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K-Pop, K-Drama – was hat es auf sich mit dem Hype um koreanische Popkultur?

Fünf bis zehn junge Menschen auf einer Bühne, bunte Outfits und noch buntere Frisuren. Dazu eingängige Melodien, Texte über die Liebe und das Leben. Und vor allem eine makellos durchchoreografierte Show. Wenn es so aussieht, ist es wahrscheinlich K-Pop. Popmusik aus Korea, die seit einiger Zeit auf der ganzen Welt riesige Erfolge feiert.

Wie entstand das Phänomen K-Pop?

Seit den 1990er Jahren wurde die Welle koreanischer Popkultur in Gang gesetzt und wächst seitdem immer weiter. Nach Fernsehproduktionen (K-Dramas) wurde verstärkt auch koreanische Musik (K-Pop) exportiert. Zunächst im asiatischen Raum, später in die ganze Welt. Das Lied ‚Gangnam Style‘ des Sängers ‚Psy‘ etwa war eines der ersten koreanischen Lieder, das die internationalen Hitlisten anführte, Bands wie BTS bekamen mehr und mehr Präsenz im internationalen Musikmarkt.  Es wurden Fangruppen gegründet, Festivals veranstaltet, und internationale Medien berichteten. Vor allem in sozialen Netzwerken sind die koreanischen Stars bekannt und finden viele, besonders junge Fans.
Innerhalb kürzester Zeit entstand ein regelrechter Korea-Hype und eine Begeisterung für die koreanische Kultur. Comics, Computerspiele, Essen oder Mode aus Südkorea bekamen so viel Aufmerksamkeit wie nie.

Was macht die Faszination K-Pop und K-Drama aus?

Die Stars aus Musik und Film bieten ihren Fans eine scheinbar perfekte Welt mit hohem Wohlfühlfaktor. Die Melodien und Themen sind eingängig und unstrittig, es werden die klassischen Themen des Erwachsenwerdens verhandelt, Emotionen, Liebe, Freundschaft. Dabei bleiben die Stars stets politisch korrekt und machen um Themen mit Skandalpotenzial einen weiten Bogen.

Auch die Künstlerinnen und Künstler selbst scheinen stets alles richtig zu machen. Sie sehen aus wie fleischgewordene Kunstwerke, liefern bei Auftritten oder Interviews makellose Performances ab und bedienen dadurch hervorragend die Bedürfnisse der Fans. Bands wie BTS bringen mehrere Alben pro Jahr auf den Markt, dazu Merchandise-Artikel aller Art. Aber auch der Kontakt mit den Fans wird gepflegt, es gibt Meet-and-Greets und digitale Mittagessen mit dem Publikum, Behind-the-scenes-Videos und zahlreiche Angebote, die einen persönlichen Kontakt ermöglichen oder zumindest vortäuschen. Dazu kommt die in Europa wahrgenommene Exotik der Stars, ihrer Sprache und Kultur – fertig ist das perfekte Entertainment-Paket.

Was sollten Eltern beachten?

Hinter den koreanischen Kultur-Produkten steht eine große und finanzstarke Industrie. Die Stars werden häufig schon als Kinder oder Jugendliche gecastet und jahrelang zu „perfekten“ Entertainern trainiert. Hinter der glänzenden Fassade steht nicht nur harte Arbeit, sondern häufig auch Druck, Knebelverträge oder Ausbeutung. Auch diese Seite der makellosen K-Popkultur sollte Eltern und Kindern bewusst sein. So können unrealistische Vorstellungen vom Leben als Künstlerin oder Künstler, aber beispielsweise auch unerreichbare Schönheitsideale hinterfragt und beleuchtet werden.

Zudem sind nicht alle K-Produktionen so harmlos, wie sie manchmal scheinen. Die Serie Squid Game etwa machte in erster Linie durch Brutalität von sich reden – und hatte das Potenzial, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu verstören.

Es gilt also auch hier: Begeisterung für die Angebote mit dem ‚K‘ gerne, aber immer mit dem nötigen kritischen Blick.

Einmal um die Welt – mit Online-Spielen auf Entdeckungsreise gehen

Wo liegt eigentlich Zypern? Wie sieht es in Argentinien aus? Und welche Flagge ist gelb-grün-rot gestreift?* Unsere Erde ist vielfältig und es lohnt sich, sie zu erkunden. Online-Spiele laden dazu ein, virtuell auf Reisen zu gehen und mehr über Länder, Städte, Meere, Vulkane und Co zu lernen. Wir stellen ausgewählte Geografie-Games für verschiedene Altersklassen vor.

Wo bin ich? Mit Google Street View ans Ende der Welt reisen

Stellen Sie sich vor, Sie werden an einem Ort irgendwo auf der Welt ausgesetzt und müssen anhand von Hinweisen herausfinden, wo Sie sich befinden. Darum geht es beim schwedischen Geografie-Game Geoguessr, das aktuell unter Streamerinnen und Streamern sehr beliebt ist. Spielerinnen und Spieler finden sich zu Beginn per Zufall auf einer Google-Street-View-Aufnahme einer Straße oder eines Weges wieder. Mit Pfeiltasten bewegen sie sich durch Landschaften, Dörfer und Städte. Sie schauen sich um, zoomen an Verkehrsschilder, Kennzeichen oder Pflanzen heran und suchen nach Anhaltspunkten für den virtuellen Aufenthaltsort. Anhand dessen versuchen sie, ihren Pin so genau wie möglich auf die Weltkarte zu setzen. Daraufhin wird der wahre Ort angezeigt und je nach Abstand zum eigenen Tipp eine Punktzahl vergeben. In der kostenfreien Version ist die Spielzeit begrenzt. Der kostenpflichtige Pro-Account macht zeitlich unbegrenztes Spielen und das Zusammenspiel im Battle-Royal-Modus mit bis zu 20 Freundinnen und Freunden möglich. Altersempfehlung: ab 10 Jahren (Spieleratgeber NRW).

Welcher Fluss ist das? Kniffelige Quizfragen rund um die Welt beantworten

Für Kinder ab dem Grundschulalter sind die Lernspiele auf Toporopa gedacht. Hier dreht sich alles um den europäischen Kontinent. Egal ob Flaggen zuordnen, Flüsse bestimmen oder Hauptstädte erraten – dort finden Kinder und Jugendliche Lernanregungen und Spielspaß in einem. Vor jedem Spiel kann in der Bibliothek oder auf der Karte das eigene Wissen erweitert werden. Danach geht es per Quiz an die Lernerfolgskontrolle. Wer seine Kenntnisse weltweit testen möchte, ist auf Welt-Quiz Geografie richtig. Die beiden niederländischen Webseiten können in mehreren Sprachen verwendet werden und kommen mit wenig Werbung aus. Altersempfehlung: ab 8 Jahren (Internet-ABC).

Wo liegt was? Einfache Lernspiele für PC-Neulinge

Allein, mit Freundinnen und Freunden oder gegen den Computer antreten – das geht in den Lernspielen auf LearningApps. Kinder ab dem Vorschulalter können hier in Spielen wie dem Deutschland Quiz ihr Wissen unter Beweis stellen. Wer auf LearningApps ein Konto anlegt, kann eigene interaktive Lernspiele, sogenannte Apps, erstellen und mit anderen teilen. Das sind zum Beispiel Zuordnungsübungen, Multiple-Choice-Fragen oder Lückentexte. Hinter LearningApps steht ein Schweizer Verein, die Webseite ist werbefrei. Altersempfehlung: je nach Spiel von der Vorschule bis zum Abitur.

Was sollten Eltern beachten?

Ob bei Fernweh oder Wissensdurst – Geografie-Spiele bieten gute Unterhaltung, erweitern Kenntnisse und stillen so manche Sehnsucht. Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verschiedene Erdkunde-Games und bereisen Sie ganz ohne Gepäck virtuell unsere Welt. Beachten Sie dabei:

  • Kostenfreie Online-Games finanzieren sich meist über den Verkauf von Nutzer-Daten. Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten und den Daten Ihres Kindes um. Achten Sie beim Einrichten von Spiel-Accounts auf die Einstellungen zur Verwendung Ihrer Daten.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Werbung erkennen kann und fördern Sie einen bewussten und kritischen Umgang mit Online-Anzeigen. Verwenden Sie möglichst Werbeblocker für Ihren Browser.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für die Mediennutzung in der Familie und überlegen Sie, wie viel Bildschirmzeit angemessen ist.
  • Wählen Sie Online-Spiele sorgfältig aus und informieren Sie sich über die Hintergründe von Spieleseiten im Netz.
  • Pädagogisch wertvolle Angebote finden Sie zum Beispiel über die Kinder-Suchmaschinen fragFINN und Blinde Kuh.

*Antworten auf die Fragen in der Einleitung

1. Zypern liegt im südöstlichen Mittelmeer zwischen dem Libanon und der Türkei.

2. Vom Regenwald über die Pampa bis zur Küste Patagoniens ist Argentiniens Landschaft vielfältig und vor allem weitläufig.

3. Litauens Flagge hat drei horizontale Streifen in gelb, grün und rot.

Paranormal Television – Übersinnliches im Fernsehen 

Die Kamera zittert, der Wind streift durch den Wald, dann ein Schatten…eindeutig: Da versteckt sich ein unnatürliches Wesen in den Bäumen. Oder? 

Fernsehsendungen, die unter dem Schlagwort „paranormal“ laufen, beschäftigen sich mit allem, was übernatürlich und unerklärbar scheint. Für Kinder sind solche Formate oft schwer zu verstehen und einzuordnen. 

Kurz gefasst  

  • Paranormal bedeutet “übersinnlich”, “nicht natürlich erklärbar” und bezieht sich auf alle Phänomene, die nicht logisch zu fassen sind. 
  • Dazu gehören zum Beispiel Geister und Gespenster, Außerirdische oder Sagengestalten wie Big Foot oder Nessie. 
  • Fernsehsendungen zu paranormalen Themen gibt es bereits seit den 1960er Jahren. 
  • Heute finden sich zahlreiche unterschiedliche Sendungen in dem Genre. 
  • Werden Fernsehsendungen im Stil von Dokumentationen präsentiert, lassen sich Wahrheit und Fiktion besonders schwer unterscheiden. 

