Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.
Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.
Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.
Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.
Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.
Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.
Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.
Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.
Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.
Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.
Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.
Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.
Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.
Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.
Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.
Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.
Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.
Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.
Bald hält Ihr Kind sein erstes Smartphone in den Händen – und mit ihm viele neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. Im virtuellen Elternabend erhalten Sie alltagstaugliche Tipps zu sicheren Einstellungen, zum Schutz persönlicher Daten und kindgerechten Apps. Wir geben Tipps zur Medienerziehung und zeigen auf, wie Sie Ihr Kind für einen kompetenten Umgang mit Kontaktrisiken, Kostenfallen und Co. stärken können. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind im verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien begleiten – für eine sichere und positive Smartphone-Nutzung von Anfang an!
Nutzen Sie die Gelegenheit, live dabei zu sein und Ihre Fragen an unsere Expert*innen zu stellen – wir stehen für den Austausch bereit und liefern wertvolle Impulse für den Familienalltag!
Datum: 05.05.2026 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: (Medienpädagogischer) Input (ca. 30/40 Minuten) und anschließender offener Austausch
Referent*innen: Sophia Mellitzer (JFF) und Martin Fischer (DKHW)
Moderation: FSM e.V.
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber WTG . Serverstandort der WTG ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.
Anmeldung:
Die bunte Spiele-App Toca Boca World ist besonders bei vielen jüngeren Kindern beliebt. Sie können ihre eigenen Figuren gestalten und mit ihnen in der Toca-Boca-Welt spannende und kreative Geschichten erfinden. Die App lädt dazu ein, Häuser nach ihren Vorstellungen einzurichten, im Café Kuchen zu essen, im Krankenhaus oder in der Poststation zu arbeiten und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
In Toca Boca World dreht sich alles um Kreativität und freies Spiel. Fantasievolle Orte wie Städte, Dörfer und Strände laden zum Erkunden und Bespielen ein. Es gibt keine Levels oder Zeitvorgaben, die erfüllt werden müssen.
Nach dem Herunterladen der App können die Spieler*innen sich in der Welt frei bewegen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Sie wählen Spielfiguren aus, die sie nach Aussehen und Eigenschaften selbst anpassen können. Häuser und Räume richten sie ganz nach ihrem Geschmack ein und dekorieren sie. Tag oder Nacht, Sonne oder Regen, welche Musik aus dem Radio kommt – alles lässt sich individuell anpassen.
An einigen Orten können die Spieler*innen Aufgaben erledigen, doch meistens gibt es keine festen Anweisungen. Über In-App-Käufe lassen sich zusätzliche Avatare, Orte, Aktivitäten und Haustiere hinzufügen. Eine Video Recording Funktion ermöglicht es, mit den Figuren eigene Geschichten zu spielen und per Bild und Ton aufzunehmen.
Kinder haben viel Freude daran, ihre eigenen Welten zu erschaffen und kreative Geschichten zu erfinden. Besonders spannend ist es für sie, die Spielfiguren ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie können dabei nicht nur aus verschiedenen Haar- und Hautfarben wählen, sondern auch Figuren im Rollstuhl, mit Brille oder Prothesen erstellen.
Die verschiedenen Spielumgebungen und die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, motivieren Kinder, immer weiterzuspielen und neue Abenteuer zu erleben. In den bunten Welten gibt es fast keinen Text, was das Spiel auch für Kinder ohne Lesefähigkeit spielbar macht.
Die Datenschutzbestimmung der Toca Boca App besagt, dass keine Werbung von Drittanbietern enthalten ist. Die App ist kostenlos im Download, bietet aber In-App-Käufe an. Mit diesen können Kinder neue Charaktere, Stationen oder Geschenke freischalten, falls eine Bezahl-Möglichkeit auf dem Gerät hinterlegt ist.
Die App speichert Nutzerdaten wie das Spielverhalten und Geräteinformationen und wertet sie zu Marketingzwecken aus. Dabei werden auch Dienste von Dritten genutzt, zum Beispiel von Google. Die Daten von Eltern werden erfasst, wenn sie im Toca-Boca-Shop etwas kaufen, Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter abonnieren. Eine Datenlöschung kann über eine E-Mail an privacy@tocaboca.com angefordert werden.
