Eine Nachricht beantworten, kurz durch Social Media scrollen oder etwas nachschauen – das Smartphone gehört für viele Eltern selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig fragen sich viele: Bekommt mein Baby dadurch zu wenig Aufmerksamkeit? Wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen bewussten Umgang.
In den ersten Lebensmonaten lernt Ihr Baby vor allem über den Austausch mit Ihnen. Blickkontakt, Stimme, Mimik und Ihre Reaktionen helfen ihm, die Welt zu verstehen und sich sicher zu fühlen. Wenn Sie auf Signale Ihres Babys eingehen, erlebt es: „Ich werde gesehen und verstanden.“ Das geschieht in vielen kleinen Alltagsmomenten beim Füttern, Wickeln, Tragen oder Spielen. Babys brauchen dabei keine dauerhafte Unterhaltung. Oft reichen kurze Momente gemeinsamer Aufmerksamkeit.
Wenn der Blick häufig aufs Smartphone geht, können gemeinsame Momente unterbrochen werden:
Das passiert meist unbewusst. Babys können noch nicht verstehen, warum der gemeinsame Moment plötzlich endet. Wenn Erwachsene aufs Smartphone schauen, sind Mimik und Reaktionen oft weniger aufmerksam und zugewandt. Häufige Unterbrechungen können Babys verunsichern, besonders wenn sie regelmäßig vorkommen.
Das Smartphone muss im Familienalltag nicht komplett verschwinden. Kurze Handyzeiten sind normal und in der Regel unproblematisch. Gerade mit einem Baby nutzen viele Eltern das Smartphone, um Kontakt zu anderen Erwachsenen zu halten, Informationen zu suchen oder kurz abzuschalten. Auch stressige Tage, Ablenkung und Unterbrechungen gehören zum Alltag mit Kindern. Eltern müssen nicht ständig verfügbar oder aufmerksam sein. Entscheidend ist, dass es immer wieder bewusste Momente von Nähe und Zuwendung gibt.
Schon Babys erleben mit, welchen Platz Smartphones und andere Medien im Familienalltag einnehmen. Wenn Bildschirme ständig präsent sind, wird das schnell zur Normalität. Umso wichtiger ist es, gemeinsame Zeiten ohne Medien bewusst zu gestalten.
Wenn Sie merken, dass Ihr Smartphone Sie häufig ablenkt oder Sie sich im Alltag weniger verbunden fühlen, können kleine Veränderungen helfen. Oft reichen schon feste Momente ohne Smartphone, um gemeinsame Zeit bewusster zu erleben.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Kinder und Jugendliche nutzen ChatGPT inzwischen in vielen Alltagssituationen, etwa für Hausaufgaben, kreative Projekte oder zum Recherchieren. Der KI-Chatbot beantwortet Fragen in wenigen Sekunden und wirkt dabei oft wie ein echter Gesprächspartner. Wir erklären, was hinter dem Tool steckt und worauf Eltern achten sollten.
ChatGPT ist ein KI-Chatbot, der mit großen Mengen an Texten trainiert wurde. Er kann Sprache verstehen und selbst Antworten formulieren. Nutzer*innen geben eine Frage oder Aufgabe ein und erhalten meist innerhalb weniger Sekunden eine Antwort.
Das Tool kann Texte zusammenfassen, erklären oder neu erstellen. Auch Spracheingaben sind möglich. Für Kinder wirkt die Nutzung oft wie ein Gespräch mit einer echten Person, da die Antworten sehr natürlich formuliert sind.
Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen prüfen und die Nutzung begleiten.
Hinweis: Seit Januar 2026 ist ChatGPT nicht mehr über WhatsApp verfügbar.
ChatGPT ist leicht zu bedienen und antwortet meist in wenigen Sekunden. Es hilft bei Hausaufgaben, erklärt schwierige Themen oder liefert kreative Ideen für Geschichten und Projekte. Auch Gespräche per Sprache sind möglich. Fragen können mündlich gestellt werden, die Antworten erfolgen über eine natürlich klingende Stimme. Das macht die Nutzung für viele Kinder besonders alltagsnah und unkompliziert.
OpenAI bietet Schutz- und Kontrollfunktionen für Familien an. Eltern und Jugendliche können ihre Konten verknüpfen und verschiedene Einstellungen steuern: Ruhezeiten, sensible Inhalte reduzieren, Gruppenchats einschränken, Bildgenerierung und Audiomodus deaktivieren, Memory (Speicherfunktion) ausschalten und die Datennutzung für Training und Verlauf begrenzen. Für verknüpfte Konten von Jugendlichen gelten strengere Einstellungen. Eltern sehen die Chats nicht, können aber bei möglichen Gefährdungen benachrichtigt werden.
OpenAI setzt außerdem eine Alterserkennung ein, um für Minderjährige automatisch strengere Schutzfunktionen zu aktivieren. Diese Maßnahmen senken Risiken, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
Probieren Sie ChatGPT gemeinsam aus: Nutzen Sie das Tool zusammen und sprechen Sie über die Antworten.
Nutzen Sie die Kindersicherung: Aktivieren und kontrollieren Sie die Einstellungen regelmäßig.
Verlassen Sie sich nicht allein auf Technik: Ergänzen Sie Schutzfunktionen durch Gespräche und Begleitung.
Fördern Sie kritisches Denken: Erklären Sie, dass die KI keine sicheren Fakten liefert. Lassen Sie sich von ChatGPT Quellen nennen und prüfen Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind. Auch ein Vergleich mit anderen KI-Angeboten kann sinnvoll sein.
Achten Sie auf Datenschutz: Geben Sie keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Fotos ein.
Sprechen Sie über Lernen mit KI: Machen Sie deutlich, dass die KI unterstützen kann, aber nicht die eigene Leistung ersetzt.
Vereinbaren Sie klare Regeln: Legen Sie gemeinsam fest, wann und wie ChatGPT genutzt wird.
Bleiben Sie im Gespräch: Ermutigen Sie Ihr Kind, über Erfahrungen oder Probleme zu sprechen.
Informieren Sie sich regelmäßig: Verfolgen Sie neue Funktionen und Entwicklungen rund um KI-Angebote.
Mit Freund*innen chatten, auf Social Media aktiv sein, sich kreativ ausdrücken – mit dem Smartphone eröffnet sich für Kinder eine neue Welt. Viele Eltern fragen sich, wann ihr Kind alt genug ist für ein eigenes Smartphone. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, denn entscheidend ist vor allem der Entwicklungsstand des Kindes.
Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule ist für viele Eltern ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen. Die ständige Erreichbarkeit sollte jedoch nicht der Hauptgrund sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freund*innen. Sie möchten dazugehören und mitreden können, wenn es um angesagte Apps und Social-Media-Trends geht.
Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist? Dann sollten Sie sich über diese Dinge Gedanken machen:
Ergänzend dazu bietet unsere Checkliste „Wann ist mein Kind reif für ein Smartphone?“ eine ausführlichere Orientierung. Sie geht Schritt für Schritt durch wichtige Kompetenzen.
