Manchmal öffnet man eine App und hat das Gefühl, sie weiß mehr über einen als man selbst. Verantwortlich dafür sind algorithmische Empfehlungssysteme, die Inhalte nach bestimmten Kriterien sortieren, gewichten und priorisieren. Sie bestimmen, welche Inhalte den Nutzenden, also auch Kindern und Jugendlichen, bevorzugt angezeigt werden. Für Eltern ist es wichtig zu verstehen, wie diese Systeme funktionieren und welche Auswirkungen sie haben können.
Algorithmen entscheiden, wie Inhalte im persönlichen Feed angezeigt werden, und schlagen beispielsweise auch im Suchbereich weitere Inhalte vor. In sozialen Netzwerken tragen solche Bereiche Namen wie „For You“, „Feed“ oder „Entdecken“. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Inhalte werden nicht zufällig angezeigt, sondern individuell ausgewählt. Solche Empfehlungsmechanismen finden sich nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei Streaming-Diensten, Videoportalen oder Online-Shops. Grundlage dafür sind vor allem Nutzungsdaten. Dazu zählen angesehene Inhalte, Likes, Kommentare, Verweildauer, Suchanfragen, Geräteinformationen und teilweise auch Standortdaten.
Algorithmen zeigen bevorzugt Inhalte, die zu bisherigen Interessen passen oder besonders starke Reaktionen auslösen, beispielsweise durch Überraschung oder Provokation. Plattformen möchten relevante Inhalte anzeigen und Nutzer*innen möglichst lange dort halten. Für Kinder bedeutet das: Wenn ihnen etwas gefällt oder sie lange dabeibleiben, bekommen sie mehr davon angezeigt. Andere Themen treten in den Hintergrund.
Bei Instagram wird der Standard-Feed seit 2016 algorithmisch sortiert. Ein lernendes System bewertet verschiedene Faktoren und entscheidet, welche Beiträge als relevant erscheinen. Dabei werden unter anderem frühere Interaktionen, die Beziehung zu anderen Accounts oder die Art der Inhalte berücksichtigt. Seit 2022 können Nutzer*innen in der App über das Menü oben zwischen einer chronologischen Ansicht („Folge ich“ oder „Favoriten“) und dem algorithmischen Standard-Feed wechseln. „Folge ich“ zeigt Beiträge aller abonnierten Accounts in zeitlicher Reihenfolge, „Favoriten“ zeigt nur ausgewählte Accounts chronologisch. Die Auswahl gilt jeweils nur für die aktuelle Sitzung und muss bei Bedarf erneut aktiviert werden.
Das System passt sich laufend an. Je mehr Ihr Kind – oder auch Sie selbst – mit bestimmten Inhalten interagiert, desto stärker prägen diese den Feed. So entsteht ein sehr persönlicher Nachrichtenstrom, der sich für Ihr Kind oft stimmig anfühlt, aber auch einseitig werden kann.
Auch Spotify arbeitet mit personalisierten Empfehlungen. Aus dem Hörverhalten erstellt Spotify ein Geschmacksprofil. Dabei werden gehörte Songs, Playlists, Wiederholungen, Tageszeiten und Nutzungsdauer berücksichtigt. Auf dieser Basis entstehen individuelle Vorschläge wie personalisierte Mixe oder Wochenempfehlungen.
Zusätzlich vergleicht das System Hörgewohnheiten mit denen anderer Nutzender. Ihr Kind bekommt dadurch Musik empfohlen, die zu ähnlichen Profilen passt. Das kann Neues eröffnen, verstärkt aber auch bestehende Vorlieben.
TikTok gewichtet besonders stark die Verweildauer und Interaktionen. Bereits nach kurzer Zeit erkennt das System, welche Videos Ihr Kind länger anschaut oder mehrfach ansieht. Diese Signale haben mehr Einfluss als Likes oder die Anzahl der Follower*innen.
Ein Effekt davon ist, dass auch Inhalte von unbekannten Accounts sehr schnell große Reichweite bekommen können. Gleichzeitig kann sich der Videostrom stark verengen, wenn ein Thema besonders oft angesehen wird. Auch sensible oder problematische Inhalte können so verstärkt auftauchen.