Über die Video Recording Funktion können Kinder das Spielgeschehen per Bild und Ton aufnehmen und auf dem Gerät speichern. Wenn der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt wird, nutzt die App es auch. In den App-Berechtigungen des Endgeräts kann der Zugriff wieder verwehrt werden.
Toca Boca ist ein schwedischer Spieleentwickler und daher an die Datenschutzgesetze der EU gebunden. Der Anbieter wirbt damit, dass Kinder in die Entwicklung der App einbezogen werden. Die App beinhaltet keine für Kinder ungeeigneten Inhalte. Damit nehmen die Spieleentwickler die Forderung verschiedener Kinderrechtsorganisationen auf, Kinder und ihre Rechte in der Entwicklung von Produkten für Kinder zu beachten.
Toca Boca gibt an, dem PRIVO-Siegel gerecht werden zu wollen. Dieses Siegel vergibt eine unabhängige Organisation, die sich dem Schutz von Kinderdaten im Onlinebereich verpflichtet hat. Auf der Toca Boca Webseite stellt der Anbieter eine Datenschutzerklärung für Kinder in verständlicher Sprache zur Verfügung.
Im Umgang mit der Toca Boca World App ist es sinnvoll, einige Regeln und Einstellungen zu klären, um das Spiel für Ihr Kind sicher und sinnvoll zu gestalten:
Begleitung der ersten Nutzungsschritte: Die App richtet sich besonders an jüngere Kinder. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Nutzungsschritten. So machen Sie sich mit den Funktionen vertraut und können beobachten, wie Ihr Kind auf die Spiele-App reagiert.
Medienregeln und Spielzeiten festlegen: Gestalten Sie gemeinsam Regeln für digitale Spiele und schließen Sie die Nutzung der App in die Medienregeln der Familie mit ein. Die App gibt keine Zeitlimits vor und kann unbegrenzt gespielt werden. Legen Sie gemeinsam fest, wie viel Zeit Ihr Kind mit der App verbringen darf.
Funktionen in den Einstellungen deaktivieren: In den App-Einstellungen können Funktionen wie der Shop und die Videoaufzeichnung deaktiviert werden. Dafür ist die Eingabe eines (erwachsenen) Geburtsdatums erforderlich.
In-App-Käufe deaktivieren: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Kind die Funktion der In-App-Käufe. Sie können die Funktion deaktivieren oder darauf achten, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen, um versehentliche Käufe zu vermeiden.
In den beiden Spiele-Apps The Unstoppables 1 und 2 begleiten Kinder eine Freundesgruppe auf gemeinsamer Mission. Dabei lösen sie Aufgaben, arbeiten zusammen und erleben, wie aus Unterschiedlichkeit gemeinsame Stärke wird. Für Kinder kann es dabei besonders aufregend sein, einmal Held*innen mit Behinderung selbst zu steuern – Figuren, die in Games sonst nur selten im Mittelpunkt stehen.
In The Unstoppables geht es um Melissa, Achim, Jan, Mai und den Hund Tofu. In beiden Spielen verschwindet Melissas Begleithund Tofu – und die Freund*innen müssen ihn gemeinsam wiederfinden. Dabei bringt jede Figur eigene Stärken mit: Mai kann gut springen, Achim ist im Rollstuhl schnell unterwegs, Jan ist stark und Melissa erreicht mit ihrem Blindenstock höher gelegene Dinge. Im zweiten Teil kommt mit Rina eine weitere Figur mit vielfältigen Talenten dazu. Nur wenn die Spieler*innen die Fähigkeiten kombinieren, können sie Hindernisse überwinden und Rätsel lösen. Beide Spiele sind als Adventure- und Point-and-Click-App angelegt und lassen sich einfach bedienen.
Das Spiel macht Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen sichtbar. So erleben Kinder zum Beispiel, was passiert, wenn Achim im Rollstuhl auf einen Schotterweg trifft und nicht weiterkommt. Die spielerischen Lösungen solcher Situationen regen zum Nachdenken an und fördern Verständnis sowie Empathie. Ampeln überqueren, Treppen überwinden, Hinweise entschlüsseln – außerdem lernen Kinder in The Unstoppables, wie Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktioniert. Sie knobeln gemeinsam mit der Freundesgruppe, lösen Aufgaben und überlegen, wer wie am besten helfen kann. Gerade das macht die Spiele spannend: Jede Figur kann etwas anderes und wird an bestimmten Stellen wichtig. Das kann Kinder ermutigen und aufzeigen: Verschiedenheit stört hier nicht, sondern trägt zum Erfolg bei!
