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klicksafe – für sichere Infos im Netz

klicksafe ist Teil der EU-Initiative “Sicherheit im Netz”. Auf der Website klicksafe.de gibt es unabhängige Informationen und Materialien zu den verschiedensten Online-Themen. 

Kurz gefasst:

  • vielseitige und verständliche Inhalte 
  • mehrsprachige Informationen (Sprachauswahl zwischen Arabisch, Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch)
  • kostenlose Nutzung der Plattform (ohne Registrierung) keine Kosten
  • Bereiche für verschiedene Zielgruppen: Kinder und Jugendliche,  Eltern, Lehrpersonal, u. a.)
  • auch auf Social Media vertreten

Was kann das?

klicksafe hat es sich zum Ziel gemacht, die Online-Kompetenz aller Menschen in Deutschland zu fördern, sie mit vielfältigen Angeboten beim kompetenten und kritischen Umgang mit dem Internet zu unterstützen und ihnen die positiven Seiten des Internets aufzuzeigen.

klicksafe bearbeitet in Kooperation mit anderen Einrichtungen Themen wie beispielsweise “Einkaufen im Netz”, digitale Spiele und problematische Online-Inhalte. Zu jedem Thema gibt es allgemeine Informationen, Videos, Artikel, Quizze, Spiele und Lernmaterialien. Die Inhalte sind für unterschiedliche Altersgruppen verständlich und ansprechend aufbereitet.

Außerdem wird auf der Seite über Internetbeschwerdestellen (Hotlines) und Beratungsstellen (Helplines) informiert. klicksafe führt Veranstaltungen durch und koordiniert u. a. jährlich den Safer Internet Day.

klicksafe bringt monatlich einen Newsletter zu aktuellen Themen, mit neuen Informationen und Veranstaltungshinweisen heraus. Gemeinsam mit Jugendlichen des klicksafe Youth Panels wurde die Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App entwickelt. In der App (kostenlos für Android und iOS) geben Coaches konkrete Verhaltenstipps, sprechen Mut zu und begleiten dabei, gegen Cybermobbing vorzugehen.  

Hintergrundwissen für Eltern 

In einem eigenständigem Informationsbereich bekommen Sie Antworten auf typische Fragen zum Medienumgang in der Familie. Es gibt Informationen zur Mediennutzung von Kindern über oder unter 10 Jahren.
klicksafe ist ein gut aufbereitetes Informationsportal für alle Internetnutzerinnen und Internetnutzer. Außerdem ist klicksafe Partner unseres Angebots Elternguide.online.

Mediennutzung im Lockdown

Digitaler Unterricht am Vormittag, zwischendurch ein Videoanruf mit der Freundin und Computerspielen als Abendprogramm – so oder so ähnlich dürfte der Alltag in vielen Familien aussehen. Wenn Schule und Sportverein geschlossen sind und Kontakte eingeschränkt werden müssen, verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien. Wie Sie Ihr Kind auch im Lockdown sinnvoll bei der Mediennutzung begleiten können, erklären wir in diesem Beitrag.

Gesteigerte Mediennutzung während der Pandemie

Im Lockdown fallen viele medienfreie Aktivitäten aus oder werden ins Internet verlegt: Der Unterricht findet nicht im Klassenzimmer sondern per Videokonferenz statt. Anstelle von Nachhilfe helfen Erklärvideos bei den Schulaufgaben. Das Fußballtraining fällt aus und wird durch ein Sport-Video auf YouTube ersetzt. Statt Freunde zu treffen, spielen Kinder und Jugendliche Computerspiele oder verbringen ihre Zeit mit TikTok, Instagram und Co. So kommen schnell viele Stunden täglich zusammen, die Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt. Festgelegte Regeln zur Medienzeit werden nicht mehr eingehalten. Als Eltern haben sie vielleicht Sorge, dass Ihr Kind zu viel am Handy hängt und seine Mediennutzung exzessiv und problematisch werden.

Mediennutzung als Krisenbewältigung

Medien während des Lockdowns mehr zu nutzen, ist ganz normal und trifft auf Sie wahrscheinlich genauso zu wie auf Ihr Kind. Wenn Sie darüber hinaus das Gefühl haben, Ihr Kind hängt zu viel am Smartphone oder der Spielekonsole, sollten Sie es offen darauf ansprechen. Es ist gut möglich, dass Sie überrascht werden, wie kompetent und bewusst Ihr Kind Medien nutzt, um die aktuelle Situation zu meistern. Wenn es beispielsweise viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt, ist das wahrscheinlich sein Weg, trotzdem mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch TikTok-Videos von Influencern aus anderen Ländern können helfen, sich in Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu fühlen.

Medienzeiten anpassen…

Vielleicht haben Sie in der Familie feste Medienzeiten vereinbart und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten. In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Vereinbarungen anzupassen oder überhaupt welche festzuhalten. Unterscheiden Sie dabei zwischen Lern- und Freizeit. Denn die Zeit, die Ihr Kind mit Erklärvideos für die Schule verbringt, sollte nicht von der Zeit abgezogen werden, in der es Videos zur Unterhaltung schauen darf. Das ist umso wichtiger, da auf vielen Plattformen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, inzwischen auch Lerninhalte zu finden sind, z. B. auf TikTok oder YouTube. Verbindliche Absprachen können Ihrem Kind dabei helfen sich beim Lernen nicht von lustigen Inhalten ablenken zu lassen, sondern diese nach den Schulaufgaben entspannt zu genießen. Seien Sie sich dabei auch Ihrer Vorbildfunktion bewusst: Erklären Sie Ihrem Kind, wann Sie Smartphone und Computer für die Arbeit nutzen und wann zur Unterhaltung. Verbindliche Regeln, die Sie gemeinsam festlegen und an die sich alle Familienmitglieder halten, schaffen Klarheit und Vertrauen.

 … und für Ausgleich sorgenGleichzeitig ist es wichtig, auch konkret bildschirmfreie Zeiten einzuplanen, um digitalen Stress zu vermeiden. Ein Spieleabend in der Familie oder gemeinsames Kochen sind ein schöner Ausgleich zum abendlichen Computerspielen oder Netflix gucken. Bewegung an der frischen Luft bei einem Ausflug am Wochenende tut allen in der Familie gut und schafft schöne Erinnerungen. Aber auch mit Medien lässt sich die Zeit abwechslungsreich gestalten: Wenn Ihr Kind gerne bastelt, können Sie YouTube für die Suche nach kreativen DIY-Projekten nutzen, oder beim Hörspiel- oder Podcasthören gemeinsam puzzlen. Eine Sammlung von kreativen Medienprojekten haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

Virtueller Elternabend am 15. Juni 2021 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Wie helfen Online-Angebote beim Lernen? – Tipps zu kindgerechten Webseiten im Grundschulalter

Die Kinderseitenlandschaft im deutschsprachigen Raum ist groß. Besonders in Zeiten des Distanzlernens bietet sie Kindern vielfältige Angebote, die im Lernkontext verschiedenster Schulfächer hilfreich sein können. Elternguide.online stellt Ihnen im virtuellen Elternabend Kinderwebseiten zu den verschiedensten Themen vor und gibt Ihnen Tipps, wo Ihre Kinder online frei zugänglich und kostenlos Anregungen und Unterstützung zur Wissensaneignung erhalten. Die vorgestellten Inhalte richten sich ausschließlich an Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren. Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expertinnen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!

Informationen und Anmeldung

Datum: 15.06.2021 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Medienpädagogischer Input (ca. 30 Minuten) und anschließender offener Austausch
Referentinnen: fragFINN e.V. – Melanie Endler, Internet-ABC e.V.– Arnette Urubio
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum Elternguide.online-Webinar am 15.06.2021 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Yubo – digitaler Schulhof oder “Tinder für Kinder”?

