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Verbotene Symbole im Netz

Wer ein Hakenkreuz auf eine Hauswand schmiert, wird dafür bestraft. Doch die Straße ist längst nicht mehr allein Ort der Verbreitung von verbotenen Symbolen. Im Netz genügt ein Klick, um einen Text, ein Bild oder ein Video mit verbotenen Inhalten mit zahlreichen Leserinnen und Lesern zu teilen. Wie in der physischen Welt gibt es dazu auch in der digitalen Welt Regeln und Verbote.

Was sind verbotene Symbole?

Es ist verboten, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu verwenden. Das steht in Paragraf 86a des Strafgesetzbuches.   
Kennzeichen sind Symbole, die eindeutig einer Organisation zugeordnet werden können. Das kann zum Beispiel das Hakenkreuz sein. Aber auch eine  Parole wie „Heil Hitler“ ist verboten, weil diese eindeutig auf den Nationalsozialismus (NS) hinweist. Verfassungswidrige Organisationen sind verbotene Parteien, Vereinigung oder NS-Organisationen.

Regeln im Netz

Wenn verbotene Symbole im Netz geteilt werden, ist das nicht immer strafbar. Wer in einem privaten Chat „Heil Hitler“ schreibt, kann nicht belangt werden. Wer dasselbe aber öffentlich auf FacebookTwitter oder anderen Kanälen teilt, schon. Denn es ist verboten, solche Symbole im öffentlichen Raum zugänglich zu machen. 
Wenn Kinder unter 14 Jahren verbotene Inhalte teilen, haften Eltern nicht für sie. Jedoch wird in den meisten Fällen das Jugendamt informiert, das gemeinsam mit Eltern und Kind versucht die Hintergründe des Teilens aufzuarbeiten. Ab 14 Jahren können Jugendliche nach dem Strafgesetzbuch belangt werden.

Gefahren für Kinder

Auf welche Art und Weise verbotene Symbole geteilt werden, ist egal. Ob im Text, auf Fotos oder Videos – das Teilen an sich ist strafbar. Das macht es insbesondere für Kinder so tückisch. Denn ein Video, das auf den ersten Blick lustig scheint, kann verbotene Symbole beinhalten. Wer sich nicht auskennt, hat ein lustiges Video schnell geteilt und damit Verbotenes verbreitet. 
Problematisch ist außerdem, dass einige Symbole zwar in Deutschland, aber nicht weltweit verboten sind. Insbesondere Symbole der NS- Zeit dürfen in manchen Ländern legal im Netz geteilt werden. Deshalb können Kinder unwissentlich – trotz Verbot in Deutschland – das Hakenkreuz googeln, herunterladen und teilen. Extremistische Gruppen nutzen häufig soziale Netzwerke, um verbotene Symbole und Inhalte zu teilen, da viele Menschen erreicht werden und die Nachverfolgung oft schwierig ist.

Wie können Eltern eingreifen?

Informieren Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Symbole verboten sind und warum. Zu Bildungszwecken dürfen diese nämlich gezeigt werden. Einen guten Überblick bietet die Zusammenstellung der Website Demokratie und Vielfalt
Wenn Sie oder Ihr Kind ein verbotenes Symbol in privaten Chats erhalten, löschen Sie es umgehend. Wenn Sie welche im Netz entdecken, können Sie diese melden. Entweder bei der Polizei oder an Beschwerdestellen im Internet. Dabei ist wichtig anzugeben, wo genau Sie das verbotene Symbol online gefunden haben, zum Beispiel den Link zum Facebook-Beitrag bzw. Kommentar oder die URL der Webseite. 

Beliebte Spiele: Grand Theft Auto (GTA)

Grand Theft Auto (kurz GTA) ist eine unter Jugendlichen sehr beliebte Computerspiel-Serie. Der Ego-Shooter ist erst ab 18 Jahren freigegeben – also nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. 

Kurz gefasst:

  • Actionspiel aus der Ich-Perspektive in einer fiktiven Welt
  • zahlreiche für Kinder und Jugendliche nicht geeignete Inhalte (Gewalt, Prostitution etc.)
  • Multi-Player-Modus mit der Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen
  • Spiel für PC, Playstation, Sony PSP und Xbox oder als ergänzende Spiele-App

Was ist Grand Theft Auto?

GTA V (5) ist die neueste Version der populären Spielereihe. Im Herbst 2021 wurden drei ältere Teile der GTA-Serie (GTA 3, GTA Vice City, GTA San Andreas) für PC und neuere Konsolen (SwitchXbox X/S und PS5) neu veröffentlicht.
Der Spieler oder die Spielerin schlüpft in allen Teilen der Serie in die Rolle eines Kriminellen und muss in einer fiktiven Stadt Missionen und Aufgaben erfüllen. Die Figur bewegt sich durch eine weitläufige, offene 3D-Welt und muss z. B. einen Banküberfall begehen oder ein Auto stehlen. Durch die Ich-Perspektive und die realistische Grafik tauchen die Spielerinnen und Spieler besonders tief in die Welt ein und können das Spiel als sehr echt empfinden. 

Das Spiel gibt es auch als Online-Multiplayer (GTA Online), bei dem sich die Spieler gemeinsam in der Welt bewegen und miteinander kommunizieren können. 

Was fasziniert Jugendliche an dem Computerspiel?

Unter den 14- bis 17-Jährigen gehört GTA zu den beliebtesten Spielen. Das Spiel ist sehr spannend, weil die Gamer im Spiel fast alles tun können und immer neue, sehr unterschiedliche Aufgaben erledigen müssen. Der Wettbewerbscharakter und das gemeinsame Spiel mit anderen „Gleichgesinnten“ im Online-Multiplayer-Modus lässt Gamerinnen dabei bleiben. Für GTA Online gibt es regelmäßig neue Spielinhalte, die heruntergeladen werden können, z. B. neue Missionen oder Fahrzeuge. 

Jugendliche können in Computerspielen neue Dinge erfahren. Dazu zählt auch, dass sie hier Grenzen austesten und überschreiten können – in einer fiktiven Welt ohne Konsequenzen. Mit einem solchen Spiel fühlen sich einige Jugendliche schon älter als sie eigentlich sind. Sie beweisen sich selbst und gegenseitig, dass sie so ein Spiel schon spielen und die Inhalte ertragen können, auch wenn sie eigentlich noch zu jung sind. 

Was ist problematisch an dem Angebot?

Das Spiel stellt teilweise sehr drastisch Gewalt dar, auch ohne dass es für den Spielverlauf notwendig ist. Besonders problematisch sind Gewalt- und Folterszenen und die fragwürdigen Darstellungen von Frauen. Aus diesem Grund kommt die USK zu einer Alterseinstufung von 18 Jahren. Minderjährigen darf das Spiel also nicht verkauft oder zugänglich gemacht werden. Trotz oder wegen dieser klaren Regelung versuchen Jugendliche das Spiel zu spielen und können mit Inhalten und Darstellung in Berührung kommen, die nicht für ihr Alter geeignet sind. Die Folge können Verängstigung, aber z. B. auch ein dauerhaft verzerrtes Frauenbild sein. 

Was meint der Anbieter?

Grand Theft Auto ist eines der erfolgreichsten Spiele weltweit und gilt in der Gaming-Szene als Kultspiel. Da der Online-Modus von GTA V nur verfügbar ist, wenn man das Spiel erworben und dementsprechend  sein Alter nachgewiesen hat, ist der Anbieter nicht zu weiteren Schutzmaßnahmen verpflichtet. Hier sind also in der Folge der Handel, Online-Game-Stores und in der letzten Konsequenz Sie als Eltern in der Pflicht. 

Was sollten Eltern beachten?