Gehen Sie die Checkliste allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind durch. Je mehr Punkte Sie ankreuzen, desto eher ist Ihr Kind bereit für ein eigenes Smartphone. Sie kennen es jedoch am besten und können seine Medienerfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein einschätzen. Für jüngere Kinder eignet sich erstmal ein Handy ohne Internetzugang. Früher oder später wird ein eigenes Smartphone für viele Kinder Teil des Alltags.
Der Zugang zum Internet birgt für Ihr Kind viele Potenziale, aber auch Risiken:
Wie Sie Ihr Kind vor sexueller Gewalt im Internet schützen können, erfahren Sie in dieser Broschüre von klicksafe.
Wählen Sie das erste Smartphone sorgfältig aus und beziehen Sie Kosten, Ausstattungen mit ein. Ein gebrauchtes Handy kann eine gute Wahl sein. Nehmen Sie sich Zeit, das Smartphone in Ruhe einzurichten. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihr Kind nutzen darf und welche erst einmal nicht. Zu Beginn reicht eventuell ein Prepaid-Vertrag und keine Flatrate. So lernt Ihr Kind, wie viel es das Handy eigentlich benutzt und wie es mit mobilen Daten und WLAN angemessen umgehen kann. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, wie Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, finden Sie in unserem Beitrag dazu.
Begleiten Sie Ihr Kind bei den ersten Schritten mit seinem Smartphone. Klären Sie Ihr Kind immer wieder über mögliche Risiken auf. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber. Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen.
Gestalten Sie gemeinsame Regeln für die Mediennutzung, an die sich alle Familienmitglieder halten. Behalten Sie die Nutzungszeiten Ihres Kindes und Anzeichen für digitalen Stress im Auge.
Informieren Sie sich über kindgerechte Angebote und Apps, wie zum Beispiel die fragFINN-App. Beim Spieleratgeber NRW finden Sie pädagogische Beurteilungen für Handy-Games.
Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg. Wenn Sie unsicher sind oder ernste Probleme auftreten, wenden Sie sich an pädagogische Fachkräfte oder (Online-)Beratungsstellen.
Beim Einstieg in das Thema können kindgerechte Informationen helfen. Das Magazin „Genial digital“ des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) vermittelt Kindern von 8 bis 11 Jahren spielerisch Informationen rund um das Internet und das erste Smartphone.
Weitere kompakte Hinweise finden Sie im Eltern-Check-In „Mein Kind bekommt sein erstes Smartphone – worauf sollte ich achten?“.
Ein Smartphone bietet viele Möglichkeiten: chatten, spielen, Videos schauen. Der Umgang damit will gelernt sein. Entscheidend ist nicht das Alter Ihres Kindes, sondern was es schon kann und versteht. Diese Checkliste hilft Ihnen, das genauer einzuschätzen. Ihr Kind muss nicht alle Punkte erfüllen. Je mehr zutrifft, desto besser ist es vorbereitet. Die Checkliste dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Entscheidung.
… hat erste Erfahrungen im Umgang mit einem Smartphone gesammelt
… beherrscht grundlegende Funktionen und Einstellungen
… verfügt über grundlegendes Wissen zu Kosten und Werbung
… wählt Apps und Inhalte bewusst aus
… geht bewusst mit persönlichen Daten und Privatsphäre um
… verhält sich respektvoll im Netz
… erkennt Risiken und kann mit ihnen umgehen
… hält Regeln ein
… kann das eigene Nutzungsverhalten einschätzen
Gehen Sie die Punkte gemeinsam mit Ihrem Kind durch. So erkennen Sie, was schon gut klappt und wo Ihr Kind noch Unterstützung braucht. Wenn viele Punkte zutreffen, kann ein eigenes Smartphone ein sinnvoller nächster Schritt sein, mit klaren Regeln und Begleitung. Wenn viele Punkte noch nicht zutreffen, sollte Ihr Kind diese Fähigkeiten weiter üben, zum Beispiel erst einmal an Ihrem Smartphone.
Auch wenn Ihr Kind gut vorbereitet ist, bleibt Begleitung wichtig:
Ein eigenes Smartphone ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Lernprozess, den Sie gemeinsam gestalten.
Die Social-Media-Plattform Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. So stellt sich die Frage, wie junge Nutzer*innen auf dem sozialen Netzwerk gut begleitet und geschützt werden können. Instagram bietet deshalb verschiedene Einstellungen für Jugendliche, die mehr Sicherheit ermöglichen sollen. Wir stellen die wichtigsten Funktionen vor.
Auf sozialen Netzwerken wie Instagram können Jugendliche ungeeigneten Inhalten wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformation, extremistische Inhalte oder Werbung begegnen. Der Umgang mit Themen wie Cybermobbing, problematische Kontakte oder die ungewollte Verbreitung eigener Daten und Beiträge kann herausfordernd sein. Weil Jugendliche den Umgang mit solchen Risiken oft erst lernen, brauchen sie besonderen Schutz. Deshalb sind Plattformen seit der Anpassung des Jugendschutzgesetzes gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen für Minderjährige sowie Begleitungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Eltern bereitzustellen.
Für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren wird bei der Anmeldung bei Instagram standardmäßig ein Teen-Konto erstellt. Ein solches Konto zeichnet sich unter anderem durch folgende Punkte aus:
Über die Elternaufsicht können Eltern die Konten ihrer Kinder mit den eigenen verknüpfen und dort die Nutzung begleiten und einschränken, z. B. Zeitlimits setzen oder Sicherheitseinstellungen vornehmen. Eltern werden hier über die Aktivitäten ihrer Kinder informiert – etwa wie lange sie im Netzwerk aktiv waren, welche Kontakte stattgefunden haben oder ob Inhalte gemeldet oder blockiert wurden. Wenn Sie die Elternaufsicht nicht nutzen, Nutzen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren Instagram ohne Elternaufsicht, gelten für ihr Teen-Konto automatisch die strengsten Sicherheitseinstellungen. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne Elternaufsicht die Sicherheitseinstellungen des Teen-Kontos selbst lockern.
Die Einstellungen in den Teen-Konten beziehen sich ausschließlich darauf, wie das Konto selbst auf der Plattform angelegt ist. Darüber hinaus gibt es allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind vornehmen sollten:
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kindersicherung auf Instagram finden Sie auf medien-kindersicher.de. Instagram bietet einen Leitfaden für Eltern mit Gesprächsanregungen und einem Glossar wichtiger Begriffe.
Sicherheitseinstellungen, Teen-Konto und Elternaufsicht schaffen eine wichtige Grundlage für mehr Schutz auf Instagram. Um Ihr Kind bei der sicheren Nutzung unterstützen zu können, sind außerdem folgende Punkte wichtig:
Instagram bietet Familien Unterstützung bei der sicheren Nutzung. Entscheidend bleibt aber, dass Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Sicherheit, Wohlbefinden und mögliche Risiken in sozialen Medien sprechen und für Fragen und Probleme ansprechbar sind. So kann Ihr Kind Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Medien entwickeln.
