Elternguide Logo

YouTube Shorts

TikTok ist dafür bekannt und Instagram hat mit Reels nachgezogen. Nun hat auch YouTube das Kurzvideo-Format für seine App eingeführt. Es heißt YouTube Shorts und kann für Kinder und Jugendliche eine spannende Erweiterung der YouTube-Inhalte sein. 

Kurz gefasst:

  • Kurzvideos im Hochformat von maximal 60 Sekunden
  • über die App oder den Browser erreichbar
  • eigene Shorts können über die YouTube-App erstellt werden
  • angezeigte Videos basieren auf dem Empfehlungsalgorithmus
  • fesselnde Wirkung auf Kinder und Jugendliche möglich 

Was bietet YouTube Shorts? 

Mit YouTube Shorts können sich Nutzende Kurzvideos mobil auf dem Smartphone anschauen. Sogenannte Creator können mit der YouTube-App auch eigene Kurzvideos im Hochformat aufnehmen. Die Clips dauern maximal 60 Sekunden. 

Die Kurzvideos auf YouTube erscheinen in der Smartphone-App in einer eigenen Rubrik. Sobald ein Kurzvideo – häufig versehen mit dem Hashtag #shorts – ausgewählt wird, erscheint es auf dem gesamten Smartphone-Display. Über eine Wischbewegung von unten nach oben werden neue Videos angezeigt. Welche das sind, entscheidet der Empfehlungsalgorithmus von YouTube: Auf Grundlage bisher angesehener Videos werden vermutete Interessen und der angebliche Geschmack des jeweiligen Zuschauers berechnet. Auch am Computer oder Laptop lassen sich die Kurzvideos anschauen.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Shorts sind in der Regeln sehr kurzweilig und unterhaltsam. Für Kinder und Jugendliche kann das ein Grund sein, noch mehr Zeit auf YouTube zu verbringen. Außerdem kann YouTube Shorts ein Anreiz sein, selbst Clips hochzuladen. Denn in der neuen Rubrik erscheinen auch Videos, die nicht professionell gedreht wurden. Creators mit wenigen Followerinnen und Followern und ohne große technische Ausstattung können so Aufmerksamkeit erhalten. Das war zuvor aufgrund der vielen, professionell gestalteten Videos bei YouTube sehr schwer und eher unrealistisch.  

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Ähnlich wie TikTok kann YouTube Shorts sehr fesselnd sein, so dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit damit verbringen, als sie eigentlich möchten oder sollten. Dazu trägt der Empfehlungsalgorithmus bei. Eine Wischbewegung nach oben reicht aus, um das nächste Video anzuschauen. YouTube Shorts zu schließen, kann daher sehr schwer fallen. Beim Anschauen der Videos können Kinder und Jugendliche außerdem mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen.

Wie andere Social Media-Apps auch, bestehen Kommunikationsrisiken, wenn Kinder und Jugendliche eigene Inhalte im Netz verbreiten und sich mit anderen Nutzenden austauschen – wie z. B. negative und verletzende Kommentare oder Cybergrooming.

Was meint der Anbieter?

Es gelten die Nutzungsbedingungen, Datenschutzbestimmungen und Community-Richtlinien von YouTube. Auf einer eigenen Seite informiert der Anbieter über mögliche Datenschutzeinstellungen. YouTube empfiehlt Eltern von minderjährigen Nutzenden die Einrichtung eines YouTube-Kontos mit Elternaufsicht. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag YouTube in der Familie

Da YouTube Shorts bisher nur in einer Beta-Version (= vorläufige Version) nutzbar ist, wird sich zeigen, ob der Anbieter noch weitere Einstellungsmöglichkeiten ergänzen wird.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, ob es YouTube Shorts nutzt und, wenn ja, warum. Was gefällt ihm daran und welche Clips schaut es sich gerne an? Auch Nutzungsrisiken sollten besprochen werden. Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit YouTube Shorts und mit Medien generell verbringt. Ein Mediennutzungsvertrag kann dabei helfen, eine vernünftige Nutzungszeit einzuhalten.  Möchte Ihr Kind selbst Videos hochladen? Dann reden Sie darüber, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und welche nicht. Es gibt auch die Möglichkeit, Videos nur mit ausgewählten Personen zu teilen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie andere Nutzende blockiert und gemeldet werden können. Das ist wichtig, falls es unangemessene Kommentare oder Nachrichten erhält. Ihr Kind sollte wissen, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.

Spielerische Lernseiten für Grundschulkinder

Für Erwachsene und Jugendliche ist es selbstverständlich, im Internet nach Informationen zu suchen und Suchmaschinen zu verwenden. Jüngere Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, müssen erst ans Lernen übers Netz herangeführt werden. Denn es ist nicht leicht, die geeigneten Inhalte aus den großen Mengen an Informationen herauszufiltern. Außerdem sind viele Inhalte nicht für Kinder gemacht, sondern richten sich an Erwachsene. Das kann Kinder schnell überfordern.

Zum Glück gibt es online ein gutes Angebot von deutschsprachigen Kinderseiten. Die machen nicht nur Spaß, sondern helfen auch beim Lernen.

Warum sollen wir spezielle Internetseiten für Kinder nutzen? 

Wie in den ersten Jahren Kinderbücher geeignet sind, um Lesen zu lernen, sollten auch

für die ersten Schritte im Netz auf Kinder ausgerichtet Angebote genutzt werden. Solche Kinderseiten sind verständlich und einfach in der Sprache. Sie sind nicht überladen, so dass Internet-Anfänger sich gut orientieren und den Umgang mit digitalen Medien lernen können. Kinder können auf diesen Seiten in einer sicheren Umgebung selbst mitmachen: Sie können mit anderen Kindern in Kontakt treten und ihre eigene Meinung äußern.

Außerdem können Kinderseiten als Lernunterstützung dienen, weil sie kindgerechte Informationen zu vielen verschiedenen Themen bieten und diese häufig spielerisch umgesetzt sind.

Was macht gute Kinderseiten zum Lernen aus? 

