Ob Kleidung, Bücher, Hautpflege oder Kurzvideos: Kinder und Jugendliche möchten wissen, was gerade angesagt ist. Dahinter steckt oft der Wunsch, sich auszudrücken und dazuzugehören. Die meisten Trends verbreiten sich über soziale Netzwerke. Doch nicht alles, was dort viral geht, ist harmlos oder entsteht zufällig.
Social-Media-Trends sind Themen, Produkte oder Verhaltensweisen, die plötzlich überall auftauchen und von vielen Menschen aufgegriffen werden. Sie verbreiten sich meist über mehrere Plattformen wie TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts oder Snapchat. Zu den derzeit besonders sichtbaren Trends gehören Buchempfehlungen auf BookTok, Get-Ready-With-Me-Videos (GRWM), Hautpflege- und Beauty-Trends sowie ästhetische Stilrichtungen wie Clean Girl oder Coquette. Auch bestimmte Rollenbilder und Jugendkulturen werden über Social Media verbreitet und diskutiert, etwa rund um Tradwives, Talahons oder ähnliche Online-Phänomene. Daneben verbreiten sich regelmäßig neue Sounds, Memes, Tanzvideos oder virale Produkte.
Welche Inhalte besonders sichtbar werden, entscheiden nicht allein die Nutzer*innen. Auch die Plattformen selbst spielen dabei eine wichtige Rolle. Algorithmen sorgen dafür, dass beliebte Inhalte immer mehr Menschen vorgeschlagen werden. So können Trends innerhalb kurzer Zeit Millionen Menschen erreichen. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass ‚alle‘ bei einem Trend mitmachen. Tatsächlich beteiligt sich oft nur ein kleiner Teil der Nutzer*innen. Viele Trends verschwinden außerdem schon nach wenigen Tagen wieder.
Auch Künstliche Intelligenz beeinflusst zunehmend die Trendkultur. KI-generierte Bilder, Filter oder virtuelle Influencer*innen werden selbst zum Trend. Für Kinder und Jugendliche ist oft schwer zu erkennen, ob ein Inhalt echt ist oder mit KI erstellt wurde.
Trends sind für viele Kinder und Jugendliche mehr als nur Unterhaltung. Wer dieselben Inhalte kennt wie Freund*innen oder Mitschüler*innen, fühlt sich zugehörig und kann mitreden. Sie helfen außerdem dabei, den eigenen Geschmack zu entdecken und herauszufinden, was zu einem passt. Viele Trends laden dazu ein, selbst kreativ zu werden. Kinder und Jugendliche teilen eigene Videos oder Empfehlungen und sehen, wie andere darauf reagieren. Hinzu kommt die besondere Dynamik sozialer Netzwerke: Ständig erscheinen neue Inhalte und erzeugen das Gefühl, nichts verpassen zu dürfen. Dieses Gefühl wird auch FOMO genannt.
Die meisten Trends sind harmlos. Dennoch sollten Eltern einige Risiken kennen. Nicht jeder Trend entsteht spontan. Viele Unternehmen arbeiten gezielt mit Influencer*innen und Werbepartner*innen zusammen, um Produkte bekannt zu machen. Für Kinder und Jugendliche ist oft schwer zu erkennen, wann hinter einem Trend wirtschaftliche Interessen stehen. Problematisch wird es, wenn daraus Konsumdruck entsteht. Virale Produkte werden häufig als unverzichtbar dargestellt. Wer nicht mitmacht, kann sich ausgeschlossen fühlen.
Auf Social Media sehen Kinder und Jugendliche ständig Bilder von scheinbar perfekten Menschen. Filter, Bildbearbeitungsprogramme und KI-generierte Inhalte lassen Menschen oft perfekter erscheinen als sie tatsächlich sind. Der ständige Vergleich mit scheinbar perfekten Vorbildern kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Hinzu kommen problematische Fitness– oder Ernährungstrends. Manche Empfehlungen werden zwar millionenfach geteilt, basieren aber auf Falschinformationen oder bergen sogar gesundheitliche Risiken.
Künstliche Intelligenz birgt darüber hinaus neue Risiken. Manche Videos zeigen Prominente oder andere Personen, die scheinbar etwas sagen oder tun. Tatsächlich wurden Bild oder Stimme mithilfe von KI verändert. Solche Fälschungen werden als Deepfakes bezeichnet. Sie können täuschend echt wirken, obwohl sie es nicht sind.
Wie bei Challenges können auch einzelne Trends gefährlich werden, wenn riskante Handlungen nachgeahmt oder Grenzen überschritten werden. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, bevor ein Trend mitgemacht wird.
Versuchen Sie zunächst, die Begeisterung Ihres Kindes für Trends ernst zu nehmen. Meist geht es ihm dabei darum, dazuzugehören und den eigenen Platz zu finden.
Lassen Sie sich aktuelle Trends erklären und zeigen. Nutzen Sie solche Gespräche, um gemeinsam darüber nachzudenken, warum bestimmte Inhalte so erfolgreich werden.
Sprechen Sie auch über Algorithmen. Ihr Kind sollte verstehen, dass ihm bestimmte Inhalte nicht zufällig angezeigt werden. Plattformen sind darauf ausgelegt, Nutzer*innen möglichst lange auf der App zu halten.