Unerklärlich, aber faszinierend – das Übernatürliche reizt Erwachsene und Kinder 

Sie heißen Ancient Aliens, Paranormal Challenge oder Ghost Hunters. Sie beschäftigen sich mit unerklärlichen Phänomenen, übernatürlichen Wesen oder sagenhaften Geschichten. Und sie versprechen ihrem Publikum nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch eine Portion Nervenkitzel und die aufregende Frage: „Kann das wahr sein?“  

In Sendungen über paranormale Themen verwischen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion. In früheren Fernsehangeboten wurde klar unterschieden zwischen Filmen, die eindeutig erfunden waren und Formaten wie Dokumentationen, die sich der Wahrheit verpflichteten. Aktuelle Angebote aus dem Trash TV bewegen sich oft in einer Grauzone. Es sind Reality-Dokus oder auch Scripted-Reality-Formate. Das heißt, dass sie in ihrer Aufmachung stark an Dokumentationen erinnern: Szenen werden möglichst ‚nah‘ und ‚authentisch‘ gezeigt, es werden Handyaufnahmen oder unscharfe Bilder präsentiert, die aussehen, als wurden sie zufällig aufgenommen. Die beteiligten Personen treten als Augenzeugen oder Expertinnen auf. Und auch die Inhalte werden so beschrieben, dass nie ganz klar ist, was Fakt und was Fantasie ist. 

Dieses Spiel mit der Halbwahrheit erhöht die Faszination, weil es eine große Nähe zur Lebenswelt des Publikums herstellt. Gerade für jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer erhöht es aber auch die Unsicherheit. 

“Was kann ich glauben?” – Kinder und das Paranormale 

Die fehlende Klarheit über den Realitätsgehalt der Inhalte birgt gleich mehrere Gefahren.  

Zum einen führen halbreale Formate dazu, dass Zuschauende zunehmend unsicher darüber sind, was sie glauben können. Da nicht eindeutig gekennzeichnet ist, wo die Fakten aufhören, macht sich das Publikum gezwungenermaßen einen eigenen Reim. Wir glauben manche Dinge, zweifeln andere an – ohne je zu wissen, was stimmt. So entstehen nicht nur Gerüchte und Verschwörungstheorien, auch das Vertrauen in Fernsehsendungen allgemein sinkt. Selbst seriöse Dokumentationen oder Nachrichten werden plötzlich skeptischer betrachtet.  

Kinder tun sich außerdem schwer damit, sich von gruseligen Darstellungen abzugrenzen. Sie können beispielsweise Ängste vor Geistern oder Monstern entwickeln. Je jünger Kinder sind, desto mehr leben sie ohnehin noch in einer Fantasiewelt und müssen erst lernen, diese von der Wirklichkeit abzugrenzen. Etwa ab dem Grundschulalter entwickeln Kinder ein Gespür für die Unterscheidung von Realität und Fiktion. Dafür brauchen sie aber klare Merkmale wie zum Beispiel Trickfilm-Figuren oder fliegende Gegenstände. Wenn in Sendungen Übersinnliches als real dargestellt wird, ist dies für Kinder schwierig zu durchschauen und dient eher der Verunsicherung.

Wie können Eltern damit umgehen? 

Eltern sollten im Umgang mit paranormalen Sendungen besonders aufmerksam sein. Kinder, die Fakt und Fiktion noch nicht unterscheiden können, sollten solche Sendungen am besten noch gar nicht anschauen. Pädagogische Einschätzungen zu Angeboten aus TV, Streamingdiensten, YouTube und Kino bietet der Elternratgeber FLIMMO. Wenn ältere Kinder sich für paranormale Sendungen interessieren, ist es wichtig, sie dabei zu begleiten. Schauen Sie sich eine Sendung gemeinsam an, bieten Sie Ihrem Kind das Gespräch an und sprechen Sie mit ihm darüber, wie solche Sendungen gemacht werden. Machen Sie Ihrem Kind verständlich, wie paranormale Geschichten und Sagen entstehen und dass diese keinen Realitätsgehalt haben. 

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliche Bilder „verschwinden“ nach kurzer Zeit vom Smartphone der Empfängerin oder des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Features: Snapchat+
  • Funktionen: kreative Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter mit Freunden teilen
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt (nach DSGVO ab 16 Jahren)
  • diverse Kontaktrisiken, u. a. ermöglicht die Ortungsfunktion die Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars und Marken. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen aktiviert ist. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Snapchat+ bietet einige Funktionen mehr, die bisher (Stand: Oktober 2022) allerdings eher Spielerei sind, z. B. die Auswahl verschiedener App-Symbole für den Handybildschirm oder die Markierung eines allerbesten Freundes.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Die App gehört zu den beliebtesten Anwendungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freundinnen und Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ werden Personen als Avatare dargestellt, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Know-how auf dem Gerät wiederherzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle darüber schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktion nutzen können. Das ist im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen ist auch die Funktion “Snap Map” kritisch zu sehen.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Dazu zählen nicht altersgemäße Bilder ebenso wie unangemessene Werbung oder Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Nutzende müssen sich an die Regeln der Plattform Snap halten. Die Nutzung von Snapchat ist Jugendlichen ab 13 Jahren nur mit der Erlaubnis ihrer Eltern gestattet. Es erfolgt allerdings keine technische Prüfung der Altersangabe.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte, wie z. B. pornografische Bilder, zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des deutschsprachigen Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich, andere Nutzende zu blockieren und zu melden. Sogenannte Content-Manager prüfen Verstöße gegen die Snapchat-Richtlinien.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat bietet Handysektor. Über das Family Center von Snapchat erhalten Eltern einen Überblick zu den Aktivitäten ihres Kindes in der App. Um sich mit dem Konto des Kindes zu verbinden, wird allerdings ein eigener Snapchat-Account benötigt.

Wenn Ihr Kind die App gern nutzen möchte, sollten Sie unbedingt über mögliche Gefahren sprechen. Regeln Sie, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch. Erklären Sie Ihrem, dass versendete Bilder per Screenshot vom Empfänger abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freundinnen und Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion Snap Map: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen. Wenn eine Freundin oder ein Freund Ihres Kindes Snapchat+ nutzt, sollte besonders darauf geachtet werden, die Tracking-Funktion zu deaktivieren oder die Person zu blockieren.

Patreon, Steady & Co. – Einnahmequellen für Creatorinnen und Creator

Jeden Monat werden automatisch ein paar Euro für den Netflix-Account vom Konto abgebucht. Das Kind bekommt gelegentlich ein neues Computerspiel oder Geld für die In-Game-Käufe in der Spiele-App. Aber wie sieht es mit anderen Inhalten im Netz aus? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie kreative Menschen im Netz ihr Geld verdienen, außer mit Werbung. Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kind nach Ihrem PayPal-Account fragt, weil es gern seiner Lieblingsmusikerin bei Spotify Geld spenden möchte?

Für kreative Inhalte im Netz bezahlen

Creatorinnen und Creator sind Menschen, die im Netz Inhalte veröffentlichen – also Influencer, Musikerinnen, Autoren usw. Viele von ihnen verdienen ihr Geld über Einnahmen aus Werbeverträgen bzw. geschaltete Werbung und dadurch, dass ihre Inhalte, wie Songs oder Podcasts, über Streamingdienste angehört werden. Allerdings können nicht alle kreativen Menschen allein davon leben. Creatorinnen und Creator können darüber hinaus von ihren Fans über Spendenaktionen und bestimmte Plattformen finanziell unterstützt werden. Damit zeigen ihnen ihre Fans, dass ihnen die Inhalte wichtig und für sie wertvoll sind. Durch die Unterstützung können sich Künstlerinnen und Künstler unabhängiger von kommerziellen Plattformen machen und ihren Fans zusätzlich exklusive Inhalte anbieten.

Bezahlinhalte im Internet werden immer selbstverständlicher. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag „Alles kostenlos im Netz?“.

Wo gibt es Bezahlinhalte und was steckt dahinter?

Abgesehen von kostenpflichtigen Abos, Accounts und Apps gibt es Unterstützungsmöglichkeiten über spezielle Plattformen und Streamingdienste.

Spotify

Wer bestimmten Creatorinnen und Creator auf Spotify folgt, kennt vielleicht den Spendenbutton auf ihrer Personenseite. Darüber können Fans via PayPal Podcasterinnen, Musiker und Bands Geld spenden. Nicht bei allen Künstlerinnen und Künstlern gibt es diesen Button. Da es sich um eine Spende handelt, ist der Betrag nicht festgelegt. Außerdem haben Fans keine Vorteile dadurch, aber sie unterstützen die Person, so dass sie auch zukünftig Content produzieren kann.

Steady

Steady ist eine Art Crowdfunding-Plattform aus Deutschland. Crowdfunding bedeutet, dass viele Menschen (Crowd = Menge) die Arbeit weniger Personen finanzieren. Das Besondere an Steady ist, das Interessierte und Fans Medienmachende regelmäßig unterstützen, indem sie monatlich einen bestimmten Betrag für eine Mitgliedschaft zahlen. Als Gegenleistung erhalten sie über die Steady-Seite oder Social-Media-Plattformen der Künstlerin oder des Creators exklusive Inhalte. Das können beispielsweise Instagram-Stories sein, die nur Steady-Nutzende sehen oder Podcastfolgen, die nur für Abonnenten zu hören sind. Steady erfordert eine kostenlose Registrierung. Einige Betreiberinnen und Betreiber von Steady-Projekten bieten auch kostenlose Inhalte, z. B. den Newsletter „Schreibers Naturariums

Patreon

Patreon funktioniert ähnlich wie Steady, aber kommt aus den USA. Auch hier können  Kreative von ihren Fans regelmäßig einen selbstbestimmten Geldbetrag erhalten. Die Fans heißen „Patrons“, im Deutschen bedeutet das „Förderer“. Interessierte finden hier weltweit tätige Kreative aus den Bereichen Podcast, Musik, Video/Film, Spiele, Bildung usw. Patrons können die Creators unterstützen, indem sie einen monatlichen Beitrag leisten oder die Nutzung einzelner Inhalte bezahlen.