    Yubo ist eine sogenannte Social-Livestreaming-App, die junge Menschen miteinander verbinden möchte und in einigen Funktionen stark an bekannte Dating-Apps erinnert. Yubo gibt es seit Anfang 2021 auf Deutsch und wird hierzulande immer beliebter. Wegen mangelnder Jugendschutzmaßnahmen gibt es einige Risiken für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der neuen Trend-App. 

    Kurz gefasst:

    • App (aus Frankreich) für Android und iOS
    • richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Mindestalter: 13 Jahre)
    • kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtiger Premium-Account und teure In-App-Käufe
    • mangelnder Datenschutz, verschiedene Kommunikations- und Kontaktrisiken, unangemessene Inhalte

    Was bietet Yubo?

    Nutzerinnen und Nutzer können bei Yubo chatten, persönliche Fotos hochladen, ihren Standort teilen, Informationen zu sich veröffentlichen und via Live-Video-Funktion mit bis zu 10 Personen kommunizieren. Das Kennenlernen neuer Menschen findet mit Hilfe der Swipe-Funktion statt: Profile von anderen Userinnen und Usern werden vorgeschlagen. Wie z. B. bei  Tinder oder Lovoo wird entweder nach links oder nach rechts gewischt, um sein Gefallen für die Person auszudrücken. Wischen beide Personen nach rechts, kommt es zu einem sogenannten Match und sie können über Einzel- oder Gruppenchats in den Kontakt miteinander treten. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bietet Yubo seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, Spiele miteinander zu spielen. Auch über Communities können Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich zu bestimmten Themen, wie z. B. Sport, Musik oder Yoga, austauschen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben einen eigenen Raum und können so nicht mit volljährigen Mitgliedern in den Kontakt treten. 

    Bei der Anmeldung auf Yubo wird ein eigenes Profil erstellt. Dafür verlangt die App mindestens ein Foto der Person, den Standort, das Geschlecht und das Alter. Die App unterscheidet zwischen minderjährigen Mitgliedern und Erwachsenen – überprüft wird das tatsächliche Alter der Nutzenden jedoch nicht. 

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Jugendliche nutzen die App vor allem, um Spaß zu haben, neue Bekanntschaften zu schließen und im Austausch mit Gleichaltrigen zu sein. Durch ihren Dating-Charakter wird die App auch als solche genutzt, wie Videos von beliebten YouTuberinnen wie Livvy Day zeigen. Immer neue Features, wie z. B. Snapchat Lenses, machen die App spannend und interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber auch kreativ ausdrücken können.

    Das Grundkonzept hinter Yubo, dass User zwischen 13 und 17 Jahren eine eigene, von Erwachsenen unabhängige, Community nutzen können, spricht sicherlich viele Jugendliche an, birgt aber einige Risiken.

    Was kann an Yubo problematisch sein?

    Yubo wurde nicht speziell für Jugendliche entwickelt, richtet sich aber mit seinen Features und über Werbung ganz klar an die Zielgruppe. Die App birgt jede Menge Kontakt- und Kommunikationsrisiken: Die fehlende Altersverifikation fördert das Risiko von Cybergrooming und sexueller Belästigung z. B. durch das ungefragte Verschicken von Nacktbildern. Anders als bei vielen Dating-Apps kann auch bei einseitigem Interesse Kontakt aufgenommen werden. Yubo bietet seinen Mitgliedern zwar die Möglichkeit, Personen zu melden und zu blockieren, doch ist der Schaden dann oft schon angerichtet.

    Die Swipe-Funktion unterstützt zudem die oberflächliche Beurteilung anderer allein aufgrund ihres Aussehens. Das steigert das Risiko von Beleidigungen, Hate Speech oder Cybermobbing

    Auch der Umgang mit den Daten der Nutzenden bei Yubo ist kritisch zu sehen. Um Freunde im eigenen Ort zu finden, rät die App dazu, den Standort freizugeben. Das ermöglicht dem Anbieter, umfassend sensible Daten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben. Yubo behält sich vor, Daten zu veröffentlichen und für eigene Zwecke zu verwenden. 

    Auch die In-App-Käufe können ein Problem darstellen, weil sich viele Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten lassen, kostenpflichtige Features zu erwerben, um z. B. bessere Filter nutzen zu können.

    Was meint der Anbieter?

    Yubo bietet keine speziellen Funktionen zum Jugendschutz. Zur Einhaltung der Community-Richtlinien setzt der Anbieter vor allem auf technische Maßnahmen. Eine Software soll z. B. nackte Haut und Rauch auf Bildern und in Videos erkennen und melden. So soll auch das angegebene Alter mit der Person auf den Bildern abgeglichen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit dieser Maßnahmen wird allerdings nicht garantiert. Über eine externe App names Yoti können Mitglieder ihre Identität verifizieren lassen. Haben sie das getan, erscheint ein gelber Haken neben ihrem Benutzernamen. Diese Möglichkeit ist jedoch keine Voraussetzung und wird nur wenig wahrgenommen. Darüber hinaus gibt Yubo an, Leute zu beschäftigen, die Chatverläufe moderieren. Allerdings ist unklar, in welchem Maße das tatsächlich passiert. 

    Was sollten Eltern beachten?

    Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, die App zu nutzen, haben Sie als Elternteil Verständnis dafür. Versuchen Sie Ihrem Kind die App nicht zu verbieten, aber besprechen Sie vorher die  Risiken und einen möglichen Umgang damit. So verhindern Sie eventuell eine heimliche Nutzung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich verstanden fühlt und nicht das Gefühl hat, sich bei möglichen Unsicherheiten oder Problemen schämen zu müssen. So wird es sich bei Problemen auch eher an Sie wenden. Fragen Sie nach den Kontakten Ihres Kindes und sehen Sie sich die Personen gegebenenfalls genauer an. Auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, sehen Sie also davon ab, Chatverläufe zu kontrollieren. Besser ist, Sie vereinbaren gemeinsam Regeln zum Umgang mit der App. Eine könnte beispielsweise sein, dass Ihr Kind Sie informiert, wenn es eine Person, die sie bei Yubo kennengelernt hat, treffen möchte.

    Digitaler Nachlass – Was passiert mit den Daten von Verstorbenen?

    Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das schrecklich. Neben der Bewältigung des Schmerzes und der Trauer müssen sich Hinterbliebene auch um den sogenannten digitalen Nachlass kümmern. Gemeint sind z. B. Daten auf Social-Media-Kanälen, E-Mail-Accounts, Cloud-Zugänge oder Abos bei Streaming-Diensten wie Netflix und Spotify. Doch was passiert mit dem digitalen Nachlass einer Person und wer hat ein Recht darauf? 

    Persönliche Erinnerungsstücke und Trauer im Netz 

    Für Hinterbliebene ist der Einblick in den digitalen Nachlass von besonderer Bedeutung. Vor allem junge Menschen verbringen in der Regel einen großen Teil ihres Lebens in der digitalen Welt, weshalb es auch viele digitale Erinnerungsstücke gibt: Fotos in der Cloud oder Videos auf Social-Media-Plattformen können Eltern Einblicke in das Leben ihres Kindes geben, die sie so vorher nicht hatten. Das bedeutet auch, nachträglich die Privatsphäre des Kindes und ebenfalls abgebildeter Freundinnen und Freunde zu verletzen. Gleichzeitig wecken diese Einblicke in der Trauersituation schmerzhafte Erinnerungen bei den Angehörigen und können das Bild auf die verstorbene Person beeinflussen. Über beides sollten sich trauernde Angehörige Gedanken machen, bevor sie eventuell in die Social-Media-Accounts schauen. 

