Elternguide Logo

App-Berechtigungen: Die Standort-Freigabe

In verschiedenen Situationen wird die Standort-Freigabe auf Smartphones genutzt, z. B. beim Navigieren durch eine fremde Stadt mit einer Karten-App, zur schnellen Ortung in Notfällen oder dem Fangen von digitalen Monstern auf der Straße. Das ist meistens praktisch und erleichtert häufig den Alltag. Viele Apps nutzen das Sammeln ortsbezogener Daten allerdings auch für Analyse- und Werbezwecke. Deshalb sollte mit Kindern und Jugendlichen über diese Funktion gesprochen werden.

Was ist die Standort-Freigabe?

Die Standort-Freigabe ist eine Funktion des Smartphones, auf die verschiedene Apps zugreifen. Beispielsweise kann eine Karten-App wie GoogleMaps darüber erkennen, wo sich die oder der Nutzende des Smartphones gerade aufhält. Eine Person kann ihren aktuellen Standort, z. B. über einen Messenger wie WhatsApp oder Signal, aktiv einer anderen Person oder Gruppe für eine bestimmte Zeit live mitteilen.

Es gibt Apps, die greifen im Hintergrund auf den Standort zu, wenn der oder die Nutzende einmal die Berechtigung dazu erteilt hat. Die Freigabe soll in der Regel eine bestimmte Funktion der App ermöglichen wie die Navigation zur nächsten Bushaltestelle.

Die Standort-Freigabe bei Smartphones oder anderen mobilen Geräten wird hauptsächlich von zwei Faktoren ermöglicht: dem aktivierten Standort mittels GPS oder der Nutzung mobiler Daten bzw. eines bestimmten WLANs.

Vor- und Nachteile der Standort-Freigabe

Kinder und Jugendliche können sich über diese Funktion leichter verabreden oder ihre Freundinnen und Freunde an ihrem Leben teilhaben lassen. In vielen Apps gehört die Standort-Freigabe zur Grundausstattung, beispielsweise bei Snapchat. In dieser können Jugendliche auf einer Karte nachverfolgen, wo sich ihre Freunde gerade befinden oder wo das aktuelle Story-Foto erstellt wurde.

Kinder und Jugendliche unterschätzen häufig die Datenmenge, welche mit der Standort-Freigabe und anderen Berechtigungen an die dahinterstehenden Konzerne weitergegeben werden. Die Standort-Freigabe und weitere Daten werden gesammelt, kombiniert und somit ein komplexes Bewegungsprofil erstellt. Dieses wird für Werbung genutzt oder aus anderen Interessen, die nicht immer klar sind, weiterverkauft.

Wenn jemand anderes sehen kann, an welchem Ort man sich gerade aufhält, kann das ein Eingriff in die Privatsphäre bedeuten. Denn nicht immer, ist einem bewusst, dass die Standort-Freigabe aktiviert ist!

Wie kann die Standort-Freigabe eingeschränkt werden?

Nicht alle Apps benötigen den Standort, um ihre Funktionen auszuführen, möchten aber trotzdem darauf zugreifen. Deshalb sollten die Einstellungen geprüft werden.

Die Standort-Freigabe kann durch bewusstes Ein- und Ausschalten der Funktion “Standort” (Android) oder “Ortungsdienste” (iOS/Apple) gesteuert werden. Diese Funktion ist entweder in den Schnelleinstellungen (nicht bei iOS) oder im Einstellungsmenü zu finden.

In einigen Fällen ist eine automatische Standort-Freigabe – beim Öffnen und Nutzen einer App oder dauerhaft – aktiviert. Diese Einstellung sollte unbedingt in den App-Berechtigungen geändert und für jede App einzeln eingerichtet werden.

Auch das Smartphone möchte zum Einstellen mancher Funktionen auf den Standort zugreifen, beispielsweise die automatische Zeiteinstellung. Das müssen Sie nicht zwingend zulassen, wenn Sie die Zeit auf Ihrem oder dem Gerät Ihres Kindes einmal manuell einstellen.

Was noch wichtig ist!

Auch wenn Sie die Standortermittlung via GPS und die mobilen Daten deaktivieren, können viele Gerät trotzdem erkennen, wo Sie sich gerade befinden. Wenn Sie telefonieren, verbindet sich Ihr Handy mit einem Funkmast in der Nähe. Wenn Sie zu Hause sind, nutzen Sie das WLAN. So weiß Ihr Mobilfunkanbieter, in welcher Funkzelle Sie sich befinden. Die Standortbestimmung ist nicht so genau wie bei GPS, aber immer noch genau genug.

Hat Ihr Kind noch kein Smartphone, aber dafür schon eine Smartwatch? Auch bei dieser ist auf Einstellungen wie die Standort-Freigabe zu achten. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag Die Smartwatch als Einstieg in die digitale Welt?

Nicht selten sind mit der Standort-Freigabe Bequemlichkeiten und nicht unbedingt Notwendigkeiten verbunden. Überlegen Sie deshalb genau, wann Sie darauf nicht verzichten möchten und wann es wichtiger ist, die persönlichen Daten von sich und Ihrem Kind so gut wie möglich zu schützen. Für den besten Datenschutz müssten wir unsere Smartphones ganz ausschalten!

Weisen Sie Ihr Kind auf das Thema Datensicherheit hin. Sprechen Sie über Vorteile und Risiken der Standort-Freigabe und zeigen Sie, wie die Funktion auf dem Handy ein- und ausgestellt wird. Mit Outdoor-Apps und Aktivitäten wie Geocaching können Sie spielerisch deutlich machen, wie die Standortermittlung funktioniert.

App-Berechtigungen überprüfen und einstellen

Manche Apps funktionieren nur, wenn sie auf bestimmte Funktionen und Daten auf dem Gerät zugreifen können: Google Maps braucht z. B. Zugriff auf den Standort, um navigieren zu können, Instagram möchte auf Kamera und Fotos zugreifen, weil sonst keine Bilder gepostet werden könnten und WhatsApp greift auf die gespeicherten Kontakte zu, um Nachrichten verschicken zu können. Doch bei einigen Apps ist auf den ersten Blick nicht klar, warum sie bei der Installation viele persönliche Daten und Berechtigungen anfordern. Um zu vermeiden, dass ungewollt Daten Ihres Kindes gespeichert und weitergegeben werden, ist es sinnvoll, gemeinsam einen Überblick über die App-Berechtigungen zu behalten und die richtigen Einstellungen vorzunehmen.

Was sind App-Berechtigungen?

Nach dem Herunterladen einer App werden beim ersten Öffnen häufig sogenannte Berechtigungen angefordert. Damit wird festgelegt, auf welche Funktionen und Daten die jeweilige App auf dem Gerät zugreifen darf. Doch einige Apps möchten auf Funktionen zugreifen, die gar nicht notwendig sind, und verlangen mehr Berechtigungen als nötig. Dahinter steht vor allem das Interesse, Daten für Analyse- oder Werbezwecke zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben. Das ist besonders bei kostenfreien Apps und vielen Spiele-Apps der Fall, da sie über die Weitergabe von Nutzerdaten Geld verdienen. Deshalb sind sie mit Blick auf den Datenschutz leider oft bedenklich.  

Bei jeder App sollte am besten schon vor dem Herunterladen genau geprüft werden, welche Berechtigungen mit der Installation erteilt werden und ob diese wirklich für das Funktionieren der App notwendig sind. Im Google Play Store oder im App Store können Sie einsehen, worauf eine App zugreifen möchte. Die Informationen zu App-Berechtigungen finden Sie im Play Store, wenn Sie etwas herunterscrollen,unter „Datensicherheit“. Im App Store von Apple erfahren Sie mehr, wenn Sie auf “Datenschutz” klicken. Dort finden Sie unter „Mit dir verknüpfte Daten“ Datenkategorien, die bei der Nutzung der App erfasst werden. Weiterführende Links führen zu den Datenschutzrichtlinien und AGB der App (leider oft nur auf Englisch).

Wie kann ich die Berechtigungen der Apps meiner Kinder einsehen und einstellen?

Lassen Sie sich die Berechtigungen einer App auf dem Smartphone anzeigen, um zu wissen, auf welche Funktionen und Informationen sie zugreift. Am besten schauen Sie sich diese gemeinsam mit Ihrem Kind an und besprechen, welche Einstellungen möglicherweise auch deaktiviert werden sollten. Sowohl für Android- (ab Version 6.0) als auch für Apple-Geräte (iPhone/iPad ab IOS 7) gibt es dafür jeweils zwei Möglichkeiten. Dafür gehen Sie bei beiden Betriebssystemen in die “Einstellungen”.

