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Mein Kind will YouTuber werden – Was nun? (Teil 2)

In Teil 1 wurde erklärt, warum Kinder und Jugendliche den Berufswunsch YouTuber bzw. Social-Media-Star haben: Bei den berühmten Influencerinnen und Influencern wirkt es so einfach, mit dem Produzieren von sogenanntem Content Geld zu verdienen und gleichzeitig Spaß zu haben. Wenn Sie diesen Wunsch unterstützen möchten, sollten Sie einiges beachten.

Soll ich mein Kind dabei unterstützen?

Nehmen Sie den Wunsch Ihres Kindes ernst und sprechen Sie mit ihm darüber. Kinder können nicht unbedingt alle Risiken, die mit einer Veröffentlichung im Internet verbunden sind, abschätzen. Sie können sich nur schwer vorstellen, wie viele Menschen sich so ein Video ansehen könnten und auf welchen Wegen es weiterverbreitet werden kann. Kinder können auch noch nicht absehen, dass es Stress bedeuten kann, ständig im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem muss man sich mit Kritik zu den eigenen Videos auseinandersetzen. Erfolgreiche Influencer stehen unter Druck, immer wieder neue Videos für ihre Fans produzieren zu müssen, um im Gespräch zu bleiben. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die auf YouTube aktiv sind, also dort eigene Videos veröffentlichen, sind in der Regel nur im direkten Umfeld bekannt. Ihre Follower sind vor allem Freundinnen und Freude.

Machen Sie Ihrem Kind diese Dinge bewusst und besprechen Sie gemeinsam die Entscheidung, eigenen Content für Social Media zu produzieren. Überlegen Sie, was dafür und dagegen spricht. Fragen Sie nach, was eigentlich hinter dem Wunsch steckt und welches Ziel mit einem eigenen YouTube-Kanal verfolgt wird. Soll es als ein Hobby starten? Worum soll es gehen? Welche Themen und Inhalte sollen vorkommen? Wie sollen die Videos aussehen?

Mehr Tipps für den eigenen Social-Media-Auftritt

  • Einen eigenen YouTube-Channel (oder einen anderen Social-Media-Kanal) zu betreiben, erfordert eine Registrierung. Für einen eigenen Account müssen Nutzende in Deutschland meistens 16 Jahre sein, jüngere Personen benötigen die Einverständniserklärung der Eltern. Beachten Sie die AGB des jeweiligen Anbieters.
  • Die Veröffentlichung eines Videos bei YouTube ist nicht mit einem Klick gemacht, da verschiedene Angaben gemacht werden müssen. Dazu gehört u. a. die Angabe, ob das Video für Kinder geeignet ist. Machen Sie das, zumindest beim ersten Video, gemeinsam mit Ihrem Kind. 
  • YouTube schaltet ab einer gewissen Klickzahl Werbung vor und teilweise auch mitten in Videoclips. Kontrollieren Sie das regelmäßig. Wenn das Video für Kinder geeignet ist, sollte auch die Werbung jugendgerecht sein.
  • Machen Sie sich mit den Datenschutzeinstellungen der jeweiligen Plattform vertraut. Videos könnten beispielsweise privat gestellt und nur ausgewählten Nutzern zugänglich gemacht werden.
  • Denken Sie an die Privatsphäre! Keine Angaben, wie der Benutzername, oder Aufnahmen, wie das Filmen im eigenen Zuhause, sollten Rückschlüsse auf persönliche Daten (wie Wohnort, Alter oder Schule des Kindes) zulassen. 
  • Videos, in denen andere Personen zu sehen sind, dürfen nicht ohne deren Einverständnis veröffentlicht werden.
  • Die Urheberrechte müssen eingehalten werden. Veröffentlicht werden dürfen nur selbst erstellte Bilder und Musik oder man muss Nutzungsrechte für die Verwendung fremder Musik, Fotos u.ä. einholen und eventuell Lizenzgebühren bezahlen.
  • Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es auch unschöne Kritik zum Video geben kann. Auf YouTube herrscht teilweise eine raue und nicht sehr freundliche Sprache. Es gibt immer wieder Menschen, denen es nicht um Inhalte geht, sondern die die scheinbare Anonymität im Netz nutzen, um andere zu beleidigen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen (unter 14 Jahren) empfiehlt es sich, die Kommentarfunktion einfach zu deaktivieren.
  • Legen Sie gemeinsam fest, in welchen Abständen Ihr Kind ein neues Video hochlädt. Berücksichtigen Sie, dass andere Dinge wie Schule, Sport oder andere Hobbys nicht zu kurz kommen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass der Erfolg als YouTuber auch vom Glück abhängt. Vielleicht läuft es nicht so, wie zu Beginn erhofft oder die Videos entsprechen nicht den eigenen Erwartungen. Gerade die Möglichkeit, die eigenen Videos nicht jedem öffentlich zugänglich zu machen, ist gut geeignet, um das YouTuber-Dasein auszuprobieren und das filmische Können in einem geschützten Rahmen verbessern. Trotzdem kann Ihr Kind sein neuestes Werk den Freunden auf dem Schulhof oder der Oma vorführen.