Auch wenn nicht jedes Kind gleich und unterschiedlich weit entwickelt ist, sollten Eltern die Alterseinstufungen ernstnehmen. Diese werden von erfahrenen Prüfern in kontrollierten Prüfverfahren festgelegt. Nutzen Sie bei Online-Zugängen zu Spielen die technischen Einstellungsmöglichkeiten z. B. bei der Spielekonsole. 

Natürlich lässt sich nicht ganz vermeiden, dass Ihr Kind durch Freunde oder auf anderen Wegen in Kontakt mit dem Spiel kommen kann. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ego-Shooter und Computerspiele, wenn Sie wissen, dass diese genutzt werden. Dabei sollten auch Inhalte und deren Wirkung zur Sprache kommen und deutlich gemacht werden, dass nicht alles der gesellschaftlichen Realität entspricht. 

Auch Gruppendruck kann dazu führen, dass Ihr Kind das Spiel unbedingt ausprobieren möchte. Besprechen Sie sich mit anderen Eltern und überlegen Sie sich mit ihnen ein gemeinsames Vorgehen. 

Fanfiction

Stellen Sie sich vor, Jack aus “Titanic” hätte das Unglück überlebt und wäre mit Rose in Amerika angekommen? Oder wie wäre das Leben von Harry Potter verlaufen, wenn seine Eltern überlebt hätten? Um so etwas geht es in Fanfictions.

Was sind Fanfictions? 

Fanfictions, Fanfiktion, Fangeschichten oder abgekürzt Fanfics sind Geschichten, die von Fans zu einem Buch, einer Serie, einer Musikband oder einem Computerspiel geschrieben werden. Diese Geschichten benutzen die Figuren und das Universum des originalen Werkes und schreiben es um. Sie dichten Ereignisse dazu und lassen Personen leben, obwohl sie im originalen Werk gestorben sind. 
Meistens greifen diese Geschichten die üblichen Themen von Freundschaft und Liebe oder des Dramas auf. Im Zusammenhang mit Fanfictions wurden mit der Zeit auch eigene Wörter erfunden, wie zum Beispiel den Begriff “Shipping”. Hier geht es um den Wunsch eines Fans, dass zwischen zwei oder mehreren Personen eine Beziehung existiert. Das Wort kommt vom englischen Begriff Relationship oder Friendship. Es gibt noch unzählige weitere originelle Abkürzungen, mit denen Fans ihre Fanfictions beschreiben. Mit diesen Abkürzungen und Begriffen können Fans kurz mitteilen, welche Inhalte in ihrer Geschichte auftauchen. Ob es ein Crossover – eine Überschneidung der Handlung – zwischen zwei Welten ist oder ob es nur um einen Charakter geht. So geht Anakin Skywalker, eine Hauptfigur aus dem Star Wars Universum, z. B. auf einmal nach Hogwarts in die Schule und seine Erlebnisse im Zaubererinternat werden erzählt. 

Fanfictions von Kindern und Jugendlichen

Wer mehr zum Thema lesen möchte, findet Informationen auf den Fanfiction-Seiten im Internet, z. B. auf Fanfiction.de  und Wattpad.de. Interessierte Jugendliche können dort mit anderen Fans über ihre Lieblingsstellen in Büchern und Filmen diskutieren, bei Fanfiction-Wettbewerben ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen und Freunde finden, die sich für das Gleiche interessieren wie sie.
Fanfiction kann das Schreibtalent von Kindern und Jugendlichen fördern und regt die Fantasie an. Für alle, die gerne eigene Bücher schreiben wollen oder sich eine Karriere als Schriftsteller vorstellen können, ist Fanfiction eine gute Übung.  

Was sollten Eltern beachten? 

Fanfiction gibt es seit langem. Schon die alten Griechen haben Geschichten gerne weiter gedichtet. Das Internet bietet jetzt ein Portal für all diese Geschichten. Dennoch sollte beachtet werden, dass sich Fanfiction in einer Grauzone bewegt. Hier wird nämlich das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht verletzt, indem etwa geschützte Begriffe aus den originalen Werken genutzt werden. Das Gedankengut von Autoren zu benutzen und umzuschreiben, kann als illegal angesehen werden. Doch haben die meisten Autoren damit kein Problem und sehen es als etwas Positives, solange die Fan-Geschichten nicht verkauft werden.  
Sie sollten auch beachten, dass viele Fanfictions im Internet nicht jugendfrei geschrieben worden sind. Meist wird das durch eine Altersfreigabe gekennzeichnet oder vor drastischen Inhalten gewarnt, da es in manchen Geschichten etwa auch um sexuelle Handlungen geht.  
Fanfiction-Webseiten bieten eine große Auswahl an Geschichten und es lohnt sich, dort vorbeizuschauen. Vielleicht haben Sie und Ihr Kind einen gemeinsamen Lieblingsfilm und wollen auf diese Weise tiefer in seine Welt eintauchen. 

Gefahren in Spam-Mails

„Hey – ich dachte das könnte dir gefallen“ steht im E-Mail-Betreff, Absenderin „Julia“. Diese E-Mail scheint harmlos, doch ein Klick genügt und schon ist der Rechner mit einem Virus infiziert oder private Daten sind unfreiwillig weitergegeben worden. Die Rede ist von Spam-Mails.  Woran erkennen Sie Spam und wie können Sie Ihre Kinder am besten vor Gefahren in unerwünschten Mails schützen?  

Spam, Phishing, Malware und Dialer

Spam-Mails sind unverlangte, massenhaft versendete Werbemails. Diese verstopfen vor allem das E-Mail-Postfach.  

Auch Phishing-Mails werden ohne Aufforderung verschickt. Diese tarnen sich mit seriös wirkenden, bekannten Namen und Logos. Sie zielen darauf ab, persönliche Daten wie Passwörter, Kreditkartennummern oder PINs des Empfängers  oder der Empfängerin abzugreifen. Oft werden Mail-Adressen von bekannten Anbietern wie Paypal oder Amazon verwendet, die auffordern Links zu folgen, um vermeintliche Stornierungen zu verhindern oder Zahlungsaufforderungen nachzukommen.  

Malware-Mails verbergen ihre Gefahr im Anhang: darin sind Viren oder Schadensoftware enthalten, die beim Öffnen Ihren Computer schädigen können. 

Zu Spam-Mails gehören auch sogenannte Dialer-Programme, besser bekannt als Kettenbriefe. Diese fordern Empfänger und Empfängerinnen auf diese Kettenbriefe massenhaft weiterzuleiten, was den E-Mail-Verkehr belastet.

Kinder und der Umgang mit E-Mails

Inzwischen benötigen auch Kinder und Jugendliche häufig E-Mail-Adressen, um sich etwa auf Lernplattformen oder bei Online-Spielen anzumelden. Damit sind auch sie den Gefahren von Spam-Mails ausgesetzt. Oft nutzen Spam-Mails die Neugier ihrer Empfänger und Empfängerinnen aus, indem sie mit bunten Farben, besonderen Angeboten oder alarmierenden Warnungen locken.  
In legalen Werbemails etwa muss immer ein Link enthalten sein, über den man sich vom E-Mail-Verteiler abmelden kann. In Spam-Mails sollte man nie darauf klicken. Damit wird nur die Gültigkeit der E-Mail-Adresse bestätigt. Ihr Kind würde noch mehr unerwünschten Spam erhalten.  

Was können Eltern präventiv gegen Spam tun? 

