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K-Pop, K-Drama – was hat es auf sich mit dem Hype um koreanische Popkultur?

Fünf bis zehn junge Menschen auf einer Bühne, bunte Outfits und noch buntere Frisuren. Dazu eingängige Melodien, Texte über die Liebe und das Leben. Und vor allem eine makellos durchchoreografierte Show. Wenn es so aussieht, ist es wahrscheinlich K-Pop. Popmusik aus Korea, die seit einiger Zeit auf der ganzen Welt riesige Erfolge feiert.

Wie entstand das Phänomen K-Pop?

Seit den 1990er Jahren wurde die Welle koreanischer Popkultur in Gang gesetzt und wächst seitdem immer weiter. Nach Fernsehproduktionen (K-Dramas) wurde verstärkt auch koreanische Musik (K-Pop) exportiert. Zunächst im asiatischen Raum, später in die ganze Welt. Das Lied ‚Gangnam Style‘ des Sängers ‚Psy‘ etwa war eines der ersten koreanischen Lieder, das die internationalen Hitlisten anführte, Bands wie BTS bekamen mehr und mehr Präsenz im internationalen Musikmarkt.  Es wurden Fangruppen gegründet, Festivals veranstaltet, und internationale Medien berichteten. Vor allem in sozialen Netzwerken sind die koreanischen Stars bekannt und finden viele, besonders junge Fans.
Innerhalb kürzester Zeit entstand ein regelrechter Korea-Hype und eine Begeisterung für die koreanische Kultur. Comics, Computerspiele, Essen oder Mode aus Südkorea bekamen so viel Aufmerksamkeit wie nie.

Was macht die Faszination K-Pop und K-Drama aus?

Die Stars aus Musik und Film bieten ihren Fans eine scheinbar perfekte Welt mit hohem Wohlfühlfaktor. Die Melodien und Themen sind eingängig und unstrittig, es werden die klassischen Themen des Erwachsenwerdens verhandelt, Emotionen, Liebe, Freundschaft. Dabei bleiben die Stars stets politisch korrekt und machen um Themen mit Skandalpotenzial einen weiten Bogen.

Auch die Künstlerinnen und Künstler selbst scheinen stets alles richtig zu machen. Sie sehen aus wie fleischgewordene Kunstwerke, liefern bei Auftritten oder Interviews makellose Performances ab und bedienen dadurch hervorragend die Bedürfnisse der Fans. Bands wie BTS bringen mehrere Alben pro Jahr auf den Markt, dazu Merchandise-Artikel aller Art. Aber auch der Kontakt mit den Fans wird gepflegt, es gibt Meet-and-Greets und digitale Mittagessen mit dem Publikum, Behind-the-scenes-Videos und zahlreiche Angebote, die einen persönlichen Kontakt ermöglichen oder zumindest vortäuschen. Dazu kommt die in Europa wahrgenommene Exotik der Stars, ihrer Sprache und Kultur – fertig ist das perfekte Entertainment-Paket.

Was sollten Eltern beachten?

Hinter den koreanischen Kultur-Produkten steht eine große und finanzstarke Industrie. Die Stars werden häufig schon als Kinder oder Jugendliche gecastet und jahrelang zu „perfekten“ Entertainern trainiert. Hinter der glänzenden Fassade steht nicht nur harte Arbeit, sondern häufig auch Druck, Knebelverträge oder Ausbeutung. Auch diese Seite der makellosen K-Popkultur sollte Eltern und Kindern bewusst sein. So können unrealistische Vorstellungen vom Leben als Künstlerin oder Künstler, aber beispielsweise auch unerreichbare Schönheitsideale hinterfragt und beleuchtet werden.

Zudem sind nicht alle K-Produktionen so harmlos, wie sie manchmal scheinen. Die Serie Squid Game etwa machte in erster Linie durch Brutalität von sich reden – und hatte das Potenzial, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu verstören.

Es gilt also auch hier: Begeisterung für die Angebote mit dem ‚K‘ gerne, aber immer mit dem nötigen kritischen Blick.

Algospeak – die Geheimsprache auf Social Media?

Unter Postings oder in Kurzvideos auf TikTok, Instagram & Co. sind sie immer häufiger zu lesen: Begriffe in kryptischen Schreibweisen, wie z. B. “Seggs” oder “d1ck”. Wer sich die Wörter laut vorspricht, weiß in der Regel sofort, was gemeint ist. Doch was hat es damit auf sich?

Austricksen der künstlichen Intelligenz

Veränderte Schreibweisen bestimmter Wörter, Abkürzungen oder das Erfinden komplett neuer Vokabeln dient Nutzenden dazu, den Algorithmus zu umgehen. Denn der Algorithmus entfernt automatisch rechtswidrige Inhalte aber auch Begriffe rund um Porno und Sex. Ganz besonders TikTok bzw. dem Unternehmen ByteDance dahinter, wird vorgeworfen, auf der Plattform Zensur zu betreiben: Videos mit bestimmten Inhalten, z. B. von queeren Menschen, würden unterdrückt.

Der Begriff Algospeak setzt sich zusammen aus „Algo“, als Kürzel von Algorithmus und „speak“, dem englischen Wort für „sprechen“. Algospeak verändert sich ständig, da die Plattformen ihren Algorithmus immer wieder anpassen.

Die Universalsprache im Internet ist Englisch. Viele Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland vermischen online Deutsch oder andere Sprachen mit Englisch. Der Algorithmus kann deshalb bestimmte Begriffe nicht unterscheiden. Beispielsweise wird das englische „dick“ zensiert, auch wenn damit im Deutschen nichts Anstößiges gemeint ist. So kommt es, dass auch harmlose Inhalte gelöscht werden.

Wie können Eltern damit umgehen?

Algospeak dient nicht nur dazu, eine mögliche Zensur zu umgehen, um dadurch viele unterschiedliche Stimmen und Meinungen sichtbar zu machen. Auch Menschen, die Meinungen manipulieren und Hass streuen, können sie nutzen, um technische Hürden und Gesetze zu umgehen. Wenn Sie feststellen, dass Algospeak genutzt wird, um Hassrede und Beleidigungen zu tarnen, sollten Sie solche Fälle unbedingt melden. Machen Sie auch Ihr Kind auf diese Funktion aufmerksam.

Wundern Sie sich als Eltern nicht, wenn Ihnen bei Social Media ungewöhnliche Schreibweisen unterkommen. Das muss nicht bedeuten, dass Ihr Kind keine Rechtschreibung beherrscht. Lassen Sie sich erklären, wenn Sie etwas nicht verstehen und erläutern Sie auch Ihrem Kind, wenn es sich über komische Schreibweisen wundert.

Um eine wirkliche Geheimsprache handelt es sich bei Algospeak also nicht – höchstens für den Algorithmus.