Virtueller Elternabend am 7. Oktober 2021 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Mehr als Glotzen und Daddeln!  –​ Mit Medien kreativ werden und spielerisch lernen​

Videos schauen, mit der Konsole oder am Smartphone spielen… Das sind wahrscheinlich die typischen Tätigkeiten, wenn Eltern an die Mediennutzung ihrer Kinder denken. Dabei nutzen wir alle Medien für so viel mehr: zum Navigieren im Verkehr, als digitalen Einkaufszettel, zum Informieren, zum Festhalten von Erinnerungen und so weiter. Auch für Kinder gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, Medien spielerisch und kreativ zu nutzen, etwas dabei zu lernen, anstatt nur zu „daddeln“. Bei unserem virtuellen Elternabend soll es genau darum gehen: Lernen Sie Angebote und Apps  kennen, mit denen Sie kleine Medienprojekte in der Familie – insbesondere mit Kindern im Kita- und Grundschulalter – umsetzen können. Wir freuen uns auf Ihre Fragen und einen Austausch rund um das Kreativsein mit Medien.

Weitere Informationen und Anmeldung

Datum: 07.10.2021 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Medienpädagogischer Input (ca. 40 Minuten) und anschließender offener Austausch
Referentinnen: Julia Behr und Line Krug des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 07.10.2021 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Mein Kind will YouTuber werden – was nun? (Teil 1)

    „Weißt du schon, was du mal werden willst?“ ist eine beliebte Frage an Kinder. Die Antwort  „Ich will YouTuber werden!“ ist nicht ungewöhnlich. Spätestens, wenn Kinder in die weiterführende Schule kommen, wächst bei einigen der Wunsch, einen eigenen YouTube– oder Instagram-Channel mit echten Followerinnen und Followern zu haben und damit viel Geld zu verdienen – so wie ihre Vorbilder bei Social Media auch. Für manche Eltern ist das schwer zu verstehen.

    Ist “YouTuber sein” überhaupt ein Beruf?

    Videos drehen und dafür Geld bekommen ist doch kein “richtiger” Beruf, den man studieren kann oder für den es eine Ausbildung gibt, oder? Kinder und Jugendlichen sehen täglich Influencer bei Social Media, die davon leben können – und dabei viel Spaß haben. Es scheint, als wäre es ganz leicht, zum Social-Media-Star zu werden und mit schnell erstellen Videos und Fotos Geld zu verdienen.

    Viele Social-Media-Stars haben das tatsächlich nicht gelernt und können davon leben. Aber es gibt Studiengänge oder Ausbildungen, die hilfreich sein können, wenn das Berufsziel YouTuberin oder Influencer ist. Lesen Sie mehr darüber bei Studycheck oder aubi-plus.

    Wie wird man YouTuber?

    Dank mobiler Medien, die mit dem Internet verbunden sind, ist es nicht schwer, YouTube und andere Social-Media-Kanäle mitzugestalten. Es braucht scheinbar nicht viel mehr als ein Smartphone und einen eigenen Kanal – und schon kann es losgehen. So könnte theoretisch auch Ihr Kind mit den eigenen Videos ein Millionenpublikum erreichen. Ganz so einfach ist es aber nicht.

    Das Erstellen von Inhalten für Social Media und Videoplattformen ist ein kreativer Prozess. Er kann das Selbstbewusstsein und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, wenn sie dabei begleitet werden. Allerdings ist damit auch viel Arbeit verbunden, die Zeit kostet. Berühmte Influencer sind nicht über Nacht erfolgreich geworden oder konnten sofort von ihrem Content leben. Anfangs waren YouTube-Videos häufig noch einfach gestaltet. Heutzutage sind viele Videos hochwertig und wurden mit viel Aufwand produziert. Außerdem ist ein Influencer oder eine Influencerin meist bei mehreren Kanälen aktiv, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu kommt, dass Social-Media-Stars vor allem über Werbeverträge Geld verdienen. Auch damit müssen sie umgehen können. Viele der erfolgreichen Influencerinnen oder YouTuber haben ein eigenes Management. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen sich YouTuber und Influencerinnen mit ihren Inhalten von anderen abheben und viel Geld und Zeit in gute Inhalte investieren.

    Im zweiten Teil von „Mein Kind will YouTuber werden – Was nun?“ erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind unterstützen können, wenn es diesen Wunsch hat.

    Twitch – die Streamingplattform für Gamer

    Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

    Kurz gefasst:

    • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
    • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
    • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
    • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
    • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

    Was ist Twitch?

    Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

    Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

    Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

    Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

    Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

    Was kann problematisch sein an dem Angebot?

    Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

    Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

    Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

    Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

    Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

    Was sagt der Anbieter?

    Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

    Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

    Was sollten Eltern beachten?

    Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

    Smartphone-Gadgets selber machen

    Von Handyhüllen, Knöpfen, die als Halterung an das Smartphone geklebt werden, bis zu VR-Brillen, mit denen man via Smartphone in 3D-Welten abtauchen kann… Für die elektronischen Begleiter gibt es jede Menge Gadgets, die man kaufen kann. Günstiger und auch persönlicher ist es, sie selbst zu basteln – und ein schönes gemeinsames Familienprojekt noch dazu! Hier gibt es einige Ideen für DIY-Projekte (Do It Yoursellf/Mach es selbst) rund um das Smartphone.

