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Geocaching – die moderne Schatzsuche

An dieser Schnitzeljagd, die mit einem Smartphone oder GPS-Gerät funktioniert, haben auch ältere Kinder und Jugendliche Spaß. Probieren Sie es aus und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf diese besondere Schatzsuche.

Was bedeutet Geocaching?

Beim Geocaching werden mithilfe eines GPS-Empfängers kleine Schätze gesucht, die andere Spielende an unterschiedlichen Orten versteckt haben. Diese Caches befinden sich in Dosen oder Gefäßen unterschiedlicher Größe. Der jeweilige GPS-Standort wird auf einer Plattform registriert, z. B. bei geocaching.com oder opencaching.de und lässt sich per App speichern und abrufen. Wer einen Cache findet, trägt sich in ein sogenanntes Logbuch ein, das dem Cache beigelegt ist. Danach wird die Dose wieder verschlossen und an der gleichen Stelle versteckt, so dass die nächste Person ebenfalls danach suchen muss.

Geocaching ist ein beliebtes Hobby bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Die Schätze sind auf der ganzen Welt versteckt, so dass Sie auch im Urlaub auf die Suche gehen und spannende Orte entdecken können. Für einige Geocacher geht es darum, möglichst viele Caches zu finden und sich in Logbücher auf der ganzen Welt einzutragen.

Was gibt es zu beachten?

Es gibt Caches in unterschiedlichen Kategorien und Größen. Alle wichtigen Informationen dazu stecken in der Cache-Beschreibung. Bei manchen Caches wird eine besondere Ausrüstung für die Suche benötigt. Bei Rätselcaches müssen vorher Aufgaben gelöst werden, um die GPS-Koordinaten zu bekommen. Je nach Cache können schon Kinder ab 4 Jahren bei der Schatzsuche dabei sein. Ältere Kinder können schon selbst die Beschreibungen lesen und selbständiger bei der Suche sein.

Manche Caches sind nicht leicht zu finden. Das kann Kinder schnell frustrieren. Lesen Sie deshalb vorher genau die Cache-Beschreibung durch. Häufig finden sich in den Kommentaren des digitalen Logbuchs (unter jeder Cache-Beschreibung) noch wichtige Hinweise. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Cache nicht mehr im Versteck ist, weil jemand ihn zerstört oder weggenommen hat.

In manchen Caches befinden sich Tauschgegenstände, wie eine Spielzeugfigur, eine Münze o. ä. Manche Gegenstände haben eine Mission. Beispielsweise sollen sie durch Tausch in ein anderes Land oder einen anderen Ort gelangen. Alle Informationen dazu gibt es jeweils auf der Geocaching-Plattform. Eine wichtige Regel ist, dass Geocacher unauffällig suchen, um nicht sogenannte Muggel auf den Cache aufmerksam zu machen. Das Wegschmeißen von Müll oder das Zerstören der Landschaft wird in der Geocaching-Community nicht gern gesehen und ist gegen die Regeln des Geocachings.

So geht’s auf Schatzsuche:

  • bei Geocaching-Plattform registrieren und geeignete Caches raussuchen
  • Geocaching-App auf dem (geladenen) Smartphone installieren
  • Cache-Beschreibungen gut durchlesen, da manchmal Dinge bei der Suche zu beachten sind
  • Stift und ggf. Tauschgegenstand einpacken, feste Schuhe an und los geht’s!
  • Cache mit Hilfe des Smartphones suchen, finden und Besuch loggen (in der Dose und/oder auf der Plattform/in der App)
  • Cache wieder verstecken (am gleichen Ort)

Lightpainting – Bunte Lichtmalereien mit dem Smartphone

Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.

Was ist Lightpainting?

Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen können als zusätzliche Lichtquellen dienen. Mit ihnen lassen sich Bilder oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, habe viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Bildquelle: unsplash.com/Brunetto Ziosi

Lightpainting als Familienprojekt

Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone oder der Kamera funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.
Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit ein bisschen Erfahrung geht es auch draußen) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen. Wenn Sie eine Digitalkamera und ein Stativ haben, gelingen noch bessere Lichtmalereien. So geht’s:

  1. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Bei dem Smartphone ist es wichtig, dass die Kamera-App längere Belichtungszeiten ermöglicht. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Light Painting, kostenlos im App-Store oder LightPainting by AIRC, ebenfalls kostenlos für iOS, aber nur in Englisch oder Italienisch; LL Cam für Android, kostenlos, aber mit Werbung im Google Play Store).
  2. Wenn die Technik passt, suchen Sie sich einen dunklen Ort (drinnen oder draußen), an dem Sie ausreichend Platz haben, um Fotos zu machen. Je dunkler der Ort ist, desto besser gelingt die Lichtmalerei. Tipp: Ziehen Sie sich dunkle Kleidung an, wenn Sie auf dem Bild nicht zu sehen sein wollen, sondern die Malerei im Vordergrund stehen soll.
  3. Stellen Sie das Smartphone sicher auf – entweder mit einem Stativ oder an einem ähnlich stabilen Platz. Falls die Kamera oder das Smartphone in der Hand gehalten wird, kann das Bild leicht verwackeln.
  4. Bei dem Smartphone empfiehlt sich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden und die Verwendung des Selbstauslösers. Der Selbstauslöser verhindert, dass es beim Fotografieren wackelt. Das würde zu unscharfen Fotos führen.
  5. Nun können Sie sich vor die Kamera stellen und mit den gewählten Lichtquellen in der Dunkelheit malen. Lichtquellen wie z. B. Wunderkerzen, Knicklichter, LED-Lampen, Smartphone-Bildschirme (es gibt auch dafür Apps) oder Taschenlampen, die die Farbe wechseln können, sind für die Lichtmalerei möglich. Wenn Sie eine der Lichtbewegungen nicht auf dem Bild sehen möchten, müssen Sie die Lichtquelle ausschalten oder abdecken.

Die Bilder, die bei einer Lightpainting-Aktion entstehen, können – ausgedruckt oder via Smartphone – an Freunde und Familie verschickt werden.

Auf einer Seite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung, die auch für Kinder leicht verständlich ist.
Und schon kann es losgehen! Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld kann man jedoch ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen oder Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn aufnehmen. Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien oder im Winter drinnen. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!

Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern.

Anime – Trickfilmkultur aus Japan

Nils HolgerssonBiene Maja, und Heidi sind Zeichentrickserien, die vielen Erwachsene vertraut sind. Vielleicht schauen Sie diese Filme und Serien aktuell mit Ihren Kindern oder kennen sie noch aus Ihrer eigenen Kindheit. Aber Serien wie NarutoOne PieceAttack on Titan oder Death Note sind weniger bekannt. Alle diese Formate stammen aus Japan und werden dort Anime genannt. 

Was sind Anime?

Anime sind in einem zweidimensionalen Stil gemalte japanische Serien und Filme. In Deutschland nennen wir diesen Stil Zeichentrick. Animes haben ihren Ursprung in Japan und sind schon einige Zeit Bestandteil des japanischen Kulturguts. Animes sind oft Verfilmungen von Mangas (Comics). Diese haben ihre eigene charakteristische Darstellung, von großen Köpfen mit großen emotionsreichen Augen. Serien sind meistens 12 oder 24 Folgen lang und bekommen nur eine zweite Staffel, wenn sie sehr erfolgreich waren.

Die japanischen Animes sind mit dem westlichen Zeichentrick (Cartoons) von Disney schwer zu vergleichen. Denn im Vergleich zu vielen westlichen Trickfilmen kommen Musikeinlagen, lustige Tiere und Slapstick-Humor in Animesdeutlich seltener vor. Anime werden nicht wie Disney Filme in 3D animiert und sind nicht nur Kinderserien. Denn Anime werden für alle Altersklassen produziert, viele sind nicht für Kinder geeignet und erzählen dramatischen und actionreichen Geschichten. 

