnell gemacht und lustig anzuschauen. Smartphone-Clips eignen sich eher für kleine Infohappen ohne viel Tiefe.
Trickfilme sind eine einfache, fantasievolle und kreative Möglichkeit, etwas zu erklären. Videos im Legetrick-Stil vermitteln Inhalte langsam und anschaulich. Durch ihre ruhige und klare Darstellung machen sie auch komplexe Themen leicht verständlich.
Erklärvideos mit Tools, die sich Künstlicher Intelligenz bedienen, sind ideal, wenn es schnell gehen soll. Sie sind sehr einfach zu erstellen und besonders für Familien geeignet, die Spaß am Texte schreiben haben.
Ein Erklärvideo als Bildschirmaufnahme ist besonders gut geeignet, um digitale Abläufe oder Präsentationen zu zeigen. Ein solches Erklärvideo eignet sich vor allem für ältere Kinder und schulische Inhalte.
„Schau mal Papa, ein riesiger Käfer!“, „Mama, darf ich diese Beere essen?“, „Welcher Vogel singt denn da?“. Wenn es um Natur und Umwelt geht, machen Kinder viele spannende Entdeckungen. Apps und Kinderwebseiten laden dazu ein, Natur und Umwelt zu entdecken und Tiere und Pflanzen um uns herum zu erkunden und genauer zu bestimmen.
Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten genau verstehen, was sie in der Welt alles entdecken. Ob Blumen oder Schmetterlinge, Tierspuren oder Sternbilder – mit den richtigen Apps und Online-Angeboten können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Neues über Tiere, Pflanzen und die Umwelt lernen. Nutzen Sie die Entdeckungsfreude Ihres Kindes und verbinden Sie diese mit Naturerfahrungen an der frischen Luft. Wir stellen Ihnen vier ausgewählte Apps und zwei Kinderwebseiten vor.
Was blüht denn da am Wegesrand? Beim Spaziergang eine Blüte, einen Halm oder ein Blatt abfotografieren und in Sekundenschnelle die Antwort erfahren – das ermöglicht die App Flora Incognita (lateinisch für „unbekannte Pflanzenwelt“). Sie ist leicht zu bedienen und mit ihr werden Kinder zu Naturforscher*innen. Dank eines speziellen Algorithmus erkennt die KI-gestützte App eine Vielzahl an Blumen, Sträuchern, Bäumen und Gräsern und bietet Informationen dazu. Die Entdeckungen können in der App gespeichert werden und geben so der Wissenschaft Hinweise auf die Verbreitung von Pflanzen. Flora Incognita ist das Produkt eines Forschungsprojektes des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena und der TU Ilmenau. Die App ist kostenlos und werbefrei für iOS- und Android-Geräte verfügbar. Sie ist von der USK gekennzeichnet ab 0 Jahren (Google Play Store).
Mehr Infos: https://floraincognita.de/
„Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald!“. Vögel sitzen oft gut versteckt in Sträuchern oder auf hohen Bäumen. Wir sehen sie nicht immer, aber können ihr Zwitschern und Rufen gut hören. Die verschiedenen Vogelstimmen auseinander zu halten ist nicht so einfach. Hilfestellung bietet die App BirdNET (englisch für „Vogelnetz“). Mit ihr lassen sich Vogelstimmen aufnehmen und direkt bestimmen. Steckbriefe geben nähere Informationen zu den Federtieren, die Aufzeichnungen werden wissenschaftlich verwendet. BirdNET ist ein Forschungsprojekt der TU Chemnitz und des Cornell Lab of Ornithology. Die kosten- und werbefreie App hat ein USK-Alterskennzeichen ab 0 Jahren (Google Play Store) und ist sowohl für iOS als auch für Android erhältlich.
Mehr Infos: https://birdnet.cornell.edu/
Die App iNaturalist ist eine soziale Plattform, die Naturfreund*innen weltweit in einer Community verbindet. Über ein Profil können User*innen Fotos aller möglichen Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen hochladen und bestimmen. Die Beobachtungen werden mit dem Standort versehen und gespeichert. So können andere Nutzende nachsehen, welche Tiere und Pflanzen in der Umgebung gesichtet wurden und die Funde diskutieren. In der kostenfreien App gibt es eine beeindruckende Anzahl an Entdeckungen. Trotzdem ist sie übersichtlich gestaltet und für ältere Kinder leicht zu bedienen. iNaturalist ist kostenfrei und für Android und für iOS erhältlich. Die App ist von der USK gekennzeichnet ab 0 Jahren (Google Play Store) und die Nutzung ist laut AGB ab 13 Jahren erlaubt.
Mehr Infos: https://www.inaturalist.org/
Großer Wagen, Milchstraße, Polarstern: soweit kennen sich die meisten mit unserem Nachthimmel aus. Darüber hinaus wird es oft schon schwierig. Die App Star Walk 2 Plus – Sternenkarte bietet die Möglichkeit, mit dem Standort der Kamerafunktion die Sterne und Planeten um uns herum zu entdecken. Mit einem Klick auf einen Himmelskörper erfahren Nutzende mehr dazu. Per Augmented Reality verbindet die App einzelne Sterne zu wunderschönen, dreidimensionalen Sternbildern und untermalt das Erlebnis mit stimmungsvoller Musik. In-App-Käufe bieten Zugang zu mehr Kategorien wie Satelliten und Kometen. Die App ist in der Basisversion kosten- und werbefrei und für Android und iOS verfügbar. Sie ist von der USK gekennzeichnet ab 0 Jahren (Google Play Store).