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliche Bilder „verschwinden“ nach kurzer Zeit vom Smartphone der Empfängerin oder des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Features: Snapchat+
  • Funktionen: kreative Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter mit Freunden teilen
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt (nach DSGVO ab 16 Jahren)
  • diverse Kontaktrisiken, u. a. ermöglicht die Ortungsfunktion die Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars und Marken. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen aktiviert ist. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Snapchat+ bietet einige Funktionen mehr, die bisher (Stand: Oktober 2022) allerdings eher Spielerei sind, z. B. die Auswahl verschiedener App-Symbole für den Handybildschirm oder die Markierung eines allerbesten Freundes.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Die App gehört zu den beliebtesten Anwendungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freundinnen und Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ werden Personen als Avatare dargestellt, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Know-how auf dem Gerät wiederherzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle darüber schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktion nutzen können. Das ist im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen ist auch die Funktion “Snap Map” kritisch zu sehen.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Dazu zählen nicht altersgemäße Bilder ebenso wie unangemessene Werbung oder Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Nutzende müssen sich an die Regeln der Plattform Snap halten. Die Nutzung von Snapchat ist Jugendlichen ab 13 Jahren nur mit der Erlaubnis ihrer Eltern gestattet. Es erfolgt allerdings keine technische Prüfung der Altersangabe.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte, wie z. B. pornografische Bilder, zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des deutschsprachigen Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich, andere Nutzende zu blockieren und zu melden. Sogenannte Content-Manager prüfen Verstöße gegen die Snapchat-Richtlinien.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat bietet Handysektor. Über das Family Center von Snapchat erhalten Eltern einen Überblick zu den Aktivitäten ihres Kindes in der App. Um sich mit dem Konto des Kindes zu verbinden, wird allerdings ein eigener Snapchat-Account benötigt.

Wenn Ihr Kind die App gern nutzen möchte, sollten Sie unbedingt über mögliche Gefahren sprechen. Regeln Sie, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch. Erklären Sie Ihrem, dass versendete Bilder per Screenshot vom Empfänger abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freundinnen und Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion Snap Map: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen. Wenn eine Freundin oder ein Freund Ihres Kindes Snapchat+ nutzt, sollte besonders darauf geachtet werden, die Tracking-Funktion zu deaktivieren oder die Person zu blockieren.

BeReal – Deine Freunde in echt

„Ich kann jetzt nicht – ich muss ein BeReal machen!“ So oder ähnlich klingt es vielleicht bei Ihnen zu Hause seit einiger Zeit. Die Social-Media-App BeReal will anders sein und begeistert mit ihrem ungewöhnlichen Konzept: spontane Schnappschüsse aus dem Alltag statt inszenierte Bilder und Videos. BeReal zählt 2022 zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-Foto-App für Android und iOS
  • Altersfreigabe: ab 12 Jahren (keine Überprüfung der Altersangabe)
  • Werbefrei
  • Erfordert Registrierung mit Namen, Geburtsdatum und Telefonnummer
  • Problematisch: Sammeln personenbezogener Daten, fehlende Datenverschlüsselung, Umgang mit Persönlichkeitsrechten

Wie funktioniert BeReal?

BeReal bedeutet übersetzt „Sei echt!“. Nutzende erhalten einmal am Tag von der App die Aufforderung, ein Foto von sich in ihrer aktuellen Situation zu machen. Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt, variiert von Tag zu Tag und geht an alle Nutzenden gleichzeitig raus.

Innerhalb von zwei Minuten muss dann gleichzeitig ein Foto mit der Front- und der Rückkamera gemacht und veröffentlicht werden. Die beiden Fotos werden als Bild-im-Bild angezeigt. Andere Bilder aus der Fotogalerie können nicht hochgeladen werden. Innerhalb der vorgegeben zwei Minuten muss außerdem entschieden werden, ob das Bild nur mit den befreundeten Kontakten oder öffentlich im Discovery-Feed geteilt wird. Sobald das Foto hochgeladen wurde, sind auch die Fotos von befreundeten Kontakten einsehbar. Wird ein Bild zu einem späteren Zeitpunkt hochgeladen, wird es mit „Late“ (= verspätet) gekennzeichnet. Die geposteten Aufnahmen löschen sich automatisch nach 24 Stunden aus dem Feed. An bestimmten Tagen ruft BeReal besondere Challenges aus.

In der App gibt es keine Filter oder Bildbearbeitung und es können keine Videos aufgenommen werden. Auch Likes können nicht vergeben werden und die eigene Followerzahl ist nicht öffentlich sichtbar. Stattdessen ist gibt es ein weiteres ungewöhnliches Feature: Auf Beiträge anderer wird mit Emojis oder sogenannten RealMojis reagiert. Damit können personalisierte Grimassen und Grüße verschickt werden.

Öffentliche Fotos können jederzeit gesehen werden. Freunde lassen sich über die Synchronisation mit den eigenen Kontakten oder über die Suche nach Usernamen finden und hinzufügen. Auch Profile aus dem öffentlichen Feed können hinzugefügt werden.

Was begeistert Jugendliche an der App?

Neue Apps sind dann interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie anders sind. Deshalb ist BeReal mit seinen neuen und ungewöhnlichen Funktionen faszinierend für Jugendliche. Es ist spannend und aufregend, weil die Push-Nachricht jederzeit kommen kann. Dann muss spontan und unter Zeitdruck, ein Foto gemacht werden – ohne viele Versuche und ohne Filter. So lange die App neu und für viele Erwachsene noch ungewohnt ist, ist sie für Jugendliche besonders attraktiv, weil sie sich damit von ihnen abgrenzen können.

Was kann problematisch sein an BeReal?

Aus Sicht der Jugendlichen wird es nicht immer leicht sein, der Aufforderung der App nachzukommen, weil sie in der Schule nicht jederzeit ihr Handy rausholen können. Für einige kann der Druck, der durch die Push-Nachricht ausgeübt wird, unangenehm sein oder dazu führen, dass unüberlegt Fotos in Privatsituationen gemacht und veröffentlicht werden. Es kann auch sozialer Druck entstehen, Fotos zu machen, die ohne Filter und Bildbearbeitung aufregend sind und dann entsprechend positive Kommentare und Reaktionen erhalten.

Bei der Registrierung auf BeReal werden personenbezogene Daten wie Name oder Telefonnummer erhoben. Zudem wird die IP-Adresse gespeichert und Daten werden unverschlüsselt übertragen. Wenn der Zugriff auf das eigene Adressbuch erlaubt wird, gelangen die Anbieter der App auch ungefragt an die Daten von Nicht-BeReal-Nutzenden. In der Android-App gibt es (Stand: September 2022) eine Blockierfunktion für fremde Kontakte – allerdings bisher nicht für iOS.

Auch auf den geposteten Fotos können andere Personen zu sehen sein, die in der unerwarteten Foto-Situation nicht schnell genug die Konsequenzen überblicken konnten und dann im öffentlichen Feed der App landen. Fotos können zudem unbemerkt per Screenshot von anderen gesichert und weiterverbreitet werden.

Hinter der App steckt ein französisches Unternehmen mit dem gleichen Namen: BeReal. BeReal klärt auf seiner Website über die Nutzungsbedingungen und den Umgang mit Daten (Privacy Policy) auf, allerdings nur auf Englisch und Französisch.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind Interesse an der App hat, sollten auch Sie sich BeReal genauer anschauen – am besten tun Sie das gemeinsam. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Kommunikationsrisiken, die mit der Nutzung der App verbunden sind. Vereinbaren Sie vorher, welche Fotos dort veröffentlicht werden dürfen, so dass Ihr Kind in der Drucksituation bewusst reagieren kann.

Die App greift auf viele Funktionen des Smartphones zu, die teilweise unbegründet sind, z. B. Mikrofon und Standort. Prüfen Sie die App-Berechtigungen direkt nach der Registrierung und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Zugriffe notwendig und sinnvoll sind. Am besten stellen Sie den Account auf privat, so dass nur Personen in der Freundesliste die geposteten Bilder sehen können. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es nur Personen als Freunde hinzufügen sollte, die es auch tatsächlich kennt.