Möglichkeit 1 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Datenschutz“ auf „Berechtigungsverwaltung“ oder „Berechtigungsmanager“.
  2. Tippen Sie auf eine Berechtigung und wählen Sie mit dem Schieberegler aus, ob eine App Zugriff haben soll oder nicht. Bei neueren Android-Versionen wird eine Liste angezeigt, bei welchen Apps die Berechtigung zugelassen ist und bei welchen nicht. Klicken Sie auf eine App und ändern Sie den Zugriff.

Möglichkeit 2 bei Android:

  1. Klicken Sie unter „Apps“ oder „Apps & Benachrichtigungen“ auf die gewünschte App.
  2. Tippen Sie dann auf „Berechtigungen“. Nun können Sie mit Hilfe der Schieberegler oder – bei neueren Android-Versionen – über die Liste von Berechtigungen auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Mehr zu den Einstellungen der App-Berechtigungen bei Android-Geräten erfahren Sie über den Google-Support.

Möglichkeit 1 bei Apple:

  1. Wählen Sie unter “Einstellungen” in der Liste „Datenschutz“ bzw. bei neueren IOS-Versionen „Datenschutz & Sicherheit“ aus.
  2. Wählen Sie eine Berechtigung aus, um die Liste der Apps anzuzeigen, die auf diese Funktion oder Information zugreifen möchten.
  3. Tippen Sie auf eine App und wählen Sie mit dem Häkchen aus, ob die App Zugriff haben soll oder nicht.

Möglichkeit 2 bei Apple:

  1. Scrollen Sie in “Einstellungen” zur Liste der Anwendungen nach unten.
  2. Wählen Sie eine App aus, um deren Berechtigungen zu überprüfen.
  3. Mithilfe der Schieberegler können Sie nun auswählen, welche Berechtigungen die App erhalten soll und welche nicht.

Mehr zu den Einstellungen der App-Berechtigungen bei Apple-Geräten erfahren Sie über den Apple-Support.

Worauf sollten Eltern beim Thema App-Berechtigungen achten?

Verabreden Sie mit Ihrem Kind, ob es selbständig Apps installieren darf oder nicht. Ist Ihr Kind schon erfahren mit der Smartphone-Nutzung ist und kann es einschätzen, welche App-Berechtigungen sinnvoll sind oder braucht es noch Unterstützung?

Sprechen Sie darüber, welche Berechtigungen für welche Apps sinnvoll sind und zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Berechtigungen deaktivieren kann. Gerade mit Zugriffen auf Standortinformationen oder die gespeicherten Kontakte sollte vorsichtig umgegangen werden, um die eigenen Daten zu schützen. Überlegen Sie gemeinsam, was wichtiger ist, die Nutzung einer bestimmten App oder die Wahrung der Privatsphäre. Recherchieren Sie ggf. nach alternativen Apps, die datenschutzfreundlich sind.

Überprüfen Sie auch nach der Installation in regelmäßigen Abständen die Berechtigungen. Bei manchen Apps ändern sich bei Updates die Berechtigungen. 

Sind Sie unsicher, ob eine App vertrauenswürdig ist, lohnt es sich, nach Informationen zum Entwickler oder Anbieter im Netz zu suchen. Auf klick-tipps.net werden zahlreiche bei Kindern beliebte Apps mit Blick auf mögliche Risiken bewertet und vorgestellt. 

So schützen Sie die Daten Ihres Kindes

Wenn es um die Nutzung des Internets geht, kommt immer auch das Thema Datenschutz auf. Denn viele Apps sammeln die Daten der Nutzenden. Doch was steckt eigentlich dahinter und worauf sollten Sie als Eltern achten?

Datenschutz

Datenschutz bezieht sich auf den Schutz personenbezogener Daten. Das sind all die Daten, die sich auf eine bestimmte Person beziehen, etwa der vollständige Name, das Geburtsdatum, ihre Telefonnummer usw.

Datenschutz ist ein Grundrecht in der Europäischen Union. Jede Person hat das Recht zu entscheiden, was mit den eigenen Daten passiert. Alle Unternehmen, die solche Daten nutzen und verarbeiten, müssen dafür sorgen, dass sie nicht einfach so verbreitet werden. Aber auch jede Person selbst sollte darauf achten, welche Daten über sie im Umlauf sind.

Wenn Informationen einmal im Netz verbreitet wurden, können sie missbraucht werden. Der beste Schutz der eigenen Daten ist die datensparsame Nutzung von Online-Medien. Überlegen Sie gut, welche Daten Sie im Netz von sich und Ihren Kindern preisgeben. Ohne, dass wir es bemerken, hinterlassen wir, beispielsweise durch die Benutzung eines Messengers und anderer Apps sowie durch das Surfen im Netz, Datenspuren.

Wie wir Datenspuren hinterlassen

Für die Nutzung von Apps und Plattformen gibt es Datenschutzerklärungen, in denen steht, welche Daten wofür erhoben werden. Nach dem Upload oder bei der Registrierung stimmt jede und jeder Nutzende diesen zu. Anwendungen greifen dafür auf bestimmte Funktionen des eigenen Smartphones oder Tablets zu. Aber auch freiwillig geben wir Informationen über uns preis, indem wir Videos, Fotos usw. hochladen und veröffentlichen.

Deshalb ist es wichtig, bestimmte App-Berechtigungen zu deaktivieren, wenn die Anwendung nicht genutzt wird oder den Zugriff auf einzelne Funktionen nicht benötigt. In unserem Beitrag dazu erfahren Sie, worauf es dabei zu achten gilt.

In den kommenden Wochen beschäftigen wir uns hier beim Elternguide genauer mit den einzelnen Funktionen und App-Berechtigungen. Sie erfahren, wann der Zugriff auf den Standort problematisch sein kann, worauf Sie bei der Aktivierung von Bluetooth achten sollten und vieles mehr.

Passwortschutz und Zwei-Faktor-Verifizierung

Eine wesentliche Voraussetzung, um die Daten auf dem eigenen Smartphone oder den Zugriff durch andere Personen auf Anwendungen zu schützen, ist ein gutes Passwort. In unserem Beitrag „Sicher ist sicher: Passwörter im Netz“ erfahren Sie alles Wichtige dazu.

Bei der Zwei-Faktor-Verifizierung wird neben einem Passwort noch eine weitere Bestätigung benötigt. Das kann z. B. ein Zahlencode sein, den Sie über eine App auf dem Smartphone angezeigt bekommen. Zugriff hat so nur die Person, die sowohl das Passwort kennt als auch im Besitz Ihres Smartphones ist. An den zusätzlichen Schritt gewöhnt man sich schnell und die zusätzliche Sicherheit lohnt sich.

Verschlüsselung

Auch bei der Versendung von Nachrichten per Messenger oder E-Mail ist Datenschutz wichtig. Wenn eine Nachricht verschlüsselt wird, kann der Inhalt nicht mehr gelesen werden. Erst mit dem passenden Schlüssel kann die Nachricht wieder hergestellt werden. Das ist mit einem Brief vergleichbar, der mit einem Schloss versehen ist. Nur die Person mit dem richtigen Schlüssel kann den Brief öffnen, um zu lesen was drinsteht. Wenn eine dritte Person die Nachricht in die Hände bekommt, kann sie mit der Nachricht ohne Schlüssel also gar nichts anfangen. Deshalb ist es sinnvoll, Dienste zu verwenden, die mit einer Verschlüsselung arbeiten. Bei Websites lässt sich an der Adresse erkennen, ob die Verbindung verschlüsselt ist. Immer wenn hinter dem „http“ ein „s“ steht (also „https://…) bedeutet das, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Mehr zu Verschlüsselung können Sie hier nachlesen.

Was können Sie noch für eine sichere Smartphone-Nutzung Ihres Kindes tun?

Smartphones bringen einige Funktionen mit, um das Chatten, Surfen im Netz und die Nutzung von Apps für Ihr Kind sicherer zu gestalten. Dennoch ersetzen diese Einstellungen am Gerät oder auch Jugendschutz-Apps nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Ihr Kind sollte immer verstehen, warum gewisse Webseiten oder Apps gesperrt oder die GPS-Ortung deaktiviert bleiben sollte. Orientieren Sie sich bei der Kontrolle und Sicherheit außerdem immer am Alter und der Entwicklung Ihres Kindes. Jugendliche können besser und selbstständiger einschätzen, wie sie Geräte und die eigenen Daten schützen als Kinder mit dem ersten eigenen Handy. Greifen Sie besonders bei Jugendlichen nicht zu stark in die Privatsphäre Ihres Kindes ein. Versuchen Sie aber immer im Gespräch mit Ihrem Kind zu bleiben und als Ansprechperson bei Fragen oder Unsicherheiten da zu sein. Hier finden Sie noch weitere Tipps, wie Sie das Smartphone Ihres Kindes sicherer machen können.

