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OmeTV und Co – Wenn Kinder im Videochat Fremde treffen

Neue Leute kennenlernen, Spaß haben, erstes flirten – Videochat-Dienste sind bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Kostenfreie Angebote wie OmeTV, Chatroulette oder auch Yubo ermöglichen es, sich mit völlig fremden Menschen zu verbinden. Obwohl die Apps häufig wegen Themen wie Pornografie, Cybergrooming und fragwürdigem Datenschutz in der Kritik stehen, halten sich viele junge Menschen gerne dort auf.  

Zufällige Videochats mit Fremden im Netz

Videochat-Plattformen verbinden per Zufallsgenerator User*innen aus der ganzen Welt miteinander. Über die Kamerafunktion können sie sich sehen und miteinander chatten. Haben sie genug voneinander, klicken oder wischen sie weiter zur nächsten Person. Tausende Nutzer*innen kommunizieren gleichzeitig über diese Webseiten und Apps miteinander. Dadurch ist der Pool an möglichen Kontakten unerschöpflich. Die meisten Dienste verlangen eine Verknüpfung mit Daten wie z. B. dem Facebook oder Google-Konto oder eine Registrierung mit der Mailadresse oder der Telefonnummer. Yubo ist laut AGB ab 13 Jahren erlaubt, OmeTV und Chatroulette sogar erst ab 18 Jahren. Da das Alter oder die erforderliche Einverständniserklärung der Eltern jedoch nicht kontrolliert werden, nutzen auch Jüngere die Anwendungen.  

Faszination Videochat 

Für junge Menschen sind die Plattformen eine Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen und Leute kennen zu lernen. Sie gehen allein oder gemeinsam mit Freund*innen online und chatten mit Fremden. Oftmals erleben sie dort lustige, komische und verrückte Dinge. Das kann spannend sein und Spaß machen – und bietet Raum zum Ausprobieren. Auf TikTok und YouTube sind Videos von Chats auf OmeTV sehr populär und werden unter eigenen Hashtags geteilt. User*innen stellen Videoaufnahmen von Pranks wie angeblichen Überfällen online und Influencer*innen erzählen von ihren verrückten Erfahrungen in Videochats. Das macht junge Menschen neugierig und weckt ihre Hoffnung, beim Zufallschat selbst einmal auf ihre großen Idole zu treffen.

Gefahren und Risiken der Plattformen

Plattformen wie OmeTV und Co sind bekannt dafür, dass die gezeigten Inhalte oft alles andere als jugendfrei sind. Die Anonymität ist hoch und die Hemmschwelle deshalb niedrig. Viele Menschen nutzen die Videochats, um ihren Frust abzubauen, extreme Meinungen zu teilen oder sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen. So passiert es oft, dass vor allem Männer sich nackt vor der Kamera zeigen. Auch Beleidigungen und Diskiminierung sind an der Tagesordnung. Das kann vor allem junge Menschen verstören und verunsichern. Die Anbieter*innen drohen bei Verstoß gegen die Community-Richtlinien mit strikten Maßnahmen wie lebenslangem Ausschluss vom Angebot. Allerdings macht die Anonymität der Nutzenden eine Fahndung fast unmöglich. Gefahren wie Cybergrooming, Sextortion, sexuelle Belästigung oder digitale Gewalt sind nicht auszuschließen. Der unzureichende Datenschutz stellt ein weiteres Risiko dar. So können Nutzende Chatverläufe speichern, einen Screenshot machen oder Bild und Ton mitschneiden. Das passiert meist ohne die Einwilligung der betroffenen Personen. Durch eine weitere Anwendung lässt sich außerdem mit ein wenig Geschick die IP-Adresse der Nutzenden herausfinden. So kann es passieren, dass der anonyme Kontakt nicht anonym bleibt. 

Wie Sie Ihr Kind schützen können

Wenn Ihr Kind den Wunsch äußert, diese Plattformen zu nutzen oder das bereits tut, reagieren Sie nicht mit Unverständnis und strikten Verboten. Ein Verbot kann den Reiz dieser Plattformen noch steigern und Ihr Kind dazu verleiten, heimlich im Internet mit Fremden zu chatten. Versuchen Sie Verständnis für die Faszination solcher Angebote aufzubringen und sprechen Sie offen darüber. Klären Sie Ihr Kind über Kommunikationsrisiken wie sexuelle Belästigung, Mobbing und Cybergrooming auf. Wichtig ist, dass Ihrem Kind bewusst ist, dass es sich um einen öffentlichen Raum handelt, zu dem alle Zugriff haben. Besonders wichtig ist daher der Schutz von Daten und Privatsphäre. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zum Umgang mit solchen Angeboten. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, mit Ihnen reden zu können, sollte es unangenehme Erfahrungen machen oder Fragen haben. OmeTV und Co. sind trotz Vorsichtsmaßnahmen nicht für Kinder geeignet. Informieren Sie sich über altersgerechte Medien für Ihr Kind. Versuchen Sie mit Ihrem Kind über Alternativen zu sprechen, so dass es trotzdem neue Kontakte knüpfen kann. Für jüngere Kinder können Angebote auf Kinderseiten eine Alternative sein z. B. über kindersache.de, seitenstark.de oder knipsclub.de

Bitzee – ein digitales Haustier für mein Kind? 

Es ist niedlich, möchte gefüttert werden und lädt zum Spielen ein: Bitzee, das elektronische Haustier in der Box. Das Spiel erfreut sich bei Kindern wachsender Beliebtheit und sorgt immer öfter für Gesprächsstoff auf dem Pausenhof. Wir erklären, was es mit dem digitalen Spielzeug auf sich hat. 

Kurz gefasst

  • Elektronisches Spielzeug 
  • 15 Haustiere vom Baby zum Super-Tier pflegen 
  • Ab 5 Jahren 
  • Kosten: 39,99 Euro (Stand Juni 2024) 
  • Anbieter: Spin Master 

Was kann das Bitzee?

Füttern, streicheln, spielen – das Bitzee ist ein digitales Haustier zum Anfassen und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Tamagotchi aus den 1990er-Jahren, aber in modern. In einer handlichen Box erweckt ein bewegliches Display eines von 15 verschiedenen Charakteren zum Leben und regt zum Spielen und Interagieren an. Das Display funktioniert ähnlich wie ein Hologramm und reagiert auf Berührungen. Zu Beginn stehen drei Haustiere wie Hund, Fisch oder Igel zur Verfügung, die sogenannten „Bitzees“. Ist die Box geöffnet, teilt das Bitzee über ein Geräusch und das Display mit, was es braucht. Werden die Aufgaben wie füttern, in den Schlaf wiegen oder Kot wegräumen erfüllt, entwickelt sich das Bitzee vom Baby über ein erwachsenes Tier bis zum Super-Bitzee weiter. Dabei kommt die ganze Box zum Einsatz: das Bitzee reagiert auf Bewegungen wie Neigen, Anheben und Schütteln der Box sowie Wischen über die Leiste. Sind alle Aufgaben eines Bitzees erfüllt, wird ein Mini-Spiel freigeschaltet und ein neues Leckerli steht bereit. Damit lassen sich neue Bitzees freischalten.  

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran? 

Für Kinder bietet das Bitzee großen Spielspaß. Besonders im frühen Grundschulalter begeistert das digitale Spielzeug. Kinder bilden Bitzee-Gruppen, zeigen sich gegenseitig ihre digitalen Tiere, vergleichen sie und spielen gemeinsam. Bitzees sind beliebt, um Langeweile zu vertreiben und bieten eine Alternative zum Zocken an mobilen Geräten. Durch die handliche Box können sie Kinder überall hinbegleiten. Viele Kinder haben einen Wunsch nach einem Haustier. Das Bedürfnis, sich um etwas zu kümmern, erfüllt das Bitzee in gewisser Weise. Spieler*innen erzielen schnelle Erfolge: wer sein Bitzee gut pflegt, erhält zur Belohnung einen Anstieg im Herz-O-Meter und steigt rasch in ein höheres Spiellevel auf. Die Mini-Spiele, die lustigen Geräusche und kleinen Animationen machen Kindern Freude. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot? 

Das bewegliche Display ist eine Projektion und flackert. Diese Lichtreflexe können gefährlich für Epilektiker*innen sein, weshalb die Anleitung einen gesundheitlichen Warnhinweis enthält. Die Schwingungen des Displays erzeugen ein Geräusch, das recht laut ist und nicht geregelt werden kann. Das Spielzeug ist batteriebetrieben und schon nach kurzer Zeit nicht mehr so attraktiv, sobald alle 15 Tiere freigeschaltet sind. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit stellt sich die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Aspekt dieses digitalen Spielzeugs. 

Was meint der Anbieter? 

Auf der Webseite ist eine Anleitung auf verschiedenen Sprachen verfügbar. Die Bitzee-Box sendet nur Nachrichten, wenn sie geöffnet ist. Wenn die Bedürfnisse eines Bitzees nicht erfüllt werden, kann es passieren, dass die Tiere weglaufen. Sie können aber durch Leckerlis wieder angelockt werden. Das Gerät lässt sich zurücksetzen und alle Tiere erneut spielen. Bitzee hat von der Kinder- und Expert*innenenjury den 3. Platz des TOMMI Kindersoftwarepreis erhalten. Der Anbieter Spin Master hat angekündigt, sein Angebot zu erweitern und noch mehr Spielerlebnisse „out of the box“ zu entwickeln.  

Was sollten Eltern beachten? 

Kinder lieben es, das Bitzee zu pflegen und mit ihm zu spielen. Sie entwickeln schnell einen Ehrgeiz, jedes Tier bis zum höchsten Level zu bringen und weitere Tiere freizuschalten. Dadurch ist ein Anreiz vorhanden, das Spiel immer wieder zu spielen. Dieser Drang zum Vielspielen sinkt rasch wieder ab, sobald die 15 Tiere durchgespielt sind. Ist die Box zugeklappt, passiert auch nichts – das Bitzee macht Pause und es entstehen keine Nachteile im Spiel. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, das Bitzee auch Mal zur Seite zu legen und Ausgleich in anderen Tätigkeiten zu finden. Behalten Sie die Medienzeit Ihres Kindes im Auge und vereinbaren Sie Regeln für das Zocken in der Familie. Wenn Ihr Kind ein Bitzee haben möchte, besprechen Sie gemeinsam die Hintergründe des Wunsches und lassen Sie sich nicht von den Regeln anderer Eltern unter Druck setzen. Lesen Sie unabhängige Bewertungen anderer Verbraucher*innen und treffen Sie gemeinsam eine bewusste Entscheidung.  

