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Virtueller Elternabend am 3.6.2024 von 17 bis 18 Uhr

Spielen, aber sicher! Was Eltern bei Games beachten sollten

Die Auswahl an digitalen Spielen scheint endlos, die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Games können unterhalten, Wissen vermitteln, spezifische Fähigkeiten fördern oder sogar als Fitness-Trainer fungieren. Doch wie bei allen Medien ist auch hier ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Dabei sind die Alterskennzeichen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) eine wichtige Orientierungshilfe für Eltern, um herauszufinden, ob ein Spiel für das jeweilige Alter des Kindes geeignet ist oder nicht. Zusätzlich geben die Kennzeichen wichtige Hinweise darüber, ob ein Spiel über Funktionen wie “Chats”, “In-Game-Käufe” oder “Standortweitergabe” verfügt, die beachtet werden sollten. 

Aber wie genau werden diese Alterskennzeichen vergeben? Welche Faktoren werden dabei berücksichtigt und was sollten Eltern generell beim Umgang mit Games beachten? Beim virtuellen Elternabend von Elternguide.online werden diese Frage direkt von einem Experten der USK beantwortet.

Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unseren Experten – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!

Informationen und Anmeldung

Datum: 03.06.2024 | Zeit: 17 bis 18 Uhr

Referent: Maurice Matthieu, Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

Moderation: FSM e.V.

Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.

Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 03.06.2024 um 17.00 Uhr verbindlich an.

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    Das erste Smartphone

    Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich: „Wann ist mein Kind alt genug für ein eigenes Smartphone?“. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Denn bei der Entscheidung spielt vor allem der Entwicklungsstand des Kindes eine Rolle.

    Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

    Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.

    Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

    Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:

    • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone eines Familienmitglieds wie Mutter, Bruder oder Onkel nutzt? 
    • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
    • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?
    • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
    • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Gruppenchats

    Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich vielleicht erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

    Surfen, posten und chatten – Herausforderungen bei der Smartphone-Nutzung

    Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:

    Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.

    Ein Gerät auswählen und einrichten

    Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.

    Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

    Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.

    Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.

    Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.

    Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte wie die Schulsozialarbeit oder kontaktieren Sie (Online-)Beratungsstellen.

    Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.

    Spiele und Geschäftsmodelle – Games-as-a-Service unter die Lupe genommen

    Die Spieleindustrie entwickelt sich immer weiter und erschafft neue Ideen, um ihre Produkte zu verkaufen. Eine davon ist das Geschäftsmodell „Games-as-a-Service“. Welche Vor- und Nachteile diese Form der Monetarisierung von Spielen hat und was Sie als Eltern dabei beachten sollten, erklären wir in diesem Artikel.

    Games-as-a-Service – einzelne Spiele im Abo

    Games-as-a-Service bedeutet übersetzt „Spiele als Dienstleistung“. In der Videospielindustrie beschreibt der Begriff ein Geschäftsmodell, bei dem ein Produkt nicht einmalig verkauft, sondern fortlaufend weiterentwickelt und angeboten wird. Dafür erhalten die Spiele konstante Updates, neue Inhalte und Mechaniken, die Spieler*innen jahrelang begeistern sollen. Dies beeinflusst auch, wie die Spiele entwickelt, vermarktet und gespielt werden.

    Viele Games-as-a-Service-Spiele sind zunächst kostenlos, bieten aber die Möglichkeit, sich kostenpflichtig kosmetische Items wie besonders prunkvolle Waffen oder aufwendige Kleidung zu kaufen. Oft werden solche Gegenstände auch nur zeitlich begrenzt angeboten oder an bestimmte Bedingungen geknüpft. So müssen Spieler*innen nicht nur Echtgeld ausgeben, sondern das Spiel auch über innerhalb einer vorgegebenen Zeit besonders lange spielen. Ein Beispiel hierfür ist der Battle- oder Season-Pass in beliebten Spielen wie Fortnite.

    Ein anderer Games-as-a-Service-Ansatz ist das bekannte Abo-Modell. Spieler*innen schließen ein Abonnement ab, um ein einzelnes Spiel nutzen zu können. Die Einstiegskosten der Spiele halten sich oft in Grenzen, da nur die Abonnement-Kosten anfallen. In der Regel kosten diese Spiele monatlich 10-15 Euro. Hersteller*innen verdienen vor allem Geld mit laufenden Abonnements. Ein altes, aber bis heute sehr beliebtes „Abo-Game“ ist World of Warcraft.

    Was daran problematisch sein kann

    Games-as-a-Service binden Spieler*innen stark an ein Game oder einen Dienst. Wer nicht bezahlt, muss das entweder durch längere Spielzeiten ausgleichen oder kann bestimmte Items gar nicht erst freischalten. Ein auslaufendes Abo kann wiederum bedeuten, dass Spieler*innen nicht weiter auf die Inhalte zugreifen können.

    Vorsicht: Durch ein Abonnement entstehen laufende Kosten. Diese summieren sich mit der Zeit. Wenn das Abonnement für ein Spiel bei 10 Euro monatlich liegt, entstehen jährliche Kosten von 120 Euro. Wenn dann mehr als nur ein Spiel und/oder Dienst abonniert wird, entstehen schnell Kosten, die deutlich über die normale Menge des Taschengelds hinausgehen.

    Ein weiterer Aspekt dieses Geschäftsmodells ist die sog. „Sunk Cost Fallacy“, zu Deutsch „Versunkene Kostenfalle“.  Das Kündigen eines Abonnements oder das Wechseln zu einem anderen Spiel kann schwierig sein, da das Gefühl aufkommen kann, dass bereits investierte Zeit und Geld verloren gehen. Dies kann dazu führen, dass Spieler*innen sich verpflichtet fühlen, das Spiel weiter zu nutzen, um die bereits geleisteten Kosten zu rechtfertigen. Auch die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), wenn nicht jede Minute des bezahlten Battle- oder Season Passes ausgefüllt wird, kann entstehen.

    Was Eltern beachten sollten

    Das Geschäftsmodell bietet viele Vorteile, wie laufend neue Inhalte, geringe Einstiegskosten und auch die flexible Möglichkeit, das Game jederzeit wieder zu kündigen. Gleichzeitig gibt es damit verbundene Risiken, wie eine erhöhte Gefahr der exzessiven Mediennutzung, die potenziell wachsenden Kosten der Spiele und die Tatsache, dass Gamer*innen das Spiel nie wirklich besitzen können.

    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Vor- und Nachteile von Games-as-a-Service. Schätzen Sie gemeinsam ab, ob und wie viel Ihr Kind das Spiel tatsächlich nutzen möchte.
    • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über das Thema versteckte Kosten und überlegen Sie gemeinsam, wie viel Geld Sie für das Spielen ausgeben können und wollen.
    • Finden Sie gemeinsam Regelungen für einen gesunden Medienkonsum, wie verbindliche Absprachen zur Spielzeit. Dabei kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag helfen.
    • Wenn Sie ein Spiel erlauben, achten Sie auf den Jugendschutz und gebrauchen Sie die technischen Einstellungsmöglichkeiten. Häufig gibt es bei den Games die Möglichkeit, ein Kinderkonto einzurichten, auf dem nicht altersgerechte Inhalte ausgeblendet/entfernt oder Budgets festgelegt werden können. Informationen zu verschiedenen Spielen und Diensten finden Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de.
    • Das “Games-as-a-Service“-Modell wird überwiegend bei Onlinegames eingesetzt. Dabei können Kommunikationsrisiken für Ihr Kind entstehen, zum Beispiel durch Hate Speech.

    Bedenken Sie, dass viele „Games-as-a-Service“-Spiele auf das Multiplayer-Erlebnis ausgerichtet sind. Sie dienen oft als virtueller Treffpunkt, an dem gemeinsame Interessen ausgetauscht und Freundschaften gepflegt werden können. Ein Verbot dieser Spiele ohne angemessene Kommunikation und Verständnis für die Bedeutung dieser sozialen Verbindungen kann das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern belasten. Diskutieren Sie offen mit Ihrem Kind über die Gründe für ein mögliches Verbot und potenzielle Alternativen. Das kann helfen, die sozialen Bedürfnisse Ihres Kindes zu berücksichtigen, während diese gleichzeitig sicher und geschützt bleiben.

    So wird das Smartphone Ihres Kindes sicherer

    Im Laufe der Grundschulzeit bekommen viele Kinder ein eigenes Smartphone. Damit können sie unterschiedliche Dinge machen und haben Zugang zum Internet. Neben vielen tollen Möglichkeiten sind Kinder damit aber auch Risiken ausgesetzt. Es ist besonders wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren sprechen und gemeinsam Sicherheitseinstellungen am Smartphone vornehmen.

    Datenschutz

    Ohne, dass Ihr Kind etwas bemerkt, hinterlässt es durch die Benutzung eines Messengers und anderer Apps sowie durch das Surfen im Netz Datenspuren. Erklären Sie Ihrem Kind die verschiedenen Smartphone-Funktionen, und wie es diese sinnvoll einstellen kann: WLAN, Bluetooth und der Standort sollen standardmäßig ausgeschaltet bleiben und nur aktiviert werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Zum Beispiel ist GPS nötig, wenn Ihr Kind den Weg zu einem bestimmten Ort mit Hilfe einer Karten-App sucht. Überprüfen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam die App-Berechtigungen in den Einstellungen. So vermeiden Sie zum Beispiel, dass Apps ohne Grund auf die Kamera zugreifen oder Daten mit anderen Geräten und Netzwerken austauschen. Klären Sie Ihr Kind über Betrugsmaschen im Netz auf, wie zum Beispiel Spam-Mails oder Phishing. Eine zusätzliche Sicherheit bieten Virenscanner-Apps, die vor unerwünschten Viren und vor Gefahren wie dem Diebstahl von Daten, Abofallen oder Fake-Angeboten schützen können.