Ebenso wichtig ist ein kritischer Blick auf KI-generierte Inhalte. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Bilder, Videos oder Stimmen heute künstlich erzeugt werden können und nicht immer zeigen, was tatsächlich passiert ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, Quellen zu prüfen und Inhalte nicht ungefragt weiterzuleiten.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, Fragen wie diese zu stellen: Wer hat diesen Trend gestartet? Wird hier etwas verkauft? Hilft mir dieser Trend oder setzt er mich unter Druck? Würde ich das auch machen, wenn niemand zuschauen würde?
Trends müssen keineswegs immer problematisch sein. Oft ist es sinnvoll, Chancen und Risiken gemeinsam abzuwägen. Manche Trends führen zu neuen Büchern, kreativen Projekten oder Gesprächen über Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen.
Ob beim Aufräumen, Tanzen oder im Auto – Musik begleitet viele Familien ganz nebenbei im Alltag. Kinder entdecken Musik oft mit dem ganzen Körper: Sie hören genau hin, singen dazu, bewegen sich, klatschen und probieren Geräusche aus.
Digitale Angebote können dabei eine schöne Ergänzung sein: Sie helfen, neue Lieder und Instrumente kennenzulernen oder selbst kreativ zu werden. Auch wenn Sie selbst kein Instrument spielen oder sich nicht besonders musikalisch fühlen: Sie können Ihr Kind trotzdem beim musikalischen Entdecken begleiten. Sie müssen nicht „richtig“ singen oder perfekt musizieren. Es reicht aus, gemeinsam Freude an Klängen, Liedern und Bewegung zu haben.
Kinderlieder-Videos laden dazu ein, gemeinsam zu singen, zu tanzen und neue Lieblingslieder zu entdecken. Kinderlieder auf YouTube eignen sich bereits für jüngere Kinder. Wenn Sie dort Lieder suchen und abspielen möchten, nutzen Sie am besten YouTube Kids. Dort werden keine Werbung vor oder während der Videos gezeigt, und passende Inhalte für Kinder lassen sich leichter finden.
Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. Die bunt animierten Trickfilme begeistern besonders Kleinkinder. Die Lieder sind auch auf der Website kinderlieder-mit-bobby.de zu finden und dort nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.
Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen macht seinem Namen alle Ehre: Hier finden Familien eine große Auswahl an verschiedenen Playlists voller bekannter und neuer Kinderlieder, bei denen Kinder und Erwachsene gemeinsam singen, tanzen und mitmachen können.
Auch klassische Musik lässt sich für Kinder spielerisch entdecken, mit digitalen Angeboten, die zum Hören, Ausprobieren und Mitmachen einladen.
Auf der Seite von Junge Klassik können Kinder viel über Instrumente und klassische Musik erfahren. Die Seite ist bunt und spielerisch gestaltet. Ein Orchester dirigieren, Klangpärchen finden, Töne kennenlernen – auch Erwachsene entdecken dabei sicher noch Neues.
Die Klangkiste des WDR lädt spielerisch dazu ein, die Welt der Musik zu erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet und funktioniert deshalb auch gut auf dem Smartphone. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und viele weitere Angebote. Die Klangkiste eignet sich besonders für etwas größere Kinder, die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen und ausprobieren möchten.
Opern wirken auf den ersten Blick eher wie etwas für Erwachsene. Mit der App Opera Maker tauchen Kinder in die Welt der Oper ein, erfinden eigene Geschichten und vertonen sie. Wie das aussehen kann, zeigt die dazugehörige Website.
Die Kinderwebseite Afrika-Junior gibt Einblicke in musikalische Welten verschiedener Regionen Afrikas. Kinder können beliebte Kinderlieder anhören, Videoclips anschauen und ihr Wissen in einem Quiz zu afrikanischer Musik testen.
Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Hinter jedem Feld verbirgt sich schöne Musik, tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr. Das Angebot ist auch auf YouTube verfügbar.
Bei Auditorix dreht sich alles um Musik, Hören und Selbermachen. Kinder können Musik entdecken, eigene Ideen entwickeln und sogar erfahren, wie man Instrumente baut. In der Musikbox findet sich lizenzfreie Musik, zum Beispiel für eigene Hörspielprojekte.
Mit digitalen Musik-Tools können Kinder Klänge ausprobieren, eigene Rhythmen erfinden und erste kleine Songs gestalten.
Auf der interaktiven Website Chrome Music Lab können Kinder mit verschiedenen Rhythmen und Melodien experimentieren sowie eigene kleine Songs erstellen. Hierzu stehen ihnen 14 Musik-Tools zur Verfügung. Die Seite ist kostenfrei und kann ohne Anmeldung genutzt werden.
Die App GarageBand ist auf Apple-Geräten kostenfrei vorinstalliert. Sie bietet viele virtuelle Instrumente, mit denen Kinder eigene Songs komponieren können. Über das Mikrofon lassen sich außerdem die eigene Stimme oder echte Instrumente aufnehmen.
Eigene Songs aus Beats und Musiktracks zusammenstellen – das geht mit der App Groovepad. Kleine Lektionen machen den Einstieg leicht. Die Basisversion ist kostenfrei, bietet aber nur eingeschränkte Funktionen. Die Premiumversion kostet 14,99 Euro pro Monat oder 47,99 Euro pro Jahr.