Nach dem Digital Services Act (DSA) müssen sehr große Plattformen in der EU transparenter erklären, wie ihre Empfehlungssysteme funktionieren, und teilweise eine nicht personalisierte Anzeige von Inhalten anbieten. Diese Optionen sind vorhanden, jedoch oft nicht leicht zu finden.
Ihr Kind sollte wissen, dass Empfehlungen technisch gesteuert sind und nicht zufällig entstehen. Gespräche über Algorithmen helfen, Inhalte besser einzuordnen:
Für Kinder – und oft auch für Erwachsene – ist es häufig schwer zu durchschauen, warum eine App sie scheinbar so gut versteht. Umso wichtiger ist es, Medienkompetenz zu fördern. Dazu gehört auch, über die Faszination sozialer Medien zu sprechen und darüber, wie Technik Aufmerksamkeit lenkt. Gemeinsames Ausprobieren, etwa das Zurücksetzen von Verläufen oder das Anpassen von Einstellungen, kann dabei zu hilfreichen Aha-Momenten führen.
Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.
Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:
In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.
Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.
Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:
Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.
Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!
Wer denkt, dass 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) nur mit teurer Technik möglich ist, liegt falsch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einfach und kostengünstig erste VR-Erfahrungen machen können und stellen geeignete digitale Plattformen und Anwendungen vor.
Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet. Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine praktische Sache. Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf „Fotos“ und wählen Sie die Kategorie „Street View & 360° Fotos“ aus. Nun können Sie den Ort von allen Seiten betrachten, indem Sie auf dem Foto mit dem Finger nach rechts und links, oben und unten wischen.
Um wirklich in virtuelle Welten einzutauchen, wäre eine VR-Brille schon toll. Die lässt sich einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt sich Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung von mein-guckkasten. Auf dieser Seite können Sie außerdem die optischen Linsen für ein paar Euro bestellen, die Sie für die VR-Brille benötigen.
Die kostenfreie App Google Cardboard führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung der VR-Brille und zeigt erste kurze VR-Beispiele, die sich gut zum Ausprobieren eignen. Starten Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind, legen Sie das Smartphone in die gebastelte Brille und gehen Sie auf Entdeckungsreise!
Videoplattformen wie YouTube bieten eine große Anzahl an 360°-Videos. Mit der Cardboard-Brille und der YouTube-App können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie beispielsweise nach „360 Video“ oder „360-Grad-Video-VR-Brille“.
Weitere Inhalte wie VR-Videos und VR-Games finden Sie in vielen Apps im Google Play Store oder Apple App Store, zum Beispiel mithilfe von Suchwörtern wie „Cardboard VR”, „360 VR” oder „VR Games”.
Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen – doch nicht alle sind für jedes Alter geeignet. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele und auf YouTube 360°-Videos von Naturkatastrophen. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können. Ist Ihr Kind noch jünger oder noch unerfahren, nutzen Sie solche Apps nur gemeinsam. So können Sie bei Bedarf rechtzeitig eingreifen.
Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, denn das Gehirn muss die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinanderlegen. Manchmal hilft es, das Smartphone in der Brille leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt. Manche Menschen werden auch „seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.
Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlen kann, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 10 Jahren empfohlen. Begleiten Sie die VR-Erfahrungen Ihres Kindes und begrenzen Sie es zeitlich. Fangen Sie mit kurzen Einheiten an und tasten Sie sich gemeinsam langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Sie Videos oder Spiele ausprobieren.
Sie müssen sich nicht auf vorgefertigte VR-Erlebnisse beschränken, sondern können auch eigene Inhalte erstellen! Delightex Edu ist beispielsweise eine Lernplattform, auf der Kinder und Jugendliche virtuelle 3D- und VR-Welten gestalten können – direkt im Browser und ohne Programmierkenntnisse. Dabei bauen sie zum Beispiel digitale Ausstellungen, Lernräume oder interaktive Geschichten. So lernt Ihr Kind spielerisch, wie virtuelle Umgebungen funktionieren. Ihr Kind kann die virtuellen Welten visuell aufbauen, indem es Objekte per Drag-and-Drop platziert und Funktionen über einfache Baustein-Editoren (visuelles Coding) zusammenstellt. Das Tool lässt sich via Browser oder als App (Android, iOS, Microsoft) nutzen. Die Basisversion ist kostenfrei. Delightex Edu ist in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen verfügbar und für Kinder ab etwa der 3. Klasse geeignet. Eine Anleitung bietet das TüftelLaB.
