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Twitter – Wer zwitschert denn hier?

Als eines der größten sozialen Netzwerke ist Twitter schon seit rund 10 Jahren auf der ganzen Welt beliebt. Das Besondere ist, dass sehr kurze Texte mit maximal 280 Zeichen (sogenannte “Tweets”) gepostet werden. Deswegen wird Twitter manchmal als Kurznachrichtendienst bezeichnet.

Kurz gefasst:

  • Verbreitung von öffentlichen, kurzen Tweets 
  • nutzen hauptsächlich Erwachsene
  • Nutzung ab 13 Jahren erlaubt
  • teils heftige Diskussionen und Hasskommentare
  • kostenlos im Browser und als App für Android und iOS

Was kann Twitter?

Twitter funktioniert ähnlich wie z. B Facebook oder Instagram: Es wird ein Profil mit persönlichen Informationen erstellt, dem andere folgen können. Viele Nutzer folgen aber einfach nur den Postings anderer. Berühmte Persönlichkeiten wie Fußballspieler, Influencerinnen, Politiker oder auch Journalisten haben die meisten Follower. Auch Unternehmen und Marken sind bei Twitter vertreten. Nicht registrierte Leser können Tweets sehen, aber niemandem direkt folgen. 

Tweets bestehen oft nur aus Text und sind mit Hashtags versehen. In einem Tweet können maximal 280 Zeichen, d. h. Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen und Symbole, genutzt werden. Aber auch Bilder, Video usw. können versendet und geteilt werden.

Die Besonderheit von Twitter ist, dass die kurzen Aussagen von meist bekannten Personen zu Diskussionen außerhalb von Twitter führen. Die Tweets von US-Präsident Trump sind dafür ein gutes Beispiel. Dabei spielt auch die “Retweet”-Funktion eine Rolle. Tweets werden geteilt oder es wird in einem eigenen Tweet darauf verwiesen. Diskussionen entspinnen sich auch oft in den Kommentaren unter den Tweets. Außerdem können Direktnachrichten über einen Chat geschrieben werden. 

Was fasziniert Jugendliche daran?

Twitter wird im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken relativ wenig von Jugendlichen genutzt. Wenn, dann sind es häufig politisch interessierte und engagierte junge Menschen. Aber auch beliebte Stars und Musiker sind bei Twitter und posten Informationen über sich.

Die Faszination um Twitter machen einerseits die Diskussionen aus, in denen es manchmal heftig hin und her geht. Andererseits werden manche Tweets schnell und spontan rausgeschickt. Wenn man den Tweets bei großen Events wie Fußballspielen oder Wahlen folgt, kann das sehr spannend und witzig sein, weil man die Reaktion der Zuschauer mitbekommt. Außerdem erfährt man bei Twitter, was berühmte Persönlichkeiten oder Journalisten denken und meinen.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Persönliche Informationen und Aussagen sind für alle frei zugänglich. Durch Hashtags können Tweets, die eigentlich für einen kleinen Kreis bestimmt waren, plötzlich von sehr vielen Nutzenden gesehen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass einige User mit schlechten Absichten versuchen, Kontakt mit Ihrem Kind aufzunehmen.

Manche Diskussion bei Twitter gehen unter die Gürtellinie und es werden rassistische oder sexistische Tweets oder Kommentare veröffentlicht. Neben Hasskommentaren kann auch die Verbreitung von Falschnachrichten ein Problem sein.

Was meint der Anbieter?

Twitter darf laut Anbieter erst ab 13 Jahren genutzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Nutzende zu blockieren, damit sie keinen Kontakt mehr aufnehmen können. User können außerdem Personen melden, die problematische Inhalte tweeten, also z. B. Hasskommentare oder Beleidigungen. Seit Kurzem löscht Twitter nach eigenen Angaben aktiv Tweets, Profilbilder oder Informationen mit diskriminierenden Inhalten, sobald diese gemeldet wurden und sperrt Konten.

Was sollten Eltern beachten?

Wenn Ihr Kind unter 18 Jahren ist, müssen Sie einer Registrierung bei Twitter zustimmen. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie es bei Bedarf problematische Inhalte oder User bei Twitter melden oder blockieren kann. Mit der Möglichkeit, eigene Tweets zu schützen, können diese nur von einem ausgewählten Kreis gesehen werden. Erklären Ihrem Kind, wer unter Umständen persönliche Daten und Aussagen sehen kann und welche Konsequenzen das haben kann. Helfen Sie Ihrem Kind, Inhalte auf Twitter zu verstehen und einzuordnen, indem Sie mit ihm darüber sprechen, dass es bei Diskussionen heiß hergehen kann und welche Risiken es sonst noch gibt.

Online-Games – ein Ort für Extremismus?

Rechtsextreme und Islamisten suchen verstärkt im Internet nach Anhängern – auch in der Gaming-Community. Ihr Ziel ist es, Spielende von ihren Ansichten zu überzeugen. Das passiert in den Spielen selbst, aber auch im Chat und in den Foren von Steam, Twitch oder Discord. Manche Jugendliche sind empfänglich für solche extremistischen Ansprachen und sollten dafür gewappnet sein.

Warum nutzen Extremisten Gaming-Plattformen?

Videospiele sind eine weit verbreitete Freizeitbeschäftigung. Gerade junge Menschen spielen gerne online. Jugendliche suchen nach Orientierung, probieren sich in verschiedenen Rollen aus. Das hilft ihnen, eine eigene Identität auszubilden. Die Eltern sind nicht mehr unbedingt die ersten Ansprechpartner. Manche Jugendliche sind einsam und suchen online nach Anschluss. Das macht einige von ihnen anfällig für extremistische Ansprachen. Vor allem Rechtsextreme und Islamisten versuchen in Games gezielt junge Anhänger für ihre menschenverachtenden Ideologien zu finden.

Die sehr direkte und harte Sprache, die in vielen Gaming-Chats und -Foren herrscht, enthält teilweise auch rassistische, homophobe und sexistische Elemente. Diese Kommunikation kann zur Verbreitung von Hassnachrichten und Cybermobbing führen. Manche rechtsextreme Gruppierungen, wie die “Identitäre Bewegung”, nutzen Gaming-Communities, um ihre Botschaften zu verbreiten.  

Wie sieht Extremismus in Online-Games aus?

Extremisten spielen meist unauffällig in beliebten Spielen mit, während sie im Chat einzelne rassistische oder ideologische Aussagen streuen. So testen sie, ob jemand darauf reagiert. Ist das der Fall, dann schicken sie diesen Links oder Einladungen über Gruppen in sozialen Netzwerken, Messenger-Apps oder Foren. In diesen meist geschlossenen Gruppen werden extremistische Inhalte geteilt und so neue Anhänger gewonnen. Teilweise versuchen Extremisten in privaten Chats in Spielen oder Foren direkt Kontakt mit Jugendlichen aufzunehmen. Das ist besonders gefährlich, wenn Jugendliche einsam und über den Kontakt, vor allem zu älteren und erfahrenen Spielern, dankbar sind.

Außerdem nutzen Extremisten neben dem direkten Zugang zu Gamern in Spielen oder Foren Elemente aus der Gaming-Community für ihre Propaganda. So wurde beispielsweise der beliebte Ego-Shooter Call of Duty, der Kriegshandlungen realistisch darstellt, von der Terrororganisation IS zur Rekrutierung von Gamern genutzt. Sie warben damit, dass Jugendliche beim IS das Spiel zur Realität machen könnten. So könnten Gamer nicht, wie nach dem Tod im Spiel, nur dort weiterspielen, sondern im Paradies. 

Was machen Plattformen wie Steam oder Discord dagegen?

Es ist wichtig zu wissen, dass viele extremistische Inhalte gegen geltende Gesetze verstoßen und jugendgefährdend oder sogar strafbar sind. Wie überall im Internet gilt auch im Zusammenhang mit Games, dass Plattformbetreiber oder Diensteanbieter oft erst reagieren, wenn ihnen solche Inhalte gemeldet werden. 

In den großen sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube wird Propaganda von Extremisten meist direkt von den Betreibern gelöscht. Bei kleineren Diensten, wie Steam, Twitch oder Discord, die vielfach von der Gaming-Community genutzt werden, ist das oft nicht so einfach. Dadurch kommt es immer wieder zur Verbreitung extremistischer Inhalte. 

