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Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
  • Kostenfallen durch In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

Was kann das?

Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

Was meint der Anbieter?

Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Zunehmend nutzen auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass die damit Spaß haben können. ÜberTikTok lassen sich die jungen Nutzenden unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

TikTok ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden (ab 14 oder 15 Jahre), scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was kann problematisch sein an TikTok?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder (ab 13 Jahren) brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Das Alter wird bei der Registrierung aber nicht überprüft. Auch viele jüngere Kinder nutzen deshalb TikTok.
  • Eltern-TikToker zeigen ihre Kinder in den Videos und gefährden somit deren Privatsphäre.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sein können. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Wenn die Kommentare nicht beschränkt werden, können kritische Inhalte auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

  • Konten von 13- bis 15-Jährigen werden automatisch auf “privat” gestellt. Die Videos dieser Nutzergruppe dürfen gar nicht oder höchstens von Freundinnen und Freunden kommentiert werden. Ihre Videos dürfen außerdem nicht heruntergeladen werden.
  • Duette und Stitches sind mit den Videos von unter 16-Jährigen nicht möglich. Bei den unter 18-Jährigen können sie nur von Freundinnen und Freunden gemacht werden. Die Downloadfunktion ihrer Videos ist ausgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Personen, die selbst TikToks erstellen und veröffentlichen, können seit einiger Zeit „Alle Kommentare filtern“ und einzeln freigeben. Wer die TikToks anderer kommentieren möchten, wird vorher gefragt, ob dieser Kommentar auch wirklich veröffentlicht werden soll. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Community-Richtlinien, die unangemessene Sprache und Hate Speech verbieten.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Wann ist viel zu viel? Zwischen Sucht und extremer Mediennutzung

Nicht selten führt die Nutzung von Handy, Tablet und Co. zum Streit in der Familie. Bestimmt kennen auch Sie die Diskussionen darüber, wie lange das Kind noch am Tablet spielen darf. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass es ungesund ist, wenn ihr Kind zu viel Zeit mit digitalen Medien verbringt. Doch ab wann ist viel zu viel und ständige Mediennutzung schon Sucht?

Warum verbringen Kinder und Jugendliche oft so viel Zeit im Internet?

Abgesehen vom Spaßfaktor gibt es einige psychologische Aspekte, die es uns schwer machen, das Tablet oder die Spielekonsole wieder beiseite zu legen. Ein Beispiel: Viele Computerspiele, ob über das Smartphone oder an der Konsole, haben kein festgelegtes Ende. Die Dinge, die wir im Alltag machen, haben meist ein Anfang und Ende und wir wenden uns danach etwas anderem zu. Bei Games ist das meistens nicht so. Ihr Kind könnte theoretisch endlos von Level zu Level weiterspielen. Jedes Level wird anspruchsvoller und Ihr Kind bekommt den Ehrgeiz, auch das nächste Level zu schaffen.

Ähnlich ist es bei Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken. Über WhatsApp, Instagram usw. sind wir immer erreichbar und können jederzeit schnell und einfach mit anderen kommunizieren. Soziale Netzwerke sind extra darauf angelegt, uns lange auf der Plattform zu halten, indem durch das Scrollen immer wieder (neue) Informationen angezeigt werden. Dadurch kann auch die Stimmung der Nutzenden, beeinflusst werden. Und wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter ein Bild auf Instagram postet und darauf Likes und positive Kommentare erhält, wirkt dies wie eine soziale Belohnung. Es aktiviert die gleichen Areale im Gehirn wie das Essen von Süßigkeiten oder Drogenkonsum.

Worauf sollten Eltern achten?

Gleich vorweg gesagt: Eine “Internetsucht” gibt es nicht! Doch bestimmte Dinge und Aktivitäten im Internet können abhängig machen. Von Sucht zu sprechen ist aber oft gar nicht richtig, weil dazu mehr gehört als viel Zeit mit einer Sache zu verbringen. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie diesen Beitrag von Quarks.

Sie als Elternteil sollten sich bewusst sein, dass bei Kindern und Jugendlichen phasenweise eine exzessive Nutzung von bestimmten Medien nicht ungewöhnlich ist – z. B. in Zeiten einer Pandemie oder während der Pubertät. Wenn Ihnen das Verhalten von Ihrem Kind im Umgang mit bestimmten Medien jedoch über einen längeren Zeitraum auffällig vorkommt und Ihnen Sorgen bereitet, sollten Sie Ihr Kind gut beobachten und gegebenenfalls handeln.

Der wichtigste Tipp zum Umgang mit Medien ist: Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Medien es nutzt und warum. Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch, welches Lieblingsspiel Ihr Kind aktuell hat, welche Videos es gerne guckt, auf welchen Plattformen es unterwegs ist und was daran so toll ist. Der gemeinsame Austausch kann problematischem Verhalten vorbeugen. Erklären Sie Ihrem Kind, mit welchen Mitteln Plattformen wie Instagram arbeiten, um Nutzerinnen und Nutzer so lange wie möglich bei sich zu halten.

Wenn Ihnen die Mediennutzung Ihres Kindes unkontrolliert und zu viel vorkommt, Ihr Sohn lieber vor dem Bildschirm sitzt, als sich mit Freunden zu treffen, sollten Sie gemeinsam feste Medienzeiten vereinbaren. Auch extreme Stimmungsschwankungen vor, während und nach der Nutzung bestimmter Medien oder das Vernachlässigen von Schule und Freunden sind ein Hinweis auf eine problematische Nutzung. Es kann auch bedeuten, dass Ihr Kind noch nicht soweit ist, Medien ganz eigenständig zu verwenden. Was nicht bedeutet, dass Medien tabu sein sollten. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung und vereinbaren Sie Regeln, wann es welche Medien nutzen kann.

Sollten Sie gar nicht mehr weiterwissen und das problematische Verhalten Ihres Kindes anhalten, haben Sie und Ihr Kind auch jederzeit die Möglichkeit, Suchtberatungsstellen aufzusuchen.

Sie sollten außerdem beobachten und nachforschen, ob hinter einer ständigen Mediennutzung möglicherweise andere Gründe stecken. Vielleicht möchte sich Ihr Kind z. B. mit Computerspielen von anderen Problemen ablenken. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und lassen Sie sich wenn nötig von außen helfen!

Auch im Kinderreport 2021 des Deutschen Kinderhilfswerks geht es um Mediensucht und wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene exzessive Mediennutzung wahrnehmen.

