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PlayStation 5

Die PlayStation 5 ist momentan die bei jungen Gamern wohl begehrteste neue Spielekonsole. Sie ist vergleichsweise teuer, bietet aber eine hochwertige Grafik und einen neuartigen Controller. 

Kurz gefasst:

  • Seit Ende 2020 erhältlich 
  • Jugendschutz-Funktionen 
  • Zwei verschiedene Modelle verfügbar 
  • Ca. 400 – 900€ 

Was genau ist die PlayStation 5?

Die Playstation 5 (oder kurz: „PS5“) ist eine Spielekonsole des japanischen Entwicklers Sony. Sie kann in zwei verschiedenen Versionen gekauft werden: Die normale PS5 und die PS5 Digital Edition, die sich dadurch unterscheidet, dass sie kein Laufwerk hat. Somit können auf ihr nur heruntergeladene Spiele gespielt werden. Dafür ist sie etwas leichter und günstiger. Beide Versionen kommen mit einem neu gestalteten Controller. Es kann also nur alleine gespielt werden, wenn man nicht weitere Controller dazu kauft. 
Die PS5 ist insgesamt teurer als andere Konsolen, z. B. die Nintendo Switch. Dafür bietet sie, ähnlich wie die XBOX Series X, sehr gute technische Eigenschaften: Sie ist beispielsweise sehr schnell. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen PS3 und PS4, gibt es noch nicht allzu viele nur für die PS5 entwickelte Spiele. Es können aber auch Spiele der Vorgängerkonsole auf der PS5 gespielt werden. 
Die PS5 kann auch an das WLAN angeschlossen werden. Mit „PlayStation Plus“ gibt es ein monatliches Abo, das es ermöglicht, regelmäßig neue Spiele herunterzuladen und online gemeinsam mit anderen Gamerinnen zu spielen. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Gamer auf der ganzen Welt sind täglich auf der Suche nach einer neuen PS5. Sie ist zwar eigentlich schon seit Ende 2020 erhältlich, aber praktisch immer sehr schnell ausverkauft.  
Einige Spiele-Reihen sind nur auf der PlayStation verfügbar (z. B. aus der Spiderman-Serie). Diese exklusiven Spiele machen die PS5 für Gamer attraktiv. Am wichtigsten ist jungen Gamerinnen aber meistens die Qualität der Grafik und die Tatsache, dass die PS5 brandneu und heiß begehrt ist. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot? 

Für die PS5 gibt es viele Spiele, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. So gibt es für die PS5 z. B. viele Ego-Shooter. In einigen Spielen gibt es auch die Möglichkeit mit sogenannten InGame-Käufen, Spielinhalte (z.B. Gegenstände oder Waffen) dazu zu kaufen. Sie sollten also darauf achten, was und wie viel Ihr Kind spielt und mittels der Jugendschutz-Funktionen Einstellungen vornehmen, um die PS5 kindgerechter zu machen. 

Was meint der Anbieter? 

Für die PS5 gibt es die Möglichkeit, Jugendschutz-Einstellungen vorzunehmen. Dafür müssen Sie vorab ein Konto für Ihre Familie im PlayStation Network erstellen. Mit diesem können Sie dann ein Konto für Ihr Kind erstellen und Einstellungen vornehmen. Sie sollten hier einstellen, welche Spiele und Spielinhalte (z.B. Fotos aus den Spielen) es mit anderen teilen, kaufen und veröffentlichen darf. Eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung finden Sie hier. Es gibt auch eine Anleitung in kindgerechter Sprache für die Nutzung des PlayStation Networks. 

Was sollten Eltern beachten?

Es muss nicht immer die neueste und teuerste Spielekonsole sein. Die Vorgängermodelle PS3 und PS4 haben immer noch eine sehr gute Qualität und bieten ein tolles Spielerlebnis. Für beide Konsolen gibt es auch mehr Spiele, weil die PS5 relativ neu ist und noch nicht allzu viele Spiele für sie entwickelt wurden. 
Grundsätzlich sollten Sie offen sein für die Wünsche Ihres Kindes. Sie können aber auch darüber sprechen, dass das Neueste nicht immer auch das Beste ist. Wichtig ist auf jeden Fall sich für die Spielewelten Ihres Kindes interessieren, es möglichst beim Spielen begleiten und da sind, falls es etwas Unangenehmes erlebt. 

Die Klamottenmarke der Influencer – Merch

Vielleicht haben Sie noch irgendwo in Ihrem Kleiderschrank ein T-Shirt von Ihrer Lieblingsband aus Ihrer Jugend. Oder Sie gehen gern zum Fußball und haben deshalb natürlich auch die ganze Fankollektion Ihres Vereins – von Schal über Trikot bis zur Bettwäsche. Doch heutzutage vermarkten nicht nur Sportvereine und Musikerinnen oder Musiker solche Produkte, sondern auch Influencerinnen und Influencer. Sogenannter Merch von den Idolen ist auch für Kinder und Jugendliche spannend. 

Was genau ist Merch?

Merch ist die Kurzform von Merchandise und der englische Begriff für Vermarktung. Die Palette der Merchandise-Produkte reicht von Sammelkarten, Spielfiguren und Schlüsselanhängern bis hin zu T-Shirts, Trikots oder sogar Kostümen. Das Trikot des liebsten Fußballvereins gibt es häufig schon in Babygröße, die Figuren von Ninjago als Sammelkarten und Prinzessin Elsa erscheint auch auf Brotdosen und Rucksäcken. Ab dem Kindesalter ist Merchandise präsent. 

Der Merch der Influencer

Auch viele YouTuberinnen und Influencer betreiben online ihren eigenen Merch-Shop. Dort gibt es regelmäßig neue Kollektionen von T-Shirts, Kapuzenpullovern und Beuteln. Dieser Merch ist selten in “normalen” Geschäften verfügbar. Influencer machen in ihren Videos, Stories usw. darauf aufmerksam. Viele Kinder und Jugendliche möchten ihre Lieblings-Influencer durch den Kauf solcher Artikel unterstützen. Durch häufige Werbung bekommen sie das Gefühl, dass jede neue Kollektion etwas Exklusives und Seltenes ist.  

Dieser Merch drückt, genau wie der von Bands und Sportvereinen, Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus. Außerdem steht der Influencer oder die Musikerin für etwas Bestimmtes, das sich mit seinem oder ihrem Merch auch auf die Person überträgt, die die entsprechenden T-Shirts und Pullis trägt.  

Solcher Merch wird in der Regel bei anderen Firmen produziert. Nicht immer handelt es sich um qualitativ hochwertige Produkte. Die Preise für die Sachen sind oft recht teuer, weil man nicht nur den Pulli, sondern auch die Marke und das Design mitbezahlt. Mehr dazu erfahren Sie im Video von Pocket Money

Worauf Sie bei Influencer-Merch achten sollten? 

Bevor Sie dem Wunsch Ihres Kindes nach beworbener Kleidung eines bestimmten YouTubers nachkommen, sollten Sie gemeinsam folgende Fragen beantworten: 

  • Wofür steht die Influencerin oder der Influencer? Kann ich bzw. mein Kind dahinter stehen? 
  • Ist es nur ein kurzzeitiges Interesse oder begeistert mein Kind sich schon länger für den Influencer? 
  • Ist der Preis für den Merch angemessen und stimmt die Qualität? 
  • Gibt es eine sichere Bezahlungsmöglichkeit? Lassen sich die Sachen kostenlos umtauschen? 

Sie sollten auch darauf achten, dass Sie die Bezahlung abwickeln. Geben Sie Ihrem Kind niemals Ihre Konto- oder Kreditkartendaten. 