Es gibt zwar vereinzelt Mechanismen in Spielen, auf Gaming-Plattformen und -Foren, die es Extremisten schwer machen sollen, wie z. B. Wortfilter oder die Möglichkeit problematische Nutzende zu melden. Doch diese Mechanismen können leicht umgangen werden und führen selten zur Verhinderung extremistischer Ansprachen.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen?

Das Wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen und sich für die Spielewelt interessieren, in der es sich bewegt. Fragen Sie Ihr Kind, was es in Online-Games erlebt und mit wem es sich austauscht. Seien Sie offen und hören Sie zu, wenn Ihr Kind Ihnen davon erzählt. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es auch in Spielen und auf Gaming-Plattformen Menschen gibt, die schlechte Absichten haben und sie zu schlimmen Dingen überreden wollen.

Sollten Sie bei Ihrem Kind Anzeichen für den Kontakt mit extremistischen Ansprachen sehen, sprechen Sie mit ihm und suchen Sie sich Hilfe. Eine Übersicht über Anlaufstellen gibt es von der Bundeszentrale für politische Bildung. In besonders schweren Fällen sollten Sie sich an die Polizei wenden. Das geht auch im Internet über die Onlinewachen.

Wenn Ihnen extremistische Inhalte mit volksverhetzenden oder kriegsverherrlichenden Aussagen in Foren oder sozialen Netzwerken auffallen, können Sie diese auch bei der Internetbeschwerdestelle melden.

Kommunikation über Medien – was Jugendlichen wichtig ist

Mit anderen sprechen, mit Freunden und der Familie telefonieren, schreiben oder sich ansehen und anlächeln – Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis! Jugendliche tauschen sich am liebsten über Apps und soziale Netzwerke auf dem Smartphone aus. Sie teilen Erfahrungen und Erlebnisse und verarbeiten sie so. Sie lernen Konflikte ohne elterliche Unterstützung zu lösen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Freundschaften werden gepflegt, indem man ständig in Kontakt miteinander steht. 

Kommunikation über Messenger

Am beliebtesten bei der Kommunikation sind Messenger-Apps. Am häufigsten wird WhatsApp genutzt, aber auch Alternativen wie den Facebook Messenger, Telegram, Signal oder Threema haben viele installiert.

Die Kommunikation über Smartphones ist für Jugendliche selbstverständlich und nimmt einen großen Teil ihres Alltags ein. Das Smartphone ist immer griffbereit und stellt eine Art sozialen Treffpunkt dar. Sowohl im Zweierchat als auch in Gruppenchats werden Meinungen, Bilder und Videos ausgetauscht, gestritten und Späße gemacht.

Über einen Messenger mit Freunden verbunden zu sein, schafft bei Jugendlichen ein Gefühl der Zugehörigkeit.Die Kommunikation darüber erscheint privat. Oft sind die Gruppen allerdings so groß, dass von Privatsphäre keine Rede mehr sein kann. Je anonymer die Gruppenchats werden, desto größer ist die Gefahr, dass diese missbraucht werden, um Falschmeldungen zu streuen und Meinungen zu manipulieren. Eine weitere Gefahr: Fotos können unbemerkt auf fremden Geräten abgespeichert und versendet werden. So praktisch Messenger sind, bergen sie auch Risiken – vor allem weil Jugendliche täglich sehr viele Nachrichten verschicken. Es kann zu Stress führen, wenn Ihr Kind das Gefühl hat, sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen oder Angst hat, etwas zu verpassen, wenn es nicht aufs Handy schaut. 

Jugendliche handeln aber nicht immer sozial, wenn sie in Messenger-Gruppen miteinander kommunizieren. Da man die Reaktion seines Gegenübers nicht direkt sieht und man anderen imponieren möchte, sind Beleidigungen keine Seltenheit. Das kann unter Umständen bis zu Cybermobbing führen.

Kommunikation über Instagram & Co.

Auch über Social-Media-Apps wie Instagram, Snapchat oder TikTok wird kommuniziert. Häufig beschränkt sich diese Art des Austauschs auf Bilder und Videos und das Liken oder Kommentieren. Diese Kommunikation ist besonders wichtig, wenn es um Selbstdarstellung und Anerkennung geht. Selfies werden verschickt und man erwartet von seinen Followern, die meistens Freunde und Bekannte sind, eine positive Reaktion darauf. Allerdings kann es auch hier zu Stress oder Beleidigungen kommen.

Auch unter Gamern ist es üblich, dass man sich beim Zocken untereinander austauscht – etwa über Kanäle wie Discord und Teamspeak.

Gerade über Plattformen können auch Fremde Jugendliche  anschreiben, um näheren Kontakt zu ihnen zu bekommen. Das kann harmlos sein, aber es können auch kriminelle, z. B. pädophile Absichten, dahinterstecken.

Worauf Sie als Eltern achten sollten

So praktisch die Kommunikation über das Internet ist, sollten mögliche Risiken bekannt sein. Fragen Sie Ihr Kind, welche Kanäle es nutzt und mit wem es chattet. Achten Sie dabei aber auf seine Privatsphäre und lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, den es braucht. Vereinbaren Sie Sicherheitsregeln, z. B. welche Bilder und Videos über welchen Weg verschickt werden dürfen. Empfehlen Sie Ihrem Kind, bestimmte Fotos nur in privaten Kanälen oder Gruppen zu posten. Seien Sie bei Unsicherheiten und Problemen ansprechbar. 

Wenn Sie sich über die Sicherheit der Daten Ihres Kindes Gedanken machen, vergleichen Sie einfach mal die Bedingungen einzelner Messenger. Was passiert dort mit den Daten? Ist die Kommunikation verschlüsselt? Welche Messenger gelten als sicher? In den Nutzungsbedingungen vieler dieser Apps ist ein Alter von 13 oder sogar 16 Jahren Voraussetzung für die Anmeldung. Wenn Ihr Kind noch nicht volljährig ist, müssen Sie der Nutzung zustimmen. Vielleicht besprechen Sie sich mit anderen Eltern und überlegen, ob Sie gemeinsam eine datenschutzfreundliche Alternative zu WhatsApp installieren können.

Mit jüngeren Kindern können Sie gemeinsam die Einstellungen des Messengers durchgehen. Das Deaktivieren der Lesebestätigung entlastet, so dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter nicht das Gefühl haben muss, gleich auf eine Nachrichten reagieren zu müssen. Achten Sie darauf, mit wem Ihr Kind chatten kann und zeigen Sie ihm die Funktion, Kontakte zu blockieren.

Für die Kommunikation mit Ihrem Kind können Sie Regeln vereinbaren und so einen guten Maßstab für den Austausch Ihres Kindes mit Freunden setzen.

Hetze im Netz

Social Media und Messenger-Apps wie Instagram, TikTok und WhatsApp sind bei Jugendlichen besonders beliebt. Hier posten sie regelmäßig Beiträge und beschäftigen sich mit Themen, die sie interessieren und bewegen. Natürlich sind nicht immer alle bei allen Themen einer Meinung. Genauso wie im analogen Leben kommt es auch im Internet gelegentlich zu Streitigkeiten, Konflikten und Diskussionen unter Jugendlichen. Meistens ist das harmlos und für Sie als Eltern besteht kein Grund zur Sorge.

Was ist Hate Speech?

Das Internet kann allerdings auch dazu beitragen, dass Hemmschwellen für Anfeindungen und Diskriminierungen sinken. Vielen Menschen fällt es offenbar leichter, etwas Abwertendes zu schreiben, als es persönlich zu sagen. Die Betroffenen fühlen sich dann meist sehr hilflos. Denn, was einmal im Netz gepostet wird, verbreitet sich meist rasend schnell und unkontrolliert. Hetze im Netz kann viele Gesichter haben: Während bei Cybermobbing meistens eine Person im Fokus von persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen steht, werden bei sogenannten Hassreden in der Regel gleich ganze Teile der Gesellschaft angegriffen und z. B. aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion, Sexualität oder Herkunft diskriminiert. Hasskommentare und Beleidigungen gegen Einzelne oder ganze Gruppen sind nicht nur respektlos und für die Betroffenen sehr belastend, sondern können sogar eine Straftat darstellen (- wie auf der Seite no-hate-speech.de verständlich erklärt wird). Das ist vielen Jugendlichen allerdings nicht bewusst.