    Accounts auf Social Media oder bei Messenger-Diensten können außerdem eine Plattform sein, um Trauer zum Ausdruck zu bringen oder mit anderen zu teilen. Es kommt vor, dass Freunde und Familie noch Monate später an die Facebook-Pinnwand der verstorbenen Person schreiben oder ihr bei WhatsApp weiterhin Nachrichten schicken. Das kann in der Trauer helfen und eine Möglichkeit sein, Abschied zu nehmen. 

    Digitaler Nachlass auf Instagram, Facebook und Co .

    Laut Gesetz haben die rechtlichen Erben in den meisten Fällen Zugriff auf das digitale Erbe. Wenn es sich bei den Verstorbenen um Kinder handelt, sind das in der Regel die Eltern. Es gelten jedoch, je nach Anbieter und Dienst, unterschiedliche Bestimmungen, inwieweit Einblick in die Konten und Daten der toten Person gewährt wird. Erben haben nicht immer das Nutzungsrecht, sondern oft nur das Zugriffsrecht auf die hinterlassenen Accounts. Sie dürfen Inhalte, Fotos und Nachrichten einsehen und das Konto löschen. Das Konto darf aber weder weiterhin genutzt werden, noch bestehende Inhalte wie z. B. Postings oder Blogeinträge verändert werden. Die Erben des digitalen Nachlasses sollten sich deshalb mit den Bedingungen der verschiedenen Anbieter auseinandersetzen. 

    Facebook gewährt Hinterbliebenen Zugriff auf das Profil und ermöglicht es, das Konto in den “Gedenkzustand” zu versetzen. Die Ernennung eines sogenannten Nachlasskontaktes bei Facebook ist schon zu Lebzeiten möglich. Angehörigen und Freunden ist es so immer noch möglich, das Profil anzusehen und Nachrichten zu hinterlassen. 

    Auch Google erleichtert die Organisation des digitalen Nachlasses, indem Nutzende schon zu Lebzeiten dazu aufgefordert werden, sogenannte Kontoinaktivität-Manager zu ernennen. Diese Personen erhalten Zugriff auf die Daten der Person, sobald diese einen von ihr vorher bestimmten Zeitraum inaktiv war. 

    Andere Anbieter wie z. B. Instagram oder Yahoo, erlauben lediglich, bestehende Accounts löschen zu lassen. Hierbei sind bestimmte Unterlagen wie die Sterbeurkunde nötig, die beim Anbieter vorgelegt werden müssen. So soll verhindert werden, dass Konten etwa zum Spaß oder als Drohung von Dritten gelöscht werden können. 

    Vererbte Rechnungen und Verträge  

    Außer Daten und wertvollen Erinnerungen gibt es einen weiteren Grund, sich um den digitalen Nachlass zu kümmern. Neben der Rechte gehen auch die Pflichten der verstorbenen Person auf die Erben über. Abgeschlossene Verträge müssen weiterhin eingehalten oder gekündigt, Rechnungen bezahlt und Reisen storniert werden. Da es oftmals nicht klar ist, welche Verträge laufen und welche Rechnungen noch zu bezahlen sind, kann ein Blick ins Mail-Postfach der verstorbenen Person helfen. Dort sind in den meisten Fällen Nachrichten zu Online-Einkäufen, abgeschlossenen Verträgen oder gebuchten Reisen zu finden. 

    Eine Ausnahme bezüglich des digitalen Nachlasses machen häufig gekaufte digitale Güter wie e-Books, Filme oder Musik. Diese können nicht immer an Dritte weitergegeben oder vererbt werden. 

    Vorkehrungen ersparen Trauernden Mühe und Zeit 

    Es fällt schwer, sich zu Lebzeiten mit dem eigenen Tod oder dem eines geliebten Menschen zu beschäftigen – besonders, wenn es sich um die eigenen Kinder handelt. Doch solche Vorkehrungen sind sinnvoll und ersparen in der schweren Zeit viel Ärger und Mühe. Im Testament kann vermerkt werden, welche Daten von wem eingesehen und verwaltet werden dürfen. Außerdem können Passwörter und Zugangsdaten an einem sicheren Ort verwahrt werden, sodass die Erben im Notfall Zugriff darauf haben. Einige Online-Dienste ermöglichen es außerdem schon zu Lebzeiten, einen befugten Kontakt anzugeben. Es ist sinnvoll, darüber zu sprechen, welche Plattformen und Kanäle aktiv genutzt werden und was mit den Accounts und Daten nach einem möglichen Tod passieren soll. Verschiedene Angebote wie z. B. das Nachlass-Set des Stiftung Warentest können helfen, den digitalen Nachlass zu regeln.

    Jugendschutz an der Spielekonsole? – XBox-Familieneinstellungen und Xbox-Family Safety App

    Viele Jugendliche und Kinder spielen in ihrer Freizeit online Games. Die meisten Computerspiele sind unterhaltsam, bringen Menschen zusammen und einige Games haben sogar Lerneffekte. Doch es gibt auch Spiele, durch die Kinder und Jugendliche auf ungeeignete Inhalten oder unangenehme Kontakten stoßen können. Jugendschutzeinstellungen können dazu beitragen, dass solche Risiken beim Spielen an der Konsole reduziert werden. Microsoft bietet dafür die Xbox-Familieneinstellungen und die Xbox Family Safety App.

    Kurz gefasst:

    • Jugendschutzeinstellungen für die Spielekonsolen Xbox Series X/S und Xbox One
    • direkt an der Konsole oder über die Webseite vorzunehmen
    • flexibles Anpassen und Ändern der Einstellungen über die App
    • kostenloses Angebot für Microsoft-User
    • App für iOS und Android-Geräte 

    Sie funktionieren die XBox-Familieneinstellungen und die XBox-Family Safety App

    Mit den Einstellungsmöglichkeiten können Sie festlegen, dass Ihr Kind nur auf altersgerechte Computerspiele zugreifen kann. Außerdem lässt sich einstellen, wie viel Zeit mit der XBox verbracht werden darf. Um Kommunikationsrisiken wie Cybergrooming entgegenzuwirken, können Sie festlegen, mit wem Ihr Kind kommunizieren darf, welche Daten Ihres Kindes zu sehen sind und ob es an Multiplayer-Spielen teilnehmen kann. Die Community- und Chat-Plattform Xbox Live lässt sich durch Chatfilter sicherer gestalten. Kraftausdrücke und Beleidigungen werden damit beispielsweise herausgefiltert. In Aktivitätsberichten wird festgehalten, was und wie viel an der Spielekonsole gespielt wurde.

    Die Einstellungen können online über die Webseite, direkt an der Xbox oder über die App vorgenommen werden. Um die Xbox-Familieneinstellungen nutzen zu können, muss für jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto erstellt werden. Sobald alle Konten in einer Familiengruppe zusammengeführt wurden, lassen sich Einstellungen für einzelne (Kinder-)Konten vornehmen. Dafür haben bestimmte Konten Organisatoren-Rechte. Überschreitet ein Spiel oder eine Webseite die angegebene Altersbeschränkung oder ist die Bildschirmzeit abgelaufen, benötigt Ihr Kind die Freigabe durch Ihren Organisatoren-Account. Sie werden dazu per Nachricht oder über die Xbox Family Safety App informiert.