Diversität in der Gaming-Szene – Let’s Player*innen im Portrait

Gaming ist nur was für Jungs? Weit gefehlt! Laut JIM-Studie 2023 geben über die Hälfte der befragten Mädchen von 12 bis 19 Jahren an, mehrmals die Woche zu zocken. Besonders beliebt sind die Games Minecraft, Die Sims, Hay Day und Mario Kart. Die Gaming-Szene ist von Männern geprägt, viele erfolgreiche Gaming-Stars wie Gronkh oder Elias N97 sind männlich. Es gibt aber zunehmend mehr weibliche und queere Let’s Player*innen und sie sind wichtige Vorbilder für junge Gamer*innen.

Was machen Let’s Player*innen? 

Let’s Player*innen spielen Videospiele und teilen ihre Strategien und Tipps mit ihren Follower*innen. Dabei kommentieren und bewerten sie auf unterhaltsame Weise das Game. Die Let’s Play-Videos laden sie auf Plattformen wie YouTube hoch und kommunizieren mit ihren Fans über die Kommentare. Manche Gaming-Stars streamen ihre Spielesessions auf Twitch live und interagieren direkt mit ihrem Publikum. Mit verschiedenen Geschäftsmodellen verdienen große Gaming-Influencer*innen viele Klicks und Geld.

Wer spielt da eigentlich? 

Jasmin Gnu bekannt als Gnu, ist eine der prominentesten weiblichen Let’s Playerinnen Deutschlands. Sie wurde vor einigen Jahren vor allem durch ihre humorvollen und unterhaltsamen Videos auf YouTube berühmt und streamt auf Twitch. Gnu spielt Games wie Die Sims, GTA und Fortnite und ihre Fans lieben sie für ihre authentische und sympathische Art. Neben ihren Let’s Plays produziert sie auch Inhalte zu verschiedenen Themen wie Sexismus in der Gamingbranche oder den Umgang mit ihrer Essstörung.

Honeyball, mit bürgerlichem Namen Isabel Barbara Zimmermann, ist seit mehr als zehn Jahren in der Gaming-Community aktiv. Ihre Fans schätzen ihre selbstironischen Kommentare und ihre positive Einstellung. Bekannt wurde sie mit ihren Let’s Plays von Sandbox- und Rollenspielen wie Minecraft und Die Sims. Honeyball ist auch als Kreative aktiv und erstellt als Gamedesignerin Texturpakete für Minecraft, die von der Community geschätzt und weiterentwickelt werden.

Antonia Staab alias Reved begann ihre Karriere im Jahr 2019 und ist bekannt für ihre vielseitigen Inhalte auf Twitch und YouTube. Sie streamt eine große Palette an Games von bekannten Titeln bis Indie-Games. Dabei zeigt sie eine Mischung aus Gaming, Quatschen und kreativen Formaten wie Quizshows. 2023 rief sie die Stream Awards ins Leben, bei denen herausragende Momente und Persönlichkeiten aus der Twitch-Community geehrt werden. Reved ist bisexuell.

Noch mehr Streamer*innen gibt es in der kindgerechten Video-Serie „Ansage!“ des Kinderfernsehkanals KiKA zu sehen. Dort fordern junge Gamer*innen bekannte Streamer*innen wie Sissor, Mowky, Freiraumreh, Kiara und Shorty in Gaming-Challenges heraus.

Warum sind weibliche und queere Let’s Player*innen für Kinder und Jugendliche wichtig? 

Viele spielbegeisterte Kinder und Jugendliche zocken nicht nur selbst, sondern schauen auch gerne anderen beim Zocken zu. Dabei können sie mehr über ein Spiel erfahren, Tricks für schwierige Aufgaben bekommen und sich von ihren Lieblings-Stars unterhalten lassen.

Es ist wichtig, dass sie dabei nicht nur die männliche Sichtweise erleben, sondern dass es auch weibliche und queere Let’s Player*innen gibt. Sie zeigen andere Perspektiven auf das Zocken auf und sind Vorbilder für weibliche und queere Jugendliche, die sich in der Gaming-Community wiedererkennen möchten. Sie beweisen, dass jede*r, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung, im Gaming erfolgreich sein kann.

Weibliche und queere Gamer*innen haben es in der männlich dominierten Szene oft schwer und können Opfer von Hass im Netz werden. Die Präsenz von weiblichen und queeren Let’s Player*innen kann entscheidend dazu beitragen, die Gaming-Community vielfältiger, offener und repräsentativer zu gestalten. Sie tragen zu mehr Sichtbarkeit bei und können einen positiven sozialen Wandel hin zu mehr Akzeptanz unterstützen. 

Was sollten Eltern beachten? 

Egal wer zu den Lieblings-Let’s Player*innen und -Streamer*innen Ihres Kindes gehört: Schauen Sie sich Let’s Plays am besten gemeinsam mit Ihrem Kind an. So können Sie besser verstehen, was Ihr Kind an den Let’s Player*innen begeistert und mehr über das Hobby Gaming Ihres Kindes erfahren.

Die Gaming-Welt ist immer noch stark männlich dominiert. Erweitern Sie die Perspektive Ihres Kindes und lenken Sie seine Aufmerksamkeit auf einen Gaming-Star mit weiblicher oder queerer Identität.  

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind keine Let’s Play-Videos von Games anschaut, die nicht ab seinem Alter freigegeben sind. Bleiben Sie mit Ihrem Kind über die Geschäftsmodelle von Let’s Player*innen in Austausch. Helfen Sie ihm, Werbung, Produktplatzierungen und andere Formen des Geldmachens zu analysieren. Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind zur Sprache der Gamer*innen aus. Machen Sie Ihr Kind auf Kommunikationsrisiken im Netz aufmerksam und klären Sie es auf, wie es mit unangenehmen Situationen umgehen kann.

Kabu – die Kinder-Info-App

In der digitalen Welt gibt es zahlreiche Apps, die speziell für Kinder entwickelt wurden, um ihnen beim Lernen und Entdecken zu helfen. Eine davon ist die App Kabu, die Grundschulkindern Wissen über aktuelle Medienthemen und zum sicheren Umgang mit digitalen Medien kindgerecht und unterhaltsam vermittelt. Wir stellen die Kinder-Info-App vor.

Kurz gesagt

  • Informationsapp für Kinder
  • Zielgruppe: Kinder im Grundschulalter
  • System: verfügbar für iOS und Android
  • Kosten- und werbefrei

Was steckt hinter dem Angebot?

Kabu ist eine Info-App für Kinder, die von der medienpädagogischen Facheinrichtung SIN – Studio im Netz e. V. entwickelt wurde. Die App vermittelt Wissen über aktuelle Medienthemen – wie Künstliche Intelligenz oder warum TikTok erst ab 13 Jahren erlaubt ist – in und unterhaltsamer Form. Die Inhalte werden gemeinsam mit einer Kinderredaktion erstellt und monatlich aktualisiert. Kabu wird aus Mitteln der Auerbach-Stiftung und des Sozialreferats/Stadtjugendamts der Landeshauptstadt München finanziert und ist vollständig kosten- und werbefrei.

Was begeistert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder im Grundschulalter befinden sich in einer Phase, in der Lernen und Entdecken eine zentrale Rolle spielen. Kabu bietet ihnen die Möglichkeit, spielerisch Wissen zu erwerben und kreativ zu werden. Die App ist in sechs Bereiche gegliedert: ‚Tipps & Tricks‘, ‚Spiel & Quiz‘, ‚Mach mit‘, ‚Wissenswertes‘, ‚Medientipps‘ und ‚Kreatives‘. Das Fabelwesen Kabu, ein lustiger Wolpertinger, begleitet die Kinder durch die App und gibt hilfreiche Tipps. Die interaktiven Spiele, Quiz und kreativen Anleitungen treffen den Nerv dieser Altersgruppe und fördern sowohl das digitale als auch das analoge Spielen. Vor allem die Möglichkeit, über die App direkt mit der Kabu-Redaktion in Kontakt zu treten, eigene Ideen einzubringen und an Umfragen teilzunehmen, begeistert die Kinder. Dies fördert ihre Beteiligung und Kreativität.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

  • Textlastigkeit: Die App ist an einigen Stellen ziemlich textlastig, was die Benutzerfreundlichkeit für jüngere Kinder oder Nicht-Muttersprachler*innen einschränken könnte. Eltern können jedoch im Elternbereich eine Vorlesefunktion für alle Beiträge aktivieren.
  • Interaktionsmöglichkeiten: Die simpel programmierte Oberfläche nutzt Interaktionsmöglichkeiten, die teils nicht sehr intuitiv sind und daher für manche Kinder schwer verständlich sein können.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter betont, dass die App speziell für Kinder im Grundschulalter entwickelt wurde und besonderen Wert auf Sicherheit und Datenschutz legt. Die Inhalte werden moderiert und die Kontaktaufnahme mit der Redaktion erfordert immer die Erlaubnis der Eltern. Zudem sind alle Inhalte kosten- und werbefrei, um ein sicheres und wertefreies Lernumfeld zu schaffen. Datenschutz und Kontaktrisiken werden ernst genommen und ständig verbessert, um die Sicherheit der jungen Nutzer*innen zu gewährleisten.

Das sollten Eltern beachten

  • Nutzung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Nutzung digitaler Medien und die damit verbundenen Risiken. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie die Mediennutzung in der Familie gestalten möchten und wie viel Bildschirmzeit angemessen ist. 
  • Vorbildfunktion: Nehmen Sie Ihre Vorbildfunktion bewusst wahr – auch bezogen auf den Umgang mit Medien. Bestimmte Regeln sollten für alle gelten.
  • Gemeinsame Mediennutzung: Ermutigen Sie Ihr Kind, mit Ihnen über die Inhalte der App zu sprechen. Zeigen Sie Interesse an den Medieninhalten Ihres Kindes. Spielen sie beispielsweise gemeinsam ein Quiz darin oder senden Sie eigene Ideen und Beiträge an die Redaktion.
  • Aktualisierungen verfolgen: Schauen Sie regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Kind in die App, um neue Inhalte zu entdecken und zu besprechen.

Games, Games, Games

Computerspiele sind in vielen Familien Thema und häufig Anlass für Konflikte. Auf Elternguide.online gibt es jede Menge Beiträge, in denen Sie Anregungen für den Umgang mit Games in der Familie bekommen. Eine kleine Auswahl:

Eltern fragen – wir antworten: Worauf sollte ich achten, wenn mein Kind Videospiele spielt?

Kinder und Jugendliche spielen gern – auch Computer- und Online-Games. Was es dabei zu beachten gilt, erklärt Medienpädagoge Fabian Wörz im Video.

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https://youtu.be/ZjPs43ao8A8_%_

Faszination Gaming – Was macht Spaß am Zocken?

In Spielwelten eintauchen, sich mit anderen messen, abschalten und Freundschaften pflegen. Was Kinder und Jugendliche an Videospielen reizt, erklären wir in diesem Beitrag.