Was kann man tun?

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind über Diskriminierung im Netz und deren Folgen auseinandersetzen. Oft ist es Jugendlichen unangenehm, wenn sie selbst betroffen sind und im Netz beleidigt und angefeindet werden. Wenn es bei Ihnen zu Hause üblich ist, offen über alles zu sprechen, wird sich Ihr Kind im Fall der Fälle vertrauensvoll an Sie wenden. Thematisieren Sie mit Ihrem Kind ein respektvolles Miteinander im Netz. Online sollten die gleichen Regeln für den Umgang mit anderen gelten, wie offline: Fairness, Offenheit und Wertschätzung.

Es gibt zahlreiche Informations- und Hilfsangebote zum Thema Hetze im Netz, u. a.

Die Initiative #NichtEgal richtet sich direkt an junge Menschen und unterstützt sie dabei, aktiv Hass im Netz entgegenzutreten und sich für eine offene und gewinnbringende Diskussionskultur im Netz stark zu machen.

YouTube in der Familie

Auch Ihr Kind bewundert einen oder mehrere YouTube-Stars und würde am liebsten die ganze Zeit Videos schauen? Dann haben wir ein paar Tipps, wie Sie die YouTube-Nutzung in Ihrer Familie regeln können. Beachten Sie, dass nicht jeder Tipp für jedes Kindesalter geeignet ist.

Unsere Tipps für alle Altersgruppen

  • Medienzeit: Vereinbaren Sie je nach Alter Ihres Kindes feste YouTube-Zeiten, in denen es Videos schauen darf. Besprechen Sie mögliche Konsequenzen, sollten die Zeiten einmal nicht eingehalten werden. Nutzen Sie dafür z. B. einen sogenannten Mediennutzungsvertrag.
  • Werbeunterbrechungen: YouTuber verdienen mit ihren Videos meist Geld in Form von eingebundener Werbung. Die Währung auf YouTube ist Aufmerksamkeit: Je mehr Abonnenten ein YouTuber oder eine YouTuberin und je mehr Klicks ein Video hat, desto mehr Werbeeinnahmen werden erzielt. Erklären Sie Ihrem Kind, wie durch sein Verhalten auf YouTube Geld gemacht wird.
  • YouTube-Stars sind oft sogenannte Influencer. Gesponserte Inhalte oder Produktplatzierungen können für Heranwachsende unter Umständen schwer zu erkennen und zu durchschauen sein.

Unsere Tipps für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter

  • Sicherheitseinstellungen: YouTube ist keine Plattform für Kinder, auch wenn dort viele Inhalte spannend für sie sind. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind unangemessene, anstößige oder grausame Videos angezeigt bekommt, aktivieren Sie die YouTube-Kindersicherung mit der Option „eingeschränkter Modus“. Hier finden Sie eine genaue Anleitung.
  • Videowiedergabe: Wenn Ihr Kind mehr als ein Video anschauen darf, fügen Sie die ausgewählten Videos zur Wiedergabeliste hinzu, so dass Sie entscheiden und wissen, welches Video als nächstes abgespielt wird. 
  • Kindgerechtes Angebot: Für jüngere Kinder – bis ins Grundschulalter – empfehlen wir die App YouTube Kids.

Unsere Tipps für Teenager

  • Beliebte Angebote: Zeigen Sie Interesse und bleiben Sie im Gespräch! Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber, was es an YouTube und seinen Stars begeistert. Lassen Sie sich Videos zeigen und die Faszination daran erklären, ohne dass Sie den Eindruck erwecken, Sie wollten Ihren Sohn oder Ihre Tochter kontrollieren.
  • YouTube-Account: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es bedeutet, sich bei YouTube zu registrieren, um Kommentare zu hinterlassen oder eigene YouTube-Videos hochzuladen. Nach den AGB müssen die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Mit Ihrem Einverständnis ist auch eine Nutzung von Kindern ab 13 Jahren möglich. Sie können mit Family Link ein Google-Konto für Ihr minderjähriges Kind erstellen und verwalten bis es alt genug ist. Es gibt zudem bestimmte Richtlinien und Gesetze, die eingehalten werden müssen – wie etwa das Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild. Mehr Hinweise, die Sie im Blick behalten sollten, wenn Ihr Kind YouTube aktiv mitgestalten möchte, finden Sie in unserem Beitrag Mein Kind will YouTuber werden – was nun?

In allen verlinkten Beiträgen finden Sie mehr Informationen. Diese können hilfreich sein, wenn Sie sich in der Familie zu YouTube austauschen möchten.

E-Girls und E-Boys – eine neue Jugendkultur im Internet?

Auf Instagram und vor allem auf der Plattform TikTok verwenden Jugendliche immer wieder den Hashtag #egirl oder #eboy für bestimmte Videoclips. Dort sieht man z. B., wie sich ein Mädchen in ein sogenanntes E-Girl verwandelt. Aber was steckt dahinter und welche Bedeutung hat die Bezeichnung für junge Menschen?

Abgrenzung zu Rollenbildern auf Instagram

Das “E” steht für elektronisch und bezeichnet die Generation junger Menschen, die vor allem in einer digitalen Welt aufgewachsen sind. Sie nutzen Online-Medien und bewegen sich auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube. Mit E-Girl oder E-Boy wird ein bestimmter Stil bezeichnet, sich darzustellen und auszusehen. Oft tragen E-Girls schwarze Kleidung und ein auffälliges Make-Up, wie z. B. gemalte Sommersprossen und Herzchen auf den Wangen. Auch die E-Boys stylen sich teilweise mit leichtem Make-Up oder Nagellack, einige tragen Mittelscheitel und Schmuck. E-Boys grenzen sich vom typischen Männlichkeitsbild ab. Sie lächeln oder zwinkern süß in die Kamera und wollen nicht hart wirken.

Im Gegensatz zu anderen Influencerinnen und Fitness-Bloggern posieren E-Girls und E-Boys nicht an bekannten Orten oder mit der perfekten Strandfigur, sondern meist in ihrem eigenen Zimmer. Dabei nehmen sich selbst nicht so ernst. Einige von ihnen sind nur für den Videoclip auf TikTok, als E-Girl oder E-Boy zurechtgemacht und würden in der Schule nicht so auffällig herumlaufen. Sie nutzen das Internet, um sich auszuprobieren.

Negative Aspekte rund um E-Girls und E-Boys 

Problematisch ist, wenn Mädchen oder Jungen bestimmte Merkmale nachahmen, ohne dass sie verstehen, was damit gemeint ist. Es gibt typische Posen von E-Girls oder E-Boys, die stark sexualisiert wirken, auch wenn sie ironisch gemeint sind. Die Gefahr von Cybergrooming oder Missbrauch der Inhalte von Kriminellen ist durch das Veröffentlichen solcher Videos erhöht. 

Als E-Girl’’ werden manchmal auch abwertend Mädchen oder Frauen in der Gaming-Szene bezeichnet. Sie zeigen sich beim Spielen über einen Stream, wie viele männliche Spieler auch. Aber ihnen wird häufiger vorgeworfen, das nur für Klicks und Aufmerksamkeit zu tun und sich dafür besonders auffällig zu schminken und anzuziehen. Das problematische Verhältnis von Geschlechterrollen im Gaming haben wir in einem anderen Beitrag näher erläutert: Computerspiele und das Thema Geschlecht

Hilfe, mein Kind ist ein E-Boy!

Kinder und Jugendliche sind noch dabei, eine eigene Persönlichkeit auszubilden. Dabei orientieren sie sich an anderen. Vorbilder finden sie in der Familie, dem Freundeskreis, den Medien und anderswo. Gleichzeitig möchten sie sich abgrenzen und individuell sein. Jugendkulturen wie die E-Girl-Szene sind spannend, weil sie wahrscheinlich anders sind als ihr gewohntes Umfeld. 

