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Eltern-Check-In: Ist eine Smartwatch eine gute Alternative zum ersten Smartphone?

Viele Kinder wünschen sich schon in der Grundschule ein eigenes Smartphone. Gleichzeitig fragen sich Eltern, ob das wirklich schon nötig ist. Für viele Familien kann eine Smartwatch eine Alternative zum ersten Smartphone sein. Kinder können damit telefonieren und Nachrichten verschicken. Viele Modelle verfügen außerdem über eine Ortungsfunktion oder einen SOS-Knopf, kommen aber ohne Social Media und App-Store aus. Doch passt diese Lösung wirklich zu Ihrem Kind?

Warum eine Smartwatch sinnvoll sein kann

Eine Smartwatch kann eine gute Übergangslösung sein, wenn Ihr Kind erste Wege allein zurücklegt und unterwegs erreichbar sein soll. Sie bietet die wichtigsten Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben, ohne die vielen Funktionen und Ablenkungen eines Smartphones. Je nach Modell gehören auch eine Kamera oder kleine Spiele dazu. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Funktionen Ihr Kind wirklich braucht.

Ob eine Smartwatch sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Alter Ihres Kindes ab. Wichtiger als das Alter ist, ob Ihr Kind schon bereit für mehr Selbstständigkeit ist. Kann es Absprachen einhalten? Findet es sich auf bekannten Wegen zurecht? Und weiß es, wie es sich Hilfe holen kann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert? Solche Fragen helfen bei der Entscheidung oft mehr als der Blick auf das Gerät.

Überlegen Sie außerdem, warum Ihr Kind sich eine Smartwatch wünscht. Möchte es vor allem erreichbar sein? Oder möchte es einfach ein eigenes Gerät haben, weil das im Freundeskreis schon selbstverständlich ist? Wenn Sie die Gründe für den Wunsch Ihres Kindes kennen, fällt die Entscheidung oft leichter.

Sicherheit und Datenschutz

Viele Eltern schätzen die Ortungsfunktion, weil sie ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Das kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, sollte aber bewusst eingesetzt werden und kein Ersatz für Vertrauen und Absprachen sein. Kinder brauchen Freiräume, um selbstständig zu werden. Wer den Standort ständig kontrolliert, riskiert, das gegenseitige Vertrauen zu belasten.

Auch der Datenschutz sollte beim Kauf eine Rolle spielen. Viele Smartwatches speichern Standort- und Nutzungsdaten oder setzen ein Nutzerkonto voraus. Nehmen Sie sich Zeit, die Smartwatch gemeinsam mit Ihrem Kind einzurichten. So lernen Sie die Funktionen zusammen kennen und können gleich besprechen, welche Einstellungen sinnvoll sind und wie die Uhr verantwortungsvoll genutzt wird.

Was sollten Eltern beachten?

Fragen Sie sich zunächst, wofür Ihr Kind die Smartwatch braucht. Geht es vor allem darum, erreichbar zu sein, kann auch ein einfaches Handy ausreichen. Manchmal ist aber auch noch gar kein eigenes Gerät nötig. Informieren Sie sich außerdem über die Regeln an der Schule Ihres Kindes. Ob Smartwatches im Unterricht erlaubt sind, entscheidet jede Schule selbst.

Nutzen Sie die erste Smartwatch auch als Anlass, mit Ihrem Kind über den Umgang mit digitalen Medien zu sprechen. Muss jede Nachricht sofort beantwortet werden? Wann darf oder sollte die Uhr auch einmal ausgeschaltet sein? Solche Absprachen helfen Ihrem Kind, von Anfang an bewusst mit seiner Smartwatch umzugehen.

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für die Nutzung und sprechen Sie regelmäßig über Datenschutz und Sicherheit. Eine Smartwatch kann den Einstieg in die mobile Mediennutzung erleichtern. Begleiten Sie Ihr Kind dabei und trauen Sie ihm Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Kinderrechte in der digitalen Welt

Kinder haben Rechte, die bereits seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben sind. Hierzu zählen unter anderem das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Spiel und Freizeit. Doch seitdem hat sich viel verändert. Die rapide Entwicklung digitaler Medien und Technologien hat die Art und Weise, wie Kinder aufwachsen, maßgeblich verändert. Schon im frühesten Lebensalter spielen digitale Medien eine bedeutende Rolle. Wir erklären die wesentlichen Aspekte der Kinderrechte in der digitalen Welt.

Die digitale Welt und die Rechte der Kinder verstehen

Die digitale Welt umfasst verschiedene digitale Technologien, vom Internet und mobilen Geräten bis hin zu Online-Spielen und sozialen Medien. Überall dort gelten auch alle Kinderrechte. Einige Rechte spielen eine besondere Rolle:

Recht auf Zugang zu Medien

Jedes Kind hat das Recht auf einen gleichberechtigten Zugang zur digitalen Welt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder Medien ohne Grenzen nutzen sollten. Abhängig vom Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie als Eltern gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln vereinbaren, wie lange und welche Medien genutzt werden dürfen.

Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit

Wie Erwachsene haben auch Kinder das Recht, ihre Meinung frei zu äußern und sich zu informieren. Das Internet bietet Kindern die Chance, auf vielfältige Weise altersgerechte Informationen zu erhalten und ihre eigene Meinung auszudrücken und zu verbreiten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nur auf Internetseiten gelangt, die unbedenklich und für Kinder geeignet sind.

Recht auf Privatsphäre und Datenschutz

Jedes Kind hat das Recht auf Privatsphäre. Als Eltern sollten Sie daher bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen. Vermeiden Sie die Preisgabe personenbezogener Daten wie Name oder Adresse Ihres Kindes. Fragen Sie Ihr Kind um Einverständnis, bevor Sie Fotos von ihm online posten oder per Messenger versenden. Die Privatsphäre Ihres Kindes zu respektieren heißt auch, nicht aus Neugier das Smartphone Ihres Kindes zu kontrollieren. Sollten Sie sich Sorgen machen, suchen Sie zuerst das Gespräch und erklären Sie, warum Sie gemeinsam auf das Gerät schauen möchten.

Recht auf Freizeit und Spiel

Digitale Medien bieten Kindern vielfältige Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken, zu lernen und sich mit Gleichaltrigen zu vernetzen. Ermutigen Sie Ihr Kind, altersgerechte Plattformen wie die Foto-Community Knipsclub sowie altersgerechte Spiele und andere kreative Angebote, bei denen Kinder selbst Fotos, Videos oder Hörspiele gestalten können. Achten Sie dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zu anderen Aktivitäten. Die Förderung von kreativem Spiel in der digitalen Welt ermöglicht es Ihrem Kind, seine Vorstellungskraft zu entfalten.

Recht auf Bildung und Medienkompetenz

Jedes Kind hat Anspruch auf gleichberechtigten Zugang zu Bildung. Bezogen auf die digitalisierte Lebenswelt ist eine Begleitung durch Familie, Kita und Schule wichtig, damit Kinder sicher und verantwortungsbewusst mit den Chancen und Risiken in der Medienwelt umgehen lernen. Das Recht auf Medienzugang ist heute auch immer ein Recht auf Zugang zu digitalen Bildungsangeboten, zum Beispiel zu spielerischen Lernseiten.

Recht auf Schutz und Sicherheit

Die Kinderrechte stellen das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Kinder müssen in allen Lebensbereichen, also auch im digitalen Raum, vor jeder Form von Gewalt, Missbrauch und schlechter Behandlung (wie Cybermobbing, Cybergrooming, Hate Speech) geschützt werden. Spezielle Jugendschutzprogramme können dabei helfen, Risiken zu minimieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Sicherheitsrisiken und problematische Inhalte im Netz, und zeigen Sie ihm, wie es blockieren, melden und Hilfe holen kann.

Recht auf Vereinigung und Versammlung

Kinder haben das Recht, sich online mit Gleichaltrigen zu vernetzen, gemeinsame Interessen zu teilen und digitale Gemeinschaften zu bilden. Eltern sollten ihre Kinder dazu ermutigen, Online-Plattformen wie die Hilfeseite helpando oder Beteiligungsplattformen zu nutzen, die altersgerecht und sicherheitsbewusst gestaltet sind und positive Interaktionen fördern. So können Kinder digitale Freundschaften pflegen, soziale Kompetenzen entwickeln und lernen, Chancen und Risiken digitaler Gemeinschaften einzuschätzen.

Das sollten Eltern beachten

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Rechte. Die Familie spielt für die Kinderrechte im digitalen Raum eine wichtige Rolle. Sie als Eltern haben die Aufgabe, Ihrem Kind ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, ihm grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Medien sowie Werte zu vermitteln. Informieren Sie sich daher über die Mediennutzung Ihres Kindes, bleiben Sie im Gespräch und treffen Sie (gemeinsame) Entscheidungen, die dem Alter Ihres Kindes und seiner Entwicklung entsprechen. Ein kooperatives Miteinander sowie ein respekt- und vertrauensvolles Verhältnis sind Grundvoraussetzung, dass sich Ihr Kind im Falle von Problemen an Sie als Ansprechperson wendet. Kinder müssen ihre Rechte kennen, um sie im Alltag einfordern und sich für sie stark machen zu können. Ihre Bedeutung als Eltern für die Entwicklung und das Wohl Ihres Kindes wird übrigens auch in der UN-Kinderrechtskonvention ausdrücklich betont.