    Handyhalterung aus Alltagsmaterialien

    Es ist nicht immer einfach, das Handy zu halten, während ein längeres Video läuft. Eine selbst gebastelte Handyhalterung schafft Abhilfe. 

    • Variante 1: Aus einer aufrecht stehenden Toilettenrolle wird ein Stück herausgeschnitten, so dass das Smartphone darin liegen kann. Die graue Klorolle kann noch bemalt oder verziert werden. Das Ganze funktioniert auch mit einer liegenden Rolle. Diese muss allerdings stabilisiert werden, damit sie nicht wegrollt, z.B. mit einem angeklebten Bleistift auf jeder Seite.
    • Variante 2: Haben Sie vielleicht noch eine alte Kassette zu Hause herumliegen? Kassette raus, Hülle umgeklappt und hingestellt. Das Handy passt quer in dieses stabile Stativ und Ihr Kind kann die Kassettenhülle noch bunt bekleben oder bemalen.
    • Variante 3: Ein Stück Pappe, das ein wenig größer ist als eine Visitenkarte, wird in der Mitte gefaltet und schräg eingeschnitten. Es sollte beachtet werden, dass zwei Kanten am untern Ende bestehen bleiben, damit das Smartphone nicht abrutscht. 

    Noch mehr Ideen für kreative Handyhalter und bebilderte Anleitungen gibt’s hier.

    Touchpen aus Farbstift und Aluminiumfolie 

    Wer lieber mit einem Stift als den Fingern auf dem Smartphone herumtippt, kann sich einen sogenannten Touchpen ganz einfach selber machen. Dafür wird einfach ein Stück Aluminiumfolie um einen beliebigen Stift gewickelt und festgeklebt. Es sollte aber beachtet werden, dass die kleinen Ecken an der Aluminiumfolie abgerundet werden und der Stift nur auf Geräten mit einer Schutzfolie benutzt werden sollte, um Kratzer auf dem Bildschirm zu vermeiden.

    Lautsprecher-Verstärker fürs Smartphone

    Jedes Smartphone hat einen Lautsprecher, aber der ist manchmal nicht laut genug. Als Verstärkung kann eine leere Chipsdose dienen. Zuerst wird ein Schlitz entsprechend der Dicke des Smartphones hinein geschnitten und mit Knete o. ä. ein paar Standfüße daran befestigt, damit die Dose nicht wegrollt. Das Smartphone wird mit dem Lautsprecher (meistens unten am Gerät) in die Dose gestellt. Fülle Sie sie am besten noch mit etwas Toilettenpapier, damit es nicht zu hallig klingt. Fertig ist der Verstärker! Mehr Tipps dazu gibt’s hier.

    Wenn die Ideen nicht ausreichen: Es gibt noch viele weitere Bastelanleitungen für Handygadgets, wie z. B. Handyhüllen, Smartphone-Beamer oder Kopfhörertaschen. Suchen Sie z. B. bei YouTube nach Begriffen wie “Smartphone basteln” gemeinsam mit Ihrem Kind danach.

    YouTube in der Familie

    Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Dann haben wir ein paar Tipps, wie Sie die YouTube-Nutzung in Ihrer Familie regeln können. Beachten Sie, dass nicht jeder Tipp für jedes Kindesalter geeignet ist.

    Unsere Tipps für alle Altersgruppen

    • Medienzeit: Vereinbaren Sie je nach Alter Ihres Kindes feste YouTube-Zeiten, in denen es Videos schauen darf. Besprechen Sie mögliche Konsequenzen, sollten die Zeiten einmal nicht eingehalten werden. Nutzen Sie dafür z. B. einen sogenannten Mediennutzungsvertrag.
    • Werbeunterbrechungen: YouTuber verdienen mit ihren Videos meist Geld in Form von eingebundener Werbung. Die Währung auf YouTube ist Aufmerksamkeit: Je mehr Abonnenten ein YouTuber oder eine YouTuberin und je mehr Klicks ein Video hat, desto mehr Werbeeinnahmen werden erzielt. Erklären Sie Ihrem Kind, wie durch sein Verhalten auf YouTube Geld gemacht wird.
    • YouTube-Stars sind oft sogenannte Influencer. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und zu durchschauen sein.

    Unsere Tipps für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter

    • Sicherheitseinstellungen: YouTube ist keine Plattform für Kinder, auch wenn dort viele Inhalte spannend für sie sind. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind unangemessene, anstößige oder grausame Videos angezeigt bekommt, aktivieren Sie die YouTube-Kindersicherung mit der Option „eingeschränkter Modus“. Hier finden Sie eine genaue Anleitung.
    • Videowiedergabe: Wenn Ihr Kind mehr als ein Video anschauen darf, fügen Sie die ausgewählten Videos zur Wiedergabeliste hinzu, so dass Sie entscheiden und wissen, welches Video als nächstes abgespielt wird. 
    • Kindgerechtes Angebot: Für jüngere Kinder – bis ins Grundschulalter – empfehlen wir die App YouTube Kids.