Der Reiz der Sprachnachricht

Wenn Jugendliche auf der Straße ihr Handy ähnlich wie ein Butterbrot in der Hand halten oder mit Kopfhörern aufgeregt in die Luft sprechen, wundert einen das kaum noch: sie nehmen wohl gerade eine Sprachnachricht auf. Auch für Familien ist dies eine beliebte Möglichkeit, im oft vollgepackten Alltag oder über die Ferne miteinander in Kontakt zu bleiben.

Wie funktionieren Sprachnachrichten?

Bei fast jedem Messenger gibt es die Funktion, Sprachnachrichten aufzunehmen. Dazu wird innerhalb eines Chats oder auch einer Gruppe das Mikrofon rechts neben dem Textfeld gedrückt gehalten und die Nachricht ins Smartphone gesprochen. Nach Loslassen des Mikrofon-Buttons wird die Sprachnachricht automatisch an die ausgewählte Person geschickt. Diese kann sich die Nachricht beliebig oft anhören und auch zwischendurch pausieren.

Mit der Stimme lässt sich meistens besser ausdrücken, wie eine Nachricht gemeint ist. Klingt die Stimme vielleicht verärgert? Oder macht jemand einen Witz? Die gesprochene Stimme kann die Emojis einer Textnachricht ersetzen und die Nachricht authentischer machen. Mit einer Sprachnachricht gibt es mehr Spielraum, um Gedanken und Gefühle in kürzerer Zeit als beim Tippen auszudrücken und anderen mitzuteilen.

Warum werden Sprachnachrichten so gerne genutzt?

Vorteile dieser Art der Kommunikation sind der geringe Aufwand und die Zeitersparnis, den Sprachnachrichten mit sich bringen. Sie können unterwegs z. B. im Supermarkt mit Einkaufstasche in der Hand noch schnell im Familienchat fragen, was für das Abendessen benötigt wird. Ewiges Tippen oder die Planung von Telefonaten, für die beide Gesprächspartner gleichzeitig Zeit haben müssen, fallen weg.

Sprachnachrichten können auch helfen, mit Freunden oder Familienmitgliedern, die weiter weg wohnen, den Kontakt zu halten. Mit der eigenen Stimme lässt sich schnell und unkompliziert deutlich machen, dass man aneinander denkt.

Gibt es Nachteile von Sprachnachrichten?

Sprachnachrichten können auch nervig sein: Manche Personen nutzen sie, weil sie keine Lust haben, lange Texte einzutippen. Bei Sprachnachrichten kommen einige ins Erzählen und haben eigentlich nichts Wichtiges mitzuteilen. Stattdessen erhält man minutenlange Audios. Nicht immer sind die empfangenen Personen in der Lage, eine Sprachnachricht abzuhören. Während sich Textnachrichten nachlesen lassen, müssen Sprachnachrichten erneut gehört werden, um eine vielleicht wichtige Information nachvollziehen zu können. Das ist bei langen Audios besonders nervig.

Sprachnachrichten sind manchmal schneller verschickt als gewollt, sobald das Mikrofonsymbol losgelassen wurde. Bei vielen Messenger-Apps gibt es mittlerweile die Möglichkeit, die aufgesprochene Nachricht vor dem Versenden anzuhören und zu prüfen, ob sie so wirklich rausgehen soll.

Darauf sollte außerdem geachtet werden

Beim Aufnehmen und Anhören von Sprachnachrichten sollten sich die Menschen in der Umgebung nicht gestört fühlen. Eine Textnachricht kann lautlos gelesen und eingetippt werden – für Sprachnachrichten gilt das nicht. Deshalb sollte auch darauf geachtet werden, dass beim Abspielen einer Sprachnachricht nicht einfach alle mithören können. Um das Mithören zu vermeiden, spielen viele Jugendliche die Nachrichten sehr leise ab und halten sich den Lautsprecher ihres Smartphones ganz nah ans Ohr. Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussehen kann, ist eine Möglichkeit, um Sprachnachrichten auch in der Öffentlichkeit zu nutzen.

Beim Aufnehmen von Sprachnachrichten können laute Geräusche wie Straßenlärm oder Wind stören. Manchmal passiert es auch, dass man aus Versehen das Mikrofon zuhält, wodurch die Empfängerin oder der Empfänger das Aufgenommene nicht hören kann. Seien Sie sich bewusst, dass Sprachnachrichten eine praktische Option darstellen, jedoch nie den persönlichen Austausch ersetzen können. Treffen Sie innerhalb der Familie und auch mit anderen Personen eine Vereinbarung für welche Nachrichten und in welchen Situationen Audios geeignet sind und wann nicht.  

Wissenswertes rund um die Trend-App TikTok

Keine App hat in den vergangenen Jahren für mehr Aufmerksamkeit gesorgt als die Kurzvideo-App aus China. Bei Eltern führt sie teilweise zu Unverständnis oder Sorgen, weil TikTok sehr viel genutzt wird. Die wichtigsten Infos rund um die App können Sie in verschiedenen Beiträgen auf Elternguide.online nachlesen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

Hier erfahren Sie gebündelt alles Wesentliche zu TikTok: Was kann die App? Was ist problematisch? Was kann und sollte ich als Elternteil beachten, wenn mein Kind die App nutzt? Unsere ausführliche Toolbeschreibung zu TikTok finden Sie hier.

Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Als Eltern machen Sie sich möglicherweise Sorgen, weil Ihr Kind die App nutzt. Sie hören von problematischen Inhalten oder gar „Suchtverhalten„. TikTok bietet den sogenannten Begleiteten Modus als technische Unterstützung an. Doch Technik allein reicht nicht aus, um die Medienkompetenz Ihres Kindes zu unterstützen. Lesen Sie mehr in unserem Beitrag dazu!

Lernen mit TikTok – Wie sinnvoll sind die Lernsnacks im Videoformat?

Auf TikTok gibt es nicht nur rein unterhaltende Clips. Manche TikTokerinnen und TikToker möchten den Zuschauenden Informationen vermitteln und Fragen beantworten. Wir klären auf, was diese Lernsnacks im Kurzvideo-Format leisten können. Lesen Sie dazu unseren Beitrag zum Thema.

Wer mit TikTok Geld verdient

Wie auf anderen Social-Media-Plattformen auch, nutzen einige Influencerinnen und Influencer TikTok, um Geld zu verdienen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die junge Nutzende kennen sollten, um Werbung von anderen Inhalten unterscheiden zu können. Welche das sind, erfahren Sie im Beitrag „Wer mit TikTok Geld verdient„.

TikTok und der Krieg

Vielleicht haben Sie mitbekommen, das auf der Videoplattform auch ängstigende Videos aus dem Ukraine-Krieg kursieren. Wie Kinder und Jugendliche sich davor schützen können, wird in unserem Beitrag „TikTok und der Krieg“ erläutert.

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliche Bilder „verschwinden“ nach kurzer Zeit vom Smartphone der Empfängerin oder des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Features: Snapchat+
  • Funktionen: kreative Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter mit Freunden teilen
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt (nach DSGVO ab 16 Jahren)
  • diverse Kontaktrisiken, u. a. ermöglicht die Ortungsfunktion die Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars und Marken. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen aktiviert ist. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Snapchat+ bietet einige Funktionen mehr, die bisher (Stand: Oktober 2022) allerdings eher Spielerei sind, z. B. die Auswahl verschiedener App-Symbole für den Handybildschirm oder die Markierung eines allerbesten Freundes.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Die App gehört zu den beliebtesten Anwendungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freundinnen und Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ werden Personen als Avatare dargestellt, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Know-how auf dem Gerät wiederherzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle darüber schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktion nutzen können. Das ist im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen ist auch die Funktion “Snap Map” kritisch zu sehen.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Dazu zählen nicht altersgemäße Bilder ebenso wie unangemessene Werbung oder Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Nutzende müssen sich an die Regeln der Plattform Snap halten. Die Nutzung von Snapchat ist Jugendlichen ab 13 Jahren nur mit der Erlaubnis ihrer Eltern gestattet. Es erfolgt allerdings keine technische Prüfung der Altersangabe.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte, wie z. B. pornografische Bilder, zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des deutschsprachigen Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich, andere Nutzende zu blockieren und zu melden. Sogenannte Content-Manager prüfen Verstöße gegen die Snapchat-Richtlinien.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat bietet Handysektor. Über das Family Center von Snapchat erhalten Eltern einen Überblick zu den Aktivitäten ihres Kindes in der App. Um sich mit dem Konto des Kindes zu verbinden, wird allerdings ein eigener Snapchat-Account benötigt.

Wenn Ihr Kind die App gern nutzen möchte, sollten Sie unbedingt über mögliche Gefahren sprechen. Regeln Sie, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch. Erklären Sie Ihrem, dass versendete Bilder per Screenshot vom Empfänger abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freundinnen und Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion Snap Map: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen. Wenn eine Freundin oder ein Freund Ihres Kindes Snapchat+ nutzt, sollte besonders darauf geachtet werden, die Tracking-Funktion zu deaktivieren oder die Person zu blockieren.