Weitere Informationen rund um die Kinderrechte gibt es unter anderem kindgerecht aufbereitet auf Kindersache und beim Deutschen Kinderhilfswerk.

Jugendliche im digitalen Stress

Das Smartphone vibriert in Ihrer Tasche. Wenn Sie draufschauen, warten 15 neue Nachrichten in der Familiengruppe und eine Sprachnachricht der besten Freundin auf Ihre Antwort. Das kann schon mal nerven oder sogar Druck machen. Ständig vernetzt und erreichbar zu sein kann digitalen Stress auslösen – auch bei Jugendlichen. Aber wie kommt das?

Was steckt hinter digitalem Stress?

Digitaler Stress hängt vor allem mit ständiger Erreichbarkeit, Ablenkung sowie dem Gefühl zusammen, immer erreichbar sein und reagieren zu müssen. Die meisten Jugendlichen, aber auch viele Erwachsene gehen davon aus, dass sie auf Nachrichten bei WhatsApp, Instagram und Co. innerhalb weniger Minuten eine Antwort bekommen oder reagieren müssen. Diese Erwartung, immer erreichbar sein zu müssen, kann auf beiden Seiten zu Stress führen, z. B. wenn dabei andere wichtige Aufgaben wie Hausaufgaben vernachlässigt werden.

Viele Jugendliche nehmen das Smartphone mit ins Bett. Schon morgens nach dem Aufwachen geht bei vielen Jugendlichen als Erstes die Hand automatisch zum Smartphone. Das passiert auch zu anderen Tageszeiten, oft ganz unbewusst zur Ablenkung oder aus Langeweile. Vielen dient z. B. der Social-Media-Feed vor dem Einschlafen als Gute-Nacht-Geschichte. Vor allem Mediennutzung direkt vor dem Einschlafen und nächtliche Benachrichtigungen können dazu führen, dass Kinder und Jugendliche schwerer zur Ruhe kommen und schlechter schlafen.

Für Kinder und Jugendliche gehört es dazu, sich ständig mit Freund*innen via Messenger-Apps, über Social Media oder Online-Games auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Damit ist aber auch ein sozialer Druck verbunden. Social-Media-Apps sind so gemacht, dass sie möglichst viel Aufmerksamkeit der Nutzer*innen erhalten und nicht alle Inhalte tun Jugendlichen gut. Die eigene Selbstdarstellung, der Vergleich mit Idolen oder Freund*innen können anstrengend sein. Auch Online-Games möchten mit Belohnungssystemen und Leistungsprinzipien Spielende bei der Stange halten.

Wer sich z. B. in Gruppenchats nicht beteiligt, fürchtet, auch auf dem Schulhof ausgeschlossen zu werden. Deshalb fällt es besonders jüngeren Jugendlichen schwer, sich der Nachrichtenflut zu entziehen. Viele Jugendliche haben Angst, etwas zu verpassen. Dieses Gefühl wird oft als FOMO („Fear of Missing Out“) bezeichnet.

Der Einfluss der Peergroup

Gleichzeitig sind viele Jugendliche genervt, dass Freund*innen ständig auf das Handy schauen, wenn sie gemeinsam unterwegs sind. Andersherum können sie selbst nur schwer den Blick vom Handy lösen und checken das Smartphone ständig auf eingegangene Nachrichten. Wenn eine rote Zahl am App-Symbol auf dem Display erscheint, macht das aufgeregt und neugierig. Es ist ein kleines Glücksgefühl, das so oft wie möglich wiederholt werden will.

Ältere Jugendliche sind sich dem Problem oft schon bewusst und versuchen, eigene Lösungen dafür zu finden. Sie können sich schon eher vom eigenen Freundeskreis abgrenzen und den eigenen Bedürfnissen selbstbewusst nachgehen. Manche Jugendliche versuchen inzwischen bewusst, Benachrichtigungen auszuschalten oder feste Smartphone-Pausen einzulegen. Dahinter steckt die Idee, nicht ständig alles mitbekommen zu müssen und mehr Ruhe zu finden.

Strategien gegen digitalen Stress

Im Zeitalter von Smartphones, mobilem Internet und Messengern kann wohl fast jeder Mensch etwas mit dem Begriff digitaler Stress anfangen. Viele Kinder und Jugendliche stört es, dass auch ihre Eltern zu oft auf das Smartphone gucken. Sie sind für Ihr Kind Vorbild für eine bewusste Mediennutzung. Wenn Sie sich selbst von Ihrem Smartphone gestresst fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber. So fühlt es sich verstanden, wenn es das Smartphone nicht aus der Hand legen kann.

Finden Sie zusammen mit der ganzen Familie Strategien, um den Stress zu verringern. Stellen Sie gemeinsam Regeln auf, um die Zeit am Handy zu reduzieren. Das kann zum Beispiel ein Handyverbot während der gemeinsamen Mahlzeiten oder im Schlafzimmer sein. An diese Regeln müssen sich dann natürlich auch die Erwachsenen halten!

Oder Sie verabreden eine „digitale Diät“: Legen Sie gemeinsam feste Offline‑Zeiten fest, in denen alle das Smartphone beiseitelegen, nicht scrollen und keine Chats beantworten, zum Beispiel am Abendessen‑Tisch oder während eines Ausflugs. In dieser Zeit können Sie bewusst andere Dinge tun, die Ihnen guttun, etwa Sport, Spielen, Musik hören, Vorlesen oder einfach gemeinsam reden. So entsteht Entlastung, ohne dass digitale Medien ganz verboten werden.

Schon kleine Offline-Zeiten können helfen, digitale Gewohnheiten bewusster wahrzunehmen. Nutzen Sie solche Momente, um mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, wann das Smartphone guttut und wann es eher Stress verursacht. Apps zur Regulierung der Medienzeit oder Einstellungsmöglichkeiten wie die Bildschirmzeit können dabei unterstützen, Medien bewusster zu nutzen.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Kind danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

Eltern als Vorbilder für die Mediennutzung

Sie sitzen mit Ihren Kindern beim gemeinsamen Abendessen und unterhalten sich, als plötzlich Ihr Handy klingelt. Wie verhalten Sie sich? Lassen Sie sich bei der Familienzeit stören?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Eigentlich wurde vereinbart, dass das Smartphone beim Essen keinen Platz hat. Aber wenn es bei Mama klingelt, meint sie vielleicht, dass es wichtig ist und geht trotzdem dran. Dabei sollten die Regeln doch für alle gelten, oder?

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Orientierungsfunktion haben. Kinder lernen von Ihnen, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie vorleben, wie ein bewusster Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei, zu lernen selbstständig, sinnvoll und verantwortungsvoll mit dem Smartphone und anderen Medien umzugehen.

Wenn Jugendliche älter werden, orientieren sie sich in ihrer Mediennutzung auch immer mehr an Gleichaltrigen – und Ihr Einfluss als Eltern nimmt ab.

Ein gutes Vorbild sein und gemeinsam Regeln aufstellen

Vielleicht kommt es in Ihrer Familie auch manchmal wegen der Mediennutzung zum Streit, z. B. wenn Ihr Kind aus Langeweile zum Smartphone greift. Sie fänden es besser, wenn es stattdessen ein Buch lesen oder mit Freund*innen spielen würde. Überlegen Sie doch einmal, was Sie selbst in Ihrer freien Zeit tun. Schauen Sie Serien in der Mediathek oder daddeln manchmal einfach nur mit dem Handy? Dabei geht es nicht nur darum, welche Medien Sie nutzen, sondern auch wie oft, in welchen Situationen und welche Inhalte.

Sie können ja mal überlegen, wie das bei jedem Familienmitglied aussieht. Wie viel Zeit verbringt jede Person mit Medien und mit anderen Dingen? Ist das Verhältnis für Sie in Ordnung ist. Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie Regeln zur Medienzeit und zu handyfreien Zeiten. Dazu können Sie z. B. gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag e erstellen. Oder nutzen Sie eine App, mit der Sie die Zeit am Bildschirm im Blick behalten können. Oft gibt es auch in den Handyeinstellungen die Möglichkeit, Bildschirmzeiten zu verfolgen oder Limits einzurichten.

Empfehlenswert ist es, bewusst bildschirmfreie Zeiten und Aktivitäten in den Familienalltag einzubauen, um die Medieninhalte verarbeiten zu können und dem Körper Bewegung zu gönnen. 

