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Battlefield 6

Battlefield 6 ist ein Ego-Shooter, bei dem Spieler*innen aus der Ich-Perspektive in großen Online-Gefechten kämpfen. Militärische Waffen, Fahrzeuge und realistische Kriegsszenarien stehen im Mittelpunkt. Das Spiel ist actionreich und gewalthaltig – und richtet sich deshalb an ältere Jugendliche.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 18 Jahren // Grund: drastische Gewaltdarstellungen, Kriegsthematik
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, In-Game-Käufe
  • First-Person-Shooter
  • für PlayStation 5, Xbox Series, Microsoft Windows, GeForce Now
  • Kosten: Playstation 5 (79,99€), Xbox (79,99€), Computer (69,99€)

Was ist Battlefield 6? 

Das Spiel ist der neueste Teil der bekannten Battlefield-Reihe und setzt sie mit aktueller Technik und vertrautem Spielprinzip fort. Es gehört wie Call of Duty oder Counter-Strike zu den großen Ego-Shootern. In der Einzelspieler-Kampagne erleben Spieler*innen eine Kriegsgeschichte im Jahr 2027 und kämpfen als Eliteeinheit gegen eine private Militärorganisation.

Im Mehrspieler-Modus stehen große Online-Teamgefechte im Mittelpunkt, bei denen taktisches Zusammenspiel wichtig ist. Außerdem kehrt mit Battlefield Portal ein kreatives Community-Tool zurück, mit dem Spieler*innen eigene Spielmodi und Erlebnisse gestalten und miteinander teilen können.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Battlefield 6 richtet sich an Spieler*innen, die taktische Shooter und Teamplay mögen. Das Spiel bietet große Spielkarten, viel Action, Fahrzeuge und Explosionen – das wirkt aufregend und sorgt für Spannung. Die Mischung aus Kämpfen, Teamarbeit und Planung macht den Reiz aus und hält viele Jugendliche lange im Spiel.

Gleichzeitig ist das Spiel ein sozialer Treffpunkt: Jugendliche spielen online mit Freund*innen oder lernen neue Leute kennen. Im Team zu spielen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Ranglisten, Fortschritte und Belohnungen motivieren zusätzlich: Jugendliche können sich stetig verbessern, Herausforderungen meistern und ihren Fortschritt zeigen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Battlefield 6 wird aus der Ich-Perspektive gespielt, Spieler*innen sehen die Spielwelt direkt durch die Augen ihrer Spielfigur – inklusive der Waffe. Krieg und Gewalt stehen deutlich im Mittelpunkt, weshalb das Spiel eine USK-18-Kennzeichnung wegen drastischer Gewaltdarstellungen erhalten hat. Im Einzelspieler-Modus wird Gewalt sichtbar als Teil der Kriegsgeschichte inszeniert, im Mehrspieler-Modus gehört sie vor allem zur Spielmechanik und Taktik (z. B. Gefechte, Explosionen, Fahrzeugkämpfe). Hier dient Gewalt weniger einer Erzählung, sondern dem Wettbewerb zwischen Teams. Eine ethische Bewertung von Krieg oder Gewalt findet im Spiel nicht statt.

Auch In-Game-Käufe spielen in Battlefield 6 eine große Rolle. Werbung für zusätzliche Käufe oder kosmetische Inhalte werden den Spieler*innen häufig angezeigt, was Druck erzeugen kann, echtes Geld auszugeben.

Vor allem in dem Multiplayer-Modi ist eine In-Game-Kommunikation unerlässlich, um mit anderen Spieler*innen zu chatten oder zu sprechen. Das fördert eine erfolgreiche Zusammenarbeit – kann aber mitunter zu Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing, Hate Speech und Cybergrooming führen.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Electronic Arts (EA) legt mit seinen Nutzungsbedingungen unter anderem folgende Regeln fest:

  • Verhaltensregeln: Cheats und unangebrachtes Verhalten (z. B. Belästigung oder Beleidigungen) führen zu Sperrungen. Urheberrechtlich geschützte Inhalte dürfen nicht ohne Erlaubnis verwendet werden.
  • Mikrotransaktionen: Es gibt In-Game-Käufe und digitale Inhalte können nicht zurückgegeben werden.
  • Inhalte & Modding: Spieler*innen können im Battlefield Portal Inhalte erstellen, müssen aber die Nutzungsregeln von EA einhalten. Modding (Spielveränderung) ist nur mit offiziellen Tools erlaubt.
  • Daten & Datenschutz: Der Anbieter EA sammelt Daten über das Spielverhalten der Nutzer*innen für Werbung und Verbesserung des Spiels. Die Online-Interaktionen der Spieler*innen können überwacht werden.

Die detaillierten Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinien und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Battlefield 6 sind auf der EA-Website verfügbar.

Was sollten Eltern beachten? 

Achten Sie als Eltern auf die USK-Altersfreigabe ab 18 Jahren und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum diese Einstufung wichtig ist. Das Spiel zeigt Kriegsschauplätze und Kämpfe sehr realistisch mit visuellen Effekten wie Blut, Wunden, Explosionen und Gefechten. Die Gewalt ist explizit sichtbar, nicht abstrahiert oder stark stilisiert – und das ist ein zentraler Grund für diese Altersfreigabe. Darüber hinaus steht Krieg im Mittelpunkt des gesamten Spiels. Spieler*innen steuern Soldat*innen, nutzen echte Waffen und kommen in Konfliktsituationen, in denen Spielfiguren getötet werden. Durch die hohe Immersivität (also das starke Gefühl, mitten im Spielgeschehen zu sein) werden Spieler*innen sehr intensiv eingebunden, was eine gewisse Reife voraussetzt. Aktivieren Sie die Jugendschutzeinstellungen auf den Geräten Ihres Kindes. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind das Spiel unbeaufsichtigt herunterladen kann.

Sollte Ihr Kind das Spiel spielen, weil es bereits volljährig ist oder Sie es als ausreichend reif einschätzen, begleiten Sie es dabei:

  • Tauschen Sie sich regelmäßig über die Spielerfahrungen Ihres Kindes aus und bleiben Sie im Dialog. Der Austausch mit anderen Eltern sowie Informationen aus unabhängigen Angeboten wie dem Spieleratgeber NRW können dabei zusätzlich unterstützen.
  • Das Spiel zeichnet sich durch taktisches Vorgehen und intensive Online-Kommunikation aus. Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Besonderheiten der Online-Kommunikation und klären Sie es über mögliche Risiken auf, etwa unangemessene Sprache oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch Fremde. Besprechen Sie gemeinsam, wie Ihr Kind in solchen Situationen reagieren kann.
  • Weisen Sie Ihr Kind auf technische Einstellungsmöglichkeiten im Spiel hin, wie das gezielte Stummschalten einzelner Spieler*innen oder das vollständige Deaktivieren des Chats.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-Game-Käufe und die dahinterstehenden Kaufanreize. Legen Sie gemeinsam klare Absprachen fest, wie viel Geld Ihr Kind in das Spiel investieren darf.
  • Legen Sie gemeinsam Medienregeln fest und nutzen Sie in Absprache mit Ihrem Kind gegebenenfalls technische Einstellungen, um die Spielzeit zu begrenzen und einen bewussten Umgang mit dem Spiel zu fördern.

Beliebte Spiele: Roblox

Aus Bausteinen eigene Welten bauen, in fantasievolle Rollen schlüpfen und spannende Missionen erfüllen – die Onlinespiele-Plattform Robloxerfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Roblox verbindet Elemente aus Spiel, Social Media und kreativem Gestalten. Da sowohl Chatfunktionen als auch problematische Inhalte enthalten sind und manche mit ihren Spielen Geld verdienen, gilt seit Januar 2025 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 16 Jahren // Grund: Gewaltdarstellungen, Inhalte für verschiedene Altersgruppen, erhöhte Kaufanreize
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, In-Game-Käufe (+ zufällige Objekte)
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 16 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Nutzer*innen können eigene Spiele erstellen, die Spiele anderer nutzen und miteinander in Interaktion treten
  • für Windows, macOS, Xbox One, Meta Quest, PlayStation 4 und PlayStation 5 sowie als App für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS verfügbar.        
  • größtenteils kostenlos

Was ist Roblox?

Roblox ist eine Online-Spieleplattform und ein Spiel-Entwicklungssystem, das es Nutzer*innen ermöglicht, eigene Spiele zu erstellen und die Spiele anderer zu spielen. Die beiden Wörter Robots (dt.: Roboter) und Blocks (dt.: Blöcke) ergeben zusammen den Namen der Spieleplattform Roblox. Hier lassen sich virtuelle Welten im Lego-Stil erschaffen und spielen, was vor allem Jugendliche begeistert. Roblox ist eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk und erinnert an Minecraft.

Roblox ist auf vielen verschiedenen Geräten sowie als App verfügbar. Auch das Spiel mit einem Virtual-Reality-Headset wird unterstützt. Diese plattformübergreifende Verfügbarkeit sorgt dafür, dass Spieler*innen auf verschiedenen Geräten unkompliziert miteinander spielen können.