Alles kostenlos im Netz? 

Der kostenlose Zugriff auf die aktuellen Musikvideos aus der ganzen Welt, auf unendlich viele Kochrezepte und stündlich die neuesten Nachrichten – lange Zeit war das üblich im Netz. Mittlerweile finden sich immer mehr Werbung auf Webseiten und in Apps oder wir werden mit Premium-Angeboten und Abonnements gelockt. Das kann nerven und wie Abzocke erscheinen, aber es gibt gute Gründe, Geld in bestimmte Inhalte zu investieren oder zu verlangen. 

Hinter Online-Inhalten steckt Arbeit 

Viele Inhalte werden heutzutage digital konsumiert: Wir hören Musik per Streaming, lesen Zeitungsartikel online, hören Podcasts bei Spotify und schauen Videos auf YouTube oder anderen Plattformen. Hinter diesen Inhalten steckt oft genauso viel Arbeit wie in einem gedruckten Buch oder einer CD. Mit der Entwicklung von Online-Angeboten sind auch neue Inhalte dazugekommen, die es so vorher nicht gab, z. B. Let’s-Play-Videos. Viele Influencer, Gamerinnen, YouTuber, Künstlerinnen usw., die ihre Inhalte online vertreiben, verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Das ist u. a. möglich über Werbung. Sie ist im Internet allgegenwärtig. Wer Werbung nervig findet, kann nach Bezahlung bestimmte Angebote werbefrei nutzen. Viele beliebte Plattformen bieten von Anfang an ihren Inhalt werbefrei an – jedoch nur nach Abschluss kostenpflichtiger Abos. Ziel solcher Strategien ist es, immer mehr Nutzende dafür zu gewinnen, gute Inhalte auch zu bezahlen. 

Mehr kostenpflichtige Angebote 

Mittlerweile gibt es ein zunehmendes Bewusstsein für Datenschutz. Nicht jede oder jeder stimmt der Cookie-Verwendung beim Aufrufen einer Webseite zu. Durch strengere Gesetze rund um den Daten- und Jugendschutz ist es schwieriger, Geld durch Werbung einzunehmen, da Unternehmen nicht mehr so leicht personenbezogene Werbung machen können. Deshalb suchen Webseiten-Bertreiber zusätzliche Wege, um Geld zu verdienen. Auf Seiten von Zeitungen muss in der Regel Cookies und Werbung zugestimmt werden, um das Angebot überhaupt zu nutzen. Andere bieten zusätzliche Bezahloptionen oder kostenpflichtige Abos an. Bei Twitter können beispielsweise gegen Geld Tweets bearbeitet werden. YouTube Premium ermöglicht es, Musik auch bei geschlossener App abzuspielen.  

Darüber hinaus gibt es noch andere Wege für Künstlerinnen und Künstler, online Geld zu verdienen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag Patreon, Steady & Co. 

Die Schwierigkeit mit Bezahlangeboten im Netz 

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich viele, die es sich finanziell leisten könnten, immer noch schwertun mit Online-Bezahlangeboten: Erstens waren wir es lange gewohnt, auf Inhalte im Internet kostenlos zuzugreifen. Zweitens sind die Inhalte nicht richtig greifbar, weil sie digital sind. Es kann schwerfallen, ihnen den gleichen Wert wie einem Buch oder einer Zeitung beizumessen. Drittens funktionieren viele dieser Angebote nur, wenn ein Internetzugang vorhanden ist. Zwar gibt es bei einigen Anbietern auch die Möglichkeit, Inhalte offline abzuspeichern, aber das erfordert zumindest Strom und Speicher. Wird das Abonnement gekündigt, kann in der Regel nicht mehr auf den bezahlten Inhalt zugegriffen werden. Es wird also nur für die Erlaubnis bezahlt, Inhalte zu benutzen und nicht dafür, sie zu besitzen, wie es bei einer CD der Fall wäre. Hinzu kommt, dass manche Bezahlmodelle nicht zu unseren Vorstellungen passen. So möchten wir vielleicht nur einen Artikel lesen und dafür nicht gleich ein Monatsabo abschließen. Oder wir scheuen uns davor, ein kostenfreies Probeabo abzuschließen aus Sorge, die Kündigungsfrist zu verpassen.  

Was noch wichtig ist 

Machen Sie Ihrem Kind den Wert von Online-Inhalten bewusst. Sprechen Sie darüber, dass dahinter viel Arbeit steckt, egal, ob es sich um einen Film handelt, einen Song oder einen interessanten Text. Überlegen Sie gemeinsam, in welche Inhalte Sie Geld investieren möchten. Wenn Ihr Kind gerne Geld für etwas ausgeben möchte, sollte es den Überblick nicht verlieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht auf abgespeicherte Bezahlinformationen zugreifen kann. 

Podcast-Apps

Kopfhörer auf die Ohren und Podcast im Smartphone angemacht – schon kann der Hörgenuss losgehen! Doch über welche Plattformen und Apps kann man Podcasts hören? Welche Angebote eignen sich am besten? Was gibt es dabei zu beachten?

Podcast-App ist nicht gleich Podcast-App

Podcasts lassen sich auf verschiedenen Wegen hören: direkt über die Internetseite eines Anbieters oder über verschiedene Apps. Die Apps selbst lassen sich unterscheiden in Streaming-Plattformen, wie z. B. Spotify und Amazon Music, und sogenannte Podcatcher.

Podcasts bei den großen Streamingdiensten

Über die gängigen Plattformen für Audioinhalte können Nutzerinnen und Nutzer auch auf Podcasts zugreifen. Über die Such- bzw. Filterfunktion kann nach Podcasts gesucht werden. Zum Teil handelt es sich um exklusive Podcasts, die es nur auf der jeweiligen Plattform gibt. Die Apps sind in der Regel kostenlos, aber erfordern eine Registrierung. Wer zwischendurch keine Werbung hören möchte, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen.

  • Amazon Music und Audible vom US-amerikanischen Konzern Amazon haben jeweils nur ein Bezahlmodell.
  • Deezer ist eine App aus Frankreich. Es gibt zwei kostenpflichtige Abo-Modelle mit Offline-Funktion: Deezer Family mit mehreren Konten und Deezer Premium.
  • Spotify aus Schweden bietet verschiedene kostenpflichtige Premium-Abos (u. a. Family für bis zu sechs Konten).

Bei Family-Abos können Sie ein eigenes Konto für Ihr Kind einrichten. Darin können Sie eine Playlist mit altersgemäßen Podcasts anlegen. 

Podcasts hören über Podcatcher

Podcatcher sind Apps, mit denen Podcasts abonniert, Episoden heruntergeladen und direkt angehört werden können. Über eine Suchfunktion lassen sich neue Podcasts hinzufügen. Solche Apps eignen sich für alle, die gern und regelmäßig Podcasts hören. Podcatcher können auf sehr viele Podcasts zugreifen, beispielsweise auf Inhalte aus der ARD-Audiothek.  Da das Podcatcher-Angebot in den App-Stores sehr groß, haben wir folgende Auswahl zusammengestellt, die bei der Entscheidung für eine solche Podcast-App helfen kann:

AntennaPod

Die kostenlose App gibt es nur für Android. Der Funktionsumfang ist reduziert, dafür aber übersichtlich. Absoluter Pluspunkt ist der gute Datenschutz. Die App lässt sich auch ohne Google-Konto (über den alternativen App-Store F-Droid) herunterladen und nutzen. Sie ist Open Source und dahinter steht kein Unternehmen, das mit der App Geld verdienen möchte.

Apple Podcasts

Die App läuft nur auf iOS. Sie ist auf den Geräten bereits vorinstalliert. Wer mehrere Apple-Geräte nutzt, kann die Podcast-Inhalte synchronisieren, d. h. von mehreren Geräten darauf zugreifen. Leider müssen bestimmte Einstellungen in der App für jeden Podcast einzeln vorgenommen werden, z. B. automatischer Download beim Erscheinen einer neuen Folge aktivieren oder deaktivieren. Der Aufbau der App ist verständlich und übersichtlich.

Google Podcasts

Die kostenlose App ist auf den meisten Android-Geräten vorinstalliert und erfordert ein Google-Konto. Dann lassen sich Inhalte über Geräte hinweg synchronisieren. Podcast-Folgen können auch heruntergeladen und offline angehört werden.

Overcasts

Die kostenlose App gibt es nur für iOS. Sie bietet einen größeren Funktionsumfang als Apple Podcasts und kommt mit ungewöhnlichen Features, z. B. Voice Boost, so dass Podcasts angenehm und einheitlich laut klingen. Hinter der App steht kein großes Unternehmen, sondern ein einzelner Entwickler, der selbst Podcaster ist.

