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Problematische Körperbilder in den Medien

Sie schminken, stylen, trainieren und optimieren sich. Sie tauchen in Kinderserien auf, posieren auf TikTok und Instagram, laufen über rote Teppiche oder präsentieren sich in Dating- und Reality-Shows – und sehen dabei scheinbar immer perfekt aus. Medienfiguren, Influencer*innen, Stars und TV-Gesichter zeigen täglich, wie der „ideale“ Körper angeblich aussehen soll. Das kann bei Kindern und Jugendlichen großen Druck auslösen.

Ideale Körper begegnen Kindern schon früh

Große Augen, seidige Haare, definierte Muskeln und scheinbar makellose Proportionen: Schon früh begegnen Kindern und Jugendlichen auf Bildschirmen Körperbilder, die mit der Realität wenig zu tun haben. Das beginnt schon im Kinderfernsehen: Disney-Figuren wie Elsa und Tarzan, die Feen aus dem Winx-Club oder Superhelden wie Spiderman sind oft extrem schlank oder sehr sportlich und muskulös gezeichnet.

Kinder lieben solche Filme und Serien meist nicht wegen der Stereotype, sondern weil sie spannend, lustig, emotional oder besonders schön inszeniert sind. Die stark idealisierten Körperbilder nehmen sie dabei eher nebenbei auf. Diese Bilder können sich aber trotzdem einprägen und beeinflussen, was Kinder als „normal“ oder „schön“ empfinden.

Wenn Aussehen für Jugendliche zum Maßstab wird

Für ältere Kinder und Jugendliche zeigen Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ oder Dating-Shows wie „Love Island“ sehr deutlich, worauf es dort ankommt: auf das perfekte Aussehen. Wer den Erwartungen an Körper, Maße und Styling nicht entspricht, hat es schwerer. Erfolg auf dem Laufsteg oder bei der Suche nach Nähe und Beziehung wirkt in solchen Formaten häufig davon abhängig, ob der eigene Körper den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Wer nicht dazu passt, wird mitunter öffentlich abgewertet oder scheidet aus. Auf Social Media wird diese Geschichte weitergeführt: Beauty-, Fashion- und Fitness-Influencer*innen zeigen, wie man sich pflegt, schminkt, kleidet, trainiert und ernährt. Manche sprechen auch über Schönheitsoperationen, Abnehmspritzen oder andere Eingriffe. Oft entsteht dabei der Eindruck: Der eigene Körper ist ein Projekt, an dem ständig gearbeitet werden muss, um einem vermeintlichen Ideal möglichst nahe zu kommen.

Jugendliche mögen solche Formate oft, weil sie unterhalten, emotional erzählen und Einblicke in Themen geben, die in ihrem Alltag wichtig sind: Aussehen, Anerkennung, Flirten, Zugehörigkeit und Selbstinszenierung. Außerdem laden sie zum Mitreden ein – in der Schule, im Freundeskreis oder auf Social Media – und werden so schnell Teil gemeinsamer Gespräche und Trends.

Wenn Körperbilder Druck machen

Gerade für Kinder und Jugendliche können diese Körperdarstellungen sehr prägend sein. Junge Menschen suchen in ihren Medien nach Vorbildern und Ideen, wie sie selbst sein möchten und wie ihr Leben aussehen kann. Wenn sie dabei ständig von einem bestimmten Körperideal umgeben sind, kann bei ihnen ebenfalls der Wunsch entstehen, so auszusehen. Eventuell gehen sie sogar davon aus, dass persönlicher Wert von perfektem Aussehen abhängt – schließlich ist das die Botschaft, die in vielen TV-Formaten und auf Social-Media-Profilen mitschwingt.

Kinder und Jugendliche können dabei nicht unbedingt erkennen, dass Körperdarstellungen in den Medien auf Perfektion getrimmt sind – durch inszenierte Darstellung und Ausleuchtung, durch Nachbearbeitung und Effekte entsteht eine Illusion, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Hinzu kommt: Viele Inhalte auf Social Media werden inzwischen auch mit KI verändert, ergänzt oder sogar vollständig künstlich erzeugt – und sind dadurch noch schwerer als bearbeitet oder gefälscht zu erkennen.

Einem solchen Ideal nachzueifern kann zu viel Frust und Enttäuschung, zu hohen Ausgaben für scheinbar hilfreiche Beauty-, Trainings- oder Ernährungsprodukte bis hin zu handfesten Problemen wie einer gestörten Körperwahrnehmung, psychischen Problemen oder Essstörungen führen.

Häufig sind die Angebote auch stark geschlechtsspezifisch ausgerichtet – so werden jungen Mädchen vor allem Schmink- und Stylingtipps angezeigt, Jungs dagegen bekommen Muskeln und starke Helden präsentiert. Das verstärkt neben dem generellen Druck auch klischeehafte Vorstellungen von Geschlechterrollen.

Was sollten Eltern beachten?

Machen Sie sich bewusst, mit welchen Körperdarstellungen Ihr Kind über seine Mediennutzung konfrontiert ist, zum Beispiel über den Elternratgeber für TV-, Streaming- und Social-Media-Angebote FLIMMO. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die liebsten Sendungen oder Social-Media-Profile zeigen und schauen Sie gemeinsam, was da vermittelt und gezeigt wird. Sprechen Sie darüber, wie mediale Körperbilder entstehen und warum sie häufig nicht realistisch sind.

Sie können auch gemeinsam Videos ansehen, in denen gezeigt wird, wie „perfekte“ Bilder entstehen. Wenn Ihr Kind versteht, wie Medien funktionieren und warum die Bilder auf den Geräten nicht realistisch sind, ist das ein erster Schritt, um den Druck rauszunehmen. Hilfreich können dabei Aufklärungsangebote wie dieses Video von Funk sein. Mehr dazu, wie Sie mit Schönheitsidealen im Netz umgehen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schaffen Sie ein Gegengewicht: Nutzen Sie gemeinsame Medienzeit und schauen Sie mit Ihrem Kind bewusst Filme und Serien, die vielfältige Körperbilder zeigen und nicht nur gängige Stereotype bedienen. Auch auf Social Media können Sie gemeinsam Profile entdecken, die andere Perspektiven sichtbar machen – und Ihrem Kind zeigen, dass Körper sehr unterschiedlich aussehen dürfen.

