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Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
  • Kostenfallen durch In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

Was kann das?

Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

Was meint der Anbieter?

Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

Das neue Jugendschutzgesetz

So wie es eine Straßenverkehrsordnung gibt, die gesetzliche Regeln vorgibt, so dass sich alle Fußgänger, Autofahrerinnen, Radfahrer und andere so sicher wie möglich im Verkehr bewegen können, gibt es auch Gesetze für die Medienwelt. Kinder und Jugendliche sollen besonders geschützt werden. Dafür gibt es das sogenannte Jugendschutzgesetz.

Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Welt

Die reformierte Fassung des Jugendschutzgesetzes, kurz JuSchG, regelt u. a., wie Medien heute gestaltet sein müssen, damit Kinder und Jugendliche bei ihrer Nutzung keinen Gefahren ausgesetzt werden. Medienanbieter müssen sich daran halten, sonst drohen ihnen Strafen. Das ist aber gar nicht so einfach, weil es ein deutsches Gesetz ist und das Internet keine Ländergrenzen kennt. Wenn die Anbieter bestimmter Angebote ihren Sitz in Deutschland haben, müssen sie aber diesen Regeln folgen.

Die wichtigsten Regelungen

Anbieter werden zu Voreinstellungen verpflichtet, die Kinder und Jugendliche insbesondere vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexualisierter Ansprache („Cybergrooming“), Hassrede, Tracking und Kostenfallen schützen. 

Immer mehr Apps haben deshalb schon verbesserte Jugendschutzeinstellungen, z. B. TikTok und Instagram. Aber es ist schwierig, bestimmte Schutzmaßnahmen umzusetzen, weil es technisch kompliziert ist, das tatsächliche Alters des Nutzenden sicher abzufragen.

Die Neuregelung des Gesetzes sieht nun auch verlässliche einheitliche Alterskennzeichen für Spiele und Filme vor, die online genutzt werden. Außerdem wird die Einordnung nicht mehr nur an den Inhalten festgemacht, sondern auch bezogen auf mögliche Interaktionsrisiken wie z. B. Cybergrooming und Kostenfallen.

Bisher galten die bekannten Alterskennzeichnungen wie USK und FSK nur für Spiele und Filme, die auf sogenannten Trägermedien (wie CD-Roms oder Videokassetten) erhältlich waren. Online-Anbieter mussten bisher keine Altersangaben machen. 

Kinder und Jugendliche sollen sich einfach Hilfe suchen und beschweren können, wenn sie sich während der Mediennutzung bedroht oder bedrängt fühlen.

Die neue Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz soll dafür sorgen, dass diese Regelungen auch wirklich durchgesetzt werden. Einrichtungen wie die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. haben Online-Beschwerdestellen eingerichtet, an die sich junge Mediennutzende, aber auch Erwachsene, wenden können, um illegale oder jugendgefährdene Inhalte zu melden.

Orientierung für Eltern

Die Erneuerung des Jugendschutzgesetz war wichtig, um gesetzliche Regelungen an die Medienrealität von Kindern und Jugendlichen anzupassen. Das Gesetz kann für Sie als Eltern eine wichtige Orientierung sein und bietet in einem gewissen Rahmen Schutz – soweit die Anbieter den dort festgelegten Pflichten nachkommen. Leider kann nicht sichergestellt werden, dass das immer der Fall ist. Außerdem passt ein Rahmen nicht individuell zu jedem Kind. Deshalb sollten Sie Ihr Kind vor allem in den jüngeren Jahren sehr eng bei seiner Mediennutzung begleiten. Je älter es wird, desto mehr Freiraum braucht Ihr Kind. Bleiben Sie trotzdem im Gespräch über seinen Medienumgang. Nur so können Sie helfen, wenn es trotz Schutzmaßnahmen unangenehme Erfahrungen im Netz macht oder etwas nicht versteht.

Wann ist viel zu viel? Zwischen Sucht und extremer Mediennutzung

Nicht selten führt die Nutzung von Handy, Tablet und Co. zum Streit in der Familie. Bestimmt kennen auch Sie die Diskussionen darüber, wie lange das Kind noch am Tablet spielen darf. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass es ungesund ist, wenn ihr Kind zu viel Zeit mit digitalen Medien verbringt. Doch ab wann ist viel zu viel und ständige Mediennutzung schon Sucht?

Warum verbringen Kinder und Jugendliche oft so viel Zeit im Internet?

Abgesehen vom Spaßfaktor gibt es einige psychologische Aspekte, die es uns schwer machen, das Tablet oder die Spielekonsole wieder beiseite zu legen. Ein Beispiel: Viele Computerspiele, ob über das Smartphone oder an der Konsole, haben kein festgelegtes Ende. Die Dinge, die wir im Alltag machen, haben meist ein Anfang und Ende und wir wenden uns danach etwas anderem zu. Bei Games ist das meistens nicht so. Ihr Kind könnte theoretisch endlos von Level zu Level weiterspielen. Jedes Level wird anspruchsvoller und Ihr Kind bekommt den Ehrgeiz, auch das nächste Level zu schaffen.

Ähnlich ist es bei Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken. Über WhatsApp, Instagram usw. sind wir immer erreichbar und können jederzeit schnell und einfach mit anderen kommunizieren. Soziale Netzwerke sind extra darauf angelegt, uns lange auf der Plattform zu halten, indem durch das Scrollen immer wieder (neue) Informationen angezeigt werden. Dadurch kann auch die Stimmung der Nutzenden, beeinflusst werden. Und wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter ein Bild auf Instagram postet und darauf Likes und positive Kommentare erhält, wirkt dies wie eine soziale Belohnung. Es aktiviert die gleichen Areale im Gehirn wie das Essen von Süßigkeiten oder Drogenkonsum.

Worauf sollten Eltern achten?

Gleich vorweg gesagt: Eine “Internetsucht” gibt es nicht! Doch bestimmte Dinge und Aktivitäten im Internet können abhängig machen. Von Sucht zu sprechen ist aber oft gar nicht richtig, weil dazu mehr gehört als viel Zeit mit einer Sache zu verbringen. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie diesen Beitrag von Quarks.

Sie als Elternteil sollten sich bewusst sein, dass bei Kindern und Jugendlichen phasenweise eine exzessive Nutzung von bestimmten Medien nicht ungewöhnlich ist – z. B. in Zeiten einer Pandemie oder während der Pubertät. Wenn Ihnen das Verhalten von Ihrem Kind im Umgang mit bestimmten Medien jedoch über einen längeren Zeitraum auffällig vorkommt und Ihnen Sorgen bereitet, sollten Sie Ihr Kind gut beobachten und gegebenenfalls handeln.

Der wichtigste Tipp zum Umgang mit Medien ist: Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Medien es nutzt und warum. Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch, welches Lieblingsspiel Ihr Kind aktuell hat, welche Videos es gerne guckt, auf welchen Plattformen es unterwegs ist und was daran so toll ist. Der gemeinsame Austausch kann problematischem Verhalten vorbeugen. Erklären Sie Ihrem Kind, mit welchen Mitteln Plattformen wie Instagram arbeiten, um Nutzerinnen und Nutzer so lange wie möglich bei sich zu halten.