    Unsere Tipps für Teenager

    • Beliebte Angebote: Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch! Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber, was es an YouTube und seinen Stars begeistert. Lassen Sie sich Videos zeigen und die Faszination daran erklären, ohne dass Sie den Eindruck erwecken, Sie wollten Ihren Sohn oder Ihre Tochter kontrollieren.
    • YouTube-Account: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es bedeutet, sich bei YouTube zu registrieren, um Kommentare zu hinterlassen oder eigene YouTube-Videos hochzuladen. Nach den AGB müssen die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Mit Ihrem Einverständnis ist auch eine Nutzung von Kindern ab 13 Jahren möglich. Sie können mit Family Link ein Google-Konto für Ihr minderjähriges Kind erstellen und verwalten bis es alt genug ist. Die Steuerung der YouTube-Nutzung eines Kindes mit dem Google-Konto eines Elternteils – die sogenannte Elternaufsicht – ist möglich, aber noch in der Testphase. Lesen Sie mehr direkt auf den Seiten von YouTube. Es gibt zudem bestimmte Richtlinien und Gesetze, die eingehalten werden müssen – wie etwa das Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild. Mehr Hinweise, die Sie im Blick behalten sollten, wenn Ihr Kind YouTube aktiv mitgestalten möchte, finden Sie in unserem Beitrag Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

    In allen verlinkten Beiträgen finden Sie mehr Informationen. Diese können hilfreich sein, wenn Sie sich in der Familie zu YouTube austauschen möchten.

    Medien selber machen: Eine eigene Hörspielbox basteln

    Vor einigen Jahren gab es noch Kassetten, mit denen Kinder die Geschichten von Benjamin Blümchen, dem kleinen Raben Socke und Kinderlieder aller Art hören konnten. Die Kassette in den Rekorder stecken, auf “Play” drücken und los geht’s! Es war auch kinderleicht, selbst Töne, Musik oder Geschichten auf Kassette aufzunehmen.

    Heute sind kleine Hörboxen wie z. B. die tigerbox und Toniebox in die Kinderzimmer eingezogen. Diese spielen Geschichten ab, sobald eine dazugehörende Figur auf die Box gestellt wird. Eine tolle Sache für die Kinder, jedoch auch sehr kostspielig. Dabei lässt sich eine solche Hörspielbox mit ein bisschen Geschick und einem Smartphone nachbauen!

    Was brauchen wir?

    • Smartphone mit aktiviertem NFC (mehr dazu in der “Anleitung”)
    • NFC-Chip oder -Aufkleber 
    • NFC-App, mit der Tondateien auf die Chips programmiert werden können (z. B. NFC Tools Pro)
    • Lieblingsgeschichte oder -musik als MP3- oder WAV-Datei
    • optional: Spielfiguren und Bastelmaterial für eine Box

    Das klingt nun alles sehr technisch, aber ist es gar nicht. Die Hörspielbox wird durch ein Handy und die Figur durch einen NFC-Chip ersetzt. Den Rest macht die gewählte App fast von alleine. 

    Anleitung

    1. Smartphone vorbereiten

    Zuerst muss sichergestellt werden, dass das Smartphone NFC unterstützt. NFC ist die Kurzform für Nahfeldkommunikation. Also die Kommunikation zwischen zwei Elementen: dem Smartphone und dem Chip, die nur innerhalb weniger Zentimeter miteinander kommunizieren können. Ob Ihr Gerät NFC unterstützt, sehen Sie in den Smartphone-Einstellungen, indem Sie nach NFC suchen und aktivieren. Die Position des NFC-Lesers befindet sich bei den meisten Smartphones in der Mitte der Rückseite des Gerätes. Legen Sie die gekauften NFC-Sticker bereit. 

    2. App installieren

    Nun geht es um die App, welche den NFC-Chip programmieren soll. Das ist einfacher, als es sich anhört! Die passende App gibt es im Play Store oder Apple Store. Mit der kostenpflichtigen App NFC Tools PRO können Audiodateien, die sich auf dem Smartphone befinden, direkt auf den Chip programmiert werden. Das funktioniert mit anderen Apps nicht so leicht. Die entsprechende App wird nun geöffnet.

    3. Chip programmieren

    Halten Sie den NFC-Chip an die Rückseite des Smartphones. Nachdem der Chip von der App erkannt wurde, werden in dieser seine Eigenschaften angezeigt (unter LESEN). Um den Chip zu beschreiben, muss ihm eine Aufgabe zugewiesen werden. Dazu gehen Sie zu AUFGABEN > Aufgabe hinzufügen > Ton & Medien > Spiele eine Tondatei > und wählen die gewünschte Audiodatei aus. Um diesen Befehl nun auf den NFC-Chip zu programmieren, muss unter AUFGABEN Schreiben angeklickt werden. Dafür muss der Chip nochmals an die Rückseite des Handys gehalten werden. Danach erhalten Sie eine Bestätigung des Überschreibens. 

    4. NFC-Chip lesen lassen

    Nun ist der Chip programmiert und das Audio lässt sich abspielen, wenn er auf die Rückseite des Smartphones gehalten wird.

