Eine Nachricht beantworten, kurz durch Social Media scrollen oder etwas nachschauen – das Smartphone gehört für viele Eltern selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele: Bekommt mein Baby dadurch zu wenig Aufmerksamkeit? Wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen bewussten Umgang.
In den ersten Lebensmonaten lernt Ihr Baby vor allem über den Austausch mit Ihnen. Blickkontakt, Stimme, Mimik und Ihre Reaktionen helfen ihm, die Welt zu verstehen und sich sicher zu fühlen. Wenn Sie auf Signale Ihres Babys eingehen, erlebt es: „Ich werde gesehen und verstanden.“ Das geschieht in vielen kleinen Alltagsmomenten beim Füttern, Wickeln, Tragen oder Spielen. Babys brauchen dabei keine dauerhafte Unterhaltung. Oft reichen kurze Momente gemeinsamer Aufmerksamkeit.
Wenn der Blick häufig aufs Smartphone geht, können gemeinsame Momente unterbrochen werden:
Das passiert meist unbewusst. Babys können noch nicht verstehen, warum der gemeinsame Moment plötzlich endet. Wenn Erwachsene aufs Smartphone schauen, sind Mimik und Reaktionen oft weniger aufmerksam und zugewandt. Häufige Unterbrechungen können Babys verunsichern, besonders wenn sie regelmäßig vorkommen.
Das Smartphone muss im Familienalltag nicht komplett verschwinden. Kurze Handyzeiten sind normal und in der Regel unproblematisch. Gerade mit einem Baby nutzen viele Eltern das Smartphone, um Kontakt zu anderen Erwachsenen zu halten, Informationen zu suchen oder kurz abzuschalten. Auch stressige Tage, Ablenkung und Unterbrechungen gehören zum Alltag mit Kindern. Eltern müssen nicht ständig verfügbar oder aufmerksam sein. Entscheidend ist, dass es immer wieder bewusste Momente von Nähe und Zuwendung gibt.
Schon Babys erleben mit, welchen Platz Smartphones und andere Medien im Familienalltag einnehmen. Wenn Bildschirme ständig präsent sind, wird das schnell zur Normalität. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Zeiten ohne Medien bewusst zu gestalten.
Wenn Sie merken, dass Ihr Smartphone Sie häufig ablenkt oder Sie sich im Alltag weniger verbunden fühlen, können kleine Veränderungen helfen. Oft reichen schon feste Momente ohne Smartphone, um gemeinsame Zeit bewusster zu erleben.
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Gewaltvolle Videos, ungeeignete Inhalte oder Werbung: Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, womit ihr Kind in digitalen Medien in Kontakt kommen könnte. Daraus entsteht häufig der Wunsch, Kinder möglichst lange von Smartphones, Tablets oder Fernsehern fernzuhalten. Doch da digitale Medien heute in vielen Lebensbereichen präsent sind, lässt sich der Kontakt damit kaum vermeiden.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder möglichst lange ohne digitale Medien aufwachsen. Dahinter steht oft der Wunsch nach einer unbeschwerten Kindheit mit viel Bewegung, freiem Spiel und direktem Kontakt zu anderen Menschen.
Gerade bei kleinen Kindern steht die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: sprechen lernen, die Umwelt entdecken, Beziehungen aufbauen und eigene Erfahrungen sammeln. Manche Eltern befürchten deshalb, dass digitale Medien zu früh zu viel Raum im Alltag einnehmen könnten. Auch Sorgen über ungeeignete Inhalte, Werbung oder übermäßige Bildschirmzeit spielen eine Rolle.
Kinder erleben schon früh, dass Smartphones, Tablets oder Fernseher für Erwachsene selbstverständlich sind. Sie sehen, wie Nachrichten gelesen, Videos angeschaut oder Fotos verschickt werden. Auch außerhalb der Familie begegnen Kinder Medien bei Freund*innen, bei Verwandten oder später in Kita und Schule. Spätestens im Grundschulalter werden digitale Medien für viele Kinder zu einem Thema im Alltag. Kinder sind neugierig und möchten verstehen, was auf Bildschirmen passiert. Besonders, wenn Medien in ihrem Umfeld so präsent sind.
Wenn Eltern versuchen, Medien komplett zu verbieten, macht gerade dieses Verbot die Medien für Kinder besonders reizvoll. Außerdem lernen Kinder den sicheren Umgang mit Medien nur dann, wenn sie Erfahrungen sammeln können. Denn Medienkompetenz entsteht nicht automatisch, sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Kinder müssen lernen, Inhalte zu verstehen, Fragen zu stellen und Erlebnisse einzuordnen. Dabei spielen Gespräche mit Eltern eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Konzepte der Medienerziehung darauf, Kinder nicht vollständig abzuschirmen, sondern sie bei ersten Medienerfahrungen zu begleiten.
Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, Medien zunächst gemeinsam zu nutzen. Eltern können passende Inhalte auswählen und erklären, was auf dem Bildschirm passiert. So entstehen gemeinsame Medienerlebnisse, die eingeordnet und besprochen werden können.
So lernen Kinder Medien in einem geschützten Rahmen kennen. Fragen können direkt geklärt werden, und Eltern können reagieren, wenn Kinder etwas nicht verstehen oder sich vor Inhalten erschrecken. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Medienangebote auszuprobieren. Oft reichen wenige, altersgerechte Inhalte aus, die Kinder interessieren und die sie verstehen können. Gleichzeitig bleiben andere Aktivitäten zentral: Spielen, Bewegung, kreative Beschäftigung und Gespräche mit Familie und Freund*innen. Neben Videos oder Spielen können Kinder Medien auch kreativ nutzen, zum Beispiel beim Fotografieren oder beim Aufnehmen kleiner Geschichten.
Medien sind heute Teil des Alltags vieler Familien. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sie im Familienleben eine große Rolle spielen müssen.
Für viele Familien hilft eine einfache Orientierung:
So lernen Kinder Schritt für Schritt, digitale Medien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Kinder und Jugendliche nutzen ChatGPT inzwischen in vielen Alltagssituationen, etwa für Hausaufgaben, kreative Projekte oder zum Recherchieren. Der KI-Chatbot beantwortet Fragen in wenigen Sekunden und wirkt dabei oft wie ein echter Gesprächspartner. Wir erklären, was hinter dem Tool steckt und worauf Eltern achten sollten.
