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Twitter – Wer zwitschert denn hier?

Als eines der größten sozialen Netzwerke ist Twitter schon seit rund 10 Jahren auf der ganzen Welt beliebt. Das Besondere ist, dass sehr kurze Texte mit maximal 280 Zeichen (sogenannte “Tweets”) gepostet werden. Deswegen wird Twitter manchmal als Kurznachrichtendienst bezeichnet.

Kurz gefasst:

  • Verbreitung von öffentlichen, kurzen Tweets 
  • nutzen hauptsächlich Erwachsene
  • Nutzung ab 13 Jahren erlaubt
  • teils heftige Diskussionen und Hasskommentare
  • kostenlos im Browser und als App für Android und iOS

Was kann Twitter?

Twitter funktioniert ähnlich wie z. B Facebook oder Instagram: Es wird ein Profil mit persönlichen Informationen erstellt, dem andere folgen können. Viele Nutzer folgen aber einfach nur den Postings anderer. Berühmte Persönlichkeiten wie Fußballspieler, Influencerinnen, Politiker oder auch Journalisten haben die meisten Follower. Auch Unternehmen und Marken sind bei Twitter vertreten. Nicht registrierte Leser können Tweets sehen, aber niemandem direkt folgen. 

Tweets bestehen oft nur aus Text und sind mit Hashtags versehen. In einem Tweet können maximal 280 Zeichen, d. h. Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen und Symbole, genutzt werden. Aber auch Bilder, Video usw. können versendet und geteilt werden.

Die Besonderheit von Twitter ist, dass die kurzen Aussagen von meist bekannten Personen zu Diskussionen außerhalb von Twitter führen. Die Tweets von US-Präsident Trump sind dafür ein gutes Beispiel. Dabei spielt auch die “Retweet”-Funktion eine Rolle. Tweets werden geteilt oder es wird in einem eigenen Tweet darauf verwiesen. Diskussionen entspinnen sich auch oft in den Kommentaren unter den Tweets. Außerdem können Direktnachrichten über einen Chat geschrieben werden. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Twitter wird im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken relativ wenig von Jugendlichen genutzt. Wenn, dann sind es häufig politisch interessierte und engagierte junge Menschen. Aber auch beliebte Stars und Musiker sind bei Twitter und posten Informationen über sich.

Die Faszination um Twitter machen einerseits die Diskussionen aus, in denen es manchmal heftig hin und her geht. Andererseits werden manche Tweets schnell und spontan rausgeschickt. Wenn man den Tweets bei großen Events wie Fußballspielen oder Wahlen folgt, kann das sehr spannend und witzig sein, weil man die Reaktion der Zuschauer mitbekommt. Außerdem erfährt man bei Twitter, was berühmte Persönlichkeiten oder Journalisten denken und meinen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Persönliche Informationen und Aussagen sind für alle frei zugänglich. Durch Hashtags können Tweets, die eigentlich für einen kleinen Kreis bestimmt waren, plötzlich von sehr vielen Nutzenden gesehen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass einige User mit schlechten Absichten versuchen, Kontakt mit Ihrem Kind aufzunehmen.

Manche Diskussion bei Twitter gehen unter die Gürtellinie und es werden rassistische oder sexistische Tweets oder Kommentare veröffentlicht. Neben Hasskommentaren kann auch die Verbreitung von Falschnachrichten ein Problem sein.

Was meint der Anbieter?

Twitter darf laut Anbieter erst ab 13 Jahren genutzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Nutzende zu blockieren, damit sie keinen Kontakt mehr aufnehmen können. User können außerdem Personen melden, die problematische Inhalte tweeten, also z. B. Hasskommentare oder Beleidigungen. Seit Kurzem löscht Twitter nach eigenen Angaben aktiv Tweets, Profilbilder oder Informationen mit diskriminierenden Inhalten, sobald diese gemeldet wurden und sperrt Konten.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind unter 18 Jahren ist, müssen Sie einer Registrierung bei Twitter zustimmen. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie es bei Bedarf problematische Inhalte oder User bei Twitter melden oder blockieren kann. Mit der Möglichkeit, eigene Tweets zu schützen, können diese nur von einem ausgewählten Kreis gesehen werden. Erklären Ihrem Kind, wer unter Umständen persönliche Daten und Aussagen sehen kann und welche Konsequenzen das haben kann. Helfen Sie Ihrem Kind, Inhalte auf Twitter zu verstehen und einzuordnen, indem Sie mit ihm darüber sprechen, dass es bei Diskussionen heiß hergehen kann und welche Risiken es sonst noch gibt.

Gemeinsam Musik erleben

Dass Musik für Kinder wichtig und schön ist, haben wir in unserem Beitrag Kinderlieder begleiten mit Apps erklärt.

Neben Apps gibt es auch einige Internetseiten und YouTube-Kanäle, die dabei unterstützen, gemeinsam in der Familie Musik zu hören, zu machen und zu entdecken. Wenn Sie selbst kein Instrument beherrschen oder meinen, nicht musikalisch zu sein, können Sie auf diese Weise Ihrem Kind Musik näherbringen.

Kinderlieder auf YouTube

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. In den bunten als Trickfilme gestalteten Musikvideos gibt es neu eingespielte Kinderlieder. Es gibt sie auch auf der eigenen Website kinderlieder-mit-bobby.de – nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen liefert genau das: bekannte und neue Kinderlieder, die Kinder und Erwachsene beim Singen und Tanzen zeigen und zum Mitmachen anregen. Die Auswahl auf diesem Kanal ist riesig und es gibt verschiedene Playlists und Kategorien, unter denen die Lieder zu finden sind.

Kinderlieder auf YouTube sind vor allem etwas für jüngere Kinder. Wenn Sie Kinderlieder auf diesem Weg suchen und abspielen, nutzen Sie am besten die App YouTube Kids. Dann bekommen Sie und Ihr Kind vor und während das Video läuft, keine Werbung angezeigt und finden leichter passende Videoangebote für Kinder.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

In der Klangkiste des WDR lässt sich die große Welt rund um Musik erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet, so dass sie auch sehr gut über das Smartphone funktioniert. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und vieles mehr. Die Klangkiste ist etwas für größere Kinder, die hier viel über Musik lernen und ausprobieren können. Noch mehr Musik für alle Altersgruppen zu entdecken, gibt es beim Kiraka: Hier findet man Videos zu aktueller Chartmusik, Interviews mit interessanten Musikerinnen genauso wie Infoclips zu Beethoven und anderen.