    5. Figuren und Box basteln

    Mit diesen Grundbausteinen können Sie jetzt gemeinsam mit Ihrem Kind kreativ werden. Der NFC-Chip oder -Sticker lässt sich an Spielfiguren, Kuscheltieren usw. anbringen. Ein Behältnis aus Lego, Pappe oder Holz für das Smartphone kann verbunden und mit einem Lautsprecher zur ganzen persönlichen Hörbox werden. Anregungen für eigene Audioinhalte gibt es in unserem Beitrag “Hörprojekte für Kinder”.

    Eine eigene Hörbox basteln, kann ein schönes Familienprojekt sein. Kinder und Eltern lernen gemeinsam etwas über Technik und können kreativ werden. 

    Noch mehr Ideen für selbstgebaute Hörboxen gibt es auf folgenden Seiten:

    Altersgerechte Medien für mein Kind

    Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

    Was heißt altersgerecht?

    Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

    Geprüfte Medieninhalte

    In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

    In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

    Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

    Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

    Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

    Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

    • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
    • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
    • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
    • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
    • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
    • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
    • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
    • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
    • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

    Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

    Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

    Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

    Kurz gefasst:

    • kostenlose App für iOS und Android
    • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
    • Kostenfallen durch In-App-Käufe
    • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

    Was kann das?

    Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

    Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

    Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

    Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

    Was kann problematisch sein an dem Angebot?

    Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

    Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

    Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

    Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

    Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

    Was meint der Anbieter?

    Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

    Was sollten Eltern beachten?

    Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

    Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

    Snapchat

    Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

    Kurz gefasst:

    • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
    • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
    • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
    • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
    • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

    Was ist Snapchat?

    Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

    Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

    Was kann problematisch sein an Snapchat?

    Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

    Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

    Was meint der Anbieter?

    Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

    Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

    Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

    Was sollten Eltern beachten?

    Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

    Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

    Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

    TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

    TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

    Kurz gefasst

    • kostenlose Social-Media-App
    • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
    • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
    • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

    Was ist TikTok?

    TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

    Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

    TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

    Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

    Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

    TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

    Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

    Was kann problematisch sein an TikTok?

    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

    • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
    • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
    • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
    • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
    • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
    • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
    • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
    • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
    • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

    Was sagt der Anbieter?

    Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

    • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
    • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

    Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

    In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

    Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

    TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

    Was sollten Eltern beachten?

    Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

    Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

    Mediennutzung im Lockdown

    Digitaler Unterricht am Vormittag, zwischendurch ein Videoanruf mit der Freundin und Computerspielen als Abendprogramm – so oder so ähnlich dürfte der Alltag in vielen Familien aussehen. Wenn Schule und Sportverein geschlossen sind und Kontakte eingeschränkt werden müssen, verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien. Wie Sie Ihr Kind auch im Lockdown sinnvoll bei der Mediennutzung begleiten können, erklären wir in diesem Beitrag.

    Gesteigerte Mediennutzung während der Pandemie

    Im Lockdown fallen viele medienfreie Aktivitäten aus oder werden ins Internet verlegt: Der Unterricht findet nicht im Klassenzimmer sondern per Videokonferenz statt. Anstelle von Nachhilfe helfen Erklärvideos bei den Schulaufgaben. Das Fußballtraining fällt aus und wird durch ein Sport-Video auf YouTube ersetzt. Statt Freunde zu treffen, spielen Kinder und Jugendliche Computerspiele oder verbringen ihre Zeit mit TikTok, Instagram und Co. So kommen schnell viele Stunden täglich zusammen, die Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt. Festgelegte Regeln zur Medienzeit werden nicht mehr eingehalten. Als Eltern haben sie vielleicht Sorge, dass Ihr Kind zu viel am Handy hängt und seine Mediennutzung exzessiv und problematisch werden.

    Mediennutzung als Krisenbewältigung

    Medien während des Lockdowns mehr zu nutzen, ist ganz normal und trifft auf Sie wahrscheinlich genauso zu wie auf Ihr Kind. Wenn Sie darüber hinaus das Gefühl haben, Ihr Kind hängt zu viel am Smartphone oder der Spielekonsole, sollten Sie es offen darauf ansprechen. Es ist gut möglich, dass Sie überrascht werden, wie kompetent und bewusst Ihr Kind Medien nutzt, um die aktuelle Situation zu meistern. Wenn es beispielsweise viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt, ist das wahrscheinlich sein Weg, trotzdem mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch TikTok-Videos von Influencern aus anderen Ländern können helfen, sich in Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu fühlen.

    Medienzeiten anpassen…

    Vielleicht haben Sie in der Familie feste Medienzeiten vereinbart und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten. In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Vereinbarungen anzupassen oder überhaupt welche festzuhalten. Unterscheiden Sie dabei zwischen Lern- und Freizeit. Denn die Zeit, die Ihr Kind mit Erklärvideos für die Schule verbringt, sollte nicht von der Zeit abgezogen werden, in der es Videos zur Unterhaltung schauen darf. Das ist umso wichtiger, da auf vielen Plattformen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, inzwischen auch Lerninhalte zu finden sind, z. B. auf TikTok oder YouTube. Verbindliche Absprachen können Ihrem Kind dabei helfen sich beim Lernen nicht von lustigen Inhalten ablenken zu lassen, sondern diese nach den Schulaufgaben entspannt zu genießen. Seien Sie sich dabei auch Ihrer Vorbildfunktion bewusst: Erklären Sie Ihrem Kind, wann Sie Smartphone und Computer für die Arbeit nutzen und wann zur Unterhaltung. Verbindliche Regeln, die Sie gemeinsam festlegen und an die sich alle Familienmitglieder halten, schaffen Klarheit und Vertrauen.