ChatGPT ist ein KI-Chatbot, der mit großen Mengen an Texten trainiert wurde. Er kann Sprache verstehen und selbst Antworten formulieren. Nutzer*innen geben eine Frage oder Aufgabe ein und erhalten meist innerhalb weniger Sekunden eine Antwort.
Das Tool kann Texte zusammenfassen, erklären oder neu erstellen. Auch Spracheingaben sind möglich. Für Kinder wirkt die Nutzung oft wie ein Gespräch mit einer echten Person, da die Antworten sehr natürlich formuliert sind.
Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen prüfen und die Nutzung begleiten.
Hinweis: Seit Januar 2026 ist ChatGPT nicht mehr über WhatsApp verfügbar.
ChatGPT ist leicht zu bedienen und antwortet meist in wenigen Sekunden. Es hilft bei Hausaufgaben, erklärt schwierige Themen oder liefert kreative Ideen für Geschichten und Projekte. Auch Gespräche per Sprache sind möglich. Fragen können mündlich gestellt werden, die Antworten erfolgen über eine natürlich klingende Stimme. Das macht die Nutzung für viele Kinder besonders alltagsnah und unkompliziert.
OpenAI bietet Schutz- und Kontrollfunktionen für Familien an. Eltern und Jugendliche können ihre Konten verknüpfen und verschiedene Einstellungen steuern: Ruhezeiten, sensible Inhalte reduzieren, Gruppenchats einschränken, Bildgenerierung und Audiomodus deaktivieren, Memory (Speicherfunktion) ausschalten und die Datennutzung für Training und Verlauf begrenzen. Für verknüpfte Konten von Jugendlichen gelten strengere Einstellungen. Eltern sehen die Chats nicht, können aber bei möglichen Gefährdungen benachrichtigt werden.
OpenAI setzt außerdem eine Alterserkennung ein, um für Minderjährige automatisch strengere Schutzfunktionen zu aktivieren. Diese Maßnahmen senken Risiken, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
Probieren Sie ChatGPT gemeinsam aus: Nutzen Sie das Tool zusammen und sprechen Sie über die Antworten.
Nutzen Sie die Kindersicherung: Aktivieren und kontrollieren Sie die Einstellungen regelmäßig.
Verlassen Sie sich nicht allein auf Technik: Ergänzen Sie Schutzfunktionen durch Gespräche und Begleitung.
Fördern Sie kritisches Denken: Erklären Sie, dass die KI keine sicheren Fakten liefert. Lassen Sie sich von ChatGPT Quellen nennen und prüfen Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind. Auch ein Vergleich mit anderen KI-Angeboten kann sinnvoll sein.
Achten Sie auf Datenschutz: Geben Sie keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Fotos ein.
Sprechen Sie über Lernen mit KI: Machen Sie deutlich, dass die KI unterstützen kann, aber nicht die eigene Leistung ersetzt.
Vereinbaren Sie klare Regeln: Legen Sie gemeinsam fest, wann und wie ChatGPT genutzt wird.
Bleiben Sie im Gespräch: Ermutigen Sie Ihr Kind, über Erfahrungen oder Probleme zu sprechen.
Informieren Sie sich regelmäßig: Verfolgen Sie neue Funktionen und Entwicklungen rund um KI-Angebote.
Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.
Instagram, kurz Insta, ist neben Facebook und TikTok eines der größten Sozialen Netzwerke. Es bietet Nutzer*innen die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und sich miteinander zu verknüpfen.
Über das Profil lassen sich Bilder und Videos teilen. Nutzer*innen können Inhalte entweder als dauerhafte Beiträge veröffentlichen oder als Story oder Live-Video posten. Stories und Live-Streams verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch als Highlight gespeichert werden. Im Feed werden die Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen angezeigt.
User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren, Inhalte abspeichern und über Direct Messages („DMs“) miteinander chatten. In Profilen und Beiträgen lassen sich Links einfügen, die zu anderen Webseiten führen.
Eigene Postings können Nutzer*innen mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App erstellen und bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.
Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.
Seit etwa 2025 setzt Instagram vermehrt auf KI-Angebote, bietet etwa Bildbearbeitung, aber auch Texterstellung für Postings und Hashtags via KI an. Auch die Verknüpfung untereinander wird noch stärker möglich über „Friends-Tabs“ und Standort-Funktionen.
Jugendliche bis 18 Jahre haben automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern. Die Konten sind etwa standardmäßig auf privat gestellt und haben ein integriertes Zeitlimit – nach 60 Minuten Nutzung werden die Jugendlichen aufgefordert, die App zu beenden. Ab 16 Jahren können Jugendliche die Einschränkungen selbst lockern. Die Funktion „Elternaufsicht“ ermöglicht Eltern, die Nutzung Ihres Kindes zu beobachten und einzuschränken. Der Aktivierung muss von Elternteil und Jugendlichem zugestimmt werden.
Datenschutz: Instagram ist beim Thema Datenschutz aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu genießen.
Kosten: Instagram ist grundsätzlich kostenlos. Auf vielen Profilen werden aber Produkte beworben, die mit wenigen Klicks auch gekauft werden können. Auch Werbeanzeigen mit entsprechenden Links tauchen häufig in den Feeds auf und sind schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Zudem können Creator*innen wie Influencer*innen exklusive Inhalte anbieten, die über ein kostenpflichtiges Abo abgerufen werden können. Seit 2024 bietet Meta zudem ein Abomodell für Facebook und Instagram an: Für mindestens 5,99 € im Monat verspricht der Anbieter, keine personalisierte Werbung zu schalten. Allgemeine Werbung gibt es natürlich trotzdem – und auch Daten sammelt Meta trotzdem weiter.
Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen. Gerade Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden, können dabei sehr problematische Inhalte enthalten und sind für Jugendliche schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt etwa für Deepnudes oder Deepfakes, aber auch für politische Kampagnen.
Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.
Künstliche Intelligenz: Immer stärker ist auch die KI ein Thema in Sozialen Netzwerken. Diese spielt an mehreren Stellen eine Rolle:
Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Minderjährige und ihre Eltern. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und bei klicksafe einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.
In der Elternaufsicht können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von medien-kindersicher.de. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.
Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden. Neben den eigenen Grenzen ist es auch wichtig, dass Ihr Kind Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte anderer kennt und beachtet.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.
Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.
Vielleicht kennen Sie das: Ihr Kind hat bei Freund*innen Minecraft gezockt, spricht plötzlich ständig davon oder wünscht sich das Spiel zum Geburtstag. Gleichzeitig fragen Sie sich, ob das mit 6 Jahren nicht noch zu früh ist. Diese Unsicherheit ist verständlich. Für viele Kinder ist Minecraft ein erster Einstieg in die Welt digitaler Spiele – für Eltern tun sich aber erst einmal viele Fragen auf.
Minecraft hat ein USK-Alterskennzeichen ab 6 Jahren und wird vom Spieleratgeber NRW ab 6 Jahren empfohlen. Es ist ein kreatives Spiel, in dem Kinder bauen, ausprobieren und eigene Ideen umsetzen können. Für Kinder ist das eine schöne Möglichkeit, spielerisch in digitale Welten einzusteigen. Mit 6 Jahren kann das gut passen – entscheidend ist dabei der individuelle Entwicklungsstand Ihres Kindes.
Minecraft hat verschiedene Ableger. Das sind Spiele, die auf der Minecraft-Welt basieren, aber ein anderes Spielprinzip haben. Während sich das klassische Minecraft als Sandbox-Spiel in einer freien Spielwelt auch für Kinder eignet, richten sich Minecraft Dungeons (USK 12) und Minecraft Legends (USK 12) mit mehr Action und Strategie an Jugendliche.
Minecraft selbst bietet verschiedene Spielmodi mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein Beispiel: im Überlebensmodus erscheinen bei Dunkelheit Monster, die die Spieler*innen angreifen und ihre Bauwerke erobern. Das kann spannend sein, kann auf jüngere Kinder aber auch gruselig wirken. Für den Einstieg empfiehlt sich deshalb der Kreativmodus. Dort stehen Baumaterialien unbegrenzt zur Verfügung und der Schwerpunkt liegt ganz auf dem Gestalten der eigenen Spielwelt.
Wichtig für ein sicheres Spielerlebnis sind passende technische Schutzeinstellungen. Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten von Minecraft und passen Sie das Spiel an die Bedürfnisse und Fähigkeiten Ihres Kindes an. Wählen Sie je nach Modus einen Schwierigkeitsgrad, mit dem Ihr Kind gut klarkommt und bei dem keine Monster in der Spielwelt auftauchen. Aktivieren Sie außerdem die Kindersicherung über Microsoft Family. Funktionen wie In-Game-Käufe und Chats lassen sich deaktivieren. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Minecraft-Kindersicherung finden Sie auf der Webseite medien-kindersicher.de.
Minecraft ist für Mobilgeräte, PC und Konsole verfügbar. Manche Kinder kommen mit einem Controller gut klar, andere tun sich mit dem Tablet leichter. Überlegen Sie, welche Version sich am besten für Ihr Kind eignet.
Wenn Sie Minecraft erst einmal kennenlernen möchten, müssen Sie es nicht sofort kaufen. Probieren Sie das Spiel bei Freund*innen gemeinsam aus, gehen Sie mit anderen Eltern in den Austausch oder fragen Sie bei Ihrer örtlichen Bücherei nach Test- und Ausleihmöglichkeiten. Auch ein Let’s Play kann Ihnen einen ersten Eindruck geben, wie Minecraft funktioniert und was Kinder daran fasziniert.
Minecraft hat viele Funktionen, Einstellungen und Menüs, die jüngere Kinder nicht sofort verstehen. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten und genießen Sie den gemeinsamen Spielspaß. So können Sie gut beobachten, wie Ihr Kind mit dem Spiel zurechtkommt und wo Sie es unterstützen können. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln zum Zocken und legen Sie feste Spielzeiten fest. Damit geben Sie Ihrem Kind Orientierung und unterstützen es bei einem bewussten Medienumgang. Weitere Tipps zum Thema Games in der Familie finden Sie in unserem Überblicksartikel.
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Vor dem Video ein Werbeclip, mitten im Spiel ein Bonus für das Ansehen von Werbung oder beim Streamen eine Unterbrechung: Werbung gehört für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Sie ist allgegenwärtig und oft so eingebaut, dass sie kaum auffällt.
Werbung im Internet gibt es schon lange. Deutlich verändert hat sich, wie sie heute eingebunden ist. Sie erscheint nicht mehr nur neben Inhalten, sondern direkt darin. Kinder begegnen Werbung parallel auf verschiedenen Plattformen, zum Beispiel beim Videoschauen, in Apps, in Games oder bei Streaming-Diensten. Viele Angebote sind kostenlos oder günstiger, weil sie über Werbung finanziert werden. Andere bieten kostenpflichtige, werbefreie Varianten an.
Wichtig: Hier geht es um Werbung, die direkt von Plattformen, Apps oder Spielen selbst eingeblendet wird, nicht um Werbung durch Influencer*innen, bei der Personen Produkte präsentieren.
Videos im Internet ohne Werbung sind selten geworden. Vor und während Videos laufen Werbeclips, oft auch mehrere hintereinander oder ohne Überspringen-Funktion. Auf Plattformen wie YouTube können diese Anzeigen mehrfach hintereinander erscheinen. Zusätzlich gibt es Einblendungen im Bild und Hinweise auf kostenpflichtige, werbefreie Abos.
Für Kinder ist dabei oft nicht klar, wo der eigentliche Inhalt beginnt und wo Werbung endet. Werbung ist häufig ähnlich gestaltet wie Videos selbst, schnell, bunt und unterhaltsam. Viele Anzeigen sind personalisiert. Sie orientieren sich daran, welche Inhalte bisher angesehen wurden oder wofür sich Nutzer*innen interessieren. Grundlage sind unter anderem Cookies und Nutzungsprofile, die das Verhalten auswerten.
Für Inhalte, die sich an Kinder richten, gelten zwar besondere Regeln, trotzdem wird Werbung angezeigt. Für jüngere Kinder können deshalb speziell angepasste Angebote sinnvoll sein.
