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Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind kritisch an KI heranführen, ohne es zu überfordern?

Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.

KI verstehen lernen

Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.

Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.

Was Eltern wissen sollten

  • KI ersetzt kein Wissen: Antworten sind statistische Vorhersagen, keine gesicherten Fakten. Wenn Kinder Antworten von Chatbots einfach abschreiben, fehlt ihnen die Chance, ein Thema wirklich zu verstehen.
  • KI kann verwirren: Gerade jüngere Kinder können schwer unterscheiden, was real ist und was die KI „erfindet“. Und: Nicht immer ist einfach erkennbar, ob eine Antwort von einer KI oder einem Menschen kommt.
  • Kaum Jugendschutz: Viele Tools sind nicht speziell für Kinder entwickelt. Altersfilter, Moderation für sensible Themen und klare Datenschutzhinweise fehlen oft.
  • Vergleichsdruck: Kinder wollen oft perfekte Ergebnisse und vergleichen sich mit KI-Ausgaben, was Druck erzeugen kann.

So können Eltern begleiten

Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.

  • Gemeinsam ausprobieren: Probieren Sie KI-Anwendungen gemeinsam aus, etwa für Geschichten, Bilder oder kleine Recherchen. Lassen Sie Ihr Kind erzählen: Was überrascht, irritiert oder macht Spaß? Erklären Sie dabei, dass KI in Spielen, Apps oder Chatbots unterschiedlich funktioniert. In Spielen steuert sie Figuren oder Gegner*innen, in Chatbots beantwortet sie Fragen. Kinder lernen so, sich nicht allein auf ein Ergebnis zu verlassen. Kleine Experimente, wie das Vergleichen von KI-Ergebnissen mit eigenen Recherchen, fördern gleichzeitig Medienkompetenz, kritisches Denken und Neugier.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Kann das stimmen?“, „Wie könntest du prüfen, ob die Antwort richtig ist?“ oder „Gibt es eine andere Quelle, die etwas Ähnliches oder etwas anderes sagt?“ So lernt Ihr Kind, KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zu übernehmen.
  • Regeln festlegen: Legen Sie gemeinsam fest, wie KI genutzt wird, beispielsweise nur gemeinsam, nur für bestimmte Aufgaben oder für kreative Projekte.
  • Datenschutz verständlich erklären: Machen Sie deutlich: „Was du eingibst, wird gespeichert. Deshalb teilen wir keine persönlichen Infos wie Namen, Fotos oder Schulwege.“
  • KI als Werkzeug, nicht als Lösung: Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Ideen zu entwickeln. KI kann inspirieren, ersetzt aber nicht das eigene Denken und kreative Arbeiten.
  • Gefühle ernst nehmen: Besprechen Sie Frustration oder Vergleiche mit KI-Ergebnissen. KI ist nicht „schlauer“ oder „besser“ als Ihr Kind. Sie liefert Vorschläge, keine perfekten Lösungen.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Social Media, Influencer*innen und das liebe Geld

In Zeiten von Social Media ist es leicht, Einblicke in das Leben bekannter Personen zu bekommen – und sich ihnen erstaunlich nah zu fühlen. Doch was für Fans vor dem (Handy-)Bildschirm fast wie eine Freundschaft wirkt, ist für die Creator*innen vor allem ein Job, mit dem sie Geld verdienen. Gerade Kindern und Jugendlichen müssen wir das Geschäftsmodell hinter dieser vermeintlichen Nähe bewusst machen.

Wie verdienen Influencer*innen Geld?

Für viele junge Menschen klingt es traumhaft und verlockend, mit kurzen oder längeren Internet-Videos reich zu werden. Tatsächlich steckt hinter sehr erfolgreichen Profilen jedoch meist ein ganzes Team, eine genaue Produktionsplanung und eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Denn die Inhalte müssen gezielt so gestaltet und ausgespielt werden, dass sie Reichweite schaffen – und damit am Ende Einnahmen.

Influencer*innen verdienen ihr Geld über verschiedene Wege:

  • Direkte Geschenke und Zahlungen von Fans: Wenn Influencer*innen auf Plattformen wie TikTok oder Twitch live sind, interagieren sie über Chat oder Reaktionen mit ihrem Publikum. Fans wiederum können virtuelle Geschenke kaufen, etwa Coins oder Emotes, die sie während eines Streams vergeben. Manche Creator*innen bieten auch exklusive, kostenpflichtige Inhalte über Plattformen wie Patreon an.
  • Werbung und Sponsoring: Es ist kein Zufall, dass Influencer*innen ihrem Publikum häufig Produkte präsentieren und anpreisen, die sie – angeblich oder tatsächlich – begeistern. Oft stehen dahinter Werbeverträge. Je mehr Reichweite, desto lukrativer die Verträge. Solche mit weniger Follower*innen bekommen für ihre Werbung manchmal ‚nur‘ kostenlose Produkte, bei großen Accounts können die Verträge ziemlich ertragreich sein.
  • Affiliate-Links: Nicht selten zeigen die Internet-Stars nicht nur Produkte, sondern verlinken sie auch direkt in Stories oder ihrem Profil. Was oft wie ein praktischer Service wirkt, ist meist eine weitere Einnahmequelle: Wird ein Produkt über diesen Affiliate-Link gekauft, bekommen Influencer*innen eine Provision. Der kommerzielle Charakter dieser Links ist nicht immer erkennbar.
  • Eigene Produkte und Marken: Mit wachsender Bekanntheit entstehen oft eigene Mode-, Beauty-, Schmuck- oder Lifestyle-Produkte. Fans kaufen diese gern, um ihre Lieblings-Creator*innen zu unterstützen oder sich mit ihnen verbunden(er) zu fühlen.

Warum funktionieren diese Vermarktungsstrategien gerade bei Kindern und Jugendlichen gut?

Für Kinder und Jugendliche sind ‚ihre‘ Influencer*innen oft wichtige Vorbilder und Idole. Sie genießen hohes Vertrauen bei den jungen Menschen, ihre Inhalte und Aussagen werden selten hinterfragt und ihre ‚Produktempfehlungen‘ gerne angenommen.

Durch die Nutzung der beworbenen Produkte fühlen sich die Jugendlichen dem Lifestyle der Influencer*innen und Stars sowie ihnen selbst näher und können dadurch ihre eigene Identität oder Zugehörigkeit ausdrücken.

Influencer*innen-Marketing richtet sich viel direkter und passgenauer an bestimmte Zielgruppen und wirkt sehr persönlich, daher ist es längst wichtiger und erfolgreicher als klassische Werbespots in TV und Radio.

Was kann problematisch sein?

Werbung wird nicht erkannt: Empfehlungen wirken persönlich und ehrlich, sind aber häufig bezahlt. Wird das nicht erkannt, kann Vertrauen ausgenutzt werden.

Nähe wird missverstanden: Virtuelle Interaktionen – etwa über Live-Chats oder Geschenke an Influencer*innen – können den Eindruck echter Beziehungen erzeugen, die in der Realität nicht existieren. Die Beziehung ist „einseitig“, da die Fans für die jeweiligen Influencer*innen meistens eine anonyme Masse sind.

Konsumdruck entsteht: Creator*innen zeigen häufig viele neue Produkte und einen Lebensstil voller „Must-haves“. Das kann Erwartungen verzerren, den Selbstwert beeinflussen und zu finanziellen Problemen führen.

Was Eltern beachten sollten

Bleiben Sie auf dem Laufenden und mit Ihrem Kind im Gespräch über dessen Konsumverhalten. Influencer*innen spielen für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle zur Orientierung. Haben Sie Verständnis dafür und zeigen Sie Interesse. Fragen Sie Ihr Kind, welche Creator*innen es verfolgt und warum. Schauen Sie sich gemeinsam deren Inhalte an und sprechen über das Gesehene.

Vielen Kindern ist wichtig, was Gleichaltrige nutzen und tun. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit gehört zur Entwicklung dazu. Begleiten Sie Ihr Kind beim Einrichten eines Social-Media-Accounts, wenn es auf diesen Plattformen unterwegs sein möchte, und achten Sie gemeinsam auf Privatsphäre-Einstellungen sowie wahrheitsgemäße Altersangaben, damit Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen greifen können.

Sprechen Sie darüber, wie Influencer*innen Geld verdienen, wie Ihr Kind Werbung erkennt, welche Strategien dahinterstecken und wie gute Kaufentscheidungen getroffen werden können.

Damit es keine unerwarteten Kosten gibt, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt, wie Sie In-App Käufe auf dem Gerät Ihres Kindes einschränken könnten.

Falls Sie noch mehr zum Thema erfahren möchten, schauen Sie bei unsere Kolleg*innen von klicksafe vorbei. Sie beschreiben, wie genau YouTuber*innen Geld verdienen.

Medien-Tipps rund um Weihnachten 

Plätzchenduft, Shopping-Stress, leuchtende Kinderaugen: Die Feiertage rücken näher und bei vielen Kindern und Jugendlichen stehen digitale Geräte und Spiele auf der Wunschliste. Was sollten Sie als Eltern vor und nach dem Schenken beachten? Zwischen den Jahren und in den Ferien bleibt auch Zeit für gemeinsame Medienerlebnisse in der Familie. Wie kann diese sicher, altersgerecht und sogar kreativ gestaltet werden? Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über Angebote aus dem Elternguide.online-Partnernetzwerk.  

Mit Medien gegen Langeweile 

Die Weihnachtsferien können lang sein, besonders wenn das Wetter draußen nicht so recht zum Spielen einlädt. Wenn Sie zuhause Geräte wie Smartphones, Tablets, Kameras oder einen Laptop zur Verfügung haben – wie wäre es, wenn Sie und Ihr Kind einfach mal loslegen? Sie können gemeinsam fotografieren oder filmen, neue kreative Apps ausprobieren und Medienzeit aktiv gestalten. Das macht riesig Spaß und Ihr Kind lernt nebenbei auch noch was in Sachen Medienkompetenz.  

Auf der Website kinder.jff.de gibt es Vorschläge für einfache Medienprojekte, die Kinder ab 3 Jahren mit Unterstützung von Ihnen als Eltern zuhause durchführen können. Dabei helfen kindgerechte Videoanleitungen, in denen die Umsetzung der Medienprojekte Schritt für Schritt gezeigt wird. Wie wäre es mit einem Foto-Memory mit Christbaumschmuck oder einer Hörgeschichte zum Thema Weihnachtstraditionen? 