Lassen Sie Ihrem Kind den Freiraum, sich zu entwickeln, sich zu erfinden und auszuprobieren, aber verlieren Sie nicht den Kontakt. Das ist gerade bei Jugendlichen in der Pubertät ein Drahtseilakt. Stärken Sie Ihr Kind in seinen Interessen und persönlichen Stärken, damit es sich frei entfalten kann. Tauschen Sie sich mit ihm über Jugendkulturen und Trends aus. Haben Sie sich als junger Mensch auch auf eine bestimmte Art und Weise gekleidet, um sich zu einer bestimmten Gruppe dazu zählen? Haben Sie sich darüber mit Stolz identifiziert oder fanden Sie es eher blöd, in eine Kategorie gesteckt zu werden? 

Egoshooter und Gewalt

Bei der Frage, ob Mediennutzung gewalttätig machen kann, wird oft über Computerspiele diskutiert, vor allem über die sogenannten Egoshooter. Eltern, Lehrkräfte und auch einige Wissenschaftler befürchten eine direkte und negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Die größte Sorge: Die Inhalte könnten zu echten Gewalttaten inspirieren. Nachgewiesen werden konnte das bisher nicht. Ein Spiel allein macht nicht aggressiv oder gewalttätig.

Gewalthaltige Computerspiele aus der Ich-Perspektive

In Spielen, in denen es darum geht, andere Spielfiguren mit Gewalt auszuschalten, schauen Gamer aus der Perspektive ihrer Spielfigur auf die Spielwelt. Bei diesen Ego-Shootern sieht es also so aus, als würde man selbst mit einer Waffe durch eine 3D-Welt laufen und schießen. Berühmte Shooter sind Counter-Strike, Battlefield, Call of Duty oder Fortnite. Dieses Spielgenre ist enorm erfolgreich und aus der Szene nicht mehr weg zu denken. Fortnite gilt als besonders heikel, weil sich hier Elemente aus Ego-Shootern mit kindlichen und freundlichen Grafiken mischen und es deshalb schon junge Gamer anspricht.

Jugendliche sollen vor negativen Einflüssen geschützt werden

Man geht davon aus, dass gewalthaltige Spiele eine negative Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben können. Deshalb prüft die USK als Teil des Jugendmedienschutzes alle Spiele legt und Altersgrenzen fest. Je älter ein Kind ist, desto besser kann es zwischen Spiel und Realität unterscheiden. 

Beim Thema Gewaltdarstellung prüft die USK unter anderem, ob das Spiel düster und bedrohlich oder eher hell und positiv wirkt, ob die Spielfiguren wie Menschen aussehen und man rotes Blut sieht, ob sich die Gamer mit der Figur identifizieren können und ob kriegerische Handlungen verherrlicht oder auch kritisiert werden. Je nachdem, wie viele Kriterien zusammenkommen, wird entschieden, ab welchem Alter Kindern und Jugendlichen das Spiel zugänglich gemacht werden darf. Allerdings sind Spiele mit einer höheren Alterseinstufung teilweise besonders reizvoll für Jugendliche, weil sie ihre Grenzen austesten möchten.

Computerspiele allein machen nicht gewalttätig

Computerspiele können, wie andere Medien auch, in Extremfällen negative Auswirkungen haben, wenn sie z. B. zu viel genutzt werden und es keinen Ausgleich zur Mediennutzung gibt. 

Die Kommunikation in Gamer-Foren und Chats ist teilweise ziemlich hart und gemein und kann Ihr Kind ängstigen. Das heißt aber nicht, dass das bei Ihrem Kind dazu kommen muss. Denn solche Wirkungen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, weil sich jeder Mensch anders in bestimmten Situationen verhält. Kinder und Jugendliche, die auch sonst zu Gewalt neigen, oft allein sind und keine anderen Interessen haben, sind gefährdeter als andere. Niemand wird wegen eines Spiels mit Gewaltinhalten aggressiv oder gewalttätig.

Was Eltern beachten sollten

Die Jugendfreigabe sollte eingehalten werden. Je älter Ihr Kind ist und je weniger Einblick Sie in seine Mediennutzung haben, desto schwieriger ist das für Sie. Deshalb sollten Sie mit Ihrem Kind im Gespräch bleiben. Fragen Sie nach, was faszinierend daran ist, und hinterfragen Sie Gewaltdarstellungen. Vielleicht erklärt Ihnen Ihr Kind, dass es in dem Spiel auch um Geschicklichkeit, sportliche Ziele, Rätsel oder gemeinsames Lösen von Problemen geht. Meistens geht es nicht nur um Gewalt allein, sonst würde es auch schnell langweilig werden. Lassen Sie sich das Spiel erzählen oder zeigen. Auch Sie sollten Ihrem Kind erklären, warum Sie darauf bestehen, dass es nur altersgemäße Spiele spielen darf.

Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, wenn Ihr Kind vorgibt, dass die anderen ein Spiel trotz Altersbeschränkung schon spielen dürfen. Vielleicht können Sie gemeinsam Regeln vereinbaren, die auch für den besten Freund gelten.

Mehr Informationen gibt es beim Elternratgeber der USK.

Vielfalt und Rollenbilder in sozialen Medien

Bei TikTok, Instagram und Co. darf jeder mitreden, Fotos, Videos oder anderes mit der Welt teilen und so Social Media mitgestalten. Verschiedenste Menschen und Gruppen können dadurch sichtbar werden und sich für ihre Anliegen stark machen. 

Diskriminierung gibt es auch online

Leider werden Gruppen, die in der realen Welt oft diskriminiert werden, auch im Netz beleidigt und runtergemacht. Das kann bis zu Hate Speech oder Cybermobbing gehen. Einige Plattformen können das – manchmal auch unbeabsichtigt – noch verstärken, etwa weil sie nicht barrierefrei gestaltet sind. Barrierefreie Angebote können auch Menschen nutzen, die z. B.  nicht gut lesen oder nicht sehen können, weil es eine Vorlesefunktion für Texte oder Bildbeschreibungen gibt. 

Wenn Anbieter bestimmte Inhalte automatisch herausfiltern, kann nicht jeder Nutzer sie sehen – auch das kann diskriminierend sein. So eine Filterung gab es in der Vergangenheit u. a. bei TikTok – wurde aber nach Protesten zurückgenommen. 

Andererseits haben viele Menschen durch Social Media erst die Möglichkeit, auf sich und ihre Belange aufmerksam zu machen: Aktivisten setzen sich online für die Rechte von behinderten Menschen ein oder machen deutlich, dass sie gegen Rassismus sind. So haben z. B. viele Menschen ihre Social-Media-Profilbilder geschwärzt, um ein Zeichen gegen Polizeigewalt gegenüber farbigen Menschen in den USA und gegen Rassenhass auf der ganzen Welt zu setzen.

Einseitige Schönheits- und Rollenbilder in Social Media  

In Medien, egal ob in Social Media, Fernsehen oder Zeitschriften, herrscht ein klassisches Bild von Geschlechtern, Familien usw. vor. Das beginnt schon bei der Themenwahl: Die Accounts von Mädchen und Frauen drehen sich in erster Linie um Mode und Beauty, Deko oder Ernährung. Männliche Influencer beschäftigen sich hingegen mit mehr Themen und Genres aus den Bereichen Gesellschaft, Comedy, Games oder Politik. Nur wenn man gezielt nach Hashtags wie Diversity oder Bodypositivity sucht, findet man auch andere Bilder. Jugendliche, die Social Media täglich nutzen, haben traditionellere Rollenbilder von Männern und Frauen bzw. Mädchen und Jungen im Kopf als Jugendliche, die Instagram, YouTube usw. weniger nutzen. 

Influencer*innen als Vorbilder  

Dazu tragen Influencer mit ihrer eher stereotypen Selbstdarstellung bei. Die meisten erfolgreichen Influencerinnen auf Instagram sind schlank und langhaarig. Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion für Jugendliche, weshalb sie das Aussehen, die Gestik, Mimik und Posen ihrer Idole nachahmen. Häufig sieht man z. B. Selfies, auf denen die Hand wie beiläufig im Haar liegt. Mädchen, die Influencerinnen folgen, bearbeiten ihre eigenen Bilder stärker als andere und legen größeren Wert darauf, schlank zu sein. Um die eigenen Bilder an die Posts ihrer Vorbilder anzugleichen, greifen Jugendliche auf Filter und Tricks zurück und orientieren sich dabei an traditionellen Schönheitsstandards wie großen Brüsten bei den Mädchen und breiten Schultern bei den Jungen. 