  • Sie sind bestärkend, begeisternd und anregend.
  • Sie haben für Erwachsene und Kinder klare und transparente Ziele.
  • Sie sind benutzerfreundlich.
  • Sie haben vertrauenswürdige Inhalte.
  • Sie bieten Sicherheit und Privatsphäre.
  • Sie legen Funktionen offen und gehen verantwortungsbewusst mit Werbung oder Produktnennungen um.

Welche Kinderseiten eignen sich für welche Lernthemen?

Rund ums Sprache- und Deutschlernen empfehlen wir folgende Seiten:

  • Amira ist eine Leseprogramm für Grundschüler. Neben Deutsch werden noch 8 weitere Sprachen angeboten. Amira erfordert die Registrierung auf der Seite.
  • Die Rechtschreibwerkstatt von Graf Ortho ist sehr einfach gehalten und hilft Schülerinnen und Schülern bei der deutschen Rechtschreibung.
  • Legakids unterstützt bei Legasthenie. Mit dem Lesemonster Lurs lernen Kinder mit Schreib- und Leseproblemen umzugehen.
  • Auf Gebärdengrips gibt es für gebärdenortientierte Kinder Erklärvideos in Gebärdensprache (und Lautsprache) zu ganz verschiedenen Themen. Auch andere Kinder können hier etwas über Gebärdensprache erfahren und lernen.
  • Beim Englischlernen hilft die Seite englischlernspiele.de. Hier können Schülerinnen und Schüler oder Eltern und Lehrpersonen Vokabeltests und andere Lernspiele machen oder selbst erstellen.
  • Kinder, die Englisch bereits verstehen und lesen können, finden auf der englischsprachigen Seite LearnEnglish Kids des British Council Sprachspiele, Lieder und vieles mehr.

Empfehlenswerte Seiten zu den Themen Mathematik und Sachkunde:

  • Bei der witzig aufgemachten Seite Coollama finden Grundschulkinder Mathespiele, Übungsblätter und mehr. Die Seite bietet außerdem Material für Eltern und Lehrpersonen. 
  • Wer seine Hausaufgaben erledigt hat, aber gern noch mehr Aufgaben für die Fächer Erdkunde, Geschichte und Mathematik (über das Grundschulniveau hinaus) sucht, wird beim Aufgabenfuchs fündig.
  • Das Online-Umweltmagazin Ökoleo bietet viel Wissenswertes und Anregungen zu Umwelt- und Sachkundethemen für Kinder mit etwas mehr Interneterfahrung. 
  • Auf dem Junior-Portal des WWF – einer der größten Naturschutzorganisationen der Welt – können Kinder viel über Tiere, Natur und Umwelt lernen.
  • NAJUversum ist eine Onlineplattform des Jugendverbandes des Deutsches Naturschutzbundes. Hier können Kinder im Grundschulalter die verschiedenen Lebensräume unseres Landes erkunden und sich Anregungen zum Basteln und Forschen holen. 
  • Tierchenwelt ist ein Online-Lexikon zum Thema Tiere – mit Texten, Fotos, Videos, Spielen und mehr.

Auch in den Bereichen Kunst und Kreativität gibt es vieles zu lernen:

  • Auf der Foto-Plattform Knipsclub können Kinder etwas über Fotografie lernen und sich, wenn sie registriert sind, auch in einem geschützten Raum austauschen. 
  • Viele Kinder malen gern. Beim Kritzel Klub können sie das digital auf einer virtuellen weißen Fläche mit unterschiedlichen Werkzeugen tun. 
  • Bei Labbé gibt es Bastel- und Spielideen für Kinder. Die zahlreichen Anregungen können auch für Eltern sehr hilfreich sein.  

Folgende Seiten beschäftigen sich mit den Lernthemen Religion und Gesellschaft:

  • Die Webseite Religionen entdecken richtet sich an Kinder und Jugendliche, die darüber jede Menge über die verschiedenen Religionen lernen können. 
  • Kirche entdecken ist eine Kinderseite der evangelischen Kirche. Mit Kira, der Elster, können Kinder virtuell eine Kirche oder die Geschichte von Martin Luther erkunden. 
  • Viele Kinder verstehen nicht, warum Menschen auf der Welt Krieg führen. Die Seite Frieden fragen greift Sorgen und Fragen von Kindern dazu kindgerecht auf.
  • Die Seite Hanisauland bietet Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren einfache und verständliche Zugänge zum Thema Politik.
  • Kindersache ist ein Angebot vom Deutschen Kinderhilfswerk. Hier finden Kinder aktuelle und kindgerechte Nachrichten, das Videoportal JUKI, ein Trickfilmstudio und zahlreiche Mitmachangebote.

Es gibt auch Kinderseiten, die sich keinem bestimmten Themenfeld widmen, sondern die das Lernen fächerübergreifend unterstützen:

  • Auf Homeschooling4kids gibt es Lernmaterial für verschiedene Fächer (in der Grundschule) für das abwechslungsreiche Lernen zu Hause. 
  • Auf Kid Station geht es um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr und im Internet. Die spielerisch aufgemachte Seite ohne viel geschriebenen Text richtet sich an Kinder zwischen 4 und 9 Jahren.
  • In der Hamsterkiste finden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 Lerngeschichten und Themenseite zu verschiedenen Schulfächern.
  • Planet Schule, das Schulfernsehen von SWR und WDR, hat ein Internetportal für Kinder im Grundschulalter – mit Filmen, interaktiven Spielen und mehr.
  • Verschiedene Seiten bieten gute Lexika für Kinder, um verständliche Erklärungen zu Begriffen und Themen zu finden: Das Minilexikon eignet sich für Leseanfänger. Außerdem empfehlen wir Klexikon und die Schulsuchmaschine von fragFINN.

Diese Sammlung ist nur eine Auswahl guter Kinderseiten zum Lernen. Wenn Sie weitere gute Seiten kennen, teilen Sie Ihre Erfahrungen gern über unser Kontaktformular oder via Social Media auf unserem Facebook- oder Instagram-Kanal. 