Für kleine Fotofans zwischen 8 und 12 Jahren bietet knipsclub einen sicheren Rahmen, sich in einer geschlossenen und pädagogisch betreuten Fotocommunity auszuprobieren und miteinander über Fotos auszutauschen. Auf der Website finden Sie kreative Foto-Tipps, zum Beispiel zum Malen mit Licht. Besonders in der Silvesternacht ein richtiger Hingucker! 

(Medien-)Challenges in der Familie 

Challenges kennen Sie bestimmt aus Social Media, z. B. Tanz-Challenges auf TikTok. Kinder und Jugendliche lieben es, sich Herausforderungen zu stellen. Challenges müssen aber nicht unbedingt nur im Internet stattfinden, Sie können sie auch zuhause in der Familie spielen! Probieren Sie doch mal die Top-Foto-Challenge, die Clip-Challenge oder die Nachstellen-Challenge aus. In unserem Elternguide-Artikel haben wir ein paar Vorschläge dazu gemacht. Weitere Advents-Challenges finden Sie auf der Website des JFF-Projekts webhelm.de.  

Kindgerechte Antworten auf Fragen rund um Weihnachten finden 

Kinder haben viele Fragen und lernen früh, dass sie ihre Fragen im Internet beantwortet werden. Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert? Welche Basteltipps und welche Backrezepte gibt es rund um Weihnachten? Die Kindersuchmaschine fragFINN bietet Kindern Zugang zu rund 3.400 geprüfte Websites, darunter knapp 400 Kinderseiten. Grundschulkinder können hier in einem geschützten Surfraum ihre ersten Interneterfahrungen machen und lernen, mit Suchmaschinen und Suchergebnissen umzugehen. Beim fragFINN-Adventskalender können Kinder jeden Tag ein Türchen öffnen, dahinter verbergen sich Links zu anderen Kinderseiten mit vielfältigen Infos und Angeboten passend zur Winterzeit.  Weitere spielerische Lernseiten finden Sie in diesem Elternguide-Artikel.

Winterliche Film-Abende

Bestimmt schaut Ihr Kind auch gerne Videos und geht ins Kino. So ein gemeinsamer Fernsehabend kann ein richtig schönes Familienerlebnis sein. Beachten Sie dabei die Alterskennzeichen der FSK, um Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Doch aufgepasst: FSK-Kennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen. Wenn Sie passende Filme, Serien oder YouTube-Clips für Ihr Kind suchen, schauen Sie doch mal bei FLIMMO vorbei. Die pädagogischen Einschätzungen und Beschreibungen geben Orientierung bei der Auswahl. Unter dem Special „Highlights im Advent“ finden Sie winterliche Filmtipps vom Grüffelokind über den Grinch bis zum Polarexpress. Was es zu beachten gibt, wenn Medien auf dem Wunschzettel stehen, erklärt FLIMMO in diesem Artikel. Alles, was Sie zum Jugendschutz im Kino wissen müssen, finden Sie in diesem Elternguide-Artikel

Ein Smartphone unterm Weihnachtsbaum – eine gute Idee? 

Wann das eigene Kind reif für das erste Smartphone ist, müssen Eltern je nach Entwicklungs- und Erfahrungsstand individuell entscheiden. Schließlich steht Ihrem Kind mit einem Smartphone theoretisch die ganze Welt des Internets mit all seinen Chancen, aber auch Risiken offen. klicksafe bietet umfangreiche Informationen für Eltern. Überprüfen Sie über die Checkliste zur Smartphone-Reife, ob ein Smartphone schon unter den Weihnachtsbaum gehört. Ist die Entscheidung positiv ausgefallen? Dann informieren Sie sich über technische Einstellungsmöglichkeiten und richten Sie das Smartphone kindersicher ein. Alle Informationsmaterialien von klicksafe finden Sie in diesem Themenspecial.  

Sie möchten Ihr Kind auf das erste Smartphone unter dem Weihnachtsbaum vorbereiten? Kindgerechte Informationen zum ersten Smartphone gibt es im Kindermagazin Genial Digital vom Deutschen Kinderhilfswerk. Die fragFINN-App ermöglicht Ihrem Kind einen geschützten Surfraum auf seinem ersten Smartphone und gibt ihm Zugang zu den qualitätsvollen, positiven Angeboten.  

Überlegen Sie, alternativ eine Smartwatch anzuschaffen? Dann sehen Sie sich diesen Themenbereich von klicksafe an. Beachten Sie: technische Schutzmaßnahmen ersetzen nicht das Gespräch und die Medienregeln in der Familie. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt und begleiten Sie es bei den ersten Schritten mit Smartwatch oder Smartphone. 

Medien sicher nutzen – mithilfe von technischem Jugendmedienschutz 

Neben Gesprächen und Medienregeln ist der technische Jugendmedienschutz ein wichtiger Baustein der Medienerziehung. Nutzen Sie die Einstellungen zur Bildschirmzeit und Digital Wellbeing auf Smartphones, um Zeitlimits für das gesamte Gerät oder für verschiedene Apps einzustellen und Inhalte zu filtern. Das Jugendschutzprogramm JusProg bietet für mobile Geräte und Laptops eine präzise Filtermöglichkeit für Websites und sichere Voreinstellungen. Google Family Link und YouTube Kids bieten in der Welt des Internetgiganten Google die Möglichkeit, Medienerlebnisse für Ihr Kind sicherer zu machen. Auch Social-Media-Apps wie Instagram und TikTok bieten Sicherheitsfeatures und Möglichkeiten der Begleitung durch Eltern. Streaming in der Familie kann eine schöne Beschäftigung in den Ferien sein. Fast alle Streaming-Angebote haben zertifizierte Angebote zum Jugendschutz. Nutzen Sie eigene Kinderprofile und die Jugendschutzfunktion mit der PIN. Viele der Jugendschutzprogramme wurden von der Gutachterkommission der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) freigegeben. Mehr zu technischen Lösungen im Jugendmedienschutz finden Sie auf der Webseite der FSM.

Detaillierte Anleitungen zu allen Geräten gibt es auf der Website medien-kindersicher.de.   

Smart schenken – Tipps zu Games unter dem Weihnachtsbaum 

Welche Spiele soll ich meinem Kind zu Weihnachten schenken? Sind Games für Kinder im Vorschulalter in Ordnung? Im Familienbereich der USK-Website und über die USK-Broschüren erhalten Sie alle Informationen zu den Alterskennzeichen der USK, den Zusatzhinweisen und zum Umgang mit dem Thema Games in der Familie.  

Die USK-Kennzeichen geben an, ab welchem Alter ein Spiel keine Entwicklungsbeeinträchtigungen hervorruft. Die Zusatzhinweise wie „Fantasy-Gewalt“ oder „Handlungsdruck“ geben Eltern gute Hinweise, ob ein Spiel für das eigene Kind geeignet ist. Pädagogische Einschätzungen zu Spielen finden Sie beim Spieleratgeber NRW. Beschreibungen beliebter Spiele wie Fortnite, Minecraft oder Roblox sind auf Elternguide.online verfügbar. Im USK-Lexikon werden die wichtigsten Begriffe, Geräte und Genres erklärt. 

Sie möchten Ihrem Kind zu Weihnachten mit einem Game eine Freude machen? Informieren Sie sich über die Vertriebswege von Games und über technische Vorsorgemaßnahmen. Sowohl an Konsolen als auch in Game-Stores und den Spielen selbst lassen sich verschiedenste Einstellungen zum Jugendschutz vornehmen. Spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind und stellen Sie ihm interessierte Fragen zu seinen Lieblingsspielen.   

Das Team von Elternguide.online wünscht Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit und viel Freude im sicheren und kreativen Umgang mit Medien!  

Der Streamingdienst Joyn

Schnell eine Kinderserie, einen Spielfilm für den Abend oder das wichtige Fußballspiel? Läuft alles bei Joyn. Joyn ist eine Streaming-Plattform wie Netflix und Co., aber ein deutscher Anbieter mit kostenfreiem Basis-Angebot. Doch was kann die Plattform wirklich – und worauf sollten Eltern achten?

Kurz gefasst:

  • Deutscher Streamingdienst der ProSiebenSat.1 Media SE
  • Inhalte: über 70 Live-TV-Sender, Serien, Shows, Sport und exklusive Produktionen
  • Registrierung mit E-Mail-Adresse, für Inhalte ab 16 oder 18 Jahren sowie für die Premiumversion ist eine Altersverifikation per Ausweis erforderlich
  • Alle Videos sind nach deutschem Jugendmedienschutzrecht bewertet und mit einer Altersstufe gekennzeichnet
  • Kostenmodell: kostenlos mit Werbung, Premiumversion Joyn PLUS+ ab 6,99 €/Monat
  • Jugendschutz: Zugriff auf Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zusätzlich durch eine vierstellige Jugendschutz-PIN abgesichert

Worum geht’s?

Joyn ist der deutsche Mittelweg zwischen klassischem Fernsehen und großen Streamingdiensten. Das Angebot lässt sich über Smartphone, Tablet, PC oder Smart-TV abrufen, per App oder im Browser. Kinder und Jugendliche finden hier aktuelle Fernsehshows, ihre liebsten Serien aus der deutschen Fernsehlandschaft und internationale Filme für den Kinoabend zu Hause. Die Plattform vereint klassische TV-Inhalte mit modernen Streaming-Funktionen, sodass sowohl Live-Sport als auch exklusive Serien jederzeit abrufbar sind.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Für Kinder und Jugendliche ist Joyn vor allem attraktiv, weil die Basisversion kostenfrei und teils sogar ohne Login nutzbar ist. Viele frei verfügbare Live-TV-Inhalte lassen sich im Browser direkt abrufen. Für weitere Funktionen – etwa personalisierte Empfehlungen oder das Speichern von Watchlists – ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse erforderlich.

Wenn Eltern keinen eigenen Streamingdienst abonnieren möchten oder können, bleibt Joyn dennoch gut zugänglich. Die Plattform bietet viele Shows und Serien, über die auf dem Schulhof gerade gesprochen wird, darunter Big Brother, The Masked Singer oder Germany’s Next Topmodel.