Ganz wichtig ist: Seien Sie sich Ihrer Vorbildrolle bewusst! Gesundes Essverhalten, ein freundlicher Umgang mit dem eigenen Körper und eine Einschätzung des eigenen Wertes, die mehr als Äußerlichkeiten einbezieht, werden auch zuhause geprägt.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind durch bestimmte Körperideale bereits psychisch belastet ist, dass sich sein Essverhalten verändert oder Sie sich unsicher sind – suchen Sie Hilfe. Sprechen Sie mit (Schul-)Psycholog*innen, Kinderärzt*innen oder melden Sie sich bei einer anonymen Beratungsstelle wie der Nummer gegen Kummer.

Eltern-Check-In: Ich bin oft am Smartphone, wenn mein Baby dabei ist. Ist das schlimm?

Eine Nachricht beantworten, kurz durch Social Media scrollen oder etwas nachschauen – das Smartphone gehört für viele Eltern selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele: Bekommt mein Baby dadurch zu wenig Aufmerksamkeit? Wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen bewussten Umgang.

Warum Aufmerksamkeit so wichtig ist

In den ersten Lebensmonaten lernt Ihr Baby vor allem über den Austausch mit Ihnen. Blickkontakt, Stimme, Mimik und Ihre Reaktionen helfen ihm, die Welt zu verstehen und sich sicher zu fühlen. Wenn Sie auf Signale Ihres Babys eingehen, erlebt es: „Ich werde gesehen und verstanden.“ Das geschieht in vielen kleinen Alltagsmomenten beim Füttern, Wickeln, Tragen oder Spielen. Babys brauchen dabei keine dauerhafte Unterhaltung. Oft reichen kurze Momente gemeinsamer Aufmerksamkeit.

Was das Smartphone verändern kann

Wenn der Blick häufig aufs Smartphone geht, können gemeinsame Momente unterbrochen werden:

  • Blickkontakt wird seltener
  • Reaktionen verzögern sich
  • Signale des Babys werden leichter übersehen

Das passiert meist unbewusst. Babys können noch nicht verstehen, warum der gemeinsame Moment plötzlich endet. Wenn Erwachsene aufs Smartphone schauen, sind Mimik und Reaktionen oft weniger aufmerksam und zugewandt. Häufige Unterbrechungen können Babys verunsichern, besonders wenn sie regelmäßig vorkommen.

Worum es nicht geht

Das Smartphone muss im Familienalltag nicht komplett verschwinden. Kurze Handyzeiten sind normal und in der Regel unproblematisch. Gerade mit einem Baby nutzen viele Eltern das Smartphone, um Kontakt zu anderen Erwachsenen zu halten, Informationen zu suchen oder kurz abzuschalten. Auch stressige Tage, Ablenkung und Unterbrechungen gehören zum Alltag mit Kindern. Eltern müssen nicht ständig verfügbar oder aufmerksam sein. Entscheidend ist, dass es immer wieder bewusste Momente von Nähe und Zuwendung gibt.

So können Sie gut damit umgehen

Vorbild sein von Anfang an

Schon Babys erleben mit, welchen Platz Smartphones und andere Medien im Familienalltag einnehmen. Wenn Bildschirme ständig präsent sind, wird das schnell zur Normalität. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Zeiten ohne Medien bewusst zu gestalten.

Wenn Sie unsicher sind

Wenn Sie merken, dass Ihr Smartphone Sie häufig ablenkt oder Sie sich im Alltag weniger verbunden fühlen, können kleine Veränderungen helfen. Oft reichen schon feste Momente ohne Smartphone, um gemeinsame Zeit bewusster zu erleben.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Kinder von Medien fernhalten – Macht das überhaupt Sinn?

Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.

Worum geht’s?

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.

Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.

Ganz ohne Medien aufzuwachsen ist heute schwierig

Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.

Abschirmen allein hilft nicht

Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.

Wie ein guter Einstieg aussehen kann

Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.

So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.

Orientierung für Eltern

Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.

Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:

  • Medienangebote bewusst auswählen
  • erste Erfahrungen gemeinsam machen
  • über Medieninhalte sprechen
  • und im Alltag auch genügend Zeit ohne Bildschirm einplanen

So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.

Das erste Smartphone

Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich, wann ihr Kind alt genug ist für ein eigenes Smartphone. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, denn entscheidend ist vor allem der Entwicklungsstand des Kindes.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte jedoch nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone eines Familienmitglieds nutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können), z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Gruppenchats

Ergänzend dazu bietet unsere Checkliste „Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?“ eine ausführlichere Orientierung. Sie geht Schritt für Schritt durch wichtige Kompetenzen.

Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später wird ein eigenes Smartphone für viele Kinder Teil des Alltags.

Surfen, posten und chatten – Herausforderungen bei der Smartphone-Nutzung

Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:

Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.

Ein Gerät auswählen und einrichten

Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt Ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.

Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.

Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte oder (Online-)Beratungsstellen.

Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.

Weitere kompakte Hinweise finden Sie im Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.

Checkliste: Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?

Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.

Die Checkliste zum Abhaken:

Mein Kind …

… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt

… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen

  • richtet eine PIN oder ein Passwort ein
  • nutzt eine Bildschirmsperre
  • schaltet WLAN, Bluetooth oder GPS gezielt ein und aus
  • versteht, wann diese Funktionen sinnvoll sind (z. B. GPS zur Navigation)
  • kann Datenroaming bei Bedarf ein- oder ausschalten

… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung

… wählt Apps und Inhalte bewusst aus

  • schaut vor der Installation, ob eine App zum Alter passt
  • installiert Apps nicht ungeprüft (liest z.B. App-Beschreibungen und Bewertungen)

… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um

… verhält sich respektvoll im Netz

… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen

… hält Regeln ein

… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen

Wie Sie die Checkliste nutzen können

Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.

Was Eltern beachten sollten

Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:

Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.

Instagram sicher nutzen

Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.

Warum sind die Sicherheitseinstellungen notwendig? 

Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.