Nach der Registrierung auf roblox.com erhalten die Spieler*innen eine vorgefertigte Spielfigur (sog. Avatar), die sie nach Belieben anpassen können. Standardkleidung oder andere kosmetische Eigenschaften, wie z.B. eine erste Frisur, sind kostenlos. Einige Extra-Accessoires kosten Geld in Form der eigenen Währung Robux. Funktionen wie das Erstellen von Spielen sowie das Spielen selbst sind kostenfrei verfügbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Viele Jugendliche lieben das Spiel, weil sie ganz einfach selbst Spiele entwickeln können. Registrierte Nutzer*innen können mit dem Bau-Tool “Roblox-Studio” ihre eigenen Spiele erstellen und sie mit anderen teilen. Es lassen sich einfache Bauwerke, aber auch komplexe Erlebniswelten gestalten. In der Community von Roblox können sich Jugendliche miteinander kreativ austoben und miteinander kommunizieren.

Roblox ist besonders bei jungen Spieleentwickler*innen beliebt, da sie dort eigene Spiele gestalten und veröffentlichen können. Wird ein Spiel von anderen Nutzer*innen häufig gespielt und Geld investiert, besteht die Möglichkeit, dass auch die Entwickler*innen – also zum Beispiel Ihr Kind – einen Anteil daran verdienen.

Auch Jugendliche die nicht selbst in die Spielentwicklung einsteigen wollen sind von den unzähligen Spieleangeboten fasziniert.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Januar 2025 das Alterskennzeichen für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Für diese Entscheidung gab es mehrere ausschlaggebende Gründe:

  • Gewalt und problematische Inhalte: Einige von Nutzer*innen erstellte Spiele auf der Plattform enthalten Szenen, die extreme Gewalt darstellen und für jüngere Spieler*innen ungeeignet sind.
  • Inhalte für verschiedene Altersgruppen: Roblox ist eine Plattform mit sehr unterschiedlichen Inhalten – vergleichbar mit YouTube oder Twitch. Entsprechend reicht das Angebot von kindgerechten Spielen bis hin zu Titeln, die für jüngere Kinder nicht altersgerecht sind.
  • Erhöhte Kaufanreize: Roblox bietet zahlreiche In-Game-Käufe an, die insbesondere für Kinder und Jugendliche einen starken Anreiz zum Geldausgeben darstellen können.

Hinzukommt, dass die Plattform es Nutzer*innen ermöglicht, über Text- und Sprach-Chats zu kommunizieren. Deshalb bestehen Risiken wie z. B. Cybermobbing, Cybergrooming und Hate Speech. Außerdem enthalten einige Spiele Elemente, die Glücksspiel ähneln, wie etwa den Kauf von zufälligen virtuellen Gegenständen (Lootboxen).

Zusätzlich bemängelte die USK fehlende wirksame Vorsorgemaßnahmen seitens der Plattformbetreiber, wie etwa unzureichend gesicherte Kinderkonten und das Fehlen von Alterskennzeichnungen nach deutschen Standards. Aufgrund dieser Aspekte wurde die USK-Alterskennzeichnung angepasst, um den Jugendschutz zu gewährleisten und Eltern eine bessere Orientierung zu bieten.

Darüber hinaus wirdRoblox immer wieder vorgeworfen, sowohl die Inhalte als auch die Kommunikation der Nutzenden untereinander nicht ausreichend zu moderieren und nicht konsequent genug gegenüber Verstößen der Community-Richtlinien vorzugehen. Kinder und Jugendliche können in den Spielen beispielsweise auf diskriminierende und extremistische Inhalte stoßen.

Das sagt der Anbieter

Der Anbieter Roblox Corporation betont auf seiner Plattform, Sicherheit und Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es gibt ein Meldesystem für unangemessene Chatnachrichten und einen Chatfilter. Nach der Registrierung wird bei Nutzer*innen unter 13 Jahren automatisch ein Konto im „Datenschutzmodus“ erstellt. Jüngere Spieler*innen haben dann z. B. keinen Zugriff auf die Social-Media-Funktionen. Manche Spiele sind außerdem erst ab einem bestimmten Alter freigegeben. Moderator*innen prüfen, ob hochgeladenes Bild- und Videomaterial den Ansprüchen zu jugendgerechten Inhalten genügt. Unangemessene Inhalte werden aktiv gefiltert und gelöscht.

Roblox hat Anfang 2026 mehrere neue Funktionen eingeführt, um die Kommunikation für junge Spieler*innen sicherer zu gestalten. Eine davon ist die Altersüberprüfung: Nutzer*innen können ihr Alter entweder über einen Ausweis oder über eine freiwillige, KI-gestützte Altersschätzung per Video-Selfie bestätigen. Erst nach dieser Einstufung werden bestimmte Kommunikationsfunktionen freigeschaltet. Damit Kinder und Jugendliche möglichst mit Gleichaltrigen interagieren, teilt Roblox Accounts in Altersgruppen ein: Unter 9, 9 – 12, 13 – 15, 16 – 17, 18 – 20 und über 21 Jahre. Inhalte, Chats und Funktionen werden dann altersgerechter zugeordnet. Viele Interaktionsmöglichkeiten bleiben eingeschränkt, um Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu begrenzen und Kommunikationsrisiken zu reduzieren. Die KI-gestützte Altersverifikation bei Roblox übernimmt das Unternehmen Persona. Roblox gibt an, dass Nutzer*innen-Daten nach 30 Tagen gelöscht werden. Falsche Schätzungen können über die Elternaufsicht oder die Ausweis-Verifikation nachträglich korrigiert werden. Roblox informiert auf seiner Webseite über die Altersüberprüfung.

Für ältere Jugendliche gibt es zusätzlich das Konzept der „Vertrauten Connections“. Dabei können 13- bis 17-Jährige bestimmte Kontakte als vertrauenswürdig markieren. Mit diesen Kontakten können sie fast ohne Einschränkungen chatten. Kontakte über Altersgrenzen hinweg – besonders zwischen Jugendlichen und Erwachsenen – unterliegen jedoch weiterhin strengen Regeln. Kinder unter 13 Jahren können keine „Vertrauten Connections“ anlegen. Mehr Informationen bietet die Roblox-Webseite.

Roblox bietet verschiedene Sicherheitsfunktionen an, mit denen Sie das Spiel Ihres Kindes besser im Blick haben können, z. B. zur Bildschirmzeit, den Chats oder Käufen. Die Elternaufsicht wurde 2026 erweitert. Eltern können nun sehen,

  • mit wem ihr Kind über „Vertraute Connections“ verbunden ist
  • wie lange es spielt
  • welche Erlebnisse es nutzt und
  • wofür Geld ausgegeben wird.

Bei ungewöhnlich hohen Ausgaben kann Roblox außerdem warnen. Diese Funktionen ergänzen die bisherigen Kindersicherungseinstellungen und sollen mehr Transparenz schaffen. Über die Roblox-Webseite können sich Eltern über die Elternaufsicht und die Kindersicherung informieren.

Das sollten Eltern beachten

Beachten Sie, dass Roblox inzwischen mit USK 16 gekennzeichnet ist. Grundsätzlich gibt der Staat mit den Alterskennzeichen keine Vorschriften, welche Medieninhalte Eltern ihren Kindern zu Hause erlauben, sondern sie gelten als Orientierung. Dennoch sollten Sie darauf achten, Ihrem Kind nur Spiele zur Verfügung zu stellen, die für sein Alter geeignet und entsprechend freigegeben sind. Mehr Informationen zur Hochstufung erfahren Sie in diesem Eltern-Check-In-Artikel.

Sie möchten Ihrem Kind Roblox zugänglich machen?

  • Nehmen Sie die Registrierung und die Erstellung eines Profils gemeinsam mit Ihrem Kind vor und entdecken Sie zusammen die Roblox-Spielewelt.
  • Erstellen Sie in jedem Fall ein Elternkonto und verknüpfen dieses mit dem Konto ihres Kindes. Haben Sie auch einen Blick auf die getätigten In-Game-Käufe.
  • Stellen Sie das Konto so ein, dass Ihrem Kind möglichst altersgerechte Spiele angezeigt werden. Geben Sie dazu – unabhängig von der Altersschätzung – das reale Alter Ihres Kindes über die Elternaufsicht ein.
  • Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit dem Spiel verbringt und legen Sie gemeinsam klare Regeln für den Umgang mit Games in der Familie fest.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Spielerlebnisse. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind spielt. Fragen Sie nach, warum es bestimmte Spiele mag und mit wem es Kontakt hat.
  • Trotz der Begrenzung von Kontakten zu älteren Nutzern bleibt Roblox nicht frei von Sicherheitsrisiken. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, über die Plattform keine privaten Daten weiterzugeben. Klären Sie Ihr Kind über Kommunikationsrisiken im Netz auf und ermuntern Sie es, verdächtige oder unangenehme Kontakte zu blockieren und zu melden.

Alle wichtigen Schritte zur Kindersicherung bei Roblox finden Sie auch auf medien-kindersicher.de.

Digitale Lern-Plattformen und Apps für Kinder ab dem Vorschulalter

Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.

Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.

Sofatutor & Sofatutor Kids

Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.

  • Fokus: Zahlen, Buchstaben, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4–5 Jahre
  • Kosten: kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig von Laufzeit und Angebot
  • Mögliche Nachteile: Die große Auswahl kann für manche Kinder schnell zu viel sein. Durch Videos sind längere Bildschirmzeiten möglich. Zudem ist Sofatutor ein kostenintensives Angebot, insbesondere bei kürzeren Laufzeiten.

ANTON

ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.

  • Fokus: Mathe, Deutsch, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 5 Jahre
  • Kosten: Basisversion kostenfrei; zusätzliche Funktionen über ANTON Plus (kostenpflichtig)
  • Mögliche Nachteile: Das Punktesystem kann Leistungsdruck erzeugen. Bei anspruchsvolleren Aufgaben bleiben Erklärungen eher knapp.

Antolin

Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.

  • Fokus: Lesen
  • Geeignet ab: ca. 6 Jahre (Leseanfänger*innen)
  • Kosten: meist über Schule oder Bibliothek nutzbar
  • Mögliche Nachteile: Der starke Fokus auf Punkte kann die Freude am Lesen überlagern. Schwächere Leser*innen können sich schnell entmutigt fühlen.

Duolingo

Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.

  • Fokus: Fremdsprachen
  • Geeignet ab: ca. 6–7 Jahre (begleitet)
  • Kosten: Basisversion kostenlos mit Werbung; kostenpflichtige Version ohne Werbung verfügbar
  • Mögliche Nachteile: Tägliche Lernziele können Druck erzeugen. In der kostenlosen Version gibt es Werbung, Grammatik wird nur oberflächlich erklärt.

Scoyo

Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.

  • Fokus: Deutsch, Mathe, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4 Jahre
  • Kosten: ausschließlich kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig vom gewählten Modell
  • Mögliche Nachteile: Das Lernen ist eher schulisch aufgebaut und bietet wenig Raum für freies Entdecken. Die Motivation hängt stark vom Interesse des Kindes ab. Da Scoyo nur als Abo verfügbar ist, entstehen laufende Kosten.

Was Eltern beachten sollten

Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.

Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.

Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.

Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.

Spotify – mehr als Musik

Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • beliebter Audio-Streaming-Dienst für Android, iOS und Web
  • nutzbar per Smartphone, Tablet, PC, Spielekonsole, Smart TV und Smart Speakern
  • kostenfrei mit Werbung und eingeschränkten Funktionen; kostenpflichtige Abos (z. B. Premium, Family) mit zusätzlichen Möglichkeiten
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chatfunktion
  • laut Nutzungsbedingungen des Anbieters ab 18 Jahren erlaubt, mit Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren

Was ist Spotify?

Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.

In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.

Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.

Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.

Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.

Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.

Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.

Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.

Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.

Was meint der Anbieter?

Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.

Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.

Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.

Was sollten Eltern beachten?

Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Kostenfreie Version: Beachten Sie, dass die kostenfreie Nutzung für Ihr Kind eher unpraktisch sein könnte. Sie verbraucht viel Datenvolumen, enthält Werbung und bietet weniger Funktionen und Kontrolle. Kostenfreien Hörspaß bieten zum Beispiel Kinderradiosender oder Kinderbuchseiten wie Amira.
  • Family- oder Kids-Angebote prüfen: Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen oder Ihr Kind noch jünger ist.
  • Jugendschutzeinstellungen nutzen: Deaktivieren Sie in den Einstellungen die Wiedergabe von als „Explicit” bzw. „E” gekennzeichneten Inhalten. Diese Möglichkeit gibt es nur in kostenpflichtigen Abos. Achtung: dieser Filter bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Weitere Einstellungen vornehmen: Prüfen Sie Einstellungen wie Datenschutz und Zugriffsrechte zusammen mit Ihrem Kind. Zeigen Sie, wie es die Nachrichtenfunktion deaktivieren, Anfragen von (fremden) Personen ablehnen und einzelne Kontakte blockieren kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter medien-kindersicher.de
  • Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsinhalte und medialen Vorbilder, aber auch über problematische Themen wie Fake News, Verschwörungsmythen und Kommunikationsrisiken.
  • Regeln vereinbaren: Treffen Sie gemeinsam Vereinbarungen zum Beispiel zur Nutzungsdauer, zu Downloads oder zur Chatfunktion.
  • Kritisches Denken stärken: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Inhalte einzuordnen, Quellen zu hinterfragen und unangemessene Aussagen zu erkennen. Melden Sie problematische Inhalte direkt bei Spotify oder einer Online-Meldestelle.

Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.

Tellimero – der sprechende Stift

Bücher anhören, Spiele mit Ton spielen, selbst Aufnahmen gestalten. Mittlerweile gibt es verschiedene Audiostifte, die das können – vom TipToi über TING und BOOKii bis Anybook. Aus vielen Kinderzimmern sind diese Stifte gar nicht mehr wegzudenken. Als besonders offen gestaltetes Angebot reiht sich der Tellimero ein.

Kurz gefasst

  • Audiostift mit Aufnahme- und Abspielfunktion
  • Geeignet ab 4 Jahren
  • Funktioniert mit Ton-Stickern, nicht mit festen Büchern
  • Kosten: ab 69,95 €

Was kann der Tellimero?

Der Tellimero wird vom Pädagogik-Verlag Betzold herausgegeben, einem klassischen Anbieter für Bildungs- und Lernmaterialien. Die Idee hinter dem Stift ist, ein flexibles Werkzeug zu schaffen, das nicht an bestimmte Bücher oder Produkte gebunden ist.

Stattdessen arbeitet der Stift mit Stickern: In der Packung befindet sich ein ganzer Stapel verschiedener Stickerblätter mit bunten Punkten, Tieren, Instrumenten und Symbolen. Einige Motiv-Sticker enthalten bereits Geräusche, wie Tierlaute, Melodien oder andere Klänge. Die rund 200 einfarbigen Punkte können nach Belieben selbst besprochen werden.

Die Sticker sind nicht zum Dekorieren gedacht, sondern bringen den Stift erst „zum Sprechen“. Berührt man im Aufnahme-Modus einen Sticker, kann Ton aufgenommen werden – bis zu fünf Minuten pro Sticker. Im Abspiel-Modus wird dieser Ton wiedergegeben. So lassen sich Bücher aufnehmen, Gegenstände mit Ton versehen oder Aufgaben akustisch festhalten.

Der Stift selbst ist übersichtlich aufgebaut und hat drei Tasten: Ein/Aus, Aufnahme und Wiedergabe. Nutzt man mehrere Tellimero-Stifte, lassen sich vorhandene Aufnahmen über einen PC auf andere Stifte kopieren. Auch fertige Audiodateien können auf den Tellimero geladen werden.

Was fasziniert Kinder daran?

Für Kinder ist der Tellimero gleich doppelt spannend: Sie können zuhören und gleichzeitig kreativ werden. Bereiten Erwachsene Materialien vor – lesen etwa ein Buch ein, besprechen einen Adventskalender oder nehmen eine einfache Rezept- oder Bastelanleitung auf –, können Kinder eigenständig zuhören. Sie freuen sich über die Hör-Überraschung, hören vielleicht ihr Lieblingsbuch in Omas Stimme oder sogar in mehreren Sprachen. Auch Anleitungen, tägliche Aufgaben oder Abläufe können aufgenommen werden und selbst junge Kinder können sie so eigenständiger erledigen.

Gleichzeitig können Kinder selbst kreativ werden: eigene Geschichten einsprechen, Rätsel vertonen oder den Stift zum Lernen nutzen. Die Bedienung der drei Tasten ist so intuitiv und einfach, dass der Stift wirklich ab 4 Jahren problemlos genutzt werden kann.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Die große kreative Freiheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Kinder können nicht einfach mit Stift und Buch ausgestattet werden und sind beschäftigt – es braucht Vorarbeit. Sticker müssen verteilt, Aufnahmen erstellt und Inhalte vorbereitet werden.

Wer den Tellimero etwa zum Sprachenlernen nutzen möchte, kann nicht auf fertige Produkte zurückgreifen, sondern muss Bücher oder Materialien selbst einsprechen.

Da die Sticker wiederbespielbar sind, besteht außerdem die Gefahr, dass Kinder bereits besprochene Sticker überschreiben. Um das zu vermeiden, sollte bei der Aufnahme der sogenannte „Lehrermodus“ genutzt werden.

Wie bei allen Audiostiften gilt außerdem: Eltern sind der „menschliche Aufladedienst“. Ein leerer Akku im entscheidenden Moment ist einer der häufigsten Frustpunkte.

Was meint der Anbieter?

Laut Verlag ist der Tellimero vor allem als pädagogisches Werkzeug gedacht. Er wird häufig in Kitas und Schulen eingesetzt, etwa für Sprachförderung, Stationenlernen oder Orientierungshilfen. Lehrkräfte können beispielsweise eine Anlauttabelle, einen Globus oder ein Stationentraining mit passenden Audio-Inhalten versehen. Dafür wurde der Stift mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Comenius-EduMedia-Siegel und dem Worlddidac Award.