Besonders reizvoll für junge Fans der Sendungen: Joyn bietet in der App Möglichkeiten, aktiv mitzuwirken. Zuschauer*innen können beispielsweise abstimmen, wer in einer Show eine Runde weiterkommt, an Quiz-Formaten teilnehmen oder bei Gewinnspielen mitmachen. Das stärkt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, und motiviert zum regelmäßigen Einschalten.

Wie funktioniert der Jugendschutz bei Joyn?

Wer Joyn nutzt, bekommt zunächst nur Inhalte angezeigt, die unter 16 Jahren freigegeben sind. Für alles, was ab 16 oder 18 freigegeben ist, muss der Account mit einer Ausweisnummer verifiziert werden. Diese Altersüberprüfung bietet aber keinen vollständigen Schutz. Eltern können ein Profil erstellen und es mit einer Jugendschutz-PIN sichern, so dass Kinder nur Inhalte abspielen können, die ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

Wichtig zu wissen: Nicht abspielbare Inhalte bleiben weiterhin sichtbar. Vorschaubilder, Titel oder kurze Beschreibungen können Kinder neugierig machen oder auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Der Jugendschutz-PIN schützt also nur das Abspielen, nicht die Sichtbarkeit oder Wirkung der Inhalte.

Was kann problematisch sein?

  • Jugendschutz: Inhalte ab 16 oder 18 Jahren müssen mittels Altersverifikation freigeschaltet werden und können durch eine PIN abgesichert werden, alles darunter ist frei zugänglich, sodass Kinder auf alle Inhalte ab 0, 6 und 12 Jahren zugreifen können.
  • Unangemessene Inhalte: Auch wenn Inhalte ab 16 oder 18 Jahren nicht abspielbar sind, bleiben sie durch Vorschaubilder und Beschreibungen sichtbar. Dies kann Kinder neugierig machen und auf Themen hinweisen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
  • Werbung: In der kostenfreien Version werden Anzeigen eingeblendet, die Kinder beeinflussen oder zum Kauf anregen können.
  • Datenschutz: Die Altersverifikation erfordert sensible Ausweisdaten, deren Nutzung Eltern bewusst begleiten sollten.

Was sagt der Anbieter?

Joyn betont, dass Jugendschutz ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Jugendschutz-PIN kann nicht einfach deaktiviert werden, und der Anbieter stellt ausführliche Anleitungen zum Einrichten von Profilen für Kinder bereit. Die Altersverifikation erfolgt datenschutzkonform, die Daten werden nur temporär gespeichert

Was Eltern beachten sollten

Treffen Sie mit ihrem Kind klare Absprachen, was geschaut werden darf und was nicht. Nutzen Sie das Angebot – besonders bei jüngeren Kindern – möglichst gemeinsam. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, sprechen Sie über Inhalte und darüber, ob etwas vielleicht Angst macht oder unangenehme Gefühle auslöst. Stellen Sie ein Profil mit Jugendschutz-PIN ein, wenn Ihr Kind zu jung ist, um Inhalte ab 16 oder 18 Jahren zu sehen. Achten Sie darauf, dass Inhalte die nach Jugendschutz-Bewertung ab 0, 6 und 12 Jahren freigegeben sind, für alle zugänglich bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber, welche Inhalte in Ordnung sind und wie lange geschaut werden darf. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Werbung wahrnimmt, vor allem wenn es häufig Inhalte aus dem kostenfreien Bereich nutzt. Erklären Sie, dass Werbung Interessen beeinflussen kann und nicht alles, was beworben wird, geeignet oder notwendig ist. Überprüfen Sie gelegentlich die vorgeschlagenen Inhalte, da Vorschaubilder trotz Sperre sichtbar bleiben.

Jugend und Medien: Einblicke aus der JIM-Studie 2025

Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) liefert Einblicke in die Mediennutzung Jugendlicher (12 bis 19 Jahre) in Deutschland. Sie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführt. Hier fassen wir die wichtigsten Ergebnisse so zusammen, dass Eltern ihre Kinder besser unterstützen können.

Digitaler Alltag: Geräte, Zeit und Mediennutzung

Fast alle Jugendlichen (98 %) besitzen ein Smartphone, das sie täglich nutzen. Im Durchschnitt verbringen sie rund vier Stunden täglich am Gerät, bei älteren Jugendlichen sind es über viereinhalb Stunden. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Art der Inhalte, die Jugendliche konsumieren. Diese Nutzungszeit umfasst sowohl schulische Aufgaben als auch Freizeitaktivitäten. Besonders ab 16 Jahren nutzen viele ihr Smartphone nahezu durchgehend. Auch wenn ihnen bewusst ist, wie wichtig Pausen sind, fällt es vielen schwer, die Nutzung eigenständig zu regulieren.

Social Media-Plattformen und Messenger bleiben weiterhin die wichtigsten Kanäle, um zu kommunizieren, sich zu informieren und den Alltag zu organisieren.

KI im Alltag: Chancen und Herausforderungen

Zum ersten Mal liegt der Fokus der Studie 2025 auf dem Thema Künstliche Intelligenz (KI): 91 Prozent der Jugendlichen verwenden mindestens ein KI-Tool. Besonders oft wird KI für die Schule und Hausaufgaben genutzt, etwa zur schnellen Informationssuche. Aber auch für die Antwort auf Fragen, die Jugendliche bewegen oder um herauszufinden, wie etwas geht, setzen Jugendliche KI ein.

Schon jüngere Jugendliche verwenden KI regelmäßig. Deshalb sollten Eltern die Themen KI-Nutzung, Quellenkritik und den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen gemeinsam mit ihren Kindern besprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür sich welche KI-Anwendungen eignen und, dass KI-Chatbots nicht den Austausch mit anderen Menschen ersetzen.

Risiken und problematische Erfahrungen

Die Studie zeigt auch, dass viele Jugendliche negative Erlebnisse machen: Etwa ein Viertel kennt Fälle von Mobbing in ihrem Umfeld, 9 Prozent sind selbst betroffen. Die Kommunikationsrisiken von Social Media und Smartphone bleiben hoch. Zusätzlich belasten der ständige Druck erreichbar zu sein, Cyber-Kontakte und problematische Inhalte viele Jugendliche.

Praktische Tipps für Eltern

  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Nutzung von Smartphone und Internet: Wie viel Zeit ist gesund? Was macht Ihr Kind online? Welche Wünsche hat Ihr Kind im Hinblick auf Bildschirmzeit und Mediennutzung? Wie können Sie Ihr Kind unterstützen?
  • Vereinbaren Sie gemeinsam feste Zeiten mit Ruhe- und Handy-freien Phasen, um zu lange Bildschirmzeiten zu vermeiden.
  • Erklären Sie, wie die KI‑Antworten entstehen, und hinterfragen Sie gemeinsam die Qualität von Quellen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Mobbing, Hetze oder Überforderung, und bleiben Sie im Gespräch.
  • Fördern Sie Medienkompetenz und kritisches Denken: Nicht alles, was online steht, ist zuverlässig.

Neben diesem Überblick empfehlen wir auch die miniKIM-Studie zur Mediennutzung von Kleinkindern und die KIM-Studie 2022 für jüngere Kinder.

Weitere ausführliche Informationen zur JIM-Studie 2025 finden Sie auf der Website des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und bei Handysektor.

Eltern-Check-In: Ist WhatsApp jetzt ab 12, 13 oder 16 Jahren?

Per Online-Nachricht ein Treffen mit dem besten Freund vereinbaren, im Klassenchat nach den Hausaufgaben fragen oder sich digital mit Freund*innen über die neuesten Transfergerüchte im Fußball austauschen. Laut der JIM-Studie ist WhatsApp die meistgenutzte App bei Jugendlichen. Doch ab welchem Alter darf der Messenger offiziell genutzt werden?

USK

Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hat WhatsApp ab 12 Jahren freigegeben. Die USK prüft, ab welchem Alter Online-Games und Apps in Deutschland als geeignet gelten. Ihre Alterskennzeichen beruhen dabei auf den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes und des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. Der Grund für die Kennzeichnung ab 12 Jahren liegt darin, dass WhatsApp eine Messenger-App ist, deren Inhalte nicht vorab kontrolliert werden können. Durch die öffentliche Community-Funktion enthält WhatsApp außerdem Funktionen, die Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram ähneln. Gleichzeitig verfügt WhatsApp jedoch auch über Block- und Meldefunktionen. USK 12 wird unter anderem dann vergeben, wenn eine App oder ein Game eine Chatfunktion hat, die übliche Moderationstools und Absicherungen umfasst. Ist im Google Play Store das Alter Ihres Kindes hinterlegt, kann die App erst ab 12 Jahren installiert werden.

Anbieter-AGB

WhatsApp selbst gibt in seinen AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) ein Mindestalter von 13 Jahren an. Bei den AGB handelt es sich um Regeln zur Nutzung eines Online-Dienstes. Vor der Nutzung der App muss Ihr Kind bestätigen, dass es mindestens 13 Jahre alt ist. Ob dies der Wahrheit entspricht, wird nicht aktiv geprüft. Sollte jedoch bekannt werden, dass ein*e Nutzer*in jünger als 13 Jahre ist, hat WhatsApp das Recht, den Account zu löschen.

DSGVO

Laut der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) darf WhatsApp ab 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern Daten verarbeiten. Ist Ihr Kind jünger, braucht WhatsApp Ihre Zustimmung als Erziehungsberechtigte. Indem Sie Ihrem Kind die Nutzung von WhatsApp erlauben, stimmen Sie gleichzeitig zu, dass der Messenger-Dienst die Daten Ihres Kindes (z. B. die Handynummer) verarbeiten darf.

Kurz gesagt

Sie als Eltern können 13 Jahre als Orientierung nehmen. Kinder unter 12 Jahren sollten das Angebot in keinem Fall nutzen. Offiziell gilt:

Ist ihr Kind zwischen 13 und 16 Jahren, darf es WhatsApp nutzen, braucht hierzu jedoch Ihre Zustimmung. Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln auf, klären Sie Ihr Kind über Risiken auf und erklären Sie Ihrem Kind die Melde- und Blockierfunktionen der App. Richten Sie den Account zusammen ein und achten Sie dabei besonders auf Einstellungen zu Sicherheit und Privatsphäre. Weitere Tipps zum sicheren Einrichten von WhatsApp finden Sie hier bei medien-kindersicher.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Hilfe, ich verstehe mein Kind nicht mehr! – Wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Sprachen sprechen

Welche Wörter haben Sie benutzt, als Sie jünger waren – und wie fanden das Ihre Eltern? Überlegen Sie mal! Denn es ist vollkommen normal, dass Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen, weil es Wörter benutzt, die Sie nicht kennen oder gebrauchen.