     … und für Ausgleich sorgenGleichzeitig ist es wichtig, auch konkret bildschirmfreie Zeiten einzuplanen, um digitalen Stress zu vermeiden. Ein Spieleabend in der Familie oder gemeinsames Kochen sind ein schöner Ausgleich zum abendlichen Computerspielen oder Netflix gucken. Bewegung an der frischen Luft bei einem Ausflug am Wochenende tut allen in der Familie gut und schafft schöne Erinnerungen. Aber auch mit Medien lässt sich die Zeit abwechslungsreich gestalten: Wenn Ihr Kind gerne bastelt, können Sie YouTube für die Suche nach kreativen DIY-Projekten nutzen, oder beim Hörspiel- oder Podcasthören gemeinsam puzzlen. Eine Sammlung von kreativen Medienprojekten haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

    Yubo – digitaler Schulhof oder “Tinder für Kinder”?

    Yubo ist eine sogenannte Social-Livestreaming-App, die junge Menschen miteinander verbinden möchte und in einigen Funktionen stark an bekannte Dating-Apps erinnert. Yubo gibt es seit Anfang 2021 auf Deutsch und wird hierzulande immer beliebter. Wegen mangelnder Jugendschutzmaßnahmen gibt es einige Risiken für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der neuen Trend-App. 

    Kurz gefasst:

    • App (aus Frankreich) für Android und iOS
    • richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Mindestalter: 13 Jahre)
    • kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtiger Premium-Account und teure In-App-Käufe
    • mangelnder Datenschutz, verschiedene Kommunikations- und Kontaktrisiken, unangemessene Inhalte

    Was bietet Yubo?

    Nutzerinnen und Nutzer können bei Yubo chatten, persönliche Fotos hochladen, ihren Standort teilen, Informationen zu sich veröffentlichen und via Live-Video-Funktion mit bis zu 10 Personen kommunizieren. Das Kennenlernen neuer Menschen findet mit Hilfe der Swipe-Funktion statt: Profile von anderen Userinnen und Usern werden vorgeschlagen. Wie z. B. bei  Tinder oder Lovoo wird entweder nach links oder nach rechts gewischt, um sein Gefallen für die Person auszudrücken. Wischen beide Personen nach rechts, kommt es zu einem sogenannten Match und sie können über Einzel- oder Gruppenchats in den Kontakt miteinander treten. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bietet Yubo seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, Spiele miteinander zu spielen. Auch über Communities können Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich zu bestimmten Themen, wie z. B. Sport, Musik oder Yoga, austauschen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben einen eigenen Raum und können so nicht mit volljährigen Mitgliedern in den Kontakt treten. 

    Bei der Anmeldung auf Yubo wird ein eigenes Profil erstellt. Dafür verlangt die App mindestens ein Foto der Person, den Standort, das Geschlecht und das Alter. Die App unterscheidet zwischen minderjährigen Mitgliedern und Erwachsenen – überprüft wird das tatsächliche Alter der Nutzenden jedoch nicht. 

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Jugendliche nutzen die App vor allem, um Spaß zu haben, neue Bekanntschaften zu schließen und im Austausch mit Gleichaltrigen zu sein. Durch ihren Dating-Charakter wird die App auch als solche genutzt, wie Videos von beliebten YouTuberinnen wie Livvy Day zeigen. Immer neue Features, wie z. B. Snapchat Lenses, machen die App spannend und interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber auch kreativ ausdrücken können.

    Das Grundkonzept hinter Yubo, dass User zwischen 13 und 17 Jahren eine eigene, von Erwachsenen unabhängige, Community nutzen können, spricht sicherlich viele Jugendliche an, birgt aber einige Risiken.

    Was kann an Yubo problematisch sein?

    Yubo wurde nicht speziell für Jugendliche entwickelt, richtet sich aber mit seinen Features und über Werbung ganz klar an die Zielgruppe. Die App birgt jede Menge Kontakt- und Kommunikationsrisiken: Die fehlende Altersverifikation fördert das Risiko von Cybergrooming und sexueller Belästigung z. B. durch das ungefragte Verschicken von Nacktbildern. Anders als bei vielen Dating-Apps kann auch bei einseitigem Interesse Kontakt aufgenommen werden. Yubo bietet seinen Mitgliedern zwar die Möglichkeit, Personen zu melden und zu blockieren, doch ist der Schaden dann oft schon angerichtet.