Die Detektivgeschichte und das Tüfteln macht Kindern Spaß und fördert logisches und strategisches Denken. Der Comic-Stil, die leichte Steuerung und die spannende Atmosphäre kommen bei Kindern ab dem späten Grundschulalter gut an.
Trotz vieler Stärken lohnt sich auch ein kritischer Blick: Manche Behinderungen werden im Spiel stark mit besonderen Fähigkeiten verknüpft, was vereinfachend wirken kann. Auch Barrieren werden teils so gelöst, dass eher einzelne Personen helfen müssen, statt die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Für Eltern kann das ein guter Anlass sein, mit Kindern über realistische und inklusive Lösungen im Alltag zu sprechen.
Entwickelt wurden die Spiele von der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind im Rahmen des Lernangebots „Prinzip Vielfalt“. Ziel des Angebots ist es, Kinder und Jugendliche für Themen wie Gleichsein, Anderssein, Vielfalt, Stärken, Schwächen und Barrieren im Alltag zu sensibilisieren. Die Spiele sind ausdrücklich nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts, das Inklusion kindgerecht und spielerisch vermitteln möchte.
Beide Apps setzen Lesekenntnisse voraus. Begleiten Sie Ihr Kind gerade am Anfang ein Stück beim Spielen. Unterstützen Sie es bei Fragen zur Steuerung oder zur Geschichte.
Beim Lösen der kniffeligen Aufgaben kann Ihr Kind leicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Absprachen, wie etwa eine feste Bildschirmzeit.
The Unstoppables bietet viele Anlässe für Gespräche: über Behinderung, über Hindernisse im Alltag und darüber, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Bleiben Sie offen für Fragen Ihres Kindes. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie es zusammen recherchieren. So werden die Spiele-Apps zu einem guten Gesprächseinstieg über Inklusion, Vielfalt und Rücksichtnahme.
Kinder und Erwachsene nutzen Medien oft unterschiedlich und entdecken jeweils andere spannende Aspekte daran. Ein gemeinsames Medienprojekt bietet die Chance, diese Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Manchmal zeigen dabei sogar Kinder ihren Eltern, wie etwas funktioniert. Und es wird deutlich: Medien sind mehr als Videos anschauen oder Musik hören!
Statt Medien nur zu konsumieren, können Sie in Ihrer Familie selbst kreativ werden. Smartphones und Tablets, die es in vielen Haushalten gibt, haben eine Kamera, ein Mikrofon und einfache Apps, mit denen Sie schnell eigene Projekte umsetzen können. Beim gemeinsamen Ausprobieren lernen Sie und Ihr Kind ganz nebenbei, wie die Geräte funktionieren. Gleichzeitig erlebt Ihr Kind, wie Medien entstehen und dass dafür Ideen, Planung und ein wenig Geduld nötig sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme oder Fotogeschichten umsetzen und dabei eigene Stärken entdecken.
Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir Ihnen Ideen für Medienprojekte zu Hause. Ziel ist es, Kreativität zu fördern und digitale Medien gemeinsam aktiv zu erleben – etwa mit Hörspielen, Erklärvideos, Virtual Reality– oder Making-Projekten.
Die Webseite kinder.jff.de des JFF – Institut für Medienpädagogik bietet kindgerechte Anleitungen für kreative Medienprojekte in der Familie. Mit dem Smartphone oder Tablet können Sie auf Foto-Safari gehen, eine QR-Code-Rallye gestalten, ein Kinderkochbuch entwickeln und vieles mehr. Kurze Video-Anleitungen erleichtern den direkten Einstieg und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Ihrem Kind ab drei Jahren zuhause Apps und Geräte aktiv einsetzen können.
Im TüftelLab finden Sie praxistaugliche Ideen, um mit Ihrem Kind zu Hause kreativ zu werden – von Making, Coding und Robotik bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI), Video und Animation. Für Kinder ab dem Grundschulalter gibt es Projekte, bei denen Sie gemeinsam Schritt für Schritt ausprobieren, bauen und gestalten können. Dafür stellt das TüftelLab vielfältige Materialien, Anleitungen und digitale Lerninhalte bereit, die den Einstieg erleichtern und Lust aufs Tüfteln wecken.