Gestehen Sie Ihrem Kind das Fansein zu. Das gehört zum Aufwachsen dazu, wie Sie wahrscheinlich aus ihrer eigenen Kindheit und Jugend wissen. Wenn es um Merch geht, sollten Sie jedoch kritisch hinterfragen, ob alles gekauft werden muss. Regen Sie auch Ihr Kind an, darüber nachzudenken. 

Beliebte Spiele: Valorant

In dem kostenlosen Spiel Valorant spielen zwei Fünfergruppen gegeneinander. Trotz bunter Cartoon-Optik sind Waffen und Gewalt die zentralen Spielelemente. 

Kurz gefasst:

  • kostenloser Download für Windows PC 
  • ab 16 Jahren freigegeben (USK
  • Mehrspieler Ego-Shooter 
  • In-Game-Käufe (z.B. Ausstattung der Spielfiguren) 
  • von RIOT Games entwickelt (wie z.B. auch League of Legends

Was kann das? 

Valorant ähnelt beliebten Spielen wie Fortnite, Overwatch oder Counterstrike. Am Anfang jeden Spiels wählt jeder Mitspielende eine Spielfigur (“Agent” genannt). Diese hat spezielle Fähigkeiten und muss somit taktisch klug ausgewählt werden. Außerdem können zu Beginn einer Runde verschiedene Waffen gekauft werden, wofür allerdings teilweise erst viele Runden gespielt werden müssen. Die dafür nötige Währung wird erspielt und nach Abschluss jeder Runde nach persönlicher Leistung und dem Abschneiden des Teams ausgezahlt.  
Es wird in einer Fünfergruppe gegen eine andere Gruppe gespielt. Das Spiel dreht sich um eine Bombe, die “Strike” genannt wird. Diese wird von einer Gruppe gesetzt und muss nun verteidigt werden. Die andere Gruppe versucht dagegen die Bombe zu entschärfen. 
Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeiten und Waffen-Ausstattung der Agenten müssen die Spielfiguren strategisch klug aufgestellt werden. Dazu muss gemeinsam im Team überlegt werden, welcher Zug pro Runde am besten ist. Hier ist somit Teamfähigkeit und taktisches Geschick gefragt. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Valorant wurde zuerst dadurch bekannt, dass viele Streamer auf Twitch schon eine Woche vor offizieller Veröffentlichung spielten. So wurden viele Jugendliche aufmerksam auf das Spiel. Ein Pluspunkt für Jugendliche ist, dass das Spiel kostenlos zur Verfügung steht. 
Mit eigenem Account kann mit Freunden aus der eigenen Kontaktliste gespielt werden und sogar ein Clan gegründet werden. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Valorant hat die USK Altersfreigabe ab 16 Jahren. Das Spiel kann jedoch von jüngeren Gamern heruntergeladen werden, wenn sie ein falsches Geburtsjahr angeben. Es geht zwar um einen bewaffneten Konflikt, trotzdem sind die Gewaltdarstellungen im Vergleich zu anderen Spielen eher harmlos. 
Es gibt in Valorant auch eine Art Belohnungssystem (“Kampfpass”). Mithilfe dieses Systems können nach vielen gespielten Runden neue Waffen und neue Agenten erworben werden. Das kann problematisch werden, weil es den Suchtfaktor des Spiels erhöhen kann. Auch gibt es eine Bestrafung für regelmäßiges Verlassen von beginnenden Spielen, was dazu führen kann, nicht spontan auszusteigen und immer weiterzuspielen, da es Punkte für das Gewinnen im Team gibt. 

Was meint der Anbieter?

Zusätzlich zu den Nutzungsbedingung von RIOT Games hat Valorant einen Verhaltenskodex. Die Nichtbeachtung dieser Regeln kann von einer Sperrung der Kommunikationssysteme im Spiel bis zur vorübergehenden oder unbefristeten Sperrung für Valorant oder alle Spiele von RIOT führen.

Was sollten Eltern beachten? 

Obwohl das Spiel kostenlos zum Download zur Verfügung steht, gibt es In-Games-Käufe. Hier kann neue Ausstattung für den Agenten oder ein Kampfpass gekauft werden. Sie sollten aufpassen und mit Ihrem Kind darüber reden, dass obwohl das Spiel kostenlos ist, dennoch reales Geld ausgegeben werden kann.  
An ein solches Spiel ist leicht ranzukommen, auch wenn man noch nicht 16 Jahre ist. Achten Sie als Eltern dennoch auf das USK-Alterskennzeichen und erklären Sie Ihrem Kind, warum sie wichtig sind. Gleichzeitig ist es hilfreich, sich mit anderen Eltern auszutauschen. 
Sollte Ihr Kind Valorant spielen, weil es bereits 16 Jahre alt ist oder Sie es für reif genug halten, sollten Sie unbedingt mit ihm über seine Spielerfahrung sprechen. So kann Ihr Kind das im Spiel Erlebte reflektieren und besser verarbeiten. Dabei ist auch die Kommunikation mit anderen Mitspielenden entscheidend. Fragen Sie Ihr Kind, über was es im Spiel und im Chat mit anderen Gamern erlebt. 

Ein Tablet für mein Kind

Tablets sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen an den verschiedensten Orten präsent: Die mobilen Geräte begegnen ihnen in der Hand von Eltern und anderen Familienmitgliedern, in der Schule oder Kita oder auch mal im Museum. Kein Wunder, dass bei vielen früher oder später der Wunsch nach einem eigenen Tablet aufkommt. 

Tablets in Kinderhand? 

Viele Eltern fragen sich dann als erstes: Ist mein Kind schon alt genug für ein eigenes Tablet? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort – Sie kennen Ihr Kind und seinen Entwicklungsstand am besten und können daher auch am besten einschätzen, welche digitalen Medien es schon sinnvoll nutzen kann. Überlegen Sie auch, aus welchem Grund Sie Ihrem Kind ein Tablet anschaffen wollen: zum Spielen, Kreativsein oder Lernen? Es gibt viele Möglichkeiten!     

Das passende Gerät finden 

Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Tablet ist es auch hilfreich, darüber nachzudenken, wofür es hauptsächlich genutzt werden wird. Ebenso ist das Alter des Kindes zu berücksichtigen. 

Kinder-Tablets 

Es gibt Tablets speziell für Kinder – mit vielen Voreinstellungen, die das Gerät kindersicher machen sollen. Außerdem haben sie meist eine bunte, stoßsichere Hülle, die Kinder gut greifen können. Solche Tablets sind vor allem zum Spielen gedacht und eignen sich für jüngere Kinder. Wenn Sie sich für so ein Gerät interessieren, sollten Sie sich vorab mit den Voreinstellungen auseinandersetzen, denn viele sind nicht veränderbar. Ein Nachteil dieser Kinder-Tablets kann sein, dass das Kind schnell aus ihm „herauswächst“. Das Design ist auf jüngere Kinder ausgerichtet, was bald als uncool empfunden werden kann. Außerdem werden die begrenzten Nutzungsmöglichkeiten irgendwann nicht mehr passen bzw. langweilig. 

„Normale“ Tablets 

Auch ein „normales“ Tablet, das nicht speziell für Kinder entwickelt wurde, lässt sich mit verschiedenen Einstellungen und Apps ohne allzu großen Aufwand kindersicher gestalten. Die Einstellungen lassen sich immer wieder anpassen. Eine gute Unterstützung dabei sind Angebote wie das Jugendschutzprogramm JusProg oder die App Kids Place, mit denen Sie zum Beispiel ungeeignete Websites sperren oder Nutzungszeiten limitieren können. Als sinnvolles analoges Zubehör können Sie das Tablet mit einer stoßfesten Hülle und einer Panzerglasfolie für den Bildschirm ausstatten. 