Auch für den privaten Einsatz ist der Tellimero geeignet, sei es für kreative „Spaß-Nutzungen“ oder auch für Lern- und Alltagsaufgaben. Eltern sollten sich jedoch bewusst sein, dass es keine fertigen Materialien gibt und die Inhalte vollständig selbst gestaltet werden müssen.

Was sollten Eltern beachten?

Für Familien, die nicht nur zuhören, sondern auch selbst kreativ werden möchten, ist der Tellimero eine gute Alternative. Klein und Groß können gemeinsam witzige, hilfreiche oder lehrreiche Inhalte für die Sticker entwickeln – und das immer wieder neu.

Der Streamingdienst Joyn

Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

Kurz gefasst:

  • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
  • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
  • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
  • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
  • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
  • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

Worum geht’s?

Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

Was kann problematisch sein?

  • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
  • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
  • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
  • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

Was sagt der Anbieter?

Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

Was Eltern beachten sollten

Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

Alternative KI-Angebote: Welche Tools können Familien nutzen?

Eine Idee für das nächste Geburtstagsgeschenk, Unterstützung bei der Matheaufgabe oder ganz einfach die Frage nach den Öffnungszeiten des Schwimmbads: Viele Familien nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz im Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele Eltern, welche KI-Angebote zuverlässig, sicher und auch für Kinder geeignet sind. Denn KI ist nicht gleich KI, die Angebote unterscheiden sich beispielsweise in Datenschutz, Transparenz und Zielgruppen deutlich.

Welche Vor- und Nachteile bringen KI-Angebote?

Es liegt auf der Hand: KI-Tools können den Alltag erleichtern. Chat-Bots und sogenannte KI-Agenten finden und bündeln Informationen, erklären komplizierte Inhalte, übernehmen kleine Aufgaben oder sind sogar Gesprächspartner*innen. Viele Dienste – von Suchmaschinen bis zu Messengern – haben mittlerweile integrierte KI-Funktionen. Das macht sie noch leichter erreichbar und bequem zu nutzen.

Zugleich steigen damit auch Risiken. Manche Angebote legen wenig Wert auf Datenschutz und Privatsphäre, sammeln umfangreiche Nutzungsdaten oder sind schwer zu durchblicken. Andere liefern Ergebnisse, die schwer einzuschätzen oder nicht immer korrekt sind. Gerade die scheinbar einfachsten Angebote, die etwa schon in Apps und Seiten integriert sind, sind nicht immer die besten. Für Kinder können ungefilterte Inhalte zudem problematisch sein.

Drei KI-Alternativen für Familien

Die Suche nach geeigneten KI-Angeboten ist nicht leicht. Viele Tools wirken ähnlich und unterscheiden sich dennoch stark. Wir stellen drei mögliche Alternativen vor:

Perplexity AI – die KI-Suchmaschine mit transparenten Quellenangaben

Perplexity AI funktioniert wie ein Chatbot, stellt Informationen aber stärker im Sinne einer Suchmaschine zusammen. Ein Vorteil: Die KI zeigt zu jeder Antwort die genutzten Quellen an. Das erleichtert die Einschätzung der Ergebnisse und kann besonders für Jugendliche hilfreich sein, die für Schule oder Projekte recherchieren. Perplexity AI kann kostenfrei im Browser genutzt werden oder mit einem kostenpflichtigen Pro-Account, der Suchen speichert, bessere KI-Modelle nutzt und mehr Uploads ermöglicht. Der Anbieter gibt an, Daten zur Weiterentwicklung zu nutzen, aber nicht zu verkaufen. Das Angebot richtet sich nicht speziell an Kinder, kann aber, wenn es begleitet genutzt wird, ein transparenteres Werkzeug für Recherchen sein.

Duck AI – die KI mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre

DuckDuckGo ist als datensparsame Suchmaschine und Browser bekannt. Der Browser sammelt keine Daten, erfasst keine IP-Adressen und blockiert Werbung. Mit Duck AI bietet der Dienst nun auch eine eigene KI-Funktion an, ebenfalls mit starkem Fokus auf Datenschutz: Anfragen werden anonymisiert an die Modelle geschickt, Chats nicht gespeichert und Daten nicht zu Trainingszwecken weitergegeben. Die KI kann kostenfrei genutzt werden, auch ohne eigenen DuckDuckGo-Browser. Für Eltern, denen der Schutz persönlicher Daten besonders wichtig ist, kann das eine verlässliche Alternative darstellen. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um ein spezielles Kinderangebot, aber um eine Option mit klar kommuniziertem Datenschutz.

KinderGPT – die KI speziell für Kinder

KinderGPT ist ein deutsches Angebot, das sich ausdrücklich an Familien richtet. Inhalte werden gefiltert und altersgerecht aufbereitet. Eltern können Nutzungszeiten begrenzen oder Themenbereiche freigeben. Nach Angaben des Anbieters HillcrownAI werden keine persönlichen Daten weitergegeben. Die Basisversion ist kostenlos, zusätzliche Funktionen können kostenpflichtig freigeschaltet werden. KinderGPT ersetzt keine Begleitung, bietet aber einen geschützten Rahmen, in dem Kinder erste Erfahrungen mit KI sammeln können.

Wie Familien passende Angebote finden

Welches KI-Angebot geeignet ist, hängt wesentlich davon ab, wofür es genutzt werden soll. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo Ihre Prioritäten liegen: Schnelle und einfache Nutzung, große Sicherheit oder nachprüfbare Ergebnisse? Wenn Sie sich bewusst machen, was Sie von einer KI erwarten, können Sie auch nach ‚der Richtigen‘ suchen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden, was KI kann und wo die Haken liegen. KI-Angebote entwickeln sich schnell weiter und es kommen ständig neue Angebote dazu. Daher ist es wichtig, sich über neue Möglichkeiten und Grenzen zu informieren.

Unabhängig vom gewählten Angebot: Besprechen Sie sicheres Verhalten im Umgang mit der KI mit Ihrem Kind. Erklären Sie, welche Daten man einer KI geben kann – und was lieber privat bleiben sollte. Informieren Sie sich gemeinsam, wie KI funktioniert und wie man Ergebnisse hinterfragen und nachprüfen kann, um sicher zu gehen. Seien Sie sich auch Ihrer Vorbildrolle bewusst.

Und schließlich: Lernen Sie gemeinsam Anlaufstellen kennen, bei denen Sie Unterstützung finden, wenn Probleme auftauchen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-App
  • Unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, Standortweitergabe und In-App-Käufe
  • Laut Anbieter ab 13 Jahren mit Einverständnis der Eltern; ab 16 Jahren für Direktnachrichten, Duette und Stitches
  • „Für dich“-Feed mit algorithmisch empfohlenen Videos und „Folge ich“-Feed mit abonnierten Profilen
  • Spezielle Sicherheitsfeatures für Minderjährige

Was ist TikTok?

TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.

Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.

TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.

Was kann problematisch sein?

  • Alter und Registrierung: Anmeldung ab 13 Jahren mit elterlichem Einverständnis. Altersangaben werden nicht überprüft, viele Jüngere nutzen die App.
  • Inhalte: Gefahr durch Hate Speech, Desinformation, manipulative politische Inhalte, Verschwörungsmythen oder Fake-Videos.
  • Kommunikation: Risiko von Cybermobbing, Cybergrooming oder Belästigung, besonders bei eigenen Uploads ohne Schutzfunktionen.
  • Kommentare und Bildfunktion: In den Kommentaren können Bilder gepostet werden. Diese Funktion wird bereits für sexualisierte Inhalte, Age-Baiting (Vortäuschen eines falschen Alters) und manipulative Reichweitentaktiken genutzt.
  • Urheberrechte: Song- und Filmausschnitte dürfen nicht außerhalb der App geteilt werden. TikTok erhält Nutzungsrechte an veröffentlichten Videos. Personen im Video müssen vorher zustimmen.
  • Werbung und Einnahmen: Anzeigen ähneln oft normalen Videos. Nutzer*innen ab 18 Jahren können Geld durch virtuelle Geschenke, Livestreams, den „Creator Marketplace“ oder TikTok Shop verdienen.
  • Filtereffekte: Der „Teenage-Filter“ vermittelt unrealistische Schönheitsideale und kann zu ungesunden Vergleichen führen.
  • Challenges: Können gefährlich werden oder problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen fördern.
  • Private Nachrichten und Sprachnachrichten: Nutzer*innen können Direktnachrichten (DMs) und Sprachnachrichten (bis 60 Sekunden) senden. Gruppenchats erlauben bis zu neun Bilder oder Videos. Diese Funktionen erweitern die Kommunikation, bergen aber Risiken wie Belästigung, sexualisierte Inhalte oder Manipulation.
  • Datenschutz: Nutzer*innendaten werden teils außerhalb der EU verarbeitet, etwa in China oder Irland, was weiterhin datenschutzrechtliche Kritik hervorruft.

Was sagt der Anbieter?

TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:

  • Begleiteter Modus: Eltern können Nutzungszeit, Nachrichtenempfang und Inhaltsfilter steuern.
  • Private Konten: Für 13- bis 15-Jährige automatisch privat; Kommentare eingeschränkt, Downloads deaktiviert.
  • Inhaltsfilter: 13- bis 17-Jährige werden vor Inhalten für Erwachsene geschützt.
  • Direktnachrichten: Mindestalter 16 Jahre; DMs und Sprachnachrichten unter 16 Jahren deaktiviert.
  • Duette, Stitches, Livestreams: Unter 16 Jahren nicht möglich.
  • Kommentare: Filter-, Blockier- und Meldefunktionen verfügbar.
  • Feed-Steuerung: Neustart-Option für den „Für-dich“-Feed, um Inhalte zurückzusetzen.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.

Was sollten Eltern beachten?

Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.

Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.

Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.

Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.

Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.

Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.

Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.

Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).

Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.

Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

WhatsApp ist der beliebteste Messenger, auch bei Kindern und Jugendlichen. Fast jede*r nutzt ihn, um Nachrichten zu verschicken, Anrufe zu tätigen oder Statusmeldungen zu teilen. Für Eltern ist es wichtig, die Funktionen, Risiken und Entwicklungen zu kennen, besonders seit KI-Funktionen in die App integriert sind.

Kurz gefasst:

  • Kostenfreie Messenger-App für Android, iOS und Web
  • Funktionen: Chats, Sprachnachrichten, Anrufe, Videotelefonie, Dateien, Kontakte, Standort teilen, Gruppenchats, zentrale Suchfunktion
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chats
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Zusätzliche Features: KI-Integration (Meta AI), Influencer*innen-Kanäle, eigene Channels, selbstlöschende Nachrichten, Chat-Sperren

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenloser Messenger, der über die Handynummer registriert wird. Kontakte müssen im Adressbuch auf dem Smartphone freigegeben werden, damit Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dateien oder der Standort verschickt werden können. Auch Gruppenanrufe und Videotelefonie sind möglich.

Besonders praktisch sind selbstlöschende Nachrichten, die nach sieben Tagen verschwinden, und Fotos oder Videos, die nur einmal angesehen werden können. Chats lassen sich mit einem Code oder Fingerabdruck sperren. Gruppenadministrator*innen dürfen Nachrichten anderer löschen, so lassen sich Inhalte besser moderieren.

Die Suchfunktion hilft, schnell bestimmte Nachrichten, Links oder Medien über alle Chats hinweg zu finden. Das macht den Messenger übersichtlich, kann aber auch dazu verleiten, alte Gespräche oder private Inhalte wieder hervorzuholen, die eigentlich vergessen waren.

Seit der Integration von Meta AI unterstützt eine KI die Nutzer*innen beim Formulieren von Nachrichten, beim Zusammenfassen langer Chats und schlägt Emojis oder Antworten vor. Außerdem kann sie Fragen beantworten, ähnlich wie ein Chatbot. Die Nutzung dieser Funktionen ist optional, die Nutzer*innen entscheiden selbst, ob sie sie einsetzen möchten. Unter „Aktuelles“ finden sich Kanäle (Channels), auf denen Influencer*innen, Promis, Marken oder journalistische Medien wie Tagesschau Inhalte posten. Auch Kinder und Jugendliche können eigene Channels erstellen, beispielsweise für Schulprojekte oder Freundesgruppen.

Was fasziniert Jugendliche daran?

WhatsApp ist schnell, einfach und immer verfügbar. Jugendliche nutzen es, um in Kontakt zu bleiben, Hausaufgaben abzusprechen oder einfach dazuzugehören. Über Statusmeldungen und Profilbilder teilen sie Eindrücke aus ihrem Alltag, ähnlich wie auf Instagram.

Die neuen Kanäle machen WhatsApp noch attraktiver. Jugendliche folgen dort Influencer*innen und erhalten Trends, Challenges oder Tipps direkt in der App. Eigene Channels fördern Kreativität und Organisation, können aber auch den Wunsch nach Reichweite oder Anerkennung verstärken.

Auch die KI-Funktionen faszinieren: Ein automatischer Schreibassistent, der Texte vorschlägt, spart Zeit und wirkt praktisch. Jugendliche sollten jedoch verstehen, dass diese KI kein neutraler Gesprächspartner ist, sondern aus ihren Eingaben lernt.

Was kann problematisch sein?

Die Lesebestätigung („blaue Häkchen“) kann Druck erzeugen, sofort zu antworten. Große Gruppen, wie Klassenchats, sind oft unübersichtlich und können zu Konflikten oder Stress führen. Schnell geteilte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten lassen sich leicht weiterleiten, was Mobbing oder peinlichen Situationen begünstigen kann.

Ein weiteres Risiko ist die Datenverarbeitung durch Meta. WhatsApp sammelt viele Informationen: Kontakte, Profil- und Standortdaten, Geräte- und Nutzungsinformationen. Diese können für personalisierte Werbung oder zum Training der KI verwendet werden.

Die Integration von Meta AI bringt zusätzliche Herausforderungen. Viele Nutzer*innen wissen nicht, welche Daten die KI verarbeitet oder speichert. Auch emotionale Bindungen zu Chatbots können entstehen, vor allem, wenn Kinder über persönliche Themen sprechen. Solche Gespräche wirken oft menschlich, sind es aber nicht.

Kanäle von Influencer*innen können Inhalte zeigen, die für Kinder ungeeignet sind. Werbung, Idealisierungen und einseitige Darstellungen sind häufig; oft ohne klare Kennzeichnung.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört zum Meta-Konzern. Der Anbieter betont, dass Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Das schützt Nachrichten vor dem Mitlesen, aber nur, solange keine Cloud-Backups aktiviert sind.

Meta AI soll laut Anbieter die Nutzung erleichtern und personalisierte Ergebnisse liefern. Gleichzeitig bedeutet das: Die KI lernt aus den Daten der Nutzer*innen. In den Einstellungen können Eltern prüfen, ob die KI-Funktionen aktiv sind. Auf manchen Geräten ist das nur für Nutzer*innen unter 18 sichtbar. Die Nutzung lässt sich einschränken oder ablehnen, soweit das Gerät und die App es erlauben.

Was Eltern beachten sollten

Kinder unter 16 Jahren dürfen WhatsApp nur mit Zustimmung der Eltern nutzen. Sprechen Sie gemeinsam über den verantwortungsvollen Umgang: Welche Informationen dürfen geteilt werden? Wer darf Nachrichten sehen?

Thematisieren Sie Risiken wie Mobbing, nicht altersgerechte oder gefährliche Inhalte (z. B. pornografisches Material), „Fake News” oder emotionale Bindungen an KI-Chatbots. Ermutigen Sie Ihr Kind, sich Hilfe zu holen, wenn es unangenehme Erfahrungen macht.

Stellen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen ein. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre Ihres Kindes und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Der Privatsphäre-Check (Einstellungen » Datenschutz » Privatsphäre-Check) zeigt auf einen Blick, welche Einstellungen aktiv sind und wer was sehen darf. Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie unter www.medien-kindersicher.de.

Ihr Kind sollte nur Kontakte zulassen, die es auch im echten Leben kennt. Besprechen Sie den verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Channels und Inhalten von Influencer*innen. Seien Sie selbst ein Vorbild für respektvolle Kommunikation.

Erklären Sie, dass KI-Antworten nicht immer richtig sind und keine echten Gespräche ersetzen. Bleiben Sie im Gespräch und zeigen Sie Interesse an der digitalen Welt Ihres Kindes – ohne Misstrauen, aber mit Bewusstsein.

Wer Messenger mit stärkerem Datenschutz sucht, kann auf Signal, Threema oder NYZZU ausweichen.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Alles unter Kontrolle? Wie Parental-Control-Apps für mehr Sicherheit sorgen wollen

Ob auf dem Schulweg oder online: Eltern wünschen sich Sicherheit für ihre Kinder. Parental-Control-Apps versprechen Unterstützung im digitalen Alltag. Sie bieten Funktionen wie Standortüberwachung, Inhaltsfilter oder Zeitlimits. Doch wie hilfreich sind diese digitalen Werkzeuge wirklich? Und wo liegt die Grenze zwischen Schutz und Kontrolle?

Was können Parental-Control-Apps?

Parental-Control-Apps werden auf dem Smartphone oder Tablet der Eltern und des Kindes installiert. Je nach Anbieter bieten sie verschiedene Funktionen:

  • App-Steuerung: Bestimmte Apps lassen sich blockieren oder zeitlich begrenzen.
  • Bildschirmzeit: Die tägliche Nutzungsdauer kann flexibel festgelegt werden.
  • Inhaltsfilter: Websites mit ungeeigneten oder problematischen Inhalten (z. B. Gewalt, Pornografie) werden gesperrt.
  • Weitere Jugendschutz-Funktionen: Kinderkonten einrichten oder altersabhängige Jugendschutzeinstellungen vornehmen.
  • GPS-Tracking: Zeigt den Standort des Kindes in Echtzeit an, wenn Ortung und mobile Daten aktiviert sind.
  • Geofencing: Eltern definieren virtuelle Zonen wie „Zuhause“ oder „Schule“. Wird diese Zone verlassen, erhalten sie eine Nachricht.
  • Fernzugriff: Manche Apps erlauben das Sperren oder Neustarten des Geräts aus der Ferne.

