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Kinder und Nachrichten vom Krieg

Nachrichten über Krieg, Gewalt und bewaffnete Konflikte erschüttern uns alle. Was Erwachsene oft kaum begreifen können, ist für Kinder meist noch schwerer zu verstehen. Kinder von den aktuellen Nachrichten fernzuhalten, ist kaum möglich. Umso wichtiger ist es, Kinder zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben. Wir geben Anregungen zum Umgang mit belastenden Nachrichten und stellen kindgerechte Medienformate zum Thema vor.

Nehmen Sie Ihr Kind ernst und hören Sie zu

Kinder bekommen oft mehr mit, als Erwachsene denken. Deshalb ist es wichtig, ihre Fragen ernst zu nehmen und auf ihre Gefühle einzugehen. Wenn Kinder über ihre Sorgen sprechen können, hilft ihnen das, das Erlebte besser zu verarbeiten. Trösten Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm Nähe, zum Beispiel durch eine Umarmung – das gibt Sicherheit in schwierigen Momenten.

Bieten Sie Spiele und Gespräche zur Verarbeitung

Jüngere Kinder verarbeiten Dinge, die sie beschäftigen im Spiel oder indem sie ein Bild malen. Wenn Ihr Kind das nicht von selbst tut, können Sie es dazu ermuntern und mitmachen. Sich in Bildern oder Texten auszudrücken, kann auch für ältere Kinder und Jugendliche eine gute Möglichkeit sein. Aber auch Gespräche und konkrete Informationen sind für sie wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind altersgerechte Angebote und weisen Sie es auf mögliche Falschinformationen hin. Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, Ihnen zu zeigen, wenn es über Social Media oder Messenger erschreckende Bilder und Videos geschickt bekommt und sprechen Sie mit ihm darüber.

Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit

Wenn Kinder Nachrichten über Krieg hören, kann sie das verunsichern. Besonders jüngere Kinder brauchen die beruhigende Botschaft, dass sie sicher sind und dass Erwachsene sich um ihren Schutz kümmern. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Krieg weit weg stattfindet und viele Menschen und Organisationen daran arbeiten, Frieden zu schaffen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht völlig hilflos ist, sondern dass es Möglichkeiten gibt, etwas Gutes zu tun. Überlegen Sie gemeinsam, wie Hilfe aussehen kann, zum Beispiel durch eine Spendenaktion oder die Teilnahme an einem Friedensprojekt in der Schule oder in der Nachbarschaft. So erlebt Ihr Kind, dass man auch in schwierigen Situationen nicht nur Angst haben muss, sondern selbst etwas beitragen kann.

Bleiben Sie Sie selbst

Auch als Erwachsene haben Sie das Recht mit der Situation und den Nachrichten überfordert zu sein. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten können. Seien Sie ehrlich zu Ihrem Kind und zeigen Sie Ihre Unwissenheit oder Gefühle im Zusammenhang mit den Ereignissen in Kriegsgebieten. Wichtig ist, dass Sie das Thema nicht vermeiden.

Nutzen Sie kindgerechte Nachrichten zum Thema Krieg

In unserem Beitrag „Nachrichten für Kinder und Jugendliche“ finden Sie Hinweise zum Umgang mit Nachrichten allgemein und Linktipps zu altersgerechten Angeboten.

Zum Thema bewaffnete Konflikte und Krieg empfehlen wir folgende Formate für Eltern und Kinder:

Auch wenn belastende Nachrichten verunsichern, können Sie Ihrem Kind mit Aufmerksamkeit, Nähe, offenen Gesprächen und Zugang zu altersgerechten Nachrichtenformaten Sicherheit und Orientierung geben.

Kreatives Medienlernen in der Familie

Kinder und Erwachsene nutzen Medien oft unterschiedlich und entdecken jeweils andere spannende Aspekte daran. Ein gemeinsames Medienprojekt bietet die Chance, diese Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Manchmal zeigen dabei sogar Kinder ihren Eltern, wie etwas funktioniert. Und es wird deutlich: Medien sind mehr als Videos anschauen oder Musik hören!

Medien selber machen

Statt Medien nur zu konsumieren, können Sie in Ihrer Familie selbst kreativ werden. Smartphones und Tablets, die es in vielen Haushalten gibt, haben eine Kamera, ein Mikrofon und einfache Apps, mit denen Sie schnell eigene Projekte umsetzen können. Beim gemeinsamen Ausprobieren lernen Sie und Ihr Kind ganz nebenbei, wie die Geräte funktionieren. Gleichzeitig erlebt Ihr Kind, wie Medien entstehen und dass dafür Ideen, Planung und ein wenig Geduld nötig sind. Schon Kindergartenkinder können einfache Trickfilme oder Fotogeschichten umsetzen und dabei eigene Stärken entdecken.

Mit unserer Reihe Medien selber machen bieten wir Ihnen Ideen für Medienprojekte zu Hause. Ziel ist es, Kreativität zu fördern und digitale Medien gemeinsam aktiv zu erleben – etwa mit Hörspielen, Erklärvideos, Virtual Reality– oder Making-Projekten.

Mit Medien gegen Langeweile

Die Webseite kinder.jff.de des JFF – Institut für Medienpädagogik bietet kindgerechte Anleitungen für kreative Medienprojekte in der Familie. Mit dem Smartphone oder Tablet können Sie auf Foto-Safari gehen, eine QR-Code-Rallye gestalten, ein Kinderkochbuch entwickeln und vieles mehr. Kurze Video-Anleitungen erleichtern den direkten Einstieg und zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Ihrem Kind ab drei Jahren zuhause Apps und Geräte aktiv einsetzen können.

Gemeinsam Tüfteln

Im TüftelLab finden Sie praxistaugliche Ideen, um mit Ihrem Kind zu Hause kreativ zu werden – von Making, Coding und Robotik bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI), Video und Animation. Für Kinder ab dem Grundschulalter gibt es Projekte, bei denen Sie gemeinsam Schritt für Schritt ausprobieren, bauen und gestalten können. Dafür stellt das TüftelLab vielfältige Materialien, Anleitungen und digitale Lerninhalte bereit, die den Einstieg erleichtern und Lust aufs Tüfteln wecken.

Aktive Mediengestaltung mit der Medienbox NRW

Welche Chancen Medien für die Weiterentwicklung von Kompetenzen bieten, zeigt das Familienportal NRW. Nutzen Sie die Seite als Ideenkiste, um mit Ihrem Kind kleine Medien-Projekte zu entwickeln. Suchen Sie sich gemeinsam ein Thema aus und tauchen Sie in die Medienproduktion ein. Detaillierte Anleitungen finden Sie in der Medienbox NRW: Dort gibt es Selbstlernangebote und Online-Kurse rund um Audio, Video und auch KI.

Noch mehr Anregungen zum Ausprobieren

Auf Elternguide.online finden Sie noch mehr Ideen, wie Sie Medien zuhause gemeinsam mit Ihrem Kind aktiv nutzen können. Schauen Sie doch mal rein – wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Freude beim Ausprobieren!

Empfehlungen durch Algorithmen – Was Eltern darüber wissen sollten

Manchmal öffnet man eine App und hat das Gefühl, sie weiß mehr über einen als man selbst. Verantwortlich dafür sind algorithmische Empfehlungssysteme, die Inhalte nach bestimmten Kriterien sortieren, gewichten und priorisieren. Sie bestimmen, welche Inhalte den Nutzenden, also auch Kindern und Jugendlichen, bevorzugt angezeigt werden. Für Eltern ist es wichtig zu verstehen, wie diese Systeme funktionieren und welche Auswirkungen sie haben können.

Wie Empfehlungen entstehen

Algorithmen entscheiden, wie Inhalte im persönlichen Feed angezeigt werden, und schlagen beispielsweise auch im Suchbereich weitere Inhalte vor. In sozialen Netzwerken tragen solche Bereiche Namen wie „For You“, „Feed“ oder „Entdecken“. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Inhalte werden nicht zufällig angezeigt, sondern individuell ausgewählt. Solche Empfehlungsmechanismen finden sich nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei Streaming-Diensten, Videoportalen oder Online-Shops. Grundlage dafür sind vor allem Nutzungsdaten. Dazu zählen angesehene Inhalte, Likes, Kommentare, Verweildauer, Suchanfragen, Geräteinformationen und teilweise auch Standortdaten.

Algorithmen zeigen bevorzugt Inhalte, die zu bisherigen Interessen passen oder besonders starke Reaktionen auslösen, beispielsweise durch Überraschung oder Provokation. Plattformen möchten relevante Inhalte anzeigen und Nutzer*innen möglichst lange dort halten. Für Kinder bedeutet das: Wenn ihnen etwas gefällt oder sie lange dabeibleiben, bekommen sie mehr davon angezeigt. Andere Themen treten in den Hintergrund.