Worauf sollten Sie achten?

Hat Ihr Kind bereits Interesse für exklusive Inhalte eines Creators oder einer Creatorin geäußert? Überlegen Sie gemeinsam, ob es sinnvoll ist, Taschengeld zu investieren. Die Werbefreiheit ist ein Vorteil auf Seiten wie Steady und Patreon. Dennoch sollten Sie sich informieren, welche Inhalte die Person veröffentlicht, bevor Sie Ihrem Kind erlauben, Geld dafür auszugeben.

Überlegen Sie gemeinsam, wie viele Creatorinnen oder Creators unterstützt werden können und wie lange. Wenn Sie beispielsweise mit Ihrem Kind vereinbaren, dass ein oder zwei Unterstützungen zu einem bestimmten Preis okay sind, muss es bei einem neuen Unterstützungswunsch erst wieder einen anderen canceln. Andernfalls wird möglicherweise mehr Taschengeld dafür ausgegeben als vorhanden.

Podcast-Apps

Kopfhörer auf die Ohren und Podcast im Smartphone angemacht – schon kann der Hörgenuss losgehen! Doch über welche Plattformen und Apps kann man Podcasts hören? Welche Angebote eignen sich am besten? Was gibt es dabei zu beachten?

Podcast-App ist nicht gleich Podcast-App

Podcasts lassen sich auf verschiedenen Wegen hören: direkt über die Internetseite eines Anbieters oder über verschiedene Apps. Die Apps selbst lassen sich unterscheiden in Streaming-Plattformen, wie z. B. Spotify und Amazon Music, und sogenannte Podcatcher.

Podcasts bei den großen Streamingdiensten

Über die gängigen Plattformen für Audioinhalte können Nutzerinnen und Nutzer auch auf Podcasts zugreifen. Über die Such- bzw. Filterfunktion kann nach Podcasts gesucht werden. Zum Teil handelt es sich um exklusive Podcasts, die es nur auf der jeweiligen Plattform gibt. Die Apps sind in der Regel kostenlos, aber erfordern eine Registrierung. Wer zwischendurch keine Werbung hören möchte, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen.

  • Amazon Music und Audible vom US-amerikanischen Konzern Amazon haben jeweils nur ein Bezahlmodell.
  • Deezer ist eine App aus Frankreich. Es gibt zwei kostenpflichtige Abo-Modelle mit Offline-Funktion: Deezer Family mit mehreren Konten und Deezer Premium.
  • Spotify aus Schweden bietet verschiedene kostenpflichtige Premium-Abos (u. a. Family für bis zu sechs Konten).

Bei Family-Abos können Sie ein eigenes Konto für Ihr Kind einrichten. Darin können Sie eine Playlist mit altersgemäßen Podcasts anlegen. 

Podcasts hören über Podcatcher

Podcatcher sind Apps, mit denen Podcasts abonniert, Episoden heruntergeladen und direkt angehört werden können. Über eine Suchfunktion lassen sich neue Podcasts hinzufügen. Solche Apps eignen sich für alle, die gern und regelmäßig Podcasts hören. Podcatcher können auf sehr viele Podcasts zugreifen, beispielsweise auf Inhalte aus der ARD-Audiothek.  Da das Podcatcher-Angebot in den App-Stores sehr groß, haben wir folgende Auswahl zusammengestellt, die bei der Entscheidung für eine solche Podcast-App helfen kann:

AntennaPod

Die kostenlose App gibt es nur für Android. Der Funktionsumfang ist reduziert, dafür aber übersichtlich. Absoluter Pluspunkt ist der gute Datenschutz. Die App lässt sich auch ohne Google-Konto (über den alternativen App-Store F-Droid) herunterladen und nutzen. Sie ist Open Source und dahinter steht kein Unternehmen, das mit der App Geld verdienen möchte.

Apple Podcasts

Die App läuft nur auf iOS. Sie ist auf den Geräten bereits vorinstalliert. Wer mehrere Apple-Geräte nutzt, kann die Podcast-Inhalte synchronisieren, d. h. von mehreren Geräten darauf zugreifen. Leider müssen bestimmte Einstellungen in der App für jeden Podcast einzeln vorgenommen werden, z. B. automatischer Download beim Erscheinen einer neuen Folge aktivieren oder deaktivieren. Der Aufbau der App ist verständlich und übersichtlich.

Google Podcasts

Die kostenlose App ist auf den meisten Android-Geräten vorinstalliert und erfordert ein Google-Konto. Dann lassen sich Inhalte über Geräte hinweg synchronisieren. Podcast-Folgen können auch heruntergeladen und offline angehört werden.

Overcasts

Die kostenlose App gibt es nur für iOS. Sie bietet einen größeren Funktionsumfang als Apple Podcasts und kommt mit ungewöhnlichen Features, z. B. Voice Boost, so dass Podcasts angenehm und einheitlich laut klingen. Hinter der App steht kein großes Unternehmen, sondern ein einzelner Entwickler, der selbst Podcaster ist.

Pocket Cast

Die App gibt es für Android und iOS kostenlos und sie ist auch als Web-App verfügbar. Die App hat einen großen Funktionsumfang, u. a. das Erstellen eigener Playlisten. Zusatzfunktionen müssen über In-App-Käufe bezahlt werden, sind aber für die meisten Nutzenden nicht erforderlich. Die App kann für Neulinge etwas unübersichtlich sein.

Podimo

Die App selbst ist kostenlos, aber nach einem Probezeitraum muss die Nutzung per Abo bezahlt werden. Sie ist für Android und iOS erhältlich. Darin gibt es nicht nur Podcasts, sondern auch Hörspiele und Hörbücher.

Procast

Die kostenlose App eines deutschen Entwicklers ist für Android und iOS erhältlich. Das Besondere: die App sammelt keine Daten ihrer Nutzenden. Außerdem wurden viele der teilweise innovativen Features gemeinsam mit Podcast-Fans entwickelt. Die App eignet sich für Podcast-Neulinge ebenso wie für Vielhörerinnen und Vielhörer.

Das ist noch wichtig zu wissen

Nicht für alle eignen sich Podcatcher. Wenn Sie oder Ihr Kind nur gelegentlich Podcasts hören und sowieso Plattformen wie beispielsweise Spotify nutzen, reicht die entsprechende App sicherlich aus.

Lesen Sie sich vor Installation einer neuen App aufmerksam die Beschreibungen in den App-Stores durch. Beachten Sie insbesondere, auf welche Smartphone-Funktionen die Podcast-App zugreifen möchte und ob das für Sie sinnvoll erscheint. Sie können Apps auch installieren und ausprobieren, bevor Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für die Nutzung entscheiden. Denken Sie daran, die nicht genutzten Apps zu deinstallieren und den Account zu löschen. So schonen den Smartphone-Speicher und sorgen dafür, dass ungenutzte Apps keine Daten tracken können.

BeReal – Deine Freunde in echt

„Ich kann jetzt nicht – ich muss ein BeReal machen!“ So oder ähnlich klingt es vielleicht bei Ihnen zu Hause seit einiger Zeit. Die Social-Media-App BeReal will anders sein und begeistert mit ihrem ungewöhnlichen Konzept: spontane Schnappschüsse aus dem Alltag statt inszenierte Bilder und Videos. BeReal zählt 2022 zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps.

Kurz gefasst

  • Kostenlose Social-Media-Foto-App für Android und iOS
  • Altersfreigabe: ab 12 Jahren (keine Überprüfung der Altersangabe)
  • Werbefrei
  • Erfordert Registrierung mit Namen, Geburtsdatum und Telefonnummer
  • Problematisch: Sammeln personenbezogener Daten, fehlende Datenverschlüsselung, Umgang mit Persönlichkeitsrechten

Wie funktioniert BeReal?

BeReal bedeutet übersetzt „Sei echt!“. Nutzende erhalten einmal am Tag von der App die Aufforderung, ein Foto von sich in ihrer aktuellen Situation zu machen. Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt, variiert von Tag zu Tag und geht an alle Nutzenden gleichzeitig raus.

Innerhalb von zwei Minuten muss dann gleichzeitig ein Foto mit der Front- und der Rückkamera gemacht und veröffentlicht werden. Die beiden Fotos werden als Bild-im-Bild angezeigt. Andere Bilder aus der Fotogalerie können nicht hochgeladen werden. Innerhalb der vorgegeben zwei Minuten muss außerdem entschieden werden, ob das Bild nur mit den befreundeten Kontakten oder öffentlich im Discovery-Feed geteilt wird. Sobald das Foto hochgeladen wurde, sind auch die Fotos von befreundeten Kontakten einsehbar. Wird ein Bild zu einem späteren Zeitpunkt hochgeladen, wird es mit „Late“ (= verspätet) gekennzeichnet. Die geposteten Aufnahmen löschen sich automatisch nach 24 Stunden aus dem Feed. An bestimmten Tagen ruft BeReal besondere Challenges aus.

In der App gibt es keine Filter oder Bildbearbeitung und es können keine Videos aufgenommen werden. Auch Likes können nicht vergeben werden und die eigene Followerzahl ist nicht öffentlich sichtbar. Stattdessen ist gibt es ein weiteres ungewöhnliches Feature: Auf Beiträge anderer wird mit Emojis oder sogenannten RealMojis reagiert. Damit können personalisierte Grimassen und Grüße verschickt werden.

Öffentliche Fotos können jederzeit gesehen werden. Freunde lassen sich über die Synchronisation mit den eigenen Kontakten oder über die Suche nach Usernamen finden und hinzufügen. Auch Profile aus dem öffentlichen Feed können hinzugefügt werden.