Beispiele für bekannte Apps

  • Google Family Link (Android, iOS): Kostenfrei, bietet Standortfreigabe, Zeitlimits, Inhaltsfilter und App-Steuerung. Altersgerechte Jugendschutzeinstellungen für Google-Dienste (Suchmaschine, YouTube). Verwaltung über das Google-Konto.
  • Apple Bildschirmzeit und Familienfreigabe (iOS): Direkt ins System integriert. Altersfilter, Zeitlimits, App-Freigabe, Standort. Familienfreigabe ermöglicht gemeinsame Steuerung.
  • JusProg (Windows, iOS, Android): Jugendschutzprogramm, von der FSM zertifiziert und staatlich anerkannt von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Kostenfrei, ohne Registrierung, werbefrei. Altersdifferenzierte Inhaltsfilter für das Internet.
  • Kidgonet (Android, iOS): Fokus auf Zeitmanagement und Medienbalance. Keine Ortung, keine Inhaltsüberwachung – datensparsam und kindgerecht.

Tipp: Achten Sie auf datenschutzfreundliche, werbefreie Apps – und meiden Sie Tools, die ohne Wissen des Kindes auf Kamera, Mikrofon oder persönliche Inhalte zugreifen.

Was kann problematisch sein?

Datenschutz: Viele Apps übertragen Standortdaten, Nachrichten oder Fotos unverschlüsselt an ausländische Server – oft ohne Zustimmung des Kindes.

Eingriff in die Privatsphäre: Kinder haben – je älter sie werden – ein Recht auf Rückzugsräume. Zu viel Kontrolle kann das Vertrauensverhältnis gefährden und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Normalisierung von Überwachung: Wenn Kinder früh lernen, dass sie beobachtet werden, kann das ihre Selbstwahrnehmung und Autonomie beeinträchtigen.

Scheinsicherheit: Technische Kontrolle kann trügerisch sein: Wenn das Gerät aus ist oder das Kind keine Verbindung hat, funktioniert auch die App nicht. Vertrauen, Gespräche und Vereinbarungen sind oft verlässlicher.

Achtung bei tiefgreifender Überwachung: Manche kommerziellen Apps bieten weitreichende Zugriffsmöglichkeiten – etwa auf Anruflisten, Textnachrichten, Fotos, Social-Media-Aktivitäten oder sogar das Mikrofon. Diese Funktionen sind datenschutzrechtlich höchst bedenklich – und nur zulässig, wenn das Kind aktiv zustimmt. Solche tiefgreifenden Eingriffe in die Privatsphäre können sogar rechtlich problematisch sein.

Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder zu schützen (§ 1626 BGB). Aber: Mit zunehmendem Alter wächst auch das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung. Eine zu weitreichende oder heimliche Überwachung kann das Vertrauen gefährden – und unter Umständen sogar rechtwidrig sein.

Zudem besteht die Gefahr, dass sensible Daten wie Standort oder Bilder auf ausländischen Servern gespeichert und weiterverarbeitet werden – oft ohne Transparenz oder effektiven Schutz.

Was Eltern beachten sollen

Parental-Control-Apps können unterstützen – aber nicht ersetzen, was wirklich zählt: Beziehung, Vertrauen und Medienkompetenz.

Tipps für den Familienalltag:

Tipp: Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen unter medien-kindersicher.de.

Das Fediverse: Die bessere Alternative zu Meta, TikTok & Co.?

Facebook, Instagram, TikTok, YouTube: Die bekanntesten sozialen Netzwerke gehören meist zu wenigen großen Konzernen, oft US-amerikanischen Firmen wie Meta, Google oder das chinesische Unternehmen ByteDance. Dort bestimmen Algorithmen, Werbung und Datensammlung, was wir sehen. Doch es gibt Alternativen: das Fediverse, ein Zusammenschluss dezentraler Netzwerke, die meist datenschutzfreundlicher, werbefrei und teilweise sogar gemeinnützig organisiert sind.

Was ist das Fediverse?

Der Begriff „Fediverse“ ist ein Kunstwort aus „federated“ (vernetzt) und „universe“ (Universum). Gemeint ist ein Netzwerk unabhängiger Plattformen, die trotzdem miteinander verbunden sind. Möglich macht das ein gemeinsamer technischer Standard namens ActivityPub.

Das Fediverse funktioniert ein bisschen wie E-Mail: Es gibt viele Anbieter, aber man kann trotzdem untereinander kommunizieren – ganz ohne zentrale Kontrolle. Das sorgt für mehr Vielfalt, Datenschutz und digitale Selbstbestimmung. Zum Beispiel: Wer ein Konto bei Mastodon (Twitter-Alternative) hat, kann auch mit Nutzer*innen auf Pixelfed (Instagram-Alternative) oder PeerTube (YouTube-Alternative) interagieren.

Die wichtigsten Plattformen im Überblick

Mastodon – wie Twitter, aber unabhängig

Mastodon ist die bekannteste Plattform im Fediverse. Sie erinnert an X (früher Twitter): Man schreibt kurze Beiträge, folgt anderen und kommentiert. Anders als bei X gibt es hier aber keine zentrale Firma, sondern viele einzelne Server, betrieben von Vereinen, Initiativen oder Privatpersonen.
Es gibt keine Werbung, keine Algorithmen und der Datenschutz steht im Vordergrund. Anfangs ist die Bedienung etwas ungewohnt, weil Inhalte nicht automatisch vorgeschlagen werden. Man baut sich sein Netzwerk Schritt für Schritt selbst auf.

Pixelfed – wie Instagram, aber ohne Meta

Pixelfed sieht aus wie Instagram – nur ohne Werbung, Tracking oder Konzern im Hintergrund. Fotos posten, Storys teilen, Profile liken: All das geht auch hier. Viele nutzen Pixelfed, um Reisen, kreative Projekte oder Alltagserlebnisse zu zeigen – datenschutzfreundlich und ohne Like-Druck.

PeerTube – wie YouTube, aber gemeinschaftlich

PeerTube ist eine dezentrale Video-Plattform. Nutzer*innen laden ihre Videos auf verschiedene Server hoch, etwa von Bildungseinrichtungen, Medienprojekten oder Aktivistinnen. Statt Klickjagd und Werbeanzeigen stehen hier die Inhalte im Mittelpunkt – ganz ohne Tracking.

Funkwhale – Musik teilen in der Community

Funkwhale ist eine Plattform zum Teilen und Streamen von Musik. Sie richtet sich vor allem an unabhängige Künstler*innen, kleine Labels oder Menschen, die Podcasts oder eigene Musik fair und gemeinschaftlich verbreiten möchten. Auch hier gibt es keine Werbung und kein Tracking der Nutzer*innen.

Bluesky – spannend, aber (noch) kein Teil des Fediverse

Bluesky wurde ursprünglich von Twitter mitentwickelt und will ebenfalls ein dezentrales Netzwerk sein. Es basiert allerdings auf einem eigenen technischen System (AT-Protokoll) und ist nicht direkt mit Mastodon oder Pixelfed verbunden. Dennoch gilt es als spannende Alternative – vor allem für frühere X-Nutzer*innen.

Was man beachten sollte

Das Fediverse zeigt: Es geht auch anders. Ohne personalisierte Werbung, Like-Druck oder die ständige Angst, etwas zu verpassen. Stattdessen bietet es mehr Selbstbestimmung, Vielfalt und Datenschutz.

Allerdings: Die Plattformen sind oft kleiner. Manche Funktionen wie automatische Empfehlungen oder eine große Reichweite fehlen und viele Freund*innen sind dort noch nicht aktiv. Für viele Kinder und Jugendliche ist das (noch) wenig attraktiv. Gerade für Eltern, Pädagog*innen oder medieninteressierte Menschen lohnt sich aber ein Blick. Das Fediverse fördert digitale Mündigkeit – und ein bewussteres, sozialeres Miteinander im Netz.

Wer reinschnuppern will, kann sich z. B. unter joinmastodon.org, pixelfed.org oder joinpeertube.org umsehen. Einige deutsche Instanzen wie mastodon.social, chaos.social oder pixelfed.de bieten einen schnellen Einstieg und Orientierungshilfe.

Beliebte Spiele: Animal Crossing: New Horizons

Animal Crossing: New Horizons ist ein bei Kindern beliebtes Spiel für die Nintendo Switch. In diesem Teil der Spielereihe verschlägt es die tierischen Spielfiguren auf eine schöne Insel. 

Kurz gefasst: 

  • Konsolenspiel für Nintendo Switch, Nintendo Switch Lite und Nintendo Switch 2
  • Echtzeit-Simulationsspiel
  • Alterskennzeichen: USK ab 6 Jahren
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 6 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Optionaler Online-Spielmodus für bis zu acht Spieler*innen
  • Kosten: ab 59,99 Euro im Nintendo eShop

Was bietet Animal Crossing? 