Maschinelles Lernen auf Instagram

Bei Instagram wird der Standard-Feed seit 2016 algorithmisch sortiert. Ein lernendes System bewertet verschiedene Faktoren und entscheidet, welche Beiträge als relevant erscheinen. Dabei werden unter anderem frühere Interaktionen, die Beziehung zu anderen Accounts oder die Art der Inhalte berücksichtigt. Seit 2022 können Nutzer*innen in der App über das Menü oben zwischen einer chronologischen Ansicht („Folge ich“ oder „Favoriten“) und dem algorithmischen Standard-Feed wechseln. „Folge ich“ zeigt Beiträge aller abonnierten Accounts in zeitlicher Reihenfolge, „Favoriten“ zeigt nur ausgewählte Accounts chronologisch. Die Auswahl gilt jeweils nur für die aktuelle Sitzung und muss bei Bedarf erneut aktiviert werden.

Das System passt sich laufend an. Je mehr Ihr Kind – oder auch Sie selbst – mit bestimmten Inhalten interagiert, desto stärker prägen diese den Feed. So entsteht ein sehr persönlicher Nachrichtenstrom, der sich für Ihr Kind oft stimmig anfühlt, aber auch einseitig werden kann.

Personalisierte Empfehlungen bei Spotify

Auch Spotify arbeitet mit personalisierten Empfehlungen. Aus dem Hörverhalten erstellt Spotify ein Geschmacksprofil. Dabei werden gehörte Songs, Playlists, Wiederholungen, Tageszeiten und Nutzungsdauer berücksichtigt. Auf dieser Basis entstehen individuelle Vorschläge wie personalisierte Mixe oder Wochenempfehlungen.

Zusätzlich vergleicht das System Hörgewohnheiten mit denen anderer Nutzender. Ihr Kind bekommt dadurch Musik empfohlen, die zu ähnlichen Profilen passt. Das kann Neues eröffnen, verstärkt aber auch bestehende Vorlieben.

Algorithmen auf TikTok

TikTok gewichtet besonders stark die Verweildauer und Interaktionen. Bereits nach kurzer Zeit erkennt das System, welche Videos Ihr Kind länger anschaut oder mehrfach ansieht. Diese Signale haben mehr Einfluss als Likes oder die Anzahl der Follower*innen.

Ein Effekt davon ist, dass auch Inhalte von unbekannten Accounts sehr schnell große Reichweite bekommen können. Gleichzeitig kann sich der Videostrom stark verengen, wenn ein Thema besonders oft angesehen wird. Auch sensible oder problematische Inhalte können so verstärkt auftauchen.

Was kann problematisch sein?

Nach dem Digital Services Act (DSA) müssen sehr große Plattformen in der EU transparenter erklären, wie ihre Empfehlungssysteme funktionieren, und teilweise eine nicht personalisierte Anzeige von Inhalten anbieten. Diese Optionen sind vorhanden, jedoch oft nicht leicht zu finden.

Tipps zum Umgang mit personalisierten Inhalten

Ihr Kind sollte wissen, dass Empfehlungen technisch gesteuert sind und nicht zufällig entstehen. Gespräche über Algorithmen helfen, Inhalte besser einzuordnen:

  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass Apps auf Verhalten reagieren und daraus lernen
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass auch Werbung personalisiert ausgespielt wird
  • Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen wie Interessen, Verlauf oder Standort
  • Setzen Sie regelmäßig Verlauf, Suchanfragen oder empfohlene Inhalte zurück
  • Machen Sie deutlich, dass Algorithmen Recherche nicht ersetzen
  • Fördern Sie kritisches Nachfragen: Warum sehe ich das immer wieder?

Für Kinder – und oft auch für Erwachsene – ist es häufig schwer zu durchschauen, warum eine App sie scheinbar so gut versteht. Umso wichtiger ist es, Medienkompetenz zu fördern. Dazu gehört auch, über die Faszination sozialer Medien zu sprechen und darüber, wie Technik Aufmerksamkeit lenkt. Gemeinsames Ausprobieren, etwa das Zurücksetzen von Verläufen oder das Anpassen von Einstellungen, kann dabei zu hilfreichen Aha-Momenten führen.

Medien selber machen: 360°-Medien und Virtual Reality

Wer denkt, dass 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) nur mit teurer Technik möglich ist, liegt falsch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einfach und kostengünstig erste VR-Erfahrungen machen können und stellen geeignete digitale Plattformen und Anwendungen vor.

In 360° Fotos eintauchen

Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet. Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine praktische Sache. Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf „Fotos“ und wählen Sie die Kategorie „Street View & 360° Fotos“ aus. Nun können Sie den Ort von allen Seiten betrachten, indem Sie auf dem Foto mit dem Finger nach rechts und links, oben und unten wischen.

VR-Brille basteln

Um wirklich in virtuelle Welten einzutauchen, wäre eine VR-Brille schon toll. Die lässt sich einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt sich Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung von mein-guckkasten. Auf dieser Seite können Sie außerdem die optischen Linsen für ein paar Euro bestellen, die Sie für die VR-Brille benötigen.

In virtuelle Welten eintauchen

Die kostenfreie App Google Cardboard führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung der VR-Brille und zeigt erste kurze VR-Beispiele, die sich gut zum Ausprobieren eignen. Starten Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind, legen Sie das Smartphone in die gebastelte Brille und gehen Sie auf Entdeckungsreise!

Videoplattformen wie YouTube bieten eine große Anzahl an 360°-Videos. Mit der Cardboard-Brille und der YouTube-App können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie beispielsweise nach „360 Video“ oder „360-Grad-Video-VR-Brille“.

Weitere Inhalte wie VR-Videos und VR-Games finden Sie in vielen Apps im Google Play Store oder Apple App Store, zum Beispiel mithilfe von Suchwörtern wie „Cardboard VR”, „360 VR” oder „VR Games”.

Inhalte sorgfältig auswählen

Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen – doch nicht alle sind für jedes Alter geeignet. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele und auf YouTube 360°-Videos von Naturkatastrophen. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können. Ist Ihr Kind noch jünger oder noch unerfahren, nutzen Sie solche Apps nur gemeinsam. So können Sie bei Bedarf rechtzeitig eingreifen.

Den Umgang mit der VR-Brille üben

Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, denn das Gehirn muss die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinanderlegen. Manchmal hilft es, das Smartphone in der Brille leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt. Manche Menschen werden auch „seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.

Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlen kann, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 10 Jahren empfohlen. Begleiten Sie die VR-Erfahrungen Ihres Kindes und begrenzen Sie es zeitlich. Fangen Sie mit kurzen Einheiten an und tasten Sie sich gemeinsam langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Sie Videos oder Spiele ausprobieren.

Eigene 3D- und VR-Welten gestalten

Sie müssen sich nicht auf vorgefertigte VR-Erlebnisse beschränken, sondern können auch eigene Inhalte erstellen! Delightex Edu ist beispielsweise eine Lernplattform, auf der Kinder und Jugendliche virtuelle 3D- und VR-Welten gestalten können – direkt im Browser und ohne Programmierkenntnisse. Dabei bauen sie zum Beispiel digitale Ausstellungen, Lernräume oder interaktive Geschichten. So lernt Ihr Kind spielerisch, wie virtuelle Umgebungen funktionieren. Ihr Kind kann die virtuellen Welten visuell aufbauen, indem es Objekte per Drag-and-Drop platziert und Funktionen über einfache Baustein-Editoren (visuelles Coding) zusammenstellt. Das Tool lässt sich via Browser oder als App (Android, iOS, Microsoft) nutzen. Die Basisversion ist kostenfrei. Delightex Edu ist in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen verfügbar und für Kinder ab etwa der 3. Klasse geeignet. Eine Anleitung bietet das TüftelLaB.

Eltern-Check-In: Mein Kind schaut viel YouTube-Shorts – was kann ich tun?

Scrollt Ihr Kind in letzter Zeit häufiger durch YouTube Shorts? Diese Kurzvideos sind oft sehr fesselnd und können dazu führen, dass Ihr Kind insgesamt länger am Bildschirm bleibt.

Was sind YouTube Shorts?

YouTube Shorts ist ein Bereich innerhalb von YouTube mit sehr kurzen Videos im Hochformat. Sie funktionieren ähnlich wie TikTok-Clips oder Instagram-Reels. Darunter sind zum Beispiel lustige Clips und Challenges, Lifehacks und Bastelideen, Sport- und Gaming-Szenen sowie Tanz- und Musikvideos – oft erstellt von Influencer*innen. Die Clips sind 15 bis 60 Sekunden lang und werden automatisch hintereinander abgespielt. Welche Videos angezeigt werden, entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus – also ein System, das sich am bisherigen Nutzungsverhalten orientiert.