Apps wie Mini Piano Lite oder Real Drum: Schlagzeug spielen ermöglichen es, Instrumente virtuell auszuprobieren. Sie ersetzen keine echten Instrumente, erlauben aber einen ersten spielerischen Zugang. Häufig lassen sich damit einfache Songs begleiten oder eigene Aufnahmen erstellen.
Nicht jedes Kind braucht sofort ein Smartphone mit Internet und Apps. Für jüngere Kinder kann ein Tastenhandy ein guter erster Schritt sein: Kinder können telefonieren und Nachrichten schreiben, ohne ständig online zu sein. Viele Familien erleben das als entspannten Einstieg, weil Kinder dabei lernen, Verantwortung für ein eigenes Gerät zu übernehmen, zum Beispiel Akku laden, erreichbar sein, auf das Gerät achten und Regeln einhalten.
Manche Familien nutzen als Testphase ein gemeinsames Familiengerät oder ein älteres Smartphone der Eltern, das nur zu bestimmten Zeiten genutzt wird. Viele Kinder kennen digitale Medien schon über Tablets oder Familiengeräte. Das erste eigene Smartphone ist deshalb meist nicht der erste Medienkontakt, sondern der nächste Schritt zu mehr Selbstständigkeit.
Mehr dazu, wie Sie die Reife Ihres Kindes einschätzen können, finden Sie in unserem Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.
Wenn es ein Smartphone sein soll, muss es nicht das neueste oder teuerste Modell sein. Für den Einstieg eignet sich ein solides, auch gebrauchtes oder generalüberholtes Smartphone, das noch regelmäßig aktualisiert wird. Für viele Kinder ist das Smartphone ein Statussymbol, Eltern müssen den Wunsch nach einem bestimmten Markenmodell aber nicht erfüllen.
Hilfreich sind außerdem:
Oft ist ein Gerät praktisch, das das gleiche Betriebssystem nutzt wie das Smartphone der Eltern. So fällt es leichter, Sicherheitseinstellungen, Bildschirmzeiten oder Familienfunktionen gemeinsam einzurichten und bei Problemen schnell zu helfen. Manche Familien vereinbaren außerdem, dass sich ältere Kinder an Anschaffung oder Reparaturen beteiligen. Dadurch gehen viele Kinder bewusster mit dem Gerät um.
Für das erste Smartphone kann eine Prepaid-Karte sinnvoll sein. So entstehen keine zusätzlichen Kosten und Kinder lernen, mit einem festen Guthaben umzugehen. Ist das Guthaben leer, kann Ihr Kind Sie allerdings unter Umständen nicht erreichen.
Bei einem Vertrag fallen meist monatlich feste Kosten an, oft mit Telefonie-Flatrate und viel mobilem Internet. Durch In-App-Käufe oder zusätzliches Datenvolumen können aber Zusatzkosten entstehen. Gerade jüngere Kinder verlieren dabei schnell den Überblick. Verträge eignen sich daher eher für Jugendliche mit etwas Smartphone-Erfahrung. Einstellungen wie Kostenlimits, Drittanbietersperren oder ein begrenztes Datenvolumen helfen, unerwartete Rechnungen zu vermeiden.
Wichtig ist nicht nur das Gerät, sondern auch die sichere Einrichtung. Sinnvolle Grundeinstellungen sind zum Beispiel:
Für das erste Smartphone können zusätzlich gesperrte Kontakte oder Kinderversionen von Apps sinnvoll sein. Regelmäßige Updates halten das Smartphone sicherer.
Technische Schutzfunktionen unterstützen, ersetzen aber keine Begleitung. Bleiben Sie mit Ihrem Kind daher über Apps, Chats und Inhalte im Gespräch. Sprechen Sie auch darüber, was Ihr Kind tun kann, wenn ihm online etwas komisch oder unangenehm vorkommt. Ein gemeinsam vereinbarter Mediennutzungsvertrag kann helfen, Regeln zu Nutzungszeiten, handyfreien Zeiten und Verhalten in Chats für alle Familienmitglieder transparent zu machen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema.
Auf TikTok, Instagram und Co. begegnen Kinder und Jugendliche vielen unterschiedlichen Personen, Lebensweisen und Meinungen. Soziale Medien können Vielfalt sichtbar machen und neue Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig gibt es dort auch Diskriminierung, Ausgrenzung und stereotype Schönheits- und Rollenbilder. Junge Menschen können durch einseitige Social-Media-Feeds und reichweitenstarke Influencer*innen beeinflusst werden – oft, ohne es direkt zu merken. In diesem Artikel zeigen wir, worauf Sie achten können und wie Sie ihr Kind dabei unterstützen, Social Media vielfältiger und bewusster zu nutzen.
Social Media bietet Menschen die Möglichkeit, sichtbar zu werden und sich für ihre Anliegen stark zu machen. Sogenannte Sinnfluencer*innen (ein Kofferwort aus “Sinn” und “Influencer*innen”) machen online zum Beispiel auf Barrieren im Alltag aufmerksam oder setzen sich gegen Rassismus, Umweltverschmutzung oder Queerfeindlichkeit ein.
Gleichzeitig sind Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben, auch oft online von Beleidigungen, Ausgrenzung oder Hass betroffen. Das kann bis zu Hate Speech oder Cybermobbing gehen. Auch Plattformen selbst können Menschen ausschließen – manchmal unbeabsichtigt. Das passiert zum Beispiel, wenn Angebote nicht barrierefrei sind. Für Menschen, die nicht gut sehen können oder Schwierigkeiten beim Lesen haben, sind zum Beispiel Vorlesefunktionen, Untertitel oder Bildbeschreibungen wichtig.