Welche Chancen Medien für die Weiterentwicklung von Kompetenzen bieten, zeigt das Familienportal NRW. Nutzen Sie die Seite als Ideenkiste, um mit Ihrem Kind kleine Medien-Projekte zu entwickeln. Suchen Sie sich gemeinsam ein Thema aus und tauchen Sie in die Medienproduktion ein. Detaillierte Anleitungen finden Sie in der Medienbox NRW: Dort gibt es Selbstlernangebote und Online-Kurse rund um Audio, Video und auch KI.
Auf Elternguide.online finden Sie noch mehr Ideen, wie Sie Medien zuhause gemeinsam mit Ihrem Kind aktiv nutzen können. Schauen Sie doch mal rein – wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Freude beim Ausprobieren!
Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.
Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:
In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.
Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.
Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:
Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.
Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!
Wer denkt, dass 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) nur mit teurer Technik möglich ist, liegt falsch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einfach und kostengünstig erste VR-Erfahrungen machen können und stellen geeignete digitale Plattformen und Anwendungen vor.
Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet. Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine praktische Sache. Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf „Fotos“ und wählen Sie die Kategorie „Street View & 360° Fotos“ aus. Nun können Sie den Ort von allen Seiten betrachten, indem Sie auf dem Foto mit dem Finger nach rechts und links, oben und unten wischen.
Um wirklich in virtuelle Welten einzutauchen, wäre eine VR-Brille schon toll. Die lässt sich einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt sich Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung von mein-guckkasten. Auf dieser Seite können Sie außerdem die optischen Linsen für ein paar Euro bestellen, die Sie für die VR-Brille benötigen.
Die kostenfreie App Google Cardboard führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung der VR-Brille und zeigt erste kurze VR-Beispiele, die sich gut zum Ausprobieren eignen. Starten Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind, legen Sie das Smartphone in die gebastelte Brille und gehen Sie auf Entdeckungsreise!
Videoplattformen wie YouTube bieten eine große Anzahl an 360°-Videos. Mit der Cardboard-Brille und der YouTube-App können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie beispielsweise nach „360 Video“ oder „360-Grad-Video-VR-Brille“.
Weitere Inhalte wie VR-Videos und VR-Games finden Sie in vielen Apps im Google Play Store oder Apple App Store, zum Beispiel mithilfe von Suchwörtern wie „Cardboard VR”, „360 VR” oder „VR Games”.
Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen – doch nicht alle sind für jedes Alter geeignet. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele und auf YouTube 360°-Videos von Naturkatastrophen. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können. Ist Ihr Kind noch jünger oder noch unerfahren, nutzen Sie solche Apps nur gemeinsam. So können Sie bei Bedarf rechtzeitig eingreifen.
Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, denn das Gehirn muss die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinanderlegen. Manchmal hilft es, das Smartphone in der Brille leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt. Manche Menschen werden auch „seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.
Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlen kann, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 10 Jahren empfohlen. Begleiten Sie die VR-Erfahrungen Ihres Kindes und begrenzen Sie es zeitlich. Fangen Sie mit kurzen Einheiten an und tasten Sie sich gemeinsam langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Sie Videos oder Spiele ausprobieren.
Sie müssen sich nicht auf vorgefertigte VR-Erlebnisse beschränken, sondern können auch eigene Inhalte erstellen! Delightex Edu ist beispielsweise eine Lernplattform, auf der Kinder und Jugendliche virtuelle 3D- und VR-Welten gestalten können – direkt im Browser und ohne Programmierkenntnisse. Dabei bauen sie zum Beispiel digitale Ausstellungen, Lernräume oder interaktive Geschichten. So lernt Ihr Kind spielerisch, wie virtuelle Umgebungen funktionieren. Ihr Kind kann die virtuellen Welten visuell aufbauen, indem es Objekte per Drag-and-Drop platziert und Funktionen über einfache Baustein-Editoren (visuelles Coding) zusammenstellt. Das Tool lässt sich via Browser oder als App (Android, iOS, Microsoft) nutzen. Die Basisversion ist kostenfrei. Delightex Edu ist in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen verfügbar und für Kinder ab etwa der 3. Klasse geeignet. Eine Anleitung bietet das TüftelLaB.
Scrollt Ihr Kind in letzter Zeit häufiger durch YouTube Shorts? Diese Kurzvideos sind oft sehr fesselnd und können dazu führen, dass Ihr Kind insgesamt länger am Bildschirm bleibt.