Einblicke in die musikalischen Welten ferner Länder bietet Afrika-Junior. Man kann sich beliebte Kinderlieder aus verschiedenen Regionen Afrikas anhören, Videoclips anschauen und es gibt ein Quiz zu afrikanischer Musik.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Wählen Sie ein Feld an und tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Bei schöner Musik gibt es tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr zu entdecken.

Klassische Musik für Kinder

Auf der Seite von Junge Klassik erfährt man jede Menge über Instrumente und klassische Musik. Die Seite ist ganz bunt und spielerisch gestaltet. Hier können bestimmt auch Erwachsene noch Neues entdecken! Noch mehr gibt’s bei Trompis Tondschungel, wo sich Kinder auf Musikexpedition begeben können.

Opern sind doch eher was für Erwachsene, oder? Mit der App Opera Maker können Kinder die Welt der Oper entdecken und eigene Geschichten dazu erzählen. Wie das aussehen kann, zeigt die Website.

Ganz viel über Musik gibt es auch beim Kinderfunkkolleg zu erfahren. Ohren auf und los! Das kann sogar im Musikunterricht in der Schule weiterhelfen. Und wenn man keine Lust auf Klicken hat, schauen Sie sich doch gemeinsam eine Folge der hr2-Lauschinsel an.

JUUUPORT – Hilfe für Jugendliche mit Fragen zu Onlinethemen

Ob Cybermobbing, Computerspielsucht oder Datenschutz: Bei Problemen und Fragen rund um das Internet können sich Jugendliche schnell, einfach und kostenlos an die jugendlichen Scouts und Experten von JUUUPORT wenden. Auf der Internetseite findet man auch Informationen, Links und Online-Seminare.

Beratung von erfahrenen Jugendlichen auf Augenhöhe

Wenn Jugendliche Probleme oder Fragen haben, fällt es ihnen gerade bei sensiblen Themen wie beispielsweise Cybermobbing oder Sexting manchmal schwer, ihre Eltern oder andere Erwachsene anzusprechen. Bei JUUUPORT gibt es deshalb jugendliche Scouts, die etwas Ähnliches erlebt haben und andere Jugendlichen beraten können. Sie haben eine spezielle Ausbildung zu Internet-Themen und in den Bereichen Psychologie und Recht durchlaufen und können anonym angefragt werden. Wenn sie mal nicht weiterwissen, werden die Anliegen der Jugendlichen an erwachsene Experten weitergeleitet, die sich dann kümmern.

Verschiedene Kontakt- und Informationswege

Auf JUUUPORT findet die Beratung kostenlos, anonym und datenschutzkonform statt. Neben dem Kontaktformular auf der Webseite gibt es seit Mai 2020 auch die Möglichkeit sich im WhatsApp- oder Telegram-Chat beraten zu lassen. Die Messenger-Beratung ist von Montag bis Freitag zwischen 18 und 20 Uhr möglich. 

Die Webseite von JUUUPORT enthält auch vielfältige Informationen zu Internetthemen. Neben Tipps zum Umgang mit Cybermobbing gibt es ein Magazin zu verschiedenen Themen wie “Trends im Netz” oder “Games”. Außerdem bieten sie eine Linksammlung mit anderen Anlaufstellen für Jugendliche.

Auch Online-Seminare für Schulen, Jugendclubs und Vereine werden von JUUUPORT angeboten. Zu den Themen zählen hier “Hass im Netz” und “WhatsApp Stress”. Vielleicht gibt es an der Schule Ihres Kindes Bedarf für ein Seminar oder Sie möchten mit Infomaterial auf das Angebot aufmerksam machen.

Erzählen Sie Ihrem Kind doch mal von JUUUPORT – vielleicht gibt es Themen, die es nicht so gerne mit Ihnen besprechen möchte, sondern lieber anonym mit anderen Jugendlichen. Wenn Ihr Kind sich selbst bei JUUUPORT engagieren und Scout werden möchte, dann kann es sich hier für ein Training anmelden.

Kindgerechte Audioinhalte bei Spotify Kids

Spotify Kids ist ein Angebot des Streaminganbieters Spotify, über das ausgewählte Musik, Hörspiele bzw. Podcasts für Kinder zugänglich sind und Eltern entsprechende Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kurz gefasst:

  • funktioniert nur mit einem Account für Spotify Premium Family (ca. 15,- €/Monat)
  • Inhalte für Kinder bis 12 Jahre
  • als App für Android und iOS und im Browser verfügbar
  • große Auswahl an kindgerechten Inhalten
  • Kontrolle der kindlichen Mediennutzung über einzelne Kinderprofile möglich

Was kann Spotify Kids?

Eine eigene Redaktion wählt die kindgerechten Audioinhalte für Spotify Kids aus, so dass nur die Spotify-Inhalte verfügbar sind, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Es gibt Lieder von bei Kindern beliebten Musikern, Filmmusik und viele zusammengestellte Playlists. Außerdem können Hörspiele wie Benjamin Blümchen oder Podcasts wie die “Sendung mit der Maus” online und offline angehört werden. 

Eine extra für Kinder gestaltete Oberfläche mit großen Bildern soll die jungen Nutzer ansprechen und ihnen mit einer einfachen Bedienung die eigenständige Nutzung erleichtern. 

Eltern können zwischen fünf unterschiedlichen Profilen und damit verbundenen Inhalten auswählen. Es gibt Einstellungsmöglichkeiten für jüngere (0 – 6 Jahre) und für ältere Kinder (5 – 12 Jahre). 

Das Angebot ist Teil von Spotify Premium Family, mit dem mehrere Personen das Premium-Angebot ohne Werbeunterbrechungen gleichzeitig nutzen können. Jedes Familienmitglied erhält einen eigenen Account.

Was fasziniert Kinder daran?

Kinder lieben es, Geschichten und Musik anzuhören. Als Eltern haben Sie vielleicht nicht immer die Zeit, Ihrem Kind vorzulesen oder bestimmte Lieder anzustellen. Für solche Situationen ist es hilfreich, wenn Kinder sich selbst Audioinhalte aussuchen und abspeichern können. Selbstständig Medieninhalte auswählen zu können, ist für viele Kinder eine tolle Erfahrung und trägt zur selbstbestimmten Mediennutzung bei –  die aber immer von Ihnen begleitet werden sollte.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei ähnlichen Diensten, wie z. B. YouTube Kids, wurde beobachtet, dass trotz einer Vorauswahl immer wieder auch problematische und nicht kindgerechte Inhalte zu sehen waren. Ob das bei Spotify Kids auch der Fall ist, ist noch schwer einzuschätzen, weil es das Angebot erst seit Mai 2020 gibt. Wichtig ist aber, dass Sie sich trotz der Vorauswahl die Audioinhalte, die Ihr Kind nutzt, kritisch anschauen. Nutzer bemängeln, dass das Angebot nicht ausreichend ist und Eltern die Möglichkeit erhalten sollten, selbst Spotify-Titel hinzufügen zu können. 

