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Social-Media-Trends – Was ist angesagt im Netz?

Ob Mode, Musik oder Sprache – Hauptsache angesagt. Jugendlichen ist es besonders wichtig, keinen Trend zu verpassen. Dabei geht es um Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl. Trends werden vor allem digital gemacht. Über das Teilen von Videos oder Fotos auf Social-Media-Kanälen werden sie gesetzt und nachgeahmt. Trends können sich auch zu Challenges entwickeln, wie z. B. die Wellerman-Challenge Ende 2020.

Vom gebackenen Feta bis hin zur Super-Leggins

Trends auf Social Media sind bestimmte Dinge, die besonders angesagt sind und von vielen nachgemacht werden. Trends können in verschiedenen Bereichen entstehen, z. B. in der Mode oder Musik. 

TikTok ist ein wichtiger Trendsetter. Ein Großteil der Jugendlichen nutzt die App und ist Teil der weltweiten Community. Dort sind auch Kochtrends extrem beliebt. TikTokerinnen und TikToker zeigen in ihren kurzen Videoclips, wie ganz schnell kreative Gerichte gezaubert werden können. In zahlreichen Videos mit Hashtags wie #Bakedfetapasta oder #wraphack zeigen User ihre Versionen der Gerichte. 

Auch Schminkstile, Life Hacks oder Kleidungsstücke werden zum Trend erklärt. Eine bestimmte Leggins wird über Social Media bekanntgemacht. Dazu werden Clips hochgeladen, in denen meist Frauen diese Hosen tragen und Komplimente dafür bekommen. Das führt dazu, dass immer mehr die Leggins kaufen, um Teil des Trends zu sein. 

Anders als bei Challenges wird nicht ausschließlich ein bestimmtes Lied, ein Tanz oder eine Aufgabe gemeistert, sondern es werden ganz unterschiedliche Dinge nachgeahmt. Im Falle vom Wellerman können Trends aber auch zur Challenge werden, wenn andere Nutzerinnen und Nutzer aufgerufen werden, diesen Trend nachzumachen.

Risiken von Social-Media-Trends 

Ein Trend auf Social Media wird schnell vom nächsten abgelöst. Influencerinnen und Influencer sind die Trendsetter der jungen Generation und beeinflussen den Markt. Durch Werbedeals mit bestimmten Marken sind die Empfehlungen einiger Influencer nicht unabhängig. Sie erhalten Geld dafür, ein Produkt besonders gut darzustellen. Wenn Marken es schaffen, wie im Beispiel mit der Leggins, mit Hilfe einer Influencerin einen Trend zu setzen, verdienen sie gut daran. Jugendliche durchschauen nicht unbedingt, dass ein Trend gezielt von einer Marke gemacht wurde.

Manche Trends können – genauso wie Challenges – negative Folgen haben. Das können Trends sein, bei denen sehr viel nackte Haut gezeigt wird, eine gefährliche Sache nachgemacht wird oder versucht wird, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. So warnen Mediziner und Medizinerinnen z. B. vor einem Beauty-Trend, bei denen sich junge Menschen sogenannte Sonnenbrand-Tattoos mit Hilfe von Sonnencreme und viel zu starker Sonneneinstrahlung in die Haut brennen lassen.

Was Eltern tun können

Die meisten Trends sind jedoch harmlos und machen Spaß. Versuchen Sie verständnisvoll zu sein, wenn Ihr Kind den Wunsch hat, Trends mitzumachen. Erinnern Sie sich vielleicht an die eigene Jugend und welchen Trends Sie unbedingt folgen wollten. Es geht darum, dazuzugehören. Bleiben Sie offen und lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was es begeistert. Fragen Sie nach den Trends, die Ihr Kind gerne mitmachen möchte. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie ihm warum. Einige Trends, wie DIY-Anleitungen, Rezepte oder Life Hacks können Sie gemeinsam ausprobieren. Auch bestimmte Challenges, sind unterhaltsam und können mit der ganzen Familie gemeistert werden.

Jugendliche und ihr Smartphone

Viele Kinder und Jugendliche haben eine enge Beziehung zu ihrem Smartphone: Es ist immer in Reichweite – wenn man es nicht in der Hand hält, steckt es in der Hosentasche oder liegt nachts neben dem Bett. Doch warum ist das Smartphone gerade für Kinder und Jugendliche so wichtig? 

Die enge Beziehung zum Smartphone

Besonders Jugendliche verbringen viel Zeit mit ihrem Smartphone und auch bei vielen Kindern gehört es inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Kein Wunder – denn das Smartphone hat Bedeutung für nahezu alle Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen: Über Messenger und soziale Medien wird mit Freunden und der Familie kommuniziert und es werden Erlebnisse geteilt, im Klassenchat wird sich über Schulaufgaben ausgetauscht und in der Freizeit können Spiele gespielt werden.

Kommunikation mit Freunden

Ohne ihr Smartphone fühlen sich viele Jugendliche nicht komplett. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass sie dann nicht mehr in Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden stehen. Der Austausch mit Gleichaltrigen ist in dieser Lebensphase sehr wichtig. Über WhatsApp, Instagram und Co. halten sie quasi rund um die Uhr Kontakt. Sie können direkt von geplanten Aktivitäten in der Clique erfahren. Das gibt ihnen das Gefühl, dazuzugehören. Durch den ständigen Austausch mit der besten Freundin erleben sie eine intensive Freundschaft. Likes von Freunden für gepostete Bilder heben das Selbstwertgefühl und sind Bestätigung. 

Gleichzeitig können die ständige Erreichbarkeit und die Angst etwas zu verpassen auch zu digitalem Stress führen. Das Ausbleiben der erhofften Bestätigung über Likes und Nachrichten kann verunsichern und emotionalen Stress erzeugen.

Bedeutung des Smartphones in Zeiten des Social Distancing

Wenn persönliche Kontakte eingeschränkt werden, die Schulen geschlossen sind und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Über das Smartphone können soziale Kontakte trotz Social Distancing aufrechterhalten werden – das gilt für Sie wahrscheinlich genauso wie für Ihr Kind. Wenn Sie sich Sorgen machen, weil Ihr Kind momentan viel mehr Zeit am Handy verbringt als normalerweise, denken Sie daran, dass es über das Smartphone mit seinen Freundinnen und Freunden in Verbindung bleiben will. Verurteilen Sie es nicht, sondern sprechen Sie über die Herausforderungen der Kontaktbeschränkungen. Ausflüge in die Natur, Bewegung mit der Familie oder Spieleabend können Möglichkeiten sein, um in dieser Zeit trotzdem schöne Erlebnisse zu haben. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Smartphones in der Familie…

Auch viele Familien nutzen das Smartphone, um untereinander zu kommunizieren. Häufig ist dies auch der Grund, aus dem Eltern ihrem Kind das erste Smartphone kaufen: Der Wechsel auf die weiterführende Schule, der oft mit einem längeren Schulweg verbunden ist, weckt bei vielen Eltern Sorgen und Ängste. Über das Smartphone ist das  Kind in der Regel immer erreichbar.

Außerdem wird sich gern in Familienchats – auch mit Oma, Onkel und Cousine – ausgetauscht. 

Doch die permanente Smartphonenutzung führt nicht selten zu Konflikten in der Familie. Gemeinsame Regeln zum Medienumgang in der Familie können helfen, damit sich niemand durch das Smartphone der großen Tochter oder des viel telefonierenden Vaters gestört fühlt.