Es kann hilfreich sein, mit Ihrem Kind zu thematisieren, wie sensibel und angreifbar die eigene E-Mail-Adresse ist. Sie sollten ihre E-Mail-Adresse nicht im Internet veröffentlichen, sondern diese so selten wie möglich auf Webseiten angeben. Legen Sie unterschiedliche E-Mail-Adressen für Ihr Kind an, die offizielle Schuladresse sollte zum Beispiel nicht für Spiele genutzt werden. Aktivieren Sie den Virenschutz auf Ihrem Computer und auf allen Geräten Ihres Kindes sowie den Spamfilter im E-Mail-Postfach. 
Mit diesen Maßnahmen ist jedoch kein vollständiger Schutz vor Spam-Mails gegeben, deshalb ist es wichtig, Spam-Mails erkennen zu können und richtig mit ihnen umzugehen. 

Spam-Mail-Check für Eltern und Kinder

Machen Sie mit Ihrem Kind den 3-Punkte-Check des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zum Umgang mit E-Mails. Damit können Sie und Ihr Kind schnell überprüfen, ob es sicher ist, eine E-Mail oder einen Anhang zu öffnen. 

  • Ist der Absender bekannt oder nicht?  
  • Ist der Betreff der Mail sinnvoll oder nicht?  
  • Gibt es einen merkwürdigen Anhang? 

Auf dem Phishing Radar der Verbraucherzentrale können Sie sich informieren, wenn Sie eine merkwürdige Mail im Postfach Ihres Kindes entdecken.

Was tun, wenn Sie eine Spam-Mail im Postfach entdecken?

Erklären Sie Ihrem Kind, dass es immer aufmerksam die Mails durchgehen sollte und mögliche Spam-Mails nie öffnen sollte.  Stattdessen überprüfen Sie gemeinsam, ob es sich um einen Spam handelt und löschen Sie die Mail dann sofort.   

Wie kann ich mein Kind vor (problematischen) Medieneinflüssen schützen?

In Medien und besonders im Internet stoßen Kinder und Jugendliche schnell auf problematische Inhalte, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Sie verbringen auch manchmal so viel Zeit mit Medien, dass sie kaum mehr etwas anderes machen. 
Manche meinen deswegen, dass man die Mediennutzung von Kindern sehr stark begrenzen oder teilweise sogar ganz zu verbieten soll. Doch ist das sinnvoll, um Kinder vor schädigenden Einflüssen von Medien zu schützen?   

Was sind Medieneinflüsse? 

Medien sind ebenso vielfältig, wie das was in dort zu sehen, zu lesen und zu hören ist. Auch welche Wirkungen Medien(inhalte) auf Menschen haben, unterscheidet sich sehr. Dadurch, dass auch Kinder und Jugendliche sehr verschieden sind, kann man nicht von einem allgemeinen Einfluss sprechen, den Medien auf junge Menschen haben. Manche Kinder kommen zum Beispiel mit Gewalt in Videospielen und Filmen besser zurecht als andere. 
Auf Kinder und Jugendliche wird dabei nicht einfach nur von außen eingewirkt. Sie beschäftigen sich aktiv mit Medien bzw. ihren Lieblingsinhalten und sprechen mit Freunden und Freundinnen darüber. Junge Menschen werden dabei auch selbst zu Produzentinnen von Medieninhalten und ordnen das, was sie im Umgang mit Medien erleben, sogar oft selbst kritisch ein. Trotzdem brauchen sie Begleitung bei ihrer Mediennutzung. 

Sollte die Mediennutzung verboten werden?

Im Internet erleben junge Menschen immer wieder Situationen, die sie überfordern und sie nicht allein bewältigen können. Manche verbringen auch sehr viel Zeit mit digitalen Medien, was dann negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben kann. Einige vermeintliche Experten fordern deswegen schon seit Längerem den Medienumgang für Kinder zu verbieten oder zumindest sehr stark einzuschränken. 
Es ist aber so, dass junge Menschen trotz Verboten in Kontakt mit unangenehmen Inhalten kommen. Zum Beispiel auf den mobilen Endgeräten ihrer Freundinnen und Freunde. Sie sind häufig auch sehr geschickt dabei, Jugendschutzeinstellungen zu umgehen, indem sie zum Beispiel ein falsches Geburtsjahr angeben. 
Statt den Umgang mit Medien zu verbieten, ist es sinnvoller Kindern und Jugendlichen beizubringen, wie sie mit ihnen umgehen. Denn nur durch den Umgang mit Medien können Kinder und Jugendliche wichtige Fähigkeiten entwickeln, die sie auch später für ihr alltägliches Leben benötigen.  Sie als Eltern können Ihre Kinder gemeinsam mit anderen an der Medienerziehung beteiligten Personen dabei unterstützen. 

Begleitung der Mediennutzung

Viele Medieninhalte sind für Kinder ungeeignet und sollten für sie nicht zugänglich sein. Es ist wichtig, dass Ihr Kind altersgerechte Medien nutzt und sich erst ab einem bestimmten Alter selbstständig im Internet bewegen darf, auch wenn jedes Kind anders mit Medieneinflüssen umgeht. Bestimmte Einschränkungen und feste Regeln in der Familie sind also notwendig. Genauso wichtig es aber, diese Einschränkungen und Regeln zu erklären und miteinander auszuhandeln. Komplette Medienverbote ohne Begründungen sind wenig sinnvoll und können sogar den Reiz erhöhen, sich mit diesen verbotenen Medien(inhalten) auseinanderzusetzen. Versuchen Sie stattdessen, Ihrem Kind zu vertrauen und ihm Freiräume zu geben. Zu Medienkompetenz verhelfen Sie Ihrem Kind nicht, wenn Sie alle Medien verbieten, sondern indem Sie die Mediennutzung Ihres Kindes begleiten. Bleiben Sie dafür immer im Austausch mit Ihrem Kind und mit anderen Eltern.

Xbox Series X/S

Die Xbox Series X und Series S sind die Nachfolger der Xbox One und gehören neben der Playstation 5 (PS5) zu den begehrtesten neuen Spielekonsolen bei Kindern und Jugendlichen. 

Kurz gefasst:

  • Seit Ende 2020 erhältlich  
  • Jugendschutz-Funktionen  
  • Zwei verschiedene Modelle verfügbar  
  • Ca. 300 – 750 €  

Was genau ist die Xbox Series X? 

Die Xbox ist eine Spielekonsole von Microsoft. Die beiden neuesten Modelle heißen Xbox Series X und Xbox Series SSeries X ist mit der neuesten Technik und hochwertiger Hardware ausgestattet und deshalb teurer. Die kleinere und kompaktere Series S dagegen ist günstiger. Beide Versionen kommen mit jeweils einem Controller. Auch mit dem Controller der Xbox One kann auf der Xbox Series X und S gespielt werden. Falls Sie nicht schon einen älteren Controller besitzen oder einen dazu kaufen, kann also nur alleine gespielt werden.  
Die Xbox Series X ist insgesamt teurer als andere Konsolen, z. B. die Nintendo Switch, aber etwas günstiger als die Playstation 5 (PS5) Dafür bietet sie, ähnlich wie die Playstation 5, sehr gute technische Eigenschaften: Sie ist sehr schnell und für Gaming in 4K-Auflösung ausgelegt. Viele Spiele der Vorgängerkonsolen können dabei auf der Xbox Series X und S weitergespielt werden.  
Die Xbox Series X kann mit dem heimischen WLAN verbunden werden. Mit einem monatlichen Abo, dem „Game Pass“, ist es möglich, regelmäßig neue Spiele herunterzuladen und online gemeinsam mit anderen Gamerinnen zu spielen. Ein „Game Pass“ ist auch für das günstigere Modell Series S verfügbar.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?  

Die Xbox Series X ist schon seit Ende 2020 erhältlich, jedoch immer wieder sehr schnell ausverkauft.   
Manche Spiele sind nur auf der Xbox verfügbar (z. B. die Halo-Serie oder Microsoft Flug Simulator). Diese exklusiven Games machen die Xbox für Spieler und Spielerinnen attraktiv. Am wichtigsten sind jungen Gamerinnen aber meistens die technischen Eigenschaften und die Tatsache, dass die Xbox Series X so neu und begehrt ist. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot? 