Scrollt Ihr Kind in letzter Zeit häufiger durch YouTube Shorts? Diese Kurzvideos sind oft sehr fesselnd und können dazu führen, dass Ihr Kind insgesamt länger am Bildschirm bleibt.
YouTube Shorts ist ein Bereich innerhalb von YouTube mit sehr kurzen Videos im Hochformat. Sie funktionieren ähnlich wie TikTok-Clips oder Instagram-Reels. Darunter sind zum Beispiel lustige Clips und Challenges, Lifehacks und Bastelideen, Sport- und Gaming-Szenen sowie Tanz- und Musikvideos – oft erstellt von Influencer*innen. Die Clips sind 15 bis 60 Sekunden lang und werden automatisch hintereinander abgespielt. Welche Videos angezeigt werden, entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus – also ein System, das sich am bisherigen Nutzungsverhalten orientiert.
Gerade für Kinder und Jugendliche sind Shorts sehr ansprechend, weil sie:
Doch Vorsicht: Auch wenn Ihr Kind nicht danach sucht, können überraschend ungeeignete Inhalte dazwischen auftauchen, weil die Auswahl automatisch erfolgt.
Mit einem Wischen erscheint sofort das nächste Video – und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. YouTube hat deshalb eine neue Funktion in der Elternaufsicht eingeführt:
Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie bei medien-kindersicher.de unter Punkt 1.5.
Übrigens: Bei jüngeren Kindern kann die YouTube Kids-App eine Option sein. Dort werden die Inhalte altersgerecht gefiltert und insgesamt weniger endloses Scrollen gefördert.
Technische Zeitlimits und Schutzeinstellungen können Sie bei der Medienerziehung unterstützen. Hilfreich sind sie erst dann, wenn Ihr Kind versteht, warum diese Regeln gelten. Zu viel Shorts-Schauen kann Schlaf, Konzentration und andere Aktivitäten wie Hobbys oder Hausaufgaben stören. Legen Sie die Medienregeln zu Nutzungsdauer, Uhrzeiten und Pausen möglichst gemeinsam fest, dann hält sich Ihr Kind eher daran.
Scrollen Sie selbst oft lange auf Instagram, TikTok oder YouTube durch Kurzvideos? Dann kann es sein, dass es Ihrem Kind schwerer fällt zu verstehen, warum Sie bei ihm strenger sind. Wir Erwachsenen verbringen oft selbst viel Zeit am Smartphone, z. B. um Messenger zu nutzen, Nachrichten zu lesen, Podcasts zu hören und den Alltag zu organisieren. Versuchen Sie, Ihre eigene Mediennutzung zu reflektieren und gegebenenfalls zu begrenzen, z. B. indem Sie Handy-freie Zeiten einführen oder gemeinsam bildschirmfreie Aktivitäten planen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.
Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.
Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.
Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.
In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.
Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.
So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.
Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.
In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.
Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.
Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.
Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:
Ein Klassenfoto wird in einem Chat geteilt, ein Selfie landet auf Social Media. Für viele Kinder ist das ganz normal. Und dann taucht plötzlich ein Bild auf, das nie existiert hat: ein Nacktbild, aber es wurde technisch manipuliert. Das sind sogenannte Deepnudes. Für Betroffene kann das extrem belastend sein. Viele Eltern kennen diese Technik nicht und merken erst spät, wie schnell Kinder davon betroffen sein können.
Deepnudes sind künstlich erzeugte Nacktbilder. Sie entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus echten Fotos. Die KI analysiert vorhandene Bilder, entfernt Kleidung digital und ergänzt Körperteile, sodass ein realistischer Eindruck entsteht. Dabei ist das Bild vollständig erfunden.