Instagram bleibt eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen, insbesondere unter Jugendlichen. Die App ermöglicht es, Fotos und Videos zu teilen, Stories zu erstellen und mit Freund*innen sowie Influencer*innen zu interagieren.
Instagram, kurz Insta, ist neben Facebook und TikTok eines der größten Sozialen Netzwerke. Es bietet Nutzer*innen die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen und sich miteinander zu verknüpfen.
Über das Profil lassen sich Bilder und Videos teilen. Nutzer*innen können Inhalte entweder als dauerhafte Beiträge veröffentlichen oder als Story oder Live-Video posten. Stories und Live-Streams verschwinden nach 24 Stunden, können jedoch als Highlight gespeichert werden. Im Feed werden die Fotos und Videos abonnierter Kanäle und Personen angezeigt.
User*innen finden auf Insta eine große Vielfalt an Inhalten: Postings von Stars, Marken und Challenges bis hin zu persönlichen Profilen von Freund*innen. Sie können mit Likes und Kommentaren darauf reagieren, Inhalte abspeichern und über Direct Messages („DMs“) miteinander chatten. In Profilen und Beiträgen lassen sich Links einfügen, die zu anderen Webseiten führen.
Eigene Postings können Nutzer*innen mit Filtern, Emojis und Schriftarten direkt in der App erstellen und bearbeiten. Inhalte werden über Hashtags thematisch sortiert. Reels (kurze Videos im TikTok-Stil) sind über das Videosymbol abrufbar.
Ende 2023 hat Meta auch in Deutschland die Social-Media-App Threads veröffentlicht. Diese ist mit Instagram verknüpft.
Seit etwa 2025 setzt Instagram vermehrt auf KI-Angebote, bietet etwa Bildbearbeitung, aber auch Texterstellung für Postings und Hashtags via KI an. Auch die Verknüpfung untereinander wird noch stärker möglich über „Friends-Tabs“ und Standort-Funktionen.
Jugendliche bis 18 Jahre haben automatisch sogenannte Teen-Konten mit zusätzlichen Schutzfunktionen wie eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten und strengeren Inhaltsfiltern. Die Konten sind etwa standardmäßig auf privat gestellt und haben ein integriertes Zeitlimit – nach 60 Minuten Nutzung werden die Jugendlichen aufgefordert, die App zu beenden. Ab 16 Jahren können Jugendliche die Einschränkungen selbst lockern. Die Funktion „Elternaufsicht“ ermöglicht Eltern, die Nutzung Ihres Kindes zu beobachten und einzuschränken. Der Aktivierung muss von Elternteil und Jugendlichem zugestimmt werden.
Datenschutz: Instagram ist beim Thema Datenschutz aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu genießen.
Kosten: Instagram ist grundsätzlich kostenlos. Auf vielen Profilen werden aber Produkte beworben, die mit wenigen Klicks auch gekauft werden können. Auch Werbeanzeigen mit entsprechenden Links tauchen häufig in den Feeds auf und sind schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Zudem können Creator*innen wie Influencer*innen exklusive Inhalte anbieten, die über ein kostenpflichtiges Abo abgerufen werden können. Seit 2024 bietet Meta zudem ein Abomodell für Facebook und Instagram an: Für mindestens 5,99 € im Monat verspricht der Anbieter, keine personalisierte Werbung zu schalten. Allgemeine Werbung gibt es natürlich trotzdem – und auch Daten sammelt Meta trotzdem weiter.
Ungeeignete Inhalte: Bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein, wie erotische Bilder, gefährliche Challenges, Desinformationen oder Werbung. Hier spielen Geschäftsmodelle von Influencer*innen eine besondere Rolle, die Jugendliche nicht immer erkennen. Gerade Inhalte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden, können dabei sehr problematische Inhalte enthalten und sind für Jugendliche schwer von echten Inhalten zu unterscheiden. Das gilt etwa für Deepnudes oder Deepfakes, aber auch für politische Kampagnen.
Kommunikationsrisiken: Funktionen wie Chats und Kommentare bergen Kommunikationsrisiken wie die Kontaktaufnahme von Fremden, Hate Speech oder Cybermobbing.
Künstliche Intelligenz: Immer stärker ist auch die KI ein Thema in Sozialen Netzwerken. Diese spielt an mehreren Stellen eine Rolle:
Trotz des offiziellen Mindestalters von 13 Jahren findet keine wirksame Alterskontrolle statt. Es gibt umfangreiche Nutzungs- und Einstellungsmöglichkeiten für Minderjährige und ihre Eltern. Bei Handysektor können Sie die Nutzungsbedingungen in Kurzfassung nachlesen und bei klicksafe einen Flyer mit den wichtigsten Sicherheits-Informationen über Instagram für Jugendliche herunterladen.
In der Elternaufsicht können Eltern ihr Konto mit dem ihres Kindes verknüpfen. Alle Einstellungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von medien-kindersicher.de. Wie Instagram die App für Jugendliche sicherer machen möchte, erfahren Sie direkt auf der Webseite von Instagram.
Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ab welchem Alter und nach welchen Regeln es Instagram nutzen darf. Überprüfen Sie die Einstellungen der App gemeinsam, damit Ihr Kind Instagram möglichst sicher nutzen kann. Nicht alle Fotos müssen oder dürfen mit allen oder auch nur mit Freund*innen geteilt werden. Neben den eigenen Grenzen ist es auch wichtig, dass Ihr Kind Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte anderer kennt und beachtet.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kommunikationsrisiken. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen blockieren oder melden kann und erklären Sie ihm, wann diese Funktionen sinnvoll sind – beispielsweise wenn jemand Ihr Kind in den Kommentaren beleidigt. Ihr Kind sollte keine Anfragen von Fremden annehmen und sparsam mit den eigenen Daten wie dem Standort umgehen.
Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie gefährdende Inhalte, Hate Speech, Desinformation und politische Meinungsmache auf. Sprechen Sie auch über kritische Verhaltensweisen von Influencer*innen und bleiben Sie mit Ihrem Kind über einseitige Rollenbilder und Klischees im Gespräch. Bleiben Sie interessiert und fragen Sie regelmäßig nach, wem Ihr Kind auf Instagram folgt und wer ihm folgt. Es ist wichtig, dass ihr Kind weiß, dass es Sie immer ansprechen kann, falls es unangenehme Erfahrungen auf der Plattform macht.
Kinder und Jugendliche sind täglich online unterwegs – im Klassenchat, beim Spielen oder auf Social Media. Damit sie sich dort sicher bewegen, brauchen sie Orientierung und Begleitung im Alltag. Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung oder Regelungen zum Jugendmedienschutz schaffen wichtige Rahmenbedingungen. Entscheidend ist aber auch, dass Kinder lernen, Medien sicher und bewusst zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie viele Beiträge, die Sie dabei unterstützen.