Wie bei der PS5 gibt es für die Xbox viele Spiele, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind, z. B. viele Ego-Shooter. Einige Spielen enthalten außerdem die Möglichkeit mit sogenannten In-Game-Käufen, Spielinhalte (z.B. Gegenstände oder Waffen) dazu zu kaufen.  

Was meint der Anbieter? 

Es werden spezielle Einstellungen in der Xbox Family Settings-App angeboten, mit denen Sie die Konsole kindersicher machen können. Dafür muss zuerst eine Xbox-Familiengruppe erstellt werden. Mit diesem Account können Sie dann ein Konto für Ihr Kind anlegen und Einstellungen vornehmen. Sie können Zeitlimits, Einschränkungen bestimmter Inhalte und andere Einstellungen setzen. Auch können Eltern über die App die Ausgaben der Kinder im Microsoft- und Xbox-Store kontrollieren. Eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung finden Sie hier.  

Was sollten Eltern beachten? 

Die Xbox Series X wurde für 4K-HDR-Fernseher entwickelt. Wenn sie also an ältere Fernseher angeschlossen wird, kann sie nie mit voller Leistung genutzt werden. Das Vorgängermodell Xbox One oder die neue Xbox Series S haben ebenfalls eine sehr gute Qualität und bieten ein tolles Spielerlebnis. Auf beiden Konsolen kann so gut wie jedes Spiel gespielt werden. Überlegen Sie sich, ob es die neueste Konsole sein muss. 
Außerdem ist eine Einschränkung der Spielinhalte nach den jeweiligen Altersfreigaben sinnvoll. Nutzen Sie die Möglichkeiten zum Jugendschutz und besprechen Sie diese mit Ihrem Kind. 
Versuchen Sie sich für die Spielewelten Ihres Kindes zu interessieren, begleiten Sie es möglichst beim Spielen und seien Sie da, falls es etwas Unangenehmes beim Spielen erlebt. Feste Regeln zu Spielezeiten und Spieleinhalten erleichtern dabei den Familienalltag.  

Medienerziehung: Wer ist eigentlich zuständig?

Eltern, Geschwister, Verwandte, Freundinnen, Pädagogen: Im Alltag haben Kinder und Jugendliche mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Doch wer von all diesen Personen ist (mit)verantwortlich für die Medienerziehung? Nur Sie als Eltern? Alle Pädagogen? Oder auch die Medien selbst? 

Was ist Medienerziehung?  

Medienerziehung hat erst einmal das Ziel, Menschen zu unterstützen, mit Medien so umzugehen, dass sie ihnen nicht schaden und sie möglichst positive Erfahrungen mit Medien machen. Das unterscheidet Medienerziehung erst mal nicht von anderen Formen der Förderung von Medienkompetenz. Der Unterschied zur medienpädagogischen Förderung von Kindern, z. B. in der Schule, liegt vor allem darin, dass Medienerziehung nicht immer  auf das Lernen zielt und auch unbewusst geschieht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Vorbildfunktion der Eltern. Wie viel Zeit Sie selbst am Smartphone verbringen oder was Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind im Fernsehen anschauen, all das hat einen Einfluss auf die Medienerziehung Ihres Kindes. Vieles davon entscheiden Sie aber unbewusst oder spontan. Zu diesen häufig eher ungeplanten Formen der Medienerziehung kommen auch gezielte und konkrete Maßnahmen hinzu, wie zum Beispiel das Vereinbaren gemeinsamer Regeln.

Akteure der Medienerziehung

Je älter Kinder werden, desto mehr unterschiedliche Menschen haben mit ihrer Erziehung zu tun. Die Eltern und andere Familienmitglieder sind zuerst in der Verantwortung. Die Medienerziehung ist aber eine viel zu große Aufgabe und Herausforderung, um sie alleine Ihnen als Eltern zu überlassen. Neben verschiedenen Unterstützungs- und Hilfeangeboten im Internet und vor Ort spezifisch für Eltern, wie zum Beispiel Elternabenden, gibt es verschiedene Wege, um die Medienerziehung gemeinsam anzugehen. 
Auch in der KiTa und in der Schule findet Medienerziehung statt. Eltern können sich dort in der Elternvertretung einbringen und zum Beispiel etwas zu einem Medienkonzept oder einem Medienentwicklungsplan beitragen. 

Erziehung durch Medien? 

Auch die Medien selbst und Menschen und Figuren, die Medien machen und in Medien zu sehen sind, können als Akteure der Medienerziehung gesehen werden. Die Anbieter von Medien sollten ihre Angebote zum Beispiel so gestalten, dass ersichtlich ist, für welches Alter sie geeignet sind. Einrichtungen des Jugendschutzes, wie zum Beispiel die USK, sind ebenfalls dafür zuständig, die Medienerziehung zu unterstützen. Auch Menschen, die in Medien zu sehen sind, wie etwa Influencer und Influencerinnen, tragen Verantwortung. Sie sind für viele Kinder und Jugendliche ein Vorbild und können zu einem gesunden Umgang mit Medien beitragen, müssen es aber nicht. 

Gemeinsame Begleitung des Medienumgangs  

Sie sind mit der Medienerziehung nicht alleine. Viele Eltern haben ähnliche Probleme und es lohnt sich, miteinander zu sprechen und gegenseitig auf Unterstützungsangebote hinzuweisen. In Ihrer Familie sollten sie gemeinsam Regeln vereinbaren, die dann für alle gelten. Zu einer guten Medienerziehung kann auch beitragen, wenn Sie sich deutlich machen, dass das, was Sie vielleicht unbewusst mit Medien tun, einen Einfluss auf den Medienumgang Ihrer Kinder hat: zum Beispiel welche Medien Zuhause zur Verfügung stehen oder wie viel Zeit Sie selbst mit Medien verbringen. Allerdings können Sie natürlich nicht mit allen Akteuren zusammenarbeiten, die Einfluss auf die Medienerziehung Ihres Kindes haben. Schauen Sie, dass Sie mit denjenigen gemeinsam die Medienerziehung gestalten, bei denen es möglich ist, wie zum Beispiel mit anderen Eltern oder in der KiTa bzw. der Schule, und die die Unterstützung bieten, die Sie brauchen. 

V-Tuber: Die virtuellen Influencer

Ihr Kind ist Fan eines Youtubers oder einer Streamerin, deren Gesicht er nicht kennt und sie nur anhand der Stimme und einer animierten Figur erkennt? Dann ist es Fan eines V-Tubers.  

Was sind V-Tuber?

“V-Tuber” steht für Virtuelle Youtuber und Youtuberinnen. Man findet sie aber auch auf Twitch oder anderen Streaming Plattformen. Diese Streamer oder Influencer erstellen sich virtuelle Avatare, also digital am Computer erstellte Figuren, mit denen sie in ihren Streams oder Videos auftreten. Viele zeigen sich nur mit diesen Avataren anstelle von ihrem echten Gesicht. Die Avatare sind in 3D oder 2D erstellt. Oft haben sie den Stil einer Disney– oder Anime-Figur mit großen Augen und bunten Haaren. Dabei lassen sich oft Geschlechterstereotype finden. 
Die 3D-Avatare können mit den Memoji von Apple oder den Bitmoji von Snapchat verglichen werden. Manche kennen sie auch aus Videotelefonie-Gesprächen, wie etwa via Skype. Durch ihre Kamera können V-Tuber mithilfe von sogenanntem “Motion-Capture“ Mimik und/oder Gestik aufnehmen und der erstellte Avatar macht diese dann gleichzeitig nach.   
Es gibt unterschiedliche Arten von V-Tubern. Bei einigen ist das Bild ähnlich fest, wie bei anderen Influencern, die vor ihrem Computer sitzen. Bei anderen kann sich der Youtuber oder die Youtuberin in ihrem Raum bewegen, und der Avatar imitiert die Bewegungen. Viele geben Geld aus, um die Charaktere von professionellen Animateuren erstellen zu lassen. Man kann sich aber auch mit kostenlosen Apps selbst Avatare erstellen.  
Der Virtuelle Avatar ist für viele Youtuber und Youtuberinnen auch eine Art Schutz. An schlechten Tagen müssen sie nicht immer lächeln, ihr Avatar macht es für sie. Auch können sie dadurch vermeiden, dass über sie als Person gesprochen wird. Dadurch können sie sich besser von möglichen Hasskommentaren abgrenzen.   

