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Politik für Jugendliche aufbereitet

Unpolitisch? Von wegen. Viele Jugendliche interessieren sich für Politik. Nicht nur in der Schule haben sie Kontakt mit politischen Themen. Gerade wenn Wahlen stattfinden, steigt das Interesse. Ob in Bewegungen wie Fridays for Future, über Videos von bekannten Youtubern wie Rezo oder durch verschiedene Videos auf TikTok. Meist informieren sich Jugendliche online über Politik und politische Themen, die sie interessieren und bilden sich eine Meinung.

Interessante Angebote zum Thema Politik für Jugendliche findet man zum Beispiel hier:

  • MrWissen2go informiert in 10- bis 15-minütigen Videos zu politischen oder allgemeinen interessanten Themen, auf YouTube
  • Mitmischen.de ist eine Website des Deutschen Bundestages für Jugendliche. Wie Abgeordnete arbeiten, das Parlament funktioniert und welche politischen Themen aktuell sind, wird dort erklärt.  
  • funk.net ist ein Angebot von ARD und ZDF. Es auf InstagramTikTokFacebook und Co. vertreten und soll Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen. Im Format “Die da Oben” wird sich mit politischen Themen, wie etwa mit den Parteiprogrammen für die Bundestagswahl, auseinandergesetzt.
  • Podcast zu aktuellen Themen wie der Bundestagswahl findet man auch auf Spotify.

Politik lebt von Austausch und Diskussion. Politische Entscheidungen betreffen die Zukunft der Jugendlichen. Deswegen ist es wichtig, dass sich Jugendliche über Themen informieren können, die sie interessieren, um dann mitreden und sich einmischen zu können.

Die erste eigene E-Mail-Adresse – Tipps für einen sicheren E-Mail-Verkehr

So selbstverständlich wie E-Mails für Erwachsene sind, gehören sie auch für die meisten Kinder und Jugendlichen mittlerweile zum Alltag. Eine eigene E-Mail-Adresse ist oftmals nötig, um sich z. B. bei Spieleseiten oder bei Lernplattformen anmelden zu können. Gerade während des Corona-Lockdowns haben viele Schulen Informationen und Aufgaben per E-Mail verschickt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es bei E-Mail-Adressen zu beachten gibt.

Überforderung, Spam und Viren

Die meisten Anbieter der häufig kostenlosen E-Mail-Konten sind nicht auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Solche Postfächer haben oft viele und komplizierte Funktionen, die sich an den Bedürfnissen Erwachsener orientieren. Kinder finden sich dort nur schwer zurecht. Dazu kommen Gefahren wie Spam, Phishing oder Kettenmails, mit denen Kinder und Jugendliche erst vertraut gemacht werden müssen.

Mit Spam werden E-Mails bezeichnet, die unerwünschte Werbung beinhalten – wie die Werbeblättchen, die zu Hause im Briefkasten landen. Sie werden von Personen bzw. Algorithmen automatisch und ohne Aufforderung verschickt. Das ist auch bei Phishing-Mails der Fall. Diese zielen darauf, E-Mail-Inhaber zu verleiten, ein Abo abzuschließen, bei einem Fake-Gewinnspiel mitzumachen oder falsche Rechnungen zu bezahlen. Gefälschte Absender verunsichern die Empfänger solcher Mails. Solche E-Mails können auch Links oder Dateien enthalten, hinter denen ein Computervirus o. ä. steckt und beim Anklicken oder Öffnen der eigene Computer infiziert wird.

Viele der unerwünschten E-Mails beinhalten nicht kindgerechte, z. B. pornografische, Inhalte. Spam und Phishing wird möglich, weil die E-Mail-Adresse zur Anmeldung von Chats, Messenger-Diensten oder Games verwendet und damit verbreitet wird. Solche Dienste schützen die personenbezogenen Daten ihrer Nutzenden unterschiedlich gut. Fremde Personen können eventuell darauf zugreifen und darüber Kontakt zu Ihrem Kind aufnehmen und ungefragt E-Mails schicken. Das kann vor allem Kinder und Jugendliche überfordern, wenn sie noch keine Strategien haben, mit solchen Risiken umzugehen. 

Tipps für Eltern

Bevor Sie ein E-Mail-Postfach für Ihr Kind einrichten, überlegen Sie gemeinsam, wofür es gebraucht wird. Wenn Ihr Kind jünger als 13 Jahre ist, darf es viele Dienste (laut AGB und Datenschutzgesetz) noch gar nicht nutzen. Für schulische Zwecke gibt es häufig schuleigene Postfächer, die bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Diese Schul- E-Mail sollte allerdings nicht für andere Dienste verwendet werden. Solche Mailadressen, wie z. B. lena.meier@schule-am-hasengraben.de, können konkrete Informationen über Ihr Kind preisgeben. Das kann riskant sein, wenn die Adresse in falsche Hände gerät. Erklären Sie Ihrem Kind deshalb, dass eine solche Adresse auch nur für schulische Zwecke genutzt werden darf.

Deshalb ist es auch bei einer “privaten” E-Mail, die für Social Media usw. genutzt wird, wichtig, dass Ihr Kind ein Pseudonym verwendet und sich die E-Mail-Adresse nicht auf Ihr Kind zurückführen lässt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass die E-Mail-Adresse nicht einfach so an Dritte weitergegeben werden sollte. Verwenden Sie am besten einen kindgerechten Mailanbieter – siehe unten. 

Erklären Sie Ihrem Kind außerdem, was es mit Spam auf sich hat (siehe oben) und wie es damit umgehen kann. In vielen Programmen lässt sich Spam markieren, so dass Mails vom gleichen Absender automatisch aussortiert werden. Wenn der Absender einer E-Mail nicht bekannt ist, sollten Sie und Ihr Kind vorsichtig sein. Am sichersten ist es, solche Nachrichten als Spam zu markieren und dann direkt zu löschen. Auf keinen Fall sollten Links oder Anhänge angeklickt und darauf geantwortet werden! 

Wenn Ihr Kind alt genug ist, um sich bei Social Media oder anderen Diensten anzumelden, machen Sie das gemeinsam. Achten Sie darauf, dass die Mailadresse nicht öffentlich angezeigt wird und deaktivieren Sie Informationsmails des Anbieters. Denn auch durch solche Mails kann ein Postfach überlaufen und es ist für Ihr Kind schwierig zu unterscheiden, was Spam oder Infomails sind.

E-Mail-Programme für Kinder

Vor allem für jüngere Kinder empfiehlt sich ein geeignetes E-Mail-Programm zu nutzen. Mailanbieter speziell für Kinder verfügen dabei nur über die wichtigsten Funktionen und gewährleisten bestimmte Schutzmaßnahmen: 

  • Bei Mail4Kidz und Kidsmail24 erhalten die jungen Nutzenden nur E-Mails von Personen, die bereits im eigenen sogenannten Freundebuch aufgeführt sind.
  • Bei ZUM-Grundschulpost bekommen die Erziehungsberechtigten die Nachrichten von Fremden sogar zugeschickt und können dann entscheiden, ob diese vertrauenswürdig sind. 

Die kinderfreundlichen Programme haben alle einen Spam-und Virenschutz. So erhält Ihr Kind erst gar keine unerwünschte Werbung oder Kettenmails. Allerdings ist die interne Suche von ZUM mit Google verknüpft, weshalb auch nicht jugendfreie Suchergebnisse auftauchen könnten.

Die Programme sind teilweise kostenfrei (Mail4Kidz in den ersten sechs Monaten) und vor allem für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Bei Kidsmail24 haben Nutzende die Möglichkeit nach Vollendung des 14. Lebensjahres auf einen uneingeschränkten Account zu wechseln. Trotz kinderfreundlicher Programme ist Ihr Kind nie vor allen Risiken im Netz geschützt. Sie als Elternteil sollten deshalb mit Ihrem Kind über seine Kontakte im Internet sprechen und Ihrem Kind die Sicherheit geben, sich bei Problemen an Sie wenden zu können.

Was Kinder und Jugendliche am liebsten zocken

Jedes Jahr Ende August ist es Zeit für die Gamescom, eine der größten Messen für digitale Spiele überhaupt. Auf dieser werden auch Preise für die besten und beliebtesten Spiele vergeben. Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen fester Bestandteil ihres Alltags. Doch welche Spiele spielen sie am liebsten? Wir haben eine kleine Liste der beliebtesten Spiele zusammengetragen. 

Minecraft

Minecraft ist eine Art Lego für den Computer oder das Tablet, bei dem aus virtuellen Bausteinen mit Kreativität und Geschick eine eigene Welt erschaffen wird. Im sogenannten Überlebensmodus muss die oder der Spielende versuchen, zu überleben und kämpft dabei gegen Monster. In Minecraft können gemeinsam mit anderen Welten erschaffen werden. Besonders beliebt ist das Onlinespiel bei den 12- bis 15-Jährigen. Mehr können Sie in unserer Toolbeschreibung zu Minecraft nachlesen.