Tipps für mehr Vielfalt in Social Media

Um zu verhindern, dass Ihr Kind glaubt, sich an diese normierten Schönheits- und Rollenbilder anpassen zu müssen, sollten Sie gemeinsam Alternativen besprechen. Achten Sie darauf, die Lieblingsinfluencer Ihres Kindes nicht abzuwerten, denn sie bedeuten ihm wahrscheinlich viel. Versuchen Sie stattdessen, neutral zu bleiben. Sie können sich gemeinsam die Accounts von Influencerinnen und Influencern anschauen, die auf Vielfalt statt stereotype Muster setzen und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Profilen sprechen.  

In Social Media gibt es etliche Inhalte, die die Vielfalt der Gesellschaft aufzeigen – allerdings stößt man meist nur darauf, wenn man gezielt danach sucht: Auf dem Instagram-Kanal whatsmakes_them_beautiful machen sich Jugendliche gegenseitig Komplimente und fordern sich zu Selbstliebe auf. Bei lebensmutigblog tauschen junge Menschen Erfahrungen zum Thema Inklusion und Anderssein aus. Unter Hashtags wie #bodypositivity und #diversity finden man viele Inhalte rund um die Vielfältigkeit von Menschen. Wenn Sie und Ihr Kind solchen Accounts folgen und diese Hashtags verwenden, können Sie zu mehr Vielfalt in Social Media beitragen.

Konflikte im Netz

Unter YouTube-Videos oder in sozialen Netzwerken findet man oft Kommentare von Leuten, die sich aufregen, beleidigen oder einfach nur rumpöbeln. Viele Nutzer haben schon Kontakt mit Mobbing gehabt – bei sich oder bei anderen. Nicht nur Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden von anderen Internetnutzern fertiggemacht. Gehört das einfach zum Leben dazu?

Hinter Konflikten stecken immer Menschen – auch online

Das Internet kann nichts dafür, dass Menschen aneinander geraten oder sich schaden wollen. Im Netz ist es aber für einige Menschen besonders verlockend, zu betrügen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Es fällt ihnen leichter, Konflikte anzuzetteln, wenn sie nicht direkt merken, dass die andere Person leidet. Dabei sind Gemeinheiten nicht weniger schlimm, nur weil sie online stattfinden.

Das Internet ist keineswegs ein rechtsfreier Raum und niemand sollte Angst haben müssen, ins Netz zu gehen. Es gelten die gleichen Regeln und Gesetze wie sonst auch, und es ist wichtig, dass alle diese kennen und einhalten.

Konflikte gibt es überall

Zwischen Menschen kommt es immer mal zu Konflikten, auch Kinder und Jugendliche streiten sich. Das ist ganz normal und so lernen sie, mit Konflikten umzugehen – offline wie online. Allerdings ist es für sie oft schwieriger einzuschätzen, wie weit man gehen kann und ab wann Grenzen überschritten sind. Besonders bei Hassnachrichten und Mobbing sind Kinder und Jugendliche manchmal sehr gemein, ohne dass sie es selbst merken.

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr ist es online unterwegs und kann dort auch mit Erwachsenen in Konflikte geraten. Im Teeniealter nutzen Kinder mehr und mehr Plattformen oder Apps, auf denen sie auf Nachrichten, Kommentare und Inhalte stoßen können, die Hass, Hetze und Unwahrheiten verbreiten. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind dabei nicht allein lassen und rechtzeitig darauf vorbereiten, wie es damit umgehen kann.

Der Umgang mit Konflikten

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, dass Sie ansprechbar sind und bei Problemen und Konflikten unterstützen. Kinder und Jugendliche lernen erst nach und nach, Risiken und Gefahren gut einzuschätzen und mit Konflikten umzugehen. Dabei können verschiedene Strategien hilfreich sein:

  • Gewaltfrei kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man selbst stets höflich bleiben und den Konflikt damit nicht weiter anheizen.
  • Lieber face-to-face. Online kommt es schnell zu Missverständnissen. Außerdem ist die Hemmschwelle zu Gemeinheiten niedriger. Besser ist, man klärt einen Konflikt in einem direkten Gespräch.
  • Problem benennen.     Es ist wichtig, dass man ein Problem auch als solches bezeichnet, wenn man Beleidigungen, Bedrohungen oder Hass entdeckt.
  • Grenzen setzen. Man muss dem Gegenüber deutlich machen, wann eine Grenze erreicht ist. Manchmal hilft das schon, einen Konflikt einzudämmen.
  • Hilfe holen. Man muss nicht alles alleine schaffen. Man kann sich Freunde, Familie, Lehrkräfte oder auch andere Leute im Netz suchen, die einen unterstützen.
  • Unterstützen. Manchmal bekommt man einen Konflikt mit, ist aber selbst nicht beteiligt. Dann ist es wichtig, Hilfe anzubieten und die betroffene Person zu unterstützen.
  • Widersprechen. Wenn man sich traut, kann man auch diskutieren und widersprechen. Hier bietet sich an, erstmal nur klare Grenzen zu setzen und Probleme zu benennen.
  • Melden. Alle Plattformen im Netz bieten an, dass Inhalte gemeldet werden. Wenn man also Beleidigungen, Hassinhalte, Fake News oder ähnliches sieht, kümmern sich meistens auch die Plattformen darum, wenn man ihnen Bescheid gibt.

Mehr zum Thema “Konflikte im Netz” gibt es bei folgenden Anlaufstellen:
– Umgang mit Hass in Social Media bei der Amadeu-Antonio-Stiftung.
– Mobbing bei Juuuport.
– Umgang mit Betrug und Falschinformationen bei Mimikama.

Mediennutzungsvertrag

Wer darf was und wie lange mit Medien machen? Diese Fragen kommen in jeder Familie früher oder später vor und sorgen nicht selten für Stress und Streit. Regeln zur Mediennutzung können helfen, eine Struktur zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Diese können von Eltern und Kinder gemeinsam besprochen und in einem Vertrag festgehalten werden. Dafür eignet sich das hier vorgestellte Online-Tool für einen Mediennutzungsvertrag – ein Angebot von klicksafe und dem Internet-ABC.

Kurz gefasst:

  • Kostenloses Online-Tool, erreichbar über: www.mediennutzungsvertrag.de
  • Vertrag lässt sich individuell anpassen und personalisieren
  • Auswahl aus vielen Regelvorschlägen
  • Eigene Regeln sind integrierbar
  • Kreative Hintergründe
  • Direkt zum Ausdrucken

Wie funktioniert die Erstellung des Vertrags?

Das Tool führt Sie Schritt für Schritt bis zum fertigen Papier. Sie können aus zwei Altersgruppen wählen (6-12 Jahre und 12+) und sich ein Titeldesign, ein Maskottchen und einen Hintergrund aussuchen. Alle Regeln, die Sie auswählen, werden wie Bausteine automatisch eingefügt, sodass man den Überblick behält. Jeder Baustein kann einzeln bearbeitet werden. Natürlich können Sie auch eigene Regeln einfügen. Am Ende speichern Sie das Dokument, dann kann es zu einem anderen Zeitpunkt ergänzt werden. Sie können auch mehrere Verträge für verschiedene Kinder anlegen.

Tipps und Hintergründe

Nutzen Sie die Bausteine als Vorschlag, um in Ihrer Familie über den Medienumgang ins Gespräch zu kommen. Über einige mögliche Regeln haben Sie vielleicht noch gar nicht nachgedacht, andere sind bereits selbstverständlich. Setzen Sie Schwerpunkte, denn das Tool bietet sehr viele Ideen, die nicht alle umgesetzt werden müssen. Es gibt verschiedene Arten von Regeln:

  • Allgemeine Regeln (wie Umgang mit Konflikten, bedenkliche Inhalte, Umgang mit Geräten)
  • Zeitliche Regelung (Festlegung von Zeitkontingenten)
  • Handy (wie Umgang mit Apps und Daten, handyfreie Orte, Umgang mit Kosten)
  • Internet (wie Sicherheitseinstellungen, Nutzung von Webseiten)
  • Fernsehen (wie altersgerechte Angebote, gemeinsame Nutzung)
  • Spiele (wie gemeinsame Spiele, Fairness)

Ein Vertrag ist nichts anderes als aufgeschriebene Regeln, auf die man sich geeinigt hat. Der Vorteil ist, dass man immer wieder drauf schauen und sich daran erinnern kann.