Mehr Infos: https://starwalk.space/de
Ob Wald oder Wiese, Stadt oder Land, Berge oder Gewässer – Natur begegnet Kindern überall. Die Website NAJUversum lädt Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren dazu ein, die Umwelt spielerisch und interaktiv zu entdecken. Mit kindgerechten Texten, spannenden Videos, Spielen und Mitmachaktionen lernen sie jede Menge über Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Ob sie nun herausfinden, wie man ein Eichhörnchenhaus baut, wie Müll richtig getrennt wird oder wie Gemüse ohne Erde wachsen kann – NAJUversum macht Lust auf Lernen, Basteln und Entdecken. Die Plattform ist ein Angebot der Naturschutzjugend (NAJU), der Kinder- und Jugendorganisation des NABU (Naturschutzbund Deutschland). Sie wurde von Seitenstark als hochwertige Kinderwebseite ausgezeichnet.
Mehr Infos: https://www.najuversum.de/
„Warum ist Artenvielfalt wichtig?“ und „Worauf können wir im Alltag achten, um die Umwelt zu schützen?“ Diese und weitere Fragen beantwortet das Umwelt-Onlinemagazin Ökoleo. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahren. Wöchentlich erscheinen neue Artikel zu unterschiedlichen Natur- und Umweltthemen. Texte und Bilder, Videos und Audios laden zum Entdecken, Mitmachen und aktiv werden ein. In kleinen Quiz können Nutzer*innen ihr Natur-Wissen prüfen. Ein Lexikon und Ausflugstipps für Hessen geben Kindern noch mehr Anregungen, selbst draußen aktiv zu werden. Ökoleo ist ein Onlinemagazin des Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und von Seitenstark zertifiziert.
Mehr Infos: https://www.oekoleo.de/
Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Instagram und WhatsApp geteilt.
Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und das Recht am eigenen Bild und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.
Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil, Post, der Story, dem Status oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, einen Screenshot aufnehmen, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können von Fremden missbraucht werden, Alltagsfotos können sexualisiert werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.
Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Nicht zu vergessen ist das Kinderrecht auf Beteiligung (Art. 12, UN-KRK), weshalb es wichtig ist, Kinder altersgerecht einzubinden und ihr Einverständnis einzuholen. Das Deutsche Kinderhilfswerk informiert ebenfalls umfassend über Kinderfotos im Internet. Das ZDF hast sich im Format unbubble auch mit dem Thema Kinderfotos auf Social Media beschäftigt, dabei haben verschiedene Personen ihre Standpunkte dargelegt und Pro- und Contra-Argumente ausgetauscht. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.
Mit Medien können Kinder lernen, kreativ sein, sich entspannen und Spaß haben. Für Kinder ab dem Grundschulalter ist es wichtig, dass sie einen bewussten und zunehmend selbstständigeren Umgang mit Medien entwickeln. Als Eltern sind Sie dafür verantwortlich, dass der Medienkonsum nicht ausufert. Hilfreich sind gemeinsame Regeln für eine Mediennutzung in der Familie.
Kinder im Grundschulalter brauchen klare Regeln. Sie geben Sicherheit und helfen, Medien bewusst zu nutzen. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind:
Kinder akzeptieren Regeln besser, wenn sie mitentscheiden dürfen. Überlegen Sie gemeinsam, was sinnvoll ist – und was passiert, wenn eine Regel gebrochen wird. Ein Mediennutzungsvertrag kann helfen, alles festzuhalten. Achten Sie darauf, Medienverbote nicht als Druckmittel einzusetzen.
Passen Sie die Medienregeln dem Entwicklungsstand Ihres Kindes an. Ab dem Jugendalter können zum Beispiel feste Medienzeiten langsam abgeschafft werden. Dennoch sollte es Regeln geben, welche Medien zu welchen Zwecken genutzt werden dürfen, zum Beispiel mit dem ersten eigenen Smartphone. Eine Begleitung durch die Eltern ist auch im Jugendalter noch wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung. Fragen Sie nach, wie und warum es was nutzt und wie es damit klarkommt. Seien Sie auch bei Problemen immer ansprechbar.
Spiele sind für viele Kinder besonders faszinierend – bergen aber auch Herausforderungen. Stellen Sie gemeinsam klare Regeln für Computerspiele auf:
Regeln zur Medienzeit sind oft schwer durchzusetzen – technische Hilfsmittel können dabei unterstützen. Jugendschutzfunktionen in Betriebssystemen, Einstellungen in Geräten, Apps und Spielen sowie Kinderschutz-Apps helfen, Zeitlimits und Pausenzeiten einzuhalten und Inhalte zu filtern. Allerdings sollte Ihr Kind nach und nach lernen, das Smartphone oder Tablet nach Ablauf der Bildschirmzeit von sich aus zur Seite zu legen. So übt und verinnerlicht es einen bewussten Umgang mit Medien.
Jüngere Kinder sollten neue Apps und Computerspiele nur gemeinsam mit den Eltern installieren. Mit zunehmendem Alter können Sie Ihrem Kind dann Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen und die technischen Einstellungen altersgemäß anpassen.
Früher oder später hören viele Eltern: „Alle anderen haben schon ein Smartphone/spielen Konsole/dürfen TikTok nutzen!“ Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen. Kinder vergleichen sich, doch jedes Kind ist anders. Erklären Sie Ihrem Kind Ihre Entscheidungen und beziehen Sie es altersgerecht mit ein. Ihr Kind wird im Schulalter zunehmend durch Freund*innen beeinflusst. Es kann helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen und ggf. gemeinsame Grundregeln im Klassen- oder Freundeskreis abzusprechen.
Als Eltern sind Sie eine wichtige Orientierung für Ihr Kind. Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion deshalb bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten. Sie können beispielsweise vereinbaren, dass Smartphones nichts beim Essen zu suchen haben oder smartphonefreie Familientage einrichten.