…und in der Schule

Auch in der Schule gehört das Smartphone dazu. Handyverbote in einigen Schulen schränken die Nutzung zwar ein, aber auf vielen Schulhöfen sieht man, ob heimlich oder nicht, Schülerinnen und Schüler auf ihren Geräten herumtippen. Manche Lehrerinnen und Lehrer binden das Smartphone aktiv in den Unterricht ein. Die Schülerinnen und Schüler nutzen es für die Recherche, lösen interaktiv Quizze oder gestalten eigene Medienprodukte damit. Spätestens bei den Hausaufgaben werden mit dem Handy Informationen gesucht und es wird darüber bei Freunden oder im Klassenchat um Hilfe gefragt.

Erinnerungsspeicher und Statussymbol

Außerdem speichert das Smartphone persönliche Erinnerungen und kleine Schätze: Lustige Sprachnachrichten können immer wieder abgehört werden, Fotos erinnern an schöne Momente und die Lieblingsmusik ist immer da, um die Laune zu heben. Das Smartphone dient auch als Statussymbol: Es ist wichtig, welches Modell man hat, wie gut die Kamera ist und mit einer besonderen Handyhülle zeigt man seine Individualität. Ähnlich wie Musik- und Modegeschmack ist das Smartphone heute Mittel der Selbstdarstellung und Abgrenzung.

Ihre Rolle als Eltern 

Das Smartphone steht auch für Selbstständigkeit und Freiraum. Die Kommunikation mit Freundinnen und Freunden, Zugriff auf Musik und die Fotosammlung und vieles mehr findet auf dem eigenen Gerät, geschützt vor Ihren elterlichen Blicken statt. Geben Sie Ihrem Kind etwa ab der Pubertät den nötigen Freiraum. Wenn Sie Ihr Kind schon in den Jahren zuvor bei der Mediennutzung begleitet haben, so dass es Medienkompetenz entwickeln konnte, sollten Sie das mit einem guten Gefühl tun können. Trotzdem ist es gut, wenn Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Gefahren im Netz lauern.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu viel Zeit mit seinem Handy verbringt, sollten Sie mit ihm darüber sprechen, aber Verständnis für seine Bedürfnisse zeigen. Denn diese sind wahrscheinlich gar nicht so anders als bei Ihnen. 

Face-Filter – von lustigen Hasenohren bis zu verzerrter Selbstwahrnehmung

Fotos machen und bei Instagram oder WhatsApp teilen, ist nicht nur für Jugendliche kinderleicht und selbstverständlich. Es geht um das Teilen von Erlebnissen und darum, sich selbst im besten Licht darzustellen. Früher konnten nur Profis Fotos bearbeiten, um das Motiv perfekt aussehen zu lassen. Heute bringen Smartphone und Apps solche Möglichkeiten mit.

Was sind Face-Filter?

Besonders häufig werden Fotos von der eigenen Person – meistens Selfies – veröffentlicht. Auf Instagram und Snapchat kann man sie direkt in der App machen und vorher einen Filter auswählen. Dieser wird virtuell über das gemachte Foto oder Video gelegt. So lassen sich schnell und einfach lustige Elemente wie z. B. Elfenohren, Bärte oder Schmetterlinge in das Foto oder das Video integrieren. Neben Spaß-Filtern sind sogenannte Beauty-Filter sehr beliebt. Diese verändern das Gesicht der Person und passen es bestimmten Vorgaben an. So können Merkmale wie Hautbild, Haar-und Augenfarbe oder Gesichtszüge verändert werden.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Die Auswahl an Filtern ist unbegrenzt und sie wird immer größer. Kinder und Jugendliche finden das witzig und unterhaltsam. Außerdem können sie mit Filtern in andere Rollen schlüpfen und sich ausprobieren. Manchmal sorgen Filter sogar für mehr Anonymität, da das Gesicht nicht immer erkennbar ist.

Mit Beauty-Filtern wird das eigene Gesicht schnell “aufgehübscht” und einem bestimmten Schönheitsideal angepasst. Jugendliche finden das faszinierend und einige fühlen sich mit gefilterten Selfies wohler, als ihr wahres Selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Mit Apps wie “Spark AR Studio” lassen sich eigene Filter gestalten und auf Instagram nutzen. Junge Menschen können so die Filter ihrer Vorbilder nachahmen. Es entwickeln sich sogar kleine Trends und Challenges mit Face-Filtern. So fühlen sich Nutzende einer Gemeinschaft zugehörig und ihren Idolen näher. 

Welche Risiken gibt es? 

Große Augen, schmale Nase, Schmollmund und perfekter Teint. Durch Face-Filter kann ein sehr einseitiges Bild von Schönheit vermittelt werden. Junge Menschen denken, das wäre normal und sie müssten ebenso perfekt aussehen. Die durch Filter entstandenen Fotos verfälschen das eigene Ich. Bei jungen Menschen ist das Selbstbewusstsein noch nicht gefestigt. Deshalb vergleichen sich stark mit anderen Personen und mit verbreiteten Schönheitsidealen. Bilder von sich ohne Filter bzw. wie sie wirklich aussehen, mögen sie möglicherweise nicht. Dabei sind die wenigsten Menschen perfekt. Mehr zu den Gefahren dieser Schönheitsideale können Sie in unserem Beitrag “Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.” nachlesen. Eine Gegenbewegung in Social Media heißt Body Positivity oder #nofilter. Bilder, die unter diesen Hashtags veröffentlicht werden, wollen echte Menschen zeigen, ohne dass Filter genutzt werden.

Was können Sie als Eltern tun?

Haben Sie Verständnis für die Begeisterung Ihres Kindes für Face-Filter, wenn es vor allem um Spaß und Kreativität geht. Lassen Sie sich zeigen, welche Filter Ihr Kind benutzt. Sprechen Sie mit ihm über Filter, die vermeintlich schöner machen sollen, und was wirklich dahinter steckt. Machen Sie deutlich, dass gefilterte Bilder wenig mit der Realität zu tun haben. Stöbern Sie gemeinsam nach Fotos im Netz, die mit den Hashtags #nofilter oder #facepositivity versehen sind. Sprechen Sie über das eigene Selbstbild und bestärken Sie Ihr Kind darin, sich selbst zu akzeptieren und als schön zu empfinden.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Lernen mit TikTok – Wie sinnvoll sind die Lernsnacks im Videoformat?

Die Plattform TikTok wird besonders von jungen Menschen viel und gerne genutzt. Die App ist allerdings nicht unumstritten. Aufgrund mangelnder Jugendschutzmaßnahmen und fraglichen Challenges haben vor allem Eltern Bedenken. Eine neue Kampagne von TikTok soll das Image der Plattform nun bessern. Bislang dient TikTok vor allem der Unterhaltung. Das soll die neue Kampagne „Lernen mit TikTok“ ändern. Experten und Expertinnen werden aufgefordert, ihr Fachwissen auf TikTok zu teilen. User bekommen unter dem Hashtag #lernenmittiktok kleine Lernsnacks in Form von TikTok-Videos. Von Fakten aus der Medizin und Wissenschaft, Lernhilfen bei Fremdsprachen bis hin zu Kochtipps – die Themen sind breit gefächert und Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen machen mit. 