    Passwortschutz

    Für eine sichere Nutzung von Gerät und Apps ist es wichtig, Codes und Passwörter zu nutzen. Das Handy Ihres Kindes sollte nur nach Eingabe eines Codes (PIN, Wischcode o. Ä.) zu benutzen sein, damit Fremde keinen Zugriff auf persönliche Daten haben. Richten Sie mit Ihrem Kind gemeinsam einen sicheren Passwortschutz ein. Das gilt auch für die Registrierung bei Social-Media-Diensten und Apps. Sichere Passwörter bestehen aus mindestens zwölf Zeichen und enthalten neben Buchstaben auch Sonderzeichen und Zahlen. Je nach Gerät kann zum Entsperren auch ein Fingerabdruck Ihres Kindes verwendet werden (z. B. Touch-ID bei iOS). Tipps zur Erstellung von sicheren Passwörtern gibt es – z. B. bei Handysektor. Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, dass mindestens auch ein Elternteil die Kombination zur Bildschirmentsperrung und das Passwort kennt.

    Jugendschutzeinstellungen bei Android und iOS

    An jedem Smartphone lassen sich in den Einstellungen Sicherheits- und Jugendschutzeinstellungen vornehmen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter anderem im Artikel zum technischen Jugendmedienschutz.

    Bei Android können Sie im Play Store die Installation von Apps sperren lassen bzw. für die Installation oder In-App-Käufe ein Passwort festlegen. Aktivieren Sie hierfür die Jugendschutzeinstellungen. Sie können auswählen, welche Apps Ihr Kind auch ohne Passwort installieren kann.

    iOS-Geräte bieten noch mehr Möglichkeiten in den eigenen Geräteeinstellungen. Unter Bildschirmzeit haben Sie die Option, Einschränkungen vorzunehmen und dafür einen eigenen Code zu vergeben. Sie können dann z. B. die Verwendung von bestimmten Apps erlauben oder sperren und In-App-Käufe mit einem Passwort beschränken. Es lassen sich auch Filme, Musik, Apps und TV-Sendungen mit einer höheren Altersfreigabe automatisch sperren. iOS kann Web-Inhalte in Safari und Apps automatisch filtern und ausblenden.

    Darüber hinaus sind zusätzliche Apps empfehlenswert:

    • JusProg ist ein staatlich anerkanntes Jugendschutzprogramm, das kostenfrei, datensparsam und werbefrei ist. Die Software filtert Internetadressen und blockiert nicht-altersgerechte Websites. Durch die individuellen Einstellungen können Sie das Schutzniveau an das Alter Ihres Kindes anpassen.
    • Für Android-Geräte gibt es außerdem die Salfeld Sie ist kostenpflichtig und setzt den Fokus auf Zeitlimits und Filter sowie die Verbindung von Eltern- und Kind-Geräten.
    • Mit der App Kids Place können Sie z. B. eine Zeitbeschränkung der Bildschirmzeit festlegen, nur die Nutzung bestimmter Apps erlauben oder ungeeignete Websites sperren.
    • Die App Google Family Link bietet ebenfalls einige Möglichkeiten, die Handynutzung Ihres Kindes zu regulieren.

    Weitere Tipps für eine sichere Smartphone-Nutzung

    Um Kostenfallen zu vermeiden, kann ein Tarif mit beschränktem Datenvolumen nützlich sein. Achten Sie darauf, auch bei Social-Media-Apps gewisse Einstellungen für die Privatsphäre und Sicherheit Ihres Kindes vorzunehmen und zum Beispiel Instagram sicher zu nutzen. Hier können Sie gezielt die Sichtbarkeit des Profils Ihres Kindes und die grundsätzlichen Kontaktmöglichkeiten regulieren. Manche Plattformen bieten einen sichereren Alternativ-Modus für Minderjährige an – z. B. der begleitete Modus bei TikTok.

    Empfehlenswert ist auch die Installation der fragFINN-App. Diese Kindersuchmaschine bietet einen geschützten Surfraum mit geprüften Internetseiten. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind nur auf altersgerechte und unbedenkliche Inhalte zugreifen kann, sowohl für schulische Recherche als auch für Freizeitaktivitäten.

    Für weitere Informationen zu sicheren Smartphone-Einstellungen lohnt es sich, die Seite medien-kindersicher.de zu besuchen. Hier gibt es hilfreiche, technische Schutzlösungen für alle Geräte, Dienste und Apps Ihres Kindes Schritt für Schritt erklärt.

    Denken Sie auch daran, auf dem Smartphone Ihres Kindes regelmäßig Software-Updates durchzuführen, um Sicherheitslücken zu schließen und das Risiko von z. B. Viren zu minimieren

    Begleitung durch die Eltern

    Smartphones bringen einige Funktionen mit, um das Chatten, Surfen im Netz und die Nutzung von Apps für Ihr Kind sicherer zu gestalten. Dennoch ersetzen diese Einstellungen am Gerät oder Jugendschutz-Apps nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Ihr Kind sollte immer verstehen, warum gewisse Websites oder Apps gesperrt oder die GPS-Ortung deaktiviert bleiben sollte. Orientieren Sie sich bei der Kontrolle und Sicherheit außerdem immer am Alter und der Entwicklung Ihres Kindes. Greifen Sie besonders bei Jugendlichen nicht zu stark in die Privatsphäre Ihres Kindes ein. Versuchen Sie aber immer im Gespräch mit Ihrem Kind zu bleiben und als Ansprechperson bei Fragen oder Unsicherheiten da zu sein.

    Informationen zu Wahlen und Politik für Kinder und Jugendliche

    Im Juni 2024 findet in allen EU-Mitgliedsstaaten die Wahl des Europaparlaments statt. Zum ersten Mal dürfen in Deutschland Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Das Thema Wahlen wirft bei vielen Jugendlichen Fragen auf. Auch Kinder interessieren sich häufig schon für politische Themen. Doch besonders Wahlsysteme sind ein komplexes Thema, das selbst für viele Erwachsene schwer zu verstehen ist. Wir haben qualitätsvolle Angebote im Internet für Sie zusammengestellt, die Kindern und Jugendlichen altersgerechte Antworten auf ihre Fragen zu Wahlen und Politik geben.

    Informationsseiten für Kinder

    Kuppelkucker – der Bundestag für Kinder erklärt

    Kuppelkucker ist die Kinder-Website des deutschen Bundestages. Hier werden zweimal in der Woche aktuelle Nachrichten aus dem Bundestag für Kinder von 5 bis 12 Jahren veröffentlicht. Erklärungen von Begriffen und Institutionen der deutschen Regierung finden sich im Lexikon. Quizze, wie das Wahl-Quiz und Erklärvideos wie dieses hier zur Bundestagswahl, bieten ein interaktives Erleben der Seite.

    Logo! – Kindernachrichten

    Auch Logo!, die Kindernachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, widmet sich in einigen Beiträgen dem Thema Wahlen und Politik. Eine Übersichtsseite erklärt verschiedene Institutionen in Deutschland, erläutert wichtige Begriffe und stellt einzelne Parteien vor. Logo! bietet auch Beiträge über die EU und das europäische Parlament. Das Angebot von Logo! richtet sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.

    SWR Kindernetz – Wissensportal für Kinder

    Auf dem Portal SWR Kindernetz veröffentlicht der Südwestrundfunk regelmäßig kindgerechte Video- und Audiobeiträge, ergänzt mit kurzen Wissensartikeln. Hier finden sich einige Beiträge zu politischen Themen wie dem Frauenwahlrecht oder dem Grundgesetz. Ein Wahl-Quiz können Kinder direkt auf der Website spielen.

    Sendung mit der Maus – die beliebte Wissenssendung

    Die Sendung mit der Maus hat eine Spezialseite zum Thema Demokratie und Wahlen eingerichtet, auf der verschiedene Videobeiträge für Kinder ab 5 Jahren verfügbar sind.

    Checker Welt – kindgerechte Reportagen

    Moderator Checker Tobi von der Checker Welt beschäftigt sich in der Reportage Demokratie-Check mit dem Thema Demokratie und der Bedeutung von Wahlen und richtet sich an ein Publikum ab 6 Jahren.

    Was ist Was – Sachbücher für Kinder

    Die bekannte Was ist Was-Bücherreihe richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Auf der Website steht eine Broschüre zum Thema Demokratie und Wahlen im typischen Was ist Was-Stil zum kostenlosen Download zur Verfügung.

    Geolino Spezial – der Kinderpodcast

    Geolino Spezial ist ein Wissenspodcast für Kinder. In Folge 81 dreht sich alles um das Thema Wahlen.

    Informationsseiten für Jugendliche

    Hanisauland – politische Bildung für junge Menschen

    Das Portal Hanisauland vermittelt politische und gesellschaftliche Themen spielerisch an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren. Wissensartikel und ein Lexikon erklären wichtige Begrifflichkeiten und Themenbereiche. Unter den Artikeln können Kinder ihre eigenen Fragen posten. Im Portal werden Spezialthemen wie Wahlen und die kommende Europawahl hervorgehoben. Gelerntes Wissen können Kinder und Jugendliche im Quiz zum Thema Wahlen überprüfen.

    Bundeszentrale für politische Bildung – Politik, Geschichte, Internationales

    Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Demokratie und Wahlen in Form von Artikeln und Heften bietet der Wissensbereich der Bundeszentrale für politische Bildung.

    U18.org – Portal für Erstwähler*innen

    „Wer, wie, was ist Europa?“ – diese Fragen beantwortet der Themenschwerpunkt der Informationsseite U18.org des Deutschen Bundesjugendrings. Hier geht es um junge Themen für die Politik, um Jugendwahlen, Veranstaltungen und politische Bildung.

    Jugendportale – Vernetzen und informieren

    Das Europäische Jugendportal bietet jungen Menschen, die in Europa leben, lernen und arbeiten, die Möglichkeit, sich über Chancen und Initiativen auf EU-Ebene sowie in den einzelnen Ländern zu informieren. Auf dem Portal des Deutschen Bundestages mitmischen.de werden Jugendliche dazu ermutigt, selbst politisch oder journalistisch aktiv zu werden.