Einstellungsmöglichkeiten im Teen-Konto

Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:

  • Privates Konto: Teen-Konten sind automatisch auf „privat“ gestellt, so dass nur bestätigte Follwer*innen Beiträge, Stories oder Reels sehen können.
  • Strenge Inhaltsfilter: Wenn ein Teen-Konto aktiviert ist, werden sensible oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Inhalte auf Instagram stärker eingeschränkt und seltener empfohlen. Dabei orientiert sich Instagram auch an der US-amerikanischen Einstufung „ab 13 Jahre“, da Meta seinen Sitz in den USA hat. Kinder und Jugendliche können unangemessene Inhalte melden und blockieren.
  • Nachrichteneinschränkungen: Teenager können Nachrichten nur von Personen empfangen, denen sie folgen. Sowohl Chats als auch Markierungen und Erwähnungen können eingeschränkt werden. Konten und Personen lassen sich blockieren.
  • Zeitlimit: Nach 60 Minuten Nutzungsdauer erhalten die Nutzer*innen einen Hinweis. Nachts aktiviert sich der Schlafmodus und schaltet Mitteilungen stumm.

Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.

Weitere Sicherheitseinstellungen bei Instagram

Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:

  • Passen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die App-Berechtigungen auf dem Smartphone an. Für junge Nutzer*innen ist es beispielsweise sinnvoll, den Zugriff auf Standort, Kontakte und Kamera einzuschränken.
  • Meta integriert KI-Funktionen in Facebook, WhatsApp und Instagram und möchte Nutzungsdaten zum Training dieser KI nutzen. Dem können Sie widersprechen, um die Daten Ihres Kindes zu schützen.
  • Hat Ihr Kind bereits ein Facebook-Konto, bietet Instagram „Cross-Posting“ an – also das Posten von Inhalten auf beiden Plattformen. Das können Sie in der App ausschalten, um eine unerwünschte Verbreitung der Inhalte zu verhindern.
  • Ab dem 08.05.2026 bietet Instagram nicht mehr die Möglichkeit, Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, private Nachrichten eher über verschlüsselte Messenger wie WhatsApp oder Signal zu teilen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.

Was müssen Eltern weiterhin beachten? 

Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:

  • Konto gemeinsam einrichten: Wenn Ihr Kind sich bei der Anmeldung älter macht, greifen die Sicherheitseinstellungen nicht. Nehmen Sie die Anmeldung am besten gemeinsam vor.
  • Vertrauen und Dialog: Kontrolle fühlt sich für Jugendliche nicht gut an. Besser ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es bei Instagram macht. Seien Sie offen und interessiert! Bei klicksafe finden Sie Ideen für den Gesprächseinstieg. Wenn Sie als Eltern Einblick in die Instagram-Nutzung Ihres Kindes bekommen, achten Sie darauf, die Privatsphäre Ihres Kindes nicht zu verletzen – denn auch Jugendliche haben ein Recht darauf. Wenn Ihr Kind das eigene Konto auf privat stellt und Sie nicht als Follower*in akzeptiert, können Sie die Beiträge nicht mehr sehen.
  • Sich nicht auf Filter verlassen: Instagram nutzt KI-Systeme, um Inhalte als problematisch einzustufen. Diese Filter funktionieren aber nie zu 100 Prozent – und User*innen finden immer wieder Wege, die Filter zu umgehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Inhalte zu erkennen und damit umzugehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Einstellungen die Nutzung der Plattform sicherer machen.
  • Aufklärung über Risiken: Klären Sie Ihr Kind über mögliche Gefahren auf und sprechen Sie mit ihm über Themen wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation, manipulative Inhalte zur politischen Meinungsmache, Kriegs-Videos oder Fake-Videos. Auch Kommunikationsrisiken von Cybermobbing bis zu Cybergrooming sollten Sie besprechen.
  • Begleitung: Die Elternaufsicht kann eine gute Möglichkeit sein, Ihr Kind in der ersten Zeit mit der App zu begleiten. Passen Sie die Einstellungen an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
  • Medienzeit: Achten Sie auf eine angemessene Nutzungsdauer und behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick.

Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.

Sicher im Netz: So begleiten Sie Ihr Kind

Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.

Mediennutzung verstehen und begleiten

Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?

Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.

Daten schützen und Privatsphäre einstellen

Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.

Risiken erkennen und handeln

Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.

Mit ungeeigneten Inhalten umgehen

Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.

Kommunikation im Netz sicher und respektvoll gestalten

Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.

Mit KI im digitalen Alltag bewusst umgehen

KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.

Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.

Eltern-Check-In „Mein Kind will Minecraft spielen. Ist es mit 6 Jahren noch zu jung dafür?”

Vielleicht kennen Sie das: Ihr Kind hat bei Freund*innen Minecraft gezockt, spricht plötzlich ständig davon oder wünscht sich das Spiel zum Geburtstag. Gleichzeitig fragen Sie sich, ob das mit 6 Jahren nicht noch zu früh ist. Diese Unsicherheit ist verständlich. Für viele Kinder ist Minecraft ein erster Einstieg in die Welt digitaler Spiele – für Eltern tun sich aber erst einmal viele Fragen auf.

Minecraft kann für 6-Jährige gut passen

Minecraft hat ein USK-Alterskennzeichen ab 6 Jahren und wird vom Spieleratgeber NRW ab 6 Jahren empfohlen. Es ist ein kreatives Spiel, in dem Kinder bauen, ausprobieren und eigene Ideen umsetzen können. Für Kinder ist das eine schöne Möglichkeit, spielerisch in digitale Welten einzusteigen. Mit 6 Jahren kann das gut passen – entscheidend ist dabei der individuelle Entwicklungsstand Ihres Kindes.

Wichtig ist: Minecraft ist nicht gleich Minecraft

Minecraft hat verschiedene Ableger. Das sind Spiele, die auf der Minecraft-Welt basieren, aber ein anderes Spielprinzip haben. Während sich das klassische Minecraft als Sandbox-Spiel in einer freien Spielwelt auch für Kinder eignet, richten sich Minecraft Dungeons (USK 12) und Minecraft Legends (USK 12) mit mehr Action und Strategie an Jugendliche.