Lernen ganz nebenbei 

Die Videos mit Aha-Effekt können Kinder und Jugendliche motivieren, sich mit Lerninhalten auseinanderzusetzen. Themen, die sonst in der Schule besprochen werden, werden in kurzweiligen Videos verpackt und von TikTokern und TikTokerinnen unterhaltsam vermittelt. Die Jugendlichen werden da abgeholt, wo sie sich am meisten aufhalten und können sich ohne schulischen Druck weiterbilden. Kinder und Jugendliche werden damit emotional angesprochen und Inhalte können besser hängenbleiben.

Solche Inhalte können ganz gezielt auf TikTok gesucht werden. Neben #lernenauftiktok und #lernen, können auch weitere Begriffe in das Suchfeld eingegeben werden. Wenn Ihr Kind sich z. B. besonders für kreatives Schreiben interessiert oder Hilfe beim Deutschlernen braucht, können Sie gemeinsam nach geeigneten Videos und Profilen stöbern. Durch die Kommentarfunktion unter einzelnen Videos kann Ihr Kind Fragen stellen und sich mit anderen Usern über die Inhalte austauschen.

TikTok ist keine Lernplattform 

Die Plattform ist und bleibt ein Unterhaltungsmedium. Lerninhalte sind nicht getrennt von anderen Inhalten auf TikTok. Wenn Ihr Kind die App nutzt, um Lernsnacks anzuschauen, kann es schnell auf anderen Profilen oder Videos landen, die einfach nur unterhaltsam sind und ablenken. Es ist also eher ein schöner Mehrwert, der mit dieser Kampagne einhergeht, als ein ernstzunehmendes Lernangebot. 

Jede TikTokerin oder jeder TikToker kann ihre bzw. seine Videos mit dem Hashtag #lernenmittiktok versehen. Niemand prüft, ob die Inhalte richtig und hilfreich zum Lernen sind. So können auch falsche und weniger gut recherchierte Informationen verbreitet werden. Kinder und Jugendliche können oftmals nur schwer einschätzen, wie vertrauenswürdig eine Quelle ist. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind über Fake News und sehen Sie sich die Profile und Inhalte genau an. 

Einige Kanäle von Experten und Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen können wir empfehlen: 

  • Auf @dein_sprachcoach, verrät die Deutschlehrerin Maria ihre Tricks und Tipps und hilft allen Usern, die Deutsch lernen möchten. 
  • Der Mathelehrer @daniel.jung hilft Kindern und Jugendlichen mit seinen Videos Mathe besser verstehen zu können. 
  • @Doc.felix gibt Gesundheitstipps und klärt über medizinische Fakten auf.
  • Rechtsfragen werden sehr verständlich und jugendgerecht von @herr.anwalt beantwortet und dabei Tipps im Umgang mit juristischen Sachverhalten gegeben. 
  • @simpleclub und @simpleclub.history machen kurzweilige Lernvideos zu Themen rund um die Welt. 
  • Fragen rund um Menstruation und die weibliche Gesundheit werden auf @thefemalecompany geklärt.
  • @charly_schwarz ist Fotograf und hilft mit seinen Videos allen, die auch professionell fotografieren möchten.
  • Auf @quarks gibt es Lernsnacks zu Wissenschaft und Umwelt.
  • Das Team von @safespace.offiziell spricht über intime Themen zu körperlicher und mentaler Gesundheit.
  • Selbst die @tagesschau ist mit verschiedenen Kanälen auf TikTok aktiv und erklärt in kurzen und verständlichen Happen, was auf der Welt passiert.

Es ist schön, wenn Kinder auch diese Inhalte auf TikTok kennenlernen oder vielleicht sogar eigene Bildungshappen für Freundinnen und Freunde erstellen. So kann die Plattform durchaus eine motivierende Unterstützung des Lernens sein.
Die negativen Seiten der App verschwinden damit nicht. Da es sich um eine Social-Media-Plattform handelt und User miteinander kommunizieren, besteht auch die Gefahr von ungeeigneten Inhalten und Mobbing in den Kommentarspalten. Klären Sie Ihr Kind über die Risiken der App auf und bieten Sie Ihre Unterstützung an. Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es mit Cybermobbing oder Beleidigungen im Netz konfrontiert werden.

Deep Fakes – täuschend echte Fälschungen

Das Internet ist voll mit Fotos und Videos. Wenn es Bilder zu einem Text gibt, hält man das oft für einen Beweis, dass es sich um eine wahre Meldung handelt. Leider können aber auch Fotos und Videos täuschen oder sogar gefälscht sein. Mit Deep Fakes sind genau solche Fälschungen gemeint. Sie führen dazu, dass sich Falschnachrichten noch besser verbreiten lassen, weil sie sehr überzeugend wirken.

Wie funktionieren Deep Fakes?

Durch künstliche Intelligenz, also sehr schlaue Computerprogramme, können Ton- oder Videoaufnahmen verfälscht oder komplett neu erstellt werden. Entwickler von Deep Fakes können einer Person zum Beispiel jede beliebige Aussage in den Mund legen oder sie Dinge tun lassen, die sie in echt nicht getan hat. Die Software analysiert dafür Aufnahmen von einer Person und „lernt“ deren Mimik und Gestik. Danach können beliebige Sätze eingesprochen und die Aufnahme so manipuliert werden, dass es aussieht, als hätte die Person es selbst gesagt. 

Mittlerweile kann diese Software kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden. Es gibt sogar relativ einfach zu bedienende Apps, sodass fast jeder Deep Fakes erstellen und verbreiten kann.

Was ist so gefährlich an Deep Fakes?

Fake-Videos sind gefährlich, weil sie so überzeugend wirken. Informationen in Textform werden von Menschen kritischer betrachtet, als Informationen, die mit Fotos oder Videos scheinbar bewiesen werden. Dass sich Fotos fälschen lassen, wissen viele, aber von Videos ist das noch nicht so bekannt. Gerade bei Kindern und jüngeren Jugendlichen ist die Gefahr groß, dass sie auf diese Täuschung hereinfallen, weil ihre Medienkompetenz noch nicht sehr ausgeprägt ist.

Viele Deep Fakes werden zum Spaß erstellt, etwa um bekannte Filmszenen zu verändern und das Publikum zu unterhalten. Es kommt aber auch immer häufiger vor, dass die Fälschungen mit böser Absicht produziert werden: Fake-News, die zur Beeinflussung politischer Meinungen verbreitet werden, werden dadurch glaubwürdiger und auch gefährlicher. Gefälschte Video- und Tonaufnahmen können auch benutzt werden, um Betrug zu begehen, indem mit falscher Identität Geldüberweisungen veranlasst werden. Das Ziel eines Deep Fakes ist meistens, einer einzelnen Person zu schaden. Neben Politikern und Prominenten werden so auch immer wieder Privatpersonen zum Opfer.

Welche Bedeutung haben Deep Fakes für Jugendliche?

Wenn Jugendliche auf Deep Fakes reinfallen, weil sie sie nicht als Fälschung erkennen, ist das in den meisten Fällen harmlos. Wird der Trick im Nachhinein aufgeklärt, wie z. B. in einem Video eines berühmten deutschen YouTubers, kann das sogar eine lehrreiche Erfahrung sein.

Problematisch wird es, wenn sich Jugendliche durch Deep Fakes dazu manipulieren lassen, bestimmte Informationen preiszugeben oder sich in unpassende oder gefährliche Situationen zu begeben.