Fortnite

Das in 2017 erschienene Spiel ist noch immer so beliebt wie zu Beginn, besonders in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen. Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel, in dem gegeneinander gekämpft wird. Es gibt mehrere Spielvarianten: Im kostenpflichtigen Modus „Save The World“ geht es darum, mit anderen Spielenden eine Festung aufzubauen, um die letzten menschlichen Überlebenden vor Zombies zu schützen. Weitaus bekannter und beliebter ist die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“, in der es darum geht, alle Mitspielenden zu töten, um selbst zu überleben. Mehr dazu in unserer Toolbeschreibung zum Spiel.

Animal Crossing: New Horizons

Das Spiel kann nur auf einer Nintendo Switch gespielt werden und ist Teil einer Simulations-Spielereihe. Bei New Horizons geht es darum, eine unbewohnte Insel zu erkunden und zu bebauen. Auch die Inseln von Freundinnen und Freunden können besucht werden. Das Spiel ist kindlich gestaltet und ab 6 Jahren empfohlen. Auch Jugendliche und junge Erwachsene spielen es gern. Mehr dazu bei spielbar.de.

FIFA

FIFA ist die bekannteste Reihe von Fußball-Videospielen – bei Jugendlichen ebenso beliebt wie bei Erwachsenen. Seit 1993 erscheint jährlich eine neue Version. Dabei können Mannschaften und deren aktuelle (männliche) Fußballer der realen Fußball-Ligen genutzt oder eigene zusammengestellt werden. Es hat keine Altersbeschränkung und wird ab 8 Jahren empfohlen. Erfahren Sie mehr dazu in unserer Toolbeschreibung.

Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077 ist ein Rollenspiel und sogenannter Shooter. Die oder der Spielende bewegt sich in der Rolle der Hauptfigur, als ehemaliger Soldat V, in einer düsteren zukünftigen Welt und muss kriminelle Aufträge erfüllen. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren. Es wird aber trotzdem von Jugendlichen gespielt. Lesen Sie mehr zum Spiel auf spielbar.de und zum Thema Altersbeschränkungen bei Games auf dem Elternguide.

Grand Theft Auto

Das Action- und Rennspiel, das alleine im Story-Modus oder zusammen mit Freunden gespielt wird, ist ein Dauerbrenner unter den Games und besonders bei älteren Jugendlichen angesagt. GTA V (5) ist die aktuelle Version der populären Spielereihe. Der Spieler oder die Spielerin schlüpft in die Rolle eines Kriminellen und muss in einer fiktiven Stadt Missionen und Aufgaben erfüllen. Auch dieses Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18. Mehr zum Spiel erfahren Sie in unserer Toolbeschreibung.

Assassin’s Creed: Valhalla

Valhalla ist der letzte Teil aus der Spielereihe Assassin’s Creed. Das Action-Adventure-Videospiel folgt einem Wikinger, der eine Hauptaufgabe bewältigen muss und nebenbei kleine Teilaufgaben zu erledigen hat. Auch wenn dieses Spiel mit einer USK 18 nicht für Jugendliche freigeben ist, wird ihr Interesse daran z. B. bei Twitch oder über Let’s Plays geweckt. Lesen Sie mehr in der Spielbeurteilung von spielbar.de.

Call of Duty: Black Ops Cold War

Auch Call of Duty ist eine beliebte und seit vielen Jahren erfolgreiche Spielereihe. Gerade ältere Jugendliche ab 16 Jahren mögen diese Spiel. Call of Duty ist ein Ego-Shooter, den es auch als kostenlose Mobilversion für das Handy gibt. In rasanter Geschwindigkeit kämpft die oder der Spielende darin als Soldat gegen andere oder in einem virtuellen Krieg gegen Aliens. Ziel ist es, die Feinde mit Waffengewalt zu vernichten. Mit einer USK-Freigabe ab 18 ist auch dieses Spiel aufgrund der Gewaltdarstellung nicht für jüngere Kinder geeignet – siehe Toolbeschreibung.

Einen guten Überblick über bei Kindern und Jugendlichen beliebte Games bietet auch die Broschüre “Level 30 – Digitale Spiele pädagogisch beurteilt”.

Twitch – die Streamingplattform für Gamer

Kennen Sie Let’s Plays? Das sind Videos, in denen sich Menschen beim Spielen von Games z. B. auf YouTube zeigen. Die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Plattform Twitch.tv funktioniert im Prinzip genauso, nur dass man hier live dabei zusehen kann, wie andere spielen. Für junge Gamer ist das Portal ein Muss.

Kurz gefasst:

  • Streaming-Plattform, hauptsächlich zur Liveübertragung von Videospielen
  • Altersfreigabe laut AGB: ab 18 Jahre – oder ab 13 Jahre unter Aufsicht eines Elternteils
  • Anmeldung nur für eigene Streams erforderlich
  • kostenlos als App verfügbar sowie als Browser-Version und Anwendung für Spielekonsolen
  • enthält Werbung und verschiedene kostenpflichtige Funktionen

Was ist Twitch?

Twitch ist das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Die Seite ähnelt vom Prinzip anderen Videportalen. Nutzende können Kanäle oder den Stream eines bestimmten digitalen Spiels besuchen. Dabei müssen sie sich nicht anmelden.

Nur registrierte User können das Spiel, das sie gerade spielen, live für ein Publikum übertragen. Dabei nutzen sie in der Regel Webcam und Mikrofon, um das eigene Spiel gleichzeitig zu kommentieren. Über die Chatfunktion können Spielende und Zuschauende in Echtzeit miteinander kommunizieren. Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Personen verfolgt. Wer genügend Zuschauer*innen hat, kann Werbung schalten. Der Erlös daraus wird unter Twitch und dem streamenden Spielenden aufgeteilt. Einzelne Kanäle lassen sich auch kostenpflichtig abonnieren und es gibt die Möglichkeit, einem Gamer während des Livestreams Geld zu spenden.

Die am häufigsten auf Twitch gezeigten Spiele sind auch sonst sehr beliebt, z. B. Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike und Minecraft. Auch eSport-Ereignisse werden bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzer*innen, aber es gibt auch professionell produziertes Material. Neben dem Hauptthema Games werden auch andere Inhalte auf Twitch gezeigt. Es gibt Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby Computerspiele mit anderen teilen und aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Für die Gamer ist es interessant, da sie ihre Fähigkeiten zeigen und auch Geld verdienen können.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Wer Zugang zum Internet hat, kann auch Twitch nutzen, da zum Zuschauen keine Registrierung erforderlich ist. Deshalb können Kinder und Jugendliche Streamings von Spielen sehen, die laut Altersbeschränkung noch nicht für sie geeignet sind. Laut AGB ist das Angebot erst ab 13 Jahren und dann auch nur mit Aufsicht der Eltern zu nutzen. Das wird aber höchstens bei der Registrierung für eigene Streams oder die Interaktion mit Gamern relevant. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet nicht statt.

Ihr Kind kann auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Aus diesem Grund hat der Jugendschutz die Plattform als nicht geeignet für Kinder und Jugendliche eingestuft.

Werbung bei Twitch ist nur schwer erkennbar. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Gamer zu Influencern werden. Persönliche Spiele-Empfehlungen erkennen die jungen User oft nicht als Werbung.

Die integrierte Spendenfunktion ist ebenfalls kritisch zu sehen. Wenn Zuschauende ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweisen, wird das vom Gamer gleichzeitig kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Nutzende dazu verleiten, mit den elterlichen PayPal-Kontodaten Geld zu spenden.

Da sich User, die nur Livestreams verfolgen, nicht registrieren müssen, besteht vor allem bei jungen Streamern die Gefahr, dass (fremde) Erwachsene Kontakt aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt.

Was sagt der Anbieter?

Twitch Interactive, Inc. existiert seit Juni 2011 (damals noch unter dem Namen Justin.tv) und gehört seit 2014 zu Amazon. Es gibt also ein Interesse Nutzerdaten zu sammeln, um personenbezogene Werbung zu machen. Die Datenschutzbestimmungen liegen auf Deutsch vor und geben genau wieder, wie und wofür der Dienst personenbezogene Daten erhebt. Auch die Sicherheitshinweise gibt es auf Deutsch. Twitch bietet eine Meldefunktion, so dass Personen, die im Stream oder Chat gegen die Community-Richtlinien verstoßen, von anderen Usern gemeldet werden können. Nach Überprüfung durch ein Moderationsteam werden unangemessene Inhalte gelöscht.

Sobald ein Video angeklickt wird, in dem ein Spiel mit Altersbeschränkung gespielt wird, gibt es einen Hinweis. Dieser lässt sich jedoch einfach wegklicken.

Was sollten Eltern beachten?