Eintauchen in japanische Kultur

Animes bedienen sich einer Vielfalt an Genres, von Liebesgeschichten undSportdramen über Realityschows bis zu Horrorfilmen ist alles vertreten. Besonders Fantasy und Science-Fiction können Animes sehr gut darstellen. Es gibt Anime, die mehr für Jungen und mehr für Mädchen ausgelegt sind. Dadurch, dass sie für das japanische Publikum produziert werden findet man Bezüge zur japanischen Kultur. Oft geht es in Animes um traditionell japanische Künste, Themen aus dem Buddhismus und der japanischen Geschichte und Mythologie.  

Seitdem Animes im deutschen Fernsehen gespielt werden, werden sie mit deutschen Stimmen synchronisiert. Viele Fans schauen Animes aber auch in der originalen japanischen Version mit deutschen Untertiteln. Hier lernen sie automatisch japanische Worte und Sätze dazu.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Die Anime- und Manga-Gemeinschaft ist sehr groß und es gibt viele Online-Foren und DiscordGruppen, in denen Jugendliche ihre Lieblings-Anime besprechen, Fanart malen oder sich für Anime- und Manga-Conventions verabreden. Auf diesen verkleiden sich viele Fans als ihre Lieblings-Anime-Charaktere. Diese nennen sich Cosplayer. Manche Anime-Serien beachten Sitten und Tabus anderer Kulturen nicht In solchen Animes wird Japan teils sehr utopisch dargestellt. Hier ist es hilfreich, sich vorher über die Serien zu informieren. Wenn Sie oder Ihr Kind auf eine von diesen Serien treffen sollten, merken Sie es meist in der ersten Folge.  

Was kann problematisch sein und wie können Eltern mit Animes umgehen?

  • Animes sind im Großen und Ganzen genau wie andere Serien und Filme zu handhaben. Sie haben Altersfreigaben, Inhaltsangaben und es gibt sehr gute und sehr schlechte Serien. 
  • Beachten Sie, dass es Anime-Serien gibt, die sich deutlichen (Rollen-)Klischees bedienen, unrealistische Körper und Persönlichkeiten abbilden.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Kind unvoreingenommen im Austausch über seine medialen Vorbilder und möglicher Geschlechterstereotype.
  • Viele Seiten im Netzbieten Anime übersetzt oder mit Untertiteln an. Prüfen Sie, auf welcher Webseite Ihr Kind Animes schaut, da nicht alle legal sind. Greifen Sie lieber auf vertrauenswürdige Webseiten und Plattformen zurück, wie: CrunchyrollNetflix oder Amazon Prime.
  • Animes zu schauen kann zu einem zeitintensiven Hobby werden das mit einer hohen Bildschirmzeit einhergeht. Achten Sie auf die Medienzeit Ihres Kindes und besprechen Sie gemeinsam in der Familie Regeln zum Umgang mit audiovisuellen Medien.

Medienerziehung in den ersten Lebensjahren 

„Mama, kann ich Video schauen?“, „Ich will Tablet spielen, Papa!“ – Medien faszinieren kleine Kinder und sind bereits früh Teil ihres Alltags. In den ersten Lebensjahren legen Eltern den Grundstein für den Umgang mit Medien. Die Medienerziehung orientiert sich an den generellen Werten in der Familie. 

Kleine Kinder langsam an Medien heranführen 

Babys und Kleinkinder haben noch kein großes Interesse an Medien. Sie suchen den Kontakt zu den Eltern und erkunden die Welt mit allen Sinnen. Entwicklungsschritte wie essen, laufen und sprechen lernen stehen im Vordergrund. Da Eltern sich häufig Medien zuwenden, etwa dem Smartphone, bekommen nach und nach auch kleine Kindern Interesse daran. 

Gezielte Mediennutzung, wie etwa das Anschauen eines Bilderbuches oder das Videotelefonat mit Oma und Opa, findet bei Kleinkindern in der Regel in Begleitung von Erwachsenen statt. Mehr und mehr fordern Kinder solche gemeinsame Medienzeit auch ein. 

Geeignete Medien für Kleinkinder 

Neben dem gemeinsamen Anschauen von Bilderbüchern haben Kleinkinder Spaß an Musik und Hörgeschichten; nebenbei können sie spielen oder sich entspannen. Angebote wie Kinderradio-Sendungen und Hörboxen sind kindgerecht und ein guter Einstieg in die Vielfalt der Medienwelt.  

Bewegte Bilder und hektische Geräusche kann das kindliche Gehirn noch nicht gut verarbeiten. Erst mit etwa drei Jahren können Kinder verfilmte Geschichten verstehen. Dennoch schaut Ihr Kind vielleicht schon früher gemeinsam mit älteren Kindern Serien auf dem Tablet oder ähnliches. Achten Sie darauf, was sich Ihr Kind anschaut. Am besten ist es, wenn Sie dabei sind, aufkommende Fragen beantworten können oder mitbekommen, wenn Ihr Kind Angst bekommt. Kinder im Kindergartenalter schauen begeistert Sendungen mit ihren Lieblingsfiguren wie Peppa Wutz, Bobo Siebenschläfer oder Feuerwehrmann Sam. Mit kindgerechten Apps und Spielen können Kinder selbst aktiv werden. Solche Apps sind überschaubar, fördern die Kreativität und können beim Lernen unterstützen.  

Egal ob Audio, Video oder Spiele: wählen Sie kurze, einfache und altersgerechte Inhalte aus. Kleine Kinder sollten Medien so wenig wie möglich allein nutzen, denn sie sind keine Babysitter. Wenn Sie und Ihr Kind bestimmte Inhalte bereits kennen, kann es einer Hörgeschichte auch mal alleine lauschen und sich eine Folge der Lieblingsserie anschauen, ohne dass Sie daneben sitzen.  

Vorbild sein von Anfang an 

„Darf ich dein Handy?“ – Kinder lernen durch Beobachten und machen nach, was ihre Bezugspersonen tun. Auch bei der Mediennutzung sind Sie das wichtigste Vorbild für Ihr Kind. Legen Sie das Smartphone beim Spielen mit Ihrem Kind zur Seite. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Kind und nehmen Sie Auszeiten vom Bildschirm. Leben Sie einen bewussten und reflektierten Umgang mit Medien vor. Auch Kinder haben bereits Persönlichkeitsrechte. Fragen Sie Ihr Kind, ob es damit einverstanden ist, Fotos von ihm per Messenger zu versenden und stellen Sie möglichst keine Kinderfotos ins Netz. 

Altersgerechte Inhalte auswählen 

„Das war mir zu gruselig!“ – Kinder können oft noch schwer zwischen Fiktion und Realität unterscheiden und Gefahren noch nicht zuverlässig einschätzen. Manche Medieninhalte sind für Kinder ungeeignet.  

  • Beachten Sie die Alterseinstufungen von Filmen, Apps und Spielen. Machen Sie sich bewusst, dass Alterskennzeichnungen von USK, FSK und Co. dem Jugendschutz dienen und keine pädagogischen Empfehlungen sind. Was genau dahintersteckt, erfahren Sie in diesem Artikel
  • Schützen Sie Ihr Kind vor gefährdenden Inhalten und wählen Sie altersgerechte Angebote nach dem Entwicklungsstand Ihres Kindes aus. 
  • Empfehlungen für geeignete Filme und Videos finden Sie zum Beispiel auf der Webseite von Flimmo. Der Spieleratgeber NRW gibt ausführliche Hintergrundinformationen zu Games und liefert pädagogische Ratschläge.  
  • Vorsicht vor In-App-Käufen und Co: Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Medienangeboten und machen Sie Ihre Geräte kindersicher

Medienregeln in der Familie vereinbaren 

„Nur noch eine Folge!“ – Kinder in den ersten Lebensjahren können ihre Mediennutzung noch nicht selbst steuern, sie brauchen Grenzen.  