Mediennutzung im Lockdown

Digitaler Unterricht am Vormittag, zwischendurch ein Videoanruf mit der Freundin und Computerspielen als Abendprogramm – so oder so ähnlich dürfte der Alltag in vielen Familien aussehen. Wenn Schule und Sportverein geschlossen sind und Kontakte eingeschränkt werden müssen, verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien. Wie Sie Ihr Kind auch im Lockdown sinnvoll bei der Mediennutzung begleiten können, erklären wir in diesem Beitrag.

Gesteigerte Mediennutzung während der Pandemie

Im Lockdown fallen viele medienfreie Aktivitäten aus oder werden ins Internet verlegt: Der Unterricht findet nicht im Klassenzimmer sondern per Videokonferenz statt. Anstelle von Nachhilfe helfen Erklärvideos bei den Schulaufgaben. Das Fußballtraining fällt aus und wird durch ein Sport-Video auf YouTube ersetzt. Statt Freunde zu treffen, spielen Kinder und Jugendliche Computerspiele oder verbringen ihre Zeit mit TikTok, Instagram und Co. So kommen schnell viele Stunden täglich zusammen, die Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt. Festgelegte Regeln zur Medienzeit werden nicht mehr eingehalten. Als Eltern haben sie vielleicht Sorge, dass Ihr Kind zu viel am Handy hängt und seine Mediennutzung exzessiv und problematisch werden.

Mediennutzung als Krisenbewältigung

Medien während des Lockdowns mehr zu nutzen, ist ganz normal und trifft auf Sie wahrscheinlich genauso zu wie auf Ihr Kind. Wenn Sie darüber hinaus das Gefühl haben, Ihr Kind hängt zu viel am Smartphone oder der Spielekonsole, sollten Sie es offen darauf ansprechen. Es ist gut möglich, dass Sie überrascht werden, wie kompetent und bewusst Ihr Kind Medien nutzt, um die aktuelle Situation zu meistern. Wenn es beispielsweise viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt, ist das wahrscheinlich sein Weg, trotzdem mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch TikTok-Videos von Influencern aus anderen Ländern können helfen, sich in Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu fühlen.

Medienzeiten anpassen…

Vielleicht haben Sie in der Familie feste Medienzeiten vereinbart und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten. In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Vereinbarungen anzupassen oder überhaupt welche festzuhalten. Unterscheiden Sie dabei zwischen Lern- und Freizeit. Denn die Zeit, die Ihr Kind mit Erklärvideos für die Schule verbringt, sollte nicht von der Zeit abgezogen werden, in der es Videos zur Unterhaltung schauen darf. Das ist umso wichtiger, da auf vielen Plattformen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, inzwischen auch Lerninhalte zu finden sind, z. B. auf TikTok oder YouTube. Verbindliche Absprachen können Ihrem Kind dabei helfen sich beim Lernen nicht von lustigen Inhalten ablenken zu lassen, sondern diese nach den Schulaufgaben entspannt zu genießen. Seien Sie sich dabei auch Ihrer Vorbildfunktion bewusst: Erklären Sie Ihrem Kind, wann Sie Smartphone und Computer für die Arbeit nutzen und wann zur Unterhaltung. Verbindliche Regeln, die Sie gemeinsam festlegen und an die sich alle Familienmitglieder halten, schaffen Klarheit und Vertrauen.

 … und für Ausgleich sorgenGleichzeitig ist es wichtig, auch konkret bildschirmfreie Zeiten einzuplanen, um digitalen Stress zu vermeiden. Ein Spieleabend in der Familie oder gemeinsames Kochen sind ein schöner Ausgleich zum abendlichen Computerspielen oder Netflix gucken. Bewegung an der frischen Luft bei einem Ausflug am Wochenende tut allen in der Familie gut und schafft schöne Erinnerungen. Aber auch mit Medien lässt sich die Zeit abwechslungsreich gestalten: Wenn Ihr Kind gerne bastelt, können Sie YouTube für die Suche nach kreativen DIY-Projekten nutzen, oder beim Hörspiel- oder Podcasthören gemeinsam puzzlen. Eine Sammlung von kreativen Medienprojekten haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

Yubo – digitaler Schulhof oder “Tinder für Kinder”?

Yubo ist eine sogenannte Social-Livestreaming-App, die junge Menschen miteinander verbinden möchte und in einigen Funktionen stark an bekannte Dating-Apps erinnert. Yubo gibt es seit Anfang 2021 auf Deutsch und wird hierzulande immer beliebter. Wegen mangelnder Jugendschutzmaßnahmen gibt es einige Risiken für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der neuen Trend-App. 

Kurz gefasst:

  • App (aus Frankreich) für Android und iOS
  • richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Mindestalter: 13 Jahre)
  • kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtiger Premium-Account und teure In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz, verschiedene Kommunikations- und Kontaktrisiken, unangemessene Inhalte

Was bietet Yubo?

Nutzerinnen und Nutzer können bei Yubo chatten, persönliche Fotos hochladen, ihren Standort teilen, Informationen zu sich veröffentlichen und via Live-Video-Funktion mit bis zu 10 Personen kommunizieren. Das Kennenlernen neuer Menschen findet mit Hilfe der Swipe-Funktion statt: Profile von anderen Userinnen und Usern werden vorgeschlagen. Wie z. B. bei  Tinder oder Lovoo wird entweder nach links oder nach rechts gewischt, um sein Gefallen für die Person auszudrücken. Wischen beide Personen nach rechts, kommt es zu einem sogenannten Match und sie können über Einzel- oder Gruppenchats in den Kontakt miteinander treten. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bietet Yubo seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, Spiele miteinander zu spielen. Auch über Communities können Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich zu bestimmten Themen, wie z. B. Sport, Musik oder Yoga, austauschen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben einen eigenen Raum und können so nicht mit volljährigen Mitgliedern in den Kontakt treten. 

Bei der Anmeldung auf Yubo wird ein eigenes Profil erstellt. Dafür verlangt die App mindestens ein Foto der Person, den Standort, das Geschlecht und das Alter. Die App unterscheidet zwischen minderjährigen Mitgliedern und Erwachsenen – überprüft wird das tatsächliche Alter der Nutzenden jedoch nicht. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche nutzen die App vor allem, um Spaß zu haben, neue Bekanntschaften zu schließen und im Austausch mit Gleichaltrigen zu sein. Durch ihren Dating-Charakter wird die App auch als solche genutzt, wie Videos von beliebten YouTuberinnen wie Livvy Day zeigen. Immer neue Features, wie z. B. Snapchat Lenses, machen die App spannend und interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber auch kreativ ausdrücken können.