Der Begriff stammt ursprünglich von einem konkreten Programm, steht heute aber für zahlreiche KI-basierte Anwendungen, die ähnliche Funktionen bieten. Solche Angebote sind oft leicht zugänglich, teilweise kostenlos und anonym nutzbar. Besonders problematisch ist, dass öffentlich zugängliche Fotos aus sozialen Netzwerken dafür ausreichen. Die Betroffenen erfahren häufig erst davon, wenn das Bild schon weiterverbreitet wurde. Dann ist der Schaden oft bereits da.
Viele Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit KI-Anwendungen auf. Filter, Bildbearbeitung oder Chatbots gehören für sie zum Alltag. Tools zur Erstellung von Deepnudes werden deshalb manchmal als technisches Experiment wahrgenommen, ohne das Ausmaß zu erkennen.
Dazu kommen entwicklungsbedingte Faktoren. In der Pubertät geht es darum, Grenzen auszutesten, dazuzugehören und Eindruck zu machen. Manche Jugendliche wollen provozieren, andere passen sich Gruppendruck an. Oft fehlt der Blick für die andere Seite. Dafür, dass hinter jedem Bild ein echter Mensch mit echten Gefühlen steht.
Hinzu kommt: Deepnudes werden nicht nur unter Jugendlichen erstellt und weiterverbreitet. Auch fremde Erwachsene nutzen solche KI-Tools gezielt, um Bilder von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu manipulieren. Für Betroffene bedeutet das ein zusätzliches Risiko, da Machtgefälle, Anonymität und mögliche kriminelle Absichten hinzukommen.
Was als Witz oder Mutprobe beginnt, kann für Betroffene sehr belastend werden.
Deepnudes sind kein harmloser Trend. Sie sind eine Form digitaler, sexualisierter Gewalt.
Besonders schwer wiegt das Gefühl der Ohnmacht. Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Oder trauen sich nicht, etwas zu sagen.
In Deutschland ist die Lage eindeutig: Das Erstellen, Besitzen oder Verbreiten von sexualisierten Darstellungen Minderjähriger ist in den allermeisten Fällen strafbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder real sind oder – wie bei Deepnudes – künstlich erzeugt wurden. Auch können Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz verletzt werden, egal wie alt die abgebildete Person ist.
Für Kinder und Jugendliche sind die Konsequenzen schwer einzuschätzen. Was digital passiert, fühlt sich manchmal weniger ernst an. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene hier Orientierung geben und Verantwortung klar benennen.
Eltern können nicht alles verhindern. Aber sie können viel bewirken. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung.
Frühzeitig ins Gespräch kommen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bildmanipulation, KI und Deepnudes, bevor etwas passiert. Altersgerecht und ruhig. Erklären Sie, dass Bilder im Netz verändert werden können und warum das problematisch ist.
Empathie fördern: Ein Perspektivwechsel hilft. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich fühlen würde, wenn jemand so ein Bild von ihm erstellt oder teilt. Oft entsteht Verständnis genau an dieser Stelle.
Klare Haltung zeigen: Machen Sie deutlich, dass das Erstellen oder Weiterleiten solcher Bilder kein Spaß ist, sondern eine Grenzverletzung. Gleichzeitig sollten Kinder wissen, dass Fehler nicht mit Ärger, sondern mit Unterstützung beantwortet werden.
Unterstützung zusichern: Ihr Kind sollte sicher sein, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann. Auch dann, wenn es sich schämt oder unsicher ist.
Im Ernstfall handeln: Wenn Ihr Kind betroffen ist, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es ernst. Sichern Sie Beweise wie Screenshots oder Chatverläufe und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Doch Vorsicht bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen: Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit diesen sogenannten Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Unterstützung bieten Ihnen Beratungs– und Meldestellen wie das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und die Nummer gegen Kummer.
Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.
Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.
Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.
Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:
Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.
Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Aus Bausteinen eigene Welten bauen, in fantasievolle Rollen schlüpfen und spannende Missionen erfüllen – die Onlinespiele-Plattform Robloxerfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Roblox verbindet Elemente aus Spiel, Social Media und kreativem Gestalten. Da sowohl Chatfunktionen als auch problematische Inhalte enthalten sind und manche mit ihren Spielen Geld verdienen, gilt seit Januar 2025 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.