Problematisch kann es auch sein, wenn Inhalte zu Themen wie Behinderung, LGBTQIA+ oder Politik durch den Algorithmus automatisch herausgefiltert werden. Dann sind bestimmte Beiträge für manche Nutzer*innen nicht sichtbar. In der Vergangenheit gab es solche Fälle unter anderem bei TikTok; nach Kritik wurden sie wieder zurückgenommen.
Auf Social-Media-Plattformen begegnen uns häufig sich ähnelnde Bilder von Geschlechtern, Familien und Körpern. Dabei werden teilweise sehr gängige oder gar extreme Rollenbilder vermittelt. Das zeigt sich schon bei der Themenwahl: Accounts zu Mode, Beauty, Deko oder Ernährung werden oft von Mädchen und Frauen geführt. Bei Themen wie Technik, Kraftsport oder Finanzen sind dagegen vor allem männliche Personen zu sehen. Das kann Jugendliche beeinflussen: Wer viel Zeit auf Social Media verbringt, begegnet dort häufig stereotypen Rollenbildern, so geht es aus einer Studie der MaLisa-Stiftung hervor . Das kann beeinflussen, wie Jugendliche über Geschlechterrollen denken. Andere Perspektiven und vielfältigere Bilder findet oft erst, wer gezielt danach sucht – zum Beispiel über Hashtags wie #bodypositivity.
Besonders Influencer*innen können zu stereotypen Schönheits- und Rollenbildern beitragen. Viele erfolgreiche Influencerinnen zeigen sich schlank und langhaarig. Influencer präsentieren sich häufig sportlich und muskulös. Für viele Jugendliche sind Influencer*innen wichtige Vorbilder. Sie orientieren sich an ihrem Aussehen, ihren Posen, ihrer Mimik oder Gestik. Typisch sind zum Beispiel bestimmte Selfie-Posen, etwa wenn die Hand scheinbar beiläufig im Haar liegt.
Junge Menschen, die Influencer*innen folgen, vergleichen sich häufig stärker mit deren Aussehen. Um die eigenen Bilder an die Posts ihrer Vorbilder anzugleichen, greifen sie öfter auf Filter und Tricks zurück und orientieren sich dabei an klassischen Schönheitsstandards wie großen Brüsten bei den Mädchen und breiten Schultern bei den Jungen.
Fragen Sie Ihr Kind, wem es auf Social Media folgt und was es an den Inhalten fasziniert. Informieren Sie sich über aktuelle Influencer*innen, zum Beispiel bei FLIMMO. Suchen Sie gemeinsam nach Alternativen abseits von gängigen Rollenbildern. Wichtig ist: Werten Sie die Lieblingsinfluencer*innen Ihres Kindes nicht ab. Für Ihr Kind können diese Idole eine große Bedeutung haben. Schauen Sie sich stattdessen gemeinsam verschiedene Accounts an und sprechen Sie darüber: Wer wird dort gezeigt? Welche Körperbilder, Lifestyles und Meinungen kommen vor? Auf Social Media gibt es viele Inhalte, die Vielfalt sichtbar machen. Man findet sie aber oft erst, wenn man gezielt danach sucht. Beispiele für Instagram sind:
Auch Hashtags wie #inklusion, #diversity, #blackvoicesmatter oder #mentalhealth können helfen, vielfältigere Inhalte zu entdecken. Wenn Sie und Ihr Kind solchen Accounts folgen, verändert sich nach und nach auch der eigene Feed.
Der Klassenchat läuft über WhatsApp, Reels werden auf Instagram geteilt und im Sportverein organisiert man sich über Facebook-Gruppen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich mehrere Dienste von Meta, oft ohne zu wissen, dass sie alle zum selben Unternehmen gehören. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie diese Angebote zusammenhängen.
Meta Platforms hieß ursprünglich Facebook Inc. und wurde 2004 gegründet. 2021 benannte sich das Unternehmen in Meta um. Damit wollte der Konzern zeigen, dass er längst mehr als nur Facebook anbietet und verstärkt auf virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz setzt.
Zum Unternehmen gehören unter anderem:
Die Apps können kostenlos genutzt werden, finanziert werden sie vor allem über Werbung. Dafür sammelt Meta zahlreiche Informationen darüber, welche Inhalte Nutzer*innen ansehen, liken, kommentieren oder teilen und wie lange sie aktiv sind. Auch Standortdaten, Geräteinformationen oder Interessen fließen dabei ein.
Die verschiedenen Dienste von Meta sind eng miteinander verbunden. Wer WhatsApp, Instagram und Facebook gleichzeitig nutzt, hinterlässt besonders viele Informationen über das eigene Nutzungsverhalten. Daraus erstellt Meta Interessenprofile für personalisierte Werbung und Empfehlungen.
Neben Social Media investiert Meta stark in digitale und virtuelle Welten. Über die VR-Brillen Meta Quest können Nutzer*innen in digitale Spiele- oder Freizeitwelten eintauchen. Meta integriert außerdem KI-Funktionen (Meta AI) direkt in WhatsApp, Instagram und Facebook. Sie können Fragen beantworten, Texte formulieren, Bilder erzeugen oder Inhalte zusammenfassen. Dabei sind auch falsche oder irreführende Antworten möglich.