  • Setzen Sie Medien bewusst und sparsam ein und erweitern Sie das Angebot langsam. Achten Sie auf die Bildschirmzeit
  • Nutzen Sie Medien weitestgehend gemeinsam und beobachten Sie, wie Ihr Kind darauf reagiert. 
  • Führen Sie schon früh Regeln im Umgang mit Medien ein und achten Sie darauf, diese auch einzuhalten. Ein kurzer Clip zum Entspannen nach dem Kindergarten, ein Hörspiel zum Einschlafen – solche Rituale schaffen Orientierung.  
  • In besonderen Situationen wie langen Autofahrten oder bei einem Krankenhausaufenthalt können andere Regeln gelten. Das ist in Ordnung! 
  • Zeigen Sie Interesse für die Medienwelt Ihres Kindes. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Erlebte und helfen Sie ihm, Medieninhalte richtig einzuordnen.  
  • Werden Sie zusammen aktiv: malen Sie etwas am Tablet, gestalten Sie lustige Fotos und Videos oder komponieren Sie mit Apps Musik. Haben Sie gemeinsam Spaß mit Medien! 

Basierend auf einer Langzeitstudie des JFF – Institut für Medienpädagogik zur Bedeutung digitaler Medien in Familien mit jungen Kindern gibt es jetzt einen Flyer rund um das Thema Medienerziehung in den ersten Lebensjahren. 

Hilfe, ich verstehe mein Kind nicht mehr! – Wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Sprachen sprechen

Welche Wörter haben Sie benutzt, als Sie jünger waren und wie fanden das Ihre Eltern? Überlegen Sie mal! Denn es ist vollkommen normal, dass Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen, weil es Wörter benutzt, die Sie nicht kennen oder verstehen.

Abgrenzung von der Erwachsenenwelt

Unsere Sprache ist geprägt von der Welt der Erwachsenen. Jugendliche haben das starke Bedürfnis, eine eigene Identität auszubilden, selbstständig zu werden und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Das kommt auch in der sogenannten Jugendsprache zum Ausdruck, mit der sie eine eigene Welt erschaffen. Mit eigener Sprache, oder zumindest eigenen Begriffen, schaffen sie etwas Eigenes und Jugendtypisches. Das verbindet und schafft Selbstvertrauen. Den “veralteten” Slang der Eltern zu verwenden, würde altmodisch und uncool klingen.

Jugendslang ist geprägt von der Sprache im Netz

In jeder neuen Generation, in bestimmten Jugendszenen und sogar an unterschiedlichen Orten verändert sich Jugendsprache und es gibt andere Wörter und Ausdrücke. Typisch ist, dass Jugendliche einfacher sprechen als Erwachsene. Dabei benutzen sie manchmal auch ungewöhnliche oder ungewohnte Begriffe. Die Sprache ist weniger “richtig”, weil Jugendliche spontaner sprechen. Dafür transportiert sie wesentlich mehr Gefühle und Stimmungen.

Auch die Kommunikation im Netz hat einen starken Einfluss darauf, wie Jugendliche sprechen oder schreiben. Im Messenger-Chat zum Beispiel werden Emojis verwendet, die Sprache wird deutlich verkürzt und ist oft fehlerhaft. Begriffe aus der Gamer- und Rapper-Szene, von Influencerinnen und vor allem aus dem im Netz dominierenden Englisch werden übernommen. Viele Begriffe spiegeln sich in Hashtags wider, wie zum Beispiel #staywoke zur Sichtbarkeit von sozialer Ungleichheit. Welche Sprache Jugendliche gebrauchen, ist abhängig davon, wo sie sich im Internet bewegen und welcher Trend gerade angesagt ist. Damit zeigen sie, welcher Jugendkultur sie sich zugehörig fühlen und welchen medialen Vorbildern sie nacheifern.

Kennen Sie diese Begriffe?

Checken Sie doch mal Ihr Wissen rund um die Sprache Ihres Kindes aus. Folgende Wörter werden im Jahr 2022 besonders gern benutzt. Am Ende des Beitrags finden Sie die Auflösung.

  • woke
  • sheesh
  • purge-watching
  • nh
  • cringe
  • Ehrenmann/Ehrenfrau
  • flexen
  • POV

Umgang mit der Sprache Jugendlicher

Es gibt also keinen ernsthaften Grund, sich Sorgen zu machen, wenn Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen. Respektieren Sie den Wunsch nach Abgrenzung und haben Sie grundsätzlich Verständnis dafür, wenn Ihr Kind andere Wörter benutzt als Sie. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich alles von ihm sagen lassen müssen. Gerade wenn die Sprache unanständig, verletzend oder beleidigend ist. Sagen Sie das Ihrem Kind. Verdeutlichen Sie ihm, warum er auch mit anderen nicht so sprechen soll und vereinbaren Sie, wenn nötig, Regeln zum Umgang miteinander.

Sie sind und bleiben der Erwachsene, von dem sich Ihr Kind unterscheiden möchte. Versuchen Sie deshalb nicht, sich sprachlich anzunähern. Das wird Ihr Kind eher als Eindringen in seine Intimsphäre empfinden. Sprechen Sie so, wie Sie es immer tun. Trotzdem können Sie sich gelegentlich über die phantasievollen Wortschöpfungen Ihres Kindes freuen und nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen!

(mehr …)

Rollenklischees in Jugendmedien

Gaming-Videos auf YouTube, Beautytipps auf Instagram, Krimis im Fernsehen und Tanzvideos auf TikTok – das sind einige der Medienformate, die Jugendliche aktuell am liebsten nutzen. Doch nicht alles ist bei Mädchen und Jungen gleichermaßen beliebt. Beauty und Tanzen sind Mädchenkram, Krimis und Games finden Jungs toll – oder?

Alte Rollenbilder in Neuen Medien

Smartphones, Tablets & Co.: Die Medien, die Jugendliche heute am meisten nutzen sind mit dem Internet verbunden und werden oft als „Neue Medien“ bezeichnet. Doch die Rollenbilder, die ihnen im Netz begegnen, sind oftmals überhaupt nicht neu. Gerade auf Social Media dominieren Rollenklischees. Jungen und Männer bedienen meist verschiedenste Themen wie Politik, Sport, Games oder Comedy. Als Fitfluencer präsentieren sie ihre Muskeln, spielen in Prank-Videos derbe Streiche oder zeigen in Speedruns ihre Leistung in Computerspielen. Mädchen und Frauen präsentieren eher Themen aus dem privaten und häuslichen Bereich wie Hobbys, Lifestyle und Beauty. Sie präsentieren Schmink-Tipps wie die YouTuberin Bibi, teilen leckere Kochrezepte und geben in ausführlichen Vlogs Einblick in ihren Alltag.

Social Media und Geschlechterstereotype

Die Vorstellung darüber, was typisch „männlich“ und typisch „weiblich“ ist, wird gesellschaftlich geprägt und auch über Medien vermittelt. Stereotype Geschlechterdarstellung kann traditionelle Ansichten von Jugendlicher verstärken: Eine Studie von Plan International wies 2019 einen Zusammenhang zwischen der intensiven Nutzung sozialer Medien und der Akzeptanz veralteter Geschlechterklischees nach. Je stärker die befragten Jugendlichen YouTube, Instagram und Facebook nutzten, desto eher stimmten sie der Aussage zu, dass Frauen sich hauptsächlich um Haushalt und Kinder kümmern sollten. Auch dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als Männer, war für die Intensivnutzenden eher in Ordnung. Je nachdem welche Inhalte junge Menschen nutzen, kann Social Media stereotype Vorstellungen von Geschlecht manifestieren. Soziale Plattformen haben jedoch mehr zu bieten als Rollenklischees: Wer gezielt danach sucht, findet vielfältige Angebote auf Social Media jenseits von klassischen Geschlechterrollen.

