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Scroller – das Medienmagazin für Kinder

Das Medienmagazin Scroller soll Kinder an aktuelle Medienthemen heranführen und sie in einem kompetenten Umgang mit YouTube und Co. unterstützen. Die Figuren Trixi und Tom führen Ihr Kind durch die Welt der Medien. 

Kurz gefasst:

  • geeignet für Kinder von 9-12 Jahren 
  • kostenfrei 
  • keine Werbung
  • digital und als Printausgabe verfügbar  

Was ist Scroller und was bietet es?

Scroller ist ein Angebot von Teachtoday, einer Initiative der deutschen Telekom. Darin geht es um alltagsnahe Themen wie Cybermobbing, Datenschutz auf Social-Media-Kanälen und Verschwörungstheorien – in kindgerechter und spielerischer Form. Kinder werden ermutigt, sich mit aktuellen Themen der Medienwelt auseinanderzusetzen. 

Das Magazin kann digital auf der Webseite gelesen werden oder kostenfrei als Broschüre bestellt werden. Neben einer deutschen und englischen Version gibt es das Magazin auch auf arabisch.

Was fasziniert Kinder daran?

Die Inhalte des Medienmagazins sind am Alltag von Kindern orientiert. Es geht um Themen, die sie tagtäglich beschäftigen. Die Webseite ist bunt gestaltet und bietet viele Möglichkeiten. Die jungen Leserinnen und Leser können Tests zu ihrer eigenen Medienkompetenz machen, Videos mit Bastelanleitungen ansehen und sich durch die Bildergeschichten klicken. Im Format “Die Kinderreporter” kommen Kinder selbst zu Wort, führen Interviews und drehen kleine Reportagen. 

Was müssen Eltern wissen?

Die Webseite von Scroller kann von Kindern risikofrei besucht werden. Es wird weder Werbung geschaltet noch werden Daten abgefragt. Es gibt keine Möglichkeit über die Webseite miteinander zu kommunizieren oder in Kontakt zu treten. Über Links auf der Webseite können Kinder jedoch schnell auf YouTube landen und so leicht auf andere Inhalte zugreifen. 

Aufgrund der vielen Icons und weiterführenden Links kann es für jüngere Kinder etwas schwieriger sein, sich eigenständig auf der Webseite zurechtzufinden. In der Printausgabe von Scroller gibt es einen beigelegten Elternratgeber. So können Sie  die Welt der Medien gemeinsam entdecken und sich mit Ihrem Kind über Medienthemen  austauschen.

Beliebte Spiele: League of Legends

League of Legends ist eines der beliebtesten digitalen Spiele. Weltweit wird es von vielen Millionen Menschen gespielt, darunter auch Kinder und Jugendliche. Darin geht es um Taktik, Wettbewerb und Teamarbeit. 

Kurz gefasst:

  • Elemente aus Strategie- und Online-Rollenspielen
  • kostenloser Download für PC/Mac
  • verschiedene Spielmodi, z. B. als Einzelspieler oder im Team 
  • Altersfreigabe nach USK: ab 12 Jahren
  • enthält In-Game-Käufe

Was ist League of Legends?

Bei dem Spiel geht es darum, sich mit einer heldenhaften, mit speziellen Fähigkeiten ausgestatteten Spielfigur, dem sogenannten Champion, gegen andere Spielende zu behaupten. Es kann in verschiedenen Modi gespielt werden: als Einzelspieler gegen den Computer oder in einem Team, das aus fünf Kampfgefährten besteht, die sich entweder kennen oder zufällig bestimmt werden. In einem Match spielen zwei Teams gegeneinander. Das Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

In dem Spiel geht es hauptsächlich um den Wettbewerb untereinander. Gefragt sind Fähigkeiten wie Teamwork, Geschicklichkeit und taktisches Denken. Auch Auswendiglernen spielt eine Rolle: Es ist wichtig, die verschiedenen Spielfiguren zu kennen, um die beste Taktik entwickeln zu können. League of Legends ist für Kinder und Jugendliche deshalb herausfordernd. 

Neben einem spannenden Zeitvertreib bietet League of Legends den Spielenden auch Erfolgserlebnisse, indem sie ihren Champion weiterentwickeln und sich erfolgreich gegen andere behaupten können. Kinder und Jugendliche können im Spiel Anerkennung bekommen und Zusammenhalt erleben. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Nach dem kostenlosen Download können im Spiel In-Game-Käufe getätigt werden, z. B. um neue Spielfiguren freizuschalten oder Ausrüstung zu erwerben. Besonders kritisch sind Lootboxen, also Kisten mit zufälligem Inhalt zu sehen, da diese nach dem Glücksspiel-Prinzip funktionieren. Als Eltern sollten Sie Ihr Kind über die Funktionsweisen und Risiken von Glücksspiel-Elementen aufklären. Wenn Sie Ihrem Kind In-App-Käufe erlauben, kann die Vereinbarung eines monatlichen Budgets sinnvoll sein.

Andere Spielende können als Freunde hinzugefügt und im Chat angeschrieben werden. Dabei besteht das Risiko, dass Kinder und Jugendliche mit fremden Erwachsenen in unangemessenen Kontakt kommen. Worauf Sie als Eltern achten sollten, lesen Sie in unserem Artikel über Cybergrooming.

Wie in anderen Online-Angeboten gibt es auch bei League of Legends teilweise beleidigende Kommentare und Hate Speech. Das Spiel gilt in dieser Hinsicht als eines der problematischsten Spiele überhaupt. 

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter Riot Games hat ein Ehrungs-System eingeführt, um gegen Beleidigung und Diskriminierung im Spiel vorzugehen. Die Spielenden können sich untereinander für faires Verhalten bewerten und so Punkte sammeln, die gegen Belohnungen eingetauscht werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit negatives Verhalten von Mitspielenden zu melden, was zu deren Blockierung führen kann.

Gemäß der EU-Datenschutzverordnung DSGVO müssen Eltern der Nutzung des Spiels und dem Anlegen eines Kontos durch ihr Kind zustimmen.

Was sollten Eltern außerdem beachten?

Wird im Onlinemodus mit echtem Team und Gegenspielern gespielt, kann League of Legends sehr aktivierend wirken. Durch das enorm hohe Spieltempo und den sozialen Druck innerhalb des Teams kann eine Spielpartie sehr anstrengend für Körper und Psyche sein. Als Eltern sollten Sie darauf achten, dass sich Ihr Kind beim Spielen nicht überanstrengt. Der Offlinemodus, in welchem gegen den Computer gespielt wird, kann beispielsweise nach einem stressigen Schultag eine gute Alternative sein. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann, wie lange und in welchem Modus es spielen darf.

Die Plattform Steam, über die League of Legends gespielt wird, verfügt über eine Option, in der Spielzeit und Spieldauer nachvollzogen und Jugendschutzeinstellungen vorgenommen werden können. Sie sollten Ihr Kind aber nicht willkürlich kontrollieren, da das dem Vertrauen schaden könnte. Treffen Sie mit Ihrem Kind Vereinbarungen, wann und ob Sie kontrollieren (müssen).

Unterschätzen Sie nicht die Gruppendynamik von League of Legends. Eine Spielpartie kann bis zu 60 Minuten dauern und nicht spontan unterbrochen werden. Eine Störung durch Sie kann für Ihr Kind sehr unangenehm sein: Scheidet ein Teammitglied während des Spiels aus, kommt das oft einem Verrat an der Gruppe gleich und kann von Kindern und Jugendlichen als äußerst schlimm empfunden werden. Um Konflikte zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob und wie Sie miteinander sprechen, wenn es gerade in einer Spielpartie steckt. 

Wenn Sie mehr zum Spiel erfahren möchten, können Sie beim Spieleratgeber NRW nachlesen.

Werbung auf YouTube, Instagram & Co.

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Vor nahezu jedem YouTube-Video kommt ein Werbeclip und auch zwischendrin werden viele Videos von Werbung unterbrochen. Beim Scrollen durch den Instagram-Feed kann man Posts von abonnierten Kanälen kaum von Werbung unterscheiden. Für Kinder und Jugendliche ist das noch schwieriger. 