YouTube Shorts ist ein Bereich innerhalb von YouTube mit sehr kurzen Videos im Hochformat. Sie funktionieren ähnlich wie TikTok-Clips oder Instagram-Reels. Darunter sind zum Beispiel lustige Clips und Challenges, Lifehacks und Bastelideen, Sport- und Gaming-Szenen sowie Tanz- und Musikvideos – oft erstellt von Influencer*innen. Die Clips sind 15 bis 60 Sekunden lang und werden automatisch hintereinander abgespielt. Welche Videos angezeigt werden, entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus – also ein System, das sich am bisherigen Nutzungsverhalten orientiert.
Gerade für Kinder und Jugendliche sind Shorts sehr ansprechend, weil sie:
Doch Vorsicht: Auch wenn Ihr Kind nicht danach sucht, können überraschend ungeeignete Inhalte dazwischen auftauchen, weil die Auswahl automatisch erfolgt.
Mit einem Wischen erscheint sofort das nächste Video – und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. YouTube hat deshalb eine neue Funktion in der Elternaufsicht eingeführt:
Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie bei medien-kindersicher.de unter Punkt 1.5.
Übrigens: Bei jüngeren Kindern kann die YouTube Kids-App eine Option sein. Dort werden die Inhalte altersgerecht gefiltert und insgesamt weniger endloses Scrollen gefördert.
Technische Zeitlimits und Schutzeinstellungen können Sie bei der Medienerziehung unterstützen. Hilfreich sind sie erst dann, wenn Ihr Kind versteht, warum diese Regeln gelten. Zu viel Shorts-Schauen kann Schlaf, Konzentration und andere Aktivitäten wie Hobbys oder Hausaufgaben stören. Legen Sie die Medienregeln zu Nutzungsdauer, Uhrzeiten und Pausen möglichst gemeinsam fest, dann hält sich Ihr Kind eher daran.
Scrollen Sie selbst oft lange auf Instagram, TikTok oder YouTube durch Kurzvideos? Dann kann es sein, dass es Ihrem Kind schwerer fällt zu verstehen, warum Sie bei ihm strenger sind. Wir Erwachsenen verbringen oft selbst viel Zeit am Smartphone, z. B. um Messenger zu nutzen, Nachrichten zu lesen, Podcasts zu hören und den Alltag zu organisieren. Versuchen Sie, Ihre eigene Mediennutzung zu reflektieren und gegebenenfalls zu begrenzen, z. B. indem Sie Handy-freie Zeiten einführen oder gemeinsam bildschirmfreie Aktivitäten planen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.
Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.
Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.
Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.
In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.
Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.
So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.
Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.
In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.
Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.
Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.
Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:
Liebevolle Animationen, kindgerechte Illustrationen und interaktive Elemente: Es gibt eine Vielfalt an Lern- und Kreativ-Apps, die speziell für Kleinkinder entwickelt wurden. Sie vermitteln erste Wissensinhalte, fördern Grundlagen wie Buchstaben- und Mengenverständnis oder regen mit Puzzles und kleinen Rätseln zum Mitdenken an. Durch die spielerische Gestaltung macht das Lernen Spaß und eine altersgerechte App kann Kinder dazu motivieren, sich auszuprobieren und kreativ auszudrücken. Wir stellen Ihnen Apps vor, die sich besonders gut für den Einstieg eignen – etwa für Zwei- bis Fünfjährige.
Die App zur Sendung mit dem Elefanten bietet neben Sendungen und Lach- und Sachgeschichten zahlreiche Spiele zum Malen, Rätseln, Programmieren, Hindernissen ausweichen, Verstecken und eine Schatzkiste Freirubbeln. Mit Hilfe des Elefantenweckers kann die Dauer der Spielzeit eingestellt werden.
Betriebssysteme: iOS, Android, Amazon
Kosten: kostenfrei
In der App zur Kinderserie können Kinder gemeinsam mit dem Sandmännchen und seinen Freund*innen spielen, puzzeln, Bilder ausmalen, Figuren verkleiden, eigene kurze Geschichten aufnehmen und kleine Abenteuer entdecken. Die Mediathek bietet Videos und Hörgeschichten aus der Sandmann-Welt, inklusive der täglichen Gutenachtfolge, die zur abendlichen Routine beitragen kann.