Spotify speichert das Nutzungsverhalten seiner Kunden, um das Produkt zu optimieren. Datenschutzfragen sollten bei der Auswahl und Installation eines geeigneten Streamingdienstes immer mitgedacht werden. 

Was meint der Anbieter?

Bei der Nutzung von Spotify Family Premium können Eltern einstellen, welche Inhalte Kinder anhören dürfen und welche nicht. Dabei sind die von den Kindern ausgewählten Audioinhalte bis zu drei Monate für die Eltern sichtbar. Sie können dann entscheiden, welche Lieder, Hörspiele und Podcasts Sie lieber aus der App herausnehmen möchten.

Was sollten Eltern beachten?

Angebote wie Spotify Kids können dazu verleiten, Kinder mit ihrer Mediennutzung allein zu lassen. Eine Auswahl kindgerechter Inhalte ist aber immer subjektiv und entspricht unter Umständen nicht dem, was Sie für Ihr Kind möchten. Deswegen sollten Sie sich das Angebot gemeinsam mit Ihrem Kind vorher anschauen und darüber sprechen. 

Je älter Ihr Kind ist, desto mehr können Sie es die Auswahl alleine treffen lassen. Die Funktion, die ausgewählte Musik nachträglich anschauen zu können, gibt Ihnen die Möglichkeit, einen Überblick über die kindliche Mediennutzung zu behalten. Dennoch kann es Ihrem Kind auch das Gefühl geben, von Ihnen kontrolliert zu werden. Fragen Sie deshalb Ihren Sohn oder Ihre Tochter besser direkt, was es sich anhört und mag. Außerdem ist es eine tolle Erfahrung, auch mal gemeinsam Musik zu hören oder Geschichten zu lauschen.

Hier finden Sie die Anleitung zur Einrichtung von Spotify Kids.

Mobiles Kinderfernsehen mit der ZDFtivi-App

Viele Fernsehsender stellen ihre Sendungen heute online zur Verfügung. Das Kinder- und Jugendprogramm ZDFtivi gibt es in der ZDF-Mediathek und als kostenlose App für mobile Geräte.

Kurz gefasst:

  • Inhalte für Kinder ab 3 Jahren 
  • keine Kosten, keine In-App-Käufe
  • keine Werbung
  • Eltern können Zeitlimit via PIN einstellen
  • für Android, iOS und Kindle Fire TV verfügbar

Was bietet die ZDFtivi-App?

Enthalten sind viele Sendungen, Spiele und kinderfreundlich aufbereitete Nachrichtenformate wie logo!. Ein Extra ist die Kommentarfunktion, über die sich die jungen Zuschauer zu Beiträgen austauschen können. Alle Lieblingsserien können als Favoriten in einem Kinderprofil unter ‘’mein ZDFtivi’’ abgespeichert werden. Viele Inhalte können heruntergeladen und offline angesehen werden. Damit eignet sich die App auch für unterwegs. 

Als Eltern müssen Sie damit umgehen, dass Serien und Filmen über Streamingangebote und Apps ständig verfügbar sind. In der App kann ein Zeitlimit eingerichtet werden. Außerdem lassen sich darüber nur die pädagogisch geprüften Inhalte von ZDFtivi anschauen – ohne kommerzielle Elemente wie Werbung oder In-App-Käufe. Damit bietet sie einen geschützten und altersgerechten Raum für Kinder und Jugendliche. 

Was kann problematisch sein an der ZDFtivi-App?

Die App ist mehr als ein Streamingangebot. Kinder können über die Kommentarfunktionen mit anderen in Kontakt kommen. Damit lernen Kinder ein typisches Element von Online-Kommunikation kennen. Sie können ihre Meinung äußern und an öffentlichen Diskussionen teilnehmen. Gleichzeitig können Kommentarfelder auch Risiken wie Cybermobbing, Cybergrooming und Hassrede bergen. Jede Kommentar auf ZDFtivi wird deshalb erst geprüft, bevor es veröffentlicht wird. So können Kinder ihre ersten Online-Erfahrungen in einem sicheren Umfeld machen. Der Umgang mit sozialen Medien und ihren Risiken wird auch in dem Jugendformat App+on thematisiert, das es auf ZDFtivi gibt. 

Manche Eltern finden es besonders praktisch, Filme und Sendungen unterwegs zu nutzen. Das große Angebot von Apps wie ZDFtivi kann aber dazu führen, dass Ihr Kind kein Ende findet, weil nach einem Video gleich das nächste abgespielt werden kann. Um die extreme Dauernutzung einzuschränken, können Sie eine Zeitbeschränkung einrichten, die sich nur über einen PIN einstellen lässt. Außerdem lässt sich die Funktion der Offline-Nutzung ausstellen. Sie sollten dann aber beachten, auch die Nutzung der mobilen Daten auszustellen, um keine hohen Kosten entstehen zu lassen.

Worauf sollten Sie als Eltern sonst noch achten?

Gerade jüngere Kinder sollten beim Fernsehen, egal ob online oder über das TV-Gerät, begleitet werden. Achten Sie auf Altersempfehlungen und informieren Sie sich vorab über einzelne Sendungen, z. B. bei Flimmo. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich zu den Inhalten auszutauschen. 

YouTube Premium – Konkurrenz für Streaminganbieter?

YouTube ist die mit Abstand beliebteste Online-Plattform für Videos. Sie ist kostenlos und wird vor allem über Werbung finanziert, die vor oder während der Clips abgespielt wird. Mit YouTube Premium kann man YouTube-Inhalte gegen Gebühr ohne Werbeunterbrechung und mit weiteren Vorteilen nutzen. Die Premium-Variante sieht ganz ähnlich aus wie das kostenlose YouTube, aber kann jedoch einiges mehr. 