    Das sollten Sie über das Angebot wissen

    Da jedes Familienmitglied ein eigenes Microsoft-Konto braucht, werden automatisch Daten über jede nutzende Person gesammelt. Microsoft gibt an, die Daten weder an Dritte weiterzugeben, noch für eigene Werbezwecke zu nutzen. Das Risiko, dass Daten durch Datenlecks an Unbefugte weitergetragen werden können, besteht allerdings immer. Seien Sie sich als Eltern darüber bewusst und überlegen Sie genau, welche Ihrer Daten erhoben und gespeichert werden dürfen.

    Das sollten Sie als Eltern beachten

    Altersangaben bei Spielen sind sehr allgemein und müssen nicht unbedingt zu Ihrem Kind passen. Gleichaltrige Kinder können unterschiedlich mit Spannung, Gewaltdarstellungen und ähnlichem umgehen. Deshalb sollten Sie sich nicht allein auf Altersangaben verlassen und nicht einfach alle Spiele, die für das Alter Ihres Kindes freigegeben sind, in den Einstellungen zulassen. Informieren Sie sich über verschiedene Spiele, z. B. beim Spieleratgeber NRW, sehen Sie sich gewünschte Spiele, wenn möglich, selbst an und lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, warum es ein bestimmtes Spiel spielen möchte.

    Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit verschiedenen Medien und Inhalten im Netz konfrontiert. Ein kompetenter und sicherer Umgang ist deshalb sehr wichtig und sollte in einem sicheren Rahmen unterstützt werden. Keine Kindersicherung oder Jugendschutzeinstellung bietet einen hundertprozentigen Schutz. Verbesserte Jugendschutzeinstellungen können dabei helfen, eine bewusste Mediennutzung zu fördern und den Schutz im Netz zu verbessern. Sie ersetzen jedoch nicht die mediale Begleitung der Kinder durch die Eltern. Nutzen Sie das Angebot als zusätzliche Hilfe, aber sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen und behalten Sie sein Medienverhalten im Blick.

    Beliebte Formate in Social Media

    Ihr Kind verfolgt die aktuellen DIY-Trends, will Ihnen einen Lifehack zeigen oder schaut gerne Reaction Videos. Aber wovon redet es nur? Es handelt sich um beliebte Formate von Social Media-Inhalten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen einige der derzeit am häufigsten geklickten Genres vor.

    Was ist eigentlich… 

    …DIY?

    DIY steht für “Do It Yourself“, englisch für „Mach es selbst“. Auf verschiedenen Social Media-Plattformen werden unter dieser Bezeichnung Anleitungen für kleine und größere kreative Projekte zum Selbermachen geteilt: Von einfachen Nähprojekten bis zum Möbelbau ist alles dabei. Dabei muss nicht immer alles komplett neu sein: Unter dem Begriff des „Upcycling“ findet man kreative Ideen zum Weiterverwenden, Umfunktionieren und Aufwerten von kaputten Gegenständen oder alter Kleidung. Das schont die Umwelt und spart teures Material aus dem Kreativmarkt. Viele YouTuber und YouTuberinnen erstellen Anleitungen in Form von Videotutorials. Blogger stellen kommentierte Fotostrecken zusammen, die die einzelnen Arbeitsschritte erklären und für Laien ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

    Gerade in Zeiten der Pandemie können kleine oder größere DIY-Projekte eine tolle Möglichkeit sein, zuhause kreativ zu werden und mal etwas ganz Neues auszuprobieren. Da es Projekte in allen Schwierigkeitsgraden gibt, findet jedes Familienmitglied eine passende Aufgabe. Zusammen lässt sich beispielsweise Deko für das gemeinsame Zuhause oder ein ausgefallenes Geburtstagsgeschenk für die Großeltern oder gute Freunde entstehen. Wir haben übrigens auf dem Elternguide auch Anleitungen für kreative Medienprojekte.

    …ein Lifehack?

    Ein Lifehack ist eine ungewöhnliche, aber einfache Lösung für ein alltägliches Problem: Aus einer Büroklammer kann schnell eine Halterung für das Smartphone gezaubert oder das Bügelbrett als höhenverstellbaren Schreibtisch umfunktioniert werden. Lifehacks sind oft überraschend und wirken genial. Die kleinen Anleitungen werden häufig in Form von kurzen Videos auf TikTok, Facebook oder Instagram geteilt und versprechen, das Leben auf unterhaltsame Weise ein Stückchen einfacher zu machen. Auf YouTube werden auch sogenannte Compilations, also Zusammenstellungen von Lifehack-Videos gepostet, die dann einfach zur Unterhaltung geschaut werden können. Lifehacks machen Spaß. Und da sie oft mit Gegenständen auskommen, die man selber zu Hause hat, lässt sich vieles direkt ausprobieren.  

    …ein Reaction Video?

    Für ein Reaction Video filmen sich Social Media-User während sie ein anderes Video anschauen. Das Reaction Video zeigt meistens ihre Reaktion auf das, was sie gerade sehen. Wenn man das Video kennt, auf das reagiert wird, macht es Spaß, die Reaktion zu beobachten und mit der eigenen zu vergleichen. Es kann auch lustig sein, wenn man schon vorhersehen kann, wie die Reaktion ausfallen wird und dann genau das passiert, was man erwartet hat – oder auch wenn man mal total überrascht wird. Wenn das eigentliche Video unbekannt ist, kann das Schauen eines Reaction Videos neugierig darauf machen.

    Oft wird auf Videos reagiert, in denen es eine unvorhersehbare Wendung gibt, wodurch der Zusehende z. B. erschrickt. Am besten schauen Sie sich ein solches Video an, um zu verstehen, was Reaction Videos sind – z. B. dieses mit Billie Eilish. Oder lassen Sie sich welche von Ihrem Kind zeigen. 

    Viele YouTuberinnen und YouTuber nehmen regelmäßig Reaction Videos auf, aber auch auf TikTok sind sie ein beliebtes Format. Manchmal kann es mit Reaction Videos rechtliche Probleme geben, denn je nachdem wieviel von dem Video, auf das reagiert wird, gezeigt wird, kann es eine Verletzung des Urheberrechts darstellen. Das Video wird dann gesperrt. Reaction Videos sind daher ein guter Anlass, mit Ihrem Kind über rechtliche Regelungen im Internet zu sprechen – egal ob es selbst eines aufnehmen will oder sie sich einfach gerne anschaut.

    Andere beliebte Genres

    Es gibt noch viele weitere Genres auf Social Media, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind und die wir Ihnen in eigenen Beiträgen bereits vorgestellt haben. Lesen Sie hier noch einmal nach, was es mit Let’s Play-Videos, Challenges, Tutorials, Memes, Stories, Pranks, UnboxingVideos und Vlogs auf sich hat.

    Microsoft Family Safety – Jugendschutz für Android, Windows und die Xbox

    Kinder, die ein eigenes Smartphone oder eine Spielekonsole haben, nutzen schon früh unabhängig Apps, Spiele und Webseiten. Eltern können schnell den Überblick verlieren, wie viel Zeit ihr Kind online verbringt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Mit verschiedenen Angeboten des digitalen Jugendschutzes sollen Eltern dabei unterstützt werden, die Internetnutzung ihrer Kinder sicherer zu gestalten – so bietet auch Microsoft eine Kindersicherung für verschiedene Geräte an.

    Kurz gefasst: 

    • Angebot für digitale Jugendschutzeinstellungen 
    • kostenlose Basisversion (als Premium kostenpflichtig)
    • als App oder über die Webseite verfügbar
    • für Geräte mit Microsoft 10, Android und die Spielekonsole Xbox

    Was bietet Microsoft Family Safety?