Bleiben Sie immer im Austausch miteinander – auch wenn es um Medien geht. Durch Ihr Interesse am Medienkonsum Ihres Kindes bauen Sie Vertrauen auf. Dann nimmt Ihr Kind Sie auch ernst, wenn Sie Bedenken an bestimmten Apps oder Plattformen äußern oder es kommt zu Ihnen, wenn es unangenehmen Dingen bei der Mediennutzung begegnet. Gerade jüngere Kinder sollten mit Medien nicht allein gelassen werden. Sprechen Sie über das, was sie gesehen haben.

Reflektieren Sie auch Ihr eigenes Verhalten in den sozialen Netzwerken und halten sich selbst an die Ratschläge, die Sie Ihrem Kind geben, wie keine Fotos zu posten ohne die Einwilligung der darauf zu sehenden Personen.

Im Alltag geht es oft stressig zu und es ist manchmal schwierig, Abmachungen einzuhalten. Man ist dem Druck ausgesetzt, ständig erreichbar zu sein. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrem Kind. Seien Sie ehrlich sich selbst gegenüber und zeigen Sie Verständnis für Ihr Kind. Hilfreich kann auch schon sein, gemeinsam zu schauen, welche Abmachungen gut laufen und welche weniger gut!

Lightpainting – Bunte Lichtmalereien mit dem Smartphone

Haben Sie schon mal diese schönen Fotos gesehen, auf denen mit Licht gemalt oder geschrieben wurde? Die Bilder sehen spektakulär aus und lassen sich sogar mit dem Smartphone umsetzen.

Was ist Lightpainting?

Lightpainting heißt übersetzt Malen mit Licht. Dabei werden Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. bei Dunkelheit aufgenommen. Taschenlampen, LED-Lichter oder Wunderkerzen dienen als Lichtquellen. Mit ihnen lassen sich Bilder, Symbole oder Buchstaben in die Luft malen und auf einem Foto festhalten. Dabei entstehen wunderschöne Lichtmalereien. Die Technik, um selbst Lightpainting zu machen, haben viele Familien zu Hause. Denn mit vielen Smartphones ist Lightpainting möglich.

Eine Person malt ein Herz mit Licht in die Luft.

Bildquelle: Unsplash/Brunetto Ziosi

Lightpainting als Familienprojekt

Lightpainting kann ein schönes Medienprojekt mit der ganzen Familie sein. Schon kleine Kinder (ab ca. 3 Jahren) können mitmachen, indem sie Lichtquellen bewegen. Ältere Kinder können lernen, wie Lichtmalerei mit dem Smartphone funktioniert. Alle können dabei gemeinsam ihre Kreativität ausleben.

Für ein solches Projekt reichen ein Smartphone, ein abgedunkelter Innenraum (mit etwas Erfahrung ist es draußen möglich) und ein paar farbenfrohe Lichtquellen., z. B.:

  • Taschenlampen
  • Wunderkerzen
  • Knicklichter
  • LED-Lampen
  • Smartphone-Bildschirme – hier gibt es Apps wie Color Flashlight (Android) oder Flashlight: LED Torch Light (iOS), die bunte Farben und Effekte anzeigen können
  • Farbfilter oder buntes Transparent-Papier, um eine helle Lichtquelle farblich zu verändern

Sie benötigen ein Smartphone, dessen Kamera-App eine längere Belichtungszeit (Langzeitbelichtung) ermöglicht. Ob Ihr Gerät das kann, lässt sich in der Kamera-App prüfen: Suchen Sie dort nach einem „Pro-Modus“ oder „Manuellen Einstellungen“. Falls Sie dort die Belichtungszeit (meist mit „S“ oder „Shutter Speed“ bezeichnet) auf etwa 10 bis 30 Sekunden einstellen können, ist Ihr Smartphone geeignet. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es spezielle Kamera-Apps zum Herunterladen (z. B. Wow! Stuff Light Painting für Android und iOS).

So geht’s:

  1. Suchen Sie sich einen dunklen Ort (drinnen oder draußen), an dem Sie ausreichend Platz haben, um Fotos zu machen. Je dunkler der Ort ist, desto besser gelingt die Lichtmalerei.
  2. Stellen Sie das Smartphone sicher auf – entweder mit einem Stativ oder an einem ähnlich stabilen Platz.
  3. Öffnen Sie die Kamera-App oder Lightpainting-App und positionieren Sie Ihr Kind und ggf. weitere Personen, die mit Licht malen, im Kamera-Ausschnitt. Stellen Sie eine Belichtungszeit von 30 Sekunden ein.
  4. Schalten Sie das Licht aus. Nun kann es losgehen!
  5. Drücken Sie auf den Auslöser. Verwenden Sie am besten den Selbstauslöser. Er verhindert, dass das Gerät beim Auslösen wackelt und die Fotos unscharf werden.
  6. Nun malen Sie und Ihr Kind 30 Sekunden lang mit den gewählten Lichtquellen Muster, Objekte oder Schrift in die Dunkelheit. Auf das Ergebnis können alle gespannt sein!

Tipps:

  • Ziehen Sie sich dunkle Kleidung an, wenn Sie auf dem Bild nicht zu sehen sein wollen, sondern die Malerei im Vordergrund stehen soll.
  • Wenn Sie etwas schreiben möchten, müssen Sie das in Spiegelschrift tun.
  • Soll eine der Lichtbewegungen nicht auf dem Bild zu sehen sein (z. B. das Ansetzen eines neuen Buchstabens), muss die Lichtquelle kurz ausgeschalten oder abgedeckt werden.

Eine nächtliche Aktion in den Sommerferien draußen oder im Winter drinnen begeistert Groß und Klein. Beachten Sie, dass es ein bisschen Übung braucht, bis tolle Bilder entstehen. Mit etwas Geduld können Sie kleine Fotoprojekte wie ein Neujahrsfoto mit Wunderkerzen und den Jahreszahlen, ein Foto von vorbeifahrenden Autos auf der Autobahn oder Ihr Kind als Superheld*in mit Umhang oder Flügeln realisieren. Gemeinsam mit Ihrem Kind fallen Ihnen bestimmt viele kreative Motive ein!

Übrigens: Wenn Sie eine Digitalkamera mit einem Stativ haben, gelingen qualitativ noch bessere Lichtmalereien. Prüfen Sie, ob Sie an Ihrer Kamera längere Belichtungszeiten von ungefähr 30 Sekunden einstellen können. Auf der Webseite der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Bildanleitung zum Lightpainting mit der Kamera, die auch für Kinder leicht verständlich ist.

Mehr zum Thema Lightpainting und Fotografie mit Kindern gibt es auch bei den Kamerakindern und bei der Foto-Community Knipsclub. In diesem KiKA-Video zeigt ein Fotokünstler, mit welchen Leuchtmitteln schöne Effekte entstehen.

Game-Genres erklärt: Game-Creator-Plattform, Strategie, Rollenspiel, Shooter, Horror

„Kann ich noch eine Runde zocken?“ – diese Frage gehört in vielen Familien zum Alltag. Rund drei von vier Jugendlichen spielen gern und regelmäßig am PC, an der Konsole, am Smartphone oder online mit Freund*innen. Aber was genau passiert da eigentlich?

Für Eltern ist das oft schwer zu überblicken: Der Markt an Games ist mittlerweile riesig. Allein für die Nintendo Switch sind aktuell mehr als 10.000 Spiele im Angebot. Viele Spiele verbinden mehrere Genres oder entwickeln ganz neue Kategorien. Ein vollständiger Überblick ist deshalb kaum möglich. Dennoch lassen sich viele Games grob einordnen – und dadurch besser verstehen. Wir stellen fünf beliebte Genres vor.

Game-Creator-Plattform

Auf Game-Creator-Plattformen finden Kinder und Jugendliche eine Art Baukasten vor, mit dem sie online eigene Spiele entwickeln und mit anderen teilen können. Dafür stehen verschiedene Welten, Objekte, Figuren und Befehle zur Verfügung. Nutzer*innen können damit selbst kreativ werden, kleinere oder größere Spiele erfinden und individuell gestalten. In der Community tauschen sie sich über ihre Ideen und Spiele aus und spielen gemeinsam. Für viele Kinder ist das oft ein erster Begegnungsort mit dem Programmieren und kann sogar zu einer Einnahmequelle werden. Bekannte Angebote sind etwa Roblox, der Kreativmodus von Fortnite oder Meta Horizon Worlds. Eltern sollten beachten, dass auf solchen Plattformen häufig hohe Kaufanreize sowie Risiken durch ungeeignete Inhalte und Kommunikation mit anderen bestehen.  

Strategie

Zeit, Muße und ein waches Köpfchen – das brauchen Spieler*innen bei Strategiespielen. Hier gilt es, Pläne zu schmieden, Probleme zu lösen und die eigenen Ziele im Blick zu behalten. Manchmal werden Städte und Gesellschaften aufgebaut, knifflige Aufgaben bewältigt oder Kriege und Kämpfe geführt, wie zum Beispiel in Minecraft Legends. Im Unterschied zu Simulationen sind Strategiespiele meist langfristiger angelegt. Häufig spielt man über viele Runden hinweg und erweitert dabei nach und nach sein Wissen und seine Fähigkeiten. Daher eignen sich diese Spiele eher für erfahrenere Spieler*innen, die weniger Action, dafür aber mehr Herausforderungen suchen.