Werbung gibt es im Internet schon lange und in den unterschiedlichsten Formen. Lesen Sie mehr dazu in unseren Beiträgen Klick, wisch, like, gekauft – Werbung in den Medien erkennen und hinterfragen sowie Social Media, Influencer und das liebe Geld

Einige Social-Media-Portale schalten seit einiger Zeit besonders viel Werbung. Das macht  es schwer, kommerzielle Inhalte von anderen Postings und Clips zu unterscheiden.

Werbung bei YouTube

Ein YouTube-Video anschauen, ohne dass einem Werbung begegnet, scheint fast nicht mehr möglich. Mit YouTube verdienen immer mehr Menschen Geld. Dafür können YouTuber Werbung schalten: Es gibt Werbeanzeigen im Browserfenster, innerhalb eines Videos oder als Verlinkungen in der Videobeschreibung. Werbeclips können vor und während eines Videos laufen und teilweise nicht übersprungen werden. Werbung wird oft personenbezogen angezeigt, also abhängig von Standort, Interessen und Vorlieben.

Vor allem verdient der Betreiber Google damit. Mehr Werbung macht das Angebot gleichzeitig unattraktiver. So lockt Google immer mehr User zu seinem kostenpflichtigen, aber werbefreien Premium-Angebot, auf das permanent hingewiesen wird.

Wer also weiterhin die Videos seines Lieblings-YouTubers sehen möchte, muss eventuell Werbung in Kauf nehmen oder für YouTube zahlen.

Videos, die sich an Kinder richten, dürfen keine personalisierte und nicht-altersgerechte Werbung enthalten. Trotzdem schalten Unternehmen auch bei diesen Videos Werbung. Deshalb wird vor allem für jüngere Kinder die werbefreie App YouTube Kids empfohlen.

Wenn man YouTube auf dem Smartphone nutzt, verhindern Apps wie NewPipe, dass Werbung angezeigt wird. 

Werbung bei Instagram und TikTok

In den beliebten Social-Media-Portalen gibt es nicht nur Werbung von Influencerinnen und Influencern. Bei Instagram schalten Unternehmen Anzeigen innerhalb des Feeds oder als Story. Stories von Unternehmen oder Marken werden automatisch angezeigt, wenn man sich die Stories von Freunden oder abonnierten Kanälen anschaut. Im Feed erkennt man Werbung daran, dass es sich um Postings von meistens nicht abonnierten Kanälen handelt, die mit “Gesponsert” gekennzeichnet sind. Auch bei TikTok gibt es gesponserte Clips. Außerdem werden die bei der Plattform beliebten Hashtags und Challenges auch von Firmen genutzt, um Trends rund um ihre Marken zu starten und so viele User mit Kurzvideos zu erreichen.

In den Instagram-Einstellungen lassen sich bestimmte Präferenzen für Werbeanzeigen (de)aktivieren, ganz ausschalten kann man sie nicht. Bei TikTok kann man gar keine Einstellungen zu Werbung machen. 

Was können Sie als Eltern sonst noch tun?

Wenn Ihr Kind noch jung ist oder wenig Medienerfahrung hat, sollten Sie es bei der Nutzung von Videoportalen wie YouTube begleiten. Erklären Sie ihm den Unterschied zwischen Werbung und anderen Inhalten und zeigen Sie ihm, wie das zu erkennen ist.

Bestimmte Browsereinstellungen, wie das Deaktivieren von Cookies beim Besuch einer Internetseite oder das Installieren von PlugIns, können helfen, weniger Werbung angezeigt zu bekommen.

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter anfängt, Instagram oder TikTok zu nutzen, gehen Sie gemeinsam die Einstellungsmöglichkeiten der Apps durch. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es dort auch viele kommerzielle Inhalte gibt und regeln Sie den Umgang damit.

Wenn Ihr Kind weiß, wie Medien funktionieren und dass viele mit Social Media Geld verdienen, kann es einen bewussten und sicheren Umgang damit lernen.

Instagram

Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, man erfährt, was gerade beim Lieblingsinfluencer los ist, informiert sich über einen Newschannel oder lässt sich einfach unterhalten.

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https://www.youtube.com/watch?v=zvLSkQ-yMCo_%_

Kurz gefasst:

  • soziales Netzwerk, das über die kostenlose App genutzt wird
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos und sogenannten Stories
  • Mindestalter: 13 Jahre
  • Gehört zu Facebook
  • Vorsicht: beeinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, Daten werden an Facebook weitergegeben

Was ist Instagram?

Instagram oder kurz Insta ist mehr als eine Bilder-Plattform. Im Feed (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) sieht man aktuelle Stories von Nutzerinnen und Nutzern, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder. Außerdem kann man sich hier ihre neuesten geposteten Fotos und Videos anschauen. Benutzer finden hier eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freunden. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

Eigene Postings lassen sich mit Filtern, Emojis, Schriftarten usw. direkt in der App bearbeiten. In Bildunterschriften werden die eigenen Fotos und Videos mit einem Hashtag Themen zugeordnet. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Beschränkung auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade Jugendliche wollen sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere austesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente, die man mit Freunden oder der Familie erlebt, dokumentieren und teilen.

Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren und liken. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wenn man sich bei Instagram mit einer E-Mail-Adresse oder via Facebook-Account registriert hat, sind erst einmal alle Informationen für jeden öffentlich sichtbar. Das betrifft z. B. Name, Profilbild und Beschreibung sowie alle geteilten Fotos und Videos. Stellt man seinen Account auf privat, können Bilder nur noch von den eigenen Followern gesehen werden.

Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass man ein Foto auch auf anderen Netzwerken wie Facebook teilen kann. Das kann schnell auch unbeabsichtigt passieren.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzern bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung. Hier spielen Influencer eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der jeder Nutzer bei der Registrierung zustimmt, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe und mit Dritten.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre als ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungshinweise. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Nicht alle Fotos müssen mit jedem oder auch nur mit Freunden über das Internet geteilt werden!

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, sein Profil direkt nach der Registrierung auf privat umzustellen. Dann kann es nur von vorab bestätigten Followern eingesehen werden. Wenn Ihr Kind die Fotos von Instagram auch auf anderen Netzwerken teilen möchte, sollten dort auch die Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

Zeigen Sie mit Ihrem Kind die Möglichkeit, andere Nutzer zu blockieren oder zu melden. Es sollte wissen, wann es diese Funktionen einsetzen kann und sollte – z. B. wenn Fremde es via Instagram anschreiben oder jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Instagram kann über die geposteten Beiträge den Standort herausfinden. Ihr Kind sollte wissen, dass dies Risiken mit sich bringt, z. B. dass man von Fremden aufgefunden werden kann.

Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt. Seien Sie immer ansprechbar, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

Instagram Reels

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Neben Fotos und Videos können auf dem sozialen Netzwerk seit einiger Zeit auch kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlicht werden.

Kurz gefasst:

  • Kurzvideo-Format: maximal 30 Sekunden
  • Effekte, Musik und Filter für die Videoproduktion
  • mehrere Clips in einem Video zusammenfügen
  • Reels können veröffentlicht werden, ohne im eigenen Feed angezeigt zu werden

Was ist das Besondere an Instagram Reels?

Instagram gehört für viele Jugendliche zum Alltag und sie kennen sich in der App gut aus. Die jungen Nutzer und Nutzerinnen sind neugierig und immer auf der Suche nach neuen Trends. Um gerade die jüngere Zielgruppe von einem Wechsel zur Konkurrenz abzuhalten, wurde mit Instagram Reels das kreative Kurzvideo-Format eingeführt.

Instagram gehört zu Facebook und hat zuvor bereits erfolgreiche Formate von anderen Apps nachgeahmt. So können auf IGTV (Instagram-TV) längere Videos nach dem Vorbild von YouTube angesehen werden und die Storyfunktion gab es als erstes bei Snapchat.

Reels werden nicht im normalen Feed angezeigt (wie etwa die Videos von IGTV), sondern durch Klick auf das Videosymbol, dass je nach Gerät und Betriebssystem unten, oben oder über die Lupe (Suche) zu finden ist. Häufig sieht man hier Videos, die es auch auf TikTok gibt. Die jungen Videomacher zeigen sie also einfach auf verschiedenen Kanälen.

Was sollten Eltern beachten?