Was begeistert Jugendliche an der App?

Neue Apps sind dann interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, wenn sie anders sind. Deshalb ist BeReal mit seinen neuen und ungewöhnlichen Funktionen faszinierend für Jugendliche. Es ist spannend und aufregend, weil die Push-Nachricht jederzeit kommen kann. Dann muss spontan und unter Zeitdruck, ein Foto gemacht werden – ohne viele Versuche und ohne Filter. So lange die App neu und für viele Erwachsene noch ungewohnt ist, ist sie für Jugendliche besonders attraktiv, weil sie sich damit von ihnen abgrenzen können.

Was kann problematisch sein an BeReal?

Aus Sicht der Jugendlichen wird es nicht immer leicht sein, der Aufforderung der App nachzukommen, weil sie in der Schule nicht jederzeit ihr Handy rausholen können. Für einige kann der Druck, der durch die Push-Nachricht ausgeübt wird, unangenehm sein oder dazu führen, dass unüberlegt Fotos in Privatsituationen gemacht und veröffentlicht werden. Es kann auch sozialer Druck entstehen, Fotos zu machen, die ohne Filter und Bildbearbeitung aufregend sind und dann entsprechend positive Kommentare und Reaktionen erhalten.

Bei der Registrierung auf BeReal werden personenbezogene Daten wie Name oder Telefonnummer erhoben. Zudem wird die IP-Adresse gespeichert und Daten werden unverschlüsselt übertragen. Wenn der Zugriff auf das eigene Adressbuch erlaubt wird, gelangen die Anbieter der App auch ungefragt an die Daten von Nicht-BeReal-Nutzenden. In der Android-App gibt es (Stand: September 2022) eine Blockierfunktion für fremde Kontakte – allerdings bisher nicht für iOS.

Auch auf den geposteten Fotos können andere Personen zu sehen sein, die in der unerwarteten Foto-Situation nicht schnell genug die Konsequenzen überblicken konnten und dann im öffentlichen Feed der App landen. Fotos können zudem unbemerkt per Screenshot von anderen gesichert und weiterverbreitet werden.

Hinter der App steckt ein französisches Unternehmen mit dem gleichen Namen: BeReal. BeReal klärt auf seiner Website über die Nutzungsbedingungen und den Umgang mit Daten (Privacy Policy) auf, allerdings nur auf Englisch und Französisch.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind Interesse an der App hat, sollten auch Sie sich BeReal genauer anschauen – am besten tun Sie das gemeinsam. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Kommunikationsrisiken, die mit der Nutzung der App verbunden sind. Vereinbaren Sie vorher, welche Fotos dort veröffentlicht werden dürfen, so dass Ihr Kind in der Drucksituation bewusst reagieren kann.

Die App greift auf viele Funktionen des Smartphones zu, die teilweise unbegründet sind, z. B. Mikrofon und Standort. Prüfen Sie die App-Berechtigungen direkt nach der Registrierung und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Zugriffe notwendig und sinnvoll sind. Am besten stellen Sie den Account auf privat, so dass nur Personen in der Freundesliste die geposteten Bilder sehen können. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es nur Personen als Freunde hinzufügen sollte, die es auch tatsächlich kennt.

Fragen Sie regelmäßig nach den Nutzungserfahrungen Ihres Kindes und seien Sie bei Problemen immer ansprechbar.

Beliebte Spiele: FIFA

FIFA ist die bekannteste und beliebteste Reihe von Fußball-Videospielen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Teams aus realen Fußball-Ligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden.

Kurz gefasst:

  • beliebtestes Fußballsimulationsspiel
  • für PC und alle gängigen Spielekonsolen
  • Ergänzung: FIFA WebApp für PC und Smartphone (iOS und Android)
  • neueste Version FIFA 23 (veröffentlicht am 30.09.2022)
  • keine Altersbeschränkung, empfohlen ab 8 Jahren
  • Hersteller ist EA Sports mit Sitz in Kanada

Was ist FIFA?

FIFA gehört zu den bekanntesten Spielen unter Jugendlichen. Dabei wird die Beliebtheit von bekannten Mannschaften und Fußballstars genutzt. Jugendliche können in die Rolle ihres Lieblingsspielers oder ihrer Lieblingsspielerin schlüpfen und allein oder gemeinsam mit anderen im Online-Modus plattformübergreifend gegen andere Teams antreten.

Was fasziniert Jugendliche an FIFA?

FIFA ist besonders interessant für Jugendliche, die sich ohnehin für Fußball begeistern und so ihren Lieblingssport noch auf eine andere Art und Weise erleben können. Das Spiel stellt eine Verbindung zu den realen Mannschaften und Spielerinnen und Spielern her, die für viele Fußballfans Idole sind. Seit FIFA 23 sind auch einige Frauenfußball-Ligen im Spiel vertreten.

Das gemeinsame Spielen mit anderen und das Wettkampfprinzip bieten einen besonderen Spaß. Spannend sind die klaren Regeln, die vom Fußballplatz übernommen werden und in der Spielumgebung umgesetzt werden müssen: Ein Foul ist auch bei FIFA ein Foul. Verschiedene Spielmodi wie der Manager-Modus bieten die Möglichkeit, über das Spiel auf dem Rasen hinaus die virtuelle Fußballwelt zu gestalten. Hier kann z. B. auf Geburtstagspartys oder über Social-Media-Posts die Karriere gefördert werden.

Der beliebteste Modus im Spiel ist FIFA Ultimate Team (FUT). Der Reiz besteht darin, sich nach dem Sammelkarten-Prinzip sein eigenes Team aus den Lieblingsspielerinnen und Spielern zusammenzustellen und sich mit Gamerinnen und Gamern aus der weltweiten Community zu messen. Über die FIFA WebApp können Jugendliche per Handy oder PC abseits des Spiels an ihrem Lieblingsteam feilen.

Was kann problematisch sein an FIFA?

Wie beim Fußballspiel auf dem Sportplatz oder im Stadion kann es auch Konflikte im Computerspiel geben – etwa Streit oder Beleidigungen im Mehrspieler- oder Onlinemodus.

Die Kritik, dass es im Profifußball um viel Geld geht und der Sport an Bedeutung verliert, wird bei FIFA ausgeblendet. Die Idole und Lieblingsmannschaften werden durchweg positiv dargestellt und sind Vorbilder. Die Kommerzialisierung des Fußballs zeigt sich auch im Online-Modus: Mit dem nötigen Geld lässt sich im Spiel-Modus FIFA Ultimate Team die Traummannschaft zusammenstellen.

Als Alternative für Spielbelohnungen (bspw. für abgeschlossene Online-Turniere) lässt sich gegen echtes Geld die In-Game-Währung FIFA Points kaufen, welche im Spiel direkt in neue Spieler*innen, virtuelle Güter oder zufallsbasierte Spieler*innen-Pakete (sogenannte Lootboxen) investiert werden kann. Lootboxen sind umstritten, weil ihr Prinzip an Glücksspiele erinnern: Mal sind die darin erhaltenen Spielerinnen und Spieler besser, Mal schlechter. Das kann gerade unerfahrene Gamerinnen und Gamer zu hohen In-Game-Ausgaben verleiten.

Das Spiel enthält inhaltlich gesehen keine jugendschutzrelevanten Aspekte und wurde deshalb bisher ohne Altersbeschränkung von der USK freigegeben. Durch die Änderung des Jugendschutzgesetzes können in Zukunft auch Nutzungsrisiken wie Kauffunktionen in die Bewertung mit einbezogen werden. Diese soll vorrangig durch Zusatzinformationen erfolgen, kann bei fehlenden technischen Vorsorgemaßnahmen des Anbieters aber auch Auswirkungen auf die Altersfreigabe haben.

Was sagt der Anbieter?

EA Sports stellt den sportlichen und spielerischen Charakter des Spiels in den Vordergrund. Der Anbieter EA Sports verdient neben dem jährlichen Verkauf seiner FIFA-Lizenzen mit Mikrotransaktionen wie Lootboxen beträchtliche Summen. Der Hersteller bezeichnet sie als „virtuelle Überraschungseier“ und sieht keinen Änderungsbedarf.

Was sollten Eltern sonst beachten?

Eltern sollten erkennen, dass für Kinder und Jugendliche bei FIFA vor allem der Spaß am gemeinsamen Spiel im Vordergrund steht. Spielen Sie einmal zusammen mit Ihrem Kind und versuchen Sie die Faszination nachzuvollziehen. Dies verbindet und bietet gleichzeitig die Gelegenheit, sich über die kritischen Aspekte des Fußballs auszutauschen.

Seien Sie sensibel für die möglichen Konflikte innerhalb des Spiels. Geben Sie Tipps und vereinbaren Sie Regeln, wie es sich bei der Kommunikation in Online-Spielen am besten verhalten sollte.

Besonders aufmerksam sollten Sie als Eltern bei In-Game-Käufen sein. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ob diese notwendig sind und legen Sie – falls gewünscht – eine Obergrenze fest. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren der Glücksspielmechanismen. Die gängigen Spielekonsolen bieten zudem detaillierte Schutzeinstellungen, in denen Käufe innerhalb eines Spiels verboten werden können.

Beliebte Spiele: Lost Ark

Geheimnisvolle Geschichten, zauberhafte Luftschlösser, magische Wesen und epische Kämpfe – wer in einer fiktiven Fantasy-Welt gerne eine Heldin oder ein Held sein und sie vor dämonischen Angriffen retten möchte, ist bei Lost Ark genau richtig. Das Online-Spiel von Amazon Games ist bei Jugendlichen sehr beliebt. Hier erfahren Sie, um was es geht!

Kurz gefasst

  • Altersfreigabe (laut USK): ab 16 Jahren
  • verschiedene Spielmodi, z. B. als Einzelspieler oder im Team
  • kostenloses Spiel
  • beinhaltet In-Game-Käufe
  • nur auf Windows-PC online spielbar

Was ist Lost Ark?