Wenn Ihnen die Mediennutzung Ihres Kindes unkontrolliert und zu viel vorkommt, Ihr Sohn lieber vor dem Bildschirm sitzt, als sich mit Freunden zu treffen, sollten Sie gemeinsam feste Medienzeiten vereinbaren. Auch extreme Stimmungsschwankungen vor, während und nach der Nutzung bestimmter Medien oder das Vernachlässigen von Schule und Freunden sind ein Hinweis auf eine problematische Nutzung. Es kann auch bedeuten, dass Ihr Kind noch nicht soweit ist, Medien ganz eigenständig zu verwenden. Was nicht bedeutet, dass Medien tabu sein sollten. Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung und vereinbaren Sie Regeln, wann es welche Medien nutzen kann.

Sollten Sie gar nicht mehr weiterwissen und das problematische Verhalten Ihres Kindes anhalten, haben Sie und Ihr Kind auch jederzeit die Möglichkeit, Suchtberatungsstellen aufzusuchen.

Sie sollten außerdem beobachten und nachforschen, ob hinter einer ständigen Mediennutzung möglicherweise andere Gründe stecken. Vielleicht möchte sich Ihr Kind z. B. mit Computerspielen von anderen Problemen ablenken. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und lassen Sie sich wenn nötig von außen helfen!

Auch im Kinderreport 2021 des Deutschen Kinderhilfswerks geht es um Mediensucht und wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene exzessive Mediennutzung wahrnehmen.

Mediennutzung im Lockdown

Digitaler Unterricht am Vormittag, zwischendurch ein Videoanruf mit der Freundin und Computerspielen als Abendprogramm – so oder so ähnlich dürfte der Alltag in vielen Familien aussehen. Wenn Schule und Sportverein geschlossen sind und Kontakte eingeschränkt werden müssen, verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit mit Medien. Wie Sie Ihr Kind auch im Lockdown sinnvoll bei der Mediennutzung begleiten können, erklären wir in diesem Beitrag.

Gesteigerte Mediennutzung während der Pandemie

Im Lockdown fallen viele medienfreie Aktivitäten aus oder werden ins Internet verlegt: Der Unterricht findet nicht im Klassenzimmer sondern per Videokonferenz statt. Anstelle von Nachhilfe helfen Erklärvideos bei den Schulaufgaben. Das Fußballtraining fällt aus und wird durch ein Sport-Video auf YouTube ersetzt. Statt Freunde zu treffen, spielen Kinder und Jugendliche Computerspiele oder verbringen ihre Zeit mit TikTok, Instagram und Co. So kommen schnell viele Stunden täglich zusammen, die Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt. Festgelegte Regeln zur Medienzeit werden nicht mehr eingehalten. Als Eltern haben sie vielleicht Sorge, dass Ihr Kind zu viel am Handy hängt und seine Mediennutzung exzessiv und problematisch werden.

Mediennutzung als Krisenbewältigung

Medien während des Lockdowns mehr zu nutzen, ist ganz normal und trifft auf Sie wahrscheinlich genauso zu wie auf Ihr Kind. Wenn Sie darüber hinaus das Gefühl haben, Ihr Kind hängt zu viel am Smartphone oder der Spielekonsole, sollten Sie es offen darauf ansprechen. Es ist gut möglich, dass Sie überrascht werden, wie kompetent und bewusst Ihr Kind Medien nutzt, um die aktuelle Situation zu meistern. Wenn es beispielsweise viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt, ist das wahrscheinlich sein Weg, trotzdem mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Auch TikTok-Videos von Influencern aus anderen Ländern können helfen, sich in Kontakt mit der Welt „da draußen“ zu fühlen.

Medienzeiten anpassen…

Vielleicht haben Sie in der Familie feste Medienzeiten vereinbart und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten. In der aktuellen Situation ist es wichtig, die Vereinbarungen anzupassen oder überhaupt welche festzuhalten. Unterscheiden Sie dabei zwischen Lern- und Freizeit. Denn die Zeit, die Ihr Kind mit Erklärvideos für die Schule verbringt, sollte nicht von der Zeit abgezogen werden, in der es Videos zur Unterhaltung schauen darf. Das ist umso wichtiger, da auf vielen Plattformen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen, inzwischen auch Lerninhalte zu finden sind, z. B. auf TikTok oder YouTube. Verbindliche Absprachen können Ihrem Kind dabei helfen sich beim Lernen nicht von lustigen Inhalten ablenken zu lassen, sondern diese nach den Schulaufgaben entspannt zu genießen. Seien Sie sich dabei auch Ihrer Vorbildfunktion bewusst: Erklären Sie Ihrem Kind, wann Sie Smartphone und Computer für die Arbeit nutzen und wann zur Unterhaltung. Verbindliche Regeln, die Sie gemeinsam festlegen und an die sich alle Familienmitglieder halten, schaffen Klarheit und Vertrauen.

 … und für Ausgleich sorgenGleichzeitig ist es wichtig, auch konkret bildschirmfreie Zeiten einzuplanen, um digitalen Stress zu vermeiden. Ein Spieleabend in der Familie oder gemeinsames Kochen sind ein schöner Ausgleich zum abendlichen Computerspielen oder Netflix gucken. Bewegung an der frischen Luft bei einem Ausflug am Wochenende tut allen in der Familie gut und schafft schöne Erinnerungen. Aber auch mit Medien lässt sich die Zeit abwechslungsreich gestalten: Wenn Ihr Kind gerne bastelt, können Sie YouTube für die Suche nach kreativen DIY-Projekten nutzen, oder beim Hörspiel- oder Podcasthören gemeinsam puzzlen. Eine Sammlung von kreativen Medienprojekten haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

Yubo – digitaler Schulhof oder “Tinder für Kinder”?

Yubo ist eine sogenannte Social-Livestreaming-App, die junge Menschen miteinander verbinden möchte und in einigen Funktionen stark an bekannte Dating-Apps erinnert. Yubo gibt es seit Anfang 2021 auf Deutsch und wird hierzulande immer beliebter. Wegen mangelnder Jugendschutzmaßnahmen gibt es einige Risiken für Kinder und Jugendliche im Umgang mit der neuen Trend-App. 

Kurz gefasst:

  • App (aus Frankreich) für Android und iOS
  • richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Mindestalter: 13 Jahre)
  • kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtiger Premium-Account und teure In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz, verschiedene Kommunikations- und Kontaktrisiken, unangemessene Inhalte

Was bietet Yubo?