Das Grundkonzept hinter Yubo, dass User zwischen 13 und 17 Jahren eine eigene, von Erwachsenen unabhängige, Community nutzen können, spricht sicherlich viele Jugendliche an, birgt aber einige Risiken.

Was kann an Yubo problematisch sein?

Yubo wurde nicht speziell für Jugendliche entwickelt, richtet sich aber mit seinen Features und über Werbung ganz klar an die Zielgruppe. Die App birgt jede Menge Kontakt- und Kommunikationsrisiken: Die fehlende Altersverifikation fördert das Risiko von Cybergrooming und sexueller Belästigung z. B. durch das ungefragte Verschicken von Nacktbildern. Anders als bei vielen Dating-Apps kann auch bei einseitigem Interesse Kontakt aufgenommen werden. Yubo bietet seinen Mitgliedern zwar die Möglichkeit, Personen zu melden und zu blockieren, doch ist der Schaden dann oft schon angerichtet.

Die Swipe-Funktion unterstützt zudem die oberflächliche Beurteilung anderer allein aufgrund ihres Aussehens. Das steigert das Risiko von Beleidigungen, Hate Speech oder Cybermobbing

Auch der Umgang mit den Daten der Nutzenden bei Yubo ist kritisch zu sehen. Um Freunde im eigenen Ort zu finden, rät die App dazu, den Standort freizugeben. Das ermöglicht dem Anbieter, umfassend sensible Daten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben. Yubo behält sich vor, Daten zu veröffentlichen und für eigene Zwecke zu verwenden. 

Auch die In-App-Käufe können ein Problem darstellen, weil sich viele Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten lassen, kostenpflichtige Features zu erwerben, um z. B. bessere Filter nutzen zu können.

Was meint der Anbieter?

Yubo bietet keine speziellen Funktionen zum Jugendschutz. Zur Einhaltung der Community-Richtlinien setzt der Anbieter vor allem auf technische Maßnahmen. Eine Software soll z. B. nackte Haut und Rauch auf Bildern und in Videos erkennen und melden. So soll auch das angegebene Alter mit der Person auf den Bildern abgeglichen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit dieser Maßnahmen wird allerdings nicht garantiert. Über eine externe App names Yoti können Mitglieder ihre Identität verifizieren lassen. Haben sie das getan, erscheint ein gelber Haken neben ihrem Benutzernamen. Diese Möglichkeit ist jedoch keine Voraussetzung und wird nur wenig wahrgenommen. Darüber hinaus gibt Yubo an, Leute zu beschäftigen, die Chatverläufe moderieren. Allerdings ist unklar, in welchem Maße das tatsächlich passiert. 

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, die App zu nutzen, haben Sie als Elternteil Verständnis dafür. Versuchen Sie Ihrem Kind die App nicht zu verbieten, aber besprechen Sie vorher die  Risiken und einen möglichen Umgang damit. So verhindern Sie eventuell eine heimliche Nutzung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich verstanden fühlt und nicht das Gefühl hat, sich bei möglichen Unsicherheiten oder Problemen schämen zu müssen. So wird es sich bei Problemen auch eher an Sie wenden. Fragen Sie nach den Kontakten Ihres Kindes und sehen Sie sich die Personen gegebenenfalls genauer an. Auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, sehen Sie also davon ab, Chatverläufe zu kontrollieren. Besser ist, Sie vereinbaren gemeinsam Regeln zum Umgang mit der App. Eine könnte beispielsweise sein, dass Ihr Kind Sie informiert, wenn es eine Person, die sie bei Yubo kennengelernt hat, treffen möchte.

Beliebte Formate in Social Media

Ihr Kind verfolgt die aktuellen DIY-Trends, will Ihnen einen Lifehack zeigen oder schaut gerne Reaction Videos. Aber wovon redet es nur? Es handelt sich um beliebte Formate von Social Media-Inhalten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen einige der derzeit am häufigsten geklickten Genres vor.

Was ist eigentlich… 

…DIY?

DIY steht für “Do It Yourself“, englisch für „Mach es selbst“. Auf verschiedenen Social Media-Plattformen werden unter dieser Bezeichnung Anleitungen für kleine und größere kreative Projekte zum Selbermachen geteilt: Von einfachen Nähprojekten bis zum Möbelbau ist alles dabei. Dabei muss nicht immer alles komplett neu sein: Unter dem Begriff des „Upcycling“ findet man kreative Ideen zum Weiterverwenden, Umfunktionieren und Aufwerten von kaputten Gegenständen oder alter Kleidung. Das schont die Umwelt und spart teures Material aus dem Kreativmarkt. Viele YouTuber und YouTuberinnen erstellen Anleitungen in Form von Videotutorials. Blogger stellen kommentierte Fotostrecken zusammen, die die einzelnen Arbeitsschritte erklären und für Laien ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

Gerade in Zeiten der Pandemie können kleine oder größere DIY-Projekte eine tolle Möglichkeit sein, zuhause kreativ zu werden und mal etwas ganz Neues auszuprobieren. Da es Projekte in allen Schwierigkeitsgraden gibt, findet jedes Familienmitglied eine passende Aufgabe. Zusammen lässt sich beispielsweise Deko für das gemeinsame Zuhause oder ein ausgefallenes Geburtstagsgeschenk für die Großeltern oder gute Freunde entstehen. Wir haben übrigens auf dem Elternguide auch Anleitungen für kreative Medienprojekte.

…ein Lifehack?

Ein Lifehack ist eine ungewöhnliche, aber einfache Lösung für ein alltägliches Problem: Aus einer Büroklammer kann schnell eine Halterung für das Smartphone gezaubert oder das Bügelbrett als höhenverstellbaren Schreibtisch umfunktioniert werden. Lifehacks sind oft überraschend und wirken genial. Die kleinen Anleitungen werden häufig in Form von kurzen Videos auf TikTok, Facebook oder Instagram geteilt und versprechen, das Leben auf unterhaltsame Weise ein Stückchen einfacher zu machen. Auf YouTube werden auch sogenannte Compilations, also Zusammenstellungen von Lifehack-Videos gepostet, die dann einfach zur Unterhaltung geschaut werden können. Lifehacks machen Spaß. Und da sie oft mit Gegenständen auskommen, die man selber zu Hause hat, lässt sich vieles direkt ausprobieren.  

…ein Reaction Video?