Fragen Sie regelmäßig nach den Nutzungserfahrungen Ihres Kindes und seien Sie bei Problemen immer ansprechbar.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und das Recht am eigenen Bild und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Nicht zu vergessen ist das Kinderrecht auf Beteiligung (Art. 12, UN-KRK), weshalb es wichtig ist, Kinder altersgerecht einzubinden und ihr Einverständnis einzuholen. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babys und Kleinkindern

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Kindern im (Grund-)Schulalter

Geocaching selbst gemacht

Auf der ganzen Welt gibt es Millionen von Geocaches und viele Menschen, die danach suchen. Einige Leute suchen nicht nur, sondern verstecken selbst Caches. Wenn Sie mit der Familie selbst kreativ werden wollen, erklären wir Ihnen hier, wie es geht.

Nicht nur die Suche nach einem Cache ist ein großer Spaß. Sie können auch selbst Caches verstecken und sich dazu Rätsel und Hinweise ausdenken. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt und Sie brauchen nicht viel dafür. Die Entwicklung einer eigenen Schnitzeljagd ist für Kinder ab ca. acht Jahren geeignet. Je nach Alter und Interesse des Kindes lässt sich Geocaching mit Bildungs- und Lerninhalten verknüpfen – auch Educaching genannt. So wird Wissen mit Spaß und Spiel verbunden. Der eigene muss nicht offiziell auf einer Geocaching-Plattform gelistet sein, sondern kann auch nur für Freunde und Familie erstellt werden. Er kann zu einem Schatz, einer Überraschung und/oder einem Rätsel führen. Es kann ein einzelner Cache oder ein mehrteiliger Cache (Multi-Cache) sein, bei dem verschiedene Stationen abgelaufen werden.

Von der Idee zum eigenen Cache

Der erste Schritt ist die Suche nach einem Thema. Inhalte mit lokalem Bezug – z. B. spannende Orte in der eigenen Stadt – bieten sich an. Es können aber auch Themen wie Umwelt und Wald oder historische Ereignisse behandelt werden. Wichtig ist, dass es den Interessen und dem Alter Ihres Kindes entspricht. Vielleicht hat Ihr Kind auch eigene Ideen, die es umsetzen möchte.

Wenn das Thema gefunden ist, wird recherchiert und nach interessanten Dingen geforscht. Mit der Smartphone-Kamera können mögliche Verstecke festgehalten werden. Dann geht es daran, sich Rätsel und Aufgaben auszudenken. Bei einem Multi-Cache müssen die Stationen in eine Reihenfolge gebracht und an den Standorten versteckt werden. Notieren Sie sich die GPS-Koordinaten der Verstecke. Wer die Schnitzeljagd spielen möchte, erhält zum Start nur die Koordinaten der ersten Station. Bei der Suche enthält dann jeder neu entdeckte Cache die Koordinaten für die nächste Spur.

Für einen eigenen Geocache wird Folgendes benötigt:

  • Dosen oder Behälter für Hinweise, Rätsel und ggf. Gegenstände
  • GPS-Gerät oder Smartphone mit eingeschaltetem GPS (Koordinaten können auch über eine Karten-App wie Google Maps gesucht werden)
  • ggf. Fotoapparat bzw. Smartphone, um vorab Verstecke zu fotografieren
  • Papier und Stift
  • Ein Notizbuch (Log-Buch)
  • Kärtchen für Hinweise und Tipps
  • Eventuell kleine Preise für den letzten Cache (Schatztruhe)

Geo- und Educaches können mit Hilfe der App Actionbound auch multimedial gestaltet werden. Mehr zum Thema Educaching gibt es hier.

Geocaching – die moderne Schatzsuche

An dieser Schnitzeljagd, die mit einem Smartphone oder GPS-Gerät funktioniert, haben auch ältere Kinder und Jugendliche Spaß. Probieren Sie es aus und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf diese besondere Schatzsuche.

Was bedeutet Geocaching?

Beim Geocaching werden mithilfe eines GPS-Empfängers kleine Schätze gesucht, die andere Spielende an unterschiedlichen Orten versteckt haben. Diese Caches befinden sich in Dosen oder Gefäßen unterschiedlicher Größe. Der jeweilige GPS-Standort wird auf einer Plattform registriert, z. B. bei geocaching.com oder opencaching.de und lässt sich per App speichern und abrufen. Wer einen Cache findet, trägt sich in ein sogenanntes Logbuch ein, das dem Cache beigelegt ist. Danach wird die Dose wieder verschlossen und an der gleichen Stelle versteckt, so dass die nächste Person ebenfalls danach suchen muss.

Geocaching ist ein beliebtes Hobby bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Die Schätze sind auf der ganzen Welt versteckt, so dass Sie auch im Urlaub auf die Suche gehen und spannende Orte entdecken können. Für einige Geocacher geht es darum, möglichst viele Caches zu finden und sich in Logbücher auf der ganzen Welt einzutragen.

Was gibt es zu beachten?

Es gibt Caches in unterschiedlichen Kategorien und Größen. Alle wichtigen Informationen dazu stecken in der Cache-Beschreibung. Bei manchen Caches wird eine besondere Ausrüstung für die Suche benötigt. Bei Rätselcaches müssen vorher Aufgaben gelöst werden, um die GPS-Koordinaten zu bekommen. Je nach Cache können schon Kinder ab 4 Jahren bei der Schatzsuche dabei sein. Ältere Kinder können schon selbst die Beschreibungen lesen und selbständiger bei der Suche sein.

Manche Caches sind nicht leicht zu finden. Das kann Kinder schnell frustrieren. Lesen Sie deshalb vorher genau die Cache-Beschreibung durch. Häufig finden sich in den Kommentaren des digitalen Logbuchs (unter jeder Cache-Beschreibung) noch wichtige Hinweise. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Cache nicht mehr im Versteck ist, weil jemand ihn zerstört oder weggenommen hat.

In manchen Caches befinden sich Tauschgegenstände, wie eine Spielzeugfigur, eine Münze o. ä. Manche Gegenstände haben eine Mission. Beispielsweise sollen sie durch Tausch in ein anderes Land oder einen anderen Ort gelangen. Alle Informationen dazu gibt es jeweils auf der Geocaching-Plattform. Eine wichtige Regel ist, dass Geocacher unauffällig suchen, um nicht sogenannte Muggel auf den Cache aufmerksam zu machen. Das Wegschmeißen von Müll oder das Zerstören der Landschaft wird in der Geocaching-Community nicht gern gesehen und ist gegen die Regeln des Geocachings.

So geht’s auf Schatzsuche:

  • bei Geocaching-Plattform registrieren und geeignete Caches raussuchen
  • Geocaching-App auf dem (geladenen) Smartphone installieren
  • Cache-Beschreibungen gut durchlesen, da manchmal Dinge bei der Suche zu beachten sind
  • Stift und ggf. Tauschgegenstand einpacken, feste Schuhe an und los geht’s!
  • Cache mit Hilfe des Smartphones suchen, finden und Besuch loggen (in der Dose und/oder auf der Plattform/in der App)
  • Cache wieder verstecken (am gleichen Ort)

Digitale Schnitzeljagd mit Actionbound

Kennen Sie noch Schnitzeljagden aus Ihrer Kindheit? Wer heute ein Smartphone mit einer passenden App wie Actionbound dabei hat, kann die Schnitzeljagd um digitale Möglichkeiten erweitern. 