Nutzerinnen und Nutzer können bei Yubo chatten, persönliche Fotos hochladen, ihren Standort teilen, Informationen zu sich veröffentlichen und via Live-Video-Funktion mit bis zu 10 Personen kommunizieren. Das Kennenlernen neuer Menschen findet mit Hilfe der Swipe-Funktion statt: Profile von anderen Userinnen und Usern werden vorgeschlagen. Wie z. B. bei  Tinder oder Lovoo wird entweder nach links oder nach rechts gewischt, um sein Gefallen für die Person auszudrücken. Wischen beide Personen nach rechts, kommt es zu einem sogenannten Match und sie können über Einzel- oder Gruppenchats in den Kontakt miteinander treten. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bietet Yubo seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, Spiele miteinander zu spielen. Auch über Communities können Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich zu bestimmten Themen, wie z. B. Sport, Musik oder Yoga, austauschen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben einen eigenen Raum und können so nicht mit volljährigen Mitgliedern in den Kontakt treten. 

Bei der Anmeldung auf Yubo wird ein eigenes Profil erstellt. Dafür verlangt die App mindestens ein Foto der Person, den Standort, das Geschlecht und das Alter. Die App unterscheidet zwischen minderjährigen Mitgliedern und Erwachsenen – überprüft wird das tatsächliche Alter der Nutzenden jedoch nicht. 

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Jugendliche nutzen die App vor allem, um Spaß zu haben, neue Bekanntschaften zu schließen und im Austausch mit Gleichaltrigen zu sein. Durch ihren Dating-Charakter wird die App auch als solche genutzt, wie Videos von beliebten YouTuberinnen wie Livvy Day zeigen. Immer neue Features, wie z. B. Snapchat Lenses, machen die App spannend und interessant für junge Nutzerinnen und Nutzer, die sich darüber auch kreativ ausdrücken können.

Das Grundkonzept hinter Yubo, dass User zwischen 13 und 17 Jahren eine eigene, von Erwachsenen unabhängige, Community nutzen können, spricht sicherlich viele Jugendliche an, birgt aber einige Risiken.

Was kann an Yubo problematisch sein?

Yubo wurde nicht speziell für Jugendliche entwickelt, richtet sich aber mit seinen Features und über Werbung ganz klar an die Zielgruppe. Die App birgt jede Menge Kontakt- und Kommunikationsrisiken: Die fehlende Altersverifikation fördert das Risiko von Cybergrooming und sexueller Belästigung z. B. durch das ungefragte Verschicken von Nacktbildern. Anders als bei vielen Dating-Apps kann auch bei einseitigem Interesse Kontakt aufgenommen werden. Yubo bietet seinen Mitgliedern zwar die Möglichkeit, Personen zu melden und zu blockieren, doch ist der Schaden dann oft schon angerichtet.

Die Swipe-Funktion unterstützt zudem die oberflächliche Beurteilung anderer allein aufgrund ihres Aussehens. Das steigert das Risiko von Beleidigungen, Hate Speech oder Cybermobbing

Auch der Umgang mit den Daten der Nutzenden bei Yubo ist kritisch zu sehen. Um Freunde im eigenen Ort zu finden, rät die App dazu, den Standort freizugeben. Das ermöglicht dem Anbieter, umfassend sensible Daten zu sammeln und an Dritte weiterzugeben. Yubo behält sich vor, Daten zu veröffentlichen und für eigene Zwecke zu verwenden. 

Auch die In-App-Käufe können ein Problem darstellen, weil sich viele Kinder und Jugendliche leicht dazu verleiten lassen, kostenpflichtige Features zu erwerben, um z. B. bessere Filter nutzen zu können.

Was meint der Anbieter?

Yubo bietet keine speziellen Funktionen zum Jugendschutz. Zur Einhaltung der Community-Richtlinien setzt der Anbieter vor allem auf technische Maßnahmen. Eine Software soll z. B. nackte Haut und Rauch auf Bildern und in Videos erkennen und melden. So soll auch das angegebene Alter mit der Person auf den Bildern abgeglichen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit dieser Maßnahmen wird allerdings nicht garantiert. Über eine externe App names Yoti können Mitglieder ihre Identität verifizieren lassen. Haben sie das getan, erscheint ein gelber Haken neben ihrem Benutzernamen. Diese Möglichkeit ist jedoch keine Voraussetzung und wird nur wenig wahrgenommen. Darüber hinaus gibt Yubo an, Leute zu beschäftigen, die Chatverläufe moderieren. Allerdings ist unklar, in welchem Maße das tatsächlich passiert. 

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, die App zu nutzen, haben Sie als Elternteil Verständnis dafür. Versuchen Sie Ihrem Kind die App nicht zu verbieten, aber besprechen Sie vorher die  Risiken und einen möglichen Umgang damit. So verhindern Sie eventuell eine heimliche Nutzung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich verstanden fühlt und nicht das Gefühl hat, sich bei möglichen Unsicherheiten oder Problemen schämen zu müssen. So wird es sich bei Problemen auch eher an Sie wenden. Fragen Sie nach den Kontakten Ihres Kindes und sehen Sie sich die Personen gegebenenfalls genauer an. Auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, sehen Sie also davon ab, Chatverläufe zu kontrollieren. Besser ist, Sie vereinbaren gemeinsam Regeln zum Umgang mit der App. Eine könnte beispielsweise sein, dass Ihr Kind Sie informiert, wenn es eine Person, die sie bei Yubo kennengelernt hat, treffen möchte.

Das erste Smartphone

Wann ist mein Kind eigentlich alt genug für ein eigenes Smartphone? Es ist nicht einfach, eine für jedes Kind gültige Antwort auf die Frage zu geben. Denn bei der Entscheidung spielt neben dem Nutzen des Smartphones auch der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Sie kennen es am besten und können seine Medienerfahrung und sein allgemeines Verantwortungsbewusstsein einschätzen. 

Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung

Wenn Sie überlegen, ob Ihr Kind schon bereit für ein eigenes Smartphone ist, sollten Sie sich über ein paar Dinge Gedanken machen:

  • Hat mein Kind schon Erfahrung, weil es gelegentlich das Smartphone einer anderen Person (z. B. Mutter, Bruder oder Onkel) benutzt? 
  • Weiß mein Kind, dass es persönliche Daten gibt und was das bedeutet? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass durch ein Handy Kosten entstehen (können) z. B. bei In-App-Käufen über Spiele? 
  • Weiß mein Kind, dass es auch im Netz Regeln gibt, z. B. bei der Kommunikation in Chats? 
  • Kann mein Kind verstehen, dass es Sicherheitseinstellungen und App-Berechtigungen gibt und wofür sie gut sind?

Diese und weitere Fragen hat klicksafe in einer Checkliste zum Abhaken für Eltern zusammengestellt. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihr Kind erstmal ein ganz einfaches Handy  ohne Internetzugang benutzen. Früher oder später sollten Sie Ihrem Kind jedoch das eigene Smartphone zugestehen.

Der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grund- zu einer weiterführenden Schule ein geeigneter Zeitpunkt, ein Smartphone anzuschaffen. Viele Kinder haben dann einen längeren Schulweg, den sie häufig allein zurücklegen. Über ein Handy oder Smartphone können sie schnell Kontakt aufnehmen – wenn nötig.