Minecraft selbst bietet verschiedene Spielmodi mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein Beispiel: im Überlebensmodus erscheinen bei Dunkelheit Monster, die die Spieler*innen angreifen und ihre Bauwerke erobern. Das kann spannend sein, kann auf jüngere Kinder aber auch gruselig wirken. Für den Einstieg empfiehlt sich deshalb der Kreativmodus. Dort stehen Baumaterialien unbegrenzt zur Verfügung und der Schwerpunkt liegt ganz auf dem Gestalten der eigenen Spielwelt.

Kindersicherung einstellen

Wichtig für ein sicheres Spielerlebnis sind passende technische Schutzeinstellungen. Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Minecraft und passen Sie das Spiel an die Bedürfnisse und Fähigkeiten Ihres Kindes an. Wählen Sie je nach Modus einen Schwierigkeitsgrad, mit dem Ihr Kind gut klarkommt und bei dem keine Monster in der Spielwelt auftauchen. Aktivieren Sie außerdem die Kindersicherung über Microsoft Family. Funktionen wie In-Game-Käufe und Chats lassen sich deaktivieren. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Minecraft-Kindersicherung finden Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de.

Gut informiert entscheiden

Minecraft ist für Mobilgeräte, PC und Konsole verfügbar. Manche Kinder kommen mit einem Controller gut klar, andere tun sich mit dem Tablet leichter. Überlegen Sie, welche Version sich am besten für Ihr Kind eignet.

Wenn Sie Minecraft erst einmal kennenlernen möchten, müssen Sie es nicht sofort kaufen. Probieren Sie das Spiel bei Freund*innen gemeinsam aus, gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch oder fragen Sie bei Ihrer örtlichen Bücherei nach Test- und Ausleihmöglichkeiten. Auch ein Let’s Play kann Ihnen einen ersten Eindruck geben, wie Minecraft funktioniert und was Kinder daran fasziniert.

Begleiten Sie Ihr Kind und vereinbaren Sie Regeln

Minecraft hat viele Funktionen, Einstellungen und Menüs, die jüngere Kinder nicht sofort verstehen. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten und genießen Sie den gemeinsamen Spielspaß. So können Sie gut beobachten, wie Ihr Kind mit dem Spiel zurechtkommt und wo Sie es unterstützen können. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln zum Zocken und legen Sie feste Spielzeiten fest. Damit geben Sie Ihrem Kind Orientierung und unterstützen es bei einem bewussten Medienumgang. Weitere Tipps zum Thema Games in der Familie finden Sie in unserem Überblicksartikel.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Werbung in Apps, Games und Streaming

Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.

Werbung ist Teil fast aller digitalen Angebote

Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.

Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.

Werbung beim Videoschauen

Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.

Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.

Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.

Werbung beim Streamen

Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.

Werbung in Games und Apps

Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.

Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.

Werbung auf Plattformen und im Feed

Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.

Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.

Warum Kinder Werbung schwer erkennen

Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.

Was problematisch sein kann

Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.

Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.

Was Eltern beachten sollten

Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.

Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.

Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.

Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.

Eltern-Check-In: Was tun, wenn andere Fotos meines Kindes teilen?

Ein süßes Foto vom Familienfest im WhatsApp-Status oder auf Plattformen wie Instagram ist für viele selbstverständlich. Für Eltern kann es unangenehm sein, wenn Bilder des eigenen Kindes ohne Rücksprache geteilt werden. Dabei geht es nicht darum, anderen etwas zu verbieten, sondern die Privatsphäre des eigenen Kindes zu schützen.

Warum das Thema sensibel ist

Fotos von Kindern sind persönliche Daten. Einmal online geteilt, lassen sie sich kaum kontrollieren oder vollständig löschen. Bilder können gespeichert, per Screenshot verbreitet oder einfach weitergeleitet werden. Oft merkt man das nicht. Je mehr Menschen ein Foto sehen können, etwa über Status-Funktionen oder öffentliche Profile, desto größer ist das Risiko der Weiterverbreitung. Kinderbilder können missbraucht oder weiterverbreitet werden.

Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, mitzuentscheiden, was von ihnen gezeigt wird. Sie haben auch ein Recht am eigenen Bild, deshalb sollten Fotos nicht ohne Zustimmung geteilt werden. Gleichzeitig können sie die Folgen oft noch nicht einschätzen. Mit jedem geteilten Foto entsteht ein digitales Bild Ihres Kindes, das es später nicht mehr selbst steuern kann. Besonders sensibel wird es, wenn Fotos zusammen mit Namen, Wohnort oder anderen persönlichen Informationen veröffentlicht werden. Sind andere Kinder auf dem Foto zu sehen, sollte auch das Einverständnis der Eltern eingeholt werden. Viele Verwandte oder Bekannte meinen es gut. Sie möchten schöne Momente teilen oder ihre Freude ausdrücken. Genau deshalb ist ein respektvoller Umgang wichtig.

Klare Absprachen treffen

Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn Erwartungen früh geklärt sind:

  • Regeln benennen: Sagen Sie klar, ob und wo Fotos Ihres Kindes geteilt werden dürfen oder nicht.
  • Einfach formulieren: Kurze Aussagen wie „Bitte keine Fotos posten“ oder „Nur im privaten Chat“ reichen oft aus.
  • Alternativen anbieten: Nicht jedes schöne Foto muss automatisch online geteilt werden. Bilder können auch direkt gezeigt oder nur mit einem kleinen, vertrauten Kreis geteilt werden.

Wichtig ist, dass Ihre Haltung verständlich wird, ohne Vorwürfe.

Perspektiven erklären

Manche reagieren überrascht oder fühlen sich kritisiert. Hier hilft es, ruhig zu erklären, warum Ihnen das Thema wichtig ist:

  • Schutz der Privatsphäre Ihres Kindes
  • Unkontrollierbare Verbreitung von Bildern
  • Recht des Kindes, später selbst zu entscheiden

Ein Perspektivwechsel kann helfen. Würden Sie selbst wollen, dass solche Fotos von Ihnen im Internet zu sehen sind?