Roblox ist eine Online-Spieleplattform und ein Spiel-Entwicklungssystem, das es Nutzer*innen ermöglicht, eigene Spiele zu erstellen und die Spiele anderer zu spielen. Die beiden Wörter Robots (dt.: Roboter) und Blocks (dt.: Blöcke) ergeben zusammen den Namen der Spieleplattform Roblox. Hier lassen sich virtuelle Welten im Lego-Stil erschaffen und spielen, was vor allem Jugendliche begeistert. Roblox ist eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk und erinnert an Minecraft.
Roblox ist auf vielen verschiedenen Geräten sowie als App verfügbar. Auch das Spiel mit einem Virtual-Reality-Headset wird unterstützt. Diese plattformübergreifende Verfügbarkeit sorgt dafür, dass Spieler*innen auf verschiedenen Geräten unkompliziert miteinander spielen können.
Nach der Registrierung auf roblox.com erhalten die Spieler*innen eine vorgefertigte Spielfigur (sog. Avatar), die sie nach Belieben anpassen können. Standardkleidung oder andere kosmetische Eigenschaften, wie z.B. eine erste Frisur, sind kostenlos. Einige Extra-Accessoires kosten Geld in Form der eigenen Währung Robux. Funktionen wie das Erstellen von Spielen sowie das Spielen selbst sind kostenfrei verfügbar.
Viele Jugendliche lieben das Spiel, weil sie ganz einfach selbst Spiele entwickeln können. Registrierte Nutzer*innen können mit dem Bau-Tool “Roblox-Studio” ihre eigenen Spiele erstellen und sie mit anderen teilen. Es lassen sich einfache Bauwerke, aber auch komplexe Erlebniswelten gestalten. In der Community von Roblox können sich Jugendliche miteinander kreativ austoben und miteinander kommunizieren.
Roblox ist besonders bei jungen Spieleentwickler*innen beliebt, da sie dort eigene Spiele gestalten und veröffentlichen können. Wird ein Spiel von anderen Nutzer*innen häufig gespielt und Geld investiert, besteht die Möglichkeit, dass auch die Entwickler*innen – also zum Beispiel Ihr Kind – einen Anteil daran verdienen.
Auch Jugendliche die nicht selbst in die Spielentwicklung einsteigen wollen sind von den unzähligen Spieleangeboten fasziniert.
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Januar 2025 das Alterskennzeichen für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Für diese Entscheidung gab es mehrere ausschlaggebende Gründe:
Hinzukommt, dass die Plattform es Nutzer*innen ermöglicht, über Text- und Sprach-Chats zu kommunizieren. Deshalb bestehen Risiken wie z. B. Cybermobbing, Cybergrooming und Hate Speech. Außerdem enthalten einige Spiele Elemente, die Glücksspiel ähneln, wie etwa den Kauf von zufälligen virtuellen Gegenständen (Lootboxen).
Zusätzlich bemängelte die USK fehlende wirksame Vorsorgemaßnahmen seitens der Plattformbetreiber, wie etwa unzureichend gesicherte Kinderkonten und das Fehlen von Alterskennzeichnungen nach deutschen Standards. Aufgrund dieser Aspekte wurde die USK-Alterskennzeichnung angepasst, um den Jugendschutz zu gewährleisten und Eltern eine bessere Orientierung zu bieten.
Darüber hinaus wirdRoblox immer wieder vorgeworfen, sowohl die Inhalte als auch die Kommunikation der Nutzenden untereinander nicht ausreichend zu moderieren und nicht konsequent genug gegenüber Verstößen der Community-Richtlinien vorzugehen. Kinder und Jugendliche können in den Spielen beispielsweise auf diskriminierende und extremistische Inhalte stoßen.