Für ein Reaction Video filmen sich Social Media-User während sie ein anderes Video anschauen. Das Reaction Video zeigt meistens ihre Reaktion auf das, was sie gerade sehen. Wenn man das Video kennt, auf das reagiert wird, macht es Spaß, die Reaktion zu beobachten und mit der eigenen zu vergleichen. Es kann auch lustig sein, wenn man schon vorhersehen kann, wie die Reaktion ausfallen wird und dann genau das passiert, was man erwartet hat – oder auch wenn man mal total überrascht wird. Wenn das eigentliche Video unbekannt ist, kann das Schauen eines Reaction Videos neugierig darauf machen.

Oft wird auf Videos reagiert, in denen es eine unvorhersehbare Wendung gibt, wodurch der Zusehende z. B. erschrickt. Am besten schauen Sie sich ein solches Video an, um zu verstehen, was Reaction Videos sind – z. B. dieses mit Billie Eilish. Oder lassen Sie sich welche von Ihrem Kind zeigen. 

Viele YouTuberinnen und YouTuber nehmen regelmäßig Reaction Videos auf, aber auch auf TikTok sind sie ein beliebtes Format. Manchmal kann es mit Reaction Videos rechtliche Probleme geben, denn je nachdem wieviel von dem Video, auf das reagiert wird, gezeigt wird, kann es eine Verletzung des Urheberrechts darstellen. Das Video wird dann gesperrt. Reaction Videos sind daher ein guter Anlass, mit Ihrem Kind über rechtliche Regelungen im Internet zu sprechen – egal ob es selbst eines aufnehmen will oder sie sich einfach gerne anschaut.

Andere beliebte Genres

Es gibt noch viele weitere Genres auf Social Media, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind und die wir Ihnen in eigenen Beiträgen bereits vorgestellt haben. Lesen Sie hier noch einmal nach, was es mit Let’s Play-Videos, Challenges, Tutorials, Memes, Stories, Pranks, UnboxingVideos und Vlogs auf sich hat.

Instagram

Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, Influencerinnen und Influencer zeigen, was gerade angesagt ist, Nutzende informieren sich über einen Newschannel oder lassen sich einfach unterhalten.

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Kurz gefasst:

  • soziales Netzwerk, das kostenlos nach einer Registrierung über die App genutzt werden kann
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Stories
  • Mindestalter: 13 Jahre
  • Vorsicht: beeinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, Daten werden an Facebook weitergegeben

Was ist Instagram?

Instagram oder kurz Insta ist mehr als eine Bilder-Plattform. Oberhalb des eigenes Feeds (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) gibt es aktuelle Stories von Nutzerinnen und Nutzern, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder. Außerdem werden im Feed die neugeposteten Fotos und Videos der abonnierten Kanäle und Personen angezeigt.

User finden bei Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freundinnen und Freunden. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis, Schriftarten usw. direkt in der App erstellen und bearbeiten. In Bildunterschriften wird der eigene Content – also Fotos und Videos – mit einem Hashtag Themen zugeordnet. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere austesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente, die man mit Freunden oder der Familie erlebt, dokumentieren und teilen.

Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Nach der Registrierung bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse oder via Facebook-Account sind erst einmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. den Namen, das Profilbild und die Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Erst wenn der eigene Account auf privat gestellt wird, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass ein Foto mit einem Klick auch auf anderen Netzwerken wie Facebook geteilt werden kann. Das passiert schnell auch unbeabsichtigt.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzenden bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Auch bestimmte Inhalte auf Instagram können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur unpassende Bilder für Kinder und Jugendliche, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencerinnen und Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder User bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch bisher keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre als ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen.

Im März 2021 hat Instagram Maßnahmen für einen besseren Jugendschutz angekündigt. Geplant ist z. B. eine verlässliche Altersabfrage. Dann können bereits eingeführte Maßnahmen greifen: Erwachsene können Jugendliche, die ihnen nicht folgen, schon jetzt keine Nachrichten schicken. So soll die Gefahr von Cybergrooming verringert werden. Auch Sicherheitshinweise in der App sollen dazu beitragen. Weitere Maßnahmen und Hinweise für Eltern sind in Arbeit. Lesen Sie mehr dazu direkt bei Instagram.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freundinnen und Freunden über das Internet geteilt werden!

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, sein Profil direkt nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann kann es nur von vorab bestätigten Followern eingesehen werden. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, sollten dort auch die Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte auch nicht einfach Abo-Anfragen von Fremden annehmen. Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass man so durch Fremde aufgefunden werden könnte.

Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram und wer ihm folgt. Seien Sie immer ansprechbar, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

Social-Media-Trends – Was ist angesagt im Netz?

Ob Mode, Musik oder Sprache – Hauptsache angesagt. Jugendlichen ist es besonders wichtig, keinen Trend zu verpassen. Dabei geht es um Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl. Trends werden vor allem digital gemacht. Über das Teilen von Videos oder Fotos auf Social-Media-Kanälen werden sie gesetzt und nachgeahmt. Trends können sich auch zu Challenges entwickeln, wie z. B. die Wellerman-Challenge Ende 2020.

Vom gebackenen Feta bis hin zur Super-Leggins

Trends auf Social Media sind bestimmte Dinge, die besonders angesagt sind und von vielen nachgemacht werden. Trends können in verschiedenen Bereichen entstehen, z. B. in der Mode oder Musik. 

TikTok ist ein wichtiger Trendsetter. Ein Großteil der Jugendlichen nutzt die App und ist Teil der weltweiten Community. Dort sind auch Kochtrends extrem beliebt. TikTokerinnen und TikToker zeigen in ihren kurzen Videoclips, wie ganz schnell kreative Gerichte gezaubert werden können. In zahlreichen Videos mit Hashtags wie #Bakedfetapasta oder #wraphack zeigen User ihre Versionen der Gerichte. 

Auch Schminkstile, Life Hacks oder Kleidungsstücke werden zum Trend erklärt. Eine bestimmte Leggins wird über Social Media bekanntgemacht. Dazu werden Clips hochgeladen, in denen meist Frauen diese Hosen tragen und Komplimente dafür bekommen. Das führt dazu, dass immer mehr die Leggins kaufen, um Teil des Trends zu sein. 

Anders als bei Challenges wird nicht ausschließlich ein bestimmtes Lied, ein Tanz oder eine Aufgabe gemeistert, sondern es werden ganz unterschiedliche Dinge nachgeahmt. Im Falle vom Wellerman können Trends aber auch zur Challenge werden, wenn andere Nutzerinnen und Nutzer aufgerufen werden, diesen Trend nachzumachen.