Pocket Cast

Die App gibt es für Android und iOS kostenlos und sie ist auch als Web-App verfügbar. Die App hat einen großen Funktionsumfang, u. a. das Erstellen eigener Playlisten. Zusatzfunktionen müssen über In-App-Käufe bezahlt werden, sind aber für die meisten Nutzenden nicht erforderlich. Die App kann für Neulinge etwas unübersichtlich sein.

Podimo

Die App selbst ist kostenlos, aber nach einem Probezeitraum muss die Nutzung per Abo bezahlt werden. Sie ist für Android und iOS erhältlich. Darin gibt es nicht nur Podcasts, sondern auch Hörspiele und Hörbücher.

Procast

Die kostenlose App eines deutschen Entwicklers ist für Android und iOS erhältlich. Das Besondere: die App sammelt keine Daten ihrer Nutzenden. Außerdem wurden viele der teilweise innovativen Features gemeinsam mit Podcast-Fans entwickelt. Die App eignet sich für Podcast-Neulinge ebenso wie für Vielhörerinnen und Vielhörer.

Das ist noch wichtig zu wissen

Nicht für alle eignen sich Podcatcher. Wenn Sie oder Ihr Kind nur gelegentlich Podcasts hören und sowieso Plattformen wie beispielsweise Spotify nutzen, reicht die entsprechende App sicherlich aus.

Lesen Sie sich vor Installation einer neuen App aufmerksam die Beschreibungen in den App-Stores durch. Beachten Sie insbesondere, auf welche Smartphone-Funktionen die Podcast-App zugreifen möchte und ob das für Sie sinnvoll erscheint. Sie können Apps auch installieren und ausprobieren, bevor Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für die Nutzung entscheiden. Denken Sie daran, die nicht genutzten Apps zu deinstallieren und den Account zu löschen. So schonen den Smartphone-Speicher und sorgen dafür, dass ungenutzte Apps keine Daten tracken können.

BeReal – Deine Freunde in echt

„Ich kann jetzt nicht – ich muss ein BeReal machen!“ So oder ähnlich klingt es vielleicht bei Ihnen zu Hause seit einiger Zeit. Die Social-Media-App BeReal will anders sein und begeistert mit ihrem ungewöhnlichen Konzept: spontane Schnappschüsse aus dem Alltag statt inszenierte Bilder und Videos. BeReal zählt 2022 zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-Foto-App für Android und iOS
  • Altersfreigabe: ab 12 Jahren (keine Überprüfung der Altersangabe)
  • Werbefrei
  • Erfordert Registrierung mit Namen, Geburtsdatum und Telefonnummer
  • Problematisch: Sammeln personenbezogener Daten, fehlende Datenverschlüsselung, Umgang mit Persönlichkeitsrechten

Wie funktioniert BeReal?

BeReal bedeutet übersetzt „Sei echt!“. Nutzende erhalten einmal am Tag von der App die Aufforderung, ein Foto von sich in ihrer aktuellen Situation zu machen. Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt, variiert von Tag zu Tag und geht an alle Nutzenden gleichzeitig raus.

Innerhalb von zwei Minuten muss dann gleichzeitig ein Foto mit der Front- und der Rückkamera gemacht und veröffentlicht werden. Die beiden Fotos werden als Bild-im-Bild angezeigt. Andere Bilder aus der Fotogalerie können nicht hochgeladen werden. Innerhalb der vorgegeben zwei Minuten muss außerdem entschieden werden, ob das Bild nur mit den befreundeten Kontakten oder öffentlich im Discovery-Feed geteilt wird. Sobald das Foto hochgeladen wurde, sind auch die Fotos von befreundeten Kontakten einsehbar. Wird ein Bild zu einem späteren Zeitpunkt hochgeladen, wird es mit „Late“ (= verspätet) gekennzeichnet. Die geposteten Aufnahmen löschen sich automatisch nach 24 Stunden aus dem Feed. An bestimmten Tagen ruft BeReal besondere Challenges aus.

In der App gibt es keine Filter oder Bildbearbeitung und es können keine Videos aufgenommen werden. Auch Likes können nicht vergeben werden und die eigene Followerzahl ist nicht öffentlich sichtbar. Stattdessen ist gibt es ein weiteres ungewöhnliches Feature: Auf Beiträge anderer wird mit Emojis oder sogenannten RealMojis reagiert. Damit können personalisierte Grimassen und Grüße verschickt werden.

Öffentliche Fotos können jederzeit gesehen werden. Freunde lassen sich über die Synchronisation mit den eigenen Kontakten oder über die Suche nach Usernamen finden und hinzufügen. Auch Profile aus dem öffentlichen Feed können hinzugefügt werden.

Was begeistert Jugendliche an der App?

Neue Apps sind dann interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie anders sind. Deshalb ist BeReal mit seinen neuen und ungewöhnlichen Funktionen faszinierend für Jugendliche. Es ist spannend und aufregend, weil die Push-Nachricht jederzeit kommen kann. Dann muss spontan und unter Zeitdruck, ein Foto gemacht werden – ohne viele Versuche und ohne Filter. So lange die App neu und für viele Erwachsene noch ungewohnt ist, ist sie für Jugendliche besonders attraktiv, weil sie sich damit von ihnen abgrenzen können.

Was kann problematisch sein an BeReal?

Aus Sicht der Jugendlichen wird es nicht immer leicht sein, der Aufforderung der App nachzukommen, weil sie in der Schule nicht jederzeit ihr Handy rausholen können. Für einige kann der Druck, der durch die Push-Nachricht ausgeübt wird, unangenehm sein oder dazu führen, dass unüberlegt Fotos in Privatsituationen gemacht und veröffentlicht werden. Es kann auch sozialer Druck entstehen, Fotos zu machen, die ohne Filter und Bildbearbeitung aufregend sind und dann entsprechend positive Kommentare und Reaktionen erhalten.

Bei der Registrierung auf BeReal werden personenbezogene Daten wie Name oder Telefonnummer erhoben. Zudem wird die IP-Adresse gespeichert und Daten werden unverschlüsselt übertragen. Wenn der Zugriff auf das eigene Adressbuch erlaubt wird, gelangen die Anbieter der App auch ungefragt an die Daten von Nicht-BeReal-Nutzenden. In der Android-App gibt es (Stand: September 2022) eine Blockierfunktion für fremde Kontakte – allerdings bisher nicht für iOS.

Auch auf den geposteten Fotos können andere Personen zu sehen sein, die in der unerwarteten Foto-Situation nicht schnell genug die Konsequenzen überblicken konnten und dann im öffentlichen Feed der App landen. Fotos können zudem unbemerkt per Screenshot von anderen gesichert und weiterverbreitet werden.

Hinter der App steckt ein französisches Unternehmen mit dem gleichen Namen: BeReal. BeReal klärt auf seiner Website über die Nutzungsbedingungen und den Umgang mit Daten (Privacy Policy) auf, allerdings nur auf Englisch und Französisch.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind Interesse an der App hat, sollten auch Sie sich BeReal genauer anschauen – am besten tun Sie das gemeinsam. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Kommunikationsrisiken, die mit der Nutzung der App verbunden sind. Vereinbaren Sie vorher, welche Fotos dort veröffentlicht werden dürfen, so dass Ihr Kind in der Drucksituation bewusst reagieren kann.

Die App greift auf viele Funktionen des Smartphones zu, die teilweise unbegründet sind, z. B. Mikrofon und Standort. Prüfen Sie die App-Berechtigungen direkt nach der Registrierung und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Zugriffe notwendig und sinnvoll sind. Am besten stellen Sie den Account auf privat, so dass nur Personen in der Freundesliste die geposteten Bilder sehen können. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es nur Personen als Freunde hinzufügen sollte, die es auch tatsächlich kennt.

Fragen Sie regelmäßig nach den Nutzungserfahrungen Ihres Kindes und seien Sie bei Problemen immer ansprechbar.

jugend.support – Onlineberatung für Jugendliche zu Risiken im Netz

Jugendliche möchten sich nicht immer bei Problemen an die Eltern oder andere Erwachsene wenden. Informationen und Beratungsangebote im Internet sind eine einfache Möglichkeit, Rat und Hilfe zu bekommen – z. B. über Plattformen wie jugend.support. Sie richtet sich konkret an Jugendliche ab 10 Jahren. Dieser Film erklärt genau, was dahinter steckt:

_%_Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=AkzFh_1k9Ag_%_

Was genau gibt es bei jugend.support?

jugend.support ist ein Angebot speziell für Kinder und Jugendliche und deren Fragen und Probleme im Internet. Egal, ob Fake Profile, Datenklau, Cybermobbing und Cybergrooming: fast alle wichtigen Themen werden kurz erklärt und es gibt zahlreiche Tipps und Infos zum Umgang mit den Herausforderungen. Das genau gibt es auf jugend.support:

  • Informationen zu verschiedenen Themenbereichen
  • Tipps, wie sich Jugendliche selbst helfen und schützen können
  • Beratungsstellen, die Jugendlichen vertraulich und kostenlos helfen
  • Informationen, wo man Inhalte, die nicht okay sind, melden kann und wo man sich beschweren kann, wenn jemand Regeln verletzt.