Wenn Grenzen überschritten werden

Trotz Absprachen kann es passieren, dass Fotos geteilt werden. Dann ist es sinnvoll, zeitnah zu reagieren:

  • Direkt ansprechen: Bitten Sie freundlich, das Bild zu löschen.
  • Konkret bleiben: Benennen Sie, welches Foto gemeint ist und wo es geteilt wurde.
  • Konsequent sein: Wiederholen Sie Ihre Regel, wenn nötig.

In vielen Fällen lässt sich das Problem im persönlichen Gespräch klären.

Kinder einbeziehen

Je älter Kinder werden, desto wichtiger ist ihre eigene Meinung. Fragen Sie Ihr Kind, ob es mit einem Foto einverstanden ist. Ab dem Grundschulalter können viele Kinder schon gut mitentscheiden, ob ein Bild von ihnen geteilt werden darf. So lernt Ihr Kind, über die eigene Privatsphäre nachzudenken und Grenzen zu setzen.

Vorbild sein

Achten Sie auch auf Ihr eigenes Verhalten. Fragen Sie Ihr Kind und andere Eltern, bevor Sie Fotos teilen. So zeigen Sie, wie ein respektvoller Umgang aussehen kann.

Wenn es schwierig wird

Wenn Absprachen immer wieder ignoriert werden oder es zu Konflikten kommt, bleiben Sie ruhig und klar in Ihrer Haltung. Sprechen Sie das Thema erneut an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, Unterstützung von außen einzubeziehen, um die Situation zu klären.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Extreme Rollenbilder auf Social Media

„Ein echter Mann zeigt keine Gefühle“ oder „Frauen wollen nur erfolgreiche Männer“ – beim Scrollen durch TikTok, YouTube oder Instagram stoßen Jugendliche auf viele Vorstellungen davon, wie Männer oder Frauen angeblich sein sollten. Manche Videos wirken wie harmlose Dating-Tipps, Fitness-Motivation oder Lifestyle-Content. Dahinter können jedoch extreme oder stark vereinfachte Rollenbilder stehen.

Worum geht’s?

Auf Social Media verbreiten sich viele Inhalte über Beziehungen, Dating oder „echte Männlichkeit“. Einige Creator*innen vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich sein oder sich verhalten sollten. Häufig geht es dabei um Erfolg, Dominanz, Attraktivität oder traditionelle Rollen in Beziehungen. Manche dieser Rollenbilder werden auch von extremistischen Gruppen genutzt, um Jugendliche online anzusprechen.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff „Manosphere“ auf. Damit wird ein loses Netzwerk von Online-Communitys bezeichnet, die sich mit Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen beschäftigen. Die Inhalte finden sich auf Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram, Reddit oder in Podcasts.

Viele Beiträge wirken zunächst wie Ratgeber für junge Männer: Sie sollen selbstbewusster und muskulöser werden, mehr Geld verdienen oder im Dating erfolgreicher sein. In manchen Communitys werden jedoch auch stark vereinfachte oder frauenfeindliche Vorstellungen verbreitet. Dort wird etwa behauptet, Männer würden durch Gleichberechtigung benachteiligt oder müssten in Beziehungen dominant sein.

Neben solchen Inhalten gibt es auch Trends, die sehr traditionelle Frauenrollen zeigen. Beim sogenannten Tradwife-Trend präsentieren Influencer*innen ein Leben als „traditionelle Ehefrau“, die sich hauptsächlich um Haushalt, Familie und ihren Partner kümmert. Die Videos wirken oft ästhetisch und bewusst inszeniert.

Viele dieser Inhalte sind nicht offen extremistisch. Problematische Botschaften über Geschlechterrollen werden häufig indirekt vermittelt oder mit Humor, Lifestyle oder Motivation verbunden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit Fragen nach Identität, Beziehungen und ihrem Platz in der Welt. Inhalte über Rollenbilder können deshalb eine große Wirkung haben.

Einige Aspekte können Jugendliche besonders ansprechen:

  • Einfache Antworten auf komplexe Fragen: Videos vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich erfolgreich oder attraktiv sein können.
  • Versprechen von Erfolg und Anerkennung: Influencer*innen zeigen Reichtum, Selbstbewusstsein, körperliche Fitness oder Statussymbole und stellen sie als erreichbare Ziele dar.
  • Gefühl von Zugehörigkeit: Online-Communitys vermitteln Gemeinschaft, besonders für Jugendliche, die sich unsicher oder ausgeschlossen fühlen.
  • Unterhaltsame Darstellung: Provokante Aussagen, Memes oder kurze Motivationsvideos verbreiten sich besonders gut auf Social Media.

Auch der Tradwife-Trend kann Jugendliche ansprechen, weil er ein scheinbar harmonisches Lebensmodell zeigt. Konflikte oder Ungleichheiten bleiben in solchen Videos meist unsichtbar. Zudem schlagen soziale Plattformen häufig weitere ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass viele Menschen so denken.

Was kann problematisch sein?

Einige dieser Videos oder Beiträge können problematische Botschaften enthalten oder extreme Rollenbilder verstärken.

  • Frauenfeindliche Aussagen: Frauen werden abgewertet oder für persönliche Probleme von Jungen und Männern verantwortlich gemacht.
  • Starre Rollenbilder: Jungen sollen dominant, erfolgreich und emotional hart sein, während Frauen auf traditionelle Rollen reduziert werden.
  • Einseitige Sicht auf Beziehungen: Videos können unrealistische Erwartungen an Partnerschaften oder Familienleben vermitteln.
  • Radikalisierung: Einige Inhalte überschneiden sich mit antifeministischen oder extremistischen Ideologien und können als Einstieg in entsprechende Online-Communitys dienen.

Algorithmen sozialer Netzwerke können zusätzlich dazu beitragen, dass Jugendliche immer häufiger ähnliche Inhalte sehen und dadurch ein einseitiges Weltbild entsteht.

Wie können Eltern damit umgehen?

Jugendliche stoßen oft zufällig auf solche Inhalte. Umso wichtiger ist es, ihre Mediennutzung zu begleiten.