Statt Mediennutzung nur zu reglementieren, lohnt es sich, bewusst gemeinsame Medienerlebnisse zu schaffen. Ein wöchentlicher Filmabend mit der Familie oder gemeinsames Musikhören am Wochenende stärken den Familienzusammenhalt und bieten gleichzeitig Gelegenheiten, über Inhalte zu sprechen, Medienvorlieben zu entdecken und Werte zu vermitteln.
Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.
Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen dienen als Lichtquellen. Mit ihnen lassen sich Bilder, Symbole oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, haben viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Bildquelle: Unsplash/Brunetto Ziosi
Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.
Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit etwas Erfahrung ist es draußen möglich) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen., z. B.:
Sie benötigen ein Smartphone, dessen Kamera-App eine längere Belichtungszeit (Langzeitbelichtung) ermöglicht. Ob Ihr Gerät das kann, lässt sich in der Kamera-App prüfen: Suchen Sie dort nach einem „Pro-Modus“ oder „Manuellen Einstellungen“. Falls Sie dort die Belichtungszeit (meist mit „S“ oder „Shutter Speed“ bezeichnet) auf etwa 10 bis 30 Sekunden einstellen können, ist Ihr Smartphone geeignet. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Wow! Stuff Light Painting für Android und iOS).
Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien draußen oder im Winter drinnen begeistert Groß und Klein. Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld können Sie kleine Fotoprojekte wie z. B. ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen, ein Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn oder Ihr Kind als Superheld*in mit Umhang oder Flügeln realisieren. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!
Übrigens: Wenn Sie eine Digitalkamera mit einem Stativ haben, gelingen qualitativ noch bessere Lichtmalereien. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Auf der Webseite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung zum Lightpainting mit der Kamera, die auch für Kinder leicht verständlich ist.
Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern und bei der Foto-Community Knipsclub. In diesem KiKA-Video zeigt ein Fotokünstler, mit welchen Leuchtmitteln schöne Effekte entstehen.
Snapchat ist eine kostenfreie Social-Media- und Chat-App zum Teilen von Fotos und kurzen Videos (Snaps) und Nachrichten. Das Besondere daran: Die Inhalte sind nur kurz sichtbar und verschwinden danach automatisch.
Mit Snapchat können Nutzer*innen Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versenden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für bis zu 24 Stunden sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern und Effekten bearbeitet werden. Neben privaten Storys von Freund*innen gibt es Inhalte von Stars und Marken. Snapchat zeichnet sich durch vielfältige Funktionen aus:
Neben der kostenfreien Version bietet Snapchat das kostenpflichtige Zusatzangebot Snapchat+ an. Damit können Kinder und Jugendliche in einer Art Premium-Version neue, noch nicht offiziell veröffentlichte Funktionen testen – etwa zusätzliche Designmöglichkeiten, mehr Informationen über Story-Aufrufe oder neue Optionen zur Gestaltung ihres Avatars, dem sogenannten „BitMoji“.iten, mehr Informationen über Story-Aufrufe oder neue Optionen zur Gestaltung ihres Avatars, dem sogenannten „BitMoji“.
Die App gehört zu den beliebtesten Anwendungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Teenager*innen nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freund*innen auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können, und selbst verschwindende Nachrichten machen den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation erscheint Jugendlichen privater, da nur mit einzelnen Kontakten oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ werden Personen als Avatare dargestellt, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.
Die Inhalte auf Snapchat verschwinden nicht vollständig, sondern sind nach einer bestimmten Zeit einfach nicht mehr direkt sichtbar. Mit etwas technischem Wissen können sie jedoch auf dem Gerät wiederhergestellt werden. Außerdem können Bilder leicht per Screenshot oder Bildschirmaufnahme gespeichert werden. Zwar erhält der Absender in der Regel eine Benachrichtigung darüber – doch auch das lässt sich mit bestimmten Tricks umgehen.
Es kann problematisch sein, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche oder sogar intime Bilder und Videos verschicken – diese könnten etwa beim Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Da viele Inhalte täglich versendet werden, ist die Kontrolle darüber schwer. Deshalb ist es wichtig, dass Nutzende wissen, wie sie Kontakte blockieren oder Inhalte melden können, vor allem bei unerwünschten Nachrichten. Kritisch ist auch die „Snap Map“, die bei jedem Öffnen der App den eigenen Standort aktualisiert – daraus lassen sich leicht Rückschlüsse auf Wohnort, Schule oder Hobbys ziehen.
Auch bestimmte Inhalte können für Kinder und Jugendliche problematisch sein. Dazu zählen nicht altersgemäße Bilder ebenso wie unangemessene Werbung oder Snaps von Marken und Produkten.
Bei Snapchat gibt es ein Belohnungssystem mit Emojis. Neben den Namen der Kontakte tauchen kleine Symbole auf, die zeigen, wie eng man mit jemandem befreundet ist. Eine Flamme mit einer Zahl bedeutet zum Beispiel, wie viele Tage man sich hintereinander Snaps geschickt hat. Laut aktueller JIM Studie sammelt jede*r dritte Jugendliche täglich Snapchat-Flammen. Solche Emojis können bei Kindern und Jugendlichen den Druck auslösen, täglich Bilder zu verschicken, um Freundschaften in der App „aufrechtzuerhalten“.
Die Nutzung von Snapchat ist laut den AGB des Anbieters Snap Inc. Jugendlichen ab 13 Jahren nur mit der Erlaubnis ihrer Eltern gestattet. Es erfolgt allerdings keine technische Prüfung der Altersangabe.