Rollenspiel

So richtig in eine andere Haut schlüpfen können Spieler*innen in Rollenspielen. Sie übernehmen die Rolle einer Figur, erleben das Geschehen durch deren Augen und bewegen sich durch eine fiktionale Welt. Dort lösen sie Aufgaben, sogenannte „Quests“, bestehen Kämpfe, erkunden ferne Planeten oder suchen in geheimnisvollen Welten nach verborgenen Schätzen. Das Spielerlebnis wirkt dadurch näher und persönlicher als in Simulationen oder Strategiespielen. Gleichzeitig ist die Bedienung meist komplexer. Auch die Abgrenzung zwischen Spiel und Wirklichkeit kann schwieriger sein, weshalb Rollenspiele eher für ältere Kinder geeignet sind. Die abenteuerlichsten Ecken der Minecraft-Welt lassen sich zum Beispiel in Minecraft Dungeons erobern.

Shooter

Hier wird vor allem eines: geschossen. Ein Shooter ist ein Schießspiel, in dem sich die Spieler*innen mit virtuellen Waffen durch eine Welt bewegen, zielen und schießen, Gegnerinnen ausschalten und Missionen erfüllen.. Das Erleben des Spielgeschehens aus der Ich-Perspektive ist auch als Ego-Shooter bekannt. Es kann sich aber auch um Simulationen oder Adventure-Spiele handeln. Ziel ist meist, selbst zu überleben und eine Mission erfolgreich abzuschließen. Die grafische Darstellung variiert stark von cartoonhaften bis hin zu sehr realistischen Gewaltdarstellung, weswegen hier genau hingeschaut werden sollte. Viele Shooter sind erst für ältere Spieler*innen freigegeben. Bekannte realistische Beispiele sind Battlefield, Call of Duty oder das cartoonhafte Fortnite.

Horror

Nichts für schwache Nerven: Horror Games haben vor allem ein Ziel – die Spieler*innen möglichst stark zu erschrecken, zu gruseln und in Angst zu versetzen. Dafür setzen sie auf überraschende Effekte, eklige oder unheimliche Bilder und Musik, plötzlich auftauchende Figuren und Szenen sowie düstere Geschichten. Horror Games sind sozusagen die Übertragung von Horrorfilmen auf Games und können als Adventure-Games, Simulationen oder Shooter gestaltet sein. Meist bewegen sich die Spieler*innen durch eine bedrohliche Umgebung und versuchen, dort zu überleben. Die Bilder, Effekte und Atmosphäre gehen von leichtem Grusel bis hin zu extrem intensiven Darstellungen. Hier ist es besonders wichtig auf die Alterskennzeichen zu achten. Beobachten Sie außerdem genau, wie Ihr Kind auf ängstigende Inhalte reagiert. Beispiele für Horror-Games sind Resident Evil, Silent Hill, Little Nightmares oder Poppy Playtime.

Alles geklärt?

Schublade auf, Schublade zu – und alle Spiele sind sortiert? So einfach ist es leider nicht. Die Grenzen zwischen Genres sind oft fließend: Manche Spiele passen in mehrere Kategorien, andere lassen sich kaum einordnen. Zudem können Games etwa nach Thema, Technik oder Anspruch sortiert werden.

Auf Elternguide.online finden Sie deshalb weitere Übersichten zu populären Game– und  Online-Game-Genres. Doch selbst die beste Einteilung bleibt nur eine Momentaufnahme, denn neue Angebote, Techniken und Spielideen entstehen ständig.

Trotzdem lohnt es sich, aktuelle Spiele und Genres kennenzulernen. Grundwissen, gemeinsame Recherche und Interesse an den Lieblingsspielen des Kindes fördern Gespräche in der Familie. So entstehen Verständnis und die Möglichkeit, Risiken zu besprechen und gemeinsam einen guten Umgang mit Games zu finden. Dabei hilft etwa auch das ständig aktuell gehaltene und sehr ausführliche USK-Lexikon der Game-Genres.

Game-Genres erklärt: Jump-and-Run, Simulation, Racer, Adventure, Sandbox

„Kann ich noch eine Runde zocken?“ – diese Frage gehört in vielen Familien zum Alltag. Rund drei von vier Jugendlichen spielen gern und regelmäßig am PC, an der Konsole, am Smartphone oder online mit Freund*innen. Aber was genau passiert da eigentlich?

Für Eltern ist das oft schwer zu überblicken: Der Markt an Games ist mittlerweile riesig. Allein für die Nintendo Switch sind aktuell mehr als 10.000 Spiele im Angebot. Viele Spiele verbinden mehrere Genres oder entwickeln ganz neue Spielkategorien. Ein vollständiger Überblick ist deshalb kaum möglich. Dennoch lassen sich viele Games grob einordnen – und dadurch besser verstehen. Wir stellen fünf beliebte Genres vor.

Jump-and-Run

Jump-and-Run-Spiele gehören zu den absoluten Klassikern der Computerspiele. Bereits 1981 musste sich eine Figur in „Donkey Kong“ rennend und hüpfend ihren Weg zum Ziel bahnen. Seitdem sind unzählige Spiele entstanden, in denen Figuren durch zwei- oder dreidimensionale Welten laufen, springen und dabei Hindernisse überwinden müssen. Am bekanntesten sind sicher die Super-Mario-Spiele, aber auch Sonic the Hedgehog oder Rayman sind weit verbreitet. Die bunt und humorvoll gestalteten Spielwelten sprechen oft schon jüngere Spieler*innen an und sind dank ihrer einfachen Bedienung gut zugänglich. Wer Lust hat, ein eigenes Jump-and-Run-Spiel zu entwerfen, kann zum Beispiel bei Draw your Game kreativ werden.

Simulation

Simulationsspiele bilden reale Situationen oder ganze Welten möglichst originalgetreu nach. Darin übernehmen die Spieler*innen eine bestimmte Rolle, werden kreativ oder verfolgen festgelegte Ziele. Dazu gehören etwa Berufs- und Wirtschaftssimulationen, in denen Städte gebaut, Restaurants geführt oder wichtige Entscheidungen getroffen werden. Auch Sport- und Aktivitätssimulationen zählen dazu, beispielsweise Fußballspiele, Autorennen oder Flugshows. Simulationsspiele bieten häufig eine detailreiche Grafik und komplexe Welten, die ein besonders realistisches Erlebnis vermitteln. Meist können sie allein oder gemeinsam mit Freund*innen gespielt werden. Sehr bekannt sind EA Sports FC oder Animal Crossing.

Racer

Ab hinters Steuer und los auf die Rennstrecke! In Racing-Spielen quietschen die Reifen, denn hier wird um die Wette gefahren. Anders als bei Simulationen steht dabei nicht das möglichst realistische Fahrgefühl, sondern vor allem der Rennspaß im Mittelpunkt. Meist können die Spieler*innen eigene, ausgefallene Fahrzeuge und Figuren auswählen oder gestalten. Die Rennen führen durch Städte, Wüsten, Freizeitparks oder ganze Fantasiewelten, während unterwegs Punkte und Gewinne gesammelt werden. Racing-Spiele können online gespielt werden, eignen sich aber auch besonders gut, um gemeinsam mit Freund*innen oder der Familie vor dem Bildschirm gegeneinander anzutreten. Die berühmtesten Rennstrecken gibt es wohl bei Mario Kart und Sonic Racing. Die Spiele machen häufig der ganzen Familie Spaß, sind für jüngere Spieler*innen aber manchmal noch überfordernd.

Adventure

Rätsel lösen, Abenteuer erleben, knifflige Missionen bestehen und eine spannende Geschichte mit Geduld, Geschick und Köpfchen durchspielen – all das bieten Adventure Games. Dabei dreht sich alles um das Abenteuer. Die Spiele können ganz unterschiedlich gestaltet sein: von zweidimensionalen Comic-Welten bis hin zu detailreich aufgebauten, dreidimensionalen Spielwelten. Sie spielen in den verschiedensten Settings und sprechen sowohl jüngere als auch ältere Spieler*innen an. Gemeinsam haben sie vor allem ihren ausgeprägten Abenteuer- und Rätselcharakter. Eine abenteuerliche Reise mit einer coolen und sehr diversen Gruppe von Held*innen gibt es zum Beispiel bei The Unstoppables.