Gebraucht oder neu? 

Auch die Anschaffung eines gebrauchten Geräts kann eine gute Option sein. Gerade für Kinder muss es nicht das neueste Modell mit der besten technischen Ausstattung sein. Nur zu alt sollte das Tablet nicht sein, denn dann kann es passieren, dass wichtige Sicherheitsupdates nicht mehr unterstützt werden. Vielleicht hat jemand aus der Familie ein ausgedientes Gerät abzugeben? Auch im Internet gibt es viele günstige Gebrauchtmodelle zu kaufen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein „Familien-Tablet“, also ein Gerät, dass Sie gemeinsam nutzen. Dann bietet es sich an, mehrere Benutzerkonten anzulegen, um die Einstellungen individuell anpassen zu können. 

Mediennutzung begleiten 

Bei Tablets gilt das gleiche wie bei allen (digitalen) Medien. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung, legen Sie gemeinsam Regeln fest (z. B. in einem Mediennutzungsvertrag) und seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst. Nutzen Sie das Tablet auch mal gemeinsam: Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, welches Spiel es zurzeit gerne spielt, machen Sie zusammen lustige Fotos oder lesen Sie ihm aus einem interaktiven Bilderbuch vor. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind altersgerechte Anwendungen und Apps verwendet. Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, die Einstellungsmöglichkeiten am Gerät zu nutzen (siehe oben) und App-Berechtigungen zu prüfen.  

Falls Ihr Kind bereits in die Schule geht und dort mit einem Tablet ausgestattet wurde, das es mit nach Hause nehmen darf, sollten Sie sich mit den Regeln der Schule und den Voreinstellungen vertraut machen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob, und wenn ja, in welchem Rahmen, es das Schultablet auch nach erledigten Hausaufgaben nutzen darf. 

Hilfreiche Links und App-Tipps 

Kinder- und Jugendschutz-Apps und -Programme 

Apps für Kinder

Weitere Informationsangebote 

Nintendo Switch

Bei jüngeren und älteren Gamern ist sie gleichermaßen beliebt: Die Nintendo Switch. Besonders ist, dass man die Spiele-Konsole entweder zuhause auf dem (Fernseh-)Bildschirm oder unterwegs nutzen kann. Es gibt viele unterschiedliche Spiele und eine App mit der Eltern die Konsole kindgerechter einstellen können. 

Kurz gefasst: 

  • Seit 2017 erhältlich 
  • Kosten: ca. 300 € – 350 € 
  • Große Auswahl an Spielen für die ganze Familie 
  • Jugendschutz-Funktionen als App für iOS und Android 

Was kann die Nintendo Switch? 

Die Nintendo Switch (oder kurz: „Switch“) ist eine Spiele-Konsole des japanischen Entwicklers Nintendo. Sie besteht aus der Konsole selbst, die an ein Tablet mit Touchscreen erinnert, einer Docking-Station, mit der man sie an einen größeren Bildschirm anschließen kann und (standardmäßig) zwei Controllern. Die beiden Controller können links und rechts an die Konsole angeschlossen werden. So ist die Switch mobil nutzbar – zum Beispiel auf einer langen Bahnfahrt. Die beiden Controller können aber auch abgenommen werden und Zuhause zusammengefügt alleine oder einzeln aufgeteilt von mehreren Gamern gleichzeitig genutzt werden.
Die Controller haben bestimmte Sensoren und können ähnlich wie bei dem Vorgängermodell, der Nintendo Wii, bei manchen Spielen mit einer Bewegungssteuerung genutzt werden. So kann man zum Beispiel bei einem Golf-Spiel den Controller wie einen Schläger schwingen.
Die Switch kann außerdem an das heimische WLAN angeschlossen werden. So können Spielinhalte (z.B. selbstgemachte Fotos aus den Spielen oder Highscores) online gestellt, neue Spiele gekauft oder erweitert werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Für viele Gamer ist interessant welche Spiele für die jeweiligen Konsole verfügbar sind. Die Konsolen der Konkurrenz Microsoft Xbox X oder Sony Playstation 5 haben zwar eine bessere Grafik, die Switch hat aber viele Spiele, die es nur für diese Konsole gibt, wie etwa aus der Pokémon- und Zelda-, oder Animal Crossing-Reihe, die alle vor allem junge Fans haben.
Die Spiele für die Switch sind insgesamt sehr vielfältig. Es gibt viele Spiele, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind und auch Spiele, die gemeinsam in der Familie gespielt werden können, wie zum Beispiel aus der beliebten Mario-Reihe. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Neben Spielen für jüngere Gamer, gibt es auch für sie ungeeignete Spielinhalte, wie zum Beispiel Ego-Shooter. Achten Sie daher auf die Alterskennzeichen der USK. Außerdem kann es in manchen Fällen passieren, dass die Zeit, die mit Games verbracht viel zu viel wird, sogar bis zur Gefahr einer Abhängigkeit. Sie sollten also darauf achten, dass Ihr Kind nicht mit Spielen konfrontiert wird, die nicht für das jeweilige Alter freigegeben sind, und dass Sie gemeinsam Spieldauer und Uhrzeiten festlegen. Hilfe bieten Ihnen hier die Jugendschutzeinstellungen der Konsole. 

Was meint der Anbieter? 

Sie können die Jugendschutzeinstellungen direkt auf der Konsole oder mit der App „Nintendo Switch-Altersbeschränkungen“ vornehmen, die bei Google Play für Android und im App Store für iOS kostenlos heruntergeladen werden kann. Hier können Sie einen Account für sich und einen für Ihr Kind erstellen und diese dann mit der Switch verknüpfen. So lassen sich die Spieldauer begrenzen und bestimmte nicht-altersgemäße Inhalte blockieren. Sie können sie auch Benachrichtigungen schicken lassen, die Sie darüber informieren, was Ihr Kind mit der Switch macht. 

Was sollten Eltern beachten? 

Die Jugendschutzeinstellungen können Ihnen zwar ein bisschen Sicherheit geben, aber sie können auch dazu führen, dass Ihr Kind sich überwacht fühlt. Wichtig ist, dass Sie Interesse für die Lieblingsspiele Ihres Kindes zeigen, darüber sprechen, was es beim Spielen erlebt und gemeinsame Regeln vereinbaren. Außerdem bietet Switch viele Möglichkeiten gemeinsam miteinander zu spielen und Spaß zu haben. Setzen Sie sich mal dazu und lassen Sie sich von Ihrem Kind die Spielwelt erklären. 

Faszination Profilbild

Bunte animierte Figuren, Haustiere, Blumen, Fußballflaggen oder ein ganz normales Urlaubsfoto. All dies landet als Profilbild auf Facebook, Instagram und Co. Eine Nachricht wie “… hat ihr Profilbild aktualisiert” hat sicherlich jeder in den Sozialen Netzwerken schon einmal gelesen.

Doch warum ist das Profilbild ein so wichtiger Teil des Internetauftritts für Jugendliche und für Erwachsene?

Profilbilder können die Online-Kommunikation erleichtern

Profilbilder können dabei helfen, andere im Internet zu identifizieren. Wenn Ihr Kind in der Schule zum Beispiel neue Freundschaften geschlossen hat, kann es überprüfen, ob der Name zum Bild passt und es sich um die richtige Person handelt. Profilbilder bieten aber auch Möglichkeiten, sich kreativ auszudrücken und zu zeigen, was man mag. Das wiederum hilft anderen, den richtigen Eindruck von der Identität einer Person zu bekommen. 