    Die Swipe-Funktion unterstützt zudem die oberflächliche Beurteilung anderer allein aufgrund ihres Aussehens. Das steigert das Risiko von Beleidigungen, Hate Speech oder Cybermobbing

    Auch der Umgang mit den Daten der Nutzenden bei Yubo ist kritisch zu sehen. Um Freunde im eigenen Ort zu finden, rät die App dazu, den Standort freizugeben. Das ermöglicht dem Anbieter, umfassend sensible Daten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben. Yubo behält sich vor, Daten zu veröffentlichen und für eigene Zwecke zu verwenden. 

    Auch die In-App-Käufe können ein Problem darstellen, weil sich viele Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten lassen, kostenpflichtige Features zu erwerben, um z. B. bessere Filter nutzen zu können.

    Was meint der Anbieter?

    Yubo bietet keine speziellen Funktionen zum Jugendschutz. Zur Einhaltung der Community-Richtlinien setzt der Anbieter vor allem auf technische Maßnahmen. Eine Software soll z. B. nackte Haut und Rauch auf Bildern und in Videos erkennen und melden. So soll auch das angegebene Alter mit der Person auf den Bildern abgeglichen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit dieser Maßnahmen wird allerdings nicht garantiert. Über eine externe App names Yoti können Mitglieder ihre Identität verifizieren lassen. Haben sie das getan, erscheint ein gelber Haken neben ihrem Benutzernamen. Diese Möglichkeit ist jedoch keine Voraussetzung und wird nur wenig wahrgenommen. Darüber hinaus gibt Yubo an, Leute zu beschäftigen, die Chatverläufe moderieren. Allerdings ist unklar, in welchem Maße das tatsächlich passiert. 

    Was sollten Eltern beachten?

    Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, die App zu nutzen, haben Sie als Elternteil Verständnis dafür. Versuchen Sie Ihrem Kind die App nicht zu verbieten, aber besprechen Sie vorher die  Risiken und einen möglichen Umgang damit. So verhindern Sie eventuell eine heimliche Nutzung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich verstanden fühlt und nicht das Gefühl hat, sich bei möglichen Unsicherheiten oder Problemen schämen zu müssen. So wird es sich bei Problemen auch eher an Sie wenden. Fragen Sie nach den Kontakten Ihres Kindes und sehen Sie sich die Personen gegebenenfalls genauer an. Auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, sehen Sie also davon ab, Chatverläufe zu kontrollieren. Besser ist, Sie vereinbaren gemeinsam Regeln zum Umgang mit der App. Eine könnte beispielsweise sein, dass Ihr Kind Sie informiert, wenn es eine Person, die sie bei Yubo kennengelernt hat, treffen möchte.

    Beliebte Formate in Social Media

    Ihr Kind verfolgt die aktuellen DIY-Trends, will Ihnen einen Lifehack zeigen oder schaut gerne Reaction Videos. Aber wovon redet es nur? Es handelt sich um beliebte Formate von Social Media-Inhalten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen einige der derzeit am häufigsten geklickten Genres vor.

    Was ist eigentlich… 

    …DIY?

    DIY steht für “Do It Yourself“, englisch für „Mach es selbst“. Auf verschiedenen Social Media-Plattformen werden unter dieser Bezeichnung Anleitungen für kleine und größere kreative Projekte zum Selbermachen geteilt: Von einfachen Nähprojekten bis zum Möbelbau ist alles dabei. Dabei muss nicht immer alles komplett neu sein: Unter dem Begriff des „Upcycling“ findet man kreative Ideen zum Weiterverwenden, Umfunktionieren und Aufwerten von kaputten Gegenständen oder alter Kleidung. Das schont die Umwelt und spart teures Material aus dem Kreativmarkt. Viele YouTuber und YouTuberinnen erstellen Anleitungen in Form von Videotutorials. Blogger stellen kommentierte Fotostrecken zusammen, die die einzelnen Arbeitsschritte erklären und für Laien ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

    Gerade in Zeiten der Pandemie können kleine oder größere DIY-Projekte eine tolle Möglichkeit sein, zuhause kreativ zu werden und mal etwas ganz Neues auszuprobieren. Da es Projekte in allen Schwierigkeitsgraden gibt, findet jedes Familienmitglied eine passende Aufgabe. Zusammen lässt sich beispielsweise Deko für das gemeinsame Zuhause oder ein ausgefallenes Geburtstagsgeschenk für die Großeltern oder gute Freunde entstehen. Wir haben übrigens auf dem Elternguide auch Anleitungen für kreative Medienprojekte.

    …ein Lifehack?

    Ein Lifehack ist eine ungewöhnliche, aber einfache Lösung für ein alltägliches Problem: Aus einer Büroklammer kann schnell eine Halterung für das Smartphone gezaubert oder das Bügelbrett als höhenverstellbaren Schreibtisch umfunktioniert werden. Lifehacks sind oft überraschend und wirken genial. Die kleinen Anleitungen werden häufig in Form von kurzen Videos auf TikTok, Facebook oder Instagram geteilt und versprechen, das Leben auf unterhaltsame Weise ein Stückchen einfacher zu machen. Auf YouTube werden auch sogenannte Compilations, also Zusammenstellungen von Lifehack-Videos gepostet, die dann einfach zur Unterhaltung geschaut werden können. Lifehacks machen Spaß. Und da sie oft mit Gegenständen auskommen, die man selber zu Hause hat, lässt sich vieles direkt ausprobieren.  