Sandbox

Ab in den Sandkasten, wir bauen ein Traumschloss. Sandbox-Spiele sind der Ort für kreative Gaming-Fans. Sie bieten meist vor allem einen Raum und Material, in dem sich Spieler*innen selbst kreativ betätigen können – indem sie etwa Häuser, Landschaften und Lebewesen erschaffen, Geschichten entwerfen, Ideen zum Leben erwecken. Hier gibt es keine festlegten Geschichten oder Ziele, sondern die Interessen und Ideen der Spieler*innen stehen im Mittelpunkt. Der bekannteste Sandkasten der Gaming-Welt ist wohl Minecraft, wo scheinbar grenzenlose Welten aus bunten Blöcken entstehen können.

Alles geklärt?

Schublade auf, Schublade zu – und alle Spiele sind sortiert? So einfach ist es leider nicht. Die Grenzen zwischen Genres sind oft fließend: Manche Spiele passen in mehrere Kategorien, andere lassen sich kaum einordnen. Zudem können Games etwa nach Thema, Technik oder Anspruch sortiert werden.

Im Elternguide finden Sie deshalb weitere Übersichten zu populären Game- und  Online-Game-Genres. Doch selbst die beste Einteilung bleibt nur eine Momentaufnahme, denn neue Angebote, Techniken und Spielideen entstehen ständig.

Trotzdem lohnt es sich, aktuelle Spiele und Genres kennenzulernen. Grundwissen, gemeinsame Recherche und Interesse an den Lieblingsspielen des Kindes fördern Gespräche in der Familie. So entstehen Verständnis und die Möglichkeit, Risiken zu besprechen und gemeinsam einen guten Umgang mit Games zu finden. Dabei hilft etwa auch das ständig aktuell gehaltene und sehr ausführliche USK-Lexikon der Game-Genres.

Eltern-Check-In: Sollte ich die Chats oder Profile auf dem Smartphone meines Kindes kontrollieren? 

Vielleicht kennen Sie die Sorge: Mit wem schreibt mein Kind? Welche Bilder veröffentlicht es? Wird es online beleidigt, bedrängt oder ausgeschlossen? Der Wunsch, nachzusehen, ist verständlich. Trotzdem gilt: Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre – auch auf dem Smartphone.

Privatsphäre ist ein Kinderrecht

Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention schützt Kinder vor willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in ihr Privatleben und ihren Schriftverkehr. Dazu gehören heute auch Handys, Profile und Chats. Heimlich Messenger-Unterhaltungen zu lesen, private Fotos anzusehen oder sich ohne Wissen des Kindes in seine Social-Media-Konten einzuloggen, sollte deshalb auf keinen Fall zum normalen Erziehungsalltag gehören.

Mediennutzung begleiten

Wie viel Begleitung sinnvoll ist, hängt vom Alter und Entwicklungsstand sowie von der Medienerfahrung und der Selbstständigkeit Ihres Kindes ab. Prüfen Sie beim ersten Smartphone die Einstellungen und Kontakte zusammen mit Ihrem Kind. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Medienregeln und legen Sie Konsequenzen fest, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Nutzen Sie außerdem – in Absprache mit Ihrem Kind – technische Kinderschutzlösungen. Mit zunehmendem Alter sollten Sie Ihrem Kind mehr Verantwortung übertragen und die Einstellungen und Regeln anpassen. Zeigen Sie sich interessiert und lassen Sie sich die Lieblings-Apps von Ihrem Kind erklären. Fragen Sie, was ihm dort gefällt, was es nervt und ob es schon unangenehme Situationen erlebt hat.

Profile gemeinsam ansehen

Schauen Sie Profile und Sicherheitseinstellungen nur gemeinsam an. Ist das Konto ihres Kindes privat? Wer darf Nachrichten schicken, Beiträge kommentieren oder den Standort sehen? Was tun, wenn es Stress im Klassenchat gibt? Weiß Ihr Kind, wie es Kontakte blockiert und meldet? Solche Gespräche schützen besser als eine regelmäßige Kontrolle ohne konkreten Anlass. Legen Sie vorher fest, was Sie ansehen dürfen, in welchen Situationen und warum. Eine heimliche Handykontrolle kann dazu führen, dass Ihr Kind Probleme verschweigt.

Was ist bei den Apps möglich?

Bei WhatsApp und Signal gibt es aktuell (noch) keine Elternkontrolle, alle Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Prüfen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen und üben Sie mit Ihrem Kind, wie es unbekannte Kontakte blockieren oder melden kann. Bei Snapchat zeigt das „Family Center“ Freund*innen und kürzlich genutzte Kontakte, aber nicht den Inhalt privater Gespräche. Instagram bietet Teen-Konten und eine Elternaufsicht mit Schutz- und Zeiteinstellungen. Bei TikTok können Eltern im „Begleiteten Modus“ Bildschirmzeit, Sichtbarkeit, Nachrichten und Kontakte einschränken. Auch viele Gaming-Apps und Spieleplattformen bieten Elternfunktionen, mit denen sich Spielzeit, Käufe, Chats, Freundschaftsanfragen und Kontakte einschränken lassen. Wichtig ist: Solche Einstellungen können Gespräche unterstützen, ersetzen sie aber nicht.

Wann darf ich eingreifen?

Das Recht auf Privatsphäre bedeutet nicht, dass Sie bei einer ernsten Gefahr wegsehen müssen. Beobachten Sie Ihr Kind und bleiben Sie mit ihm im offenen Austausch. Gesprächseinstiege über Mediennutzung finden Sie zum Beispiel bei klicksafe und der Amadeu Antonio Stiftung. Gibt es konkrete Hinweise auf Cybergrooming, Erpressung, Mobbing oder andere Risiken, kann ein begrenzter Blick auf das Smartphone notwendig sein. Erklären Sie Ihrem Kind möglichst vorher, was Sie überprüfen und weshalb. Sichern Sie Beweise, blockieren und melden Sie Accounts und holen Sie bei Bedarf Hilfe bei einer Beratungsstelle oder der Polizei.

Vertrauen ist der beste Schutz

Fragen Sie regelmäßig nach, wie es Ihrem Kind bei der Mediennutzung geht und ob es etwas gibt, das Ihr Kind verunsichert. Wenn Ihr Kind weiß, dass es nicht sofort Ärger oder ein Handyverbot bekommt, wird es sich bei Schwierigkeiten eher an Sie wenden. Dieses Vertrauensverhältnis schützt langfristig besser als heimliches Kontrollieren.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Virtueller Elternabend am 23.09.2026 von 17 bis 18 Uhr

Schaulust mit Folgen? Wie Kinder und Jugendliche Reality-TV erleben

Dating-Shows an Traumstränden, Promis bei Ekelprüfungen und streitende Realitystars: Reality-TV hat viele Facetten und ist längst mehr als Fernsehen. Ausschnitte begegnen Kindern und Jugendlichen auch auf TikTok, Instagram und YouTube. Doch was fasziniert sie daran? Wann werden Streit, Mobbing, stereotype Rollenbilder, sexualisierte Selbstdarstellung oder Alkoholkonsum problematisch – und was durchschauen junge Zuschauer*innen bereits selbst? Der kostenfreie virtuelle Elternabend zeigt, wie Reality-TV inszeniert wird und nimmt dabei besonders Show-Formate in den Blick. Eltern erfahren, welche Aspekte für den Jugendmedienschutz wichtig sind und wie sie ihre Kinder altersgerecht begleiten können. Mit Beispielen und konkreten Tipps für die Familie.

Nutzen Sie die Gelegenheit, live dabei zu sein und Ihre Fragen an unsere Expert*innen zu stellen – wir stehen für den Austausch bereit und liefern wertvolle Impulse für den Familienalltag!

Informationen und Anmeldung

Datum:  23.09.2026 | Zeit: 17 bis 18 Uhr

Ablauf: (Medienpädagogischer) Input (ca. 30/40 Minuten) und anschließender offener Austausch

Referentinnen: Eva Lütticke und Katja Verchow (FSF e.V.)

Moderation: Nils Rudolf (FSM e.V.)

Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.

Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber WTG . Serverstandort der WTG ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.

Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

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    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 23.09.2026 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    Warum Influencer*innen so nahbar wirken

    Stellen Sie sich vor: Ihr Kind sitzt auf dem Sofa und scrollt durch TikTok. Plötzlich hält es an, schaut ein Video länger und grinst. Sie fragen nach, was da gerade so witzig ist. „Die ist einfach sympathisch“, sagt ihr Kind und zeigt Ihnen das Video. Eine junge Frau schminkt sich darin und erzählt ganz nebenbei von einem peinlichen Erlebnis in der Schule. Nichts wirkt geschniegelt oder perfekt. Gerade das macht den Clip so glaubwürdig. Was hier aussieht wie ein spontaner Moment, ist jedoch häufig sorgfältig geplant.

    Worum geht’s?