In Animal Crossing: New Horizons, einem beliebten Teil der Animal-Crossing-Reihe, beginnen Spieler*innen mit ihrer eigenen Figur ein neues Leben auf einer bunten, friedlichen Inselwelt. Dort erkunden sie die Insel mit ihren Orten und Flüssen, Bergen und Stränden. Sie bauen ein eigenes Haus, legen Gärten an und kommen mit ihren tierischen Nachbar*innen in Kontakt, die nach und nach zuziehen. Auf der Spielkarte gibt es vieles zu entdecken und zu tun. Die Spieler*innen können zum Beispiel angeln, Insekten fangen oder anderen Inselbewohner*innen helfen.

Das Spielgeld auf der Insel heißt Sternis und wird für viele Dinge gebraucht. Spieler*innen können sich Sternis verdienen, indem sie Aufgaben wie Muscheln suchen oder Äste sammeln erledigen oder Dinge verkaufen. Alle Spieler*innen haben ein eigenes Haus, das sie mit der Spielwährung nach und nach mit bis zu fünf weiteren Zimmern erweitern und mit Möbeln und Dekoration ausstatten können. Wer zusätzliche Inhalte wie Outfits mit anderen teilen oder herunterladen möchte, benötigt ein kostenpflichtiges Abo – für den Spielspaß selbst ist das aber nicht erforderlich.

Animal Crossing: New Horizons läuft in Echtzeit – das bedeutet, Tageszeiten und Jahreszeiten ändern sich wie im echten Leben. Über eine Art Zeitreise-Funktion können Kinder das Datum und die Uhrzeit auf der Konsole verstellen, um im Spiel schneller voranzukommen. Das Spiel lässt sich problemlos offline spielen; eine Internetverbindung ist nicht zwingend notwendig. So können Kinder auch lokal mit anderen spielen und dabei benachbarte Inseln erkunden. Für Online-Verbindungen ist hingegen das kostenpflichtige Abo erforderlich, über das sie per Internet gemeinsam mit bis zu acht Spieler*innen aktiv werden können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Das Spiel ist freundlich und liebevoll gestaltet – mit vielen niedlichen Tierfiguren und einer bunten, kindgerechten Umgebung. Es bietet Kindern die Möglichkeit, in eine eigene kleine Inselwelt einzutauchen, die sie nach ihren Vorstellungen gestalten können. Dabei entdecken sie spielerisch Dinge aus dem echten Leben, zum Beispiel wie Landwirtschaft funktioniert, wie man mit Geld umgeht oder wie man sich um Tiere kümmert. Neue Aufgaben und Möglichkeiten werden nach und nach freigeschaltet. So bleibt das Spiel spannend und überfordert nicht – ideal für Kinder, die noch nicht viel Spielerfahrung haben. Auch die Steuerung ist einfach gehalten, sodass sich Kinder gut zurechtfinden und schnell selbstständig spielen können. Animal Crossing: New Horizons fördert Vielfalt, indem es Spieler*innen erlaubt, Pronomen, Aussehen und Outfits jederzeit frei von Geschlechterrollen zu wählen und zu ändern.

Was ist problematisch am Spiel? 

Simulationsspiele können Kinder sehr in ihren Bann ziehen, weil sie immer weiter vorankommen wollen. Viele Aufgaben sind auf tägliches Wiederkommen ausgelegt – das kann zu regelmäßigem Spielen und Gewohnheitsverhalten führen.

Wenn die Nintendo Switch mit dem Internet verbunden wird, können Funktionen wie der Chat oder der Store genutzt werden. Das birgt weitere Risiken im Spiel, wie etwa unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde.

Was sollten Sie als Eltern beachten? 

Nach Alterskennzeichen und pädagogischer Empfehlung ist das Spiel frühestens ab etwa 6 Jahren geeignet. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einstieg und lassen Sie es anfangs nicht allein spielen. Sie können auch gemeinsam spielen und mit eigenen Spielfiguren die Insel erkunden und so besser nachvollziehen, was Ihrem Kind daran gefällt. Mehr Informationen zum Spiel bekommen Sie auf der Webseite des Spieleratgeber NRW.

Beachten Sie folgende Punkte:

  • Vereinbaren Sie Regeln zum Umgang mit Games in der Familie und legen Sie feste Spielzeiten pro Tag oder Woche fest. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu viel spielt – bleiben Sie ansprechbar und im Austausch.
  • Im Online-Modus (z. B. beim Besuch anderer Inseln) kann es zu ungeschützten Kontakten kommen – sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Umgang mit Risiken der Online-Kommunikation.
  • Das Jugendschutz-System „Nintendo Switch Altersbeschränkungen“ hilft dabei, die tägliche Spielzeit zu begrenzen und bestimmte Funktionen zu sperren. Weitere Tipps zum sicheren Umgang mit Spielkonsolen finden Sie hier.
  • Das Spiel ist nur auf der Nintendo Switch spielbar. Wenn keine Konsole vorhanden ist, entstehen zusätzliche Kosten. Überlegen Sie, ob Sie das Spiel zunächst ausleihen (z. B. in der Bibliothek oder im Freundeskreis).
  • Zusatzinhalte wie Outfits teilen, online andere Spieler*innen besuchen und die Erweiterung “Happy Home Paradise” können über eine kostenpflichtige Nintendo Online-Mitgliedschaft abgerufen werden – sind aber für das Spiel nicht notwendig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-Game-Käufe und entwickeln Sie gemeinsam Regeln.

Nutzen Sie gemeinsame Spielzeit, um Fragen zu klären und zu verstehen, was Ihr Kind am Spiel fasziniert.

Meta AI – Der KI-Assistent in WhatsApp, Instagram und Facebook

Meta AI ist ein neuer digitaler Assistent von Meta, dem Unternehmen hinter Facebook, Instagram und WhatsApp. Ohne separate App können Jugendliche nun per Chat oder Suche direkt auf Künstliche Intelligenz zugreifen – zum Lernen, Chatten oder Ideensammeln. Für Eltern stellt sich die Frage: Wie funktioniert das – und ist es sicher?

Kurz gefasst

  • KI direkt in beliebten Apps (WhatsApp, Instagram, Facebook)
  • Mindestalter laut AGB: 13 Jahre (ohne Altersprüfung)
  • Problematisch: Datenschutz, emotionale Bindung, Fehlinformationen
  • Kostenfrei, aber Meta nutzt Daten für Training, Personalisierung und Werbung

Wie funktioniert Meta AI?

Seit März 2025 ist Meta AI offiziell in Deutschland verfügbar. Ein blauer Kreis mit funkelndem Muster signalisiert den Einstieg in KI-gestützte Chats – direkt in WhatsApp, Instagram, Facebook oder dem Messenger. Eine separate App ist nicht nötig. Der textbasierte Assistent reagiert auf Fragen, gibt Tipps und schlägt Inhalte vor. Auch in der Suchleiste von Instagram und Facebook ist Meta AI eingebunden. Das kann dazu führen, dass Nutzer*innen unbeabsichtigt mit der KI interagieren.

  • WhatsApp und Messenger: Mit „@MetaAI“ lässt sich die KI in Einzel- oder Gruppenchats aktivieren. Sie hilft beim Planen, Recherchieren, Textschreiben oder Verbessern.
  • Instagram und Facebook: Fragen können direkt über die Suchleiste oder als Direktnachricht gestellt werden. Die KI schlägt dann Beiträge, Hashtags oder Inhalte vor – basierend auf bestehenden Daten und Wahrscheinlichkeiten.
  • Eingeschränkt in Europa: Funktionen wie Bildgenerierung oder Tools zur kreativen Gestaltung sind in der EU deaktiviert – wegen der strengeren Vorgaben der europäischen KI-Verordnung (AI Act).
  • Keine EU-Trainingsdaten laut Meta: Meta versichert, keine privaten Chats oder personenbezogenen Daten von Minderjährigen aus Europa für das KI-Training zu nutzen – sofern diese ihr Alter korrekt angeben und als minderjährig erkannt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Viele Jugendliche erleben Meta AI als praktische Unterstützung im Alltag. Die KI ist genau dort verfügbar, wo sie sich sowieso aufhalten – in WhatsApp oder Instagram. Sie liefert schnelle Antworten auf Schulfragen, hilft bei Übersetzungen, schreibt Texte oder macht Vorschläge für Beiträge und Inhalte. Die KI wirkt freundlich, zugänglich und hilfsbereit, fast wie ein*e Gesprächspartner*in.

Gerade im Vergleich zu komplexeren KI-Angeboten wie ChatGPT oder Perplexity AI – die Quellen angeben oder spezielle Nutzerkenntnisse erfordern – wirkt Meta AI deutlich niedrigschwelliger und vertrauter, weil sie direkt in den gewohnten Allatgs-Apps erscheint. Viele Jugendliche probieren Meta AI auch deshalb aus, weil sie in ihrem Freundeskreis darüber sprechen oder Inhalte teilen.

Was kann problematisch sein?