Internet-ABC: Führerschein fürs Netz

Das Angebot Internet-ABC richtet sich an Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Kinder lernen durch spielerische Lernmodule selbstständig sich sicher im Internet zu bewegen und Eltern bekommen viele Tipps und Hilfestellungen für die Medienerziehung ihrer Kinder.

Kurz gefasst:

  • Informations- und Lernplattform für Themen rund um das Internet
  • für Kinder von 5 bis 12 Jahren
  • kostenlos und werbefrei
  • Lernmodule, Tipps und Tricks

Was kann das?

Internet-ABC unterstützt Kinder im Grundschulalter dabei, sich schrittweise einen sicheren Umgang mit dem Internet anzueignen. Dafür werden interaktive Lernmodule zu verschiedenen Themenbereichen wie z.B. Chatten, Datenschutz oder Social Media angeboten. Durch Rätsel, Spiele und tierische Weggefährten lernen Kinder spielerisch Gefahren im Netz zu erkennen und mit diesen umzugehen. Das Angebot richtet sich auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Internet. Neben Tipps und Erklärungen gibt es konkrete Hilfestellungen wie z.B. den Mediennutzungsvertrag oder den Führerschein für das Netz. Ein umfangreiches Lexikon erklärt Begriffe im Netz wie Posten oder Spam.

Was fasziniert Kinder daran?

Internet-ABC ermöglicht das selbstständige Lernen von Kindern. Komplexe Themen rund um Medien sind spielerisch und kindgerecht aufbereitet. Kinder lernen dadurch eigenständig mit dem Internet umzugehen. Die Spiele und Rätsel machen Spaß und die Webseite wird ständig aktualisiert. Besonders beliebt ist der sogenannte Surf-Schein, bei dem Kinder durch bestandene Selbsttests den “Führerschein fürs Netz” erhalten. 
Es gibt auch die Möglichkeit Beiträge wie z.B. den Witz des Monats zu kommentieren und sich so miteinander auszutauschen. Die Kommentare werden dabei zuerst auf Beleidigungen oder private Angaben geprüft und erst dann freigeschaltet. 

Was meint der Anbieter?

Der gleichnamige Anbieter des Internet-ABC ist ein Verein, in dem unter anderem die Landesmedienanstalten in Deutschland Mitglied sind. Internet-ABC verzichtet auf Werbung und ist kostenfrei. Die Anbieter der Webseite Internet-ABC klären auch genau darüber auf, welche Daten von Nutzenden erhoben werden und was mit ihnen passiert. Sie geben an, nur einen notwendigen Cookie zu verwenden und personenbezogene Daten unter Verschluss zu halten. 

Was sollten Eltern beachten?

Eine selbstständige Mediennutzung ist wichtig für Kinder und fördert die Medienkompetenz. Angebote wie das Internet-ABC ermöglichen Kindern die Teilhabe am Internet und unterstützen Sie dabei Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang näher zu bringen. Solche Angebote sind also eine sinnvolle Ergänzung zu ihrer Medienerziehung zuhause.
Auch wenn Kinder sich auf Seiten wie Internet-ABC eigenverantwortlich bewegen können, ist es wichtig, dass Sie das Internet vorerst gemeinsam mit ihren Kindern entdecken und bei Fragen und Problemen zur Seite stehen. So wird zwar auf der Webseite beim Klicken auf Links vor dem Verlassen vom Internet-ABC gewarnt. Trotzdem kann Ihr Kind auf anderen Webseiten auf ungeeignete Inhalte stoßen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind und begleiten Sie es möglichst oft bei der Mediennutzung. Hilfreich sind auch Schutzprogramme wie jusprog, die nicht altersgemäße Inhalte blockieren.
Ebenso wichtig sind gemeinsame Regeln und zeitliche Beschränkungen, in denen sich Ihr Kind alleine im Netz bewegen kann. Sie können sich über die Webseite Internet-ABC oder andere Angebote Tipps und Hilfe bei der Medienerziehung holen und über aktuelle Phänomene und Themen informiert bleiben. Darüber hinaus kann der Austausch mit anderen Eltern hilfreich sein.

Spieleratgeber NRW

Das Angebot der digitalen Spiele ist groß. Als Eltern sollten Sie darauf achten, welche gesetzliche Altersbeschränkung Spiele haben. Diese ist häufig durch ein farbiges USK-Kennzeichen zu erkennen. Besser ist es, wenn Sie mehr über die liebsten Computerspiele Ihres Kindes wissen. Um einschätzen zu können, ob ein Spiel geeignet für Ihr Kind ist, helfen Angebote wie der Spieleratgeber NRW. Eltern haben hier kostenlosen Zugriff auf zahlreiche pädagogische Bewertungen und Spielbeschreibungen der beliebtesten Games.

Kurz gefasst:

  • medienpädagogisches Informationsangebot für Eltern
  • unabhängig und kostenlos
  • ausführliche Steckbriefe zu über 1.400 Games
  • über die Webseite oder YouTube zu nutzen

Was bietet der Spieleratgeber NRW?

Das Informationsangebot der “Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW” hilft Eltern zu verstehen, was ihr Kind am Computer, der Spielekonsole oder dem Smartphone spielt oder gerne spielen möchte. Mit Hilfe der Filter- und Suchfunktion lassen sich zahlreiche Games über die Kategorien Genre, die USK-Einordnung oder die pädagogische Alterseinschätzung anzeigen und finden. Das Spielerlebnis wird genau beschrieben, so dass Sie es gut nachvollziehen können. Die beschriebenen Spiele werden dafür von Kindern und Jugendlichen getestet und bewertet. Außerdem bewerten medienpädagogische Experten den Schwierigkeitsgrad, die Inhalte und das Suchtpotenzial. Daraus ergibt sich eine pädagogische Altersempfehlung für jedes Spiel.

Zusätzlich finden Sie auf der Seite unter dem Menüpunkt “Familie” Artikel und Beiträge rund  um Gaming- und Medienkultur. Auf dem YouTube-Account des Spieleratgebers NRW gibt es Let’s-Play-Videos und Tutorials beispielsweise zu Jugendschutzeinstellungen einzelner Games. 