Risiken von Social-Media-Trends 

Ein Trend auf Social Media wird schnell vom nächsten abgelöst. Influencerinnen und Influencer sind die Trendsetter der jungen Generation und beeinflussen den Markt. Durch Werbedeals mit bestimmten Marken sind die Empfehlungen einiger Influencer nicht unabhängig. Sie erhalten Geld dafür, ein Produkt besonders gut darzustellen. Wenn Marken es schaffen, wie im Beispiel mit der Leggins, mit Hilfe einer Influencerin einen Trend zu setzen, verdienen sie gut daran. Jugendliche durchschauen nicht unbedingt, dass ein Trend gezielt von einer Marke gemacht wurde.

Manche Trends können – genauso wie Challenges – negative Folgen haben. Das können Trends sein, bei denen sehr viel nackte Haut gezeigt wird, eine gefährliche Sache nachgemacht wird oder versucht wird, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. So warnen Mediziner und Medizinerinnen z. B. vor einem Beauty-Trend, bei denen sich junge Menschen sogenannte Sonnenbrand-Tattoos mit Hilfe von Sonnencreme und viel zu starker Sonneneinstrahlung in die Haut brennen lassen.

Was Eltern tun können

Die meisten Trends sind jedoch harmlos und machen Spaß. Versuchen Sie verständnisvoll zu sein, wenn Ihr Kind den Wunsch hat, Trends mitzumachen. Erinnern Sie sich vielleicht an die eigene Jugend und welchen Trends Sie unbedingt folgen wollten. Es geht darum, dazuzugehören. Bleiben Sie offen und lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was es begeistert. Fragen Sie nach den Trends, die Ihr Kind gerne mitmachen möchte. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und erklären Sie ihm warum. Einige Trends, wie DIY-Anleitungen, Rezepte oder Life Hacks können Sie gemeinsam ausprobieren. Auch bestimmte Challenges, sind unterhaltsam und können mit der ganzen Familie gemeistert werden.

Kennen Sie fragFINN?

Über fragFINN surfen Kinder nur auf geprüften Internetseiten. Dadurch stoßen sie auf keine ungeeigneten Inhalte.

Kurz gefasst:

  • Suchmaschine für Kinder
  • geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren
  • zusätzliche Surftipps und Artikel
  • auch als App verfügbar
  • datensicher
  • basiert auf Open-Source-Software Elasticsearch

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https://www.youtube.com/watch?v=qFv6viliLuU_%_

Was ist fragFINN?

Die Suchmaschine für Kinder zeigt auf der Grundlage von geprüften Webseiten nur unbedenkliche Inhalte in den Ergebnissen an. Die Prüfung der Internetseiten wird von einem medienpädagogischen Team durchgeführt. Über die Kindersuchmaschine findet man Kinderseiten und unbedenkliche Erwachsenenseiten (z. B. Zooseiten, Vereinsseiten). Die Kinderseiten werden in den Suchergebnissen zuerst ausgespielt.

Auf der Startseite von fragFINN finden Kinder auch Surftipps zu vielen unterschiedlichen Themen. Kinder können sich als fragFINN-Kinderreporter engagieren und berühmte Persönlichkeiten treffen.

Bei der Darstellung der Suchergebnisse werden Websites durch die Icons „Kinder“, „Wissen“ und „International“ gekennzeichnet. Dadurch sind die Suchergebnisse für Kinder leichter einzuordnen.

Bei der Nutzung der Suchfunktion auf der Website und in der App wird die Suchanfrage der Nutzenden direkt an den fragFINN-Server in Deutschland gesendet. Dabei werden keine Nutzer*innendaten gesammelt oder gespeichert.

Auf mobilen Geräte wie Smartphone oder Tablet lässt sich auch die fragFINN-App installieren.

Was sollten Eltern beachten?

Kindersuchmaschinen bieten einen sicheren Einstieg in die Welt des Internets. Sie können eine gute Vorbereitung auf die Nutzung von gängigen und bekannten Suchmaschinen sein. Durch die Vorprüfung aller Inhalte ist eine sehr hohe Sicherheit für Ihr Kind gegeben. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind gerade bei der erstmaligen Nutzung begleiten und gemeinsam die Suchmaschine erkunden. So können Sie wichtige Funktionen für die Suche genauer erklären.

Sollte Ihr Kind eine Seite unter den Ergebnissen finden, die ihm Angst macht, kann es diese über den Button „Seite melden“ mitteilen. Die eingegangenen Alarme werden täglich überprüft. Ihr Kind hat auch die Möglichkeit, Internetseiten vorzuschlagen. Das medienpädagogische Team prüft die Seiten und kann sie gegebenenfalls für die Kindersuchmaschine freigeben. Außerdem ist die Suchmaschine besonders kompatibel mit zusätzlichen Kinderschutzlösungen wie z. B. JusProg.

Weitere Informationen für Eltern sind hier zu finden: eltern.fragFINN.de

Jugendliche und ihr Smartphone

Viele Kinder und Jugendliche haben eine enge Beziehung zu ihrem Smartphone: Es ist immer in Reichweite – wenn man es nicht in der Hand hält, steckt es in der Hosentasche oder liegt nachts neben dem Bett. Doch warum ist das Smartphone gerade für Kinder und Jugendliche so wichtig? 

Die enge Beziehung zum Smartphone

Besonders Jugendliche verbringen viel Zeit mit ihrem Smartphone und auch bei vielen Kindern gehört es inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Kein Wunder – denn das Smartphone hat Bedeutung für nahezu alle Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen: Über Messenger und soziale Medien wird mit Freunden und der Familie kommuniziert und es werden Erlebnisse geteilt, im Klassenchat wird sich über Schulaufgaben ausgetauscht und in der Freizeit können Spiele gespielt werden.

Kommunikation mit Freunden

Ohne ihr Smartphone fühlen sich viele Jugendliche nicht komplett. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass sie dann nicht mehr in Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden stehen. Der Austausch mit Gleichaltrigen ist in dieser Lebensphase sehr wichtig. Über WhatsApp, Instagram und Co. halten sie quasi rund um die Uhr Kontakt. Sie können direkt von geplanten Aktivitäten in der Clique erfahren. Das gibt ihnen das Gefühl, dazuzugehören. Durch den ständigen Austausch mit der besten Freundin erleben sie eine intensive Freundschaft. Likes von Freunden für gepostete Bilder heben das Selbstwertgefühl und sind Bestätigung. 