    Politische Bildung auf Social Media

    Instagram-Kanäle zur politischen Bildung wie politikverstehen_ und nini_erklaert_politik machen einfach und unterhaltsam begreiflich, was in Politik und Gesellschaft gerade diskutiert wird. Auf YouTube begegnen Influencer wie LeFloid oder Netzwerke wie funk gesellschaftlichen Themen mit Faktentreue und Humor.

    Was Eltern beachten sollten

    In Sachen politische Bildung sind Eltern ein wichtiges Vorbild für Kinder. Betonen Sie die Bedeutung von Wahlen und ermutigen Sie Ihr Kind, sich für Werte wie Demokratie und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Nachrichten- und Informationsseiten sowie Suchmaschinen und sprechen Sie mit ihm über politische Themen. Denn durch ein gewisses Basisverständnis von Demokratie und Wahlen lernt Ihr Kind, warum seine eigene Meinung und Stimme von Bedeutung sind. Üben Sie dabei keinen Zwang aus, sondern knüpfen Sie am bereits vorhandenen Interesse Ihres Kindes an.

    Im Zusammenhang mit Wahlen und Demokratie kursieren gerade im Internet und auf Social-Media-Plattformen Desinformationen und Fake News. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Falschnachrichten im Netz und erklären Sie ihm, wie es Nachrichten und Inhalte überprüfen kann. HanisauLand oder Team Timster bieten Angebote für Kinder und Jugendliche zur Aufklärung über Fake News und Co.

    Jugend unter Druck – Schönheitsideale im Netz

    Durchtrainierte Körper in Fitness-Kanälen auf YouTube, makellose Beauty-Influencer*innen auf Instagram oder perfekt inszenierte Selfies im WhatsApp-Chat – Soziale Medien vermitteln ein bestimmtes Bild von Schönheit, das oft weit von der Realität entfernt ist. Solche Ideale können bei Kindern und Jugendlichen einen enormen Druck auslösen und sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl auswirken. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, einen gesunden Umgang mit Schönheitsbildern im Netz zu entwickeln?

    Schönheitsbilder im Wandel der Zeit

    Blasse Haut im Mittelalter, kurvige Körper im Barock, kurze Haare in den 1920ern, dünne Models in den 1990ern – was als schön gilt, unterliegt einem ständigen Wandel und verändert sich je nach Zeit und Kultur. Vor allem Frauen wurden in der Geschichte stark über ihr Äußeres bewertet. Das Schönheitsideal unserer heutigen Zeit ist stark geprägt von Geschlechterklischees und Social-Media-Trends.

    Kinder und Jugendliche in der Orientierungsphase

    „Sehe ich schön aus?“. Spätestens mit Beginn der Pubertät beschäftigen sich Kinder und Jugendliche immer mehr mit ihrem Aussehen und ihrer Identität. Oft ist diese Zeit von Unsicherheit und Vergleichen geprägt. Junge Menschen suchen dabei auch Orientierung in den Medien. Sie beobachten aufmerksam, wie sich Personen im Netz präsentieren. Influencer*innen werden dabei zu wichtigen Vorbildern, denen sie nacheifern möchten. Viele Socia-Media-Stars geben sich auf ihren Profilen besonders nahbar und fördern den Kontakt zu ihrer Zielgruppe. Die starke Beziehung zu ihren Idolen kann bei der Entwicklung des eigenen Körper- und Schönheitsbilds eine Orientierungshilfe sein, aber auch zu Verunsicherung und Druck führen. Denn viele Inhalte zeigen stark verzerrte Schönheitsbilder.

    Insta vs. Real Life – Schönheit im Netz

    Große Augen, volle Lippen, weiße Zähne, makellose Haut – auf Plattformen wie Instagram und TikTok dominieren einseitige Schönheitsbilder, die mit dem Einsatz von Filtern und Bildbearbeitung bis hin zur Verwendung von KI-Avataren perfektioniert werden. Dazu kommen die Mechanismen von Social-Media-Angeboten, in denen Algorithmen bevorzugt Bilder mit nackter Haut auswählen und Inhalte nach den Merkmalen und Vorlieben der Nutzer*innen anzeigt. Influencer*innen zeigen mehr Schein als Sein, um mit Klicks und Produktplatzierungen Geld zu verdienen. Wer nicht dem aktuellen Schönheitsideal entspricht, bekommt negative Rückmeldungen bis zu Hasskommentaren. Das verstärkt den Druck auf junge Nutzende, unrealistischen Schönheitsstandards entsprechen zu müssen. Nach einer Studie der österreichischen Bildungsplattform safer-internet.at von Anfang 2024 setzen Schönheitsideale im Internet sowohl Mädchen als auch Jungen stark unter Druck. Über die Hälfte der befragten Jugendlichen möchte im Netz schön, gestylt und schlank aussehen. Wenn Kinder und Jugendliche sich ständig vergleichen und häufig Filter verwenden, kann sich das auf ihre Selbstwahrnehmung auswirken. Pumpen bis zum Umfallen, hungern bis zur Magersucht – manche Inhalte zeigen sogar gesundheitsgefährdende Schönheitsideale, was bei Nachahmung gefährlich werden kann.

    Glücklicherweise gibt es im Netz auch Gegenbewegungen wie Curvy Models, Body Positivity und Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram. Sie tragen dazu bei, eine Vielfalt an Körpern und Identitäten sichtbar zu machen und zu feiern. Solche authentischen Inhalte fördern bei Nutzenden einen gesünderen und realistischeren Blick auf Schönheit und ihren Körper.

    Wie können Eltern damit umgehen?

    Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzung Ihres Kindes und bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblings-Influencer*innen und -Inhalte im Gespräch. Analysieren Sie gemeinsam, welche Bearbeitungsschritte hinter vielen Bildern und Videos stecken und erklären Sie ihm, dass es dabei meist um Vermarktung geht. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass sein Social-Media-Feed kein genaues Abbild der Realität ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, Profile auszusortieren, die schlechte Gefühle bei ihm auslösen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu den guten Seiten des Internets und zeigen Sie ihm (Kinder-)Medien, die vielfältige Weltbilder und Geschlechterbilder darstellen. Comedy-Profile wie von Celeste Barber oder Formate für Kinder und Jugendliche wie dieses Video zu Schönheitsfiltern von TeamTimster auf KIKA helfen, unrealistische Schönheitsideale zu hinterfragen.

    Betonen Sie die Vielfalt von Körpern und Schönheitsbildern und ermutigen Sie Ihr Kind, positiv zum eigenen Körper zu stehen. Loben Sie vor allem die inneren Werte Ihres Kindes wie Persönlichkeit und Interessen, so stärken Sie sein Selbstwertgefühl. Wenn Sie unsicher sind, Ihr Kind unter digitalem Stress oder einer Essstörung leidet, suchen Sie sich Hilfe, zum Beispiel in Form von (digitalen) Beratungsangeboten.

    Weltbilder in Kindermedien

    Bücher, Computerspiele und Serien haben alle eines gemeinsam: sie erzählen Geschichten. Beim Klicken und Zappen durch Fernsehprogramme und Streamingangebote wird jedoch schnell ersichtlich: bestimmte Erzählungen wiederholen sich und andere werden kaum dargestellt. Durch diese einseitige Darstellung besteht die Gefahr, von Kindheit an diskriminierende Weltbilder als normal anzusehen.

    Die Gefahr von einseitigen Erzählungen

    Kinder haben unendlich viele Fragen und sind ständig auf der Suche nach Antworten, die die Welt um sie herum erklären. Die Mediennutzung leistet einen erheblichen Beitrag dazu, wie Ihr Kind die Welt wahrnimmt. 
    In Medien wird uns durch das ständige Wiederholen der gleichen Merkmale einer Person wie Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft oder Religion ein sehr einseitiges Bild unserer Welt vermittelt. Das führt dazu, dass wir die vermittelten Bilder und Geschichten nicht mehr hinterfragen, sondern akzeptieren.

    Vielfalt fördern von klein auf

    Deshalb brauchen Kinder Erzählungen, die zeigen, dass die Welt bunt ist. Durch den Zugang zu vielfältigen Geschichten kommen Kinder mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Themen und Perspektiven in Berührung. 
    Und keine Sorge: es ist in Ordnung, solche einseitigen Filme und Serien zu schauen. Vielmehr geht es darum, verschiedene Geschichten zu bieten, sodass Ihr Kind die Möglichkeit hat, mehrere Sichtweisen zu bestimmten Themen und Darstellungen kennenzulernen. So kann Ihr Kind durch den Umgang mit vielfältigen Medieninhalten lernen, dass Menschen mit oder ohne Behinderung, unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe Held*innen in Geschichten sein können. 
    Um dies zu unterstützen und ein offenes Weltbild zu fördern, ist es wichtig, sich mit dem Inhalt von Hörspielen, Filmen, Games und anderen Medien, kritisch auseinanderzusetzen. Im besten Fall schauen Sie sich zusammen mit Ihrem Kind an, wie einseitig oder vielfältig die bisher konsumierten Geschichten erzählt wurden und wie die Charaktere dargestellt werden. Dann können Sie gemeinsam nach einer Serie, einem Podcast, einem Spiel oder einem Buch  mit vielfältigen Figuren suchen, das Ihnen und Ihrem Kind gefällt.  
    Im Folgenden finden Sie dazu eine Liste mit einigen Vorschlägen.

    Vielfältige Kindermedien 

    Auf Instagram, TikTok und Co dominieren einseitige Vorbilder, denn Klischees verkaufen sich gut. Tipps für mehr Vielfalt in Social-Media-Angeboten haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Influencer*innen im Portrait, die sich mit Rassismuskritik beschäftigen und Geschlechtervielfalt zeigen finden Sie hier.

    Divers und queer – was in unserer Gesellschaft immer sichtbarer wird, wird auch immer mehr in Medienangeboten für Kinder abgebildet. In diesem Artikel stellen wir Kindermedien vor, die vielfältige Geschlechterbilder und Lebensweisen zeigen.