    Microsoft Family Safety lässt sich nur über ein Microsoft-Konto aktivieren. Über das Administratoren-Konto können Sie als Elternteil unterschiedliche Jugendschutzeinstellungen auf dem Konto Ihres Kindes vornehmen, z. B. Bildschirmzeit und altersgerechter Zugang zu verschiedene Inhalten, Apps usw. Die Einstellungen gelten dann für alle Geräte, auf denen Ihr Kind mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist. Alle Einstellungen können flexibel geändert und an das Alter des Kindes angepasst werden.

    Mit der Bildschirmzeit können feste Zeitpläne für ein ganzes Konto oder für bestimmte Anwendungen, Spiele und Seiten erstellt werden: Wenn Sie z. B. eine Stunde für YouTube freigeben, kann Ihr Kind insgesamt eine Stunde YouTube auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC nutzen. Oder Sie aktivieren eine Stunde Spielzeit für die Xbox und blockieren nicht jugendfreie Games und Inhalte. 

    Sie haben die Möglichkeit selbst Seiten und Anwendungen zu sperren oder Filter zu aktivieren. Durch Filter werden Medieninhalte je nach eingestellter Altersgrenze freigegeben bzw. blockiert. Außerdem kann festgelegt werden, dass nur kinderfreundliche Webseiten besucht werden dürfen. Diese Einstellung funktioniert nur bei der Nutzung des Browsers Microsoft Edge. Um auf Seiten oder Apps zuzugreifen, braucht Ihr Kind erst Ihre Erlaubnis. Über die Funktion “Erziehungsberechtigte fragen” kann Ihr Kind Sie auch nach mehr Bildschirmzeit bitten. Sie werden per E-Mail darüber informiert und können reagieren. 

    Sie können außerdem einstellen, dass Ihr Kind Ihre Freigabe auch bei Käufen z. B. von Spielen auf der Xbox benötigt. So haben Sie die Kontrolle über die Ausgaben Ihres Kindes im Microsoft Shop. 

    Das sollten Sie über das Angebot wissen 

    Jede Person braucht einen eigenen Microsoft-Account. Die Accounts der Eltern werden mit denen der Kinder verknüpft. Das ist notwendig für den Schutz über verschiedene Geräte wie Spielkonsolen oder PCs hinweg, die auch von mehreren Nutzern parallel verwendet werden können. Es könnte passieren, dass Ihr Kind Ihnen permanent Anfragen zur Freigabe verschiedener Inhalte schickt.

    Einige Funktionen von Microsoft Family Safety setzen stark auf die Kontrolle des Kindes. Beispielsweise können Sie über regelmäßige Aktivitätsberichte verfolgen, wie viel Zeit Ihr Kind mit welchen Apps und Games verbringt. Die Standortermittlung erlaubt es Ihnen zu sehen, wo Ihr Kind sich gerade aufhält. Familienmitglieder können Standorte sogar miteinander teilen und Orte speichern, an denen sie sich oft aufhalten. Auch wenn die Funktionen zur Sicherheit beitragen sollen, greifen sie gleichzeitig in die Privatsphäre und Freiraum Ihres Kindes ein. Ihr Kind kann die Standortüberwachung sowie einzelne andere Kontrollfunktionen eigenständig am eigenen Gerät bei Family Safety aktivieren bzw. deaktivieren. Als Eltern werden Sie darüber jeweils per Nachricht informiert.

    Der Anbieter betont, die Daten der Nutzenden nicht an Dritte weiterzuleiten. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit, weil Daten etwa durch Datenlecks ungewollt in die falschen Hände gelangen können

    Das sollten Eltern beachten

    Mit Daten wie der Aufenthaltsort oder die genauen Aktivitäten Ihres Kindes sollten Sie daher sensibel umgehen. Achten Sie darauf, welche Daten gespeichert und wie verwendet werden. Um den Standort zu ermitteln, ist es notwendig die GPS-Funktion einzuschalten. So können gegebenenfalls andere Anwendungen ungewollt auf den Standort Ihres Kindes zugreifen. Überlegen Sie deshalb genau, ob es notwendig ist, diese Funktion zu aktivieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Kind darüber, damit es sich nicht kontrolliert fühlt.

    Vertrauen Sie nicht blind auf die voreingestellten Altersgrenzen der Filter, sondern prüfen Sie diese. Es kann sehr unterschiedlich sein, was Eltern für ihr Kind als geeignet empfinden. Mehr zu Altersbeschränkungen bei Games können Sie hier nachlesen. 

    Jugendschutz-Apps wie Microsoft Family Safety können unterstützen, die Sicherheit Ihres Kindes bei der selbstständigen Mediennutzung zu verbessern. Aber noch wichtiger ist eine persönliche Begleitung durch Sie als Eltern. Vor allem jüngere Kinder brauchen diese. Keine Kindersicherung bietet hundertprozentigen Schutz. Vor allem gegen Risiken wie digitale Gewalt können Kinder durch solche Sicherungen nicht ausreichend geschützt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihrem Kind erklären, warum bestimmte Inhalte und Anwendungen nicht geeignet sind und was Ihnen Sorgen bereitet. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln für der Mediennutzung. Hierbei kann auch ein Mediennutzungsvertrag helfen. 

    Besonders bei älteren Kindern ist die Privatsphäre und digitale Selbstständigkeit wichtig und sollte von Ihnen als Eltern respektiert werden. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind das Gefühl zu vermitteln, es zu überwachen oder ihm nicht zu vertrauen. Eine offene Gesprächsatmosphäre und die Interesse der Eltern sind oftmals wirkungsvoller im Schutz vor bestimmten Risiken im Netz, als die bloße Kontrolle über technische Schutzmaßnahmen. 

    Homeschooling – wenn das Lernen zu Hause schwerfällt

    Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Lernen auf Distanz und über das Internet für einige Kinder schwieriger ist als für andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Manche Schülerinnen und Schüler lassen sich zu Hause schneller ablenken oder ihnen fehlt die Anleitung durch den Lehrer oder die Lehrerin. In einigen Familien gibt es keinen ruhigen Platz zum Lernen oder es fehlt an der nötigen technischen Ausstattung. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag “Homeschooling – wenn die Technik fehlt”. 

    Probleme beim Lernen zu Hause

    Manche Eltern arbeiten von zu Hause, andere müssen zur Arbeit gehen. Nicht überall hat jedes Kind ein eigenes Zimmer. Jüngere Geschwister können nicht in die Kita gehen und stören beim Lernen. Die Lehrerinnen und Lehrer sind nicht immer erreichbar, so dass Ihr Kind auf sich, die Eltern oder Geschwister angewiesen ist.… Es gibt viele verschiedene Situationen, in denen Kinder während der Pandemie von zu Hause lernen müssen.

    Viele Schulen und Lehrende haben sich inzwischen darauf eingestellt, so dass das Distanzlernen besser funktioniert. Trotzdem gibt es Schülerinnen und Schüler, die sich zu Hause weniger gut konzentrieren können. Das hat nicht immer nur mit Störungen durch andere zu tun. Ihnen fehlt vielleicht der Schulweg morgens und die Ortsveränderung beim Lernen. Das Zuhause war vorher eher ein Ort, wo man spielen und abschalten konnte.

    Manche Eltern können nicht ausreichend unterstützen, z. B. weil 

    • sie keine Zeit haben und selbst im Homeoffice arbeiten müssen. 
    • ihnen das Fachwissen in den meisten Fächern fehlt. 
    • ihre deutschen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um ihrem Kind bei den Aufgaben zu helfen

    Denken Sie daran: Sie sind Eltern und nicht die Lehrerin oder der Lehrer Ihres Kindes. Deshalb verhält sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter beim Lernen zu Hause auch anders als in der Schule. Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.