  • Fehlinformationen: Meta AI klingt oft überzeugend, kann aber sachlich falsch oder einseitig antworten. Das Tool basiert auf Trainingsdaten, die Vorurteile enthalten oder bestimmte Themen gar nicht abdecken. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass die KI Inhalte einfach erfindet („halluziniert“).
  • Datenschutz: Meta verwendet öffentlich zugängliche Inhalte aus Facebook und Instagram sowie das Nutzungsverhalten, um die KI zu verbessern – auch in Europa.
  • Privatsphäre: Private Chats und Daten Minderjähriger sollen laut Meta nicht für das KI-Training genutzt werden. Unklar bleibt, welche anderen Daten konkret verwendet werden.
  • Opt-out erforderlich: Wer nicht möchte, dass eigene öffentliche Beiträge für das KI-Training genutzt werden, muss aktiv widersprechen – über ein Webformular bei Facebook oder Instagram. Wichtig: Der Widerspruch gilt nur für zukünftige Inhalte. Bereits genutzte Daten lassen sich nicht nachträglich löschen.
  • Emotionale Nähe: Die KI imitiert menschliche Gespräche. Manche Jugendliche könnten sie mit echten Freund*innen verwechseln.
  • Problematische Inhalte: Trotz Schutzfiltern kann es vorkommen, dass Meta AI sensible oder problematische Inhalte anspricht, etwa zu Sexualität, Essverhalten oder psychischen Problemen.
  • Kulturelle Unterschiede: Meta AI wurde überwiegend mit englischsprachigen Inhalten trainiert. Manche Antworten passen nicht gut zum deutschen oder europäischen Kontext.
  • Datenschutz in der EU: Datenschützer*innen werfen Meta vor, europäische Gesetze zu umgehen. Beschwerden bei Aufsichtsbehörden sind in Prüfung.
  • Personalisierte Werbung: Laut Meta können Interaktionen mit der KI auch zur Personalisierung von Werbung genutzt werden.

Was meint der Anbieter?

Meta betont, dass keine privaten Nachrichten oder Daten von Minderjährigen in Europa fürs Training genutzt werden. Der Zugriff auf öffentliche Inhalte erfolge laut Meta im Rahmen geltender Datenschutzgesetze. In der EU müssen Nutzer*innen aktiv widersprechen, wenn sie nicht möchten, dass ihre Inhalte für das KI-Training verwendet werden. Datenschützer*innen kritisieren jedoch, dass es kein aktives Einverständnis gibt.

Was sollten Eltern beachten?

Eltern können ihre Kinder am besten schützen und befähigen, wenn sie im Gespräch bleiben und gemeinsam reflektieren, wie KI funktioniert.

  • Ins Gespräch kommen: Fragen Sie Ihr Kind offen, ob es Meta AI nutzt, was es damit macht und was ihm daran gefällt. Zeigen Sie Interesse, ohne zu kontrollieren.

Die Nutzung von Meta AI setzt ein Mindestalter von 13 Jahren voraus, je nach App sogar 16. Es gibt aber keine automatische Alterskontrolle. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über diese Altersgrenzen

  • Kritisches Denken stärken: Ermutigen Sie Ihr Kind, Aussagen der KI zu hinterfragen. Prüfen Sie Inhalte gemeinsam und sprechen Sie über Unsicherheiten, Fehler sowie über die richtige Art und Weise der Nutzung, also auch über Do’s and Don‘ts im Umgang mit KI.
  • Datenschutzeinstellungen gemeinsam prüfen: Gehen Sie mit Ihrem Kind die Einstellungen durch. Denken Sie auch an den Widerspruch gegen das KI-Training.
  • Meta AI deaktivieren oder ausblenden: In manchen Apps lässt sich das Meta-AI-Symbol stumm schalten oder ausblenden. So kann eine ungewollte oder versehentliche Nutzung vermieden werden.
  • Menschliche Kontakte betonen: Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass KI keine echten Beziehungen ersetzt. Gefühle, Sorgen oder wichtige Themen gehören in echte Gespräche mit Familie, Freund*innen, Vertrauenspersonen oder professionellen Beratungsstellen.

TikTok Shop: Einkaufen direkt in der App

Tanzvideos, Schminktipps, politische Meinungen – und jede Menge Produktempfehlungen. Auf TikTok bieten vor allem Influencer*innen neben allerlei Unterhaltung auch viele Produkte an. Nun hat TikTok einen eigenen Shop integriert, in dem diese Produkte direkt gekauft werden können. Das verkürzt den Weg zum Wunschobjekt und bringt Risiken mit sich.

Kurz gefasst:

  • TikTok hat seit März 2025 einen integrierten Shop in Deutschland
  • Käufe sind laut TikTok erst ab 18 Jahren erlaubt, Bankdaten müssen hinterlegt sein
  • Der Shop ist Teil der App und wird stark über den Algorithmus beworben
  • Risiken: Impulskäufe, versteckte Werbung, unklare Rückgaberechte

Was ist der TikTok Shop?

Soziale Netzwerke wie TikTok haben sich mit der Zeit zu riesigen Werbeplattformen für Produkte entwickelt. Besonders junge Menschen entdecken dort Dinge – sei es über Influencer*innen, Markenprofile oder durch gezielte Suche. Durch den Algorithmus werden ihnen Produkte angezeigt, die ihren Vorlieben sehr genau entsprechen. So entsteht eine hohe Kaufbereitschaft.

Früher mussten Nutzer*innen TikTok verlassen, um ein Produkt extern zu kaufen. Seit März 2025 hat TikTok den eigenen Shop nun auch in Deutschland gestartet. In den USA, Großbritannien, Irland und Spanien war dieser bereits zuvor aktiv.

Wie funktioniert das?

  • In Videos oder Livestreams können direkte Kauflinks eingeblendet werden
  • Es gibt sogenannte „Showcases“, in denen Produkte in Kacheln präsentiert werden
  • Nutzer*innen gelangen über die Navigationsleiste direkt zum Shop
  • Zusätzlich werden gezielte Werbeanzeigen mit direkter Verlinkung ausgespielt

Um etwas kaufen zu können, müssen Nutzer*innen laut TikTok mindestens 18 Jahre alt sein und ihre Bankdaten im Profil hinterlegt haben. Der gesamte Kaufprozess läuft direkt über TikTok – von der Auswahl bis zur Bezahlung.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Der TikTok Shop macht das Einkaufen deutlich einfacher: Wenn in einem Video ein Produkt auftaucht, das man interessant findet, genügt oft ein Klick, und es ist bestellt. Kein Appwechsel, kein Suchen im Internet, keine Hürde.

Das spricht besonders junge Menschen an, die TikTok ohnehin zur Unterhaltung nutzen. Auch die gezielten Empfehlungen des Algorithmus, basierend auf bisherigen Likes und Suchen, steigern die Verlockung. Die Inhalte im Shop sind zudem auffällig, bunt und speziell auf Trends und Interessen junger Zielgruppen zugeschnitten.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Gerade weil alles so schnell und einfach funktioniert, steigt auch die Gefahr von Impulskäufen. Das kann zu unnötigen Ausgaben, unseriösen Käufen (z. B. bei gefälschten oder qualitativ schlechten Produkten) und dem Gefühl führen, ständig etwas zu „verpassen“.

Zudem können Kinder und Jugendliche oft nicht gut einschätzen, ob ein Video Werbung enthält oder nicht. Viele Influencer*innen kennzeichnen ihre Inhalte nicht ausreichend. Auch künstlicher Zeitdruck („Nur noch 2 Minuten“) oder Verknappung („fast ausverkauft“ oder „limitierte Edition“) sind Verkaufsstrategien, die bei jungen Nutzer*innen besonders gut wirken.

Die Rückgabe- oder Reklamationsbedingungen im TikTok Shop sind außerdem teilweise unklar und schwer auffindbar.

Was meint der Anbieter?

TikTok betont, dass nur volljährige Nutzer*innen mit registrierten Zahlungsdaten den Shop verwenden dürfen. Die Plattform gibt an, aktiv gegen betrügerische Anbieter vorzugehen und Influencer*innen zur Werbekennzeichnung zu verpflichten. Es gibt jedoch Kritik, dass diese Kontrollen in der Praxis nicht hinreichend umgesetzt werden.

Was sollten Eltern beachten?

  • Profil überprüfen: Stellen Sie sicher, dass das Alter im TikTok-Profil Ihres Kindes korrekt eingetragen ist. Nur dann wird der Shop nicht angezeigt.
  • Gemeinsam über Werbung sprechen: Klären Sie mit Ihrem Kind, wie Werbung auf TikTok aussieht und warum viele Influencer*innen Produkte zeigen. Meist stecken finanzielle Gründe dahinter.
  • Verkaufstricks erkennen lernen: Zeigen Sie, wie Zeitdruck und hohe Rabatte gezielt eingesetzt werden, um zum Kauf zu verleiten. Sprechen Sie darüber, wie man seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden kann.
  • Kritisch nachfragen: Brauche ich das Produkt wirklich? Ist der Preis gerechtfertigt? Gibt es Alternativen? Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, diese Fragen zu stellen.
  • Datenschutz beachten: TikTok darf Daten von Nutzer*innen auch für personalisierte Werbung nutzen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, wie es in den Einstellungen Einschränkungen vornehmen kann.

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