Mediale Vorbilder und Schönheitsideale

Eine der wichtigsten Aufgaben im Jugendalter ist die Entwicklung einer eigenen Identität. Jugendliche orientieren sich dabei oft stark an ihren medialen Vorbildern wie Influencer*innen, Serienfiguren oder Musikstars. Ihre Idole vermitteln häufig nicht nur Geschlechterstereotype, sondern auch unrealistische Schönheitsideale. Vor allem während der Pubertät, wenn der Körper sich verändert, sind Jugendliche für solche Schönheitsbilder besonders empfänglich. Eine glatte Haut, eine schlanke Figur oder ein trainierter Körper sind deshalb Ziele, die viele Jugendliche anstreben. Durch Inszenierung und Filter bei Selfies können sie diesem Ideal digital immer näherkommen. Positive Rückmeldungen auf bearbeitete Bilder geben zunächst Selbstvertrauen. Später kann jedoch schnell Unzufriedenheit mit dem eigenen, “unbearbeiteten” Aussehen entstehen.

Tipps für Eltern

Jugendliche probieren sich gerne aus und das geht am besten, wenn sie unterschiedliche Vorbilder haben. Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, welche Personen aus Serien, Internet und sozialen Medien es toll findet und fragen Sie nach den Gründen für diese Faszination.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Kind stark an Geschlechterklischees orientiert, stärken Sie sein Selbstwertgefühl und zeigen Sie Alternativen auf. Schauen Sie sich gemeinsam Beispiele an, die körperliche Vielfalt und diverse Rollenmodelle zeigen:

  • Auf sozialen Medien vernetzen sich User*innen unter Hashtags wie #bodypositivity und #bodyneutrality, um stereotype Schönheitsideale aufzubrechen.
  • In Kino, Fernsehen und auf Streaming-Plattformen gibt es immer mehr Filme und Serien, die divers besetzt sind und vielfältige Lebensentwürfe zeigen. Beispiele sind die deutsche Jugendserie DRUCK (ZDF funk) oder die britische Fernsehserie Sex Education (Netflix).
  • In der Welt der Games dominieren Geschlechterstereotype. Aber auch hier werden die Angebote immer diverser. Einige Spiele bieten eine breite Auswahl von Spielfiguren verschiedener Geschlechter oder sexuellen Orientierungen an, zum Beispiel Stardew Valley, Animal Crossing: New Horizons oder Minecraft.

Fake News, Verschwörungen und Desinformationen – Was heißt das eigentlich?

Falschmeldungen, Fake News, Alternative Fakten und Verschwörungstheorien –  diese Begriffe hören wir seit einigen Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Nachrichten. Sie meinen aber nicht unbedingt das Gleiche. Deshalb erklären wir hier, was die Begriffe unterscheidet.

Desinformation

Mit Desinformation sind all jene Nachrichten und Fakten gemeint, die nachweislich falsch oder irreführend sind. Häufig wirken sie wahr, weil sie in eine Geschichte verpackt sind. Deshalb kann es schnell passieren, dass man darauf hereinfällt. Desinformationen werden absichtlich gestreut, um eine bestimmte Stimmung zu verbreiten – beispielsweise gegen bestimmte Menschen oder politische Maßnahmen. Desinformation ist vor allem in Krisenzeiten, wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg, ein Problem.

Fake News

“Fake News” ist ein Begriff, der oft umgangssprachlich für Desinformation verwendet wird. Er wird jedoch auch politisch eingesetzt, um andere politische Positionen oder Personen herabzusetzen. Manchmal wird er auch für Kritik an klassischen Medien genutzt.

Falschinformationen

Dagegen ist eine Falschinformation eine fehlerhafte oder unwahre Information, die ohne Absicht verbreitet wird. Früher gab es gelegentlich sogenannte „Zeitungsenten“: Dabei wurde eine Meldung in der Zeitung veröffentlicht, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hat. Die Zeitung hat in einer späteren Ausgabe darauf hingewiesen.

Satire

Satire kennen Sie vielleicht von Sendungen wie der heute show oder von Memes. Es ist eine künstlerische Ausdrucksform. Obwohl bei Satire oft ähnliche Stilmittel wie bei Desinformation verwendet werden (z. B. Übertreibung oder Vereinfachung von Sachverhalten) gehört sie nicht zur Desinformation. Satire möchte nicht absichtlich täuschen, sondern Missstände oder Probleme deutlich machen.

Propaganda

Mit Propaganda sind alle Aktionen und Methoden gemeint, mit denen zielgerichtet Anschauungen, Ideen oder Informationen (darunter auch Desinformation) verbreitet werden, um die öffentliche Meinung in einer bestimmten Art und Weise politisch zu beeinflussen bzw. zu manipulieren. Dazu zählen auch Plakate u. ä.

Verschwörungserzählungen

Verschwörungserzählungen beruhen auf der Auffassung, dass hinter politischen Maßnahmen oder bestimmten Ereignissen planmäßige Verschwörungen stehen. Sehr bekannt ist die Verschwörung, dass der 11. September von den Amerikanern selbst ausgelöst wurde. Damit hätten die USA eine Rechtfertigung gehabt, in den Irak einzumarschieren und den Machthaber zu stürzen.

Verschwörungstheorien eignen sich dazu, für komplizierte Zusammenhänge einfache Erklärungen zu finden. Es wird ein einfaches Weltbild entwickelt, das auf Klischees oder Stereotypen beruht. Personen und Sachverhalte werden klar eingeteilt – in Gut und Böse, richtig oder falsch.

Wie Sie und Ihre Kinder Falschmeldungen bzw. Desinformationen erkennen und damit umgehen können, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema.

Virtueller Elternabend am 14. September 2022 von 17 bis 18 Uhr

#DenkenFragenPosten: Was müssen Eltern beachten, wenn sie Fotos von Kindern im Netz teilen?

Kaum ist ein Kinderfoto gemacht, wird es auch schon über Messenger oder Social Media Dienste mit Familie und Freunden geteilt – das ist gängige Praxis in vielen Familien geworden. Es wirft aber auch einige Fragen auf: Wann verletzt das Teilen von Bildern und Daten die Rechte von Kindern, zum Beispiel ihr Recht auf Privatsphäre, auf Schutz oder auf Mitbestimmung? Was müssen Eltern beachten, wenn sie Bilder teilen wollen? Wir möchten im Elternabend gemeinsam aus kinderrechtlicher Perspektive auf die Praxis des “Sharentings” („Share“ + „Parenting“) schauen und Tipps erarbeiten, wie Kindheit im Internet stattfinden kann, ohne das Kinderrechte verletzt werden.

Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expertinnen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!

Informationen und Anmeldung

Datum: 14.09.2022 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Medienpädagogischer Input mit Möglichkeiten zum offenen Austausch
Referentin: Sophie Pohle (DKHW)
Moderation: Lidia de Reese (FSM e.V.)
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 14.09.2022 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Natur entdecken mit Apps

    „Schau mal Papa, ein riesiger Käfer!“, „Mama, darf ich diese Beere essen?“, „Welcher Vogel singt denn da?“. Wenn es um Natur und Umwelt geht, machen Kinder viele spannende Entdeckungen. Apps können helfen, Tiere und Pflanzen um uns herum zu erkunden und genauer zu bestimmen. 

    Draußen unterwegs mit dem Smartphone

    Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten genau verstehen, was sie in der Welt alles entdecken. Neben Büchern und Lexika zur Tier- und Pflanzenbestimmung können Sie auch Ihr Smartphone nutzen, um zusammen die Natur um Sie herum zu entdecken! Ob Blumen oder Schmetterlinge, Tierspuren oder Sternbilder – mit den richtigen Apps können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Neues über Tiere und Pflanzen lernen. Nutzen Sie die Entdeckungsfreude Ihres Kindes und verbinden Sie Naturerfahrung an der frischen Luft mit. Wir stellen Ihnen vier ausgewählte Apps vor.