Es kann auch vorkommen, dass Jugendliche selbst ins Visier geraten und ein Deep Fake erstellt wird, der sie bloßstellt. Das kann für die Betroffenen eine sehr peinliche und traumatische Erfahrung sein.

Neue technische Möglichkeiten sind für Jugendliche auch immer anziehend. Es kann sein, dass Ihr Kind selbst versucht, Deep Fakes zu erstellen. Bisher gibt es keine konkreten Vorschriften zu Deep Fakes, trotzdem können sie juristisch problematisch sein. Es besteht z. B. die Gefahr einer Urheberrechtsverletzung durch die Verwendung geschützter Videoaufnahmen. Videos können auch gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen, wenn sie beleidigend oder verleumderisch sind. 

Was bedeutet das für die Eltern?

Deep Fakes sind ein relativ neues Phänomen, das sich schnell weiterentwickelt. Auch wenn es nicht immer leicht ist, die technischen Details zu verstehen, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über diese Themen reden. Hier ein paar Tipps, welche Punkte Sie dabei ansprechen können:

  • Vertrauen: Falls Ihr Kind selbst Opfer eines Deep Fakes wird, ist es wichtig, dass Sie das erfahren. Wenn Sie im Gespräch über seinen Medienumgang sind, können Sie Ihr Kind gegebenenfalls unterstützen.
  •  Respekt vor anderen: Möchte Ihr Kind sich selbst eine Deep Fake-App herunterladen, besprechen Sie gemeinsam, wo die Grenzen liegen, damit Ihr Kind keiner anderen Person Schaden zufügt oder sich strafbar macht.
  • Kritischer Umgang mit Videos: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es überprüfen kann, ob es sich bei einem Video um einen Deep Fake handelt. Hilfestellung dabei bieten z.B.

“logo!” Die Kindernachrichten des ZDF erklären, wie man Deep Fakes erkennen kann. 

“Reporter” ein YouTube-Kanal der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, schaut sich genauer an, wie Deep Fakes erstellt werden.

“Deutschlandfunk Nova” das junge Informationsprogramm von Deutschlandfunk erklärt jugendgerecht, wie man manipulierte Videos erkennt.

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges, Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich zum Beispiel dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, welcher bekannten Person man ähnlich sieht.

Zuerst gab es Challenges vor allem auf YouTube und Facebook. Mittlerweile gibt es sie auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok.

Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice Bucket Challenge, bei der etliche Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice Bucket Challenge diente dem guten Zweck, Challenges können aber auch völlig andere Funktionen und Hintergründe haben.

Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den sozialen Netzwerken hoch. Von TikTok sind sie nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. So gehen Videos, in denen Menschen eine gewisse Aufgabe erfüllen oder einem bestimmten Trend folgen binnen Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt mitgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die solche Hashtag-Challenge anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen. 

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein, durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutz-Verein Wings of the ocean.

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen.

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil der TikTok-Community und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower ebenfalls mitzumachen.

Wenn Challenges gefährlich werden

Aber nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges, vor allem wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden. Die Pro Ana Challenge, die schon seit vielen Jahren im Netz kursiert, fordert vor allem junge Mädchen Schritt für Schritt dazu auf, abzunehmen.

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Bei der Tide Pod Challenge filmten sich Jugendliche dabei, wie sie Waschmittelkapseln aßen. Die Skullbreaker Challenge auf TikTok veranlasste junge Menschen dazu, sich absichtlich auf Kopf und Rücken fallen zu lassen, was wiederholt zu schweren Verletzungen führte.

TikTok reagierte auf die vermehrten Unglücke durch die Skullbreaker Challenge und löschte die Videos. Eine Maßnahme, solche Challenges zu vermeiden, gibt es allerdings nicht. YouTube hat seine Nutzungsbedingungen verschärft. Es ist nun verboten, Pranks und Challenges, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten, auf der Plattform einzustellen. 

Man kann sich vorstellen, dass es manchmal lustig ist zu beobachten, wie jemand gegen eine Laterne läuft, aber einige bringen sich mit diesen Challenges ernsthaft in Gefahr. Challenges, ob harmlos oder nicht, stiften Jugendliche zum Nachahmen an. Diese sind sich der Konsequenzen oft gar nicht bewusst.

Wenn Ihr Kind sich gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was sie oder ihn daran begeistert. Machen Sie aber auch deutlich, dass vor allem gefährliche Challenges nicht zum Nachahmen geeignet sind und viele Inhalte inszeniert sind, auch wenn sie authentisch wirken. Bleiben Sie offen für lustige und ganz harmlose Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen.

Hörboxen: Quadratisch, praktisch, gut!?

Ein Leben ohne Benjamin Blümchen, Meine Freundin Connie und den Grüffelo ist gerade für jüngere Kinder undenkbar. Sie erinnern sich bestimmt noch an die eigenen Lieblingskassetten oder Hörspiel-CDs aus Ihrer Kindheit. Als moderne Variante der klassischen Hörmedien gibt es heutzutage sogenannte Hörboxen. Doch was genau können Tonie, Tigerbox und Co. eigentlich?

Was sind Hörboxen?

Hörboxen, auch Musikboxen genannt, gibt es von verschiedenen Anbietern. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Preise, liegen aber zumeist unter 100,- €. Beim Kauf einer Box werden oft Geschichten mitgeliefert. Wenn Sie mehr Hörgeschichten oder Lieder für Ihr Kind haben möchten, können allerdings Folgekosten entstehen.

Die Boxen funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip: Sie sind kindgemäß und meist wie ein Würfel gestaltet. Vor allem sind sie leicht zu bedienen. Durch bunte Stifte oder Figuren in Form von Tieren, die man auf die Hörbox steckt, oder via Bluetooth verbindet, lassen sich allerlei Geschichten abspielen. Sie können auch selbst kreativ werden und (eigene) Geschichten aufnehmen.

Welche Vorteile bietet die Hörbox meinem Kind?

Hörboxen sind speziell auf die Bedürfnisse und motorischen Fähigkeiten jüngerer Kinder ausgerichtet und so konzipiert, dass sie nicht schnell kaputt gehen. Die wenigen Funktionen sind einfach ausführbar, sodass Ihr Kind die Box selbstständig bedienen kann. Geschichten selbst aussuchen und starten, nach Bedarf pausieren, stoppen oder austauschen – all das können die jungen Nutzer und Nutzerinnen alleine. Bereits Kinder ab ca. zwei Jahren können die Geräte intuitiv bedienen. Das kann das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken.

Manche Boxen bieten die Möglichkeit, eine Zeitbegrenzung einzustellen. Das hilft Ihrem Kind, sich an vereinbarte Hörzeiten zu halten.

Mit Hörboxen lassen sich Hörspiele und Musik abspielen, ob zur Unterhaltung oder um Neues zu lernen. Sind die Geschichten auf Tierfiguren oder Ähnlichem abgespeichert, können diese Figuren auch als Spielzeug benutzt werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Informieren Sie sich über die verschieden Hörboxen, um zu entscheiden, welche die geeignete für Ihr Kind ist. Welche Form ist die richtige? Sind die Geschichten auf einer Art USB-Stick gespeichert oder muss die Box immer mit dem Internet verbunden sein? Was kosten neue Geschichten?