Kurz gefasst:

  • monatliches Abo (ca. 12,- €) als Einzelperson oder als Familie (ab 13 Jahre)
  • umfassendes Angebot an Videos, Musik und exklusiven Inhalten
  • Kinderschutz über das integrierte YouTube Kids möglich
  • als App und über einen Browser nutzbar

Was kann YouTube Premium?

Um das Angebot nutzen zu können, müssen Sie sich registrieren und entscheiden, ob Sie den Dienst allein oder gemeinsam mit Ihrer Familie nutzen möchten. Inhalte können heruntergeladen und offline abgespielt werden – allerdings nur in der App. Man kann Musikinhalte auch im Hintergrund anhören, während man gleichzeitig eine andere App nutzt. Das Ausschalten von Werbeanzeigen muss in den Einstellungen aktiviert werden.

Zu YouTube Premium gehört die werbefreie Variante des Musik-Streamingdiensts YouTube Music. (Diesen gibt es auch als kostenlose App mit Werbung.) Außerdem gehören noch die YouTube Gaming App dazu und man erhält Zugriff auf YouTube Original – exklusive Inhalte, die nur auf YouTube zu sehen sind. 

Für wen kann das Angebot interessant sein?

Kinder und Jugendliche nutzen YouTube für verschiedene Dinge im Alltag. Sie folgen YouTubern, informieren sich und lassen sich unterhalten. Für diejenigen, die viel Musik, Filme und Videos nutzen, könnte ein Premium-Account attraktiv sein. Vor allem weil man sich Videos ohne Werbeunterbrechung anschauen kann. 

Wenn Sie als Familie gern YouTube nutzen, ist das Angebot im Vergleich zu anderen Streamingangeboten etwas günstiger. YouTube ist ein Allrounder mit einem sehr breiten Angebot. Wenn Sie ganz gezielt nur Serien oder nur Musik nutzen möchten, sind andere Angebote besser geeignet. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Hinter allen Angeboten von YouTube steckt Google. Das amerikanische Unternehmen verdient sein Geld unter anderem mit der Sammlung und Auswertung von Nutzerdaten. Auch wenn die vielen zusammenhängenden Dienste einige Vorteile haben, sind Bedenken bezüglich des Datenschutzes angebracht. 

YouTube weist darauf hin, dass nur von ihnen eingestellte Werbung ausgeschaltet werden kann. Wenn in Videos der Nutzer Werbung auftaucht (z. B. als Produktplatzierung), sieht man diese auch in Videos über YouTube Premium.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Achten Sie darauf, welche Daten Sie von sich bei der Registrierung angeben und ob alle Angaben notwendig sind. Lesen Sie die Datenschutzbestimmungen und machen Sie sich mit den Möglichkeiten der App z. B. bei mobilsicher.de vertraut.

Das große Angebot von YouTube kann dazu verführen, dass man immer weiterschaut und die Zeit vergisst. Gemeinsam vereinbarte Regeln helfen, dass das nicht so schnell passiert.  Bei jüngeren Kindern empfiehlt sich außerdem die App YouTube Kids, damit Ihr Kind nur altersgerechte Inhalte angezeigt bekommt. Mit einem Familien-Account von YouTube Premium können Sie je nach Altersgruppe verschiedene Funktionen aktivieren oder ausblenden. Beachten Sie aber, dass trotzdem unangemessene Inhalte auftauchen können, da diese teilweise gut versteckt sind. Wenn Sie Ihr Kind bei der Nutzung von YouTube und anderen Medien begleiten, können Sie sich darüber austauschen und für Fragen da sein.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen, als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

Disney+ – Nemo, Rapunzel & Co. als Streamingangebot

Auf Disney + scheint für Groß und Klein etwas dabei zu sein: von Zeichentrick-Klassikern wie Schneewittchen und Mickey Mouse über große Blockbuster wie Star Wars und den beliebtesten Disney-Filmen der letzten Jahre wie „Rapunzel – Neu verföhnt“. Das sollten Eltern über das Angebot wissen:

Kurz gefasst:

  • seit Ende März 2020 in Deutschland verfügbar
  • familien- und kinderfreundliches Angebot
  • monatliches Abo für 6,99 €, jährliches Abo für 69,99 €
  • Kinderprofil anlegbar

Was bietet Disney +?

Das Streamingportal hat ein große Auswahl an Filmen und Serien zu bieten, ähnlich wie Netflix, Amazon Prime und Co. Neben erfolgreichen Kinofilmen von Walt Disney und Pixar der letzten Jahre sind auch ältere Disneyfilme, die Eltern noch aus ihrer Kindheit kennen, im Angebot. Zusätzlich gibt es spannende Dokus von National Geographic. Auch Folgen aktueller Serien des Disney Channels werden in wöchentlichen Abständen auf der Plattform veröffentlicht. So besteht weniger die Gefahr, eine ganze Staffel ohne Pause durchzusehen. Zudem gibt es die Möglichkeit, Inhalte herunterzuladen. Disney + kann somit auch von unterwegs mit jedem internetfähigen Gerät genutzt werden. Das Angebot ist bisher nicht so groß wie z. B. auf Netflix. Es könnten allerdings mit der Zeit immer mehr Filme hinzukommen.

Was fasziniert Jüngere und Ältere an dem Angebot?

Disney+ ist übersichtlich und für Kinder leicht bedienbar. Alle Filme und Serien sind größtenteils jugendfrei und familienfreundlich. Deshalb sind sie gerade bei Kindern und Familien beliebt. Filme mit hoher Altersbeschränkung (mehr als FSK 12) gibt es auf Disney+ nicht bzw. wurden bei einzelnen Filmen bestimmte Szenen herausgeschnitten, so dass sie auch für jüngere Kinder geeignet sind.
Jugendliche und Erwachsene erfreuen sich an den Lieblingsfilmen ihrer eigenen Kindheit. Mit dem Preis ist das Angebot bisher günstiger als die meisten Streamingportale.

Was sollte man noch wissen?

Disney+ hat wegen der vorrangig jugendfreie Inhalte wenige zusätzliche Jugendschutzeinstellungen. Doch auch Filme ab 12 Jahren sind im Angebot zu finden. Gerade kleinere Kinder können von solchen Filmen noch verängstigt werden. Es ist daher wichtig, Kinder bei ihrer Filmauswahl und dem Anschauen zu begleiten.

Durch das Anlegen eines Kinderprofils werden die Filme, die keine Freigabe für jüngere Kinder haben, nicht angezeigt. Eltern können ein Kinderprofil einrichten, indem sie auf ‘Profile bearbeiten’ klicken und dort ein ‘neues Profil hinzufügen’ und anschließend den Haken bei ‘Kinderprofil’ anwählen. Jedes Profil, bis auf das Hauptprofil, kann auch noch nachträglich in ein Kinderprofil abgeändert werden.