Abgrenzung von der Erwachsenenwelt

Unsere Sprache ist geprägt von der Welt der Erwachsenen. Jugendliche haben das starke Bedürfnis, eine eigene Identität auszubilden, selbstständig zu werden und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Das kommt auch in der sogenannten Jugendsprache zum Ausdruck, mit der sie eine eigene Welt erschaffen. Mit eigener Sprache, oder zumindest eigenen Begriffen, schaffen sie etwas Eigenes und Jugendtypisches. Das verbindet und schafft Selbstvertrauen. Den “veralteten” Slang der Eltern zu verwenden, würde altmodisch und uncool klingen.

Jugendslang ist geprägt von der Sprache im Netz

In jeder neuen Generation, in bestimmten Jugendszenen und sogar an unterschiedlichen Orten verändert sich Jugendsprache und es gibt andere Wörter und Ausdrücke. Typisch ist, dass Jugendliche einfacher sprechen als Erwachsene. Dabei benutzen sie manchmal auch ungewöhnliche oder ungewohnte Begriffe. Die Sprache ist weniger “richtig”, weil Jugendliche spontaner sprechen. Dafür transportiert sie wesentlich mehr Gefühle und Stimmungen.

Auch die Kommunikation im Netz hat einen starken Einfluss darauf, wie Jugendliche sprechen oder schreiben. Im Messenger-Chat zum Beispiel werden Emojis, GIFs, Sticker und Memes verwendet. Die Sprache wird deutlich verkürzt und ist oft fehlerhaft. Begriffe aus der Gaming– und Rap-Szene, von Influencer*innen und vor allem aus dem im Netz dominierenden Englisch werden übernommen. Viele Begriffe spiegeln sich in Hashtags wider. Welche Sprache Jugendliche gebrauchen, ist abhängig davon, wo sie sich im Internet bewegen und welcher Trend gerade angesagt ist. Damit zeigen sie, welcher Jugendkultur sie sich zugehörig fühlen und welchen medialen Vorbildern sie nacheifern.

Kennen Sie diese Begriffe?

Checken Sie doch mal Ihr Wissen rund um die Sprache Ihres Kindes aus. Folgende Wörter sind im Jahr 2025 besonders beliebt. Am Ende des Beitrags finden Sie die Auflösung.

  • das crazy
  • goonen
  • checkst du
  • Digga(h)
  • Schere
  • tuff
  • Rede
  • lowkey
  • tot

Umgang mit der Sprache Jugendlicher

Es gibt also keinen ernsthaften Grund, sich Sorgen zu machen, wenn Sie Ihr Kind manchmal nicht verstehen. Respektieren Sie den Wunsch nach Abgrenzung und haben Sie grundsätzlich Verständnis dafür, wenn Ihr Kind andere Wörter benutzt als Sie. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich alles von ihm sagen lassen müssen. Gerade wenn die Sprache unanständig, verletzend oder beleidigend ist. Sagen Sie das Ihrem Kind. Verdeutlichen Sie ihm, warum es auch mit anderen nicht so sprechen soll, und vereinbaren Sie, wenn nötig, Regeln zum Umgang miteinander. Auch in der Online-Kommunikation kann der Einsatz von Jugendsprache problematisch sein, etwa beim Trashtalk in Online-Spielen oder bei Cybermobbing. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über einen respektvollen Umgang im Internet. Die gleichen Regeln, die offline für ein faires und wertschätzendes Miteinander gelten, sollten auch online beachtet werden: Fairness, Offenheit und Respekt.

Sie sind und bleiben die oder der Erwachsene, von der oder dem sich Ihr Kind unterscheiden möchte. Versuchen Sie deshalb nicht, sich sprachlich anzunähern. Das wird Ihr Kind eher als Eindringen in seine Intimsphäre empfinden. Sprechen Sie so, wie Sie es immer tun. Trotzdem können Sie sich gelegentlich über die fantasievollen Wortschöpfungen Ihres Kindes freuen und nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen!

Auflösungen:

  • DAS CRAZY (Deutsch: „Das [ist] verrückt“) ist vergleichbar mit „Aha, cool“ oder „Okay“ und wird als Ausdruck verwendet, um ein Gespräch am Laufen zu halten
  • CHECKST DU ersetzt die Nachfrage „Verstehst du das?“
  • GOONEN meint eine langanhaltende Selbstbefriedigung
  • DIGGA(H) hat sich im Slang längst durchgesetzt und heißt freundschaftlich so viel wie „Bruder“, „Bro“. Es wird als lockere Anrede für einen Kumpel genutzt, aber auch als Ausruf verwendet
  • SCHERE steht beim Online-Spielen für ein Schuldeingeständnis
  • TUFF ist ein Synonym für „cool“ oder „krass“ und beschreibt etwas sehr Beeindruckendes
  • REDE ist ein zustimmender Ausruf und meint so viel wie: „Das denke ich auch!“
  • LOWKEY wird genutzt, um Meinungen, Vorlieben oder Gefühle zurückhaltend zu äußern und ist vergleichbar mit „ein bisschen“ oder „insgeheim“
  • TOT drückt aus, dass etwas langweilig, peinlich oder komplett daneben ist

Alternative KI-Angebote: Welche Tools können Familien nutzen?

Eine Idee für das nächste Geburtstagsgeschenk, Unterstützung bei der Matheaufgabe oder ganz einfach die Frage nach den Öffnungszeiten des Schwimmbads: Viele Familien nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz im Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele Eltern, welche KI-Angebote zuverlässig, sicher und auch für Kinder geeignet sind. Denn KI ist nicht gleich KI, die Angebote unterscheiden sich beispielsweise in Datenschutz, Transparenz und Zielgruppen deutlich.

Welche Vor- und Nachteile bringen KI-Angebote?

Es liegt auf der Hand: KI-Tools können den Alltag erleichtern. Chat-Bots und sogenannte KI-Agenten finden und bündeln Informationen, erklären komplizierte Inhalte, übernehmen kleine Aufgaben oder sind sogar Gesprächspartner*innen. Viele Dienste – von Suchmaschinen bis zu Messengern – haben mittlerweile integrierte KI-Funktionen. Das macht sie noch leichter erreichbar und bequem zu nutzen.

Zugleich steigen damit auch Risiken. Manche Angebote legen wenig Wert auf Datenschutz und Privatsphäre, sammeln umfangreiche Nutzungsdaten oder sind schwer zu durchblicken. Andere liefern Ergebnisse, die schwer einzuschätzen oder nicht immer korrekt sind. Gerade die scheinbar einfachsten Angebote, die etwa schon in Apps und Seiten integriert sind, sind nicht immer die besten. Für Kinder können ungefilterte Inhalte zudem problematisch sein.

Drei KI-Alternativen für Familien

Die Suche nach geeigneten KI-Angeboten ist nicht leicht. Viele Tools wirken ähnlich und unterscheiden sich dennoch stark. Wir stellen drei mögliche Alternativen vor:

Perplexity AI – die KI-Suchmaschine mit transparenten Quellenangaben

Perplexity AI funktioniert wie ein Chatbot, stellt Informationen aber stärker im Sinne einer Suchmaschine zusammen. Ein Vorteil: Die KI zeigt zu jeder Antwort die genutzten Quellen an. Das erleichtert die Einschätzung der Ergebnisse und kann besonders für Jugendliche hilfreich sein, die für Schule oder Projekte recherchieren. Perplexity AI kann kostenfrei im Browser genutzt werden oder mit einem kostenpflichtigen Pro-Account, der Suchen speichert, bessere KI-Modelle nutzt und mehr Uploads ermöglicht. Der Anbieter gibt an, Daten zur Weiterentwicklung zu nutzen, aber nicht zu verkaufen. Das Angebot richtet sich nicht speziell an Kinder, kann aber, wenn es begleitet genutzt wird, ein transparenteres Werkzeug für Recherchen sein.

Duck AI – die KI mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre

DuckDuckGo ist als datensparsame Suchmaschine und Browser bekannt. Der Browser sammelt keine Daten, erfasst keine IP-Adressen und blockiert Werbung. Mit Duck AI bietet der Dienst nun auch eine eigene KI-Funktion an, ebenfalls mit starkem Fokus auf Datenschutz: Anfragen werden anonymisiert an die Modelle geschickt, Chats nicht gespeichert und Daten nicht zu Trainingszwecken weitergegeben. Die KI kann kostenfrei genutzt werden, auch ohne eigenen DuckDuckGo-Browser. Für Eltern, denen der Schutz persönlicher Daten besonders wichtig ist, kann das eine verlässliche Alternative darstellen. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um ein spezielles Kinderangebot, aber um eine Option mit klar kommuniziertem Datenschutz.

KinderGPT – die KI speziell für Kinder

KinderGPT ist ein deutsches Angebot, das sich ausdrücklich an Familien richtet. Inhalte werden gefiltert und altersgerecht aufbereitet. Eltern können Nutzungszeiten begrenzen oder Themenbereiche freigeben. Nach Angaben des Anbieters HillcrownAI werden keine persönlichen Daten weitergegeben. Die Basisversion ist kostenlos, zusätzliche Funktionen können kostenpflichtig freigeschaltet werden. KinderGPT ersetzt keine Begleitung, bietet aber einen geschützten Rahmen, in dem Kinder erste Erfahrungen mit KI sammeln können.

Wie Familien passende Angebote finden

Welches KI-Angebot geeignet ist, hängt wesentlich davon ab, wofür es genutzt werden soll. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo Ihre Prioritäten liegen: Schnelle und einfache Nutzung, große Sicherheit oder nachprüfbare Ergebnisse? Wenn Sie sich bewusst machen, was Sie von einer KI erwarten, können Sie auch nach ‚der Richtigen‘ suchen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden, was KI kann und wo die Haken liegen. KI-Angebote entwickeln sich schnell weiter und es kommen ständig neue Angebote dazu. Daher ist es wichtig, sich über neue Möglichkeiten und Grenzen zu informieren.