Kosten: kostenfrei
Malen und komponieren – gleichzeitig. Dazu ein Motiv wählen, eine Farbpalette und schon können farbige Bilder gemalt und mit Farben und Formen Musik gemacht werden. Aus Linien, Wellen und Kreisen entsteht ein Gesamtbild. Die App fördert die Wahrnehmung der Verbindung zwischen Klang, Farbe und Form.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 2,99 €
Die App enthält interaktive Reime nach den bekannten Bilderbüchern. Die Kinder begleiten die kleine Eule durch mehrere Reimgeschichten – etwa, wenn sie mit einer Beule am Kopf Hilfe sucht, abends nicht einschlafen kann oder gemeinsam mit ihren Freund*innen eine Geburtstagsparty vorbereitet.
Kosten: 3,99 € (Android), 4,99 € (iOS)
Eine Vorlesegeschichte in Reimform über eine Schnecke auf der Suche nach sich selbst. Auf ihrer Reise trifft sie viele Tiere. Die ruhige und ansprechende Gestaltung der App hebt sich von vielen aktuellen Apps ab.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Die App gibt einen Einblick in den Alltag bei der Feuerwehr und zeigt typische Einsätze in spielerischer Form. Kinder lernen dabei, wie sie sich bei einem Brand richtig verhalten. Hervorzuheben ist die selbsterklärende und überwiegend wortlose Aufgabenstellung, die bereits junge Kinder bestens bewältigen.
Kosten: kostenfrei
Fahrzeuge auswählen, ihre Namen hören und ihre Eigenschaften entdecken. Zum Kennenlernen der Fahrzeuge gibt es drei Spielformen: ein Puzzle, ein Drehspiel sowie ein Geduldsspiel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Hervorzuheben ist, dass die App kein Belohnungssystem beinhaltet.
Betriebssystem: iOS
Kosten: 1,99 €
Edurino ist ein digitales Spiel- und Lernsystem, das aus einer App, haptischen Figuren und einem ergonomischen Dreikant-Stift besteht. Mithilfe von Tierfiguren können Kinder in verschiedene Lernwelten eintauchen, wie z. B. Rechnen, Gefühle oder Konzentration. Die Bedienung ist sehr intuitiv, die Aufgaben sind spielerisch gestaltet und steigern sich nach und nach im Schwierigkeitsgrad. Edurino lässt sich auch offline nutzen. Das Angebot ist vielfältig und pädagogisch wertvoll – das hat auch seinen Preis. Zum Testen lohnt sich ein Blick in die örtliche Bücherei. Offiziell wird Edurino ab vier Jahren empfohlen, je nach Kind klappt der Einstieg aber auch etwas früher.
Betriebssysteme: Android, iOS, Amazon
Kosten: Startersets ab 49,98 €, pro Figur 24,99 €
Kinder lernen vor allem durch eigenes Entdecken und Ausprobieren. Digitale Lern- und Kreativangebote können diesen Prozess sinnvoll begleiten und sowohl kognitive als auch kreative Fähigkeiten stärken. Entscheidend ist, dass eine App zum individuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes passt – das können Sie am besten einschätzen.
Gute Kinder-Apps enthalten im besten Fall keine Werbung oder In-App-Käufe. Was eine gute App für Kinder noch ausmacht, beschreiben wir in diesem Artikel. Für die Suche empfehlen wir Ihnen die App-Tipps von der Stiftung Lesen, SIN – Studio im Netz oder dem Spieleratgeber NRW. Sie benötigen keine große Anzahl von Apps für Ihr Kind. Konzentrieren Sie sich lieber auf einige wenige qualitativ hochwertige Apps, die den Bedürfnissen und Interessen Ihres Kindes entsprechen.
Das ist dabei wichtig:
Ein Klassenfoto wird in einem Chat geteilt, ein Selfie landet auf Social Media. Für viele Kinder ist das ganz normal. Und dann taucht plötzlich ein Bild auf, das nie existiert hat: ein Nacktbild, aber es wurde technisch manipuliert. Das sind sogenannte Deepnudes. Für Betroffene kann das extrem belastend sein. Viele Eltern kennen diese Technik nicht und merken erst spät, wie schnell Kinder davon betroffen sein können.