Kurz gefasst: 

  • App für iOS und Android zum Durchführen von Schnitzeljagden, Stadtrundgängen und Rallyes 
  • keine Altersbeschränkung; geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahren 
  • für die private Nutzung kostenlos 
  • Registrierung erforderlich, wenn eigene Bounds erstellt werden 

Was ist Actionbound? 

Actionbound kann mit Familie oder Freundeskreis gespielt werden, z. B. als Rallye für den Kindergeburtstag oder im Urlaub zur Erkundung eines neuen Orts. Actionbound kann allein oder als Gruppe gespielt werden.  

Mit Actionbound können digitale Schnitzeljagden – die sogenannten Bounds – mithilfe von Tablet oder Smartphone gespielt werden. Beim Spielen erscheinen Hinweise, Rätsel, Herausforderungen und Medieninhalte direkt auf dem Bildschirm. Die Bounds enthalten abwechslungsreiche Spielelemente wie GPS-Locations, QR-Codes und Mini-Games. Bei der Nutzung des GPS zeigt das Tablet oder Smartphone den Spielerinnen und Spieler den Weg durch das Anzeigen eines Richtungspfeils.  

Selbst kreativ werden mit Actionbound 

Bounds werden entweder von anderen Actionbound-Nutzenden erstellt und veröffentlicht oder es kann selbst ein neuer Bound angelegt werden. Zu Themen wie Natur, Kultur, Freizeitaktivitäten oder Sehenswürdigkeiten finden sich in der App zahlreiche Bounds. So wird z. B. der Stadtrundgang zu einem spannenden Erlebnis. 

Eigene Bounds können am Computer über den Internetbrowser im Bound-Creator erstellt werden. Dafür ist eine kostenfreie Registrierung bei Actionbound nötig. Das Erstellen eines Bounds ist ganz einfach. Es lassen sich Bilder, Videos und Audios integrieren, Quizfragen und Aufgaben stellen und QR-Codes anlegen. Wer seinen Bound mit ausgewählten Personen teilen möchte, kann die Funktion „geheime Bounds“ wählen. Dafür zahlen Erstellende sieben Euro pro Bound (Stand: Juli 2022). 

Hier gelangen Sie direkt zum Angebot: actionbound.com

Was sollten Eltern beachten? 

Actionbound lässt sich auch mit jüngeren Kindern nutzen. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind aber in die Nutzung einführen oder besser noch, Ihr Kind dabei begleiten. Achten Sie beim Erstellen eines Bounds darauf, viele Bilder und wenig Text zu verwenden. 

Die Erstellung eines Bounds kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte planen Sie auch die Zeit ein, die Sie mit der Durchführung der Rallye oder der Schnitzeljagd verbringen möchten. Wenn Ihr Kind schon älter ist, kann es ein schönes Erlebnis sein, zusammen einen Bound zu gestalten. Beachten Sie, dass in der kostenlosen Version alle Bounds öffentlich zu sehen sind. Seien Sie beim Erstellen sparsam mit sensiblen Daten wie Kinderfotos und personenbezogenen Angaben. Wenn Sie den Bound sehr persönlich gestalten möchten, lohnt sich die kostenpflichte Option „geheime Bounds“. 

Sie können mit Ihrem Kind auch bereits bestehende Bounds zu vielen verschiedenen Themen spielen. Wählen Sie über die Suchfunktion in der App eine geeignete Schnitzeljagd in der Nähe Ihres Standortes aus. Bedenken Sie, dass hier die Inhalte nicht genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Überprüfen Sie, dass der Bound zur Altersgruppe Ihres Kindes passt.  

Actionbound ist eine App aus Deutschland, deshalb unterliegen Ihre Daten dem Europäischen Datenschutz.  

Lightpainting – Bunte Lichtmalereien mit dem Smartphone

Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.

Was ist Lightpainting?

Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen können als zusätzliche Lichtquellen dienen. Mit ihnen lassen sich Bilder oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, habe viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Bildquelle: unsplash.com/Brunetto Ziosi

Lightpainting als Familienprojekt

Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone oder der Kamera funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.
Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit ein bisschen Erfahrung geht es auch draußen) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen. Wenn Sie eine Digitalkamera und ein Stativ haben, gelingen noch bessere Lichtmalereien. So geht’s:

  1. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Bei dem Smartphone ist es wichtig, dass die Kamera-App längere Belichtungszeiten ermöglicht. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Light Painting, kostenlos im App-Store oder LightPainting by AIRC, ebenfalls kostenlos für iOS, aber nur in Englisch oder Italienisch; LL Cam für Android, kostenlos, aber mit Werbung im Google Play Store).
  2. Wenn die Technik passt, suchen Sie sich einen dunklen Ort (drinnen oder draußen), an dem Sie ausreichend Platz haben, um Fotos zu machen. Je dunkler der Ort ist, desto besser gelingt die Lichtmalerei. Tipp: Ziehen Sie sich dunkle Kleidung an, wenn Sie auf dem Bild nicht zu sehen sein wollen, sondern die Malerei im Vordergrund stehen soll.
  3. Stellen Sie das Smartphone sicher auf – entweder mit einem Stativ oder an einem ähnlich stabilen Platz. Falls die Kamera oder das Smartphone in der Hand gehalten wird, kann das Bild leicht verwackeln.
  4. Bei dem Smartphone empfiehlt sich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden und die Verwendung des Selbstauslösers. Der Selbstauslöser verhindert, dass es beim Fotografieren wackelt. Das würde zu unscharfen Fotos führen.
  5. Nun können Sie sich vor die Kamera stellen und mit den gewählten Lichtquellen in der Dunkelheit malen. Lichtquellen wie z. B. Wunderkerzen, Knicklichter, LED-Lampen, Smartphone-Bildschirme (es gibt auch dafür Apps) oder Taschenlampen, die die Farbe wechseln können, sind für die Lichtmalerei möglich. Wenn Sie eine der Lichtbewegungen nicht auf dem Bild sehen möchten, müssen Sie die Lichtquelle ausschalten oder abdecken.

Die Bilder, die bei einer Lightpainting-Aktion entstehen, können – ausgedruckt oder via Smartphone – an Freunde und Familie verschickt werden.

Auf einer Seite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung, die auch für Kinder leicht verständlich ist.
Und schon kann es losgehen! Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld kann man jedoch ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen oder Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn aufnehmen. Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien oder im Winter drinnen. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!

Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern.

Natur entdecken mit Apps

„Schau mal Papa, ein riesiger Käfer!“, „Mama, darf ich diese Beere essen?“, „Welcher Vogel singt denn da?“. Wenn es um Natur und Umwelt geht, machen Kinder viele spannende Entdeckungen. Apps können helfen, Tiere und Pflanzen um uns herum zu erkunden und genauer zu bestimmen. 

Draußen unterwegs mit dem Smartphone

Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten genau verstehen, was sie in der Welt alles entdecken. Neben Büchern und Lexika zur Tier- und Pflanzenbestimmung können Sie auch Ihr Smartphone nutzen, um zusammen die Natur um Sie herum zu entdecken! Ob Blumen oder Schmetterlinge, Tierspuren oder Sternbilder – mit den richtigen Apps können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Neues über Tiere und Pflanzen lernen. Nutzen Sie die Entdeckungsfreude Ihres Kindes und verbinden Sie Naturerfahrung an der frischen Luft mit. Wir stellen Ihnen vier ausgewählte Apps vor.