Wie viel Medienzeit ist sinnvoll? Welche Regeln helfen im Alltag? Und wann ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?
Sie können gemeinsam klare Vereinbarungen treffen und Ihrem Kind Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen. Wichtig ist dabei auch Ihr eigenes Verhalten: Kinder orientieren sich stark daran, wie Erwachsene Medien nutzen. Nutzen Sie Medien deshalb möglichst gemeinsam: Schauen Sie Inhalte zusammen an, spielen Sie gemeinsam oder sprechen Sie darüber.
Persönliche Daten sind im Netz schnell sichtbar. Viele Apps sammeln automatisch Informationen, auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam zu prüfen und bewusst mit Daten umzugehen. In den Beiträgen erfahren Sie, welche Einstellungen wichtig sind, wo typische Risiken liegen und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Daten zu schützen.
Kinder und Jugendliche können online mit belastenden Situationen konfrontiert werden, etwa durch Beleidigungen, falsche Informationen oder unerwünschte Kontakte. Die Beiträge zeigen, wie Sie Ihr Kind stärken, Signale erkennen und im Ernstfall richtig reagieren können. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind weiß, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann.
Nicht alle Inhalte im Netz sind für Kinder geeignet, besonders auf Video-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Altersfreigaben und technische Schutzmaßnahmen können helfen, ersetzen aber nicht die Begleitung im Alltag. Die Beiträge helfen Ihnen, Inhalte besser einzuschätzen und gemeinsam mit Ihrem Kind einen passenden Umgang zu finden.
Ein großer Teil der Mediennutzung findet über Messenger, soziale Netzwerke und Online-Games statt. Dabei kann es schnell zu Missverständnissen, Konflikten oder unangenehmen Situationen kommen. Die Beiträge zeigen, wie Kommunikation im Netz funktioniert und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, respektvoll und sicher zu handeln.
KI-Chatbots, personalisierte Inhalte und neue Plattformfunktionen gehören inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Beiträge erklären, wie KI funktioniert, wo Chancen liegen und welche Risiken Sie im Blick behalten sollten.
Diese Auswahl ist ein Einstieg. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Artikel zu Apps, Spielen, Social Media und aktuellen Trends.
Ein süßes Foto vom Familienfest im WhatsApp-Status oder auf Plattformen wie Instagram ist für viele selbstverständlich. Für Eltern kann es unangenehm sein, wenn Bilder des eigenen Kindes ohne Rücksprache geteilt werden. Dabei geht es nicht darum, anderen etwas zu verbieten, sondern die Privatsphäre des eigenen Kindes zu schützen.
Fotos von Kindern sind persönliche Daten. Einmal online geteilt, lassen sie sich kaum kontrollieren oder vollständig löschen. Bilder können gespeichert, per Screenshot verbreitet oder einfach weitergeleitet werden. Oft merkt man das nicht. Je mehr Menschen ein Foto sehen können, etwa über Status-Funktionen oder öffentliche Profile, desto größer ist das Risiko der Weiterverbreitung. Kinderbilder können missbraucht oder weiterverbreitet werden.
Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und darauf, mitzuentscheiden, was von ihnen gezeigt wird. Sie haben auch ein Recht am eigenen Bild, deshalb sollten Fotos nicht ohne Zustimmung geteilt werden. Gleichzeitig können sie die Folgen oft noch nicht einschätzen. Mit jedem geteilten Foto entsteht ein digitales Bild Ihres Kindes, das es später nicht mehr selbst steuern kann. Besonders sensibel wird es, wenn Fotos zusammen mit Namen, Wohnort oder anderen persönlichen Informationen veröffentlicht werden. Sind andere Kinder auf dem Foto zu sehen, sollte auch das Einverständnis der Eltern eingeholt werden. Viele Verwandte oder Bekannte meinen es gut. Sie möchten schöne Momente teilen oder ihre Freude ausdrücken. Genau deshalb ist ein respektvoller Umgang wichtig.
Viele Konflikte lassen sich vermeiden, wenn Erwartungen früh geklärt sind:
Wichtig ist, dass Ihre Haltung verständlich wird, ohne Vorwürfe.
Manche reagieren überrascht oder fühlen sich kritisiert. Hier hilft es, ruhig zu erklären, warum Ihnen das Thema wichtig ist:
Ein Perspektivwechsel kann helfen. Würden Sie selbst wollen, dass solche Fotos von Ihnen im Internet zu sehen sind?
Trotz Absprachen kann es passieren, dass Fotos geteilt werden. Dann ist es sinnvoll, zeitnah zu reagieren:
In vielen Fällen lässt sich das Problem im persönlichen Gespräch klären.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger ist ihre eigene Meinung. Fragen Sie Ihr Kind, ob es mit einem Foto einverstanden ist. Ab dem Grundschulalter können viele Kinder schon gut mitentscheiden, ob ein Bild von ihnen geteilt werden darf. So lernt Ihr Kind, über die eigene Privatsphäre nachzudenken und Grenzen zu setzen.
Achten Sie auch auf Ihr eigenes Verhalten. Fragen Sie Ihr Kind und andere Eltern, bevor Sie Fotos teilen. So zeigen Sie, wie ein respektvoller Umgang aussehen kann.
Wenn Absprachen immer wieder ignoriert werden oder es zu Konflikten kommt, bleiben Sie ruhig und klar in Ihrer Haltung. Sprechen Sie das Thema erneut an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, Unterstützung von außen einzubeziehen, um die Situation zu klären.
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
„Ein echter Mann zeigt keine Gefühle“ oder „Frauen wollen nur erfolgreiche Männer“ – beim Scrollen durch TikTok, YouTube oder Instagram stoßen Jugendliche auf viele Vorstellungen davon, wie Männer oder Frauen angeblich sein sollten. Manche Videos wirken wie harmlose Dating-Tipps, Fitness-Motivation oder Lifestyle-Content. Dahinter können jedoch extreme oder stark vereinfachte Rollenbilder stehen.
Auf Social Media verbreiten sich viele Inhalte über Beziehungen, Dating oder „echte Männlichkeit“. Einige Creator*innen vermitteln klare Regeln dafür, wie Männer oder Frauen angeblich sein oder sich verhalten sollten. Häufig geht es dabei um Erfolg, Dominanz, Attraktivität oder traditionelle Rollen in Beziehungen. Manche dieser Rollenbilder werden auch von extremistischen Gruppen genutzt, um Jugendliche online anzusprechen.
In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff „Manosphere“ auf. Damit wird ein loses Netzwerk von Online-Communitys bezeichnet, die sich mit Männlichkeit, Beziehungen und Geschlechterrollen beschäftigen. Die Inhalte finden sich auf Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram, Reddit oder in Podcasts.
Viele Beiträge wirken zunächst wie Ratgeber für junge Männer: Sie sollen selbstbewusster und muskulöser werden, mehr Geld verdienen oder im Dating erfolgreicher sein. In manchen Communitys werden jedoch auch stark vereinfachte oder frauenfeindliche Vorstellungen verbreitet. Dort wird etwa behauptet, Männer würden durch Gleichberechtigung benachteiligt oder müssten in Beziehungen dominant sein.