Der Anbieter Roblox Corporation betont auf seiner Plattform, Sicherheit und Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es gibt ein Meldesystem für unangemessene Chatnachrichten und einen Chatfilter. Nach der Registrierung wird bei Nutzer*innen unter 13 Jahren automatisch ein Konto im „Datenschutzmodus“ erstellt. Jüngere Spieler*innen haben dann z. B. keinen Zugriff auf die Social-Media-Funktionen. Manche Spiele sind außerdem erst ab einem bestimmten Alter freigegeben. Moderator*innen prüfen, ob hochgeladenes Bild- und Videomaterial den Ansprüchen zu jugendgerechten Inhalten genügt. Unangemessene Inhalte werden aktiv gefiltert und gelöscht.
Roblox hat Anfang 2026 mehrere neue Funktionen eingeführt, um die Kommunikation für junge Spieler*innen sicherer zu gestalten. Eine davon ist die Altersüberprüfung: Nutzer*innen können ihr Alter entweder über einen Ausweis oder über eine freiwillige, KI-gestützte Altersschätzung per Video-Selfie bestätigen. Erst nach dieser Einstufung werden bestimmte Kommunikationsfunktionen freigeschaltet. Damit Kinder und Jugendliche möglichst mit Gleichaltrigen interagieren, teilt Roblox Accounts in Altersgruppen ein: Unter 9, 9 – 12, 13 – 15, 16 – 17, 18 – 20 und über 21 Jahre. Inhalte, Chats und Funktionen werden dann altersgerechter zugeordnet. Viele Interaktionsmöglichkeiten bleiben eingeschränkt, um Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu begrenzen und Kommunikationsrisiken zu reduzieren. Die KI-gestützte Altersverifikation bei Roblox übernimmt das Unternehmen Persona. Roblox gibt an, dass Nutzer*innen-Daten nach 30 Tagen gelöscht werden. Falsche Schätzungen können über die Elternaufsicht oder die Ausweis-Verifikation nachträglich korrigiert werden. Roblox informiert auf seiner Webseite über die Altersüberprüfung.
Für ältere Jugendliche gibt es zusätzlich das Konzept der „Vertrauten Connections“. Dabei können 13- bis 17-Jährige bestimmte Kontakte als vertrauenswürdig markieren. Mit diesen Kontakten können sie fast ohne Einschränkungen chatten. Kontakte über Altersgrenzen hinweg – besonders zwischen Jugendlichen und Erwachsenen – unterliegen jedoch weiterhin strengen Regeln. Kinder unter 13 Jahren können keine „Vertrauten Connections“ anlegen. Mehr Informationen bietet die Roblox-Webseite.
Roblox bietet verschiedene Sicherheitsfunktionen an, mit denen Sie das Spiel Ihres Kindes besser im Blick haben können, z. B. zur Bildschirmzeit, den Chats oder Käufen. Die Elternaufsicht wurde 2026 erweitert. Eltern können nun sehen,
Bei ungewöhnlich hohen Ausgaben kann Roblox außerdem warnen. Diese Funktionen ergänzen die bisherigen Kindersicherungseinstellungen und sollen mehr Transparenz schaffen. Über die Roblox-Webseite können sich Eltern über die Elternaufsicht und die Kindersicherung informieren.
Beachten Sie, dass Roblox inzwischen mit USK 16 gekennzeichnet ist. Grundsätzlich gibt der Staat mit den Alterskennzeichen keine Vorschriften, welche Medieninhalte Eltern ihren Kindern zu Hause erlauben, sondern sie gelten als Orientierung. Dennoch sollten Sie darauf achten, Ihrem Kind nur Spiele zur Verfügung zu stellen, die für sein Alter geeignet und entsprechend freigegeben sind. Mehr Informationen zur Hochstufung erfahren Sie in diesem Eltern-Check-In-Artikel.
Sie möchten Ihrem Kind Roblox zugänglich machen?
Alle wichtigen Schritte zur Kindersicherung bei Roblox finden Sie auch auf medien-kindersicher.de.
Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.
Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.
Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.
Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.
Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.
Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.
Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.
Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.
Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.
Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.
In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.
Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.
Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.
In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.
Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.
Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.
Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.
Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.
Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.
Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.
Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.
Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.
Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.
Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.
Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.
Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.
Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:
Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.
Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch Gamer*innen sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten E-Sport-Events.
E-Sport (“elektronischer Sport”) meint Computer- oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler*innen bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale 2024 fand in der O2 Arena im britischen London statt. Viele Events werden live gestreamt, zum Beispiel auf Twitch.