Eine Besonderheit ist, dass auch Regeln für Eltern festgelegt werden können. Eltern können sich beispielsweise dazu verpflichten, das Handy auch nicht beim Abendessen zu nutzen, oder Medieninhalte für Erwachsene nur in Abwesenheit der Kinder zu nutzen. Denn für Kinder sind Regeln verständlicher, wenn sich alle daran halten müssen und Sie als gutes Beispiel voran gehen.

Regeln für die Mediennutzung in der Familie

„Nur noch eine Runde!“ oder „Leon darf viel länger fernsehen!“ Das kennen fast alle Eltern. Welche Medien sind für mein Kind okay? Wie viel Medienzeit ist nicht schädlich? Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll? Für solche Fragen können feste Regeln eine große Hilfe für Eltern und Kinder sein. Aber sie führen auch immer wieder zu Konflikten in Familien. Wir haben einige Tipps und Hintergründe für Sie zusammengetragen.

Regeln müssen sinnvoll sein

Regeln sind nicht einfach dafür da, dass Erwachsene etwas bestimmen, sondern sie bringen Struktur in das Familienleben. Mit Mediennutzungsregeln lässt sich die Medienkompetenz von Kindern fördern. Als Eltern haben Sie eine besondere Verantwortung, Spaß und Nutzen in Verbindung mit Medien, aber auch Risiken und Gefahren im Blick zu haben. Beides können Sie eine ganze Zeit lang besser einschätzen als Ihr Kind. Wichtig ist, dass Ihr Kind die Regeln versteht. Deshalb sollten Sie für sich selbst und auch gegenüber Ihrem Kind begründen können, warum bestimmte Regeln gelten und warum es wichtig ist, diese einzuhalten. Wenn Regeln nicht klar formuliert sind oder unterschiedlich ausgelegt werden, wird es Ihrem Kind schwerfallen, sie einzuhalten. Dazu gehört aber, dass bestimmte Regeln für Sie als Eltern genauso gelten und Sie Ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Regeln können unterschiedlich aussehen

Welche Regeln sinnvoll sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab und davon, wie Sie und Ihr Kind grundsätzlich mit Medien umgehen. Das ist nicht in jeder Familie gleich.

Je jünger Ihr Kind ist, desto mehr sollten Sie seine Mediennutzung im Blick behalten. Kleinkinder brauchen eine enge Begleitung und sollten nicht zu viel Zeit mit Medien verbringen. Entscheiden Sie als Eltern über altersgerechte Inhalte, Nutzungsdauer und geeignete Geräte. Ab dem Grundschulalter bekommt Ihr Kind viele neue Eindrücke und Einflüsse. Es braucht dabei noch viel Orientierung, deshalb sind klare Regeln sehr wichtig. Sie können mit Ihrem Kind nun besser über Inhalte sprechen und es mitbestimmen lassen. Spätestens ab der weiterführenden Schule und im Jugendalter sollten Sie Ihrem Kind dann mehr Selbstständigkeit zutrauen und zunehmend Kontrolle abgeben. Jugendliche gehen meist offen auf digitale Medien zu, aber sie können oft Sicherheitsrisiken noch nicht richtig einschätzen. Deshalb sind Sie als Orientierung und Ansprechpartner nach wie vor wichtig!

Regeln gemeinsam gestalten

Verabreden Sie Regeln zum Medienumgang, je nach Alter Ihres Kindes, gemeinsam – z. B. über einen sogenannten Mediennutzungsvertrag. Dann kann Ihr Kind sie besser verstehen und einhalten. Schreiben Sie Regeln auf und platzieren Sie diese sichtbar. Auch Ausnahmen können formuliert werden. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Regeln noch sinnvoll sind oder geändert werden können und müssen. Stellen Sie auch Regeln auf, die für alle gelten, z. B. dass bei einem Gespräch das Smartphone nicht herausgeholt wird.

Zeit mit und ohne Medien

Ein großer Streitpunkt ist die Frage danach, wie viel Zeit mit Medien gut ist. Das hängt neben dem Alter auch ganz individuell von Ihrem Kind und seinem Umgang mit Medien ab. Verliert es sich schnell in Serien oder Computerspielen oder kann es ohne Probleme, das Tablet am Ende einer Folge zur Seite legen? Es gilt die Faustregel: Je jünger, desto weniger! Mediengutscheine sind eine Möglichkeit für Kinder ab dem Grundschulalter, um z. B. ein Wochenbudget für ein Mediengerät festzulegen. Manchmal ist das einfacher und Ihr Kind kann sich die Zeit selbstständig einteilen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind einen abwechslungsreichen Alltag hat, Medien auf unterschiedliche Weise nutzt, es aber auch medienfreie Erlebnisse hat.

Auswahl von Medieninhalten und Zugang zu Geräten

Haben Sie das gesamte Medienensemble im Blick? Auch Hörspiele und Bücher sind Teil des Medienkonsums und können im Regelwerk auftauchen.

Berücksichtigen Sie, dass die Inhalte der Mediennutzung sehr unterschiedlich sind, genauso wie die Motive und Bedürfnisse der Nutzung. Ein Spiel zur bloßen Zerstreuung oder Unterhaltung ist eventuell anders zu gewichten als das Lernen mit Medien. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind qualitative Unterschiede. Achten Sie auch auf altersgerechte Inhalte.

Die Frage nach dem richtigen Alter für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Sprechen Sie sich eventuell mit den Eltern von Freunden Ihres Kindes ab und überlegen Sie, ob bestimmte Regeln für alle gelten können.

Sicherheitseinstellungen bei Geräten und Apps

Wenn es um das erste eigene Handy oder die Nutzung von Mamas Tablet geht, können auch Einstellungsmöglichkeiten den Zugriff auf verschiedene Inhalte und Apps beschränken. Diese sollten aber gemeinsam besprochen werden. Solche Einstellungen oder bestimmte Apps können helfen, Regeln durchzusetzen. Aber diese Tools ersetzen nicht die Begleitung durch Sie als Eltern. Erklärungen von Ihnen und Gespräche über Medien tragen wesentlich dazu bei, dass Ihr Kind einen kompetenten Umgang mit Medien erlernt.

Regeln dürfen je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes variieren. Bleiben Sie einerseits konsequent, denn sonst erfüllen sie nicht ihren Zweck. Gleichzeitig sollten Sie die Regeln möglichst nicht als Strafe oder Belohnung einsetzen.

(Kostenlose) Videotelefonie-Tools – eine Übersicht

Besonders in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche viel zu Hause sind und sich nicht wie sonst miteinander treffen können, werden gerne Videotelefonie-Tools genutzt, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Dabei gibt es ein riesiges Angebot der verschiedensten Anbieter.

Etablierte Anbieter

Vorteile: bekannt, stabil – Nachteile: mangelhafter Datenschutz

Einige der sehr bekannten und gern genutzten Tools sind Dienste großer amerikanische Firmen, wie z. B. Skype von Microsoft. Bei ihnen ist der Datenschutz weniger strikt, weil sie nicht an die europäische Datenschutz-Grundverordnung gebunden sind. Trotzdem sind diese Tools besonders stabil und es gibt wenige Probleme bei der Nutzung, weil die meisten sie schon kennen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Skype, das es seit fast 20 Jahren gibt und kostenlos genutzt werden kann. Es fallen nur Kosten an, wenn Festnetz- und Handynummern angerufen werden. Um ein Gespräch zu starten, muss man sich registrieren. Möchte man nur teilnehmen, reicht es den zugeschickten Einladungslink anzuklicken.

Ein neuerer, aber sehr verbreiteter Dienst ist Zoom, der aufgrund von Sicherheitslücken stark in die Kritik geraten ist. Allerdings hat Zoom u.a. die Verschlüsselung bei Gesprächen verbessert. Mit Zoom kann man bis zu 40 Minuten lang kostenlos videotelefonieren. Das Tool macht selten Probleme, auch wenn man es mit größeren Gruppen nutzt. Ebenso wie bei Skype müssen nur diejenigen, die ein Meeting starten, registriert sein.

