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Kreativität und Lernen mit dem Audiostift Anybook

Audiostifte sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Kindermedien-Regal. Neben Systemen wie Tiptoi, TING, BOOKii oder Tellimero gibt es mit dem Anybook einen Audiostift, der viel Raum für eigene Ideen bietet. Kinder können Aufnahmen erstellen, Materialien vertonen und den Stift ganz unterschiedlich zum Lernen und im Alltag nutzen.

Kurz gefasst:

  • Audiostift mit Aufnahmefunktion
  • laut Anbieter ab 4 Jahren
  • erhältlich mit pädagogischen Materialien zur Lern- und Alltagsunterstützung
  • funktioniert mit Stickern, die teils bereits vertont sind, teils selbst besprochen werden können
  • Anybook Pro ab 109,00 €
  • Lizenz für digitale Codes (optional): 39,90 € pro Jahr oder 259,00 € einmalig

Was kann der Anybook?

Der Audiostift wird unter anderem in der Unterstützten Kommunikation eingesetzt und soll Menschen mit Sprach- oder Lernschwierigkeiten dabei unterstützen, zu kommunizieren, Lesen zu lernen oder ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Entsprechend gibt es zum Stift einige Lernmaterialien, etwa Leselernbücher oder Bildwörterbücher sowie viele Möglichkeiten, den Stift auch für eigene pädagogische Zwecke zu nutzen.

Zum Lieferumfang des klassischen Anybook Readers gehören 120 vorbespielte Soundsticker sowie 280 Sticker für eigene Aufnahmen. Die Soundsticker spielen verschiedene Soundeffekte ab, die Aufnahmesticker können selbst besprochen werden. Die Aufkleber können auf unterschiedliche Weise genutzt werden, zum Beispiel in Büchern, auf Spielen oder auf Gegenständen im Alltag. Jedes gewünschte Objekt kann dafür einfach mit einem Sticker beklebt werden. Kinder können so eigene Geschichten entwickeln, Informationen vertonen oder einfach mit Stimme und Klang experimentieren.

Audiodateien für den Anybook Reader lassen sich über die kostenlose Software Anybook Case verwalten und den Stickern zuweisen. Daneben gibt es mit dem Anybook Pro die aktuelle zweite Generation des Audiostifts mit zusätzlicher Code-Technologie. Beim Pro kommt die Software Anybook Studio zum Einsatz. Damit können digitale Codes mit Audiodateien verknüpft und auf eigene Materialien wie Arbeitsblätter oder Lernkarten gedruckt werden.

Der Anybook Reader kann weiterhin mit seinen Aufnahmestickern und passenden Materialien genutzt werden. Digitale Codes des Anybook Pro sind jedoch nicht mit dem Reader DRP-5100 kompatibel. Wer gezielt selbst gestaltete Arbeitsblätter oder Lernkarten mehrfach ausdrucken und verwenden möchte, benötigt daher den Anybook Pro.

Was ist für Kinder spannend am Anybook?

Mit dem Audiostift sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Kinder können den Stift nach Lust und Laune bespielen, abhören und neu bespielen. Sie können ihre Bücher selbst vertonen, eigene Geschichten oder Lieder aufnehmen, darüber mit Freund*innen und Familienmitgliedern kommunizieren oder in der Natur Töne sammeln. Der Stift hat wenige Tasten und ist intuitiv nutzbar. Das ermöglicht auch kleinen Kindern, erste Erfahrungen mit Tonaufnahmen zu sammeln. Viele Kinder finden es spannend, ihre eigene aufgenommene Stimme zu hören.

Neben Lernmaterialien bietet der Anbieter auch ein Freundebuch an, das mit dem Anybook genutzt werden kann. Es eignet sich unter anderem für Menschen mit eingeschränkter Lautsprache oder Unterstützungsbedarf in der Kommunikation sowie für Kinder, die noch wenig Deutsch sprechen.

Was meint der Anbieter?

Auf der Website stellt Millennium 2000 Anleitungen, Praxisbeispiele und Materialien für den Einsatz des Anybook in der Familie, in der Kita, in der Schule und in der Sprachförderung bereit. Außerdem verweist das Unternehmen auf Einsatzmöglichkeiten in der Unterstützten Kommunikation sowie für Menschen mit Sprach- und Lernschwierigkeiten.

Was sollten Eltern beachten?

Der Audiostift ist vergleichsweise teuer. Eine etwas günstigere Alternative ist beispielsweise der Tellimero, der ebenfalls mit Hilfe von Stickern selbst bespielt werden kann, oder der Tiptoi mit Aufnahmefunktion. Wer mit dem Anybook Pro eigene digitale Codes auf Arbeitsblättern oder Lernkarten dauerhaft erstellen, drucken, vervielfältigen oder mit anderen teilen möchte, benötigt eine kostenpflichtige Lizenz. Für Tonaufnahmen auf den mitgelieferten Stickern ist keine Lizenz erforderlich.

Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die geplante Nutzung. Für kreative Tonaufnahmen und selbst besprochene Sticker reicht oft bereits die Grundfunktion des Stifts. Die zusätzlichen Möglichkeiten des Anybook Pro sind vor allem dann interessant, wenn eigene Lernmaterialien erstellt und regelmäßig eingesetzt werden sollen.

Sollten Sie noch auf der Suche nach Inspiration sein, schauen Sie doch in unsere Beiträge zu Medien selber machen.

Kreativ werden mit KI – Tools für Kinder und Jugendliche

Ob Chatbots wie ChatGPT und My AI oder digitale Assistenten wie Alexa – Künstliche Intelligenz läuft im Familienalltag längst ganz nebenbei mir und wird wie selbstverständlich genutzt. Genau das macht neugierig und regt zum selbst Ausprobieren an. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Möglichkeiten, wie Kinder und Jugendliche KI-Tools kreativ nutzen können.

Malvorlagen erstellen mit KinderGPT

Draußen regnet es und alle Aktivitäten für zuhause scheinen ausgeschöpft zu sein? Wie wäre es mit einer besonderen Malaktion? Viele KI-Tools zur Bilderstellung können im Handumdrehen Malvorlagen ganz nach den Wünschen Ihres Kindes erstellen. Dazu gibt Ihr Kind den Befehl, wie das Bild aussehen soll, in das Chatfenster ein und erhält von dem Chatbot ein generiertes Bild. Hierfür eignet sich zum Beispiel das kinderfreundliche KI-Tool KinderGPT. Die App arbeitet ohne Werbung und ist im Gegensatz zu vielen anderen Anwendungen nicht darauf optimiert, Kinder möglichst lange in der App zu halten. Ein möglicher Prompt könnte sein: „Erstelle ein Ausmalbild in Schwarz-Weiß mit einem freundlichen Drachen, der auf einem Skateboard durch einen Zauberwald fährt.“. Ist das Ergebnis noch nicht so, wie Ihr Kind es sich vorgestellt hat, kann es den Auftrag weiter verändern und neue Details ergänzen. So erfährt Ihr Kind spielerisch, wie wichtig genaue Anweisungen bei der Nutzung von KI-Tools sind. Die fertige Vorlage können Sie ausdrucken und Ihr Kind anschließend ausmalen. KinderGPT bereitet Inhalte nach Angaben des deutschen Anbieters HillcrownAI altersgerecht auf und filtert sie.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: In-App-Käufe
  • Kosten: kostenfrei, Premium-Abo

Link zum Tool: https://www.kindergpt.com/

Kunstwerke generieren mit Leonardo.AI

KI-Bildgeneratoren ermöglichen Ihrem Kind, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und spannende Kunstwerke zu erschaffen. Es kann zum Beispiel Bilder im Stil verschiedener Kunstrichtungen wie Impressionismus oder Romantik gestalten oder sich von berühmten Künstler*innen inspirieren lassen. Eine Möglichkeit der Umsetzung bietet Leonardo.AI. Pro Tag stehen in der kostenfreien Version 150 Tokens (eine Art digitale Währung) zur Verfügung, womit sich mindestens 10 Bilder generieren lassen. Ein möglicher Prompt wäre zum Beispiel: „Gestalte ein Gemälde im Pop-Art-Stil, das zwei Katzen in einem Raumschiff zeigt.“. Alle KI-generierten Bilder und Videos stehen in Leonardo.AI anderen Nutzer*innen zur Verfügung. Inhalte können mit Likes versehen und weiterbearbeitet werden. Nur in der Bezahlversion lassen sich eigene Inhalte privat speichern.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: Nutzerinteraktion
  • Kosten: kostenfrei, verschiedene Abo-Modelle

Link zum Tool: https://leonardo.ai/

Comics gestalten mit Canva

Mit dem niedrigschwelligen Designprogramm Canva kann Ihr Kind mit vielfältigen KI-Tools und Bearbeitungsfunktionen selbst kreativ werden. Canva eignet sich zum Beispiel hervorragend dafür, eigene Comics oder Fotostorys zu gestalten. Das geht so: Ihr Kind überlegt sich eine kurze Geschichte, die mit wenigen Bildern umsetzbar ist und hält sie auf einem Notizzettel fest. Auf der Startseite klickt Ihr Kind links oben auf das „+“-Symbol „Erstellen“. Im Suchfeld gibt es den Begriff „Comics“ ein und wählt „Comicstrip“ aus. Aus den Vorschlägen sucht sich Ihr Kind nach seinem Geschmack eine Vorlage aus. Um die Seiten zu befüllen, benötigt es Bildmaterial. Dazu kann Ihr Kind Fotos aus der Canva-Datenbank auswählen oder mithilfe von KI-Tools Bildmaterial generieren. Unter „Magic Media“ lassen sich schnell und einfach KI-Bilder erstellen. Mehr Auswahl gibt es unter „Apps“à „KI-Generierung“ à „KI-Bilder“. Auch bei der Bildbearbeitung können KI-Funktion unterstützen und zum Beispiel den Hintergrund von Fotos entfernen. Mit einem Klick auf „Text“ kann Ihr Kind Schrift hinzufügen und unter „Elemente“ das Comic mit Sprechblasen, Grafiken oder Stickern vervollständigen. Eine Anleitung zur Comic-Erstellung finden Sie auf canva.com. In Canva kann Ihr Kind auch andere KI-gestützte Apps ausprobieren, z. B. zur Generierung von Text, Musik und Videos.