Auch Streaming-Dienste setzen zunehmend auf Werbung und bieten neben klassischen Abonnements ohne Werbung immer häufiger günstigere Modelle mit Werbeunterbrechungen an. Diese erscheinen vor oder während eines Films oder einer Serie und erinnern an das Fernsehen. Auch hier kann Werbung personalisiert sein und auf bisherigen Nutzungsdaten basieren.
Besonders präsent ist Werbung in Spielen und kostenlosen Apps. Hier ist sie oft direkt mit der Nutzung verknüpft: Wer ein Werbevideo anschaut, erhält Belohnungen wie Münzen, zusätzliche Leben oder neue Funktionen. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung. Werbung wird nicht nur angesehen, sondern aktiv genutzt, um im Spiel weiterzukommen.
Zusätzlich erscheinen Banner, Pop-ups oder Hinweise auf Käufe innerhalb der App. Diese sind häufig direkt mit dem Spielverlauf verbunden und können zu schnellen Ausgaben führen. Auch im Browser, also auf Websites, begegnet Kindern Werbung, zum Beispiel als Banner, Pop-ups oder automatisch startende Videos. Diese können beim Surfen erscheinen und lassen sich nicht immer leicht schließen oder überspringen.
Auch in Feeds und Story-Bereichen von Plattformen wie Instagram oder TikTok taucht Werbung regelmäßig auf. Sie ähnelt oft normalen Beiträgen, stammt aber von Accounts, denen man nicht folgt. Häufig ist sie mit Begriffen wie „Gesponsert“ gekennzeichnet, zum Beispiel im Feed oder zwischen kurzen Videos. Diese Hinweise sind leicht zu übersehen, besonders für Kinder.
Zusätzlich werden Trends, Hashtags oder Challenges gezielt von Unternehmen genutzt, um Aufmerksamkeit für Produkte zu erzeugen.
Kinder müssen erst lernen, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Digitale Werbung erschwert das zusätzlich, weil sie optisch und inhaltlich an Medien angepasst ist, sehr kurz und unterhaltsam gestaltet ist und direkt in Spiele, Videos oder Feeds eingebaut wird. Die klare Trennung zwischen Inhalt und Werbung fehlt häufig. Gerade jüngere Kinder nehmen Werbung deshalb oft nicht bewusst wahr.
Werbeinhalte sind ständig präsent und oft nicht eindeutig gekennzeichnet. Inhalte werden unterbrochen oder mit kommerziellen Elementen vermischt. Belohnungssysteme können dazu führen, dass Kinder Werbung gezielt nutzen, ohne deren Ziel zu hinterfragen. Gleichzeitig führen direkte Verlinkungen schnell zu Käufen innerhalb von Apps oder Spielen.
Hinzu kommt die Datennutzung: Viele Werbeanzeigen basieren auf gesammelten Informationen über das Verhalten der Nutzer*innen. Nicht alle Inhalte sind altersgerecht, auch wenn es entsprechende Vorgaben gibt.
Begleiten Sie Ihr Kind besonders bei den ersten Schritten in digitalen Medien. Erklären Sie konkret, was Werbung ist, warum sie angezeigt wird und woran man sie erkennen kann. Nutzen Sie Beispiele aus dem Alltag Ihres Kindes, etwa beim Spielen oder Videoschauen.
Sprechen Sie darüber, dass viele Angebote Geld verdienen müssen, entweder durch Werbung oder durch Abonnements.
Prüfen Sie gemeinsam Einstellungen und schränken Sie personalisierte Werbung ein (sofern möglich), deaktivieren oder schützen Sie In-App-Käufe und nutzen Sie altersgerechte Profile oder Angebote. In den meisten Diensten lässt sich Werbung nicht vollständig ausschalten, oft können nur einzelne Präferenzen angepasst werden.
Technische Maßnahmen können unterstützen, ersetzen die Begleitung aber nicht.
Die Toniebox ist in vielen Kinderzimmern zu finden und ermöglicht es, Hörspiele und Musik selbstständig abzuspielen. Mit der Toniebox 2 kommen neue Funktionen dazu: Inhalte werden interaktiver und laden zum Mitmachen ein.
Die Toniebox ist ein Audiosystem, das speziell für Kinder entwickelt wurde. Inhalte werden nicht über ein Menü ausgewählt, sondern über Figuren gesteuert. Wird ein Tonie auf die Box gestellt, startet automatisch eine Geschichte, Musik oder ein Hörspiel. Die Toniebox gehört zu den Hörboxen für Kinder.
Es gibt Tonies mit fertigen Inhalten, etwa Figuren oder Hörbücher, sowie Kreativ-Tonies, die mit eigenen Aufnahmen bespielt werden können. Diese werden über die sogenannte Toniecloud hochgeladen und gespeichert. Die Bedienung der Box ist bewusst einfach: Durch Kippen wird vor- oder zurückgespult, durch Klopfen springt man zwischen Kapiteln, über die „Ohren“ wird die Lautstärke eingestellt.
Mit der Toniebox 2 kommen zusätzliche Funktionen hinzu. Über „Tonieplay“ werden Inhalte interaktiver. Kinder hören nicht nur zu, sondern werden zum Mitmachen angeregt, etwa durch kleine Aufgaben, Mitsprechen oder Bewegung.
Nach der Einrichtung über WLAN kann die Toniebox auch ohne Internetverbindung genutzt werden.
Die Toniebox ist so gestaltet, dass schon jüngere Kinder sie selbst bedienen können. Es braucht keine Lesekenntnisse oder technischen Vorkenntnisse. Das unterstützt Kinder dabei, die Toniebox selbstständig zu nutzen.
Die Figuren spielen eine wichtige Rolle: Kinder erkennen bekannte Charaktere wieder, sammeln Tonies und bauen eine emotionale Bindung auf. Es gibt Geschichten, Lieder und Wissensinhalte für unterschiedliche Altersstufen.
Mit Funktionen wie Tonieplay werden Kinder zusätzlich einbezogen. Sie sind nicht nur Zuhörer*innen, sondern Teil der Geschichte. Kreativ-Tonies bieten die Möglichkeit, eigene Inhalte zu erstellen. Kinder hören beispielsweise Geschichten von vertrauten Personen oder nehmen selbst etwas auf.
Die Toniebox ist ein vergleichsweise sicheres Angebot ohne offene Internetkommunikation. Klassische Online-Risiken wie Kontakt zu Fremden bestehen daher nicht.