Die ständige Erreichbarkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte nicht der Hauptgrund für ein Smartphone sein. Gerade für ältere Kinder und Jugendliche ist der wahrscheinlich wichtigste Grund für das eigene Smartphone der Kontakt mit ihren Freunden und mitreden zu können, wenn es z. B. um angesagte Apps geht. Der Einfluss der Gleichaltrigen spielt mit zunehmenden Alter eine immer wichtigere Rolle.

Herausforderungen der digitalen Kommunikation

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, vorsichtig und bewusst mit den eigenen Daten umzugehen. Sprechen Sie darüber, welche ernsten Probleme sich andernfalls daraus ergeben könnten. Informieren Sie sich selbst oder gemeinsam mit Ihrem Kind zum Thema Datenschutz und Sicherheit im Netz. Besprechen Sie zusammen, welche Apps Ihre Tochter oder Ihr Sohn nutzen darf und welche erst einmal nicht. Achten Sie auf Altersfreigaben von Apps und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen am Gerät.

Auch Konflikte, z. B. Streit, kann über die Kommunikation im Internet manchmal viel schneller ausarten und falsche Informationen lassen sich einfacher verbreiten – darüber sollte sich Ihr Kind bewusst sein. Probleme wie Kettenbriefe, Sexting und Cybermobbing sollten Sie ausführlich besprechen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem ersten Smartphone

Das Smartphone Ihres Kindes muss nicht gleich mit einem Vertrag mit Flatrate ausgestattet sein. Je nach Anbieter kann monatlich entschieden werden, ob es ein Datenvolumen für das Internet geben soll und wie groß es ist. Außerdem ist es möglich, sich ab einem gewissen Datenverbrauch eine Warnung anzeigen zu lassen. So merkt Ihr Kind, wie viel das Handy eigentlich benutzt wird. Auch Einstellungen im Smartphone können ein Bewusstsein für die Bildschirmzeit schaffen. Weitere Tipps, mit welchen Apps Sie die Handynutzung Ihres Kindes sicherer gestalten können, gibt es in unserem Beitrag dazu.

Hilfreich kann es auch sein, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Denn meistens stehen diese vor den gleichen Fragen. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihr Kind bei seiner Mediennutzung begleiten und es über mögliche Herausforderungen und Risiken aufklären. Sprechen Sie schon vor der Entscheidung für ein eigenes Smartphone mit Ihrem Kind darüber.

Versuchen Sie mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklären Sie Ihrem Kind auch, wenn Sie Bedenken haben und verabreden Sie Regeln zum Umgang mit dem Gerät. 

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben und Entscheidungen für oder gegen bestimmte Apps regelmäßig zu thematisieren und Neuregelungen auszuhandeln. Missbrauchen Sie nicht das Vertrauen Ihres Kindes, indem Sie das Handy heimlich kontrollieren – ein offenes Gespräch ist der bessere Weg.

Jugendliche und ihr Smartphone

Viele Kinder und Jugendliche haben eine enge Beziehung zu ihrem Smartphone: Es ist immer in Reichweite – wenn man es nicht in der Hand hält, steckt es in der Hosentasche oder liegt nachts neben dem Bett. Doch warum ist das Smartphone gerade für Kinder und Jugendliche so wichtig? 

Die enge Beziehung zum Smartphone

Besonders Jugendliche verbringen viel Zeit mit ihrem Smartphone und auch bei vielen Kindern gehört es inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Kein Wunder – denn das Smartphone hat Bedeutung für nahezu alle Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen: Über Messenger und soziale Medien wird mit Freunden und der Familie kommuniziert und es werden Erlebnisse geteilt, im Klassenchat wird sich über Schulaufgaben ausgetauscht und in der Freizeit können Spiele gespielt werden.

Kommunikation mit Freunden

Ohne ihr Smartphone fühlen sich viele Jugendliche nicht komplett. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass sie dann nicht mehr in Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden stehen. Der Austausch mit Gleichaltrigen ist in dieser Lebensphase sehr wichtig. Über WhatsApp, Instagram und Co. halten sie quasi rund um die Uhr Kontakt. Sie können direkt von geplanten Aktivitäten in der Clique erfahren. Das gibt ihnen das Gefühl, dazuzugehören. Durch den ständigen Austausch mit der besten Freundin erleben sie eine intensive Freundschaft. Likes von Freunden für gepostete Bilder heben das Selbstwertgefühl und sind Bestätigung. 

Gleichzeitig können die ständige Erreichbarkeit und die Angst etwas zu verpassen auch zu digitalem Stress führen. Das Ausbleiben der erhofften Bestätigung über Likes und Nachrichten kann verunsichern und emotionalen Stress erzeugen.

Bedeutung des Smartphones in Zeiten des Social Distancing

Wenn persönliche Kontakte eingeschränkt werden, die Schulen geschlossen sind und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Über das Smartphone können soziale Kontakte trotz Social Distancing aufrechterhalten werden – das gilt für Sie wahrscheinlich genauso wie für Ihr Kind. Wenn Sie sich Sorgen machen, weil Ihr Kind momentan viel mehr Zeit am Handy verbringt als normalerweise, denken Sie daran, dass es über das Smartphone mit seinen Freundinnen und Freunden in Verbindung bleiben will. Verurteilen Sie es nicht, sondern sprechen Sie über die Herausforderungen der Kontaktbeschränkungen. Ausflüge in die Natur, Bewegung mit der Familie oder Spieleabend können Möglichkeiten sein, um in dieser Zeit trotzdem schöne Erlebnisse zu haben. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Smartphones in der Familie…

Auch viele Familien nutzen das Smartphone, um untereinander zu kommunizieren. Häufig ist dies auch der Grund, aus dem Eltern ihrem Kind das erste Smartphone kaufen: Der Wechsel auf die weiterführende Schule, der oft mit einem längeren Schulweg verbunden ist, weckt bei vielen Eltern Sorgen und Ängste. Über das Smartphone ist das  Kind in der Regel immer erreichbar.

Außerdem wird sich gern in Familienchats – auch mit Oma, Onkel und Cousine – ausgetauscht. 

Doch die permanente Smartphonenutzung führt nicht selten zu Konflikten in der Familie. Gemeinsame Regeln zum Medienumgang in der Familie können helfen, damit sich niemand durch das Smartphone der großen Tochter oder des viel telefonierenden Vaters gestört fühlt.

…und in der Schule

Auch in der Schule gehört das Smartphone dazu. Handyverbote in einigen Schulen schränken die Nutzung zwar ein, aber auf vielen Schulhöfen sieht man, ob heimlich oder nicht, Schülerinnen und Schüler auf ihren Geräten herumtippen. Manche Lehrerinnen und Lehrer binden das Smartphone aktiv in den Unterricht ein. Die Schülerinnen und Schüler nutzen es für die Recherche, lösen interaktiv Quizze oder gestalten eigene Medienprodukte damit. Spätestens bei den Hausaufgaben werden mit dem Handy Informationen gesucht und es wird darüber bei Freunden oder im Klassenchat um Hilfe gefragt.