Faszination Kurzvideos

Gerade für Kinder und Jugendliche sind Shorts sehr ansprechend, weil sie:

  • sehr kurz und schnell verständlich sind
  • sofort Unterhaltung bieten – ohne lange Wartezeit
  • ständig neue Reize liefern
  • stark mit Musik, Humor und Effekten arbeiten
  • Trends und Challenges zeigen, über die Gleichaltrige sprechen
  • leicht selbst nachzumachen sind

Doch Vorsicht: Auch wenn Ihr Kind nicht danach sucht, können überraschend ungeeignete Inhalte dazwischen auftauchen, weil die Auswahl automatisch erfolgt.

Technische Einstellungen nutzen

Mit einem Wischen erscheint sofort das nächste Video – und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. YouTube hat deshalb eine neue Funktion in der Elternaufsicht eingeführt:

  • Über Google Family Link können Sie festlegen, wie lange Ihr Kind YouTube Shorts pro Tag ansehen darf.
  • Aktuell beträgt das kleinste einstellbare Zeitlimit 15 Minuten.
  • Laut Google soll es in den kommenden Monaten möglich sein, Shorts komplett zu deaktivieren bzw. das Zeitlimit auf 0 Minuten zu setzen.

Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie bei medien-kindersicher.de unter Punkt 1.5.

Übrigens: Bei jüngeren Kindern kann die YouTube Kids-App eine Option sein. Dort werden die Inhalte altersgerecht gefiltert und insgesamt weniger endloses Scrollen gefördert.

Im Gespräch bleiben und Regeln festlegen

Technische Zeitlimits und Schutzeinstellungen können Sie bei der Medienerziehung unterstützen. Hilfreich sind sie erst dann, wenn Ihr Kind versteht, warum diese Regeln gelten. Zu viel Shorts-Schauen kann Schlaf, Konzentration und andere Aktivitäten wie Hobbys oder Hausaufgaben stören. Legen Sie die Medienregeln zu Nutzungsdauer, Uhrzeiten und Pausen möglichst gemeinsam fest, dann hält sich Ihr Kind eher daran.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Scrollen Sie selbst oft lange auf Instagram, TikTok oder YouTube durch Kurzvideos? Dann kann es sein, dass es Ihrem Kind schwerer fällt zu verstehen, warum Sie bei ihm strenger sind. Wir Erwachsenen verbringen oft selbst viel Zeit am Smartphone, z. B. um Messenger zu nutzen, Nachrichten zu lesen, Podcasts zu hören und den Alltag zu organisieren. Versuchen Sie, Ihre eigene Mediennutzung zu reflektieren und gegebenenfalls zu begrenzen, z. B. indem Sie Handy-freie Zeiten einführen oder gemeinsam bildschirmfreie Aktivitäten planen.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

TikTok und Drogenkonsum

Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.

Drogenkonsum und soziale Netzwerke – was findet man da überhaupt?

Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.

Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.

Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.

In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.

Lustig und harmlos? Die Videos vermitteln fatal falsche Bilder

Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.

So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.

Was tun die Plattformen?

Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.

In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.

Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.

Was sollten Eltern beachten?

Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.

Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:

  • Sprechen Sie Ihr Kind direkt an und benennen Sie ruhig Ihre Sorgen.
  • Erklären Sie, wie Empfehlungsalgorithmen funktionieren und wie sich Inhalte beeinflussen lassen, etwa über „Nicht interessiert“, Blockieren oder Stummschalten.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, problematische Beiträge zu melden.
  • Beziehen Sie Vertrauenspersonen wie Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter*innen ein.
  • Nutzen Sie professionelle Hilfsangebote. Ein bundesweites Verzeichnis von Drogenberatungsstellen bietet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
  • Die bundesweite Sucht & Drogen Hotline bietet rund um die Uhr anonyme telefonische Beratung.
  • Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu altersgerechten Aufklärungsangeboten wie drugcom.de, die sachlich und verständlich über legale und illegale Drogen informieren.

Deepnudes: Wie mit KI Bilder manipuliert und Grenzen verletzt werden

Ein Klassenfoto wird in einem Chat geteilt, ein Selfie landet auf Social Media. Für viele Kinder ist das ganz normal. Und dann taucht plötzlich ein Bild auf, das nie existiert hat: ein Nacktbild, aber es wurde technisch manipuliert. Das sind sogenannte Deepnudes. Für Betroffene kann das extrem belastend sein. Viele Eltern kennen diese Technik nicht und merken erst spät, wie schnell Kinder davon betroffen sein können.

Was sind Deepnudes?

Deepnudes sind künstlich erzeugte Nacktbilder. Sie entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus echten Fotos. Die KI analysiert vorhandene Bilder, entfernt Kleidung digital und ergänzt Körperteile, sodass ein realistischer Eindruck entsteht. Dabei ist das Bild vollständig erfunden.

Der Begriff stammt ursprünglich von einem konkreten Programm, steht heute aber für zahlreiche KI-basierte Anwendungen, die ähnliche Funktionen bieten. Solche Angebote sind oft leicht zugänglich, teilweise kostenlos und anonym nutzbar. Besonders problematisch ist, dass öffentlich zugängliche Fotos aus sozialen Netzwerken dafür ausreichen. Die Betroffenen erfahren häufig erst davon, wenn das Bild schon weiterverbreitet wurde. Dann ist der Schaden oft bereits da.

Warum wirken Deepnudes auf Jugendliche reizvoll?

Viele Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit KI-Anwendungen auf. Filter, Bildbearbeitung oder Chatbots gehören für sie zum Alltag. Tools zur Erstellung von Deepnudes werden deshalb manchmal als technisches Experiment wahrgenommen, ohne das Ausmaß zu erkennen.

Dazu kommen entwicklungsbedingte Faktoren. In der Pubertät geht es darum, Grenzen auszutesten, dazuzugehören und Eindruck zu machen. Manche Jugendliche wollen provozieren, andere passen sich Gruppendruck an. Oft fehlt der Blick für die andere Seite. Dafür, dass hinter jedem Bild ein echter Mensch mit echten Gefühlen steht.

Hinzu kommt: Deepnudes werden nicht nur unter Jugendlichen erstellt und weiterverbreitet. Auch fremde Erwachsene nutzen solche KI-Tools gezielt, um Bilder von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu manipulieren. Für Betroffene bedeutet das ein zusätzliches Risiko, da Machtgefälle, Anonymität und mögliche kriminelle Absichten hinzukommen.

Was als Witz oder Mutprobe beginnt, kann für Betroffene sehr belastend werden.

Warum Deepnudes so gefährlich sind

Deepnudes sind kein harmloser Trend. Sie sind eine Form digitaler, sexualisierter Gewalt.

  • Verletzung der Intimsphäre: Betroffene erleben Scham, Kontrollverlust und Angst
  • Cybermobbing: Bilder werden gezielt genutzt, um zu demütigen oder zu erpressen
  • Verlust der Kontrolle: Einmal verbreitet, lassen sich Bilder kaum vollständig löschen
  • Psychische Belastung: Betroffene ziehen sich zurück, verlieren Vertrauen oder entwickeln Schuldgefühle
  • Rechtliche Folgen: Persönlichkeitsrechte werden verletzt; Deepnudes von Minderjährigen können strafbar sein, wenn es sich um sexualisierte Darstellungen handelt

Besonders schwer wiegt das Gefühl der Ohnmacht. Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Oder trauen sich nicht, etwas zu sagen.

Wie ist die rechtliche Lage?

In Deutschland ist die Lage eindeutig: Das Erstellen, Besitzen oder Verbreiten von sexualisierten Darstellungen Minderjähriger ist in den allermeisten Fällen strafbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder real sind oder – wie bei Deepnudes –  künstlich erzeugt wurden. Auch können Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz verletzt werden, egal wie alt die abgebildete Person ist.

Was Eltern konkret tun können

Für Kinder und Jugendliche sind die Konsequenzen schwer einzuschätzen. Was digital passiert, fühlt sich manchmal weniger ernst an. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene hier Orientierung geben und Verantwortung klar benennen.

Eltern können nicht alles verhindern. Aber sie können viel bewirken. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung.

Frühzeitig ins Gespräch kommen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bildmanipulation, KI und Deepnudes, bevor etwas passiert. Altersgerecht und ruhig. Erklären Sie, dass Bilder im Netz verändert werden können und warum das problematisch ist.

Empathie fördern: Ein Perspektivwechsel hilft. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich fühlen würde, wenn jemand so ein Bild von ihm erstellt oder teilt. Oft entsteht Verständnis genau an dieser Stelle.