Das Spiel Lost Ark ist ein sogenanntes MMORPG. Diese Abkürzung steht für “Massively Multiplayer Online Role-Playing Game” und bedeutet, dass Spielerinnen und Spieler online in verschiedene Rollen schlüpfen, eine Welt teilen und mit Fremden oder Freunden zusammenspielen können. In Lost Ark wird aus der Perspektive eines Helden oder einer Heldin gespielt. Der Hauptauftrag (auch Quest genannt) ist, die Fantasy-Welt vor Dämonen zu beschützen. Das gelingt, indem der Held oder die Heldin die verlorenen Archen (“Lost Arks”) einsammelt. Es gibt fünf Arten von Charakteren: Krieger, Kampfkünstlerin, Kanonier, Magier oder Assassinen. Spielende können bis zu zwölf Charaktere frei erstellen, abwechselnd spielen und nach und nach erweitern. Wer keine Lust auf die Hauptquests hat, kann zu den Nebenquests wechseln und in Arenen gegen andere Spielende kämpfen, in Freundesgruppen Monster jagen oder seine Charaktere und deren Ausrüstung verbessern.

Was fasziniert Jugendliche an Lost Ark?

Lost Ark handelt von Heldinnen und Helden, Dämonen und Eroberungen – viele Jugendliche begeistern sich für solche Geschichten. Das fantasievolle Design mit ihrer vielfältigen und detailreichen Spielwelt bietet den Jugendlichen viel Raum für Entdeckungen. Durch die frei erstellbaren Charaktere können Jugendliche ihrer Fantasie freien Lauf lassen, unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände sammeln und ihre Charaktere mit verschieden Skins individuell gestalten.  

Lost Ark bietet Jugendlichen eine Fülle an Spielmöglichkeiten. Wer keine Lust auf Quests hat, kann Verliese erkunden, auf Abenteuerreisen gehen oder andere Spielerinnen und Spieler in der Arena bekämpfen.

Was kann an dem Spiel problematisch sein?

Das Spiel enthält Darstellungen von Gewalt, die Personen unter 16 Jahren überfordern können.

Lost Ark ist ein kostenloses Spiel und damit komplett ohne Einsatz von Echtgeld spielbar. Im Spiel wird mit Kristallen gehandelt. Wer Quests erfolgreich abschließt, erhält dafür Kristalle. Darüber hinaus gibt es verschiedene kostenpflichtige Starterpakete, die Zugriff auf mehr Kristalle, bessere Ausrüstung und temporäre Boni gewähren. Diese gekauften Vorteile führen dazu, dass Spielende schneller vorankommen. Lost Ark wird deshalb vorgeworfen, ein sogenanntes PTW-Spiel (Pay-to-Win = „bezahlen, um zu gewinnen“) zu sein. Erst mit dem Spielen der Hauptquests ab Level 50 geht der Kampf gegen die stärksten, die sogenannten Bossgegner, richtig los. Das kann Jugendliche insbesondere in der Anfangsphase dazu verleiten, In-Game-Käufe zu tätigen, um schneller höhere Level zu erreichen.

Über den In-Game-Chat können sich Gamerinnen und Gamer in Lost Ark während des Spielens austauschen. Hier kann es zur Kontaktaufnahme durch Fremde kommen, was mit Risiken wie etwa Cybergrooming verbunden ist.

Was meint der Anbieter?

Anbieter des Spiels ist Amazon Games. Durch das Spielen von Lost Ark und die Nutzung der Lost Ark-Website gelten die Amazon-Datenschutzhinweise.

Amazon Gaming bietet die Möglichkeit, Spielende, die betrügen, belästigen oder in anderer Weise gegen die Verhaltensrichtlinien verstoßen, zu melden.

Amazon Games und die Betreiber von Lost Ark sind auf Twitter und ihrer Websete aktiv, wo Informationen wie z. B. über Serverprobleme und neue Updates geteilt werden.

Was sollten Eltern beachten?

Lost Ark ist aufgrund der Gewaltdarstellungen und der Alterskennzeichnung von USK und PEGI nicht für Kinder und jüngere Jugendliche geeignet ist. Grundsätzlich sollten Sie als Eltern die offiziellen Altersbeschränkungen des Jugendmedienschutzes ernstnehmen. Wählen Sie Medieninhalte immer nach Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes aus. Die USK hat das Spiel ab 16 Jahren freigegeben, da Kämpfe und gewalttätige Auseinandersetzungen innerhalb der Storyline stattfinden. Das europaweite Alterseinstufungssystem PEGI hat das Spiel sogar erst ab 18 Jahren freigegeben, da das Spiel Gewalt, wie z. B. das grundlose Töten unschuldiger Charaktere, beinhaltet.

Lost Ark verleitet zu In-Game-Käufen mit dem Einsatz von echtem Geld. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, ob und wann es sich Artikel kaufen darf. Wenn Ihr Kind Lost Ark über Steam heruntergeladen hat, können Sie bei der Familienansicht bestimmte Funktionen von Lost Ark, wie etwa die In-Game-Käufe, einschränken. Damit können Sie Ihr Kind Lost Ark spielen lassen, ohne Angst vor versehentlichen Kosten zu haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die verantwortungsbewusste Verwendung von Online-Chats und welche Risiken damit verbunden sind. Wenn Fremde Kontakt zu Ihrem Kind aufnehmen wollen, sollte es vorsichtig sein und keine persönlichen Daten weitergeben. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann, wenn es mit unangenehmen oder beängstigenden Inhalten konfrontiert wird. 

Durch die fesselnde Spielwelt kann Ihr Kind schnell die Zeit vergessen. Als Eltern sollten Sie darauf achten, dass sich Ihr Kind beim Spielen nicht überanstrengt. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann und wie lange es spielen darf. Vereinbaren Sie gemeinsam, wann und ob Sie die Medienzeit kontrollieren (müssen).


Geschichten zum Hören – Hörbücher und Apps

Junge Menschen nutzen Streamingdienste für Musik und Podcasts. Auch Hörbücher sind sehr beliebt. Wer keine Lust hat, selbst zu lesen oder unterwegs Geschichten hören möchte, nutzt sie über Apps und Audiotheken. Das Angebot für unterschiedliche Altersgruppen wächst stetig.

Hörbücher und Hörspiele

Hörbücher sind im Unterschied zu Hörspielen eingelesene Bücher. Sprecherinnen und Sprecher lesen die Bücher vor. Die Aufzeichnungen können dann über Hörbuch-Apps, Streaming-Dienste, Audiodateien oder CD angehört werden. Hörspiele unterscheiden sich von Hörbüchern darin, dass die Geschichten wie bei einem Film oder einer Serie gespielt werden – mit verteilten Rollen, Musik und Geräuschen.

Kino im Kopf – was Hörbücher leisten

Kinder mögen Geschichten – sie sind spannend, bieten Vorbilder, und vertreiben die Langeweile. Das Besondere an Audiogeschichten: Sie regen die Fantasie an und fördern die Kreativität der jungen Hörerinnen und Hörer. Ganze Welten entstehen im Kopf. Hörbücher sind eine schöne Gelegenheit, in Geschichten und andere Welten abzutauchen. Genauso können sie herausfordernde Themen aufgreifen und Kindern erklären, Werte vermitteln, Trost spenden, das Zuhören schulen und zur Sprachentwicklung beitragen.

Viele Kinder bekommen in jungen Jahren Bücher vorgelesen und verbinden diese Situationen mit positiven Gefühlen. Eltern haben nicht immer Zeit vorzulesen. Dann bieten Hörbücher und Hörspiele eine gute Ergänzung. Irgendwann fühlen sich Kinder zu alt, vorgelesen zu bekommen. Manche Kinder und Jugendliche tun sich schwer, ganze Bücher zu lesen. Andere können Bücher am besten „mit den Ohren lesen“, weil sie blind oder sehbehindert sind. Hörbücher können für Kinder, die nicht gern lesen, auch ein Anreiz sein, Bücher zu entdecken und dann selbst zum Buch zu greifen. Ein weiterer Vorteil von Hörbüchern und Hörspielen: Kinder können immer wieder in Geschichten oder Szenen reinhören, die sie inhaltlich bewegen.

Auswahl geeigneter Audioinhalte

Achten Sie auf kindgerechte und altersgemäße Audioinhalte. Es gibt Hörbücher (und Hörspiele), die Kinder emotional überfordern, verängstigen oder erschrecken können. Die Auswahl ist riesig. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl folgende Kriterien:

  • Geschichte und Figuren sind an die Lebenswelt von Kindern orientiert. Kinder können sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und folgen der Handlung gespannt.
  • Die Stimmen passen zur Geschichte und den Figuren. Kinder hören gerne zu. Zu viele Stimmen und Figuren können kleine Kinder überfordern.
  • Kinder mögen und brauchen klare Strukturen. Deshalb sollte die Geschichte akustisch leicht zu verstehen und zu verfolgen sein.
  • Dazu gehört auch, dass die Geschichte genug Spannung hat, um ihr zu folgen, aber nicht so viel, dass Ihr Kind diese nicht ertragen kann und sich ängstigt.

Nutzen Sie bei der Auswahl Themenfilter und achten Sie auf die Beschreibung und Altersempfehlung. Hörgeschichten, die mit dem Auditorix-Hörbuchsiegel ausgezeichnet sind, sind besonders zu empfehlen. Einen Überblick nach Alter inkl. Hörprobe zu den einzelnen Hörbüchern erhalten Sie in der Online-Datenbank von Auditorix.

Hörbücher finden

An Hörbücher und Hörspiele kommen Sie und Ihr Kind auf verschiedenen Wegen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Kostenlose Angebote

Die meisten (öffentlichen) Bibliotheken haben ein digitales Angebot. Über die sogenannte Onleihe, die es als App gibt, können u. a. elektronische Audiodateien ausgeliehen werden. Dafür wird nur ein Büchereiausweis benötigt, den Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in der Regel kostenlos bei ihrer örtlichen Bibliothek bekommen. Auch vor Ort werden Hörbücher verliehen z. B. auf CDs oder als Tonie-Figur für die Hörbox.