Recherchieren Sie, für welches Alter die Geschichten, die man mit der Box anhören möchte, geeignet sind. Da Ihr Kind die Hörbox auch alleine nutzen kann, ist eine altersgerechte Auswahl besonders wichtig. Erkundigen Sie sich auch zum Datenschutz der jeweiligen Box: Welche privaten Daten werden gesammelt? Wie werden die persönlichen Angaben der Nutzer und Nutzerinnen geschützt?

Die beliebtesten Boxen stellen wir Ihnen auf dem Elternguide genauer vor: Tigerbox, Toniebox und Hörbert.

Eine Hörbox ersetzt nicht die Zweisamkeit beim eigenen Vorlesen: Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit, Ihrem Kind aus dem Lieblingsbuch vorzulesen oder lauschen Sie gemeinsam den Hörgeschichten aus der Box.

MagentaGaming

Das Cloud Gaming Angebot der Telekom bietet über 100 Spiele verschiedener Genres, die über eine App online gespielt werden. Sie können bis zu fünf Profile anlegen und die Nutzung auf das Alter Ihres Kindes anpassen. 

Kurz gefasst:

  • über 100 Spiele verschiedener Genres
  • bis zu fünf Profile 
  • erster Monat kostenlos, dann mtl. 6,95 € 
  • USK-Altersklassen der einzelnen Profile einstellbar
  • geeignet für Kinder von 6 – 17 Jahren

Was kann MagentaGaming?

Wenn Sie sich dazu entscheiden ein kostenpflichtiges Abonnement bei MagentaGaming abzuschließen, stehen Ihnen über 100 Spiele verschiedener Genres zur Verfügung, z. B. Sport, Action, Abenteuer und Strategie. Mit einem Abonnement lassen sich insgesamt fünf Profile anlegen. Relevant für Eltern ist hierbei die Möglichkeit die einzelnen Profile mit einem PIN zu schützen und sie mit einer Altersbeschränkung zu versehen. Dafür geben Sie im Profil Ihres Kindes  lediglich das Alter an. Ihrem Kind  werden dann nur noch Spiele zur Verfügung gestellt, die für diese Altersklasse freigegeben sind. 

Durch das cloudbasierte System können die Spiele über eine App von verschiedenen Geräten aus genutzt werden. Die Spielstände werden in der Cloud gespeichert und sind so unabhängig von dem jeweiligen Gerät. Sie benötigen keine Konsole oder einen leistungsstarken Gaming-PC, sondern können über das Smartphone, den PC oder das Tablet spielen. Es kann immer nur eine Person auf einmal innerhalb der App spielen, eine gleichzeitige Nutzung ist nicht möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

In den letzten Jahren sind digitale Spiele immer präsenter in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden. Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets erleichtern den Zugriff darauf erheblich, da man um online zu spielen oftmals nicht von einer Konsole abhängig ist. Digitale Spiele bieten Kindern und Jugendlichen unzählige Möglichkeiten: Sie können gegen Freunde Autorennen fahren, ihre eigene Stadt bauen oder Rätsel lösen. In einem bestimmten Maße ist dagegen nichts einzuwenden. Ihr Kind wächst mit Medien auf und digitale Spiele sind ein Teil davon. Sie bieten Raum für Kreativität, fördern bestimmte Fähigkeiten und können auch zur Wertevermittlung beitragen  – nicht zuletzt machen sie Spaß. 

Was sollten Eltern beachten?

Es gibt digitale Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind. Es ist deshalb ratsam Ihrem Kind ein eigenes Profil anzulegen und dieses entsprechend einzustellen. MagentaGaming orientiert sich bei den Altersbeschränkungen an den USK – Alterskennzeichen entsprechend der gesetzlichen Regeln des deutschen Jugendschutzes. Sie sollten sich mit diesen Altersklassen auseinandersetzen und für sich entscheiden, ob diese Ihren Vorstellungen als Elternteil entsprechen. Hilfreiche Informationen dazu finden Sie auch in unserem Beitrag zu Altersbeschränkungen bei Games.

Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.

Perfekte Haut, glänzende Haare, Modelfigur – das ist ein für viele Jugendliche vertrautes Bild aus der schillernden Instagram-Welt. Vor allem junge Mädchen nehmen den dort vorgelebten Lifestyle oder das Aussehen als Vorbild und empfinden es als Ideal. Was das für ihre Selbstwahrnehmung bedeutet und wie Sie Ihr Kind darin unterstützen können, sich wohl im eigenen Körper zu fühlen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Scheinwelt Instagram

Viele der bei Instagram geposteten Fotos oder Videos entsprechen nicht der Realität. Ob Mitschülerin oder Beauty-Bloggerin – jeder möchte den eigenen Followern möglichst beneidenswerte Fotos präsentieren. Dafür werden die von Instagram bereitgestellten Filter genutzt, mit denen die Haut glatter, die Sonne strahlender und die Haare glänzender wirken. Mit speziellen Apps können sogar die Nase kleiner oder die Taille schmaler gemacht werden.

Vor allem Influencer präsentieren sich und ihr Leben in sozialen Netzwerken als nahezu makellos und perfekt. Ihre Follower nehmen diese Darstellung als authentisch wahr und eifern ihnen nach. Das kann sich durch den Wunsch nach den neuesten Sneakern äußern oder durch Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Denn die Instagram-Welt hat nur wenig mit der Realität zu tun, da „normale“ Körper kaum präsent und daher für Jugendliche nicht erstrebenswert sind. Teenager werden dem Druck ausgesetzt, dieser schiefen Wirklichkeit nahezukommen.

Um Teil der Community zu sein, entsteht zudem der Druck, eigene Fotos auf Instagram zu posten. Dabei wird manchmal schon das Fotografieren oder Filmen als frustrierend empfunden, weil es lange dauert und die fertigen Medienprodukte nicht immer den Erwartungen entsprechen. Die Anzahl an Likes und Kommentaren gilt für viele junge Menschen dann auch als Bestätigung ihrer Person. Die Selbstzweifel steigen, wenn das gepostete Foto  oder Video nur wenige oder gar keine Likes erhält.

Einfluss auf Jugendliche und ihr Selbstbewusstsein

Verschiedene Studien haben ergeben, dass sich Jugendliche, die Instagram nutzen, in ihrem Körper besonders häufig unwohl fühlen. Auch Snapchat wird deshalb kritisiert. Jugendliche werden nicht nur in sozialen Netzwerken mit perfekten Fremdbildern konfrontiert, sondern auch durch Fernsehformate wie “Germany’s Next Topmodel” oder durch Werbung. Zu ihren Vorbildern in sozialen Netzwerken fühlen sich Jugendliche allerdings besonders stark persönlich verbunden.

Die verzerrten Körperbilder in den sozialen Netzwerken werden viel kritisiert. Es gibt starke Bemühungen, Körper in den Medien in all ihren Formen zu präsentieren, z. B. indem sich Menschen auf Instagram und Co. unter Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram oder #teambodylove ungeschminkt und natürlich zeigen. Die Bilder sind nicht bearbeitet. So wird versucht, vor allem jungen Menschen ein realistisches Körperbild zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, den eigenen Körper zu akzeptieren.

Darüber hinaus gibt es Forderungen, bearbeitete Bilder in Zukunft als solche markieren zu müssen, um deutlich zu machen, dass diese eben nicht der Realität entsprechen.