Das meint der Anbieter

Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW möchte mit ihrem Angebot Erziehungsberechtigte bei einer zeitgemäßen Medienerziehung unterstützen. Außerdem dient der Spieleratgeber NRW dazu, Vorbehalte und Verunsicherungen vieler Eltern bezüglich Computer- und Onlinespielen aus dem Weg zu räumen und sie über Themen zu Gaming und Medien aufzuklären. Da die USK und gesetzliche Regelungen nicht umfassend genug sind, versucht der Spieleratgeber NRW diese zu ergänzen und Kindern einen sicheren Umgang mit Netz zu ermöglichen. Als öffentlich gefördertes Projekt darf der Spieleratgeber NRW keine Werbung für einzelne Spiele machen, weshalb die Beschreibungen weitestgehend neutral gehalten sind.

Was sollten Eltern beachten?

Auch wenn die Spiele durch Kinder und Jugendliche selbst getestet und bewertet werden, ist das Erleben jeden Kindes anders – auch unabhängig vom Alter. Während die einen bestimmte Inhalte gut verarbeiten können, sind andere Kinder vielleicht noch überfordert. Für Eltern jüngerer Kinder empfiehlt es sich, die Spiele das erste Mal gemeinsam zu spielen und auszutesten. Noch besser ist es, wenn Sie ein Spiel vorher ausprobieren, bevor Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind spielen. 

Die Webseite Spieleratgeber NRW bietet viele Informationen, wirkt aber hier und da etwas unübersichtlich und überladen. Das Spieleangebot ist so riesig, dass nicht jedes Spiel in der Datenbank auftaucht.

Alternativ oder ergänzend zu dem Angebot des Spieleratgeber NRW bietet auch die Webseite spielbar.de neutrale pädagogische Bewertungen zu zahlreichen Spielen und Beiträge rund um die Themen Gaming und Medien. 

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden. 

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis zu versenden. 

Auch Videoanrufe mit einzelnen oder in Gruppen sind darüber möglich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Chats zu archivieren und selbstlöschende Nachrichten zu versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. 

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Es kann gesehen werden, wann einzelne das letzte Mal online waren, was für ein Profilbild und Status sie haben und man muss nicht mal mehr Texte schreiben. Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt. Das Ganze funktioniert, ohne viel Akku und Datenvolumen zu verbrauchen.

Was kann problematisch an dem Angebot sein?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, dubiose Gewinnspiele, Falschmeldungen oder unverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden. 

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Facebook-Konzern. In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung zu verbessern. Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Reiten, chatten, Rätsel lösen mit Star Stable

Jungs spielen gerne Fußball und Minecraft – Mädchen mögen Pferde und spielen gerne Star Stable. So einfach ist es glücklicherweise nicht. Die Entwickler des Online-Rollenspiels Star Stable sehen das offenbar anders. Das Spiel kommt nur mit weiblichen Figuren aus.

Kurz gefasst

  • Online-Rollenspiel für den PC (für Windows oder Mac)
  • Spielen nach Installation möglich
  • erfordert die Erstellung eines Accounts
  • ab Level fünf kostenpflichtig
  • keine Altersempfehlung
  • beinhaltet In-App-Käufe

Ein Online-Pferdespiel nur für Mädchen!? 

Bei Star Stable reiten die Spielenden mit einem Pferd über eine Insel und treffen dabei auf andere Reiterinnen. Mit ihnen können sie sich während des Spiels über einen Chat austauschen. Sie müssen Aufträge erfüllen, Rätsel lösen und Turniere gewinnen. Dadurch können sie neue Kleidung und bessere Reitausrüstung bekommen. Bis zum fünften Level ist das Spiel kostenlos, anschließend gibt es verschiedene Bezahlmodelle für die Vollversion: Man kann sich den Zugang zum Spiel für einen Monat, drei Monate oder ein ganzes Jahr kaufen.

Neben dem eigentlichen Spiel gibt es ergänzende Apps, um das Pferdeerleben für Mädchen zu erweitern.

Was begeistert Kinder an dem Angebot?

Star Stable bietet eine große virtuelle Welt, die Kinder gerne entdecken möchten. Der Spielverlauf wird selbst gestaltet. Die Charaktere, in die Ihr Kind schlüpfen kann, sowie dessen Pferde können individuell angepasst werden und erscheinen dadurch einzigartig. Gerade Mädchen, auf die das Spiel zugeschnitten ist, können hier ihre Liebe zu Pferden ausleben. Die Grafik ist ansprechend und realitätsnah, so dass sie das Gefühl bekommen können, selbst auf einem Pferd zu sitzen. Die Landschaften und Farben sprechen Kinder positiv an.

Das Pferdespiel hat bereits eine große Community. Auf YouTube gibt es etliche Let’s Play-Formate zu Star Stable. Spielerinnen geben darin Tipps und kommentieren ihr eigenes Spielen unterhaltsam. Es gibt bei YouTube sogar eine eigene animierte Serie. 

Was kann problematisch sein an Star Stable?

Bevor gespielt werden kann, müssen Spielende erst einen Account erstellen und dabei ihr Geburtsdatum angeben. Eine Überprüfung der Angaben findet nicht statt, so dass man nicht sicher sein kann, ob nur Kinder das Spiel nutzen. Deshalb besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming – auch wenn die Chatfunktion kinderfreundlich gestellt ist. Auch eine unangemessene Sprache, wie Hate Speech, kann in solchen Chats auftreten und unangenehm für Ihr Kind sein. 

Der kostenlose Einstieg ins Spiel hat das Ziel, Kinder dafür zu begeistern, so dass sie gern weiterspielen möchten. Die Kosten für die Vollversion sind allerdings recht hoch. Außerdem gibt es eine virtuelle Währung, die sogenannten Star Coins, von denen jede Spielerin einmal wöchentlich 100 Stück erhält. JorvikShillinge erhält man z. B., indem man Aufgaben erledigt. Ungeduldige Spielende können diese aber auch im Shop von Star Stable direkt kaufen. Star Stable setzt starke Anreize, Geld für Zubehör auszugeben. Gerade für jüngere Kinder und Teenager sind In-App-Käufe ein Risiko, viel Geld auszugeben.