Unabhängig vom gewählten Angebot: Besprechen Sie sicheres Verhalten im Umgang mit der KI mit Ihrem Kind. Erklären Sie, welche Daten man einer KI geben kann – und was lieber privat bleiben sollte. Informieren Sie sich gemeinsam, wie KI funktioniert und wie man Ergebnisse hinterfragen und nachprüfen kann, um sicher zu gehen. Seien Sie sich auch Ihrer Vorbildrolle bewusst.

Und schließlich: Lernen Sie gemeinsam Anlaufstellen kennen, bei denen Sie Unterstützung finden, wenn Probleme auftauchen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

Ob Tanztrends, Comedy oder kleine Alltagsmomente – TikTok begeistert Jugendliche weltweit. Die Plattform lädt dazu ein, kreativ zu werden, Neues auszuprobieren und mit anderen in Kontakt zu kommen. Für viele Jugendliche ist sie längst mehr als nur Unterhaltung, sie ist Teil ihres Alltags.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-App
  • Unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, Standortweitergabe und In-App-Käufe
  • Laut Anbieter ab 13 Jahren mit Einverständnis der Eltern; ab 16 Jahren für Direktnachrichten, Duette und Stitches
  • „Für dich“-Feed mit algorithmisch empfohlenen Videos und „Folge ich“-Feed mit abonnierten Profilen
  • Spezielle Sicherheitsfeatures für Minderjährige

Was ist TikTok?

TikTok kombiniert Social Media und Video-App. Nutzer*innen wählen aus einer Bibliothek bekannter Songs, Audios oder Filmzitate, filmen Playback dazu oder erstellen eigene Clips. Die Videos dauern meist nur wenige Sekunden bis Minuten, inzwischen sind auch Clips bis zu zehn Minuten möglich. Manche Videos lösen Hypes aus, werden nachgeahmt oder als Challenges weitergeführt.

Öffentliche Videos lassen sich über den Browser anschauen, für eigene Uploads ist ein Account nötig. TikTok bietet viele Zusatzfunktionen: Duette (gemeinsames Filmen), Stitches (Clips anderer weiterführen), Livestreams und den TikTok Shop. Auch Unternehmen und Influencer*innen nutzen die Plattform für Werbung.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche schätzen TikTok für Spaß, Austausch und Selbstpräsentation. Die App ist niedrigschwellig: Mit Effekten, Musikbibliothek und einfachen Schnittmöglichkeiten lassen sich schnell eigene Videos erstellen. Anders als auf Instagram oder YouTube geht es weniger um Perfektion und mehr um Kreativität und Alltag. Die Videos wirken authentisch, TikToker*innen werden oft als nahbare Vorbilder wahrgenommen.

TikTok motiviert junge Nutzer*innen, eigene Ideen umzusetzen: Tanzmoves, Comedy, Experimente, Tutorials oder Rollenspiele. Viele lernen dabei, Inhalte zu planen, kleine Storyboards zu entwickeln und Musik mit visuellen Effekten zu kombinieren.

Was kann problematisch sein?

  • Alter und Registrierung: Anmeldung ab 13 Jahren mit elterlichem Einverständnis. Altersangaben werden nicht überprüft, viele Jüngere nutzen die App.
  • Inhalte: Gefahr durch Hate Speech, Desinformation, manipulative politische Inhalte, Verschwörungsmythen oder Fake-Videos.
  • Kommunikation: Risiko von Cybermobbing, Cybergrooming oder Belästigung, besonders bei eigenen Uploads ohne Schutzfunktionen.
  • Kommentare und Bildfunktion: In den Kommentaren können Bilder gepostet werden. Diese Funktion wird bereits für sexualisierte Inhalte, Age-Baiting (Vortäuschen eines falschen Alters) und manipulative Reichweitentaktiken genutzt.
  • Urheberrechte: Song- und Filmausschnitte dürfen nicht außerhalb der App geteilt werden. TikTok erhält Nutzungsrechte an veröffentlichten Videos. Personen im Video müssen vorher zustimmen.
  • Werbung und Einnahmen: Anzeigen ähneln oft normalen Videos. Nutzer*innen ab 18 Jahren können Geld durch virtuelle Geschenke, Livestreams, den „Creator Marketplace“ oder TikTok Shop verdienen.
  • Filtereffekte: Der „Teenage-Filter“ vermittelt unrealistische Schönheitsideale und kann zu ungesunden Vergleichen führen.
  • Challenges: Können gefährlich werden oder problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen fördern.
  • Private Nachrichten und Sprachnachrichten: Nutzer*innen können Direktnachrichten (DMs) und Sprachnachrichten (bis 60 Sekunden) senden. Gruppenchats erlauben bis zu neun Bilder oder Videos. Diese Funktionen erweitern die Kommunikation, bergen aber Risiken wie Belästigung, sexualisierte Inhalte oder Manipulation.
  • Datenschutz: Nutzer*innendaten werden teils außerhalb der EU verarbeitet, etwa in China oder Irland, was weiterhin datenschutzrechtliche Kritik hervorruft.

Was sagt der Anbieter?

TikTok entwickelt seine Sicherheitsfunktionen kontinuierlich:

  • Begleiteter Modus: Eltern können Nutzungszeit, Nachrichtenempfang und Inhaltsfilter steuern.
  • Private Konten: Für 13- bis 15-Jährige automatisch privat; Kommentare eingeschränkt, Downloads deaktiviert.
  • Inhaltsfilter: 13- bis 17-Jährige werden vor Inhalten für Erwachsene geschützt.
  • Direktnachrichten: Mindestalter 16 Jahre; DMs und Sprachnachrichten unter 16 Jahren deaktiviert.
  • Duette, Stitches, Livestreams: Unter 16 Jahren nicht möglich.
  • Kommentare: Filter-, Blockier- und Meldefunktionen verfügbar.
  • Feed-Steuerung: Neustart-Option für den „Für-dich“-Feed, um Inhalte zurückzusetzen.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Feed algorithmusgesteuert. Inhalte können gefiltert werden, z. B. Videos von Menschen mit Beeinträchtigungen oder solche, die in einzelnen Ländern zensiert werden. Die Endlosschleifen der App können zudem zu starkem Nutzungsdruck führen.

Was sollten Eltern beachten?

Motivation klären: Fragen Sie Ihr Kind, warum es TikTok nutzen möchte –Unterhaltung, Kreativität oder Austausch? Erklären Sie, dass Likes, Follower*innen und Kommentare die Selbstwahrnehmung beeinflussen können.

Schrittweise Einführung: Erkunden Sie die App zunächst gemeinsam über den Browser, ohne Account. Richten Sie ihn später zusammen ein, geben Sie das Geburtsjahr unbedingt korrekt ein – nur so greifen die jugendschutzrelevanten Sicherheitsfunktionen. Prüfen Sie die Einstellungen Schritt für Schritt: Privatsphäre, Kommentare, Zeitlimits.

Sicherheitsfunktionen nutzen: Aktivieren Sie den Begleiteten Modus, private Konten, eingeschränkte Kommentare und Inhaltsfilter. Deaktivieren Sie Livestreams, Duette und Stitches unter 16 Jahren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf medien-kindersicher.de helfen dabei, alle wichtigen Einstellungen korrekt einzurichten.

Regeln für private Nachrichten: Legen Sie gemeinsam fest, wer DMs oder Sprachnachrichten senden darf. Deaktivieren Sie diese Funktion bei Bedarf vollständig. Gruppenchats nur mit bekannten Personen erlauben.

Privatsphäre schützen: Erklären Sie, niemals persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse zu teilen. Zeigen Sie, wie Gesichter mit Stickern oder Hintergründen verdeckt werden können. Weisen Sie auf mögliche biometrische Datenerfassung durch Filter hin.

Zeitmanagement und Balance: Vereinbaren Sie feste Bildschirmzeiten, planen Sie Pausen ein und fördern Sie Aktivitäten außerhalb der App. Begleiten Sie Ihr Kind aktiv, statt nur zu kontrollieren.

Reflektierter Umgang mit Inhalten: Diskutieren Sie Werbung, Filter, Influencer*innen und Trends. Zeigen Sie, wie Inhalte gemeldet oder blockiert werden. Nutzen Sie die Neustart-Funktion, um Empfehlungen kritisch zu hinterfragen.

Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich bei Cybermobbing oder Belästigung zu melden. Üben Sie gemeinsam das Melden und Blockieren. Sprechen Sie über respektvolles Kommentieren und digitale Empathie. Mehr Informationen bietet der Leitfaden für Eltern von TikTok (in Zusammenarbeit mit der FSM).

Kritisches Denken stärken: Erklären Sie, wie Algorithmen funktionieren, welche Möglichkeiten zum Geldverdienen bestehen und wie Inhalte manipulativ wirken können. So lernt Ihr Kind, Informationen kritisch zu prüfen.

Begleiten statt überwachen: Schauen Sie gelegentlich gemeinsam Videos an, reflektieren Sie Regeln und passen Sie diese bei Bedarf an. Vertrauen ist die wichtigste Basis.

Cybergrooming – wenn Fremde übers Netz Kontakt zu Kindern suchen

Ganz klar, Sie kennen die Freund*innen Ihres Kindes aus der Schule oder dem Sportverein. Doch wie sieht es mit Bekannten aus, mit denen Ihr Kind nur über das Internet Kontakt hat? Ob beim Online-Gaming, in Video-Chats oder über Social Media – überall dort, wo Kinder und Jugendliche miteinander kommunizieren, können sie mit Personen in Kontakt kommen, die negative Absichten haben. Laut JIM-Studie 2024 machten fast ein Drittel der befragten 12-19-Jährigen Erfahrungen mit sexueller Belästigung im Netz.

Was ist Cybergrooming?

Plattformen wie Instagram, TikTok oder Discord, auf denen Kinder und Jugendliche gern unterwegs sind, ziehen auch Nutzer*innen mit pädokriminellen Neigungen an. Das ist kriminelles Verhalten, das sich gegen Minderjährige richtet. Erwachsene sprechen Kinder mit dem Ziel an, sie sexuell zu belästigen oder sogar zu missbrauchen. Diese gezielte Ansprache im Netz wird Cybergrooming genannt.