    Strategien für das Lernen zu Hause

    1. Es ist wichtig, dass es für das Homeschooling Regeln und feste Zeiten gibt. Manchmal sind die Zeiten durch die Schule vorgegeben. Wenn das bei Ihrem Kind nicht so ist, sollten Sie gemeinsam einen Zeitplan machen. 
    2. Selbst wenn Sie ihrem Kind nicht bei konkreten Aufgaben helfen können, seien Sie zu bestimmten Zeiten ansprechbar. So fühlt sich ihr Kind nicht allein.
    3. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie zu Beginn der Woche die Aufgaben durchgehen, offene Fragen klären und einen Plan aufstellen, wann was gemacht wird. Es kann z. B. einfacher sein, mit einer leichten Aufgabe oder einem beliebten Fach zu starten und sich dann eine schwere Aufgabe vorzunehmen. Das ist bei jedem Kind anders. 
    4. Stellen Sie Unterrichtszeiten auf dem (Handy-)Wecker ein, so dass Ihr Kind weiß, wann eine Lernphase vorbei ist.
    5. Es sollte zwischendurch aktive Pausen – wenn möglich sogar an der frischen Luft – geben. Unser Beitrag “Sport im Kinderzimmer” gibt einige Anregungen.
    6. Klären Sie mit der Schule ab, wie und wann Ihr Kind sich beim Lehrer oder der Lehrerin Hilfe holen kann.
    7. Ein eigener und ruhiger Arbeitsplatz ist wichtig zum Lernen. Falls Ihr Kind keinen eigenen Schreibtisch hat, kann das auch mal der Küchentisch sein – zumindest wenn in bestimmten Lernzeiten niemand anderes in der Küche Unruhe verbreitet.
    8. Überlegen Sie auch, wie Homeschooling und Homeoffice, die Betreuung jüngerer Kinder und andere Tätigkeiten nebeneinander funktionieren. Wenn Sie in einer kleinen Wohnung leben, können sich Familienmitglieder gegenseitig ablenken oder stören. Auch dabei hilft ein Plan, um Zeiten zu finden, in denen das Schulkind in Ruhe lernen kann.

    Weitere Unterstützung beim Distanzlernen

    Einige Schulen bieten Kindern die Möglichkeit an, sich alleine in einem leeren Klassenraum zurückzuziehen. Fragen Sie in Ihrer Schule nach, ob das möglich ist.

    Es kann sein, dass es für Ihr Kind einfacher ist, wenn nicht Sie, sondern eine andere Person beim Lernen zu Hause hilft. Vielleicht haben Sie einen pensionierten Lehrer oder eine engagierte Studentin in der Nachbarschaft, der oder die unterstützen kann. Die Corona-School vermittelt online Studierende, die Kindern und Jugendlichen beim Lernen helfen.

    Einige Bundesländer bieten in den Ferien spezielle Nachhilfe an, um Lernrückstände aufzuholen. Informieren Sie sich am besten auf den Internetseiten des Landes und fragen Sie in Ihrer Schule nach.

    Instagram

    Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, Influencerinnen und Influencer zeigen, was gerade angesagt ist, Nutzende informieren sich über einen Newschannel oder lassen sich einfach unterhalten.

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    Kurz gefasst:

    • soziales Netzwerk, das kostenlos nach einer Registrierung über die App genutzt werden kann
    • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Stories
    • Mindestalter: 13 Jahre
    • Vorsicht: beeinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, Daten werden an Facebook weitergegeben

    Was ist Instagram?

    Instagram oder kurz Insta ist mehr als eine Bilder-Plattform. Oberhalb des eigenes Feeds (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) gibt es aktuelle Stories von Nutzerinnen und Nutzern, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder. Außerdem werden im Feed die neugeposteten Fotos und Videos der abonnierten Kanäle und Personen angezeigt.

    User finden bei Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freundinnen und Freunden. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

    Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis, Schriftarten usw. direkt in der App erstellen und bearbeiten. In Bildunterschriften wird der eigene Content – also Fotos und Videos – mit einem Hashtag Themen zugeordnet. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

    Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere austesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente, die man mit Freunden oder der Familie erlebt, dokumentieren und teilen.

    Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

    Was ist problematisch an dem Angebot?

    Nach der Registrierung bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse oder via Facebook-Account sind erst einmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. den Namen, das Profilbild und die Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Erst wenn der eigene Account auf privat gestellt wird, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

    Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass ein Foto mit einem Klick auch auf anderen Netzwerken wie Facebook geteilt werden kann. Das passiert schnell auch unbeabsichtigt.

    Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzenden bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

    Auch bestimmte Inhalte auf Instagram können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur unpassende Bilder für Kinder und Jugendliche, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencerinnen und Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

    Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder User bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

    Was meint der Anbieter?

    Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch bisher keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre als ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen.

    Im März 2021 hat Instagram Maßnahmen für einen besseren Jugendschutz angekündigt. Geplant ist z. B. eine verlässliche Altersabfrage. Dann können bereits eingeführte Maßnahmen greifen: Erwachsene können Jugendliche, die ihnen nicht folgen, schon jetzt keine Nachrichten schicken. So soll die Gefahr von Cybergrooming verringert werden. Auch Sicherheitshinweise in der App sollen dazu beitragen. Weitere Maßnahmen und Hinweise für Eltern sind in Arbeit. Lesen Sie mehr dazu direkt bei Instagram.

    Was sollten Eltern beachten?

    Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freundinnen und Freunden über das Internet geteilt werden!

    Besprechen Sie mit Ihrem Kind, sein Profil direkt nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann kann es nur von vorab bestätigten Followern eingesehen werden. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, sollten dort auch die Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

    Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte auch nicht einfach Abo-Anfragen von Fremden annehmen. Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass man so durch Fremde aufgefunden werden könnte.

    Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram und wer ihm folgt. Seien Sie immer ansprechbar, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

    Homeschooling – wenn die Technik fehlt

    Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Lernen auf Distanz und über das Internet für einige Kinder schwieriger ist als für andere. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Manche Schülerinnen und Schüler lassen sich zu Hause schneller ablenken oder ihnen fehlt die Anleitung durch den Lehrer oder die Lehrerin. In einigen Familien gibt es keinen ruhigen Platz zum Lernen. Oder es fehlt an der nötigen technischen Ausstattung. In Teil 1 unserer Artikelreihe haben wir Tipps für Sie, wo es Geräte gibt, damit Ihr Kind gut auch von zu Hause lernen kann.

    Lernen am Smartphone?

    Viele Kinder und fast alle Jugendliche ab 13 Jahren haben ein eigenes Smartphone. Auch wenn das kleine Gerät ziemlich viel kann, ist es schwierig über den kleinen Bildschirm an Videokonferenzen mit der Klasse teilzunehmen und Aufgaben zu lösen. Da es aber nicht in jeder Familie genügend Laptops oder PCs gibt, geht das manchmal nicht anders. 

    Außerdem hat nicht jede Familie eine festen Internetanschluss und stabiles WLAN zu Hause. Ohne Internet funktioniert Homeschooling eigentlich gar nicht! 

    Wo bekommen wir einen Computer oder Laptop her?

    Viele Schulen haben Geld vom Staat bekommen, um digitale Geräte anzuschaffen. Dazu gehören oft auch Tablets. Die haben ein größeres Display als Handys. Schülerinnen und Schüler, die keinen eigenen Rechner zum Lernen haben, können sich bei ihrer Schule ein Gerät für längere Zeit ausleihen. Fragen Sie einfach mal nach, ob das an der Schule Ihres Kindes auch möglich ist? Nicht jeder weiß das und Tablets liegen teilweise ungenutzt in den Schulen.