Im Alltag können dennoch Punkte relevant sein:
Der Anbieter beschreibt die Toniebox als robust und kindgerecht gestaltet. Die Bedienung sei speziell für Kinder entwickelt worden. Für die Toniecloud gelten laut Anbieter Datenschutzstandards nach europäischem Recht. Eigene Inhalte und Konten können gelöscht werden. Mit Funktionen wie Tonieplay wird das Angebot um interaktive Inhalte erweitert.
Die Toniebox eignet sich gut als Einstieg in die Mediennutzung, da sie ohne Bildschirm auskommt. Besonders am Anfang ist es sinnvoll, Ihr Kind dabei zu begleiten. Achten Sie auf passende Inhalte und hören Sie gelegentlich mit.
Geben Sie im Alltag Orientierung, wann und wie lange die Toniebox genutzt wird, und achten Sie darauf, wie Ihr Kind sie nutzt.
Nutzen Sie Kreativ-Tonies gemeinsam. Eigene Aufnahmen, etwa Geschichten oder Lieder, machen die Toniebox persönlicher. Gemeinsames Hören kann den Austausch fördern, gerade bei jüngeren Kindern.
Behalten Sie die Kosten im Blick. Neben der Box fallen Ausgaben für weitere Figuren an. Ein Tipp: Toniefiguren gibt es oft auch in Bibliotheken zum Ausleihen.
Die bunte Spiele-App Toca Boca World ist besonders bei vielen jüngeren Kindern beliebt. Sie können ihre eigenen Figuren gestalten und mit ihnen in der Toca-Boca-Welt spannende und kreative Geschichten erfinden. Die App lädt dazu ein, Häuser nach ihren Vorstellungen einzurichten, im Café Kuchen zu essen, im Krankenhaus oder in der Poststation zu arbeiten und vieles mehr. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
In Toca Boca World dreht sich alles um Kreativität und freies Spiel. Fantasievolle Orte wie Städte, Dörfer und Strände laden zum Erkunden und Bespielen ein. Es gibt keine Levels oder Zeitvorgaben, die erfüllt werden müssen.
Nach dem Herunterladen der App können die Spieler*innen sich in der Welt frei bewegen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Sie wählen Spielfiguren aus, die sie nach Aussehen und Eigenschaften selbst anpassen können. Häuser und Räume richten sie ganz nach ihrem Geschmack ein und dekorieren sie. Tag oder Nacht, Sonne oder Regen, welche Musik aus dem Radio kommt – alles lässt sich individuell anpassen.
An einigen Orten können die Spieler*innen Aufgaben erledigen, doch meistens gibt es keine festen Anweisungen. Über In-App-Käufe lassen sich zusätzliche Avatare, Orte, Aktivitäten und Haustiere hinzufügen. Eine Video Recording Funktion ermöglicht es, mit den Figuren eigene Geschichten zu spielen und per Bild und Ton aufzunehmen.
Kinder haben viel Freude daran, ihre eigenen Welten zu erschaffen und kreative Geschichten zu erfinden. Besonders spannend ist es für sie, die Spielfiguren ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie können dabei nicht nur aus verschiedenen Haar- und Hautfarben wählen, sondern auch Figuren im Rollstuhl, mit Brille oder Prothesen erstellen.
Die verschiedenen Spielumgebungen und die Möglichkeit, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, motivieren Kinder, immer weiterzuspielen und neue Abenteuer zu erleben. In den bunten Welten gibt es fast keinen Text, was das Spiel auch für Kinder ohne Lesefähigkeit spielbar macht.
Die Datenschutzbestimmung der Toca Boca App besagt, dass keine Werbung von Drittanbietern enthalten ist. Die App ist kostenlos im Download, bietet aber In-App-Käufe an. Mit diesen können Kinder neue Charaktere, Stationen oder Geschenke freischalten, falls eine Bezahl-Möglichkeit auf dem Gerät hinterlegt ist.
Die App speichert Nutzerdaten wie das Spielverhalten und Geräteinformationen und wertet sie zu Marketingzwecken aus. Dabei werden auch Dienste von Dritten genutzt, zum Beispiel von Google. Die Daten von Eltern werden erfasst, wenn sie im Toca-Boca-Shop etwas kaufen, Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter abonnieren. Eine Datenlöschung kann über eine E-Mail an privacy@tocaboca.com angefordert werden.
Über die Video Recording Funktion können Kinder das Spielgeschehen per Bild und Ton aufnehmen und auf dem Gerät speichern. Wenn der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt wird, nutzt die App es auch. In den App-Berechtigungen des Endgeräts kann der Zugriff wieder verwehrt werden.
Toca Boca ist ein schwedischer Spieleentwickler und daher an die Datenschutzgesetze der EU gebunden. Der Anbieter wirbt damit, dass Kinder in die Entwicklung der App einbezogen werden. Die App beinhaltet keine für Kinder ungeeigneten Inhalte. Damit nehmen die Spieleentwickler die Forderung verschiedener Kinderrechtsorganisationen auf, Kinder und ihre Rechte in der Entwicklung von Produkten für Kinder zu beachten.
Toca Boca gibt an, dem PRIVO-Siegel gerecht werden zu wollen. Dieses Siegel vergibt eine unabhängige Organisation, die sich dem Schutz von Kinderdaten im Onlinebereich verpflichtet hat. Auf der Toca Boca Webseite stellt der Anbieter eine Datenschutzerklärung für Kinder in verständlicher Sprache zur Verfügung.
Im Umgang mit der Toca Boca World App ist es sinnvoll, einige Regeln und Einstellungen zu klären, um das Spiel für Ihr Kind sicher und sinnvoll zu gestalten:
Begleitung der ersten Nutzungsschritte: Die App richtet sich besonders an jüngere Kinder. Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Nutzungsschritten. So machen Sie sich mit den Funktionen vertraut und können beobachten, wie Ihr Kind auf die Spiele-App reagiert.
Medienregeln und Spielzeiten festlegen: Gestalten Sie gemeinsam Regeln für digitale Spiele und schließen Sie die Nutzung der App in die Medienregeln der Familie mit ein. Die App gibt keine Zeitlimits vor und kann unbegrenzt gespielt werden. Legen Sie gemeinsam fest, wie viel Zeit Ihr Kind mit der App verbringen darf.