Die Verbreitung von nicht jugendfreien Inhalten (z. B. Pornografie) ist verboten. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizenden Inhalte posten oder versenden. Verstöße können über das Snapchat-Sicherheitscenters gemeldet werden. Nutzer*innen können andere blockieren und melden; Verstöße gegen die Snapchat-Richtlinien werden von Snapchat-Content-Moderator*innen geprüft.
Snapchat sammelt laut Datenschutzbestimmungen viele Daten seiner Nutzer*innen, unter anderem auch bei der Nutzung von KI-Diensten wie My AI. Die Daten werden laut Anbieter verschlüsselt übertragen, können aber für personalisierte Werbung und Analysezwecke genutzt und an Drittanbieter weitergegeben werden.
Über das „Family Center“ können Eltern in der App verschiedene Kontrollfunktionen nutzen.
Wenn Ihr Kind Snapchat nutzen möchte, sprechen Sie gemeinsam über mögliche Kommunikationsrisiken wie unerwünschte Kontakte. Gehen Sie die Privatsphäre-Einstellungen zusammen durch und klären Sie, dass versendete Bilder per Screenshot gespeichert werden können. Ihr Kind sollte nur Personen hinzufügen, die es wirklich kennt. Eine gute Übersicht bietet das Jugendangebot Handysektor.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Snap Map: Welche Folgen hat es, wenn der eigene Standort sichtbar ist – und ist das wirklich nötig? Oft wird der Standort automatisch beim Öffnen der App geteilt. Das lässt sich im „Geistmodus“ (Ghost Mode) oder durch das Entziehen der Standortfreigabe verhindern. Nutzt ein Kontakt Snapchat+, sollte besonders auf das Deaktivieren der Tracking-Funktion geachtet oder die Person notfalls blockiert werden.
Das Emoji-Belohnungssystem kann dazu führen, dass Ihr Kind ständig online sein möchte – aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO) oder Freundschaften zu verlieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und ermutigen Sie es, Freundschaften auch im echten Leben und unabhängig von Apps wie Snapchat zu pflegen.
Nutzen Sie – in Absprache mit Ihrem Kind – die Kontrollfunktionen über das Family Center von Snapchat. Dort erhalten Sie z. B. einen Überblick zu den Aktivitäten ihres Kindes und können Einstellungen wie die Einrichtung von Inhaltskontrollen in der App oder das Deaktivieren des Chatbots My AI vornehmen. Um sich mit dem Konto des Kindes zu verbinden, wird ein eigener Snapchat-Account benötigt. Ihr Kind muss der Verbindung selbst zustimmen. Im Snapchat Family Safety Hub finden Sie kompakte Infos, Videos und Leitfäden zu Funktionen wie Snap Map, Sicherheitseinstellungen und Altersfreigaben.
Schaut Ihr Kind täglich dabei zu, wie ältere Geschwister oder Freund*innen soziale Medien nutzen? Vielleicht interessiert es sich auch schon für Plattformen wie Instagram, TikTok und Co? Social-Media-Apps stellen hohe Anforderungen an die Medienkompetenz junger Nutzer*innen. Die neue App NYZZU setzt genau hier an: Sie wurde speziell für Kinder, Jugendliche und Familien entwickelt. Sie möchte einen geschützten Raum bieten, in dem Privatsphäre, Sicherheit und ein verantwortungsvoller Medienumgang im Mittelpunkt stehen.
NYZZU ist ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer*innen erste Schritte in digitalen Netzwerken machen können – altersgerecht und ohne überfordernde Inhalte.
Ähnlich wie bei anderen bekannten Plattformen teilen Nutzer*innen Fotos und Videos mit ihren Kontakten. Auch das Liken und Kommentieren von Beiträgen ist möglich. Im Gegensatz zu anderen Apps verzichtet NYZZU auf Algorithmen. Die Beiträge im Feed erscheinen in chronologischer Reihenfolge. So behalten die Nutzer*innen den Überblick, was ihre Freund*innen wann posten. In Gruppen lassen sich Inhalte mit mehreren Personen teilen. Eine klassische Chatfunktion gibt es nicht.
Sicherheit und Datenschutz haben bei NYZZU oberste Priorität: Freundschaften können nur zwischen Personen geschlossen werden, die sich gegenseitig im Adressbuch gespeichert haben. Dieser Schutzmechanismus soll verhindern, dass Kinder mit unerwünschten Kontakten interagieren. Persönliche Inhalte können “privat” zwischen zwei Personen geteilt werden oder für die gemeinsamen Freund*innen sichtbar gemacht werden. Alle Beiträge können zudem jederzeit gelöscht werden. Die Screenshot-Funktion ist deaktiviert, um die Verbreitung von Inhalten über die App hinaus zu verhindern.
NYZZU übernimmt viele Funktionen von klassischen sozialen Medien und unterscheidet sich dennoch von ihnen. Die neue App legt den Schwerpunkt nicht auf die beliebtesten oder viralsten Inhalte, sondern auf alltägliche, persönliche Beiträge aus dem ganz normalen Leben. Ein Like auf NYZZU kann für Kinder und Jugendliche eine größere Bedeutung haben als auf anderen Plattformen, da es weniger um die öffentliche Anerkennung geht und mehr um den Austausch mit Freund*innen und Familie. Die Abwesenheit von Algorithmen und Influencer*innen verringert den Druck und das Suchtpotenzial.
Kinder und Jugendliche können die App als digitales Fotoalbum nutzen, in dem sie ihre Erlebnisse und Erinnerungen teilen. Das Hinzufügen von Filtern und Musik zu Fotos und Videos macht NYZZU zu einem kreativen Raum, der Kindern und Jugendlichen Spaß macht.