  • Interesse zeigen: Fragen Sie Ihr Kind, welche Videos oder Influencer*innen es auf Social Media verfolgt. So erkennen Sie früh, welche Inhalte eine Rolle spielen.
  • Über Rollenbilder sprechen: Sprechen Sie darüber, welche Vorstellungen von Männern und Frauen in den Videos vermittelt werden. Fragen Sie Ihr Kind, wie es diese Aussagen selbst bewertet.
  • Inszenierung erklären: Viele Inhalte auf Social Media sind stark inszeniert. Creator*innen zeigen häufig ein bestimmtes Image oder Lebensmodell, das nicht unbedingt der Realität entspricht.
  • Algorithmen verständlich machen: Plattformen schlagen häufig ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann schnell der Eindruck entstehen, eine bestimmte Meinung sei besonders verbreitet.
  • Vielfältige Vorbilder zeigen: Kinder und Jugendliche profitieren davon, unterschiedliche Lebensentwürfe kennenzulernen, beispielsweise verschiedene Familienformen oder Rollenverteilungen.

Ein offenes Gespräch über Beziehungen, Gleichberechtigung und das, was Jugendliche auf Social Media sehen, kann helfen, extreme Botschaften kritisch einzuordnen.

Nachrichten für Kinder und Jugendliche

Ereignisse wie Kriege, Naturkatastrophen oder politische Konflikte bestimmen oft tagelang die Berichterstattung. Kinder bekommen diese Themen mit – durch Gespräche zu Hause, in der Schule oder über das Internet. Viele Informationen sind jedoch schwer verständlich oder beängstigend. Wie können Kinder altersgerecht an Nachrichten herangeführt werden?

Kinder an Nachrichten heranführen

Kinder sollen lernen, die Welt zu verstehen. Doch viele Nachrichtenformate für Erwachsene sind zu komplex oder zeigen Bilder von Gewalt oder Katastrophen, die Kinder überfordern können. Hinzu kommt, dass sich im Internet auch Falschmeldungen und stark vereinfachte oder verzerrte Darstellungen schnell weiterverbreiten. Gerade über Social Media oder Messenger können Informationen ohne Einordnung geteilt werden. Für Kinder ist es oft schwer zu erkennen, ob eine Nachricht wirklich stimmt.

Wichtig ist deshalb eine altersgerechte Begleitung. Eltern können helfen, das Gesehene einzuordnen – und geeignete, sichere Angebote auszuwählen.

Gerade bei belastenden Themen wie Krieg oder bewaffneten Konflikten brauchen Kinder besondere Unterstützung und eine gute Einordnung durch Erwachsene.

Kindgerechte Nachrichten im Internet

Im Internet gibt es verschiedene Nachrichtenangebote speziell für Kinder. Sie arbeiten mit einfacher Sprache, anschaulichen Erklärungen und verzichten auf besonders belastende Bilder.

Empfehlenswerte Angebote:

  • logo! (ZDF): Die tägliche Nachrichtensendung für Kinder erklärt aktuelle Ereignisse verständlich und altersgerecht. Verfügbar im Fernsehen und online.
  • kindersache.de (Deutsches Kinderhilfswerk): Eine Mitmachseite für Kinder mit aktuellen Nachrichten, Artikeln und Hintergrundwissen zu verschiedenen Themen.
  • duda.news (Kölner Stadt-Anzeiger): Die Kinderredaktion veröffentlicht aktuelle Nachrichten, ein Tier-ABC, ein Lexikon und Mitmach-Inhalte für Kinder.

Die Kindersuchmaschine fragFINN.de hilft dabei, vertrauenswürdige Kinderangebote im Internet zu finden. Die Suchergebnisse werden redaktionell geprüft und sind altersgerecht gefiltert.

Nachrichten für Kinder als Podcast

Manche Kinder hören Nachrichten lieber als sie zu sehen. Podcasts können eine gute Alternative sein. Besonders dann, wenn Bilder von Krisen oder Katastrophen belastend sein könnten.

Empfehlenswerte Podcasts:

  • MausZoom (WDR): Ein Nachrichtenpodcast, der einzelne Themen Schritt für Schritt erklärt.
  • neuneinhalb (WDR): Ein gesellschaftspolitisches Reportermagazin für Kinder und Jugendliche mit Hintergrundberichten zu aktuellen Themen.
  • Kindernachrichten (NDR Info): Ein wöchentlicher Nachrichtenüberblick für Kinder ab etwa 9 Jahren. Der Podcast erklärt wichtige Ereignisse verständlich.
  • logo! zum Mitnehmen (ZDF): Der Podcast zur Fernsehsendung „logo!“ fasst wichtige Themen zusammen.

Nachrichtenformate für Jugendliche

Jugendliche informieren sich häufig über soziale Netzwerke. Nachrichten erscheinen dort im Feed zwischen Unterhaltungsvideos, Memes oder Beiträgen von Influencer*innen. Dadurch ist nicht immer sofort erkennbar, ob eine Information von einer journalistischen Redaktion stammt oder lediglich eine persönliche Meinung ist.

Seriöse Angebote versuchen deshalb, Jugendliche direkt auf den Plattformen zu erreichen, die sie ohnehin nutzen.

Beispiele:

  • funk (ARD/ZDF): Das Content-Netzwerk für junge Menschen veröffentlicht journalistische Formate auf YouTube, Instagram oder TikTok, beispielsweise Deutschland3000, STRG_F und MrWissen2Go.
  • nicetoknow (WDR): Ein Nachrichtenformat auf TikTok, das gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt wurde.
  • tagesschau auf Instagram: Die Redaktion der ARD-Nachrichten veröffentlicht dort kurze Videos und verständliche Einordnungen aktueller Themen.
  • mitmischen.de (Deutscher Bundestag): Das Jugendportal des Bundestags erklärt Politik, berichtet über parlamentarische Themen und bietet eigene Reportagen.

So können Eltern unterstützen

Auch kindgerechte Nachrichten können beunruhigend wirken. Manche Kinder reagieren neugierig, andere schnell besorgt. Entscheidend ist nicht nur das Medienangebot, sondern auch die Begleitung durch Erwachsene.