Pflanzen bestimmen

Was blüht denn da am Wegesrand? Beim Spaziergang eine Blüte, einen Halm oder ein Blatt abfotografieren und in Sekundenschnelle die Antwort erfahren – das ermöglicht die App Flora Incognita (lateinisch für „unbekannte Pflanzenwelt“). Sie ist leicht zu bedienen und mit ihr werden Kinder zu Naturforscherinnen und Naturforschern. Dank eines speziellen Algorithmus erkennt die App eine Vielzahl an Blumen, Sträuchern, Bäumen und Gräsern und bietet Informationen dazu. Die Entdeckungen können in der App gespeichert werden und geben so der Wissenschaft Hinweise auf die Verbreitung von Pflanzen. „Flora Incognita“ ist das Produkt eines Forschungsprojektes des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena & TU Ilmenau. Die App ist kostenlos und werbefrei für iOS- und Android-Geräte verfügbar. 

Mehr Infos: Flora Incognita | DE – Die Flora Incognita App – Interaktive Pflanzenbestimmung

Vogelstimmen erkennen

„Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald!“. Vögel sitzen oft gut versteckt in Sträuchern oder auf hohen Bäumen. Wir sehen sie nicht immer, aber können ihr Zwitschern und Rufen gut hören. Die verschiedenen Vogelstimmen auseinander zu halten ist nicht so einfach. Hilfestellung bietet die App BirdNET (englisch für „Vogelnetz“). Mit ihr lassen sich Vogelstimmen aufnehmen und direkt bestimmen. Steckbriefe geben nähere Informationen zu den Federtieren, die Aufzeichnungen werden wissenschaftlich verwendet. BirdNET ist ein Forschungsprojekt der TU Chemnitz & Cornell Lab of Ornithology. Die kostenlose, werbefreie App ist sowohl für iOS als auch für Android erhältlich.

Mehr Infos: BirdNET Sound ID – The easiest way to identify birds by sound. (cornell.edu)

Teil einer Natur-Community werden

Die App iNaturalist ist eine soziale Plattform, die Naturfreundinnen und -freunde weltweit in einer Community verbindet. Über ein Profil können Sie Fotos aller möglichen Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen hochladen und bestimmen. Die Beobachtungen werden mit dem Standort versehen und gespeichert. So können andere Nutzende nachsehen, welche Tiere und Pflanzen in der Umgebung gesichtet wurden und die Funde diskutieren. In der kostenfreien App gibt es eine beeindruckende Anzahl an Entdeckungen. Trotzdem ist sie übersichtlich gestaltet und für ältere Kinder leicht zu bedienen. iNaturalist ist kostenfrei und für Android und für iOS erhältlich.

Mehr Infos: Eine Community für Naturfreunde · iNaturalist

Den Himmel bei Nacht entdecken

Großer Wagen, Milchstraße, Polarstern: soweit kennen sich die meisten mit unserem Nachthimmel aus. Darüber hinaus wird es oft schon schwierig. Die App Star Walk 2 bietet die Möglichkeit, mit dem Standort der Kamerafunktion die Sterne und Planeten um uns herum zu entdecken. Mit einem Klick auf einen Himmelskörper erfahren Nutzende mehr dazu. Per Augmented Reality verbindet die App einzelne Sterne zu wunderschönen, dreidimensionalen Sternbildern und untermalt das Erlebnis mit stimmungsvoller Musik. In-App-Käufe bieten Zugang zu mehr Kategorien wie Satelliten und Kometen. Die App ist in der Basisversion kosten- und werbefrei und für Android und iOS verfügbar.

Mehr Infos: Sterne bei Nacht leicht identifizieren | Mobile Sternenbeobachtung | Aktueller Sternenhimmel | Star Walk

Was sollten Eltern beachten?

  • Einige Apps funktionieren nur mit einer Internetzverbindung. Mitten im Wald oder in den Bergen kann es sein, dass Sie keinen Empfang haben. Machen Sie Fotos Ihrer Entdeckungen und schlagen Sie später gemeinsam nach.
  • Vorsicht giftig! Auch Apps zur Naturbestimmung bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Vermeiden Sie im Zweifelsfall das Anfassen oder Essen von Pflanzen und Tieren.
  • Manche Apps verlangen Zugriff auf Ihren Standort, auf Ihre Smartphone-Kamera und andere Funktionen. Prüfen Sie, welche App-Berechtigungen für die Verwendung der App wirklich nötig sind und unterstützen Sie Ihr Kind, sparsam mit Daten umzugehen.
  • Behalten Sie im Auge, dass bei einigen Apps In-App-Käufe möglich sein können. Informieren Sie sich vor dem Installieren einer App genau und schränken Sie Kaufoptionen in den Smartphone-Einstellungen ein.
  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie die Mediennutzung in der Familie gestalten möchten und wie viel Bildschirmzeit angemessen ist. 

YouTube

Fernsehen ist tot – zumindest, wenn man die junge Generation fragt. Kinder und Jugendliche schauen heute YouTube auf dem Handy oder Tablet. Aber was genau ist das eigentlich?

Kurz gefasst:

  • weltweit größtes kostenfreies Videoportal
  • Videos von professionellen Kanälen, YouTubern, Medien und privaten Nutzern
  • Mindestalter laut Anbieter ab 16 Jahren (13 mit Erlaubnis der Eltern), jüngere Kinder: YouTube Kids
  • Vorsicht: Vielzahl an Inhalten und damit auch das Risiko nicht altersgerechter Videos oder Kommentare

Was ist YouTube?

YouTube ist aktuell das größte und beliebteste Videoportal der Welt. Kinder und Jugendliche können unzählige Videos zu vielfältigen Themen und von verschiedenen Produzenten anschauen. Sie können aber auch eigene Videos hochladen, die Videos anderer bewerten und kommentieren sowie sich mit anderen Nutzern in der Community austauschen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an dem Angebot?

YouTube bietet für jeden Geschmack etwas: Kinder und Jugendliche finden unzählige Videos, Themen und Kanäle für alle Altersgruppen und Interessen. Die Inhalte stammen aus der ganzen Welt, es gibt Videos von professionellen Kanälen (Musikvideos, Shows, Kinderserien, Prominente, erfolgreiche YouTuber). Aber auch private Nutzer laden Videos rund um Computerspiele (z. B. Let’s Play Videos), Tutorials zum Nachmachen, witzige Challenges und Einblicke in ihren Alltag hoch.

Viele Kinder und Jugendliche identifizieren sich mit YouTube-Stars und abonnieren Kanäle, die ihnen gefallen. Dort schauen sie 60-sekündige Smartphone-Videos bei YouTube Shorts, die gängigen 10-Minuten-Videos oder ganze Filme und Serien mit einem YouTube-Premium-Abo. Über die Funktion YouTube Live finden professionelle Livestreams von Veranstaltungen statt, aber auch Privatpersonen können schon mit einfacher Technik live streamen.