Erinnerungsspeicher und Statussymbol

Außerdem speichert das Smartphone persönliche Erinnerungen und kleine Schätze: Lustige Sprachnachrichten können immer wieder abgehört werden, Fotos erinnern an schöne Momente und die Lieblingsmusik ist immer da, um die Laune zu heben. Das Smartphone dient auch als Statussymbol: Es ist wichtig, welches Modell man hat, wie gut die Kamera ist und mit einer besonderen Handyhülle zeigt man seine Individualität. Ähnlich wie Musik- und Modegeschmack ist das Smartphone heute Mittel der Selbstdarstellung und Abgrenzung.

Ihre Rolle als Eltern 

Das Smartphone steht auch für Selbstständigkeit und Freiraum. Die Kommunikation mit Freundinnen und Freunden, Zugriff auf Musik und die Fotosammlung und vieles mehr findet auf dem eigenen Gerät, geschützt vor Ihren elterlichen Blicken statt. Geben Sie Ihrem Kind etwa ab der Pubertät den nötigen Freiraum. Wenn Sie Ihr Kind schon in den Jahren zuvor bei der Mediennutzung begleitet haben, so dass es Medienkompetenz entwickeln konnte, sollten Sie das mit einem guten Gefühl tun können. Trotzdem ist es gut, wenn Sie regelmäßig mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Gefahren im Netz lauern.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu viel Zeit mit seinem Handy verbringt, sollten Sie mit ihm darüber sprechen, aber Verständnis für seine Bedürfnisse zeigen. Denn diese sind wahrscheinlich gar nicht so anders als bei Ihnen. 

Spielerisch die Welt von YouTube erkunden – das Game Influenc[AR]

Bei diesem Spiel können Kinder und Jugendliche unterhaltsam und ohne Risiko erfahren, wie man einen eigenen YouTube-Channel aufbaut und was das bedeutet. Es ist eine Mischung aus analogem Gesellschaftsspiel und Handy-Game.

Kurz gefasst:

  • Augmented-Reality-Kartenspiel
  • für 3 – 6 Spieler*innen
  • ab etwa 10 Jahre
  • Druckversion im kostenlosen Download
  • browserbasiert, mit jedem Handy spielbar

Was genau ist Influenc[AR]?

Alle Mitspielenden wollen so schnell wie möglich einen eigenen YouTube-Kanal aufbauen. Zu Spielbeginn wird aus sechs möglichen Channels ausgewählt – wie Beauty, Comedy oder Let’s Play. Alle bekommen ein Kartendeck und müssen die dort abgebildeten Aufgaben erledigen. Dazu öffnet jede Person die Web-App auf dem Smartphone. Jede Aufgabe ist mit Emojis abgebildet und die Spielenden müssen die Karte den Situationen auf ihrem Handydisplay zuordnen. Wer die richtige Karte gefunden hat, scannt den dort aufgedruckten Code mit der Handykamera ab. Wenn sie richtig war, darf die Karte auf die eigene Spielunterlage (das sogenannte Missionboard) abgelegt werden. Gewonnen hat, wer am schnellsten sein Board voll hat. Allerdings müssen zwischendurch auch Karten von Mitspielerinnen und Mitspielern gescannt werden. Dadurch wird das Spiel kommunikativ und auch ein wenig stressig.

Die abgebildeten Situationen beziehen sich auf verschiedene Dinge, mit denen YouTuber oder Influencer zu tun haben, wenn sie einen eigenen Kanal betreiben: Es geht um die Beziehung zu Fans, den Umgang mit Geld und Geschäftspartnern, das Privatleben, die eigene Gesundheit und so weiter. Deshalb kann das Spiel eine gute Möglichkeit sein, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch über diese Themen zu kommen. Oft wissen sie nicht, wie viel Arbeit hinter einem Leben als Influencer steckt und welche Probleme damit verbunden sein können.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche daran?

Das Spiel erinnert an Ligretto, Bingo oder ähnliche Spiele, in denen es um schnelles Handeln geht. Das macht Spaß! In Kombination mit dem eigenen Handy kann es für Kinder und Jugendliche besonders spannend sein. Dabei stehen die Inhalte nicht im Vordergrund. Die jungen Spielerinnen und Spieler können aber ihr Wissen über Emojis und YouTube einbringen. Im Spiel mit den Eltern oder anderen Erwachsenen werden sie zu Expertinnen und Experten.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Spiele mit digitalen Elementen sind fehleranfällig. Wenn die Web-App bei einzelnen Spielenden nicht funktioniert, kann das frustrieren. Außerdem benötigt jeder Mitspielende ein eigenes Smartphone, wodurch es eventuell nicht in allen Familien zu spielen ist. Das ist auch der Fall, wenn sich die Karten und Missionboards nicht ausdrucken lassen, weil kein Drucker vorhanden ist. Es kann sein, dass bestimmte Emojis nicht verstanden werden. 

Was meint der Anbieter?

Das Spiel wurde von Medienpädagoginnen (des JFF – Institut für Medienpädagogik) für die Nutzung in der Bildungsarbeit entwickelt. Es funktioniert aber auch gut in der Familie. Die Macherinnen sind dabei, das Spiel noch spannender zu gestalten und weiterzuentwickeln. Es wird auch getestet, ob das Spiel als reine Online-Variante funktioniert, so dass das Spielmaterial nicht ausgedruckt werden muss.

Was sollten Eltern beachten?

Bevor Sie das Spiel mit Ihren Kindern spielen, sollten Sie die Technik testen. Im Booklet zum Spiel gibt es eine ausführliche Anleitung. Auch die Spielregeln sind dort erklärt. Wenn Sie bestimmte Emojis nicht verstehen, können Sie diese ebenfalls im Booklet nachschlagen.

Vielleicht hat Ihr Kind, den Wunsch YouTuber zu werden, aber Sie wissen nicht, wie Sie ihm vermitteln sollen, was das bedeutet. Das Spiel kann eine unterhaltsame Hilfe sein. Wenn es Ihnen und Ihren Kindern nur um ein lustiges Spiel geht, ist das auch in Ordnung!

Chatroulette, Omegle und Co. – Wenn Kinder im Videochat Fremde treffen

Webseiten, über die man per Videochat andere Menschen kennenlernen kann, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dazu haben sicherlich die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie beigetragen. Durch offene Portale wie Chatroulette und Omegle ist es möglich, neue Menschen kennenzulernen. Obwohl die Webseiten häufig mit Pornografie, Cybergrooming und fragwürdigem Datenschutz in Verbindung gebracht werden, halten sich immer mehr junge Menschen dort auf.  