„Respektiert eure Freundschaft“ – den Gründer*innen von NYZZU ist es besonders wichtig, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Freund*innen und Familienmitglieder jeden Alters sicher miteinander in Kontakt bleiben können. Auf ihrer Website setzt sich NYZZU in ihrem Codex deutlich gegen Mobbing, Diskriminierung und Missbrauch ein. Der NYZZU Codex erklärt potenzielle Kommunikationsrisiken und verweist auf digitale Beratungsangebote.
NYZZU verfolgt das Prinzip „Safety by Design“. Sicherheitseinstellungen wie Follower*innen-Anfragen sind standardmäßig aktiviert. Unangemessene Beiträge können direkt über eine Meldefunktion gemeldet werden. Das Design der Website, einschließlich der AGB, des Codex und der Datenschutzerklärung, sind jugendfreundlich gestaltet.
Kinder unter 13 Jahren benötigen die Zustimmung der Eltern, um die App nutzen zu können. Bei der Anmeldung muss die E-Mail-Adresse der Eltern angegeben und die Anmeldung per Link bestätigt werden. NYZZU ist als hochwertiges und kindgerechtes Online-Angebot Teil des Seitenstark Netzwerks.
Wenn Ihr Kind bald das erste Smartphone erhält, könnte NYZZU eine geeignete App für den Einstieg sein. Führen Sie die Registrierung gemeinsam mit Ihrem Kind durch und legen Sie gemeinsam Regeln zur Nutzung fest. Achten Sie darauf, dass beim Erstellen des Profils keine sensiblen oder personenbezogenen Daten geteilt werden.
Zeigen Sie Ihrem Kind wo es Sicherheitsfunktionen wie die Meldefunktion findet und wie es diese nutzen kann. Sprechen Sie mit ihrem Kind auch über Herausforderungen und tauschen Sie sich zum Beispiel über Kommunikationsrisiken wie Hate Speech aus. Klären Sie Ihr Kind über Privatsphäre im Netz auf und machen Sie ihm begreiflich, welche persönlichen Daten es besser nicht teilen sollte.
Damit Ihr Kind NYZZU aktiv nutzen kann, empfiehlt es sich, mit Freund*innen, Familie und anderen Eltern über die App zu sprechen. Obwohl andere Social-Media-Apps ebenfalls sehr beliebt sind, können Sie als Vorbild vorangehen und alternative Apps wie NYZZU gemeinsam mit Ihrem Kind ausprobieren. Und wenn sie Ihnen gefällt: laden Sie doch andere zum Mitmachen ein!
Egal ob witzige Tierbilder mit Sprechblasen, verfremdete Pressefotos oder neu interpretierte Szenen aus Filmen und Serien – Memes sind heutzutage überall im Internet zu finden. Memes werden durch das Teilen in sozialen Netzwerken schnell sehr bekannt und sind auch bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Sie spiegeln Humor und Gruppenzugehörigkeit wider, können aber auch problematische Inhalte transportieren und verbreiten.
Ein Bild, ein Video oder ein Filmausschnitt wird dann zum Meme, wenn es aus seinem ursprünglichen Kontext gerissen und mit einem neuen, oft humorvollen Text versehen wird. Besonders lustig sind Memes, wenn man das Original kennt – denn der Witz entsteht meist aus der überraschenden Kombination von Bekanntem und Neuem. Der Text ist dabei häufig ironisch gemeint.
Hinter Memes steckt oft eine kreative Idee, die immer wieder neu interpretiert wird und sich stetig weiterentwickelt. Memes werden auch genutzt, um Gefühle zu zeigen oder auf aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen. Berühmte Persönlichkeiten wie Goethe oder Napoleon oder Figuren aus Filmen und Comics bekommen neue, zeitgemäße Aussagen in den Mund gelegt. So wird aktueller Bezug zur heutigen Wirklichkeit hergestellt.
Das Besondere an Memes ist, dass dieselben Bilder immer wieder verwendet und mit einem neuen Text versehen werden. Ein bekanntes Beispiel ist „Hide the Pain Harold“ (Deutsch: „Verbirg den Schmerz, Harold“), das diesem Artikel als Beitragsbild dient. Dieses Meme zeigt den Ungarn Arató András mit einem gequälten Lächeln und wurde zu einem der bekanntesten Reaktionsbilder im Internet.
Es gibt verschiedene Meme-Formate: Ein klassisches Beispiel ist ein Bild mit einem witzigen Spruch in großer, weißer Schrift. Andere Memes bestehen aus Screenshots von Chats, Comic-Zeichnungen oder kurzen Videoclips. Viele Memes folgen bestimmten Vorlagen oder Trends. Wer sich in der Meme-Welt auskennt, erkennt diese Muster sofort.
Für viele Jugendliche sind Memes weit mehr als bloße Unterhaltung – sie gehören fest zu ihrer (digitalen) Sprache. Mit Memes können sie Stimmungen, Gedanken oder Meinungen ausdrücken. Durch Ironie und Übertreibung lassen sich auch schwierige oder unangenehme Themen leichter ansprechen. Wer aktuelle Memes kennt oder selbst gestaltet, zeigt Zugehörigkeit zur eigenen Peer-Group.
Zudem fördern sie die Kreativität: Jugendliche probieren sich aus in Bildbearbeitung, Sprache und der Verbindung zu Trends in Social Media und Popkultur. Da Memes schnell erstellt und geteilt werden können, bieten sie eine einfache Möglichkeit, sich humorvoll und individuell mitzuteilen. Die visuelle Kommunikation ist ihnen ohnehin vertraut – Emojis, GIFs und Bilder ersetzen oft ganze Texte. Und da Kinder und Jugendliche gerne lachen und scherzen, treffen Memes genau ihre Vorlieben und verbreiten sich entsprechend schnell. Memes sind so beliebt, dass sie auch in der Offline-Welt präsent sind – zum Beispiel als Party-Kartenspiele oder Pausenhofgespräche.