    …ein Reaction Video?

    Für ein Reaction Video filmen sich Social Media-User während sie ein anderes Video anschauen. Das Reaction Video zeigt meistens ihre Reaktion auf das, was sie gerade sehen. Wenn man das Video kennt, auf das reagiert wird, macht es Spaß, die Reaktion zu beobachten und mit der eigenen zu vergleichen. Es kann auch lustig sein, wenn man schon vorhersehen kann, wie die Reaktion ausfallen wird und dann genau das passiert, was man erwartet hat – oder auch wenn man mal total überrascht wird. Wenn das eigentliche Video unbekannt ist, kann das Schauen eines Reaction Videos neugierig darauf machen.

    Oft wird auf Videos reagiert, in denen es eine unvorhersehbare Wendung gibt, wodurch der Zusehende z. B. erschrickt. Am besten schauen Sie sich ein solches Video an, um zu verstehen, was Reaction Videos sind – z. B. dieses mit Billie Eilish. Oder lassen Sie sich welche von Ihrem Kind zeigen. 

    Viele YouTuberinnen und YouTuber nehmen regelmäßig Reaction Videos auf, aber auch auf TikTok sind sie ein beliebtes Format. Manchmal kann es mit Reaction Videos rechtliche Probleme geben, denn je nachdem wieviel von dem Video, auf das reagiert wird, gezeigt wird, kann es eine Verletzung des Urheberrechts darstellen. Das Video wird dann gesperrt. Reaction Videos sind daher ein guter Anlass, mit Ihrem Kind über rechtliche Regelungen im Internet zu sprechen – egal ob es selbst eines aufnehmen will oder sie sich einfach gerne anschaut.

    Andere beliebte Genres

    Es gibt noch viele weitere Genres auf Social Media, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind und die wir Ihnen in eigenen Beiträgen bereits vorgestellt haben. Lesen Sie hier noch einmal nach, was es mit Let’s Play-Videos, Challenges, Tutorials, Memes, Stories, Pranks, UnboxingVideos und Vlogs auf sich hat.

    Instagram

    Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, Influencerinnen und Influencer zeigen, was gerade angesagt ist, Nutzende informieren sich über einen Newschannel oder lassen sich einfach unterhalten.

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    https://www.youtube.com/watch?v=zvLSkQ-yMCo_%_

    Kurz gefasst:

    • soziales Netzwerk, das kostenlos nach einer Registrierung über die App genutzt werden kann
    • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Stories
    • Mindestalter: 13 Jahre
    • Vorsicht: beeinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, Daten werden an Facebook weitergegeben

    Was ist Instagram?

    Instagram oder kurz Insta ist mehr als eine Bilder-Plattform. Oberhalb des eigenes Feeds (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) gibt es aktuelle Stories von Nutzerinnen und Nutzern, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder. Außerdem werden im Feed die neugeposteten Fotos und Videos der abonnierten Kanäle und Personen angezeigt.

    User finden bei Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freundinnen und Freunden. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

    Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis, Schriftarten usw. direkt in der App erstellen und bearbeiten. In Bildunterschriften wird der eigene Content – also Fotos und Videos – mit einem Hashtag Themen zugeordnet. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

    Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere austesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente, die man mit Freunden oder der Familie erlebt, dokumentieren und teilen.

    Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Nach der Registrierung bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse oder via Facebook-Account sind erst einmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. den Namen, das Profilbild und die Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Erst wenn der eigene Account auf privat gestellt wird, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

    Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass ein Foto mit einem Klick auch auf anderen Netzwerken wie Facebook geteilt werden kann. Das passiert schnell auch unbeabsichtigt.

    Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzenden bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

    Auch bestimmte Inhalte auf Instagram können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur unpassende Bilder für Kinder und Jugendliche, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencerinnen und Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

    Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder User bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

    Was meint der Anbieter?

    Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch bisher keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre als ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen.

    Im März 2021 hat Instagram Maßnahmen für einen besseren Jugendschutz angekündigt. Geplant ist z. B. eine verlässliche Altersabfrage. Dann können bereits eingeführte Maßnahmen greifen: Erwachsene können Jugendliche, die ihnen nicht folgen, schon jetzt keine Nachrichten schicken. So soll die Gefahr von Cybergrooming verringert werden. Auch Sicherheitshinweise in der App sollen dazu beitragen. Weitere Maßnahmen und Hinweise für Eltern sind in Arbeit. Lesen Sie mehr dazu direkt bei Instagram.

    Was sollten Eltern beachten?

    Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freundinnen und Freunden über das Internet geteilt werden!

    Besprechen Sie mit Ihrem Kind, sein Profil direkt nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann kann es nur von vorab bestätigten Followern eingesehen werden. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, sollten dort auch die Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

    Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte auch nicht einfach Abo-Anfragen von Fremden annehmen. Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass man so durch Fremde aufgefunden werden könnte.

    Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram und wer ihm folgt. Seien Sie immer ansprechbar, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

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