Ein Profilbild ist das Erste, was man sieht, wenn man eine Freundschaftsanfrage bekommt oder Instagram öffnet. Das Profilbild ist also vergleichbar mit dem ersten Eindruck im realen Leben. Doch bei der Online-Kommunikation fehlen Dinge wie Augenkontakt, Körperhaltung und Tonlage. Sie zeigen, wie der Gesprächspartner drauf ist. Das Profilbild kann das ein wenig auch online leisten – zum Beispiel, weil eine Person ganz nah und damit ihr Gesichtsausdruck, wie etwa ein Lächeln, zu sehen ist.  

Was Profilbilder für Jugendliche bedeuten

Mit dem Profilbild vermittelt jede Person eigenen Botschaften. Ob es nur die Nachricht ist: “Ich mag Katzen”, weil ein Selfie mit einer Katze zu sehen ist, ein gepostetes Bild mit Filtern überlagert oder der graue Umriss eines Menschens. All das sendet dem Betrachtenden verschiedene Nachrichten, nach denen beurteilt wird, ob jemand sympathisch rüberkommt oder nicht. Ähnlich funktionieren der Status bei WhatsApp oder die Storys bei Instagram.

Genau deshalb ist es für viele Jugendliche wichtig, ein “gutes” Profilbild zu haben. Dieses muss für sie bestimmte Funktionen erfüllen.: Es soll professionell wirken, aber trotzdem noch spontan oder es sollte möglichst nah am eigenen Schönheitsideal sein. Es kann vorkommen, dass Jugendliche ihr Profilbild alle paar Wochen wechseln, weil sie ein Bild gemacht haben, mit dem sie sich besser identifizieren können und das die richtige Botschaft an ihre Freundinnen und Freunde sendet. 

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass ein Profilbild etwas ist, in dem viele Menschen unterschiedliche Dinge sehen können und es sehr stark davon abhängt, wer das Bild betrachtet. Nicht nur Freunde, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer oder zukünftige Kollegen und Kolleginnen auf der Arbeit könnten das Bild sehen. Deshalb sollte vorher überlegt werden, wie ein Profilbild verstanden werden könnte, bevor es hochgeladen wird. 

Profilbilder können auch Dinge über eine Person verraten, die andere Personen nichts angehen. Gerade, wenn ein Profil nicht privat ist, das heißt auch Fremde die Person auf Instagram, Tik Tok usw. finden und anschauen können, sollten weder das Profilbild noch andere Informationen zu private Dinge wie zum Beispiel den Wohnort über die Person verraten. Besonders wenn Ihr Kind noch unerfahren mit sozialen Netzwerken ist, können Sie erst einmal gemeinsam ein Bild einstellen, das wenig preisgibt. Das kann sogar die Kreativität fördern. Ein Bild, das etwa nur die Schuhe oder einen Schattenumriss Ihres Kindes zeigt, kann trotzdem individuell und schön sein. Gleichzeitig ist es für Fremde nicht eindeutig erkennbar, so dass die Gefahr von Cybergrooming geringer ist. Am sichersten ist es, Profile von Kindern und Jugendliche immer auf “privat” umzustellen, so dass nur Freunde sie sehen können!

YouTube Shorts

TikTok ist dafür bekannt und Instagram hat mit Reels nachgezogen. Nun hat auch YouTube das Kurzvideo-Format für seine App eingeführt. Es heißt YouTube Shorts und kann für Kinder und Jugendliche eine spannende Erweiterung der YouTube-Inhalte sein. 

Kurz gefasst:

  • Kurzvideos im Hochformat von maximal 60 Sekunden
  • über die App oder den Browser erreichbar
  • eigene Shorts können über die YouTube-App erstellt werden
  • angezeigte Videos basieren auf dem Empfehlungsalgorithmus
  • fesselnde Wirkung auf Kinder und Jugendliche möglich 

Was bietet YouTube Shorts? 

Mit YouTube Shorts können sich Nutzende Kurzvideos mobil auf dem Smartphone anschauen. Sogenannte Creator können mit der YouTube-App auch eigene Kurzvideos im Hochformat aufnehmen. Die Clips dauern maximal 60 Sekunden. 

Die Kurzvideos auf YouTube erscheinen in der Smartphone-App in einer eigenen Rubrik. Sobald ein Kurzvideo – häufig versehen mit dem Hashtag #shorts – ausgewählt wird, erscheint es auf dem gesamten Smartphone-Display. Über eine Wischbewegung von unten nach oben werden neue Videos angezeigt. Welche das sind, entscheidet der Empfehlungsalgorithmus von YouTube: Auf Grundlage bisher angesehener Videos werden vermutete Interessen und der angebliche Geschmack des jeweiligen Zuschauers berechnet. Auch am Computer oder Laptop lassen sich die Kurzvideos anschauen.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Shorts sind in der Regeln sehr kurzweilig und unterhaltsam. Für Kinder und Jugendliche kann das ein Grund sein, noch mehr Zeit auf YouTube zu verbringen. Außerdem kann YouTube Shorts ein Anreiz sein, selbst Clips hochzuladen. Denn in der neuen Rubrik erscheinen auch Videos, die nicht professionell gedreht wurden. Creators mit wenigen Followerinnen und Followern und ohne große technische Ausstattung können so Aufmerksamkeit erhalten. Das war zuvor aufgrund der vielen, professionell gestalteten Videos bei YouTube sehr schwer und eher unrealistisch.  

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Ähnlich wie TikTok kann YouTube Shorts sehr fesselnd sein, so dass Kinder und Jugendliche mehr Zeit damit verbringen, als sie eigentlich möchten oder sollten. Dazu trägt der Empfehlungsalgorithmus bei. Eine Wischbewegung nach oben reicht aus, um das nächste Video anzuschauen. YouTube Shorts zu schließen, kann daher sehr schwer fallen. Beim Anschauen der Videos können Kinder und Jugendliche außerdem mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen.

Wie andere Social Media-Apps auch, bestehen Kommunikationsrisiken, wenn Kinder und Jugendliche eigene Inhalte im Netz verbreiten und sich mit anderen Nutzenden austauschen – wie z. B. negative und verletzende Kommentare oder Cybergrooming.

Was meint der Anbieter?

Es gelten die Nutzungsbedingungen, Datenschutzbestimmungen und Community-Richtlinien von YouTube. Auf einer eigenen Seite informiert der Anbieter über mögliche Datenschutzeinstellungen. YouTube empfiehlt Eltern von minderjährigen Nutzenden die Einrichtung eines YouTube-Kontos mit Elternaufsicht. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag YouTube in der Familie

Da YouTube Shorts bisher nur in einer Beta-Version (= vorläufige Version) nutzbar ist, wird sich zeigen, ob der Anbieter noch weitere Einstellungsmöglichkeiten ergänzen wird.

Was sollten Eltern beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, ob es YouTube Shorts nutzt und, wenn ja, warum. Was gefällt ihm daran und welche Clips schaut es sich gerne an? Auch Nutzungsrisiken sollten besprochen werden. Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit YouTube Shorts und mit Medien generell verbringt. Ein Mediennutzungsvertrag kann dabei helfen, eine vernünftige Nutzungszeit einzuhalten.  Möchte Ihr Kind selbst Videos hochladen? Dann reden Sie darüber, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und welche nicht. Es gibt auch die Möglichkeit, Videos nur mit ausgewählten Personen zu teilen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie andere Nutzende blockiert und gemeldet werden können. Das ist wichtig, falls es unangemessene Kommentare oder Nachrichten erhält. Ihr Kind sollte wissen, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.