Wie bekommen Jugendliche Hilfe?

Wenn Jugendlichen ein Inhalt bei Social Media, in Apps oder auf Internetseiten auffällt, der nicht für junge Menschen geeignet ist, weil er sie z. B. verängstigend oder verstörend, kann dieser direkt auf jugend.support gemeldet werden. Der Inhalt wird dann von einem der Partner www.internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net überprüft. Rat und Hilfe bei Stress im Netz bietet jugend.support zudem auf Instagram und TikTok – also genau dort, wo die jungen Mediennutzenden unterwegs sind.

Viele Partner mit speziellen Kenntnissen und Aufgaben unterstützen Jugendliche auf jugend.support mit ihrem Expertenwissen und beraten bei Problemen. Außerdem können Jugendliche sich an eine Beratungsstelle wenden: Nummer gegen Kummer, juuuport und die Telefonseelsorge sind Ansprechstelle und Partner des Angebots.

Was sollten Eltern beachten?

jugend.support richtet sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, nicht an Jüngere. Sie als Eltern müssen und sollen nicht alles wissen, was Ihr Kind tut und es ist gut, wenn es sich eigenständig Unterstützung und Hilfe sucht. Trotzdem sollten Sie immer als Ansprechpartner für Ihr Kind da sein und es bei allen Fragen, Risiken und Herausforderungen unterstützen. Dieses Vertrauensverhältnis ist auch noch sehr wichtig, wenn Ihr Kind schon älter ist!

Geschichten zum Hören – Hörbücher und Apps

Junge Menschen nutzen Streamingdienste für Musik und Podcasts. Auch Hörbücher sind sehr beliebt. Wer keine Lust hat, selbst zu lesen oder unterwegs Geschichten hören möchte, nutzt sie über Apps und Audiotheken. Das Angebot für unterschiedliche Altersgruppen wächst stetig.

Hörbücher und Hörspiele

Hörbücher sind im Unterschied zu Hörspielen eingelesene Bücher. Sprecherinnen und Sprecher lesen die Bücher vor. Die Aufzeichnungen können dann über Hörbuch-Apps, Streaming-Dienste, Audiodateien oder CD angehört werden. Hörspiele unterscheiden sich von Hörbüchern darin, dass die Geschichten wie bei einem Film oder einer Serie gespielt werden – mit verteilten Rollen, Musik und Geräuschen.

Kino im Kopf – was Hörbücher leisten

Kinder mögen Geschichten – sie sind spannend, bieten Vorbilder, und vertreiben die Langeweile. Das Besondere an Audiogeschichten: Sie regen die Fantasie an und fördern die Kreativität der jungen Hörerinnen und Hörer. Ganze Welten entstehen im Kopf. Hörbücher sind eine schöne Gelegenheit, in Geschichten und andere Welten abzutauchen. Genauso können sie herausfordernde Themen aufgreifen und Kindern erklären, Werte vermitteln, Trost spenden, das Zuhören schulen und zur Sprachentwicklung beitragen.

Viele Kinder bekommen in jungen Jahren Bücher vorgelesen und verbinden diese Situationen mit positiven Gefühlen. Eltern haben nicht immer Zeit vorzulesen. Dann bieten Hörbücher und Hörspiele eine gute Ergänzung. Irgendwann fühlen sich Kinder zu alt, vorgelesen zu bekommen. Manche Kinder und Jugendliche tun sich schwer, ganze Bücher zu lesen. Andere können Bücher am besten „mit den Ohren lesen“, weil sie blind oder sehbehindert sind. Hörbücher können für Kinder, die nicht gern lesen, auch ein Anreiz sein, Bücher zu entdecken und dann selbst zum Buch zu greifen. Ein weiterer Vorteil von Hörbüchern und Hörspielen: Kinder können immer wieder in Geschichten oder Szenen reinhören, die sie inhaltlich bewegen.

Auswahl geeigneter Audioinhalte

Achten Sie auf kindgerechte und altersgemäße Audioinhalte. Es gibt Hörbücher (und Hörspiele), die Kinder emotional überfordern, verängstigen oder erschrecken können. Die Auswahl ist riesig. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl folgende Kriterien:

  • Geschichte und Figuren sind an die Lebenswelt von Kindern orientiert. Kinder können sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und folgen der Handlung gespannt.
  • Die Stimmen passen zur Geschichte und den Figuren. Kinder hören gerne zu. Zu viele Stimmen und Figuren können kleine Kinder überfordern.
  • Kinder mögen und brauchen klare Strukturen. Deshalb sollte die Geschichte akustisch leicht zu verstehen und zu verfolgen sein.
  • Dazu gehört auch, dass die Geschichte genug Spannung hat, um ihr zu folgen, aber nicht so viel, dass Ihr Kind diese nicht ertragen kann und sich ängstigt.

Nutzen Sie bei der Auswahl Themenfilter und achten Sie auf die Beschreibung und Altersempfehlung. Hörgeschichten, die mit dem Auditorix-Hörbuchsiegel ausgezeichnet sind, sind besonders zu empfehlen. Einen Überblick nach Alter inkl. Hörprobe zu den einzelnen Hörbüchern erhalten Sie in der Online-Datenbank von Auditorix.

Hörbücher finden

An Hörbücher und Hörspiele kommen Sie und Ihr Kind auf verschiedenen Wegen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Kostenlose Angebote

Die meisten (öffentlichen) Bibliotheken haben ein digitales Angebot. Über die sogenannte Onleihe, die es als App gibt, können u. a. elektronische Audiodateien ausgeliehen werden. Dafür wird nur ein Büchereiausweis benötigt, den Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in der Regel kostenlos bei ihrer örtlichen Bibliothek bekommen. Auch vor Ort werden Hörbücher verliehen z. B. auf CDs oder als Tonie-Figur für die Hörbox.

Die Audiotheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ebenfalls ein großes Angebot. Die Audiotheken sind als Webversion oder App verfügbar. In der ARD-Audiothek und der Dlf Audiothek gibt es viele Audioinhalte für Kinder.

Im Internet können Sie bei vorlesen.net (auch als App verfügbar) kostenlos selbst produzierte Hörbücher und Hörspiele downloaden. Meistens handelt es sich um klassische Geschichten wie die Märchen der Gebrüder Grimm, Geschichten von Karl May usw. Es gibt einen eigenen Bereich für Kinder & Jugendliche. Ein ähnliches Angebot macht LibriVox – allerdings ist die Seite auf Englisch. Über die Filterung können auch deutsche Audioinhalte angezeigt werden.

Kostenpflichtige Angebote

Bekannte Musik-Streamingdienste – wie Spotify und Amazon Music – bieten auch Hörspiele und Hörbücher. Da die kostenlosen Accounts häufig nur Basisfunktionen haben, sind diese dafür nicht uneingeschränkt nutzbar. Spotify Kids ist nur mit Premium-Account nutzbar und bietet Zugriff auf kindgerechte Hörinhalte ohne Werbung.

Darüber hinaus gibt es Apps und Plattformen nur für Hörbücher. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Audible, das Angebot von Amazon, und BookBeat.

  • Audible hat ein großes Angebot deutsch- und anderssprachiger Hörbücher. Es lässt sich mit einem Amazon-Account oder mit einem Audible-Account nutzen. Die Nutzung eines Hörbuchs kann einzeln oder in Form eines Abos bezahlt werden (9,95 €/Monat – Stand September 2022). Hörbücher können online heruntergeladen oder direkt über die App gehört werden. Es gibt die Möglichkeit, das Angebot in einem kostenlosen Probemonat zu testen.
  • BookBeat ist ein schwedischer Audio-Streaming-Dienst für Hörbücher, der über eine App funktioniert. Das Angebot an Hörbüchern ist vergleichbar mit Audible. Einige Bücher sind auch als E-Book zum Lesen verfügbar. Es gibt zwei Abos, die nach monatlichen Hörstunden (ab 9,99 €/Monat) variieren. BookBeat erfordert eine Registrierung – im ersten Monat kann das Angebot kostenlos getestet werden. Im „Kinderprofil“ werden nur kinderfreundliche Hörbücher angezeigt.
  • Storytel ist ebenfalls ein schwedisches Angebot und mit der entsprechenden App und nach Registrierung nutzbar. Auch hier gibt es zwei Abomodelle nach Hörstunden (ab 7,90 €/Monat) und einen kostenlosen Probezeitraum. Storytel verfügt über einen abgesicherten Kinder-Modus, der über PIN im Elternkonto gesichert wird. Darin hat Ihr Kind ein eigenes Bücherregal und Zugriff auf das Kinderangebot von Storytel.