  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store) | Hinweise zur Nutzung: Chats und In-App-Käufe
  • Kosten: kostenfrei, verschiedene Abo-Modelle

Link zum Tool: https://canva.com

Das sollten Eltern beachten

Wenn Ihr Kind kreative KI-Tools nutzen möchte, sollten Sie als Eltern auf folgende Punkte achten:

  • Gefährdende Inhalte im Netz: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Tools auch mit Inhalten trainiert wurde, die möglicherweise nicht altersgerecht sind. Ist Ihr Kind noch jünger, nutzen Sie KI-Tools vorerst gemeinsam und legen Sie dann gemeinsam klare Regeln und Grenzen für die Nutzung fest.
  • Schutz der Privatsphäre: Ihr Kind sollte keine persönlichen Daten oder private Fotos in KI-Tools eingeben oder hochladen. Klären Sie es darüber auf, wie es seine Privatsphäre im Netz schützen kann.
  • Nachhaltigkeit: Weisen Sie auf den hohen Energieverbrauch von KI-Programmen hin, verwenden Sie Prompts gezielt und sparsam und fördern Sie damit einen bewussten Umgang.
  • Fehler und Ungenauigkeiten: Ungewöhnliche Schatten, seltsame Perspektiven – kreative KI-Tools werden stetig genauer, können jedoch trotz großer Datenmengen noch immer Fehler machen. Ein guter Anlass, mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, warum der Ausmal-Dino nicht irgendwie nicht ganz richtig aussieht.
  • Diversität und Stereotype: KI-Systeme werden von Menschen erstellt und reproduzieren Stereotype. Thematisieren Sie, dass KI-Systeme klischeehafte oder diskriminierende Darstellungen erzeugen können und fördern Sie Vielfalt bei der Mediennutzung Ihres Kindes.
  • Kostenfalle: Viele KI-Tools sind vorerst kostenfrei, locken aber mit erweiterten, kostenpflichtigen Angeboten. Machen Sie Ihr Kind auf versteckte Gebühren oder In-App-Käufe aufmerksam und hinterlegen Sie kein Zahlungsmittel in den App-Stores und im Programm selbst.

Bei allen Angeboten bleibt aber vor allem wichtig: Lassen Sie jüngere Kinder nicht allein mit KI-Tools experimentieren, sondern erforschen Sie sie gemeinsam. Testen Sie die Möglichkeiten, sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Grenzen und Risiken – denn der beste Schutz vor den Stolperfallen der KI-Angebote bleibt natürlich eine kompetente Nutzung.

Beliebte Spiele: Roblox

Aus Bausteinen eigene Welten bauen, in fantasievolle Rollen schlüpfen und spannende Missionen erfüllen – die Onlinespiele-Plattform Roblox erfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Roblox verbindet Gaming, Social Media und kreatives Gestalten. Da sowohl Chatfunktionen als auch problematische Inhalte enthalten sind und manche mit ihren Spielen Geld verdienen, gilt seit Januar 2025 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 16 Jahren
    • Grund: Gewaltdarstellungen, Inhalte für verschiedene Altersgruppen, erhöhte Kaufanreize
    • Hinweise zur Nutzung: Chats, In-Game-Käufe (+ zufällige Objekte)
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 16 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Genre: Spieleplattform, Game-Creator-Plattform, Sandbox
  • Systeme: Browser, Windows, macOS, Android, iOS, Xbox, Meta Quest, Playstation
  • Kosten: kostenfrei mit In-App-Käufen

Was ist Roblox?

Roblox ist eine Online-Spieleplattform, auf der Nutzer*innen eigene Spiele entwickeln und die Spiele anderer spielen können. Der Name setzt sich aus den englischen Wörtern Robots (dt.: Roboter) und Blocks (dt.: Blöcke) zusammen. In einer an Klemmbausteine erinnernden Optik entstehen virtuelle Welten. Roblox ist eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk und erinnert an Minecraft.

Roblox ist auf vielen verschiedenen Geräten sowie als App verfügbar. Auch das Spiel mit einem Virtual-Reality-Headset wird unterstützt. Diese plattformübergreifende Verfügbarkeit sorgt dafür, dass Spieler*innen auf verschiedenen Geräten unkompliziert miteinander spielen können.

Roblox filtert Spiele und Erlebnisse automatisch nach Altersstufen. Grundlage dafür sind sogenannte Content Labels, die jedes Spiel einer Altersgruppe zuordnen. Abhängig vom im Konto hinterlegten Alter werden nicht alle Inhalte angezeigt oder sind nur mit Zustimmung der Eltern zugänglich.

Nach der Registrierung auf roblox.com erhalten die Spieler*innen eine vorgefertigte Spielfigur (sog. Avatar), die sie nach Belieben anpassen können. Standardkleidung oder andere kosmetische Eigenschaften, wie eine erste Frisur, sind kostenlos. Einige Extra-Accessoires kosten Geld in Form der eigenen Währung Robux. Funktionen wie das Erstellen von Spielen sowie das Spielen selbst sind kostenfrei verfügbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Viele Jugendliche lieben das Spiel, weil sie ganz einfach selbst Spiele entwickeln können. Registrierte Nutzer*innen können mit dem Bau-Tool “Roblox-Studio” ihre eigenen Spiele erstellen und sie mit anderen teilen. Es lassen sich einfache Bauwerke, aber auch komplexe Erlebniswelten gestalten. In der Community von Roblox können sich Jugendliche miteinander kreativ austoben und miteinander kommunizieren.

Roblox ist besonders bei jungen Spieleentwickler*innen beliebt, da sie dort eigene Spiele gestalten und veröffentlichen können. Wird ein Spiel von anderen Nutzer*innen häufig gespielt und Geld investiert, besteht die Möglichkeit, dass auch die Entwickler*innen – also zum Beispiel Ihr Kind – einen Anteil daran verdienen.

Auch Jugendliche, die nicht selbst in die Spielentwicklung einsteigen wollen, sind von den unzähligen Spieleangeboten fasziniert.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Januar 2025 das Alterskennzeichen für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Für diese Entscheidung gab es mehrere ausschlaggebende Gründe:

  • Gewalt und problematische Inhalte: Einige von Nutzer*innen erstellte Spiele auf der Plattform enthalten Szenen, die extreme Gewalt darstellen und für jüngere Spieler*innen ungeeignet sind.
  • Inhalte für verschiedene Altersgruppen: Roblox ist eine Plattform mit sehr unterschiedlichen Inhalten – vergleichbar mit YouTube oder Twitch. Entsprechend reicht das Angebot von kindgerechten Spielen bis hin zu Titeln, die für jüngere Kinder nicht altersgerecht sind.
  • Erhöhte Kaufanreize: Roblox bietet zahlreiche In-Game-Käufe an, die insbesondere für Kinder und Jugendliche einen starken Anreiz zum Geldausgeben darstellen können.

Hinzu kommt, dass die Plattform es Nutzer*innen ermöglicht, über Text- und Sprach-Chats zu kommunizieren. Deshalb bestehen Risiken wie Cybermobbing, Cybergrooming und Hate Speech. Außerdem enthalten einige Spiele Elemente, die Glücksspiel ähneln, wie etwa den Kauf von zufälligen virtuellen Gegenständen (Lootboxen).

Der Empfehlungsalgorithmus kann problematische Inhalte oder Spiele mit starken Kaufanreizen häufiger anzeigen. Manche Spiele setzen außerdem auf tägliche Belohnungen oder zeitlich begrenzte Aktionen, die zum häufigen Zurückkehren motivieren.

Zusätzlich bemängelte die USK fehlende wirksame Vorsorgemaßnahmen seitens der Plattformbetreiber, wie etwa unzureichend gesicherte Kinderkonten und das Fehlen von Alterskennzeichnungen nach deutschen Standards. Aufgrund dieser Aspekte wurde die USK-Alterskennzeichnung angepasst, um den Jugendschutz zu gewährleisten und Eltern eine bessere Orientierung zu bieten.

Darüber hinaus wird Roblox von verschiedenen Fachstellen und Medien immer wieder vorgeworfen, sowohl die Inhalte als auch die Kommunikation der Nutzenden untereinander nicht ausreichend zu moderieren und nicht konsequent genug gegenüber Verstößen der Community-Richtlinien vorzugehen. Kinder und Jugendliche können in den Spielen beispielsweise auf diskriminierende und extremistische Inhalte stoßen.