Zufällige Videochats mit Fremden im Netz

Plattformen wie Omegle und Chatroulette verbinden per Zufallsgenerator User von der ganzen Welt miteinander. Diese können sich über die Webcam sehen und miteinander chatten. Eine Registrierung ist dafür nicht notwendig. Personen können sich einloggen, ohne ihren Namen oder andere Daten preiszugeben. Chats können bei Omegle nach Wunschthemen zugeteilt werden und ein laufender Chat mit einem Klick beendet werden, so dass sofort ein neuer Kontakt zugeteilt wird. Mehr als zwei Millionen Menschen kommunizieren weltweit über diese Webseiten miteinander. Dadurch ist der Pool an möglichen Kontakten unerschöpflich. Omegle ist ab 13 Jahren erlaubt, Chatroulette sogar erst ab 18 Jahren. Da das Alter oder die erforderliche Einverständniserklärung der Eltern jedoch nicht kontrolliert werden, nutzen auch Jüngere die Anwendungen. 

TikTok-Hype um Omegle 

Vor allem die Plattform Omegle ist unter Jugendlichen beliebt. Auf TikTok werden Videos von Chats auf Omegle richtig gehyped und unter einem eigenen Hashtag geteilt. Influencer und Influencerinnen erzählen auf YouTube von ihren verrückten Erfahrungen mit Omegle. Viele Jugendliche geben als Wunschthema “TikTok” an und hoffen so ihre großen Idole auf Omegle zu treffen. Für junge Menschen sind die Plattformen eine Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen und Leute kennen zu lernen. Dinge, die in Zeiten von Corona stark eingeschränkt sind. Sie gehen alleine oder gemeinsam mit Freunden online und chatten mit Fremden aus verschiedenen Ländern. Oftmals erleben sie dort lustige, komische und verrückte Dinge. Das kann spannend sein und Spaß machen – und lenkt von Sorgen und Problemen ab. 

Gefahren und Risiken der Plattformen

Plattformen wie Chatroulette und Co. sind bekannt dafür, dass die gezeigten Inhalte oft alles andere als jugendfrei sind. Die Anonymität ist hoch und die Hemmschwelle deshalb niedrig. Viele Menschen nutzen die Videochats,um ihren Frust abzubauen, extreme Meinungen zu teilen oder sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen. So passiert es oft, dass vor allem Männer sich nackt vor der Kamera zeigen. Auch Beleidigungen und Diskiminierung sind an der Tagesordnung. Das kann vor allem junge Menschen verstören und verunsichern. Chatroulette droht bei Verstoß gegen die Community-Richtlinien mit strikten Maßnahmen. Die Vergangenheit zeigte jedoch, dass die Anonymität der Nutzenden eine Fahndung fast unmöglich macht. Omegle gibt an, dass die Videochats zwar moderiert werden, doch warnt selbst auf ihrer Webseite vor “Predators”. Gemeint sind Menschen mit bösen Absichten, die die Plattform nutzen, um mit jungen Menschen in Kontakt zu treten. Gefahren wie Cybergrooming, sexuelle Belästigung oder digitale Gewalt sind nicht auszuschließen. Der unzureichende Datenschutz stellt ein weiteres Risiko dar. So können Nutzende Chatverläufe speichern oder einen Screenshot machen. Das passiert meist ohne die Einwilligung der betroffenen Personen. Durch eine weitere Anwendung lässt sich außerdem mit ein wenig Geschick die IP-Adresse der Nutzenden herausfinden. So kann es passieren, dass der anonyme Kontakt nicht anonym bleibt.

Wie Sie Ihr Kind schützen können

Wenn Ihr Kind den Wunsch äußert diese Plattformen zu nutzen oder das bereits tut, reagieren Sie nicht mit Unverständnis und strikten Verboten. Auch wenn Sie der Meinung sind, dass die Webseiten nicht geeignet sind, könnte ein Verbot den Reiz daran noch steigern. So könnte es passieren, dass Ihr Kind heimlich im Internet mit Fremden chattet. Versuchen Sie Verständnis für die Faszination solcher Angebote aufzubringen und sprechen Sie offen darüber. Klären Sie Ihr Kind über Risiken wie sexuelle Belästigung, Mobbing und Cybergrooming auf. Wichtig ist, dass Ihrem Kind bewusst ist, dass es sich um einen öffentlichen Raum handelt, zu dem jeder Zugriff hat. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zum Umgang mit solchen Webseiten. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl mit Ihnen reden zu können, sollte es unangenehme Erfahrungen machen oder Fragen haben. Chatroulette und Co. sind trotz Vorsichtsmaßnahmen nicht für Kinder geeignet. Versuchen Sie mit Ihrem Kind über Alternativen zu sprechen, so dass es trotzdem neue Kontakte knüpfen kann. Für jüngere Kinder können Angebote auf Kinderseiten eine Alternative sein z. B. über kindersache.de oder seitenstark.de.

Vorbild sein von Anfang an – wie Babies und Kleinkinder den Umgang mit Medien lernen

Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.

Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babies und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.

Ein gutes Vorbild sein

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.

Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.

Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam daran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.

Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!

Freundschaften in der Online-Welt

Kinder und Jugendliche lernen neue Freundinnen und Freunde nicht nur auf dem Spielplatz, in der Schule oder beim Sportverein kennen. Sie treffen sie in Online-Games oder bei Instagram und bleiben über WhatsApp und Discord in Kontakt.

Freundschaft ist nicht gleich Freundschaft: Bekanntschaften aus Social Media können anders aussehen als Freundschaften aus der Nachbarschaft oder Schule. Die Nähe zum Influencer fühlt sich vielleicht für einige wie eine Freundschaft an, ist aber eher eine “Fanschaft”.

Wie Online-Freundschaften entstehen

Online-Freundschaften entstehen über das Internet und werden dort größtenteils gepflegt. Sie kommen beispielsweise durch gemeinsame Interessen zustande. In Online-Spielen oder über Social-Media-Kanäle lernen sich Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Interessen und Hobbies kennen und kommen miteinander ins Gespräch. Vor allem wer spezielle Interessen hat, kann über das Internet Gleichgesinnte finden und sich mit Ihnen über das geteilte Hobby austauschen. 

Bei beliebten Games wie z. B. Fortnite können sich die Spielenden über einen Chat austauschen. Dort werden neben Taktiken und Strategien zum Spiel auch oft persönliche Dinge besprochen. Durch das regelmäßige Spielen miteinander, baut sich eine Bindung auf und es entsteht schnell das Gefühl von Freundschaft. Wenn Sie verstehen möchten, wie sich Gamer über ein Spiel anfreunden, hören Sie in den Podcast von zwei jungen Spielern rein.

Online-Freundschaften sind nicht unbedingt oberflächlicher als Kontakte in der realen Welt. Für eher verschlossene oder unsichere Kinder kann es ein guter Weg sein, online Kontakt zu anderen aufzunehmen. Es kann dazu führen, dass sie sich mehr öffnen. Äußerlichkeiten wie Kleidung spielen oftmals keine Rolle. Die Kommunikation ist leichter und durch das gemeinsame Interesse kommen sie leichter ins Gespräch. 