Auch wenn viele Memes harmlos oder lustig wirken, können sie problematische Inhalte transportieren. Manche Memes enthalten diskriminierende, rassistische oder sexistische Aussagen, machen sich über Minderheiten lustig oder verbreiten Verschwörungstheorien und politische Propaganda. Extremistische Gruppen nutzen Memes, um ihre Ideologien zu verbreiten – gerade bei Jugendlichen, die oft nicht hinterfragen, welche Botschaft dahintersteckt.
Oft werden sie anonym erstellt und rasant weiterverbreitet – ohne Rücksicht auf Urheberrechte oder die abgebildeten Personen. Besonders kritisch wird es, wenn Menschen durch Memes bloßgestellt oder herabgewürdigt werden, etwa wegen eines sichtbaren Handicaps. Wenn sich solche Inhalte stark verbreiten, kann das für die betroffenen Personen große negative Folgen haben.
Sie müssen kein*e Meme-Expert*in sein, um Ihr Kind gut zu begleiten – ein grundlegendes Verständnis reicht aus, um im Gespräch zu bleiben. Zeigen Sie Interesse an der Mediennutzung Ihres Kindes. Fragen Sie ruhig nach: Welches Meme ist gerade angesagt? So entsteht ein offener Austausch – auch über problematische oder verletzende Inhalte.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über einen respektvollen Umgang miteinander im Netz, die Grenzen von Humor und mögliche Diskriminierung. Unterstützen Sie es dabei, Inhalte kritisch zu hinterfragen: Wer steckt hinter einem Meme? Welche Botschaft wird vermittelt? Welche Wirkung kann es auf andere haben? Gehen Sie dabei mit gutem Beispiel voran: reflektieren Sie Ihre eigene Online-Kommunikation kritisch und sprechen Sie mit gemeinsam mit Ihrem Kind über Ihre Erfahrungen.
Auch Menschen, die sich für eine wertschätzende Kommunikationskultur im Netz engagieren, nutzen Memes, um Hass und Extremismus etwas entgegenzusetzen – eine Sammlung solcher Memes finden Sie zum Beispiel auf dem Instagram-Profil von Gustaver der Liebe.
Wenn Sie und Ihr Kind gern Memes anschauen oder teilen, werfen Sie gemeinsam einen kritischen Blick auf die Inhalte. Oder gestalten Sie selbst kreative und lustige Memes, zum Beispiel mit dem Online-Tool Meme Generator von imgflip.com oder der App Mematic. Das macht Spaß und fördert die Medienkompetenz.

Imgflip
Aus Bausteinen eigene Welten bauen, in fantasievolle Rollen schlüpfen und spannende Missionen erfüllen – die Onlinespiele-Plattform Roblox erfreut sich bei Jugendlichen immer noch großer Beliebtheit. Da auch Chatfunktionen enthalten sind und manche mit ihren Spielen Geld verdienen, verbindet Roblox Spiel, Social Media und kreatives Gestalten auf einer Plattform – weshalb seit Januar 2025 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren gilt.
Die beiden Wörter Robots (dt.: Roboter) und Blocks (dt.: Blöcke) ergeben zusammen den Namen der Spieleplattform Roblox. Hier lassen sich virtuelle Welten im Lego-Stil erschaffen und spielen, was vor allem Jugendliche begeistert. Roblox ist eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk und erinnert an Minecraft.
Nach der Registrierung auf roblox.com erhalten die Spielenden eine vorgefertigte Spielfigur (Avatar), die sie nach Belieben anpassen können. Kleidung oder eine andere Frisur sind kostenlos. Einige Extra-Accessoires kosten Geld in Form der eigenen Währung Robux. Funktionen wie das Erstellen von Spielen sowie das Spielen selbst sind frei verfügbar.
Viele Jugendliche lieben das Spiel, weil sie ganz einfach selbst Spiele entwickeln können. Registrierte Nutzende können mit dem Bau-Tool “Roblox-Studio” ihre eigenen Spiele erstellen und sie mit anderen teilen. Es lassen sich einfache Bauwerke, aber auch komplexe Erlebniswelten wie Städte und Freizeitparks gestalten. In der Community von Roblox können sich Jugendliche miteinander kreativ austoben und chatten.
Roblox ist besonders bei jungen Spieleentwickler*innen beliebt, da sie dort eigene Spiele gestalten und veröffentlichen können. Wird ein Spiel von anderen Nutzer*innen häufig gespielt und Geld investiert, besteht die Möglichkeit, dass auch die Entwickler*innen – also zum Beispiel Ihr Kind – einen Anteil daran verdienen.
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Januar 2025 die Altersfreigabe für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Für diese Entscheidung gab es mehrere ausschlaggebende Gründe:
Zusätzlich bemängelte die USK fehlende wirksame Vorsorgemaßnahmen seitens der Plattformbetreiber, wie etwa unzureichend gesicherte Kinderkonten und das Fehlen von Alterskennzeichnungen nach deutschen Standards. Aufgrund dieser Aspekte wurde die Altersfreigabe angepasst, um den Jugendschutz zu gewährleisten und Eltern eine bessere Orientierung zu bieten.