Funktionen in den Einstellungen deaktivieren: In den App-Einstellungen können Funktionen wie der Shop und die Videoaufzeichnung deaktiviert werden. Dafür ist die Eingabe eines (erwachsenen) Geburtsdatums erforderlich.
In-App-Käufe deaktivieren: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Kind die Funktion der In-App-Käufe. Sie können die Funktion deaktivieren oder darauf achten, keine Zahlungsdaten zu hinterlegen, um versehentliche Käufe zu vermeiden.
In den beiden Spiele-Apps The Unstoppables 1 und 2 begleiten Kinder eine Freundesgruppe auf gemeinsamer Mission. Dabei lösen sie Aufgaben, arbeiten zusammen und erleben, wie aus Unterschiedlichkeit gemeinsame Stärke wird. Für Kinder kann es dabei besonders aufregend sein, einmal Held*innen mit Behinderung selbst zu steuern – Figuren, die in Games sonst nur selten im Mittelpunkt stehen.
In The Unstoppables geht es um Melissa, Achim, Jan, Mai und den Hund Tofu. In beiden Spielen verschwindet Melissas Begleithund Tofu – und die Freund*innen müssen ihn gemeinsam wiederfinden. Dabei bringt jede Figur eigene Stärken mit: Mai kann gut springen, Achim ist im Rollstuhl schnell unterwegs, Jan ist stark und Melissa erreicht mit ihrem Blindenstock höher gelegene Dinge. Im zweiten Teil kommt mit Rina eine weitere Figur mit vielfältigen Talenten dazu. Nur wenn die Spieler*innen die Fähigkeiten kombinieren, können sie Hindernisse überwinden und Rätsel lösen. Beide Spiele sind als Adventure- und Point-and-Click-App angelegt und lassen sich einfach bedienen.
Das Spiel macht Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen sichtbar. So erleben Kinder zum Beispiel, was passiert, wenn Achim im Rollstuhl auf einen Schotterweg trifft und nicht weiterkommt. Die spielerischen Lösungen solcher Situationen regen zum Nachdenken an und fördern Verständnis sowie Empathie. Ampeln überqueren, Treppen überwinden, Hinweise entschlüsseln – außerdem lernen Kinder in The Unstoppables, wie Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktioniert. Sie knobeln gemeinsam mit der Freundesgruppe, lösen Aufgaben und überlegen, wer wie am besten helfen kann. Gerade das macht die Spiele spannend: Jede Figur kann etwas anderes und wird an bestimmten Stellen wichtig. Das kann Kinder ermutigen und aufzeigen: Verschiedenheit stört hier nicht, sondern trägt zum Erfolg bei!
Die Detektivgeschichte und das Tüfteln macht Kindern Spaß und fördert logisches und strategisches Denken. Der Comic-Stil, die leichte Steuerung und die spannende Atmosphäre kommen bei Kindern ab dem späten Grundschulalter gut an.
Trotz vieler Stärken lohnt sich auch ein kritischer Blick: Manche Behinderungen werden im Spiel stark mit besonderen Fähigkeiten verknüpft, was vereinfachend wirken kann. Auch Barrieren werden teils so gelöst, dass eher einzelne Personen helfen müssen, statt die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Für Eltern kann das ein guter Anlass sein, mit Kindern über realistische und inklusive Lösungen im Alltag zu sprechen.
Entwickelt wurden die Spiele von der Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind im Rahmen des Lernangebots „Prinzip Vielfalt“. Ziel des Angebots ist es, Kinder und Jugendliche für Themen wie Gleichsein, Anderssein, Vielfalt, Stärken, Schwächen und Barrieren im Alltag zu sensibilisieren. Die Spiele sind ausdrücklich nicht nur zur Unterhaltung gedacht, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts, das Inklusion kindgerecht und spielerisch vermitteln möchte.
Beide Apps setzen Lesekenntnisse voraus. Begleiten Sie Ihr Kind gerade am Anfang ein Stück beim Spielen. Unterstützen Sie es bei Fragen zur Steuerung oder zur Geschichte.
Beim Lösen der kniffeligen Aufgaben kann Ihr Kind leicht die Zeit aus den Augen verlieren. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Absprachen, wie etwa eine feste Bildschirmzeit.
The Unstoppables bietet viele Anlässe für Gespräche: über Behinderung, über Hindernisse im Alltag und darüber, wie ein gutes Miteinander aussehen kann. Bleiben Sie offen für Fragen Ihres Kindes. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie es zusammen recherchieren. So werden die Spiele-Apps zu einem guten Gesprächseinstieg über Inklusion, Vielfalt und Rücksichtnahme.
„Ein echter Mann zeigt keine Gefühle“ oder „Frauen wollen nur erfolgreiche Männer“ – beim Scrollen durch TikTok, YouTube oder Instagram stoßen Jugendliche auf viele Vorstellungen davon, wie Männer oder Frauen angeblich sein sollten. Manche Videos wirken wie harmlose Dating-Tipps, Fitness-Motivation oder Lifestyle-Content. Dahinter können jedoch extreme oder stark vereinfachte Rollenbilder stehen.
Auf Social Media verbreiten sich viele Inhalte über Beziehungen, Dating oder „echte Männlichkeit“. Einige Creator*innen vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich sein oder sich verhalten sollten. Häufig geht es dabei um Erfolg, Dominanz, Attraktivität oder traditionelle Rollen in Beziehungen. Manche dieser Rollenbilder werden auch von extremistischen Gruppen genutzt, um Jugendliche online anzusprechen.
In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff „Manosphere“ auf. Damit wird ein loses Netzwerk von Online-Communitys bezeichnet, die sich mit Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen beschäftigen. Die Inhalte finden sich auf Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram, Reddit oder in Podcasts.
Viele Beiträge wirken zunächst wie Ratgeber für junge Männer: Sie sollen selbstbewusster und muskulöser werden, mehr Geld verdienen oder im Dating erfolgreicher sein. In manchen Communitys werden jedoch auch stark vereinfachte oder frauenfeindliche Vorstellungen verbreitet. Dort wird etwa behauptet, Männer würden durch Gleichberechtigung benachteiligt oder müssten in Beziehungen dominant sein.