    Filme und Serien:

    Alles Neu für Lina – Lina zieht mit ihrer Familie nach Berlin und muss sich dort neu zurechtfinden. (3 Jahre)

    Meine Stadt der Geister – Vier Freund*innen interviewen in diesem Animationsfilm Geister und lernen so die Geschichte ihrer Stadt Los Angeles kennen. (5 Jahre) 

    Die Sendung mit der Maus – Eine Wissensserie für Kinder, in der auch bei der Moderation Wert auf Diversität gelegt wird. (5 Jahre)

    Eine Lausige Hexe – Freundschaft in einer Hexenschule. (6 Jahre)

    Die Checker Welt – Das Checker-Team Can, Tobi, Marina und Julian moderiert spannende Wissenssendungen für Kinder.  (6 Jahre)

    Löwenzahn – Fritz Fuchs und sein Hund Keks erleben als Nachfolger von Peter Lustig gemeinsam mit einem vielfältigen Schauspiel-Ensemble spannende Abendteuer und vermitteln dabei interessantes Wissen. (6 Jahre)

    Stark! – Kurze Porträts über starke Kinder. (7 Jahre)

    Avatar – Der Herr der Elemente – Eine Zeichentrickserie, in der Charaktere mit unterschiedlichen Behinderungen vorkommen, jedoch keinerlei Fokus auf ihre Beeinträchtigungen gelegt wird. (7 Jahre)

    Rico, Oskar und die Tieferschatten – zwei Freunde mit unterschiedlichen Macken und Ängsten jagen einen Entführer, bis einer der beiden Jungen selbst verschwindet. (7 Jahre)

    Moooment! – Eine Serie, die sich mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzt. (9 Jahre)

    Strange World – eine Drei-Generationen-Familie muss eine sterbende Pflanze retten. (9 Jahre)

    Karmas Welt – (Animationsfilm) die zehnjährige Karma möchte Rapperin werden. Bis es so weit ist, gilt es jedoch den Schul- und Familienalltag zu meistern. (9 Jahre)

    Die Pfefferkörner – Eine Gruppe von fünf Kindern klärt Verbrechen auf. Alle fünf Hauptfiguren zeugen von Stärke, Mut und Zusammenhalt. (10 Jahre)

    Echt – Webserie auf ZDFtivi, die sich mit Freundschaften beschäftigt(10 Jahre) 

    Trio – Eine Detektivserie (10 Jahre)

    The Help – in diesem Spielfilm geht es um das Leben Schwarzer Hausmädchen, die in den 1960er-Jahren täglich bei weißen Familien arbeiten. (11 Jahre)

    Schloss Einstein – Serie über das Leben von Internatsschüler*innen. Ein Format mit viel Diversität (Vergangenheit, Hautfarben, Sexualität, Erkrankungen), ohne dass sie als “besonders” oder “unnatürlich” dargestellt wird. (12 Jahre)

    Funk – Kostenfreies Medienangebot und Netzwerk von ARD und ZDF. (14 Jahre)

    Bücher: 

    Buuu.ch ist ein Blog, auf dem Kinderbücher und Comics vorgestellt werden, die vielfältig Rollenbilder vermitteln und es vermeiden, Stereotype oder Klischees zu reproduzieren.  

    Buchtipps für diversitätsgerechte Bücher für Jugendliche werden regelmäßig auf dem Blog von CBJ gepostet.  

    Geschichten über starke Mädchen finden Sie auf dieser Liste von Kinderbüchern.  

    Zudem sammelt Aktivist Raul Krauthausen Kinderbücher, die sich mit verschiedenen Facetten des Themas Behinderung auseinandersetzen. 

    Etwas ganz anderes ist die YouTube-Serie des Gehörlosen Verbands München, in der Kinderbücher in Gebärdensprache vorgelesen werden.

    Im Buch „Mein Traum, meine Geschichte“ erzählen acht Kinder, die weltberühmt wurden, von ihren Träumen und Geschichten.

    Der Avalino Diversity-Blog sowie der Instagram- und TikTok-Account von Britta befasst sich viel mit dem Thema Vielfalt im Kinderzimmer. Unter anderem stellt sie Kinderbücher vor und hat auch ein eigenes (Kinder-)Buch geschrieben.

    Der Zuckersüß Verlag ist ein Verlag für Kinderbücher mit starken Botschaften und einer Liste mit 30 Büchern für mehr Diversität und Vielfalt im Kinderzimmer auf dem Blog von Jane Wayne.

    Podcasts:

    Der Avalino Kinderpodcast ist ein Wissenspodcast, in dem Kinder über ihre Ideen (z. B. Umweltschutz) oder auch coole Fakten (z. B. über Tiere) berichten.

    Die Maus ist ein Podcast der Sendung mit der Maus, auf dem täglich eine 60-minütige Folge für Kinder erscheint. (4 Jahre)

    Hearooz ist eine Podcast-App, die extra für Kinder entwickelt wurde und verschiedene kindgerechte Podcasts enthält. (4 Jahre)

    Der Kinderpodcast Kakadu entdeckt gemeinsam mit Kindern die Welt und beantwortet dabei spannende Fragen. (6 Jahre)

    Games:

    The Unstoppables ist ein Rätsel-Game, in dem vier Freund*innen mit verschiedenen Behinderungen einen Hund aus den Fängen seines Entführers retten. (Empfehlung von Webhelm ab 8 Jahre)

    Bei dem Spiel Starlink: Battle for Atlas gehören die Arm- und Beinprothesen der starken Figur Chase selbstverständlich dazu. (USK 6 Jahre)

    In SIMS 4 sowie SIMS Freeplay können Charaktere jedes Hobby und jeden Beruf frei wählen. Spielende können beim Erstellen der Sims selbst entscheiden, welche Hautfarbe die Charaktere haben sollen und zwischen zwei Körperformen (anstatt zwischen Geschlechtern) wählen. Auch gleichgeschlechtliche und polyamore Beziehungen sind möglich. (USK 6 Jahre, Empfehlung von Spieleratgeber NRW ab 10 Jahre)

    Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel ist ein Spiel, in dem gendersensibel auf technische Ausbildungsberufe im Arbeitsfeld Erneuerbarer Energien eingegangen wird. (Empfehlung von internet-abc ab 12 Jahre)

    Bei Sibel’s Journey geht es um die Auseinandersetzung mit den Themen Sexualität, Geschlecht, Körper und Grenzen. (Empfehlung von wirfuervielfalt ab 12 Jahre)

    In Tell me why treffen sich zwei Geschwister nach 10 Jahren wieder, um das Familienanwesen zu verkaufen. Das Spiel repräsentiert dabei auch trans* Jungen. (USK 12 Jahre)

    Medienerziehung von Geschwistern 

    In vielen Familien mit Geschwistern gibt es Streit über die Mediennutzung: Die Kleineren fühlen sich ungerecht behandelt, wenn sie weniger dürfen als die Großen. Was die einen begeistert, finden die anderen langweilig. Andersherum überfordern manche Medienangebote die Jüngeren. Die Älteren haben das Gefühl, ständig Rücksicht auf ihre jüngeren Geschwister nehmen zu müssen. Wie können Eltern den Spagat zwischen den Bedürfnissen der Geschwister meistern und bei ihren Kindern einen kompetenten Umgang mit Medien fördern? 

    Medienregeln fair gestalten 

    Egal ob Einzelkind oder Geschwister – Regeln zur Mediennutzung in der Familie geben Kindern Struktur und Sicherheit für ihren Alltag mit Medien. Die Bedürfnisse und Entwicklungsstufen jedes Kindes sollten dabei berücksichtigt werden. So kann es sinnvoll sein, älteren Geschwistern mehr Freiheiten bei der Mediennutzung einzuräumen, während für jüngere Kinder engere Grenzen gelten. Zum Beispiel dürfen die Großen schon bestimmte Geräte ins eigene Zimmer mitnehmen, während die Kleinen Medien nur in den gemeinsamen Wohnräumen nutzen sollen. Die Nutzungszeiten müssen zum Alter der Kinder passen. Jüngere sollten weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen als Ältere. Legen Sie die Regeln gemeinsam fest und achten Sie darauf, dass sie für alle gerecht und verständlich sind. Dabei kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag helfen, den Sie für jedes Kind individuell gestalten. An grundsätzliche Medienregeln wie „Keine Medien am Esstisch“ sollten sich alle in der Familie halten. 

    Geschwister-Konflikte begleiten 

    „Gib mir sofort mein Tablet zurück!“, „Das ist doch für Babys, ich will was Spannendes anhören!“, „Warum muss ich ausmachen, wenn sie noch schauen darf?“. Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor? Ist der Altersabstand groß, gelten unterschiedliche Regeln für jedes Kind. Das kann leicht zu Streit zwischen Geschwistern führen, sei es um den Zugang zu bestimmten Geräten oder die Wahl von Inhalten. Machen Sie Ihren Kindern die Regeln transparent und helfen sie ihnen, sich in das Geschwister hineinzuversetzen. Zum Beispiel so: „Deine große Schwester durfte im Grundschulalter auch noch nicht länger als eine Stunde Video schauen.“. Achten Sie darauf, Konflikte rechtzeitig zu erkennen und sie gut zu begleiten. Das stärkt die Beziehung der Geschwister und sie lernen, zu verhandeln, Kompromisse einzugehen und Konflikte immer selbstständiger zu lösen.  

    Gemeinsame Medienerlebnisse schaffen  

    Zusammen Filme schauen oder zocken macht Spaß und schafft Verbindung. Eltern sollten ihre Kinder dabei unterstützen, passende Medieninhalte für die gemeinsame Mediennutzung auszuwählen. Gemeinsame Medienrituale wie das Schauen einer Wissenssendung am Sonntag oder das Musikhören im Auto machen Spaß und stärken den Zusammenhalt in der Familie. Oft verarbeiten Geschwister Medieninhalte gemeinsam und spielen Szenen aus Serien nach oder tauchen im Rollenspiel in die Welt ihrer Lieblingsfiguren ein. Viel voneinander lernen können Geschwister besonders dann, wenn sie gemeinsam kreativ mit Medien sind und Hörspiele, Stopp-Trickfilme oder Foto-Collagen selbst gestalten.  