Klare Haltung zeigen: Machen Sie deutlich, dass das Erstellen oder Weiterleiten solcher Bilder kein Spaß ist, sondern eine Grenzverletzung. Gleichzeitig sollten Kinder wissen, dass Fehler nicht mit Ärger, sondern mit Unterstützung beantwortet werden.

Unterstützung zusichern: Ihr Kind sollte sicher sein, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann. Auch dann, wenn es sich schämt oder unsicher ist.

Im Ernstfall handeln: Wenn Ihr Kind betroffen ist, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es ernst. Sichern Sie Beweise wie Screenshots oder Chatverläufe und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Doch Vorsicht bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen: Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit diesen sogenannten Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Unterstützung bieten Ihnen Beratungs– und Meldestellen wie das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und die Nummer gegen Kummer.

Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind motivieren, auch mal offline zu sein?

Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.

Warum Offline-Zeit wichtig ist

Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.

Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.

Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.

Motivation statt Verbot

Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

  • Interessen ernst nehmen: Fragen Sie: „Was macht dir offline Spaß?“ Nicht jedes Kind tobt draußen, Lesen, Basteln, Musik hören, Bauen oder Rollenspiele zählen genauso.
  • Mitentscheiden lassen: Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln. Gesprächsimpulse wie „Was magst du online besonders?“ oder „Wann tut der Bildschirm gut – und wann nicht?“ öffnen Türen. Wer mitredet, fühlt sich respektiert.
  • Kleine Schritte gehen: Starten Sie mit kurzen, realistischen Zeiten.

Offline-Zeit attraktiv gestalten

Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:

  • Gemeinsam aktiv sein: Ein Brettspielabend, gemeinsames Kochen eines Lieblingsrezepts oder ein Spaziergang mit Schatzsuche wirken oft stärker als Regeln allein.
  • Material und Freiräume bieten: Bücher, Bastelsachen, Bälle oder Hörspiele griffbereit halten. Langeweile ist erlaubt, aus ihr entstehen oft kreative Ideen.

Technik als Helfer nutzen

Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.

Vorbild sein als Familie

Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.

Wenn es schwierig wird

Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Battlefield 6

Battlefield 6 ist ein Ego-Shooter, bei dem Spieler*innen aus der Ich-Perspektive in großen Online-Gefechten kämpfen. Militärische Waffen, Fahrzeuge und realistische Kriegsszenarien stehen im Mittelpunkt. Das Spiel ist actionreich und gewalthaltig – und richtet sich deshalb an ältere Jugendliche.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 18 Jahren // Grund: drastische Gewaltdarstellungen, Kriegsthematik
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, In-Game-Käufe
  • First-Person-Shooter
  • für PlayStation 5, Xbox Series, Microsoft Windows, GeForce Now
  • Kosten: Playstation 5 (79,99€), Xbox (79,99€), Computer (69,99€)

Was ist Battlefield 6? 

Das Spiel ist der neueste Teil der bekannten Battlefield-Reihe und setzt sie mit aktueller Technik und vertrautem Spielprinzip fort. Es gehört wie Call of Duty oder Counter-Strike zu den großen Ego-Shootern. In der Einzelspieler-Kampagne erleben Spieler*innen eine Kriegsgeschichte im Jahr 2027 und kämpfen als Eliteeinheit gegen eine private Militärorganisation.

Im Mehrspieler-Modus stehen große Online-Teamgefechte im Mittelpunkt, bei denen taktisches Zusammenspiel wichtig ist. Außerdem kehrt mit Battlefield Portal ein kreatives Community-Tool zurück, mit dem Spieler*innen eigene Spielmodi und Erlebnisse gestalten und miteinander teilen können.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Battlefield 6 richtet sich an Spieler*innen, die taktische Shooter und Teamplay mögen. Das Spiel bietet große Spielkarten, viel Action, Fahrzeuge und Explosionen – das wirkt aufregend und sorgt für Spannung. Die Mischung aus Kämpfen, Teamarbeit und Planung macht den Reiz aus und hält viele Jugendliche lange im Spiel.

Gleichzeitig ist das Spiel ein sozialer Treffpunkt: Jugendliche spielen online mit Freund*innen oder lernen neue Leute kennen. Im Team zu spielen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Ranglisten, Fortschritte und Belohnungen motivieren zusätzlich: Jugendliche können sich stetig verbessern, Herausforderungen meistern und ihren Fortschritt zeigen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Battlefield 6 wird aus der Ich-Perspektive gespielt, Spieler*innen sehen die Spielwelt direkt durch die Augen ihrer Spielfigur – inklusive der Waffe. Krieg und Gewalt stehen deutlich im Mittelpunkt, weshalb das Spiel eine USK-18-Kennzeichnung wegen drastischer Gewaltdarstellungen erhalten hat. Im Einzelspieler-Modus wird Gewalt sichtbar als Teil der Kriegsgeschichte inszeniert, im Mehrspieler-Modus gehört sie vor allem zur Spielmechanik und Taktik (z. B. Gefechte, Explosionen, Fahrzeugkämpfe). Hier dient Gewalt weniger einer Erzählung, sondern dem Wettbewerb zwischen Teams. Eine ethische Bewertung von Krieg oder Gewalt findet im Spiel nicht statt.

Auch In-Game-Käufe spielen in Battlefield 6 eine große Rolle. Werbung für zusätzliche Käufe oder kosmetische Inhalte werden den Spieler*innen häufig angezeigt, was Druck erzeugen kann, echtes Geld auszugeben.

Vor allem in dem Multiplayer-Modi ist eine In-Game-Kommunikation unerlässlich, um mit anderen Spieler*innen zu chatten oder zu sprechen. Das fördert eine erfolgreiche Zusammenarbeit – kann aber mitunter zu Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing, Hate Speech und Cybergrooming führen.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Electronic Arts (EA) legt mit seinen Nutzungsbedingungen unter anderem folgende Regeln fest:

  • Verhaltensregeln: Cheats und unangebrachtes Verhalten (z. B. Belästigung oder Beleidigungen) führen zu Sperrungen. Urheberrechtlich geschützte Inhalte dürfen nicht ohne Erlaubnis verwendet werden.
  • Mikrotransaktionen: Es gibt In-Game-Käufe und digitale Inhalte können nicht zurückgegeben werden.
  • Inhalte & Modding: Spieler*innen können im Battlefield Portal Inhalte erstellen, müssen aber die Nutzungsregeln von EA einhalten. Modding (Spielveränderung) ist nur mit offiziellen Tools erlaubt.
  • Daten & Datenschutz: Der Anbieter EA sammelt Daten über das Spielverhalten der Nutzer*innen für Werbung und Verbesserung des Spiels. Die Online-Interaktionen der Spieler*innen können überwacht werden.

Die detaillierten Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinien und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Battlefield 6 sind auf der EA-Website verfügbar.

Was sollten Eltern beachten? 

Achten Sie als Eltern auf die USK-Altersfreigabe ab 18 Jahren und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum diese Einstufung wichtig ist. Das Spiel zeigt Kriegsschauplätze und Kämpfe sehr realistisch mit visuellen Effekten wie Blut, Wunden, Explosionen und Gefechten. Die Gewalt ist explizit sichtbar, nicht abstrahiert oder stark stilisiert – und das ist ein zentraler Grund für diese Altersfreigabe. Darüber hinaus steht Krieg im Mittelpunkt des gesamten Spiels. Spieler*innen steuern Soldat*innen, nutzen echte Waffen und kommen in Konfliktsituationen, in denen Spielfiguren getötet werden. Durch die hohe Immersivität (also das starke Gefühl, mitten im Spielgeschehen zu sein) werden Spieler*innen sehr intensiv eingebunden, was eine gewisse Reife voraussetzt. Aktivieren Sie die Jugendschutzeinstellungen auf den Geräten Ihres Kindes. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind das Spiel unbeaufsichtigt herunterladen kann.

Sollte Ihr Kind das Spiel spielen, weil es bereits volljährig ist oder Sie es als ausreichend reif einschätzen, begleiten Sie es dabei:

  • Tauschen Sie sich regelmäßig über die Spielerfahrungen Ihres Kindes aus und bleiben Sie im Dialog. Der Austausch mit anderen Eltern sowie Informationen aus unabhängigen Angeboten wie dem Spieleratgeber NRW können dabei zusätzlich unterstützen.
  • Das Spiel zeichnet sich durch taktisches Vorgehen und intensive Online-Kommunikation aus. Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Besonderheiten der Online-Kommunikation und klären Sie es über mögliche Risiken auf, etwa unangemessene Sprache oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch Fremde. Besprechen Sie gemeinsam, wie Ihr Kind in solchen Situationen reagieren kann.
  • Weisen Sie Ihr Kind auf technische Einstellungsmöglichkeiten im Spiel hin, wie das gezielte Stummschalten einzelner Spieler*innen oder das vollständige Deaktivieren des Chats.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-Game-Käufe und die dahinterstehenden Kaufanreize. Legen Sie gemeinsam klare Absprachen fest, wie viel Geld Ihr Kind in das Spiel investieren darf.
  • Legen Sie gemeinsam Medienregeln fest und nutzen Sie in Absprache mit Ihrem Kind gegebenenfalls technische Einstellungen, um die Spielzeit zu begrenzen und einen bewussten Umgang mit dem Spiel zu fördern.