Neben solchen Inhalten gibt es auch Trends, die sehr traditionelle Frauenrollen zeigen. Beim sogenannten Tradwife-Trend präsentieren Influencer*innen ein Leben als „traditionelle Ehefrau“, die sich hauptsächlich um Haushalt, Familie und ihren Partner kümmert. Die Videos wirken oft ästhetisch und bewusst inszeniert.
Viele dieser Inhalte sind nicht offen extremistisch. Problematische Botschaften über Geschlechterrollen werden häufig indirekt vermittelt oder mit Humor, Lifestyle oder Motivation verbunden.
Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit Fragen nach Identität, Beziehungen und ihrem Platz in der Welt. Inhalte über Rollenbilder können deshalb eine große Wirkung haben.
Einige Aspekte können Jugendliche besonders ansprechen:
Auch der Tradwife-Trend kann Jugendliche ansprechen, weil er ein scheinbar harmonisches Lebensmodell zeigt. Konflikte oder Ungleichheiten bleiben in solchen Videos meist unsichtbar. Zudem schlagen soziale Plattformen häufig weitere ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass viele Menschen so denken.
Einige dieser Videos oder Beiträge können problematische Botschaften enthalten oder extreme Rollenbilder verstärken.
Algorithmen sozialer Netzwerke können zusätzlich dazu beitragen, dass Jugendliche immer häufiger ähnliche Inhalte sehen und dadurch ein einseitiges Weltbild entsteht.
Jugendliche stoßen oft zufällig auf solche Inhalte. Umso wichtiger ist es, ihre Mediennutzung zu begleiten.
Ein offenes Gespräch über Beziehungen, Gleichberechtigung und das, was Jugendliche auf Social Media sehen, kann helfen, extreme Botschaften kritisch einzuordnen.
Ein eigenes Videospiel entwickeln – und das nur mit Stift, Papier und Smartphone? Genau das ermöglicht Draw Your Game Infinite. Die App verbindet kreatives Zeichnen mit digitalem Spielspaß und vermittelt Kindern erste Grundlagen des Game-Designs.
Mit der App Draw Your Game Infinite können Nutzer*innen eigene Jump ’n‘ Run-Level gestalten und die Level anderer Nutzer*innen ausprobieren. Und so geht’s:
In der kostenfreien Grundversion können Nutzer*innen ohne Registrierung zwei Level pro Tag erstellen, die Basis-Gestaltungselemente nutzen und zahlreiche Jump ’n‘ Run-Level anderer Spieler*innen ausprobieren und bewerten. Ein Abonnement bietet Zugriff auf vielfältige Funktionen zur Level-Erstellung, Nutzer*innen können die selbst gestalteten Level online veröffentlichen und anderen Spieler*innen folgen.
Kinder und Jugendliche haben Spaß daran, neue Dinge zu entdecken und eigene Ideen umzusetzen. In Draw Your Game Infinite spielen sie nicht nur, sondern gestalten ihre eigenen Level und werden selbst zu Spieleentwickler*innen. Besonders spannend ist, dass eine Zeichnung auf Papier zu einem echten Spiel wird – so entsteht ein Verständnis dafür, wie Spiele aufgebaut sind. Auch das Ausprobieren und Scheitern gehört dazu: Funktioniert ein Level nicht wie geplant, lässt es sich leicht anpassen. Für ältere Kinder kann das Teilen eigener Level in der Community interessant sein, da es Anerkennung und Austausch bringt.
Wie bei vielen Spiele-Apps gibt es bei Draw Your Game Infinite einiges zu beachten:
Die Nutzungsbedingungen stehen auf der Webseite des französischen Anbieters Zero-One in englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Dort heißt es, dass Nutzer*innen volljährig sein müssen oder die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten zur App-Nutzung benötigen. Zudem weist der Anbieter darauf hin, dass einzelne Funktionen eine Internetverbindung erfordern und bei einer Registrierung personenbezogene Daten verarbeitet werden. Über eine Support-Mailadresse können Nutzer*innen Kontakt zum Anbieter aufnehmen.
Nutzen Sie die App als Anlass, um mit Ihrem Kind in die Welt der Spieleentwicklung, Programmierung und Co einzutauchen. Vielleicht entsteht daraus sogar ein eigenes kreatives Familienprojekt!
Wer denkt, dass 360°-Fotografie oder Virtual Reality (VR) nur mit teurer Technik möglich ist, liegt falsch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einfach und kostengünstig erste VR-Erfahrungen machen können und stellen geeignete digitale Plattformen und Anwendungen vor.
Es muss nicht gleich eine teure VR-Brille sein. Für viele Zwecke reicht schon ein Smartphone oder ein Tablet. Gerade für das erste Ausprobieren sind die Anwendungen von Google eine praktische Sache. Gibt es einen Ort, zu dem Ihr Kind schon immer mal reisen wollte? Suchen Sie gemeinsam danach bei Google Maps, z. B. die Niagarafälle. Gehen Sie auf „Fotos“ und wählen Sie die Kategorie „Street View & 360° Fotos“ aus. Nun können Sie den Ort von allen Seiten betrachten, indem Sie auf dem Foto mit dem Finger nach rechts und links, oben und unten wischen.
Um wirklich in virtuelle Welten einzutauchen, wäre eine VR-Brille schon toll. Die lässt sich einfach und für wenig Geld z. B. aus einem Pizzakarton basteln. So eine Brille nennt sich Cardboard. Und das Basteln und Bemalen einer solchen, ganz eigenen VR-Brille macht auch noch Spaß! Wie genau das funktioniert, steht in dieser Anleitung von mein-guckkasten. Auf dieser Seite können Sie außerdem die optischen Linsen für ein paar Euro bestellen, die Sie für die VR-Brille benötigen.
Die kostenfreie App Google Cardboard führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung der VR-Brille und zeigt erste kurze VR-Beispiele, die sich gut zum Ausprobieren eignen. Starten Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind, legen Sie das Smartphone in die gebastelte Brille und gehen Sie auf Entdeckungsreise!
Videoplattformen wie YouTube bieten eine große Anzahl an 360°-Videos. Mit der Cardboard-Brille und der YouTube-App können Sie mit wenigen Klicks mit Ihrem Kind in den Weltraum reisen oder im karibischen Ozean mit Haien tauchen. Suchen Sie beispielsweise nach „360 Video“ oder „360-Grad-Video-VR-Brille“.