Die Audiotheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ebenfalls ein großes Angebot. Die Audiotheken sind als Webversion oder App verfügbar. In der ARD-Audiothek und der Dlf Audiothek gibt es viele Audioinhalte für Kinder.

Im Internet können Sie bei vorlesen.net (auch als App verfügbar) kostenlos selbst produzierte Hörbücher und Hörspiele downloaden. Meistens handelt es sich um klassische Geschichten wie die Märchen der Gebrüder Grimm, Geschichten von Karl May usw. Es gibt einen eigenen Bereich für Kinder & Jugendliche. Ein ähnliches Angebot macht LibriVox – allerdings ist die Seite auf Englisch. Über die Filterung können auch deutsche Audioinhalte angezeigt werden.

Kostenpflichtige Angebote

Bekannte Musik-Streamingdienste – wie Spotify und Amazon Music – bieten auch Hörspiele und Hörbücher. Da die kostenlosen Accounts häufig nur Basisfunktionen haben, sind diese dafür nicht uneingeschränkt nutzbar. Spotify Kids ist nur mit Premium-Account nutzbar und bietet Zugriff auf kindgerechte Hörinhalte ohne Werbung.

Darüber hinaus gibt es Apps und Plattformen nur für Hörbücher. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Audible, das Angebot von Amazon, und BookBeat.

  • Audible hat ein großes Angebot deutsch- und anderssprachiger Hörbücher. Es lässt sich mit einem Amazon-Account oder mit einem Audible-Account nutzen. Die Nutzung eines Hörbuchs kann einzeln oder in Form eines Abos bezahlt werden (9,95 €/Monat – Stand September 2022). Hörbücher können online heruntergeladen oder direkt über die App gehört werden. Es gibt die Möglichkeit, das Angebot in einem kostenlosen Probemonat zu testen.
  • BookBeat ist ein schwedischer Audio-Streaming-Dienst für Hörbücher, der über eine App funktioniert. Das Angebot an Hörbüchern ist vergleichbar mit Audible. Einige Bücher sind auch als E-Book zum Lesen verfügbar. Es gibt zwei Abos, die nach monatlichen Hörstunden (ab 9,99 €/Monat) variieren. BookBeat erfordert eine Registrierung – im ersten Monat kann das Angebot kostenlos getestet werden. Im „Kinderprofil“ werden nur kinderfreundliche Hörbücher angezeigt.
  • Storytel ist ebenfalls ein schwedisches Angebot und mit der entsprechenden App und nach Registrierung nutzbar. Auch hier gibt es zwei Abomodelle nach Hörstunden (ab 7,90 €/Monat) und einen kostenlosen Probezeitraum. Storytel verfügt über einen abgesicherten Kinder-Modus, der über PIN im Elternkonto gesichert wird. Darin hat Ihr Kind ein eigenes Bücherregal und Zugriff auf das Kinderangebot von Storytel.

Besonders jüngere Kinder können Geschichten über eine Hörbox anhören. Neue Inhalte können heruntergeladen und aufgespielt oder neue Figuren für die Toniebox angeschafft werden.

Was noch wichtig ist

Wenn Ihr Kind selbständig Hörbuch-Apps oder Streamingdienste nutzt, sollte der Kindermodus aktiviert sein – soweit vorhanden. Auch das Hören von Hörbüchern ist Mediennutzung, die Teil der familiären Medienregeln sein sollte. Schaffen Sie einen Ausgleich dazu, sodass sich Ihr Kind ausreichend bewegt und Abwechslung hat.

Google – ohne den Internetgiganten geht fast nichts!?

„Warte, ich google das mal schnell!“. Diesen Satz haben Sie oder Ihr Kind bestimmt auch schon einmal gesagt. Google gilt als die meistbesuchte Webseite der Welt. Das Wort „googlen“ wird so häufig verwendet, dass es seit 2004 im Duden steht. Ob Suchmaschine, Kartendienst oder Mailkonto – Google gehört selbstverständlich zu unserer Mediennutzung, weil vieles im Alltag dadurch einfacher wird. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Aufwachsen mit Google

Kinder und Jugendliche setzen Google teilweise mit dem Internet gleich. Nicht nur junge Menschen nutzen ein Android-Smartphone und sind damit automatisch mit einem Google-Konto verbunden. Sie speichern ihre Bilder in Google Fotos, teilen ihren Standort über Google Maps und nutzen den Browser Google Chrome zum Surfen im Netz.

Erwachsene kennen häufig noch die Anfangszeiten, als Google „nur“ eine Suchmaschine war. Das Motto von Google ist, „die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen”. Das Unternehmen dahinter – Alphabet – hat sich seit diesem ersten Produkt stetig weiterentwickelt und gehört aktuell zu den mächtigsten Konzernen der Welt.

Die Macht der Daten

Das Geschäftsmodell von Google basiert auf dem Sammeln und Verkaufen von Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Die kostenlose Nutzung der Google-Anwendungen bezahlen Anwenderinnen und Anwender mit der Herausgabe vieler Daten. Für eine ganze Reihe von Diensten wird ein Google-Konto benötigt, wodurch das Unternehmen Daten mit einer bestimmten Person verknüpfen kann. Wer ein Android-Smartphone benutzt, hat in der Regel automatisch ein Google-Konto, weil es für viele Smartphone-Funktionen vorausgesetzt wird.

Diese Internet-Anwendungen gehören unter anderem zu Google:

  • Die Suchmaschine Google inklusive SafeSearch
  • Das Betriebssystem Android
  • Die Videoplattform YouTube inklusive YouTube Kids
  • Der Kartendienst Google Maps
  • Der E-Mail-Dienst Google Mail
  • Der App-Store Google Play
  • Der Browser Chrome
  • Der Cloud-Service Google Drive

Google steht wegen des Umgangs mit Daten der Nutzerinnen und Nutzer in der Kritik. Dem Unternehmen wird auch vorgeworfen, Suchergebnisse zu beeinflussen. Außerdem stellen sich immer wieder Fragen rund um Urheberrechte z. B. von Musikerinnen und Autoren. Google hat es geschafft, für viele Menschen unersetzlich zu sein. Menschen haben sich an die Google-Suche gewöhnt oder können nicht auf den Google Play Store verzichten.

Sicherheitsmaßnahmen von Google

Durch die Mehr-Faktor-Authentifizierung soll das eigene Google-Konto vor Angriffen von außen sicher sein. Dabei wird z. B. die Eingabe des Passworts mit einer weiteren Sicherheitsmaßnahme wie einem SMS-Code kombiniert. Außerdem sendet Google eine Benachrichtigung, wenn sich jemand von einem Gerät, welches nicht mit dem Konto verknüpft ist, anmeldet. Google blendet Werbung, die Viren enthält, gefälschte Waren zeigt und gegen Werberichtlinien verstößt, automatisch aus. Mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung will Google dafür sorgen, dass nur Sender und Empfänger Nachrichten bekommen und lesen können.

Mit Google-Anwendungen umgehen

Der Umgang von Google mit Daten ist problematisch, deshalb ist es wichtig, seine Anwendungen bewusst und sorgsam nutzen bzw. alternative Angebote zu verwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Google und sein Geschäftsmodell des Datenverkaufs. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie und Ihr Kind sparsam mit Daten umgehen können.

Wenn Sie nicht auf bestimmte Dienste verzichten wollen, nutzen Sie die Google-Suche, Google News oder Google Maps ohne Kontoanmeldung. Achten Sie darauf, Funktionen wie den Standort nur bei Verwendung einzelner Apps zu aktivieren, so dass Google nicht jederzeit auf zu viele Ihrer Daten zugreifen kann. Bei jüngeren Kindern kann es sinnvoll sein, Ihrem Kind mithilfe der App Google Family Link einen eingeschränkten Account einzurichten, bei älteren Kindern können Sie mit der SafeSearch-Funktion unangemessene Inhalte aus der Suche herausfiltern.

Es muss nicht immer Google sein – viele Angebote sind diskreter und sicherer. Machen Sie Ihr Kind mit alternativen Diensten vertraut, wie z. B. Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche oder dem datensparsamen Kartendienst Open Street Maps. Wer sein Android-Gerät – für mehr Privatsphäre und Datenschutz – ohne Google nutzen möchte, muss einige Einstellungen vornehmen. Online finden sich Anleitungen, wie es geht – etwa hier (Achtung: Website mit Werbung).

Divers und queer – Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien

Das Medienangebot für Kinder und Jugendliche ist heute so groß wie nie. Obwohl oft klassische Rollenbilder und Klischees vorherrschen, gibt es auch viele Medieninhalte, in denen Vielfalt gezeigt wird.

Was bedeutet divers und queer?

Die Wörter Diversität und queer oder Queerness sind auf Social Media immer häufiger zu lesen. Diversität bedeutet Vielfalt und bezieht sich auf die Gesellschaft. Das heißt die Menschen, die eine Gesellschaft ausmachen, sind nicht alle gleich. Eine vielfältige Gesellschaft besteht aus Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Denkweisen, sexueller Orientierung, Geschlechteridentität, mit Behinderung und vieles mehr.

Queere Menschen sind Teil dieser Gesellschaft. Sehr viele Menschen identifizieren sich als heterosexuell und fühlen sich in dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, wohl. Menschen, die sich als queer bezeichnen, haben meist eine andere Sexualität, z. B. sind sie lesbisch oder bi-sexuell. Andere queere Menschen sind trans oder non-binär – sie identifizieren sich also nicht unbedingt mit dem Geschlecht, das sie laut Geburtsurkunde haben. Queere Menschen waren in der Gesellschaft lange nicht sichtbar. Das ändert sich zunehmend.