Beliebte Spiele: Roblox

Aus Bausteinen eigene Welten bauen, in fantasievolle Rollen schlüpfen und spannende Missionen erfüllen – die Onlinespiele-Plattform Robloxerfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Roblox verbindet Elemente aus Spiel, Social Media und kreativem Gestalten. Da sowohl Chatfunktionen als auch problematische Inhalte enthalten sind und manche mit ihren Spielen Geld verdienen, gilt seit Januar 2025 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Kurz gefasst

  • Alterskennzeichen: USK ab 16 Jahren // Grund: Gewaltdarstellungen, Inhalte für verschiedene Altersgruppen, erhöhte Kaufanreize
  • Hinweise zur Nutzung: Chats, In-Game-Käufe (+ zufällige Objekte)
  • Pädagogische Altersempfehlung: ab 16 Jahren (Spieleratgeber NRW)
  • Nutzer*innen können eigene Spiele erstellen, die Spiele anderer nutzen und miteinander in Interaktion treten
  • für Windows, macOS, Xbox One, Meta Quest, PlayStation 4 und PlayStation 5 sowie als App für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS verfügbar.        
  • größtenteils kostenlos

Was ist Roblox?

Roblox ist eine Online-Spieleplattform und ein Spiel-Entwicklungssystem, das es Nutzer*innen ermöglicht, eigene Spiele zu erstellen und die Spiele anderer zu spielen. Die beiden Wörter Robots (dt.: Roboter) und Blocks (dt.: Blöcke) ergeben zusammen den Namen der Spieleplattform Roblox. Hier lassen sich virtuelle Welten im Lego-Stil erschaffen und spielen, was vor allem Jugendliche begeistert. Roblox ist eine Mischung aus Spielewelt und sozialem Netzwerk und erinnert an Minecraft.

Roblox ist auf vielen verschiedenen Geräten sowie als App verfügbar. Auch das Spiel mit einem Virtual-Reality-Headset wird unterstützt. Diese plattformübergreifende Verfügbarkeit sorgt dafür, dass Spieler*innen auf verschiedenen Geräten unkompliziert miteinander spielen können.

Nach der Registrierung auf roblox.com erhalten die Spieler*innen eine vorgefertigte Spielfigur (sog. Avatar), die sie nach Belieben anpassen können. Standardkleidung oder andere kosmetische Eigenschaften, wie z.B. eine erste Frisur, sind kostenlos. Einige Extra-Accessoires kosten Geld in Form der eigenen Währung Robux. Funktionen wie das Erstellen von Spielen sowie das Spielen selbst sind kostenfrei verfügbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Viele Jugendliche lieben das Spiel, weil sie ganz einfach selbst Spiele entwickeln können. Registrierte Nutzer*innen können mit dem Bau-Tool “Roblox-Studio” ihre eigenen Spiele erstellen und sie mit anderen teilen. Es lassen sich einfache Bauwerke, aber auch komplexe Erlebniswelten gestalten. In der Community von Roblox können sich Jugendliche miteinander kreativ austoben und miteinander kommunizieren.

Roblox ist besonders bei jungen Spieleentwickler*innen beliebt, da sie dort eigene Spiele gestalten und veröffentlichen können. Wird ein Spiel von anderen Nutzer*innen häufig gespielt und Geld investiert, besteht die Möglichkeit, dass auch die Entwickler*innen – also zum Beispiel Ihr Kind – einen Anteil daran verdienen.

Auch Jugendliche die nicht selbst in die Spielentwicklung einsteigen wollen sind von den unzähligen Spieleangeboten fasziniert.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Januar 2025 das Alterskennzeichen für Roblox von 12 auf 16 Jahre angehoben. Für diese Entscheidung gab es mehrere ausschlaggebende Gründe:

  • Gewalt und problematische Inhalte: Einige von Nutzer*innen erstellte Spiele auf der Plattform enthalten Szenen, die extreme Gewalt darstellen und für jüngere Spieler*innen ungeeignet sind.
  • Inhalte für verschiedene Altersgruppen: Roblox ist eine Plattform mit sehr unterschiedlichen Inhalten – vergleichbar mit YouTube oder Twitch. Entsprechend reicht das Angebot von kindgerechten Spielen bis hin zu Titeln, die für jüngere Kinder nicht altersgerecht sind.
  • Erhöhte Kaufanreize: Roblox bietet zahlreiche In-Game-Käufe an, die insbesondere für Kinder und Jugendliche einen starken Anreiz zum Geldausgeben darstellen können.

Hinzukommt, dass die Plattform es Nutzer*innen ermöglicht, über Text- und Sprach-Chats zu kommunizieren. Deshalb bestehen Risiken wie z. B. Cybermobbing, Cybergrooming und Hate Speech. Außerdem enthalten einige Spiele Elemente, die Glücksspiel ähneln, wie etwa den Kauf von zufälligen virtuellen Gegenständen (Lootboxen).

Zusätzlich bemängelte die USK fehlende wirksame Vorsorgemaßnahmen seitens der Plattformbetreiber, wie etwa unzureichend gesicherte Kinderkonten und das Fehlen von Alterskennzeichnungen nach deutschen Standards. Aufgrund dieser Aspekte wurde die USK-Alterskennzeichnung angepasst, um den Jugendschutz zu gewährleisten und Eltern eine bessere Orientierung zu bieten.

Darüber hinaus wirdRoblox immer wieder vorgeworfen, sowohl die Inhalte als auch die Kommunikation der Nutzenden untereinander nicht ausreichend zu moderieren und nicht konsequent genug gegenüber Verstößen der Community-Richtlinien vorzugehen. Kinder und Jugendliche können in den Spielen beispielsweise auf diskriminierende und extremistische Inhalte stoßen.

Das sagt der Anbieter

Der Anbieter Roblox Corporation betont auf seiner Plattform, Sicherheit und Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es gibt ein Meldesystem für unangemessene Chatnachrichten und einen Chatfilter. Nach der Registrierung wird bei Nutzer*innen unter 13 Jahren automatisch ein Konto im „Datenschutzmodus“ erstellt. Jüngere Spieler*innen haben dann z. B. keinen Zugriff auf die Social-Media-Funktionen. Manche Spiele sind außerdem erst ab einem bestimmten Alter freigegeben. Moderator*innen prüfen, ob hochgeladenes Bild- und Videomaterial den Ansprüchen zu jugendgerechten Inhalten genügt. Unangemessene Inhalte werden aktiv gefiltert und gelöscht.

Roblox hat Anfang 2026 mehrere neue Funktionen eingeführt, um die Kommunikation für junge Spieler*innen sicherer zu gestalten. Eine davon ist die Altersüberprüfung: Nutzer*innen können ihr Alter entweder über einen Ausweis oder über eine freiwillige, KI-gestützte Altersschätzung per Video-Selfie bestätigen. Erst nach dieser Einstufung werden bestimmte Kommunikationsfunktionen freigeschaltet. Damit Kinder und Jugendliche möglichst mit Gleichaltrigen interagieren, teilt Roblox Accounts in Altersgruppen ein: Unter 9, 9 – 12, 13 – 15, 16 – 17, 18 – 20 und über 21 Jahre. Inhalte, Chats und Funktionen werden dann altersgerechter zugeordnet. Viele Interaktionsmöglichkeiten bleiben eingeschränkt, um Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu begrenzen und Kommunikationsrisiken zu reduzieren. Die KI-gestützte Altersverifikation bei Roblox übernimmt das Unternehmen Persona. Roblox gibt an, dass Nutzer*innen-Daten nach 30 Tagen gelöscht werden. Falsche Schätzungen können über die Elternaufsicht oder die Ausweis-Verifikation nachträglich korrigiert werden. Roblox informiert auf seiner Webseite über die Altersüberprüfung.

Für ältere Jugendliche gibt es zusätzlich das Konzept der „Vertrauten Connections“. Dabei können 13- bis 17-Jährige bestimmte Kontakte als vertrauenswürdig markieren. Mit diesen Kontakten können sie fast ohne Einschränkungen chatten. Kontakte über Altersgrenzen hinweg – besonders zwischen Jugendlichen und Erwachsenen – unterliegen jedoch weiterhin strengen Regeln. Kinder unter 13 Jahren können keine „Vertrauten Connections“ anlegen. Mehr Informationen bietet die Roblox-Webseite.