    Tipps zur Mediennutzung von Geschwistern 

    • Vermeiden Sie Überforderung: Wählen Sie altersgerechte Medien aus, beachten Sie die Altersfreigaben und orientieren Sie sich bei der gemeinsamen Mediennutzung am jüngsten Kind. 
    • Schaffen Sie Schutzräume: Stellen Sie sicher, dass jüngere Kinder eingeschränkten Zugang zu Medien haben. Machen Sie den älteren Kindern klar, dass sie mitverantwortlich sind und den Kleineren nicht unerlaubt Zugang geben dürfen. 
    • Treffen Sie Vereinbarungen: Sorgen Sie dafür, dass die Medienregeln in der Familie eingehalten werden. Nehmen Sie die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Kinder ernst. Stellen Sie Gerechtigkeit her und legen Sie zum Beispiel gemeinsam fest, welches Kind wann über welche Medieninhalte bestimmen darf. 
    • Finden Sie Alternativen: ein Kind schaut auf dem Fernseher, das andere auf dem Tablet – das kann eine Lösung für unterschiedliche Vorlieben und Entwicklungsstände sein. Ist die Medienzeit für das jüngere Kind schon vorbei, während das Ältere noch länger Medien nutzen darf, bieten Sie Ihrem kleinen Kind ein alternatives, medienfreies Spielangebot an.  
    • Fördern Sie Medienkompetenz: Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst, indem sie ein gesundes Verhältnis zu ihrer eigenen Mediennutzung vorleben. Führen Sie in der Familie regelmäßig offene Gespräche über die Vor- und Nachteile von Medien. So unterstützen Sie Ihre Kinder altersgemäß dabei, kritisch und reflektiert mit Medien umzugehen und fördern ihre Medienkompetenz.  

    Altersgerechte Medien für mein Kind

    Das überwältigende Angebot an Filmen, Serien, Apps und anderen Medien stellt Eltern vor die Herausforderung einen Überblick zu bekommen, um die passenden Inhalte für ihre Kinder auszuwählen. Denn die Auswahl sollte nicht nur altersgerecht, sondern auch unterhaltsam und am besten noch lehrreich sein. Wir haben ein paar Anregungen zusammengestellt, wo Sie altersgerechte Medien für Ihr Kind finden können.

    Altersgerechte Medien – was bedeutet das?

    Die Auswahl der Medien sollte sich stets am Entwicklungsstand Ihres Kindes orientieren. Medienangebote sind auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten, und es ist wichtig, dass Sie als Eltern darauf achten. Altersempfehlungen und Beschreibungen der Inhalte können hilfreiche Hinweise geben. Sie kennen Ihr Kind jedoch am besten, daher können Sie auf Basis dessen auch am besten daraus ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte.

    Geprüfte Medieninhalte

    In Beschreibungen von Medienangeboten – egal ob Apps, Filme oder Games – gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Empfehlungen, AGB-Vorgaben und Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) legt beispielsweise fest, dass bestimmte Apps , wie WhatsApp und TikTok, erst ab 13 Jahren genutzt werden dürfen.

    In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Die Altersfreigaben durch Selbstkontrollen wie FSK oder USK bewerten Medien nach gesetzlichen Jugendschutzkriterien. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Beispielsweise durch die Darstellung von Gewalt oder Pornografie. Oder auch, ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Nicht geprüft wird, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren in einem bestimmten Alter verstanden werden. Das bedeutet, dass  ein Disneyfilm, der ab „0 Jahren” freigegeben ist, noch lange nicht für Babys geeignet ist. Er stellt nur kein Risiko für sie dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

    Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Altersempfehlungen, die beispielsweise von pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Diese basieren darauf, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entsprechen und verständlich sind. 

    Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

    Die Medienlandschaft für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist riesig, ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es weniger auf sie zugeschnittene Angebote gibt.

    Hier können Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren:

    • TV, Streaming, YouTube, Kino: Der Elternratgeber FLIMMO bietet pädagogische Empfehlungen nach Alter für Filme, Serien und Sendungen von Mediatheken, Streamingdiensten, YouTube und Fernsehsendern
    • Kindersuchmaschinen: Über fragFINN oder Helles Köpfchen surfen Kinder nur auf geprüften und kindgerechten Internetseiten. 
    • Internetseiten: Auf seitenstark.de wird eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten aufgelistet und vorgestellt. 
    • Apps: Wir haben Ihnen eine Auswahl zusammengestellt „Gute Apps für Kinder“ und „Apps für Kleinkinder
    • Kinderradio und Podcasts:  Wir haben Ihnen eine Auswahl zusammengestellt „Es gibt was auf die Ohren”. 
    • Nachrichten: Wir haben Ihnen eine Auswahl zusammengestellt „Nachrichten für Kinder und Jugendliche“.
    • Games: Der Spieleratgeber NRW gibt ausführliche Steckbriefe zu Computerspielen mit Altersempfehlungen.
    • Online-Fernsehen für 14- bis 25-Jährige: Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an.

    Tipps für die eigene Bewertung von Angeboten

    Die Auswahl und Prüfung von Medienangeboten erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Doch durch bewusste Entscheidungen und eine offene Kommunikation können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind positive und entwicklungsrelevante Medieninhalte nutzt.

    • Inhaltliche Prüfung: Schauen Sie sich die Inhalte an und überlegen Sie, ob sie zur Lebenswelt und dem Verständnis Ihres Kindes passen.
    • Interaktionsmöglichkeiten: Bilder, Töne, Musik und Animationen sollten altersgerecht und ansprechend gestaltet sein.
    • Einfache Navigation: Das Angebot sollte leicht zu bedienen sein, für kleinere Kinder idealerweise sprachgesteuert und mit wenig Symbolen und Funktionen.
    • Werbung und In-App-Käufe: Achten Sie auf Werbefreiheit und am besten ein Angebot ohne In-App-Käufe.
    • Elterneinstellungen: Machen Sie sich vertraut mit den Einstellungsmöglichkeiten für eine sichere Umgebung und nutzen Sie gegebenenfalls Angebote des technischen Jugendmedienschutzes.
    • Feedback anderer: Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus und prüfen Sie, ob das Angebot von vertrauenswürdigen Entwickler*innen oder Bildungseinrichtungen stammt.
    • Testlauf: Schauen oder testen Sie Ihre Auswahl vorab – ohne Ihr Kind.

    Individuelle Begleitung und Kommunikation

    Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Empfehlungen, da jedes Kind sich unterschiedlich entwickelt. Begleiten Sie Ihr Kind von Anfang an aktiv beim Medienkonsum, um zu verstehen, wie es auf bestimmte Inhalte reagiert.

    Was tun, wenn mein Kind im Netz ungewollt auf Pornos trifft?

    Ob im Klassenchat, in Social Media oder über eine Suchmaschine – viele Kinder und Jugendliche treffen beim Surfen mit oder ohne Absicht auf Pornos. Der Erstkontakt liegt nach einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW von 2023 im Durchschnitt bei 13 Jahren und ist nichts Ungewöhnliches.

    Laut JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest 2023 kam jedoch von den befragten 12-19-Jährigen jedes vierte Kind bzw. Jugendliche*r ungewollt mit Pornografie in Kontakt. Wenn Kinder und Jugendliche unbeabsichtigt pornografische Fotos oder Videos zu sehen bekommen, kann sie das überfordern und belasten. Besonders kritisch wird es, wenn es sich dabei um die sogenannte „harte Pornografie“ handelt.

    Einfache und harte Pornografie – was ist das?

    Bei pornografischen Inhalten wird unterschieden in einfache und harte Pornografie:

    • Einfache Pornografie zeigt sexuelle Handlungen von Erwachsenen, zum Beispiel als Fotos, Videos, Audios oder Comics. Einfache Pornografie ist im Internet leicht zugänglich, zum Beispiel über spezielle Webseiten, aber auch via Chats in Messengern und auf Social Media. Die Nutzung ist für Erwachsene ab 18 Jahren erlaubt. Minderjährigen Zugang zu einfacher Pornografie zu verschaffen, ist in Deutschland verboten. Internet-Portale in Deutschland müssen dafür sorgen, dass eine Überprüfung des Alters stattfindet.
    • Harte Pornografie zeigt Gewalt, sexuelle Handlungen mit Tieren, sexuelle Posen oder sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Die Nutzung und der Besitz von harter Pornografie ist in Deutschland absolut verboten und kann zu Freiheitsstrafen führen. Trotzdem werden diese Inhalte im Internet verbreitet, zum Beispiel über Webseiten, Kommentar-Funktionen auf Social Media oder in Chats.  

    Mehr zu den gesetzlichen Bestimmungen von Pornografie im Internet finden Sie hier bei klicksafe.

    Was tun, wenn mein Kind ungewollt auf einfache Pornografie stößt?

    Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet und erläutern Sie ihm, dass es auf Inhalte stoßen kann, die es als unangenehm empfindet. Falls es versehentlich in Kontakt mit einfacher Pornografie gelangt, seien Sie als Ansprechperson für Ihr Kind da. Insbesondere bei jüngeren Kindern ist es wichtig, sie mit solchen Erfahrungen nicht allein zu lassen. Sie können das Gesehene oft nicht richtig einordnen, da es außerhalb ihres eigenen Erfahrungsbereichs liegt. Sorgen Sie für eine altersgemäße Aufklärung, wenn Ihr Kind Fragen zu Liebe und Sexualität stellt. Falls Sie unsicher sind, suchen Sie Unterstützung, beispielsweise beim Elterntelefon der Nummer gegen Kummer.

    Was tun, wenn mein Kind im Netz auf harte Pornografie trifft?

    Zeigt Ihnen Ihr Kind verbotene Inhalte harter Pornografie im Internet, zum Beispiel auf einer Webseite oder Social Media, gehen Sie wie folgt vor:

    Was tun, wenn harte Pornografie ungewollt im Chat meines Kindes landet?