Neben solchen Inhalten gibt es auch Trends, die sehr traditionelle Frauenrollen zeigen. Beim sogenannten Tradwife-Trend präsentieren Influencer*innen ein Leben als „traditionelle Ehefrau“, die sich hauptsächlich um Haushalt, Familie und ihren Partner kümmert. Die Videos wirken oft ästhetisch und bewusst inszeniert.
Viele dieser Inhalte sind nicht offen extremistisch. Problematische Botschaften über Geschlechterrollen werden häufig indirekt vermittelt oder mit Humor, Lifestyle oder Motivation verbunden.
Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit Fragen nach Identität, Beziehungen und ihrem Platz in der Welt. Inhalte über Rollenbilder können deshalb eine große Wirkung haben.
Einige Aspekte können Jugendliche besonders ansprechen:
Auch der Tradwife-Trend kann Jugendliche ansprechen, weil er ein scheinbar harmonisches Lebensmodell zeigt. Konflikte oder Ungleichheiten bleiben in solchen Videos meist unsichtbar. Zudem schlagen soziale Plattformen häufig weitere ähnliche Inhalte vor. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass viele Menschen so denken.
Einige dieser Videos oder Beiträge können problematische Botschaften enthalten oder extreme Rollenbilder verstärken.
Algorithmen sozialer Netzwerke können zusätzlich dazu beitragen, dass Jugendliche immer häufiger ähnliche Inhalte sehen und dadurch ein einseitiges Weltbild entsteht.
Jugendliche stoßen oft zufällig auf solche Inhalte. Umso wichtiger ist es, ihre Mediennutzung zu begleiten.
Ein offenes Gespräch über Beziehungen, Gleichberechtigung und das, was Jugendliche auf Social Media sehen, kann helfen, extreme Botschaften kritisch einzuordnen.
Eigentlich ist es verboten – und doch erstaunlich präsent: Auf TikTok gibt es eine Drogenszene, in der teilweise auch sehr junge Nutzer*innen aktiv sind. Ähnliche Inhalte finden sich zwar auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder in Messengern wie WhatsApp und Telegram, doch TikTok spielt dabei eine besonders prominente Rolle. Das löst bei vielen Eltern große Sorgen aus, denn solche Inhalte können Risiken verharmlosen und falsche Vorstellungen von Drogenkonsum vermitteln.
Über Social-Media-Plattformen wie TikTok finden illegale Drogen ihren Weg in die Öffentlichkeit. Unter bestimmten Hashtags gibt es Videos von Nutzer*innen, die über ihren eigenen Drogenkonsum sprechen oder ihn andeuten. Das reicht von Cannabis und Pilzen bis hin zu MDMA, Meth oder Heroin.
Häufig werden die Substanzen nicht direkt gezeigt oder benannt. Stattdessen arbeiten die Videos mit Codes, Slangbegriffen, Emojis oder mit Andeutungen wie auffälligen Nahaufnahmen, überdrehtem Verhalten oder extremen Stimmungen. So versuchen die Ersteller*innen, Regeln zu umgehen und dennoch verstanden zu werden.
Solche Inhalte sind nach den deutschen Regelungen des Jugendmedienschutzes ebenso verboten wie nach den Community-Regeln der Plattformen. TikTok untersagt die Darstellung, Bewerbung, den Besitz und den Handel mit Drogen. Dennoch tauchen entsprechende Videos immer wieder auf. Manche stammen von Kindern und Jugendlichen selbst, die dafür Likes oder zustimmende Kommentare erhalten.
In den vergangenen Monaten sind außerdem Begriffe wie „Pinktok“ oder „Pingtok“ aufgetaucht. Damit werden Videos bezeichnet, in denen Drogenkonsum verharmlost oder nur angedeutet wird. In manchen Fällen finden sich in den Kommentaren Hinweise auf Beschaffung oder Verkauf. Dort verabreden sich Jugendliche teilweise weiter oder wechseln anschließend in private Chats oder Messenger. So wird nicht nur über Drogen gesprochen, sondern der Zugang dazu kann erleichtert werden.
Das Problem mit dieser Drogenszene, die oft nur einen Klick entfernt ist: Die Videos wirken bunt, locker und unterhaltsam. Musik, Insider-Witze und das Gefühl, dazuzugehören, sprechen besonders junge Menschen an. Risiken, gesundheitliche Folgen oder Abhängigkeit spielen kaum eine Rolle.
So kann bei Kindern und Jugendlichen ein falsches Bild entstehen. Drogenkonsum erscheint als harmloser Freizeitspaß. Gerade Kinder und Jugendliche, die nach Anerkennung, Zugehörigkeit oder Orientierung suchen oder sich einsam fühlen, können sich von solchen Inhalten angezogen fühlen. Verstärkt wird das durch Empfehlungsalgorithmen. Wer solche Videos einmal länger anschaut, bekommt oft ähnliche Inhalte erneut angezeigt. Das Thema kann dadurch immer präsenter werden.
Drogenbezogene Inhalte sind laut den Community-Richtlinien nicht erlaubt – weder Konsum und Verherrlichung noch der Verkauf. TikTok sperrt bekannte Hashtags, löscht Beiträge oder schränkt Accounts ein, wenn Verstöße erkannt oder gemeldet werden. Der Anbieter gibt an, dass viele problematische Inhalte automatisch erkannt werden.
In der Praxis bleiben jedoch Lücken. Neue Begriffe, Codes oder Trends werden nicht immer sofort erkannt. Besonders andeutende oder ironisch inszenierte Inhalte sind für automatische Systeme schwer einzuordnen.
Zusätzlich wurden rechtliche Vorgaben verschärft, etwa durch Anpassungen der Regelungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Auf europäischer Ebene verpflichtet der Digital Services Act große Plattformen dazu, Risiken für Kinder und Jugendliche zu analysieren und gegenzusteuern. Diese Maßnahmen verbessern Strukturen, garantieren aber keinen vollständigen Schutz einzelner Feeds.
Sowohl beim Medien- als auch beim Drogenkonsum ist eine vertrauensvolle Beziehung entscheidend. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und zeigen Sie Interesse an dessen Mediennutzung. Im besten Fall merken Sie frühzeitig, wenn Ihr Kind auf irritierende Inhalte stößt oder Fragen hat.
Ist Ihr Kind noch jünger, können technische Schutzmaßnahmen ergänzend helfen, beispielsweise der Begleitete Modus bei TikTok oder Jugendschutzfunktionen auf dem Gerät. Technischer Schutz ersetzt jedoch kein Gespräch, sondern unterstützt es.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich verändert, psychisch belastet wirkt oder bereits Kontakt zu problematischen Inhalten hatte, können folgende Schritte helfen:
Ein Klassenfoto wird in einem Chat geteilt, ein Selfie landet auf Social Media. Für viele Kinder ist das ganz normal. Und dann taucht plötzlich ein Bild auf, das nie existiert hat: ein Nacktbild, aber es wurde technisch manipuliert. Das sind sogenannte Deepnudes. Für Betroffene kann das extrem belastend sein. Viele Eltern kennen diese Technik nicht und merken erst spät, wie schnell Kinder davon betroffen sein können.