    Wenn das an Ihrer Schule nicht geht, gibt es noch eine andere Lösung: Über die Bundesagentur für Arbeit können Familien, die nicht genug Geld für mehrere Laptops haben, Zuschüsse beantragen, die extra dafür gedacht sind, Geräte für das Distanzlernen in Pandemiezeiten anzuschaffen. Lesen Sie mehr dazu direkt bei der Arbeitsagentur.

    Hilfe kommt auch von Vereinen, die Computerspenden einsammeln, Rechner herrichten und an Menschen weitergeben, die sich kein eigenes Gerät leisten können. Verschiedene Projekte machen das möglich: “Hey, Alter!” gibt es in mehr als 20 Städten und Regionen in ganz Deutschland. Kinder und Jugendliche können dort Laptops und Rechner bekommen. Das Projekt re:pc:pb aus Paderborn gibt ebenfalls Rechner an Kinder und Jugendliche. Dazu bekommen sie eine Medienkompetenzschulung – auch online. Der Bayerische Rundfunk listet Computer-Retter-Projekte in Bayern (und darüber hinaus) auf seiner Internetseite auf.

    Jetzt fehlt noch der Internetzugang

    In einigen Städten und Gemeinden gibt es Sozialfonds, bei denen Sie Unterstützung bekommen können. Fragen Sie am besten in Ihrem Rathaus nach. Oft wissen die Mitarbeitenden Bescheid, an wen Sie sich wenden können. Vielleicht können Sie auch mit Ihren Nachbarn sprechen und überlegen, ob Sie sich einen Internetzugang teilen können. 

    Nach Hilfe zu fragen, fällt nicht jedem leicht. Dabei gibt es viele Menschen, die gerne helfen und unterstützen, damit Ihre Kinder gut lernen  können.

    Das erste Smartphone

    Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

    Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

    Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

    • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
    • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
    • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
    • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
    • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

    Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

    Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

    Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

    Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

    Herausforderungen der digitalen Kommunikation

    Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

    Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

    Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

    Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

    Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

    Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

    Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

    Social-Media-Trends – Was ist angesagt im Netz?

    Ob Mode, Musik oder Sprache – Hauptsache angesagt. Jugendlichen ist es besonders wichtig, keinen Trend zu verpassen. Dabei geht es um Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl. Trends werden vor allem digital gemacht. Über das Teilen von Videos oder Fotos auf Social-Media-Kanälen werden sie gesetzt und nachgeahmt. Trends können sich auch zu Challenges entwickeln, wie z. B. die Wellerman-Challenge Ende 2020.

    Vom gebackenen Feta bis hin zur Super-Leggins

    Trends auf Social Media sind bestimmte Dinge, die besonders angesagt sind und von vielen nachgemacht werden. Trends können in verschiedenen Bereichen entstehen, z. B. in der Mode oder Musik. 

    TikTok ist ein wichtiger Trendsetter. Ein Großteil der Jugendlichen nutzt die App und ist Teil der weltweiten Community. Dort sind auch Kochtrends extrem beliebt. TikTokerinnen und TikToker zeigen in ihren kurzen Videoclips, wie ganz schnell kreative Gerichte gezaubert werden können. In zahlreichen Videos mit Hashtags wie #Bakedfetapasta oder #wraphack zeigen User ihre Versionen der Gerichte. 

    Auch Schminkstile, Life Hacks oder Kleidungsstücke werden zum Trend erklärt. Eine bestimmte Leggins wird über Social Media bekanntgemacht. Dazu werden Clips hochgeladen, in denen meist Frauen diese Hosen tragen und Komplimente dafür bekommen. Das führt dazu, dass immer mehr die Leggins kaufen, um Teil des Trends zu sein. 

    Anders als bei Challenges wird nicht ausschließlich ein bestimmtes Lied, ein Tanz oder eine Aufgabe gemeistert, sondern es werden ganz unterschiedliche Dinge nachgeahmt. Im Falle vom Wellerman können Trends aber auch zur Challenge werden, wenn andere Nutzerinnen und Nutzer aufgerufen werden, diesen Trend nachzumachen.

    Risiken von Social-Media-Trends 

    Ein Trend auf Social Media wird schnell vom nächsten abgelöst. Influencerinnen und Influencer sind die Trendsetter der jungen Generation und beeinflussen den Markt. Durch Werbedeals mit bestimmten Marken sind die Empfehlungen einiger Influencer nicht unabhängig. Sie erhalten Geld dafür, ein Produkt besonders gut darzustellen. Wenn Marken es schaffen, wie im Beispiel mit der Leggins, mit Hilfe einer Influencerin einen Trend zu setzen, verdienen sie gut daran. Jugendliche durchschauen nicht unbedingt, dass ein Trend gezielt von einer Marke gemacht wurde.

    Manche Trends können – genauso wie Challenges – negative Folgen haben. Das können Trends sein, bei denen sehr viel nackte Haut gezeigt wird, eine gefährliche Sache nachgemacht wird oder versucht wird, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. So warnen Mediziner und Medizinerinnen z. B. vor einem Beauty-Trend, bei denen sich junge Menschen sogenannte Sonnenbrand-Tattoos mit Hilfe von Sonnencreme und viel zu starker Sonneneinstrahlung in die Haut brennen lassen.

    Was Eltern tun können

    Die meisten Trends sind jedoch harmlos und machen Spaß. Versuchen Sie verständnisvoll zu sein, wenn Ihr Kind den Wunsch hat, Trends mitzumachen. Erinnern Sie sich vielleicht an die eigene Jugend und welchen Trends Sie unbedingt folgen wollten. Es geht darum, dazuzugehören. Bleiben Sie offen und lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was es begeistert. Fragen Sie nach den Trends, die Ihr Kind gerne mitmachen möchte. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie ihm warum. Einige Trends, wie DIY-Anleitungen, Rezepte oder Life Hacks können Sie gemeinsam ausprobieren. Auch bestimmte Challenges, sind unterhaltsam und können mit der ganzen Familie gemeistert werden.

    Kennen Sie fragFINN?

    Über fragFINN surfen Kinder nur auf geprüften Internetseiten. Dadurch stoßen sie auf keine ungeeigneten Inhalte.

    Kurz gefasst:

    • Suchmaschine für Kinder
    • geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren
    • zusätzliche Surftipps und Artikel
    • auch als App verfügbar
    • datensicher
    • basiert auf Open-Source-Software Elasticsearch

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    Was ist fragFINN?

    Die Suchmaschine für Kinder zeigt auf der Grundlage von geprüften Webseiten nur unbedenkliche Inhalte in den Ergebnissen an. Die Prüfung der Internetseiten wird von einem medienpädagogischen Team durchgeführt. Über die Kindersuchmaschine findet man Kinderseiten und unbedenkliche Erwachsenenseiten (z. B. Zooseiten, Vereinsseiten). Die Kinderseiten werden in den Suchergebnissen zuerst ausgespielt.

    Auf der Startseite von fragFINN finden Kinder auch Surftipps zu vielen unterschiedlichen Themen. Kinder können sich als fragFINN-Kinderreporter engagieren und berühmte Persönlichkeiten treffen.

    Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden Websites durch die Icons „Kinder“, „Wissen“ und „International“ gekennzeichnet. Dadurch sind die Suchergebnisse für Kinder leichter einzuordnen.

    Bei der Nutzung der Suchfunktion auf der Website und in der App wird die Suchanfrage der Nutzenden direkt an den fragFINN-Server in Deutschland gesendet. Dabei werden keine Nutzer*innendaten gesammelt oder gespeichert.