Weitere Inhalte wie VR-Videos und VR-Games finden Sie in vielen Apps im Google Play Store oder Apple App Store, zum Beispiel mithilfe von Suchwörtern wie „Cardboard VR”, „360 VR” oder „VR Games”.
Es gibt viele Inhalte und Spiele für VR-Brillen – doch nicht alle sind für jedes Alter geeignet. So finden sich in den App-Stores z. B. auch Ego-Shooter-Spiele und auf YouTube 360°-Videos von Naturkatastrophen. Wägen Sie ab, welche Apps und Spiele förderlich sind, welche Ihrem Kind aber vielleicht auch Angst machen können. Ist Ihr Kind noch jünger oder noch unerfahren, nutzen Sie solche Apps nur gemeinsam. So können Sie bei Bedarf rechtzeitig eingreifen.
Es dauert einen Moment, sich an den Blick durch die VR-Brille zu gewöhnen, denn das Gehirn muss die zwei Bilder, die ein Smartphone im VR-Modus anzeigt, erst übereinanderlegen. Manchmal hilft es, das Smartphone in der Brille leicht nach links oder rechts zu schieben, damit es passt. Manche Menschen werden auch „seekrank”, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen. Darauf sollten Sie bei Ihrem Kind achten. Am besten wählen Sie für den Anfang solche Inhalte aus, die keine Bewegungen und Schwankungen enthalten. Bei anderen Inhalten kann es helfen, sich mit dem Bild oder Video mitzubewegen.
Gerade weil sich die virtuelle Umgebung mit einer VR-Brille so echt anfühlen kann, ist das Suchtpotential für Kinder größer als für Erwachsene. Generell wird das Eintauchen in virtuelle Welten mit einer VR-Brille erst ab ca. 10 Jahren empfohlen. Begleiten Sie die VR-Erfahrungen Ihres Kindes und begrenzen Sie es zeitlich. Fangen Sie mit kurzen Einheiten an und tasten Sie sich gemeinsam langsam an die Technologie heran. Schauen Sie sich zunächst Fotos an, bevor Sie Videos oder Spiele ausprobieren.
Sie müssen sich nicht auf vorgefertigte VR-Erlebnisse beschränken, sondern können auch eigene Inhalte erstellen! Delightex Edu ist beispielsweise eine Lernplattform, auf der Kinder und Jugendliche virtuelle 3D- und VR-Welten gestalten können – direkt im Browser und ohne Programmierkenntnisse. Dabei bauen sie zum Beispiel digitale Ausstellungen, Lernräume oder interaktive Geschichten. So lernt Ihr Kind spielerisch, wie virtuelle Umgebungen funktionieren. Ihr Kind kann die virtuellen Welten visuell aufbauen, indem es Objekte per Drag-and-Drop platziert und Funktionen über einfache Baustein-Editoren (visuelles Coding) zusammenstellt. Das Tool lässt sich via Browser oder als App (Android, iOS, Microsoft) nutzen. Die Basisversion ist kostenfrei. Delightex Edu ist in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen verfügbar und für Kinder ab etwa der 3. Klasse geeignet. Eine Anleitung bietet das TüftelLaB.
Scrollt Ihr Kind in letzter Zeit häufiger durch YouTube Shorts? Diese Kurzvideos sind oft sehr fesselnd und können dazu führen, dass Ihr Kind insgesamt länger am Bildschirm bleibt.
YouTube Shorts ist ein Bereich innerhalb von YouTube mit sehr kurzen Videos im Hochformat. Sie funktionieren ähnlich wie TikTok-Clips oder Instagram-Reels. Darunter sind zum Beispiel lustige Clips und Challenges, Lifehacks und Bastelideen, Sport- und Gaming-Szenen sowie Tanz- und Musikvideos – oft erstellt von Influencer*innen. Die Clips sind 15 bis 60 Sekunden lang und werden automatisch hintereinander abgespielt. Welche Videos angezeigt werden, entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus – also ein System, das sich am bisherigen Nutzungsverhalten orientiert.
Gerade für Kinder und Jugendliche sind Shorts sehr ansprechend, weil sie:
Doch Vorsicht: Auch wenn Ihr Kind nicht danach sucht, können überraschend ungeeignete Inhalte dazwischen auftauchen, weil die Auswahl automatisch erfolgt.
Mit einem Wischen erscheint sofort das nächste Video – und Ihr Kind kann leicht das Zeitgefühl verlieren. YouTube hat deshalb eine neue Funktion in der Elternaufsicht eingeführt:
Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie bei medien-kindersicher.de unter Punkt 1.5.
Übrigens: Bei jüngeren Kindern kann die YouTube Kids-App eine Option sein. Dort werden die Inhalte altersgerecht gefiltert und insgesamt weniger endloses Scrollen gefördert.
Technische Zeitlimits und Schutzeinstellungen können Sie bei der Medienerziehung unterstützen. Hilfreich sind sie erst dann, wenn Ihr Kind versteht, warum diese Regeln gelten. Zu viel Shorts-Schauen kann Schlaf, Konzentration und andere Aktivitäten wie Hobbys oder Hausaufgaben stören. Legen Sie die Medienregeln zu Nutzungsdauer, Uhrzeiten und Pausen möglichst gemeinsam fest, dann hält sich Ihr Kind eher daran.
Scrollen Sie selbst oft lange auf Instagram, TikTok oder YouTube durch Kurzvideos? Dann kann es sein, dass es Ihrem Kind schwerer fällt zu verstehen, warum Sie bei ihm strenger sind. Wir Erwachsenen verbringen oft selbst viel Zeit am Smartphone, z. B. um Messenger zu nutzen, Nachrichten zu lesen, Podcasts zu hören und den Alltag zu organisieren. Versuchen Sie, Ihre eigene Mediennutzung zu reflektieren und gegebenenfalls zu begrenzen, z. B. indem Sie Handy-freie Zeiten einführen oder gemeinsam bildschirmfreie Aktivitäten planen.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.
Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.
Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.
Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.
In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.
Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.
So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.
Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.
In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.
Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.
Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.
Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:
Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.
Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.
Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.
Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:
Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.
Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).
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