Was finden Kinder und Jugendliche an V-Tubern interessant?  

Einen sprechenden Avatar kennen Kinder schon von klein auf. Der Elefant und die Maus und andere animierte Kinderserien oder Spielfiguren in Games begleiten viele schon lange. Einen animierten Avatar auf Youtube zu sehen ist also für Kinder gar nicht so merkwürdig.   
Sie können die gleiche Bindung mit dem V-Tuber aufbauen wie mit anderen nicht-animierten Persönlichkeiten aus den Medien. Manche, sogenannte parasoziale Beziehungen, sind sogar vergleichbar mit dem Verhältnis zu ihren Freunden. 

Was sollten Eltern beachten?

Es kann problematisch sein, wenn V-Tuber ihre echte Identität nicht preisgeben. Sie können dann auch für eventuelles Fehlverhalten oder schlimmstenfalls Straftaten, wie z. B. Betrug, nicht belangt werden. Sie können ihren Account einfach löschen, falls sie etwas falsch gemacht haben. 
Ein animierter Avatar ist keine ehrliche Repräsentation der eigenen Person. Die schiefe Nase und der Pickel auf der Stirn sieht man auf den Avataren nicht. Sie sehen immer gut aus, und können Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass die Person dahinter ebenso perfekt ist.   
Noch gibt es in Deutschland keine großen V-Tuber. Dieser Trend ist momentan vermehrt in den USA zu beobachten. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die ersten V-Tuber auch hier ankommen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen mit V-Tubern und denken sie gemeinsam darüber nach, was es bedeutet, dass die V-Tuber ihre echte Erscheinung nicht zeigen. 

PlayStation 5

Die PlayStation 5 ist eine der momentan wohl begehrtesten neuen Spielekonsolen bei jungen Gamern . Sie ist vergleichsweise teuer, bietet aber eine hochwertige Grafik und einen neuartigen Controller. 

Kurz gefasst:

  • Seit Ende 2020 erhältlich 
  • Jugendschutz-Funktionen 
  • Zwei verschiedene Modelle verfügbar 
  • Ca. 400 – 900€ 

Was genau ist die PlayStation 5?

Die Playstation 5 (oder kurz: „PS5“) ist eine Spielekonsole des japanischen Entwicklers Sony. Sie kann in zwei verschiedenen Versionen gekauft werden: Die normale PS5 und die PS5 Digital Edition, die sich dadurch unterscheidet, dass sie kein Laufwerk hat. Somit können auf ihr nur heruntergeladene Spiele gespielt werden. Dafür ist sie etwas leichter und günstiger. Beide Versionen kommen mit einem neu gestalteten Controller. Es kann also nur alleine gespielt werden, wenn man nicht weitere Controller dazu kauft. 
Die PS5 ist insgesamt teurer als andere Konsolen, z. B. die Nintendo Switch. Dafür bietet sie, ähnlich wie die XBOX Series X, sehr gute technische Eigenschaften: Sie ist beispielsweise sehr schnell. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen PS3 und PS4, gibt es noch nicht allzu viele nur für die PS5 entwickelte Spiele. Es können aber auch Spiele der Vorgängerkonsole auf der PS5 gespielt werden. 
Die PS5 kann auch an das WLAN angeschlossen werden. Mit „PlayStation Plus“ gibt es ein monatliches Abo, das es ermöglicht, regelmäßig neue Spiele herunterzuladen und online gemeinsam mit anderen Gamerinnen zu spielen. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Gamer auf der ganzen Welt sind täglich auf der Suche nach einer neuen PS5. Sie ist zwar eigentlich schon seit Ende 2020 erhältlich, aber praktisch immer sehr schnell ausverkauft.  
Einige Spiele-Reihen sind nur auf der PlayStation verfügbar (z. B. aus der Spiderman-Serie). Diese exklusiven Spiele machen die PS5 für Gamer attraktiv. Am wichtigsten ist jungen Gamerinnen aber meistens die Qualität der Grafik und die Tatsache, dass die PS5 brandneu und heiß begehrt ist. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot? 

Für die PS5 gibt es viele Spiele, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. So gibt es für die PS5 z. B. viele Ego-Shooter. In einigen Spielen gibt es auch die Möglichkeit mit sogenannten InGame-Käufen, Spielinhalte (z.B. Gegenstände oder Waffen) dazu zu kaufen. Sie sollten also darauf achten, was und wie viel Ihr Kind spielt und mittels der Jugendschutz-Funktionen Einstellungen vornehmen, um die PS5 kindgerechter zu machen. 

Was meint der Anbieter? 

Für die PS5 gibt es die Möglichkeit, Jugendschutz-Einstellungen vorzunehmen. Dafür müssen Sie vorab ein Konto für Ihre Familie im PlayStation Network erstellen. Mit diesem können Sie dann ein Konto für Ihr Kind erstellen und Einstellungen vornehmen. Sie sollten hier einstellen, welche Spiele und Spielinhalte (z.B. Fotos aus den Spielen) es mit anderen teilen, kaufen und veröffentlichen darf. Eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung finden Sie hier. Es gibt auch eine Anleitung in kindgerechter Sprache für die Nutzung des PlayStation Networks. 

Was sollten Eltern beachten?

Es muss nicht immer die neueste und teuerste Spielekonsole sein. Die Vorgängermodelle PS3 und PS4 haben immer noch eine sehr gute Qualität und bieten ein tolles Spielerlebnis. Für beide Konsolen gibt es auch mehr Spiele, weil die PS5 relativ neu ist und noch nicht allzu viele Spiele für sie entwickelt wurden. 
Grundsätzlich sollten Sie offen sein für die Wünsche Ihres Kindes. Sie können aber auch darüber sprechen, dass das Neueste nicht immer auch das Beste ist. Wichtig ist auf jeden Fall sich für die Spielewelten Ihres Kindes interessieren, es möglichst beim Spielen begleiten und da sind, falls es etwas Unangenehmes erlebt. 

Die Klamottenmarke der Influencer – Merch

Vielleicht haben Sie noch irgendwo in Ihrem Kleiderschrank ein T-Shirt von Ihrer Lieblingsband aus Ihrer Jugend. Oder Sie gehen gern zum Fußball und haben deshalb natürlich auch die ganze Fankollektion Ihres Vereins – von Schal über Trikot bis zur Bettwäsche. Doch heutzutage vermarkten nicht nur Sportvereine und Musikerinnen oder Musiker solche Produkte, sondern auch Influencerinnen und Influencer. Sogenannter Merch von den Idolen ist auch für Kinder und Jugendliche spannend. 

Was genau ist Merch?