Wie gehen Täter*innen vor?

Die Strategien sind vielfältig – sie zielen jedoch immer darauf ab, das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen und Kontrolle über die Kommunikation zu erlangen.

  • Kontaktaufnahme: Häufig beginnt alles scheinbar harmlos. Täter*innen verwenden oft Fake-Profile und geben sich als Gleichaltrige aus. Oder sie locken mit dem Versprechen der „Berühmtheit“ und treten als vermeintliche Talentsucher*innen oder Modelagent*innen auf
  • Manipulation: Täter*innen liken und kommentieren die Inhalte von Kindern und Jugendlichen. Sie machen ihnen Komplimenten oder digitale „Geschenke“ wie Skins in Online-Games – mit dem Ziel, ihr Vertrauen zu erschleichen und sie zu manipulieren.
  • Private Informationen: Typischerweise wollen Täter*innen sehr viel über das Kind oder den Jugendlichen erfahren, geben selbst jedoch kaum Persönliches preis.
  • Sexuelle Übergriffe: Manche fragen gezielt nach sexuellen Erfahrungen oder berichten offen über ihre eigenen Vorlieben.

Was sind Warnsignale?

Ein deutliches Warnsignal ist, wenn die fremde Person den Chat in einen privaten Messenger wie WhatsApp oder Telegram verlagern möchte – denn dort kann niemand mitlesen. Dieser Chat soll unbedingt geheim bleiben. In solchen privaten Unterhaltungen wird gezielt Vertrauen aufgebaut, das später ausgenutzt werden kann. Oft folgt dann die Bitte um intime Fotos oder Videos. Diese können anschließend zur Erpressung verwendet werden. Täter*innen akzeptieren kein „Nein“: Weigern Kinder und Jugendliche sich, werden sie unter Druck gesetzt und ihnen wird z. B. mit Kontaktabbruch oder der Veröffentlichung von intimen Bildern gedroht. Über private Chats versuchen manche Täter*innen, ein persönliches Treffen zu vereinbaren.

In diesem Video des Kinderschutzbunds erfahren Sie mehr zu dem problematischen Phänomen:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=BYEIHX0JH48&t=2s

Wie schütze ich mein Kind vor Cybergrooming?

  • Bei der Mediennutzung begleiten: Machen Sie die ersten Schritte auf Social Media gemeinsam mit Ihrem Kind. Ihr Kind lernt auf diese Weise die verschiedenen Funktionen und Verhaltensregeln kennen.
  • Offene Gespräche führen: Kommen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind zu seiner Mediennutzung in den Austausch. Wenn Ihr Kind weiß, dass es mit Ihnen offen sprechen kann, wendet es sich eher an Sie, wenn es auf Probleme im Netz stößt.
  • Auf Risiken hinweisen: Damit Ihr Kind früh über die Gefahren Bescheid weiß und sie rechtzeitig erkennen kann, sprechen Sie ganz offen und sachlich darüber. Zeigen Sie auf, wann ein Chat gefährlich wird und wie es sich verhalten kann.
  • Sicherheitsfunktionen nutzen: Wählen Sie altersgerechte Medien aus, richten Sie das Smartphone gemeinsam sicher ein und schützen Sie Ihr Kind durch Jugendschutzmaßnahmen vor problematischen Inhalten.
  • Privatsphäre im Blick haben: Private Informationen wie der volle Name, Geburtsdatum, Adresse oder gar private Bilder sollte Ihr Kind nie öffentlich stellen oder unbekannten Personen anvertrauen. Gehen Sie gemeinsam und regelmäßig mit Ihrem Kind die Privatsphäre-Einstellungen der genutzten Plattformen und Apps durch.
  • Gesundes Misstrauen fördern: Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, in dem man nie genau weiß, wer auf der anderen Seite sitzt. Ihr Kind sollte Kontaktanfragen von Fremden ablehnen, unbekannte Nutzer*innen blockieren oder melden. Ermutigen Sie Ihr Kind, auf sein Bauchgefühl zu hören und bei unangenehmen oder beängstigenden Nachrichten den Kontakt sofort abzubrechen. Bei Flirt-und Dating-Apps ist besondere Vorsicht geboten – hier fehlt oft eine gute Moderation. Wichtig: Die Ortungsfunktion sollte immer deaktiviert sein.
  • Bezugspersonen mit einbeziehen: Medienerziehung ist nicht nur Sache der Eltern. Vielleicht vertraut sich Ihr Kind gerne den Großeltern, Pat*innen, Verwandten oder guten Freund*innen der Familie an. Sprechen Sie auch mit anderen Familienmitgliedern über das Thema und beziehen Sie sie in die Medienerziehung ein.

Weitere Tipps, wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt in sozialen Netzwerken schützen, finden Sie hier.

Was tun, wenn mein Kind betroffen ist?

Kinder und Jugendliche sind besonders neugierig. Deshalb vergessen sie schon mal alle Warnungen und können in eine Falle tappen. Machen Sie Ihrem Kind unbedingt klar, dass auch in solchen Fällen die Schuld ausschließlich bei den Täter*innen liegt. Cybergrooming – auch der Versuch – ist in Deutschland strafbar. Sollte Ihr Kind sexuell belästigt werden, seien Sie für Ihr Kind da und machen Sie ihm keine Vorwürfe. Melden Sie die Täter*innen auf der jeweiligen Plattform oder bei Meldestellen. Sichern Sie Beweise durch Screenshots von Chatverlauf und Profil und erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei! Doch Vorsicht bei Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen. Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in diesem Artikel.

Hilfe, Beratung und Informationen finden Kinder und Jugendliche hier:

Für Eltern gibt es folgende Anlaufstellen:

Weitere digitale Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern finden Sie hier.

Eltern-Check-In: Ab wann sollte mein Kind ein eigenes Tablet bekommen?

Ein eigenes Tablet kann für Kinder spannend sein: Spiele spielen, Bücher lesen, kreativ werden oder Lern-Apps nutzen. Viele Eltern fragen sich jedoch: Wann lohnt es sich, ein eigenes Gerät zu geben – und wann reicht das Familien-Tablet?

Familiengerät oder eigenes Tablet?

In den ersten Jahren ist ein gemeinsames Tablet sinnvoll. Ihr Kind kann so Inhalte ausprobieren, während Sie begleiten, erklären und einschränken, was es sieht und macht. Ein Familiengerät ist oft ausreichend, um erste Erfahrungen mit Apps, Videos oder Spielen zu sammeln und die Mediennutzung gemeinsam zu reflektieren.

Ein eigenes Tablet wird sinnvoll, wenn Ihr Kind regelmäßig unabhängig Medien nutzen möchte, eigene Interessen verfolgen will oder Lern-Apps verwendet, die persönliche Konten erfordern. Bei Kindern ab etwa 6 bis 7 Jahren kann ein eigenes Gerät sinnvoll sein, wenn Sie die Nutzung klar regeln und begleiten.

Reife und Selbstständigkeit entscheiden

Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Reife Ihres Kindes: Kann es Regeln einhalten? Weiß es, wie man sicher im Netz surft? Kann es Inhalte reflektieren und zwischen Spielen, Lernen und Unterhaltung unterscheiden? Erst wenn diese Kompetenzen vorhanden sind, lohnt sich ein eigenes Gerät.

Das passende Gerät

Ein Tablet für Kinder sollte robust, intuitiv bedienbar und nicht zu teuer sein. Gute Einstiegsmöglichkeiten sind einfache Geräte mit stabiler Hülle und kinderfreundlicher Oberfläche. Prüfen Sie, ob Lern-Apps, Hörbücher oder kreative Tools sinnvoll sind und ob In-App-Käufe und Werbung deaktiviert werden können.

Sicher und begleitet nutzen

Egal ob Familien- oder eigenes Gerät: Legen Sie gemeinsam Nutzungszeiten, Inhalte und Regeln fest. Kindersicherungen, Familienkonten und Jugendschutz-Apps helfen, die Mediennutzung zu steuern. Reflektieren Sie gemeinsam: Wie lange darf Ihr Kind das Tablet nutzen? Welche Inhalte sind erlaubt?

Medienkompetenz fördern

Ein eigenes Tablet kann die digitale Selbstständigkeit fördern, wenn Sie begleiten: Funktionen erklären, Lern-Apps gemeinsam ausprobieren und kritisch über Werbung, Algorithmen und Inhalte sprechen. So lernt Ihr Kind, Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

ChatGPT

„Frag doch einfach einen Chatbot!“ – diesen Tipp hören Eltern mittlerweile häufig, wenn es um die schnelle Suche nach Informationen oder Unterstützung bei Aufgaben geht. ChatGPT ist längst nicht mehr nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen im Alltag angekommen. Wir geben einen Einblick, was das Tool kann, wie es funktioniert und worauf Sie achten sollten.

Kurz gefasst:

  • KI-basierter Chatbot, der mit riesigen Textmengen trainiert wurde
  • Funktionen: Beantwortet Fragen, schreibt Texte, hilft bei kreativen Aufgaben und kann in Messenger-Dienste wie WhatsApp integriert werden
  • Entwickler: OpenAI
  • Nutzung: Im Browser oder als App (Android, iOS); kostenfreie Basisversion; kostenpflichtige Plus-Version (etwa 20 €/Monat) gibt schnellere Antworten, Internetzugriff und multimodale Fähigkeiten (Bilder, Videos)
  • Alterskennzeichen: Laut Anbieter ab 13 Jahren; zwischen 13 und 18 Jahren nur mit Zustimmung der Eltern; keine Altersprüfung

Was ist ChatGPT?

ChatGPT ist ein KI-basierter Chatbot, der Texte analysiert und selbst verfasst. Er kann in natürlicher Sprache und oft erstaunlich präzise Fragen beantworten, Ideen liefern oder längere Texte zusammenfassen. Die KI wurde mit riesigen Datenmengen aus Büchern, Websites und Gesprächen trainiert und ahmt menschliche Kommunikation nach. ChatGPT kann auch in andere Dienste integriert werden, etwa in WhatsApp oder Instagram.

Die kostenlose Version verwendet das GPT-4o-mini-Modell mit Trainingsdaten bis etwa Oktober 2023 und kann in begrenztem Umfang auch auf das Internet zugreifen. Die Plus-Version hat umfassenden Internetzugriff und bietet zusätzliche Funktionen.