Mit Instagram Reels gibt es die gleichen Risiken wie bei anderen Videoformaten: Beim Ansehen der Kurzvideos können Kinder und Jugendliche mit ungeeigneten Inhalten in Berührung kommen. Junge Nutzerinnen und Nutzer, die Videos von sich veröffentlichen, müssen mit negativen Reaktionen und sogenanntem Hate rechnen. Reels können von anderen Nutzern geteilt und so von vielen Nutzern gesehen werden. 

Fragen Sie bei Ihrem Kind nach, was es sich auf solchen Plattformen anschaut und sprechen Sie mit ihm darüber. Weisen Sie es auf mögliche Gefahren hin und zeigen Sie ihm Möglichkeiten, Nutzer oder Inhalte zu blockieren. Wenn es eigene Videos veröffentlichen möchte, sollten Sie gemeinsam überlegen, wie es sich dort zeigt. Mehr dazu erfahren in unserer Toolbeschreibung zu Instagram

Viele Jugendliche haben Angst in den sozialen Netzwerken etwas zu verpassen. Eine neue App oder Funktion führt zu Beginn häufig dazu, dass diese andere Anwendungen nicht ersetzt, sondern zusätzlich verwendet wird. Die gesamte Nutzungsdauer kann deshalb steigen. Behalten Sie die Mediennutzung Ihres Kindes im Auge und sprechen Sie mit ihm auch darüber, was den bewussten Umgang mit sozialen Netzwerken ausmacht. Wenn Ihr Kind sich einen TikTok-Account anlegen möchte, Sie der App aber kritisch gegenüberstehen, kann Reels eine Alternative sein, wenn Ihr Kind Instagram bereits nutzt. Bedenken Sie aber, dass Instagram, z. B. beim Thema Datenschutz, ähnlich stark kritisiert wie TikTok. Vermeiden Sie es, persönliche Daten preiszugeben. Überprüfen Sie die App-Berechtigungen und stellen Sie diese entsprechend ein.

Die TikTok-Nutzung meines Kindes kontrollieren!?

Es gibt Kinder und Jugendliche, die viel Zeit auf TikTok verbringen. Sie schauen sich Kurzvideos von anderen an oder produzieren eigene TikToks. Was genau dort angesehen oder veröffentlicht wird, wissen viele Eltern nicht und machen sich Sorgen – auch darum, dass ihr Kind mit Fremden in Kontakt kommen kann.

Nachdem es viel Kritik an der App gab, hat TikTok den “Begleiteten Modus” für die elterliche Kontrolle eingeführt. Damit können Sie als Erziehungsberechtigte steuern, wie lange die Anwendung genutzt werden kann, ob private Nachrichten verschickt und empfangen werden können und welche Inhalte auf der „Für dich“-Seite angezeigt werden. Hier kommen Sie zur ausführlichen Vorstellung der App.

Vertrauen und Begleitung sind besser als Kontrolle

Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich als Eltern Sorgen machen, wenn Ihr Kind auf Social Media-Plattformen unterwegs ist. Trotzdem sollten Sie sich genau überlegen, ob es nicht besser ist, vor der Nutzung solcher Apps in Ruhe mit Ihrem Kind darüber zu sprechen, was es daran interessiert. Erklären Sie ihm Ihre Sorgen und machen Sie verständlich, welche Risiken es bei der Nutzung gibt. Wenn es für Sie in Ordnung ist, dass Ihr Kind TikTok nutzt, fragen Sie regelmäßig nach und bleiben Sie interessiert. Lassen Sie sich zeigen, was Ihr Kind dort macht. Sie müssen der Nutzung zustimmen, wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist. 

Die App ist für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet – so steht es auch in den Nutzungsbedingungen von TikTok. Trotzdem gibt es schon jüngere Kinder, die die App nutzen. Wenn Sie Ihrem Kind das trotz der Altersbeschränkung erlauben, überlegen Sie, ob es vielleicht auch erst mal ohne eigenen Account TikTok-Videos anschaut. Denn das ist möglich! 

Begleiteten Modus aktivieren

Wenn Ihr Kind mit Ihrer Erlaubnis einen TikTok-Account anlegen darf und Sie sich für die Nutzung des Begleiteten Modus‘ entscheiden, richten Sie diesen wie folgt ein:

TikTok muss auf dem Smartphone Ihres Kindes und auf Ihrem eigenen Gerät installiert sein. Sie finden den Begleiteten Modus in den „Digital Wellbeing“-Einstellungen unter „Privatsphäre und Einstellungen“. Auf dem Gerät des Elternteils öffnet sich mit Klick darauf ein QR-Code, der mit dem Smartphone Ihres Kindes gescannt wird. Damit willigt Ihr Kind ein, dass Sie als Eltern die Nutzung steuern dürfen. WICHTIG: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind über die Funktionen im Begleiteten Modus und überlegen Sie gemeinsam, was in welchem Umfang eingeschaltet werden soll:

  • Sie können eine tägliche Nutzungszeit von maximal 40 bis zu 120 Minuten einstellen. Nach Ablauf der Zeit muss ein Passwort eingegeben werden, um TikTok weiter nutzen zu können.
  • Wenn der eingeschränkte Modus aktiviert wird, sollen bestimmte Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind, herausgefiltert, d. h. nicht mehr auf der “For You-Page” angezeigt werden.
  • Sie können einstellen, dass nur Freundinnen und Freunde Ihrem Kind Nachrichten senden können. Es ist auch möglich, den Empfang von Nachrichten komplett zu deaktivieren.

Beachten Sie, dass es weitere Einstellungsmöglichkeiten bei TikTok außerhalb des Begleiteten Modus’ gibt, die unbedingt aktiviert werden sollten. Schalten Sie z. B. das Konto auf privat, so dass die Videos Ihres Kindes nicht von Fremden gesehen werden können.

Als Eltern können Sie nicht nachverfolgen, welche Inhalte angesehen werden. Sie können auch keine Nachrichten oder Kommentare lesen, so dass die Privatsphäre Ihres Kindes weitestgehend gewahrt bleibt. Wenn Sie Ihrem Kind vertrauen und es Medien bereits bewusst und sicher nutzen kann, ist es sicherlich schöner, auf diese Kontrollmöglichkeit verzichten zu können.

TikTok – die angesagte Kurzvideo-App

TikTok gehört zu den beliebtesten Apps unter Jugendlichen. Sie ist eine Plattform für kreative Kurzvideos aller Art.

Kurz gefasst

  • kostenlose Social-Media-App
  • unter Teenagern eine der beliebtesten Apps weltweit
  • Mindestalter: 13 Jahre (mit Einverständnis der Eltern)
  • in der Kritik wegen unzureichendem Jugend- und Datenschutz sowie Einschränkung der Meinungsfreiheit

Was ist TikTok?

TikTok ist Social-Media-Plattform und Video-App in einem: User können bei TikTok aus einer bunten Sammlung von bekannten Popsongs, beliebten Audios und Zitaten, z. B. aus Filmen, wählen. Dazu „singen“ oder „sprechen“ sie Playback und filmen ihre Choreographie innerhalb der App mit dem Smartphone. Die meisten Videos sind nur 15 oder 60 Sekunden lang. Bestimmte Videos lösen einen richtigen Hype aus, werden nachgeahmt oder im Sinne eines Trends oder einer Challenge weitergeführt. 

Die Videos einiger TikTokerinnen und TikToker, deren Account öffentlich ist, kann man anschauen und kommentieren, ohne dass man bei der App angemeldet sein muss. Um selbst Videos zu erstellen, braucht man aber einen Account. Im privaten Modus ist mehr Kontrolle möglich und man entscheidet selbst, wen man als Follower zulässt oder nicht.

TikTok bringt immer mehr Funktionen heraus, z. B. sich im Duett mit anderen Usern filmen, die Clips anderer weiterführen (Stitch) oder Livestreams. Diese kann man in Echtzeit kommentieren und Fragen an den jeweiligen TikToker stellen. Außerdem nutzen zunehmend auch Unternehmen die Plattform, um darüber zu werben.

Was begeistert Kinder und Jugendliche an dem Angebot?

Wie andere Social-Media-Plattformen auch nutzen Jugendliche TikTok gern für den Austausch untereinander. Sie lassen sich unterhalten, suchen nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können, stellen sich selbst dar und erhoffen sich positive Rückmeldung von anderen. 