    Pflanzen bestimmen

    Was blüht denn da am Wegesrand? Beim Spaziergang eine Blüte, einen Halm oder ein Blatt abfotografieren und in Sekundenschnelle die Antwort erfahren – das ermöglicht die App Flora Incognita (lateinisch für „unbekannte Pflanzenwelt“). Sie ist leicht zu bedienen und mit ihr werden Kinder zu Naturforscherinnen und Naturforschern. Dank eines speziellen Algorithmus erkennt die App eine Vielzahl an Blumen, Sträuchern, Bäumen und Gräsern und bietet Informationen dazu. Die Entdeckungen können in der App gespeichert werden und geben so der Wissenschaft Hinweise auf die Verbreitung von Pflanzen. „Flora Incognita“ ist das Produkt eines Forschungsprojektes des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena & TU Ilmenau. Die App ist kostenlos und werbefrei für iOS- und Android-Geräte verfügbar. 

    Mehr Infos: Flora Incognita | DE – Die Flora Incognita App – Interaktive Pflanzenbestimmung

    Vogelstimmen erkennen

    „Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald!“. Vögel sitzen oft gut versteckt in Sträuchern oder auf hohen Bäumen. Wir sehen sie nicht immer, aber können ihr Zwitschern und Rufen gut hören. Die verschiedenen Vogelstimmen auseinander zu halten ist nicht so einfach. Hilfestellung bietet die App BirdNET (englisch für „Vogelnetz“). Mit ihr lassen sich Vogelstimmen aufnehmen und direkt bestimmen. Steckbriefe geben nähere Informationen zu den Federtieren, die Aufzeichnungen werden wissenschaftlich verwendet. BirdNET ist ein Forschungsprojekt der TU Chemnitz & Cornell Lab of Ornithology. Die kostenlose, werbefreie App ist sowohl für iOS als auch für Android erhältlich.

    Mehr Infos: BirdNET Sound ID – The easiest way to identify birds by sound. (cornell.edu)

    Teil einer Natur-Community werden

    Die App iNaturalist ist eine soziale Plattform, die Naturfreundinnen und -freunde weltweit in einer Community verbindet. Über ein Profil können Sie Fotos aller möglichen Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen hochladen und bestimmen. Die Beobachtungen werden mit dem Standort versehen und gespeichert. So können andere Nutzende nachsehen, welche Tiere und Pflanzen in der Umgebung gesichtet wurden und die Funde diskutieren. In der kostenfreien App gibt es eine beeindruckende Anzahl an Entdeckungen. Trotzdem ist sie übersichtlich gestaltet und für ältere Kinder leicht zu bedienen. iNaturalist ist kostenfrei und für Android und für iOS erhältlich.

    Mehr Infos: Eine Community für Naturfreunde · iNaturalist

    Den Himmel bei Nacht entdecken

    Großer Wagen, Milchstraße, Polarstern: soweit kennen sich die meisten mit unserem Nachthimmel aus. Darüber hinaus wird es oft schon schwierig. Die App Star Walk 2 bietet die Möglichkeit, mit dem Standort der Kamerafunktion die Sterne und Planeten um uns herum zu entdecken. Mit einem Klick auf einen Himmelskörper erfahren Nutzende mehr dazu. Per Augmented Reality verbindet die App einzelne Sterne zu wunderschönen, dreidimensionalen Sternbildern und untermalt das Erlebnis mit stimmungsvoller Musik. In-App-Käufe bieten Zugang zu mehr Kategorien wie Satelliten und Kometen. Die App ist in der Basisversion kosten- und werbefrei und für Android und iOS verfügbar.

    Mehr Infos: Sterne bei Nacht leicht identifizieren | Mobile Sternenbeobachtung | Aktueller Sternenhimmel | Star Walk

    Was sollten Eltern beachten?

    • Einige Apps funktionieren nur mit einer Internetzverbindung. Mitten im Wald oder in den Bergen kann es sein, dass Sie keinen Empfang haben. Machen Sie Fotos Ihrer Entdeckungen und schlagen Sie später gemeinsam nach.
    • Vorsicht giftig! Auch Apps zur Naturbestimmung bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Vermeiden Sie im Zweifelsfall das Anfassen oder Essen von Pflanzen und Tieren.
    • Manche Apps verlangen Zugriff auf Ihren Standort, auf Ihre Smartphone-Kamera und andere Funktionen. Prüfen Sie, welche App-Berechtigungen für die Verwendung der App wirklich nötig sind und unterstützen Sie Ihr Kind, sparsam mit Daten umzugehen.
    • Behalten Sie im Auge, dass bei einigen Apps In-App-Käufe möglich sein können. Informieren Sie sich vor dem Installieren einer App genau und schränken Sie Kaufoptionen in den Smartphone-Einstellungen ein.
    • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie die Mediennutzung in der Familie gestalten möchten und wie viel Bildschirmzeit angemessen ist. 

    Sichere Suche im Internet

    Kinder und Jugendliche können über die Suche im Internet schnell an Inhalte geraten, die nicht für ihr jeweiliges Alter geeignet sind, weil sie stark sexualisiert sind oder Gewaltdarstellungen enthalten. Mit einer bestimmten Filterfunktion in Suchmaschinen – der SafeSearch oder „Sicheren Suche“ – soll das verhindert und das Surfen für Jugendliche und Kinder sicherer werden.Diese Filtertechnik lässt sich bei den meisten Online-Suchmaschinen aktivieren: Dann werden automatisch unangemessene und nicht jugendfreie Inhalte aus den Suchergebnissen gefiltert und nicht angezeigt.

    Sichere Suche aktivieren

    Bei den bekanntesten Suchmaschinen – wie Google, Bing und Ecosia – können Sie die Filterfunktion sehr einfach über die jeweilige Startseite und dann über „Einstellungen“ einschalten. Dabei gibt es häufig zwei Filterstufen: Streng und Mittel/Moderat.

    SafeSearch bei Google lässt sich aktivieren für:

    Wenn Google erkennt, dass der Nutzer oder die Nutzerin jünger als 18 Jahre ist, ist SafeSearch automatisch eingeschaltet und kann bei einem Familienkonto von den Eltern deaktiviert werden. Mit einem Google-Account funktioniert die Filtertechnik auf dem Computer sowie auf mobilen Geräten (Android und iOS).

    Bei Bing finden Sie SafeSearch ebenfalls unter Einstellungen. Bing entfernt unangemessene Suchergebnisse in zwei Stufen:

    • Streng: Nicht jugendfreie Texte, Bilder und Videos werden aus den Suchergebnissen herausgefiltert.
    • Mittel: Nicht jugendfreie Bilder und Videos werden aus der Suche herausgefiltert, aber keine Texte.

    Bei Ecosia gelangen Sie über das Menü auf der Startseite in die Einstellungen und könnten dort die Sichere Suche aktivieren (Streng/Mittel).

    Was kann problematisch sein?

    Wenn Sie eine andere Suchmaschine als die genannten verwenden, schauen Sie in den Einstellungen, ob sich „Sichere Suche“ einstellen lässt.

    Bedenken Sie, dass keine Filterfunktion zu 100% treffsicher ist. Es kann immer passieren, dass Bilder oder Suchergebnisse von dem Programm nicht erkannt werden. Wenn das passiert, können Sie diese Inhalte melden. SafeSearch (bei Google, Bing und Yahoo) filtert nach amerikanischen Maßstäben. Das bedeutet, es werden auch Ergebnisse herausgefiltert, die nach deutschem Recht nicht jugendgefährdend sind (z. B. Nacktheit). Ergebnisse, die nach deutschem Recht nicht jugendfrei (z. B. Gewalt) oder sogar strafbar (z. B. Holocaustleugnung) sind, werden teilweise trotzdem angezeigt. 

    Tipp für Eltern: Kindersuchmaschinen verwenden

    Wenn Ihr Kind noch jünger ist (im Grundschulalter) empfehlen wir, Kindersuchmaschinen zu verwenden. Mit Hilfe dieser können sie lernen, sich online auf sicheren Webseiten zu bewegen, bevor sie „Erwachsenenangebote“ kennenlernen. Kindersuchmaschinen arbeiten mit sogenannten Whitelists – es werden in den Suchergebnissen nur solche Seiten angezeigt, die vorher auf kindgerechte Inhalte geprüft wurden. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten im Internet. Wenn Ihr Kind schon älter ist und sich allein online bewegt, fragen Sie regelmäßig nach seinen Erfahrungen und seien Sie ansprechbar.