Merch ist die Kurzform von Merchandise und der englische Begriff für Vermarktung. Die Palette der Merchandise-Produkte reicht von Sammelkarten, Spielfiguren und Schlüsselanhängern bis hin zu T-Shirts, Trikots oder sogar Kostümen. Das Trikot des liebsten Fußballvereins gibt es häufig schon in Babygröße, die Figuren von Ninjago als Sammelkarten und Prinzessin Elsa erscheint auch auf Brotdosen und Rucksäcken. Ab dem Kindesalter ist Merchandise präsent. 

Der Merch der Influencer

Auch viele YouTuberinnen und Influencer betreiben online ihren eigenen Merch-Shop. Dort gibt es regelmäßig neue Kollektionen von T-Shirts, Kapuzenpullovern und Beuteln. Dieser Merch ist selten in “normalen” Geschäften verfügbar. Influencer machen in ihren Videos, Stories usw. darauf aufmerksam. Viele Kinder und Jugendliche möchten ihre Lieblings-Influencer durch den Kauf solcher Artikel unterstützen. Durch häufige Werbung bekommen sie das Gefühl, dass jede neue Kollektion etwas Exklusives und Seltenes ist.  

Dieser Merch drückt, genau wie der von Bands und Sportvereinen, Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus. Außerdem steht der Influencer oder die Musikerin für etwas Bestimmtes, das sich mit seinem oder ihrem Merch auch auf die Person überträgt, die die entsprechenden T-Shirts und Pullis trägt.  

Solcher Merch wird in der Regel bei anderen Firmen produziert. Nicht immer handelt es sich um qualitativ hochwertige Produkte. Die Preise für die Sachen sind oft recht teuer, weil man nicht nur den Pulli, sondern auch die Marke und das Design mitbezahlt. Mehr dazu erfahren Sie im Video von Pocket Money

Worauf Sie bei Influencer-Merch achten sollten? 

Bevor Sie dem Wunsch Ihres Kindes nach beworbener Kleidung eines bestimmten YouTubers nachkommen, sollten Sie gemeinsam folgende Fragen beantworten: 

  • Wofür steht die Influencerin oder der Influencer? Kann ich bzw. mein Kind dahinter stehen? 
  • Ist es nur ein kurzzeitiges Interesse oder begeistert mein Kind sich schon länger für den Influencer? 
  • Ist der Preis für den Merch angemessen und stimmt die Qualität? 
  • Gibt es eine sichere Bezahlungsmöglichkeit? Lassen sich die Sachen kostenlos umtauschen? 

Sie sollten auch darauf achten, dass Sie die Bezahlung abwickeln. Geben Sie Ihrem Kind niemals Ihre Konto- oder Kreditkartendaten. 

Gestehen Sie Ihrem Kind das Fansein zu. Das gehört zum Aufwachsen dazu, wie Sie wahrscheinlich aus ihrer eigenen Kindheit und Jugend wissen. Wenn es um Merch geht, sollten Sie jedoch kritisch hinterfragen, ob alles gekauft werden muss. Regen Sie auch Ihr Kind an, darüber nachzudenken. 

Ein Tablet für mein Kind

Tablets sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen an den verschiedensten Orten präsent: Die mobilen Geräte begegnen ihnen in der Hand von Eltern und anderen Familienmitgliedern, in der Schule oder Kita oder auch mal im Museum. Kein Wunder, dass bei vielen früher oder später der Wunsch nach einem eigenen Tablet aufkommt. 

Tablets in Kinderhand? 

Viele Eltern fragen sich dann als erstes: Ist mein Kind schon alt genug für ein eigenes Tablet? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort – Sie kennen Ihr Kind und seinen Entwicklungsstand am besten und können daher auch am besten einschätzen, welche digitalen Medien es schon sinnvoll nutzen kann. Überlegen Sie auch, aus welchem Grund Sie Ihrem Kind ein Tablet anschaffen wollen: zum Spielen, Kreativsein oder Lernen? Es gibt viele Möglichkeiten!     

Das passende Gerät finden 

Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Tablet ist es auch hilfreich, darüber nachzudenken, wofür es hauptsächlich genutzt werden wird. Ebenso ist das Alter des Kindes zu berücksichtigen. 

Kinder-Tablets 

Es gibt Tablets speziell für Kinder – mit vielen Voreinstellungen, die das Gerät kindersicher machen sollen. Außerdem haben sie meist eine bunte, stoßsichere Hülle, die Kinder gut greifen können. Solche Tablets sind vor allem zum Spielen gedacht und eignen sich für jüngere Kinder. Wenn Sie sich für so ein Gerät interessieren, sollten Sie sich vorab mit den Voreinstellungen auseinandersetzen, denn viele sind nicht veränderbar. Ein Nachteil dieser Kinder-Tablets kann sein, dass das Kind schnell aus ihm „herauswächst“. Das Design ist auf jüngere Kinder ausgerichtet, was bald als uncool empfunden werden kann. Außerdem werden die begrenzten Nutzungsmöglichkeiten irgendwann nicht mehr passen bzw. langweilig. 

„Normale“ Tablets 

Auch ein „normales“ Tablet, das nicht speziell für Kinder entwickelt wurde, lässt sich mit verschiedenen Einstellungen und Apps ohne allzu großen Aufwand kindersicher gestalten. Die Einstellungen lassen sich immer wieder anpassen. Eine gute Unterstützung dabei sind Angebote wie das Jugendschutzprogramm JusProg oder die App Kids Place, mit denen Sie zum Beispiel ungeeignete Websites sperren oder Nutzungszeiten limitieren können. Als sinnvolles analoges Zubehör können Sie das Tablet mit einer stoßfesten Hülle und einer Panzerglasfolie für den Bildschirm ausstatten. 

Gebraucht oder neu? 

Auch die Anschaffung eines gebrauchten Geräts kann eine gute Option sein. Gerade für Kinder muss es nicht das neueste Modell mit der besten technischen Ausstattung sein. Nur zu alt sollte das Tablet nicht sein, denn dann kann es passieren, dass wichtige Sicherheitsupdates nicht mehr unterstützt werden. Vielleicht hat jemand aus der Familie ein ausgedientes Gerät abzugeben? Auch im Internet gibt es viele günstige Gebrauchtmodelle zu kaufen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein „Familien-Tablet“, also ein Gerät, dass Sie gemeinsam nutzen. Dann bietet es sich an, mehrere Benutzerkonten anzulegen, um die Einstellungen individuell anpassen zu können. 

Mediennutzung begleiten 

Bei Tablets gilt das gleiche wie bei allen (digitalen) Medien. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung, legen Sie gemeinsam Regeln fest (z. B. in einem Mediennutzungsvertrag) und seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst. Nutzen Sie das Tablet auch mal gemeinsam: Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, welches Spiel es zurzeit gerne spielt, machen Sie zusammen lustige Fotos oder lesen Sie ihm aus einem interaktiven Bilderbuch vor. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind altersgerechte Anwendungen und Apps verwendet. Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, die Einstellungsmöglichkeiten am Gerät zu nutzen (siehe oben) und App-Berechtigungen zu prüfen.  

Falls Ihr Kind bereits in die Schule geht und dort mit einem Tablet ausgestattet wurde, das es mit nach Hause nehmen darf, sollten Sie sich mit den Regeln der Schule und den Voreinstellungen vertraut machen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob, und wenn ja, in welchem Rahmen, es das Schultablet auch nach erledigten Hausaufgaben nutzen darf. 

Hilfreiche Links und App-Tipps 

Kinder- und Jugendschutz-Apps und -Programme 

Apps für Kinder

Weitere Informationsangebote 

Nintendo Switch

Bei jüngeren und älteren Gamern ist sie gleichermaßen beliebt: Die Nintendo Switch. Besonders ist, dass man die Spiele-Konsole entweder zuhause auf dem (Fernseh-)Bildschirm oder unterwegs nutzen kann. Es gibt viele unterschiedliche Spiele und eine App mit der Eltern die Konsole kindgerechter einstellen können. 