Die App ist außerdem eine tolle Plattform, um seine Kreativität auszuleben. Die Hürde, ein eigenes Video zu erstellen und zu teilen, ist niedrig: In der App gibt es viele Videoeffekte und eine Musikbibliothek mit beliebten Songs, die sofort verwendet werden können. 

Kinder und Jugendliche schätzen an TikTok, dass es darin weniger um Perfektion und Professionalität gehe, wie auf Instagram oder YouTube, sondern Kreativität und Spaß im Vordergrund stehen. Die Videos sind näher am Alltag und die TikToker werden als nahbarer empfunden. Vor allem Mädchen ab 10 oder 11 Jahren begeistern sich für TikTok. Wenn die Jugendlichen älter werden, scheint die App nicht mehr so spannend zu sein. 

Was ist problematisch an dem Angebot?

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie und Ihr Kind vor der Nutzung der App berücksichtigen sollten:

  • Kinder ab 13 Jahren brauchen für die Anmeldung das Einverständnis der Eltern. Die Altersangabe wird bei der Registrierung aber nicht nachgeprüft.
  • Die Voreinstellungen der App sind gerade für Heranwachsende unsicher: Die Profile und ihre Inhalte sind öffentlich einsehbar, über die Suchfunktion ist das Profil auffindbar und man kann von Fremden angeschrieben werden, solange man die Privatsphäre-Einstellungen nicht entsprechend angepasst hat.
  • Angezeigte Videos werden nicht gefiltert, wodurch Jugendliche mit Inhalten in Berührung kommen, die für sie ungeeignet sind. 
  • Wenn Ihr Kind eigene Videos bei TikTok einstellt, muss es mit negativen Reaktionen rechnen. Sogenannter Hate ist unter Jugendlichen auf Social-Media-Plattformen weit verbreitet. 
  • Da die Beiträge nicht moderiert werden, können kritische Inhalte in den Kommentaren auftreten und es gibt ein hohes Risiko für Cybermobbing.
  • Die Nutzenden haben keine Rechte an den Song- oder Filmausschnitten. Die erstellten Videos sollten deshalb nicht außerhalb der App geteilt werden, da sie sonst gegen die Bild- und Urheberrechte verstoßen. Sind andere Personen im Video zu sehen, muss man sie immer um Erlaubnis fragen. TikTok erhält außerdem die Rechte an den veröffentlichten Videos.
  • Der Anbieter Bytedance finanziert sich über Werbung. Die Anzeigen im Videoformat sind von den Kurzclips der User kaum zu unterscheiden. Mit einem virtuellen Münzsystem können TikToker zudem ihr Guthaben aufladen. Davon lassen sich z. B. Emojis für die eigenen oder fremde Videos kaufen.
  • Manche Challenges, die in sozialen Netzwerken kursieren, können gefährlich werden oder befördern problematische Verhaltensweisen wie etwa Essstörungen. TikTok blockiert solche Inhalte nicht.
  • Die Löschung eines Accounts ist derzeit nur über eine Anfrage beim Kundensupport möglich.

Was sagt der Anbieter?

Der chinesische Betreiber Bytedance ist sich der Gefahr von verstörenden und unerwünschten Inhalten bewusst und passt seine Sicherheitseinstellungen nach und nach an. So wurde zum Beispiel ein Mindestalter (16 Jahre) für das Versenden von Direktnachrichten eingeführt.

In der App wird nach der Registrierung durch einen roten Punkt auf die Einstellungen verwiesen. Im Sicherheitszentrum der TikTok-Website können Eltern Tipps nachlesen.

Der “Begleitete Modus” ermöglicht es Eltern, bestimmte Einstellungen für ein Familienmitglied vorzunehmen. Beispielsweise können Sie angeben, wer Ihrem Kind Nachrichten schicken und wie lange es Videos schauen darf. Generell lassen sich Userkonten melden und/oder blockieren und es gibt einen Filter für beleidigende Kommentare. Allerdings ist fraglich, ob der tatsächlich funktioniert. Algorithmen können den Kontext nicht richtig einordnen und filtern eventuell mehr heraus als nötig oder “übersehen” Kommentare.

TikTok steht wegen seiner Moderationsregeln in der Kritik, denn offenbar wird stark kontrolliert, welche Videos die Nutzenden sehen können.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind sich bei TikTok anmelden möchte, fragen Sie nach seiner Motivation. Sehen Sie sich vor dem Download gemeinsam die Nutzungsbedingungen an. Bei Handysektor finden Sie diese in einem kurzen Überblick. Um die App zu erkunden, ist es nicht notwendig, einen Account zu erstellen. Vielleicht ist das für den Anfang eine gute Option für Ihr Kind, um herauszufinden, ob ihm TikTok überhaupt gefällt.

Wenn es irgendwann einen Account geben soll, richten Sie diesen gemeinsam ein und probieren Sie zusammen die ersten Schritte aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die möglichen Gefahren. Besonders wichtig ist, auf die Privatsphäre zu achten und in den Videos nicht zu viel von sich preiszugeben. Am sichersten ist es, den eigenen Account auf privat zu schalten. So ist die Kommunikation nur mit Freundinnen und Freunden möglich und Ihr Kind behält den Überblick darüber, wer die Videos sehen kann.Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, sollte es Beleidigungen erhalten oder belästigt werden. Zeigen Sie ihm außerdem, wie man unangemessene Inhalte blockieren und melden kann. Um die eigene Privatsphäre und die von anderen besser zu schützen, muss bei einem Video nicht unbedingt immer das Gesicht zu sehen sein. Mit Hilfe von Emoji-Stickern oder anderen kreativen Lösungen ist das möglich.

Nein, das ist keine Krankheit! – Wie Influencer Jugendliche beeinflussen

Namen wie Lisa und Lena, Melina Sophie oder Julien Bam fallen öfter bei Ihnen zu Hause und Sie wissen ganz sicher, dass es keine Freunde Ihres Kindes sind? Dann schwärmt Ihr Sohn oder Ihre Tochter vermutlich für einen Internetstar oder Influencer.

Besonders Jugendliche verbringen oft mehrere Stunden am Tag auf Social Media-Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok. Dabei sehen sie sich Videos und Fotos von Menschen an, die sie zwar nicht persönlich kennen, aber über die sie trotzdem jede Menge wissen und an denen sie sich orientieren. Diese sogenannten Influencer berichten in Bildern oder Videos von ihrem vermeintlichen Alltagsleben und beschäftigen sich mit Themen wie Mode, Beauty oder Gaming. Oft sind Influencer auf mehreren Social-Media-Plattformen vertreten. Auch Sportler, Models oder Popstars sind als Influencer aktiv.

Kontakt zu den Fans

Fans bzw. Follower oder Abonnenten kommunizieren mit ihren Stars: sie beantworten Umfragen, reagieren auf Aufrufe, wie z. B. Challenges, oder liken und kommentieren Postings. So haben sie das Gefühl, irgendwie in Verbindung mit den Influencern zu stehen.

Die bekanntesten Influencer haben eine enorme Reichweite von tausenden Followern bis hin zu einem Millionenpublikum: Die Zwillinge Lisa und Lena haben als mehr als 15 Millionen Abonnenten bei Instagram und über 10 Millionen Follower bei TikTok. YouTuberin Bianca „Bibi“ Heinicke von BibisBeautyPalace hat 5,9 Millionen und Julian Bam 5,7 Millionen Abonnenten.

An Erwachsenen geht dieser Trend häufig vorbei. Für viele Jugendliche sind Influencer Vorbilder und haben einen großen Einfluss auf sie – daher auch der Begriff Influencer (englisch für „Beeinflusser“). Oft sind sie selbst im Alter ihrer Fans oder nur ein paar Jahre älter und geben sich scheinbar ganz natürlich, so dass ihre Follower ihnen vertrauen und sich quasi Rat holen wie bei großen Geschwistern.