    Der Besitz von Missbrauchsdarstellungen ist strafbar, Jugendliche ab 14 Jahren sind in Deutschland strafmündig. Wenn Ihr Kind per Chat ein Foto oder Video zugeschickt bekommt, das mutmaßlich eine Darstellung von Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zeigt, sollten Sie sofort handeln:

    • Bleiben Sie ruhig.
    • Fertigen Sie keine Screenshots an.
    • Speichern Sie die Inhalte nicht.
    • Leiten Sie die Inhalte nicht an andere Personen weiter.
    • Sichern Sie das Gerät, bringen Sie es zur Polizei und erstatten Sie Anzeige.
    • Löschen Sie die Inhalte vom Gerät und melden Sie die Inhalte dem Dienst.
    • Wenn Sie oder Ihr Kind unsicher oder emotional belastet sind, holen Sie sich Hilfe bei digitalen Beratungsangeboten.

    Besprechen Sie diese Punkte mit Ihrem Kind. Weitere Informationen zum Umgang mit Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF-Dokument zusammengefasst.

    Wie kann ich mein Kind schützen?

    Bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung im Gespräch und bereiten Sie es darauf vor, dass es im Netz mit problematischen Inhalten oder Kommunikationsrisiken konfrontiert wird. Stellen Sie Medienregeln in der Familie auf, an die sich alle halten. Zum Beispiel, nicht auf die Kontaktaufnahme Unbekannter zu reagieren oder nicht auf Links zu klicken, die Fremde in Chatnachrichten oder E-Mails teilen. Nutzen Sie, gerade bei jüngeren Kindern, technische Maßnahmen des Jugendmedienschutzes wie Filterprogramme zum Surfen oder Kinderkonten bei Apps. Treffen Sie Einstellungen wie die Deaktivierung des automatischen Medien-Downloads bei WhatsApp, sodass Ihr Kind nicht aus Versehen verbotenes Material speichert. Erklären Sie Ihrem Kind, was in Bezug auf Pornografie erlaubt ist und was nicht. Machen Sie Ihrem Kind klar, wann es sich beim Weiterleiten von pornografischen Inhalten strafbar macht. Weitere Hinweise, wie Sie Ihr Kind beim Umgang mit Pornografie im Netz gut begleiten und wie Sie es mithilfe des technischen Jugendmedienschutzes vor jugendgefährdenden Inhalten bewahren können, lesen Sie in diesem Artikel.

    Teddy und Puppe hören mit – Smart Toys im Kinderzimmer

    Teddybären und Puppen waren schon immer beliebte Spielgefährten für Kinder. Mittlerweile haben sie eine technologische Revolution durchgemacht und sind auch zu sogenannten Smart Toys geworden. Diese intelligenten Spielzeuge können aktiv mit Kindern interagieren, sich unterhalten oder sogar lernen. Wir erklären, was genau hinter Smart Toys in Kinderzimmern steckt.

    Das können die intelligenten Spielsachen

    Smart Toys sind Spielzeuge mit technologischen Erweiterungen, die auf Befehle reagieren und interaktive Funktionen bieten. Die Interaktion kann durch Sensoren, Kameras oder Mikrofone erfolgen, die es dem Spielzeug ermöglichen, die Umgebung zu erfassen. Oft wird auch künstliche Intelligenz genutzt. Es gibt nicht-vernetzte Smart Toys, die offline arbeiten, und vernetzte Varianten, die eine Internet- oder Bluetooth-Verbindung nutzen und oft über eine App gesteuert werden. In einigen Fällen können sie auch GPS enthalten, was es ermöglicht, Standortdaten zu verfolgen. Einige intelligente Spielsachen können sich an die Bedürfnisse und Lernfortschritte der Kinder anpassen.

    Smart Toys für Kinder

    Unter dem Sammelbegriff Smart Toys lassen sich verschiedene Spielzeuge zusammenfassen, darunter Bücher mit begleitender App, Teddybären mit Sprachausgabe und teilweise auch Aufnahmefunktion bis hin zu programmierbaren Robotern:

    Der Roboter Dash ist ein Lernroboter für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren. Er kann tanzen, sich durch das Kinderzimmer bewegen, auf Klatschen oder Stimmen reagieren und sogar Xylofon spielen. Die Steuerung erfolgt über verschiedene Apps, eine dauerhafte Internetverbindung ist nicht nötig.

    Miko 3 ist ein KI-gesteuerter Roboter für 5- bis 12-Jährige, der spielerisches Lernen, Tanzpartys und pädagogische Aktivitäten bietet. Er verfügt über Mikrofon, Lautsprecher, Kamera und WLAN, und interagiert über eine KI mit den Kindern. Eine App für Eltern ermöglicht die Überwachung der Bildschirmzeit und Videoanrufe.

    Der Spielzeughersteller Curio bietet KI-gesteuerte Plüschtiere für Drei- bis Zwölfjährige, die über eine KI-Stimme mit Kindern interagieren. Kinder können Fragen stellen, sich Musik wünschen und das Stofftier erzählt Geschichten oder liefert Erklärungen für Naturphänomene. Die Gespräche werden zur KI weitergeleitet und vorübergehend gespeichert. Eltern können die Gespräche einsehen. Diese Plüschtiere sind in Deutschland nicht erhältlich bzw. werden „nur“ in den USA vertrieben.

    Sind Smart Toys sinnvoll oder gefährlich?

    Datenschutz ist eines der zentralen Anliegen, da Smart Toys oft über WLAN vernetzt sind und persönliche Informationen sammeln und speichern können. Es gab in der Vergangenheit bereits einige Sicherheitsvorfälle, bei denen Hacker*innen Zugang zu gesammelten Daten erlangten. Auch Nachbar*innen können sich mit einigen Spielzeugen leicht über WLAN oder Bluetooth verbinden. So können Fremde mit Ihrem Kind kommunizieren, es ausfragen oder gar bedrohen, etwa durch einen Text, den eine Puppe nach dem Eintippen vorliest, oder durch Sprachnachrichten. My friend Cayla wurde aus diesem Grund in Deutschland verboten.

    Besonders problematisch ist, dass einige Smart Toys Gespräche aufzeichnen und diese Daten ohne klare Information über die Nutzung auf externen Servern speichern. Diese Informationen können in falsche Hände geraten und die Privatsphäre der Kinder verletzten. In Deutschland ist funkfähiges und zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignetes Spielzeug verboten, wie im Fall der Puppe Cayla. Auch eine ständige Kontrolle und Überwachung durch ein Spielzeug seitens der Eltern geht über die Aufsichtspflicht hinaus. Das Teilen solcher heimlichen Aufnahmen über soziale Netzwerke wie WhatsApp & Co., ohne das Kind einzubeziehen, verletzt außerdem die Persönlichkeitsrechte des Kindes.

    Eltern in der Verantwortung

    Informieren Sie sich gut vor dem Kauf eines Smart Toys. Recherchieren Sie auf Seiten des Herstellers und nach unabhängigen Testberichten von Verbraucher*innen. Achten Sie insbesondere auf die Datenschutzbestimmungen, ob Daten weitergeleitet werden oder innerhalb des Spielzeugs verarbeitet werden.

    Beschränken Sie die Eingabe persönlicher Daten Ihres Kindes auf ein Minimum. Und schalten Sie das Spielzeug immer aus, wenn Ihr Kind nicht damit spielt. Deaktivieren Sie sämtliche Verbindungen wie WLAN, Bluetooth und eventuell vorhandene Mikrofone oder Kamera, wenn diese für die Funktionalität des Spielzeugs nicht zwingend erforderlich sind.

    Informieren Sie sich bei der Bundesnetzagentur, die immer wieder Gegenstände prüft, die zur versteckten Spionage genutzt werden können. Behalten Sie Ihre Verantwortung im Blick. Letztendlich bleibt Ihre elterliche Rolle unersetzlich, und ein Teddy, so intelligent er auch sein mag, kann nie den Platz von Eltern oder wirklichen Freund*innen einnehmen.

    Netflix – gutes Streaming für Familien?

    Netflix gehört zu den beliebtesten Streaming-Portalen in Familien. Wir erklären, was es zu beachten gilt, wenn Ihr Kind dort Filme oder Serien ansehen möchte.

    Kurz gefasst

    • Streaming-Plattform des US-amerikanischen Unternehmens Netflix, Inc.
    • In Deutschland verfügbar seit Dezember 2014
    • Flexibles Monatsabo: 4,99 € (mit Werbung), 12,99 € und 17,99 € (ohne Werbung, für zwei bis vier Geräte parallel)
    • Bis zu fünf Profile anlegbar
    • zertifizierte Jugendschutzfunktionen nach deutschem Recht

    Was ist Netflix?

    Netflix ist ein Videostreaming-Dienst, bei dem man mit einem eigenen Account uneingeschränkten Zugriff auf eine riesige Auswahl von Filmen und Serien hat. Das Unternehmen hat die Nutzungsrechte dafür und produziert teilweise auch selbst Filme und Serien. Wer Netflix nutzen möchte, muss monatlich zwischen 4,99 € und 17,99 € zahlen. Im günstigsten Abo läuft zwischendurch Werbung – es soll aber bald komplett gestrichen werden. Wer deutlich mehr bezahlt (mindestens 12,99 Euro), kann auf zwei bzw. vier Geräten gleichzeitig streamen. Pro Account können bis zu fünf Profile angelegt werden mit unterschiedlichen Einstellungen, z. B. Alterseinstufung, Altersfreigabe, Untertitel-Anzeige oder Wiedergabe-Einstellungen. Auch die Film- und Serien-Vorschläge im Profil halten sich an diese Einstellungen, was aber wirklich vorgeschlagen wird, errechnet ein Algorithmus aus dem Sehverhalten der einzelnen Nutzer*innen.

    Das Account-Sharing, also das Nutzen eines Accounts von mehreren Personen gleichzeitig, ist je nach Abo eingeschränkt möglich. Erlaubt ist dies mit Personen, die im selben Haushalt leben. Mit Personen aus anderen Haushalten ist dies nur gegen einen Aufpreis erlaubt. Verstöße dagegen prüft der Anbieter auf verschiedenen Wegen und verlangt Schadenersatz.