Kurz gefasst: 

  • Seit 2017 erhältlich 
  • Kosten: ca. 300 € – 350 € 
  • Große Auswahl an Spielen für die ganze Familie 
  • Jugendschutz-Funktionen als App für iOS und Android 

Was kann die Nintendo Switch? 

Die Nintendo Switch (oder kurz: „Switch“) ist eine Spiele-Konsole des japanischen Entwicklers Nintendo. Sie besteht aus der Konsole selbst, die an ein Tablet mit Touchscreen erinnert, einer Docking-Station, mit der man sie an einen größeren Bildschirm anschließen kann und (standardmäßig) zwei Controllern. Die beiden Controller können links und rechts an die Konsole angeschlossen werden. So ist die Switch mobil nutzbar – zum Beispiel auf einer langen Bahnfahrt. Die beiden Controller können aber auch abgenommen werden und Zuhause zusammengefügt alleine oder einzeln aufgeteilt von mehreren Gamern gleichzeitig genutzt werden.
Die Controller haben bestimmte Sensoren und können ähnlich wie bei dem Vorgängermodell, der Nintendo Wii, bei manchen Spielen mit einer Bewegungssteuerung genutzt werden. So kann man zum Beispiel bei einem Golf-Spiel den Controller wie einen Schläger schwingen.
Die Switch kann außerdem an das heimische WLAN angeschlossen werden. So können Spielinhalte (z.B. selbstgemachte Fotos aus den Spielen oder Highscores) online gestellt, neue Spiele gekauft oder erweitert werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Für viele Gamer ist interessant welche Spiele für die jeweiligen Konsole verfügbar sind. Die Konsolen der Konkurrenz Microsoft Xbox X oder Sony Playstation 5 haben zwar eine bessere Grafik, die Switch hat aber viele Spiele, die es nur für diese Konsole gibt, wie etwa aus der Pokémon- und Zelda-, oder Animal Crossing-Reihe, die alle vor allem junge Fans haben.
Die Spiele für die Switch sind insgesamt sehr vielfältig. Es gibt viele Spiele, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind und auch Spiele, die gemeinsam in der Familie gespielt werden können, wie zum Beispiel aus der beliebten Mario-Reihe. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Neben Spielen für jüngere Gamer, gibt es auch für sie ungeeignete Spielinhalte, wie zum Beispiel Ego-Shooter. Achten Sie daher auf die Alterskennzeichen der USK. Außerdem kann es in manchen Fällen passieren, dass die Zeit, die mit Games verbracht viel zu viel wird, sogar bis zur Gefahr einer Abhängigkeit. Sie sollten also darauf achten, dass Ihr Kind nicht mit Spielen konfrontiert wird, die nicht für das jeweilige Alter freigegeben sind, und dass Sie gemeinsam Spieldauer und Uhrzeiten festlegen. Hilfe bieten Ihnen hier die Jugendschutzeinstellungen der Konsole. 

Was meint der Anbieter? 

Sie können die Jugendschutzeinstellungen direkt auf der Konsole oder mit der App „Nintendo Switch-Altersbeschränkungen“ vornehmen, die bei Google Play für Android und im App Store für iOS kostenlos heruntergeladen werden kann. Hier können Sie einen Account für sich und einen für Ihr Kind erstellen und diese dann mit der Switch verknüpfen. So lassen sich die Spieldauer begrenzen und bestimmte nicht-altersgemäße Inhalte blockieren. Sie können sie auch Benachrichtigungen schicken lassen, die Sie darüber informieren, was Ihr Kind mit der Switch macht. 

Was sollten Eltern beachten? 

Die Jugendschutzeinstellungen können Ihnen zwar ein bisschen Sicherheit geben, aber sie können auch dazu führen, dass Ihr Kind sich überwacht fühlt. Wichtig ist, dass Sie Interesse für die Lieblingsspiele Ihres Kindes zeigen, darüber sprechen, was es beim Spielen erlebt und gemeinsame Regeln vereinbaren. Außerdem bietet Switch viele Möglichkeiten gemeinsam miteinander zu spielen und Spaß zu haben. Setzen Sie sich mal dazu und lassen Sie sich von Ihrem Kind die Spielwelt erklären. 

Virtueller Elternabend am 2. November 2021 von 17.00 bis 18.00 Uhr

#DenkenFragenPosten: Was müssen Eltern beachten, wenn sie Fotos von Kindern im Netz teilen?​

Kaum ist ein Kinderfoto gemacht, wird es auch schon über Messenger oder Social Media Dienste mit Familie und Freunden geteilt – das ist gängige Praxis in vielen Familien geworden. Es wirft aber auch einige Fragen auf: Wann verletzt das Teilen von Bildern und Daten die Rechte von Kindern, zum Beispiel ihr Recht auf Privatsphäre, auf Schutz oder auf Mitbestimmung? Was müssen Eltern beachten, wenn sie Bilder teilen wollen?
Wir möchten beim virtuellen Elternabend von Elternguide.online gemeinsam aus kinderrechtlicher Perspektive auf die Praxis des “Sharentings” („Share“ + „Parenting“) schauen und Tipps erarbeiten, wie Kindheit im Internet stattfinden kann, ohne dass Kinderrechte verletzt werden. Seien Sie live dabei und stellen Sie Ihre Fragen an unsere Expertinnen – wir geben Antworten und stehen für den Austausch zur Verfügung!

Informationen und Anmeldung

Datum: 02.11.2021 | Zeit: 17 bis 18 Uhr
Ablauf: Medienpädagogischer Input mit Möglichkeiten zum offenen Austausch
Referentin: Cornelia Jonas, Deutsches Kinderhilfswerk
Plattform: Der virtuelle Elternabend wird über das Tool „Zoom“ realisiert.
Datenschutzhinweis: Zoom ist ein Service der Zoom Video Communications Inc., die ihren Sitz in den USA hat. Wir nutzen Zoom über den deutschen Betreiber easymeet24. Serverstandort von easymeet24 ist Europa. Weiterhin haben wir innerhalb des Dienstes Zoom die Konfigurationen mit dem höchsten Daten- und Sicherheitsschutz gewählt.
Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

Anmeldung:

    Hiermit melde ich mich zum virtuellen Elternabend von Elternguide.online am 02.11.2021 um 17.00 Uhr verbindlich an.

    * = Pflichtangabe
    Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der Verarbeitung Ihrer Anfrage und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung und Durchführung des Webinars gelöscht. Mit dem Absenden der Nachricht willigen Sie in die diesbezügliche Datenverarbeitung ein.
    Bitte nehmen Sie auch von unserer Datenschutzerklärung Kenntnis.

    Faszination Profilbild

    Bunte animierte Figuren, Haustiere, Blumen, Fußballflaggen oder ein ganz normales Urlaubsfoto. All dies landet als Profilbild auf Facebook, Instagram und Co. Eine Nachricht wie “… hat ihr Profilbild aktualisiert” hat sicherlich jeder in den Sozialen Netzwerken schon einmal gelesen.

    Doch warum ist das Profilbild ein so wichtiger Teil des Internetauftritts für Jugendliche und für Erwachsene?

    Profilbilder können die Online-Kommunikation erleichtern

    Profilbilder können dabei helfen, andere im Internet zu identifizieren. Wenn Ihr Kind in der Schule zum Beispiel neue Freundschaften geschlossen hat, kann es überprüfen, ob der Name zum Bild passt und es sich um die richtige Person handelt. Profilbilder bieten aber auch Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken und zu zeigen, was man mag. Das wiederum hilft anderen, den richtigen Eindruck von der Identität einer Person zu bekommen. 