Werbung und Marketing durch Influencer

Unternehmen haben den Wert von Influencern erkannt und nutzen sowohl die Plattformen als auch ihre Stars zu Marketingzwecken. In den Fotos und Videos der Instagramer sieht man direkt oder auch nur „nebenbei“ Produkte wie Beauty-Artikel oder Klamotten bestimmter Marken. Oft nutzen Unternehmen Influencer auch, um die Glaubwürdigkeit und Beliebtheit einer Marke zu steigern. Was wie eine persönliche Empfehlung eines berühmten Influencers aussieht, ist häufig Werbung.

Die Grenzen zwischen der eigenen Meinung und Werbung verschmelzen und sind nur noch schwer erkennbar. Das liegt vor allem daran, dass nicht alle Influencer ihre Beiträge mit „Werbung“ oder „Anzeige“ kennzeichnen, auch wenn das eigentlich Pflicht ist. Es ist unklar, ob der Influencer das entsprechende Produkt selbst gekauft hat oder dafür bezahlt wurde, es in die Kamera zu halten.

Kinder und Jugendliche erkennen das nicht unbedingt oder sehen das wenig kritisch, da sie ihren Online-Idolen nacheifern wollen und sich leicht von ihnen beeinflussen lassen. Kleiden sich Influencer beispielsweise auf eine bestimmte Art und Weise, bringen Kinder und Jugendliche diese Marken mit ihren Stars in Verbindung und wollen sich genauso anziehen.

Influencer als Vorbilder

Es scheint so leicht, als Influencer erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen. Deshalb möchten viele Kinder und Jugendlichen selbst YouTuber oder Influencer werden. Doch die geposteten Fotos und Videos zeigen nicht die Arbeit, die hinter einem Leben als Influencer steckt.

Nicht nur bei Themen wie Mode und Lifestyle lassen sich die jungen Follower beeinflussen. Influencer stellen sich in bestimmter Art und Weise dar, oft beschönigt durch Filter und Posen. Sie sind meistens hübsch, schlank, sportlich und erfolgreich. Nach Vorbildern, die nicht nicht perfekt und ideal aussehen, muss man in Social Media genau suchen. Jugendliche kommen damit kaum in Berührung. Mehr dazu können Sie in unserem Beitrag Vielfalt und Rollenbilder in sozialen Medien nachlesen. 

Social-Media-Plattformen werden ebenfalls genutzt, um zu informieren und Meinungen zu vertreten. Deshalb tummeln sich dort auch Influencer, die die jungen Follower politisch motivieren oder sogar von ihren extremen Ansichten überzeugen wollen. Wenn Ihr Kind dadurch beginnt, sich für gesellschaftliche Fragen wie den Umweltschutz oder Gleichberechtigung zu interessieren, ist das sicherlich positiv zu sehen. Aber nicht immer stecken dahinter gute Absichten: Ganz unauffällig beeinflussen bestimmte Influencer, z. B. in einem Kochvideo, ihr Publikum, indem abfällige Kommentare über bestimmte Menschengruppen oder Personen eingestreut werden, die eigentlich nichts mit dem Videoinhalt zu tun haben.

Das können Sie tun, wenn Ihr Kind „infiziert“ ist

Verurteilen Sie die Stars Ihres Kindes nicht. Wahrscheinlich haben Sie als Teenie auch für einen Star geschwärmt, den Ihre Eltern blöd fanden. Sie müssen die Influencer Ihres Kindes nicht mögen, aber sollten versuchen zu verstehen, was Ihrem Kind daran gefällt. Zeigen Sie Interesse und fragen Sie nach, welchen Personen Ihr Kind bei Instagram und Co. folgt. Hinterfragen Sie gemeinsam, was die Influencerin oder der Influencer in den Postings zeigt und was dahinter stecken könnte. 

Es ist normal, dass man sich Vorbilder sucht, wenn man dabei ist, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Regen Sie Ihr Kind an, darüber nachzudenken und stehen Sie als Ansprechperson bereit, wenn es Fragen hat.

Unsere Kollegen von klicksafe habe das Phänomen Influencer in einem Video von #Elterninformiert zusammengefasst.

Verschwörungsmythen im Netz

Verschwörungstheorien gab es schon immer. Besonders bei bedeutenden oder sehr schlimmen Ereignissen bieten sie einfache Erklärungen für komplizierte Zusammenhänge. Meistens ist die Botschaft, dass eine geheime Gruppe von Verschworenen angeblich die Geschicke der Welt lenkt. Diese Menschen sind dann Schuld an diesen Ereignissen. Solche Erzählungen werden vor allem im Internet und über soziale Netzwerke verbreitet. Wenn Ihr Kind anfängt, sich für das Weltgeschehen zu interessieren – meist im Jugendalter – und sich zunehmend selbstständig im Internet bewegt, wird es früher oder später auch mit Verschwörungsmythen in Berührung kommen. Das kann über das Video eines Internetstars, einen Post auf Facebook oder einen Kettenbrief bei WhatsApp geschehen.

Wie funktioniert eine Verschwörungstheorie?

Verschwörungserzählungen und Falschnachrichten sind sich ähnlich, weil sie Informationen enthalten, die nicht der Wahrheit entsprechen. Verschwörungstheorien sind aber komplexer. Sie gehen davon aus, dass alles – gute genauso wie schlechte Ereignisse – geplant ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Nichts ist, wie es scheint und die Wahrheit wird bewusst geheim gehalten. 

Was finden Jugendliche interessant an Verschwörungsmythen?

Kriege, Attentate oder der Ausbruch einer weltweiten Pandemie sind schwer zu begreifen – für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Jugendliche beginnen gerade damit, ihre eigene Identität und ihren Platz in der Welt zu finden. Sie wissen noch nicht genau, wer sie eigentlich sein wollen und suchen Orientierung. Verschwörungstheorien erfüllen wichtige Bedürfnisse:

  • Vereinfachung: Sie bieten einfache Erklärungen für komplizierte Zusammenhänge.
  • Entlastung: Wenn alles geplant wurde, können auch die Schuldigen ausgemacht und alles wieder unter Kontrolle gebracht werden.
  • Wunsch nach Bedeutung: Mehr wissen als die anderen. Einem Geheimnis auf der Spur zu sein, verleiht Bedeutung.
  • Identifikation und Zusammenhalt: Verschwörungserzählungen funktionieren meistens nach dem  Prinzip “Gut gegen Böse”. Die Abgrenzung nach außen sorgt für ein Gefühl von Verbundenheit innerhalb der Gruppe.

Sind Verschwörungstheorien im Netz gefährlich?

Ihr Kind hat im Internet etwas über eine Verschwörungstheorie gelesen oder selbst danach gesucht? Nun kommt es darauf an, wie es mit den Informationen umgeht. Verschwörungserzählungen können unterhaltsam sein und werden deshalb auch immer wieder in verschiedenen Medien aufgegriffen: das Geheimnis des Bermudadreiecks, Aliens, die unter uns leben – solche Gedankenexperimente können interessant für Kinder und Jugendliche sein und ihre Kreativität wecken. 

Themen, die näher an unserer Lebenswelt sind, sollten kritischer betrachtet werden. Verschwörungsmythen säen vor allem Zweifel und machen Jugendliche empfänglich für radikale und extremistische Ideen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über solche Theorien und helfen Sie ihm, diese einzuordnen und zu hinterfragen.

Tipps im Umgang mit Verschwörungstheorien

Nehmen Sie Ihr Kind ernst, auch wenn es beginnt, sich intensiv mit Verschwörungserzählungen auseinanderzusetzen, Teile davon als Wahrheit akzeptiert oder sich in Communities mit Anhängern austauscht.  Wenn Sie sein Interesse mit Aussagen wie  „Das sind doch alles nur verrückte Verschwörungstheorien“ abtun, könnte es passieren, dass Ihr Kind sich von Ihnen abgrenzt und verstärkt im Netz nach Gleichgesinnten sucht. Anstatt Ihr Kind mit Gegenargumenten zu konfrontieren, sollten sie gemeinsam kritisch hinterfragen: Wer sagt was? Gibt es Dinge, die sich widersprechen? Sind die Quellen vertrauenswürdig? Gibt es ähnliche Muster bei anderen Verschwörungsmythen? 

Ein kritischer Umgang mit Informationen ist das wichtigste Werkzeug gegen Verschwörungstheorien. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es den Wahrheitsgehalt einer Quelle überprüfen kann und bieten Sie einen Zugang zu seriösen und altersgerechten Nachrichtenquellen. 