“YouTuber” sehen manche Kinder und Jugendliche als einen Berufswunsch an und möchten gerne einen eigenen Videokanal starten. Grundsätzlich ist das eine tolle Möglichkeit, sich kreativ auszuleben. Jedoch gibt es auch einige Dinge, die beachtet werden müssen. Deshalb haben wir für Sie in diesem Beitrag das Wichtigste dazu zusammengefasst:Mein Kind will YouTuber werden

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es handelt sich um eine weltweite Nutzercommunity, mit einer riesigen Bandbreite an Inhalten, sekündlich neu hochgeladenen Videos und unzählige Kommentare. Daher besteht das potenzielle Risiko, dass Jugendliche Inhalten begegnen, die nicht für sie geeignet oder sogar entwicklungsbeeinträchtigend sein können. Videos können bspw. gewalthaltige, anstößige, verstörende Inhalte zeigen, zu riskantem Verhalten anregen, versteckte Werbung enthalten oder einfach nicht altersentsprechend für junge Nutzerinnen und Nutzer sein. Auch die Kommentare unter den Videos können Gewalt, Hass, Beleidigungen oder Belästigungen enthalten.

Wenn Heranwachsende ihre eigenen Videos produzieren, besteht das Risiko, dass sie persönliche Informationen von sich oder auch von Freunden und Familienmitgliedern preisgeben. Wenn andere ungefragt im Video zu sehen sind, kann eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild vorliegen. Kinder und Jugendliche können bei der Verwendung von Musik oder anderen Videoausschnitten gegen das Urheberrecht verstoßen.

Das Portal ist kostenfrei und enthält Werbung und kommerzielle Inhalte, bspw. vor oder zwischen Videos geschaltete Werbespots. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und durchschauen sein. Auch bei Gewinnspielen auf YouTube ist Vorsicht geboten.

Was meint der Anbieter?

YouTube ist eine Tochterfirma des Google-Konzerns. Wer Videos hochladen, abonnieren oder kommentieren möchte, benötigt einen Google-Account. Das Mindestalter für die Nutzung liegt in Deutschland bei 16 Jahren. Eine Ausnahmeregelung gilt, wenn ein Elternteil seinem mindestens 13-jährigen Kind die Nutzung des Dienstes über Family Link erlaubt hat. Grundsätzlich benötigen alle Minderjährigen die Erlaubnis der Eltern.

YouTube klärt die Nutzer mit den Community-Richtlinien über angemessene Inhalte und ein respektvolles Miteinander auf. Der Anbieter ist grundsätzlich nicht verantwortlich für die Inhalte der hochgeladenen Videos, löscht jedoch Videos, die den Richtlinien widersprechen. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist Pornografie auf YouTube verboten. Dasselbe gilt für Inhalte, die selbstverletzendes Verhalten fördern oder die das emotionale und körperliche Wohlbefinden Minderjähriger gefährden. Bestimmte Videos sind daher nur für angemeldete Nutzer sichtbar, die 18 Jahre oder älter sind. Auch wenn YouTube selbst verschiedene Tools verwendet, um unangemessene Inhalte herauszufiltern, ist auch das Feedback der Nutzenden wichtig. Sie haben die Möglichkeit, Inhalte zu melden, sodass diese möglicherweise gelöscht oder sogar strafrechtlich verfolgt werden können.

YouTube setzt Upload-Filter ein, die beim Hochladen prüfen, ob Bilder, Musik oder Videos darin urheberrechtlich geschützt sind. Damit handelt YouTube nach der EU-Urheberrechtsreform von 2019. Die Videoplattform informiert: Nur wer die Genehmigung des Rechteinhabers hat, darf urheberrechtlich geschütztes Material nutzen.

Was sollten Eltern beachten?

Da YouTube eine unübersichtliche Vielfalt an Videos bietet, sollten Sie Ihr Kind nicht alleine damit lassen. Begleiten Sie es bei den ersten Schritten und besprechen Sie die Möglichkeit, Inhalte zu melden. Lassen Sie Ihr Kind erste Erfahrungen auf YouTube Kids sammeln, wo es einen sicheren Rahmen gibt.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, dass Ihr Kind reif genug für das “richtige” YouTube ist, machen Sie zunächst Gebrauch vom eingeschränkten Modus, der bestimmte Inhalte ausblendet, z. B. Gewalt oder Nacktheit. Eltern können den eingeschränkten Modus aktivieren, damit ihre Kinder derartige Inhalte möglichst nicht sehen können.

Seien Sie offen, wenn Ihr Kind selbst Videos produzieren möchte. Es ist zunächst eine tolle Möglichkeit, kreativ zu werden. Besprechen Sie dennoch, welche Themen und Inhalte in den Videos vorkommen werden. Das betrifft auch, ob und wie viele persönliche Informationen andere Nutzer dadurch von ihnen erfahren könnten. Diskutieren Sie unbedingt die Möglichkeit, Videos auf privat oder nicht gelistet zu stellen. Damit können andere diese Videos entweder gar nicht sehen (“privat”), oder die Videos kann nur sehen, wer den Link zu ihnen hat (“nicht gelistet”) – sie werden dann in der Suche nicht angezeigt.

Nintendo-Spielestudio – eigene Spiele kinderleicht erschaffen und gestalten

Das Nintendospiel Spielestudio bietet Kindern und Jugendlichen eine große Bandbreite an Möglichkeiten, eigene Spiele zu programmieren und auszuprobieren. Man kann ein schnelles Rennspiel, ein 3D-Jump-’n‘-Run oder verschiedene Actionspiele erstellen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Kurz gefasst:

  • Konsolenspiel für Nintendo Switch 
  • Kosten: ca. 29,99 Euro
  • Ab 6 Jahren freigegeben (USK), empfehlenswert ab ca. 8 Jahren
  • Spielerische Einführung in die Welt des Programmierens

Was kann man mit dem Spielestudio machen?

Zu Beginn des Spieles wird man spielerisch in die Grundlagen des Programmierens eingeführt. Alice und Bob, zwei Avatare in dem Spiel, begleiten das Entdecken. Außerdem erklären sie Schritt für Schritt die unterschiedlichen Funktionen in einzelnen Lektionen. So werden am Anfang spielerisch alle Zu Beginn des Spieles wird man spielerisch in die Grundlagen des Programmierens eingeführt. Alice und Bob, zwei Avatare in dem Spiel, begleiten das Entdecken. Außerdem erklären sie Schritt für Schritt die unterschiedlichen Funktionen in einzelnen Lektionen. So werden am Anfang spielerisch alle Möglichkeiten aufgezeigt, die das Spiel zu bieten hat. Neben Bob und Alice gibt es noch „die Knotixe“. Das sind verschiedene Figuren, welche die Spielcharaktere mit einem Knopfdruck zum Springen bringen, Musik spielen oder Gegenstände für eine Spiellandschaft erstellen können. Für alles gibt es einen passenden Knotix. Verwendet man die verschiedenen Knotixe zusammen und verbindet ihre verschiedenen Fähigkeiten, kann man komplexe Spielwelten erstellen und Aufgaben bestehen. Eine weitere Funktion, die das Spiel bietet, ist das freie Programmieren. In diesem Modus können die eigenen Spielversion verwirklicht werden. Dabei können eigene Spielkreationen entstehen und nach der Fertigstellung gespielt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Spielestudio?