„Nur noch diese eine Runde!“ – Games in der Familie

Hier finden Sie gesammelt Tipps für den Umgang mit Computerspielen in Ihrer Familie. Den Beitrag gibt es zum Lesen und als Audiodatei. Hilfreiche Einstellungsmöglichkeiten von Geräten und Plattformen zur Begrenzung der Spieldauer und Schutz vor Kosten finden Sie in diesem Text.

„Aber Mama, das Spiel ist überhaupt nicht schlimm!“ – Altersbeschränkungen bei Games

Welches Spiel ist für mein Kind geeignet? In diesem Beitrag finden Sie Hinweise zum Jugendschutz bei Videospielen und worauf Sie bei der Auswahl von Games sonst noch achten sollten. Wer prüft eigentlich, für welches Alter ein Spiel geeignet ist? Wissenswertes über die Prüfung zur Alterseinstufung von digitalen Spielen in Deutschland erklären wir im Artikel zur Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

Wenn der Freundeskreis aus Avataren besteht – Kommunikation in Online-Games

Computerspiele sind eine sehr kommunikative Tätigkeit, weil sich Gamer*innen häufig online zum Spielen treffen. Welche Chancen und Risiken dabei entstehen, können Sie in diesem Beitrag nachlesen. Neben generellen Kommunikationsrisiken wie Online-Mobbing können auch Hass unter Gamer*innen und Extremistische Ansprachen über Spieleforen Thema werden.

© Photothek

Mein Kind will eine Spielkonsole – was nun?

Wenn nicht übers Smartphone oder den Computer gespielt wird, kommt eine Spielkonsole zum Einsatz. Die steht auf vielen Wunschzetteln ganz oben – was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie in unserem Beitrag. Zocken – aber sicher! Sicherheitseinstellungen der Xbox, Nintendo Switch und Playstation finden Sie in diesem Artikel. Verschiedene Spielemechaniken von Games können den Druck immer weiter spielen zu wollen erhöhen und es schwer machen, ein Ende beim Spielen zu finden.

Mit Online-Gaming Fähigkeiten verbessern

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass Computerspiele viele positive Wirkungen haben. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag.

Noch vieles mehr auf Elternguide.online

Das ist nur eine kleine Auswahl an Beiträgen zum Thema. Auf unserer Seite finden Sie eine Vorstellung der fünf beliebtesten Genres von Online-Games und Beschreibungen der bei Kindern und Jugendlichen beliebtesten Computer- und Handyspiele, wie RobloxMinecraftBrawl Stars und Fortnite. Wir bieten Erklärungen von Spielplattformen wie Twitch und Steam und zu Cloud-Gaming-Diensten wie Amazon Luna, beleuchten verschiedene Vertriebswege von Games im Allgemeinen und das Geschäftsmodell Games-as-a-Service im Besonderen. Außerdem finden Sie auf unserer Webseite Artikel zu Gefahren wie Gewalt in Games oder Computerspielsucht und vieles mehr.

FLIMMO – der Elternratgeber für TV, Streaming, YouTube und Kino

„Ich will aber länger fernsehen, nur noch ein bisschen!“ – dieser Kindersatz dürfte den meisten Eltern vertraut sein. Fernsehen – ob über klassische Angebote oder per Streaming – ist ein beliebtes Streitthema in Familien und führt oft zu Diskussionen. Die Wünsche der Kinder mit den Vorstellungen der Erwachsenen zu vereinbaren, ist nicht immer einfach. Wie lange kann ich mein Kind ohne schlechtes Gewissen fernsehen lassen? Wie wähle ich geeignete Sendungen aus? Auf welchen Geräten und Kanälen wird geschaut? Genau um solche Fragen zu beantworten, wurde FLIMMO ins Leben gerufen – der Elternratgeber für TV, Streaming, YouTube und Kino.

Kurz gefasst

  • Elternratgeber für kindgerechte Bewegtbildinhalte
  • pädagogische Empfehlungen nach Alter
  • Filme, Serien und Sendungen von Mediatheken, Streamingdiensten, YouTube und Fernsehsendern sowie Social-Media-Kanäle
  • kostenlos über die Website erreichbar

FLIMMO – beliebtes Kinderfernsehen auf einen Blick

Auf der Website flimmo.de können Sie sich als Eltern schnell informieren, ob eine bestimmte Serie oder Sendung für Ihr Kind geeignet ist. Sie erfahren außerdem, was aktuell im Fernsehen läuft und ob etwas Geeignetes für Ihr Kind dabei ist. Kinder nutzen nicht nur das klassische Fernsehprogramm, sondern schauen auch auf Streamingplattformen, YouTube oder in Mediatheken. Sie nutzen Social-Media-Angebote wie TikTok und Instagram, auch wenn sie diese eigentlich erst ab 13 Jahren nutzen dürfen. Die FLIMMO-Expert*innen versuchen alle interessanten Angebote für Kinder zu prüfen. Dabei steht die Perspektive der jungen Mediennutzer*innen im Mittelpunkt: Was gefällt ihnen an Filmen, Serien, Shows oder Kanälen? Was bereitet ihnen Probleme? Was schauen sie sich gerne an und warum? Wie gehen sie mit Medienerlebnissen um und wie verarbeiten sie diese?

Die Einschätzungen weisen auf Problematisches hin oder warnen vor möglicher Überforderung. Genauso wird deutlich gemacht, was Kinder im jeweiligen Alter interessiert, sie fasziniert oder amüsiert. Pädagogische Einschätzungen machen deutlich, was Kindern an einem Film oder einer Serie gefällt, was problematisch sein kann und worauf Eltern besonders achten sollten. FLIMMO greift außerdem Fragen rund um die Medienerziehung in der Familie auf: Wieviel Medienzeit ist angemessen? Welche Regeln helfen und wie bekommt man Geschwister unter einen Hut? Was ist im Umgang mit YouTube wichtig? Der Ratgeber hilft Eltern mit kurzen Informationen und praktischen Tipps, den Herausforderungen des Medienalltags zu begegnen.

Das Bewertungssystem

FLIMMO bespricht Filme, Serien, Dokus, Kinofilme und Social-Media-Kanäle, die Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gerne sehen – oder sehen wollen. Eine Ampel zeigt auf einen Blick, ob ein Film, eine Serie oder ein YouTube-Kanal für Kinder geeignet ist oder nicht. Und wenn ja, ab welchem Alter: 

Grün: Diese Inhalte sind ab dem jeweiligen Alter geeignet und kommen gut bei Kindern an. Sie finden Unterhaltsames, Spannendes, Lustiges und Lehrreiches.

Gelb: Es gibt aus pädagogischer Sicht problematische Aspekte. Das können fragwürdige Rollenbilder sein oder Held*innen, die ausschließlich auf Gewalt setzen. Eltern sollten im Blick behalten, wie Kinder damit umgehen und gegebenenfalls gegensteuern.

Rot: Es gibt Elemente, die Kinder überfordern, verunsichern oder ängstigen können. Unabhängig vom Alter sind solche Inhalte für Kinder nicht geeignet.

Wer steckt hinter FLIMMO?

FLIMMO ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Programmberatung für Eltern e. V. Es ist wissenschaftlich und pädagogisch fundiert. Erfahrene Medienpädagog*innen des JFF – Institut für Medienpädagogik kümmern sich um die Inhalte und Bewertungen. Außerdem befragt FLIMMO regelmäßig 3- bis 13-Jährige zu ihren Vorlieben.

Wie Sie FLIMMO in der Familie nutzen können

Auch wenn sich das Angebot in erster Linie an Sie als Eltern richtet, kann es spannend sein, sich gemeinsam mit Ihrem Kind durch die Inhalte der Website zu klicken. Das einfache und übersichtliche Bewertungssystem von FLIMMO eignet sich gut, um passende Inhalte zu finden. Wenn Ihr Kind von einer interessanten Serie oder einem YouTube-Kanal erzählt, können Sie gemeinsam nachschauen, was im FLIMMO dazu steht.

Neben Einschätzungen zu Kanälen gibt es unter www.flimmo.de/socialmedia auch Informationen rund um Social Media und worauf Eltern achten sollten, wenn sie die Nutzung erlauben.

Beliebte Spiele: Fortnite

Fortnite gehört seit seiner Veröffentlichung 2017 zu den beliebtesten Onlinespielen unter Kindern und Jugendlichen. Viele Spielmodi sind ab 12 Jahren freigegeben, werden aber häufig schon von weitaus jüngeren Spieler*innen genutzt.

Kurz gefasst:

  • Videospiel von EPIC Games
  • Mindestalter laut gesetzlichem Alterskennzeichen der USK für die meisten Spielmodi: 12 Jahre, pädagogische Empfehlung laut Spieleratgeber NRW: 14 Jahre
  • Viele von Spieler*innen erstellte Fortnite-„Inseln” aus dem Kreativmodus verfügen über abweichende Altersfreigaben nach dem IARC-System
  • kostenlose App für PC, Mac und alle gängigen Konsolen sowie per Umwege auch auf Smartphones
  • enthält In-App-Käufe, Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten

Was ist Fortnite?

Wenn über Fortnite gesprochen wird, dann ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei nicht nur um ein Spiel handelt. Fortnite hat sich vielmehr zu einer Plattform für Online-Spiele mit verschiedenen Spielmodi entwickelt, welche sich oftmals die gleiche Optik und Setting teilen. Im einzigen kostenpflichtigen Modus „Save The World“ muss man mit anderen Spieler*innen eine Festung aufbauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen.

Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, allein oder im Team alle Mitspieler*innen zu töten, um selbst zu überleben. Es gibt auch einen Kreativmodus, der in unserem Beitrag Kreativ mit Fortnite und Minecraft vorgestellt wird und bei dem teilweise ganz auf Gewalt und Zeitdruck verzichtet werden kann.

Frisch dazu gekommen sind außerdem die drei Modi „Fortnite Festival”, „Fortnite Racing” und „Lego Fortnite”. Während „Fortnite Festival” eher einem Rythmusspiel gleicht, geht es bei „Fortnite Racing”, wie der Name schon vermuten lässt, um schnelle Wettrennen. Bei „Lego Fortnite” müssen Spieler*innen gemeinsam gegen Monster kämpfen und Gebäude bauen, wobei die Figuren und Inhalte in der Optik von klassischem Lego-Spielzeug gehalten werden.

Was bietet Fortnite aktuell?

Fortnite ist auf allen gängigen Konsolen wie der Playstation 4/5, der Nintendo Switch und der Xbox One/Series erhältlich. Auch auf dem PC und für Mac lässt sich die App herunterladen. Über einige Umwege kann die App auch auf Android- und Apple-Geräten installiert werden, jedoch nicht über den klassischen Google Play Store oder Apple App Store. Außerdem kann das Spiel auch über die immer beliebter werdenden Cloudgaming-Anbieter wie Amazon Luna auf viele Endgeräte per Streaming gespielt werden.