Das sagt der Anbieter

Der Anbieter RobloxCorporation betont auf seiner Plattform, Sicherheit und Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es gibt ein Meldesystem für unangemessene Chatnachrichten und einen Chatfilter. Nach der Registrierung wird bei Nutzer*innen unter 13 Jahren automatisch ein Konto im „Datenschutzmodus“ erstellt. Jüngere Spieler*innen haben dann z. B. keinen Zugriff auf die Social-Media-Funktionen. Manche Spiele sind außerdem erst ab einem bestimmten Alter freigegeben. Moderator*innen prüfen, ob hochgeladenes Bild- und Videomaterial den Ansprüchen zu jugendgerechten Inhalten genügt. Unangemessene Inhalte werden aktiv gefiltert und gelöscht.

Roblox hat Anfang 2026 neue Sicherheitsfunktionen eingeführt. Dazu gehört eine Altersüberprüfung per Ausweis oder freiwilligem Video-Selfie. Erst nach dieser Einstufung werden bestimmte Kommunikationsfunktionen freigeschaltet. Damit Kinder und Jugendliche möglichst mit Gleichaltrigen interagieren, teilt Roblox Accounts in Altersgruppen ein: Roblox Kids (bis 8 Jahre), Roblox Select (9-15 Jahre) und Roblox (ab 16 Jahre). Inhalte, Chats und Funktionen werden dann altersgerechter zugeordnet. Viele Interaktionsmöglichkeiten bleiben eingeschränkt, um Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu begrenzen und Kommunikationsrisiken zu reduzieren. Die KI-gestützte Altersverifikation bei Roblox übernimmt das Unternehmen Persona. Roblox gibt an, dass Nutzer*innen-Daten nach 30 Tagen gelöscht werden. Falsche Schätzungen können über die Elternaufsicht oder die Ausweis-Verifikation nachträglich korrigiert werden. Roblox informiert auf seiner Website über die Altersüberprüfung.

Roblox nutzt außerdem Content Labels, um Spiele automatisch Altersgruppen zuzuordnen. Dadurch sollen jüngere Nutzer*innen nur altersgerechte Inhalte sehen. Eltern können über die Elternaufsicht zusätzliche Einschränkungen festlegen oder Inhalte freigeben.

Für ältere Jugendliche gibt es zusätzlich das Konzept der „Vertrauten Connections“. Dabei können 13- bis 17-Jährige bestimmte Kontakte als vertrauenswürdig markieren. Mit diesen Kontakten können sie fast ohne Einschränkungen chatten. Kontakte über Altersgrenzen hinweg – besonders zwischen Jugendlichen und Erwachsenen – unterliegen jedoch weiterhin strengen Regeln. Kinder unter 13 Jahren können keine „Vertrauten Connections“ anlegen. Mehr Informationen bietet die Roblox-Website.

Roblox bietet verschiedene Sicherheitsfunktionen an, mit denen Sie das Spiel Ihres Kindes besser im Blick haben können, z. B. zur Bildschirmzeit, den Chats oder Käufen. Die Elternaufsicht wurde 2026 erweitert. Eltern können nun sehen,

  • mit wem ihr Kind über „Vertraute Connections“ verbunden ist
  • wie lange es spielt
  • welche Erlebnisse es nutzt und
  • wofür Geld ausgegeben wird.

Bei ungewöhnlich hohen Ausgaben kann Roblox außerdem warnen. Informationen zur Elternaufsicht und Kindersicherung stellt Roblox auf seiner Website bereit.

Das sollten Eltern beachten

Beachten Sie, dass Roblox inzwischen mit USK 16 gekennzeichnet ist. Grundsätzlich  sind die USK-Alterskennzeichen keine Vorschriften, welche Medieninhalte Eltern ihren Kindern zu Hause erlauben dürfen, sondern sie gelten als Orientierung. Dennoch sollten Sie darauf achten, Ihrem Kind nur Spiele zur Verfügung zu stellen, die für sein Alter geeignet und entsprechend freigegeben sind. Mehr Informationen zur Hochstufung erfahren Sie in diesem Eltern-Check-In-Artikel.

Sie möchten Ihrem Kind Roblox zugänglich machen?

  • Nehmen Sie die Registrierung und die Erstellung eines Profils gemeinsam mit Ihrem Kind vor und entdecken Sie zusammen die Roblox-Spielewelt.
  • Erstellen Sie in jedem Fall ein Elternkonto und verknüpfen dieses mit dem Konto ihres Kindes. Haben Sie auch einen Blick auf die getätigten In-Game-Käufe.
  • Aktivieren Sie Benachrichtigungen über Ausgaben und prüfen Sie regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Kind, wofür Robux ausgegeben werden.
  • Achten Sie darauf, dass im Konto Ihres Kindes das tatsächliche Alter hinterlegt ist. Roblox filtert Spiele und Erlebnisse automatisch nach Altersstufen. Über die Elternaufsicht können Sie zusätzlich festlegen, welche Inhalte Ihr Kind nutzen darf.
  • Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit dem Spiel verbringt und legen Sie gemeinsam klare Regeln für den Umgang mit Games in der Familie fest.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Spielerlebnisse. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind spielt. Fragen Sie nach, warum es bestimmte Spiele mag und mit wem es Kontakt hat.
  • Trotz der Begrenzung von Kontakten zu älteren Nutzern bleibt Roblox nicht frei von Sicherheitsrisiken. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, über die Plattform keine privaten Daten weiterzugeben. Klären Sie Ihr Kind über Kommunikationsrisiken im Netz auf und ermuntern Sie es, verdächtige oder unangenehme Kontakte zu blockieren und zu melden.

Alle wichtigen Schritte zur Kindersicherung bei Roblox finden Sie auch auf medien-kindersicher.de.

Sonic Racing: CrossWorlds

Die Autos leuchten in allen Farben, die Funken sprühen unter den Rädern, immer wieder tun sich neue Welten auf und hinter dem Steuer: der blaue Igel „Sonic the Hedgehog“ und seine Freund*innen. Im knallbunten Renn-Videospiel Sonic Racing: CrossWorlds kämpfen die Sega-Figuren um den ersten Platz auf der Rennstrecke.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 6 Jahren

    • Grund: Handlungsdruck, Druck zum Vielspielen
    • Hinweise zur Nutzung: In-Game-Käufe

Was ist Sonic Racing: CrossWorlds?

Sonic Racing: CrossWorlds ist ein Rennspiel des Spieleherstellers Sega, das seit September 2025 für alle bekannten Spielekonsolen angeboten wird. Es ist der vierte Teil der Sonic-Racing-Spielereihe und direkter Konkurrenz der Mario-Kart-Spiele von Nintendo.

Im Spiel befinden sich die Charaktere der „Sonic the Hedgehog“-Welt in einem Autorennen gegeneinander. Spieler*innen an der Konsole können beispielsweise allein mit KI-Gegner*innen ins Rennen gehen. Bis zu 4 Personen können außerdem gemeinsam an einer Konsole spielen und dabei zusammen oder gegeneinander fahren. Über das Internet können sogar bis zu 12 Personen gegeneinander antreten. Wie bei Rennspielen üblich, wählen sie zwischen Zeitrennen und Grand Prix oder meistern im Rennpark-Modus Herausforderungen. Im Spiel konfigurieren sie Fahrzeuge, sammeln Punkte und besondere Hilfsmittel (Power-Ups).

Anders als bei den Vorgänger-Versionen gibt es in Sonic Racing: CrossWorlds sogenannte „Reiseringe“: Ab der zweiten Rennrunde öffnen sich zufällig Portale, durch die die Spieler*innen die Welt wechseln und ihr Rennen in anderen Welten fortsetzen können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Auto-Rennspiele bieten das ganze Paket, das Kinderherzen höher schlagen lässt: Witzige Fahrzeuge, die sich gestalten lassen, so dass man an einem Tag in der pinken Knutschkugel und am nächsten Tag im aggressiven Biest um die Kurven schlittert. Fröhliche Avatare mit schier endloser Ausrüstung. Knallige Farben, mitreißende Musik, ein bisschen Wettbewerb und an jeder Ecke eine Belohnung. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind riesig, es gibt jede Menge Überraschungen an allen Ecken und weil zwischendurch sogar die komplette Welt wechselt, kommt keine Langeweile auf. Schon beim Training gegen KI-Gegner*innen sorgen die vielen Möglichkeiten und Effekte dafür, dass Kinder Runde um Runde dranbleiben. Wenn sich dann noch Freund*innen oder Familienmitglieder auf der Rennstrecke tummeln und auf dem Sofa um die Plätze auf dem Siegertreppchen gefahren wird, fliegen die Stunden wie die Funken auf der Rennstrecke davon.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Autorennspiele zählen grundsätzlich zu den eher unproblematischen und familienfreundlichen Computerspielen. Trotzdem bringt Sonic Racing: CrossWorlds auch Herausforderungen mit sich:

  • Überforderung: Für junge und unerfahrene Spieler*innen kann das Rennen schnell zu viel werden – das Tempo, die vielen Reize und die ständig wechselnden Infos können jüngere Kinder überfordern und zu Reizüberflutung führen. Und auch der starke Wettbewerbscharakter und der Frust, auf den hinteren Plätzen zu landen, ist nicht für alle leicht auszuhalten.
  • Vielspielen: Wer im Spiel erstmal drin ist und vielleicht sogar Rennstrecken-Können aufgebaut hat, findet manchmal schwer den Absprung. Durch die ständig neuen Infos und Angebote gibt es immer Anreize, weiterzuspielen. Kinder und Jugendliche können so im Spiel „versinken“ und kein Ende mehr finden. Besonders die zeitlich begrenzten Events im Spiel (sogenannte “Festivals”) und tägliche “Log-In”-Belohnungen können auf jüngere Kinder Druck ausüben. Das kann den „FOMO“-Effekt (steht für „fear of missing out“, engl. für „Angst davor, etwas zu verpassen“) verstärken.
  • Kostenfalle: Wie viele andere Spiele bietet Sonic Racing In-Game-Käufe an. Zusätzliche Charaktere, Fahrzeuge oder kleine „Verschönerungen“ warten im Shop und versprechen, das Spiel noch aufregender zu machen.