Aufgrund der angesprochenen Risiken sollten Sie Ihr Kind begleiten, wenn es den Dienst nutzt, oder sich zumindest regelmäßig mit ihm darüber austauschen. Sprechen Sie mit ihm über die Plattform und schauen Sie sich diese gemeinsam an. Recherchieren Sie die Altersfreigaben für die einzelnen Spiele und halten Sie sich daran. Machen Sie Ihr Kind außerdem darauf aufmerksam, dass es als Streamer keine persönlichen Informationen veröffentlichen sollte, da Twitch diese weitergeben kann. Nutzen Sie in den Einstellungen die Möglichkeit, die Kommunikation mit Fremden zu deaktivieren.

WhatsApp – die Nummer 1 der Messenger-Apps

Der beliebteste Messenger, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist WhatsApp. Das liegt daran, dass die Kommunikation praktisch und einfach ist und weil viele andere Menschen ihn nutzen. Leider gibt es aber auch ein paar negative Seiten des beliebten Dienstes.

Kurz gefasst:

  • kostenfreie Messenger-App für Android und iOS (Apple) sowie als Web-App verfügbar
  • Registrierung mit Handynummer
  • Möglichkeiten: Chats, Videoanrufe, Gruppenchats, Versenden von Videos, Fotos und mehr
  • Risiken: Weitergabe personenbezogener Daten, Gefahr von Cybermobbing und anderen Kommunikationsrisiken
  • Altersfreigabe: 16 Jahre

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist ein kostenfreier Messenger. Nach dem Download ist die Registrierung mit einer Handynummer erforderlich. Danach können Profilbild und Profilname vergeben werden. 

Die wesentliche Funktion von WhatsApp ist das Versenden von Nachrichten an Personen aus den eigenen Kontakten (Adressbuch), die ebenfalls die App nutzen. Das können Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos oder der Live-Standort sein. Sie können entweder an einzelne Personen oder eine ganze Gruppe versendet werden. Unter Jugendlichen ist es besonders beliebt, Emojis zu versenden. 

Auch Videoanrufe mit einzelnen oder in Gruppen sind darüber möglich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Chats zu archivieren und selbstlöschende Nachrichten zu versenden, welche nach sieben Tagen automatisch vom Gerät verschwinden. 

Was fasziniert Jugendliche besonders daran?

Jugendliche nutzen die App gerne, weil sie damit, schnell mit Bekannten und Familienmitgliedern in Kontakt treten können, da fast jeder WhatsApp installiert hat. Lehrerinnen und Lehrer und Klassenkameraden in Klassenchats, Großeltern wie auch Freundinnen und Freunde in anderen Ländern sind nur einen Klick entfernt. Es kann gesehen werden, wann einzelne das letzte Mal online waren, was für ein Profilbild und Status sie haben und man muss nicht mal mehr Texte schreiben. Die schnelle Kommunikation über Sprachnachrichten ist bei Jugendlichen besonders beliebt. Das Ganze funktioniert, ohne viel Akku und Datenvolumen zu verbrauchen.

Was kann problematisch an dem Angebot sein?

Über Messenger wie WhatsApp sind wir quasi ständig erreichbar. Besonders die Funktion der Lesebestätigung (zwei blaue Häkchen an einer Nachricht) kann Jugendliche jedoch unter Druck setzen, immer direkt antworten zu müssen. Auch wenn in einem Klassenchat manchmal hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, kann das Kinder und Jugendliche überfordern und stressen.

Bilder und Nachrichten sind schnell verschickt. Es besteht die Gefahr, dass persönliche Daten, Bilder und Videos unbedacht geteilt, weiterverbreitet und dann schlimmstenfalls für Mobbing genutzt werden. Auch Kettenbriefe, dubiose Gewinnspiele, Falschmeldungen oder unverständliche Benachrichtigungen können problematisch sein.

WhatsApp greift auf zahlreiche Informationen des Nutzenden zu, z. B. auf die gesamte Kontaktliste im Handy. So gelangen Kontaktdaten von anderen an WhatsApp und andere Personen, ohne dass diese vorher gefragt wurden. 

Was meint der Anbieter?

WhatsApp gehört genau wie Instagram zum Facebook-Konzern. In den seit 2021 geltenden AGB wird informiert, dass Nutzerdaten zu Werbezwecken auch an Unternehmen weitergegeben werden.

Bestimmte Sicherheitseinstellungen sollen die Nutzung zu verbessern. Personen bzw. Telefonnummern können blockiert werden; Standortbestimmung und Lesebestätigung lassen sich deaktivieren. Nutzerinnen und Nutzer können auch die Sichtbarkeit des eigenen Profils einschränken. Nachrichten werden verschlüsselt ausgetauscht, so dass sie nicht so leicht von Fremden „gehackt“ werden können. Das funktioniert allerdings nur in Einzelnachrichten und wenn das Backup – also die Datensicherung – deaktiviert ist.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind jünger ist als 16 Jahre, müssen Sie der Nutzung von WhatsApp zustimmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Messenger verantwortungsbewusst nutzt. Das heißt, klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es keine persönlichen Daten an unbekannte Personen weitergibt und zu private Fotos mit Bekannten teilt. Gemeinsam können Sie Einstellungen für die Sicherheit vornehmen. Das geht in der App selbst, aber auch in der Verwaltung der Zugriffsrechte im Android- oder iOS-Betriebssystem (jeweils unter Einstellungen). In der App kann unter der Kategorie “Datenschutz” eingestellt werden, wer was sieht und ob man von Fremden in Gruppen eingeladen werden möchte oder nicht. Es kann passieren, dass bestimmte Funktionen nicht mehr benutzt werden können, wenn bestimmte Zugriffe verweigert werden.

Neben den Sicherheitseinstellungen sollten Sie Ihr Kind auch auf mögliche Gefahren wie z. B. Cybermobbing hinweisen. Nachrichten können auch mal ein paar Minuten ungelesen bleiben und eine Antwort darf ruhig später kommen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass auch im Internet ein freundlicher Umgangston herrschen sollte.

Können Apps Jugendlichen bei (psychischen) Problemen helfen?

Während der Corona-Pandemie ging es vielen verschiedenen Menschen nicht gut. Einsamkeit, Sorgen und Unsicherheit machten auch jungen Menschen zu schaffen. Für Jugendliche ist es ganz normal, sich bei Problemen Rat im Netz zu suchen. Schnell stößt man bei der Recherche nach Hilfsangeboten auf sogenannte Psycho-Apps. Leider sind diese nicht immer hilfreich, sondern können sogar das Gegenteil bewirken.

Leere Versprechungen und Fehldiagnosen 

Psychologie- oder Diagnose-Apps locken mit dem Versprechen, schnell und einfach Hilfe bei psychischen Problemen wie z. B. Depressionen zu bieten. Während einige der Angebote nur Diagnose und Vorbeugung anbieten, werben andere sogar mit der Aussicht auf Heilung. Solche Apps und ihre Inhalte sind meistens aber nicht von Experten und Expertinnen entwickelt und entsprechen nicht den wissenschaftlichen Standards. So kann es schnell zu Fehldiagnosen kommen, die Jugendliche stark verunsichern und ihnen Angst machen können. Auch bei einer korrekten Diagnose durch die App werden die Nutzenden damit allein gelassen und erhalten nicht die Hilfe, die sie bräuchten. 

Bilder und Schilderungen von Selbstverletzung können Gefährdete animieren 

Besonders problematisch sind chat-basierte Angebote, bei denen Nutzende anonym ihre Probleme in öffentliche Foren stellen und andere Personen die Beiträge kommentieren.  Neben Liebeskummer oder eigenen Unsicherheiten, werden sogar Suizidgedanken oder Fotos von Selbstverletzungen geteilt und diskutiert. Die Beiträge in diesen Foren werden weder von wirklichen Expertinnen oder Experten moderiert, noch werden Inhalte geprüft und gefiltert. Gefährdete Personen können durch bestimmte Bilder und Nachrichten getriggert oder sogar animiert werden, sodass sie sich noch schlechter fühlen. Nicht selten kommt es in solchen Communitys dazu, dass durch das geteilte Leid eine Art Gemeinschaftsgefühl und Bestätigung entsteht, aus denen sie nur schwer wieder herauskommen. Auch Fälle von Cybergrooming, bei dem Erwachsene den verletzlichen Zustand der Jugendlichen ausnutzen, sind möglich. 

Fragwürdiger Datenschutz vieler Psycho-Apps

Hinzu kommt, dass viele dieser Apps dazu auffordern, genaue Auskunft über den gesundheitlichen und psychischen Zustand zu geben. Einige Anbieter geben die Daten ihrer Nutzenden an Drittanbieter wie z. B. Facebook weiter. Diese verwenden die Daten meist zu Werbezwecken. Doch auch vermehrt Versicherungsunternehmen oder Kreditanbieter interessieren sich für diese Art von Daten. Das kann dazu führen, dass künftig keine Krankenversicherung abgeschlossen werden oder man andere Nachteile hat. 