    Im Abo enthalten ist auch Netflix-Spiele. Kund*innen erhalten Zugang zu eigens entwickelten oder lizenzierten Games für mobile Geräte. Diese können im Apple App Store oder im Google Play Store als eigene Spiele-Apps heruntergeladen werden. Werbung oder In-App-Käufe gibt es bei den Spielen nicht.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Netflix bietet Inhalte für jedes Alter. Für die Filme und Serien übernimmt der Streaming-Dienst die vorhandene FSK-Freigabe. Gibt es keine FSK-Bewertung, werden die Altersbewertungen selbst vorgenommen, dabei muss sich Netflix an deutsches Recht halten.

    Aufgrund des umfangreichen Angebots gibt es auch unzählige Inhalte für ältere Jugendliche (ab 16 Jahren) und Erwachsene (ab 18 Jahren), die für Kinder und Jugendliche verängstigend und problematisch sein können. Kindersicherungen lassen sich mittels Eingabe eines PINs für ausgewählte Alterseinstufungen oder bestimmte Film-/Serientitel einrichten. Zusätzlich können Profile mit einer PIN geschützt und spezielle Kinderprofile eingerichtet werden.

    Anders als beim analogen, linearen Fernsehen kann man angebotene Serien theoretisch von Anfang bis Ende anschauen. Der Reiz, sehr viel Zeit auf Netflix zu verbringen, ist daher hoch. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, die eigene Sehzeit zu begrenzen. Was manchem Erwachsenen schon schwer fällt, ist für Kinder und auch Jugendliche noch schwieriger zu kontrollieren.

    Was meint der Anbieter?

    Netflix zeigt die jeweilige Altersfreigabe für Filme/Serien an verschiedenen Stellen an, auf der Überblicksseite zum Film, bei den Detailinformationen oder als Einblendung zu Beginn beim Abspielen. Auch können einzelne Titel für einzelne Profile gesperrt werden. Diese tauchen dann auch in der Suche oder in der Vorschlagsliste nicht mehr auf. Zusätzlich können einzelne Profile – z. B. das Profil für Erwachsene oder ältere Kinder – mit einer PIN versehen werden, so dass jüngere Kinder keinen Zugriff haben. Auch ist das Anlegen von Kinderprofilen möglich. Sie als Eltern haben damit die Möglichkeit, dem Alter ihres Kindes entsprechende Einstellungen vorzunehmen. So können Sie beispielsweise nachvollziehen, welche Inhalte Ihr Kind in den letzten Tagen gesehen hat oder Sie können das automatische Abspielen der nächsten Folge einer Serie verhindern.

    Was sollten Eltern beachten?

    Achten Sie auf die Altersfreigaben der Filme und Serien. Verwenden Sie die Kinder- bzw. Jugendschutz-Optionen, indem Sie entsprechende Profile anlegen und diese mit einer sicheren PIN schützen. Nur so können Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind nicht vom Kinderprofil aus im Erwachsenenbereich landen kann.

    Lassen Sie sich im Kinderprofil ausschließlich kindgerechte Titel anzeigen, diese richten sich nach den Altersfreigaben 0, 6, 12, 16 oder ab 18 Jahren. Überlegen Sie, ob das automatische Abspielen weiterer Folgen für Sie wirklich sinnvoll ist. Auch können Sie im Kinderprofil Animationseffekte beim Navigieren auf dem Fernseher reduzieren lassen. Nutzen Sie beim Schauen auf portablen Geräten gerne die Bildschirmsperre, so dass vor allem kleinere Kinder am Gerät nichts selbst verstellen können.

    Behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Auge. Legen Sie am besten gemeinsam Medienregeln fest – und gehen selbst mit gutem Beispiel voran. Die Medienzeit sollte nur eine von vielen anderen, nicht-medienbezogenen Aktivitäten sein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Zeit Ihr Kind vor dem Fernseher oder Laptop verbringen sollte, schauen Sie doch mal in unser Video: „Wie viel Medienzeit ist zu viel?“

    Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Lieblingsserien oder -filmen und schauen Sie sich diese am besten gemeinsam an, so dass sich Ihr Kind auch bei gruseligen Szenen nicht allein gelassen fühlt. Auch kann so aus dem gemeinsamen Erlebnis ein schönes Ritual entstehen.

    Selbstgefährdung von Jugendlichen – Essstörungen online

    Während der Pubertät macht der Körper von Heranwachsenden starke Veränderungen durch, mit denen sie erst einmal zurechtkommen müssen. Gleichzeitig suchen Jugendliche nach Bestätigung und Anerkennung. Dabei spielen auch soziale Medien wie Instagram, TikTok und WhatsApp eine Rolle: Selfies werden verschickt oder gepostet und man erhofft sich positive Rückmeldungen dazu. Influencer*innen zeigen sich in perfekten und schlanken Körpern, die Jugendlichen als Vorbild dienen.

    Manchmal finden Jugendliche keine Ansprechpersonen im Familien- oder Freundeskreis oder möchten aus Unsicherheit lieber mit Unbekannten sprechen. Hier bietet das Internet viele Möglichkeiten, sich zu informieren und anonym auszutauschen.

    Vermeintliche Hilfe in Internetforen

    Neben vielen hilfreichen Informationen findet man im Netz leider auch Angebote, die selbstgefährdendes Verhalten von – insbesondere jungen – Menschen verherrlichen. Pro-Ana- oder Pro-Mia-Blogs sind Foren, in denen sich Menschen, die an einer Essstörung wie Anorexie oder Bulimie leiden in Kontakt miteinander treten und austauschen können. Dort treffen sich vor allem junge Mädchen. Pro-Ana oder Pro-Mia sind dabei bewusst die gewählten Abkürzungen für Pro-Anorexia Nervosa (Magersucht) und Pro-Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht). In den Blogs geht es nicht darum, sich gegenseitig darin zu unterstützen, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Stattdessen wird die Krankheit als Lifestyle dargestellt. In „Thinspirations“ (Engl. zusammengesetzt für „dünn“ und „Inspiration“) teilen die Mitglieder der Communitys ihre Fotos und Videos von Schönheitsidealen.  Das können Merkmale wie hervorstehende Knochen oder der Lücke zwischen den Oberschenkeln.

    Hunger- und Abnehmgruppen in Messengern und verherrlichende Profile auf Social Media

    In WhatsApp-Gruppen spornen sich Jugendliche gegenseitig dazu an, möglichst wenig zu essen. Diese Gruppen kommen oft über Essstörungs-Blogs oder Aufrufe auf Social-Media-Plattformen zustande. Dabei nehmen die Gruppenmitglieder an Hunger-Challenges teil oder müssen durch das wöchentliche Abfotografieren der Waage beweisen, dass sie abgenommen haben. Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt raus oder bekommt Strafen wie absichtliches Erbrechen oder eine Extra-Portion Sport. Auf den Blogs und Social-Media-Profilen gibt es außerdem verherrlichende Inhalte wie Glaubensbekenntnisse oder die zehn Pro-Ana-Gebote: „Wenn ich nicht dünn bin, dann kann ich nicht attraktiv sein“ lautet z. B. das erste Gebot.

    Viele Pro-Ana Blogs wurden mittlerweile gesperrt oder werden nicht mehr betrieben. Auch Instagram, Pinterest, TikTok oder andere Social-Media-Plattformen sperren Inhalte mit den jeweiligen Hashtags und verweisen stattdessen auf Beratungsangebote. Es gibt aber immer noch Blogs, die noch nicht gesperrt sind und Social-Media-Angebote, die weniger stark kontrolliert werden, wie zum Beispiel TikTok. Dadurch ist es weiterhin leicht, verherrlichende Bilder und Videos anzusehen oder den Zugang zu WhatsApp-Gruppen zu finden.

    Essgestörte Kinder und Jugendliche finden in solchen Online-Austauschräumen Bestätigung. Das starke Gemeinschaftsgefühl bestärkt sie darin, an ihrem selbstgefährdenden Verhalten festzuhalten. Das kann besonders dann gefährlich werden, wenn Risiken abgetan werden, die Gruppen-Mitglieder dazu gedrängt werden, ihre Krankheit geheim zu halten und Hilfe von außen abzulehnen.

    Wie Sie als Eltern Ihr Kind davor schützen können

    Zunächst ist es wichtig, dass Sie für Ihr Kind auch hinsichtlich seiner Internetnutzung stets Ansprechperson sind. Sie können nur schwer verhindern, dass Ihr Kind auf ungeeignete Inhalte stößt. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass es im Internet auch problematische Seiten und Kommunikationsrisiken gibt und  ihm stets zur Seite stehen. Wenn Sie selbst auf Webseiten landen, die Essstörungen gezielt verherrlichen, wenden Sie sich an den Support der Plattform oder lassen Sie diese von einer Meldestelle überprüfen.

    Unabhängig von der Online-Nutzung Ihres Kindes sollten Sie stets das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stärken und negative Bemerkungen über das Äußere oder das Gewicht Ihres Kindes vermeiden. Vermuten Sie eine Essstörung, finden Sie Informationen und Hilfe bei Beratungsstellen, z. B. über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder digitalen Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche.

    Verbotene Symbole im Netz

    Wer ein Hakenkreuz auf eine Hauswand schmiert, wird dafür bestraft. Doch die Straße ist längst nicht mehr allein Ort der Verbreitung von verbotenen Symbolen. Im Netz genügt ein Klick, um einen Text, ein Bild oder ein Video mit verbotenen Inhalten mit zahlreichen Leser*innen zu teilen. Wie in der physischen Welt gibt es dazu auch in der digitalen Welt Regeln. Wir informieren über verbotene Symbole im Netz.

    Was sind verbotene Symbole?

    Es ist verboten, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu verwenden. Das steht in Paragraf 86a des Strafgesetzbuches. Solche Kennzeichen sind Symbole, die eindeutig einer bestimmten Organisation zugeordnet werden können, wie zum Beispiel das Hakenkreuz. Auch Parolen wie „Heil Hitler“ sind verboten, weil diese eindeutig auf den Nationalsozialismus hinweisen. Verfassungswidrige Organisationen sind verbotene Parteien, Vereinigungen oder NS-Organisationen.