Was meint der Anbieter?

Der japanische Spielehersteller Sega lässt seine Spiele von der USK prüfen und hält sich auf dem deutschen Markt an deren Alterskennzeichnungen. „Sonic Racing“ ist von der USK ab 6 Jahren freigegeben. Diese Kennzeichnung gibt an, ab welchem Alter das Spiel aus Sicht des Jugendmedienschutzes unbedenklich ist. Sie ist jedoch nicht mit einer pädagogischen Altersempfehlung gleichzusetzen.

Die verschiedenen Konsolen bieten Kinderschutzeinstellungen an. Sowohl Nintendo Switch als auch PlayStation und Xbox bieten Eltern die Möglichkeit, das Spielverhalten ihrer Kinder durch Zeitbegrenzungen zu kontrollieren, Shops zu sperren oder den Zugang zu Online-Angeboten einzuschränken.

Was sollten Eltern beachten?

Bleiben Sie interessiert und gesprächsbereit und begleiten Sie Ihr Kind bei der sicheren Nutzung von Sonic Racing: CrossWorlds. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Spieldauer und Mediennutzungszeit. Handeln Sie gemeinsam Regeln aus, wie lange gespielt werden darf und wie viel Nutzung guttut. Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen und lassen Sie Ihr Kind bei emotionaler Überforderung wie Reizüberflutung, Frust und Ärger nicht allein. Nutzen Sie die Sicherheitseinstellungen der Konsolen und sperren Sie gerade bei jüngeren Kindern Funktionen wie z. B. den Shop. Schritt-für-Schritt-Anleitungen dazu finden Sie unter medien-kindersicher.de.

Rennspiele wie „Sonic Racing: CrossWorlds“ eignen sich durch ihre einfache Bedienung und den Mehrspieler*innen-Modus gut dazu, digitale Spiele gemeinsam als Familie zu entdecken. Spielen Sie das Rennspiel am besten auch mal zusammen. Bei einer gemeinsamen Runde auf der Rennstrecke können Sie Einblicke in die Interessen Ihres Kindes gewinnen, miteinander ins Gespräch kommen – und vielleicht sogar ungeahnte Talente am Steuer entdecken.

Gemeinsam Musik erleben

Ob beim Aufräumen, Tanzen oder im Auto – Musik begleitet viele Familien ganz nebenbei im Alltag. Kinder entdecken Musik oft mit dem ganzen Körper: Sie hören genau hin, singen dazu, bewegen sich, klatschen und probieren Geräusche aus.

Digitale Angebote können dabei eine schöne Ergänzung sein: Sie helfen, neue Lieder und Instrumente kennenzulernen oder selbst kreativ zu werden. Auch wenn Sie selbst kein Instrument spielen oder sich nicht besonders musikalisch fühlen: Sie können Ihr Kind trotzdem beim musikalischen Entdecken begleiten. Sie müssen nicht „richtig“ singen oder perfekt musizieren. Es reicht aus, gemeinsam Freude an Klängen, Liedern und Bewegung zu haben.

Kinderlieder auf YouTube

Kinderlieder-Videos laden dazu ein, gemeinsam zu singen, zu tanzen und neue Lieblingslieder zu entdecken. Kinderlieder auf YouTube eignen sich bereits für jüngere Kinder. Wenn Sie dort Lieder suchen und abspielen möchten, nutzen Sie am besten YouTube Kids. Dort werden keine Werbung vor oder während der Videos gezeigt, und passende Inhalte für Kinder lassen sich leichter finden.

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. Die bunt animierten Trickfilme begeistern besonders Kleinkinder. Die Lieder sind auch auf der Website kinderlieder-mit-bobby.de zu finden und dort nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen macht seinem Namen alle Ehre: Hier finden Familien eine große Auswahl an verschiedenen Playlists voller bekannter und neuer Kinderlieder, bei denen Kinder und Erwachsene gemeinsam singen, tanzen und mitmachen können.

Klassische Musik für Kinder

Auch klassische Musik lässt sich für Kinder spielerisch entdecken, mit digitalen Angeboten, die zum Hören, Ausprobieren und Mitmachen einladen.

Auf der Seite von Junge Klassik können Kinder viel über Instrumente und klassische Musik erfahren. Die Seite ist bunt und spielerisch gestaltet. Ein Orchester dirigieren, Klangpärchen finden, Töne kennenlernen – auch Erwachsene entdecken dabei sicher noch Neues.

Die Klangkiste des WDR  lädt spielerisch dazu ein, die Welt der Musik zu erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet und funktioniert deshalb auch gut auf dem Smartphone. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und viele weitere Angebote. Die Klangkiste eignet sich besonders für etwas größere Kinder, die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen und ausprobieren möchten.

Opern wirken auf den ersten Blick eher wie etwas für Erwachsene. Mit der App Opera Maker tauchen Kinder in die Welt der Oper ein, erfinden eigene Geschichten und vertonen sie. Wie das aussehen kann, zeigt die dazugehörige Website.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

Die Kinderwebseite Afrika-Junior gibt Einblicke in musikalische Welten verschiedener Regionen Afrikas. Kinder können beliebte Kinderlieder anhören, Videoclips anschauen und ihr Wissen in einem Quiz zu afrikanischer Musik testen.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Hinter jedem Feld verbirgt sich schöne Musik, tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr. Das Angebot ist auch auf YouTube verfügbar.

Bei Auditorix dreht sich alles um Musik, Hören und Selbermachen. Kinder können Musik entdecken, eigene Ideen entwickeln und sogar erfahren, wie man Instrumente baut. In der Musikbox findet sich lizenzfreie Musik, zum Beispiel für eigene Hörspielprojekte.

Selbst digitale Musik machen

Mit digitalen Musik-Tools können Kinder Klänge ausprobieren, eigene Rhythmen erfinden und erste kleine Songs gestalten.

Auf der interaktiven Website Chrome Music Lab können Kinder mit verschiedenen Rhythmen und Melodien experimentieren sowie eigene kleine Songs erstellen. Hierzu stehen ihnen 14 Musik-Tools zur Verfügung. Die Seite ist kostenfrei und kann ohne Anmeldung genutzt werden.

Die App GarageBand ist auf Apple-Geräten kostenfrei vorinstalliert. Sie bietet viele virtuelle Instrumente, mit denen Kinder eigene Songs komponieren können. Über das Mikrofon lassen sich außerdem die eigene Stimme oder echte Instrumente aufnehmen.

Eigene Songs aus Beats und Musiktracks zusammenstellen – das geht mit der App Groovepad. Kleine Lektionen machen den Einstieg leicht. Die Basisversion ist kostenfrei, bietet aber nur eingeschränkte Funktionen. Die Premiumversion kostet 14,99 Euro pro Monat oder 47,99 Euro pro Jahr.

Apps wie Mini Piano Lite oder Real Drum: Schlagzeug spielen ermöglichen es, Instrumente virtuell auszuprobieren. Sie ersetzen keine echten Instrumente, erlauben aber einen ersten spielerischen Zugang. Häufig lassen sich damit einfache Songs begleiten oder eigene Aufnahmen erstellen.

Meta – der Konzern hinter WhatsApp, Instagram und Facebook

Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.

Was ist Meta?

Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.

Zum Unternehmen gehören unter anderem:

Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.

Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.

Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.

Was kann problematisch sein?

Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:

Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.

Was meint der Anbieter?

Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.

Was sollten Eltern beachten?

Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.

Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.

Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.

Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.

KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.

Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.

Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.

ChatGPT

Kinder und Jugendliche nutzen ChatGPT inzwischen in vielen Alltagssituationen, etwa für Hausaufgaben, kreative Projekte oder zum Recherchieren. Der KI-Chatbot beantwortet Fragen in wenigen Sekunden und wirkt dabei oft wie ein echter Gesprächspartner. Wir erklären, was hinter dem Tool steckt und worauf Eltern achten sollten.

Kurz gefasst:

  • Genre: KI-basierter Chatbot (Anbieter: OpenAI)
  • Alter: laut Anbieter ab 13 Jahren, 13–17 Jahre nur mit Zustimmung der Eltern, keine wirksame Altersprüfung
  • Systeme: Browser, Android, iOS
  • Funktionen: Fragen beantworten, Texte erstellen, kreative Aufgaben unterstützen
  • Kosten: kostenfreie Basisversion, kostenpflichtige Plus-Version (etwa 20 €/Monat)

Was ist ChatGPT?

ChatGPT ist ein KI-Chatbot, der mit großen Mengen an Texten trainiert wurde. Er kann Sprache verstehen und selbst Antworten formulieren. Nutzer*innen geben eine Frage oder Aufgabe ein und erhalten meist innerhalb weniger Sekunden eine Antwort.

Das Tool kann Texte zusammenfassen, erklären oder neu erstellen. Auch Spracheingaben sind möglich. Für Kinder wirkt die Nutzung oft wie ein Gespräch mit einer echten Person, da die Antworten sehr natürlich formuliert sind.

Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen prüfen und die Nutzung begleiten.