    Podcasts für Jugendliche

    Spätestens seit Beginn der Coronapandemie sind Podcasts bei jungen Menschen sehr beliebt. Jugendliche hören nicht nur altersgerechte Podcasts, sondern gelegentlich auch solche, die sich vor allem an Erwachsene richten.

    Was ist ein Podcast?

    Podcasts sind in der Regel Audios, die sich online abrufen, abonnieren und teilweise auch speichern lassen, um sie sich immer wieder anzuhören. Es gibt auch Videopodcasts oder Podcast, die als Audio und Video ausgespielt werden. Regelmäßig werden neue Folgen veröffentlicht. Viele Podcastformate haben ein großes Oberthema, wie z. B. Sport, Kultur oder Nachrichten. Es können abgeschlossene Geschichten je Folge oder Fortsetzungen sein. Sehr beliebt sind u. a. True-Crime-Podcasts, in denen echte Kriminalfälle nacherzählt werden.

    Podcasts sind im Trend

    Audioformate lassen sich einfach unterwegs hören und können gut Langeweile vertreiben. Es gibt sowohl Podcasts, bei denen sich Menschen über ihren Alltag oder „Gott und die Welt“ unterhalten, als auch thematische Formate. Hörende lassen sich unterhalten und lernen Neues. Oft sind Podcasts persönlich, wodurch sich die junge Zuhörerschaft den Podcasterinnen und Podcastern nah fühlt, ähnlich wie bei Influencern auf Social Media.

    Zum einen gibt es Podcasts, die bewusst für Jugendliche gemacht sind und sich Jugendthemen widmen. Zum anderen produzieren immer mehr Influencerinnen und Influencer Podcasts, die deshalb auch für ihre jugendlichen Fans interessant sind. Sie heißen „Dick & Doof“, „Hobbylos“ oder „Gemütlich Nachsitzen“.

    Was sollten Eltern beachten?

    Podcasts müssen bisher nicht im Sinne des Jugendschutzes mit einer Alterskennzeichnung versehen werden, wie Videos oder Games. Jeder Mensch kann also einen Podcast mit jedem Inhalt veröffentlichen. Fragen Sie deshalb regelmäßig nach, welche Podcasts Ihr Kind hört und informieren Sie sich darüber. Über Portale wie Spotify und Co. haben Jugendliche Zugriff auf alle möglichen Podcasts. Über den Algorithmus der Plattform werden weitere Inhalte vorgeschlagen, die sie nicht einschätzen können. Podcasts beinhalten auch immer mehr Werbung, die manchmal von den Podcasterinnen und Podcastern selbst vorgelesen oder von den Plattformen vorher oder nachher eingespielt wird. Darüber werden viele Podcasts finanziert.

    Hörempfehlungen für Jugendliche

    Podcast, die sich konkret an Jugendliche richten, sind in der Regel werbefrei, haben eine Altersempfehlung und gehen auf Themen ein, die junge Menschen interessieren. Aber es gibt durchaus auch Podcasts, die keine konkrete Altersempfehlung haben, sich aber trotzdem gut für Jugendliche eignen. Ein paar Tipps haben wir zusammengestellt:

    • Wo drückt’s? – empfohlen ab 13 Jahre, verfügbar über diverse Plattformen (u. a. Spotify und Podimo): Zwei Schauspielerinnen aus der Jugendserie DRUCK sprechen über ihre persönlichen Erfahrungen rund um erste Liebe, nervige Eltern oder Mobbing;
    • Heinefunk – empfohlen ab 11 Jahre, verfügbar über diverse Plattformen (u. a. ApplePodcast und Spotify): Auch der Podcast eines Gymnasiums kann spannend sein, denn hier kommen Schülerinnen und Schüler selbst zu Wort. Es geht um das aktuelle Schulleben, was auch für Außenstehende interessant sein kann – oder die Anregung einen eigenen Schulpodcast auf die Beine zu stellen.
    • TWEEN Screen – empfohlen ab 11 Jahre; verfügbar über ARD Audiothek und Podimo: Der Jugendpodcast vom MDR befasst sich mit dem Thema Mediennutzung und beantwortet Fragen jugendlicher Nutzerinnen und Nutzer.

    Mehr Tipps für Podcasts für Jugendliche finden Sie bei Webhelm und beim Stadtmagazin Känguruh.


    Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?

    Steht auf dem Wunschzettel Ihres Kindes für den Geburtstag oder Weihnachten eine Smartwatch? Vielleicht ist der Wunsch schon in Erfüllung gegangen, denn in immer mehr Familien gibt es die schlauen Armbanduhren. Das Angebot an Smartwatches wächst und ihr Funktionsumfang auch.

    Was ist eine Smartwatch?

    Sie sieht aus wie eine digitale Armbanduhr, hat jedoch sehr viel mehr zu bieten. Die Uhr ist eigentlich ein kleiner Computer, der mit dem eigenen Smartphone verbunden wird. Es gibt aber auch Smartwatches, die ohne Smartphone funktionieren. Man kann darauf Textnachrichten lesen, ohne erst nach dem Smartphone in der Tasche kramen zu müssen. Man lässt sich damit zum nächsten Kino navigieren, kann mit der Uhr seine Schritte zählen lassen und vieles mehr. Außerdem verfügt die Uhr über einen Lautsprecher und ein Mikrofon, sodass man auch ohne Smartphone über das Handgelenk telefonieren kann.

    Für Kinder gibt es spezielle Smartwatches mit eingeschränktem Funktionsumfang (Textnachrichten senden und empfangen, GPS-Tracking, Lernspiele, Fotofunktion usw.) – mit oder ohne Verbindung zum Internet (über eine integrierte SIM-Karte). Hersteller bewerben diese Uhren als Einstieg in das digitale Leben und als gutes Kommunikationsmittel zwischen Eltern und Kind.

    Was macht den Reiz der Smartwatch aus?

    Gerade für jüngere Kinder können sie eine praktische Alternative zum Smartphone sein. Die schlauen Uhren sind in der Regel einfach zu bedienen und bieten die wichtigsten Funktionen. Für Kinder steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund: sie können mit der Uhr spielen oder mit Freunden chatten (sofern es eine SIM-Karte hat und die Eltern die Telefonnummern der Freunde vorab dafür freigegeben haben).

    Nicht zu missachten, ist jedoch die mögliche Kontrolle durch die Eltern. Durch die Ortungsfunktion wissen Mama und Papa, wo sich ihr Kind gerade aufhält, es ist jederzeit erreichbar und sie können kontrollieren, mit welchen Personen das Kind kommuniziert. Im Internet surfen ist nicht mit allen Kinder-Smartwatches möglich, da sie nicht zwingend über eine Internetverbindung verfügen. Dies gibt Eltern die Sicherheit, dass ihr Kind auf keine bedenklichen Inhalte stoßen kann.

    Was sollte man bei Smartwatches beachten?

    Einerseits können die Uhren einen guten Einstieg in die Welt der digitalen Geräte bieten, da sie nicht unbedingt eine Verbindung zum Internet haben müssen, aber für Kinder viele attraktive Funktionen wie Spiele und Kamera mitbringen. Ihr Kind lernt mit einem eigenen Gerät umzugehen, ohne dass es schon ein teures Smartphone sein muss.

    Andererseits gibt es Funktionen, die in die Privatsphäre des Kindes eindringen. Die Funktion des GPS-Trackings erscheint auf den ersten Blick sinnvoll. Denn so wissen Sie jederzeit, wo sich Ihr Kind gerade aufhält. Aber Sie sollten sich klarmachen, dass auch Ihr Kind ein Recht auf freie Entfaltung hat – wenn auch in einem geschützten Rahmen. Sich mit dem Älterwerden zunehmend frei zu bewegen und eigene Erfahrungen zu machen, ist wichtig für Ihr Kind. Das Aktivieren der Ortungsfunktion kann einen Übergriff in die Freiheit Ihres Kindes darstellen und zu einem Vertrauensbruch führen. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit zurück und schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen.