Ein Beispielgespräch

Frage: Ich plane den Geburtstag meines Sohns. Kannst du helfen?
ChatGPT: Klar! Wie alt wird dein Sohn und was mag er besonders gerne? Dann können wir Ideen für Spiele, Deko oder Essen sammeln.
Frage: Er wird neun und liebt Dinosaurier.
ChatGPT: Wie wäre es mit einer Dino-Schatzsuche im Garten? Ihr könnt kleine Figuren verstecken und eine Karte zeichnen. Oder Dino-Kekse backen – soll ich dir ein Rezept heraussuchen?

Mit „Family Pairing“ bietet OpenAI die Möglichkeit, Eltern- und Kinder-Accounts zu verknüpfen, um minderjährigen Nutzer*innen mehr Schutz zu bieten. Ziel ist, altersgerechte Inhalte zu zeigen und Kinder bei der sicheren Nutzung zu begleiten, ohne sie zu überwachen. Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern Regeln festlegen und reflektieren, wie die KI genutzt wird.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

ChatGPT ist leicht zugänglich, schnell und vielseitig. Es kann kreative Texte schreiben, komplexe Fragen beantworten und in mehreren Sprachen kommunizieren. Für viele Kinder fühlt es sich an, als würden sie mit einem echten Menschen sprechen. Das Tool fördert Kreativität, Sprachverständnis und strukturiertes Denken, und unterstützt gleichzeitig die digitale Selbstständigkeit.

Kinder und Jugendliche nutzen ChatGPT zum Beispiel für:

  • Hilfe bei Hausaufgaben, Referaten oder Organisation
  • Kreative Projekte (z. B. Gedichte oder Geschichten schreiben, Ideen für Spiele entwickeln)
  • Fremdsprachenübungen oder das Erklären schwieriger Begriffe
  • Virtuelle Unterhaltung und Kommunikation

Was kann problematisch sein?

  • Falsche Informationen: ChatGPT kann Fehler machen oder Antworten „erfinden“ (sogenannte Halluzinationen).
  • Datenschutz: Persönliche Daten, die im Chat genannt werden, können gespeichert und ausgewertet werden. Das gilt besonders beim Einsatz über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Instagram.
  • Ungeeignete Inhalte: Trotz Filterung können unangemessene oder problematische Antworten erscheinen.
  • Scheinbare Vertrautheit: Die empathisch wirkende Kommunikation kann emotionale Bindungen fördern, obwohl ChatGPT kein Mensch ist.
  • Abhängigkeit: Kinder könnten sich zu stark auf ChatGPT verlassen, statt selbst zu recherchieren oder kritisch zu denken.
  • Eingeschränkter Internetzugriff: Die kostenlose Version kann aktuell das Internet nutzen, aber nur limitiert und mit beschränkten Zugriffszahlen. Für umfassenden, schnellen Internetzugang benötigt man das Plus-Abo.

Was sagt der Anbieter?

OpenAI betont:

  • Filter und Moderation: Unangemessene oder gefährdende Inhalte werden automatisch blockiert.
  • Transparenz: ChatGPT weist gelegentlich darauf hin, dass Informationen überprüft werden sollten.
  • Schutz Minderjähriger: Nutzung unter 13 Jahren untersagt, ab 13 nur mit elterlicher Zustimmung erlaubt. Eine echte Altersprüfung gibt es allerdings nicht.

Was Eltern beachten sollten

Gemeinsam ausprobieren: Testen Sie ChatGPT zusammen. Besprechen Sie anschließend, welche Antworten sinnvoll oder problematisch sind. So lernt Ihr Kind, kritisch mit KI umzugehen.

Family-Pairing-Funktion nutzen: Prüfen Sie die Einstellungen und aktivieren Sie bei Bedarf Schutzmechanismen.

Kritisches Denken fördern: Erklären Sie, dass ChatGPT keine „Wahrheit“ liefert, sondern Muster erkennt. Antworten können falsch sein oder Vorurteile enthalten.

Datenschutz im Blick behalten: Geben Sie gemeinsam keine persönlichen Daten preis, also keine Namen, Adressen, Telefonnummern oder Fotos. Wenn Ihr Kind ChatGPT über WhatsApp oder andere Apps nutzt, besprechen Sie, dass dort zusätzlich Daten geteilt werden.

Für die Schule: ChatGPT kann beim Lernen unterstützen, beispielsweise um schwierige Begriffe einfach zu erklären oder Texte zusammenzufassen. Hausaufgaben sollte es aber nicht übernehmen. Machen Sie Ihrem Kind deutlich: Die KI ist ein Werkzeug, das das Lernen unterstützen, aber nicht übernehmen kann.

Im Gespräch bleiben: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich zu melden, wenn es sich unwohl fühlt oder ungeeignete Inhalte erhält. KI kann spannend sein, sollte aber immer bewusst und kritisch genutzt werden.

E-Sport – was hat Computerspielen mit Sport zu tun?

2024 fand die erste E-Sport-Clubmeisterschaft (Esports World Cup; kurz EWC) statt. Das Event wurde von über 500 Millionen Zuschauer*innen verfolgt. Aufgeteilt auf 22 Turniere lag das Preisgeld bei insgesamt 60 Mio. USD (= ca. 51,46 Mio €). Gezockt wurden zum Beispiel EA Sports FC24, League of Legends sowie Fortnite. Die Vorstellung, selbst erfolgreich mit E-Sport zu sein und damit Geld zu verdienen, fasziniert viele Jugendliche. Doch worauf sollten Sie als Elternteil achten, wenn auch Ihr Kind sich als E-Sportler*in beweisen möchte?

Was ist E-Sport?

Das E von E-Sport steht für “elektronisch”. Der Begriff bedeutet also so viel wie “elektronischer Sport”. Gespielt wird am Computer oder an einer Spielekonsole, entweder allein oder im Team gegeneinander. Dabei erhalten die Spieler*innen wichtige Liga-Punkte oder steigen einen Rang auf. Echtzeit-Strategiespiele und Ego-Shooter sind aufgrund ihrer Komplexität und ihrem Unterhaltungswert am beliebtesten. Denn E-Sport-Turniere werden vor einem Live-Publikum ausgetragen – ähnlich wie bei einem Fußballspiel im Stadion. Im Vergleich zu klassischen Sportarten, wie Fußball oder Tennis, fällt beim E-Sport jedoch die starke körperliche Anstrengung weg. Es werden dabei vor allem geistige und motorische Fähigkeiten trainiert und weiter herausgebildet. Hierzu zählen z. B. Taktik, eine schnelle Reaktionszeit, Durchhaltevermögen und vorausschauendes Denken. Auch das Organisationstalent und die Sozialkompetenz sind gefragt: Es müssen Trainingszeiten vereinbart, Absprachen im Team getroffen und sich oft selbst um die Finanzierung bemüht werden.

Was fasziniert an E-Sport so sehr?

Lange bevor E-Sport in Deutschland ein Thema war, wurden E-Sportler*innen in Asien bereits wie Popstars gefeiert. In einigen Ländern wird E-Sport sogar als eigene Sportart eingestuft. Auch in Deutschland gilt E-Sport ab dem 01.01.2026 als gemeinnützig. Dies bringt für den Sport und Gamer*innen finanzielle sowie rechtliche Vorteile und Sicherheiten mit sich. Zum Beispiel werden Vereine durch öffentliche Fördermittel unterstützt, E-Sport erfährt eine breitere gesellschaftliche Anerkennung und wird wettbewerbsfähiger. Kinder und Jugendliche profitieren von der Anerkennung des E-Sports als gemeinnützig insofern, da sie durch breitere, zugänglichere und nachhaltigere Angebote im Verein Teilhabe und Gemeinschaft erfahren. Da E-Sport vor allem online stattfindet, können Grenzen wie die Ortsabhängigkeit oder mangelnde Barrierefreiheit leichter überwunden werden. Dies ermöglicht es, auch mit Gamer*innen aus anderen Ländern in einem Team zu spielen oder in einer inklusiven Gruppe zu zocken.

Durch die neue Gesetzesänderung wird E-Sport nun offiziell als Begriff festgelegt. Dabei wird – wie bei anderen Sportarten auch – betont, dass dafür taktische, motorische und strategische Fähigkeiten wichtig sind. Wer selbst als E-Sportler*in aktiv ist und gut spielt, kann daraus sogar ein lukratives Geschäft machen. Der Traum vieler E-Sportler*innen ist es, immer besser und berühmter zu werden, um eines Tages damit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und somit das Hobby zum Beruf zu machen. So gibt es auch Vereine, bei denen Spieler*innen Verträge unterschreiben können.

Worauf sollten Sie als Eltern achten?

Wenn Ihr Kind E-Sportler*in ist oder gerne werden möchte, dann machen Sie sich über die Altersfreigaben der USK für die jeweiligen Spiele schlau. Sie geben Auskunft darüber, ob das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist, also keine beeinträchtigenden Inhalte für das jeweilige Alter aufweist. E-Sport kann schnell dazu verführen, sehr lange zu spielen und Geld für Equipment auszugeben. Sie sollten daher zum einen gemeinsam mit Ihrem Kind klare Regeln wie Spielzeiten und Spieldauer festlegen und zum anderen Rahmenbedingungen, wie z. B. finanzieller Natur, deutlich machen. Informieren Sie sich zudem, mit wem Ihr Kind über das Spiel kommuniziert – meistens sind es dieselben Freund*innen, mit denen Ihr Kind auch sonst Zeit verbringt. Beobachten Sie zudem das Spielverhalten Ihres Kindes, um reagieren zu können, wenn andere Aktivitäten wie Beschäftigung mit Freund*innen abseits des Gamings oder die Schule vernachlässigt werden. Kommen Sie mit Ihrem Kind in den Austausch und reden Sie darüber, warum es gerne E-Sportler*in werden möchte. Zeigen Sie Interesse, lassen Sie sich die Lieblingsspiele zeigen und probieren Sie sie doch auch selbst einmal aus! So können Sie selbst erfahren, warum Ihrem Kind das Spiel als Wettbewerb so viel Spaß macht. Und vielleicht spielen Sie mit Ihrem Kind bald gemeinsam.

Eltern-Check-In: Was tun, wenn mein Kind online Gewaltvideos sieht?