Bei einer monatlichen Zahlungsoption können Sie Disney+ jederzeit unter dem Menüpunkt ‘Konto’ unter ‘Rechnungsdetails’ kündigen, wenn Sie es eine gewisse Zeit lang nicht nutzen wollen.

Worauf sollten Sie als Eltern bei der Nutzung von Disney+ achten?

Da Disney+ sich vor allem an Kinder richtet, werden diese schnell daran gewöhnt, jederzeit Zugriff auf ihre Lieblingsserien und -filme zu haben. Sie müssen nicht mehr sehnsüchtig auf den nächsten Kinoausflug warten. Filme bekommen dadurch einen anderen Wert, als Eltern es vielleicht noch aus ihrer Kindheit kennen. Trotzdem können sie zu einem tollen Erlebnis werden, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Filmabend mit der Familie. Holen Sie sich das Kinoerlebnis nach Hause, indem sie zum Beispiel zusammen Popcorn zubereiten und gemeinsam einen Disneyfilm aussuchen. Zeit mit den Eltern und Geschwistern ist für Kinder sehr wichtig. Regelmäßige Rituale können helfen, die Medienzeit sinnvoll in der Familie zu nutzen.

Begleiten Sie vor allem kleine Kinder beim Schauen von Filmen. Informieren Sie sich vorab über bestimmte Filme und Serien. Wählen Sie bei einem jüngeren Kind eher kurze Folge statt langer Filme. Planen Sie außerdem viel bildschirmfreie Zeit für andere Aktivitäten wie Spaziergänge an der frischen Luft oder Hobbies ein. Sprechen Sie über feste Medienzeiten innerhalb der Familie.

Mobiles Kinderfernsehen mit der Toggolino App

Mit der Toggolino App lassen sich die von Super RTL bekannten Geschichten mit Peppa Wutz, Toggolino, Bob dem Baumeister und Co. kinderleicht auf dem Smartphone oder dem Tablet abspielen. Außerdem bietet die App altersgerechte Spiele, Hörspiele und Musik an.

Kurz gefasst:

  • iOS und Android, kostenlos und ohne Registrierung möglich
  • Für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren
  • Sichere und geprüfte Inhalte
  • Einstellung von Nutzungszeiten möglich
  • Kostenpflichtige Premium-Version

Was kann die App?

Mit der Toggolino App gibt es die von Super RTL bekannten Geschichten als Mediathek zum Mitnehmen für alle mobilen Endgeräte. Altersgerechte Spiele, Hörspiele und Musik runden das Angebot ab. Alle Inhalte werden geprüft, bevor sie in der App landen.

Damit die Zeit vor dem Bildschirm nicht ausufert, können Eltern in einem mit Zahlencode geschützten Bereich ein Zeitlimit einstellen und die Nutzung auf bestimmte Uhrzeiten am Tag beschränken. Dafür ist allerdings die kostenlose Registrierung mit einer eigenen E-Mail-Adresse erforderlich. Für die Nutzung ist die Registrierung prinzipiell aber kein Muss. Mit einem Konto können jedoch zusätzlich bis zu drei unterschiedliche Profile angelegt werden, so dass Lieblingsfolgen oder Spiele in einem Profil abgespeichert werden können. Mit einem Bezahlabo (derzeit für 7,99 €) gibt es weitere Inhalte und keine Werbung.

Was fasziniert Kinder daran?

Kinder, die gern das Programm von Super RTL schauen, finden hier ihre Helden und Lieblingsprogramme. Die App ist für Kleinkinder, die noch nicht lesen können sehr leicht bedienbar, da sie ohne viel Text auskommt. Kinder in dem Alter sind an allem interessiert, was die Großen machen und sind zudem sehr neugierig und wissbegierig. Mit der Toggolino App kann man daher einen ersten Umgang mit Medien üben. Der Spiele-Bereich, wo Zahlen, Farben, Formen oder Buchstaben gelernt werden können, ist schön gestaltet. Für etwas ältere Kinder gibt es einfache Wissensspiele.

Was ist problematisch an dem Angebot?

In der kostenlosen Version gibt es vor fast jeder Sendung einen Werbespot. Diese ist zwar kindgerecht und klar als solche gekennzeichnet, unterbricht aber sehr oft die Nutzung. Nur mit einem Premium-Abo ist die Nutzung der App werbefrei. Das Angebot an Hörbüchern und Spielen ist in der kostenlosen Version deutlich reduziert.

Egal ob Premium-Version oder nicht, ohne Internetverbindung funktioniert die App nicht. Wenn Sie Funktionen wie die Zeitbegrenzung oder Nutzerkonten nutzen wollen, ist eine Registrierung erforderlich. Diese macht es nötig neben Ihren Daten auch Alter und Geschlecht Ihres Kindes anzugeben. Aufgrund dieser Daten werden dem Kind dann Vorschläge von Videos gemacht, die ihm gefallen könnten.

Was meint der Anbieter?

Das Premium-Abo der App ist monatlich kündbar und hat keine Mindestlaufzeit. Die Serien werden nach gesetzlichen Auflagen auf den Jugendschutz hin geprüft. Auch die entstehenden Daten bei der Verwendung der App werden laut Super RTL nur gespeichert, wenn diese wirklich benötigt werden und nicht an Dritte verkauft. Unter FAQ im Elternbereich der App oder auf Toggolino.de finden Sie mehr Infos zum Angebot. Auch die Datenschutzerklärung und Rechtliches können Sie dort nachlesen.

Was sollten Eltern beachten?

Die App bietet ein großes Angebot, in dem sich Kinder schnell verlieren können, deshalb ist zu empfehlen, diese mit einer Registrierung zu nutzen, um Nutzungsprofile und Nutzungszeiten einstellen zu können.

Da regelmäßig Inhalte hinzukommen, gibt es immer Neues zu entdecken. Nutzen Sie die Zeitbeschränkung und klären Sie Ihr Kind über diese auf. Erkunden Sie am besten gemeinsam die Inhalte und verschiedenen Charaktere. Sorgen Sie auch für ausreichend Medienauszeiten. Mit der Toggolino App können Sie im Elternbereich ganz leicht festlegen, wann die Medienzeit vorbei ist. Generell sollten Apps nicht die Zeit im Freien oder mit anderen Hobbies ersetzen. Unsere Tipps zur Problematik Medien als Babysitter und viele weitere Themen finden Sie hier auf unserem Elternguide.