Wie online Freundschaften gepflegt werden

Egal, wo Freundschaften entstanden sind, gepflegt werden sie meistens über den Messenger oder Social Media. Bei Gamern wird sehr gern Discord genutzt. WhatsApp & Co. sind für Jugendliche, die sich nicht online kennengelernt haben, wichtig, um außerhalb persönlicher Treffen Kontakt zu halten. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist. Vor allem während der Pandemie müssen sich viele Kontakte auf den digitalen Austausch beschränken und Freundschaften spielen sich größtenteils online ab. 

Wie Sie mit Risiken bei Online-Freundschaften umgehen

Online-Freundschaften bieten die Möglichkeit mit Menschen auf der ganzen Welt befreundet zu sein und erweitern den Horizont Ihres Kindes. Doch birgt der digitale Kontakt auch Risiken. 

Ihr Kind weiß nicht genau, wer sich hinter dem neuen Freund oder neuen Freundin wirklich verbirgt und welche Absichten die Person hat. Es besteht die Gefahr von Cybergrooming. Auch Menschen mit politischen Interessen oder extremistische Gruppen nutzen den Kontakt zu jungen Menschen, um Einfluss zu gewinnen. Durch Fotos und unbedachte Nachrichten können Fremde außerdem an sensible Informationen Ihres Kindes kommen. Informationen wie der volle Name oder die Adresse können in die falschen Hände geraten und missbraucht werden. 

Wegen dieser möglichen Gefahren ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind bei der Mediennutzung begleiten. Je nach Alter sollten Sie dabei sein, wenn es im Netz surft oder zumindest für Fragen und Probleme ansprechbar sein. Zeigen Sie Interesse und vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass er oder sie auf Ihre Unterstützung zählen kann. Zwar sollten Sie über Risiken aufklären, doch bleiben Sie positiv, gegenüber den neuen Kontakten Ihres Kindes. So wird Ihr Kind auch bei peinlichen Problemen oder dem Wunsch nach einem Treffen zu Ihnen kommen. 

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Risiken wie Cybergrooming auf und machen Sie ihm bewusst, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, auf den jede Person Zugriff hat. Das kann das gesunde Misstrauen Ihres Kindes gegenüber Fremden stärken.

Machen Sie gemeinsam Regeln im Umgang mit Online-Freundschaften aus. So könnten Sie vereinbaren, dass weder Informationen zu Adresse, Nachnamen oder der Adresse der Schule, noch private Bilder im Internet geteilt werden. Gehen Sie außerdem sicher, dass die Standortfunktionen auf dem Gerät Ihres Kindes deaktiviert sind. 

Bevor es zu einem Treffen kommt, könnte Ihr Kind vorerst mit seinen oder ihren Freunden über ein Videotelefonie-Tool kommunizieren. So können Sie sicher gehen, dass sich niemand anderes hinter dem Profil verbirgt. 

Wenn eine “echte” Verabredung geplant ist, vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem öffentlichen Ort wie z. B. in einem Café. Jüngere Kinder sollten bei dem ersten Treffen außerdem von den Eltern begleitet werden. 

Online-Freundschaften sind eine gute Möglichkeit für Ihr Kind, sich mit anderen Kindern über seine oder ihre Interessen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Doch ermuntern Sie Kind, nicht nur digitale Freundschaften zu führen. Auch der reale Kontakt zu Gleichaltrigen ist wichtig. 

Among Us – Verrat im Freundeskreis

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass das Spiel Among Us einen Boom erlebte. Es ist kein Spiel, das man allein für sich spielt, sondern es funktioniert nur in einer Gruppe. Der Austausch über einen Audiochat spielt eine wichtige Rolle. Die Kommunikation in der Gruppe macht das Spiel unterhaltsam und spannend.

Kurz gefasst

  • kurzweiliges Online-Multiplayer-Spiel (für 4 bis 10 Personen)
  • als App für iOS und Android kostenlos (aber mit Werbung)
  • kostenpflichtig für PC (nur für Windows, über Steam mit Account)
  • enthält In-App-Käufe
  • Altersfreigabe: ab 6 Jahren; empfohlen ab 10 Jahren

Was ist Among Us?

Das Spielprinzip von Among Us kennt man von Gesellschaftsspielen wie Werwölfe oder Zombies: Eine Gruppe von Personen muss sich gegen einen oder mehrere Verräter wehren und überleben. Dabei bekommt jede Person zu Beginn einer Spielrunde zufällig eine bestimmte Rolle zugewiesen: Bei Among Us ist das entweder Crewmate (= Crewmitglied) oder Impostor (= Betrügerin/Verräter)

Die Crew eines Raumschiffs muss Reparaturen – in Form kleiner spielerischer Aufgaben – vornehmen, um wieder fliegen zu können. Der oder die Betrüger unter ihnen (bei zehn Spielern können es bis zu drei sein) sabotiert die Bemühungen der Crew und bringt einzelne Crewmitglieder nach und nach um. Die Crew kann Treffen einberufen, um herauszufinden, wer die Impostor sind. Verdächtige können rausgewählt werden und müssen das Raumschiff unsanft verlassen. Gewonnen hat entweder die Crew, wenn sie die Betrüger entlarvt bzw. alle Aufgaben erledigt hat.  Oder die Impostor gewinnen, wenn die meisten Crewmates umgebracht wurden.

Die Bedienung des Spiels ist einfach. Wenn man über den PC mit Maus spielt ist es einfacher, den eigenen Avatar zu bewegen. 

Es gibt verschiedene Karten (bzw. Raumschiffe), auf denen man spielen kann. Eine Spielrunde dauert höchstens eine halbe Stunde. Jedes Spiel kann durch Einstellungen im Schwierigkeitsgrad durch den sogenannten Host angepasst werden.

Da der Austausch über mögliche Impostor ein wesentliches Element ist, wird über einen Kanal wie z. B. einen Videochat kommuniziert.

Einen ausführlichen Einblick ins Spiel bietet das Video vom Spieleratgeber NRW

Was begeistert Kinder und Jugendliche am Spiel?

Among Us funktioniert über ein einfaches und bekanntes Spielprinzip: Gut gegen Böse. Das ist bei Kindern besonders beliebt, weil es leicht zu verstehen ist. Hinzu kommt die liebevolle bunte Gestaltung und die fantastische Spielewelt auf einem Raumschiff. Die eigenen Avatare sind niedliche Spielfiguren, die sich individuell anpassen lassen. Die zu erfüllenden Aufgaben sind wie kleine Spiele im Spiel und meistens einfach zu lösen. Das ganze Spiel kann aber nur gemeinsam gewonnen werden. So ist das Spiel eine gemeinsame Aktivität und deshalb nicht nur für Kinder und Jugendliche unterhaltsam.

Was ist problematisch am Spiel?

Das Spiel gibt es nur auf Englisch. Die Sprache des Spiels ist nicht entscheidend, um es spielen zu können. Es ist aber einfacher, Englisch zu können, um alles zu verstehen und sich auf dem Raumschiff zurechtzufinden. Gerade für jüngere Schulkinder könnte das schwierig sein.