In chat-basierten Apps sind Nutzende vermeintlich anonym. Doch geben viele Jugendliche im Laufe der Zeit Telefonnummern oder Adressen weiter. Daten die schnell auf die Identität der Person schließen lassen.

Was können Sie als Eltern tun?

Sie als Elternteil sollten Ihr Kind über die Gefahren solcher Psycho-Apps aufklären und was es damit auf sich hat. In diesem Video von funk wird das Thema jugendgerecht dargestellt.

Bieten Sie Ihre Hilfe bei Problemen an und zeigen Sie Interesse. Hat Ihr Kind das Gefühl, bei Problemen nicht auf sich allein gestellt zu sein, wird es weniger die Hilfe im Netz suchen. Vor allem Jugendliche reden ungern mit den eigenen Eltern über ihre Probleme. Zeigen Sie Ihrem Kind deshalb geeignete Angebote und wie es sich selbstständig Hilfe suchen kann. 

Gute digitale Hilfsangebote bei psychischen Problemen

Unterstützung und Beratung erhalten Eltern und Kinder anonym z. B. über die Nummer gegen Kummer (116 111) oder die Telefonseelsorge (0800 1110111). Bei Problemen im Netz können sich Jugendliche außerdem selbstständig über juuuport.de und jugend.support.de Hilfe suchen. 

Einige Psychotherapeuten und -therapeutinnen bieten digitale Sprechstunden an. Um sicher zu gehen, dass es sich bei der beratenden Person um einen Therapeuten oder eine Therapeutin handelt, prüfen Sie z. B. das Impressum der Person. Dort erhalten Sie Informationen über die Adresse oder können vorerst telefonisch Kontakt aufnehmen. Sehen Sie sich außerdem den Lebenslauf genauer an: Hat die Person eine anerkannte Ausbildung um psychotherapeutische Hilfe anzubieten? Treffen diese Punkte zu, können Sie die Hilfe auch digital in Anspruch nehmen. 

Einige Therapeuten und Therapeutinnen empfehlen die Nutzung bestimmter Apps, als Begleitung zu einer Gesprächstherapie. Diese Apps sind von Experten und Expertinnen entwickelt, staatlich geprüft und verschreibungspflichtig.

Alles Fake? Falschmeldungen erkennen

„Doch Mama, das hab ich im Internet gelesen!“ – „Wenn das so viele liken, muss ja auch was dran sein…“ – „Da ist ein Foto dabei – das ist ja ein Beweis.“

Kennen Sie solche Diskussionen um Nachrichten, bei denen die Meinung darüber, ob sie stimmen oder nicht, in der Familie auseinandergehen? Im Internet und in sozialen Netzwerken begegnen uns täglich unzählige Nachrichten, Meldungen und Geschichten. Sie stammen aus den Fernsehnachrichten, der Tageszeitung, von Leuten aus dem Sportverein oder bekannten Personen. Viele werden von eher unbekannten Menschen im Internet verbreitet. Darunter mischen sich Nachrichtenseiten und Absender, die gezielt mit Lügen oder Halbwahrheiten manipulieren möchten. Sie streuen bewusst Falschmeldungen, Gerüchte oder hasserfüllte Meldungen, die uns verunsichern sollen.

Fake News in unsicheren Zeiten

Nicht nur Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, vertrauenswürdige Beiträge von gefälschten Meldungen, sogenannten „Fake News“, zu unterscheiden. Denn häufig sind verbreitete Falschmeldungen als seriöse Nachrichten „getarnt“ und wirken sehr echt. Das kann problematisch sein, wenn es sich um politische Beiträge mit extremistischen oder populistischen Hintergrund handelt, wenn Verschwörungstheorien verbreitet werden oder bei Inhalten, die vor allem jüngere Kinder verunsichern oder ängstigen können.

Ein anderes Problem sind Falschmeldungen, die kursieren, wenn viele Menschen sowieso unsicher sind und selbst Expert*innen und Politiker*innen keine Antworten auf alle Fragen haben – so z. B. während der Coronakrise. Falschmeldungen geben häufig die gewünschten Antworten und können helfen, mit Unsicherheit umzugehen. Leider sind sie aber eben nicht wahr! Fragen wie “Sind die Impfstoffe auch sicher?” oder “Woher kommt das Virus?” werden mit unpassenden Zahlen und Fakten falsch beantwortet. Das Problem daran ist: Je häufiger solche Artikel angeklickt werden, desto häufiger werden sie auch angezeigt und für bare Münze genommen. Darum ist es wichtig zu wissen, dass Nachrichten, obwohl viele sie lesen, nicht stimmen müssen.

Umgang mit Fake News

Doch wie können Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene erkennen, ob sie einer Meldung oder einem Beitrag vertrauen können? Meistens hilft es auf das eigene Gefühl zu hören und kurz zu überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Die folgenden Tipps helfen Ihnen und Ihrem Kind herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Falschmeldung handelt:

  • Quellencheck: Wo wurde die Meldung gelesen und wer steckt eigentlich dahinter? Ist der Autor oder die Autorin bekannt und Expert*in für das Thema? Handelt es sich um eine seriöse Internetseite? 
  • Faktencheck: Findet sich die Meldung bei verschiedenen Quellen? Wie aktuell ist die Nachricht? Woher kommen die genannten Zahlen und Daten und in welchem Kontext wurden sie erhoben?
  • Form der Nachricht prüfen: Wirken Inhalt und Sprache seriös? Es lohnt ein Blick auf Schreibweise und verwendete Begriffe: Werden emotionale Sprache und viele Großbuchstaben verwendet? Finden sich Schlagworte wie „Lügenpresse“ oder ähnliche provokante Begriffe? Könnte der Artikel satirisch gemeint sein?
  • Beweise prüfen: Passen Fotos und Videos zum Inhalt der Nachricht? Sind sie aktuell? Gibt es eine Bildunterschrift und lässt sich erkennen, ob sie das Beschriebene darstellen oder aus einem anderen Zusammenhang stammen?

Falschnachrichten verbreiten sich, wenn viele sie weiterleiten oder weitererzählen. Deshalb sollten Sie immer erst überlegen, ob die Nachricht wirklich stimmen kann. Bestimmte Internetseiten (für Kinder und Erwachsene) gelten als seriös und verbreiten in der Regel geprüfte Nachrichten. Außerdem haben wir einige Tipps für Sie, wo sich Fake News überprüfen lassen und wie sich der Umgang damit spielerisch lernen lässt:

Ihr Kind sollte wissen, dass nicht alles, was im Netz steht oder per WhatsApp verschickt wird, stimmen muss. Wenn Sie gemeinsam Nachrichten prüfen, kann es nach und nach lernen, falsch von richtig zu unterscheiden.

Vorbild sein von Anfang an – wie Babies und Kleinkinder den Umgang mit Medien lernen

Sie lesen Ihrem Kind gerade eine Geschichte vor und plötzlich piepst das Handy, um eine neue WhatsApp-Nachricht anzukündigen. Was machen Sie? Greifen Sie automatisch zu Ihrem Smartphone oder lesen Sie die Nachricht erst später, wenn das Kind schläft?

Solche Situationen gibt es wahrscheinlich in jeder Familie. Wenn der kleine Sohn dann nach dem Smartphone greift, heißt es: “Das ist noch nichts für dich!”.

Durch Beobachtung lernen

Seien Sie sich bewusst, dass Eltern und auch andere Erwachsene für Kinder eine wichtige Vorbildfunktion haben. Kinder erleben, wie Sie als ihre engsten Bezugspersonen mit digitalen Medien umgehen und orientieren sich daran. So lernen Kinder, wie die Welt funktioniert und wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Ihr Verhalten hat deshalb einen großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind selbst Medien nutzt. Indem Sie aktiv vorleben, wie ein guter Umgang mit Medien aussehen kann, unterstützen Sie Ihr Kind dabei zu lernen, Smartphone und Co. selbstständig, sinnvoll und bewusst zu nutzen.

Gerade für jüngere Kinder sind Eltern die Nummer Eins. Für Babies und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass sie über den direkten Blickkontakt Ihre Aufmerksamkeit erkennen und eine gute Bindung aufbauen. Wenn Papa ständig auf sein Smartphone schaut, ist das nicht möglich. Kinder, auch schon in jungen Jahren, merken das. Je älter Kinder werden, desto mehr eifern sie Ihnen nach. Im Kleinkindalter greifen sie nach dem Smartphone von Papa oder sprechen in einen Baustein, der eine ähnliche Form hat. Sie erkennen schon früh, wie wichtig dieses Gerät für Erwachsene oder ältere Geschwister ist.