Trotz der vielen Möglichkeiten, seinen Charakter und das Pferd nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, lässt sich kein männlicher oder geschlechtsneutraler Charakter erstellen. Auch wenn Pferde bei Mädchen besonders beliebt sind, werden die meisten Jungen von Anfang an ausgeschlossen. Das Spiel vermittelt, dass Pferde und Reiten nichts für Jungs ist. Damit greift Star Stable auf klassische Geschlechterrollen zurück, wodurch sich sowohl Jungen als auch Mädchen diskriminiert fühlen können.

Was meint der Anbieter?

Auf Star Stable haben die Spielemacher Informationen für Eltern bereitgestellt. Darin betonen sie die positiven Aspekte des Spiels, wie das Erlernen sozialer Fähigkeiten und die Entwicklung eines Verantwortungsbewusstseins durch den Umgang mit virtueller Währung. Es wird darauf verwiesen, dass Eltern ihre Kinder über mögliche Risiken und Gefahren des Internets aufklären sollten. Dafür wurden die Star Stable-Regeln gesondert aufgeführt. Eine Altersempfehlung gibt es nicht.

Die Spielemacher betonen, mit persönlichen Daten von Kindern besonders sensibel umzugehen und sich an das sogenannte Safe Harbor-Abkommen zu halten, das sich dem Schutz online gesammelter persönlicher Daten von Kindern widmet. Außerdem heißt es, sollen keine Informationen oder Details zum Konto an Dritte weitergegeben werden. 

Was sollten Eltern beachten? 

Da es keine konkrete Altersempfehlung gibt, sollten Sie sich das Spiel vor dem ersten Spielen durch Ihr Kind selbst anschauen. So können Sie einschätzen, ob Ihr Kind schon mit den Inhalten, Funktionen und schnellen Bildern zurechtkommt. Aufgrund der möglichen Risiken sollte Ihr Kind mindestens 10 Jahre alt sein und das Spiel anfangs unbedingt gemeinsam mit Ihnen kennenlernen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren und wie In-App-Käufe funktionieren. Setzen Sie Zeitlimits, damit Ihr Kind sich nicht vollkommen in der virtuellen Welt verliert. Mehr Tipps dazu gibt es in unserem Beitrag “Games in der Familie”.

Versuchen Sie Ihrem Kind verständlich zu machen, dass Pferde und Reiten nicht nur ein Thema für Mädchen ist. Sollte Ihr Sohn das Spiel spielen wollen, ermutigen Sie ihn trotz der einseitigen Perspektive der Spielemacher dazu, das Spiel zu spielen.

FLIMMO – Fernsehen mit Kinderaugen

„Ich will aber länger fernsehen, nur noch ein bisschen!“ – dieser Kindersatz dürfte den meisten Eltern vertraut sein. Fernsehen – egal ob über die klassischen Angebote oder per Streaming-App – ist ein beliebtes Streitthema in Familien und führt oft zu Diskussionen. Die Wünsche der Kinder mit den Vorstellungen der Erwachsenen zu vereinbaren, ist nicht immer einfach. Wie lange kann ich mein Kind ohne schlechtes Gewissen fernsehen lassen? Wie wähle ich geeignete Sendungen aus? Auf welchen Geräten und Kanälen wird geschaut? Genau um Fragen solcher Art zu beantworten, wurde FLIMMO ins Leben gerufen.

FLIMMO kurz gefasst:

  • Elternratgeber für kindgerechte Bewegtbildinhalte
  • pädagogische Empfehlungen nach Alter
  • Filme, Serien und Sendungen von Mediatheken, Streamingdiensten, YouTube und Fernsehsendern
  • kostenlos über die Website erreichbar

FLIMMO – beliebtes Kinderfernsehen auf einen Blick

Auf der Website flimmo.de können Sie sich als Eltern schnell informieren, ob eine bestimmte Serie oder Sendung für Ihr Kind geeignet ist. Sie erfahren außerdem, was aktuell im Fernsehen läuft und ob etwas Geeignetes für Ihre Tochter oder Ihren Sohn dabei ist. Kinder nutzen nicht nur das klassische Fernsehprogramm, sondern schauen auch auf Streamingplattformen und YouTube. Die FLIMMO-Expertinnen und Experten versuchen alle interessanten Angebote für Kinder zu prüfen. Dabei steht die Perspektive der jungen Mediennutzenden im Mittelpunkt: Was gefällt ihnen an Filmen, Serien, Shows …? Was bereitet ihnen Probleme? Was schauen sie sich gerne im Fernsehen oder auf YouTube an und warum? Wie gehen sie mit Medienerlebnissen um und wie verarbeiten sie diese?

Die Einschätzungen weisen auf Problematisches hin oder warnen vor möglicher Überforderung. Genauso wird deutlich gemacht, was Kinder im jeweiligen Alter interessiert, sie fasziniert oder amüsiert. Eine Ampel zeigt auf einen Blick, ob ein Film, eine Serie oder ein YouTube-Kanal für Kinder geeignet ist oder nicht – und wenn ja, ab welchem Alter. 

FLIMMO greift außerdem Fragen rund um Medienerziehung in der Familie auf und hilft Eltern mit kurzen Informationen und praktischen Tipps, den Herausforderungen des Medienalltags zu begegnen.

Wer steckt hinter FLIMMO?

FLIMMO ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Programmberatung für Eltern e.V. FLIMMO ist wissenschaftlich und pädagogisch fundiert. Erfahrene Medienpädagoginnen und Medienpädagogen des JFF – Institut für Medienpädagogik kümmern sich um die Inhalte und Bewertungen. Außerdem befragt FLIMMO regelmäßig 3- bis 13-Jährige zu ihren Vorlieben. Mehr zum Konzept und zum Bewertungssystem.