Roblox bietet verschiedene Sicherheitsfunktionen an, mit denen Sie das Spiel Ihres Kindes besser im Blick haben können, z. B. zur Bildschirmzeit, den Chats oder Käufen. Die Elternaufsicht wurde 2026 erweitert. Eltern können nun sehen,

  • mit wem ihr Kind über „Vertraute Connections“ verbunden ist
  • wie lange es spielt
  • welche Erlebnisse es nutzt und
  • wofür Geld ausgegeben wird.

Bei ungewöhnlich hohen Ausgaben kann Roblox außerdem warnen. Diese Funktionen ergänzen die bisherigen Kindersicherungseinstellungen und sollen mehr Transparenz schaffen. Über die Roblox-Webseite können sich Eltern über die Elternaufsicht und die Kindersicherung informieren.

Das sollten Eltern beachten

Beachten Sie, dass Roblox inzwischen mit USK 16 gekennzeichnet ist. Grundsätzlich gibt der Staat mit den Alterskennzeichen keine Vorschriften, welche Medieninhalte Eltern ihren Kindern zu Hause erlauben, sondern sie gelten als Orientierung. Dennoch sollten Sie darauf achten, Ihrem Kind nur Spiele zur Verfügung zu stellen, die für sein Alter geeignet und entsprechend freigegeben sind. Mehr Informationen zur Hochstufung erfahren Sie in diesem Eltern-Check-In-Artikel.

Sie möchten Ihrem Kind Roblox zugänglich machen?

  • Nehmen Sie die Registrierung und die Erstellung eines Profils gemeinsam mit Ihrem Kind vor und entdecken Sie zusammen die Roblox-Spielewelt.
  • Erstellen Sie in jedem Fall ein Elternkonto und verknüpfen dieses mit dem Konto ihres Kindes. Haben Sie auch einen Blick auf die getätigten In-Game-Käufe.
  • Stellen Sie das Konto so ein, dass Ihrem Kind möglichst altersgerechte Spiele angezeigt werden. Geben Sie dazu – unabhängig von der Altersschätzung – das reale Alter Ihres Kindes über die Elternaufsicht ein.
  • Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit dem Spiel verbringt und legen Sie gemeinsam klare Regeln für den Umgang mit Games in der Familie fest.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Spielerlebnisse. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind spielt. Fragen Sie nach, warum es bestimmte Spiele mag und mit wem es Kontakt hat.
  • Trotz der Begrenzung von Kontakten zu älteren Nutzern bleibt Roblox nicht frei von Sicherheitsrisiken. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, über die Plattform keine privaten Daten weiterzugeben. Klären Sie Ihr Kind über Kommunikationsrisiken im Netz auf und ermuntern Sie es, verdächtige oder unangenehme Kontakte zu blockieren und zu melden.

Alle wichtigen Schritte zur Kindersicherung bei Roblox finden Sie auch auf medien-kindersicher.de.

Aufgepasst: Rechtliche Hinweise zu Apps, Messenger und Social Media

Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.

Datenschutz – meine eigenen Daten

Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.

Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.

Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.

Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.

Urheberrecht – die Rechte anderer

Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.

Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.

Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.

Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.

Verantwortung bleibt im Familienalltag

In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.

Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.

Spotify – mehr als Musik

Musik wird heute fast ausschließlich digital gehört – jederzeit und überall über Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole. Einer der bekanntesten Dienste dafür ist Spotify. Die Plattform bietet Zugriff auf Millionen Songs, Hörspiele, Podcasts und inzwischen auch Videos. Das vielfältige Angebot macht Spotify attraktiv – bringt aber auch Risiken mit sich, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Kurz gefasst:

  • beliebter Audio-Streaming-Dienst für Android, iOS und Web
  • nutzbar per Smartphone, Tablet, PC, Spielekonsole, Smart TV und Smart Speakern
  • kostenfrei mit Werbung und eingeschränkten Funktionen; kostenpflichtige Abos (z. B. Premium, Family) mit zusätzlichen Möglichkeiten
  • Alterskennzeichen: USK ab 12 Jahren (Google Play Store)
  • Hinweise zur Nutzung: Inhalte für verschiedene Altersgruppen, Chatfunktion
  • laut Nutzungsbedingungen des Anbieters ab 18 Jahren erlaubt, mit Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren

Was ist Spotify?

Spotify ist der weltweit größte Musikstreaming-Dienst. Aktuell stehen rund 100 Millionen Inhalte zur Verfügung – darunter Musik, Podcasts, Hörbücher und Hörspiele. Nutzer*innen können Playlists erstellen, anderen folgen und ihre Lieblingssongs teilen, zum Beispiel über sogenannte Spotify Codes. Für viele Titel zeigt Spotify außerdem Songtexte (Lyrics) an. Neben Audioinhalten sind inzwischen auch Musikvideos und kurze Video-Clips verfügbar.

In der kostenfreien Version können Inhalte nur mit Internetverbindung gehört werden, dazwischen läuft regelmäßig Werbung. Die kostenpflichtige Premium-Version ermöglicht Offline-Hören ohne Werbung und bietet Funktionen wie unbegrenztes Überspringen von Titeln.

Seit August 2025 bietet Spotify eine Chatfunktion: Playlists, Songs oder Podcasts können direkt innerhalb der App mit anderen geteilt und kommentiert werden. Um zu chatten, muss zunächst eine Anfrage bestätigt werden. Die Nachrichtenfunktion ist auch wie ein klassischer Messenger nutzbar.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Musik spielt für Jugendliche eine zentrale Rolle: Sie hilft bei der Identitätsfindung, beim Austausch im Freundeskreis und beim Umgang mit Gefühlen. Spotify macht es leicht, jederzeit neue Musik zu entdecken, Playlists anderer zu durchstöbern und Inhalte überall zu hören. Auch Podcasts werden bei Jugendlichen immer beliebter.

Spotify funktioniert außerdem auf Spielkonsolen wie der Playstation oder X-Box sowie über Sprachassistenten wie Alexa Echo und Google Home. So können Jugendliche beim Zocken Musik hören oder per Sprachbefehl Songs abspielen.

Für jüngere Kinder sind vor allem Hörspiele interessant. Viele bekannte Reihen – von Bibi Blocksberg über Benjamin Blümchen bis zu Die drei ??? – sind auf Spotify verfügbar. Über ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo kann zusätzlich die App Spotify Kids genutzt werden, die einen stärker eingeschränkten und für Kinder geeigneteren Rahmen bietet.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Spotify arbeitet mit einem stark personalisierten Empfehlungsalgorithmus. Im Taste Profil erstellt Spotify aus der zuletzt gehörten Musik und den Nutzungsdaten individuelle Playlists, zum Beispiel „Dein Mix der Woche“. Damit verbunden ist auch die Speicherung des Nutzungsverhaltens.

Auf Spotify finden sich Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können – etwa Musik oder Hörbücher mit extremistischen Botschaften und Gewaltinhalten oder Podcasts, in denen Fake News und Desinformation verbreitet werden. Spotify stand zuletzt in der Kritik, weil zunehmend KI-generierte Songs auf der Plattform auftauchen. Die Titel werden über die Empfehlungen vorgeschlagen und können sexistische oder rassistische Aussagen enthalten. Solche Inhalte sind für Kinder und Jugendliche nicht immer leicht als problematisch zu erkennen.

Durch die neue Chatfunktion sowie die Kommentare unter Podcasts entstehen Kommunikationsrisiken, etwa Cybermobbing, Hate Speech oder unerwünschte Kontaktaufnahmen durch fremde Personen.

Die Videoinhalte – kurze Clips wie zum Beispiel YouTube Shorts – können zur intensiveren Nutzung beitragen und lassen sich nicht deaktivieren.

Kritisch diskutiert wird außerdem, dass Spotify geringe Einnahmen an Künstler*innen auszahlt.

Was meint der Anbieter?

Spotify hat seinen Sitz in Schweden und gibt an, Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umzusetzen. In Premium- und Family-Abos lassen sich Jugendschutzeinstellungen aktivieren, mit denen problematische, „explizite“ Inhalte ausgeblendet werden können. Außerdem können mehrere Konten gemeinsam verwaltet werden.

Mit Spotify Kids steht ein eigenes Angebot für Kinder zur Verfügung, das ausschließlich kinderfreundliche Audioinhalte enthält und die Videofunktionen ausschließt. Dieses Angebot ist jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Family-Abo nutzbar.

Inhalte können gemeldet werden, und zwar bei Podcasts und Playlists über eine Melde-Funktion, bei einzelnen Titeln über ein Online-Formular.

Was sollten Eltern beachten?