Politik für Jugendliche aufbereitet

Unpolitisch? Von wegen. Viele Jugendliche interessieren sich für Politik. Nicht nur in der Schule haben sie Kontakt mit politischen Themen. Gerade wenn Wahlen stattfinden, steigt das Interesse. Ob in Bewegungen wie Fridays for Future, über Videos von bekannten Youtubern wie Rezo oder durch verschiedene Videos auf TikTok. Meist informieren sich Jugendliche online über Politik und politische Themen, die sie interessieren und bilden sich eine Meinung.

Interessante Angebote zum Thema Politik für Jugendliche findet man zum Beispiel hier:

  • MrWissen2go informiert in 10- bis 15-minütigen Videos zu politischen oder allgemeinen interessanten Themen, auf YouTube
  • Mitmischen.de ist eine Website des Deutschen Bundestages für Jugendliche. Wie Abgeordnete arbeiten, das Parlament funktioniert und welche politischen Themen aktuell sind, wird dort erklärt.  
  • funk.net ist ein Angebot von ARD und ZDF. Es auf InstagramTikTokFacebook und Co. vertreten und soll Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen. Im Format “Die da Oben” wird sich mit politischen Themen, wie etwa mit den Parteiprogrammen für die Bundestagswahl, auseinandergesetzt.
  • Podcast zu aktuellen Themen wie der Bundestagswahl findet man auch auf Spotify.

Politik lebt von Austausch und Diskussion. Politische Entscheidungen betreffen die Zukunft der Jugendlichen. Deswegen ist es wichtig, dass sich Jugendliche über Themen informieren können, die sie interessieren, um dann mitreden und sich einmischen zu können.

Digitale Beratungsangebote für Jugendliche und Eltern

Kinder und Jugendliche wenden sich mit ihren Problemen nicht immer an ihre Eltern. Probleme in der Schule, mit Gleichaltrigen oder sich selbst, werden lieber im Freundeskreis besprochen. Sie suchen nach Antworten oder Gleichgesinnten im Internet oder behalten es für sich. Doch was ist, wenn die Probleme größer werden und die Betroffenen keinen Ausweg mehr finden oder wenn Sie als Eltern mitbekommen, dass es Ihrem Kind nicht gut geht? Nicht immer ist das Internet ein guter Ratgeber bei Problemen, aber es gibt durchaus sichere und hilfreiche Angebote, wo junge Menschen sich informieren und beraten lassen können.

Online-Beratungsangebote bieten Unterstützung bei Problemen und Sorgen wie z. B. Mobbing, Essstörungen oder Depressionen. Einige Angebote richten sich speziell an Kinder und Jugendliche. Betroffene können sich selbstständig Hilfe suchen und zu unterschiedlichen Themen anonym und kostenlos, über die Webseite oder telefonisch beraten lassen. 

Einzelberatung, Gruppenchats und Foren

Viele der Beratungsangebote im Netz bieten neben einer Einzelfallberatung die Möglichkeit, ihre Probleme in einer Gruppensprechstunde oder einem Forum zu besprechen. Für die Einzelfallberatung schreiben Betroffene ihre Probleme direkt an psychologisch ausgebildete Berater und Beraterinnen. So entsteht ein Austausch und die Jugendlichen erhalten sofort Hilfe und Unterstützung. Je nach Problem und Bedarf kann dieser Austausch unterschiedlich lang ausfallen. 

Innerhalb der Foren tauschen sich Betroffene und Peers aus. Peers sind geschulte Gleichaltrige, die Unterstützung bei Problemen anbieten. Dabei sind die jungen Menschen nicht auf sich allein gestellt, sondern können auf die Hilfe von erwachsenen Fachkräften zurückgreifen. Der Austausch in den Foren wird außerdem moderiert, um Beleidigungen, Trigger oder das Preisgeben von Daten zu vermeiden. 

Gute Beratungsangebote im Internet

Die Beratungs-und Hilfsangebote unterscheiden sich darin, welche Altersgruppe angesprochen wird, welche Themen im Mittelpunkt stehen und auf welchem Weg die Beratung in Anspruch genommen werden kann. Einige Angebote richten sich auch an hilfesuchende Eltern:

  • Die Telefonseelsorge berät Kinder, Jugendliche und Erwachsene online oder per Telefon zu unterschiedlichen Problemen.
  • Die Nummer gegen Kummer bietet, neben einer Jugendberatung, ein Elterntelefon. Dieses können Eltern bei Problemen wie z. B. Überforderung, Sorgen oder Erziehungsproblemen nutzen. 
  • Die ausgebildeten Berater und Beraterinnen der Jugendnotmail sind 365 Tage im Jahr für Jugendliche bis 19 Jahre anonym zu erreichen.
  • Das Beratungsangebot jugend.bke-beratung unterstützt Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahre. Auf der Webseite können sie sich in Einzel- oder Gruppenchats über ihre Probleme und Sorgen – vom Liebeskummer und Ärger in der Schule bis hin zu größeren Problemen –  austauschen. 
  • Auf jugend.support und juuuport bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe bei Problemen im Netz wie z. B. Cybermobbing oder Cybergrooming
  • Beratung4kids bietet neben anderer Bereiche einen eigenen Bereich mit Foren für Trans*Personen, also solche, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern.
  • Bei der Youth-Life-Line können sich Jugendliche bis 21 Jahren in akuten Krisen und bei Suizidgefährdung von Gleichaltrigen beraten lassen. 
  • Auf der Webseite von u25-deutschland gibt es neben Beratungsangebote, eine Infothek zu Themen wie Essstörung, Suizid, Depression u. v. m.
  • Das Angebot Kid Kit berät junge Menschen bis 18 Jahre bei Sucht, Gewalt oder psychischen Erkrankungen in der Familie. 
  • Auf da-sein.de unterstützen Peers Jugendliche, die sich in Trauer befinden oder selbst an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden.
  • Der Hilfsangebot-Finder von der Initiative Freunde fürs Leben hilft dabei, das passende Beratungsangebot zu finden. Dabei lässt sich filtern, ob die Beratung telefonisch, online oder vor Ort in Anspruch genommen werden möchte. 

Digitale Beratungsangebote haben Grenzen 

Hilfsangebote im Netz können einfach und kostenlos angenommen werden und sind so leichter zugänglich für junge Menschen als z. B. Beratungsstellen. Die beratenden Personen sind ausgebildet und die Betroffenen bleiben anonym. Eine Kontaktaufnahme kann ein erster und richtiger Schritt sein. Vor allem bei Problemen in der Schule, zu Hause oder mit sich selbst kann es helfen sich mit Gleichaltrigen auszutauschen oder den Rat einer objektiven Person zu erhalten. Ein Online-Beratungsangebot ersetzt aber keine Therapie! Bei Suizidgedanken oder psychischen Störungen sollte unbedingt der Rat einer weiteren therapeutischen Fachkraft gesucht werden und sich um eine fortlaufende Therapie bemüht werden. Auch bei rechtlichen oder medizinischen Fragen sollten andere Fachstellen aufgesucht werden.

Erzählen Sie Ihrem Kind, dass es diese Angebote gibt und erklären Sie, dass diese im Vergleich zu Gruppen in offenen Foren oder auf Social Media sicherer sind, da geschultes Personal dahinter steht. Vorsicht auch vor sogenannten Psycho-Apps. Diese sind nicht immer hilfreich und können sogar gefährlich werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, welche Angebote es bei Problemen und Sorgen bedenkenlos in Anspruch nehmen kann. 

Machen Sie vor allem deutlich, dass es bei Problemen auf Ihre Hilfe zählen kann. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck und fragen Sie unvoreingenommen, wenn Sie das Gefühl haben, es hat Probleme. Ein Problem, das Ihnen klein erscheint, kann sich für Ihr Kind wesentlich schlimmer anfühlen. Sie können sich auch gemeinsam online beraten lassen.