Wenn Eltern keine entsprechenden Jugendschutzeinstellungen vornehmen oder nicht auf die Alterskennzeichen achten, können Kinder und Jugendliche beim Online-Spielen zu Hause unterschiedlichen Risiken begegnen – etwa der Kontaktaufnahme durch Fremde oder dem Zugang zu Games, die nicht ihrem Alter entsprechen. Auf größeren E-Sport-Veranstaltungen hingegen wird der Jugendschutz in der Regel konsequent umgesetzt.
Seit dem 01.01.2026 gilt E-Sport zudem als gemeinnützig. Damit zusammenhängend müssen E-Sport-Spiele, die als gemeinnützig gelten wollen, mit einer USK-Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Bei öffentlichen Events sind Veranstalter verpflichtet, bei den angebotenen Spielen die Altersbeschränkungen zu beachten.
Wird das Alter der Teilnehmenden nicht geprüft, dürfen nach dem Jugendschutzgesetz ausschließlich Spiele mit USK 0 und USK 6 präsentiert werden. Spiele mit USK 12, USK 16 und USK 18 dürfen Jugendlichen nur nach einer Alterskontrolle zugänglich gemacht werden, zum Beispiel über Armbänder und Einlasskontrollen. Bei vielen Events sind diese Bereiche räumlich abgetrennt, damit jüngere Besucher*innen keinen Zugang oder Einblick erhalten. Auf Vereinsebene müssen Konzepte vorliegen, welche Maßnahmen genutzt werden, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Bei Verstößen kann die Gemeinnützigkeit aberkannt und Bußgelder verhängt werden.
Ihr Kind möchte auch gerne ein E-Sport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort vertraut:
E-Sport-Events werden auch von einigen Jugendzentren und Bildungsanbietern angeboten und durchgeführt. Vielleicht finden Sie ein solches in Ihrer Umgebung. Fragen Sie doch bei einem Jugendzentrum in Ihrer Nähe, ob es ein E-Sport-Event veranstalten möchte.
Möchte Ihr Kind ein E-Sport-Event online verfolgen, achten Sie darauf, welche Plattformen und Streamer*innen Ihr Kind nutzt, welche Spiele dort gezeigt werden, welche Altersfreigaben gelten und ob Ihr Kind im Live-Chat aktiv ist. Vereinbaren Sie klare zeitliche Grenzen und bleiben Sie im Gespräch, damit Ihr Kind sich an Sie wendet, wenn es durch Inhalte verunsichert oder belastet wird.
Weitere Informationen rund um E-Sport finden Sie hier im Spielratgeber NRW.
Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools, um bei Hausaufgaben oder Schulprojekten Unterstützung zu bekommen. Die Versuchung, sich schnell eine fertige Antwort generieren zu lassen, ist groß. Viele Eltern fragen sich: Hilft das wirklich beim Lernen oder ersetzt es das eigenständige Denken?
KI kann dabei helfen, Ideen zu strukturieren oder Anregungen für Texte und Aufsätze zu liefern. Es entstehen jedoch oft Antworten, die kompliziert wirken oder auf den ersten Blick richtig klingen, obwohl sie Fehler enthalten oder Dinge „erfinden“, die nicht stimmen. Diese sogenannten Halluzinationen sind besonders bei Themen problematisch, die Ihr Kind selbst noch nicht sicher beherrscht, und können zu falschen Ergebnissen führen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Viele Kinder sind begeistert von Trickfilmen. Das Schöne ist: es braucht nicht viel, um zu Hause selbst welche zu machen! Smartphone oder Tablet, Bastelpapier und Stifte – und schon wird das Kinderzimmer zum Filmstudio.
Viele Trickfilme beruhen auf der Stop-Motion-Technik. Ähnlich wie beim Daumenkino werden viele Einzelbilder, die sich nur in Details unterscheiden, schnell hintereinander gezeigt. So geraten die Bilder in Bewegung. Der Vor- und Abspann vom Sandmännchen und die Geschichten von „Shaun das Schaf” sind zum Beispiel mit dieser Technik produziert.