Spielestudio bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten, zu spielen und dabei zu lernen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.  Die Vielfalt des Spiels macht es möglich, die unterschiedlichsten Spielwelten zu erstellen. Die Kinder und Jugendlichen können ihre Interessen in das Spiel mit einfließen lassen.  Mit Hilfe verschiedener Funktionen können sie die Spiele mit Zeichnungen und Musik ausstatten. Es besteht sogar die Möglichkeit, mehrere Levels miteinander zu verknüpfen, wodurch große Spielwelten entstehen, wie man es zum Beispiel aus Super Mario kennt. Es ist auch möglich, erstellte Spiele gemeinsam mit Freunden über die Onlinefunktion auszutauschen. So kann man die Spiele von Freunden durchspielen oder erweitern und verändern.

Was ist problematisch?

Das Spielestudio ist von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) schon für Kinder ab 6 Jahren freigegeben. Das Spiel ist jedoch vom Anspruch eher für etwas ältere Kinder geeignet. Während der Lektionen erscheint viel Text, den man lesen muss, um die Aufgaben zu verstehen. Gerade für jüngere Kinder könnte das schwierig sein. Zudem könnten die vielen Möglichkeiten und Funktionen jüngere Kinder überfordern. Aus diesen Gründen ist das Spiel für Kinder ab ca. 8 Jahren empfehlenswert. 

Was sollten Eltern beachten?

Kann ihr Kind vielleicht noch nicht so gut lesen, dann spielen Sie das Spiel am besten zusammen. Das Spiel ist für die ganze Familie geeignet und kann auch für Erwachsene spannend sein. Erkunden Sie gemeinsam die Funktionen, um zu sehen, wie sich Ihr Kind in dem Spiel zurechtfindet und wo es vielleicht Hilfe braucht.  Fragen Sie Ihr Kind, was es an dem Spiel mag und wofür es sich begeistert. Mit einer Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft können Freunde und Angehörige erstellte Spiele finden und selbst spielen. Es ist bei Spielestudio jedoch nicht möglich zu interagieren. Spieler können sich nur die erstellten Spiele herunterladen und selbst spielen. Aufgrund der Nintendo-Switch Altersbeschränkungen ist es Ihnen als Elternteil möglich, die Inhalte zu verwalten und einzusehen.

Steam – Die Spieleplattform

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https://www.youtube.com/watch?v=eRObmWWsGq8_%_

Kurz gefasst:

  • internationale Plattform und soziales Netzwerk für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme
  • über den PC oder als App nutzbar
  • freigegeben ab 13 Jahren
  • Zugang zu nicht-kindgerechten Inhalten möglich und Kommunikationsrisiken

Was ist Steam?

Steam ist das größte internationale Portal für Onlinespiele, Softwareprodukte und Filme. Auf der Plattform kann man Spiele spielen und kaufen. Gamer können mit anderen weltweit in Kontakt treten und gemeinsam spielen. Dafür muss man Steam installieren und sich kostenlos anmelden. Das geht mit PC, Mac und Linux. Steam ist außerdem als App erhältlich. Die Webseite dient als Forum zum Austausch über Gaming und zum Teilen von Fan-Inhalten wie Bildern und Videos. Spieler können zudem direkt innerhalb der Spiele miteinander chatten. Im Shop kann man Spiele kaufen, aber auch innerhalb der Spiele gibt es Kaufmöglichkeiten.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Sie finden hier unzählige Spiele, die kostenfrei oder kostenpflichtig sein können. Die Plattform bietet eine große Vielfalt an Spielen und Genres. Jugendlichen macht es besonders Spaß, mit anderen Spielern gemeinsam im Team zu spielen. Außerdem gefällt es ihnen, sich mit anderen über ihre Lieblingsspiele auszutauschen.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Durch die große Vielfalt auf der Plattform gibt es auch Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind oder sogar problematisch sein können. Bei manchen Spielen wird das Alter vorab abgefragt, es wird jedoch nicht überprüft. In der Community finden sich Spieler und Inhalte aus der ganzen Welt, Jugendliche können also leicht mit Fremden in Kontakt kommen. Dabei können vor allem sogenannte Trolle ein Risiko sein, weil sie andere gezielt provozieren, beleidigen und Falschmeldungen verbreiten. Auch die Beiträge, Bilder oder Videos im Forum oder Chat können unter Umständen nicht für Kinder geeignet sein.

Was meint der Anbieter?

Laut Anbieter können Kinder die Plattform ab 13 Jahren nutzen. Es findet jedoch keine Überprüfung des Alters statt. Spam, Werbung und problematische Inhalte können gemeldet werden. Für Familien wird eine Familienansicht angeboten, in der Eltern genaue Einstellungen und Einschränkungen vornehmen können. Kürzlich gab es eine Änderung zugunsten der Privatsphäre der Nutzenden: Standardmäßig sehen nur die Online-Freunde, welche Spiele man besitzt, wie lange man spielt und welche Spiele auf der Kaufwunschliste stehen. Vorher waren die Daten vieler Nutzenden öffentlich abrufbar, weil nur wenige ihr Profil selbst auf privat gestellt hatten.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der Vielzahl an Spielen und Social-Media-Inhalten ist die Nutzung erst für ältere Jugendliche zu empfehlen. Wenn schon Jüngere Steam nutzen möchten, sollte das gut begleitet und gemeinsame Regeln vereinbart werden. Eltern empfehlen wir die Nutzung der Familienansicht. Diese wird mit einer PIN gesichert. In einer Bibliothek lassen sich einzelne Spiele für die Kinder festlegen und freigeben. Auch weitere Features wie die Community oder der Shop müssen bewusst von den Eltern erlaubt werden. Der Spieleratgeber erklärt in diesem Tutorial, wie Sie dabei vorgehen sollten.

QR-Codes – Das digitale Tor zu Informationen

Kleine schwarz-weiße Muster schmücken schon lange Plakatwände, Flyer, Verpackungen oder Zeitschriften. Durch die Corona-Pandemie haben die QR-Codes einen großen Aufschwung erfahren. Doch was steckt hinter den Bildern und wie können sie genutzt werden?

Was ist ein QR-Code und wie benutzt man sie?

Der Quick Response (kurz: QR, zu deutsch: „schnelle Antwort“) Code ist im Grunde ein kleiner Datenspeicher. Dieser fasst die unterschiedlichsten Informationen verkürzt zusammen, um diese dann wiederum schnell und unkompliziert abzurufen. Die verschlüsselten Inhalte werden durch schwarz-weiße Punkte zu einem Muster umgewandelt. Die Informationen hinter dem Muster bleiben ohne ein Smartphone erst einmal verborgen. Moderne Smartphone-Modelle verfügen meist über eine Kamera, die QR-Codes automatisch lesen können, sobald Sie mit Ihrer Kamera den Code einfangen. Für ältere Smartphones bieten die App-Stores eine Fülle an alternativen Optionen, um die QR-Codes zu scannen und das Muster zu entschlüsseln. Die Informationen, welche nach dem Scannen sichtbar werden, können für Sie nützlich, spannend oder hilfreich sein. So verbirgt sich hinter dem Muster beispielsweise die Speisekarte Ihres Lieblingsrestaurants oder der Link zu einer interessanten Website. 

QR-Codes kreativ mit Kindern nutzen

Für Kinder und Jugendliche sind QR-Codes nichts Unbekanntes mehr. Auch sie nehmen diese im Alltag wahr. Vor allem das Entschlüsseln der Codes mit den Smartphones, löst bei ihnen großes Interesse aus. 