Deepnudes sind künstlich erzeugte Nacktbilder. Sie entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aus echten Fotos. Die KI analysiert vorhandene Bilder, entfernt Kleidung digital und ergänzt Körperteile, sodass ein realistischer Eindruck entsteht. Dabei ist das Bild vollständig erfunden.
Der Begriff stammt ursprünglich von einem konkreten Programm, steht heute aber für zahlreiche KI-basierte Anwendungen, die ähnliche Funktionen bieten. Solche Angebote sind oft leicht zugänglich, teilweise kostenlos und anonym nutzbar. Besonders problematisch ist, dass öffentlich zugängliche Fotos aus sozialen Netzwerken dafür ausreichen. Die Betroffenen erfahren häufig erst davon, wenn das Bild schon weiterverbreitet wurde. Dann ist der Schaden oft bereits da.
Viele Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit KI-Anwendungen auf. Filter, Bildbearbeitung oder Chatbots gehören für sie zum Alltag. Tools zur Erstellung von Deepnudes werden deshalb manchmal als technisches Experiment wahrgenommen, ohne das Ausmaß zu erkennen.
Dazu kommen entwicklungsbedingte Faktoren. In der Pubertät geht es darum, Grenzen auszutesten, dazuzugehören und Eindruck zu machen. Manche Jugendliche wollen provozieren, andere passen sich Gruppendruck an. Oft fehlt der Blick für die andere Seite. Dafür, dass hinter jedem Bild ein echter Mensch mit echten Gefühlen steht.
Hinzu kommt: Deepnudes werden nicht nur unter Jugendlichen erstellt und weiterverbreitet. Auch fremde Erwachsene nutzen solche KI-Tools gezielt, um Bilder von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu manipulieren. Für Betroffene bedeutet das ein zusätzliches Risiko, da Machtgefälle, Anonymität und mögliche kriminelle Absichten hinzukommen.
Was als Witz oder Mutprobe beginnt, kann für Betroffene sehr belastend werden.
Deepnudes sind kein harmloser Trend. Sie sind eine Form digitaler, sexualisierter Gewalt.
Besonders schwer wiegt das Gefühl der Ohnmacht. Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Oder trauen sich nicht, etwas zu sagen.
In Deutschland ist die Lage eindeutig: Das Erstellen, Besitzen oder Verbreiten von sexualisierten Darstellungen Minderjähriger ist in den allermeisten Fällen strafbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder real sind oder – wie bei Deepnudes – künstlich erzeugt wurden. Auch können Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild und der Datenschutz verletzt werden, egal wie alt die abgebildete Person ist.
Für Kinder und Jugendliche sind die Konsequenzen schwer einzuschätzen. Was digital passiert, fühlt sich manchmal weniger ernst an. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene hier Orientierung geben und Verantwortung klar benennen.
Eltern können nicht alles verhindern. Aber sie können viel bewirken. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung.
Frühzeitig ins Gespräch kommen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Bildmanipulation, KI und Deepnudes, bevor etwas passiert. Altersgerecht und ruhig. Erklären Sie, dass Bilder im Netz verändert werden können und warum das problematisch ist.
Empathie fördern: Ein Perspektivwechsel hilft. Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich fühlen würde, wenn jemand so ein Bild von ihm erstellt oder teilt. Oft entsteht Verständnis genau an dieser Stelle.
Klare Haltung zeigen: Machen Sie deutlich, dass das Erstellen oder Weiterleiten solcher Bilder kein Spaß ist, sondern eine Grenzverletzung. Gleichzeitig sollten Kinder wissen, dass Fehler nicht mit Ärger, sondern mit Unterstützung beantwortet werden.
Unterstützung zusichern: Ihr Kind sollte sicher sein, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann. Auch dann, wenn es sich schämt oder unsicher ist.
Im Ernstfall handeln: Wenn Ihr Kind betroffen ist, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es ernst. Sichern Sie Beweise wie Screenshots oder Chatverläufe und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Doch Vorsicht bei sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen: Diese zu besitzen, ist strafbar. Informationen zum Umgang mit diesen sogenannten Missbrauchsdarstellungen im Netz hat die Internet-Beschwerdestelle in diesem PDF zusammengefasst. Unterstützung bieten Ihnen Beratungs– und Meldestellen wie das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und die Nummer gegen Kummer.
Das Smartphone liegt griffbereit, die Konsole läuft heiß, Videos oder Spiele hören nicht auf – viele Eltern wünschen sich mehr Offline-Zeit für ihr Kind. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, Medien schlechtzumachen. Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Aufwachsen dazu. Entscheidend ist eine gute Balance zwischen Online- und Offline-Zeit im Alltag.
Kinder und Jugendliche brauchen regelmäßige Pausen ohne Bildschirm. Offline-Zeiten ermöglichen Bewegung, kreatives Spielen, Entspannung und echte Begegnungen mit anderen. Das stärkt Fantasie, Konzentration und Selbstständigkeit und hilft, Stress abzubauen, auch wenn Kinder das selbst nicht immer so wahrnehmen.
Je älter Kinder werden, desto wichtiger wird Mediennutzung für Freundschaften und Zugehörigkeit. Gerade bei Jugendlichen spielt die Sorge, etwas zu verpassen, eine große Rolle. Für manche sind Medien sogar der wichtigste Weg, um mit Freund*innen oder einer Community in Kontakt zu bleiben, etwa wenn Gleichgesinnte nicht in der direkten Umgebung leben. Abschalten fällt dann oft schwer, weil Chats, Spiele oder Videos sozial wichtig sind. Hier hilft ein offenes Gespräch über Alternativen.
Sind Medien jederzeit verfügbar, hören viele nicht selbstständig auf. Deshalb brauchen Kinder Orientierung und Begleitung, z. B. durch feste Offline-Zeiten oder medienfreie Orte wie den Esstisch und vor dem Schlafengehen. Wichtig ist dabei, Medienzeiten nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen, da dies ihre Bedeutung zusätzlich aufwerten kann.
Strikte Verbote führen häufig zu Streit oder heimlicher Nutzung. Wirksamer ist es, Kinder einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Offline-Zeit gelingt besser, wenn sie sich gut anfühlt:
Technische Einstellungen können unterstützen, ohne zu kontrollieren. Richten Sie Bildschirmzeit-Limits oder Pausen-Timer (z. B. in YouTube Kids) gemeinsam ein. So wird der Übergang zu Offline spielerisch und transparent.
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Medien umgehen. Legen Sie das Smartphone bewusst weg und teilen Sie es: „Ich mache jetzt Handy-Pause!“ Gemeinsame Regeln wie „handyfrei beim Essen“ gelten für alle und überzeugen am besten.