Im März 2022 fügte „Fortnite Battle Royale“ den sogenannten „No Build“-Modus hinzu. In dieser Variante können Spielende keine schützenden Strukturen wie Wände bauen und müssen sich neue Möglichkeiten überlegen, um sich einen Vorteil gegen andere Spieler*innen zu verschaffen, wie beispielsweise einen Höhenvorteil. Derzeit arbeitet Fortnite viel mit anderen Firmen und Franchises zusammen, um deren Inhalte in das Spiel zu integrieren. So hat sich die Pop-Künstlerin Billie Eilish als spielbare Figur im Spiel verewigt. Auch Held*innen aus Star Wars, Avatar – Der Herr der Elemente, My Hero Academia und viele mehr bringen immer wieder frischen Wind in das Spiel.

Insbesondere der Kreativmodus hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. So können Spieler*innen jetzt eigene „Inseln” erschaffen und komplett eigene Spielziele integrieren. So kopieren viele dieser Inseln zwar den bekannten „Battle Royale”-Modus, jedoch sind andere Inseln komplett gewaltfrei. Es kann daher sogar innerhalb von Fortnite zu verschiedenen Altersfreigaben und -empfehlungen kommen.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an diesem Angebot?

Selten hat ein Spiel einen so großen Hype ausgelöst. Sicherlich auch, weil Teile von Fortnite kostenlos und über verschiedene Plattformen spielbar sind. Zudem ist es leicht, ohne Vorkenntnisse in das Spiel einzusteigen.

Der Spielverlauf ist sehr spannend und sorgt für reichlich Adrenalin. So müssen Spielende ständig auf der Hut sein, sich schnell vor Angreifenden verstecken und gute Strategien entwickeln, um zu überleben. Das Rundenprinzip bietet den Anreiz, es in der nächsten Runde besser zu machen als in der vorherigen. Witzige Details wie die weltweit bekannten Freuden- und Siegestänze der Spielfiguren erweitern den Spielspaß.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Wegen der USK-Altersfreigabe ab 12 Jahren ist der „Battle Royale”-Modus von Fortnite stark in der Kritik. Waffengewalt ist hier die einzige, aber notwendige Handlungsoption, um das Spiel zu gewinnen. Fortnite enthält zwar keine detaillierten Gewaltdarstellungen, es fließt kein Blut, es gibt keine Leichen zu sehen und auch die Cartoon-Optik verharmlost das gewaltsame Spielgeschehen. Das Ziel ist es dennoch, sich gegenseitig umzubringen. Besonders Kinder könnten das Bewusstsein dafür sehr schnell verlieren. Gleichzeitig können 12-Jährige aufgrund ihrer Medienerfahrung durchaus bereits diese Spielverabredung durchschauen.

Fortnite „Battle Royale” ist dennoch sehr nervenaufreibend, da Spieler*innen ihre Umgebung ständig nach Bedrohungen abscannen müssen. Dieser Druck kann bei Kindern und Jugendlichen Stress und Überforderung auslösen. Bei den Spielrunden werden viele Spielfiguren schnell eliminiert. Dadurch kann schon in kurzer Zeit Frust entstehen, wenn es den eigenen Avatar trifft.

Wer Fortnite spielen möchte, benötigt einen Account bei EPIC Games. Dafür ist die Angabe einer E-Mail-Adresse oder die eines bereits existierenden Kontos, wie zum Beispiel Apple, Google, Facebook, Nintendo, Playstation oder Xbox notwendig.

Das Spiel ermöglicht den Kauf von virtueller Währung, sogenannten V-Bucks. Damit können virtuelle Gegenstände wie Outfits, Siegestänze oder auch ein Zugang zu wöchentlichen Herausforderungen mit echtem Geld gekauft werden. Diese Gegenstände und Funktionen sind für das Spiel zwar nicht notwendig, aber gerade für Kinder und Jugendliche spannend. In den letzten Jahren ist die Zusammenarbeit mit bekannten Franchisefirmen wie Marvel oder Star Wars enorm ausgebaut worden, was die freiwilligen In-App-Käufe ankurbeln soll. Einige dieser Angebote sind oftmals nur eine begrenzte Zeit käuflich zu erwerben, wodurch die Angst etwas verpassen (FOMO) aufkommen kann.

Was sollten Eltern beachten?

Beachten Sie, dass die verschiedenen Spielmodi ihre jeweilige Altersfreigabe aus unterschiedlichen Gründen erhalten haben. So kann nicht nur die dargestellte Gewalt entscheidend sein, sondern auch erhöhte Kaufanreize. Fortnite sollte als Games as a Service verstanden werden, wozu wir einen eigenen Beitrag verfasst haben.

Insbesondere die von Nutzer*innen erstellten „Inseln” verfügen über eigene Alterskennzeichen, die nach dem sog. IARC-System vergeben wurden und sich so durchaus auch an jüngere Kinder richten können.

Wenn Ihr Kind den Wunsch hat Fortnite zu spielen, sehen Sie sich das Spiel selbst vorher an und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es Fortnite interessant findet. Spielen Sie gemeinsam und lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, worum es geht und vereinbaren Sie gemeinsame Regeln. Behalten Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes im Blick und treffen Sie technische Einstellungen, um die Balance zwischen zocken und anderer Freizeitgestaltung zu erleichtern.

Versuchen Sie auch Ihrem Kind bewusst zu machen, dass es in Fortnite um Gewalt geht und diese nicht unterschätzt werden darf. Das heißt aber nicht, dass Computerspiele unbedingt gewalttätig machen.

Seien Sie als Ansprechperson da, wenn Ihr Kind auf unangemessene Inhalte oder unangenehme Mitspielende stößt. Spielende, die sich unangebracht verhalten, können über das Spielmenü gemeldet werden. Nutzen Sie die Kindersicherung von Fortnite und richten Sie sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Über einen PIN lassen sich zum Beispiel Zahlungen und Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten einschränken. Auch können Sie die Inhalte beschränken, die Ihr Kind in Fortnite sehen kann. So können sie beispielsweise Spielmodi komplett sperren, die für ihr Kind nicht altersgerecht sind. Eine anschauliche Anleitung für Eltern dazu finden Sie auf medien-kindersicher.de.

Jugendschutz im Kino – was Eltern wissen sollten

Ob gruselige Filme, lustige Komödien oder spannende Actionfilme – das Erleben von Filmen auf einer großen Leinwand im Kino ist für Kinder und Jugendliche etwas Besonderes. Kinder und Jugendliche sollten nur Filme sehen, die für ihr Alter geeignet sind. Deshalb gibt es Altersfreigaben und im Kino entsprechende Kontrollen. Wie Jugendschutz im Kino aussieht und welche Ausnahmen und besondere Regelungen gelten, stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

Die Altersfreigaben der FSK im Kino

Praktisch alle Kinofilme werden der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zur Prüfung vorgelegt. In unabhängigen Prüfverfahren vergibt die FSK die bekannten Altersfreigaben ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren nach dem Jugendschutzgesetz und in Zusammenarbeit mit den Obersten Landesjugendbehörden. Die Freigaben sind keine pädagogischen Empfehlungen. Sie sollen sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht beeinträchtigt werden und stehen damit für ein positives Filmerlebnis. Für Eltern bieten sie Orientierung bei der Filmauswahl.

Parental-Guidance-Regelung – Elternbegleitendes Kino

Kinder und Jugendliche dürfen Kinovorstellungen nur besuchen, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Eine Ausnahme bildet die sogenannte Parental-Guidance-Regelung (PG). Nach dieser Regelung können Kinder ab 6 Jahren Kinofilme mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren besuchen, wenn sie ein Elternteil oder eine erziehungsbeauftragte Person dabei begleitet. Damit bekommen Eltern beim gemeinsamen Kinobesuch eine besondere Verantwortung und können so zum Beispiel einen Kinoerlebnis mit der ganzen Familie ermöglichen.

Eltern müssen nicht selbst anwesend sein. Sie können die Erziehungsbeauftragung jeder volljährigen Person übertragen:

  • Verwandte: z. B. volljährige Geschwister, Tante oder Onkel, Großeltern
  • Personen in einem besonderen Vertrauensverhältnis: z. B. Patentante oder Patenonkel, Freundin oder Freund, befreundete Eltern, Nachbar*in,
  • Personen mit professionellem oder regelmäßigem Erziehungsauftrag: z. B. Lehrkräfte, Ausbilder*innen, pädagogische Fachkräfte, Gruppenleitungen.

In Zweifelsfällen müssen Kinobetreiber*innen die Volljährigkeit der Begleitperson sowie die Erziehungsbeauftragung anhand einer schriftlichen Bestätigung überprüfen.

Vielleicht stellen Sie sich die Frage, warum diese Regelung nicht auch für die Altersfreigaben ab 6 und 16 Jahren gilt? Schließlich bietet das gemeinsame Filmerlebnis von Eltern und Kindern eine ideale Ausgangsposition für ein gutes Aufwachsen mit Medien und fördert Medienkompetenz. Im Kino ist es bei Filmen mit diesen Freigaben jedoch nicht möglich, sich bewusst für einen gemeinsamen Kinobesuch mit Ihrem Kind zu entscheiden, wenn es die betreffende Altersstufe noch nicht erreicht hat. Für eine Anpassung der Regelung im Jugendschutzgesetz ist der Gesetzgeber gefragt. Kinos dürfen sich nicht darüber hinwegsetzen.

Weitere Jugendschutz-Regeln für Kinovorstellungen

Im Jugendschutzgesetz befinden sich außerdem Regelungen über Uhrzeiten, bis wann Kinder und Jugendliche eine Kinovorstellung besuchen können.

  • Kinder unter 6 Jahren dürfen grundsätzlich nur ins Kino, wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Kinder im Alter von 6 bis 11 dürfen Kinovorstellungen ab 12 Jahren in Begleitung der Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person besuchen.
  • Kinder unter 14 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor 20 Uhr endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor 22 Uhr endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.
  • Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor Mitternacht endet oder wenn sie von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.

Was Eltern beachten sollten

Informieren Sie sich im Vorfeld eines Kinobesuchs über die FSK-Freigabe und die Uhrzeit des gewünschten Films. Wichtig sind bei der Altersfreigabe auch die Gründe, die zu der Altersstufe geführt haben. Die FSK bietet hierfür Begründungen und Zusatzhinweise zu allen aktuellen Kinofilmen unter www.fsk.de/kinostarts an. Ist Ihr Kind zwischen 6 und 11 Jahre alt, überlegen Sie genau, ob Sie Ihrem Kind mithilfe der Parental-Guidance-Regelung Zugang zu einem Kinofilm ab 12 Jahren geben möchten. Filme ab 12 Jahren können spannende oder actionreiche Elemente enthalten, aber keine übermäßige Gewalt oder explizite Darstellungen. Wählen Sie altersgerechte Filme für Ihr Kind aus und berücksichtigen Sie dabei den Entwicklungsstand Ihres Kindes. Beachten Sie pädagogische Empfehlungen zu aktuellen Kinofilmen wie zum Beispiel von FLIMMO. So können Sie am besten abschätzen, ob ein Film für Ihr Kind geeignet ist.