Die erste eigene E-Mail-Adresse – Tipps für einen sicheren E-Mail-Verkehr

So selbstverständlich wie E-Mails für Erwachsene sind, gehören sie auch für die meisten Kinder und Jugendlichen mittlerweile zum Alltag. Eine eigene E-Mail-Adresse ist oftmals nötig, um sich z. B. bei Spieleseiten oder bei Lernplattformen anmelden zu können. Gerade während des Corona-Lockdowns haben viele Schulen Informationen und Aufgaben per E-Mail verschickt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es bei E-Mail-Adressen zu beachten gibt.

Überforderung, Spam und Viren

Die meisten Anbieter der häufig kostenlosen E-Mail-Konten sind nicht auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Solche Postfächer haben oft viele und komplizierte Funktionen, die sich an den Bedürfnissen Erwachsener orientieren. Kinder finden sich dort nur schwer zurecht. Dazu kommen Gefahren wie Spam, Phishing oder Kettenmails, mit denen Kinder und Jugendliche erst vertraut gemacht werden müssen.

Mit Spam werden E-Mails bezeichnet, die unerwünschte Werbung beinhalten – wie die Werbeblättchen, die zu Hause im Briefkasten landen. Sie werden von Personen bzw. Algorithmen automatisch und ohne Aufforderung verschickt. Das ist auch bei Phishing-Mails der Fall. Diese zielen darauf, E-Mail-Inhaber zu verleiten, ein Abo abzuschließen, bei einem Fake-Gewinnspiel mitzumachen oder falsche Rechnungen zu bezahlen. Gefälschte Absender verunsichern die Empfänger solcher Mails. Solche E-Mails können auch Links oder Dateien enthalten, hinter denen ein Computervirus o. ä. steckt und beim Anklicken oder Öffnen der eigene Computer infiziert wird.

Viele der unerwünschten E-Mails beinhalten nicht kindgerechte, z. B. pornografische, Inhalte. Spam und Phishing wird möglich, weil die E-Mail-Adresse zur Anmeldung von Chats, Messenger-Diensten oder Games verwendet und damit verbreitet wird. Solche Dienste schützen die personenbezogenen Daten ihrer Nutzenden unterschiedlich gut. Fremde Personen können eventuell darauf zugreifen und darüber Kontakt zu Ihrem Kind aufnehmen und ungefragt E-Mails schicken. Das kann vor allem Kinder und Jugendliche überfordern, wenn sie noch keine Strategien haben, mit solchen Risiken umzugehen. 

Tipps für Eltern

Bevor Sie ein E-Mail-Postfach für Ihr Kind einrichten, überlegen Sie gemeinsam, wofür es gebraucht wird. Wenn Ihr Kind jünger als 13 Jahre ist, darf es viele Dienste (laut AGB und Datenschutzgesetz) noch gar nicht nutzen. Für schulische Zwecke gibt es häufig schuleigene Postfächer, die bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Diese Schul- E-Mail sollte allerdings nicht für andere Dienste verwendet werden. Solche Mailadressen, wie z. B. lena.meier@schule-am-hasengraben.de, können konkrete Informationen über Ihr Kind preisgeben. Das kann riskant sein, wenn die Adresse in falsche Hände gerät. Erklären Sie Ihrem Kind deshalb, dass eine solche Adresse auch nur für schulische Zwecke genutzt werden darf.

Deshalb ist es auch bei einer “privaten” E-Mail, die für Social Media usw. genutzt wird, wichtig, dass Ihr Kind ein Pseudonym verwendet und sich die E-Mail-Adresse nicht auf Ihr Kind zurückführen lässt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass die E-Mail-Adresse nicht einfach so an Dritte weitergegeben werden sollte. Verwenden Sie am besten einen kindgerechten Mailanbieter – siehe unten. 

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, was es mit Spam auf sich hat (siehe oben) und wie es damit umgehen kann. In vielen Programmen lässt sich Spam markieren, so dass Mails vom gleichen Absender automatisch aussortiert werden. Wenn der Absender einer E-Mail nicht bekannt ist, sollten Sie und Ihr Kind vorsichtig sein. Am sichersten ist es, solche Nachrichten als Spam zu markieren und dann direkt zu löschen. Auf keinen Fall sollten Links oder Anhänge angeklickt und darauf geantwortet werden! 

Wenn Ihr Kind alt genug ist, um sich bei Social Media oder anderen Diensten anzumelden, machen Sie das gemeinsam. Achten Sie darauf, dass die Mailadresse nicht öffentlich angezeigt wird und deaktivieren Sie Informationsmails des Anbieters. Denn auch durch solche Mails kann ein Postfach überlaufen und es ist für Ihr Kind schwierig zu unterscheiden, was Spam oder Infomails sind.

E-Mail-Programme für Kinder

Vor allem für jüngere Kinder empfiehlt sich ein geeignetes E-Mail-Programm zu nutzen. Mailanbieter speziell für Kinder verfügen dabei nur über die wichtigsten Funktionen und gewährleisten bestimmte Schutzmaßnahmen: 

  • Bei Mail4Kidz und Kidsmail24 erhalten die jungen Nutzenden nur E-Mails von Personen, die bereits im eigenen sogenannten Freundebuch aufgeführt sind.
  • Bei ZUM-Grundschulpost bekommen die Erziehungsberechtigten die Nachrichten von Fremden sogar zugeschickt und können dann entscheiden, ob diese vertrauenswürdig sind. 

Die kinderfreundlichen Programme haben alle einen Spam-und Virenschutz. So erhält Ihr Kind erst gar keine unerwünschte Werbung oder Kettenmails. Allerdings ist die interne Suche von ZUM mit Google verknüpft, weshalb auch nicht jugendfreie Suchergebnisse auftauchen könnten.

Die Programme sind teilweise kostenfrei (Mail4Kidz in den ersten sechs Monaten) und vor allem für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Bei Kidsmail24 haben Nutzende die Möglichkeit nach Vollendung des 14. Lebensjahres auf einen uneingeschränkten Account zu wechseln. Trotz kinderfreundlicher Programme ist Ihr Kind nie vor allen Risiken im Netz geschützt. Sie als Elternteil sollten deshalb mit Ihrem Kind über seine Kontakte im Internet sprechen und Ihrem Kind die Sicherheit geben, sich bei Problemen an Sie wenden zu können.

Spieleratgeber NRW

Das Angebot der digitalen Spiele ist groß. Als Eltern sollten Sie darauf achten, welche gesetzliche Altersbeschränkung Spiele haben. Diese ist häufig durch ein farbiges USK-Kennzeichen zu erkennen. Besser ist es, wenn Sie mehr über die liebsten Computerspiele Ihres Kindes wissen. Um einschätzen zu können, ob ein Spiel geeignet für Ihr Kind ist, helfen Angebote wie der Spieleratgeber NRW. Eltern haben hier kostenlosen Zugriff auf zahlreiche pädagogische Bewertungen und Spielbeschreibungen der beliebtesten Games.

Kurz gefasst:

  • medienpädagogisches Informationsangebot für Eltern
  • unabhängig und kostenlos
  • ausführliche Steckbriefe zu über 1.400 Games
  • über die Webseite oder YouTube zu nutzen

Was bietet der Spieleratgeber NRW?

Das Informationsangebot der “Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW” hilft Eltern zu verstehen, was ihr Kind am Computer, der Spielekonsole oder dem Smartphone spielt oder gerne spielen möchte. Mit Hilfe der Filter- und Suchfunktion lassen sich zahlreiche Games über die Kategorien Genre, die USK-Einordnung oder die pädagogische Alterseinschätzung anzeigen und finden. Das Spielerlebnis wird genau beschrieben, so dass Sie es gut nachvollziehen können. Die beschriebenen Spiele werden dafür von Kindern und Jugendlichen getestet und bewertet. Außerdem bewerten medienpädagogische Experten den Schwierigkeitsgrad, die Inhalte und das Suchtpotenzial. Daraus ergibt sich eine pädagogische Altersempfehlung für jedes Spiel.