    Regeln im Netz

    Das Teilen verbotener Symbole im Netz ist nicht immer strafbar. Schreibt jemand beispielsweise „Heil Hitler“ in einem privaten Chat, hat das keine rechtlichen Konsequenzen. Teilt dieselbe Person dies jedoch öffentlich auf Plattformen wie FacebookX oder TikTok, ist es strafbar. Die Verbreitung solcher Symbole im öffentlichen Raum ist gesetzlich untersagt. 
    Eltern haften nicht für ihre Kinder, wenn diese unter 14 Jahren verbotene Inhalte teilen. Jedoch wird in den meisten Fällen das Jugendamt informiert, das gemeinsam mit Eltern und Kind versucht, die Hintergründe des Teilens aufzuarbeiten. Ab 14 Jahren können Jugendliche nach dem Strafgesetzbuch belangt werden.

    Gefahren für Kinder

    Kinder können bereits durch einen einfachen Klick im Netz verbotene Symbole wie das Hakenkreuz oder SS-Runen teilen, ohne die potenziellen rechtlichen Konsequenzen zu verstehen. Auf welche Art und Weise verbotene Symbole geteilt werden, ist egal. Ob im Text, auf Fotos oder Videos – das öffentliche Teilen an sich ist strafbar. Das macht es insbesondere für Kinder so tückisch. Denn ein Video oder Meme, das auf den ersten Blick lustig scheint, kann verbotene Symbole beinhalten. Wer sich nicht auskennt, hat es schnell geteilt und damit Verbotenes verbreitet. 
    Problematisch ist außerdem, dass einige Symbole  in Deutschland verboten sind, während sie in anderen Teilen der Welt erlaubt sind. Insbesondere Symbole der NS-Zeit dürfen in manchen Ländern legal im Netz geteilt werden. Deshalb können Kinder unwissentlich – trotz Verbots in Deutschland – das Hakenkreuz googeln, herunterladen und teilen. Extremistische Gruppen nutzen häufig soziale Netzwerke, um verbotene Symbole und Inhalte zu teilen, da viele Menschen erreicht werden und die Nachverfolgung oft schwierig ist.

    Was sollten Eltern beachten?

    Bildung und Begleitung: Informieren Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Symbole verboten sind und warum, um ein besseres Verständnis für potenziell problematische Inhalte zu entwickeln. Es ist wichtig und erlaubt, solche Symbole zu Bildungszwecken zu zeigen und dabei die Hintergründe und Konsequenzen zu erklären. Einen guten und schnellen Überblick bieten die Zusammenstellung der Website Demokratie und Vielfalt sowie das Projekt NinA NRW. Der Verfassungsschutz hat detaillierte Beschreibungen verschiedener Erkennungszeichen und Symbole von rechtsextremen Bewegungen.

    Löschen und Melden: Wenn Sie oder Ihr Kind ein verbotenes Symbol in privaten Chats erhalten, löschen Sie es sofort. Wenn Sie welche im Netz entdecken, ist es wichtig, sie bei der Polizei oder bei Beschwerdestellen im Internet zu melden. 

    Offene Kommunikation: Fördern Sie einen offenen Austausch über Online-Aktivitäten. Ermutigen Sie Ihr Kind, von Erfahrungen im Netz zu erzählen, auch von unangenehmen oder beunruhigenden Situationen.

    Förderung kritischen Denkens: Stärken Sie das kritische Denken Ihres Kindes im Online-Umfeld. Besprechen Sie, wie man Nachrichten und Inhalte im Internet kritisch hinterfragt.

    Gegen Verharmlosung: Setzen Sie sich aktiv gegen die Verharmlosung verbotener Symbole ein. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass diese Symbole in der heutigen Zeit extremistische Ideologien repräsentieren.

    Für Widerstand: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich gegen die Verbreitung verbotener Symbole einzusetzen. Fördern Sie eine positive Online-Gemeinschaft, setzen Sie sich für Toleranz und demokratische Werte ein.

    Der Streamingdienst Cliq – ein Dienst für alles?

    Der Streamingdienst Cliq lockt mit einem breitgefächerten Multimedia-Angebot für Filme, Serien, Sport, Musik, Hörbücher und Games. Eine App, alles drin, sozusagen. Zudem möchte der Dienst der günstigste Anbieter in Deutschland sein. Wir erklären, was hinter steckt.

    Kurz gesagt

    • Streamingdienst für Filme und Serien, Sport, Musik, Hörbücher und Games
    • App für iOS und Android, Fire-TV-Stick, Chromecast-TV oder per Webbrowser
    • 6,99 Euro/Monat, jederzeit kündbar
    • Kinderprofil für 0- bis 12-Jährige möglich
    • Rubrik Games: KEIN ausreichender Schutz für Kinder und Jugendliche

    Was steckt hinter dem Angebot?

    Cliq ist ein Streamingdienst mit einer vielfältigen Auswahl: zahlreiche deutsche und internationale Filme, oft eher älter, aber auch Blockbuster, etwas weniger Serien mit auch Doku- und History-Reihen, Sportübertragungen, Musik mit Video, dafür ohne eigene Playlisten, diverse Cloud-Games und einige Hörbücher, wenn auch ohne Timer-Funktion. Cliq bietet praktische Funktionen wie Download-Möglichkeiten, Kindersicherung und gleichzeitiges Streaming auf mehreren Geräten ohne Werbung bei Spielen und Hörbüchern. Im Gegensatz zur Konkurrenz gibt es nur ein Abomodell, mit dem alle Multimedia-Bereiche zu erreichen sind. Zudem gibt es ein Verleihmodell, im Abo ist ein Verleih-Film im Monat enthalten.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Cliq spricht die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Lebensphasen an, indem es altersgerechte Inhalte bietet. Unter „Kids“ gibt es einen Bereich für Kinder mit einer überschaubaren Auswahl an eher älteren Unterhaltungsmedien: von Kinderfilmen über Zeichentrickserien, Music Stations zum Toben oder Einschlafen bis hin zu Games. Das Angebot von „Kids“ richtet sich an Kinder unter 12 Jahren, deshalb haben alle Filme, Serien und Games dort eine entsprechende Altersfreigabe. Die meisten Videos sind mit den gesetzlichen Alterseinstufungen der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), also mit FSK 0 der FSK 6 gekennzeichnet.

    Was kann problematisch sein?

    Zahlreiche Inhalte des Streamingdienstes sind für Kinder und Jugendliche nicht geeignet, und können verängstigend oder problematisch sein. Eltern sollten Ihr Profil mit einer PIN schützen und ein spezielles Kinderprofil einrichten. Im Kinderprofil sind Filme und Serien mit den entsprechenden offiziellen Altersfreigaben gekennzeichnet. Es lässt sich allerdings nichts filtern, so dass immer alle Inhalte bis 12 Jahre sicht- und damit anklickbar sind für Kinder. Musik, Hörbücher und Games haben bei Cliq gar keine sichtbare Altersfreigabe oder -empfehlung. Anhand der Cover lässt sich teilweise leider nicht erkennen, für welches Alter es geeignet bzw. ungeeignet sein könnte.

    Bei vielen Spielen ist absolut nicht nachvollziehbar, warum sie überhaupt im Kinderbereich auffindbar sind. Ohne jegliche Hinweise finden sich dort Spiele, die eine offizielle Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren haben (wie USK 18 oder PEGI 18). Eltern wird so ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Kinder sollten dort keinesfalls unbeobachtet spielen.

    Ab 13 Jahre werden Jugendliche bei Cliq dem Erwachsenenbereich zugeordnet. Dort werden sie komplett ungeschützt mit allen vorhandenen Inhalten konfrontiert – auch mit denen, die nicht für ihr Alter geeignet sind. Es gibt keinerlei Altersfreigaben und auch keine entsprechenden Empfehlungen oder Filterfunktionen.
    Die Jugendschutzgesetze in Deutschland verlangen, dass alle Inhalte (Spiele/Filme) eine zutreffende Alterskennzeichnung sowie eine entsprechende Schutzvorkehrung haben – beides erfüllt Cliq zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

    Der Reiz, bei einem Streamingdienst sehr viel Zeit zu verbringen, ist sehr hoch. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, die eigene Sehzeit zu begrenzen. Was manchem Erwachsenen schon schwer fällt, ist für Kinder und auch Jugendliche noch schwieriger zu kontrollieren.

    Was meint der Anbieter?

    Der Anbieter betont die Bedeutung von Datenschutz und Sicherheit und stellt Eltern Werkzeuge zur Verfügung, um die Nutzung zu überwachen und einzuschränken. Eltern können Ihr Profil mit einer PIN schützen und ein spezielles Kinderprofil einrichten.

    Das sollten Eltern beachten

    Verwenden Sie das Kinderprofil und schützen Sie es mit einer sicheren PIN (keine Geburtsdaten oder einfache Abfolgen wie 1234), so dass Ihr Kind nicht zwischen den Profilen wechseln kann. Achten Sie dennoch unbedingt selbst auf die Altersfreigaben der Filme, Serien und Games. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung. Seien Sie ansprechbar, wenn Fragen oder Ängste aufkommen. Und beobachten Sie Ihr Kind, wenn es Videos anschaut oder Spiele spielt. Behalten Sie im Blick, wie viel Zeit Ihr Kind mit dem Streamingdienst verbringt. Zu Bingewatching kann es beispielsweise auch bei Kindern und Jugendlichen kommen.

    Wählen Sie gemeinsam Inhalte aus und legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Medienregeln fest. Und informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Funktionen und Jugendschutzeinstellungen.

    In unserer Videoreihe „Sie fragen – wir antworten“ erklärt unsere Medienpädagogin Melanie Endler, warum man Kinder beim Serienschauen nicht allein lassen sollte:

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    https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=kLyG6-nQXAk_%_

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