Hinweis: Seit Januar 2026 ist ChatGPT nicht mehr über WhatsApp verfügbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

ChatGPT ist leicht zu bedienen und antwortet meist in wenigen Sekunden. Es hilft bei Hausaufgaben, erklärt schwierige Themen oder liefert kreative Ideen für Geschichten und Projekte. Auch Gespräche per Sprache sind möglich. Fragen können mündlich gestellt werden, die Antworten erfolgen über eine natürlich klingende Stimme. Das macht die Nutzung für viele Kinder besonders alltagsnah und unkompliziert.

Was kann problematisch sein?

  • Falsche Informationen: Antworten können ungenau oder erfunden (sogenannte Halluzinationen) sein
  • Datenschutz: Eingegebene Inhalte können gespeichert, ausgewertet und unter Umständen zum Training der KI genutzt werden. Dazu zählen auch persönliche Informationen.
  • Ungeeignete Inhalte: Filter greifen nicht immer zuverlässig
  • Gefährliche Empfehlungen: Die KI kann auch problematische oder riskante Antworten geben
  • Scheinbare Nähe: Die KI kann wie ein*e echte*r Gesprächspartner*in wirken
  • Abhängigkeit: Kinder könnten sich zu stark auf die Antworten der KI verlassen
  • Lernen: Wenn die KI Aufgaben übernimmt, wird eigenes Denken weniger geübt
  • Schutz: Kindersicherungen helfen, bieten aber keinen vollständigen Schutz

Was sagt der Anbieter?

OpenAI bietet Schutz- und Kontrollfunktionen für Familien an. Eltern und Jugendliche können ihre Konten verknüpfen und verschiedene Einstellungen steuern: Ruhezeiten, sensible Inhalte reduzieren, Gruppenchats einschränken, Bildgenerierung und Audiomodus deaktivieren, Memory (Speicherfunktion) ausschalten und die Datennutzung für Training und Verlauf begrenzen. Für verknüpfte Konten von Jugendlichen gelten strengere Einstellungen. Eltern sehen die Chats nicht, können aber bei möglichen Gefährdungen benachrichtigt werden.

OpenAI setzt außerdem eine Alterserkennung ein, um für Minderjährige automatisch strengere Schutzfunktionen zu aktivieren. Diese Maßnahmen senken Risiken, bieten aber keinen vollständigen Schutz.

Was Eltern beachten sollten

Probieren Sie ChatGPT gemeinsam aus: Nutzen Sie das Tool zusammen und sprechen Sie über die Antworten.

Nutzen Sie die Kindersicherung: Aktivieren und kontrollieren Sie die Einstellungen regelmäßig.

Verlassen Sie sich nicht allein auf Technik: Ergänzen Sie Schutzfunktionen durch Gespräche und Begleitung.

Fördern Sie kritisches Denken: Erklären Sie, dass die KI keine sicheren Fakten liefert. Lassen Sie sich von ChatGPT Quellen nennen und prüfen Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind. Auch ein Vergleich mit anderen KI-Angeboten kann sinnvoll sein.

Achten Sie auf Datenschutz: Geben Sie keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Fotos ein.

Sprechen Sie über Lernen mit KI: Machen Sie deutlich, dass die KI unterstützen kann, aber nicht die eigene Leistung ersetzt.

Vereinbaren Sie klare Regeln: Legen Sie gemeinsam fest, wann und wie ChatGPT genutzt wird.

Bleiben Sie im Gespräch: Ermutigen Sie Ihr Kind, über Erfahrungen oder Probleme zu sprechen.

Informieren Sie sich regelmäßig: Verfolgen Sie neue Funktionen und Entwicklungen rund um KI-Angebote.

Instagram sicher nutzen

Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.

Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig? 

Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.

Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto

Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:

  • Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
  • Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
  • Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
  • Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.

Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.

Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram

Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:

  • Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
  • Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
  • Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
  • Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:

  • Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
  • Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
  • Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
  • Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
  • Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
  • Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.

Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.

Instagram

Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.

Kurz gefasst:

  • Genre: Soziales Netzwerk (Anbieter: Meta)
  • Alter: laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt, keine wirksame Altersprüfung
  • Systeme: Android, iOS, Browser
  • Funktionen: Fotos, Reels, Live-Streams, Stories teilen und ansehen
  • Jugendschutz: Teen-Konten mit standardmäßigen Sicherheitseinstellungen für 13–17 Jahre, Funktion „Elternaufsicht“ verfügbar
  • Kosten: kostenfrei, enthält Werbung und kommerzielle Inhalte

Was ist Instagram?

Instagram, kurz Insta, ist neben Facebook und TikTok eines der größten Sozialen Netzwerke. Es bietet Nutzer*innen die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und sich miteinander zu verknüpfen.

Über das Profil lassen sich Bilder und Videos teilen. Nutzer*innen können Inhalte entweder als dauerhafte Beiträge veröffentlichen oder als Story oder Live-Video posten. Stories und Live-Streams verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch als Highlight gespeichert werden. Im Feed werden die Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen angezeigt.

User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren, Inhalte abspeichern und über Direct Messages („DMs“) miteinander chatten. In Profilen und Beiträgen lassen sich Links einfügen, die zu anderen Webseiten führen.

Eigene Postings können Nutzer*innen mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App erstellen und bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.

Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.

Seit etwa 2025 setzt Instagram vermehrt auf KI-Angebote, bietet etwa Bildbearbeitung, aber auch Texterstellung für Postings und Hashtags via KI an. Auch die Verknüpfung untereinander wird noch stärker möglich über „Friends-Tabs“ und Standort-Funktionen.

Jugendliche bis 18 Jahre haben automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern. Die Konten sind etwa standardmäßig auf privat gestellt und haben ein integriertes Zeitlimit – nach 60 Minuten Nutzung werden die Jugendlichen aufgefordert, die App zu beenden. Ab 16 Jahren können Jugendliche die Einschränkungen selbst lockern. Die Funktion „Elternaufsicht“ ermöglicht Eltern, die Nutzung Ihres Kindes zu beobachten und einzuschränken. Der Aktivierung muss von Elternteil und Jugendlichem zugestimmt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Instagram?

  • Kreative Selbstdarstellung: Jugendliche können ihre besten Momente teilen und sich in Szene setzen.
  • Idole und Trends: Sie können Influencer*innen, Stars und Trends folgen.
  • Information und Gesellschaft: Jugendliche nutzen Instagram, um sich über Nachrichten, aktuelle Debatten und gesellschaftliche Entwicklungen zu informieren.
  • Einfache Nutzung: Schnell Fotos und Videos aufnehmen, bearbeiten und teilen.
  • Community-Feeling: Inhalte liken, kommentieren und mit Freund*innen interagieren.
  • Broadcast-Channels: Dort können Influencer*innen und Creator*innen exklusive Inhalte teilen, die nur für eingeladene Mitglieder sichtbar sind.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Datenschutz: Instagram ist beim Thema Datenschutz aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu genießen.

  • Zum einen möchte die App Zugriff auf Standort, Kamera und Kontakte – dies sollte man in den Smartphone-Einstellungen einschränken.
  • Für andere Nutzer*innen im Netzwerk können, je nach Einstellungen, der eigene Standort und Aktivitätsstatus freigegeben sein – zudem ermöglicht der Meta-Konzern Crossposting aus Instagram und Facebook. Auch hier sollte man genau darauf achten, die Einstellungen in der App richtig zu wählen und die Privatsphäre-Einstellungen des Smartphones zu überprüfen. Um eigene Inhalte nur für Freund*innen zugänglich zu machen, bietet es sich an, ein privates Profil anzulegen.
  • Ab dem 08.05.2026 sind Chats und Nachrichten nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Und schließlich möchte Instagram Nutzer*innen-Daten für KI-Training benutzen, was ebenfalls nur per Widerspruch vermieden werden kann. Wer Instagram nutzt, sollte daher genau überlegen, welche Daten geschützt bleiben sollen und die Einstellungen sowohl am Smartphone als auch in der App gut wählen.

Kosten: Instagram ist grundsätzlich kostenlos. Auf vielen Profilen werden aber Produkte beworben, die mit wenigen Klicks auch gekauft werden können. Auch Werbeanzeigen mit entsprechenden Links tauchen häufig in den Feeds auf und sind schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Zudem können Creator*innen wie Influencer*innen exklusive Inhalte anbieten, die über ein kostenpflichtiges Abo abgerufen werden können. Seit 2024 bietet Meta zudem ein Abomodell für Facebook und Instagram an: Für mindestens 5,99 € im Monat verspricht der Anbieter, keine personalisierte Werbung zu schalten. Allgemeine Werbung gibt es natürlich trotzdem – und auch Daten sammelt Meta trotzdem weiter.

Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen. Gerade Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden, können dabei sehr problematische Inhalte enthalten und sind für Jugendliche schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt etwa für Deepnudes oder Deepfakes, aber auch für politische Kampagnen.

Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.

Künstliche Intelligenz: Immer stärker ist auch die KI ein Thema in Sozialen Netzwerken. Diese spielt an mehreren Stellen eine Rolle:

  • Zum einen tauchen KI-generierte Inhalte häufig im Instagram-Feed auf. Diese können lustig und unterhaltsam sein, sind aber auch oft problematisch, weil sie Falschinformationen verbreiten, die Privatsphäre anderer verletzen und zum Beispiel für Cybermobbing genutzt werden, um andere bloßzustellen.
  • Auch nutzt Meta die KI, um den eigenen Algorithmus zu verbessern. Das führt dazu, dass Jugendlichen immer stärker einseitige und polarisierende Inhalte ausgespielt werden, die auch politisch extrem sein können.
  • Mit Meta AI haben WhatsApp, Facebook und Instagram außerdem eine eigene KI installiert, die direkt in der Suche der jeweiligen App genutzt werden kann. Auch hier ist es schwierig, die Inhalte zu überprüfen und echte Informationen von falschen oder problematischen Inhalten zu unterscheiden.