Wie Sie FLIMMO in der Familie nutzen können

Auch wenn sich das Angebot in erster Linie an Sie als Eltern richtet, kann es spannend sein, sich gemeinsam mit Ihrem Kind durch die Inhalte der Website zu klicken. Das einfache und übersichtliche Bewertungssystem von FLIMMO eignet sich gut, um passende Inhalte zu finden. Wenn Ihr Kind von einer interessanten Serie oder einem YouTube-Kanal erzählt, können Sie gemeinsam nachschauen, was im FLIMMO dazu steht.

jugend.support – Onlineberatung für Jugendliche zu Risiken im Netz

Jugendliche möchten sich nicht immer bei Problemen an die Eltern oder andere Erwachsene wenden. Informationen und Beratungsangebote im Internet sind eine einfache Möglichkeit, Rat und Hilfe zu bekommen – z. B. über Plattformen wie jugend.support. Sie richtet sich konkret an Jugendliche ab 12 Jahren. Dieser Film erklärt genau, was dahinter steckt:

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=AkzFh_1k9Ag_%_

Was genau gibt es bei jugend.support?

jugend.support ist ein Angebot speziell für Jugendliche und deren Fragen und Probleme im Internet. Egal, ob Fake Profile, Datenklau, Cybermobbing und Cybergrooming: fast alle wichtigen Themen werden kurz erklärt und es gibt zahlreiche Tipps und Infos, wie man mit den Herausforderungen umgehen kann. Das genau gibt es auf jugend.support:

  • Informationen zu verschiedenen Themenbereichen
  • Tipps, wie sich Jugendliche selbst helfen und schützen können
  • Beratungsstellen, die Jugendlichen vertraulich und kostenlos helfen
  • Informationen, wo man Inhalte, die nicht okay sind, melden kann und wo man sich beschweren kann, wenn jemand Regeln verletzt.

Viele Partner mit speziellen Kenntnissen und Aufgaben unterstützen Jugendliche auf jugend.support mit ihrem Expertenwissen und beraten bei Problemen. Außerdem können Jugendliche sich an eine Beratungsstelle wenden: Nummer gegen Kummer, juuuport und die Telefonseelsorge sind Ansprechstelle und Partner des Angebots.

Wenn Jugendlichen ein Inhalt auf Apps oder Internetseiten etc. auffällt, der nicht für junge Menschen geeignet ist, weil er sie z. B. verängstigt, kann dieser direkt auf jugend.support gemeldet werden. Der Inhalt wird dann direkt von einem der Partner www.internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net überprüft.

Was sollten Eltern beachten?

jugend.support richtet sich ausschließlich an Jugendliche (ab 12 Jahren), nicht an jüngere Kinder. Sie als Eltern müssen und sollen nicht alles wissen, was Ihr Kind tut und es ist gut, wenn es sich eigenständig Unterstützung und Hilfe sucht. Trotzdem sollten Sie immer als Ansprechpartner für Ihr Kind da sein und es bei allen Fragen, Risiken und Herausforderungen unterstützen. Dieses Vertrauensverhältnis ist auch noch sehr wichtig, wenn Ihr Kind schon älter ist!

Telegram

Telegram ist ein Messenger-Dienst wie WhatsApp, Signal und Co. Obwohl der Messenger im Vergleich zu anderen als relativ datenschutzsicher gilt, ist Telegram wegen der Verbreitung von Fake News und Verschwörungserzählungen in die Kritik geraten.

Kurz gefasst:

  • kostenloser Messenger für Smartphone, Tablet oder PC
  • geheime Chats mit “Selbstzerstörungstimer” möglich
  • Handynummer für Fremde versteckt, durch Nutzernamen auffindbar
  • Erstellung von Gruppen, Kanäle und Bots
  • Mindestalter laut AGB: 16 Jahre (Altersangabe in den App-Stores: ab 17 bzw. 18 Jahre)

Was ist Telegram?

Telegram ist ein kostenfreier Messenger-Dienst, der mit einer besonders hohen Sicherheit und Schnelligkeit wirbt. Wer die App nutzen möchte, muss sich mit einer Handynummer einmalig durch einen Anruf oder per SMS registrieren. Anschließend lässt sich ein Account über unbegrenzt viele Geräte verwenden. Außerdem ist es möglich, sich einen Benutzernamen anzulegen.

Telegram bietet Funktionen wie andere Messenger-Dienste auch: Das Versenden (und Bearbeiten) von Bildern, Videos, Audiodateien und Emojis. Außerdem lassen sich darüber Umfragen durchführen. Eine weitere Besonderheit von Telegram ist die Erstellung öffentlicher Gruppen bzw. das Abonnieren von (thematischen) Kanälen: Über diese können Nachrichten an unbegrenzt viele Nutzende versendet werden, schreiben darf aber nur der Kanalersteller und die Administratoren. 

In sogenannten „Geheimen Chats“ werden Nachrichten nicht auf den Servern des Anbieters gespeichert. Damit soll verhindert werden, dass Nachrichten in irgendeiner Form abgefangen und mitgelesen werden können. Auch die „Selbstzerstörungsfunktion“, mit der nach einer festgelegten Zeit eine Nachricht automatisch bei Sender und Empfänger verschwindet, trägt dazu bei. 

Was macht Telegram für Jugendliche interessant?

Wie auch bei WhatsApp kann über Telegram schnell und kostenlos mit anderen in Kontakt getreten werden. Besonders der Austausch in Gruppen macht Telegram interessant. Für ältere Jugendliche könnte zudem der Kontakt mit Gleichgesinnten in Telegram-Gruppen spannend und zugleich problematisch sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz Verschlüsselungen und geheimen Nachrichten hat die App einige Tücken: Die Ende-zu-Ende Verschlüsselung sorgt dafür, dass Nachrichten nur von den Chatteilnehmenden gelesen werden können, muss aber  erst aktiviert werden. Außerdem sind  sämtliche Kommunikationsinhalte, mit Ausnahme der geheimen Chats, dauerhaft für den Betreiber einsehbar und werden auf dessen Servern gespeichert. 