Auch über den beliebten Messengerdienst WhatsApp kann man in Gruppen mit bis zu acht Personen Videochats machen. Diese etablierten Tools sind leicht zu benutzen, aber es gibt viele Bedenken zum Umgang der Anbieter mit persönlichen Daten.

Open-Source-Lösungen

Vorteile: datenschutzkonform, einfache Bedienung – Nachteile: instabil bei größeren Gruppen

Wenn man Tools nutzen möchte, die mehr Datenschutz bieten, kann auf sogenannte Open-Source-Produkte zurückgegriffen werden. Open Source bedeutet, dass verschiedene Menschen diese Dienste  gemeinsam entwickeln und theoretisch jeder sehen kann, wie sie programmiert sind. So kann gut nachvollzogen werden, wie das Tool den Datenschutz handhabt. Tools wie Jitsi Meet speichern laut Fachleuten keine Daten von Nutzenden. Außerdem sind sie einfach zu nutzen: Man braucht weder ein Konto, wenn man ein Gespräch starten, noch wenn man nur teilnehmen möchte. Ein Nachteil dieser Tools ist, dass es manchmal Probleme gibt, wenn zu viele es gleichzeitig nutzen. Jitsi Meet ist noch einfacher zu benutzen, als Skype und Zoom. Alternativen zu Jitsi Meet sind z. B. Palava oder Jami.

Beliebt bei Jugendlichen

Vorteil: junge Nutzerinnen und Nutzer – Nachteile: mangelhafter Datenschutz, komplizierte Bedienung

Tools wie Houseparty und Discord werden von Jugendlichen gern genutzt. Hier sind sie unter sich und können zusammen herumhängen, ohne dass Erwachsene sie dabei stören. Die Dienste sind für junge Menschen gemacht. Doch auch diese Tools sind meist in der Hand von großen amerikanischen Unternehmen und in den seltensten Fällen datenschutzkonform. Außerdem ist es für Erwachsene meistens schwierig, sich mit der Nutzung vertraut zu machen. Sie sind oft nicht so intuitiv handhabbar, wie die etablierten Dienste oder die Open-Source-Tools.

Houseparty bietet neben dem Videochat auch die Möglichkeit, miteinander zu spielen. Doch auch hier gibt es Risiken, die bei der Nutzung beachtet werden müssen. Insbesondere die eigene Privatsphäre muss reflektiert und mit bestimmten Funktionen abgesichert werden. Discord ist vor allem unter jugendlichen Gamern beliebt. Doch auch hier können Jugendliche in Kontakt mit ungeeigneten Inhalten kommen und sind anderen Kommunikationsrisiken, wie z. B. Cybergrooming ausgesetzt.

Was Sie als Eltern beachten sollten

Egal, welches Videotelefonie-Tool genutzt wird, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind besprechen, welche Risiken mit der Nutzung verbunden sind. Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie in Online-Gesprächen nicht alles von sich preisgeben sollten. Man kann sich nie sicher sein, wer persönliche Daten abgreift oder sonst noch zuschaut.

Open-Source-Tools sind besonders zu empfehlen, da sie nicht nur einfach zu bedienen sind, sondern auch den Datenschutz berücksichtigten. Gleichzeitig sollte aber auch die Lebenswelt Ihres Kindes eine Rolle spielen. Vielleicht können Sie sich mit Freunden oder den Eltern anderer Kinder besprechen, welches Tool alle nutzen können.

Houseparty – Abhängen im digitalen Raum

Mit der App Houseparty kann man sich per Videochat mit Freunden treffen, sich unterhalten und gemeinsam Spiele spielen. Die App ist bei Jugendlichen in Zeiten von Corona besonders beliebt, wenn sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Allerdings gibt es auch Kritik an der App.

Kurz gefasst:

  • Unter 13 Jahren offiziell nicht erlaubt
  • Datenschutz und Privatsphäre bedenklich
  • Kostenfrei, allerdings gibt es In-App-Käufe
  • Verfügbar für Android und iOS, sowie als Desktop- oder Web-App

Was kann man mit Houseparty machen?

Über Houseparty kann man sich online treffen. Der Name kommt daher, dass eine Party bei jemanden Zuhause simuliert wird. Dabei hat jeder einen eigenen Raum, dem bis zu acht Freunde beitreten können, die vorher zur Freundesliste hinzugefügt wurden. Freunden kann man Textnachrichten oder kurze Videoschnipsel (wie bei Snapchat) schicken und natürlich kann man miteinander videotelefonieren.

Dabei ist die App kein reines Videokonferenz-Tool, sondern ermöglicht es auch, Spiele miteinander zu spielen während man videotelefoniert. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Spiele.

Was fasziniert Jugendliche daran?

Sich per Videochat treffen, sich virtuell sehen, miteinander quatschen, lustige Videos austauschen und Spiele spielen, ist besser als wenn man nur telefonieren könnte – gerade in Zeiten von Kontaktverboten.
Die Gestaltung der App ist jugendgerecht im Gegensatz zu anderen Apps mit Videokonferenz-Funktion wie Whatsapp oder Skype, die auch Erwachsene nutzen. Bei Houseparty sind Jugendliche unter sich. Dabei kann Houseparty auch mit der bei Jugendlichen beliebten App Snapchat kombiniert werden kann. Außerdem sind die Spiele bei Houseparty extra für Jugendliche entwickelt.

Was kann problematisch sein an dem Angebot?

Es gibt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzenden. Im Prinzip kann jeder und jede den virtuellen Räumen betreten, sobald sie als Freund hinzugefügt wurden. Doch auch von Freunden hinzugefügte Person können einfach dazukommen, selbst wenn man sie selbst nicht in der App hinzugefügt hat. Es könnte also sein, dass Jugendliche bewusst getäuscht werden, um Zugang zu ihnen bekommen. Es ist auch möglich, über andere Apps den Bildschirm abfilmen zu lassen und als Video zu speichern.

Auch der Datenschutz von Houseparty ist problematisch. Das amerikanische Unternehmen Life on Air, Inc. gibt die Daten der Nutzenden an Facebook und andere Dienste weiter. Datenschutzregelungen, wie es sie in Europa gibt, spielen bei der App nur eine untergeordnete Rolle.

Houseparty bietet auch In-App-Käufe und damit Kostenfallen an. Nicht alle Spiele sind kostenlos verfügbar. Zwar sind die Spiele oft nicht teuer, doch wenn beispielsweise Freunde ein Spiel haben, dann entsteht schnell der Druck es sich auch zu kaufen, um beim gemeinsamen Spielen nicht ausgeschlossen zu werden.

Was meint der Anbieter?

Innerhalb der App gibt es mehrere Funktionen zum Schutz der Nutzenden: Mit der “Melden”-Funktion können Person gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Mittels “Blockieren” kann man störende Nutzende auch sperren, sodass diese einen nicht mehr kontaktieren können. Über “Benachrichtigungen” lässt sich einstellen, wer sehen darf, dass man die App gerade nutzt. Der“Privat-Modus” verhindert, dass Gäste, die nicht eingeladen sind, den Raum betreten. Mit “Berechtigungen” kann man ausschalten, dass die App auf die internen Kontakte auf dem Handy zugreifen kann und sich mit Facebook verbindet.

In den Guidelines erklärt der Anbieter kurz und knapp – für Jugendliche ansprechend aufbereitet – die Regeln, die auf der Party gelten: So gibt es z. B. den knappen Hinweis, sich nicht auszuziehen oder andere zu mobben.

Was sollten Eltern beachten?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über die Nutzung von Houseparty sprechen. Nehmen Sie Einstellungen gemeinsam vor und weisen Sie auf Funktionen hin. Dabei ist gerade der “Privat-Modus” wichtig, der es verhindert, dass unerwünschte Personen dem Raum beitreten. Sprechen Sie in diesem Zusammenhang auch das Thema Cybergrooming an. Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, dass es auch im digitalen Raum Erwachsene gibt, die schlechte Absichten haben. Außerdem sollte das Thema Datenschutz thematisiert werden. Dabei geht es einerseits darum, die “Berechtigungen” auszuschalten und andererseits darum, generell zu besprechen, dass nicht alles vor der Kamera gezeigt oder gesagt werden sollte, weil man nie weiß wer schließlich die Daten bekommt.

Medienkompetenz – was heißt das eigentlich?