Zusätzlich finden Sie auf der Seite unter dem Menüpunkt “Familie” Artikel und Beiträge rund  um Gaming- und Medienkultur. Auf dem YouTube-Account des Spieleratgebers NRW gibt es Let’s-Play-Videos und Tutorials beispielsweise zu Jugendschutzeinstellungen einzelner Games. 

Das meint der Anbieter

Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW möchte mit ihrem Angebot Erziehungsberechtigte bei einer zeitgemäßen Medienerziehung unterstützen. Außerdem dient der Spieleratgeber NRW dazu, Vorbehalte und Verunsicherungen vieler Eltern bezüglich Computer- und Onlinespielen aus dem Weg zu räumen und sie über Themen zu Gaming und Medien aufzuklären. Da die USK und gesetzliche Regelungen nicht umfassend genug sind, versucht der Spieleratgeber NRW diese zu ergänzen und Kindern einen sicheren Umgang mit Netz zu ermöglichen. Als öffentlich gefördertes Projekt darf der Spieleratgeber NRW keine Werbung für einzelne Spiele machen, weshalb die Beschreibungen weitestgehend neutral gehalten sind.

Was sollten Eltern beachten?

Auch wenn die Spiele durch Kinder und Jugendliche selbst getestet und bewertet werden, ist das Erleben jeden Kindes anders – auch unabhängig vom Alter. Während die einen bestimmte Inhalte gut verarbeiten können, sind andere Kinder vielleicht noch überfordert. Für Eltern jüngerer Kinder empfiehlt es sich, die Spiele das erste Mal gemeinsam zu spielen und auszutesten. Noch besser ist es, wenn Sie ein Spiel vorher ausprobieren, bevor Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind spielen. 

Die Webseite Spieleratgeber NRW bietet viele Informationen, wirkt aber hier und da etwas unübersichtlich und überladen. Das Spieleangebot ist so riesig, dass nicht jedes Spiel in der Datenbank auftaucht.

Alternativ oder ergänzend zu dem Angebot des Spieleratgeber NRW bietet auch die Webseite spielbar.de neutrale pädagogische Bewertungen zu zahlreichen Spielen und Beiträge rund um die Themen Gaming und Medien. 

Was Kinder und Jugendliche am liebsten zocken

Jedes Jahr Ende August ist es Zeit für die Gamescom, eine der größten Messen für digitale Spiele überhaupt. Auf dieser werden auch Preise für die besten und beliebtesten Spiele vergeben. Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen fester Bestandteil ihres Alltags. Doch welche Spiele spielen sie am liebsten? Wir haben eine kleine Liste der beliebtesten Spiele zusammengetragen. 

Minecraft

Minecraft ist eine Art Lego für den Computer oder das Tablet, bei dem aus virtuellen Bausteinen mit Kreativität und Geschick eine eigene Welt erschaffen wird. Im sogenannten Überlebensmodus muss die oder der Spielende versuchen, zu überleben und kämpft dabei gegen Monster. In Minecraft können gemeinsam mit anderen Welten erschaffen werden. Besonders beliebt ist das Onlinespiel bei den 12- bis 15-Jährigen. Mehr können Sie in unserer Toolbeschreibung zu Minecraft nachlesen.

Fortnite

Das in 2017 erschienene Spiel ist noch immer so beliebt wie zu Beginn, besonders in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen. Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt mehrere Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save The World“ geht es darum, mit anderen Spielenden eine Festung aufzubauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspielenden zu töten, um selbst zu überleben. Mehr dazu in unserer Toolbeschreibung zum Spiel.

Animal Crossing: New Horizons

Das Spiel kann nur auf einer Nintendo Switch gespielt werden und ist Teil einer Simulations-Spielereihe. Bei New Horizons geht es darum, eine unbewohnte Insel zu erkunden und zu bebauen. Auch die Inseln von Freundinnen und Freunden können besucht werden. Das Spiel ist kindlich gestaltet und ab 6 Jahren empfohlen. Auch Jugendliche und junge Erwachsene spielen es gern. Mehr dazu bei spielbar.de.

FIFA

FIFA ist die bekannteste Reihe von Fußball-Videospielen – bei Jugendlichen ebenso beliebt wie bei Erwachsenen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften und deren aktuelle (männliche) Fußballer der realen Fußball-Ligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden. Es hat keine Altersbeschränkung und wird ab 8 Jahren empfohlen. Erfahren Sie mehr dazu in unserer Toolbeschreibung.

Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077 ist ein Rollenspiel und sogenannter Shooter. Die oder der Spielende bewegt sich in der Rolle der Hauptfigur, als ehemaliger Soldat V, in einer düsteren zukünftigen Welt und muss kriminelle Aufträge erfüllen. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren. Es wird aber trotzdem von Jugendlichen gespielt. Lesen Sie mehr zum Spiel auf spielbar.de und zum Thema Altersbeschränkungen bei Games auf dem Elternguide.

Grand Theft Auto

Das Action- und Rennspiel, das alleine im Story-Modus oder zusammen mit Freunden gespielt wird, ist ein Dauerbrenner unter den Games und besonders bei älteren Jugendlichen angesagt. GTA V (5) ist die aktuelle Version der populären Spielereihe. Der Spieler oder die Spielerin schlüpft in die Rolle eines Kriminellen und muss in einer fiktiven Stadt Missionen und Aufgaben erfüllen. Auch dieses Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18. Mehr zum Spiel erfahren Sie in unserer Toolbeschreibung.

Assassin’s Creed: Valhalla

Valhalla ist der letzte Teil aus der Spielereihe Assassin’s Creed. Das Action-Adventure-Videospiel folgt einem Wikinger, der eine Hauptaufgabe bewältigen muss und nebenbei kleine Teilaufgaben zu erledigen hat. Auch wenn dieses Spiel mit einer USK 18 nicht für Jugendliche freigeben ist, wird ihr Interesse daran z. B. bei Twitch oder über Let’s Plays geweckt. Lesen Sie mehr in der Spielbeurteilung von spielbar.de.

Call of Duty: Black Ops Cold War

Auch Call of Duty ist eine beliebte und seit vielen Jahren erfolgreiche Spielereihe. Gerade ältere Jugendliche ab 16 Jahren mögen diese Spiel. Call of Duty ist ein Ego-Shooter, den es auch als kostenlose Mobilversion für das Handy gibt. In rasanter Geschwindigkeit kämpft die oder der Spielende darin als Soldat gegen andere oder in einem virtuellen Krieg gegen Aliens. Ziel ist es, die Feinde mit Waffengewalt zu vernichten. Mit einer USK-Freigabe ab 18 ist auch dieses Spiel aufgrund der Gewaltdarstellung nicht für jüngere Kinder geeignet – siehe Toolbeschreibung.

Einen guten Überblick über bei Kindern und Jugendlichen beliebte Games bietet auch die Broschüre “Level 30 – Digitale Spiele pädagogisch beurteilt”.

Mein Kind will YouTuber werden – Was nun? (Teil 2)

In Teil 1 wurde erklärt, warum Kinder und Jugendliche den Berufswunsch YouTuber bzw. Social-Media-Star haben: Bei den berühmten Influencerinnen und Influencern wirkt es so einfach, mit dem Produzieren von sogenanntem Content Geld zu verdienen und gleichzeitig Spaß zu haben. Wenn Sie diesen Wunsch unterstützen möchten, sollten Sie einiges beachten.