Mobiles Kinderfernsehen mit der KiKA-Player-App

Videos schauen mit dem Smartphone oder dem Tablet hat viele Vorteile. Man muss sich vor allem nicht nach Programmzeiten im Fernsehen richten. Mit der KiKA-Player-App sucht man sich selbst aus, welche Sendung man gerade schauen möchte.

Kurz gefasst:

  • Kostenlose und werbefreie App für iOS oder Android
  • Geeignet für Kinder von 3 bis 13 Jahren
  • Nutzungsdauer einstellbar
  • Keine Datenweitergabe

Was kann die KiKA-Player-App?

Mit der KiKA-Player-App kann man ein ausgewähltes Programm aus dem Angebot des Kinderkanal auf dem Smartphone schauen. Es richtet sich an Kinder vom Vorschulalter bis ca. 13 Jahren. Mit der Möglichkeit, verschiedene Profile für mehrere Kinder anzulegen, kann die App passende altersgerechte Inhalte vorschlagen. In den Profilen können auch die jeweiligen Lieblingsvideos abgespeichert werden. Eltern können mit dem „AppWecker“ durch ein Passwort die Nutzungszeit festlegen, z. B. auf eine Stunde am Tag. Es gibt zudem die Möglichkeit, die App nur auf Videos zu beschränken, die für Vorschulkinder geeignet sind.

Was fasziniert Kinder daran?

Die Bedienung und die Gestaltung sind besonders kinderfreundlich. Jedes Kind kann seinen eigenen Avatar und die Lieblingsfarbe auswählen. Kinder vom Vorschulalter bis ins Schulalter finden hier die beliebten und altersgerechten Angebote, die sie aus dem KiKA kennen – von Shaun das Schaf über logo! bis zu Schloss Einstein. Der KiKA-Player ist die Erweiterung der KiKANiNCHEN-App, die für “Medieneinsteiger” zwischen ca. 3 bis 5 Jahren gedacht ist.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Bisher funktioniert die KiKA-Player-App nur online. Die Möglichkeit, einzelne Videos herunterzuladen bzw. für die (spätere) Offline-Nutzung zu speichern, wie es bei anderen Mediatheken im Netz der Fall ist, gibt es derzeit nicht. Ständig mit dem Internet verbunden zu sein, kann leicht zur Ablenkung führen. Schon Erwachsenen fällt es manchmal schwer, sich nicht im Internet zu verlieren und dabei die Zeit zu vergessen. Für Kinder ist es meistens noch schwieriger, die Zeit im Blick zu behalten. Immer neue Vorschläge, was man als nächstes ansehen kann, können überfordern und Stress auslösen.

Wer ist der Anbieter?

KiKA ist ein Fernsehprogramm speziell für Kinder von ARD und  ZDF. Damit gehört der Sender zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und kann sich ohne Werbung finanzieren.

Der Kinderkanal versucht sowohl Unterhaltung, Informationen und Kinderrechte für Kinder zugänglich zu machen.

Alle Nutzungsdaten werden anonymisiert, gesammelt und ausgewertet. Persönliche Daten werden mit dieser Voreinstellung nicht an den KiKA oder an Dritte weitergegeben, wenn Sie das nicht ändern. Sie können die Datenauswertung im Erwachsenenbereich der App unter dem Punkt Datenschutz auch vollständig deaktivieren.

Was sollten Eltern beachten?

Achten Sie darauf, dass Sie mit dem WLAN verbunden sind, wenn Sie die App nutzen, denn sie funktioniert nur online.

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das Angebot und finden Sie heraus, welche Sendungen ihm am besten gefallen. Legen Sie feste Tageszeiten fest, an denen die Videos geschaut werden dürfen, damit Ihr Kind auch ausreichend medienfreie Zeit mit Ihnen oder mit Gleichaltrigen verbringen kann.

Skills – Nützliche Zusatzfunktionen für Sprachassistenten

„Alexa, schalte das Licht an!“ Digitale Sprachassistenten helfen vielen Familien in der Organisation ihres Alltags. Sie tragen Namen wie Alexa, Echo, Siri oder Cortana und werden über sogenannte intelligente Lautsprecher oder Smartphones genutzt.

Um die Nutzung der Sprachassistenten an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können sogenannte „Skills“ aktiviert werden. Skills sind, ähnlich wie Apps auf Smartphones, kleine Hilfsprogramme von Drittanbietern. Je nach Gerät werden sie auch als „Actions“ (Google) oder „Zusatzbefehle“ (Apple) bezeichnet. Genutzt werden Skills ebenfalls über Sprachbefehle.

Mit ihnen erhalten die Sprachassistenten zusätzliche Funktionen und können somit individuell genutzt werden. Smart-Home Skills sorgen z. B. dafür, dass man Lampen, Thermostate oder den Fernseher mithilfe der Sprachassistenten steuern kann. Mit Service-Skills können Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. So kann man sich eine passende Zugverbindung suchen, eine Pizza beim Lieferdienst bestellen oder die Tagesnachrichten anhören. So ein Sprachbefehl lautet z. B.: „Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von Berlin nach München morgen um 12 Uhr”

Inhalte für Kinder

Die Auswahl an Skills ist groß. Nicht nur für Erwachsene sind Skills praktische Unterstützer für den Alltag. Auch für Heranwachsende gibt es ein vielfältiges Angebot. Kinder können z. B. über Lern-Skills spielerisch etwas über die Länder der Erde lernen oder interaktive Hörgeschichten ihrer Lieblingscharaktere anhören. Viele Unternehmen, aber auch öffentlich-rechtliche Sender, stellen ihr Angebot in Form von Skills zur Verfügung, wie z. B. die Kindernachrichten von KiRaKa oder Mikado. Die Vielfalt an kindgerechten Skills eröffnet auch für Familien viele Anwendungsmöglichkeiten. Stundenplan-Skills informieren Eltern und Kinder schnell und unkompliziert. Mit dem Zähneputzen-Skill wird die tägliche Routine erleichtert. Auch gemeinsame Spiele über Skills mit digitalen Würfelbechern oder imaginären Memory-Karten können den Familienalltag bereichern. So besteht beispielsweise beim Memory ein Paar immer aus zwei gleichen Geräuschen und ist nummeriert, damit eine Zuordnung mündlich erfolgen kann.