Wegen der abonnierbaren Kanäle und Gruppen ist Telegram beliebt und gleichermaßen in der Kritik. Einrichtungen wie z. B. Zeitungen können darüber regelmäßig aktuelle Informationen versenden. Aber es finden sich in diesen Gruppen auch Personen zusammen, die rechtes Gedankengut oder andere extreme Meinungen untereinander austauschen und verbreiten. Hören Sie dazu auch eine Folge des Jugendpodcasts „Was geht…?“.

Wie bei ähnlichen Apps können Kontaktrisiken wie Sexting, Cybermobbing und das Verbreiten sogenannter Fake News nicht ausgeschlossen werden. Die Registrierung mit einem Nutzernamen stellt ein besonderes Risiko dar: Dieser ist öffentlich, so dass auch Personen, die die Handynummer nicht haben, Kontakt aufnehmen können. Der Messenger benötigt außerdem Zugriff auf das Adressbuch und Kontakte werden auf Telegram-Servern dauerhaft gespeichert. 

Was meint der Anbieter?

Der russische Anbieter wirbt mit Datenschutz und Privatsphäre. Neben den Verschlüsselungen gibt es z. B. die Möglichkeit, die App mit Code oder Fingerabdruck zu sichern. Telegram ist außerdem Open Source, das heißt dass jeder einsehen kann, wie die App programmiert ist und wie die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren. Die App soll außerdem immer kosten- und werbefrei bleiben. 

Bevor Sie sich registrieren, müssen Sie außerdem den Nutzungsbedingungen zustimmen. Diese verlangen ein Mindestalter von 16 Jahren. Außerdem verpflichten sich die Nutzenden, den Dienst nicht für den Versand von Spam oder Betrügerei zu benutzen, Gewalt nicht zu fördern und keine illegalen pornografischen Inhalte zu veröffentlichen. Es ist jedoch unklar, ob und wie die Einhaltung dieser Bedingungen geprüft wird.

Was sollten Eltern beachten?

Bevor Ihr Kind einen Messenger wie Telegram nutzt, sollten Sie mit ihm über Kommunikationsregeln und mögliche Gefahren sprechen. Überlegen Sie vorher, was für Telegram spricht oder ob ein anderer Dienst besser wäre. Wenn es Telegram sein soll, verzichten Sie auf eine Registrierung mit einem öffentlichen Nutzernamen.

Mobilsicher – das Infoportal für sichere Handynutzung

Datenschutz und Privatsphäre sind zentral, wenn es um eine sichere Handynutzung geht. Um herauszufinden, wie es sich mit der Privatsphäre bestimmter Apps verhält und wer auf welche Daten zugreifen kann, ist oft eine aufwändige Recherche nötig. Bei Mobilsicher können sich Nutzende gezielt zu bestimmten Apps informieren und schnell einschätzen, ob eine App sicher ist. 

Kurz gefasst:

  • Infoportal zu Datenschutz, Privatsphäre und sicherer Handynutzung
  • kostenlos und gemeinnützig
  • unabhängig und werbefrei
  • Inhalte über Webseite oder den YouTube-Kanal
  • AppChecker: Datenbank mit Testergebnissen zu rund 30.000 Android Apps

Was kann das?

Mobilsicher ist ein Internetportal, über das man sich umfassend zum Datenschutz und der Privatsphäre bestimmter Anwendungen informieren kann und über die Hintergründe beliebter Apps aufgeklärt wird. In kurzen Artikeln oder Videos wird erklärt, wie bestimmte Einstellungen vorgenommen werden können und die eigene Handynutzung sicherer gemacht werden kann. Unter dem Thema #Kinder finden Eltern viele hilfreiche Beiträge z. B. zum Datenschutz beliebter Kinder-Apps, Tipps wie das Smartphone des Kindes sicherer gemacht und Jugendschutzprogramme einrichtet werden.

Das Herzstück des Portals ist der AppChecker. Hier werden Testergebnisse zu Datenschutz und Datennutzung zahlreicher Android-Apps zu Verfügung gestellt. Mobilsicher analysiert für den AppChecker beliebte Apps bezogen auf Werbung, In-App-Käufe und das Datenverhalten. Außerdem wird über mögliche Drittanbieter, App-Berechtigungen und Zugriffsrechte aufgeklärt. Die Bewertung von Apps ist anhand des sogenannten Privacy-Scores von 1 bis 5 auf einen Blick erkennbar. Apps können über die Suchleiste und über das Glossar gefunden werden, das alle bisher analysierten Apps von A-Z beinhaltet. Mobilsicher ist kostenlos und unabhängig. 

Was kann problematisch sein mit dem Angebot ?

Das Angebot des AppCheckers ist auf Android-Apps beschränkt. Der Anbieter gibt an, dass andere Betriebssysteme, wie etwa iOS, nicht unterstützt werden, da eine vergleichbare Testung nicht möglich ist. Das schließt viele potentielle Nutzer und Nutzerinnen aus. 

Was sollten Eltern beachten?

Über Mobilsicher können Sie sich gut über die Datensicherheit von Apps informieren. Beachten Sie aber, dass Mobilsicher die Apps lediglich auf ihren Umgang mit Daten und ihre Privatsphäre testet. Die Inhalte der Apps oder andere Risiken, wie z. B. durch die Kommunikation mit anderen Personen, wird in der Bewertung nicht berücksichtigt. Wird eine App von AppChecker als gut bewertet, sagt dies nur beschränkt etwas über ihre Eignung für Ihr Kind aus. Nutzen Sie deshalb auch andere Quellen, um sich über geeignete Medienangebote zu informieren. In unserem Artikel zu guten Apps für Kinder erfahren Sie mehr über Informationsangebote und wie Sie eine gute Kinder-App erkennen können.

Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
  • Kostenfallen durch In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

Was kann das?

Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

Was meint der Anbieter?

Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

Wish – Schnäppchenjagd oder Abzocke?