Die Meta-Dienste erfüllen viele Bedürfnisse gleichzeitig. WhatsApp ist für Jugendliche oft der wichtigste Kommunikationskanal. Klassenchats, Verabredungen oder Freizeitgruppen laufen meist direkt über den Messenger. Wer dort nicht erreichbar ist, verpasst schnell wichtige Informationen oder fühlt sich ausgeschlossen. Instagram bietet Unterhaltung und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Likes, Kommentare und Follower*innen-Zahlen vermitteln vielen Jugendlichen Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit. Viele Inhalte werden automatisch vorgeschlagen. Reels, Memes, Influencer*innen-Inhalte oder KI-Chatbots sorgen für ständigen Nachschub. Dadurch verbringen Kinder und Jugendliche oft deutlich mehr Zeit in den Apps als geplant.
Meta-Dienste sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es dadurch oft schwer abschalten. Mögliche Risiken sind unter anderem:
Gerade jüngere Kinder verstehen oft noch nicht, wie Plattformen Inhalte auswählen oder warum bestimmte Beiträge immer wieder angezeigt werden. Auch Werbung oder KI-generierte Inhalte sind für sie häufig schwer zu erkennen.
Meta verweist auf verschiedene Sicherheits- und Jugendschutzfunktionen innerhalb der Apps. Dazu gehören Privatsphäre-Einstellungen, Melde- und Blockierfunktionen sowie Elternaufsicht für einzelne Angebote wie Instagram. Der Konzern betont außerdem, dass KI-Funktionen verantwortungsvoll entwickelt werden sollen. Kritiker*innen bemängeln jedoch weiterhin die umfangreiche Datensammlung und die schwer verständlichen Datenschutz-Einstellungen.
Zusammenhänge sichtbar machen: Erklären Sie Ihrem Kind, dass WhatsApp, Instagram, Facebook und Threads zu demselben Konzern gehören. Viele Funktionen, Werbeanzeigen und Datensammlungen greifen ineinander.
Datenschutz gemeinsam einstellen: Gehen Sie regelmäßig gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch. Prüfen Sie unter anderem, wer Inhalte sehen oder Nachrichten senden kann, ob der Standort sichtbar ist und welche Daten für Werbung genutzt werden. Auch öffentliche Profile, Gruppen oder KI-Funktionen sollten regelmäßig überprüft werden.
Über Algorithmen sprechen: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass Plattformen nicht die wichtigsten Inhalte anzeigen, sondern oft das, was besonders lange Aufmerksamkeit erzeugt. Das können lustige, aber auch provokante oder emotional belastende Inhalte sein.
Werbung und Influencer*innen hinterfragen: Besprechen Sie gemeinsam, wie Influencer*innen Geld verdienen und warum bestimmte Produkte ständig auftauchen. Viele Werbeinhalte wirken persönlich oder spontan, sind aber Teil gezielter Marketingstrategien.
KI-Funktionen kritisch begleiten: Erklären Sie Ihrem Kind, dass KI-Systeme keine echten Freund*innen und keine neutralen Wissensquellen sind. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten. Persönliche Informationen sollten nicht in KI-Chats eingegeben werden.
Bildschirmzeiten bewusst gestalten: Endlos-Feeds und Push-Benachrichtigungen erschweren bewusste Medienpausen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Offline-Zeiten einzuplanen und Benachrichtigungen zu reduzieren.
Gesprächsbereit bleiben: Verbote allein helfen meist wenig. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei unangenehmen Erfahrungen Unterstützung bekommt und offen über problematische Inhalte, Konflikte oder Kontakte sprechen kann.
Sie schminken, stylen, trainieren und optimieren sich. Sie tauchen in Kinderserien auf, posieren auf TikTok und Instagram, laufen über rote Teppiche oder präsentieren sich in Dating- und Reality-Shows – und sehen dabei scheinbar immer perfekt aus. Medienfiguren, Influencer*innen, Stars und TV-Gesichter zeigen täglich, wie der „ideale“ Körper angeblich aussehen soll. Das kann bei Kindern und Jugendlichen großen Druck auslösen.
Große Augen, seidige Haare, definierte Muskeln und scheinbar makellose Proportionen: Schon früh begegnen Kindern und Jugendlichen auf Bildschirmen Körperbilder, die mit der Realität wenig zu tun haben. Das beginnt schon im Kinderfernsehen: Disney-Figuren wie Elsa und Tarzan, die Feen aus dem Winx-Club oder Superhelden wie Spiderman sind oft extrem schlank oder sehr sportlich und muskulös gezeichnet.
Kinder lieben solche Filme und Serien meist nicht wegen der Stereotype, sondern weil sie spannend, lustig, emotional oder besonders schön inszeniert sind. Die stark idealisierten Körperbilder nehmen sie dabei eher nebenbei auf. Diese Bilder können sich aber trotzdem einprägen und beeinflussen, was Kinder als „normal“ oder „schön“ empfinden.