Mehr Informationen zum Themen Queerness gibt es u. a. kindgerecht im Buch „Was ist eigentlich dieses LGTBQI*?“ und bei Kindersache vom Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) aufbereitet sowie beim Queer-Lexikon.

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass die Vielfalt, die es in der Gesellschaft gibt, auch medial sichtbar ist. Denn Influencer*innen, Serienfiguren, Sportler*innen usw. sind Vorbilder für sie. Sie bieten jungen Menschen Orientierung bei der Entwicklung einer eigenen Identität.

Empfehlungen für diverse Medien

Wenn kleine Kinder über Bilderbücher erfahren, dass die Welt bunt und die Gesellschaft divers ist, wird es für sie auch in Zukunft normal sein. Kinder sind wissbegierig und möchten die Welt entdecken. Für Schulkinder bietet u. a. der KiKa interessante Dokumentationen sowie spannende Filme und Serien an. In Medienangeboten für Jugendliche oder die von Jugendlichen genutzt werden, ist Diversität und Queerness bisher am sichtbarsten. Herauszuheben sind neben den Kanälen von diversen Influencer*innen auf Social Media einige Serien der Streaminganbieter und Mediatheken. Hier einige ausgewählte Medienempfehlungen für Kinder und Jugendliche:

Meine neue Mama und ich

Das Bilderbuch von Renata Galindo zeigt, dass Familien unterschiedlich sind. Nicht in allen Familien gibt es Mama, Papa und Kinder. Ein kleiner Hund erzählt von seinem Leben mit seiner neuen Mama, einer Katze. [Erschienen im Nord-Süd-Verlag; ab 4 Jahren.]

Julian ist eine Meerjungfrau

Julian liebt Meerjungfrauen und am liebsten wäre er selbst eine. Ein wunderschön illustriertes Buch darüber, dass es in Ordnung ist „anders“ zu sein. [Erschienen im Knesebeck-Verlag; ab 4 Jahren.]

Mehr Anregungen für Kinder- und Jugendbücher, die sich dem Thema Vielfalt widmen, gibt es auf dem Blog buuu.ch.

Ein Känguru wie du

Der Trickfilm erzählt liebevoll die Geschichte der beiden Zirkuskatzen Pascha und Lucky. Sie fliehen vor ihrem schwulen Zirkusdirektor. Auf ihrer Flucht finden sie einen neuen Freund, das – ebenfalls schwule – Känguru Django, und lernen, worum es im Leben wirklich geht. [Empfohlen ab 5 Jahren; mehr bei FLIMMO.]

stark – jetzt erzähle ich

In der Dokureihe des KiKA erzählen Kinder ihre Geschichten. In der Folge „Leo“ geht es um einen Jungen, der eigentlich als Mädchen geboren wurde. [Zu finden in der KiKA-Mediathek, empfohlen ab 7 Jahren.]

The Unstoppables

Die App greift die Themen Vielfalt und Inklusion in einem Abenteuerspiel auf, in dem vier Freunde ihren entführten Blindenhund Tofu suchen. Mehr dazu bei lesenmit.app. [Kostenlos für iOS und Android; empfohlen ab ca. 8 Jahren.]

MOOOMENT

In dieser KiKA-Serie machen sechs Teenies auf rassistisches Verhalten aufmerksam. Humorvoll regen sie das Publikum zum Denken an und zeigen, dass es auch anders geht. [Zu finden in der KiKA-Mediathek, empfohlen ab 9 Jahren.]

ECHT!

Im Zentrum der ZDF-Webserie steht eine Clique aus einer sechsten Klasse. Das Hauptthema in der Geschichte ist Freundschaft. Diversität spielt keine vordergründige Rolle, sondern ist durch die Vielfalt der Figuren selbstverständlich dargestellt. [Zu finden in der ZDF-Mediathek, empfohlen ab 9 Jahren.]

13 – Das Musical

Der Spielfilm erzählt von Evan, der kurz vor seinem 13. Geburtstag aus New York in eine Kleinstadt ziehen muss. Auch hier geht es um Freundschaft; Diversität wird durch die unterschiedlichen Figuren sichtbar. [Mehr dazu bei FLIMMO; zu sehen bei Netflix; empfohlen ab 9 Jahren.]

Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen

Das erste Buch einer sehr erfolgreichen Reihe: Darin wird die Geschichte von 100 Frauen erzählt, u. a. Malala und Sophie Scholl. Es geht darum zu zeigen, dass auch Frauen viel erreichen können, aber in der Vergangenheit zu wenig davon berichtet wurde. Das Buch bietet positive Vorbilder für Mädchen und junge Frauen. Für Jungs ist es sicherlich auch spannend, diese beeindruckenden Frauen zu entdecken. [Auf Deutsch erschienen bei Hanser; ab ca. 10 Jahren.]

Tell Me Why

Das Computerspiel dreht sich um die Geschichte der Zwillinge Alyson und Tyler. Thematisch geht es sowohl um die Kultur eines indigenen Volkes in Nordamerika, als auch um die Geschlechtsangleichung Tylers, der sich seit seiner Kindheit als männlich identifiziert. [Spiel von Microsoft; USK: 12 Jahre.]

DRUCK

Die Webserie von funk stellt in jeder Staffel eine andere Person in den Vordergrund; immer geht es um Jugendliche kurz vor dem Abitur. Die Zuschauenden lernen über die kurzen Folgen und die Instagram-Kanäle der Figuren deren Gefühle und Sorgen bei der eigenen Identitätsfindung unmittelbar kennen und verstehen. [Zu sehen bei YouTube und in den Mediatheken von ARD und ZDF; empfohlen ab 14 Jahren.]

Sex Education

Im Zentrum dieser Serie steht Otis, ein etwas schüchterner Junge (ca. 16 Jahre alt). Per Zufall gibt er gemeinsam mit einer Mitschülerin gegen Geld Sexualratschläge an seiner Schule. Alle Figuren der Serie sind bunt und vielfältig. Sie beginnen, ihre Sexualität zu entdecken, was die Serie ohne Tabus darstellt. [Zu sehen bei Netflix; empfohlen ab ca. 14 Jahren.]

Becoming Charlie

Die Hauptfigur dieser ZDF-Serie ist Charlie, die in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt lebt. Im Laufe der Handlung merkt sie, dass sie sich nicht so richtig wie ein Mädchen oder eine Frau fühlt, aber eben auch nicht wie ein Mann. Charlie ist non-binär. [Zu sehen in der ZDF-Mediathek; empfohlen ab 14 Jahren.]

Heartstopper und Loveless

In der liebevoll umgesetzten Netflix-Serie „Heartstopper“ verlieben sich Nick und Charlie ineinander. Die beiden Jungs könnten unterschiedlicher nicht sein: Der schüchterne Charlie ist bekennend schwul und der Footballstar Nick fühlt sich zu Charlie hingezogen, obwohl er bisher nur mit Mädchen zusammen war. [Zu sehen bei Netflix; empfohlen ab ca. 14 Jahren.]

Die Serie basiert auf der Graphic Novel bzw. dem Comic von Alice Oseman. Ihre Jugendbücher greifen die aktuelle Lebensrealität von Jugendlichen gelungen auf. „Loveless“ erzählt von der 18-jährigen Georgia, die noch nie richtig verliebt war und auf der Suche nach ihrer Sexualität ist. [Auf Deutsch erschienen bei Loewe; ab 14 Jahren.]

Was noch wichtig ist

Achten Sie bei der Auswahl der Medieninhalte für Ihr Kind darauf, dass auf die klischeehafte Darstellung von Figuren in Büchern, Serien und Filmen verzichtet wird. Das Medienangebot ist bunt und vielfältig. Wenn Ihr Kind Fragen zu diversen Figuren oder Personen in Medien hat, gehen Sie offen darauf ein. Sollten Sie selbst unsicher sein, nutzen Sie altersgerechte Informationsangebote im Internet und in Bibliotheken.

Phänomen Trashtalk – wenn in Online-Games beleidigt und gestritten wird

Laut und wütend schallt es aus dem Kinderzimmer. Dabei ist das Kind ganz allein vor der Spielekonsole. Vielleicht regt es sich auf, weil irgendwas im Spiel nicht klappt. Oder streitet es sich mit Mitspielenden? Dann handelt es sich möglicherweise um sogenannten Trashtalk.

Was steckt hinter Trashtalk?

Im Gaming wird eine eigene Sprache verwendet, die Nicht-Gamer häufig nicht verstehen. Übertreibungen und Dramatik gehören selbstverständlich dazu. Trashtalk ist ein Aspekt dieser eigenen Sprache.

Von Trashtalk (im deutschen “Müll reden”) zu unterscheiden, sind die Begriffe Beef und Flaming, bei denen es auch um Streit, Beleidigungen, Wortspiele und Übertreibungen geht: Der Spruch “Willst du Beef?” bedeutet so viel wie “Willst du Stress?”, während der Ausdruck Flaming einen Kommentar im Internet bezeichnet, der sich provozierend an andere Spielende richtet. Mit Trashtalk sind bestimmte Unterhaltungen bei Online-Spielen gemeint: Nach einem Sieg wird geprahlt und der Gegner niedergemacht. Oft ist dieses Verhalten scherzhaft gemeint und soll die Gespräche und freundschaftlichen Wettbewerb unter den Spielenden fördern.

Bekannte “Trashtalker” überlegen schon vor dem Spiel, was sie sagen wollen und wie sie in den verbalen Kämpfen als Gewinner hervorgehen. Einige Gamer werden für ihr Trashtalk-Können bewundert. Außerhalb von Computerspielen gibt es Trashtalk schon länger. In einigen Sportarten sind solche Beleidigungen üblich und gehören dazu – beispielsweise beim Wrestling. Daran angelehnt hat sich auch ein spezieller Trashtalk bei Valorant, Fortnite oder League of Legends entwickelt.

Trashtalk beim Gaming findet in den digitalen Räumen statt, in denen kommuniziert, gespielt und gestreamt wird – bei Discord, TeamSpeak, Twitch, YouTube usw.