Die Online-Shopping-App Wish ist weltweit beliebt und wird auch von Jugendlichen genutzt. Jedoch ist Wish nicht nur für seine niedrigen Preise und das umfassende Angebot bekannt. Auch negative Erfahrungsberichte über die App häufen sich. Nutzende beschweren sich über ausbleibende Ware, schlechte Qualität oder Mängel am Produkt. Was steckt also hinter der Schnäppchen-App und wie vertrauenswürdig ist sie?

Kurz gefasst:

  • kostenlose Online-Shopping-App für Android und iOS
  • Produktangebot zu sehr niedrigen Preisen
  • Plattform für unabhängige Anbieter weltweit
  • Vorsicht vor Kostenfallen wie Versand- oder Zollgebühren

Was genau bietet die App Wish?

Wish selbst ist kein Anbieter von Waren, sondern lediglich Vermittler. Die App gleicht einem virtuellen und weltweiten Marktplatz. Verschiedene Anbieter und Händler können ihre Produkte anbieten und auch ins Ausland verkaufen. Vor allem Kleidung, technische Geräte und Schmuck werden viel und gerne angeboten. Das Besondere an Wish sind die niedrigen Preise. Viele Artikel kosten nicht mehr als ein paar Euro. Dabei ähneln die Produkte oft bekannten Markenartikeln und erwecken den Anschein, es handle sich um ein Sonderangebot. Die günstigen Preise werden damit gerechtfertigt, dass Käuferinnen und Käufer direkt die Hersteller kontaktieren und so Kosten sparen. Da die Waren meist aus Asien stammen, lassen sich die Tiefpreise allerdings eher auf die günstige Produktion und eine mangelnde Qualität der Produkte zurückführen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Durch die sehr präsenten Werbeanzeigen von Wish auf Social-Media-Kanälen wie Instagram und Facebook, landen junge Menschen schnell auf der Shopping-Plattform. Oft reicht das Taschengeld nicht aus, um sich das neuesten Trendteil z. B. die neuen Kopfhörer einer bestimmten Marke zum Originalpreis leisten zu können. Wish bietet vermeintlich Abhilfe und Jugendliche tappen schnell in die Schnäppchen-Falle. Häufig handelt es sich jedoch um Fälschungen und die Ware entspricht in ihrem Aussehen oder Qualität nicht den Erwartungen. Kinder können diese Masche nur schwer durchschauen und schließen voreilig Käufe ab. Es wird der Anschein erweckt, als wären die Preise nur für kurze Zeit reduziert. Interessierte werden so unter Druck gesetzt, schnell zuzugreifen. 

Wish ist bei Jugendlichen, durch die geringen Kosten, schon zu einer Art Glücksspiel geworden. Jugendliche zeigen hierbei auf YouTube, welche Produkte sie von Wish erworben haben und wie der Artikel auf der Webseite präsentiert wird.

Was kann problematisch sein an Wish?

Viele Käuferinnen und Käufer berichten, dass die Produkte von Wish von schlechter Qualität sind oder Mängel haben. Ware wird häufig unter schlechten Bedingungen produziert und darunter leiden auch Umwelt und die Beschäftigten in den Fabriken. 

Außerdem kommt es regelmäßig zu Lieferschwierigkeiten oder Ausbleiben der Ware, wie Berichte zeigen. Durch die unabhängigen Anbieter wird keine Sicherheit oder Garantie gewährleistet. Nicht immer kann direkt Kontakt zu den Anbietern aufgenommen werden und auch der Wish-Kundenservice lässt zu Wünschen übrig. Vorsicht ist auch bei den Zahlungsbedingungen von Wish geboten. Oft muss schon vor Erhalt der Ware bezahlt werden. Auf den Kosten bleibt man sitzen, wenn die Ware nicht ankommt, da die Versandkosten in der Regel nicht zurückerstattet werden.

Die hohen Versandkosten – weil Artikel erst von Asien um die halbe Welt verschickt werden müssen – machen Produkte bei Wish teurer, als es den Anschein macht und belasten zusätzlich die Umwelt. Zudem kommen oft noch Kosten aufgrund von Steuern oder Zoll hinzu. Vor allem Kinder und Jugendliche bestellen, ohne sich dieser zusätzlicher Kosten bewusst zu sein. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Datenschutz der App. Durch zweifelhafte Berechtigungen erhält Wish Zugriff auf Kontakte, Kamera und Fotos. Was mit den Daten geschieht, ist nicht klar. Ein Missbrauch zu Werbezwecken oder die Weitergabe von Daten an unbekannte Dritte ist nicht ausgeschlossen. 

Das sollten Eltern beachten

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ob es wirklich sinnvoll ist, Sachen bei Wish zu bestellen, oder ob es sich nicht manchmal lohnt, ein etwas teureres Produkt woanders zu erwerben.

Wenn Ihr Kind die App nutzen möchte, sprechen Sie mit ihm über Risiken und versteckte Kostenfallen bei Wish. Recherchieren Sie gemeinsam, woher ein Produkt stammt und ob mögliche Versand- und Zollkosten anfallen könnten. Vermeiden Sie ein Bezahlen im Voraus, um bei Verlust oder Beschädigung der Ware nicht dafür aufkommen zu müssen. In den Einstellungen der App können Sie einsehen, auf welche Daten zugegriffen werden kann und diese gegebenenfalls ändern.

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, wie es zu den niedrigen Preise der Produkte kommt und was das für Arbeitnehmende und die Umwelt bedeutet. Nicht alle Käufe bei Wish müssen schlecht ausgehen, auch seriöse Anbieter bieten ihre Ware auf der Plattform an. Die Risiken von Kostenfallen, Datenschutz oder enttäuschten Erwartungen sind bei der App allerdings sehr groß. Die eigenständige Nutzung von Kindern ist daher nicht zu empfehlen. Mehr zu Risiken für Kinder und Jugendliche beim Shoppen im Netz können Sie hier nachlesen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was kann problematisch sein an TikTok?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Projektpartner
Unterstützer