Besonders jüngere Kinder können Geschichten über eine Hörbox anhören. Neue Inhalte können heruntergeladen und aufgespielt oder neue Figuren für die Toniebox angeschafft werden.

Was noch wichtig ist

Wenn Ihr Kind selbständig Hörbuch-Apps oder Streamingdienste nutzt, sollte der Kindermodus aktiviert sein – soweit vorhanden. Auch das Hören von Hörbüchern ist Mediennutzung, die Teil der familiären Medienregeln sein sollte. Schaffen Sie einen Ausgleich dazu, sodass sich Ihr Kind ausreichend bewegt und Abwechslung hat.

Kinderfotos im Netz

Kinderfotos sind toll! Sie zeigen ohne große Worte, wie bunt, lustig, spannend und chaotisch der Alltag mit Kindern sein kann. Dank Smartphone lassen sich schöne Momente einfach und schnell festhalten und an Familie und Freunde weitergeben. In wenigen Sekunden ist der süße Schnappschuss vom Baby mit dem ersten Brei im Gesicht über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt.

Süße, lustige Fotos – aus kinderrechtlicher Sicht oft bedenklich

Was Eltern süß finden und mit der Welt teilen, kann für Kinder (später) durchaus unangenehme Folgen haben. Auch wenn Ihnen als Eltern alle Fotos Ihres Kindes gefallen, versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes! Sie selbst mögen sich wahrscheinlich auch nicht auf jedem Foto. Aus kinderrechtlicher Sicht sind Kinderfotos im Netz bedenklich, denn zu oft wird ohne deren Einverständnis gepostet. Genau wie Erwachsene haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre (Art. 16, UN-Kinderrechtskonvention) und das Recht am eigenen Bild und somit die Freiheit, prinzipiell selbst zu entscheiden, was und wieviel sie von sich preisgeben.

Unterschätzen Sie nicht, dass Informationen und Bilder im Netz schnell verbreitet werden und zeitlich unbegrenzt und einfach zu finden sind. Obwohl ein Foto im Profil oder Blog gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und weiterverbreiten. Kinderbilder können für pädophile Zwecke missbraucht werden oder unvorteilhafte Bilder können das Risiko für Cybermobbing erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Erwachsene bewusst und rücksichtsvoll mit den Persönlichkeitsrechten Ihres Kindes im Internet umgehen.

Aber heißt das nun, niemand darf mehr ein Kinderfoto posten?

Nein, das muss es nicht heißen! Kinder sind Teil unserer Gesellschaft und deswegen sollten sie sichtbar sein – auch in der digitalen Welt. Entscheidend ist, wie Kinder dargestellt werden: In welchen Situationen sieht man Ihr Kind auf dem Foto? Ist das Gesicht genau zu erkennen? Wer kann Fotos sehen, wenn Sie sie posten? Wenn Sie ein paar Regeln beachten, spricht nichts dagegen, ein Kinderfoto zu teilen und gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes zu wahren. Nicht zu vergessen ist das Kinderrecht auf Beteiligung (Art. 12, UN-KRK), weshalb es wichtig ist, Kinder altersgerecht einzubinden und ihr Einverständnis einzuholen. Wir haben konkrete Hinweise zur Veröffentlichung von Kinderfotos nach Altersgruppen zusammengefasst. In den nachfolgenden Links finden Sie den passenden Text für das Alter Ihres Kindes.

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Babys und Kleinkindern

Tipps für die Verbreitung von Fotos von Kindern im (Grund-)Schulalter

Google – ohne den Internetgiganten geht fast nichts!?

„Warte, ich google das mal schnell!“. Diesen Satz haben Sie oder Ihr Kind bestimmt auch schon einmal gesagt. Google gilt als die meistbesuchte Webseite der Welt. Das Wort „googlen“ wird so häufig verwendet, dass es seit 2004 im Duden steht. Ob Suchmaschine, Kartendienst oder Mailkonto – Google gehört selbstverständlich zu unserer Mediennutzung, weil vieles im Alltag dadurch einfacher wird. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Aufwachsen mit Google

Kinder und Jugendliche setzen Google teilweise mit dem Internet gleich. Nicht nur junge Menschen nutzen ein Android-Smartphone und sind damit automatisch mit einem Google-Konto verbunden. Sie speichern ihre Bilder in Google Fotos, teilen ihren Standort über Google Maps und nutzen den Browser Google Chrome zum Surfen im Netz.

Erwachsene kennen häufig noch die Anfangszeiten, als Google „nur“ eine Suchmaschine war. Das Motto von Google ist, „die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen”. Das Unternehmen dahinter – Alphabet – hat sich seit diesem ersten Produkt stetig weiterentwickelt und gehört aktuell zu den mächtigsten Konzernen der Welt.

Die Macht der Daten

Das Geschäftsmodell von Google basiert auf dem Sammeln und Verkaufen von Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Die kostenlose Nutzung der Google-Anwendungen bezahlen Anwenderinnen und Anwender mit der Herausgabe vieler Daten. Für eine ganze Reihe von Diensten wird ein Google-Konto benötigt, wodurch das Unternehmen Daten mit einer bestimmten Person verknüpfen kann. Wer ein Android-Smartphone benutzt, hat in der Regel automatisch ein Google-Konto, weil es für viele Smartphone-Funktionen vorausgesetzt wird.

Diese Internet-Anwendungen gehören unter anderem zu Google:

  • Die Suchmaschine Google inklusive SafeSearch
  • Das Betriebssystem Android
  • Die Videoplattform YouTube inklusive YouTube Kids
  • Der Kartendienst Google Maps
  • Der E-Mail-Dienst Google Mail
  • Der App-Store Google Play
  • Der Browser Chrome
  • Der Cloud-Service Google Drive

Google steht wegen des Umgangs mit Daten der Nutzerinnen und Nutzer in der Kritik. Dem Unternehmen wird auch vorgeworfen, Suchergebnisse zu beeinflussen. Außerdem stellen sich immer wieder Fragen rund um Urheberrechte z. B. von Musikerinnen und Autoren. Google hat es geschafft, für viele Menschen unersetzlich zu sein. Menschen haben sich an die Google-Suche gewöhnt oder können nicht auf den Google Play Store verzichten.

Sicherheitsmaßnahmen von Google

Durch die Mehr-Faktor-Authentifizierung soll das eigene Google-Konto vor Angriffen von außen sicher sein. Dabei wird z. B. die Eingabe des Passworts mit einer weiteren Sicherheitsmaßnahme wie einem SMS-Code kombiniert. Außerdem sendet Google eine Benachrichtigung, wenn sich jemand von einem Gerät, welches nicht mit dem Konto verknüpft ist, anmeldet. Google blendet Werbung, die Viren enthält, gefälschte Waren zeigt und gegen Werberichtlinien verstößt, automatisch aus. Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung will Google dafür sorgen, dass nur Sender und Empfänger Nachrichten bekommen und lesen können.

Mit Google-Anwendungen umgehen

Der Umgang von Google mit Daten ist problematisch, deshalb ist es wichtig, seine Anwendungen bewusst und sorgsam nutzen bzw. alternative Angebote zu verwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Google und sein Geschäftsmodell des Datenverkaufs. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie und Ihr Kind sparsam mit Daten umgehen können.

Wenn Sie nicht auf bestimmte Dienste verzichten wollen, nutzen Sie die Google-Suche, Google News oder Google Maps ohne Kontoanmeldung. Achten Sie darauf, Funktionen wie den Standort nur bei Verwendung einzelner Apps zu aktivieren, so dass Google nicht jederzeit auf zu viele Ihrer Daten zugreifen kann. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, Ihrem Kind mithilfe der App Google Family Link einen eingeschränkten Account einzurichten, bei älteren Kindern können Sie mit der SafeSearch-Funktion unangemessene Inhalte aus der Suche herausfiltern.

Es muss nicht immer Google sein – viele Angebote sind diskreter und sicherer. Machen Sie Ihr Kind mit alternativen Diensten vertraut, wie z. B. Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche oder dem datensparsamen Kartendienst Open Street Maps. Wer sein Android-Gerät – für mehr Privatsphäre und Datenschutz – ohne Google nutzen möchte, muss einige Einstellungen vornehmen. Online finden sich Anleitungen, wie es geht – etwa hier (Achtung: Website mit Werbung).

Messenger – eine gute Alternative zu WhatsApp?

Früher als Facebook Messenger bekannt, heißt die App von Meta (vorher Facebook) heute nur noch Messenger. Sie ist mit dem eigenen Facebook-Konto verbunden und funktioniert wie andere Messenger-Dienste auch. 