    Sollten Sie sich zusammen für die Anschaffung einer Kinder-Smartwatch entscheiden, dann lernen Sie die Uhr gemeinsam mit Ihrem Kind kennen und nehmen Sie die Einstellungen zusammen vor. Die Kontrollfunktionen sollten nur in Notfällen und mit Wissen Ihres Kindes aktiviert werden. Machen Sie sich außerdem zur Datenschutzerklärung, den AGB und den Nutzungsbedingungen schlau! Smartwatches gelten immer mehr als Datenräuber. Hacker können möglicherweise auf einfache Weise Zugriff auf die Uhren erlangen.

    Das Spiel mit der Zeit: Gaming-Trend Speedrun

    Eine Spielfigur springt von Level zu Level, der Vorwärts-Button ist durchgehend gedrückt, alle Aufgaben sind in Windeseile erledigt und schwupps – schon ist das Spiel beendet. Haben Sie das schon einmal beobachtet? In einem Let’s-Play-Video oder vielleicht sogar bei Ihrem Kind?  

    Was ist ein Speedrun?

    Das Wort Speedrun kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern speed für Schnelligkeit und run für Durchlauf zusammen. Das Hauptziel ist das schnelle Durchspielen eines beliebigen Videospiels. Besonders Jump ’n‘ Run-Spiele wie das Nintendo-Spiel Super Mario, aber auch Ego-Shooter wie Half Lifeoder Adventure-Games wie Pokémon sind Beispiele für Speedruns. Wichtig ist es nicht nur, ein Spiel in Rekordzeit zu beenden, sondern auch den Spielverlauf aufzunehmen und den Videobeweis mit der Online-Community zu teilen. Ob Gaming-Stars oder Jugendliche – viele Spielerinnen und Spieler teilen Mitschnitte ihrer Speedruns online oder laden ihre Community zu Livestreams ein, zum Beispiel über Twitch.

    Abschnitte überspringen, Hindernisse umgehen, Wände durchschreiten – was genau erlaubt ist, entscheidet die Community. Verschiedene Kategorien mit Regeln sorgen für einen fairen Wettkampf. Hier einige Beispiele:

    • Glitch (englisch für Programmierfehler): die Schwächen in der Programmierung eines Spiels dürfen ausgenutzt werden
    • 100%: das Spiel muss mit der Erfüllung aller Aufgaben gespielt werden
    • Low%: nur das Mindestmaß an Aufgaben muss erfüllt werden
    • Any%: egal wie – nur der Endpunkt eines Spiels, der Abspann, muss erreicht werden

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Der größte Reiz von Speedruns ist es, ein Game aus einer anderen Perspektive zu erleben. Dabei erforschen Kinder und Jugendliche Mechanismen und Regeln, um damit neue Spielfähigkeiten zu entwickeln. So kann auch das Lieblingsspiel oder der 20 Jahre alte Klassiker wieder eine neue Herausforderung darstellen. Jugendlichen und Kindern macht es Spaß, kreative Lösungswege zu finden und Taktiken auszutüfteln. Sich mit anderen zu messen ist spannend und schafft Anerkennung durch Freundeskreis und Community. 

    Was kann problematisch sein?

    Wer einen guten Speedrun schaffen möchte, muss sehr geduldig sein und fleißig üben. Immer wieder dasselbe Spiel durchzuspielen und dabei Fähigkeiten zu perfektionieren, kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und zu exzessiver Mediennutzung führen. Es kann Kinder und Jugendliche frustrieren, wenn sie nicht so schnell vorankommen, wie sie möchten oder andere stets ihre Rekordzeit überbieten.

    Tipps für Eltern zum Umgang mit Speedruns

    • Bleiben Sie mit Ihrem Kind über Gaming im Gespräch.
    • Zeigen Sie Interesse für die Lieblingsspiele Ihres Kindes und schauen Sie sich gemeinsam Speedruns an.
    • Seien Sie sich der medialen Vorbilder Ihres Kindes bewusst, sowohl der Spielfiguren im Spiel als auch der Speedrunner und Speedrunnerinnen in der Gaming-Szene.
    • Legen Sie gemeinsam angemessene Medienzeiten für Ihr Kind fest und vereinbaren Sie zum Beispiel einen Mediennutzungsvertrag.
    • Beobachten Sie Ihr Kind und reagieren Sie, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu extremer Mediennutzung neigt.

    TikTok und der Krieg

    Die Social-Media-Plattform TikTok ist vor allem bekannt für ihre lustigen Musik- und Tanzvideos. Die Smartphone-Clips dauern meist nicht länger als eine Minute und verschwinden nach einmal scrollen wieder. Unter Inhalten aus dem Freundeskreis, von Influencerinnen und Musikern mischen sich auch Inhalte, die TikTok automatisch für den eigenen Feed generiert. Wie zum Beispiel Videos vom aktuellen Krieg in der Ukraine. Durch den speziellen Algorithmus von TikTok werden Clips aus dem Kriegsgeschehen, aber auch Propaganda und Fake-Videos ungefiltert auf die Smartphones von Kindern und Jugendlichen gespült. 

    Was ist zu sehen?

    Brutale Bilder, Panzervideos, brennende Häuser oder Fluchtgeschichten – einmal scrollen und Kinder und Jugendliche sehen auf TikTok Videos, die ohne Kontext gepostet wurden und eindeutig etwas mit Krieg zu tun haben. Die Betroffenen in den Videos sind oft genauso alt wie die Nutzenden selbst: Jugendliche, die aus der Ich-Perspektive aus Bunkern, von Bombenangriffen und von der Flucht erzählen. Doch was ist echt und was ist falsch? Desinformationen, Fake-Live-Streams und Kriegspropaganda werden über TikTok geteilt. Inszenierte Videos, die nur für Likes, Klicks oder mit der Bitte um Spenden gepostet werden, drehen ihre Runden. Bots werden eingesetzt, um Beiträge zu kommentieren und die Stimmung aufzuheizen.

    Was ist problematisch?

    TikTok dient Kindern und Jugendlichen als Informationsquelle, über Hashtag lassen sich leicht weitere Videos zum Thema suchen. Da die tatsächlichen Quellen meist nicht angezeigt werden ist es für Kinder und Jugendliche herausfordernd, die Flut an ungeprüften Inhalten richtig einzuschätzen. Es besteht außerdem die Gefahr des Doomscrollings, also das Geraten in eine Spirale schlechter Nachrichten. 

    Durch den Algorithmus werden Kinder und Jugendliche ungefragt mit “expliziten” Inhalten konfrontiert, die sie vielleicht gar nicht sehen möchten und die für sie ungeeignet sind. Schnitt und Musik von Fake-Videos schüren mitunter starke Emotionen und es ist schwer, Distanz zu bewahren. 

    Russland nutzt die Plattform zu Propagandazwecken, das Wort “Krieg” ist in russischen Medien im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg verboten. Der ukrainische Präsident ruft seine Landsleute dazu auf, durch TikTok über den Krieg zu informieren. Der Krieg findet also auch über TikTok statt und die Plattform eignet sich perfekt zur Meinungsbeeinflussung. 

    Was sagt TikTok dazu?

    TikTok reagiert auf die aktuellen Entwicklungen und setzt Maßnahmen zum Schutz der Community ein. Aktuell werden immer mehr Inhalte staatlich kontrollierter Medien gekennzeichnet, unter anderem aus der Ukraine, Russland und Weißrussland. Außerdem geht TikTok stärker gegen Falschinformationen vor. Die Videoplattform arbeitet mit unabhängigen Fakten-Checkern zusammen, die kontinuierlich die Richtigkeit von Inhalten überprüfen und kennzeichnen, Konten sperren und Videos löschen. Auf ihrer “Entdecken” Seite gibt TikTok Tipps, wie Nutzende ihre digitalen Kompetenzen stärken können.