Offiziell ist Spotify erst ab 18 Jahren erlaubt, mit elterlicher Zustimmung ab 16 Jahren. Sie als Eltern sollten im Vorfeld genau mit Ihrem Kind besprechen, ob die Nutzung des Angebots sinnvoll ist. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Kostenfreie Version: Beachten Sie, dass die kostenfreie Nutzung für Ihr Kind eher unpraktisch sein könnte. Sie verbraucht viel Datenvolumen, enthält Werbung und bietet weniger Funktionen und Kontrolle. Kostenfreien Hörspaß bieten zum Beispiel Kinderradiosender oder Kinderbuchseiten wie Amira.
  • Family- oder Kids-Angebote prüfen: Überlegen Sie, ob ein gemeinsamer Family-Premium-Account sinnvoll ist, wenn mehrere Personen in Ihrer Familie das Angebot nutzen oder Ihr Kind noch jünger ist.
  • Jugendschutzeinstellungen nutzen: Deaktivieren Sie in den Einstellungen die Wiedergabe von als „Explicit” bzw. „E” gekennzeichneten Inhalten. Diese Möglichkeit gibt es nur in kostenpflichtigen Abos. Achtung: dieser Filter bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Weitere Einstellungen vornehmen: Prüfen Sie Einstellungen wie Datenschutz und Zugriffsrechte zusammen mit Ihrem Kind. Zeigen Sie, wie es die Nachrichtenfunktion deaktivieren, Anfragen von (fremden) Personen ablehnen und einzelne Kontakte blockieren kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter medien-kindersicher.de
  • Gespräche führen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblingsinhalte und medialen Vorbilder, aber auch über problematische Themen wie Fake News, Verschwörungsmythen und Kommunikationsrisiken.
  • Regeln vereinbaren: Treffen Sie gemeinsam Vereinbarungen zum Beispiel zur Nutzungsdauer, zu Downloads oder zur Chatfunktion.
  • Kritisches Denken stärken: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Inhalte einzuordnen, Quellen zu hinterfragen und unangemessene Aussagen zu erkennen. Melden Sie problematische Inhalte direkt bei Spotify oder einer Online-Meldestelle.

Regelmäßige Gespräche und Begleitung bleiben der wichtigste Schutz – unabhängig von technischen Einstellungen.

E-Sport-Events: Nischen-Wettbewerbe oder schon Großveranstaltungen?

Wenn die Lieblingsband ein Konzert gibt, die liebste YouTuberin ein Fantreffen veranstaltet oder ein Spiel der Nationalmannschaft in der eigenen Stadt stattfindet, sind Jugendliche begeistert und möchten ihr Idol gern live erleben. Auch Gamer*innen sind Vorbilder für Jugendliche und spielen in der Öffentlichkeit, bei sogenannten E-Sport-Events.

Volle Arenen für digitalen Sport

E-Sport (“elektronischer Sport”) meint Computer- oder Konsolenspiele in Form von sportlichen Wettkämpfen, allein oder im Team ausgetragen. Jahr für Jahr gewinnen erfolgreiche E-Sportler*innen bei Turnieren viele Millionen Dollar Preisgeld. Groß organisierte Turniere werden von begeisterten Fans auf der ganzen Welt besucht oder online verfolgt. Ausverkaufte Arenen sprechen für die riesige Begeisterung und Faszination für den elektronischen Sport. Das wohl größte Event der Welt ist die “LoL”, die League of Legends-Weltmeisterschaft. Während einer Turnier-Periode der LoL füllen die Gaming-Fans mehrere Arenen. Was für Dimensionen dies schon angenommen hat, machen die Veranstaltungsorte deutlich. Das Finale 2024 fand in der O2 Arena im britischen London statt. Viele Events werden live gestreamt, zum Beispiel auf Twitch.

Jugendschutz bei E-Sport-Events

Wenn Eltern keine entsprechenden Jugendschutzeinstellungen vornehmen oder nicht auf die Alterskennzeichen achten, können Kinder und Jugendliche beim Online-Spielen zu Hause unterschiedlichen Risiken begegnen – etwa der Kontaktaufnahme durch Fremde oder dem Zugang zu Games, die nicht ihrem Alter entsprechen. Auf größeren E-Sport-Veranstaltungen hingegen wird der Jugendschutz in der Regel konsequent umgesetzt.

Seit dem 01.01.2026 gilt E-Sport zudem als gemeinnützig. Damit zusammenhängend müssen E-Sport-Spiele, die als gemeinnützig gelten wollen, mit einer USK-Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Bei öffentlichen Events sind Veranstalter verpflichtet, bei den angebotenen Spielen die Altersbeschränkungen zu beachten.

Wird das Alter der Teilnehmenden nicht geprüft, dürfen nach dem Jugendschutzgesetz ausschließlich Spiele mit USK 0 und USK 6 präsentiert werden. Spiele mit USK 12, USK 16 und USK 18 dürfen Jugendlichen nur nach einer Alterskontrolle zugänglich gemacht werden, zum Beispiel über Armbänder und Einlasskontrollen. Bei vielen Events sind diese Bereiche räumlich abgetrennt, damit jüngere Besucher*innen keinen Zugang oder Einblick erhalten. Auf Vereinsebene müssen Konzepte vorliegen, welche Maßnahmen genutzt werden, um den Jugendschutz zu gewährleisten. Bei Verstößen kann die Gemeinnützigkeit aberkannt und Bußgelder verhängt werden.

Was tun, wenn das eigene Kind zum E-Sport-Event möchte?

Ihr Kind möchte auch gerne ein E-Sport-Event besuchen oder sogar an einem Wettbewerb teilnehmen? Seien Sie insbesondere bei privat veranstalteten Wettbewerben kritisch und machen Sie sich über die Gegebenheiten vor Ort vertraut:

  • Alter und Spiele: Informieren Sie sich über die Spiele, die dort gespielt werden inklusive ihrer USK-Alterskennzeichen. Nehmen Sie die Altersfreigaben ernst – sowohl beim selbst Spielen als auch beim Zuschauen.
  • Veranstalter-Infos: Überprüfen Sie, ob es eine vom Veranstalter empfohlene Altersgrenze und ein Jugendschutzkonzept gibt.
  • Dauer: Achten Sie darauf, bis wann die Veranstaltung am Abend dauert, und entscheiden Sie je nach Alter und Entwicklungsstand gemeinsam mit Ihrem Kind, wie lange es bleiben darf.
  • Lärm und Reizüberflutung: Auf E-Sports-Events kann es laut und voll sein – Ohrstöpsel oder Kopfhörer und verabredete Pausen können helfen, Ihrem Kind zwischendurch Ruhe zu verschaffen.

E-Sport-Events werden auch von einigen Jugendzentren und Bildungsanbietern angeboten und durchgeführt. Vielleicht finden Sie ein solches in Ihrer Umgebung. Fragen Sie doch bei einem Jugendzentrum in Ihrer Nähe, ob es ein E-Sport-Event veranstalten möchte.

Möchte Ihr Kind ein E-Sport-Event online verfolgen, achten Sie darauf, welche Plattformen und Streamer*innen Ihr Kind nutzt, welche Spiele dort gezeigt werden, welche Altersfreigaben gelten und ob Ihr Kind im Live-Chat aktiv ist. Vereinbaren Sie klare zeitliche Grenzen und bleiben Sie im Gespräch, damit Ihr Kind sich an Sie wendet, wenn es durch Inhalte verunsichert oder belastet wird.

Weitere Informationen rund um E-Sport finden Sie hier im Spielratgeber NRW.

Eltern-Check-In: Mein Kind nutzt KI für Hausaufgaben – wie sinnvoll ist das wirklich?

Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen KI-Tools, um bei Hausaufgaben oder Schulprojekten Unterstützung zu bekommen. Die Versuchung, sich schnell eine fertige Antwort generieren zu lassen, ist groß. Viele Eltern fragen sich: Hilft das wirklich beim Lernen oder ersetzt es das eigenständige Denken?

Hausaufgaben mit KI – Chancen und Grenzen

KI kann dabei helfen, Ideen zu strukturieren oder Anregungen für Texte und Aufsätze zu liefern. Es entstehen jedoch oft Antworten, die kompliziert wirken oder auf den ersten Blick richtig klingen, obwohl sie Fehler enthalten oder Dinge „erfinden“, die nicht stimmen. Diese sogenannten Halluzinationen sind besonders bei Themen problematisch, die Ihr Kind selbst noch nicht sicher beherrscht, und können zu falschen Ergebnissen führen.