Game Master und Co. – gruselige Trends im Netz

Immer wieder kursieren im Internet gruselige Phänomene wie der Game Master, angsteinflößende Kettenbriefe wie Momo oder Horror-Figuren wie Huggy Wuggy. Doch was genau steckt dahinter? Und wie können Eltern darauf reagieren? In diesem Artikel klären wir auf.

Was oder wer ist ein Game Master?

Der sogenannte Game Master ist ein dunkel gekleideter, maskierter Unbekannter, der YouTuber*innen per WhatsApp oder Brief kontaktiert und ihnen gruselige oder gefährliche Aufgaben stellt. Diese Aufgaben müssen dann so schnell wie möglich gelöst werden. Erfüllen die YouTuber*innen die gestellte Aufgabe nicht, drohen ihnen Strafen. Dabei sind die Aktionen des Game Masters teilweise sogar grenzüberschrei-tend: So taucht er angeblich bei den YouTuber*innen zu Hause auf oder bricht dort ein und zerstört deren Eigentum. Wie hilflos die YouTuber*innen dem Game Master anscheinend ausgeliefert sind, zeigen sie in ihren Videos.

Haben Sie schon einmal ein YouTube-Video gesehen, in dem der vermeintliche Game Master auftritt? Dann ist Ihnen bestimmt schnell aufgefallen, dass die Figur sowie die Story drumherum ausgedacht sind. Vermutlich hat sich eine Person aus dem Freundeskreis dunkle Kleidung und eine Maske angezogen. Die Interaktion zwischen YouTuber*in und Game Master ist somit gespielt.

Grusel liegt bei Kindern und Jugendlichen hoch im Trend

Egal, ob angsteinflößende Kettenbriefe, gruselige Videos, Horror-Computerspiele wie Poppy Playtime oder düstere Zitate aus Filmen und Memes – viele Kinder und Jugendliche finden großen Gefallen an derartigen Trends. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Durch das Konsumieren von gruseligen Videos und Nachrichten können Kinder und Jugendliche die eigenen Grenzen austesten, anderen etwas beweisen, sich gedanklich ablenken oder einfach den Adrenalin-Kick spüren. Für sie ist es spannend und angsteinflößend zugleich, die gruseligen Trends zu verfolgen. Speziell für Kinder ist es eine kleine Herausforderung, sich zu trauen, solche Videos anzuschauen oder Nachrichten zu lesen.

Das große Problem dabei: Wie es zu der Inszenierung solcher Inhalte kommt, durchschauen Kinder und Jugendliche nicht immer. Gerade jüngeren Kindern ist der eigentliche Ursprung eines Gruselphänomens gar nicht bekannt und sie können diese nicht oder nur schwer einordnen.

Worauf Eltern achten sollten

Nachrichten und Videos wie die des Game Masters sind darauf ausgelegt, Angst und Grusel unter den jungen Zuschauer*innen zu verbreiten. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind darüber, was hinter diesen Phänomenen steckt. Klären Sie es auf, dass solche Videos oder Kettenbriefe nicht echt sein können. Stellen Sie sich zum Beispiel gemeinsam die Frage, wie Sie reagieren würden, wenn eine unbekannte Person ungewollt zu Ihnen nach Hause kommt und Ihnen schaden will. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es mit Ihnen spricht, wenn es unheimliche Nachrichten oder Videos erhält.

Um einen Kettenbrief oder ein Video als Quatsch zu enttarnen, hilft es, online danach zu suchen. Zu fast jedem Phänomen gibt es hier Infos. Erklären Sie Ihrem Kind, was eine Falschmeldung ist und wie es damit umgehen kann. Und um keine weitere Energie an die ungewollte Nachricht zu verschwenden, gilt zu guter Letzt: Einfach aus dem Smartphone löschen und nicht weiterleiten – auch zum Schutz anderer Kinder. Beachten Sie, dass beim Warnen anderer Eltern oder Familien vorsichtig vorgegangen werden sollte, um nicht unbeabsichtigt das Phänomen oder die Videos unnötig weiterzuverbreiten. Am besten machen Sie sofort deutlich, dass es sich um eine bewusste Falschmeldung (Hoax) handelt, falls das der Fall ist.

Was Sie außerdem tun können: Blockieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Kontakt und melden den Inhalt bei den Betreiber*innen der Plattform oder bei entsprechenden Meldestellen.

Die Xplora XGO3: Die Smartwatch für Kinder

Die Xplora XGO3 ist eine speziell für Kinder entwickelte Smartwatch, die Sicherheit und Spaß vereint. Mit ihren vielfältigen Funktionen bietet sie Eltern die Möglichkeit, die Kommunikation mit ihren Kindern zu verwalten und zu überwachen, während sie Kindern ein Gefühl von Unabhängigkeit vermittelt. Wir erklären, was hinter der Smartwatch für Kinder steckt.

Kurz gefasst:

  • Smartwatch für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren
  • GPS-Tracking, SOS-Notruffunktion, Schrittzähler, Anruf- und Nachrichtenfunktion (eingeschränkt), Schulmodus
  • Kompatibel mit iOS und Android
  • Kosten: etwa 100 €, abhängig vom Anbieter und Vertragsmodell

Was steckt hinter dem Angebot?

Die Xplora XGO3 wurde entwickelt, um Kindern ein gewisses Maß an Sicherheit zu bieten, während sie gleichzeitig die Möglichkeit haben, die Welt um sie herum zu entdecken und ihre Unabhängigkeit zu entwickeln. Für Sie als Eltern ist die Smartwatch ein Werkzeug zur Überwachung und Verwaltung der Kommunikation mit Ihrem Kind. Es ist keine vollwertige Smartwatch, vielmehr ist sie kindgerecht gestaltet und intuitiv per Touch zu bedienen.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören GPS-Tracking, um den Aufenthaltsort Ihres Kindes zu verfolgen, eine SOS-Notruffunktion für den Ernstfall sowie eine eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeit, um den Kontakt zu vertrauenswürdigen Personen zu ermöglichen. Das Telefonieren und (Sprach-)Nachrichten senden ist möglich, das Surfen im Internet ausgeschlossen. Es können keine eigenen Texte für Nachrichten eingegeben werden.

Über die Eltern-App können Sie auf Ihrem Smartphone auch einen Schulmodus für die Schulzeiten Ihres Kindes festlegen sowie eine Sicherheitszone, in der ihr Kind sich frei bewegen darf, ohne dass sie benachrichtigt werden.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Kinder und Jugendliche begeistert die Möglichkeit, wie die Erwachsenen eine Smartwatch zu tragen, die aber speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Funktionen wie das Annehmen von Anrufen von vorab autorisierten Kontakten und das Versenden von SOS-Nachrichten bieten Sicherheit und ein Gefühl von Selbstständigkeit. Zudem können die kleinen Extras wie Spiele oder die Mini-Kamera Spaß bringen. Darüber hinaus motiviert der integrierte Schrittzähler Kinder dazu, aktiv zu bleiben und ihre Fitness zu fördern.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

  • Datenschutz und Privatsphäre: Die Nutzung von GPS-Tracking und Kommunikationsfunktionen können Datenschutzrisiken mit sich bringen
  • Kommunikationsrisiken: Eine eingeschränkte Anruf- und Nachrichtenfunktion kann die Möglichkeit von unerwünschten Kontakten nicht vollständig ausschließen.
  • Ablenkung: Die ständige Verfügbarkeit von Anrufen und Nachrichten sowie die Möglichkeit, Spiele zu spielen, können zu Ablenkungen führen und die Konzentration Ihres Kindes beeinträchtigen.
  • Abhängigkeit von der Technologie: Die Verfügbarkeit von Funktionen wie GPS-Tracking und sofortiger Kommunikation kann dazu führen, dass Ihr Kind sich zu sehr auf die Smartwatch verlässt und weniger eigenständig wird.

Was meint der Anbieter?

Der Anbieter betont die Wichtigkeit des Datenschutzes und stellt Datenschutzeinstellungen bereit, um die Privatsphäre der Nutzer*innen zu schützen. Außerdem werden elterliche Kontrollfunktionen angeboten, um die Nutzung zu überwachen und einzuschränken. Der Anbieter betont, dass die Sicherheit und der Schutz der Kinder oberste Priorität haben.

Was sollten Eltern beachten?

  • Einstellungen anpassen: Nehmen Sie sich Zeit, um die Einstellungen der Smartwatch entsprechend den Bedürfnissen und dem Alter Ihres Kindes anzupassen.
  • Datenschutz und Privatsphäre: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Bedeutung von Datenschutz und Sicherheit im Umgang mit technologischen Geräten. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Regeln zur Nutzung des GPS-Trackings – denn auch Ihr Kind hat ein Recht auf freie Entfaltung – wenn auch in einem geschützten Raum.
  • Kontaktbeschränkungen: Überprüfen Sie regelmäßig die Kontaktliste Ihres Kindes und stellen Sie sicher, dass nur vertrauenswürdige Personen Zugriff auf die Kommunikationsfunktionen der Smartwatch haben. Erklären Sie Ihrem Kind, warum diese Beschränkungen wichtig sind und wie es reagieren soll, wenn es von Unbekannten kontaktiert wird.
  • Kommunikation und Nutzung: Nutzen Sie die Kommunikationsfunktionen, um in Kontakt zu bleiben und Ihrem Kind beizubringen, verantwortungsvoll damit umzugehen. Erklären Sie beispielsweise, dass Ihr Kind nicht einfach Fotos von anderen machen darf, ohne sie vorher um Erlaubnis zu bitten.
  • Selbstständigkeit und Freiraum: Ermutigen Sie Ihr Kind, auch ohne die Smartwatch selbstständig zu sein, sich frei zu bewegen und Fähigkeiten wie Orientierungssinn und soziale Fertigkeiten zu entwickeln.
  • Regeln an Ihrer Schule: Informieren Sie sich vorab über etwaige Richtlinien bezüglich der Nutzung von Smartwatches an der Schule Ihres Kindes.

Jugend unter Druck – Schönheitsideale im Netz

Durchtrainierte Körper in Fitness-Kanälen auf YouTube, makellose Beauty-Influencer*innen auf Instagram oder perfekt inszenierte Selfies im WhatsApp-Chat – Soziale Medien vermitteln ein bestimmtes Bild von Schönheit, das oft weit von der Realität entfernt ist. Solche Ideale können bei Kindern und Jugendlichen einen enormen Druck auslösen und sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl auswirken. Wie können Eltern ihren Kindern helfen, einen gesunden Umgang mit Schönheitsbildern im Netz zu entwickeln?