Reizbarkeit oder Frust beim Abschalten sind normal. Nehmen Sie Gefühle ernst: „Was fehlt dir gerade?“ oder „Was ist ohne Bildschirm schwierig?“. Bei anhaltenden Konflikten oder wenn Hobbys verblassen, schauen Sie genauer hin und holen Unterstützung (z. B. Beratung).
Sie finden keine Antwort auf Ihre Frage? Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen rund um die Mediennutzung Ihres Kindes direkt und bequem per Messenger-Service über WhatsApp oder Threema. Mehr Infos finden Sie hier.
Battlefield 6 ist ein Ego-Shooter, bei dem Spieler*innen aus der Ich-Perspektive in großen Online-Gefechten kämpfen. Militärische Waffen, Fahrzeuge und realistische Kriegsszenarien stehen im Mittelpunkt. Das Spiel ist actionreich und gewalthaltig – und richtet sich deshalb an ältere Jugendliche.
Grund: drastische Gewaltdarstellungen, Kriegsthematik
Das Spiel ist der neueste Teil der bekannten Battlefield-Reihe und setzt sie mit aktueller Technik und vertrautem Spielprinzip fort. Es gehört wie Call of Duty oder Counter-Strike zu den großen Ego-Shootern. In der Einzelspieler-Kampagne erleben Spieler*innen eine Kriegsgeschichte im Jahr 2027 und kämpfen als Eliteeinheit gegen eine private Militärorganisation.
Im Mehrspieler-Modus stehen große Online-Teamgefechte im Mittelpunkt, bei denen taktisches Zusammenspiel wichtig ist. Außerdem kehrt mit Battlefield Portal ein kreatives Community-Tool zurück, mit dem Spieler*innen eigene Spielmodi und Erlebnisse gestalten und miteinander teilen können.
Battlefield 6 richtet sich an Spieler*innen, die taktische Shooter und Teamplay mögen. Das Spiel bietet große Spielkarten, viel Action, Fahrzeuge und Explosionen – das wirkt aufregend und sorgt für Spannung. Die Mischung aus Kämpfen, Teamarbeit und Planung macht den Reiz aus und hält viele Jugendliche lange im Spiel.
Gleichzeitig ist das Spiel ein sozialer Treffpunkt: Jugendliche spielen online mit Freund*innen oder lernen neue Leute kennen. Im Team zu spielen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Ranglisten, Fortschritte und Belohnungen motivieren zusätzlich: Jugendliche können sich stetig verbessern, Herausforderungen meistern und ihren Fortschritt zeigen.
Battlefield 6 wird aus der Ich-Perspektive gespielt, Spieler*innen sehen die Spielwelt direkt durch die Augen ihrer Spielfigur – inklusive der Waffe. Krieg und Gewalt stehen deutlich im Mittelpunkt, weshalb das Spiel eine USK-18-Kennzeichnung wegen drastischer Gewaltdarstellungen erhalten hat. Im Einzelspieler-Modus wird Gewalt sichtbar als Teil der Kriegsgeschichte inszeniert, im Mehrspieler-Modus gehört sie vor allem zur Spielmechanik und Taktik (z. B. Gefechte, Explosionen, Fahrzeugkämpfe). Hier dient Gewalt weniger einer Erzählung, sondern dem Wettbewerb zwischen Teams. Eine ethische Bewertung von Krieg oder Gewalt findet im Spiel nicht statt.
Auch In-Game-Käufe spielen in Battlefield 6 eine große Rolle. Werbung für zusätzliche Käufe oder kosmetische Inhalte werden den Spieler*innen häufig angezeigt, was Druck erzeugen kann, echtes Geld auszugeben.
Vor allem in dem Multiplayer-Modi ist eine In-Game-Kommunikation unerlässlich, um mit anderen Spieler*innen zu chatten oder zu sprechen. Das fördert eine erfolgreiche Zusammenarbeit – kann aber mitunter zu Kommunikationsrisiken wie Cybermobbing, Hate Speech und Cybergrooming führen.
Der Anbieter Electronic Arts (EA) legt mit seinen Nutzungsbedingungen unter anderem folgende Regeln fest:
Die detaillierten Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinien und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Battlefield 6 sind auf der EA-Website verfügbar.
Achten Sie als Eltern auf die USK-Altersfreigabe ab 18 Jahren und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, warum diese Einstufung wichtig ist. Das Spiel zeigt Kriegsschauplätze und Kämpfe sehr realistisch mit visuellen Effekten wie Blut, Wunden, Explosionen und Gefechten. Die Gewalt ist explizit sichtbar, nicht abstrahiert oder stark stilisiert – und das ist ein zentraler Grund für diese Altersfreigabe. Darüber hinaus steht Krieg im Mittelpunkt des gesamten Spiels. Spieler*innen steuern Soldat*innen, nutzen echte Waffen und kommen in Konfliktsituationen, in denen Spielfiguren getötet werden. Durch die hohe Immersivität (also das starke Gefühl, mitten im Spielgeschehen zu sein) werden Spieler*innen sehr intensiv eingebunden, was eine gewisse Reife voraussetzt. Aktivieren Sie die Jugendschutzeinstellungen auf den Geräten Ihres Kindes. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind das Spiel unbeaufsichtigt herunterladen kann.
Sollte Ihr Kind das Spiel spielen, weil es bereits volljährig ist oder Sie es als ausreichend reif einschätzen, begleiten Sie es dabei:
Welche Lern-Plattform oder -App passt zu meinem Kind? Und braucht es das überhaupt schon im Vorschulalter? Viele Eltern stehen vor genau diesen Fragen. Websites und Apps mit Lernangeboten können Kinder beim Entdecken, Üben und Wiederholen unterstützen. Sie ersetzen aber weder gemeinsames Lernen noch Spielen oder Bewegung. Entscheidend ist, wie und wofür sie genutzt werden. Wir stellen fünf in Deutschland verbreitete Angebote vor und ordnen ein, worauf Eltern achten sollten.
Die meisten der vorgestellten Angebote sind sowohl im Browser als auch als App nutzbar. Teilweise unterscheidet sich dabei der Funktionsumfang.
Sofatutor bietet Lerninhalte vom Vorschulalter bis zur Oberstufe. Für jüngere Kinder gibt es Sofatutor Kids mit Lernspielen, kurzen Videos und Übungen zu Zahlen, Farben, Buchstaben, ersten Rechenaufgaben und Sachthemen. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an Bildungsplänen. Eltern können Kinderprofile anlegen und Lernfortschritte einsehen.
ANTON ist eine der beliebtesten Lern-Apps für Vorschule und Schule und wird häufig auch von Schulen empfohlen oder genutzt. Neben der weit verbreiteten App kann auch online im Browser gelernt werden. Kinder üben Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Musik in kurzen, überschaubaren Einheiten. ANTON ist werbefrei und ohne Zeitdruck gestaltet.