Ihr Kind malt oder bastelt gern – oder spielt es lieber mit Duplo und Lego? Auch solche Dinge lassen sich wunderbar für die Produktion des ersten eigenen Films nutzen. Dann kann’s ja losgehen! Los geht’s!
Jeder Film braucht eine gute Geschichte mit einem Spannungsbogen. Denken Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind eine kurze Handlung aus. Die Geschichte sollte einfach und schnell zu erzählen sein und eine überschaubare Anzahl an Figuren haben. Schreiben Sie die Geschichte auf, damit Sie später beim Dreh den Überblick behalten.
Für den Filmdreh können Sie ein Smartphone oder Tablet mit einer geeigneten App nutzen. Empfehlenswert sind Stop Motion Studio (Android und iOS; Grundversion kostenfrei), InShot (Android und iOS, Basisversion kostenfrei), oder iStop Motion (iOS; kostenfrei). Über die App lassen sich die Fotos nacheinander aufnehmen, und automatisch entsteht daraus der Film.
Trickfilme können Sie auf verschiedene Arten gestalten:
Weitere Ideen und Anleitungen zu verschiedenen Trickfilm-Arten finden Sie in diesem Artikel der Filmothek NRW.
Bereiten Sie den Drehort gut vor. Praktisch ist zum Beispiel eine Trickfilmbox. Eine Bauanleitung finden Sie unter jff.de/kinder. Für Legetrick wird von oben gefilmt, dafür braucht es einen passenden Untergrund – zum Beispiel eine gemalte Blumenwiese. Für Puppen- und Knettrickfilme wird eher schräg von oben bzw. seitlich gefilmt. Hier helfen kleine Kulissen aus Papier und Gegenständen oder vorhandene Spielwelten wie ein Puppenhaus. Verwenden Sie ein Stativ oder eine Tablethalterung, damit das Gerät stabil bleibt. Alternativ können Sie auch mit Büchern und anderen Gegenständen eine stabile Fixierung bauen. Wichtig ist, dass die Kamera genügend Abstand hat, damit alles ins Bild passt und die Figuren gut bewegt werden können. Achten Sie außerdem auf gleichmäßiges Licht, das sich während des Drehens nicht verändert.
Beim Filmdreh braucht es etwas Geduld, denn für einen kurzen Trickfilm sind viele Fotos nötig. Als Faustregel gelten etwa acht Bilder pro Sekunde Film. Zwischen den Fotos verändern Sie nur eine Kleinigkeit. Wenn zum Beispiel eine Legofigur winkt, bewegen Sie den Arm von Bild zu Bild ein kleines Stück weiter nach oben. Auch andere Figuren oder Gegenstände können Sie gleichzeitig in Bewegung bringen.
Am besten klappt es im Team: Ein Familienmitglied macht die Fotos, ein anderes bewegt die Figuren. Eine Person behält den Überblick: sie sagt an, was als Nächstes passiert, und achtet darauf, dass alles stimmt. Prüfen Sie die Aufnahmen regelmäßig direkt auf dem Display. Und tauschen Sie gerne auch mal die Rollen!
Nach dem Filmdreh folgt die Nachproduktion. Hier können Sie in der App Titel, Texte, Töne und Musik sowie Effekte ergänzen und den Film lebendig gestalten. Tipps zur Verwendung von lizenzfreier Musik finden Sie hier bei kindersache.de. Außerdem lassen sich Bilder löschen oder verschieben und die Anzeigedauer einzelner Bilder anpassen. Wenn die Figuren sprechen sollen, können Sie die Dialoge im Anschluss mit verteilten Rollen einsprechen.
Was ist ein Film ohne Premiere? Auch das können Sie mit Ihren Kindern zelebrieren – mit Limo und Popcorn in einem abgedunkelten Raum. Vielleicht werden Oma und Opa oder die Nachbarskinder dazu eingeladen. Zusätzlich ist eine Veröffentlichung auf einer Kinderplattform wie JUKI auf Kindersache denkbar, hierbei muss jedoch das
Und jetzt: viel Spaß beim Ausprobieren!
Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.
Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.
Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.
Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.
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In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.
Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.
Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:
Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.
Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.
Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.
Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.
Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.
Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.
Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.
Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.
Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.
Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.