Was Eltern beachten sollten

Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Minderjährige und ihre Eltern. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und bei klicksafe einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.

In der Elternaufsicht können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von medien-kindersicher.de. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden. Neben den eigenen Grenzen ist es auch wichtig, dass Ihr Kind Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte anderer kennt und beachtet.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.

Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

Hörspielspaß mit der Toniebox

Die Toniebox ist in vielen Kinderzimmern zu finden und ermöglicht es, Hörspiele und Musik selbstständig abzuspielen. Mit der Toniebox 2 kommen neue Funktionen dazu: Inhalte werden interaktiver und laden zum Mitmachen ein.

Kurz gefasst

  • Hörspielbox für Kinder mit sehr einfacher Bedienung
  • ab 3 Jahren
  • große Auswahl an Figuren mit Geschichten, Musik und Wissen
  • Toniebox 2 mit zusätzlichen interaktiven Inhalten (z. B. Tonieplay)
  • vergleichsweise hohe Kosten (Starterset ab ca. 109,99 €, Figuren extra)

Was steckt hinter dem Angebot?

Die Toniebox ist ein Audiosystem, das speziell für Kinder entwickelt wurde. Inhalte werden nicht über ein Menü ausgewählt, sondern über Figuren gesteuert. Wird ein Tonie auf die Box gestellt, startet automatisch eine Geschichte, Musik oder ein Hörspiel. Die Toniebox gehört zu den Hörboxen für Kinder.

Es gibt Tonies mit fertigen Inhalten, etwa Figuren oder Hörbücher, sowie Kreativ-Tonies, die mit eigenen Aufnahmen bespielt werden können. Diese werden über die sogenannte Toniecloud hochgeladen und gespeichert. Die Bedienung der Box ist bewusst einfach: Durch Kippen wird vor- oder zurückgespult, durch Klopfen springt man zwischen Kapiteln, über die „Ohren“ wird die Lautstärke eingestellt.

Mit der Toniebox 2 kommen zusätzliche Funktionen hinzu. Über „Tonieplay“ werden Inhalte interaktiver. Kinder hören nicht nur zu, sondern werden zum Mitmachen angeregt, etwa durch kleine Aufgaben, Mitsprechen oder Bewegung.

Nach der Einrichtung über WLAN kann die Toniebox auch ohne Internetverbindung genutzt werden.

Was begeistert Kinder daran?

Die Toniebox ist so gestaltet, dass schon jüngere Kinder sie selbst bedienen können. Es braucht keine Lesekenntnisse oder technischen Vorkenntnisse. Das unterstützt Kinder dabei, die Toniebox selbstständig zu nutzen.

Die Figuren spielen eine wichtige Rolle: Kinder erkennen bekannte Charaktere wieder, sammeln Tonies und bauen eine emotionale Bindung auf. Es gibt Geschichten, Lieder und Wissensinhalte für unterschiedliche Altersstufen.

Mit Funktionen wie Tonieplay werden Kinder zusätzlich einbezogen. Sie sind nicht nur Zuhörer*innen, sondern Teil der Geschichte. Kreativ-Tonies bieten die Möglichkeit, eigene Inhalte zu erstellen. Kinder hören beispielsweise Geschichten von vertrauten Personen oder nehmen selbst etwas auf.

Was kann problematisch sein?

Die Toniebox ist ein vergleichsweise sicheres Angebot ohne offene Internetkommunikation. Klassische Online-Risiken wie Kontakt zu Fremden bestehen daher nicht.

Im Alltag können dennoch Punkte relevant sein:

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter beschreibt die Toniebox als robust und kindgerecht gestaltet. Die Bedienung sei speziell für Kinder entwickelt worden. Für die Toniecloud gelten laut Anbieter Datenschutzstandards nach europäischem Recht. Eigene Inhalte und Konten können gelöscht werden. Mit Funktionen wie Tonieplay wird das Angebot um interaktive Inhalte erweitert.

Was Eltern beachten sollten

Die Toniebox eignet sich gut als Einstieg in die Mediennutzung, da sie ohne Bildschirm auskommt. Besonders am Anfang ist es sinnvoll, Ihr Kind dabei zu begleiten. Achten Sie auf passende Inhalte und hören Sie gelegentlich mit.

Geben Sie im Alltag Orientierung, wann und wie lange die Toniebox genutzt wird, und achten Sie darauf, wie Ihr Kind sie nutzt.

Nutzen Sie Kreativ-Tonies gemeinsam. Eigene Aufnahmen, etwa Geschichten oder Lieder, machen die Toniebox persönlicher. Gemeinsames Hören kann den Austausch fördern, gerade bei jüngeren Kindern.

Behalten Sie die Kosten im Blick. Neben der Box fallen Ausgaben für weitere Figuren an. Ein Tipp: Toniefiguren gibt es oft auch in Bibliotheken zum Ausleihen.

Freies Spiel und Kreativität mit Toca Boca World

Die bunte Spiele-App Toca Boca World ist besonders bei vielen jüngeren Kindern beliebt. Sie können ihre eigenen Figuren gestalten und mit ihnen in der Toca-Boca-Welt spannende und kreative Geschichten erfinden. Die App lädt dazu ein, Häuser nach ihren Vorstellungen einzurichten, im Café Kuchen zu essen, im Krankenhaus oder in der Poststation zu arbeiten und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Kurz gefasst: 

  • Pädagogische Empfehlung: ab dem Grundschulalter
  • Genre: Spiele-App für Mobilgeräte
  • Systeme: Android, iOS | offline nutzbar
  • Kosten: kostenfrei mit In-App-Käufen, weitgehend werbefrei

Was kann das? 

In Toca Boca World dreht sich alles um Kreativität und freies Spiel. Fantasievolle Orte wie Städte, Dörfer und Strände laden zum Erkunden und Bespielen ein. Es gibt keine Levels oder Zeitvorgaben, die erfüllt werden müssen.

Nach dem Herunterladen der App können die Spieler*innen sich in der Welt frei bewegen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Sie wählen Spielfiguren aus, die sie nach Aussehen und Eigenschaften selbst anpassen können. Häuser und Räume richten sie ganz nach ihrem Geschmack ein und dekorieren sie. Tag oder Nacht, Sonne oder Regen, welche Musik aus dem Radio kommt – alles lässt sich individuell anpassen.

An einigen Orten können die Spieler*innen Aufgaben erledigen, doch meistens gibt es keine festen Anweisungen. Über In-App-Käufe lassen sich zusätzliche Avatare, Orte, Aktivitäten und Haustiere hinzufügen. Eine Video Recording Funktion ermöglicht es, mit den Figuren eigene Geschichten zu spielen und per Bild und Ton aufzunehmen.

Was fasziniert Kinder daran? 

Kinder haben viel Freude daran, ihre eigenen Welten zu erschaffen und kreative Geschichten zu erfinden. Besonders spannend ist es für sie, die Spielfiguren ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie können dabei nicht nur aus verschiedenen Haar- und Hautfarben wählen, sondern auch Figuren im Rollstuhl, mit Brille oder Prothesen erstellen.

Die verschiedenen Spielumgebungen und die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, motivieren Kinder, immer weiterzuspielen und neue Abenteuer zu erleben. In den bunten Welten gibt es fast keinen Text, was das Spiel auch für Kinder ohne Lesefähigkeit spielbar macht.

Was kann problematisch sein an dem Angebot? 

Die Datenschutzbestimmung der Toca Boca App besagt, dass keine Werbung von Drittanbietern enthalten ist. Die App ist kostenlos im Download, bietet aber In-App-Käufe an. Mit diesen können Kinder neue Charaktere, Stationen oder Geschenke freischalten, falls eine Bezahl-Möglichkeit auf dem Gerät hinterlegt ist.

Die App speichert Nutzerdaten wie das Spielverhalten und Geräteinformationen und wertet sie zu Marketingzwecken aus. Dabei werden auch Dienste von Dritten genutzt, zum Beispiel von Google. Die Daten von Eltern werden erfasst, wenn sie im Toca-Boca-Shop etwas kaufen, Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter abonnieren. Eine Datenlöschung kann über eine E-Mail an privacy@tocaboca.com angefordert werden.

Über die Video Recording Funktion können Kinder das Spielgeschehen per Bild und Ton aufnehmen und auf dem Gerät speichern. Wenn der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt wird, nutzt die App es auch. In den App-Berechtigungen des Endgeräts kann der Zugriff wieder verwehrt werden.

Was meint der Anbieter? 

Toca Boca ist ein schwedischer Spieleentwickler und daher an die Datenschutzgesetze der EU gebunden. Der Anbieter wirbt damit, dass Kinder in die Entwicklung der App einbezogen werden. Die App beinhaltet keine für Kinder ungeeigneten Inhalte. Damit nehmen die Spieleentwickler die Forderung verschiedener Kinderrechtsorganisationen auf, Kinder und ihre Rechte in der Entwicklung von Produkten für Kinder zu beachten.

Toca Boca gibt an, dem PRIVO-Siegel gerecht werden zu wollen. Dieses Siegel vergibt eine unabhängige Organisation, die sich dem Schutz von Kinderdaten im Onlinebereich verpflichtet hat. Auf der Toca Boca Webseite stellt der Anbieter eine Datenschutzerklärung für Kinder in verständlicher Sprache zur Verfügung.