Kurz gefasst

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS 
  • auch für PC/Laptop über Browser in Facebook nutzbar und als Windows-App 
  • Nutzung über den persönlichen Facebook-Account (mit einer Ausnahme
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren (ab 13 Jahren mit Genehmigung der Eltern) 
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von verschiedenen Kommunikationsrisiken 

Was kann der Messenger

Mit dem eigenen Facebook-Account kann der Messenger nur nach Installation der Messenger-App (und nicht über die Facebook-App) genutzt werden. Das Versenden von Nachrichten, Sprachmitteilungen sowie Fotos und Videos sind in Einzel- und Gruppenchats möglich. Wie bei WhatsApp lassen sich selbstlöschende Nachrichten senden, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Gruppenchats und Videoanrufe sind vor Zugriffen Dritter geschützt. Außerdem können über den Messenger Online-Games mit Freunden gespielt oder eine Story geteilt werden. So werden Facebook-Funktionen mit einem Chat kombiniert.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Da immer weniger Jugendliche einen Facebook-Account haben, nutzen diese auch den Messenger weniger häufig als WhatsApp. Für Facebook-User ist der Messenger praktisch, da sie über einen Account viele andere Menschen auf Facebook erreichen. Dafür wird nicht einmal die Handynummer der Personen gebraucht. Der Kontakt mit neuen oder nicht so engen Bekanntschaften kann dann über Facebook einfach hergestellt werden. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Theoretisch kann jede Person mit einem Facebook-Profil von allen anderen Nutzerinnen und Nutzern angeschrieben werden. Deshalb besteht die Gefahr, von fremden Menschen angeschrieben und eventuell belästigt zu werden

Der Messenger verlangt viele Zugriffsberechtigungen auf das eigene Handy, z. B. auf Kontakte, andere Apps, das Mikrofon oder die Kamera. Meta steht in der Kritik, besonders viele Daten der Nutzer und Nutzerinnen zu verarbeiten und an Firmen weiterzugeben, die sie u. a. für Werbung nutzen. Dies gilt auch für WhatsApp und Instagram, die ebenfalls zu Meta gehören.  

Was meint der Anbieter? 

Es gibt einige Voreinstellungen, die mehr Sicherheit gewährleisten sollen. Beispielsweise landen Anfragen von befreundeten Menschen im Posteingang, während die Nachrichten fremder Personen zunächst unter “Nachrichtenanfragen” abgelegt werden. Diese Nachrichten können angenommen oder abgelehnt werden. Außerdem filtert die App mögliche Spam-Nachrichten heraus. In den Privatsphäre-Einstellungen können die Sichtbarkeit des eigenen Profils und die selbst geteilten Inhalte eingeschränkt werden. 

Facebook hat einen ausführlichen Hilfebereich mit Sonderseiten für Eltern, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte eingerichtet. Dort finden Sie u. a. auch weitere Informationen und Unterstützung im Umgang mit unerwünschten Nachrichten im Messenger

Was sollten Eltern beachten? 

Für jüngere Kinder unter 13 Jahren ist der Messenger aus Datenschutzgründen nicht geeignet, auch wenn er im App Store und Google Play Store für ein jüngeres Alter gekennzeichnet ist. Ist Ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahre alt, kann es den Messenger nutzen, wenn Sie als Elternteil zugestimmt haben. 

Denken Sie daran, dass für Ihr Kind soziale Kontakte mit der Pubertät immer wichtiger werden und digitale Kommunikation genauso dazugehört wie die Gespräche auf dem Pausenhof oder Schulweg. Sie sollten gemeinsam entscheiden, ab wann es die App nutzen kann. Sprechen Sie über Risiken wie Cybergrooming und Cybermobbing und unterstützen Sie Ihr Kind im Umgang mit sozialen Netzwerken. Klären Sie Ihr Kind darüber auf, was es tun kann, wenn es sich im Chat unwohl oder belästigt fühlt und seien Sie immer ansprechbar. Niemals sollte Ihr Kind einer fremden Person Bilder schicken oder persönliche Daten mitteilen. Sollte Ihr Kind unangenehme Erfahrungen machen, zeigen Sie Verständnis. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie dagegen unternehmen können. Nutzen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook

Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind bewusst machen: Auf den Servern von Facebook und Meta wird alles gespeichert, was es versendet. Menschen, die bei Facebook arbeiten, haben Zugriff auf die Nachrichten, etwa um gemeldete Nachrichten zu überprüfen. Dadurch sind die Nachrichten nie vollkommen privat. Sie können auch verschlüsselte Nachrichten auf Facebook austauschen: Hier erfahren Sie wie Sie eine geheime Konversation starten können.  

Denken Sie auch über die Verwendung alternativer Messenger nach, die bspw. weniger Daten sammeln  – z. B. stellen wir Ihnen Signal oder Threema vor.

Threema – die datensparsame Messenger-Alternative

Der Schutz der persönlichen Daten in der Online-Welt ist wichtig. Deshalb wurde der Messenger-Dienst Threema entwickelt. Vielleicht ist das auch eine Alternative für die digitale Kommunikation in Ihrer Familie?

Kurz gefasst:

  • Messenger-App aus der Schweiz für Android, iOS und als Desktop-Version
  • Einmalige Kosten bei Installation ca. 5,- € (Stand: August 2022)
  • Registrierung via Handynummer optional, Anonymität möglich
  • Funktionen: Chats, Gruppenchats und Verteilerlisten, Sprach- und Videoanrufe sowie Abstimmungen
  • Individuelle Privatsphäre-Einstellungen und verschlüsselte Kommunikation
  • Für Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen

Was ist Threema?

Der kostenpflichtige Messenger ähnelt WhatsApp, legt aber besonderen Wert auf Datensparsamkeit. Jeder Nutzer und jede Nutzerin erhält bei der Registrierung eine zufällige Threema-ID. Diese kann an Personen, mit denen kommuniziert werden soll, weitergegeben werden. Die Verknüpfung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse ist auch möglich, aber nicht verpflichtend. Ohne Handynummer oder Mailadresse kann der Messengerdienst anonym, also ohne Angaben von persönlichen Daten, genutzt werden.

Nachrichten und Anrufe werden Ende-zu-Ende-verschlüsselt versendet, d. h. sie können nur vom Empfänger entschlüsselt werden. Außerdem werden Nachrichten nach der Zustellung vom Server gelöscht. Kontakte und sogenannte Meta-Daten werden nur auf dem eigenen Gerät gesichert. Neben den üblichen Funktionen gibt es die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen. Mit Threema Web kann der Messenger auch via PC genutzt werden. Zusätzlich gibt es Threema-Anwendungen für Schulen und Unternehmen.

Ist Threema für Jugendliche ein gutes Angebot?

Threema hat weit geringere Nutzerzahlen als WhatsApp, obwohl die App ähnliche Funktionen bietet und der Schutz der Daten und der Privatsphäre besser geregelt sind. Aber sie muss eben auch einmal gekauft werden. Da fast jeder WhatsApp nutzt, erscheint es Jugendlichen nicht notwendig, sich nach Alternativen umzusehen. Alternative und datensichere Messenger werden von Jugendlichen am ehesten als Zweit- oder Dritt-App installiert.

Was kann problematisch sein an Threema?

Da Threema die Datenschutzgesetze (wie die DSGVO) einhält, ist die App schon für Kinder und Jugendliche freigegeben. Die mit der Nutzung eines Messenger verbundenen Kommunikationsrisiken wie z. B. Cybermobbing und Sexting lassen sich mit einem guten Datenschutz nicht verhindern, da sie meistens von den Nutzenden selbst ausgehen.

Was meint der Anbieter?

Threema ist ein Schweizer Unternehmen, das besonderen Wert auf Unabhängigkeit legt. Es hat eigene Server für seinen Dienst und entwickelt alles selbst.
Auf der Website wirbt Threema mit einer garantierten Privatsphäre und der besten Verschlüsselung. Wie die Verschlüsselung funktioniert, hat Threema dort ebenfalls dokumentiert.

Was sollten Eltern beachten?

Theoretisch bietet Threema einen hohen Datenschutz. Nutzende können selbst entscheiden, wie stark sie diesen umsetzen – über die Privatsphäre-Einstellungen in der App.

Wie bei anderen Messengern auch sollten Sie als Eltern für eine verantwortungsbewusste Nutzung sensibilisieren. Machen Sie Ihr Kind auf die oben beschriebenen Gefahren von Messenger-Diensten aufmerksam. Machen Sie sich und Ihr Kind mit den Sicherheitseinstellungen im Messenger vertraut, wie z. B. dem Blockieren von unbekannten Kontakten.

Thematisieren Sie die Vorteile von Threema und anderen, datensparsamen Messengern gegenüber WhatsApp. Eine kostenlose Alternative ist Signal.

Projektpartner
Unterstützer