Antolin ist ein digitales Leseförderprogramm, das vor allem über Schulen genutzt wird. Kinder lesen Bücher offline und beantworten anschließend Fragen zum Inhalt, um Punkte zu sammeln. Der Fokus liegt klar auf der Lesemotivation.
Duolingo vermittelt Fremdsprachen spielerisch über kurze Übungen, Wiederholungen und Belohnungen. Auch Kinder können erste Wörter und einfache Sätze lernen. Sowohl Website als auch App sind bunt gestaltet und motivierend, setzen aber auf regelmäßige Nutzung.
Scoyo richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 12 Jahren. Die Lernplattform bietet Übungen und Lernspiele zu Deutsch, Mathe und Sachthemen, sortiert nach Alters- und Klassenstufen. Eltern können Profile anlegen und den Lernfortschritt verfolgen.
Nicht jede Lern-App oder -Plattform passt zu jedem Kind. Altersempfehlungen können eine Orientierung sein, sagen aber wenig darüber aus, ob ein Angebot wirklich zum eigenen Kind passt. Entscheidend sind Interessen, Entwicklungsstand und das individuelle Lerntempo. Manche Kinder lieben strukturierte Aufgaben, andere lernen besser durch freies Ausprobieren, Bewegung oder Gespräche. Wenn ein Angebot Frust auslöst oder Ihr Kind schnell die Lust verliert, ist es (noch) nicht die richtige Wahl. Und das ist völlig in Ordnung.
Im Vorschulalter steht nicht das Üben im Vordergrund, sondern das spielerische Entdecken. Kinder sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, Buchstaben oder Sprache und lernen vor allem über Neugier und Wiederholung. Digitale Lern-Angebote können hier Impulse geben, sollten kurzweilig sein und wenig Druck aufbauen. Wichtig ist die Begleitung: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es sieht und ausprobiert.
Mit dem Schuleintritt verändern sich die Bedürfnisse. Inhalte müssen nun häufiger wiederholt und gefestigt werden. Lern-Plattformen und -Apps können dabei unterstützen, zum Beispiel beim Rechnen, Lesen oder beim Lernen von Vokabeln. Sie eignen sich gut als Ergänzung, nicht aber als Ersatz für Erklärungen, Hausaufgaben oder gemeinsame Gespräche.
Unabhängig vom Alter gilt: Lern-Plattformen oder -Apps ersetzen weder Vorlesen, freies Spielen noch Bewegung. Achten Sie auf Abwechslung und vereinbaren Sie klare Zeiten und Pausen. Fragen Sie Ihr Kind nicht nach Punkten oder Levels, sondern danach, was es verstanden oder neu entdeckt hat. So bleibt Lernen positiv besetzt und digitale Lernangebote werden zu dem, was sie sein können: eine sinnvolle Unterstützung im Familienalltag.
Instagram, WhatsApp, YouTube oder TikTok – das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer soziale Netzwerke oder Messenger nutzt, sollte grundlegende Regeln kennen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Fotos, Videos, Texten und persönlichen Daten umzugehen. Und auch selbst ein gutes Vorbild sein.
Schon bei den ersten Schritten im Internet ist es wichtig, Kinder Instagram an den Umgang mit personenbezogenen Daten heranzuführen. Anschauliche Vergleiche helfen: Ihr Kind möchte nicht, dass Persönliches oder Geheimnisse in der Klasse weitererzählt werden? Online gilt dasselbe.
Empfehlen Sie Ihrem Kind, vor jedem Teilen zu prüfen, ob die Information wirklich notwendig ist. Dazu gehören Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Videos, Messenger-IDs, Standortdaten oder Passwörter. Auch persönliche Daten anderer dürfen nur mit deren Einwilligung weitergegeben werden.
Werfen Sie außerdem gemeinsam einen Blick auf App-Berechtigungen. Nicht jede App benötigt Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon oder Kamera. Prüfen Sie die Einstellungen beim ersten Start und nach Updates regelmäßig.
Auch Eltern sollten ihr eigenes Online-Verhalten reflektieren. Das Teilen von Kinderfotos oder Informationen („Sharenting“) kann langfristige Folgen haben, etwa durch KI-generierte Deepfakes. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, auch gegenüber ihren Eltern.
Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram finden sich viele Inhalte, die zwar hochgeladen, aber nicht selbst erstellt wurden. Dazu zählen Musikstücke, Filme, Serien, Texte, Bilder, Grafiken oder Computerspiele. Diese Werke sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung der Rechteinhaber öffentlich geteilt werden.
Problematisch wird es zum Beispiel, wenn ein Tanzvideo mit einem geschützten Musiktitel hochgeladen oder ein Bild einer bekannten Sportlerin als Profilbild genutzt wird. Auch Screenshots, Memes oder kurze Videoausschnitte können urheberrechtlich relevant sein. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 500.000 Euro oder Account-Sperrungen.
Es gibt Inhalte mit freien Lizenzen, etwa unter Creative-Commons-Lizenzen (CC), die je nach Lizenz genutzt und geteilt werden dürfen. Dabei müssen Name, Lizenzlink und Änderungen angegeben werden. Hinzu kommt, dass Fotos und Videos heute häufig mit Filtern oder KI-Tools bearbeitet werden. Rechte und Persönlichkeitsrechte bleiben bestehen; ein Bild wird nicht automatisch „frei nutzbar“, nur weil es technisch verändert wurde.
Das Recht am eigenen Bild ist Teil des Persönlichkeitsrechts und gilt für alle Menschen, auch für Kinder. Fotos oder Videos dürfen nur veröffentlicht oder weitergegeben werden, wenn die abgebildete Person zugestimmt hat. Bei minderjährigen Kindern entscheiden grundsätzlich die Eltern. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder jedoch altersgerecht einbezogen werden und mitentscheiden können. Das betrifft öffentliche Posts ebenso wie Messenger-Nachrichten.
Gerade in Klassen- oder Gruppenchats wird das oft unterschätzt. Screenshots oder Weiterleitungen ohne Einwilligung sind rechtlich problematisch, selbst wenn sie nur im Freundeskreis geteilt werden. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder selbst entscheiden, welche Inhalte geteilt werden. Vereinbaren Sie klare Regeln in Familie und Freundeskreis und prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen der Apps. Messenger sind kein rechtsfreier Raum.
In den letzten Jahren wurden Plattformen stärker reguliert, beispielsweise durch den Digital Services Act (DSA, seit 2024 voll umgesetzt) oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Anbieter müssen Risiken für Minderjährige berücksichtigen: keine personalisierte Werbung, altersgerechte Algorithmen, schnelle Meldungen schädlicher Inhalte und einheitliche Beschwerdeverfahren.
Trotzdem bleibt die Verantwortung im Familienalltag. Instagram, Privatsphäre-Einstellungen und ein bewusster Umgang mit Inhalten können nicht vollständig an Plattformen ausgelagert werden. Viele Konflikte entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gruppendruck oder Unsicherheit.