    Perfekt inszenierte Social-Media-Feeds, die ein scheinbar perfektes Leben zeigen, gibt es noch immer. Viele Nutzer*innen wünschen sich heute jedoch weniger Hochglanz und mehr Alltag. Deshalb sind auf TikTok, Instagram und YouTube inzwischen vor allem Videos erfolgreich, die möglichst ungeplant und ehrlich aussehen. Ein aktuelles Beispiel ist der sogenannte BTW-Trend (by the way). Auch Formate wie „Get Ready With Me“ (GRWM), „Day in my Life“ oder Vlogs arbeiten mit diesem Prinzip. Influencer*innen erzählen von ihrem Alltag, sprechen über Selbstzweifel oder einen schlechten Tag und erscheinen dadurch besonders nahbar. Viele dieser Formate wirken, als würden sie ganz nebenbei aus dem Alltag erzählen. Dadurch entsteht der Eindruck, man begleite jemanden einfach durch den Alltag. Hinter den Kulissen wird aber genau überlegt, welche Szenen gezeigt werden und welche nicht. Was spontan wirkt, ist selten Zufall. Selbst kleine Pannen oder beiläufige Gespräche werden manchmal absichtlich im Video gelassen.

    Dass solche Formate selbst parodiert werden, zeigt, wie schnell sich Trends auf Social Media weiterentwickeln. Manche Influencer*innen greifen den Stil bewusst übertrieben auf und machen sich so über den Trend lustig. Dabei schminken sie sich zum Beispiel und erzählen plötzlich von Themen, die man in einem solchen Video nicht erwarten würde. Was als Gegenbewegung zu perfekt inszenierten Inhalten begann, kann wieder Teil einer neuen Inszenierung werden. Das heißt jedoch nicht, dass diese Geschichten erfunden sind. Viele Influencer*innen erzählen tatsächlich aus ihrem Leben. Sie entscheiden aber selbst, was sie zeigen und was privat bleibt. So entsteht ein Bild, das glaubwürdig wirkt, obwohl es immer nur einen ausgewählten Ausschnitt zeigt.

    Für viele Influencer*innen gehört es inzwischen zum Erfolgsrezept, möglichst authentisch zu wirken. Dadurch entsteht oft eine enge Bindung zur Community. Davon profitieren später auch Kooperationen und Produktempfehlungen.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Kinder und Jugendliche möchten dazugehören und suchen Orientierung. Deshalb sind sie häufig empfänglich für Influencer*innen, die offen über ihren Alltag, Unsicherheiten oder Fehler sprechen. Viele erkennen sich darin wieder. Mit der Zeit haben Kinder und Jugendliche das Gefühl, diese Person wirklich zu kennen. Fachleute sprechen dann von einer parasozialen Beziehung. Dadurch wirken Empfehlungen eher wie ein Tipp von einer vertrauten Person und nicht wie Werbung.

    Wenn Influencer*innen offen über Fehler sprechen oder zugeben, dass etwas schiefgelaufen ist, wirkt das auf viele Kinder und Jugendliche entlastend. Trotzdem bleibt auch diese Offenheit Teil einer bewussten Inszenierung.

    Was kann problematisch sein?

    Je persönlicher Inhalte wirken, desto leichter entsteht der Eindruck, das Leben einer Person wirklich zu kennen. Tatsächlich sehen Kinder und Jugendliche aber nur einen ausgewählten Ausschnitt.

    Hinzu kommt, dass Werbung heute kaum noch von persönlichen Geschichten zu unterscheiden ist. Eine Produktempfehlung wirkt schnell wie ein ehrlicher Rat. Gerade deshalb beeinflusst sie Kaufentscheidungen häufig stärker als klassische Werbung.

    Auch der Vergleich mit anderen spielt eine Rolle. Selbst Videos, die besonders natürlich aussehen, sind oft sorgfältig gestaltet. Licht, Kamera und Schnitt sorgen dafür, dass alles stimmig wirkt. So kann leicht der Eindruck entstehen, sogar Unperfektheit müsse noch gut aussehen.

    Die Algorithmen der Plattformen verstärken diesen Effekt. Wer viele solcher Videos anschaut, bekommt von den Plattformen immer mehr ähnliche Inhalte angezeigt. So entsteht schnell das Gefühl, alle würden ihr Leben auf diese Weise zeigen.

    Was sollten Eltern beachten?

    Sie müssen nicht jeden Trend kennen, um Ihr Kind begleiten zu können. Wichtiger ist, Interesse zu zeigen. Lassen Sie sich erklären, welche Influencer*innen Ihr Kind gerne anschaut und was es an ihnen mag. Schauen Sie sich einzelne Videos gemeinsam an. Dabei merkt man selbst, wie ehrlich und spontan ein Video wirkt, obwohl dahinter viele Entscheidungen stecken. Fragen wie „Warum wirkt das so echt?“ oder „Was sehen wir hier eigentlich nicht?“ helfen, Inhalte bewusster einzuordnen.

    Auch Werbung eignet sich gut als Gesprächsthema. Überlegen Sie gemeinsam, woran sich erkennen lässt, ob jemand mit einem Beitrag Geld verdient oder ein Produkt empfehlen möchte. Fragen Sie Ihr Kind auch, warum ein Video veröffentlicht wurde und was damit erreicht werden soll. Wer solche Strategien erkennt, kann Inhalte leichter kritisch einordnen.

    Wenn Ihr Kind häufig von einer Person aus den sozialen Medien erzählt, ist das zunächst nichts Ungewöhnliches. Nutzen Sie diese Begeisterung als Gesprächsanlass. Sprechen Sie darüber, warum sich manche Influencer*innen fast wie Freund*innen anfühlen, obwohl die Beziehung nur in eine Richtung besteht.

    Social Media muss kein Problem sein. Wer versteht, wie Nähe und Vertrauen entstehen, kann Inhalte besser einordnen und erkennt leichter, dass hinter scheinbar spontanen Momenten oft bewusste Entscheidungen stehen.

    Kinderlieder begleiten mit Apps

    Viele Kinder bewegen sich begeistert zu Musik und singen schon früh mit. In Kitas gehört gemeinsames Singen fest zum Alltag. Zu Hause ist das nicht immer so: Manche Eltern fühlen sich wenig musikalisch oder haben keine Instrumente. Mit Smartphone oder Tablet können Sie Kinderlieder trotzdem begleiten und gemeinsam Musik machen.

    Gemeinsames Singen und Tanzen

    Kinderlieder-Apps laden zum Mitsingen und Bewegen ein. Oft erzählen Figuren oder Tiere passend zum Lied kleine Geschichten. Manche Apps blenden den Text ein oder bieten eine Instrumentalversion an. Dann ist nur die Melodie zu hören und Sie können selbst mit Ihrem Kind singen.

    Die Android-App Fuxdoo: Kinderlieder mitsingen enthält bekannte Kinderlieder. Weitere Lieder können hinzugekauft werden (ab 0,99 €). Über einen Regler lässt sich einstellen, wie laut der eingesungene Text zu hören ist. Wer lieber selbst singt, kann die Stimme ganz ausschalten und nur die musikalische Begleitung nutzen.

    Die kostenpflichtige iOS-App Kleiner Fuchs Kinderlieder (4,99 €) richtet sich an Kinder von zwei bis sechs Jahren. Animierte Lieder laden zum Zuhören und Mitsingen ein. Im Karaoke-Modus können Kinder selbst singen und mit verschiedenen Klängen Musik machen.

    Musizieren und Lieder begleiten

    Mit Musik-Apps wird das Smartphone oder Tablet zum digitalen Instrument. Eltern können damit einfache Töne oder Akkorde spielen und ihr Kind beim Singen begleiten. So entsteht das Lied Schritt für Schritt und Sie können das Tempo an Ihr Kind anpassen.

    GarageBand ist kostenfrei für iPhone und iPad erhältlich. Die App bietet virtuelle Instrumente, auf denen sich einfache Akkorde und Melodien spielen lassen. Mehrere Tonspuren können aufgenommen und miteinander kombiniert werden.

    Eine kostenfreie Alternative für Android ist Walk Band – Multitracks Music. Die App enthält unter anderem Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Eigene Aufnahmen und mehrere Tonspuren sind ebenfalls möglich. Die vielen Funktionen können jüngere Kinder anfangs überfordern. Wählen Sie deshalb zunächst ein Instrument aus und probieren Sie einige Töne und Rhythmen zusammen aus.

    Wer Noten lesen kann, findet in der iOS-App Kinderlieder Texte, Noten und Melodien zu vielen bekannten Liedern. Einige zusätzliche Inhalte sind kostenpflichtig.

    Weitere Tools zum gemeinsamen Musizieren finden Sie in unserem Artikel: Gemeinsam Musik erleben.

    Spielend Melodien entdecken

    Auch ohne Notenkenntnisse können Kinder mit Apps erste Melodien spielen. Die kostenfreie Android-App Piano – Musikspiele für Kids bietet virtuelle Instrumente und kleine Musikspiele. Kinder lernen verschiedene Töne kennen und können eigene Melodien ausprobieren.

    In der Android-App Kindermusik: Klavier & Xylo entdecken jüngere Kinder bekannte Lieder über einfache Minispiele. Sie bringen zum Beispiel durch Antippen Luftballons zum Platzen. Mit jedem Ballon erklingt die nächste Note, bis nach und nach eine Melodie entsteht.