Datenschutz, Privatsphäre und Kosten

Bei der Nutzung von Sprachassistenten und Skills sollte man sich bewusst sein, dass diese im eingeschalteten Zustand immer mithören. Somit werden sehr viele persönliche Daten und Informationen gesammelt. Wie diese gespeichert und verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab und wird nicht immer transparent kommuniziert. Bei einigen Anbietern können die Verläufe der Sprachaufnahmen gelöscht werden. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag Smarter Familienalltag mit Alexa & Co.?.

Die Datenverarbeitung der einzelnen Skills sollte ebenfalls beim jeweiligen externen Anbieter vor der Installation geprüft werden. Denn mit Nutzung der Skills stimmt man der Übermittlung der Nutzungsdaten an den Drittanbieter zu. Bei der Auswahl sollte sich daher gut informiert werden.

Skills sind zum großen Teil kostenlos erhältlich. Inzwischen gibt es aber vereinzelt sogenannte In-Skill-Käufe. Das sind, ähnlich wie bei Apps, erweiterte Funktionen, die kostenpflichtig sind. Bei der Suche nach Skills für Kinder sollten Sie darauf achten.

Was Eltern beachten sollten

So hilfreich die digitalen Helfer auch sind, sollte man sich trotzdem vor jeder Aktivierung genau informieren. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen. Manche Skills erscheinen auf den ersten Blick in Ordnung, mit ihnen können aber Inhalte abgerufen werden, die nicht für Heranwachsende geeignet sind. Deshalb empfiehlt sich auch eine Absicherung nicht-jugendfreier Inhalte und Bestellungen über einen Code. Weiterhin sollten die Sprachassistenten über Nacht ausgeschaltet werden, mindestens aber dann, wenn Sie oder Ihre Familie nicht zu Hause ist. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, wie Sprachassistenten und Skills funktionieren und welche Nachteile sie mit sich bringen.

Netflix: Ein gutes Familienangebot?

Netflix gehört zu einem der beliebtesten Streamingportale in deutschen Familien. Was genau hinter dem Angebot steckt und was es Wichtiges zu wissen gibt, wenn Ihr Kind Filme oder Serien bei Netflix ansehen möchte, erfahren Sie hier.

Kurz gefasst

  • große Videoplattform eines US-amerikanischen Unternehmens (Netflix, Inc.)
  • in Deutschland verfügbar seit Dezember 2014
  • kostet zwischen 7,99 € und 15,99 € im Monat (jeweils für mehrere Profile verfügbar)
  • Jugendschutzoptionen verfügbar

Was ist Netflix?

Netflix ist ein Videostreaming-Dienst, bei dem man mit einem eigenen Benutzeraccount uneingeschränkten Zugriff auf eine riesige Auswahl von Filmen und Serien hat. Netflix hat die Nutzungsrechte dafür und produziert teilweise sogar selbst Filme und Serien. Wer sich diese ansehen möchte, muss monatlich zwischen 7,99 € und 15,99 € zahlen. Wer mehr bezahlt, kann die Filme und Videos auf verschiedenen Geräten mit dem gleichen Account ansehen. Wenn man angemeldet ist, erhält man Vorschläge für Serien und Filme, die den eigenen Geschmack treffen sollen. Der dafür zuständige Algorithmus errechnet das aus dem Sehverhalten der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Netflix bietet Inhalte für jedes Alter. Für die Filme und Serien übernimmt der Streaming-Dienst die vorhandene FSK-Freigabe. Gibt es für Filme oder Serienfolgen keine FSK-Bewertung, werden die Altersbewertungen selbst vorgenommen,  dabei muss sich Netflix an deutsches Recht halten.
Aufgrund des großen Angebots  gibt es auch unzählige Inhalte für ältere Jugendliche (ab 16 Jahren) und Erwachsene (ab 18 Jahren), die für Kinder und Jugendliche verängstigend und problematisch sein können. Kindersicherungen lassen sich mittels Eingabe eines PINs  für ausgewählte Alterseinstufungen oder bestimmte Film-/Serientitel einrichten. Zusätzlich können Profile mit einer PIN geschützt und spezielle Kinderprofile eingerichtet werden.
Anders als beim analogen, linearen Fernsehen kann man theoretisch unbegrenzt  immer weiterschauen. Der Reiz, sehr viel Zeit auf  Netflix zu verbringen, ist daher hoch. Bei Serien wird automatisch eine Folge nach der nächsten gezeigt. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, die eigene Sehzeit zu begrenzen. Was manchem Erwachsenen schon schwer fällt, ist für Kinder und auch Jugendliche noch schwieriger zu kontrollieren. Deshalb kann in Kinderprofilen das automatische Abspielen von Folgen ausgeschaltet werden.

Was meint der Anbieter?

Netflix zeigt die jeweilige Altersfreigabe für Filme/Serien an verschiedenen Stellen an, auf der Überblicksseite zum Film, bei den Detailinformationen oder als Einblendung zu Beginn beim Abspielen. Netflix hat erst vor kurzem seine Einstellungsmöglichkeiten zum Kinder- und Jugendschutz überarbeitet. Beispielsweise können einzelne Serien oder Filme für bestimmte Profile gesperrt werden. Diese tauchen dann auch nicht in der Suche oder in der Vorschlagsliste auf. Zusätzlich können einzelne Profile – die beispielsweise für Erwachsene oder ältere Kinder gedacht sind – mit einer PIN versehen werden, so dass jüngere Kinder keinen Zugriff haben. Auch ist das Anlegen von Kinderprofilen möglich.  Sie als Eltern haben damit die Möglichkeit, dem Alter ihres Kindes entsprechende Einstellungen vorzunehmen. So können Sie beispielsweise auch nachvollziehen, welche Inhalte Ihr Kind in den letzten Tagen gesehen hat oder Sie können das automatische Abspielen der nächsten Folge einer Serien verhindern.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Sie Netflix mit Ihrer Familie nutzen möchten, sollten Sie auf die Altersfreigaben der Filme und Serien achten, die Kinder- bzw. Jugendschutz-Optionen verwenden und entsprechende Profile und PIN-Einstellungen anlegen. Als Eltern können Sie direkt sogenannte Kinder-Profile erstellen für kleine und für ältere Kinder. Hier werden automatisch nur Inhalte des Kids-Bereich (Altersstufen 0, 6 und nur einige ab 12 Jahren) angezeigt. Das Design des Kids-Bereich ist kindgerecht und erlaubt keine Suche nach oder das Anschauen von Filmen/Serien ab 16 oder 18 Jahren.