Wie Sie als Eltern Ihr Kind unterstützen können

Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Vorbilder im Gespräch. Schauen Sie sich gemeinsam Bilder auf Instagram an und fragen Sie nach, was genau es an den Bildern toll findet. Machen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn auf bearbeitete Bilder aufmerksam und hinterfragen Sie, inwiefern diese realistisch sein können. Dazu hilft es auch sich ins Bewusstsein zu rufen, dass nur sehr wenige Menschen das Aussehen von Influencern und Models haben und dass selbst diese mit Fotobearbeitung nachhelfen müssen.

Zeigen Sie vielleicht auch Kanäle, die gezielt versuchen, realistische Fotos hochzuladen. Suchen Sie gemeinsam nach Kanälen oder Hastags, die weniger Stereotypen entsprechen, sondern die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. Das gibt Ihrem Kind unterschiedliche Anreize für die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Nutzen Sie gemeinsam aus Spaß eine Fotobearbeitungsapp und verändern Sie ein Foto von sich oder Ihrem Kind mit Hilfe von Filtern. So realisiert Ihr Kind auch, wie einfach es ist, ein Bild zu verändern oder gar zu manipulieren. Ganz unabhängig von Medien können Sie Ihr Kind täglich darin unterstützen, den eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben und so das Selbstwertgefühl stärken.

Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Es gibt Kinder und Jugendliche, die viel Zeit auf TikTok verbringen. Sie schauen sich Kurzvideos von anderen an oder produzieren eigene TikToks. Was genau dort angesehen oder veröffentlicht wird, wissen viele Eltern nicht und machen sich Sorgen – auch darum, dass ihr Kind mit Fremden in Kontakt kommen kann.

Nachdem es viel Kritik an der App gab, hat TikTok den “Begleiteten Modus” für die elterliche Kontrolle eingeführt. Damit können Sie als Erziehungsberechtigte steuern, wie lange die Anwendung genutzt werden kann, ob private Nachrichten verschickt und empfangen werden können und welche Inhalte auf der „Für dich“-Seite angezeigt werden. Hier kommen Sie zur ausführlichen Vorstellung der App.

Vertrauen und Begleitung sind besser als Kontrolle

Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich als Eltern Sorgen machen, wenn Ihr Kind auf Social Media-Plattformen unterwegs ist. Trotzdem sollten Sie sich genau überlegen, ob es nicht besser ist, vor der Nutzung solcher Apps in Ruhe mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, was es daran interessiert. Erklären Sie ihm Ihre Sorgen und machen Sie verständlich, welche Risiken es bei der Nutzung gibt. Wenn es für Sie in Ordnung ist, dass Ihr Kind TikTok nutzt, fragen Sie regelmäßig nach und bleiben Sie interessiert. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind dort macht. Sie müssen der Nutzung zustimmen, wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist. 

Die App ist für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet – so steht es auch in den Nutzungsbedingungen von TikTok. Trotzdem gibt es schon jüngere Kinder, die die App nutzen. Wenn Sie Ihrem Kind das trotz der Altersbeschränkung erlauben, überlegen Sie, ob es vielleicht auch erst mal ohne eigenen Account TikTok-Videos anschaut. Denn das ist möglich! 

Begleiteten Modus aktivieren

Wenn Ihr Kind mit Ihrer Erlaubnis einen TikTok-Account anlegen darf und Sie sich für die Nutzung des Begleiteten Modus‘ entscheiden, richten Sie diesen wie folgt ein:

TikTok muss auf dem Smartphone Ihres Kindes und auf Ihrem eigenen Gerät installiert sein. Sie finden den Begleiteten Modus in den „Digital Wellbeing“-Einstellungen unter „Privatsphäre und Einstellungen“. Auf dem Gerät des Elternteils öffnet sich mit Klick darauf ein QR-Code, der mit dem Smartphone Ihres Kindes gescannt wird. Damit willigt Ihr Kind ein, dass Sie als Eltern die Nutzung steuern dürfen. WICHTIG: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind über die Funktionen im Begleiteten Modus und überlegen Sie gemeinsam, was in welchem Umfang eingeschaltet werden soll:

  • Sie können eine tägliche Nutzungszeit von maximal 40 bis zu 120 Minuten einstellen. Nach Ablauf der Zeit muss ein Passwort eingegeben werden, um TikTok weiter nutzen zu können.
  • Wenn der eingeschränkte Modus aktiviert wird, sollen bestimmte Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind, herausgefiltert, d. h. nicht mehr auf der “For You-Page” angezeigt werden.
  • Sie können einstellen, dass nur Freundinnen und Freunde Ihrem Kind Nachrichten senden können. Es ist auch möglich, den Empfang von Nachrichten komplett zu deaktivieren.

Beachten Sie, dass es weitere Einstellungsmöglichkeiten bei TikTok außerhalb des Begleiteten Modus’ gibt, die unbedingt aktiviert werden sollten. Schalten Sie z. B. das Konto auf privat, so dass die Videos Ihres Kindes nicht von Fremden gesehen werden können.

Als Eltern können Sie nicht nachverfolgen, welche Inhalte angesehen werden. Sie können auch keine Nachrichten oder Kommentare lesen, so dass die Privatsphäre Ihres Kindes weitestgehend gewahrt bleibt. Wenn Sie Ihrem Kind vertrauen und es Medien bereits bewusst und sicher nutzen kann, ist es sicherlich schöner, auf diese Kontrollmöglichkeit verzichten zu können.

Wer mit TikTok Geld verdient

Die Kurzvideo-App TikTok erreicht Millionen von Menschen: 2020 wird sie in Deutschland von über 10 Millionen vor allem jungen Menschen genutzt. Bei TikTok geht es um Spaß, Austausch und Kreativität. Für einige Nutzerinnen und Nutzer geht es vor allem darum, Geld mit der App zu verdienen.

Wie lässt sich mit TikTok Geld verdienen?

TikToker möchten mit ihren Videos auf die „Für Dich“-Seite (For You Page) kommen, damit möglichst viele Personen ihre Clips sehen. Dadurch können sie jede Menge neue Follower, also eine größere Reichweite bekommen. Viele TikTok-Stars sind so über Nacht berühmt geworden. Das macht sie für Unternehmen attraktiv, die sie als Influencer für Werbung einsetzen.

Bezahlte Werbung: Unternehmen bezahlen TikToker mit hoher Reichweite dafür, dass sie eine Marke oder ein Produkt bewerben. Diese Kooperationen müssen deutlich als Werbung gekennzeichnet werden. Dabei setzen Unternehmen immer mehr auf sogenannte Mikro-Influencer und so kann es passieren, dass auch Nutzer mit lediglich ein paar Hundert Followern Kooperationsanfragen bekommen.

Spenden während Livestreams: In Livestreams können die Zuschauenden Influencern Geschenke machen. Diese virtuellen Gegenstände, wie z. B. ein Panda-Emoji, müssen vorher gekauft werden: Nutzer kaufen mit realem Geld Coins, die gegen Geschenke eingetauscht werden können. Die Influencer wiederum können die erhaltenen Geschenke zurück in Geld tauschen und sich auszahlen lassen. Ein Teil bleibt immer auch bei TikTok hängen und sie verdienen mit. 

Warum die Unterstützung des Lieblingsinfluencers für die Fans richtig teuer werden kann und wie Sie Ihr Kind davor schützen, lesen Sie in unserem Artikel Social-Media-Influencer und das liebe Geld.