    Setzen Sie sich bei den ersten Versuchen zu Ihrem Kind und hören Sie gemeinsam, was beim Tippen auf dem Bildschirm passiert. Singen oder klatschen Sie mit und bewegen Sie sich zur Musik. So bleibt der Bildschirm nicht im Mittelpunkt, sondern wird zum Ausgangspunkt für Musik, bei der alle mitmachen.

    Was sollten Eltern beachten?

    Schauen Sie sich eine Musik-App vor der Nutzung selbst an. Lässt sie sich leicht bedienen und passt sie zum Alter Ihres Kindes? Gibt es Werbung oder kostenpflichtige Zusatzangebote? In-App-Käufe sollten so eingestellt sein, dass Kinder sie nicht ohne Zustimmung auslösen können.

    Prüfen Sie auch die Zugriffsrechte. Eine Kinderlieder-App benötigt in der Regel keinen Zugriff auf Kontakte oder den Standort. Bei Apps mit Aufnahmefunktion lohnt sich ein Blick darauf, wo Sprach- und Musikaufnahmen gespeichert werden und ob sie geteilt oder hochgeladen werden können.

    Digitale Instrumente und Musikspiele können Kinder neugierig auf Musik machen. Sie ergänzen das Singen und Musizieren mit echten Instrumenten oder Gegenständen aus dem Alltag. Gerade jüngere Kinder profitieren davon, wenn Eltern die App mit ihnen entdecken. Klatschen Sie zusammen einen Rhythmus oder nutzen Sie Töpfe als Trommeln. So führt die Musik vom Bildschirm direkt ins Kinderzimmer.

    Weitere Ideen für den Familienalltag bietet die Stiftung Lesen mit Materialien rund um Musik und Sprache.

    Medien selber machen: Blaudruck

    Fotografieren geht auch ohne Kamera! Beim Blaudruck, auch Cyanotypie genannt, entstehen Bilder auf einem „Zauberpapier“ mit Licht, Gegenständen und Wasser. Dabei hinterlassen Blätter, Federn, kleine Gegenstände oder ausgeschnittene Papiermotive helle Formen auf blauem Hintergrund. Für Kinder ist das fast ein bisschen magisch – und zugleich ein spannender Einstieg in die Welt der analogen Fotografie.

    Was ist Blaudruck?

    Die Cyanotypie ist eine sehr alte Fototechnik. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie genutzt, um Pflanzen, Zeichnungen oder Baupläne abzubilden. Vielleicht kennen Sie den Begriff „Blaupause“ – er kommt genau aus diesem Zusammenhang. Beim Blaudruck wird ein Papier oder Stoff mit einer chemischen Lösung lichtempfindlich gemacht. Dort, wo Sonnenlicht auf das Material trifft, entsteht später die blaue Farbe. Stellen, die durch Gegenstände abgedeckt sind, bleiben hell.

    „Zauberpapier“ herstellen

    Es gibt Cyanotypie-Sets, mit denen sich das „Zauberpapier“ selbst herstellen lässt. Für die lichtempfindliche Lösung mischen Sie zwei Chemikalien und tragen es in einem abgedunkelten Raum mit einem Pinsel auf Aquarellpapier oder Stoff auf. Das ist für Kinder spannend, sollte aber immer von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Chemikalien sind nicht ungiftig und können Haut, Augen oder Atemwege reizen. Mit Gummihandschuhen, Schürze und ggf. Mundschutz kann Ihr Kind unter Anleitung einzelne Schritte übernehmen. Wichtig ist: Lesen Sie die Packungsanleitung, lüften Sie den Raum und achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich nicht in die Augen fasst und sich danach gründlich die Hände wäscht.

    Alternativ eignet sich für den einfachen Einstieg vorbehandeltes Cyanotypie-Papier. Das können Sie online bei Künstler- oder Foto-Shops bestellen. So ist das „Zauberpapier“ schon vorbereitet und Sie können direkt mit Ihrem Kind loslegen.

    Das brauchen Sie

    Legen Sie vor dem Start alle nötigen Gegenstände bereit:

    • Cyanotypie-Papier – das „Zauberpapier“
    • Blätter, Blüten, Gräser, Federn, Schnüre, kleine Gegenstände oder ausgeschnittene Formen
    • eine Unterlage, z. B. ein Holzbrett oder die Rückseite eines Bilderrahmens
    • eine Glasplatte oder einen Bilderrahmen ohne Rahmen, damit nichts verrutscht
    • eine Schüssel oder Wanne mit Wasser
    • Küchenpapier oder Zeitung zum Trocknen
    • Sonnenlicht oder eine UV-Lampe

    So geht’s

    1. Motive sammeln: Bereiten Sie zuerst die Motive vor. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach draußen und sammeln Sie Blätter, Gräser oder Blüten. Für den besten Effekt empfiehlt es sich, die Pflanzen vorher zu pressen. Auch kleine Gegenstände wie Muscheln, Steine, Schlüssel, Spielfiguren oder Knöpfe sowie ausgeschnittene Papierformen eignen sich gut.
    2. Gegenstände anordnen: Legen Sie das Cyanotypie-Papier in einem abgedunkelten Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung auf der Unterlage bereit. Dann kann Ihr Kind kreativ werden und die Gegenstände auf dem Papier anordnen. Flache Motive decken Sie mit der Glasplatte ab, dreidimensionale Gegenstände platzieren Sie oben auf das Glas.
    3. Belichten: Tragen Sie das Ganze vorsichtig nach draußen oder legen Sie es auf die Fensterbank. Sobald das Zauberpapier in die Sonne kommt, beginnt die Belichtung. Je nach Wetter kann das unterschiedlich lange dauern. Bei starker Sonne reichen wenige Minuten, bei Wolken braucht es mehr Geduld. Beobachten Sie mit Ihrem Kind, wie sich die Farbe des Papiers verändert und probieren Sie die Belichtungszeit gemeinsam aus. Liegt das Papier zu kurz in der Sonne, sind kaum Kontraste zu erkennen. Ist die Belichtung zu lang, so können die Konturen verlorengehen.
    4. Ausspülen und Trocknen: Spülen Sie nach dem Belichten das Papier in Wasser aus. Sie können es in die Wanne legen oder unter fließendem Wasser ausspülen. Die nicht belichteten Farbreste verschwinden und das blaue Bild mit den weißen Formen wird nach und nach sichtbar. Legen Sie das Bild auf Zeitungs- oder Küchenpapier zum Trocknen in den Schatten.

    Was lernen Kinder dabei?

    Beim Blaudruck kann Ihr Kind ganz ohne Kamera eigene Bilder gestalten. Dabei versteht es spielerisch, dass Fotografie immer auch bedeutet, mit Licht und Gestaltung zu arbeiten. Überlegen Sie mit Ihrem Kind: Welche Formen sind spannend? Was passiert, wenn ein Motiv durchsichtig ist? Wie verändert sich das Bild bei mehr oder weniger Sonne? Wie entsteht ein 3-D-Effekt? So kommen Sie ganz nebenbei über kleine Forschungsfragen in den Austausch. Auch für Gespräche über Medien ist Blaudruck gut geeignet: Ein Bild entsteht nicht nur durch einen Klick. Für Fotografie braucht es eine bewusste Auswahl der Motive, Licht, Zeit und Kreativität.

    Tipps

    Starten Sie mit fertigem Cyanotypie-Papier. Das ist unkompliziert und sicherer. Wenn Ihr Kind großen Spaß daran hat und schon älter ist, können Sie später gemeinsam ein Set mit Chemikalien ausprobieren. Planen Sie dafür genug Zeit ein und machen Sie daraus ein kleines Familienprojekt im Garten, auf dem Balkon oder beim nächsten Ausflug in die Natur. Eine kindgerechte Anleitung zum Blaudruck finden Sie bei knipsclub.

    Sexting

    Viele Jugendliche möchten in der Pubertät ihre Sexualität entdecken und herausfinden, wie sie auf andere wirken. Das passiert heute auch über Messenger oder Direktnachrichten in sozialen Netzwerken. Für Eltern ist es nicht immer leicht, dieses Thema einzuordnen. Wir erklären, was Sexting bedeutet, welche Risiken es gibt und wie Sie Ihr Kind begleiten können.

    Worum geht’s?  

    Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
    https://www.youtube.com/watch?v=yNi-mnvg6ZY

    Sexting bezeichnet das freiwillige Versenden oder Austauschen von erotischen oder intimen Nachrichten, freizügigen Bildern oder Videos über digitale Medien. Solche Nachrichten entstehen oft beim Flirten oder in einer Beziehung. Sexting ist kein Phänomen, das nur Jugendliche betrifft. Tatsächlich nutzen Erwachsene diese Form der Kommunikation deutlich häufiger.

    Was kann problematisch sein?