Für ältere Kinder und Jugendliche zeigen Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ oder Dating-Shows wie „Love Island“ sehr deutlich, worauf es dort ankommt: auf das perfekte Aussehen. Wer den Erwartungen an Körper, Maße und Styling nicht entspricht, hat es schwerer. Erfolg auf dem Laufsteg oder bei der Suche nach Nähe und Beziehung wirkt in solchen Formaten häufig davon abhängig, ob der eigene Körper den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Wer nicht dazu passt, wird mitunter öffentlich abgewertet oder scheidet aus. Auf Social Media wird diese Geschichte weitergeführt: Beauty-, Fashion- und Fitness-Influencer*innen zeigen, wie man sich pflegt, schminkt, kleidet, trainiert und ernährt. Manche sprechen auch über Schönheitsoperationen, Abnehmspritzen oder andere Eingriffe. Oft entsteht dabei der Eindruck: Der eigene Körper ist ein Projekt, an dem ständig gearbeitet werden muss, um einem vermeintlichen Ideal möglichst nahe zu kommen.
Jugendliche mögen solche Formate oft, weil sie unterhalten, emotional erzählen und Einblicke in Themen geben, die in ihrem Alltag wichtig sind: Aussehen, Anerkennung, Flirten, Zugehörigkeit und Selbstinszenierung. Außerdem laden sie zum Mitreden ein – in der Schule, im Freundeskreis oder auf Social Media – und werden so schnell Teil gemeinsamer Gespräche und Trends.
Gerade für Kinder und Jugendliche können diese Körperdarstellungen sehr prägend sein. Junge Menschen suchen in ihren Medien nach Vorbildern und Ideen, wie sie selbst sein möchten und wie ihr Leben aussehen kann. Wenn sie dabei ständig von einem bestimmten Körperideal umgeben sind, kann bei ihnen ebenfalls der Wunsch entstehen, so auszusehen. Eventuell gehen sie sogar davon aus, dass persönlicher Wert von perfektem Aussehen abhängt – schließlich ist das die Botschaft, die in vielen TV-Formaten und auf Social-Media-Profilen mitschwingt.
Kinder und Jugendliche können dabei nicht unbedingt erkennen, dass Körperdarstellungen in den Medien auf Perfektion getrimmt sind – durch inszenierte Darstellung und Ausleuchtung, durch Nachbearbeitung und Effekte entsteht eine Illusion, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Hinzu kommt: Viele Inhalte auf Social Media werden inzwischen auch mit KI verändert, ergänzt oder sogar vollständig künstlich erzeugt – und sind dadurch noch schwerer als bearbeitet oder gefälscht zu erkennen.
Einem solchen Ideal nachzueifern kann zu viel Frust und Enttäuschung, zu hohen Ausgaben für scheinbar hilfreiche Beauty-, Trainings- oder Ernährungsprodukte bis hin zu handfesten Problemen wie einer gestörten Körperwahrnehmung, psychischen Problemen oder Essstörungen führen.
Häufig sind die Angebote auch stark geschlechtsspezifisch ausgerichtet – so werden jungen Mädchen vor allem Schmink- und Stylingtipps angezeigt, Jungs dagegen bekommen Muskeln und starke Helden präsentiert. Das verstärkt neben dem generellen Druck auch klischeehafte Vorstellungen von Geschlechterrollen.
Machen Sie sich bewusst, mit welchen Körperdarstellungen Ihr Kind über seine Mediennutzung konfrontiert ist, zum Beispiel über den Elternratgeber für TV-, Streaming- und Social-Media-Angebote FLIMMO. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die liebsten Sendungen oder Social-Media-Profile zeigen und schauen Sie gemeinsam, was da vermittelt und gezeigt wird. Sprechen Sie darüber, wie mediale Körperbilder entstehen und warum sie häufig nicht realistisch sind.
Sie können auch gemeinsam Videos ansehen, in denen gezeigt wird, wie „perfekte“ Bilder entstehen. Wenn Ihr Kind versteht, wie Medien funktionieren und warum die Bilder auf den Geräten nicht realistisch sind, ist das ein erster Schritt, um den Druck rauszunehmen. Hilfreich können dabei Aufklärungsangebote wie dieses Video von Funk sein. Mehr dazu, wie Sie mit Schönheitsidealen im Netz umgehen können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Schaffen Sie ein Gegengewicht: Nutzen Sie gemeinsame Medienzeit und schauen Sie mit Ihrem Kind bewusst Filme und Serien, die vielfältige Körperbilder zeigen und nicht nur gängige Stereotype bedienen. Auch auf Social Media können Sie gemeinsam Profile entdecken, die andere Perspektiven sichtbar machen – und Ihrem Kind zeigen, dass Körper sehr unterschiedlich aussehen dürfen.
Ganz wichtig ist: Seien Sie sich Ihrer Vorbildrolle bewusst! Gesundes Essverhalten, ein freundlicher Umgang mit dem eigenen Körper und eine Einschätzung des eigenen Wertes, die mehr als Äußerlichkeiten einbezieht, werden auch zuhause geprägt.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind durch bestimmte Körperideale bereits psychisch belastet ist, dass sich sein Essverhalten verändert oder Sie sich unsicher sind – suchen Sie Hilfe. Sprechen Sie mit (Schul-)Psycholog*innen, Kinderärzt*innen oder melden Sie sich bei einer anonymen Beratungsstelle wie der Nummer gegen Kummer.
Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.
Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.
Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.
Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.
Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.
So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.
Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.
Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:
So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Kinder und Jugendliche nutzen ChatGPT inzwischen in vielen Alltagssituationen, etwa für Hausaufgaben, kreative Projekte oder zum Recherchieren. Der KI-Chatbot beantwortet Fragen in wenigen Sekunden und wirkt dabei oft wie ein echter Gesprächspartner. Wir erklären, was hinter dem Tool steckt und worauf Eltern achten sollten.