Ein gutes Vorbild sein

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Basis für einen reflektierten Umgang mit Medien. Lassen Sie das Smartphone auf lautlos gestellt in der Tasche, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, so dass es nicht den Eindruck hat, dass das Smartphone immer wichtiger ist. Später wird sich Ihr Kind dann vielleicht genauso verhalten. Wenn es doch mal herausgeholt wird, erklären Sie Ihrem Kind, warum.

Es gibt sicherlich auch Momente, in denen das Smartphone gebraucht wird, um ein schönes Foto von Ihrem Nachwuchs zu schießen. Halten Sie schöne Momente mit der Kamera fest! Überlegen Sie aber, wie oft das sein muss. Schließlich möchte Ihr Kind Ihnen lieber in die Augen sehen, als ständig auf das Smartphone vor Ihrem Gesicht.

Auch gemeinsame Zeiten mit Medien gehören in der Familie dazu. Führen Sie Ihr Kind langsam daran und wählen Sie altersgerechte Inhalte aus. Solche Medienerlebnisse sollten sich aber immer mit medienfreien Zeiten abwechseln.

Bei allem gilt: Seien Sie sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst!

Vorbild oder schlechtes Beispiel – wie viel Zeit verbringe ich mit Medien?

Wenn wir Jugendliche an ihren Smartphones sehen, kommt uns schnell der Gedanke: Die starren zu viel auf ihre Displays und reden gar nicht mehr richtig miteinander!
Aber vielleicht haben Sie sich schon mal selbst dabei erwischt, dass Sie das Handy viel zu oft aus der Tasche holen und sich davon ablenken lassen.

Wenn es schon für uns Erwachsene so schwierig ist, unsere Medienzeit im Blick zu behalten, wie sollen es dann unsere Kinder hinbekommen? Sie können Ihr Kind dabei mit unseren Tipps unterstützen und dabei auch die eigene Medienzeit im Blick behalten. Es geht nicht darum, Medien zu verbieten. Schließlich erleichtern sie uns viele Dinge im Alltag und es macht Spaß, sie zu nutzen. Aber zu viel Bildschirmzeit kann auch schädlich sein, z. B. weil man sich zu wenig bewegt. Lesen Sie dazu unseren Beitrag “Wie viel Medienzeit ist gut für mein Kind?”.

Regeln für die Medienzeit gelten für die ganze Familie

Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zu Medienzeiten. Eine gute Sache ist beispielsweise, dass beim gemeinsamen Essen kein Smartphone erlaubt ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Kinder! Da sie sich immer an erwachsenen Vorbildern orientieren, sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen. In einigen Familien gibt es ein Regal, in dem jedes Familienmitglied ein Fach für das eigene Smartphone hat. Dort kann es während der Essenszeit abgelegt werden.

Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Kind, in welchen Situationen welche Medien genutzt werden und warum. Ist das immer sinnvoll oder könnte man stattdessen auch etwas anderes machen, das einem besser tut? Erstellen Sie für sich und Ihr Kind einen Wochenplan, in den Sie die Medienzeiten eintragen. Kommt Ihnen das im Vergleich mit anderen Aktivitäten zu viel vor? Dann können Sie sich gemeinsam Alternativen überlegen.

Je nach Alter sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind verabreden, wie viel Zeit am Tag oder in der Woche es mit Medien verbringen darf. Unterscheiden Sie dabei, wofür Medien genutzt werden. Wenn Ihr Kind die Regelungen versteht, fällt es ihm leichter, solche Zeiten auch einzuhalten.

Wenn Ihr Kind noch jünger ist, können Sie je vereinbarter Medienzeit Murmeln als Hilfe einsetzen. Ein Beispiel: Ein zehnjähriger Junge hat pro Woche sieben Stunden Medienzeit und erhält für je 30 Minuten eine Murmel. Bei Verbrauch der Zeit werden entsprechend viele Murmeln weggelegt. Auch eine Sanduhr, die während der Medienzeit abläuft, kann eine Orientierung sein.

Medienzeit kontrollieren mit Apps

Es gibt Apps, mit denen sich die eigene Bildschirmzeit messen und regulieren lässt. Sie heißen z. B. StayFocused  (für Android, kostenlos) oder AppBlock (für Android kostenlos; ab August 2021 auch für iOS), Forest (bei Android kostenlos, mit Werbung und In-App-Käufen, bei iOS 2,29 € mit In-App-Käufen) oder Space (Basisversion kostenlos für Android und iOS). Sie erfassen die Nutzung des Smartphones. Man kann mit ihnen bestimmte Apps deaktivieren oder das ganze Smartphone für eine bestimmte Zeit “lahmlegen”. Apps wie Forest und Space sind eher spielerisch aufgebaut, indem durch Nichtnutzung des Handys ein Baum wächst oder sich eine Galaxie aufbaut.

Viele dieser Apps finanzieren sich durch Werbung, was nervig sein kann. Außerdem erfordern einige Apps die Eingabe vieler Daten, um das Smartphone-Verhalten nachvollziehen zu können. Nicht bei allen ist klar, ob die Daten auch für andere Zwecke genutzt werden.

Bei vielen Geräten lässt sich auch über die „Einstellungen“ die eigene Bildschirmzeit oder das „Digitale Wohlbefinden“ kontrollieren. Sie können sehen, wie lange und womit Sie Ihre Zeit am Smartphone verbracht haben. Es lassen sich Auszeiten planen oder zeitliche Limits für bestimmte Apps festlegen. Hält man das nicht ein oder wird das Zeitlimit erreicht, erscheint auf dem Bildschirm der entsprechende Hinweis und die Frage, ob man z. B. noch weitere 15 Minuten ergänzen möchte oder ausnahmsweise „Heute kein Limit“ wählt.

Auch wenn diese digitalen Helfer leicht deaktiviert werden können, sieht man, wie viel Zeit man mit dem Smartphone und bestimmten Apps verbringt. Dies kann helfen, das eigene Verhalten mit dem Smartphone zu überdenken und zu verändern. Vielleicht machen Sie daraus gemeinsam mit Ihrem Kind eine Challenge!?

YouTube in der Familie

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Dann haben wir ein paar Tipps, wie Sie die YouTube-Nutzung in Ihrer Familie regeln können. Beachten Sie, dass nicht jeder Tipp für jedes Kindesalter geeignet ist.

Unsere Tipps für alle Altersgruppen

  • Medienzeit: Vereinbaren Sie je nach Alter Ihres Kindes feste YouTube-Zeiten, in denen es Videos schauen darf. Besprechen Sie mögliche Konsequenzen, sollten die Zeiten einmal nicht eingehalten werden. Nutzen Sie dafür z. B. einen sogenannten Mediennutzungsvertrag.
  • Werbeunterbrechungen: YouTuber verdienen mit ihren Videos meist Geld in Form von eingebundener Werbung. Die Währung auf YouTube ist Aufmerksamkeit: Je mehr Abonnenten ein YouTuber oder eine YouTuberin und je mehr Klicks ein Video hat, desto mehr Werbeeinnahmen werden erzielt. Erklären Sie Ihrem Kind, wie durch sein Verhalten auf YouTube Geld gemacht wird.
  • YouTube-Stars sind oft sogenannte Influencer. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und zu durchschauen sein.

Unsere Tipps für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter

  • Sicherheitseinstellungen: YouTube ist keine Plattform für Kinder, auch wenn dort viele Inhalte spannend für sie sind. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind unangemessene, anstößige oder grausame Videos angezeigt bekommt, aktivieren Sie die YouTube-Kindersicherung mit der Option „eingeschränkter Modus“. Hier finden Sie eine genaue Anleitung.
  • Videowiedergabe: Wenn Ihr Kind mehr als ein Video anschauen darf, fügen Sie die ausgewählten Videos zur Wiedergabeliste hinzu, so dass Sie entscheiden und wissen, welches Video als nächstes abgespielt wird. 
  • Kindgerechtes Angebot: Für jüngere Kinder – bis ins Grundschulalter – empfehlen wir die App YouTube Kids.

Unsere Tipps für Teenager

  • Beliebte Angebote: Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch! Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber, was es an YouTube und seinen Stars begeistert. Lassen Sie sich Videos zeigen und die Faszination daran erklären, ohne dass Sie den Eindruck erwecken, Sie wollten Ihren Sohn oder Ihre Tochter kontrollieren.
  • YouTube-Account: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es bedeutet, sich bei YouTube zu registrieren, um Kommentare zu hinterlassen oder eigene YouTube-Videos hochzuladen. Nach den AGB müssen die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Mit Ihrem Einverständnis ist auch eine Nutzung von Kindern ab 13 Jahren möglich. Sie können mit Family Link ein Google-Konto für Ihr minderjähriges Kind erstellen und verwalten bis es alt genug ist. Die Steuerung der YouTube-Nutzung eines Kindes mit dem Google-Konto eines Elternteils – die sogenannte Elternaufsicht – ist möglich, aber noch in der Testphase. Lesen Sie mehr direkt auf den Seiten von YouTube. Es gibt zudem bestimmte Richtlinien und Gesetze, die eingehalten werden müssen – wie etwa das Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild. Mehr Hinweise, die Sie im Blick behalten sollten, wenn Ihr Kind YouTube aktiv mitgestalten möchte, finden Sie in unserem Beitrag Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

In allen verlinkten Beiträgen finden Sie mehr Informationen. Diese können hilfreich sein, wenn Sie sich in der Familie zu YouTube austauschen möchten.