Deepnudes sind künstlich erzeugte Nacktbilder. Sie entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus echten Fotos. Die KI analysiert vorhandene Bilder, entfernt Kleidung digital und ergänzt Körperteile, sodass ein realistischer Eindruck entsteht. Dabei ist das Bild vollständig erfunden.
Der Begriff stammt ursprünglich von einem konkreten Programm, steht heute aber für zahlreiche KI-basierte Anwendungen, die ähnliche Funktionen bieten. Solche Angebote sind oft leicht zugänglich, teilweise kostenlos und anonym nutzbar. Besonders problematisch ist, dass öffentlich zugängliche Fotos aus sozialen Netzwerken dafür ausreichen. Die Betroffenen erfahren häufig erst davon, wenn das Bild schon weiterverbreitet wurde. Dann ist der Schaden oft bereits da.
Viele Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit KI-Anwendungen auf. Filter, Bildbearbeitung oder Chatbots gehören für sie zum Alltag. Tools zur Erstellung von Deepnudes werden deshalb manchmal als technisches Experiment wahrgenommen, ohne das Ausmaß zu erkennen.
Dazu kommen entwicklungsbedingte Faktoren. In der Pubertät geht es darum, Grenzen auszutesten, dazuzugehören und Eindruck zu machen. Manche Jugendliche wollen provozieren, andere passen sich Gruppendruck an. Oft fehlt der Blick für die andere Seite. Dafür, dass hinter jedem Bild ein echter Mensch mit echten Gefühlen steht.
Hinzu kommt: Deepnudes werden nicht nur unter Jugendlichen erstellt und weiterverbreitet. Auch fremde Erwachsene nutzen solche KI-Tools gezielt, um Bilder von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu manipulieren. Für Betroffene bedeutet das ein zusätzliches Risiko, da Machtgefälle, Anonymität und mögliche kriminelle Absichten hinzukommen.
Was als Witz oder Mutprobe beginnt, kann für Betroffene sehr belastend werden.
Deepnudes sind kein harmloser Trend. Sie sind eine Form digitaler, sexualisierter Gewalt.
Besonders schwer wiegt das Gefühl der Ohnmacht. Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Oder trauen sich nicht, etwas zu sagen.
In Deutschland ist die Lage eindeutig: Das Erstellen, Besitzen oder Verbreiten von sexualisierten Darstellungen Minderjähriger ist in den allermeisten Fällen strafbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder real sind oder – wie bei Deepnudes – künstlich erzeugt wurden. Auch können Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz verletzt werden, egal wie alt die abgebildete Person ist.
Für Kinder und Jugendliche sind die Konsequenzen schwer einzuschätzen. Was digital passiert, fühlt sich manchmal weniger ernst an. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene hier Orientierung geben und Verantwortung klar benennen.
Eltern können nicht alles verhindern. Aber sie können viel bewirken. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung.
Frühzeitig ins Gespräch kommen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bildmanipulation, KI und Deepnudes, bevor etwas passiert. Altersgerecht und ruhig. Erklären Sie, dass Bilder im Netz verändert werden können und warum das problematisch ist.
Empathie fördern: Ein Perspektivwechsel hilft. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich fühlen würde, wenn jemand so ein Bild von ihm erstellt oder teilt. Oft entsteht Verständnis genau an dieser Stelle.
Klare Haltung zeigen: Machen Sie deutlich, dass das Erstellen oder Weiterleiten solcher Bilder kein Spaß ist, sondern eine Grenzverletzung. Gleichzeitig sollten Kinder wissen, dass Fehler nicht mit Ärger, sondern mit Unterstützung beantwortet werden.
Unterstützung zusichern: Ihr Kind sollte sicher sein, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann. Auch dann, wenn es sich schämt oder unsicher ist.
Im Ernstfall handeln: Wenn Ihr Kind betroffen ist, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es ernst. Sichern Sie Beweise wie Screenshots oder Chatverläufe und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Doch Vorsicht bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen: Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit diesen sogenannten Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Unterstützung bieten Ihnen Beratungs– und Meldestellen wie das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und die Nummer gegen Kummer.
Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.
Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.
Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.
Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:
Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.
Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.
Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.
Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.
ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.
Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.
Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.
Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.
Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.
Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.
Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.
Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.
Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.
Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.
Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.
Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.
Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.
Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.
Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.
Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.
Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.
Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.
In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.
Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.
Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.
In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.
Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.
Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.
Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.
Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.
Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.
Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.
Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.
Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.
Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.
Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.
Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.
Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.
Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:
Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.