Legen Sie bestimmte Zeitfenster fest, in denen Netflix geschaut werden darf. Die Medienzeit sollte immer nur eine von vielen anderen, nicht-medienbezogenen Aktivitäten sein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Fernseher oder Laptop verbringen sollte, schauen Sie sich unser Video „Wie viel Medienzeit ist zu viel?“ an.

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Lieblingsserien oder Filmen und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Je nach Alter Ihres Kindes sollten Sie zusammen Filme und Videos schauen, sodass Ihr Kind für den Fall, dass sich doch etwas Gruseliges oder Bedenkliches in Filmen auffindet, nicht damit allein gelassen ist.

Lernen mit TheSimpleClub

Alles fing als Nachhilfe-Kanal auf YouTube an. Heute ist simpleclub viel mehr und die dort zu findenden Erklärvideos werden z. B. auch im Unterricht eingesetzt. Mit der simpleclub-Lernapp sollen sich Schülerinnen und Schüler effektiv auf eine Prüfung vorbereiten können.

Kurz gefasst:

  • bietet ein sehr großes Angebot an Lern- und Erklärvideos auf verschiedenen YouTube-Kanälen und in der Lernapp
  • Lernmaterialien ab Klassenstufe 7
  • App als kostenlose und kostenpflichtige Version (Basic, Unlimited Version) für alle Betriebssysteme erhältlich

Was ist simpleclub?

Das Angebot wird als “die intelligenteste Lernapp Deutschlands beworben”, weil die Lerninhalte an den jeweiligen Nutzer angepasst werden sollen. Ursprünglich gab es von simpleclub nur Erklärvideos auf YouTube. Mittlerweile gibt es mit der App neben Lernvideos auch Übungsaufgaben und Zusammenfassungen, mit denen schulische Themen erarbeitet werden können.

Durch die einfache Sprache und die visuelle Unterstützung mit z. B. Pfeilen, Bildern und Symbolen eignen sich die Videos sehr gut, um bestimmte Themen besser verstehen zu können oder den Inhalt des Themas zu festigen.

Die Youtube-Präsenz von simpleclub besteht aus mehreren Kanälen, nach verschiedenen Fachgebieten (Deutsch, Biologie, Geografie, Geschichte, Mathematik, Wirtschaft usw.) unterteilt. Es gibt regelmäßig neue Lernvideos zu verschiedenen Themen (wie z. B. Biologie: Nervenzelle, Mathematik: Sinus- und Kosinus-Ableitung). Die Videos sind maximal zehn Minuten lang und erklären auf einfache und interessante Art verschiedene Thematiken. Auffällig ist, dass in den Videos immer eine lockere Sprache verwendet wird.

Über die App lässt sich zusätzlich ein individueller Lernplan erstellen, der eine bessere Vorbereitung auf kommende Klausuren möglich macht.  In der kostenlosen Version der App gibt es nur ein Auswahl der Videos. Die kostenpflichtige Basisversion (ca. 4,- €/Monat) enthält alle Videos. Mit der Unlimited Version (ca. 8,- €/Monat) können die individuellen Lernpläne erstellt werden inklusive interaktiver Übungsaufgaben, ausführlichen Lösungswegen und einer fertigen Zusammenfassung als Download. Die individuelle Anpassung der Inhalte erfolgt durch Angabe des eigenen Bundeslandes und welche Schulform man besucht.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Die Aufmachung der Videos spricht Jugendliche an, weil sie nicht so dröge und sachlich daherkommen, sondern stattdessen eine lockere Sprache verwendet wird. Zwischendurch werden lustige Videosequenzen oder Emojis eingeblendet, die das Lernen mit Spaß verbinden. Die Videos sind kurz und erfordern keine lange Aufmerksamkeitsspanne. Grundsätzlich kennen Kinder und Jugendliche Erklärvideos auf YouTube und nutzen sie gerne.

Die Macher von simpleclub wirken sympathisch und sind vom Alter her näher an der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen als so mancher Lehrer. Für viele Jugendliche sind sie sicher Vorbilder und bieten eine Abwechslung zum monotonen Schulunterricht.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es ist nicht ganz klar, wer die Videos erstellt. Auf der Website des Anbieters heißt es, es sei ein Team “aus Studenten der besten Universitäten Deutschlands”. Ob diese neben fachlichem Wissen auch Erfahrung mit der Erstellung von Lernmaterialien haben, bleibt unklar.

Die Aufmachung von simpleclub ist sehr professionell, wirkt aber gleichzeitig wie ein großes Werbeangebot. Sowohl auf der Website, in der App als auch bei YouTube – überall gibt es Werbeanzeigen und Hinweise darauf, dass man sich kostenpflichtig bei simpleclub registrieren soll.

Auf den verschiedenen YouTube-Kanälen gibt es eine große Menge an Videos. Es ist nicht einfach, dort das richtige für sich zu finden. Auch hier wollen die Anbieter, dass man ihr kostenpflichtiges Angebot nutzt und macht es Nutzern der kostenlosen Videos schwer.

Was meint der Anbieter?

Die Betreiber von simpleclub – Alexander Giesecke und Nicolai Schork – lesen sich nach eigener Aussage regelmäßig Anfragen zu neuen Videos und Verbesserungsvorschläge durch und gehen in ihren Videos auch darauf ein. Sie haben z. B. mit der Preissenkung ihrer App darauf reagiert, dass einige Schüler Sorge hatten, sich diese nicht mehr leisten zu können. Während der Corona-Krise bieten sie Schulen kostenlose Hilfspakete ihrer Videos.

Was sollten Eltern beachten?

Wie bei allen Videos im Netz sollte man beachten, dass nicht alle gut und richtig sind. Deshalb ist bei der Auswahl am besten darauf zu achten, wie andere Nutzer die Videos kommentieren. Wenn man unsicher ist, ob ein Video stimmt, kann man auch Lehrern und anderen Erwachsenen, die sich mit dem Thema auskennen, ein Video vorspielen und um Rat fragen. Dann können die Videos eine gute Ergänzung zum Schulunterricht und für das Lernen zu Hause sein.

Testen Sie die Angebote von simpleclub erst über YouTube oder die kostenlose Version der App aus, bevor Sie ein Abo abschließen. Probieren Sie, ob Ihr Kind damit lernen kann und tauschen Sie sich darüber mit Ihrem Kind aus.

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