Telegram

Telegram ist ein Messenger-Dienst wie WhatsApp, Signal und Co. Obwohl der Messenger im Vergleich zu anderen als relativ datenschutzsicher gilt, ist Telegram wegen der Verbreitung von Fake News und Verschwörungserzählungen in die Kritik geraten.

Kurz gefasst:

  • kostenloser Messenger für Smartphone, Tablet oder PC
  • geheime Chats mit “Selbstzerstörungstimer” möglich
  • Handynummer für Fremde versteckt, durch Nutzernamen auffindbar
  • Erstellung von Gruppen, Kanäle und Bots
  • Mindestalter laut AGB: 16 Jahre (Altersangabe in den App-Stores: ab 17 bzw. 18 Jahre)

Was ist Telegram?

Telegram ist ein kostenfreier Messenger-Dienst, der mit einer besonders hohen Sicherheit und Schnelligkeit wirbt. Wer die App nutzen möchte, muss sich mit einer Handynummer einmalig durch einen Anruf oder per SMS registrieren. Anschließend lässt sich ein Account über unbegrenzt viele Geräte verwenden. Außerdem ist es möglich, sich einen Benutzernamen anzulegen.

Telegram bietet Funktionen wie andere Messenger-Dienste auch: Das Versenden (und Bearbeiten) von Bildern, Videos, Audiodateien und Emojis. Außerdem lassen sich darüber Umfragen durchführen. Eine weitere Besonderheit von Telegram ist die Erstellung öffentlicher Gruppen bzw. das Abonnieren von (thematischen) Kanälen: Über diese können Nachrichten an unbegrenzt viele Nutzende versendet werden, schreiben darf aber nur der Kanalersteller und die Administratoren. 

In sogenannten „Geheimen Chats“ werden Nachrichten nicht auf den Servern des Anbieters gespeichert. Damit soll verhindert werden, dass Nachrichten in irgendeiner Form abgefangen und mitgelesen werden können. Auch die „Selbstzerstörungsfunktion“, mit der nach einer festgelegten Zeit eine Nachricht automatisch bei Sender und Empfänger verschwindet, trägt dazu bei. 

Was macht Telegram für Jugendliche interessant?

Wie auch bei WhatsApp kann über Telegram schnell und kostenlos mit anderen in Kontakt getreten werden. Besonders der Austausch in Gruppen macht Telegram interessant. Für ältere Jugendliche könnte zudem der Kontakt mit Gleichgesinnten in Telegram-Gruppen spannend und zugleich problematisch sein.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz Verschlüsselungen und geheimen Nachrichten hat die App einige Tücken: Die Ende-zu-Ende Verschlüsselung sorgt dafür, dass Nachrichten nur von den Chatteilnehmenden gelesen werden können, muss aber  erst aktiviert werden. Außerdem sind  sämtliche Kommunikationsinhalte, mit Ausnahme der geheimen Chats, dauerhaft für den Betreiber einsehbar und werden auf dessen Servern gespeichert. 

Wegen der abonnierbaren Kanäle und Gruppen ist Telegram beliebt und gleichermaßen in der Kritik. Einrichtungen wie z. B. Zeitungen können darüber regelmäßig aktuelle Informationen versenden. Aber es finden sich in diesen Gruppen auch Personen zusammen, die rechtes Gedankengut oder andere extreme Meinungen untereinander austauschen und verbreiten. Hören Sie dazu auch eine Folge des Jugendpodcasts „Was geht…?“.

Wie bei ähnlichen Apps können Kontaktrisiken wie Sexting, Cybermobbing und das Verbreiten sogenannter Fake News nicht ausgeschlossen werden. Die Registrierung mit einem Nutzernamen stellt ein besonderes Risiko dar: Dieser ist öffentlich, so dass auch Personen, die die Handynummer nicht haben, Kontakt aufnehmen können. Der Messenger benötigt außerdem Zugriff auf das Adressbuch und Kontakte werden auf Telegram-Servern dauerhaft gespeichert. 

Was meint der Anbieter?

Der russische Anbieter wirbt mit Datenschutz und Privatsphäre. Neben den Verschlüsselungen gibt es z. B. die Möglichkeit, die App mit Code oder Fingerabdruck zu sichern. Telegram ist außerdem Open Source, das heißt dass jeder einsehen kann, wie die App programmiert ist und wie die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren. Die App soll außerdem immer kosten- und werbefrei bleiben. 

Bevor Sie sich registrieren, müssen Sie außerdem den Nutzungsbedingungen zustimmen. Diese verlangen ein Mindestalter von 16 Jahren. Außerdem verpflichten sich die Nutzenden, den Dienst nicht für den Versand von Spam oder Betrügerei zu benutzen, Gewalt nicht zu fördern und keine illegalen pornografischen Inhalte zu veröffentlichen. Es ist jedoch unklar, ob und wie die Einhaltung dieser Bedingungen geprüft wird.

Was sollten Eltern beachten?

Bevor Ihr Kind einen Messenger wie Telegram nutzt, sollten Sie mit ihm über Kommunikationsregeln und mögliche Gefahren sprechen. Überlegen Sie vorher, was für Telegram spricht oder ob ein anderer Dienst besser wäre. Wenn es Telegram sein soll, verzichten Sie auf eine Registrierung mit einem öffentlichen Nutzernamen.

Zwischen Schutz und Freiraum

Als Eltern haben Sie immer das Bedürfnis, Ihr Kind vor Gefahren zu schützen – egal, ob im Straßenverkehr, beim Toben mit Freunden oder eben bei der Mediennutzung und egal, wie alt es ist. Schließlich lauern überall potenzielle Gefahren. Wenn Kinder aber immer davor bewahrt werden, können sie nicht lernen damit umzugehen. Deshalb ist es wichtig, eine Balance zwischen Schutz und Freiraum zu finden. Dann kann sich Ihr Kind entfalten und eigenständig werden, ohne dass es permanent Risiken ausgesetzt ist.

Freiräume sind wichtig

Kinder und Jugendliche suchen ständig nach neuen Erfahrungsräumen, auch solche die fernab Ihrer Kontrolle als Eltern sind. Diese Freiräume müssen Sie Ihrem Kind zugestehen, denn sie sind sinnvoll und notwendig, damit es eine Eigenständigkeit entwickeln kann. 

Kinder und Jugendliche brauchen und nutzen diese Freiheit je nach Alter unterschiedlich. Jüngere Kinder ziehen sich in ihr Zimmer zurück oder schauen heimlich länger Fernsehen, wenn Mama oder Papa nicht aufpassen. Sobald Kinder lesen lernen, können sie auch Online-Medien mehr und anders nutzen. Dann landen sie schon mal aus Neugierde auf Internetseiten, die eigentlich noch nichts für sie sind. Je älter Ihr Kind wird, desto wichtiger ist es, dass es auch eigene Entscheidungen trifft. 

Spätestens im Teenie-Alter kommen soziale Netzwerke wie TikTok, Instagram, YouTube und Computerspiele dazu. Den Zugang zu diesen Plattformen generell zu verbieten, ist unmöglich und aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll. Jedoch können in diesen Räumen auch bewusst oder unbewusst Grenzen überschritten werden. Es gehört besonders zur Jugendphase dazu, sich vom Elternhaus abzugrenzen und eigene Wege zu gehen. Ihr Kind möchte herausfinden, wer es ist. Deshalb werden Grenzen ausgetestet und persönliche Freiheitsräume gesucht. Social Media bietet dafür viele Möglichkeiten. 

Ihr Rolle als Eltern

Es ist in Ordnung, wenn Sie Ihr Kind nicht überall beaufsichtigen. Eigenständigkeit ist positiv und sollte von Ihnen unterstützt und kritisch begleitet werden. Dazu gehört aber, Ihr Kind darauf vorzubereiten, indem Sie ihm die Risiken und Chancen digitaler Medien bewusst machen und Wege zeigen, damit umzugehen. Gemeinsam vereinbarte Medienregeln können helfen. Dazu sollten nicht nur Medienzeiten gehören, sondern auch ausgewählte Medieninhalte und App-Berechtigungen. Solche Regeln sollten jedoch immer wieder neu ausgehandelt werden, um sie dem Alter Ihres Kindes anzupassen.