Schönheitsbilder im Wandel der Zeit

Blasse Haut im Mittelalter, kurvige Körper im Barock, kurze Haare in den 1920ern, dünne Models in den 1990ern – was als schön gilt, unterliegt einem ständigen Wandel und verändert sich je nach Zeit und Kultur. Vor allem Frauen wurden in der Geschichte stark über ihr Äußeres bewertet. Das Schönheitsideal unserer heutigen Zeit ist stark geprägt von Geschlechterklischees und Social-Media-Trends.

Kinder und Jugendliche in der Orientierungsphase

„Sehe ich schön aus?“. Spätestens mit Beginn der Pubertät beschäftigen sich Kinder und Jugendliche immer mehr mit ihrem Aussehen und ihrer Identität. Oft ist diese Zeit von Unsicherheit und Vergleichen geprägt. Junge Menschen suchen dabei auch Orientierung in den Medien. Sie beobachten aufmerksam, wie sich Personen im Netz präsentieren. Influencer*innen werden dabei zu wichtigen Vorbildern, denen sie nacheifern möchten. Viele Socia-Media-Stars geben sich auf ihren Profilen besonders nahbar und fördern den Kontakt zu ihrer Zielgruppe. Die starke Beziehung zu ihren Idolen kann bei der Entwicklung des eigenen Körper- und Schönheitsbilds eine Orientierungshilfe sein, aber auch zu Verunsicherung und Druck führen. Denn viele Inhalte zeigen stark verzerrte Schönheitsbilder.

Insta vs. Real Life – Schönheit im Netz

Große Augen, volle Lippen, weiße Zähne, makellose Haut – auf Plattformen wie Instagram und TikTok dominieren einseitige Schönheitsbilder, die mit dem Einsatz von Filtern und Bildbearbeitung bis hin zur Verwendung von KI-Avataren perfektioniert werden. Dazu kommen die Mechanismen von Social-Media-Angeboten, in denen Algorithmen bevorzugt Bilder mit nackter Haut auswählen und Inhalte nach den Merkmalen und Vorlieben der Nutzer*innen anzeigt. Influencer*innen zeigen mehr Schein als Sein, um mit Klicks und Produktplatzierungen Geld zu verdienen. Wer nicht dem aktuellen Schönheitsideal entspricht, bekommt negative Rückmeldungen bis zu Hasskommentaren. Das verstärkt den Druck auf junge Nutzende, unrealistischen Schönheitsstandards entsprechen zu müssen. Nach einer Studie der österreichischen Bildungsplattform safer-internet.at von Anfang 2024 setzen Schönheitsideale im Internet sowohl Mädchen als auch Jungen stark unter Druck. Über die Hälfte der befragten Jugendlichen möchte im Netz schön, gestylt und schlank aussehen. Wenn Kinder und Jugendliche sich ständig vergleichen und häufig Filter verwenden, kann sich das auf ihre Selbstwahrnehmung auswirken. Pumpen bis zum Umfallen, hungern bis zur Magersucht – manche Inhalte zeigen sogar gesundheitsgefährdende Schönheitsideale, was bei Nachahmung gefährlich werden kann.

Glücklicherweise gibt es im Netz auch Gegenbewegungen wie Curvy Models, Body Positivity und Hashtags wie #fürmehrrealitätaufinstagram. Sie tragen dazu bei, eine Vielfalt an Körpern und Identitäten sichtbar zu machen und zu feiern. Solche authentischen Inhalte fördern bei Nutzenden einen gesünderen und realistischeren Blick auf Schönheit und ihren Körper.

Wie können Eltern damit umgehen?

Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzung Ihres Kindes und bleiben Sie mit Ihrem Kind über seine Lieblings-Influencer*innen und -Inhalte im Gespräch. Analysieren Sie gemeinsam, welche Bearbeitungsschritte hinter vielen Bildern und Videos stecken und erklären Sie ihm, dass es dabei meist um Vermarktung geht. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass sein Social-Media-Feed kein genaues Abbild der Realität ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, Profile auszusortieren, die schlechte Gefühle bei ihm auslösen. Geben Sie Ihrem Kind Zugang zu den guten Seiten des Internets und zeigen Sie ihm (Kinder-)Medien, die vielfältige Weltbilder und Geschlechterbilder darstellen. Comedy-Profile wie von Celeste Barber oder Formate für Kinder und Jugendliche wie dieses Video zu Schönheitsfiltern von TeamTimster auf KIKA helfen, unrealistische Schönheitsideale zu hinterfragen.

Betonen Sie die Vielfalt von Körpern und Schönheitsbildern und ermutigen Sie Ihr Kind, positiv zum eigenen Körper zu stehen. Loben Sie vor allem die inneren Werte Ihres Kindes wie Persönlichkeit und Interessen, so stärken Sie sein Selbstwertgefühl. Wenn Sie unsicher sind, Ihr Kind unter digitalem Stress oder einer Essstörung leidet, suchen Sie sich Hilfe, zum Beispiel in Form von (digitalen) Beratungsangeboten.

Cloud Gaming mit Amazon Luna

Amazon Luna ist ein Cloud-Gaming-Service, der Spiele auf verschiedene Geräte wie Computer, Smartphones oder Fire TV bringt. Die Plattform bietet eine große Auswahl an Spielen, darunter auch viele familienfreundliche Titel.

Kurz gesagt

  • Cloud-Gaming-Service für digitale Spiele
  • Auf vielen Endgeräten wie Fernsehern, Computern und Smartphones nutzbar
  • Altersfreigaben im Konto einstellbar
  • Anbieter: Amazon
  • Abonnement ab 10 Euro pro Monat (Stand März 2024)

Was steckt hinter Amazon Luna?

Amazon Luna ist ein Cloud-Gaming-Dienst. Das bedeutet, dass die Spiele nicht heruntergeladen werden müssen. Ähnlich wie bei Netflix werden die Games gestreamt.

Spieler*innen müssen ein Luna+ Abonnement abschließen oder einen Amazon Prime Account besitzen. Dann können dann Games aus der Luna-Bibliothek spielen, ohne diese einzeln kaufen zu müssen. Die Spiele gehören den Abonnent*innen jedoch nicht. Wer das Abo oder den Amazon Prime Account kündigt, verliert den Zugriff auf alle Spiele, die darin enthalten waren. Dasselbe gilt für Spiele, die Amazon aus dem Angebot entfernt.

Alternativ können die Spiele über die Website von Amazon Luna einzeln gekauft werden. Dafür ist zusätzlich ein Ubisoft-Konto erforderlich, da diese Spiele ausschließlich von dem Videospielunternehmen Ubisoft zum Kauf angeboten werden.

Welche Anreize bietet Amazon Luna?

Gaming-Trends ändern sich schnell. Ein Spiel, das bei Kindern und Jugendlichen gerade noch angesagt ist, kann in wenigen Wochen schon wieder an Reiz verlieren. Amazon Luna bietet mit dem Abonnement die Möglichkeit, auf solche Änderungen zu reagieren, ohne dass dabei immer wieder neue Spiele gekauft werden müssen.

Über die Funktion Luna Couch können Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Freund*innen zocken. In Luna ist die bei jungen Menschen beliebte Streamingplattform Twitch integriert.

Familien sparen sich die hohen Kosten für die Anschaffung eines Gaming-PCs oder einer Spielkonsole. Amazon Luna ist auf Android und iOS-Smartphones, auf manchen Smart-TVs und auf Computern mit einem Internetbrowser verfügbar.

Was sagt der Anbieter?

Amazon Luna bietet eine Kindersicherung mit einigen Schutzmaßnahmen. In den Einstellungen findet sich im Reiter „Kindersicherung“ die Möglichkeit eine PIN für das Konto festzulegen. In den Einstellungen können Eltern festlegen, dass die PIN verwendet werden muss, um Spiele zu kaufen. Die Spiele, die Amazon Luna im Angebot hat, sind alle durch die USK bewertet und auf ein bestimmtes Alter festgelegt. Luna ist hierbei eines der angeschlossenen Systeme, die am IARC-Verfahren teilnehmen. Eltern können festlegen, ab welcher Altersfreigabe die Eingabe des PINs nötig ist, um das Spiel zu starten. Mehr Informationen zur Kindersicherung von Amazon Luna gibt es auf der Webseite von medien-kindersicher.de.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Cloud-Gaming verlangt einen Online-Zwang. Die Spiele können nicht heruntergeladen und offline gespielt werden, da die Spieldaten zwangsläufig von einem Server übertragen werden müssen. Das kann viel Datenvolumen verbrauchen.

Bei Online-Spielen kann es zu Problemen mit dem Spielfluss kommen, die durch die Verzögerungszeit zum Server entstehen. Gerade bei Actionspielen (wie Fall Guys), Sportspielen (wie FIFA ) und Shootern (wie Fortnite) kann es relevant sein, Entscheidungen innerhalb von Sekundenbruchteilen zu treffen. Wenn das eigene Internet zuhause nicht schnell genug ist, um diese Entscheidungen umzusetzen, kann das schnell zu Frust führen.

Auch der Aspekt, dass Abonennt*innen die Spiele nicht gehören, kann schwierig werden. Wenn Ihr Kind das Spiel immer wieder spielen möchte, ist diese Möglichkeit auf Dauer nicht sicher gegeben. Denn der Anbieter Amazon kann sich jederzeit dazu entscheiden, das Spiel aus dem Angebot zu entfernen.

Der Jugendschutz von Amazon Luna ist in vielen Punkten gut, aber in einem Punkt ist er noch ausbaufähig: Sie können die Spielzeit Ihres Kindes nicht limitieren. Hierfür müssten sie zusätzliche Programme verwenden, wie beispielsweise die Salfeld-App, die für Microsoft Windows und Android (bis Android Version 14) verfügbar ist.

Was Eltern beachten sollten

Nutzen Sie die Einstellungen des technischen Jugendmedienschutzes von Amazon Luna und den Geräten, an denen Ihr Kind spielt. Sprechen Sie mit ihrem Kind über Spielzeiten und vereinbaren Sie Regeln. Beziehen Sie dabei Ihr Kind mit ein, damit es sich in seinen Interessen ernst genommen und vertreten fühlt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, welche Risiken Online-Gaming birgt. Ermutigen Sie Ihr Kind, zu Ihnen zu kommen, wenn es beim Spielen etwas gesehen oder gehört hat, das es verunsichert. Sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, wie es mit herausfordernden Inhalten oder riskanten Kontakten gut umgehen kann. Achten Sie auch darauf, dass die integrierte Streaming-Plattform Twitch bei Luna mitenthalten ist und eigene Herausforderungen mit sich bringen kann.

Ihr Kind möchte ein Spiel spielen, das Sie nicht kennen? Informieren Sie sich vorab darüber. Elternguide.online bietet Artikel zu vielen beliebten Spielen. Beachten Sie die USK-Altersfreigaben der Spiele und wägen Sie je nach Entwicklungsstand Ihres Kindes ab, ob das Spiel für Ihr Kind geeignet ist. Pädagogische Empfehlungen für Games bietet der Spielratgeber NRW.