  • Sprechen Sie über das Gesehene: Fragen Sie Ihr Kind, was es verstanden hat und welche Fragen offen geblieben sind. Erklären Sie Hintergründe möglichst ruhig und verständlich.
  • Gemeinsam Nachrichten schauen oder hören: So können Sie Inhalte einordnen und bei schwierigen Themen unterstützen. Lassen Sie Nachrichten nicht dauerhaft laufen, zu viele Nachrichten können Kinder überfordern.
  • Nehmen Sie Ängste ernst: Kinder können schwer einschätzen, ob ein Ereignis weit entfernt oder für sie persönlich gefährlich ist. Erklären Sie Ihrem Kind, was genau passiert ist und ob es Auswirkungen auf den eigenen Alltag hat. Oft hilft es Kindern zu wissen, dass viele Menschen daran arbeiten, Probleme zu lösen oder zu helfen.
  • Erklären Sie, was Falschmeldungen sind: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass nicht alles stimmt, was online verbreitet wird. Vergleichen Sie gemeinsam mehrere Quellen und sprechen Sie darüber, was der Unterschied zwischen Fakten und Meinungen ist.
  • Sprechen Sie über KI-Inhalte: Im Internet tauchen zunehmend Bilder, Videos oder Texte auf, die mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Manche wirken täuschend echt, obwohl sie erfunden sind. Ihr Kind sollte lernen, auch solche Inhalte kritisch zu hinterfragen.
  • Lassen Sie Jugendliche mitreden: Sprechen Sie über Social-Media-Kanäle, Influencer*innen und Nachrichtenangebote. Interesse und Austausch helfen Jugendlichen, Informationen besser einzuordnen.

Kinder und Nachrichten vom Krieg

Nachrichten über Krieg, Gewalt und bewaffnete Konflikte erschüttern uns alle. Was Erwachsene oft kaum begreifen können, ist für Kinder meist noch schwerer zu verstehen. Kinder von den aktuellen Nachrichten fernzuhalten, ist kaum möglich. Umso wichtiger ist es, Kinder zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben. Wir geben Anregungen zum Umgang mit belastenden Nachrichten und stellen kindgerechte Medienformate zum Thema vor.

Nehmen Sie Ihr Kind ernst und hören Sie zu

Kinder bekommen oft mehr mit, als Erwachsene denken. Deshalb ist es wichtig, ihre Fragen ernst zu nehmen und auf ihre Gefühle einzugehen. Wenn Kinder über ihre Sorgen sprechen können, hilft ihnen das, das Erlebte besser zu verarbeiten. Trösten Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm Nähe, zum Beispiel durch eine Umarmung – das gibt Sicherheit in schwierigen Momenten.

Bieten Sie Spiele und Gespräche zur Verarbeitung

Jüngere Kinder verarbeiten Dinge, die sie beschäftigen im Spiel oder indem sie ein Bild malen. Wenn Ihr Kind das nicht von selbst tut, können Sie es dazu ermuntern und mitmachen. Sich in Bildern oder Texten auszudrücken, kann auch für ältere Kinder und Jugendliche eine gute Möglichkeit sein. Aber auch Gespräche und konkrete Informationen sind für sie wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind altersgerechte Angebote und weisen Sie es auf mögliche Falschinformationen hin. Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, Ihnen zu zeigen, wenn es über Social Media oder Messenger erschreckende Bilder und Videos geschickt bekommt und sprechen Sie mit ihm darüber.

Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit

Wenn Kinder Nachrichten über Krieg hören, kann sie das verunsichern. Besonders jüngere Kinder brauchen die beruhigende Botschaft, dass sie sicher sind und dass Erwachsene sich um ihren Schutz kümmern. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Krieg weit weg stattfindet und viele Menschen und Organisationen daran arbeiten, Frieden zu schaffen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht völlig hilflos ist, sondern dass es Möglichkeiten gibt, etwas Gutes zu tun. Überlegen Sie gemeinsam, wie Hilfe aussehen kann, zum Beispiel durch eine Spendenaktion oder die Teilnahme an einem Friedensprojekt in der Schule oder in der Nachbarschaft. So erlebt Ihr Kind, dass man auch in schwierigen Situationen nicht nur Angst haben muss, sondern selbst etwas beitragen kann.

Bleiben Sie Sie selbst

Auch als Erwachsene haben Sie das Recht mit der Situation und den Nachrichten überfordert zu sein. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten können. Seien Sie ehrlich zu Ihrem Kind und zeigen Sie Ihre Unwissenheit oder Gefühle im Zusammenhang mit den Ereignissen in Kriegsgebieten. Wichtig ist, dass Sie das Thema nicht vermeiden.

Nutzen Sie kindgerechte Nachrichten zum Thema Krieg

In unserem Beitrag „Nachrichten für Kinder und Jugendliche“ finden Sie Hinweise zum Umgang mit Nachrichten allgemein und Linktipps zu altersgerechten Angeboten.

Zum Thema bewaffnete Konflikte und Krieg empfehlen wir folgende Formate für Eltern und Kinder:

Auch wenn belastende Nachrichten verunsichern, können Sie Ihrem Kind mit Aufmerksamkeit, Nähe, offenen Gesprächen und Zugang zu altersgerechten Nachrichtenformaten Sicherheit und Orientierung geben.

Kreatives Medienlernen in der Familie

Kinder und Erwachsene nutzen Medien oft unterschiedlich und entdecken jeweils andere spannende Aspekte daran. Ein gemeinsames Medienprojekt bietet die Chance, diese Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Manchmal zeigen dabei sogar Kinder ihren Eltern, wie etwas funktioniert. Und es wird deutlich: Medien sind mehr als Videos anschauen oder Musik hören!

Medien selber machen

Statt Medien nur zu konsumieren, können Sie in Ihrer Familie selbst kreativ werden. Smartphones und Tablets, die es in vielen Haushalten gibt, haben eine Kamera, ein Mikrofon und einfache Apps, mit denen Sie schnell eigene Projekte umsetzen können. Beim gemeinsamen Ausprobieren lernen Sie und Ihr Kind ganz nebenbei, wie die Geräte funktionieren. Gleichzeitig erlebt Ihr Kind, wie Medien entstehen und dass dafür Ideen, Planung und ein wenig Geduld nötig sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme oder Fotogeschichten umsetzen und dabei eigene Stärken entdecken.

Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir Ihnen Ideen für Medienprojekte zu Hause. Ziel ist es, Kreativität zu fördern und digitale Medien gemeinsam aktiv zu erleben – etwa mit Hörspielen, Erklärvideos, Virtual Reality– oder Making-Projekten.

Mit Medien gegen Langeweile

Die Webseite kinder.jff.de des JFF – Institut für Medienpädagogik bietet kindgerechte Anleitungen für kreative Medienprojekte in der Familie. Mit dem Smartphone oder Tablet können Sie auf Foto-Safari gehen, eine QR-Code-Rallye gestalten, ein Kinderkochbuch entwickeln und vieles mehr. Kurze Video-Anleitungen erleichtern den direkten Einstieg und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Ihrem Kind ab drei Jahren zuhause Apps und Geräte aktiv einsetzen können.

Gemeinsam Tüfteln

Im TüftelLab finden Sie praxistaugliche Ideen, um mit Ihrem Kind zu Hause kreativ zu werden – von Making, Coding und Robotik bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI), Video und Animation. Für Kinder ab dem Grundschulalter gibt es Projekte, bei denen Sie gemeinsam Schritt für Schritt ausprobieren, bauen und gestalten können. Dafür stellt das TüftelLab vielfältige Materialien, Anleitungen und digitale Lerninhalte bereit, die den Einstieg erleichtern und Lust aufs Tüfteln wecken.

Aktive Mediengestaltung mit der Medienbox NRW

Welche Chancen Medien für die Weiterentwicklung von Kompetenzen bieten, zeigt das Familienportal NRW. Nutzen Sie die Seite als Ideenkiste, um mit Ihrem Kind kleine Medien-Projekte zu entwickeln. Suchen Sie sich gemeinsam ein Thema aus und tauchen Sie in die Medienproduktion ein. Detaillierte Anleitungen finden Sie in der Medienbox NRW: Dort gibt es Selbstlernangebote und Online-Kurse rund um Audio, Video und auch KI.

Noch mehr Anregungen zum Ausprobieren

Auf Elternguide.online finden Sie noch mehr Ideen, wie Sie Medien zuhause gemeinsam mit Ihrem Kind aktiv nutzen können. Schauen Sie doch mal rein – wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Freude beim Ausprobieren!

Eltern-Check-In: „Alle anderen Kinder dürfen das, nur ich nicht.“ Was jetzt?

Kaum ein Satz bringt Eltern beim Thema Medienerziehung schneller ins Schwitzen. Ob es um ein eigenes Smartphone, TikTok, Games oder Bildschirmzeit geht: Kinder und Jugendliche vergleichen sich stark mit Gleichaltrigen. Eltern können dabei schnell unter Druck geraten und fragen sich vielleicht: Bin ich zu streng?

Nachfragen

Wichtig ist: „Alle anderen“ stimmt fast nie wörtlich. Kinder und Jugendliche meinen damit meist ein Gefühl. Sie wollen dazugehören. Medien spielen oft eine große Rolle im Freundeskreis. Vor allem in der Pubertät ist es sehr wichtig, mitreden zu können und nicht ausgeschlossen zu sein. Bleiben Sie gelassen und fragen Sie nach:

  • Wer genau darf das denn?
  • Wie hast du das erfahren?

Oft zeigt sich: Es sind ein oder zwei Kinder aus der Klasse – nicht wirklich „alle“. Dieses kurze Nachfragen nimmt Druck aus der Situation und öffnet die Tür für ein Gespräch.

Bedürfnisse verstehen

Hinter dem Satz „Alle anderen dürfen das“ steckt meist mehr als nur ein Wunsch nach Medien. Häufig geht es darum, dazuzugehören, selbstständig zu sein oder mit Ihnen in Verhandlung zu treten. Versuchen Sie zu erkennen, was bei Ihrem Kind dahintersteckt. Dann wird das Gespräch ruhiger und Sie können gemeinsam Lösungen finden.

Medienregeln erklären

Sprechen Sie Regeln nicht nur aus, sondern erklären Sie sie. Ein einfaches „Nein“ führt oft zu Widerstand. Eine Begründung wirkt anders:

  • Uns ist wichtig, dass du genug schläfst. Deshalb gibt es abends kein Handy im Schlafzimmer.
  • Ich möchte, dass du dich in der Schule gut konzentrieren kannst. Deshalb begrenze ich die Spielzeit.

Wenn Ihr Kind versteht, warum es bestimmte Regeln gibt, kann es sie besser akzeptieren.

Mit anderen Eltern sprechen

Gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch! Denn viele Eltern stehen vor denselben Fragen. Oft stellt sich heraus: Niemand weiß genau, was „alle“ machen. Vielleicht finden Sie mit Eltern in Ihrem Umfeld gemeinsame Linien.

Gleichzeitig dürfen Sie bei Ihren Entscheidungen bleiben. Denn Medienerziehung ist in jeder Familie anders. Jede Familie hat eigene Werte, Gewohnheiten und Grenzen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell – das sollten Sie bei Entscheidungen berücksichtigen. Andere Familien dürfen es anders machen.

Spielraum anbieten

Wenn Sie merken, dass das Thema nicht verschwindet – probieren Sie gestufte Lösungen aus und beachten Sie dabei unbedingt technische Jugendschutzeinstellungen. Hilfreich können kleine Schritte sein:

  • Eine Testphase: Wir probieren das zwei Wochen und sprechen dann nochmal.
  • Klare Bedingungen: Ja, aber nur im Wohnzimmer.
  • Feste Zeiten: 30 Minuten am Tag, nicht vor dem Schlafengehen.

So fühlt sich Ihr Kind ernst genommen, ohne dass alle Regeln aufgehoben werden. Am besten treffen Sie Medienregeln gemeinsam. Dabei helfen kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag.

Balance finden

Ihr Kind soll lernen, mit Medien selbstständig und sicher umzugehen. Dafür braucht Ihr Kind klare Regeln – und Eltern, die zuhören. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch, treffen Sie gemeinsam nachvollziehbare Entscheidungen und zeigen Sie echtes Interesse am Medienalltag und den medialen Vorbildern Ihres Kindes. Damit schaffen Sie Vertrauen. Und Vertrauen ist die beste Grundlage für eine bewusste Mediennutzung.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

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