Geben Sie nach und nach die Kontrolle ab und beziehen Sie Ihr Kind bei allen Entscheidungen mit ein. Nur wenn es Ihre Sorgen versteht, kann es Regeln auch umsetzen. Trotzdem wird es – gerade in der Pubertät – auch Momente geben, in denen Ihr Kind sich nicht daran hält. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und suchen Sie immer wieder das Gespräch. Seien Sie vor allem ansprechbar, falls es mal an seine Grenzen kommt und verurteilen Sie Ihr Kind nicht dafür. Schließlich gehört das zum Aufwachsen dazu.

Altersgerechte Medien für mein Kind

Das Angebot an Filmen, Serien, Apps und so weiter ist riesig. Für Eltern ist es oft schwierig, da den Überblick zu behalten und vor allem, das Passende für ihre Kinder auszuwählen. Denn es geht darum, dass Medieninhalte altersgerecht, unterhaltsam und am besten noch lehrreich sind.

Was heißt altersgerecht?

Die Medien, die Ihr Kind nutzt, sollten seinem Entwicklungsstand entsprechen. Jedes Kind muss erst einmal lernen, wie Medien funktionieren und dass es sich nicht unbedingt um eine Abbildung der Realität handelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand gehen Kinder unterschiedlich mit Medien um. Kindgerechte Medien sind darauf abgestimmt. Deshalb sollten Sie bei Beschreibungen darauf achten, dass es eine Altersempfehlung und eine Erklärung der Inhalte gibt. Aus dieser können Sie ableiten, ob das Angebot zu Ihrem Kind passen könnte. Außerdem hilft es, andere Eltern nach Empfehlungen zu fragen und die Medien vorher – ohne das Kind – selbst anzuschauen.

Geprüfte Medieninhalte

In Beschreibungen von Medienangeboten, egal ob Apps, Filme oder Games, gibt es manchmal unterschiedliche Altersangaben. Zu unterscheiden sind Empfehlungen von AGB-Vorgaben und sogenannten Altersfreigaben. Vorgaben und Freigaben haben in der Regel einen rechtlichen Hintergrund. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt z. B. vor, dass bestimmte Apps, die nicht für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden, wie etwa WhatsApp und TikTok, frühestens ab 13 Jahren genutzt werden dürfen. 

In der Beschreibung in den App-Stores taucht häufig eine andere Altersangabe auf – nämlich die Freigabe durch den Jugendmedienschutz. Sie kennen wahrscheinlich Abkürzungen wie FSK oder USK. Die sogenannten Selbstkontrollen der Filmindustrie, Spieleindustrie usw. betrachten Medien nach den Kriterien des gesetzlichen Jugendschutzes und ordnen sie entsprechend ein. Dabei wird jeweils geprüft, ob Medieninhalte gefährlich für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sein könnten. Es geht um die Darstellung von Gewalt, Pornografie u. ä. oder ob Kinder durch die Nutzung eines Angebots Kontaktrisiken ausgesetzt sein können. Geprüft wird aber nicht, ob eine Handlung in einer Serie und Figuren schon von Kindern in einem bestimmten Alter verstanden werden. Nur weil beispielsweise ein Disneyfilm ab “0 Jahren” freigegeben ist, ist er noch lange nicht für Babies geeignet. Er stellt nur kein Risiko dar. Über Alterskennzeichen und technische Schutzmaßnahmen soll der Zugang zu den Medien für Kinder geregelt werden. Aber das funktioniert nur, wenn auch Sie als Eltern darauf achten.

Wenn es um die Auswahl der Inhalte geht, helfen Ihnen Altersempfehlungen, die z. B. von (medien-)pädagogischen Einrichtungen vorgenommen wurden. Es wird geschaut, ob die Inhalte der Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe entspricht und ob sie verständlich und ansprechend sind. 

Geeignete Medienangebote und Orientierungshilfen für Eltern

Nicht für jedes Alter gibt es die gleiche Auswahl an Medien. Vor allem für Kinder im Kita- und Grundschulalter ist die Palette groß. Ältere Kinder und Jugendliche weichen häufig auf Erwachsenenangebote aus, weil es nur wenig interessante Serien, Filme usw. gibt, die extra auf sie zugeschnitten sind. Da sollten Sie genau hinschauen und nachfragen, was sich Ihr Kind ansieht oder nutzt.

Wir haben einige Tipps, wo Sie gute Medienangebote finden bzw. sich informieren können:

  • Bei FLIMMO können Sie nach geeigneten Sendungen, Filmen usw. von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern suchen.
  • Kindersuchmaschinen wie fragFINN und Blinde Kuh bieten mehr Sicherheit beim Surfen, da nur geprüfte und kindgerechte Suchergebnisse angezeigt werden. 
  • Auf seitenstark.de finden Eltern eine große Sammlung kindgerechter Internetseiten. 
  • Kinderradio-Programme und Podcasts haben wir in unserem Beitrag “Es gibt was auf die Ohren” aufgelistet. 
  • Wo Sie kind- und jugendgerechte Nachrichten finden, erfahren Sie hier.
  • Die vielfältigen Inhalte von funk sprechen vor allem ältere Jugendliche an und sind auch von jungen Menschen gemacht.
  • Bei Handysektor gibt es Informationen rund um Mediennutzung und beliebte Apps – speziell für Jugendliche aufbereitet.
  • Das Deutsche Jugendinstitut stellt in einer Online-Datenbank geprüfte Apps für verschiedene Altersgruppen vor.
  • Auf der Seite des Spieleratgebers NRW gibt es ausführliche Steckbriefe zu vielen Computerspielen inkl. Altersempfehlung.

Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen! Denn nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell oder langsam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind von Beginn an eng begleiten, wenn es Medien nutzt. So können Sie einschätzen, wie es auf bestimmte Inhalte und die Machart von Medien reagiert. Allerdings ist es nicht nur Ihre Entscheidung, sondern auch Ihr Kind hat bestimmte Vorstellungen und Wünsche, was es gern im Fernsehen schauen, auf dem Tablet spielen oder mit der Hörbox anhören möchte. 

Likee – was steckt hinter der TikTok-Alternative?

Mit Likee können, ähnlich wie auf TikTok, Videos erstellt und geteilt werden. Die mehr als 2.000 Filter und Effekte begeistern vor allem junge Menschen. Doch was steckt noch hinter der App und welche Risiken gibt es?

Kurz gefasst:

  • kostenlose App für iOS und Android
  • Altersfreigabe laut AGB ab 16 Jahren
  • Kostenfallen durch In-App-Käufe
  • mangelnder Datenschutz und Kommunikationsrisiken

Was kann das?

Likee ist eine Social-Media-Plattform, auf der kurze Videoclips einfach erstellt, geteilt, geliked und kommentiert werden können. Hochgeladene Videos sind auf dem eigenen Profil und auf öffentlichen Ranglisten zu sehen. Nutzende können sich gegenseitig Nachrichten über Likee schicken und sich Geschenke machen. Die Geschenke müssen zuvor gekauft werden. Eine Livestream-Funktion erlaubt es, dass sich Personen filmen und andere währenddessen liken oder kommentieren können. 

Um sich bei Likee zu registrieren, muss entweder die Verknüpfung zu einem bestehenden Account, z. B. bei Facebook, hergestellt oder die eigene Handynummer eingegeben werden. Die App hat so schnell Zugriff auf die Kontakte der Person und schlägt diese als potentielle Freunde vor. Um die App in all ihren Funktionen nutzen zu können, ist die Freigabe von Kamera und Mikrofon erforderlich. Likee möchte zusätzlich auf den Standort zugreifen. Dadurch werden Videos von Personen aus der Nähe angezeigt. Der Standort einer Person ist auch zu sehen, wenn auf das zugehörige Profil geklickt wird. 

Was fasziniert Kinder/Jugendliche daran?

Auf Likee finden Nutzende kurzweilige, lustige und inspirierende Videos zu den verschiedensten Themen. Jugendliche können sich über die App kreativ ausleben und coole Videos erstellen, ohne dass viel Vorwissen nötig ist. Besonders die FaceFilter der App machen jungen Nutzerinnen und Nutzern Spaß. 

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Bei Likee geben Nutzende teilweise persönliche Einblicke, wenn sie Videos posten oder Livestreams starten. Durch die Standortfreigabe und das Verschicken von Nachrichten können (Kinder und) Jugendliche Opfer von Cybergrooming oder Cyberstalking werden. Auch andere Kommunikationsrisiken wie z. B. Hate Speech können durch das Kommentieren von Videos das Senden von Nachrichten eine Rolle spielen. Die hochgeladenen Videos werden außerdem nicht auf ihre Inhalte kontrolliert, einige der gezeigten Inhalte sind also nicht unbedingt für Kinder geeignet.

Offiziell ist der uneingeschränkte Zugang zu der App erst ab 16 Jahren freigeben. Das Alter der Personen wird aber nicht kontrolliert.  