Gleichzeitig können die ständige Erreichbarkeit und die Angst etwas zu verpassen auch zu digitalem Stress führen. Das Ausbleiben der erhofften Bestätigung über Likes und Nachrichten kann verunsichern und emotionalen Stress erzeugen.

Bedeutung des Smartphones in Zeiten des Social Distancing

Wenn persönliche Kontakte eingeschränkt werden, die Schulen geschlossen sind und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Über das Smartphone können soziale Kontakte trotz Social Distancing aufrechterhalten werden – das gilt für Sie wahrscheinlich genauso wie für Ihr Kind. Wenn Sie sich Sorgen machen, weil Ihr Kind momentan viel mehr Zeit am Handy verbringt als normalerweise, denken Sie daran, dass es über das Smartphone mit seinen Freundinnen und Freunden in Verbindung bleiben will. Verurteilen Sie es nicht, sondern sprechen Sie über die Herausforderungen der Kontaktbeschränkungen. Ausflüge in die Natur, Bewegung mit der Familie oder Spieleabend können Möglichkeiten sein, um in dieser Zeit trotzdem schöne Erlebnisse zu haben. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Smartphones in der Familie…

Auch viele Familien nutzen das Smartphone, um untereinander zu kommunizieren. Häufig ist dies auch der Grund, aus dem Eltern ihrem Kind das erste Smartphone kaufen: Der Wechsel auf die weiterführende Schule, der oft mit einem längeren Schulweg verbunden ist, weckt bei vielen Eltern Sorgen und Ängste. Über das Smartphone ist das  Kind in der Regel immer erreichbar.

Außerdem wird sich gern in Familienchats – auch mit Oma, Onkel und Cousine – ausgetauscht. 

Doch die permanente Smartphonenutzung führt nicht selten zu Konflikten in der Familie. Gemeinsame Regeln zum Medienumgang in der Familie können helfen, damit sich niemand durch das Smartphone der großen Tochter oder des viel telefonierenden Vaters gestört fühlt.

…und in der Schule

Auch in der Schule gehört das Smartphone dazu. Handyverbote in einigen Schulen schränken die Nutzung zwar ein, aber auf vielen Schulhöfen sieht man, ob heimlich oder nicht, Schülerinnen und Schüler auf ihren Geräten herumtippen. Manche Lehrerinnen und Lehrer binden das Smartphone aktiv in den Unterricht ein. Die Schülerinnen und Schüler nutzen es für die Recherche, lösen interaktiv Quizze oder gestalten eigene Medienprodukte damit. Spätestens bei den Hausaufgaben werden mit dem Handy Informationen gesucht und es wird darüber bei Freunden oder im Klassenchat um Hilfe gefragt.

Erinnerungsspeicher und Statussymbol

Außerdem speichert das Smartphone persönliche Erinnerungen und kleine Schätze: Lustige Sprachnachrichten können immer wieder abgehört werden, Fotos erinnern an schöne Momente und die Lieblingsmusik ist immer da, um die Laune zu heben. Das Smartphone dient auch als Statussymbol: Es ist wichtig, welches Modell man hat, wie gut die Kamera ist und mit einer besonderen Handyhülle zeigt man seine Individualität. Ähnlich wie Musik- und Modegeschmack ist das Smartphone heute Mittel der Selbstdarstellung und Abgrenzung.

Ihre Rolle als Eltern 

Das Smartphone steht auch für Selbstständigkeit und Freiraum. Die Kommunikation mit Freundinnen und Freunden, Zugriff auf Musik und die Fotosammlung und vieles mehr findet auf dem eigenen Gerät, geschützt vor Ihren elterlichen Blicken statt. Geben Sie Ihrem Kind etwa ab der Pubertät den nötigen Freiraum. Wenn Sie Ihr Kind schon in den Jahren zuvor bei der Mediennutzung begleitet haben, so dass es Medienkompetenz entwickeln konnte, sollten Sie das mit einem guten Gefühl tun können. Trotzdem ist es gut, wenn Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Gefahren im Netz lauern.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu viel Zeit mit seinem Handy verbringt, sollten Sie mit ihm darüber sprechen, aber Verständnis für seine Bedürfnisse zeigen. Denn diese sind wahrscheinlich gar nicht so anders als bei Ihnen. 

Spielerisch die Welt von YouTube erkunden – das Game Influenc[AR]

Bei diesem Spiel können Kinder und Jugendliche unterhaltsam und ohne Risiko erfahren, wie man einen eigenen YouTube-Channel aufbaut und was das bedeutet. Es ist eine Mischung aus analogem Gesellschaftsspiel und Handy-Game.

Kurz gefasst:

  • Augmented-Reality-Kartenspiel
  • für 3 – 6 Spieler*innen
  • ab etwa 10 Jahre
  • Druckversion im kostenlosen Download
  • browserbasiert, mit jedem Handy spielbar

Was genau ist Influenc[AR]?

Alle Mitspielenden wollen so schnell wie möglich einen eigenen YouTube-Kanal aufbauen. Zu Spielbeginn wird aus sechs möglichen Channels ausgewählt – wie Beauty, Comedy oder Let’s Play. Alle bekommen ein Kartendeck und müssen die dort abgebildeten Aufgaben erledigen. Dazu öffnet jede Person die Web-App auf dem Smartphone. Jede Aufgabe ist mit Emojis abgebildet und die Spielenden müssen die Karte den Situationen auf ihrem Handydisplay zuordnen. Wer die richtige Karte gefunden hat, scannt den dort aufgedruckten Code mit der Handykamera ab. Wenn sie richtig war, darf die Karte auf die eigene Spielunterlage (das sogenannte Missionboard) abgelegt werden. Gewonnen hat, wer am schnellsten sein Board voll hat. Allerdings müssen zwischendurch auch Karten von Mitspielerinnen und Mitspielern gescannt werden. Dadurch wird das Spiel kommunikativ und auch ein wenig stressig.