Dabei helfen können:

Nachrichten und Informationen, die extra für Kinder gemacht sind, wie

Websites, auf denen man den Wahrheitsgehalt von Nachrichten prüfen kann:

Medienregeln für Schulkinder

Mit Medien können Kinder lernen, kreativ sein, sich entspannen und Spaß haben. Als Eltern sind Sie dafür verantwortlich, dass der Medienkonsum nicht ausufert. Hilfreich sind gemeinsame Regeln für eine Mediennutzung in der Familie.  

Feste Bildschirmzeiten 

Eine konkrete Empfehlung, wie viel Zeit ein Kind in einem bestimmten Alter mit Medien verbringen darf, ist schwierig. Erstens, weil jedes Kind anders ist und mit Medien unterschiedlich gut umgehen kann. Zweitens, weil Medien für ganz verschiedene Zwecke genutzt werden – zum Lernen, um gemeinsam Zeit mit der Familie zu verbringen, zur Ablenkung usw. 

Trotzdem kann es helfen, festzulegen, wie viel Zeit Ihr Kind pro Tag oder Woche mit bestimmten Medien verbringen darf. Dabei sollten Sie vorher gemeinsam überlegen, welche Mediennutzung darunter fällt. Geht es nur um Bildschirmmedien und die Mediennutzung allein zur Unterhaltung und Entspannung? Gibt es eigene Zeitbudgets für das Lernen mit Medien?

Für Kinder im Grundschulalter sind klare Regeln sehr wichtig, da sie noch viel Orientierung benötigen. Sie schaffen Stabilität im Alltag und verhindern eine unkontrollierte Mediennutzung. Bei Kindern in den ersten Grundschuljahren funktioniert eine bestimmte Dauer am Tag besser, z. B. eine Stunde Medienzeit. Ab etwa 10 Jahren sind Kinder schon recht selbständig und können sich Wochenkontingente selber einteilen.

Eine bewusste Mediennutzung begleiten

Bei jüngeren Kindern kann ein fester Zeitpunkt für die Nutzung von Medien festgelegt werden – beispielsweise nach den Hausaufgaben und vor dem Abendessen. Das strukturiert den Alltag. 

Einstellungen in Apps oder Geräten können Kindern helfen, die vereinbarte Zeit nicht zu überschreiten. Allerdings sollte Ihr Kind nach und nach lernen, das Smartphone oder Tablet nach Ablauf der Bildschirmzeit von sich aus zur Seite zu legen. So übt und verinnerlicht es einen bewussten Umgang mit Medien.

Kinder sind noch in der Entwicklung. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass sie nur altersgemäße Medien nutzen. Der Wunsch, Filme zu schauen oder Spiele zu spielen, die erst für Jugendliche ab 12 oder 16 Jahren geeignet sind, führt häufig zu Konflikten in der Familie. Gerade wenn Ihr Kind beginnt, Medien zunehmend eigenständig zu konsumieren, sollten Sie deshalb gemeinsam diese notwendige Regel besprechen. 

Eine weitere wichtige Regel sollte mindestens bis zum 13. Lebensjahr sein, dass neue Apps nur mit Ihrer Zustimmung und gemeinsam mit Ihnen herunterladen und ausprobiert werden dürfen. Übertragen Sie Ihrem Kind mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung und lassen Sie ihm Freiräume, Medien eigenständig zu nutzen. Ab dem Jugendalter können feste Bildschirmzeiten langsam abgeschafft werden. Dennoch sollte es Regeln geben, welche Apps genutzt werden und wie mit den eigenen Daten, z. B. bei der Registrierung bei Sozialen Netzwerken, umgegangen werden soll.

Eine Begleitung durch die Eltern ist auch im Jugendalter noch wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Mediennutzung. Fragen Sie nach, wie und warum es was nutzt und wie es klar kommt. Seien Sie auch bei Problemen immer ansprechbar!

Mediennutzungsregeln für die ganze Familie 

Vereinbaren Sie Regeln nur gemeinsam mit Ihrem Kind, damit es diese nachvollziehen kann. Überlegen Sie auch, was im Falle eines Regelverstoßes passiert. Sie können alle diese Dinge in einem Mediennutzungsvertrag festhalten. Achten Sie darauf, Medienverbote nicht als Druckmittel einzusetzen.

Als Eltern sind Sie eine wichtige Orientierung für Ihr Kind. Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion deshalb bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten. Sie können beispielsweise vereinbaren, dass Smartphones nichts beim Essen zu suchen haben oder smartphonefreie Familientage einrichten.  Ihr Kind wird im Schulalter zunehmend durch Freunde beeinflusst. Deshalb kann es helfen, sich mit anderen Eltern zu verständigen, welche Regeln bei ihnen gelten. Eventuell kann es Regeln geben, die bei allen gleich sind.

Mobile Medien in Kinderhand

Mobile Medien sind schon für die Kleinsten spannend, weil sie die Geräte bei Mama, Papa oder den Geschwistern sehen. Doch wie können Sie damit umgehen, wenn Ihr Kind eigentlich noch zu jung ist, um Smartphone und Co. zu benutzen? 

Was macht mobile Medien für kleine Kinder interessant?

Kinder sind von Natur aus neugierig. Das helle Leuchten des Bildschirms, die vielen Geräusche – all das ist spannend. Sie beobachten genau, welche Rolle die kleinen Geräte im Alltag der Erwachsenen spielen: Wenn in Bus oder Bahn alle auf ihr Smartphone schauen, wenn Mama das Tablet zu Hause immer griffbereit hat und der große Bruder und seine Freunde auf der Spielekonsole zocken, scheinen die kleinen Geräte sehr wichtig zu sein und sind umso verlockender.

Mobile Medien und Kleinkinder

In den ersten Lebensmonaten sind Babys noch nicht so weit entwickelt, dass sie mobile Medien zielgerichtet nutzen und die Inhalte verstehen können. Viel wichtiger für die Entwicklung Ihres Kindes ist es, die Welt mit allen Sinnen und ohne Bildschirm kennenzulernen. Erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder ein Verständnis für Bildhaftigkeit. Sie beginnen, digitale Inhalte von realen Gegenständen zu unterscheiden. Erste Erfahrungen mit mobilen Medien können Kleinkinder am besten mit Bilderbüchern auf dem Smartphone oder Tablet machen.

WICHTIG: Vermeiden Sie eine Überreizung durch Medien. Diese kann durch grelle Farben, schnelle Bewegungen oder zu viele Geräusche, aber auch durch komplexe Geschichten, die Ihr Kind noch nicht verarbeiten kann, entstehen. Am besten eignen sich Themen, die Ihr Kind aus seinem Alltag kennt: Abbildungen von bekannten Tieren, Fahrzeuge oder andere Kinder. Halten Sie die Zeit der Mediennutzung bei Kleinkindern sehr gering und ermöglichen Sie viele andere Sinneserfahrungen. Dazu gehört das Anfassen von Dingen, Bewegung und der Kontakt zu anderen Menschen.

Ab etwa drei Jahren können Kinder Medien und ihre Inhalte immer besser verstehen, wenn die Geschichten einfach gehalten sind und sie an eigene Erfahrungen anknüpfen. Beim gemeinsamen Anschauen von Videos auf dem Smartphone oder Tablet kann Ihr Kind mehr über seine Umwelt und den Umgang mit verschiedenen Situationen erfahren. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten, damit es das Gesehene mit Ihnen besprechen und verarbeiten kann.

Ihr Kind möchte und kann in diesem Alter Medieninhalte zunehmend auch selber machen. Es gibt eine riesige Auswahl an Apps aus, mit denen Ihr Kind kreativ werden kann. Empfehlenswert sind einfache Anwendungen, in denen z. B. gestempelt oder ausgemalt werden muss. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind auch fernab von digitalen Medien genügend Gelegenheit hat, sich kreativ auszuleben. 

In unserem Beitrag Gute Apps für Kinder erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl geeigneter Programme am besten achten sollten.