Die Grafik ist zwar bunt und die Handlung auf einem Raumschiff unrealistisch, trotzdem werden andere Figuren umgebracht. Die grafische Darstellung dieser Morde kann für jüngere Kinder beängstigend sein.

Wer zu Beginn einer Spielrunde Impostor ist, muss sich die ganze Zeit über unverdächtig verhalten. Für manche Spielende ist das sehr aufregend und dadurch auch anstrengend. In den Gesprächen während des Spiels ist der Betrüger gezwungen zu lügen. Er oder sie muss also die eigenen Freunde belügen. Das kann in einigen Gruppen sicherlich auch zu Streit führen, wenn das Spiel zu ernst genommen wird.

Es ist auch möglich, Among Us mit fremden Personen zu spielen, indem “öffentliche Spiele” gesucht werden. Hier können Kinder in Kontakt mit fremden Personen kommen. Lesen Sie in unserem Beitrag zur Kommunikation in Online-Games mehr zu den damit verbundenen Risiken.

Über In-App-Käufe kann die eigene Spielfigur gegen Geld mit exklusiven Accessoires ausgestattet werden. 

Was sagt der Anbieter?

Among Us stammt von der amerikanischen unabhängigen Spielefirma Innersloth. Auf ihrer Internetseite findet man Informationen zu Datenschutz und Privatsphäre – allerdings nur auf Englisch. Beim Start eines privaten Spiels kann der Server, über den gespielt wird, ausgewählt werden (Europa, Asien, Nordamerika).

Among Us kann anonym gespielt werden: Es ist nicht notwendig, ein Profil anzulegen und es müssen keine persönlichen Angaben wie der vollständige Name oder eine E-Mail-Adresse gemacht werden.

Was sollten Sie als Eltern beachten?

Kinder ab zehn Jahren sollten gut zwischen Realität und ausgedachter Geschichte unterscheiden können. Außerdem können sie ab diesem Alter auch schon miteinander diskutieren. Sie als Eltern können am besten einschätzen, wie Ihr Kind sich in Gruppen und Konfliktsituationen verhält. Das Spiel kann die sozialen Fähigkeiten wie das Diskutieren spielerisch fördern. Überlegen Sie auch, ob Ihr Kind mit der Spannung und Aufregung eines solchen Spiels zurecht kommt. Am besten testen Sie es vorab selbst aus.

Die englische Sprache kann für Kinder eine Herausforderung sein und gleichzeitig motivieren, die Sprache zu lernen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, indem Sie die ersten Runden gemeinsam spielen.

Die möglichen In-App-Käufe, um den eigenen Avatar auszustatten, sind nicht spielentscheidend. Thematisieren Sie solche Dinge mit Ihrem Kind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu In-App-Käufen. Wenn Ihr Kind älter ist und schon Among Us spielt, bekommt es bei Handysektor Tipps zum Spiel.

Macht Computerspielen einsam?

Wenn Jugendliche von etwas fasziniert sind, können sie sich komplett darin verlieren. Beim Sport oder bei einem spannenden Buch ist das meistens erfreulich, beim exzessiven Computerspielen bereitet es den meisten Erwachsenen eher Sorgen. Spätestens wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sein soziales Umfeld vernachlässigt, werden Sie sich fragen: Macht Computerspielen einsam?

Computerspielen und Einsamkeit

Computerspielen macht genauso wenig einsam, wie es aggressiv macht. Jugendliche, die viel Computer spielen, können aber durchaus einsam sein. Die Frage nach dem Warum ist wichtig!

Einsamkeit kann eine Folge von Computerspielsucht sein. Wenn Jugendliche das Verlangen haben, immer öfter und länger zu spielen, haben soziale (Offline-)Kontakte, andere Hobbys und Aktivitäten nur noch wenig Platz. Es kann passieren, dass Freunde und Familie sich abwenden. Entscheidend ist, dass es für solch eine Sucht einen Auslöser gibt und die Betroffenen sich mit dem Computerspielen oft von negativen Gefühlen ablenken wollen. 

Manchmal ist es auch anders herum und Jugendliche können computerspielsüchtig werden, weil sie einsam sind. Wer das Gefühl hat, in der echten Welt zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, findet diese vielleicht in der virtuellen Welt. Die vermeintliche Lösung verschlimmert das Problem allerdings: Der Rückzug auf dem Offline-Leben führt zu mehr Isolation und geringem Selbstvertrauen. 

Wann die Gefahr einer Abhängigkeit besteht und was Sie als Eltern tun können, erfahren Sie in unserem Artikel zur Computerspielsucht. So ein echtes Suchtverhalten kommt eher selten vor. 

Mehr Mediennutzung in Zeiten von Corona:

Wenn die sozialen Kontakte eingeschränkt werden müssen und kaum Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung oder Sport im Verein möglich sind – wie in Zeiten einer Pandemie – steigt bei Kindern und Jugendlichen die tägliche Mediennutzungszeit. Das haben auch Studien gezeigt (wie z. B. die der DAK). Haben Sie darauf einen Blick, ohne erhöhte Mediennutzungszeit zu verurteilen. Denn Ihr Kind möchte mit den Freundinnen und Freunden in Kontakt bleiben und gemeinsam etwas erleben. Das geht besonders gut in Computerspielen. Überlegen Sie gemeinsam, ob es Alternativen oder einen guten Ausgleich dazu gibt. Sie können beispielsweise in der Familie gemeinsame Spieleabende machen. Aber denken Sie auch daran, dass die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen wichtig für Ihr Kind sind. Besondere Zeiten verlangen besondere Regeln! Das kann auch für die Mediennutzungszeit gelten.

Soziale Kontakte beim Computerspielen

Die meisten erfolgreichen Spiele können zusammen gespielt werden. Netzwerkfähigkeit nennt man das in der Games-Entwicklung. Für die meisten Gamer ist gerade das gemeinsame Spielen reizvoll. Über ein Headset und einen Chat wird miteinander kommuniziert. In teambasierten Spielen wie z.B. dem beliebten League of Legends ist es besonders wichtig, sich gut miteinander austauschen zu können. 

Wenn Ihr Kind viel Computer spielt, sollten Sie bedenken, dass es durchaus auch mit anderen in Kontakt steht, seinen Spaß hat und dabei vielleicht sogar richtig sozial ist. Zeigen Sie Interesse für sein Hobby und lassen Sie sich davon erzählen. Sie sollten allerdings aufmerksam werden, wenn Sie das Gefühl haben, dass das Spielen im Team zu einer regelmäßigen Verpflichtung wird und andere Hobbies oder Aktivitäten dadurch keinen Platz mehr haben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über Ihre Sorgen und überlegen Sie gemeinsam wie es eine gesunde Balance zwischen Computerspielen und anderen Aktivitäten erreichen kann.
ÜBRIGENS: Das gilt nicht nur für das Computerspielen, sondern auch für andere Medientätigkeiten wie Fernsehen oder der Nutzung von sozialen Medien.

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