Wichtige Regeln für den Einsatz bei Hausaufgaben

  • Nur für Aufgaben, die Ihr Kind selbst lösen kann: KI sollte ausschließlich unterstützend genutzt werden. Die Faustregel lautet: Nur Aufgaben bearbeiten, die Ihr Kind theoretisch auch ohne KI bewältigen könnte. So bleibt die Kontrolle bei Ihrem Kind und es lernt weiterhin eigenständig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über weitere seriöse Informationsquellen, die genutzt werden können.
  • Aufgabe zuerst selbst verstehen: Bevor KI eingesetzt wird, sollte Ihr Kind das Thema sicher beherrschen, also zum Beispiel wissen, wie ein Aufsatz aufgebaut ist. Nur so kann es die KI-Ergebnisse kritisch prüfen.
  • Ergebnisse immer selbst kontrollieren: KI kann Fehler machen oder Inhalte „erfinden“. Alle Fakten, Beispiele oder Rechenwege müssen überprüft werden. KI ersetzt keine eigene Recherche und kein eigenes Nachdenken. Ihr Kind sollte lernen, Informationen immer mit mindestens einer weiteren vertrauenswürdigen Quelle abzugleichen; das ist das sogenannte Zwei-Quellen-Prinzip.
  • Vorsicht mit reinen Wissensfragen: Aufgaben, die nur Fakten abfragen (z. B. Jahreszahlen, Definitionen oder Formeln), sind für reine KI-Chatbots ungeeignet. Die Antworten könnten falsch sein und müssten ohnehin kontrolliert werden. Diese Aufgaben kann Ihr Kind direkt ohne KI erledigen oder – wenn überhaupt – KI-gestützte Suchmaschinen nutzen. Deren Ergebnisse müssen besonders kritisch kontrolliert werden.
  • KI als Hilfsmittel, nicht als Lösung: Am sinnvollsten ist der Einsatz, wenn KI Ideen liefert oder Strukturen vorschlägt, wie Gliederungen, Brainstorming oder Rechenansätze. Ihr Kind entscheidet selbst, welche Vorschläge sinnvoll sind.

Darauf sollten Eltern achten

  • Wie KI funktioniert: KI-Anwendungen berechnen Wahrscheinlichkeiten. Ihre Antworten basieren auf den Daten, mit denen sie trainiert wurden, also nicht auf echtem Verständnis. Das erklärt, warum Antworten plausibel klingen können, obwohl sie falsch sind.
  • KI ist fehleranfällig: KI kann falsche oder unvollständige Inhalte liefern, die auf den ersten Blick überzeugend oder richtig wirken.
  • Tool-Auswahl und Datengrundlage: Nicht jedes KI-Tool funktioniert gleich. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob Ihr Kind einen Chatbot oder eine KI-Suchmaschine nutzt und auf welcher Datengrundlage die Anwendung arbeitet. Manche Systeme können Vorurteile enthalten oder bestimmte Perspektiven bevorzugen.
  • Informiert bleiben: Schauen Sie gemeinsam, welche Tools Ihr Kind nutzt und wofür. Wer steckt hinter der Anwendung? Wozu wurde sie entwickelt? Was ist über Datenschutz und Datennutzung bekannt?
  • Eigenständigkeit bewahren: Kinder lernen weniger, wenn sie Inhalte einfach abschreiben statt sich selbst damit auseinanderzusetzen.
  • Vergleichsdruck vermeiden: Perfekt klingende KI-Ergebnisse können Kinder verunsichern oder unrealistische Erwartungen erzeugen.
  • Datenschutz beachten: Persönliche Daten wie Name, Schule oder Adresse sollten niemals eingegeben werden.

Praktische Tipps für Eltern

  • Gemeinsam ausprobieren: Begleiten Sie Ihr Kind beim KI-Einsatz und prüfen Sie die Ergebnisse zusammen.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Wie bist du zu dieser Lösung gekommen?“ oder „Kannst du mir das mit eigenen Worten erklären?“
  • Geeignete Anwendungen besprechen: Sprechen Sie darüber, welches Tool sich für welche Aufgabe eignet, etwa zur Inspiration oder zur Unterstützung bei der Recherche, nicht zur direkten Lösung.
  • Eigenes Denken stärken: Aufgaben sollten immer zuerst selbst bearbeitet werden; KI nur als Ergänzung.
  • Regeln festlegen: Vereinbaren Sie, wann und wofür KI eingesetzt werden darf, beispielsweise nur für Ideenfindung oder Strukturhilfe.
  • Austausch suchen: Ein Gespräch mit Lehrkräften oder anderen Eltern über Aufgabenstellungen und Erwartungen kann helfen, einen gemeinsamen Umgang mit KI zu finden.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

Eltern-Check-In: Wie kann ich mein Kind kritisch an KI heranführen, ohne es zu überfordern?

Kinder und Jugendliche begegnen KI heute an vielen Stellen: Chatbots beantworten Fragen für die Hausaufgaben, Sprachassistenten helfen im Alltag, kreative Apps erzeugen Bilder, Musik oder kleine Geschichten. Das kann spannend, inspirierend und gleichzeitig verwirrend sein. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie begleite ich mein Kind so, dass es KI neugierig, sicher und kritisch nutzt, ohne überfordert zu werden? Keine Sorge: Sie müssen keine KI-Expert*innen sein, um Ihr Kind sicher zu begleiten.

KI verstehen lernen

Künstliche Intelligenz wirkt oft erstaunlich klug. Sie antwortet schnell, freundlich und manchmal überzeugender als Erwachsene. Kinder sollten jedoch verstehen: KI „weiß“ nichts. Sie berechnet lediglich, welche Antworten wahrscheinlich richtig wirken. Und genau deshalb kann sie Fehler machen, Vorurteile übernehmen oder Inhalte erfinden.

Zudem speichern viele KI-Anwendungen die eingegebenen Daten. Je nach Tool können mehr oder weniger Informationen gesammelt werden. Kinder sollten deshalb früh lernen, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen. Auch sollte klar sein, dass KI kein Ersatz für persönliche Beratung, Lehrer*innen oder Eltern ist.

Was Eltern wissen sollten

  • KI ersetzt kein Wissen: Antworten sind statistische Vorhersagen, keine gesicherten Fakten. Wenn Kinder Antworten von Chatbots einfach abschreiben, fehlt ihnen die Chance, ein Thema wirklich zu verstehen.
  • KI kann verwirren: Gerade jüngere Kinder können schwer unterscheiden, was real ist und was die KI „erfindet“. Und: Nicht immer ist einfach erkennbar, ob eine Antwort von einer KI oder einem Menschen kommt.
  • Kaum Jugendschutz: Viele Tools sind nicht speziell für Kinder entwickelt. Altersfilter, Moderation für sensible Themen und klare Datenschutzhinweise fehlen oft.
  • Vergleichsdruck: Kinder wollen oft perfekte Ergebnisse und vergleichen sich mit KI-Ausgaben, was Druck erzeugen kann.

So können Eltern begleiten

Je jünger Kinder sind, desto mehr Begleitung brauchen sie beim Umgang mit KI. Besonders bei Grundschulkindern ist es wichtig, gemeinsam auszuprobieren, Fragen zu stellen und Ergebnisse zu hinterfragen.

  • Gemeinsam ausprobieren: Probieren Sie KI-Anwendungen gemeinsam aus, etwa für Geschichten, Bilder oder kleine Recherchen. Lassen Sie Ihr Kind erzählen: Was überrascht, irritiert oder macht Spaß? Erklären Sie dabei, dass KI in Spielen, Apps oder Chatbots unterschiedlich funktioniert. In Spielen steuert sie Figuren oder Gegner*innen, in Chatbots beantwortet sie Fragen. Kinder lernen so, sich nicht allein auf ein Ergebnis zu verlassen. Kleine Experimente, wie das Vergleichen von KI-Ergebnissen mit eigenen Recherchen, fördern gleichzeitig Medienkompetenz, kritisches Denken und Neugier.
  • Kritisches Hinterfragen üben: Fragen Sie: „Kann das stimmen?“, „Wie könntest du prüfen, ob die Antwort richtig ist?“ oder „Gibt es eine andere Quelle, die etwas Ähnliches oder etwas anderes sagt?“ So lernt Ihr Kind, KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zu übernehmen.
  • Regeln festlegen: Legen Sie gemeinsam fest, wie KI genutzt wird, beispielsweise nur gemeinsam, nur für bestimmte Aufgaben oder für kreative Projekte.
  • Datenschutz verständlich erklären: Machen Sie deutlich: „Was du eingibst, wird gespeichert. Deshalb teilen wir keine persönlichen Infos wie Namen, Fotos oder Schulwege.“
  • KI als Werkzeug, nicht als Lösung: Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Ideen zu entwickeln. KI kann inspirieren, ersetzt aber nicht das eigene Denken und kreative Arbeiten.
  • Gefühle ernst nehmen: Besprechen Sie Frustration oder Vergleiche mit KI-Ergebnissen. KI ist nicht „schlauer“ oder „besser“ als Ihr Kind. Sie liefert Vorschläge, keine perfekten Lösungen.

Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.

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