Die abgebildeten Situationen beziehen sich auf verschiedene Dinge, mit denen YouTuber oder Influencer zu tun haben, wenn sie einen eigenen Kanal betreiben: Es geht um die Beziehung zu Fans, den Umgang mit Geld und Geschäftspartnern, das Privatleben, die eigene Gesundheit und so weiter. Deshalb kann das Spiel eine gute Möglichkeit sein, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch über diese Themen zu kommen. Oft wissen sie nicht, wie viel Arbeit hinter einem Leben als Influencer steckt und welche Probleme damit verbunden sein können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Das Spiel erinnert an Ligretto, Bingo oder ähnliche Spiele, in denen es um schnelles Handeln geht. Das macht Spaß! In Kombination mit dem eigenen Handy kann es für Kinder und Jugendliche besonders spannend sein. Dabei stehen die Inhalte nicht im Vordergrund. Die jungen Spielerinnen und Spieler können aber ihr Wissen über Emojis und YouTube einbringen. Im Spiel mit den Eltern oder anderen Erwachsenen werden sie zu Expertinnen und Experten.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Spiele mit digitalen Elementen sind fehleranfällig. Wenn die Web-App bei einzelnen Spielenden nicht funktioniert, kann das frustrieren. Außerdem benötigt jeder Mitspielende ein eigenes Smartphone, wodurch es eventuell nicht in allen Familien zu spielen ist. Das ist auch der Fall, wenn sich die Karten und Missionboards nicht ausdrucken lassen, weil kein Drucker vorhanden ist. Es kann sein, dass bestimmte Emojis nicht verstanden werden. 

Was meint der Anbieter?

Das Spiel wurde von Medienpädagoginnen (des JFF – Institut für Medienpädagogik) für die Nutzung in der Bildungsarbeit entwickelt. Es funktioniert aber auch gut in der Familie. Die Macherinnen sind dabei, das Spiel noch spannender zu gestalten und weiterzuentwickeln. Es wird auch getestet, ob das Spiel als reine Online-Variante funktioniert, so dass das Spielmaterial nicht ausgedruckt werden muss.

Was sollten Eltern beachten?

Bevor Sie das Spiel mit Ihren Kindern spielen, sollten Sie die Technik testen. Im Booklet zum Spiel gibt es eine ausführliche Anleitung. Auch die Spielregeln sind dort erklärt. Wenn Sie bestimmte Emojis nicht verstehen, können Sie diese ebenfalls im Booklet nachschlagen.

Vielleicht hat Ihr Kind, den Wunsch YouTuber zu werden, aber Sie wissen nicht, wie Sie ihm vermitteln sollen, was das bedeutet. Das Spiel kann eine unterhaltsame Hilfe sein. Wenn es Ihnen und Ihren Kindern nur um ein lustiges Spiel geht, ist das auch in Ordnung!

Face-Filter – von lustigen Hasenohren bis zu verzerrter Selbstwahrnehmung

Fotos machen und bei Instagram oder WhatsApp teilen, ist nicht nur für Jugendliche kinderleicht und selbstverständlich. Es geht um das Teilen von Erlebnissen und darum, sich selbst im besten Licht darzustellen. Früher konnten nur Profis Fotos bearbeiten, um das Motiv perfekt aussehen zu lassen. Heute bringen Smartphone und Apps solche Möglichkeiten mit.

Was sind Face-Filter?

Besonders häufig werden Fotos von der eigenen Person – meistens Selfies – veröffentlicht. Auf Instagram und Snapchat kann man sie direkt in der App machen und vorher einen Filter auswählen. Dieser wird virtuell über das gemachte Foto oder Video gelegt. So lassen sich schnell und einfach lustige Elemente wie z. B. Elfenohren, Bärte oder Schmetterlinge in das Foto oder das Video integrieren. Neben Spaß-Filtern sind sogenannte Beauty-Filter sehr beliebt. Diese verändern das Gesicht der Person und passen es bestimmten Vorgaben an. So können Merkmale wie Hautbild, Haar-und Augenfarbe oder Gesichtszüge verändert werden.  

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran? 

Die Auswahl an Filtern ist unbegrenzt und sie wird immer größer. Kinder und Jugendliche finden das witzig und unterhaltsam. Außerdem können sie mit Filtern in andere Rollen schlüpfen und sich ausprobieren. Manchmal sorgen Filter sogar für mehr Anonymität, da das Gesicht nicht immer erkennbar ist.

Mit Beauty-Filtern wird das eigene Gesicht schnell “aufgehübscht” und einem bestimmten Schönheitsideal angepasst. Jugendliche finden das faszinierend und einige fühlen sich mit gefilterten Selfies wohler, als ihr wahres Selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Mit Apps wie “Spark AR Studio” lassen sich eigene Filter gestalten und auf Instagram nutzen. Junge Menschen können so die Filter ihrer Vorbilder nachahmen. Es entwickeln sich sogar kleine Trends und Challenges mit Face-Filtern. So fühlen sich Nutzende einer Gemeinschaft zugehörig und ihren Idolen näher. 

Welche Risiken gibt es? 

Große Augen, schmale Nase, Schmollmund und perfekter Teint. Durch Face-Filter kann ein sehr einseitiges Bild von Schönheit vermittelt werden. Junge Menschen denken, das wäre normal und sie müssten ebenso perfekt aussehen. Die durch Filter entstandenen Fotos verfälschen das eigene Ich. Bei jungen Menschen ist das Selbstbewusstsein noch nicht gefestigt. Deshalb vergleichen sich stark mit anderen Personen und mit verbreiteten Schönheitsidealen. Bilder von sich ohne Filter bzw. wie sie wirklich aussehen, mögen sie möglicherweise nicht. Dabei sind die wenigsten Menschen perfekt. Mehr zu den Gefahren dieser Schönheitsideale können Sie in unserem Beitrag “Selbstwahrnehmung in Zeiten von Instagram & Co.” nachlesen. Eine Gegenbewegung in Social Media heißt Body Positivity oder #nofilter. Bilder, die unter diesen Hashtags veröffentlicht werden, wollen echte Menschen zeigen, ohne dass Filter genutzt werden.

Was können Sie als Eltern tun?

Haben Sie Verständnis für die Begeisterung Ihres Kindes für Face-Filter, wenn es vor allem um Spaß und Kreativität geht. Lassen Sie sich zeigen, welche Filter Ihr Kind benutzt. Sprechen Sie mit ihm über Filter, die vermeintlich schöner machen sollen, und was wirklich dahinter steckt. Machen Sie deutlich, dass gefilterte Bilder wenig mit der Realität zu tun haben. Stöbern Sie gemeinsam nach Fotos im Netz, die mit den Hashtags #nofilter oder #facepositivity versehen sind. Sprechen Sie über das eigene Selbstbild und bestärken Sie Ihr Kind darin, sich selbst zu akzeptieren und als schön zu empfinden.