    Auf mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet lässt sich auch die fragFINN-App installieren.

    Was sollten Eltern beachten?

    Kindersuchmaschinen bieten einen sicheren Einstieg in die Welt des Internets. Sie können eine gute Vorbereitung auf die Nutzung von gängigen und bekannten Suchmaschinen sein. Durch die Vorprüfung aller Inhalte ist eine sehr hohe Sicherheit für Ihr Kind gegeben. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind gerade bei der erstmaligen Nutzung begleiten und gemeinsam die Suchmaschine erkunden. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären.

    Sollte Ihr Kind eine Seite unter den Ergebnissen finden, die ihm Angst macht, kann es diese über den Button „Seite melden“ mitteilen. Die eingegangenen Alarme werden täglich überprüft. Ihr Kind hat auch die Möglichkeit, Internetseiten vorzuschlagen. Das medienpädagogische Team prüft die Seiten und kann sie gegebenenfalls für die Kindersuchmaschine freigeben. Außerdem ist die Suchmaschine besonders kompatibel mit zusätzlichen Kinderschutzlösungen wie z. B. JusProg.

    Weitere Informationen für Eltern sind hier zu finden: eltern.fragFINN.de

    Online-Gewalt – wenn Jugendliche Opfer werden

    Ein Großteil der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen spielt sich digital ab. Sie chatten miteinander, teilen Bilder und folgen sich auf Social-Media-Kanälen. Dabei kann es auch zu unangenehmen Erfahrungen kommen. Ab einem gewissen Ausmaß handelt es sich dabei um digitale Gewalt, die sogar strafbar sein kann.

    Was versteht man unter digitaler Gewalt?

    Online-Gewalt kann unterschiedlich aussehen. Täterinnen und Tätern geht es meist darum, eine Person absichtlich zu beleidigen, zu diskriminieren oder abzuwerten. Sie posten beispielsweise private Bilder oder schreiben böse Kommentare. Solche Übergriffe passieren überall dort, wo junge Menschen online unterwegs sind. Eine bekannte Form ist Cybermobbing. Auch Gewalt aus der analogen Welt kann digital weitergeführt werden und wird somit grenzenlos. Durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle und das Mitgefühl. Außerdem erschwert sie es, die Täter und Täterinnen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. 

    Digitale Gewalt ist vor allem psychisch sehr belastend und kann schwere Folgen haben. Betroffene leiden oft an Angstzuständen, emotionalem Stress und einem geringen Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich nicht mehr sicher und haben Angst, dass die Drohungen im Netz sich auf das analoge Umfeld ausweiten. Junge Frauen und Mädchen sind besonders häufig Ziel digitaler Übergriffe. Das Verlassen der Plattform oder das Blocken bestimmter Personen, kann zwar helfen, doch ist der Schaden bei den Opfern oft schon angerichtet.  

    Erscheinungsformen digitaler Gewalt

    Digitale Gewalt äußert sich sehr unterschiedlich und kann verschiedene Ausmaße annehmen. Kinder und Jugendliche sind vor allem mit bestimmten Formen von Online-Gewalt konfrontiert:

    • Ein Shitstorm ist eine Häufung negativer Kommentare und Beiträge, die sich an eine bestimmte Person richten oder auf eine Äußerung im Netz beziehen. Immer mehr Menschen machen mit und geben unsachliche Kommentare ab, der nur schwer aufzuhalten ist.
    • Cybermobbing kennen viele Kinder und Jugendliche, ob aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung. Häufig findet das Mobbing nicht nur digital, sondern auch analog, z. B. auf dem Schulhof, statt. Im Messenger werden Hass-Gruppen eingerichtet, beleidigende Kommentare geschrieben oder Gerüchte über eine bestimmte Person verbreitet. 
    • Sogenanntes Doxting kann eine Form des Mobbings sein. Darunter versteht man das  Zusammentragen und die Veröffentlichung demütigender Fotos oder Videos und anderer sensibler Informationen einer Person im Netz. Ziel ist es, den Ruf der oder des Betroffenen zu schädigen oder die Person bloßzustellen.
    • Unter Hassrede versteht man die gezielte Diskriminierung von Menschen im Internet. Meist geht es dabei um die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, das Herkunftsland oder das Geschlecht einer Person. Andere werden online, z. B. in den Kommentaren, dazu aufgefordert, bei der Hetze mitzumachen und bestimmte Menschen auszuschließen und zu beleidigen. 
    • Auch sexuelle Belästigung spielt in der digitalen Welt eine Rolle. Hierbei ist die wiederholte Aufforderung zu sexuellen Handlungen gemeint, ohne eine Nein zu akzeptieren. Aber auch das ungefragte Zusenden von Nacktbildern ist eine Form sexueller Belästigung im Netz. 
    • Cyberstalking ist das wiederholte Nachstellen, Verfolgen und Belästigen von Personen über digitale Medien. 

    Wie kann ich mein Kind vor digitaler Gewalt schützen?

    Einige Verhaltensregeln können die Sicherheit Ihres Kindes im Internet erhöhen:

    • Benutzen Sie einen Aufkleber oder Schieber, um die Kamera des Laptops verschließen zu können, wenn sie nicht in Benutzung ist. 
    • Geben Sie und Ihr Kind keine persönliche Angaben, wie die Adresse oder der Nachname, über das Internet preis. 
    • Gehen Sie auch mit Bildern und Videos vorsichtig um. Bei vermeintlich privaten Chats können schnell Screenshots gemacht und verbreitet werden.
    • Passwörter sollten sicher sein und nicht an Dritte weitergegeben werden.

    Besonders wichtig ist es, dass Sie mit Ihrem Kind über mögliche Risiken und Gefahren sprechen und Interesse zeigen. Erkundigen Sie sich regelmäßig nach den Personen, mit denen Ihr Kind digital Kontakt hat und nach den Webseiten, die es besucht. 

    Nicht alle Jugendliche wenden sich bei Problemen ihre Eltern, weil sie Angst vor Strafen und Unverständnis haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und machen Sie es auf Seiten aufmerksam, an die es sich auch wenden kann, wie z. B. Juuuport. Kinder können mit dem psychischen Stress und den Folgen digitaler Gewalt nur schwer umgehen. Es ist also wichtig, dass sich Ihr Kind Hilfe von Erwachsenen holt, wenn es Opfer digitaler Gewalt wird. Diese kann auch über Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. 

    Online-Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern je nach Ausprägung (etwa bei Beleidigungen, Verleumdung und Bedrohung) sogar strafbar. Deswegen sollten Sie die Vorfälle unbedingt dokumentieren, z. B. durch Screenshots, und damit zur Polizei gehen. 

    Hilfsangebote bei digitaler Gewalt

    Online-Gewalt sollte bei der Polizei angezeigt werden! Außerdem bekommen Sie bei diesen Stellen Unterstützung:

    • Das Portal Hate Aid ist die deutsche Online-Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt. Bei akuten Problemen kann man anrufen oder ansonsten per Kontaktformular Hilfe anfragen.
    • Die Nummer gegen Kummer bietet Eltern und Jugendlichen bei verschiedenen Problemen ein kostenloses Beratungsgespräch über das Telefon. 
    • Über die Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung können Eltern und Jugendliche Online-Beratung in Anspruch nehmen oder sich eine geeignete Stelle in ihrer Nähe suchen. 
    • Jugend.support ist ein Hilfsangebot speziell für Jugendliche mit Problemen im Netz. Mehr dazu können Sie hier nachlesen. 
    • Über das Hilfetelefon können sich Frauen und Mädchen, die Opfer von jeglicher Art von Gewalt wurden, schnell Hilfe holen.
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