Was ist problematisch an Trashtalk?

Viele Games werden mit anderen zusammen oder gegeneinander gespielt. Vor allem in Online-Spielen wird dabei über einen Chat oder über das Mikrofon kommuniziert. Manche nutzen das, um andere Spielende im Sinne des Trashtalks zu beleidigen und anzustacheln. Trashtalk als Spaß kann unterhaltsam sein und den Ehrgeiz zwischen den Teams steigern. Für einige Jugendliche ist Trashtalk jedoch kein Spaß, sondern beleidigend. Da sich die Spielenden online nicht direkt gegenübersitzen, ist es schwer zu erkennen, wenn sich andere verletzt fühlen.

Sogenannte “Trolle” verwenden Trashtalk, um bestimmte Spielende gezielt zu provozieren. Eine eindeutige Grenze wird beim Trashtalk überschritten, wenn sexistische, rassistische oder diskriminierende Bemerkungen gemacht werden. Spielende verstecken sich hinter einem Usernamen und Avatar und haten und hetzen gegen andere.

Kinder und Jugendliche sehen bei Streamern und älteren Spielenden, dass es in Ordnung ist, sich während des Spiels zu beleidigen. Das kann dazu führen, dass sie dieses Verhalten in ihrem Spiel übernehmen. Es kann so weit gehen, dass Trashtalk auch außerhalb der Online-Games im Freundeskreis oder in der Schule stattfindet.

Wie können Eltern damit umgehen?

Bestimmte Begriffe und ein rauer Ton beim Gaming müssen für Ihr Kind nicht gleich unangenehm sein. Fragen Sie deshalb nach und versuchen Sie nachzuvollziehen, wie Kommunikation unter Gamerinnen und Gamern abläuft. Wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Kind während des Spielens auf diese Weise beleidigt wird oder selbst problematischen Trashtalk betreibt, reden Sie mit ihm darüber. Machen Sie deutlich, dass es auch beim Trashtalk Grenzen gibt und online wie offline ungeschriebene Regeln im Umgang miteinander gelten sollten.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Spielende (z. B. Trolle) im Chat blockieren, melden oder stummschalten kann. Am besten kommuniziert es während des Spiels nur mit befreundeten Gamern. Sie sollten vorab abstimmen, ob Trashtalk erlaubt ist und wenn ja, bis zu welcher Grenze.

Wenn der Freundeskreis aus Avataren besteht – Kommunikation in Online-Games

Das Kind vor dem Bildschirm, die Spielkonsole in der Hand und auf dem Kopf das Headset … – dieser Anblick ist Ihnen vertraut? Dann ist Ihr Kind als Gamer oder Gamerin in digitalen Spielewelten unterwegs.

Bei vielen Kindern und Jugendlichen sind Spiele beliebt, bei denen sie online mit anderen chatten können, wie z. B. bei Fortnite (ab 12 Jahren) oder FIFA. Sie können mit Freunden oder mit anderen Spielenden digitale Gemeinschaften und Teams bilden. Sie können sich live über Textnachrichten oder ein Headset austauschen, direkt über das Spiel oder mit Hilfe zusätzlicher Programme wie Teamspeak, Mumble und Discord. Spielende unterhalten sich während des Spiels. Sie besprechen beispielsweise Spielstrategien, geben sich Tipps und holen sich Lob für geschicktes Handeln ab. Dabei können „digitale Freundschaften“ entstehen.

Positive Effekte des Chatten in Games

Die Kommunikation während des Games schult soziale Kompetenzen. Ähnlich wie auf dem Schulhof nimmt jeder dabei eine bestimmte Rolle ein: eine Person bestimmt das Gespräch, eine andere sorgt dafür, dass es keinen Streit gibt, wieder eine andere Person macht Späße. Egal ob digital oder analog müssen dabei Regeln eingehalten werden. Wenn Kinder und Jugendliche nur miteinander sprechen können, ohne dass sie sich sehen, sind sie besonders herausgefordert: Spielsituationen müssen verständlich erklärt werden, es müssen schnelle Anleitungen gegeben und Absprachen zu weiteren Taktiken getroffen werden.

Risiken bei der virtuellen Kommunikation

Wenn in Online-Games nur gechattet wird, ist schwer auszumachen, wer gerade mit einem kommuniziert. Deshalb besteht das Risiko von Cybermobbing und Cybergrooming. Auch Hass und Beleidigungen unter Gamern sind kein seltenes Phänomen. Da die Chats bei Spielen nicht immer moderiert werden, d. h. keine dritte Person darauf achtet, dass Kommunikationsregeln eingehalten, verstärkt sich die Gefahr. Spielende fühlen sich sicher, weil sie sich hinter einem Avatar (so heißen die Spielfiguren in einem Onlinespiel) verstecken können. Denn für die Anmeldung genügt häufig ein Name und die E-Mail-Adresse. Eine gesicherte Altersabfrage ist nicht möglich.

Im „Spielrausch“ besteht außerdem die Gefahr, dass Ihr Kind unbemerkt private Informationen nach außen gibt. Zudem ist der Reiz hoch, immer weiter spielen zu wollen, um in Kontakt mit seinem Team zu bleiben und dort Anerkennung zu bekommen.

Was sollten Eltern beachten?

Achten Sie auf die Altersempfehlungen und Risikoeinschätzungen von Spielen. Nutzen Sie dafür neben den Altersfreigaben der USK pädagogische Beurteilungen, z. B. vom Spieleratgeber NRW oder Spielbar.

Als Eltern können Sie am besten einschätzen, ob Ihr Kind schon bereit ist, im Spiel verantwortungsvoll zu chatten bzw. ob es die Risiken einschätzen kann. Beobachten Sie, wie sich Ihr Kind bei Gesprächen außerhalb des Internets verhält. Spielen Sie auch mal gemeinsam, so dass Sie die Begeisterung für ein Spiel nachvollziehen können. Das gemeinsame Erlebnis baut zusätzlich Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind auf. Dann weiß es, dass es sich an Sie wenden kann, wenn ihm etwas gruselig oder unangenehm vorkommt. Machen Sie sich außerdem über die Einstellungsmöglichkeiten des jeweiligen Spiels schlau. Wenn möglich, geben Sie das Alter der spielenden Person an, so dass automatisch Jugendschutzeinstellungen greifen können (falls diese vorhanden sind). Eventuell lässt sich die Chatfunktion separat abschalten. Beispielsweise bei Fortnite kann der Voice-Chat deaktiviert bzw. einzelne Spieler aus dem Team stummgeschaltet werden.

Für jüngere Spielende unter 14 Jahren sollten Sie Spiele ins Auge fassen, die nicht auf Online-Kommunikation setzen. Tasten Sie und Ihr Kind sich langsam heran und klären Sie über mögliche Kommunikationsrisiken und den Umgang damit auf.

Geocaching selbst gemacht

Auf der ganzen Welt gibt es Millionen von Geocaches und viele Menschen, die danach suchen. Einige Leute suchen nicht nur, sondern verstecken selbst Caches. Wenn Sie mit der Familie selbst kreativ werden wollen, erklären wir Ihnen hier, wie es geht.

Nicht nur die Suche nach einem Cache ist ein großer Spaß. Sie können auch selbst Caches verstecken und sich dazu Rätsel und Hinweise ausdenken. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt und Sie brauchen nicht viel dafür. Die Entwicklung einer eigenen Schnitzeljagd ist für Kinder ab ca. acht Jahren geeignet. Je nach Alter und Interesse des Kindes lässt sich Geocaching mit Bildungs- und Lerninhalten verknüpfen – auch Educaching genannt. So wird Wissen mit Spaß und Spiel verbunden. Der eigene muss nicht offiziell auf einer Geocaching-Plattform gelistet sein, sondern kann auch nur für Freunde und Familie erstellt werden. Er kann zu einem Schatz, einer Überraschung und/oder einem Rätsel führen. Es kann ein einzelner Cache oder ein mehrteiliger Cache (Multi-Cache) sein, bei dem verschiedene Stationen abgelaufen werden.

Von der Idee zum eigenen Cache

Der erste Schritt ist die Suche nach einem Thema. Inhalte mit lokalem Bezug – z. B. spannende Orte in der eigenen Stadt – bieten sich an. Es können aber auch Themen wie Umwelt und Wald oder historische Ereignisse behandelt werden. Wichtig ist, dass es den Interessen und dem Alter Ihres Kindes entspricht. Vielleicht hat Ihr Kind auch eigene Ideen, die es umsetzen möchte.

Wenn das Thema gefunden ist, wird recherchiert und nach interessanten Dingen geforscht. Mit der Smartphone-Kamera können mögliche Verstecke festgehalten werden. Dann geht es daran, sich Rätsel und Aufgaben auszudenken. Bei einem Multi-Cache müssen die Stationen in eine Reihenfolge gebracht und an den Standorten versteckt werden. Notieren Sie sich die GPS-Koordinaten der Verstecke. Wer die Schnitzeljagd spielen möchte, erhält zum Start nur die Koordinaten der ersten Station. Bei der Suche enthält dann jeder neu entdeckte Cache die Koordinaten für die nächste Spur.

Für einen eigenen Geocache wird Folgendes benötigt:

  • Dosen oder Behälter für Hinweise, Rätsel und ggf. Gegenstände
  • GPS-Gerät oder Smartphone mit eingeschaltetem GPS (Koordinaten können auch über eine Karten-App wie Google Maps gesucht werden)
  • ggf. Fotoapparat bzw. Smartphone, um vorab Verstecke zu fotografieren
  • Papier und Stift
  • Ein Notizbuch (Log-Buch)
  • Kärtchen für Hinweise und Tipps
  • Eventuell kleine Preise für den letzten Cache (Schatztruhe)

Geo- und Educaches können mit Hilfe der App Actionbound auch multimedial gestaltet werden. Mehr zum Thema Educaching gibt es hier.

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