Among Us – Verrat im Freundeskreis

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass das Spiel Among Us einen Boom erlebte. Es ist kein Spiel, das man allein für sich spielt, sondern es funktioniert nur in einer Gruppe. Der Austausch über einen Audiochat spielt eine wichtige Rolle. Die Kommunikation in der Gruppe macht das Spiel unterhaltsam und spannend.

Kurz gefasst

  • kurzweiliges Online-Multiplayer-Spiel (für 4 bis 10 Personen)
  • als App für iOS und Android kostenlos (aber mit Werbung)
  • kostenpflichtig für PC (nur für Windows, über Steam mit Account)
  • enthält In-App-Käufe
  • Altersfreigabe: ab 6 Jahren; empfohlen ab 10 Jahren

Was ist Among Us?

Das Spielprinzip von Among Us kennt man von Gesellschaftsspielen wie Werwölfe oder Zombies: Eine Gruppe von Personen muss sich gegen einen oder mehrere Verräter wehren und überleben. Dabei bekommt jede Person zu Beginn einer Spielrunde zufällig eine bestimmte Rolle zugewiesen: Bei Among Us ist das entweder Crewmate (= Crewmitglied) oder Impostor (= Betrügerin/Verräter)

Die Crew eines Raumschiffs muss Reparaturen – in Form kleiner spielerischer Aufgaben – vornehmen, um wieder fliegen zu können. Der oder die Betrüger unter ihnen (bei zehn Spielern können es bis zu drei sein) sabotiert die Bemühungen der Crew und bringt einzelne Crewmitglieder nach und nach um. Die Crew kann Treffen einberufen, um herauszufinden, wer die Impostor sind. Verdächtige können rausgewählt werden und müssen das Raumschiff unsanft verlassen. Gewonnen hat entweder die Crew, wenn sie die Betrüger entlarvt bzw. alle Aufgaben erledigt hat.  Oder die Impostor gewinnen, wenn die meisten Crewmates umgebracht wurden.

Die Bedienung des Spiels ist einfach. Wenn man über den PC mit Maus spielt ist es einfacher, den eigenen Avatar zu bewegen. 

Es gibt verschiedene Karten (bzw. Raumschiffe), auf denen man spielen kann. Eine Spielrunde dauert höchstens eine halbe Stunde. Jedes Spiel kann durch Einstellungen im Schwierigkeitsgrad durch den sogenannten Host angepasst werden.

Da der Austausch über mögliche Impostor ein wesentliches Element ist, wird über einen Kanal wie z. B. einen Videochat kommuniziert.

Einen ausführlichen Einblick ins Spiel bietet das Video vom Spieleratgeber NRW

Was begeistert Kinder und Jugendliche am Spiel?

Among Us funktioniert über ein einfaches und bekanntes Spielprinzip: Gut gegen Böse. Das ist bei Kindern besonders beliebt, weil es leicht zu verstehen ist. Hinzu kommt die liebevolle bunte Gestaltung und die fantastische Spielewelt auf einem Raumschiff. Die eigenen Avatare sind niedliche Spielfiguren, die sich individuell anpassen lassen. Die zu erfüllenden Aufgaben sind wie kleine Spiele im Spiel und meistens einfach zu lösen. Das ganze Spiel kann aber nur gemeinsam gewonnen werden. So ist das Spiel eine gemeinsame Aktivität und deshalb nicht nur für Kinder und Jugendliche unterhaltsam.

Was ist problematisch am Spiel?

Das Spiel gibt es nur auf Englisch. Die Sprache des Spiels ist nicht entscheidend, um es spielen zu können. Es ist aber einfacher, Englisch zu können, um alles zu verstehen und sich auf dem Raumschiff zurechtzufinden. Gerade für jüngere Schulkinder könnte das schwierig sein.

Die Grafik ist zwar bunt und die Handlung auf einem Raumschiff unrealistisch, trotzdem werden andere Figuren umgebracht. Die grafische Darstellung dieser Morde kann für jüngere Kinder beängstigend sein.

Wer zu Beginn einer Spielrunde Impostor ist, muss sich die ganze Zeit über unverdächtig verhalten. Für manche Spielende ist das sehr aufregend und dadurch auch anstrengend. In den Gesprächen während des Spiels ist der Betrüger gezwungen zu lügen. Er oder sie muss also die eigenen Freunde belügen. Das kann in einigen Gruppen sicherlich auch zu Streit führen, wenn das Spiel zu ernst genommen wird.

Es ist auch möglich, Among Us mit fremden Personen zu spielen, indem “öffentliche Spiele” gesucht werden. Hier können Kinder in Kontakt mit fremden Personen kommen. Lesen Sie in unserem Beitrag zur Kommunikation in Online-Games mehr zu den damit verbundenen Risiken.

Über In-App-Käufe kann die eigene Spielfigur gegen Geld mit exklusiven Accessoires ausgestattet werden. 

Was sagt der Anbieter?

Among Us stammt von der amerikanischen unabhängigen Spielefirma Innersloth. Auf ihrer Internetseite findet man Informationen zu Datenschutz und Privatsphäre – allerdings nur auf Englisch. Beim Start eines privaten Spiels kann der Server, über den gespielt wird, ausgewählt werden (Europa, Asien, Nordamerika).

Among Us kann anonym gespielt werden: Es ist nicht notwendig, ein Profil anzulegen und es müssen keine persönlichen Angaben wie der vollständige Name oder eine E-Mail-Adresse gemacht werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Kinder ab zehn Jahren sollten gut zwischen Realität und ausgedachter Geschichte unterscheiden können. Außerdem können sie ab diesem Alter auch schon miteinander diskutieren. Sie als Eltern können am besten einschätzen, wie Ihr Kind sich in Gruppen und Konfliktsituationen verhält. Das Spiel kann die sozialen Fähigkeiten wie das Diskutieren spielerisch fördern. Überlegen Sie auch, ob Ihr Kind mit der Spannung und Aufregung eines solchen Spiels zurecht kommt. Am besten testen Sie es vorab selbst aus.

Die englische Sprache kann für Kinder eine Herausforderung sein und gleichzeitig motivieren, die Sprache zu lernen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, indem Sie die ersten Runden gemeinsam spielen.

Die möglichen In-App-Käufe, um den eigenen Avatar auszustatten, sind nicht spielentscheidend. Thematisieren Sie solche Dinge mit Ihrem Kind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu In-App-Käufen. Wenn Ihr Kind älter ist und schon Among Us spielt, bekommt es bei Handysektor Tipps zum Spiel.

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