Affiliate-Marketing: Das ist eine Vereinbarung zwischen einem TikToker oder einer TikTokerin und einem Unternehmen. Er oder sie verlinkt einen Online-Shop auf dem eigenen Profil und bekommt eine Provision für jeden Artikel, der über den Link verkauft wird. Das muss als Werbung erkennbar gemacht werden.

Eigene Produkte verkaufen: Viele Influencer verkaufen Artikel, die mit eigenem Design oder kreativen Sprüchen verziert sind. Dafür arbeiten sie mit Dienstleistern zusammen, die sich um Druck und Verkauf kümmern. Der Influencer bekommt einen vereinbarten Betrag pro verkauftem Artikel.

Möglichkeiten auf TikTok Geld zu verdienen, gibt es viele und der Einstieg ist oft unkompliziert. Gerade Kinder und Jugendliche sehen in den TikTok-Stars Vorbilder und wollen so sein wie sie. 

Worauf muss ich achten, wenn mein Kind mit TikTok Geld verdienen will?

Um für das Publikum und Unternehmen relevant zu bleiben, müssen TikTokerinnen und TikToker regelmäßig – möglichst mehrmals am Tag – interessante Bilder und Videos posten. Die Konkurrenz ist groß und die Trends auf TikTok sind schnelllebig. Das kann Leistungsdruck und Stress erzeugen, mit dem gerade Kinder und Jugendliche noch nicht gut umgehen können. Auch das Familienleben und die schulischen Leistungen können darunter leiden.

Besonders viel Aufmerksamkeit möchten TikToker mit Videos von gefährlichen Challenges erreichen oder indem sie sich auf provokante oder sexualisierte Weise darstellen. Um während eines Livestreams mehr Geschenke zu erhalten, die sich in Geld umwandeln lassen, werden oft Gegenleistungen angeboten. Das können namentliche Grüße aber auch die Handynummer oder ein privates Bild an Personen sein, die fremd sind. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie Ihr Kind vor Cybergrooming schützen. Besprechen Sie diese Risiken in Ruhe mit Ihrem Kind. Wenn es gern eigene Videos einstellen möchte und den Wunsch äußert, als TikToker Geld zu verdienen, überlegen Sie gemeinsam, ob und wie sich das mit Schule und anderen Hobbies verträgt und unter welchen Bedingungen es Ihre Erlaubnis bekommt. Außerdem ist Ihr Kind bis zur Volljährigkeit nur eingeschränkt geschäftsfähig und braucht auch für einen Account auf TikTok Ihr Einverständnis.
In unserem Beitrag Kinder-Influencer und Familien-Kanäle können Sie weitere Tipps dazu nachlesen.

Medienregeln für Schulkinder

Mit Medien können Kinder lernen, kreativ sein, sich entspannen und Spaß haben. Als Eltern sind Sie dafür verantwortlich, dass der Medienkonsum nicht ausufert. Hilfreich sind gemeinsame Regeln für eine Mediennutzung in der Familie.  

Feste Bildschirmzeiten 

Eine konkrete Empfehlung, wie viel Zeit ein Kind in einem bestimmten Alter mit Medien verbringen darf, ist schwierig. Erstens, weil jedes Kind anders ist und mit Medien unterschiedlich gut umgehen kann. Zweitens, weil Medien für ganz verschiedene Zwecke genutzt werden – zum Lernen, um gemeinsam Zeit mit der Familie zu verbringen, zur Ablenkung usw. 

Trotzdem kann es helfen, festzulegen, wie viel Zeit Ihr Kind pro Tag oder Woche mit bestimmten Medien verbringen darf. Dabei sollten Sie vorher gemeinsam überlegen, welche Mediennutzung darunter fällt. Geht es nur um Bildschirmmedien und die Mediennutzung allein zur Unterhaltung und Entspannung? Gibt es eigene Zeitbudgets für das Lernen mit Medien?

Für Kinder im Grundschulalter sind klare Regeln sehr wichtig, da sie noch viel Orientierung benötigen. Sie schaffen Stabilität im Alltag und verhindern eine unkontrollierte Mediennutzung. Bei Kindern in den ersten Grundschuljahren funktioniert eine bestimmte Dauer am Tag besser, z. B. eine Stunde Medienzeit. Ab etwa 10 Jahren sind Kinder schon recht selbständig und können sich Wochenkontingente selber einteilen.

Eine bewusste Mediennutzung begleiten

Bei jüngeren Kindern kann ein fester Zeitpunkt für die Nutzung von Medien festgelegt werden – beispielsweise nach den Hausaufgaben und vor dem Abendessen. Das strukturiert den Alltag. 

Einstellungen in Apps oder Geräten können Kindern helfen, die vereinbarte Zeit nicht zu überschreiten. Allerdings sollte Ihr Kind nach und nach lernen, das Smartphone oder Tablet nach Ablauf der Bildschirmzeit von sich aus zur Seite zu legen. So übt und verinnerlicht es einen bewussten Umgang mit Medien.

Kinder sind noch in der Entwicklung. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass sie nur altersgemäße Medien nutzen. Der Wunsch, Filme zu schauen oder Spiele zu spielen, die erst für Jugendliche ab 12 oder 16 Jahren geeignet sind, führt häufig zu Konflikten in der Familie. Gerade wenn Ihr Kind beginnt, Medien zunehmend eigenständig zu konsumieren, sollten Sie deshalb gemeinsam diese notwendige Regel besprechen. 

Eine weitere wichtige Regel sollte mindestens bis zum 13. Lebensjahr sein, dass neue Apps nur mit Ihrer Zustimmung und gemeinsam mit Ihnen herunterladen und ausprobiert werden dürfen. Übertragen Sie Ihrem Kind mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung und lassen Sie ihm Freiräume, Medien eigenständig zu nutzen. Ab dem Jugendalter können feste Bildschirmzeiten langsam abgeschafft werden. Dennoch sollte es Regeln geben, welche Apps genutzt werden und wie mit den eigenen Daten, z. B. bei der Registrierung bei Sozialen Netzwerken, umgegangen werden soll.

Eine Begleitung durch die Eltern ist auch im Jugendalter noch wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung. Fragen Sie nach, wie und warum es was nutzt und wie es klar kommt. Seien Sie auch bei Problemen immer ansprechbar!

Mediennutzungsregeln für die ganze Familie 

Vereinbaren Sie Regeln nur gemeinsam mit Ihrem Kind, damit es diese nachvollziehen kann. Überlegen Sie auch, was im Falle eines Regelverstoßes passiert. Sie können alle diese Dinge in einem Mediennutzungsvertrag festhalten. Achten Sie darauf, Medienverbote nicht als Druckmittel einzusetzen.

Als Eltern sind Sie eine wichtige Orientierung für Ihr Kind. Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion deshalb bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten. Sie können beispielsweise vereinbaren, dass Smartphones nichts beim Essen zu suchen haben oder smartphonefreie Familientage einrichten.  Ihr Kind wird im Schulalter zunehmend durch Freunde beeinflusst. Deshalb kann es helfen, sich mit anderen Eltern zu verständigen, welche Regeln bei ihnen gelten. Eventuell kann es Regeln geben, die bei allen gleich sind.

Mobile Medien in Kinderhand

Mobile Medien sind schon für die Kleinsten spannend, weil sie die Geräte bei Mama, Papa oder den Geschwistern sehen. Doch wie können Sie damit umgehen, wenn Ihr Kind eigentlich noch zu jung ist, um Smartphone und Co. zu benutzen? 