ChatGPT ist ein KI-Chatbot, der mit großen Mengen an Texten trainiert wurde. Er kann Sprache verstehen und selbst Antworten formulieren. Nutzer*innen geben eine Frage oder Aufgabe ein und erhalten meist innerhalb weniger Sekunden eine Antwort.
Das Tool kann Texte zusammenfassen, erklären oder neu erstellen. Auch Spracheingaben sind möglich. Für Kinder wirkt die Nutzung oft wie ein Gespräch mit einer echten Person, da die Antworten sehr natürlich formuliert sind.
Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen prüfen und die Nutzung begleiten.
Hinweis: Seit Januar 2026 ist ChatGPT nicht mehr über WhatsApp verfügbar.
ChatGPT ist leicht zu bedienen und antwortet meist in wenigen Sekunden. Es hilft bei Hausaufgaben, erklärt schwierige Themen oder liefert kreative Ideen für Geschichten und Projekte. Auch Gespräche per Sprache sind möglich. Fragen können mündlich gestellt werden, die Antworten erfolgen über eine natürlich klingende Stimme. Das macht die Nutzung für viele Kinder besonders alltagsnah und unkompliziert.
OpenAI bietet Schutz- und Kontrollfunktionen für Familien an. Eltern und Jugendliche können ihre Konten verknüpfen und verschiedene Einstellungen steuern: Ruhezeiten, sensible Inhalte reduzieren, Gruppenchats einschränken, Bildgenerierung und Audiomodus deaktivieren, Memory (Speicherfunktion) ausschalten und die Datennutzung für Training und Verlauf begrenzen. Für verknüpfte Konten von Jugendlichen gelten strengere Einstellungen. Eltern sehen die Chats nicht, können aber bei möglichen Gefährdungen benachrichtigt werden.
OpenAI setzt außerdem eine Alterserkennung ein, um für Minderjährige automatisch strengere Schutzfunktionen zu aktivieren. Diese Maßnahmen senken Risiken, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
Probieren Sie ChatGPT gemeinsam aus: Nutzen Sie das Tool zusammen und sprechen Sie über die Antworten.
Nutzen Sie die Kindersicherung: Aktivieren und kontrollieren Sie die Einstellungen regelmäßig.
Verlassen Sie sich nicht allein auf Technik: Ergänzen Sie Schutzfunktionen durch Gespräche und Begleitung.
Fördern Sie kritisches Denken: Erklären Sie, dass die KI keine sicheren Fakten liefert. Lassen Sie sich von ChatGPT Quellen nennen und prüfen Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind. Auch ein Vergleich mit anderen KI-Angeboten kann sinnvoll sein.
Achten Sie auf Datenschutz: Geben Sie keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Fotos ein.
Sprechen Sie über Lernen mit KI: Machen Sie deutlich, dass die KI unterstützen kann, aber nicht die eigene Leistung ersetzt.
Vereinbaren Sie klare Regeln: Legen Sie gemeinsam fest, wann und wie ChatGPT genutzt wird.
Bleiben Sie im Gespräch: Ermutigen Sie Ihr Kind, über Erfahrungen oder Probleme zu sprechen.
Informieren Sie sich regelmäßig: Verfolgen Sie neue Funktionen und Entwicklungen rund um KI-Angebote.
Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich, wann ihr Kind alt genug ist für ein eigenes Smartphone. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, denn entscheidend ist vor allem der Entwicklungsstand des Kindes.
Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte jedoch nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.
Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:
Ergänzend dazu bietet unsere Checkliste „Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?“ eine ausführlichere Orientierung. Sie geht Schritt für Schritt durch wichtige Kompetenzen.
Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später wird ein eigenes Smartphone für viele Kinder Teil des Alltags.
Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:
Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.
Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt Ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.
Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.
Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.
Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.
Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte oder (Online-)Beratungsstellen.
Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.
Weitere kompakte Hinweise finden Sie im Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.
Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.
… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt
… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen
… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung
… wählt Apps und Inhalte bewusst aus
… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um
… verhält sich respektvoll im Netz
… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen
… hält Regeln ein
… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen
Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.
Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:
Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.
Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.
Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.
Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:
Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.
Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.
Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:
Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.
Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.
Instagram, kurz Insta, ist neben Facebook und TikTok eines der größten Sozialen Netzwerke. Es bietet Nutzer*innen die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und sich miteinander zu verknüpfen.
Über das Profil lassen sich Bilder und Videos teilen. Nutzer*innen können Inhalte entweder als dauerhafte Beiträge veröffentlichen oder als Story oder Live-Video posten. Stories und Live-Streams verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch als Highlight gespeichert werden. Im Feed werden die Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen angezeigt.
User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren, Inhalte abspeichern und über Direct Messages („DMs“) miteinander chatten. In Profilen und Beiträgen lassen sich Links einfügen, die zu anderen Webseiten führen.
Eigene Postings können Nutzer*innen mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App erstellen und bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.
Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.
Seit etwa 2025 setzt Instagram vermehrt auf KI-Angebote, bietet etwa Bildbearbeitung, aber auch Texterstellung für Postings und Hashtags via KI an. Auch die Verknüpfung untereinander wird noch stärker möglich über „Friends-Tabs“ und Standort-Funktionen.