Der Umgang mit den Daten der Nutzende durch den Anbieter ist kritisch zu sehen, da durch das Akzeptieren der Geschäftsbedingungen User ihre Rechte an den erstellten Videos abtreten. Die Daten werden in Singapur gespeichert und gesammelt. Personenbezogene Daten wie Heimatort, Standort und Suchverlauf können an Dritte, z. B. zu Werbezwecken, weitergegeben werden. Für die Face-Filter speichert die App außerdem die Gesichtszüge der Personen.

Über die fiktive Währung, sogenannte Bohnen, können zusätzliche Effekte freigeschaltet oder Geschenke an andere Personen gesendet werden. Bohnen sind über In-App-Käufe zu bekommen. 

Die App basiert auf einem Belohnungssystem, bei dem Nutzende auf der Rangliste nach oben steigen und zusätzliche Funktionen freigeschaltet bekommen, wenn sie besonders aktiv sind und viele Klicks und Likes erhalten. Das kann eine exzessive Nutzung der App fördern.  

Was meint der Anbieter?

Die App stammt von JOYY, einem Anbieter aus Singapur. Der Anbieter stellt zwar eine Jugendschutzfunktion und einen eingeschränkten Modus für Kinder unter 16 Jahren zu Verfügung, doch sind diese Funktionen nur schwer zu finden und zu aktivieren. JOYY spricht sich von der Prüfung der über die App geteilten Inhalte frei. Über die Hilfe- und Feedbackfunktion kann eine Löschung der Daten beantragt werden. Die Garantie einer vollständigen Löschung wird dabei allerdings nicht gegeben.

Was sollten Eltern beachten?

Über Apps, die den Austausch mit anderen Menschen ermöglichen, besteht immer die Gefahr, unangenehme Erfahrungen im Netz zu machen. Deshalb sollte Ihr Kind darüber Bescheid wissen und Strategien kennen, damit umzugehen oder bestimmte Risiken zu vermeiden. In unserem Beitrag “Rechtliche Hinweise der Social-Media-Nutzung” bekommen Sie die wichtigsten Informationen dazu.

Sollte Ihr Kind Likee installieren wollen, machen Sie dies unbedingt gemeinsam. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind das richtige Alter angibt. Kinder unter 16 Jahren nutzen die App im eingeschränkten Modus. Direktnachrichten, In-App-Käufe und das Teilen von Live-Videos sind so nicht mehr möglich. Schalten Sie zusätzlich die Standortfreigabe aus. Zeigen Sie Ihrem Kind den Hilfebereich der App und wie es dort Inhalte und Personen melden kann. Bieten Sie Ihrem Kind an, da zu sein und zu helfen. Klären Sie Ihr Kind außerdem über Datenschutz und Privatsphäre auf und vereinbaren Sie z. B., welche Inhalte geteilt werden dürfen und wie viel preisgegeben werden darf. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen ist die App nicht sicher für Kinder. Eine geeignete, kinderfreundliche Alternative ist z. B. knipsclub.de

Snapchat

Snapchat ist ein kostenloser Messenger zum Versenden von Fotos und kurzen Videos. Die Besonderheit: Das lustige Selfie mit den Hasenohren oder ähnliches „verschwindet“ nach kurzer Zeit vom Smartphone des Empfängers.

Kurz gefasst:

  • kostenlose Messenger-App für Android oder iOS
  • kreative Storys mit Freunden teilen: Bilder, Videos, witzige Emojis und Filter
  • Inhalte sind nur kurzzeitig sichtbar, es sei denn sie werden bewusst archiviert und gespeichert
  • laut Anbieter ab 13 Jahren erlaubt
  • diverse Kontaktrisiken und Ortungsfunktion ermöglicht Nachverfolgung des eigenen Aufenthaltsortes

Was ist Snapchat?

Mit Snapchat können Fotos und kurze Videos als Nachricht oder als Story an Kontakte versendet werden. Diese Snaps, also Schnappschüsse, sind nur für eine bestimmte Zeit sichtbar und „zerstören“ sich danach selbst. Snapchat ist eine der beliebtesten Apps bei Jugendlichen ab ca. 13 Jahren. Die Fotos und Videos können mit unzähligen Filtern bearbeitet werden. Mit der „Memorys-Funktion“ können Nutzerinnen und Nutzer bestimmte Inhalte auch abspeichern. Neben den privaten Storys von Freunden gibt es auch Inhalte von Stars, Marken und News. Über die Funktion “Spotlight” lassen sich außerdem kreative Kurzvideos im TikTok-Stil veröffentlichen. User können über die sogenannten „Snap Codes“ sowie über ihre Handynummer gefunden werden, wenn dies in den Einstellungen nicht deaktiviert wird. Das eigene Profil enthält nur Bilder und Videos, andere persönliche Angaben werden nicht gemacht. Mit der Kartenfunktion „Snap Map“ kann man sehen, wo sich die Kontakte gerade aufhalten.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche besonders an Snapchat?

Teenager nutzen Snapchat sehr gern, um sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dazu werden statt Text einfach Bilder und Videos versendet. Die Nutzung der Spaßfilter, Videos, die mit Musik unterlegt werden können und, dass die Nachrichten nach kurzer Zeit wieder verschwinden, macht den Reiz der App aus. Snapchat wirkt jugendlicher und verspielter als z. B. Instagram. Die Kommunikation über Snapchat erscheint Jugendlichen privater, da hier nur mit einzelnen oder in Gruppen Inhalte ausgetauscht werden. Auf der „Snap Map“ erscheint jede Person und ihre Kontakte als Avatare, weshalb sie wie ein Spiel wirkt.

Was kann problematisch sein an Snapchat?

Alle Inhalte auf Snapchat zerstören sich nicht wirklich selbst, sondern sie lassen sich nach einer bestimmten Zeit nur nicht mehr aufrufen. Theoretisch sind sie mit etwas technischem Knowhow auf dem Gerät wieder herzustellen. Oder es wird einfach ein Screenshot gemacht – darüber wird der Versender des Bildes allerdings informiert. Trotzdem kann es problematisch werden, wenn Kinder und Jugendliche sehr persönliche – vielleicht sogar intime – Bilder und Videos von sich versenden und diese eventuell z. B. über Cybermobbing gegen sie verwendet werden. Durch die Vielzahl der versendeten Inhalte ist die Kontrolle dieser und der befreundeten Profile schwierig. Kinder und Jugendliche sollten daher genau wissen, wie sie die Melde- und Blockierfunktionen nutzen können. Das ist z. B. im Falle der unerwünschten Kontaktaufnahme besonders sinnvoll. Unter anderem deswegen kann es auch problematisch sein, die Funktion “Snap Map” frei zu geben.

Auch bestimmte Inhalte können für Jugendliche problematisch sein. Das sind nicht nur Bilder und Videos, deren Inhalte für sie nicht geeignet sind, sondern z. B. auch Werbung oder die Snaps von Marken und Produkten.

Was meint der Anbieter?

Wie bei jedem Anbieter müssen sich Nutzende an die Regeln der Plattform halten. Die Nutzung von Snapchat ist dabei nur Jugendlichen ab 13 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern erlaubt. Es erfolgt aber keine Prüfung der Angaben.

Generell ist es verboten, nicht jugendfreie Inhalte wie pornografische Bilder zu verbreiten oder zu bewerben. Minderjährige dürfen keine Nacktbilder oder sexuell aufreizende Inhalte von sich posten oder versenden. Sicherheitsprobleme können innerhalb des Sicherheitscenters des Dienstes gemeldet werden. Außerdem ist es möglich andere Nutzer zu blockieren und zu melden.

Snapchat sammelt jede Menge Daten von seinen Nutzerinnen und Nutzern und erläutert das sehr offen in seinen Datenschutzbestimmungen – auch dass Daten teilweise an Dritte weitergegeben werden. Die Daten, die man über Snapchat versendet, werden bei der Übertragung verschlüsselt.

Was sollten Eltern beachten?

Eine gute Übersicht zum sicheren Umgang mit Snapchat findet sich hier. Bei Scoyo gibt es außerdem eine Anleitung, wie Eltern Sicherheitseinstellungen vornehmen können.

Wenn Ihr Kind gern Snapchat nutzen möchte, sollte Sie unbedingt besprechen, wer die geteilten Inhalte sehen kann und wer nicht. Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch! Erklären Sie, dass Bilder vom Empfänger per Screenshot abgespeichert werden können. Es ist dringend zu empfehlen, dass Jugendliche nur Freunde zu ihrer Liste hinzufügen, die sie tatsächlich kennen.

Sprechen Sie auch über die Funktion “Snap Map”: Was bedeutet die Sichtbarmachung des eigenen Standorts, welche Folgen und Risiken gehen damit einher und wird die Funktion überhaupt gebraucht? Das Teilen des Standortes kann auch unbewusst passieren (beim Öffnen der App). Dies kann im sogenannten „Geistmodus“ (Ghost Mode) verhindert werden. Auch kann der App die Berechtigung entzogen werden, auf den Standort zuzugreifen.

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