Der Anbieter Roblox Corporation betont auf seiner Plattform, Sicherheit und Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es gibt ein Meldesystem für unangemessene Chatnachrichten und einen Chatfilter. Nach der Registrierung wird bei Nutzer*innen unter 13 Jahren automatisch ein Konto im „Datenschutzmodus“ erstellt. Jüngere Spieler*innen haben dann z. B. keinen Zugriff auf die Social-Media-Funktionen. Manche Spiele sind außerdem erst ab einem bestimmten Alter freigegeben. Moderator*innen prüfen, ob hochgeladenes Bild- und Videomaterial den Ansprüchen zu jugendgerechten Inhalten genügt. Unangemessene Inhalte werden aktiv gefiltert und gelöscht. All das setzt jedoch voraus, dass die Altersangabe der Spieler*innen bei der Anmeldung wahrheitsgemäß angegeben wurde.
Roblox bietet verschiedene Sicherheitsfunktionen an, mit denen Sie das Spiel Ihres Kindes besser im Blick haben können. Über die Roblox-Webseite können sich Eltern über die Kindersicherung informieren.
Roblox wird immer wieder vorgeworfen, sowohl die Inhalte als auch die Kommunikation der Nutzenden untereinander nicht ausreichend zu moderieren und nicht konsequent genug gegenüber Verstößen der Community-Richtlinien vorzugehen. Jugendliche können in den Spielen beispielsweise auf diskriminierende und extremistische Inhalte stoßen.
Grundsätzlich gibt der Staat mit den Alterskennzeichen keine Vorschriften, welche Medieninhalte Eltern ihren Kindern zu Hause erlauben dürfen. Dennoch sollten Sie darauf achten, Ihrem Kind nur Spiele zur Verfügung zu stellen, die für sein Alter geeignet und entsprechend freigegeben sind. Beachten Sie deshalb die Kennzeichnung ab 16 Jahren.
Wenn Ihr Kind unter 16 Jahre alt ist und bereits ein Roblox-Konto hat, sind Sie nicht dazu verpflichtet, das Konto aufgrund der Altershochstufung zu löschen. Es ist jedoch ratsam, dass Sie sich mit der geänderten Altersfreigabe und deren Gründen auseinandersetzen und entscheiden, ob die Plattform für Ihr Kind noch geeignet ist. Wenn Sie die Nutzung nicht komplett verbieten möchten, können Sie beispielsweise gemeinsam die Kontoeinschränkungen prüfen und gegebenenfalls anpassen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Altershochstufung und warum die Freigabe angepasst wurde. Wenn Sie sich dazu entscheiden, dass Ihr Kind ein bereits bestehendes Roblox-Konto löschen soll, sprechen Sie ebenfalls mit ihm darüber und erklären Sie Ihre Beweggründe. Wenn Sie bereits ein Jugendschutzprogramm verwenden, kann es je nach Einstellung sein, dass Programme mit einer Freigabe ab 16 Jahren automatisch gesperrt werden.
Nehmen Sie die Registrierung und die Erstellung eines Profils gemeinsam mit Ihrem Kind vor und entdecken Sie zusammen die Roblox-Spielewelt. Sprechen Sie mit ihm über seine Spielerlebnisse. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind spielt und fragen Sie nach, warum es bestimmte Spiele mag und mit wem es Kontakt hat.
Stellen Sie das Konto so ein, dass Ihrem Kind möglichst altersgerechte Spiele angezeigt werden. Verwenden Sie eine Eltern-PIN, sodass nur Sie die Einstellungen ändern können. Haben Sie auch einen Blick auf die getätigten In-App-Käufe. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, über die Plattform keine privaten Daten weiterzugeben. Klären Sie Ihr Kind über Kommunikationsrisiken im Netz auf und ermuntern Sie es, verdächtige oder unangenehme Kontakte zu blockieren und zu melden. Chat-Möglichkeiten lassen sich einschränken oder sogar deaktivieren und die Sichtbarkeit des Alters ausschalten. Alle wichtigen Schritte zur Kindersicherung bei Roblox finden Sie auch auf medien-kindersicher.de.
Apps, ferngesteuerte Autos, Automaten – in unserer zunehmend digitalen Welt sind Programmierkenntnisse eine wertvolle Fähigkeit. Altersgerechte Apps und Programme führen Kinder spielerisch ans Coding (engl. für Programmieren) heran und fördern dabei Kreativität, logisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten.
Scratch: Scratch ist eine bildorientierte, visuelle Programmiersprache und eine Online-Plattform, die vom MIT Media Lab speziell für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren entwickelt wurde. Kinder können damit schrittweise spielerisch das Programmieren erlernen. Mit einer einfachen Drag-and-Drop-Oberfläche können sie eigene Animationen, Spiele und interaktive Geschichten erstellen. Die Software ist äußerst ansprechend und gibt Ihrem Kind die Möglichkeit, eigene Welten zu gestalten. Zudem gibt es einegroße Online-Community, in dem Ihr Kind Coding-Projekte teilen und sich von anderen inspirieren lassen kann. Es gibt auch eine App-Version, die offline genutzt werden kann.
ScratchJr: Für jüngere Kinder (ab 5 Jahren) gibt es ScratchJr, das eine einfache visuelle Programmierung für erste Coding-Erfahrungen bietet. Die App ermöglicht es, eigene interaktive Geschichten und Spiele zu gestalten, indem Ihr Kind grafische Programmblöcke aneinanderfügt, um Figuren zu bewegen und Aktionen wie Hüpfen, Tanzen und Singen zu erzeugen. Die Figuren lassen sich anpassen und eigene Stimmen und Geräusche hinzufügen. ScratchJrüberzeugt durch seine einfache Bedienbarkeit und das kindgerechte Design.