    Ein Profilbild ist das Erste, was man sieht, wenn man eine Freundschaftsanfrage bekommt oder Instagram öffnet. Das Profilbild ist also vergleichbar mit dem ersten Eindruck im realen Leben. Doch bei der Online-Kommunikation fehlen Dinge wie Augenkontakt, Körperhaltung und Tonlage. Sie zeigen, wie der Gesprächspartner drauf ist. Das Profilbild kann das ein wenig auch online leisten – zum Beispiel, weil eine Person ganz nah und damit ihr Gesichtsausdruck, wie etwa ein Lächeln, zu sehen ist.  

    Was Profilbilder für Jugendliche bedeuten

    Mit dem Profilbild vermittelt jede Person eigenen Botschaften. Ob es nur die Nachricht ist: “Ich mag Katzen”, weil ein Selfie mit einer Katze zu sehen ist, ein gepostetes Bild mit Filtern überlagert oder der graue Umriss eines Menschens. All das sendet dem Betrachtenden verschiedene Nachrichten, nach denen beurteilt wird, ob jemand sympathisch rüberkommt oder nicht. Ähnlich funktionieren der Status bei WhatsApp oder die Storys bei Instagram.

    Genau deshalb ist es für viele Jugendliche wichtig, ein “gutes” Profilbild zu haben. Dieses muss für sie bestimmte Funktionen erfüllen.: Es soll professionell wirken, aber trotzdem noch spontan oder es sollte möglichst nah am eigenen Schönheitsideal sein. Es kann vorkommen, dass Jugendliche ihr Profilbild alle paar Wochen wechseln, weil sie ein Bild gemacht haben, mit dem sie sich besser identifizieren können und das die richtige Botschaft an ihre Freundinnen und Freunde sendet. 

    Worauf Sie als Eltern achten sollten

    Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass ein Profilbild etwas ist, in dem viele Menschen unterschiedliche Dinge sehen können und es sehr stark davon abhängt, wer das Bild betrachtet. Nicht nur Freunde, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer oder zukünftige Kollegen und Kolleginnen auf der Arbeit könnten das Bild sehen. Deshalb sollte vorher überlegt werden, wie ein Profilbild verstanden werden könnte, bevor es hochgeladen wird. 

    Profilbilder können auch Dinge über eine Person verraten, die andere Personen nichts angehen. Gerade, wenn ein Profil nicht privat ist, das heißt auch Fremde die Person auf Instagram, Tik Tok usw. finden und anschauen können, sollten weder das Profilbild noch andere Informationen zu private Dinge wie zum Beispiel den Wohnort über die Person verraten. Besonders wenn Ihr Kind noch unerfahren mit sozialen Netzwerken ist, können Sie erst einmal gemeinsam ein Bild einstellen, das wenig preisgibt. Das kann sogar die Kreativität fördern. Ein Bild, das etwa nur die Schuhe oder einen Schattenumriss Ihres Kindes zeigt, kann trotzdem individuell und schön sein. Gleichzeitig ist es für Fremde nicht eindeutig erkennbar, so dass die Gefahr von Cybergrooming geringer ist. Am sichersten ist es, Profile von Kindern und Jugendliche immer auf “privat” umzustellen, so dass nur Freunde sie sehen können!

    YouTube Shorts

    TikTok ist dafür bekannt und Instagram hat mit Reels nachgezogen. Nun hat auch YouTube das Kurzvideo-Format für seine App eingeführt. Es heißt YouTube Shorts und kann für Kinder und Jugendliche eine spannende Erweiterung der YouTube-Inhalte sein. 

    Kurz gefasst:

    • Kurzvideos im Hochformat von maximal 60 Sekunden
    • über die App oder den Browser erreichbar
    • eigene Shorts können über die YouTube-App erstellt werden
    • angezeigte Videos basieren auf dem Empfehlungsalgorithmus
    • fesselnde Wirkung auf Kinder und Jugendliche möglich 

    Was bietet YouTube Shorts? 

    Mit YouTube Shorts können sich Nutzende Kurzvideos mobil auf dem Smartphone anschauen. Sogenannte Creator können mit der YouTube-App auch eigene Kurzvideos im Hochformat aufnehmen. Die Clips dauern maximal 60 Sekunden. 

    Die Kurzvideos auf YouTube erscheinen in der Smartphone-App in einer eigenen Rubrik. Sobald ein Kurzvideo – häufig versehen mit dem Hashtag #shorts – ausgewählt wird, erscheint es auf dem gesamten Smartphone-Display. Über eine Wischbewegung von unten nach oben werden neue Videos angezeigt. Welche das sind, entscheidet der Empfehlungsalgorithmus von YouTube: Auf Grundlage bisher angesehener Videos werden vermutete Interessen und der angebliche Geschmack des jeweiligen Zuschauers berechnet. Auch am Computer oder Laptop lassen sich die Kurzvideos anschauen.  

    Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

    Shorts sind in der Regeln sehr kurzweilig und unterhaltsam. Für Kinder und Jugendliche kann das ein Grund sein, noch mehr Zeit auf YouTube zu verbringen. Außerdem kann YouTube Shorts ein Anreiz sein, selbst Clips hochzuladen. Denn in der neuen Rubrik erscheinen auch Videos, die nicht professionell gedreht wurden. Creators mit wenigen Followerinnen und Followern und ohne große technische Ausstattung können so Aufmerksamkeit erhalten. Das war zuvor aufgrund der vielen, professionell gestalteten Videos bei YouTube sehr schwer und eher unrealistisch.  

    Was kann problematisch sein an dem Angebot?

    Ähnlich wie TikTok kann YouTube Shorts sehr fesselnd sein, so dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit damit verbringen, als sie eigentlich möchten oder sollten. Dazu trägt der Empfehlungsalgorithmus bei. Eine Wischbewegung nach oben reicht aus, um das nächste Video anzuschauen. YouTube Shorts zu schließen, kann daher sehr schwer fallen. Beim Anschauen der Videos können Kinder und Jugendliche außerdem mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen.

    Wie andere Social Media-Apps auch, bestehen Kommunikationsrisiken, wenn Kinder und Jugendliche eigene Inhalte im Netz verbreiten und sich mit anderen Nutzenden austauschen – wie z. B. negative und verletzende Kommentare oder Cybergrooming.

    Was meint der Anbieter?

    Es gelten die Nutzungsbedingungen, Datenschutzbestimmungen und Community-Richtlinien von YouTube. Auf einer eigenen Seite informiert der Anbieter über mögliche Datenschutzeinstellungen. YouTube empfiehlt Eltern von minderjährigen Nutzenden die Einrichtung eines YouTube-Kontos mit Elternaufsicht. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag YouTube in der Familie

    Da YouTube Shorts bisher nur in einer Beta-Version (= vorläufige Version) nutzbar ist, wird sich zeigen, ob der Anbieter noch weitere Einstellungsmöglichkeiten ergänzen wird.

    Was sollten Eltern beachten?

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, ob es YouTube Shorts nutzt und, wenn ja, warum. Was gefällt ihm daran und welche Clips schaut es sich gerne an? Auch Nutzungsrisiken sollten besprochen werden. Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit YouTube Shorts und mit Medien generell verbringt. Ein Mediennutzungsvertrag kann dabei helfen, eine vernünftige Nutzungszeit einzuhalten.  Möchte Ihr Kind selbst Videos hochladen? Dann reden Sie darüber, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und welche nicht. Es gibt auch die Möglichkeit, Videos nur mit ausgewählten Personen zu teilen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie andere Nutzende blockiert und gemeldet werden können. Das ist wichtig, falls es unangemessene Kommentare oder Nachrichten erhält. Ihr Kind sollte wissen, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.

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