Tipps für den Umgang mit mobilen Medien zu Hause

Wenn Kinder nach Tablet oder Smartphone fragen, sollten Sie überlegen, welches Bedürfnis gerade dahinter steht: Unterhaltung auf einer langen Autofahrt, sozialer Kontakt beim Videochat mit dem Opa und einfach mal abschalten… Verschiedene Gründe für die Mediennutzung haben ihre Berechtigung. Ungünstig ist es, wenn Medien permanent genutzt werden und Bedürfnisse nicht anders befriedigt werden können. Vermitteln Sie als Eltern alternative Strategien zum Umgang mit Langeweile oder Anspannung. Zuerst orientiert sich Ihr Kind an Ihnen. Wenn Sie selbst Medien nur in bestimmten Situationen nutzen, sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind. Schon in jungen Jahren kann es helfen, Regeln für die Mediennutzung in der Familie aufzustellen. Neben festen Medienritualen sollte es auch medienfreie Zeiten geben.

Gelangen die Geräte in Kinderhand sollten Sie auf kindgerechte Hüllen für Tablets und Schutzhüllen für Smartphones achten. Besonders Smartphones sind häufig teuer und anfällig für Beschädigungen. Schutzhüllen machen die Nutzung der Geräte einfacher und sicherer.

Twitter – Wer zwitschert denn hier?

Als eines der größten sozialen Netzwerke ist Twitter schon seit rund 10 Jahren auf der ganzen Welt beliebt. Das Besondere ist, dass sehr kurze Texte mit maximal 280 Zeichen (sogenannte “Tweets”) gepostet werden. Deswegen wird Twitter manchmal als Kurznachrichtendienst bezeichnet.

Kurz gefasst:

  • Verbreitung von öffentlichen, kurzen Tweets 
  • nutzen hauptsächlich Erwachsene
  • Nutzung ab 13 Jahren erlaubt
  • teils heftige Diskussionen und Hasskommentare
  • kostenlos im Browser und als App für Android und iOS

Was kann Twitter?

Twitter funktioniert ähnlich wie z. B Facebook oder Instagram: Es wird ein Profil mit persönlichen Informationen erstellt, dem andere folgen können. Viele Nutzer folgen aber einfach nur den Postings anderer. Berühmte Persönlichkeiten wie Fußballspieler, Influencerinnen, Politiker oder auch Journalisten haben die meisten Follower. Auch Unternehmen und Marken sind bei Twitter vertreten. Nicht registrierte Leser können Tweets sehen, aber niemandem direkt folgen. 

Tweets bestehen oft nur aus Text und sind mit Hashtags versehen. In einem Tweet können maximal 280 Zeichen, d. h. Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen und Symbole, genutzt werden. Aber auch Bilder, Video usw. können versendet und geteilt werden.

Die Besonderheit von Twitter ist, dass die kurzen Aussagen von meist bekannten Personen zu Diskussionen außerhalb von Twitter führen. Die Tweets von US-Präsident Trump sind dafür ein gutes Beispiel. Dabei spielt auch die “Retweet”-Funktion eine Rolle. Tweets werden geteilt oder es wird in einem eigenen Tweet darauf verwiesen. Diskussionen entspinnen sich auch oft in den Kommentaren unter den Tweets. Außerdem können Direktnachrichten über einen Chat geschrieben werden. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Twitter wird im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken relativ wenig von Jugendlichen genutzt. Wenn, dann sind es häufig politisch interessierte und engagierte junge Menschen. Aber auch beliebte Stars und Musiker sind bei Twitter und posten Informationen über sich.

Die Faszination um Twitter machen einerseits die Diskussionen aus, in denen es manchmal heftig hin und her geht. Andererseits werden manche Tweets schnell und spontan rausgeschickt. Wenn man den Tweets bei großen Events wie Fußballspielen oder Wahlen folgt, kann das sehr spannend und witzig sein, weil man die Reaktion der Zuschauer mitbekommt. Außerdem erfährt man bei Twitter, was berühmte Persönlichkeiten oder Journalisten denken und meinen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Persönliche Informationen und Aussagen sind für alle frei zugänglich. Durch Hashtags können Tweets, die eigentlich für einen kleinen Kreis bestimmt waren, plötzlich von sehr vielen Nutzenden gesehen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass einige User mit schlechten Absichten versuchen, Kontakt mit Ihrem Kind aufzunehmen.

Manche Diskussion bei Twitter gehen unter die Gürtellinie und es werden rassistische oder sexistische Tweets oder Kommentare veröffentlicht. Neben Hasskommentaren kann auch die Verbreitung von Falschnachrichten ein Problem sein.

Was meint der Anbieter?

Twitter darf laut Anbieter erst ab 13 Jahren genutzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Nutzende zu blockieren, damit sie keinen Kontakt mehr aufnehmen können. User können außerdem Personen melden, die problematische Inhalte tweeten, also z. B. Hasskommentare oder Beleidigungen. Seit Kurzem löscht Twitter nach eigenen Angaben aktiv Tweets, Profilbilder oder Informationen mit diskriminierenden Inhalten, sobald diese gemeldet wurden und sperrt Konten.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind unter 18 Jahren ist, müssen Sie einer Registrierung bei Twitter zustimmen. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie es bei Bedarf problematische Inhalte oder User bei Twitter melden oder blockieren kann. Mit der Möglichkeit, eigene Tweets zu schützen, können diese nur von einem ausgewählten Kreis gesehen werden. Erklären Ihrem Kind, wer unter Umständen persönliche Daten und Aussagen sehen kann und welche Konsequenzen das haben kann. Helfen Sie Ihrem Kind, Inhalte auf Twitter zu verstehen und einzuordnen, indem Sie mit ihm darüber sprechen, dass es bei Diskussionen heiß hergehen kann und welche Risiken es sonst noch gibt.

Gemeinsam Musik erleben

Dass Musik für Kinder wichtig und schön ist, haben wir in unserem Beitrag Kinderlieder begleiten mit Apps erklärt.

Neben Apps gibt es auch einige Internetseiten und YouTube-Kanäle, die dabei unterstützen, gemeinsam in der Familie Musik zu hören, zu machen und zu entdecken. Wenn Sie selbst kein Instrument beherrschen oder meinen, nicht musikalisch zu sein, können Sie auf diese Weise Ihrem Kind Musik näherbringen.

Kinderlieder auf YouTube

Auf dem Kanal Kinderlieder mit Bobby gibt es Musikvideos mit dem Lama Bobby. In den bunten als Trickfilme gestalteten Musikvideos gibt es neu eingespielte Kinderlieder. Es gibt sie auch auf der eigenen Website kinderlieder-mit-bobby.de – nach Kategorien wie Weihnachtslieder, Musikmix oder Schlaflieder sortiert.

Der Kanal Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen liefert genau das: bekannte und neue Kinderlieder, die Kinder und Erwachsene beim Singen und Tanzen zeigen und zum Mitmachen anregen. Die Auswahl auf diesem Kanal ist riesig und es gibt verschiedene Playlists und Kategorien, unter denen die Lieder zu finden sind.

Kinderlieder auf YouTube sind vor allem etwas für jüngere Kinder. Wenn Sie Kinderlieder auf diesem Weg suchen und abspielen, nutzen Sie am besten die App YouTube Kids. Dann bekommen Sie und Ihr Kind vor und während das Video läuft, keine Werbung angezeigt und finden leichter passende Videoangebote für Kinder.

Musikalische Webseiten der besonderen Art

In der Klangkiste des WDR lässt sich die große Welt rund um Musik erkunden. Die Seite ist als Web-App gestaltet, so dass sie auch sehr gut über das Smartphone funktioniert. Es gibt Rhythmus- und Klangspiele, Konzertvideos und vieles mehr. Die Klangkiste ist etwas für größere Kinder, die hier viel über Musik lernen und ausprobieren können. Noch mehr Musik für alle Altersgruppen zu entdecken, gibt es beim Kiraka: Hier findet man Videos zu aktueller Chartmusik, Interviews mit interessanten Musikerinnen genauso wie Infoclips zu Beethoven und anderen.

Einblicke in die musikalischen Welten ferner Länder bietet Afrika-Junior. Man kann sich beliebte Kinderlieder aus verschiedenen Regionen Afrikas anhören, Videoclips anschauen und es gibt ein Quiz zu afrikanischer Musik.