    Sexting ist nicht grundsätzlich etwas Negatives. Es kann Ausdruck von Vertrauen sein oder zum Kennenlernen dazugehören. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten freiwillig handeln. Niemand sollte sich zu intimen Bildern oder Videos drängen lassen. Wer ein intimes Bild verschickt, weiß nie, was später damit passiert. Es kann ohne Einverständnis der abgebildeten Person weitergegeben oder veröffentlicht werden. Damit wird ihre Privatsphäre verletzt. Auch rechtliche Folgen sind möglich. Ist ein Bild erst einmal im Umlauf, lässt es sich meist nicht mehr vollständig löschen.

    Neben den persönlichen Risiken gibt es auch rechtliche Grenzen. Kinder unter 14 Jahren sollten keine sexualisierten Nacktaufnahmen von sich anfertigen oder verschicken. Solche Aufnahmen gelten rechtlich als Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und unterliegen besonderen strafrechtlichen Regelungen. Ihr Erhalt, Besitz oder ihre Weitergabe kann für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene strafbar sein. Das bedeutet zum Beispiel: Ein 14-jähriger Jugendlicher darf keine entsprechenden Bilder einer 13-jährigen Person erhalten, speichern oder weiterleiten. Ältere Jugendliche sollten solche Bilder deshalb niemals anfordern, erhalten oder weiterleiten.

    Manche Täter*innen erschleichen intime Bilder und nutzen sie später zur Erpressung. Dieses Vorgehen wird Sextortion genannt. Sie drohen damit, die Aufnahmen zu veröffentlichen oder weiterzuschicken. Auch scheinbar harmlose Fotos können heute mithilfe von Künstlicher Intelligenz manipuliert werden. Deshalb lohnt es sich, vor dem Verschicken gut zu überlegen, welche Bilder man von sich teilt.

    Nicht das Sexting selbst ist das Problem, sondern der Missbrauch der Bilder. Werden intime Aufnahmen ohne Einverständnis weitergegeben oder veröffentlicht, tragen die Betroffenen keine Schuld. Für Betroffene kann das sehr belastend sein und Scham oder Angst vor den Reaktionen anderer auslösen.

    Wie können Eltern damit umgehen?

    Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Kind über Sexting, Grenzen und darüber, dass beide Seiten einverstanden sein müssen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass niemand das Recht hat, intime Aufnahmen einzufordern oder Druck auszuüben, zum Beispiel mit Sätzen wie: „Wenn du mich wirklich magst, schick mir ein Bild“ oder „Sonst mache ich Schluss“. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es den Kontakt jederzeit beenden darf. Ihr Kind kann sich immer an Sie, eine andere vertraute Person oder eine Beratungsstelle wenden und muss mit solchen Situationen nicht allein umgehen. Erklären Sie ihm auch, dass es selbst über den eigenen Körper entscheidet. Es muss keine intimen Bilder verschicken und darf Nein sagen, wenn es sich mit etwas nicht wohlfühlt.

    Besprechen Sie auch, warum intime Bilder anderer Menschen nicht weitergeleitet werden dürfen. Das verletzt die Privatsphäre der betroffenen Person und kann rechtliche Folgen haben.

    Wenn Ihr Kind mit der Veröffentlichung intimer Bilder erpresst oder sexuell belästigt wird, bleiben Sie ruhig und hören Sie zu. Machen Sie keine Vorwürfe. Sichern Sie Textnachrichten, in denen gedroht oder Druck ausgeübt wird. Erstellen Sie jedoch keine Screenshots oder Kopien der intimen Bilder. Besonders bei sexualisierten Aufnahmen Minderjähriger kann das erneute Speichern oder Kopieren rechtliche Folgen für Sie haben. Melden Sie die Inhalte auf der jeweiligen Plattform und erstatten Sie gegebenenfalls Anzeige. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass die Verantwortung immer bei den Menschen liegt, die Vertrauen missbrauchen oder Bilder weiterverbreiten.

    Auf www.safer-sexting.de finden Sie weitere Informationen zur Rechtslage und Unterstützung für Betroffene. Auch JUUUPORT informiert über Sexting und den Missbrauch intimer Aufnahmen und berät Jugendliche vertraulich.

    Medien selber machen: Kreativ werden mit Smartphone, Tablet und Co.

    Kinder und Jugendliche nutzen Medien meist zum Spielen oder um verschiedene Inhalte anzuschauen. Smartphone, Tablet und Computer bieten jedoch noch viele weitere Möglichkeiten. Mit ihnen können Heranwachsende Geschichten erzählen, Musik aufnehmen, Trickfilme drehen, Fotos gestalten oder sogar eigene Spiele entwickeln. So entdecken Kinder, wie Fotos, Videos oder Spiele überhaupt entstehen.

    Warum Medienmachen wichtig ist

    Hinter vielen Medien steckt mehr Arbeit, als es auf den ersten Blick scheint. Wer selbst kreativ wird, erlebt, wie Videos entstehen, Bilder bearbeitet werden oder ein Spiel Schritt für Schritt Form annimmt. Ein Hörspiel entsteht nicht von allein, ein Trickfilm braucht Geduld und ein selbst programmiertes Spiel funktioniert selten auf Anhieb. Nicht alles klappt sofort. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht.

    Fotos und Bilder gestalten

    Fast jedes Kind fotografiert irgendwann sein Haustier, das Lieblingsspielzeug oder lustige Situationen mit Freund*innen. Mit ein paar einfachen Ideen werden daraus kleine Fotoprojekte, Collagen oder sogar eigene Memes. Besonders jüngere Kinder haben Freude daran, mit Farben, Formen und Effekten zu experimentieren. Viele Jugendliche gestalten Bilder für Freund*innen oder ihre Profile in sozialen Netzwerken.

    Mehr dazu:

    Filme und Videos produzieren

    Viele Kinder haben Spaß daran, eigene Videos zu drehen. Daraus muss nicht gleich ein YouTube-Kanal werden. Ein Stop-Motion-Film mit Legofiguren oder ein kleines Erklärvideo zu einem Lieblingsthema kann zeigen, wie viel Kreativität in einem Videoprojekt steckt. Mit wenig Aufwand entstehen dabei oft beeindruckende Ergebnisse.

    Mehr dazu:

    Eigene Hörmedien entwickeln

    Nicht alle Kinder stehen gern vor der Kamera. Manche erfinden lieber Geschichten, sprechen Rollen ein oder experimentieren mit Geräuschen. Hörspiele und Podcasts lassen sich schon mit einem Smartphone umsetzen. Aus Alltagsgeräuschen werden plötzlich Soundeffekte und aus einer Idee eine eigene Geschichte.

    Mehr dazu:

    Musik selbst machen

    Eigene Musik aufzunehmen war früher oft aufwendig, heute reicht dafür meist ein Tablet oder Smartphone. Viele Apps machen es leicht, eigene Musik aufzunehmen oder mit Klängen und Rhythmen zu experimentieren. Kinder können eigene Musikstücke oder neue Versionen bekannter Lieder aufnehmen.

    Mehr dazu:

    Programmieren, Making und eigene Spiele entwickeln

    Nicht jedes Medienprojekt besteht aus Fotos oder Videos. Manche Kinder bauen lieber Roboter, entwickeln eigene Spielideen oder lernen die ersten Schritte des Programmierens. So entdecken sie, was hinter Apps, Spielen und digitaler Technik steckt.

    Mehr dazu:

    Kreativ in Games

    In Minecraft bauen Kinder stundenlang Häuser, in Animal Crossing gestalten sie Inseln, in Roblox eigene Spielwelten. Was Erwachsene oft nur als Spiel wahrnehmen, ist für Kinder häufig kreatives Gestalten. Dabei entstehen eigene Welten, die sie mit anderen teilen können.

    Mehr dazu:

    Was Eltern beachten sollten

    Lassen Sie sich die Projekte Ihres Kindes zeigen und fragen Sie nach den Ideen dahinter. Für viele Kinder ist der Weg wichtiger als das fertige Ergebnis. Sie möchten eigene Ideen umsetzen und herausfinden, was alles möglich ist.

    Schauen Sie gemeinsam, welche Apps genutzt werden, und sprechen Sie darüber, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten – und welche besser privat bleiben. Gerade bei Fotos, Videos oder Podcasts sollten Kinder verstehen, welche Informationen für andere sichtbar werden können.

    Viele Ideen lassen sich auch gemeinsam umsetzen. Vielleicht entsteht im Urlaub eine Fotostory, an einem Regentag ein Hörspiel oder am Wochenende ein kleiner Trickfilm. Solche Projekte führen zu Gesprächen und schönen Erlebnissen.

    Nicht jedes Projekt muss veröffentlicht werden. Gerade jüngere Kinder probieren gern Dinge aus. Wenn Fotos, Videos oder Podcasts online geteilt werden sollen, lohnt es sich vorher gemeinsam zu überlegen: Was darf öffentlich sein? Welche Informationen bleiben privat? Und haben die Personen auf dem Bild der Veröffentlichung zugestimmt?

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