Was sollten Eltern beachten? 

Im Umgang mit der Toca Boca World App ist es sinnvoll, einige Regeln und Einstellungen zu klären, um das Spiel für Ihr Kind sicher und sinnvoll zu gestalten:

Begleitung der ersten Nutzungsschritte: Die App richtet sich besonders an jüngere Kinder. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Nutzungsschritten. So machen Sie sich mit den Funktionen vertraut und können beobachten, wie Ihr Kind auf die Spiele-App reagiert.

Medienregeln und Spielzeiten festlegen: Gestalten Sie gemeinsam Regeln für digitale Spiele und schließen Sie die Nutzung der App in die Medienregeln der Familie mit ein. Die App gibt keine Zeitlimits vor und kann unbegrenzt gespielt werden. Legen Sie gemeinsam fest, wie viel Zeit Ihr Kind mit der App verbringen darf.

Funktionen in den Einstellungen deaktivieren: In den App-Einstellungen können Funktionen wie der Shop und die Videoaufzeichnung deaktiviert werden. Dafür ist die Eingabe eines (erwachsenen) Geburtsdatums erforderlich.

In-App-Käufe deaktivieren: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Kind die Funktion der In-App-Käufe. Sie können die Funktion deaktivieren oder darauf achten, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen, um versehentliche Käufe zu vermeiden.

The Unstoppables – Inklusion spielerisch erleben

In den beiden Spiele-Apps The Unstoppables 1 und 2 begleiten Kinder eine Freundesgruppe auf gemeinsamer Mission. Dabei lösen sie Aufgaben, arbeiten zusammen und erleben, wie aus Unterschiedlichkeit gemeinsame Stärke wird. Für Kinder kann es dabei besonders aufregend sein, einmal Held*innen mit Behinderung selbst zu steuern – Figuren, die in Games sonst nur selten im Mittelpunkt stehen.

Kurz gefasst

  • Bunte, comicartige Spiele-App zum Thema Inklusion
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Playstore)
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 8 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Kostenfrei
  • Für Smartphone und Tablet (iOS und Android)

Gemeinsam auf einer Mission

In The Unstoppables geht es um Melissa, Achim, Jan, Mai und den Hund Tofu. In beiden Spielen verschwindet Melissas Begleithund Tofu – und die Freund*innen müssen ihn gemeinsam wiederfinden. Dabei bringt jede Figur eigene Stärken mit: Mai kann gut springen, Achim ist im Rollstuhl schnell unterwegs, Jan ist stark und Melissa erreicht mit ihrem Blindenstock höher gelegene Dinge. Im zweiten Teil kommt mit Rina eine weitere Figur mit vielfältigen Talenten dazu. Nur wenn die Spieler*innen die Fähigkeiten kombinieren, können sie Hindernisse überwinden und Rätsel lösen. Beide Spiele sind als Adventure- und Point-and-Click-App angelegt und lassen sich einfach bedienen.

Was macht das Spiel für Kinder interessant?

Das Spiel macht Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen sichtbar. So erleben Kinder zum Beispiel, was passiert, wenn Achim im Rollstuhl auf einen Schotterweg trifft und nicht weiterkommt. Die spielerischen Lösungen solcher Situationen regen zum Nachdenken an und fördern Verständnis sowie Empathie. Ampeln überqueren, Treppen überwinden, Hinweise entschlüsseln – außerdem lernen Kinder in The Unstoppables, wie Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktioniert. Sie knobeln gemeinsam mit der Freundesgruppe, lösen Aufgaben und überlegen, wer wie am besten helfen kann. Gerade das macht die Spiele spannend: Jede Figur kann etwas anderes und wird an bestimmten Stellen wichtig. Das kann Kinder ermutigen und aufzeigen: Verschiedenheit stört hier nicht, sondern trägt zum Erfolg bei!

Die Detektivgeschichte und das Tüfteln macht Kindern Spaß und fördert logisches und strategisches Denken. Der Comic-Stil, die leichte Steuerung und die spannende Atmosphäre kommen bei Kindern ab dem späten Grundschulalter gut an.

Was kann problematisch sein an den Spiele-Apps?

Trotz vieler Stärken lohnt sich auch ein kritischer Blick: Manche Behinderungen werden im Spiel stark mit besonderen Fähigkeiten verknüpft, was vereinfachend wirken kann. Auch Barrieren werden teils so gelöst, dass eher einzelne Personen helfen müssen, statt die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Für Eltern kann das ein guter Anlass sein, mit Kindern über realistische und inklusive Lösungen im Alltag zu sprechen.

Was meint der Anbieter?

Entwickelt wurden die Spiele von der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind im Rahmen des Lernangebots „Prinzip Vielfalt“. Ziel des Angebots ist es, Kinder und Jugendliche für Themen wie Gleichsein, Anderssein, Vielfalt, Stärken, Schwächen und Barrieren im Alltag zu sensibilisieren. Die Spiele sind ausdrücklich nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts, das Inklusion kindgerecht und spielerisch vermitteln möchte.

Was sollten Eltern beachten?

Beide Apps setzen Lesekenntnisse voraus. Begleiten Sie Ihr Kind gerade am Anfang ein Stück beim Spielen. Unterstützen Sie es bei Fragen zur Steuerung oder zur Geschichte.

Beim Lösen der kniffeligen Aufgaben kann Ihr Kind leicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Absprachen, wie etwa eine feste Bildschirmzeit.

The Unstoppables bietet viele Anlässe für Gespräche: über Behinderung, über Hindernisse im Alltag und darüber, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Bleiben Sie offen für Fragen Ihres Kindes. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie es zusammen recherchieren. So werden die Spiele-Apps zu einem guten Gesprächseinstieg über Inklusion, Vielfalt und Rücksichtnahme.

Draw Your Game Infinite – eigene Jump ’n’ Run-Spiele gestalten

Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.

Kurz gefasst

  • Eigene Jump ’n‘ Run-Level entwickeln
  • Alterskennzeichen: USK ab 0 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, In-App-Käufe
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 6 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Kostenfrei mit Werbung und In-App-Käufen
  • Für Smartphone und Tablet (iOS und Android), PC mit Webcam

Das eigene Jump-And-Run-Spiel zeichnen

Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:

  • Ihr Kind zeichnet auf einem weißen Blatt Papier mithilfe von vier Farben ein Spiel-Level aus Spielflächen, Hindernissen und interaktiven Elementen. Die Farben haben dabei bestimmte Funktionen:
    • Schwarz steht für feste Elemente
    • Blau für bewegliche ElementeGrün für Sprungelemente
    • Rot für Gegner*innen bzw. gefährliche Objekte.
  • Diese Zeichnung fotografiert Ihr Kind mit dem Smartphone oder Tablet ab. Die App verwandelt das Foto dann in ein spielbares Level.
  • Mithilfe verschiedener Werkzeuge kann Ihr Kind die Elemente anpassen, einen Hintergrund hinzufügen und das Level kreativ gestalten.
  • Wenn Ihr Kind zufrieden ist, kann es das Level speichern und spielen.

In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.

Was kann problematisch sein an der App?

Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:

  • Abo-Modell: Mit dem sogenannten „Infinite Pass“ bietet die App ein kostenpflichtiges Monatsabo, das zusätzliche Funktionen und kreative Werkzeuge freischaltet. Damit können Nutzer*innen mehr Elemente gestalten, ihre Spielfigur erweitern und eigene Level mit anderen teilen. Das Abo kostet monatlich einen festen Betrag und verlängert sich automatisch
  • In-Game-Käufe: Die App enthält einen In-Game-Shop mit zwei virtuellen Währungen. Mit ihnen lassen sich zusätzliche Welten, weitere Speicherstände oder besondere Gegenstände freischalten. Die Währung Goldmünzen können Spieler*innen entweder freispielen, über den Infinite Pass erwerben oder direkt mit echtem Geld kaufen.
  • Datenschutz: Beim Anlegen eines Profils werden personenbezogene Daten verarbeitet. Beim Teilen der eigenen Levels können Nutzerinformationen für andere sichtbar werden.
  • Werbung: In der kostenfreien Version treten Werbeeinblendungen auf und es wird zum Abschluss eines Abonnements animiert. Beides kann weggeklickt bzw. umgangen werden.
  • Community-Funktion: Unter der Funktion „Post“ locken mehrere Kommunikationswege aus der App heraus, z. B. führt ein Button zum Discord-Profil des Anbieters Zero-One.

Was meint der Anbieter?

Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.

Was sollten Eltern beachten?

  • Gemeinsam starten: Richten Sie die App datensparsam ein, indem Sie z. B. die App-Berechtigungen überprüfen. Probieren Sie die App zusammen mit Ihrem Kind aus und unterstützen Sie es bei den ersten Schritten. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und damit umzugehen.
  • Kosten im Blick behalten: Während die Basisversion von Draw Your Game Infinite kostenlos spielbar ist, kann der Infinite Pass oder die Nutzung der In-Game-Währung zwar den Spielspaß erhöhen, aber auch Kosten auslösen. Prüfen Sie die Einstellungen für In-App-Käufe auf dem Gerät und deaktivieren Sie diese gegebenenfalls oder sichern Sie sie mit einem Passwort.
  • Über Privatsphäre sprechen: Sollte Ihr Kind ein Profil anlegen wollen, sprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Inhalte es teilen darf und welche persönlichen Informationen nicht veröffentlicht werden sollten.
  • Medienregeln vereinbaren: Kreative Apps sind wertvoll, doch in der App lässt sich auch viel spielen und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. Treffen Sie gemeinsam verbindliche Absprachen, zum Beispiel zur Bildschirmzeit.

Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!

Battlefield 6

Battlefield 6 ist ein Ego-Shooter, bei dem Spieler*innen aus der Ich-Perspektive in großen Online-Gefechten kämpfen. Militärische Waffen, Fahrzeuge und realistische Kriegsszenarien stehen im Mittelpunkt. Das Spiel ist actionreich und gewalthaltig – und richtet sich deshalb an ältere Jugendliche.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 18 Jahren

    Grund: drastische Gewaltdarstellungen, Kriegsthematik

Was ist Battlefield 6? 

Das Spiel ist der neueste Teil der bekannten Battlefield-Reihe und setzt sie mit aktueller Technik und vertrautem Spielprinzip fort. Es gehört wie Call of Duty oder Counter-Strike zu den großen Ego-Shootern. In der Einzelspieler-Kampagne erleben Spieler*innen eine Kriegsgeschichte im Jahr 2027 und kämpfen als Eliteeinheit gegen eine private Militärorganisation.

Im Mehrspieler-Modus stehen große Online-Teamgefechte im Mittelpunkt, bei denen taktisches Zusammenspiel wichtig ist. Außerdem kehrt mit Battlefield Portal ein kreatives Community-Tool zurück, mit dem Spieler*innen eigene Spielmodi und Erlebnisse gestalten und miteinander teilen können.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Battlefield 6 richtet sich an Spieler*innen, die taktische Shooter und Teamplay mögen. Das Spiel bietet große Spielkarten, viel Action, Fahrzeuge und Explosionen – das wirkt aufregend und sorgt für Spannung. Die Mischung aus Kämpfen, Teamarbeit und Planung macht den Reiz aus und hält viele Jugendliche lange im Spiel.

Gleichzeitig ist das Spiel ein sozialer Treffpunkt: Jugendliche spielen online mit Freund*innen oder lernen neue Leute kennen. Im Team zu spielen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Ranglisten, Fortschritte und Belohnungen motivieren zusätzlich: Jugendliche können sich stetig verbessern, Herausforderungen meistern und ihren Fortschritt zeigen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Battlefield 6 wird aus der Ich-Perspektive gespielt, Spieler*innen sehen die Spielwelt direkt durch die Augen ihrer Spielfigur – inklusive der Waffe. Krieg und Gewalt stehen deutlich im Mittelpunkt, weshalb das Spiel eine USK-18-Kennzeichnung wegen drastischer Gewaltdarstellungen erhalten hat. Im Einzelspieler-Modus wird Gewalt sichtbar als Teil der Kriegsgeschichte inszeniert, im Mehrspieler-Modus gehört sie vor allem zur Spielmechanik und Taktik (z. B. Gefechte, Explosionen, Fahrzeugkämpfe). Hier dient Gewalt weniger einer Erzählung, sondern dem Wettbewerb zwischen Teams. Eine ethische Bewertung von Krieg oder Gewalt findet im Spiel nicht statt.

Auch In-Game-Käufe spielen in Battlefield 6 eine große Rolle. Werbung für zusätzliche Käufe oder kosmetische Inhalte werden den Spieler*innen häufig angezeigt, was Druck erzeugen kann, echtes Geld auszugeben.

Vor allem in dem Multiplayer-Modi ist eine In-Game-Kommunikation unerlässlich, um mit anderen Spieler*innen zu chatten oder zu sprechen. Das fördert eine erfolgreiche Zusammenarbeit – kann aber mitunter zu Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing, Hate Speech und Cybergrooming führen.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Electronic Arts (EA) legt mit seinen Nutzungsbedingungen unter anderem folgende Regeln fest:

  • Verhaltensregeln: Cheats und unangebrachtes Verhalten (z. B. Belästigung oder Beleidigungen) führen zu Sperrungen. Urheberrechtlich geschützte Inhalte dürfen nicht ohne Erlaubnis verwendet werden.
  • Mikrotransaktionen: Es gibt In-Game-Käufe und digitale Inhalte können nicht zurückgegeben werden.
  • Inhalte & Modding: Spieler*innen können im Battlefield Portal Inhalte erstellen, müssen aber die Nutzungsregeln von EA einhalten. Modding (Spielveränderung) ist nur mit offiziellen Tools erlaubt.
  • Daten & Datenschutz: Der Anbieter EA sammelt Daten über das Spielverhalten der Nutzer*innen für Werbung und Verbesserung des Spiels. Die Online-Interaktionen der Spieler*innen können überwacht werden.

Die detaillierten Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinien und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Battlefield 6 sind auf der EA-Website verfügbar.

Was sollten Eltern beachten? 

Achten Sie als Eltern auf die USK-Altersfreigabe ab 18 Jahren und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum diese Einstufung wichtig ist. Das Spiel zeigt Kriegsschauplätze und Kämpfe sehr realistisch mit visuellen Effekten wie Blut, Wunden, Explosionen und Gefechten. Die Gewalt ist explizit sichtbar, nicht abstrahiert oder stark stilisiert – und das ist ein zentraler Grund für diese Altersfreigabe. Darüber hinaus steht Krieg im Mittelpunkt des gesamten Spiels. Spieler*innen steuern Soldat*innen, nutzen echte Waffen und kommen in Konfliktsituationen, in denen Spielfiguren getötet werden. Durch die hohe Immersivität (also das starke Gefühl, mitten im Spielgeschehen zu sein) werden Spieler*innen sehr intensiv eingebunden, was eine gewisse Reife voraussetzt. Aktivieren Sie die Jugendschutzeinstellungen auf den Geräten Ihres Kindes. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind das Spiel unbeaufsichtigt herunterladen kann.

Sollte Ihr Kind das Spiel spielen, weil es bereits volljährig ist oder Sie es als ausreichend reif einschätzen, begleiten Sie es dabei:

  • Tauschen Sie sich regelmäßig über die Spielerfahrungen Ihres Kindes aus und bleiben Sie im Dialog. Der Austausch mit anderen Eltern sowie Informationen aus unabhängigen Angeboten wie dem Spieleratgeber NRW können dabei zusätzlich unterstützen.
  • Das Spiel zeichnet sich durch taktisches Vorgehen und intensive Online-Kommunikation aus. Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Besonderheiten der Online-Kommunikation und klären Sie es über mögliche Risiken auf, etwa unangemessene Sprache oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch Fremde. Besprechen Sie gemeinsam, wie Ihr Kind in solchen Situationen reagieren kann.
  • Weisen Sie Ihr Kind auf technische Einstellungsmöglichkeiten im Spiel hin, wie das gezielte Stummschalten einzelner Spieler*innen oder das vollständige Deaktivieren des Chats.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-Game-Käufe und die dahinterstehenden Kaufanreize. Legen Sie gemeinsam klare Absprachen fest, wie viel Geld Ihr Kind in das Spiel investieren darf.
  • Legen Sie gemeinsam Medienregeln fest und nutzen Sie in Absprache mit Ihrem Kind gegebenenfalls technische Einstellungen, um die Spielzeit zu begrenzen und einen bewussten Umgang mit dem Spiel zu fördern.

Digitale Lern-Plattformen und Apps für Kinder ab dem Vorschulalter

Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.

Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.

Sofatutor & Sofatutor Kids

Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.

  • Fokus: Zahlen, Buchstaben, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4–5 Jahre
  • Kosten: kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig von Laufzeit und Angebot
  • Mögliche Nachteile: Die große Auswahl kann für manche Kinder schnell zu viel sein. Durch Videos sind längere Bildschirmzeiten möglich. Zudem ist Sofatutor ein kostenintensives Angebot, insbesondere bei kürzeren Laufzeiten.

ANTON

ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.

  • Fokus: Mathe, Deutsch, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 5 Jahre
  • Kosten: Basisversion kostenfrei; zusätzliche Funktionen über ANTON Plus (kostenpflichtig)
  • Mögliche Nachteile: Das Punktesystem kann Leistungsdruck erzeugen. Bei anspruchsvolleren Aufgaben bleiben Erklärungen eher knapp.

Antolin

Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.

  • Fokus: Lesen
  • Geeignet ab: ca. 6 Jahre (Leseanfänger*innen)
  • Kosten: meist über Schule oder Bibliothek nutzbar
  • Mögliche Nachteile: Der starke Fokus auf Punkte kann die Freude am Lesen überlagern. Schwächere Leser*innen können sich schnell entmutigt fühlen.

Duolingo

Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.

  • Fokus: Fremdsprachen
  • Geeignet ab: ca. 6–7 Jahre (begleitet)
  • Kosten: Basisversion kostenlos mit Werbung; kostenpflichtige Version ohne Werbung verfügbar
  • Mögliche Nachteile: Tägliche Lernziele können Druck erzeugen. In der kostenlosen Version gibt es Werbung, Grammatik wird nur oberflächlich erklärt.

Scoyo

Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.

  • Fokus: Deutsch, Mathe, Sachthemen
  • Geeignet ab: ca. 4 Jahre
  • Kosten: ausschließlich kostenpflichtiges Abo; Preis abhängig vom gewählten Modell
  • Mögliche Nachteile: Das Lernen ist eher schulisch aufgebaut und bietet wenig Raum für freies Entdecken. Die Motivation hängt stark vom Interesse des Kindes ab. Da Scoyo nur als Abo verfügbar ist, entstehen laufende Kosten.

Was Eltern beachten sollten

Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.

Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.

Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.

Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.

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