    Was können Eltern tun?

    Der Übergang von banaler Unterhaltung zum Schrecken des Kriegs geschieht auf TikTok rasant. Auf lustige Tanzvideos folgen Panzerbilder. Das kann Ihr Kind überfordern. Zu verhindern, dass Ihr Kind solche Videos zugespielt bekommt, ist nicht möglich. 

    • Begleiten Sie deshalb Ihr Kind bei der Nutzung von TikTok.
    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was ihm auf TikTok begegnen kann.
    • Bestärken Sie Ihr Kind darin, sofort wegzuklicken, wenn es ein Video nicht sehen möchte.
    • Klären Sie Ihr Kind über den speziellen Algorithmus von TikTok auf. Liken, teilen und ein Video zu Ende anschauen tragen dazu bei, ähnliche Videos im Feed angezeigt zu bekommen. 
    • Unterstützen Sie Ihr Kind in der Entwicklung seiner Medienkompetenz und beim Erkennen von Fake-News.
    • Analysieren Sie gemeinsam TikTok-Videos: Was wird in dem Video gezeigt? Wissen wir, ob das Gezeigte echt ist? Werden Quellen angegeben? Wie berichten seriöse Nachrichtendienste darüber? 
    • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, was den eigenen Medienkonsum und den Umgang mit Quellen anbelangt. 

    Der Krieg in der Ukraine und die Darstellung dessen in den Medien kann nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene überfordernd sein. Bleiben Sie sie selbst und sprechen Sie über Ihre Gefühle im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Beitrag Kinder und Nachrichten vom Krieg.

    Trash TV – Unterhaltung ohne Limit?

    Diese Formate kennen Sie bestimmt: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, “Der Bachelor” oder “Germanys next Topmodel”. Sogenannte Trash TV-Sendungen sind nach wie vor beliebt und feiern jedes Jahr den Beginn einer neuen Staffel. Ob im Fernsehen oder über Online-Plattformen – die Angebote sind zahlreich und werden immer skurriler, um den gewünschten Unterhaltungsfaktor zu liefern. Offene Begeisterung, heimliches Vergnügen oder niveaulose Zeitverschwendung? Beim Thema Trash TV sind die Meinungen gespalten.

    Was ist Trash TV? 

    Das Wort Trash TV kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt so viel wie “geschmackloses Fernsehen”. Trash TV in Deutschland hat seinen Ursprung mit dem Aufkommen privater Fernsehsender wie SAT.1 oder RTL in den 1980er-Jahren. In einer Zeit immer größerer Medienkonkurrenz sorgten leichte Unterhaltungssendungen dafür, das Publikum für sich zu gewinnen und die Einschaltquoten zu erhöhen. Die Produktion von Trash-TV-Formaten bedient sich bewährten Mustern und ist günstig.

    Vor allem das Format Scripted Reality (zu Deutsch: “als Drehbuch geschriebene Realität”) boomt. Die inszenierten Geschichten und Figuren wirken wie aus dem Leben gegriffen und sollen den Zuschauenden das Gefühl vermitteln, dass die Geschehnisse echt sind. Streit, Liebeskummer, Betrug und Verrat sind nur einige Beispiele für beliebte Themen. In Wirklichkeit wird die Handlung vorher festgelegt und von Schauspielerinnen und Schauspielern umgesetzt. 

    Hier ein paar Beispiele für Trash-TV-Formate:

    • Doku Soaps (Berlin – Tag & Nacht, Goodbye Deutschland! Die Auswanderer)
    • Castingshows (Germanys Next Topmodel, Deutschland sucht den Superstar)
    • Spielshows (Ich bin ein Star – holt mich hier raus, Das Sommerhaus der Stars)
    • Kennenlernshows (Der Bachelor & Die Bachelorette, Love Island)
    • Gerichtsverfahren (Richterin Barbara Salesch, Das Jugendgericht)
    • Fiktive Reportagen (Auf Streife, Die Trovatos – Detektive decken auf)

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Trash TV?

    Die 16. Staffel von Germany’s Next Topmodel im Jahr 2021 wurde durchschnittlich von rund 2,46 Millionen Menschen angeschaut, wobei die meisten von ihnen zwischen 3 und 14 Jahre alt sind. Was macht Trash-TV für junge Menschen so attraktiv? 

    Als Abwechslung zum gewöhnlichen Alltag bieten Trash-TV-Serien eine Welt voller aufregender Gefühle, Dramen und Zumutungen. Viele Jugendliche finden diese Art von Unterhaltung faszinierend und spannend – also perfekt gegen Langeweile.

    Ein weiteres Phänomen bezeichnet die Wissenschaft als Eskapismus. Der Begriff kommt vom englischen Wort escape und heißt übersetzt “flüchten”. Beim Eskapismus nutzen Menschen Medienkonsum als Flucht vor der Realität. Einschalten um abzuschalten lautet hier das Motto, denn beim Konsumieren muss nicht viel nachgedacht werden. Nach einem anstrengenden Schul- oder Arbeitstag bietet Trash TV dem rauchenden Kopf eine wohlverdiente Pause, Sorgen und Probleme geraten in den Hintergrund.

    Trash TV bietet immer ein aktuelles Gesprächsthema, ob auf dem Schulhof oder über Messenger. Auch in den sozialen Medien wie Instagram oder Twitter sind Trash-TV-Formate mit ihren Kanälen präsent. In den Kommentaren ist ordentlich was los und Fans haben hier die Möglichkeit ihren Gedanken, Theorien oder dem Unmut zur Sendung freien Lauf zu lassen. Der Austausch und das Gemeinschaftsgefühl machen den Konsum von Trash-Sendungen für Kinder und Jugendliche interessant.  

    Was ist problematisch an diesem Angebot?

    Trash-TV-Formate überschreiten häufig Grenzen zum Zwecke der Unterhaltung. Die Sendungen zeigen mitunter problematische Verhaltensweisen wie Mobbing, Gewalt oder Homophobie. Auch Menschen- und Tierrechte werden in einigen Shows ignoriert oder bewusst verletzt. Die Figuren gehen mitunter ruppig miteinander um und steigern sich zuweilen übertrieben in Gefühle und Konflikte hinein. 

    Viele Shows und Sendungen vermitteln Kindern und Jugendlichen ein einseitiges Weltbild, stereotype Rollenbilder oder überhöhte Körperideale. Besonders wenn Kinder und Jugendliche sich mit den Hauptfiguren identifizieren und mit ihnen mitfiebern, können falsche Vorbilder entstehen. 

    Trash-TV-Formaten fehlt es meist an eindeutigen Kennzeichnungen, dass die Personen frei erfunden sind. Jungen Zuschauenden kann es dadurch schwerfallen, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten. Auch wenn die Studie schon etwas zurückliegt, so gaben im Jahr 2011 nur 22% der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren an, sich der Fiktion in Trash-TV-Sendungen bewusst zu sein. 

    Was sollten Eltern beachten?

    Besonders Kinder können Trash-TV-Formate noch nicht richtig einschätzen. Sie brauchen die Unterstützung der Eltern, um ein Bewusstsein zu entwickeln, welche Inhalte der Wahrheit entsprechen und welche nicht. Das Anschauen von Trash-TV-Sendungen zu verbieten macht nur wenig Sinn, denn damit werden Neugier und Interesse erst recht geweckt. Wichtiger ist es, mit Ihrem Kind im Gespräch zu bleiben. Fragen Sie nach, was es an den gesehenen Sendungen spannend findet. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es sich dabei um ein vorgeschriebenes Drehbuch mit absichtlich hergestellten Konflikten handelt. Auch Behind the scenes-Videos über die Hintergründe von Sendungen helfen dabei, die Machart der Formate zu verstehen. Ein gemeinsamer Fernsehabend mit den Lieblingsformaten Ihres Kindes kann helfen, um sowohl über die Faszination Trash TV als auch über Problematiken zu sprechen und sie zu reflektieren. 

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