OctoStudio: Mit einer intuitiven, blockbasierten Programmiersprache können Nutzer*innen interaktive Animationen und Spiele direkt auf ihrem Smartphone oder Tablet erstellen. Die App wurde von der Lifelong Kindergarten Group des MIT Media Lab entwickelt und ermöglicht es, Fotos und Klänge aufzunehmen und diese mit Programmierblöcken lebendig zu machen. Besonders hervorzuheben ist die Nutzung der Gerätesensoren: Durch Schütteln, Kippen oder Springen können Projekte interaktiv gesteuert werden. OctoStudio ist werbefrei, enthält keine In-App-Käufe und sammelt keine Nutzer*innendaten. Die App ist in mehr als 20 Sprachen verfügbar, darunter Deutsch, und kann kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store heruntergeladen werden.
Programmieren mit der Maus: Diese Website richtet sich an Kinder ab 8 Jahren und vermittelt spielerisch Programmiergrundlagen, inspiriert von „Die Sendung mit der Maus“. Die beliebte TV-Figur aus der Sendung weckt das Interesse am Coding und begleitet Ihr Kind durch das Programm. Die Webanwendung nutzt Scratch als Basis, erlaubt jedoch nicht, eigene Projekte zu veröffentlichen. „Programmieren mit der Maus“ setzt auf unterhaltsame Spiele und Aktivitäten zur ansprechenden Wissensvermittlung. Die Plattform bietet strukturierte Anleitungen, die Kinder Schritt für Schritt durch die Programmierwelt führen. Das erfolgreiche Lösen von Aufgaben stärkt das Selbstvertrauen der Kinder und macht Spaß. Die Website fördert kreatives Lernen und macht Programmieren für Kinder zugänglich.
Ronjas Roboter: Ronjas Roboter ist eine App für iOS und Android, entwickelt von der Stiftung Kinder Forschen. Sie führt Kinder von 6 bis 12 Jahren spielerisch an Programmierung und Robotik heran. Die App besteht aus zwei pfiffigen Spielen: „Roberta rast“, bei dem Ihr Kind Programmierkonzepte erlernt, und „Sprich wie Roberta“, das die Computersprache Binärcode (aus 1 und 0) vermittelt. Für fortgeschrittene Kinder gibt es mit der grafischen Programmiersprache OPEN Roberta die Möglichkeit, tiefer in die Welt des Programmierens einzutauchen. Hierbei wird kreatives Denken gefördert und Ihr Kind kann eigene Lösungen für knifflige Herausforderungen ausbrüten. Ihr Kind kann sich im Spiel Abzeichen und Belohnungen verdienen und Coding-Projekte mit anderen Kindern zusammen im Team gestalten.
Beim Programmieren kann Ihr Kind die Zeit vergessen. Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für die Bildschirmzeit auf. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind soziale Kontakte pflegt und Zeit im Freien verbringt. Auch kann es gelegentlich zu Frustration kommen, wenn Herausforderungen auftreten. Unterstützen Sie Ihr Kind, ermutigen Sie es – und lernen Sie dabei selbst noch etwas dazu. Es gibt auch Schul- und Freizeitangebote, bei denen Kinder die Programme erlernen können. Mit der Suchmaschine für Kinder fragFINN finden Sie Angebote in Ihrer Nähe.
Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.
Instagram, oder kurz Insta, ist mehr als eine Bilder-Plattform. Oberhalb des eigenen Feeds (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) gibt es Stories und Live-Streams von Nutzer*innen, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch von der Person, die die Story gepostet hat, als sogenanntes Highlight gespeichert werden. Zudem zeigt der Feed neue Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen.
User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren oder sie für sich abspeichern.
Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.
Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.
Seit Dezember 2024 erhalten Jugendliche bis 16 Jahre automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern: Zwischen 22 und 7 Uhr werden Benachrichtigungen stummgeschaltet und automatische Antworten auf Direktnachrichten verschickt. Nach 60 Minuten Nutzung pro Tag erhalten Teenager eine Benachrichtigung, die sie auffordert, die App zu verlassen. Konten von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind nach dem Erstellen automatisch auf privat gestellt. Dies kann in den Einstellungen im Nachhinein jedoch auch wieder geändert und das Profil auf öffentlich gestellt werden. All diese Standardeinstellungen können nur mit Zustimmung der Eltern in der sogenannten Elternaufsicht im Family Center angepasst oder deaktiviert werden.
Datenschutz: Die Datenschutzerklärung von Instagram erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Diensten des Mutterkonzerns Meta und mit Dritten. Die App ermöglicht Crossposting. Das bedeutet, dass ein Foto mit einem Klick auch auf Facebook geteilt werden kann. Wer dort ein Konto hat, sollte bei der Veröffentlichung von Beiträgen die Einstellungen gut überprüfen.
Standortfreigabe: Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzenden bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern dies. Auch in der App und in den App-Berechtigungen lässt sich der Zugriff auf den Standort deaktivieren. So kann Instagram auch bei öffentlichen Konten den Standort nicht einsehen. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.
Kostenpflichtige Inhalte: Zahlungspflichtige Inhalte entstehen, wenn Kinder und Jugendliche einem Account nicht nur folgen, sondern diesen auch abonnieren. Der monatliche Preis wird von den Creator*innen selbst festgelegt, das Abo ist in der Regel monatlich kündbar. Abonnierende haben Zugriff auf exklusive Inhalte wie Bilder, Reels und Stories. Wer einen Account abonnieren möchte, findet auf dem Profil neben “Folgen”/”Gefolgt” und “Nachrichten” den Button “Abonnieren”. Ein einzelner Klick darauf führt noch nicht zu einem Abo, dieses muss mit weiteren Klicks bestätigt werden.
Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.
Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.
Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre alt ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Ist Ihr Kind unter 13 Jahren, kann es Instagram nutzen, wenn Sie das Konto verwalten. Dies muss in der Profilbeschreibung mit angegeben werden. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.
In der „Elternaufsicht” können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten stellen wir in diesem Artikel vor. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.
Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.
Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.