Weltbilder in Kindermedien

Bücher, Computerspiele und Serien haben alle eines gemeinsam: sie erzählen Geschichten. Beim Klicken und Zappen durch Fernsehprogramme und Streamingangebote wird jedoch schnell ersichtlich: bestimmte Erzählungen wiederholen sich und andere werden kaum dargestellt. Durch diese einseitige Darstellung besteht die Gefahr, von Kindheit an diskriminierende Weltbilder als normal anzusehen.

Die Gefahr von einseitigen Erzählungen

Kinder haben unendlich viele Fragen und sind ständig auf der Suche nach Antworten, die die Welt um sie herum erklären. Die Mediennutzung leistet einen erheblichen Beitrag dazu, wie Ihr Kind die Welt wahrnimmt. 
In Medien wird uns durch das ständige Wiederholen der gleichen Merkmale einer Person wie Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft oder Religion ein sehr einseitiges Bild unserer Welt vermittelt. Das führt dazu, dass wir die vermittelten Bilder und Geschichten nicht mehr hinterfragen, sondern akzeptieren.

Vielfalt fördern von klein auf

Deshalb brauchen Kinder Erzählungen, die zeigen, dass die Welt bunt ist. Durch den Zugang zu vielfältigen Geschichten kommen Kinder mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Themen und Perspektiven in Berührung. 
Und keine Sorge: es ist in Ordnung, solche einseitigen Filme und Serien zu schauen. Vielmehr geht es darum, verschiedene Geschichten zu bieten, sodass Ihr Kind die Möglichkeit hat, mehrere Sichtweisen zu bestimmten Themen und Darstellungen kennenzulernen. So kann Ihr Kind durch den Umgang mit vielfältigen Medieninhalten lernen, dass Menschen mit oder ohne Behinderung, unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe Held*innen in Geschichten sein können. 
Um dies zu unterstützen und ein offenes Weltbild zu fördern, ist es wichtig, sich mit dem Inhalt von Hörspielen, Filmen, Games und anderen Medien, kritisch auseinanderzusetzen. Im besten Fall schauen Sie sich zusammen mit Ihrem Kind an, wie einseitig oder vielfältig die bisher konsumierten Geschichten erzählt wurden und wie die Charaktere dargestellt werden. Dann können Sie gemeinsam nach einer Serie, einem Podcast, einem Spiel oder einem Buch  mit vielfältigen Figuren suchen, das Ihnen und Ihrem Kind gefällt.  
Im Folgenden finden Sie dazu eine Liste mit einigen Vorschlägen.

Vielfältige Kindermedien 

Auf Instagram, TikTok und Co dominieren einseitige Vorbilder, denn Klischees verkaufen sich gut. Tipps für mehr Vielfalt in Social-Media-Angeboten haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Influencer*innen im Portrait, die sich mit Rassismuskritik beschäftigen und Geschlechtervielfalt zeigen finden Sie hier.

Divers und queer – was in unserer Gesellschaft immer sichtbarer wird, wird auch immer mehr in Medienangeboten für Kinder abgebildet. In diesem Artikel stellen wir Kindermedien vor, die vielfältige Geschlechterbilder und Lebensweisen zeigen.

Filme und Serien:

Alles Neu für Lina – Lina zieht mit ihrer Familie nach Berlin und muss sich dort neu zurechtfinden. (3 Jahre)

Meine Stadt der Geister – Vier Freund*innen interviewen in diesem Animationsfilm Geister und lernen so die Geschichte ihrer Stadt Los Angeles kennen. (5 Jahre) 

Die Sendung mit der Maus – Eine Wissensserie für Kinder, in der auch bei der Moderation Wert auf Diversität gelegt wird. (5 Jahre)

Eine Lausige Hexe – Freundschaft in einer Hexenschule. (6 Jahre)

Die Checker Welt – Das Checker-Team Can, Tobi, Marina und Julian moderiert spannende Wissenssendungen für Kinder.  (6 Jahre)

Löwenzahn – Fritz Fuchs und sein Hund Keks erleben als Nachfolger von Peter Lustig gemeinsam mit einem vielfältigen Schauspiel-Ensemble spannende Abendteuer und vermitteln dabei interessantes Wissen. (6 Jahre)

Stark! – Kurze Porträts über starke Kinder. (7 Jahre)

Avatar – Der Herr der Elemente – Eine Zeichentrickserie, in der Charaktere mit unterschiedlichen Behinderungen vorkommen, jedoch keinerlei Fokus auf ihre Beeinträchtigungen gelegt wird. (7 Jahre)

Rico, Oskar und die Tieferschatten – zwei Freunde mit unterschiedlichen Macken und Ängsten jagen einen Entführer, bis einer der beiden Jungen selbst verschwindet. (7 Jahre)

Moooment! – Eine Serie, die sich mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzt. (9 Jahre)

Strange World – eine Drei-Generationen-Familie muss eine sterbende Pflanze retten. (9 Jahre)

Karmas Welt – (Animationsfilm) die zehnjährige Karma möchte Rapperin werden. Bis es so weit ist, gilt es jedoch den Schul- und Familienalltag zu meistern. (9 Jahre)

Die Pfefferkörner – Eine Gruppe von fünf Kindern klärt Verbrechen auf. Alle fünf Hauptfiguren zeugen von Stärke, Mut und Zusammenhalt. (10 Jahre)

Echt – Webserie auf ZDFtivi, die sich mit Freundschaften beschäftigt(10 Jahre) 

Trio – Eine Detektivserie (10 Jahre)

The Help – in diesem Spielfilm geht es um das Leben Schwarzer Hausmädchen, die in den 1960er-Jahren täglich bei weißen Familien arbeiten. (11 Jahre)

Schloss Einstein – Serie über das Leben von Internatsschüler*innen. Ein Format mit viel Diversität (Vergangenheit, Hautfarben, Sexualität, Erkrankungen), ohne dass sie als “besonders” oder “unnatürlich” dargestellt wird. (12 Jahre)

Funk – Kostenfreies Medienangebot und Netzwerk von ARD und ZDF. (14 Jahre)

Bücher: 

Buuu.ch ist ein Blog, auf dem Kinderbücher und Comics vorgestellt werden, die vielfältig Rollenbilder vermitteln und es vermeiden, Stereotype oder Klischees zu reproduzieren.  

Buchtipps für diversitätsgerechte Bücher für Jugendliche werden regelmäßig auf dem Blog von CBJ gepostet.  

Geschichten über starke Mädchen finden Sie auf dieser Liste von Kinderbüchern.  

Zudem sammelt Aktivist Raul Krauthausen Kinderbücher, die sich mit verschiedenen Facetten des Themas Behinderung auseinandersetzen. 

Etwas ganz anderes ist die YouTube-Serie des Gehörlosen Verbands München, in der Kinderbücher in Gebärdensprache vorgelesen werden.

Im Buch „Mein Traum, meine Geschichte“ erzählen acht Kinder, die weltberühmt wurden, von ihren Träumen und Geschichten.

Der Avalino Diversity-Blog sowie der Instagram- und TikTok-Account von Britta befasst sich viel mit dem Thema Vielfalt im Kinderzimmer. Unter anderem stellt sie Kinderbücher vor und hat auch ein eigenes (Kinder-)Buch geschrieben.

Der Zuckersüß Verlag ist ein Verlag für Kinderbücher mit starken Botschaften und einer Liste mit 30 Büchern für mehr Diversität und Vielfalt im Kinderzimmer auf dem Blog von Jane Wayne.

Podcasts:

Der Avalino Kinderpodcast ist ein Wissenspodcast, in dem Kinder über ihre Ideen (z. B. Umweltschutz) oder auch coole Fakten (z. B. über Tiere) berichten.

Die Maus ist ein Podcast der Sendung mit der Maus, auf dem täglich eine 60-minütige Folge für Kinder erscheint. (4 Jahre)

Hearooz ist eine Podcast-App, die extra für Kinder entwickelt wurde und verschiedene kindgerechte Podcasts enthält. (4 Jahre)

Der Kinderpodcast Kakadu entdeckt gemeinsam mit Kindern die Welt und beantwortet dabei spannende Fragen. (6 Jahre)

Games:

The Unstoppables ist ein Rätsel-Game, in dem vier Freund*innen mit verschiedenen Behinderungen einen Hund aus den Fängen seines Entführers retten. (Empfehlung von Webhelm ab 8 Jahre)

Bei dem Spiel Starlink: Battle for Atlas gehören die Arm- und Beinprothesen der starken Figur Chase selbstverständlich dazu. (USK 6 Jahre)

In SIMS 4 sowie SIMS Freeplay können Charaktere jedes Hobby und jeden Beruf frei wählen. Spielende können beim Erstellen der Sims selbst entscheiden, welche Hautfarbe die Charaktere haben sollen und zwischen zwei Körperformen (anstatt zwischen Geschlechtern) wählen. Auch gleichgeschlechtliche und polyamore Beziehungen sind möglich. (USK 6 Jahre, Empfehlung von Spieleratgeber NRW ab 10 Jahre)

Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel ist ein Spiel, in dem gendersensibel auf technische Ausbildungsberufe im Arbeitsfeld Erneuerbarer Energien eingegangen wird. (Empfehlung von internet-abc ab 12 Jahre)

Bei Sibel’s Journey geht es um die Auseinandersetzung mit den Themen Sexualität, Geschlecht, Körper und Grenzen. (Empfehlung von wirfuervielfalt ab 12 Jahre)

In Tell me why treffen sich zwei Geschwister nach 10 Jahren wieder, um das Familienanwesen zu verkaufen. Das Spiel repräsentiert dabei auch trans* Jungen. (USK 12 Jahre)

Medienerziehung von Geschwistern 

In vielen Familien mit Geschwistern gibt es Streit über die Mediennutzung: Die Kleineren fühlen sich ungerecht behandelt, wenn sie weniger dürfen als die Großen. Was die einen begeistert, finden die anderen langweilig. Andersherum überfordern manche Medienangebote die Jüngeren. Die Älteren haben das Gefühl, ständig Rücksicht auf ihre jüngeren Geschwister nehmen zu müssen. Wie können Eltern den Spagat zwischen den Bedürfnissen der Geschwister meistern und bei ihren Kindern einen kompetenten Umgang mit Medien fördern? 