Jugendliche bis 18 Jahre haben automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern. Die Konten sind etwa standardmäßig auf privat gestellt und haben ein integriertes Zeitlimit – nach 60 Minuten Nutzung werden die Jugendlichen aufgefordert, die App zu beenden. Ab 16 Jahren können Jugendliche die Einschränkungen selbst lockern. Die Funktion „Elternaufsicht“ ermöglicht Eltern, die Nutzung Ihres Kindes zu beobachten und einzuschränken. Der Aktivierung muss von Elternteil und Jugendlichem zugestimmt werden.
Datenschutz: Instagram ist beim Thema Datenschutz aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu genießen.
Kosten: Instagram ist grundsätzlich kostenlos. Auf vielen Profilen werden aber Produkte beworben, die mit wenigen Klicks auch gekauft werden können. Auch Werbeanzeigen mit entsprechenden Links tauchen häufig in den Feeds auf und sind schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Zudem können Creator*innen wie Influencer*innen exklusive Inhalte anbieten, die über ein kostenpflichtiges Abo abgerufen werden können. Seit 2024 bietet Meta zudem ein Abomodell für Facebook und Instagram an: Für mindestens 5,99 € im Monat verspricht der Anbieter, keine personalisierte Werbung zu schalten. Allgemeine Werbung gibt es natürlich trotzdem – und auch Daten sammelt Meta trotzdem weiter.
Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen. Gerade Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden, können dabei sehr problematische Inhalte enthalten und sind für Jugendliche schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt etwa für Deepnudes oder Deepfakes, aber auch für politische Kampagnen.
Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.
Künstliche Intelligenz: Immer stärker ist auch die KI ein Thema in Sozialen Netzwerken. Diese spielt an mehreren Stellen eine Rolle:
Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Minderjährige und ihre Eltern. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und bei klicksafe einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.
In der Elternaufsicht können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von medien-kindersicher.de. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.
Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden. Neben den eigenen Grenzen ist es auch wichtig, dass Ihr Kind Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte anderer kennt und beachtet.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.
Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.
Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.
Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?
Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.
Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.
Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.
Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.
Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.
KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.
Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.
Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.
Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.
Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.
Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.
Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.
Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.
Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.
Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.
Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.
Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.
Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.
Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.
Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.
Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.
Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.
Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.
Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.
Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.
Ein süßes Foto vom Familienfest im WhatsApp-Status oder auf Plattformen wie Instagram ist für viele selbstverständlich. Für Eltern kann es unangenehm sein, wenn Bilder des eigenen Kindes ohne Rücksprache geteilt werden. Dabei geht es nicht darum, anderen etwas zu verbieten, sondern die Privatsphäre des eigenen Kindes zu schützen.
Fotos von Kindern sind persönliche Daten. Einmal online geteilt, lassen sie sich kaum kontrollieren oder vollständig löschen. Bilder können gespeichert, per Screenshot verbreitet oder einfach weitergeleitet werden. Oft merkt man das nicht. Je mehr Menschen ein Foto sehen können, etwa über Status-Funktionen oder öffentliche Profile, desto größer ist das Risiko der Weiterverbreitung. Kinderbilder können missbraucht oder weiterverbreitet werden.
Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, mitzuentscheiden, was von ihnen gezeigt wird. Sie haben auch ein Recht am eigenen Bild, deshalb sollten Fotos nicht ohne Zustimmung geteilt werden. Gleichzeitig können sie die Folgen oft noch nicht einschätzen. Mit jedem geteilten Foto entsteht ein digitales Bild Ihres Kindes, das es später nicht mehr selbst steuern kann. Besonders sensibel wird es, wenn Fotos zusammen mit Namen, Wohnort oder anderen persönlichen Informationen veröffentlicht werden. Sind andere Kinder auf dem Foto zu sehen, sollte auch das Einverständnis der Eltern eingeholt werden. Viele Verwandte oder Bekannte meinen es gut. Sie möchten schöne Momente teilen oder ihre Freude ausdrücken. Genau deshalb ist ein respektvoller Umgang wichtig.
Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn Erwartungen früh geklärt sind:
Wichtig ist, dass Ihre Haltung verständlich wird, ohne Vorwürfe.
Manche reagieren überrascht oder fühlen sich kritisiert. Hier hilft es, ruhig zu erklären, warum Ihnen das Thema wichtig ist:
Ein Perspektivwechsel kann helfen. Würden Sie selbst wollen, dass solche Fotos von Ihnen im Internet zu sehen sind?
Trotz Absprachen kann es passieren, dass Fotos geteilt werden. Dann ist es sinnvoll, zeitnah zu reagieren:
In vielen Fällen lässt sich das Problem im persönlichen Gespräch klären.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger ist ihre eigene Meinung. Fragen Sie Ihr Kind, ob es mit einem Foto einverstanden ist. Ab dem Grundschulalter können viele Kinder schon gut mitentscheiden, ob ein Bild von ihnen geteilt werden darf. So lernt Ihr Kind, über die eigene Privatsphäre nachzudenken und Grenzen zu setzen.
Achten Sie auch auf Ihr eigenes Verhalten. Fragen Sie Ihr Kind und andere Eltern, bevor Sie Fotos teilen. So zeigen Sie, wie ein respektvoller Umgang aussehen kann.
Wenn Absprachen immer wieder ignoriert werden oder es zu Konflikten kommt, bleiben Sie ruhig und klar in Ihrer Haltung. Sprechen Sie das Thema erneut an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, Unterstützung von außen einzubeziehen, um die Situation zu klären.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.