Digitale Medien sind nützlich und vielseitig. Mit ihren Funktionen können wir jede Menge organisieren, lernen, gestalten und nicht zuletzt Spaß haben. Kein Wunder, dass sie unseren Alltag erobert haben. Weil Medien unser Leben in vielen Bereichen beeinflussen, gilt der sichere Umgang mit ihnen genauso wie lesen, schreiben und rechnen können als eine zentrale Fähigkeit, um in der Welt zurechtzukommen. Dazu gehört z. B., dass wir Risiken wie Fake News, Stress im Netz oder Datenklau einschätzen und vermeiden können, Chancen wie etwa Lernen mit Tutorials erkennen und nutzen und möglichst schöne Erlebnisse mit Medien haben können. All das ist Teil von Medienkompetenz. Medienkompetenz bedeutet also nicht nur, dass man technische Geräte bedienen kann, sondern auch ein Verständnis zu entwickeln, wie Medien gemacht werden und wer dafür sorgt, dass z. B. bestimmte Nachrichten gesendet werden. Wer medienkompetent ist, weiß wie und warum er oder sie welche Medien nutzt. Man kann negative Auswirkungen einschätzen und abwenden, aber auch positiv auf Medien und ihre Chancen zugehen.

Wer braucht Medienkompetenz?

Oft bezieht sich die Forderung nach „mehr Medienkompetenz“ auf Kinder und Jugendliche, weil sie auf die Welt von morgen vorbereitet werden sollen. Diese Welt kennen wir zwar noch nicht, aber wir können sicher sein, dass Medien – vor allem das Internet – eine große Rolle spielen werden.

Stellen Sie sich vor, das Internet ist wie eine Stadt: Es gibt Spielplätze, schöne Geschäfte, aber auch Verkehr und unbekannte Menschen. Sie schicken Ihr kleines Kind nicht einfach los, sondern gehen die ersten Schritte gemeinsam, zeigen ihm alles, z. B. worauf man achten muss, wenn man eine Straße überquert, wie man eine Rutsche benutzt, dass man beim Bäcker bezahlen muss und nicht einfach mit Fremden mitgeht. Genauso sollte es im Internet sein. Nehmen Sie Ihr Kind an die Hand und begleiten Sie es bei der Erkundung der digitalen Welt.

Medienkompetenz zu entwickeln ist von Anfang eine gemeinsame Familienaufgabe – auch die Geschwister spielen dabei eine Rolle. Je jünger Ihr Kind, desto mehr müssen Sie als Eltern die Verantwortung für die Mediennutzung übernehmen und Vorbild sein. Mit höherem Alter können und sollten Kinder und Jugendliche zunehmend ihre eigenen Erfahrungen und Entdeckungen machen dürfen. Bleiben Sie dabei interessiert und im Gespräch mit Ihrem Kind. Für Sie und Ihre Kinder sind gemeinsame Regeln im Umgang mit Medien hilfreich.

Medienkompetenz – nur wichtig für Kinder?

Damit Sie Ihr Kind begleiten können, müssen auch Sie medienkompetent sein. Als Eltern sollten Sie versuchen, sich Medienkompetenz anzueignen, zusammen mit Ihrem Kind, anderen Eltern oder durch Angebote der Schulen und anderen Bildungsträgern. Für Lehrkräfte gilt das Gleiche, da sie Kinder und Jugendliche unterrichten und ihre Medienkompetenz fördern sollen.

Aber auch aus anderen Gründen ist es wichtig, dass alle Menschen Medienkompetenz entwickeln. Viele Berufstätige bilden sich weiter, weil Arbeitsprozesse digital organisiert sind. Ältere Menschen haben viele Chancen und Möglichkeiten, Medien im Alltag zu ihren Zwecken zu nutzen, so können Oma und Opa z. B. mit dem Enkel per Videochat in Kontakt bleiben. Wenn Sie herausfinden möchten, wie kompetent Sie im Umgang mit Medien sind, probieren Sie doch mal diesen Selbsttest aus.

Medienumgang in der Familie – Austausch mit anderen Eltern

“Aber der Paul darf das!”. Vielleicht kommt Ihnen diese Aussage von Ihrem Kind bekannt vor. Andere Kinder dürfen, wenn es um Medien geht, offenbar immer viel mehr, früher und länger. Und wahrscheinlich stellen Sie sich selbst auch bestimmte Fragen: „Ab wann sollte ich meinem Kind das erste Handy erlauben? Wie geht das mit den Einstellungen? Welche Lern-Apps sind gut?“. Um diese Fragen zu beantworten, kann das Gespräch mit anderen Eltern ein guter Weg sein. Sie können gemeinsam Ideen und Erfahrungen zur Medienerziehung austauschen und überlegen, ob Sie ähnliche Regeln zum Medienumgang in der Familie aufstellen möchten.

Warum der Austausch sinnvoll ist

Das ist in vielen Fällen sinnvoll, kann aber auch mal nervig oder problematisch werden. Zwischen Tür und Angel, bei Besuchen oder in Chat-Gruppen, z. B. auf WhatsApp, suchen und finden Eltern Gelegenheit über das Medienverhalten ihrer Kinder, Regeln und Erlebnisse zu sprechen. Je nach Alter des Kindes sind die Themen und Fragen unterschiedlich. Am stärksten ist der Bedarf an gegenseitiger Beratung dort, wo die höchste Verunsicherung herrscht; wenn das Kind neue Medien kennenlernt und sich seine Medienbedürfnisse ändern. Ein Top-Thema ist z. B. die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das erste Handy. Mit dem Gerätezugang allein ist es jedoch nicht getan. Es ist wichtig, den Austausch darüber zu führen, was Kind genau mit Medien macht, was gut funktioniert und welche Regeln gelten.

Fluch und Segen im Elternchat

Elterngruppen-Chats sind aus vielen Gründen nützlich, aber können auch sehr nervig werden. Die meisten Eltern sind in einer oder mehreren solcher Chats, um schnell und unkompliziert informiert zu sein und auf einfache Weise über Anregungen, Wünsche und Ideen zu kommunizieren.

Solche Chats haben auch einige Nachteile und Konfliktpotential. Sie sind ungeordnet und manchmal voller Belanglosigkeiten und Missverständnisse. So unterschiedlich die Eltern sind, so gehen sie auch mit möglichen Konflikten um. Kindererziehung ist ein Reizthema für manche. Gruppen erzeugen oft einen Druck, dabei sein zu müssen, um mitreden zu können. Einige Eltern werden da von vornherein ausgeschlossen.

Das Ziel der Gruppe sollte klar formuliert werden. Ebenso wichtig sind ein respektvoller Umgang und Toleranz bei allen Beteiligten. Denken Sie daran: Alle Eltern nutzen selbst Medien auf ihre persönliche Weise und sind dadurch immer auch Vorbilder für Ihr Kind.

Guter Austausch und sinnvolle Unterstützung

Sie als Eltern haben die Medienerziehung Ihres Kindes zu verantworten, deshalb sitzen Sie mit anderen Eltern in einem Boot, in dem Unterstützung sehr wertvoll sein kann. Sie müssen über Rechte und Verbote aufklären und grundsätzliche Regeln der Mediennutzung durchsetzen. Kinder können vieles nicht wissen und auch Sie als Eltern wissen sicherlich nicht alles. Umso hilfreicher sind die Erfahrungen anderer Eltern zu neuen Trends, Apps oder Medienerlebnissen. Durch den geschützten Raum ohne Kinder und Lehrkräfte herrscht eine vertrauliche Ebene, bei denen sich besprechen lässt, was Kinder können und dürfen oder welche Regeln bei gegenseitigen Besuchen gelten.

Eltern können sich auch mithilfe der Schule oder des Sportvereins der Kinder zusammenschließen, um gemeinsame Wege in der Medienerziehung zu gehen. Suchen Sie ab der Einschulung oder einem Schulwechsel das Gespräch mit der leitenden Lehrkraft.

Nehmen Sie auch Angebote der Schule wie Elternabende wahr. In einigen Bundesländern (derzeit in NRW, Niedersachsen und Bayern) gibt es sogenannte Elterntalks, bei dem sich Eltern in privater untereinander austauschen und weiterbilden können.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, alles richtig machen zu müssen. Informieren Sie sich auch an geeigneten anderen Stellen, wie z. B. hier auf Elternguide.online.

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