Medienregeln fair gestalten 

Egal ob Einzelkind oder Geschwister – Regeln zur Mediennutzung in der Familie geben Kindern Struktur und Sicherheit für ihren Alltag mit Medien. Die Bedürfnisse und Entwicklungsstufen jedes Kindes sollten dabei berücksichtigt werden. So kann es sinnvoll sein, älteren Geschwistern mehr Freiheiten bei der Mediennutzung einzuräumen, während für jüngere Kinder engere Grenzen gelten. Zum Beispiel dürfen die Großen schon bestimmte Geräte ins eigene Zimmer mitnehmen, während die Kleinen Medien nur in den gemeinsamen Wohnräumen nutzen sollen. Die Nutzungszeiten müssen zum Alter der Kinder passen. Jüngere sollten weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen als Ältere. Legen Sie die Regeln gemeinsam fest und achten Sie darauf, dass sie für alle gerecht und verständlich sind. Dabei kann zum Beispiel ein Mediennutzungsvertrag helfen, den Sie für jedes Kind individuell gestalten. An grundsätzliche Medienregeln wie „Keine Medien am Esstisch“ sollten sich alle in der Familie halten. 

Geschwister-Konflikte begleiten 

„Gib mir sofort mein Tablet zurück!“, „Das ist doch für Babys, ich will was Spannendes anhören!“, „Warum muss ich ausmachen, wenn sie noch schauen darf?“. Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor? Ist der Altersabstand groß, gelten unterschiedliche Regeln für jedes Kind. Das kann leicht zu Streit zwischen Geschwistern führen, sei es um den Zugang zu bestimmten Geräten oder die Wahl von Inhalten. Machen Sie Ihren Kindern die Regeln transparent und helfen sie ihnen, sich in das Geschwister hineinzuversetzen. Zum Beispiel so: „Deine große Schwester durfte im Grundschulalter auch noch nicht länger als eine Stunde Video schauen.“. Achten Sie darauf, Konflikte rechtzeitig zu erkennen und sie gut zu begleiten. Das stärkt die Beziehung der Geschwister und sie lernen, zu verhandeln, Kompromisse einzugehen und Konflikte immer selbstständiger zu lösen.  

Gemeinsame Medienerlebnisse schaffen  

Zusammen Filme schauen oder zocken macht Spaß und schafft Verbindung. Eltern sollten ihre Kinder dabei unterstützen, passende Medieninhalte für die gemeinsame Mediennutzung auszuwählen. Gemeinsame Medienrituale wie das Schauen einer Wissenssendung am Sonntag oder das Musikhören im Auto machen Spaß und stärken den Zusammenhalt in der Familie. Oft verarbeiten Geschwister Medieninhalte gemeinsam und spielen Szenen aus Serien nach oder tauchen im Rollenspiel in die Welt ihrer Lieblingsfiguren ein. Viel voneinander lernen können Geschwister besonders dann, wenn sie gemeinsam kreativ mit Medien sind und Hörspiele, Stopp-Trickfilme oder Foto-Collagen selbst gestalten.  

Tipps zur Mediennutzung von Geschwistern 

  • Vermeiden Sie Überforderung: Wählen Sie altersgerechte Medien aus, beachten Sie die Altersfreigaben und orientieren Sie sich bei der gemeinsamen Mediennutzung am jüngsten Kind. 
  • Schaffen Sie Schutzräume: Stellen Sie sicher, dass jüngere Kinder eingeschränkten Zugang zu Medien haben. Machen Sie den älteren Kindern klar, dass sie mitverantwortlich sind und den Kleineren nicht unerlaubt Zugang geben dürfen. 
  • Treffen Sie Vereinbarungen: Sorgen Sie dafür, dass die Medienregeln in der Familie eingehalten werden. Nehmen Sie die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Kinder ernst. Stellen Sie Gerechtigkeit her und legen Sie zum Beispiel gemeinsam fest, welches Kind wann über welche Medieninhalte bestimmen darf. 
  • Finden Sie Alternativen: ein Kind schaut auf dem Fernseher, das andere auf dem Tablet – das kann eine Lösung für unterschiedliche Vorlieben und Entwicklungsstände sein. Ist die Medienzeit für das jüngere Kind schon vorbei, während das Ältere noch länger Medien nutzen darf, bieten Sie Ihrem kleinen Kind ein alternatives, medienfreies Spielangebot an.  
  • Fördern Sie Medienkompetenz: Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst, indem sie ein gesundes Verhältnis zu ihrer eigenen Mediennutzung vorleben. Führen Sie in der Familie regelmäßig offene Gespräche über die Vor- und Nachteile von Medien. So unterstützen Sie Ihre Kinder altersgemäß dabei, kritisch und reflektiert mit Medien umzugehen und fördern ihre Medienkompetenz.  

Instagram

Instagram gehört unter Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Dort werden Erlebnisse als Story geteilt, Influencer*innen zeigen, was gerade angesagt ist, Nutzende informieren sich über einen News-Feed oder lassen sich einfach unterhalten.

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Kurz gefasst:

  • soziales Netzwerk, das kostenlos nach einer Registrierung über die App genutzt werden kann
  • Veröffentlichen und Anschauen von Fotos, kurzen Videos (Reels), Live-Streams und sogenannten Stories
  • Mindestalter: Laut eigenen AGB ist die App ab 13 Jahren erlaubt.
  • Vorsicht: beinhaltet viel Werbung, Kinder und Jugendliche können mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden,
  • Anbieter: Instagram ist wie Facebook ein Dienst des großen US-Internetkonzerns Meta

Was ist Instagram?

Instagram, oder kurz Insta, ist mehr als eine Bilder-Plattform. Oberhalb des eigenen Feeds (in der App über das Haus-Symbol zu erreichen) gibt es aktuelle Stories und Live-Streams von Nutzer*innen, denen man folgt. Diese verschwinden nach 24 Stunden wieder, können jedoch von der Person, die die Story gepostet hat, auch auf dem eigenen Account als sogenanntes Highlight gespeichert werden. Außerdem werden im Feed die neugeposteten Fotos und Videos der abonnierten Kanäle und Personen angezeigt.

User*innen finden bei Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars und Sternchen, zu Marken und Produkten, aktuelle Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren.

Eigene Postings lassen sich mit FilternEmojis, Schriftarten usw. direkt in der App erstellen und bearbeiten. In Bildunterschriften kann der eigene Content – also Fotos und Videos – mit einem Hashtag Themen zugeordnet werden. Unter Instagram Reels (unterhalb des Feeds über das Videosymbol zu erreichen) finden sich Kurzvideos im TikTok-Style.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Instagram?

Die Beliebtheit von Instagram liegt unter anderem in der Konzentration auf Fotos und Videos. Verschiedene und kinderleicht zu nutzende Tools helfen dabei, das Beste aus dem eigenen Bild herauszuholen. Gerade für Jugendliche ist es reizvoll, sich ins beste Licht rücken und ihre Wirkung auf andere auszutesten. Außerdem lassen sich mit der App schnell und unkompliziert die schönsten Momente mit Freund*innen oder der Familie dokumentieren und teilen.

Kinder und Jugendliche finden auf Instagram immer neue Inhalte zu ihren Idolen. Sie können quasi rund um die Uhr verfolgen, was diese gerade tun, Bilder kommentieren, liken, speichern und an andere Personen weiterleiten. Mit Insta lässt sich schnell mal die Wartezeit auf den Bus vertreiben oder man kann unbeobachtet verfolgen, was der Schwarm aus der Nachbarklasse in seiner Freizeit macht.

Influencer*innen, Stars und Personen mit einem Creator-Account, können sogenannte Broadcast-Channels erstellen. Mithilfe eines Einladungslinks können Nutzer*innen beitreten und weitere Personen einladen. Kinder und Jugendliche erfahren in den Broadcast-Channels noch mehr aus dem (öffentlichen) Leben ihrer Stars und erhalten News noch vor Personen außerhalb dieses Channels.

Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die App Threads veröffentlicht. Diese ist (eng) mit Instagram verknüpft.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die gemeinsame Datenschutzerklärung von Facebook und Instagram, der alle User*innen bei der Registrierung zustimmen, erlaubt das Teilen von Nutzerdaten mit anderen Diensten der des Mutterkonzerns Meta und mit Dritten. Die App ermöglicht sogenanntes Crossposting. Das bedeutet, dass ein Foto mit einem Klick auch auf Facebook geteilt werden kann. Wer ein Facebook-Konto hat, sollte bei der Veröffentlichung von Beiträgen die Einstellungen gut überprüfen.

Über die geposteten Beiträge kann Instagram den Standort von Nutzenden bestimmen. Privat eingestellte Konten verhindern das. Zudem lässt sich sowohl in der App als auch in den App-Berechtigungen am eignen Smartphone und Tablet der Zugriff auf den Standort einstellen. Dann kann Instagram auch bei öffentlichen Konten den Standort nicht einsehen. Zu jedem geposteten Bild kann jedoch manuell nachträglich ein Standort hinzugefügt werden.

Zahlungspflichtig werden Inhalte auf Instagram, wenn Kinder und Jugendliche einem Account nicht nur folgen, sondern diesen auch abonnieren. Der monatliche Preis wird von den Creator*innen selbst festgelegt und das Abo ist in der Regel monatlich kündbar. Abonnierende haben Zugriff auf exklusive Inhalte wie Bilder, Reels und Storys. Wer ein Account abonnieren möchte, findet auf dem Profil neben “Folgen”/”Gefolgt” und “Nachrichten” ein Button mit “Abonnieren”. Ein einzelner Klick auf diesen Button führt noch nicht zu einem Abo, sondern muss erst mit weiteren Klicks bestätigt werden.

Bestimmte Inhalte auf Instagram können für Jugendliche problematisch sein:  Ungeeignete Inhalte wie erotische Bilder, gefährliche Challenges und Desinformationen, aber auch Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen  eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen.

Durch Funktionen wie Chats und Kommentare birgt Instagram verschiedene Kommunikationsrisiken. Es kann beispielsweise zur Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Online-Mobbing kommen.

Was meint der Anbieter?

Das offizielle Mindestalter für die Nutzung von Instagram liegt bei 13 Jahren, es findet jedoch bisher keine wirksame Alterskontrolle statt. Bis Ihr Kind 18 Jahre alt ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten. Ist Ihr Kind unter 13 Jahren, kann es Instagram nutzen, wenn Sie das Konto verwalten. Dies muss in der Profilbeschreibung mit angegeben werden.  Konten von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind nach dem Erstellen automatisch auf privat gestellt. Dies kann in den Einstellungen im Nachhinein jedoch auch wieder geändert und das Profil auf öffentlich gestellt werden. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.

Seit Juni 2022 gibt es die „Elternaufsicht”, mit der Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen können. Alle Einstellungsmöglichkeiten stellen wir in diesem Artikel vor. Wie Instagram selbst die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.

Was sollten Eltern beachten?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Treffen Sie gemeinsam verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen mit allen oder auch nur mit Freund*innen über das Internet geteilt werden!

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken bei Instagram von Online-Mobbing bis zu Cybergrooming. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte auch nicht einfach Abo-Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen. 

Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende InhalteHate SpeechDesinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit ihm über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.

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