Es kann passieren, dass Kinder oder Jugendliche online auf Inhalte mit Gewaltdarstellungen stoßen. Beim Scrollen auf Social Media, auf Video-Plattformen oder wenn solche Videos in Gruppenchats im Messenger geteilt werden. Dabei kann es sich um Prügeleien, Misshandlungen, Unfälle oder drastisches Bildmaterial aus Kriegsgebieten handeln. Solche Inhalte können Kinder oder Jugendliche verängstigen und verstören. Sie verletzten außerdem das Recht am eigenen Bild der Betroffenen und können sogar strafbar sein.

Was zu tun ist: Nicht weiter teilen, sondern melden

Auf keinen Fall sollten solche Inhalte weiterverbreitet werden. So lässt sich verhindern, dass noch mehr Menschen den Inhalt sehen. Wenn es sich um illegale Aufnahmen handelt, kann die Veröffentlichung und Weiterverbreitung sogar strafrechtliche Folgen haben.

Jugendliche können wir auch ermutigen, noch mehr zu tun, indem sie solche Inhalte nicht ignorieren, sondern aktiv melden. Schauen Sie gemeinsam, wo auf den genutzten Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok oder YouTube die Meldefunktion zu finden ist. Denn laut Nutzungsbedingungen sind gewalthaltige und grausame Inhalte nicht erlaubt und sollten gelöscht werden. Auch auf WhatsApp können Nachrichten oder Personen gemeldet werden.

Die Online-Beratungsplattform für junge Menschen Juuuport bietet sogar eine eigene Meldemöglichkeit für Jugendliche, z. B. für Gewaltvideos, Extremismus oder Hate Speech. Die Internet-Beschwerdestellen FSM, eco und jugendschutz.net kümmern sich dann um diese Beschwerden.

Aufklärung und Schutz

Gewalt spielt auch eine Rolle bei fiktionalen Medieninhalten, wie Filmen, Serien oder Spielen. Inhalte, die für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene leicht zu verarbeiten sind, können junge Kinder verängstigen. Deshalb gibt es für Gewaltdarstellungen in den Medien Altersbeschränkungen, die durch den Jugendmedienschutz geregelt sind. Die Alterskennzeichen von Filmen oder Computerspielen zeigen Ihnen als Eltern, ab welchem Alter die dargestellten Inhalte geeignet sind.

Online können Kinder und Jugendliche aber auch auf reale Gewaltdarstellungen stoßen. Ein Erfahrungsbericht von Juuuport zeigt anschaulich, wie unterschiedlich Jugendliche mit Gewaltvideos online umgehen, und kann Ihnen den Gesprächseinstieg erleichtern.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche negative Erfahrungen online-. Zeigen Sie die Melde- und Blockierfunktionen auf den relevanten Plattformen und besprechen Sie, wie Algorithmen Inhalte auswählen. Erklären Sie auch, wie man diese Inhalte „pflegen“ oder zurücksetzen kann, damit das Online-Erlebnis Ihres Kindes sicherer und gesünder bleibt. Sprechen Sie darüber, was es bedeutet, wenn Fotos oder Videos mit einer „Warnung vor sensiblen Inhalten“ versehen wurden und was Ihr Kind dann tun soll. Informieren Sie sich auch über die rechtlichen Regelungen des Jugendmedienschutzes sowie über technische Schutzmöglichkeiten über Apps und Einstellungen für Ihr Kind auf Geräten oder in einzelnen Diensten.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

WhatsApp ist der beliebteste Messenger, auch bei Kindern und Jugendlichen. Fast jede*r nutzt ihn, um Nachrichten zu verschicken, Anrufe zu tätigen oder Statusmeldungen zu teilen. Für Eltern ist es wichtig, die Funktionen, Risiken und Entwicklungen zu kennen, besonders seit KI-Funktionen in die App integriert sind.

Kurz gefasst:

  • Kostenfreie Messenger-App für Android, iOS und Web
  • Funktionen: Chats, Sprachnachrichten, Anrufe, Videotelefonie, Dateien, Kontakte, Standort teilen, Gruppenchats, zentrale Suchfunktion
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chats
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • Zusätzliche Features: KI-Integration (Meta AI), Influencer*innen-Kanäle, eigene Channels, selbstlöschende Nachrichten, Chat-Sperren

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenloser Messenger, der über die Handynummer registriert wird. Kontakte müssen im Adressbuch auf dem Smartphone freigegeben werden, damit Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dateien oder der Standort verschickt werden können. Auch Gruppenanrufe und Videotelefonie sind möglich.

Besonders praktisch sind selbstlöschende Nachrichten, die nach sieben Tagen verschwinden, und Fotos oder Videos, die nur einmal angesehen werden können. Chats lassen sich mit einem Code oder Fingerabdruck sperren. Gruppenadministrator*innen dürfen Nachrichten anderer löschen, so lassen sich Inhalte besser moderieren.

Die Suchfunktion hilft, schnell bestimmte Nachrichten, Links oder Medien über alle Chats hinweg zu finden. Das macht den Messenger übersichtlich, kann aber auch dazu verleiten, alte Gespräche oder private Inhalte wieder hervorzuholen, die eigentlich vergessen waren.

Seit der Integration von Meta AI unterstützt eine KI die Nutzer*innen beim Formulieren von Nachrichten, beim Zusammenfassen langer Chats und schlägt Emojis oder Antworten vor. Außerdem kann sie Fragen beantworten, ähnlich wie ein Chatbot. Die Nutzung dieser Funktionen ist optional, die Nutzer*innen entscheiden selbst, ob sie sie einsetzen möchten. Unter „Aktuelles“ finden sich Kanäle (Channels), auf denen Influencer*innen, Promis, Marken oder journalistische Medien wie Tagesschau Inhalte posten. Auch Kinder und Jugendliche können eigene Channels erstellen, beispielsweise für Schulprojekte oder Freundesgruppen.

Was fasziniert Jugendliche daran?

WhatsApp ist schnell, einfach und immer verfügbar. Jugendliche nutzen es, um in Kontakt zu bleiben, Hausaufgaben abzusprechen oder einfach dazuzugehören. Über Statusmeldungen und Profilbilder teilen sie Eindrücke aus ihrem Alltag, ähnlich wie auf Instagram.

Die neuen Kanäle machen WhatsApp noch attraktiver. Jugendliche folgen dort Influencer*innen und erhalten Trends, Challenges oder Tipps direkt in der App. Eigene Channels fördern Kreativität und Organisation, können aber auch den Wunsch nach Reichweite oder Anerkennung verstärken.

Auch die KI-Funktionen faszinieren: Ein automatischer Schreibassistent, der Texte vorschlägt, spart Zeit und wirkt praktisch. Jugendliche sollten jedoch verstehen, dass diese KI kein neutraler Gesprächspartner ist, sondern aus ihren Eingaben lernt.

Was kann problematisch sein?

Die Lesebestätigung („blaue Häkchen“) kann Druck erzeugen, sofort zu antworten. Große Gruppen, wie Klassenchats, sind oft unübersichtlich und können zu Konflikten oder Stress führen. Schnell geteilte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten lassen sich leicht weiterleiten, was Mobbing oder peinlichen Situationen begünstigen kann.

Ein weiteres Risiko ist die Datenverarbeitung durch Meta. WhatsApp sammelt viele Informationen: Kontakte, Profil- und Standortdaten, Geräte- und Nutzungsinformationen. Diese können für personalisierte Werbung oder zum Training der KI verwendet werden.

Die Integration von Meta AI bringt zusätzliche Herausforderungen. Viele Nutzer*innen wissen nicht, welche Daten die KI verarbeitet oder speichert. Auch emotionale Bindungen zu Chatbots können entstehen, vor allem, wenn Kinder über persönliche Themen sprechen. Solche Gespräche wirken oft menschlich, sind es aber nicht.

Kanäle von Influencer*innen können Inhalte zeigen, die für Kinder ungeeignet sind. Werbung, Idealisierungen und einseitige Darstellungen sind häufig; oft ohne klare Kennzeichnung.

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört zum Meta-Konzern. Der Anbieter betont, dass Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Das schützt Nachrichten vor dem Mitlesen, aber nur, solange keine Cloud-Backups aktiviert sind.

Meta AI soll laut Anbieter die Nutzung erleichtern und personalisierte Ergebnisse liefern. Gleichzeitig bedeutet das: Die KI lernt aus den Daten der Nutzer*innen. In den Einstellungen können Eltern prüfen, ob die KI-Funktionen aktiv sind. Auf manchen Geräten ist das nur für Nutzer*innen unter 18 sichtbar. Die Nutzung lässt sich einschränken oder ablehnen, soweit das Gerät und die App es erlauben.

Was Eltern beachten sollten

Kinder unter 16 Jahren dürfen WhatsApp nur mit Zustimmung der Eltern nutzen. Sprechen Sie gemeinsam über den verantwortungsvollen Umgang: Welche Informationen dürfen geteilt werden? Wer darf Nachrichten sehen?

Thematisieren Sie Risiken wie Mobbing, nicht altersgerechte oder gefährliche Inhalte (z. B. pornografisches Material), „Fake News” oder emotionale Bindungen an KI-Chatbots. Ermutigen Sie Ihr Kind, sich Hilfe zu holen, wenn es unangenehme Erfahrungen macht.

Stellen Sie gemeinsam die Datenschutzeinstellungen ein. Achten Sie dabei auf die Privatsphäre Ihres Kindes und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Der Privatsphäre-Check (Einstellungen » Datenschutz » Privatsphäre-Check) zeigt auf einen Blick, welche Einstellungen aktiv sind und wer was sehen darf. Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie unter www.medien-kindersicher.de.

Ihr Kind sollte nur Kontakte zulassen, die es auch im echten Leben kennt. Besprechen Sie den verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Channels und Inhalten von Influencer*innen. Seien Sie selbst ein Vorbild für respektvolle Kommunikation.

Erklären Sie, dass KI-Antworten nicht immer richtig sind und keine echten Gespräche ersetzen. Bleiben Sie im Gespräch und zeigen Sie Interesse an der digitalen Welt Ihres Kindes – ohne Misstrauen, aber mit Bewusstsein.

Wer Messenger mit stärkerem Datenschutz sucht, kann auf Signal, Threema oder NYZZU ausweichen.

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