Mit Hilfe von QR-Codes lassen sich schnell kleine, einfache und auch interessante Spiele entwickeln. Die Codes können mit einem Code Generator im Internet erstellt und heruntergeladen oder ausgedruckt werden. Hinter den Codes können sich dann Fotos, Videos, Quizfragen, Audios oder Links zu Webseiten verstecken, die ein Puzzleteil des Spieles darstellen. Diese können dann beispielsweise bei einer digitale Schnitzeljagd für den nächsten Kindergeburtstag oder für eine Rallye durch die Wohnung oder im Freien genutzt werden. Eine auditive Schatzsuche ist eine weitere Idee, wie Kinder die Codes im Alltag nutzen können.

Wie sicher sind QR-Codes wirklich?

Das Unbekannte hinter den Codes hat im Alltag auch seine Tücken. Wohin führt uns der Code? Ist die aufgerufene Information wirklich sicher? 

Sollten Sie aufgefordert werden, Ihre persönlichen Daten weiterzugeben, dann stellen Sie sicher, dass Sie der Quelle und dem Anbieter trauen können. Sollte ein Link oder Code verdächtig oder anders als erwartet aussehen, dann schließen Sie die Anwendung. Es ist wichtig, dass Sie gemeinsam mit Ihren Kindern über die Gefahren sprechen. Lesen Sie in unserem Beitrag Betrug im Netz mehr über die damit verbundenen Risiken. 

Das Internetphänomen Challenges: Von unterhaltsam und für den guten Zweck bis leichtsinnig und gefährlich

Sie zählen zu den beliebtesten Online-Formaten bei Kindern und Jugendlichen: Pranks und Challenges – Streiche und Herausforderungen. Leute filmen sich z. B. dabei, wie sie die Tänze der Charaktere aus dem Spiel Fortnite nachahmen. Oder bei der #CelebLookAlike-Challenge werden Freunde gefragt, wer welcher bekannten Person ähnlich sieht. 

Challenges gibt es auf fast allen sozialen Netzwerken. Besonders beliebt sind sie bei TikTok. Challenges können lustig sein und Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache erregen. Es kann aber auch mal gefährlich werden, wenn vor allem Jüngere versuchen, bestimmte Challenges nachzuahmen. 

Was steckt hinter dem Internetphänomen Challenge?

Bekannt geworden ist dieses Internetphänomen wahrscheinlich durch die Ice-Bucket-Challenge, bei der Teilnehmende sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet haben, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Die Ice-Bucket-Challenge diente einem guten Zweck. Challenges können aber auch andere Funktionen und Hintergründe haben. Menschen stellen sich verschiedenen Herausforderungen, nehmen das Ganze per Video auf und laden es dann in den Sozialen Netzwerken hoch.  

Von TikTok sind Challenges nicht mehr wegzudenken. Während anfänglich vor allem Tänze oder bestimmte Lieder nachgeahmt wurden, gibt es heute keine Grenzen mehr. Die Idee hinter sogenannten Hashtag-Challenges ist es, die eigene Interpretation der Challenge zu posten und das Video ebenfalls mit dem Hashtag zu versehen. Diese Videos gehen innerhalb von Stunden viral und werden von Usern und Userinnen auf der ganzen Welt geteilt und nachgemacht. Das nutzen auch Unternehmen, die Hashtag-Challenges anstoßen, um mehr Bekanntheit bei jungen Menschen zu bekommen.  

Einige Challenges dienen der reinen Unterhaltung. Bei der #LevelUpChallenge werden Haustiere dabei gefilmt, wie sie gewissen Hürden überwinden müssen. Andere Challenges verfolgen einen guten Zweck, wie die Challenge #cleansnap. Hier sollte ein durch Müll verschmutzter Ort vor und nach dem Aufräumen gefilmt werden. TikTok spendete für jedes hochgeladene Video an den Umweltschutzverein Wings of the ocean. 

Was Jugendliche an Challenges reizt

Heranwachsende finden es spannend, sich mit anderen zu messen und Dinge nachzuahmen. Das muss nicht gleich in einem Video passieren, sondern kann auch im Alltag, zu Hause oder in der Schule sein. Auf dem Schulhof wird getanzt oder versucht, den Wasserflaschen-Flip nachzumachen. 

Bestimmte Challenges können jungen Nutzerinnen und Nutzern ein starkes Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit vermitteln. Durch Likes und Kommentare geben sie sich gegenseitig Feedback und nehmen Kontakt zueinander auf. Auch Anerkennung und Nervenkitzel sind für junge Menschen Gründe, Challenges mitzumachen. 

Challenges gehören zum festen Bestandteil vieler Social-Media-Communities und werden auch von Influencerinnen und Influencern mitgemacht. Das animiert ihre jungen Follower, sich anzuschließen und dem Trend zu folgen.  

Wenn Challenges gefährlich werden

Nicht jede Challenge ist harmlos. Es gibt auch gefährliche und riskante Challenges. Das wird zum Problem, wenn Jugendliche zum Nachahmen aufgefordert werden, die sich der Gefahr nicht bewusst sind. Challenges, die dazu auffordern abzunehmen oder Dinge zu essen, die nicht dazu gedacht sind, sind nur zwei Beispiele. 

Gleichgesinnte “treffen” und das Ziel, sich selbst etwas zu beweisen oder Aufmerksamkeit bekommen, sind Gründe, warum Jugendliche sich auch auf gefährliche Challenges einlassen. Hinter diesen gefährlichen Challenges stecken häufig sogenannte Hoaxes. Das sind ausgedachte Geschichten, die als Challenge verbreitet werden. Kinder und Jugendliche werden zu riskanten Aktivitäten animiert, weil sonst angeblich etwas Schlimmes passieren würde. Gefährlich sind am Ende die Hoax-Challenges selbst. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag zu Kettenbriefen.  

Tipps zum Umgang mit Challenges 

Social-Media-Anbieter löschen gelegentlich gefährliche Inhalte, aber das verhindert nicht, dass andere riskante Challenges zum Trend werden. Auf YouTube und TikTok ist es verboten, solche Pranks und Challenges einzustellen. Bei TikTok erhalten User direkt eine Warnung, wenn vermeintliche riskante Challenge-Videos im Feed auftauchen. Außerdem gibt es Aufklärungsvideos dazu. 

Die wichtigsten Tipps im Überblick: 

  • Wenn sich Ihr Kind gern solche Videos im Netz anschaut, lassen Sie sich diese zeigen und erzählen, was es daran begeistert.  
  • Deutlich machen, dass einige Challenges nicht zum Nachahmen geeignet und viele Inhalte inszeniert sind; erklären, warum manche Challenges gefährlich sind (Verletzungen aber auch psychische Beeinträchtigungen) 
  • Über Arten von Challenges sprechen (unbekannte Dinge essen, von denen man nicht weiß, wie sie sich auswirken, riskante sportliche Stunts, Experimente mit Feuer bspw.), aber keine konkreten Challenges nennen 
  • Vorsicht und Bedacht beim Warnen von anderen Eltern vor Challenges; diese dabei nicht weiterbreiten, alarmistische Warnungen können Angst auslösen, anstatt zu helfen 

Bleiben Sie offen für lustige, harmlose oder sogar hilfreiche Challenges. Vielleicht möchten Sie sich auch gemeinsam mit der ganzen Familie an solche Herausforderungen wagen

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