Die sehr einfach gestaltete Internetseite Surakinder bietet eine musikalische und bilderreiche Erlebniswelt für Kinder. Wählen Sie ein Feld an und tauchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Bei schöner Musik gibt es tanzende Blumen, Märchenfiguren und vieles mehr zu entdecken.

Klassische Musik für Kinder

Auf der Seite von Junge Klassik erfährt man jede Menge über Instrumente und klassische Musik. Die Seite ist ganz bunt und spielerisch gestaltet. Hier können bestimmt auch Erwachsene noch Neues entdecken! Noch mehr gibt’s bei Trompis Tondschungel, wo sich Kinder auf Musikexpedition begeben können.

Opern sind doch eher was für Erwachsene, oder? Mit der App Opera Maker können Kinder die Welt der Oper entdecken und eigene Geschichten dazu erzählen. Wie das aussehen kann, zeigt die Website.

Ganz viel über Musik gibt es auch beim Kinderfunkkolleg zu erfahren. Ohren auf und los! Das kann sogar im Musikunterricht in der Schule weiterhelfen. Und wenn man keine Lust auf Klicken hat, schauen Sie sich doch gemeinsam eine Folge der hr2-Lauschinsel an.

Spieleseiten im Netz – Zwischen Spaß, Spiel und Werbung

Digitale Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird auch gern über das Internet gespielt. Es gibt verschiedene Spieleseiten im Netz, auf denen Kinder teils kostenlos, teils gegen Bezahlung spielen können. Beim Spiel allein oder im Team werden verschiedene Fähigkeiten gefördert, aber vor allem sogenannte Multiplayer-Spiele bergen auch Gefahren, wie z. B. Mobbing.

Kostenlose Seiten mit viel Werbung und fragwürdigem Datenschutz

Viele bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebte Spieleportale, wie z. B. spielaffe.de, finanzieren sich über Werbung. Nur so können sie die Spiele kostenlos anbieten. Dafür werden Kinder mit vielen Werbeanzeigen und Links zu externen Partnern konfrontiert. Nicht jedes Kind kann Werbung von den eigentlichen Inhalten der Website unterscheiden und gelangt so vielleicht unbeabsichtigt auf andere Seiten. 

Spielaffe ist nicht konkret für Kinder gemacht. Nicht alle Spiele sind für jedes Kindesalter geeignet, aber trotzdem erreichbar. Ein Problem dabei ist, dass Spiele, die online angeboten werden, bisher nicht mit einer Alterskennzeichnung versehen werden müssen.

Vor allem jüngere Kinder dürften mit dem großen Angebot und den vielen bunten Bildern und Schaltflächen auf spielaffe.de überfordert sein. Der Chat mit anderen Nutzern ist erst nach vorheriger Registrierung möglich – spielen kann man aber auch ohne Anmeldung. Der Bereich mit Informationen für Eltern und Kinder zum sicheren Umgang mit der Seite ist schwer zu finden – ganz unten links.

Auch wenn Spielaffe nicht direkt Daten erhebt, werden über die eingebundenen externen Seiten, wie z. B. Facebook, Daten erhoben und weitergegeben. Ähnlich sieht es bei spielzwerg.de und spielkarussell.de aus. Bei der Registrierung wird nicht abgefragt, ob die Eltern damit einverstanden sind, dass ihre noch nicht volljährigen Kinder hier spielen.

Viele der auf solchen Portalen angebotenen Spiele arbeiten auch mit überholten Geschlechterklischees. Es gibt häufig eine Kategorie „Mädchenspiele“, in denen man Spiele zu Haushalt oder Beauty findet. Keine der drei Websites wird bei einer Suche mit der Kindersuchmaschine fragFINN direkt angezeigt. Über fragFINN lassen sich sonst für Kinder unbedenkliche Websites finden.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

Trotz aller Risiken nutzen Kinder und Jugendliche diese Seiten gerne – sicherlich auch wegen der großen Auswahl an Spielen. Versuchen Sie die Faszination Ihres Kindes an diesen Seiten zu verstehen und zeigen Sie Interesse, ohne die Gefahren zu ignorieren.  Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Werbung zu erkennen und vereinbaren Sie Regeln für die Nutzung solcher Seiten. Installieren Sie Werbeblocker und informieren Sie sich über die Angebote und das Urteil von Pädagoginnen und Pädagogen. Online-Angebote wie die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien  oder die Seitenstark-Community bieten hier Hilfe. Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie u. a. über fragFINN und die Blinde Kuh.

Mediennutzungsregeln in den ersten Lebensjahren

Je jünger Kinder sind, desto weniger haben sie das Bedürfnis, Medien zu nutzen. In den ersten Lebensjahren spielen andere Dinge eine wichtigere Rolle: der Kontakt zu den Eltern, laufen und sprechen lernen und so weiter. Ihr Kind braucht in den ersten Monaten und Jahren ganz viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Deshalb sollten Sie sich nicht von Geräten ablenken lassen. Vereinbaren Sie Regeln mit Ihrer ganzen Familie, wie Sie mit Medien im Beisein Ihres Kindes umgehen. Denn schon im Babyalter haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind schon viel mit Medien umgeht, sollten Sie das Smartphone oder Ähnliches vor Ihrem Kind wenig oder gar nicht nutzen. 

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr wird es mit Medien konfrontiert. Es möchte das Gleiche tun wie ältere Geschwister, Mama oder Papa. Ihr Kind beginnt zu verstehen, was Medien sind und wie sie funktionieren. Es wird immer schwieriger, Ihr Kind komplett von Medien fernzuhalten. Regeln können helfen, den Medienumgang von Klein- und Vorschulkindern zu gestalten. 

Altersgerechte Inhalte und begrenzte Bildschirmzeiten 

Um Ihr Kind nicht zu überfordern, sollten Sie das genutzte Medienangebot langsam erweitern. Zu analogen Bilderbüchern können beispielsweise nach und nach Hörgeschichten und Musik hinzukommen. Auch kurze Videochats mit Familienmitgliedern sind möglich.  

Kleine Kinder können noch nicht einschätzen, wann es zu viel wird. Wenn Sie die Mediennutzung als eine feste Aktivität am Tag einplanen, z. B. eine Folge Sandmann vor dem Schlafengehen, nimmt das Ihr Kind als Ritual wahr, an dem es sich orientieren kann. Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter zu nutzen.

Im Alter bis zu drei Jahren sollte nur sehr wenig Zeit am Tag vor einem Bildschirm verbracht werden. Kinder entdecken die Welt in dieser Phase am besten mit allen Sinnen – mit den Händen, Augen, Nase und Mund. Bildschirminhalte können sie schnell überfordern. 

Zwischen drei und fünf Jahren sollten es nicht mehr als 30 Minuten am Stück vor dem Bildschirm sein. Diese Zeitangaben sind nur eine Orientierung. Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was es schon kann und versteht.  Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten und beobachten, wie es mit dem Gesehenen umgeht und Fragen beantworten können. Wirkt Ihr Sohn oder Ihre Tochter danach sehr aufgekratzt, sollte die Nutzungszeit verringert werden.  

Bei der Mediennutzung begleiten

Kleine Kinder nehmen Medien viel emotionaler wahr als Erwachsene. Manches können sie noch nicht verarbeiten oder verstehen. Daher ist eine enge Begleitung durch Sie als Eltern wichtig! Technische Lösungen können das Gespräch mit Ihnen nicht ersetzen. Bei der Auswahl der Inhalte sollten Sie unbedingt auf Altersfreigaben und gegebenenfalls auf pädagogische Beurteilungen achten. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es bestimmte Serien, die vielleicht die ältere Schwester schon schaut, noch nicht sehen darf.

Wichtig ist es, die gesetzten Regeln auch wirklich einzuhalten. Ist Ihr Kind noch klein, sollten Sie Medien sowieso nur gemeinsam nutzen und Sie können auf die Zeit achten. Bei Kindern im Vorschulalter, die vielleicht auch schon eine Serie am Tablet allein anschauen können, hilft die Beschränkung auf eine Folge. Auch eine Eieruhr kann hilfreich sein, da Zeitangaben noch sehr abstrakt sind. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gründe für feste Bildschirmzeiten, damit es die Regeln versteht. Lernen Kinder in jungen Jahren einen vernünftigen und kontrollierten Medienumgang, wird ihnen dieser auch später leichter fallen. 

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