Was macht mobile Medien für kleine Kinder interessant?

Kinder sind von Natur aus neugierig. Das helle Leuchten des Bildschirms, die vielen Geräusche – all das ist spannend. Sie beobachten genau, welche Rolle die kleinen Geräte im Alltag der Erwachsenen spielen: Wenn in Bus oder Bahn alle auf ihr Smartphone schauen, wenn Mama das Tablet zu Hause immer griffbereit hat und der große Bruder und seine Freunde auf der Spielekonsole zocken, scheinen die kleinen Geräte sehr wichtig zu sein und sind umso verlockender.

Mobile Medien und Kleinkinder

In den ersten Lebensmonaten sind Babys noch nicht so weit entwickelt, dass sie mobile Medien zielgerichtet nutzen und die Inhalte verstehen können. Viel wichtiger für die Entwicklung Ihres Kindes ist es, die Welt mit allen Sinnen und ohne Bildschirm kennenzulernen. Erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder ein Verständnis für Bildhaftigkeit. Sie beginnen, digitale Inhalte von realen Gegenständen zu unterscheiden. Erste Erfahrungen mit mobilen Medien können Kleinkinder am besten mit Bilderbüchern auf dem Smartphone oder Tablet machen.

WICHTIG: Vermeiden Sie eine Überreizung durch Medien. Diese kann durch grelle Farben, schnelle Bewegungen oder zu viele Geräusche, aber auch durch komplexe Geschichten, die Ihr Kind noch nicht verarbeiten kann, entstehen. Am besten eignen sich Themen, die Ihr Kind aus seinem Alltag kennt: Abbildungen von bekannten Tieren, Fahrzeuge oder andere Kinder. Halten Sie die Zeit der Mediennutzung bei Kleinkindern sehr gering und ermöglichen Sie viele andere Sinneserfahrungen. Dazu gehört das Anfassen von Dingen, Bewegung und der Kontakt zu anderen Menschen.

Ab etwa drei Jahren können Kinder Medien und ihre Inhalte immer besser verstehen, wenn die Geschichten einfach gehalten sind und sie an eigene Erfahrungen anknüpfen. Beim gemeinsamen Anschauen von Videos auf dem Smartphone oder Tablet kann Ihr Kind mehr über seine Umwelt und den Umgang mit verschiedenen Situationen erfahren. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten, damit es das Gesehene mit Ihnen besprechen und verarbeiten kann.

Ihr Kind möchte und kann in diesem Alter Medieninhalte zunehmend auch selber machen. Es gibt eine riesige Auswahl an Apps aus, mit denen Ihr Kind kreativ werden kann. Empfehlenswert sind einfache Anwendungen, in denen z. B. gestempelt oder ausgemalt werden muss. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind auch fernab von digitalen Medien genügend Gelegenheit hat, sich kreativ auszuleben. 

In unserem Beitrag Gute Apps für Kinder erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl geeigneter Programme am besten achten sollten.

Tipps für den Umgang mit mobilen Medien zu Hause

Wenn Kinder nach Tablet oder Smartphone fragen, sollten Sie überlegen, welches Bedürfnis gerade dahinter steht: Unterhaltung auf einer langen Autofahrt, sozialer Kontakt beim Videochat mit dem Opa und einfach mal abschalten… Verschiedene Gründe für die Mediennutzung haben ihre Berechtigung. Ungünstig ist es, wenn Medien permanent genutzt werden und Bedürfnisse nicht anders befriedigt werden können. Vermitteln Sie als Eltern alternative Strategien zum Umgang mit Langeweile oder Anspannung. Zuerst orientiert sich Ihr Kind an Ihnen. Wenn Sie selbst Medien nur in bestimmten Situationen nutzen, sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind. Schon in jungen Jahren kann es helfen, Regeln für die Mediennutzung in der Familie aufzustellen. Neben festen Medienritualen sollte es auch medienfreie Zeiten geben.

Gelangen die Geräte in Kinderhand sollten Sie auf kindgerechte Hüllen für Tablets und Schutzhüllen für Smartphones achten. Besonders Smartphones sind häufig teuer und anfällig für Beschädigungen. Schutzhüllen machen die Nutzung der Geräte einfacher und sicherer.

Gemeinsam Musik erleben

Dass Musik für Kinder wichtig und schön ist, haben wir in unserem Beitrag Kinderlieder begleiten mit Apps erklärt.

Neben Apps gibt es auch einige Internetseiten und YouTube-Kanäle, die dabei unterstützen, gemeinsam in der Familie Musik zu hören, zu machen und zu entdecken. Wenn Sie selbst kein Instrument beherrschen oder meinen, nicht musikalisch zu sein, können Sie auf diese Weise Ihrem Kind Musik näherbringen.

Kinderlieder auf YouTube

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. In den bunten als Trickfilme gestalteten Musikvideos gibt es neu eingespielte Kinderlieder. Es gibt sie auch auf der eigenen Website kinderlieder-mit-bobby.de – nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen liefert genau das: bekannte und neue Kinderlieder, die Kinder und Erwachsene beim Singen und Tanzen zeigen und zum Mitmachen anregen. Die Auswahl auf diesem Kanal ist riesig und es gibt verschiedene Playlists und Kategorien, unter denen die Lieder zu finden sind.

Kinderlieder auf YouTube sind vor allem etwas für jüngere Kinder. Wenn Sie Kinderlieder auf diesem Weg suchen und abspielen, nutzen Sie am besten die App YouTube Kids. Dann bekommen Sie und Ihr Kind vor und während das Video läuft, keine Werbung angezeigt und finden leichter passende Videoangebote für Kinder.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

In der Klangkiste des WDR lässt sich die große Welt rund um Musik erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet, so dass sie auch sehr gut über das Smartphone funktioniert. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und vieles mehr. Die Klangkiste ist etwas für größere Kinder, die hier viel über Musik lernen und ausprobieren können. Noch mehr Musik für alle Altersgruppen zu entdecken gibt es beim Kiraka: Hier findet man Videos zu aktueller Chartmusik, Interviews mit interessanten Musikerinnen genauso wie Infoclips zu Beethoven und anderen.

Einblicke in die musikalischen Welten ferner Länder bietet Afrika-Junior. Man kann sich beliebte Kinderlieder aus verschiedenen Regionen Afrikas anhören, Videoclips anschauen und es gibt ein Quiz zu afrikanischer Musik.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Wählen Sie ein Feld an und tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Bei schöner Musik gibt es tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr zu entdecken.

Klassische Musik für Kinder

Auf der Seite von Junge Klassik erfährt man jede Menge über Instrumente und klassische Musik. Die Seite ist ganz bunt und spielerisch gestaltet. Hier können bestimmt auch Erwachsene noch Neues entdecken! Noch mehr gibt’s bei Trompis Tondschungel, wo sich Kinder auf Musikexpedition begeben können.

Opern sind doch eher was für Erwachsene, oder? Mit der App Opera Maker können Kinder die Welt der Oper entdecken und eigene Geschichten dazu erzählen. Wie das aussehen kann, zeigt die Website.

Ganz viel über Musik gibt es auch beim Kinderfunkkolleg zu erfahren. Ohren auf und los! Das kann sogar im Musikunterricht in der Schule weiterhelfen. Und wenn man keine Lust auf Klicken hat, schauen Sie sich doch gemeinsam eine Folge der hr2-Lauschinsel an.

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