Soll ich mein Kind dabei unterstützen?

Nehmen Sie den Wunsch Ihres Kindes ernst und sprechen Sie mit ihm darüber. Kinder können nicht unbedingt alle Risiken, die mit einer Veröffentlichung im Internet verbunden sind, abschätzen. Sie können sich nur schwer vorstellen, wie viele Menschen sich so ein Video ansehen könnten und auf welchen Wegen es weiterverbreitet werden kann. Kinder können auch noch nicht absehen, dass es Stress bedeuten kann, ständig im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem muss man sich mit Kritik zu den eigenen Videos auseinandersetzen. Erfolgreiche Influencer stehen unter Druck, immer wieder neue Videos für ihre Fans produzieren zu müssen, um im Gespräch zu bleiben. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die auf YouTube aktiv sind, also dort eigene Videos veröffentlichen, sind in der Regel nur im direkten Umfeld bekannt. Ihre Follower sind vor allem Freundinnen und Freude.

Machen Sie Ihrem Kind diese Dinge bewusst und besprechen Sie gemeinsam die Entscheidung, eigenen Content für Social Media zu produzieren. Überlegen Sie, was dafür und dagegen spricht. Fragen Sie nach, was eigentlich hinter dem Wunsch steckt und welches Ziel mit einem eigenen YouTube-Kanal verfolgt wird. Soll es als ein Hobby starten? Worum soll es gehen? Welche Themen und Inhalte sollen vorkommen? Wie sollen die Videos aussehen?

Mehr Tipps für den eigenen Social-Media-Auftritt

  • Einen eigenen YouTube-Channel (oder einen anderen Social-Media-Kanal) zu betreiben, erfordert eine Registrierung. Für einen eigenen Account müssen Nutzende in Deutschland meistens 16 Jahre sein, jüngere Personen benötigen die Einverständniserklärung der Eltern. Beachten Sie die AGB des jeweiligen Anbieters.
  • Die Veröffentlichung eines Videos bei YouTube ist nicht mit einem Klick gemacht, da verschiedene Angaben gemacht werden müssen. Dazu gehört u. a. die Angabe, ob das Video für Kinder geeignet ist. Machen Sie das, zumindest beim ersten Video, gemeinsam mit Ihrem Kind. 
  • YouTube schaltet ab einer gewissen Klickzahl Werbung vor und teilweise auch mitten in Videoclips. Kontrollieren Sie das regelmäßig. Wenn das Video für Kinder geeignet ist, sollte auch die Werbung jugendgerecht sein.
  • Machen Sie sich mit den Datenschutzeinstellungen der jeweiligen Plattform vertraut. Videos könnten beispielsweise privat gestellt und nur ausgewählten Nutzern zugänglich gemacht werden.
  • Denken Sie an die Privatsphäre! Keine Angaben, wie der Benutzername, oder Aufnahmen, wie das Filmen im eigenen Zuhause, sollten Rückschlüsse auf persönliche Daten (wie Wohnort, Alter oder Schule des Kindes) zulassen. 
  • Videos, in denen andere Personen zu sehen sind, dürfen nicht ohne deren Einverständnis veröffentlicht werden.
  • Die Urheberrechte müssen eingehalten werden. Veröffentlicht werden dürfen nur selbst erstellte Bilder und Musik oder man muss Nutzungsrechte für die Verwendung fremder Musik, Fotos u.ä. einholen und eventuell Lizenzgebühren bezahlen.
  • Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es auch unschöne Kritik zum Video geben kann. Auf YouTube herrscht teilweise eine raue und nicht sehr freundliche Sprache. Es gibt immer wieder Menschen, denen es nicht um Inhalte geht, sondern die die scheinbare Anonymität im Netz nutzen, um andere zu beleidigen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen (unter 14 Jahren) empfiehlt es sich, die Kommentarfunktion einfach zu deaktivieren.
  • Legen Sie gemeinsam fest, in welchen Abständen Ihr Kind ein neues Video hochlädt. Berücksichtigen Sie, dass andere Dinge wie Schule, Sport oder andere Hobbys nicht zu kurz kommen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass der Erfolg als YouTuber auch vom Glück abhängt. Vielleicht läuft es nicht so, wie zu Beginn erhofft oder die Videos entsprechen nicht den eigenen Erwartungen. Gerade die Möglichkeit, die eigenen Videos nicht jedem öffentlich zugänglich zu machen, ist gut geeignet, um das YouTuber-Dasein auszuprobieren und das filmische Können in einem geschützten Rahmen verbessern. Trotzdem kann Ihr Kind sein neuestes Werk den Freunden auf dem Schulhof oder der Oma vorführen.

Mein Kind will YouTuber werden – was nun? (Teil 1)

„Weißt du schon, was du mal werden willst?“ ist eine beliebte Frage an Kinder. Die Antwort  „Ich will YouTuber werden!“ ist nicht ungewöhnlich. Spätestens, wenn Kinder in die weiterführende Schule kommen, wächst bei einigen der Wunsch, einen eigenen YouTube– oder Instagram-Channel mit echten Followerinnen und Followern zu haben und damit viel Geld zu verdienen – so wie ihre Vorbilder bei Social Media auch. Für manche Eltern ist das schwer zu verstehen.

Ist “YouTuber sein” überhaupt ein Beruf?

Videos drehen und dafür Geld bekommen ist doch kein “richtiger” Beruf, den man studieren kann oder für den es eine Ausbildung gibt, oder? Kinder und Jugendlichen sehen täglich Influencer bei Social Media, die davon leben können – und dabei viel Spaß haben. Es scheint, als wäre es ganz leicht, zum Social-Media-Star zu werden und mit schnell erstellen Videos und Fotos Geld zu verdienen.

Viele Social-Media-Stars haben das tatsächlich nicht gelernt und können davon leben. Aber es gibt Studiengänge oder Ausbildungen, die hilfreich sein können, wenn das Berufsziel YouTuberin oder Influencer ist. Lesen Sie mehr darüber bei Studycheck oder aubi-plus.

Wie wird man YouTuber?

Dank mobiler Medien, die mit dem Internet verbunden sind, ist es nicht schwer, YouTube und andere Social-Media-Kanäle mitzugestalten. Es braucht scheinbar nicht viel mehr als ein Smartphone und einen eigenen Kanal – und schon kann es losgehen. So könnte theoretisch auch Ihr Kind mit den eigenen Videos ein Millionenpublikum erreichen. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Das Erstellen von Inhalten für Social Media und Videoplattformen ist ein kreativer Prozess. Er kann das Selbstbewusstsein und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, wenn sie dabei begleitet werden. Allerdings ist damit auch viel Arbeit verbunden, die Zeit kostet. Berühmte Influencer sind nicht über Nacht erfolgreich geworden oder konnten sofort von ihrem Content leben. Anfangs waren YouTube-Videos häufig noch einfach gestaltet. Heutzutage sind viele Videos hochwertig und wurden mit viel Aufwand produziert. Außerdem ist ein Influencer oder eine Influencerin meist bei mehreren Kanälen aktiv, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu kommt, dass Social-Media-Stars vor allem über Werbeverträge Geld verdienen. Auch damit müssen sie umgehen können. Viele der erfolgreichen Influencerinnen oder YouTuber haben ein eigenes Management. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen sich YouTuber und Influencerinnen mit ihren Inhalten von anderen abheben und viel Geld und Zeit in gute Inhalte investieren.

Im zweiten Teil von „Mein Kind will YouTuber werden – Was nun?“ erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind unterstützen können, wenn es diesen Wunsch hat.

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

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